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Ausgabe Juni 2020

Magazin der
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Alles zum
Studienstart
Seite 12

Corona: Innovative Projekte Seite 6 ◼ Online-Studienberatung Seite 10 ◼

Gedrucktes Gedächtnis Seite 16 ◼ Integrationsmodelle Seite 20 ◼

Beilage zur Tiroler Tageszeitung www.uibk.ac.at


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Für eine Universität


als Ort der Freiheit
aller, wo relevanten
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Inhalt Ausgabe Juni 2020


Editorial

14
4 Interview
Rektor Tilmann Märk und der für Lehre zuständige
Vizerektor Bernhard Fügenschuh sprechen über
die Herausforderungen der Corona-Krise.

6 Ein großes Experiment


Forscher*innen der Uni Innsbruck haben während
der Corona-Krise mit ihrem Fachwissen bei der

Foto: Gerhard Berger


Einordnung der vielen offenen Fragen geholfen.

10 Virtuelles Studienberatungsangebot
Welches Studium ist das richtige? Wie meldet man
sich für ein Studium an? Wie ist das Studium auf-
gebaut? Bei allen diesen Fragen hilft die Zentrale
Studienberatung.
Liebe Leserin, lieber Leser!

16
12 Alle Informationen zum Studienstart
Trotz der Corona-Krise stehen im Wintersemester Die vergangenen Wochen und Monate
2020/2021 Studieninteressierten in Innsbruck alle waren für uns alle sehr herausfordernd.
Möglichkeiten offen. Wie Sie alle mussten auch wir sehr
schnell mit dieser schwierigen Situation
14 Artenvielfalt erkennen und erhalten umgehen, unsere Mitarbeiterinnen und
Was bedeutet Biodiversität und wie viel Biodiversi- Mitarbeiter ins Homeoffice schicken,
tät brauchen wir? Mit diesen Fragen befassen sich Distance-Learning-Module etablieren
Forscher*innen an der Fakultät für Biologie. und darauf achten, die Forschung am
Laufen zu halten. Ich denke, das ist uns
16 Gedrucktes Gedächtnis ganz gut gelungen, denn einer inter-
Mit „NewsEye“ können dank künstlicher Intelli- nen Umfrage zufolge sind knapp zwei
genz Millionen von Zeitungsseiten digital unter- Drittel unserer Studierenden und Leh-
sucht werden. renden im Großen und Ganzen zufrie-
den. Aus Sicherheitsgründen werden
18 Holz da nutzen, wo es Sinn macht wir den Lehrbetrieb bis zum Semeste-
Philipp Dietsch ist seit 1. März Professor für Holz- rende online fortsetzen, und die Uni
bau und Leiter des gleichnamigen Arbeitsbereichs für den Publikumsverkehr geschlossen
am Institut für Konstruktion und Materialwissen- halten. Wir hoffen, dass wir im Herbst
schaften. unsere (neuen) Studierenden wieder in
einem „normalen“ Umfeld begrüßen
20 Wie Flüchtlinge gut ankommen dürfen. Wie auch immer es kommen
Wissenschaftler*innen haben Praxisprojekte be- wird, wir sind sehr gut vorbereitet, und
gleitet und aus einigen zukunftsfähige Integrati- an unserer Universität kann man auf

18
onsmodelle gemacht. jeden Fall studieren. Derzeit bieten wir
– ebenfalls online – Informationsver-
22 Förderkreis 1669 anstaltungen rund um unser breitge-
Freude über neues Fördermitglied und über die Un- fächertes Studienangebot an, damit sich
terstützung eines hochaktuellen Projektes. gerade die Studienanfängerinnen und
-anfänger einen entsprechenden Über-
blick verschaffen können und in die Lage
versetzt werden, eine für sie gute und
passende Wahl zu treffen. Dazu bieten
wir unter anderem einen digitalen Inte-
ImprEssum ressenstest an, den Studieninteressier-
te nützen können, die noch nicht genau
wissenswert – Magazin der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck – 16. Juni 2020 wissen, welches Studium sie gerne be-
Herausgeber und Medieninhaber: Universität Innsbruck; Hersteller: Intergraphik GmbH.
Sonderpublikationen, Leitung: Frank Tschoner;
ginnen möchten. Der Test hilft ihnen,
Redaktionelle Koordination: Susanne E. Röck, Christa Hofer. ihre Interessen und Vorstellungen kla-
Redaktion: Melanie Bartos, Eva Fessler, Christian Flatz, Christa Hofer, Stefan Hohenwarter, Lisa Marchl, rer in ein konkretes Studium zu über-
Daniela Pümpel, Susanne E. Röck, Uwe Steger. setzen, und macht auch entsprechende
Covergestaltung: Catharina Walli.
Vorschläge aus unserem Angebot.
Foto Titelseite: Uni Innsbruck/Birgit Pichler.
Fotos Seite 3: Brigitta Erschbamer, iStock/Brothers_Art, Michael Flach Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk
Anschrift für alle: 6020 Innsbruck, Brunecker Straße 3, Postfach 578, Tel. 0512 53 54-1000. Rektor der Universität Innsbruck
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„Trotz geschlossener
Türen offen für alle“
Im März 2020 stellte das Virus SARS-CoV-2 die Welt vor nie dagewesene
Herausforderungen. Rektor Tilmann Märk und der für Lehre zuständige Vizerektor
Bernhard Fügenschuh sprechen im Interview über die Herausforderungen der
Corona-Krise für die Universität Innsbruck und ihre Handlungsstrategien.

