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KONFUZIANISMUS

• EINLEITUNG:

Der Konfuzianismus ist ein von Konfuzius geschaffenes Sozialsystem. Es


ist seit dem 2. Jh. von den chinesischen Kaisern als verbindlich anerkannt.
Die Meinungen, ob der Konfuzianismus eine Religion ist oder nicht, gehen
auseinander.

• KONFUZIUS:

Konfuzius, geboren ca. 551 v. Chr. im chinesischen Staat Lu, war ein
Philosoph, der in seinem Leben ungefähr 3000 Schüler unterrichtete. Er
verbreitete seine Ansichten als Wandermönch in ganz China. Bevor seine
politische Laufbahn als Bau- und Justizminister und später als Kanzler
begann, war er u.a. Scheunenaufseher und in der Verwaltung angestellt.
Konfuzius brachte den chinesischen Humanismus zu einem Höhepunkt. Er
verstand sich als Wahrer der jahrtausendealten chinesischen Tradition. Er
starb 479 v. Chr. in Ch`u-fu (heutige Gedenkstätte).

• KONFUZIANISMUS:

- Der Konfuzianismus entstand im 6. Jh. vor Christus und ist eine der
ursprünglichsten Religionen Chinas. Er gründet auf der Lehre des
chinesischen Philosophen Konfuzius (chinesisch: Kung-fu-tse). Diese
Religion vertritt das, was vor noch 1500 Jahren als das typischste eines
Chinesen beschrieben wurde: die Bindung zur Familie, die Hingabe an den
Staat und das Leben in der Gemeinschaft. Verbreitet ist der
Konfuzianismus hauptsächlich in China und einigen südostasiatischen
Ländern. Ca. 10 Mio. Menschen gehören dieser Religion an. Offiziell
bekannt gegeben sind nur rund 6,1 Mio. Konfuzianer, davon allein 5,5 Mio.
in Südkorea. China gibt offiziell nur 300 000 Anhänger an. Um die
Jahrhundertwende betrug die Anzahl der Konfuzianer immerhin noch 329
Mio.

• ANLIEGEN DES KONFUZIANISMUS:

Die Grundsätze des Konfuzianismus sind in den neun antiken chinesischen


Werken zusammengefasst. Sie sind das philosophische Erbe von Konfuzius
und auch seiner Anhänger. Diese Schriften können in 2 Gruppen unterteilt
werden:
1. die ,,Fünf Klassiker" (Wu-ching):

- I-ching (Buch der Wandlungen)


- Shu-ching (Buch der Geschichten)
- Shi-ching (Buch der Lieder)
- Li-ching (Buch der Sitten)
- Ch´un-ch´in (Frühlings- und Herbstannalen)
Ursprünglich gab es 6 Klassiker. Das Buch über Musik und Tanz wurde
aber entweder zerstört oder es existierte als Buch nicht.
2. die ,,Vier Bücher" (Shih-shu) (Sammlungen von Aussprüchen Konfuzius´
und Mencius´):

- Lun-yü (Analekten)· Grundlage zur moralischen und politischen


Philosophie
- Ta-hsüeh (große Lehre)
- Chung-yung (die Lehre der rechten Mitte)
- Das Buch Mencius (die Lehren des Mencius)

Der Konfuzianismus ist nicht wie das Juden-, Christentum und der Islam
eine monotheistische Religion (in deren Mittelpunkt Gott steht). Der
Konfuzianismus ist eine Religion, die sich über Wesen und Eigenschaften
Gottes wenige Gedanken macht. Oft wurde er deswegen nicht einmal als
Religion angesehen. Aber er ist eine Religion und war die herrschende
Tradition im alten China.

