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2. Adventssonntag (A) - 8. Dezember 2019 – Fr.

Thomson ME So

Gebet aus „Ich bitte dich, o heilige Kirche“, S. 17, v. 14.09.1992, BAND 190 A

Seien Sie herzlich willkommen zu unserem Gottesdienst


am 2. Adventsonntag. Wir beginnen ihn

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Der Herr wird kommen, um die Welt zu erlösen.


Volk Gottes, mach dich bereit.

Der Herr sei mit Euch!

Einführung
Liebe Bewohner, hier in der Kapelle und auf Ihren Zimmern,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Schwestern und Brüder!

Auf der ganzen Welt feiern wir Christen Advent.  Dabei geht der Blick
sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft.  Wir erinnern uns, dass
Jesus in die Welt kam und uns zeigte, wie Gott ist und wie sehr er uns
Menschen liebt. Gleichzeitig erwarten wir die Erfüllung der biblischen
Verheißungen und der Botschaft Jesu.
 
So sind wir in dieser Stunde beisammen, weil wir uns von Gottes Wort
etwas erhoffen, weil wir seine Nähe brauchen.
 
Der Gottesdienst beginnt heute mit dem Aufruf:

Der Herr wird kommen, um die Welt zu erlösen.


Volk Gottes, mach dich bereit!
 
Dem Herrn, der bei uns ankommen will, öffnen wir unser Herz und rufen:

Herr, wir warten auf dein Kommen, das unsere Welt neu macht und alles
Böse vertreibt: Herr erbarme dich unser.

Herr, wir warten auf dein Kommen, das dein Reich des Friedens und der
Gerechtigkeit anbrechen lässt: Christus erbarme dich unser.
 
Herr, wir warten auf dein Kommen, das zum Leben in Fülle befreit:
Herr erbarme dich unser.

Der allmächtige Gott erbarme sich unser, er lasse uns die Sünden
nach und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

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Tagesgebet
Allmächtiger und barmherziger Gott,
deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.
Lass nicht zu,
dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern,
deinem Sohn entgegenzugehen.
Führe uns durch dein Wort und deine Gnade
zur Gemeinschaft mit ihm,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus


1
In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der
Wüste von Judäa:
2
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
3
Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Eine Stimme ruft
in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
4
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen
Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine
Nahrung.
5
Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen
Jordangegend zogen zu ihm hinaus;
6
sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
7
Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe
kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn
gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?
8
Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt,
9
und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater.
Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams
machen.
10
Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der
keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer
geworfen.
11
Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber,
der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm
die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit
Feuer taufen.
12
Schon hält er die Schaufel in der Hand; er wird die Spreu vom
Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune bringen; die Spreu
aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen

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Predigt

Gebet aus „Ich bitte dich, o heilige Kirche“, S. 17, v. 14.09.1992, BAND 190 A

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn !

Ich habe mir die Frage gestellt, worüber es heute mehr lohnen würde
zu predigen - über die Lesung oder das Evangelium - Jesaja oder
Johannes den Täufer?
Jesaja ist der, der tröstet, der uns beisteht und Mut macht; dieser
Johannes der Täufer, der Johannes in der Wüste kommt und hält eine
Standpauke und wäscht uns den Kopf.
Jesajas Verheißung spricht vom Frieden in der Welt, von Gerechtigkeit
und Hoffnung; Johannes wirft mit Feuer um sich und lässt alles
verbrennen, was nicht gut und richtig ist.
Wo Jesaja davon spricht, dass aus einer Wurzel, die eigentlich schon
tot ist, neues, ganz ewiges Leben und Frucht hervorgehen wird, da
kommt Johannes, legt die Axt an und haut alles ab und zugrunde, was
ihm in die Quere kommt und eben keine Frucht bringt.

Liebe Schwestern und Brüder,


wie gegensätzlich können die Texte heute sein?
Eigentlich müsste man sie zweimal lesen, um sie nicht nur zu
verstehen, sondern um sich auch klar zu machen, von welchem Text
ich mich und Sie sich wollen ansprechen lassen. Wo finden Sie sich
wieder? Was spricht Sie an?

Johannes hat es mit den frommen und wirklich tiefgläubigen


Pharisäern und Sadduzäern zu tun, die sich von ihm taufen lassen
wollen. Es sind Menschen, die es sich nicht unbedingt leicht machen
mit ihrem religiösen Leben. Sie gehören zum harten Kern, so würde
man heute wohl sagen, denn sie haben viele Gebote, um deren
Einhaltung sie sich auch mühen.

Johannes erkennt hier ein Problem: die frommen Pharisäer und


Sadduzäer sind so fest davon überzeugt, dass ihnen am Ende nichts
Schlimmes widerfährt, da sie ja Abraham zum Vater haben. Also nix
Gott... nix Gottes Erbarmen. Pharisäer und Sadduzäer sind seit je her
überheblich und ja, teilweise vielleicht auch arrogant. Johannes fühlt
sich also genötigt hier einzuschreiten und ihnen zu sagen: liebe Leute
- so nicht!  Passt auf, dass ihr am Ende nicht tief fallt!
Nicht Abraham ist es, der Euch errettet. Was betet ihr ihn ständig an?
Gott ist es, der euch Heil und Rettung verschafft. Lebt so, dass ihr
etwas aus eurem Leben macht. Zeigt euren Glauben und zwar durch

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euer Leben! 
Johannes muss ihnen den Kopf waschen, damit sie ihr Leben ändern.