wissenswert: Die Universität Innsbruck hat ansonsten gibt es ab 15. Juni keine wesent- noch das eine oder andere Verbesserungs-
die Zeichen der Zeit relativ früh erkannt und be- lichen Beschränkungen mehr. potenzial. Aber dafür, dass wir die Umstel-
reits am 10. März die Lehre komplett auf digi- Bernhard Fügenschuh: Dieses Virus lung ohne Vorbereitung vornehmen mussten,
tale Angebote umgestellt. Wie haben Sie in Ihren stellte uns alle vor neue Herausforderungen. ist das Ergebnis durchaus bemerkenswert
Funktionen als Rektor und Vizerektor für Lehre Unser Hauptinteresse dabei war und ist aber, und kann sich sehen lassen.
diese Zeit erlebt? dass wir unseren Studierenden ihr Studium Bernhard Fügenschuh: Vielleicht ist im
Tilmann Märk: Dieses Virus hat uns mit möglichst friktionsfrei weiter ermöglichen. Erstausbau nicht alles perfekt gelungen, aber
einer Intensität getroffen, die wir zunächst In diesem Bereich liegt natürlich nicht alles wir haben daran gearbeitet, uns auch an die-
nicht für möglich gehalten haben. Ganz be- in unseren Händen, wir haben auch von Sei- sen Stellen weiter zu verbessern, und werden
sonders in Tirol hat es uns alle vor große He- ten des Ministeriums viele Vorgaben, auch dies auch in Zukunft tun. Das Zentrale dabei
rausforderungen gestellt, im Kleinen wie im gesamtuniversitär im österreichischen Ver- wird sein, dass die Studierenden mit ihren
Großen. Was nun die Universität Innsbruck bund. Wir haben in sehr kurzer Zeit versucht, Lehrenden im intensiven Austausch bleiben.
betrifft, war es eine schwere, aber, wie sich breit auf virtuelle Angebote umzustellen. Un- Dieser Austausch beinhaltet auch, dass wir
aus heutiger Sicht zeigt, eine gänzlich not- ser Zentraler Informatikdienst hat die Lehr-
wendige und richtige Entscheidung, den Vor- veranstaltungsleiterinnen und -leiter best-
lesungsbetrieb sehr früh und komplett von möglich unterstützt: Es kommen virtuelle »Unser Hauptinteresse war
Klassenzimmer zum Einsatz, die interaktive und ist, dass wir unseren
Zusammenarbeit mit den Studierenden er-
»Die vergangene Zeit hat uns Studierenden ihr Studium
möglichen. Viele Vorlesungen werden auf-
deutlich gezeigt, wie wichtig gezeichnet oder via Livestreaming aus den möglichst friktionsfrei weiter
Wissenschaft und Forschung Hörsälen übertragen. Wir haben sehr rasch ermöglichen.«
sind und welche Rolle sie für die eine funktionierende Online-Infrastruktur
Bernhard Fügenschuh
einrichten können, da wir bereits seit mehre-
Entwicklung einer Gesellschaft ren Jahren einen Schwerpunkt auf den Aus-
spielen.« bau von E-Learning-Methoden setzen. Das Studierende bitten, auf Probleme und Feh-
TilMann Märk
Distance Learning funktioniert sehr gut, die ler aufmerksam zu machen. In diesen Zeiten
Rückmeldungen sind unter den gegebenen sind aber auch die Studierenden noch stär-
Voraussetzungen durchaus positiv. ker als sonst gefordert, Verantwortung für
Präsenzlehre auf digitale Formate umzustel- ihr Studium zu übernehmen. Diese Situation
len. Wir waren hier die Ersten in Österreich, Universität lebt vom Diskurs ist für uns alle Neuland und nur durch Kom-
die diese Entscheidung mit unserem sehr munikation können wir auch Probleme lösen
professionell agierenden Krisenstab getrof- Was waren aus Ihrer Sicht die größten Schwie- und idealerweise für die Zukunft Vorteile da-
fen haben. Wir haben uns zudem damals be- rigkeiten bei diesen Umstellungen? raus generieren.
reits auf einen Notbetrieb in der Verwaltung Tilmann Märk: Natürlich lebt eine Univer- Wie laufen Prüfungen bzw Praktika in der
vorbereitet, den wir dann ebenfalls am 16. sität vom Diskurs und davon, dass Menschen Fernlehre ab?
März als Erste mit dem entsprechenden Au- gemeinsam lehren, gemeinsam forschen und Bernhard Fügenschuh: Nach entspre-
genmaß implementiert haben. In der Folge gemeinsam arbeiten. Aber besondere Zeiten chenden Vorbereitungsarbeiten haben wir auf
kam es zu keinen Infektionen mehr unter den brauchen eben auch besondere Maßnahmen. die geänderten gesetzlichen Rahmenbedin-
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezie- In dem Fall hieß und heißt das eben Distance gungen reagiert und bieten derzeit vier Mög-
hungsweise Studierenden an der Universität Learning und Homeoffice. Ich bin allen Ver- lichkeiten bei Prüfungen an. Schon seit Be-
Innsbruck. Bereits am 4. Mai konnten wir im antwortlichen an der Universität sehr dank- ginn der Ausgangsbeschränkungen waren in
Bereich der Forschung und Verwaltung wie- bar, dass es uns gemeinsam gelungen ist, die kleinem Rahmen und unter entsprechenden
der mit einer langsamen Öffnung beginnen, Lehre und die Forschung, obwohl die Uni- Schutzmaßnahmen Abschlussprüfungen
die Lehre bleibt allerdings bis zum Ende des versität geschlossen ist, so gut wie möglich möglich, gleich darauf auch virtuelle münd-
Semesters bis auf wenige Ausnahmen digital; weiterzuführen. Natürlich gibt es da und dort liche Prüfungen, und etwas später haben wir
5