• JEN:
Das Schlüsselwort im Konfuzianismus ist jen (= Liebe, Menschlichkeit,
Menschenliebe, Güte). Jen ist die vorrangigste Tugend, die nach Konfuzius
die Gesellschaft retten kann. Das Ideal ist ein Mensch, der sich ganz dem
jen widmet. Konfuzius meint dazu: ,,Jemand, der nicht an seinen Vorteil
denkt, sondern das Moralische antreibt, der mit persönlichem Bezug als
mit öffentlicher Anerkennung befasst ist und der seiner Eltern gedenkt." In
Zwischenmenschlichen Beziehungen äußert sich jen in chung oder in der
Nächstenliebe shu. Konfuzius formuliert zur Nächstenliebe eine ,,goldene
Regel": ,,Was du willst, das man dir nicht tu`, das füg` auch keinem
andern zu!".
Weitere wichtige Tugenden sind Rechtschaffenheit (li), Sittlichkeit,
Aufrichtigkeit und Ehrfurcht (hsiao). Außerdem hat sich der Sohn dem
Vater, die Frau dem Mann und das Volk dem Herrscher unterzuordnen.
Derjenige, der all diese Tugenden in sich vereint, wird zum chün-tzu
(vollkommener Edelmann). Neben den Tugenden gehört ein großes
Engagement für die Familie und den Staat zum Chün-tzu-sein. Das
Gegenteil eines chün-tzu ist der hsiao jen. Was man von beiden ist, ist die
Entscheidung eines jeden selbst und nicht der Kasten wie z.B. im
Buddhismus. Denn ein chün-tzu kann genauso wie ein hsiao jen reich oder
arm sein, die soziale Stellung spielt also keine Rolle. In der Politik vertritt
Konfuzius eine Regierungsform der Bevormundung, wobei der Herrscher
stets das jen befolgen soll, er ist schließlich Vorbild für das Volk. Ist ein
Herrscher gut und tugendhaft, unterwerfe sich ihm das Volk von ganz
allein. Was die Erziehung betrifft, vertrat Konfuzius die Idee von einem
Unterricht, der allen in gleicher Weise ohne Klassenunterschiede
zugänglich sein sollte. Bei Konfuzius deutet sich der Gedanke der
Gleichheit aller Menschen an, da er jedem die Möglichkeit, edel zu werden,
zubilligte. Er löste sich vom Kastendenken.

• DIE 5 BEZEICHNUNGEN:
Die Anwendung der Lehren des Konfuzius auf die grundlegenden
Beziehungen des Menschseins:
◊ Der Herrscher, der eine Verantwortung gegenüber seinem Volk
hat, das ihm jedoch treu ergeben ist.
◊ Der Vater, der seinen Sohn liebt, der ihm jedoch den größten
Respekt entgegenbringt. In unsere Zeit übertragen, ist damit die
Beziehung zwischen Eltern und Kindern gemeint, im alten China
hatte man ganz andere Vorstellungen über die Rolle der Mädchen
und Frauen.
◊ Der Ehemann, der seiner Ehefrau gegenüber gerecht und
großzügig ist und dafür Gehorsam erwarten darf.
◊ Der Ältere, der dem Jüngeren gegenüber nachsichtig und
wohlwollend ist und dafür von ihm anerkannt und respektiert wird.
◊ Der Freund, der seinem Freund gegenüber treu und zuverlässig ist
und sich ebenfalls auf die Treue und Zuverlässigkeit seines Freundes
verlassen kann.

Die Niedrigerstehenden sollen Respekt zeigen, die Höherstehenden sollen


Wohlwollen zeigen. Betont ist dabei die Gegenseitigkeit.
Für Konfuzius waren diese fünf Beziehungen die Säulen der Menschlichkeit
und des rechten Umgangs miteinander. Außerdem hatte jeder Mensch so
einen festen Platz und eine Aufgabe im großen Gesellschaftsgefüge. Dazu
passen auch die Tugend der Pflichterfüllung, ebenso wie die gegenseitige
Toleranz und Aufrichtigkeit.
Es war eine überschaubare, pyramidenförmige Ordnung, an deren Spitze
der Herrscher eines Landes steht. Dieser hat jedoch - nach Konfuzius -
noch ganz besondere Spielregeln zu beachten:

„Der Herrscher ist gnädig, ohne Aufwand zu machen; er bemüht das Volk,
ohne dass es murrt; er begehrt, ohne gierig zu sein; er ist erhaben, ohne
hochmütig zu sein; er ist ehrfurchtgebietend, ohne heftig zu sein.“
(nach Konfuzius im Lunyu 20,2)

Dafür musste das Volk gehorchen, sich unterordnen und den Herrscher
„niemals täuschen“. Doch wenn es erforderlich sein sollte, dann sollte sich
das Volk seinen Herrscher „durchaus offen widersetzen“.

„Wer seine Pflichten gegenüber den Menschen nicht versteht,


wie kann der die Riten und Umgangsformen beachten?
Wer seine Pflichten gegenüber den Menschen nicht kennt,
wie kann der die Musik verstehen?“
(Konfuzius im Lunyu 3,3)

Und noch eine Tugend erschien Konfuzius von großer Bedeutung: die
Einhaltung und Ausübung der alten Riten wie die der Ahnenverehrung
oder vorgeschriebene Regeln bei besonderen Familienanlässen wie
Geburt, Hochzeit oder Beerdigung.
Die Riten waren für Konfuzius wie ein stabiles Gerüst, mit dem die Tugend
der Menschlichkeit gehalten und getragen wurde.
Diese Anschauung wurde in den späteren Jahrhunderten durch weitere
Zeremonien ausgebaut, das Gerüst sozusagen vergrößert.
Zusammenfassung der fünf wichtigsten Tugenden des Einzelnen
gegenüber seiner Familie, der Gesellschaft und seines Herrschers:

1. Mitmenschlichkeit
2. Gerechtigkeit
3. Aufrichtigkeit und Treue
4. Weisheit
5. Riten

aus denen sich drei wesentliche Pflichten ergeben:

1. Rechtschaffenheit
2. Sittlichkeit
3. Respekt

„Zeige dich stets höflich, sei aufmerksam und gewissenhaft bei dem, was
du tust, und treu gegenüber den Menschen. Diese Regeln solltest du nicht
vergessen,
selbst wenn du zu den Barbaren kommst.“
(Konfuzius im Lunyu 13,19)

• PHILOSOPHIE ODER RELIGION?