Und nun, liebe Schwestern und Brüder, nun zu Jesaja:


Jesaja hat ein Volk und Menschen vor sich, die am Boden sind. Völlig
am Ende.
Er ist von Gott zu einem Volk gesandt, das nach Belagerung und
totalem Krieg nur noch ein Häufchen Elend und ein jämmerlicher Rest
ist. Quasi eine tote Wurzel. Dieses Volk hat keine Perspektive mehr,
es liegt am Boden, es hat alle Hoffnung verloren. Was sollte jetzt noch
kommen?  Was sollte noch folgen?
Jesajas Aufgabe besteht nun darin, dieses Volk zu trösten. Seine
Botschaft lautet: Habt keine Angst, fürchtet euch nicht! Gott ist mit
Euch! Für ihn ist nichts unmöglich. Und wo Gott am Werk ist, erblüht
neues Leben, wachsen Früchte und schlagen Wurzeln wieder aus.

Jesaja sagt uns: Gott ist unser Retter. Er ist der Helfer in der Not, Er
vermag alles zum Guten wenden.

Liebe Schwestern und Brüder,


wissen Sie nun, von welchem Propheten Sie sich ansprechen lassen?
Johannes oder Jesaja? Oder beide?
Brauchen Sie eine Kopfwäsche oder einen, der Ihnen zärtlich über den
Kopf streichelt und tröstet und Mut macht?

Sind wir nun wie die Pharisäer und Sadduzäer oder das „Volk, das im
Dunkeln wandelt“? Nehmen wir uns noch mal einen Moment Zeit und
überlegen wir, wer uns was zu sagen hat.

Egal, was am Ende herauskommt - zum Schluss können wir auf einen
Gott vertrauen, der es gut mit uns meint, der stärker ist als unsere
tiefsten Ängste und Nöte. Ein Gott, der auf unserer Seite steht, ein
Gott, der unser Retter ist.

Es ist der Gott, dessen Menschwerdung wir an Weihnachten feiern


werden und den wir sehnsüchtig erwarten.

Wie singen wir zutreffend in einem der schönsten Weihnachtslieder? -


„Christ, der Retter ist da“.

Ja, dieser Retter macht sich gerade zu uns auf den Weg. Empfangen
wir ihn jetzt in dem kleinen Stückchen Brot. Brot, das Rettung, Heil und
Frieden für die Welt bedeutet. Amen.

Wir sprechen das Apostolische Glaubensbekenntnis


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Fürbitten
Der Herr wird kommen und uns retten. Erfüllt von dieser Hoffnung bitten wir
ihn:
Dein Reich komme, es komme dein Reich!

Gütiger Gott, das Kommen deines Sohnes bringt Licht in unsere Welt und in
unsere Herzen. Dafür danken wir dir und loben wir dich, heute, morgen und
in Ewigkeit.

GABENGEBET

Barmherziger Gott,
Wir bekennen, dass wir immer wieder versagen
Und uns nicht auf unsere Verdienste berufen können.
Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt,
Und nimm unsere Gebete und Gaben gnädig an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

PRÄFATION VOM ADVENT II

P: Der Herr sei mit euch. A: Und mit deinem Geiste.

P: Erhebet die Herzen. A: Wir haben sie beim Herrn.

P: Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott. A: Das ist würdig und recht.

IN WAHRHEIT IST ES WÜRDIG UND RECHT, DIR, HERR, HEILIGER


VATER, ALLMÄCHTIGER, EWIGER GOTT, IMMER UND ÜBERALL ZU
DANKEN DURCH UNSEREN HERRN JESUS CHRISTUS. VON IHM REDET DIE
BOTSCHAFT ALLER PROPHETEN, DIE JUNGFRÄULICHE MUTTER TRUG
IHN VOLL LIEBE IN IHREM SCHOSS, SEINE ANKUNFT VERKÜNDETE
JOHANNES DER TÄUFER UND ZEIGTE AUF IHN, DER UN/ERKANNT MITTEN
UNTER DEN MENSCHEN WAR. ER SCHENKT UNS IN DIESEN TAGEN DIE
FREUDE, UNS FÜR DAS FEST SEINER GEBURT ZU BEREITEN, DAMIT WIR
IHN WACHEND UND BETEND ERWARTEN UND BEI SEINEM KOMMEN MIT
LIEDERN DES LOBES EMPFANGEN. DARUM SINGEN WIR MIT DEN ENGELN
UND ERZENGELN, DEN THRONEN UND MÄCHTEN UND MIT ALL DEN
SCHAREN DES HIMMLISCHEN HEERES DEN HOCHGESANG VON DEINER
GÖTTLICHEN HERRLICHKEIT: HEILIG …

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KOMMUNIONVERS Bar 5, 5; 4, 36

Jerusalem, erhebe dich,


Steig‘ auf den Berg und schau die Freude,
die von deinem Gott zu dir kommt.

Danksagung
Hören wir ein Gebet von Mutter Marie Therese:

Schlussgebet

Lasset uns beten:


Herr, unser Gott,
im heiligen Mahl
hast du uns mit deinem Geist erfüllt.
Lehre uns durch die Teilnahme an diesem Geheimnis,
die Welt im Licht deiner Weisheit zu sehen
und das Unvergängliche mehr zu lieben
als das Vergängliche.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Segen

Der barmherzige Gott hat uns den Glauben


an das Kommen seines Sohnes geschenkt.
Er segne und heilige euch durch das Licht seiner Gnade.
Amen.

Er mache euch standhaft im Glauben,


froh in der Hoffnung und eifrig in Werken der Lieben.
Amen.
Die erste Ankunft des Erlösers ist euch Unterpfand der ewigen
Herrlichkeit, die er uns schenken wird, wenn er wiederkommt auf den
Wolken des Himmels.
Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott:
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

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