züglich neuer Forschungsanträge. Viele Kol-


leginnen und Kollegen haben darüber hinaus
auch daran gedacht, wie sie ihr Knowhow und
ihre Kompetenz in dieser Krisensituation ge-
zielt für die Gesellschaft und die Bewältigung
der Pandemie einsetzen können. Über meh-
rere beeindruckende Beispiele haben die Me-
dien bereits mehrfach berichtet.

Zeit für Eigenverantwortung


Das heißt, die Krise birgt auch Chancen?
Tilmann Märk: Ja durchaus, die ver-
gangene Zeit hat uns deutlich gezeigt, wie
wichtig Wissenschaft und Forschung sind,
welche Rolle sie für die Entwicklung ei-
ner Gesellschaft spielen. Die Auswirkungen
der Corona-Krise beschäftigen unsere For-
scherinnen und Forscher auf vielen Ebenen.
Zudem bergen schwierige Zeiten natürlich
immer auch die Chance, bisherige Abläufe
zu hinterfragen und neu zu entwickeln, ich
denke dabei zum Beispiel an die Reisetätig-
keit oder virtuelle Lehrtechniken. Ich bin da-
von überzeugt, dass einige Abläufe, die aus
der Krise heraus entstanden sind, auch in
Zukunft weiter bestehen werden. Es hat sich
gezeigt, auch wenn die Türen der Universität
geschlossen waren: Die Universität Innsbruck
und ihre Angehörigen arbeiten weiter.
Bernhard Fügenschuh: Auch im Bereich
der Lehre bin ich überzeugt davon, dass wir
einiges aus der Krise mitnehmen werden.
Studierbarkeit, Verantwortung und Eigenver-
antwortung stehen stark im Fokus. Universi-
täre Verantwortung und studentische Eigen-
verantwortung waren und sind die Grund-
festen universitärer Studien. Die Chance ist
groß, diese Zeit zu nützen, um gemeinsam
Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen
und umzusetzen.
Es steht der Beginn eines neuen Studienjahres
bevor, wie sehen die Pläne dahingehend aus?
Tilmann Märk: Trotz derzeit geschlos-
sener Türen waren und sind wir im Bereich
der Lehre offen für alle. Wir haben ja bereits
im vergangenen Studienjahr alle Aufnahme-
verfahren, abgesehen von den gesetzlich not-
wendigen in den Studienfächern Psychologie
und Lehramt, ausgesetzt und freuen uns auf
zahlreiche Studienanfängerinnen und Studi-
enanfänger. Sicher ist: Lehre wird stattfinden.
Lehre-Vizerektor Bernhard Fügenschuh (links) Die Online-Anmeldung für das kommende
und Rektor Tilmann Märk. Wintersemester läuft bereits. Unsere Zentra-
Foto: Eva Fessler
le Studienberatung hat bereits entsprechende
Online-Formate sowohl für Studieninteres-
sierte als auch für Studienanfängerinnen
und –anfänger entwickelt. Darüber hinaus
ein entsprechendes Prozedere entwickelt, um Wie haben sich die Maßnahmen rund um die sind wir derzeit dabei, entsprechende Sicher-
auch schriftliche Prüfungen virtuell anbieten Corona-Pandemie aus Ihrer Sicht auf die For- heitskonzepte auszuarbeiten, um möglichst
zu können. Darüber hinaus finden im Zuge schung ausgewirkt? viel Präsenzlehre anbieten zu können. Na-
der jüngsten Lockerungen auch schriftliche Tilmann Märk: In der Forschung gelang es türlich wünschen wir uns so viel Normalität
und mündliche Präsenzprüfungen statt, bei unseren Wissenschaftlerinnen und Wissen- wie nur möglich, hier müssen wir uns aber an
denen die geltenden Hygienebestimmungen schaftlern unter den gegebenen Bedingungen die Rahmenbedingungen anpassen und auf
natürlich stets eingehalten werden. Gleiches sehr gut, weiter erfolgreich zu arbeiten. Es gab die diesbezüglichen Entwicklungen entspre-
gilt für Praktika oder Labor-Übungen, wenn noch nie so viele Publikationen, wie sie gera- chend reagieren.
diese für den weiteren Studienverlauf uner- de geschrieben werden. Es gab noch nie einen Das Interview führte Susanne E. Röck.
lässlich sind. solchen Run auf das Projekt-Service-Büro be- susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
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Keine Autos auf den Autobahnen wie hier auf der


ansonsten viel befahrenen Europabrücke. Für
Wissenschaftler*innen bieten sich nun auch neue
Möglichkeiten für ihre Forschung.
Foto: Stephan Tischler

Ein großes Experiment


Außergewöhnliche Zeiten sind auch der Nährboden für neue Denkweisen, kreative
Fragestellungen und das Suchen nach neuen Lösungswegen. Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler der Uni Innsbruck haben sich während der Corona-Krise
unmittelbar an die Lösung von Problemen gemacht und mit ihrem Fachwissen bei
der Einordnung der vielen offenen Fragen geholfen.