Viele Gebiete der Lehre des Konfuzius haben wenig mit Religion gemein.
Doch es gibt einige religiöse Aspekte, die über Philosophie und Ethik
hinausweisen. Religiös zu nennen ist die Sanktionierung des im Altertum
mit dem volkstümlichen Agrarkult verschmolzenen Ahnenkults, der die
Großfamilie zur Grundeinheit der konfuzianischen Gesellschaft machte.
Durch Befolgung der Riten brachte man den Ahnen Frömmigkeit,
Dankbarkeit und Verehrung entgegen und übte sich in den Pflichten, die
sich aus der eigenen Stellung der Hierarchie ergaben.
Die Wertschätzung des Altertums als Gesellschaftsideal sowie die
Verehrung der Ur-Kaiser trägt ebenfalls religiöse Züge.

• ERLÖSUNG:

Im Konfuzianismus findet man die Erlösung indem man gute Taten


vollbringt.
Das nennt sich „Ethizismus“.

• NEUKONFUZIANISMUS:

Der Neukonfuzianismus ist die „Wiederauflebung“ in veränderter Form des


Konfuzianismus im 11. und 12. Jahrhundert. Die konfuzianische Mystik hat,
besonders in der Phase des Neukonfuzianismus, stark pantheistische
Tendenzen. Das wird sehr deutlich bei dem Philosophen Chang Tsai. Hier
zeigen sich im Konfuzianismus deutlich taoistische und buddhistische
Einflüsse. Aber in seiner mystischen Vision von der Einheit der Welt zeigt
er sich deutlich als Konfuzianer. Er sieht die Welt als eine vollkommene
Familie, jeder wird mit ihm verwandt. Die Bezogenheit auf den Nächsten,
die Konfuzius und Menzius lehrten, wird von ihm betont und verstärkt.
Der Neukonfuzianismus gab dem K neue Kraft und Wirkung. Er schuf eine
neue Fassung der k Vision. Aber mehr noch. Für den, der sich ernsthaft
bemühen wollte, ein Weiser zu werden, bot der NK praktische Modelle des
Lebens. Wenn auch Chu Hsi die schrittweise Veränderung betonte und
Wang yang-ming das plötzliche Erleben, so strebten doch beide nach dem
Augenblick, wo der Sinn des Menschen, offen für Gut und Böse, verändert
werden würde in den Sinn des Himmels, den Zustand hervorragender
Vollkommenheit.

• YIN & YANG:

Yin & Yang sind die 2 gegensätzlichen Grundprinzipien der chinesischen


Philosophie, denen alle Dinge, Wesenheiten, Ereignisse und Zeitabschnitte
zugeordnet wurden. Beide Prinzipien stellen die Polarisation dar, in die die
Einheit des Uranfangs auseinandergebrochen ist. Sie werden anschaulich
dargestellt als Kreis, der durch eine geschlängelte Linie symmetrisch
aufgeteilt wird; von den beiden entstehenden Feldern ist das eine dunkel,
das andere hell, trägt jedoch in der Mitte einen Punkt in der Farbe des
jeweils anderen Feldes zum Zeichen der gegenseitigen Abhängigkeit
beider Prinzipien. Die Einflüsse von Yin & Yang stehen sich nie als
grundsätzlich feindlich gegenüber, sie befinden sich vielmehr in ständiger
Einflussnahme aufeinander und periodisch wechselnder Zu- oder Abnahme
in bestimmten Zeitabschnitten.

DIE GOLDENE REGEL:

„Was du willst das man dir nicht tu’, das füg’ auch keinem
Anderen zu.“

„Alles was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“
(Christentum)

=> Im Christentum soll man die Mitmenschen so behandeln, wie man


erhofft selbst behandelt zu werden.

Die Goldene Regel ist der Schlüssel zum Wohlstand und Frieden
für alle

• QUELLEN:

- Buch : „Weltreligionen“ (W. Metz)


- Buch : „Lexikon der Symbole“
- Buch : „1000 Fragen und Antworten – Religionen und Glaube“
- www.wikipedia.de
- http://www.kidsweb.de/religionen_spezial/chinesische_religion/lehre_
konfuzius.html
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