N
ach den ersten Corona-Fällen wurden sitäten mit einer starken Forschungs- und und werden. Gleichzeitig wurden die rund
Anfang März die Tore der Universität Lehrtätigkeit brauchen, um Antworten auf die 4000 Lehrveranstaltungen auf Fernlehre
geschlossen und der Lehrbetrieb auf großen Fragen der Gegenwart zu geben. Un- umgestellt. „Unsere lange Erfahrung mit E-
Fernlehre umgestellt. Wissenschaftlerinnen ser Optimismus gründet auch in dem Wissen, Learning in zahlreichen Bereichen hilft uns,
und Wissenschaftler unterrichten von ihren welche Innovationskraft in einer Einrichtung die Angebote nach und nach auszubauen und
heimischen Schreibtischen die Studierenden, wie der Universität Innsbruck steckt“, sagt wir versuchen derzeit alles, was in unserer
nehmen online Prüfungen ab, organisieren Rektor Tilmann Märk. Kompetenz liegt und in der derzeitigen Si-
virtuelle Exkursionen und arbeiten weiter Veränderungen im Mobilitätsverhalten, tuation möglich ist, damit Studierenden kein
an ihren Forschungen, wenn auch unter un- die Auswirkungen der Einschränkungen auf Schaden entsteht. Gemeinsam, Lehrende und
gewohnten und erschwerten Bedingungen. die Umwelt, Möglichkeiten, das Virus im Ab- Studierende, lernen wir als Universität aus
Aus der aktuellen Situation sind viele neue wasser nachzuweisen, neue Testverfahren, dieser Situation. Fernlehre etwa wird nach
Forschungsfragen entstanden, die sich mit die Auswirkungen auf zwischenmenschliche Corona sicher vermehrt Einzug in den uni-
Aspekten, Auswirkungen und Herausforde- Beziehungen oder Aspekte, was die Mensch- versitären Alltag finden“, verdeutlicht Bern-
rungen der Corona-Pandemie beschäftigen. heit aus der Krise lernen kann, sind nur ei- hard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und
„Diese Krise wird aller Voraussicht nach auch nige der Forschungsfragen, die seit dem Studierende.
am Hochschulsystem nicht spurlos vorüber- Lockdown von den Wissenschaftlerinnen daniela.puempel@uibk.ac.at
gehen. Auch nach Corona wird es Univer- und Wissenschaftlern untersucht wurden christian.flatz@uibk.ac.at ◼
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Platz da!
Leere Autobahnen, kein Flugzeug am Him- verhalten und zieht bzw. Radfahrstreifen abzutrennen“, so Tisch-
mel, beinah ausgestorbene Bahnhöfe – ein Bild, Schlussfolgerungen ler. In der Zeit der Quarantäne wird nicht nur
an das sich die Österreicherinnen und Österrei- für künftige ver- das Familienleben oder das Freizeitverhalten
cher in den Wochen der Quarantäne gewöhnt kehrs- und raumpla- neu entdeckt, denn auch der Beruf muss in den
haben. Das krisenbedingte bundesweite Erlie- nerische Rahmenbe- eigenen vier Wänden ausgeübt werden. Gera-
gen des Verkehrs eröffnet Räume für Verände- dingungen, die sich de Web-Konferenzen könnten zukünftig lange
rungen, neue Konzepte und eine erhöhte Ak- aus den Ausgangs- Anfahrten für Meetings er-
zeptanz der Menschen dafür. Stephan Tischler beschränkungen er- sparen. Inwiefern diese ge-
(Bild) vom Institut für Infrastruktur im Ar- geben. „Einige Städ- stiegene virtuelle Mobilität
beitsbereich Intelligente Verkehrssysteme be- te sind bereits da- auch tatsächlich dauerhaft
schäftigt sich mit verkehrswissenschaftlich zu übergegangen, Foto: Stephan Tischler
physische Mobilität ersetzen
interessanten Fragestellungen. Er ortet viel Fahrstreifen tempo- kann, ist Gegenstand vieler,
Potenzial zu Veränderungen im Mobilitäts- rär zu Gehstreifen noch laufender Studien.

Lernfähige Menschheit
Eine Krise ist ser Krise gestärkt oder geschwächt her- mit einem ‚blauen Auge‘ davonkommen,
immer Chance vorgehen. „Gerade wir, in unserer west- sagen viele, diese Krise betrifft uns gar
und Risiko. Bar- lichen Welt, müssen lernen, weniger als nicht. So stärken wir unser Bild von der ei-
bara Juen (Bild), Einzelindividuen zu denken und uns mehr genen Unverwundbarkeit, fühlen wir uns
Professorin am als Gruppe und Gemeinschaft zu sehen, sicher und gehen zur Tagesordnung über.
Institut für Psy- aber nicht im nationalistischen, son- Damit sind wir der nächsten Krise noch
chologie und dern im menschlichen Sinn. Diese Krise schutzloser ausgeliefert. Der Glaube an die
fachliche Leite- wird nicht die letzte sein, die uns hier in eigene Unverwundbarkeit macht uns ver-
rin der Psycho- Europa, aber auch global trifft. Wir ha- wundbarer. Als Menschheit müssen wir
sozialen Diens- Foto: Österreichisches
ben es schon seit Jahren mit einer stetigen uns mit unserer eigenen Verwundbarkeit
te im Österrei- Rotes Kreuz
Steigerung der Katastrophenereignisse auseinander setzen“, verdeutlicht Juen, die
chischen Roten und Krisen zu tun, haben uns aber hier in ergänzt: „Der Generaldirektor der WHO
Kreuz, unter- unserer heilen Welt immer noch einreden sagt, dass wir ‚Humility‘, ‚Bescheidenheit
sucht, wie sehr können, dass die großen Katastrophen nur und Demut‘ lernen, sowie unsere eigene
die Menschen fähig und bereit sind, dazu- die anderen treffen. Die Gefahr besteht Verwundbarkeit anerkennen müssen. Wir
zulernen und sich auf Neues einzulassen. jetzt auch wieder. Falls wir Österreiche- sind Teil eines großen Ganzen – wenn wir
Davon abhängig ist auch, ob wir aus die- rinnen und Österreicher aus dieser Krise das nicht schützen, gehen wir unter.“

Herzensangelegenheit
Liebende, die durch Grenzen getrennt Trennungen zu gewinnen“, so der Psycho-
oder durch Verkehrsbeschränkungen zu loge. Die außergewöhnliche Belastung durch
einem Leben in räumlicher Enge gezwun- die COVID-19-Pandemie und die hinzukom-
gen wurden: Die Quarantäne fordert die menden Sorgen wirken sich auf Paare und
Menschen und ihre Beziehungen, macht sie Familien stark aus. Die Forscherinnen und
stärker oder zeigt schonungslos ihre Schwä- Forscher wollen Faktoren identifizieren, die
chen auf. Marcel Zentner, Professor am In- Beziehungen in Krisenzeiten stärken oder
stitut für Psychologie, untersucht mit sei- auf die Probe stellen. Im Fokus stehen nicht
nem Team die Auswirkungen der Corona- nur Auswirkungen des Frühlings 2020 auf
Krise auf das Liebesleben der Menschen. die Beziehungszufriedenheit, sondern auch
„Paare, die eine solche Belastung unbescha- auf die Arbeitsteilung von Mann und Frau im
det überstehen, oder deren Beziehung sogar Haushalt und auf häusliche Gewalt. Aus den
besser wird, müssen etwas richtig machen. Ergebnissen erhoffen sich die Forscherinnen
Das Geheimnis glücklicher Corona-Paare und Forscher wichtige Impulse für die Prä- Foto: pixabay.com
zu erkunden, ist für uns ebenso wichtig wie vention und Intervention bei Paaren und Fa-
Einsichten in negative Verläufe bis hin zu milien in vergleichbaren Krisensituationen.
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Weniger Schadstoffe
Messungen der Universität Innsbruck zei- zeigen sich deutliche Spuren der Maßnah- so drastische und einschneidende Maßnah-
gen, dass die Stickoxidwerte in der zweiten men zur Eindämmung der Pandemie. „Für men im Alltag, z. B. auch im Mobilitätssektor.“
März-Hälfte deutlich zurückgegangen sind. die Atmosphärenwissenschaften ist die ak- Dieses große Interventionsexperiment könnte
Die Forscher am Innsbrucker Atmosphären- tuelle Krise ein unvorhergesehenes globales in Zukunft helfen, die tatsächlichen Auswir-
physiklabor haben die Innsbrucker Luft wäh- Experiment“, sagt Thomas Karl vom Institut kungen solcher Maßnahmen auf die Verteilung
rend der Verkehrsbeschränkungen genau un- für Atmosphären- und Kryosphärenwissen- von Luftschadstoffen und auf die Emissions-
ter die Lupe genommen. In ihren Messdaten schaften. „In keiner Situation zuvor gab es je stärken von Klimagasen besser beurteilen und
quantifizieren zu können.
Luftschadstoffe haben im Unterschied zum
langlebigen Kohlendioxid eine sehr kurze Ver-
weilzeit in der Atmosphäre. Sinken die Emis-
sionen, fällt auch die Konzentration in der
Luft rasch ab. Diesen Effekt sieht man derzeit
weltweit bei Stickoxiden zum Beispiel sehr
deutlich. Für Tirol sollten aus der derzeitigen
Ausnahmesituation quantitative Rückschlüsse
auf die Schadstoffvertei-
Am 18. März war die
lung durch den Transit-
sonst stark befahrene
verkehr gewonnen werden
Universitätskreuzung
können, ist Thomas Karl
weitgehend leergefegt.
Foto: Uni Innsbruck
überzeugt.
Video: http://youtu.be/
IvGubN7FwqQ

Übungen im Masken auf dem


Küchenlabor Prüfstand

Auch Laborübungen können in Corona- Kimch i und Wasserkefir sowie mittels un- Schutzausrüstungen für medizi-
Zeiten im Homeoffice durchgeführt wer- vollständiger Atmung Essig herstellen. nisches Personal sind während der Co-
den. Das haben Studierende der Mikro- „Damit haben wir selbst Laborübungen in ronavirus-Pandemie weltweit knapp.
biologie eindrucksvoll vorgeführt. Sie ha- die Fernlehre integrieren können“, freut Durch die Aufbereitung benutzter Mas-
ben kurzerhand ihre Küchen in hunderte sich Nadine Präg. ken sowie die regionale Fertigung kön-
Mini-Mikrobiologie-Labors umgewandelt nen diese Engpässe kompensiert wer-
und unter fachkundiger Anleitung von den. Textilunternehmen in Tirol und
Renate Sonnleitner, Rosa Margesin, Ca- Vorarlberg haben in kurzer Zeit ihre
roline Poyntner, Susanne Zeilinger und Produktion auf die Herstellung solcher
Heribert Insam die mikrobiologischen in vielen Bereichen lebenswichtiger
Grundübungen zuhause absolviert. „Mit Produkte umgestellt. Die Qualität der
ein bisschen Erfindergeist und auch der Filter der neu entwickelten oder auf-
nötigen Portion Vorsicht sind viele mikro- bereiteten Masken muss gewährlei-
biologische Versuche ganz leicht zuhau- stet sein und wird laufend überprüft.
se durchführbar“, erklärt Heribert Insam Der Arbeitsbereich Energieeffizientes
vom Institut für Mikrobiologie. „Vieles von Bauen am Institut für Konstruktion und
dem, was man für das Erlernen mikrobi- Materialwissenschaften der Universität
ologischer Handgriffe benötigt und was Innsbruck verfügt für die Raumluft-
Mikroorganismen zu ihrem Wachstum qualitätsforschung über hochgenaue
brauchen, finden wir in jeder Küche.“ Die Messgeräte zur Untersuchung von ul-
Studierenden haben Mikroorganismen aus trafeinen Partikeln. „Diese Geräte eig-
dem Boden isoliert, aus der Luft eingefan- nen sich bestens für diese Zwecke“, er-
gen und auch geprüft, ob Seife und Des- klärt Rainer Pfluger. Er hat mit seinem
infektionsmittel die Hände von Bakterien Die Studierenden des Team im April kurzfristig einen Prüf-
befreien. In den Übungen zur Lebensmit- Masterstudiums Mikrobiologie stand eingerichtet. Dieser erlaubt es,
tel-Mikrobiologie von Nadine Präg, An- erhielten Laborpakete für sowohl Filterproben als auch hochwer-
dreas Wagner und Paul Illmer konnten die die Übungen zuhause. tige medizinische Atemschutzmasken
Foto: Uni Innsbruck
Studierenden in ihren Minilabors durch unterschiedlicher Schutzklassen (FFP1
Fermentation Lebensmittel wie Bier, bis FFP3) zu testen.
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Online-Tagung
Der 13. Österreichische Zeit-
geschichtetag hätte Mitte April eigent-
lich an der Uni Innsbruck stattfinden
sollen. Aufgrund der Verkehrsbeschrän-
kungen wurde die Tagung kurzerhand
ins Internet verlegt, das Programm
etwas gestrafft und in zwei virtuellen
Plenarsälen vorgetragen. Autor Michael
Köhlmeier sprach zur Eröffnung über
die Vergangenheit als das schlechte
Gewissen der Zukunft, ein Vortrag, der
weiter online abrufbar ist (https://bit.ly/
köhlmeier). Eine der Vortragenden der
Tagung, die Medizinhistorikerin Marina Foto: Uni Innsbruck
Hilber vom Institut für Geschichts-
wissenschaften und Europäische Eth-
nologie, sprach über ein sehr aktuelles
Thema: Sie erinnerte an den Umgang
mit der Kinderlähmung im Nach-
Virtuelle Exkursion
kriegsösterreich. Ähnlich wie das neue
Coronavirus hatte das Poliovirus in der Florian Steiner und Timo Kopf vom In- dabei sind und dies Lernchancen eröffnet,
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die stitut für Ökologie der Uni Innsbruck haben die wir mit einem Erlebnis im Internet,
Welt in Atem gehalten. Bis heute gibt es für die Studierenden im April eine ganz be- in einem Lehrbuch oder im Hörsaal nicht
kein spezifisches Heilmittel gegen die sondere Exkursion organisiert. Aufgrund vermitteln können“, betont Florian Stei-
Kinderlähmung, jedoch bestehen seit der Verkehrsbeschränkungen war die ur- ner. Nachdem die Studierenden den Film
Mitte der 1950er-Jahre effektive Imp- sprünglich geplante Exkursion ins Freiland betrachtet hatten, nahmen sie an einer ge-
fungen. „Der erste virtuelle österrei- nicht möglich „Mein Kollege Timo Kopf und meinsamen Online-Diskussionsrunde mit
chische Zeitgeschichtetag wurde aus ich haben die Exkursion so gemacht wie im- den Lehrenden teil, gaben Rückmeldungen
der Not heraus geboren und soll kein mer“, erzählt Florian Steiner vom Institut und brachten sich proaktiv in die Diskus-
Signal dafür sein, dass wir in Zukunft für Ökologie. Sie sind gemeinsam ins Feld sion ein. „Wir haben die Studierenden er-
immer nur virtuell tagen werden“, sagt hinausgegangen und haben einfach alles so reicht und konnten Denkprozesse in Gang
Dirk Rupnow, Historiker und einer der gemacht, als wären die Studierenden an- bringen und das hat uns sehr bestätigt da-
Organisatoren der wesend: alle Tiere gefangen, alles bespro- rin, dass diese etwas un-
Tagung. „Im Sinne chen und mit der Kamera aufgezeichnet. gewöhnliche Form einer
von Nachhaltigkeit Die Studierenden bekamen das Video drei Exkursion funktioniert
kann es jedoch nicht Tage später zur Verfügung gestellt. „Der hat“, zieht Florian Stei-
schaden, wenn wir wesentliche Unterschied ist, dass draußen, ner ein positives Resü-
alle weniger fliegen wenn wir tatsächlich eine Exkursion ma- mee. Video: https://bit.ly/
und reisen.“ chen, die Studierenden mit all ihren Sinnen virtuelle-exkursion

Lehre auf Distanz


Das Sommersemester erleben Lehrende um finden die Lehrveranstaltungen online
Der Geologe Michael Strasser und Studierende an der Universität Innsbruck statt. „Einer der großen Vorteile ist es, dass
hält seine Vorlesung vor einem aufgrund der Corona-Krise aus der Distanz. man die Vorlesungen auch nochmal wieder-
leeren Hörsaal, die Studierenden Seit 10. März werden Lehrveranstaltungen holt ansehen kann. Manchmal passiert es je-
sind online live zugeschaltet. online abgehalten, auch Prüfungen können doch, dass Professoren Fragen übersehen, die
Foto: Uni Innsbruck virtuell durchgeführt werden. Die Studieren- in den Chats gestellt werden“, berichtet er von
den machen unterschiedliche Erfahrungen seinen Erfahrungen mit Distance Learning.
damit. Die Spanisch-Studentin Bianca Wan- Die Universität hat in zahlreichen Bereichen
ner berichtet: „In meinem Studium gibt es eine lange Erfahrung mit
Onlinekurse und Live-Übertragung von den E-Learning, die aktuelle
Vorlesungen. Ich persönlich finde das ist eine Situation bietet aber die
coole Sache und ich würde es mir wünschen, Möglichkeit, diese Me-
dass das bald gang und gäbe wird.“ Marian thoden nun großflächig
Niederkofler studiert Bau- und Umweltinge- zu erproben. Video: http://
nieurwissenschaften. Auch in seinem Studi- youtu.be/wS8_KJQuOEo
10

Professionell
beraten ins
Studium
Welches Studium ist das richtige? Wie meldet
man sich für ein Studium an? Wie ist das Studium
aufgebaut? Bei allen diesen Fragen hilft die
Zentrale Studienberatung.

D
ie Zentrale Studienberatung an der Ähnlich gestaltete Onlinesessions wird es
Universität Innsbruck ist zugleich ab Juli für künftige Erstsemestrige geben:
erster Anlaufpunkt für Studien­ Sie erfahren da Wissenswertes zur Gestal­
interessierte und Schnittstelle in viele Be­ tung des eigenen Stundenplans, zu Stipen­
reiche in­ und außerhalb der Uni: Ihr Reper­ dien und alles Weitere zum Studienanfang
toire reicht von der persönlichen Beratung in Zeiten von Corona. Start ist am Mittwoch,
über – normalerweise – Besuche an Schulen 8. Juli 2020, 15 bis 16 Uhr, ab da gibt es diese
und bei Messen bis zu umfangreichen Online­ spezialisierten Onlinesessions jeden Mitt­
Angeboten. Letztere werden nun, da größere woch zur gleichen Zeit.
Veranstaltungen nach wie vor nicht stattfin­ Einzelne Studien und Erweiterungen stel­
den können und Abstandsregeln gelten, stark len sich in Onlinesessions auch selbst vor,
ausgebaut. „Unser Studienberatungsteam dieses Angebot wird laufend erweitert und
macht aus der Corona­bedingten Not eine ausgebaut. Bereits angelaufen sind Online­
Tugend und bietet im Sommer, beginnend im sessions zum Lehramtsstudium Sekun­
Juni, gleich mehrere Formate speziell für Ma­ darstufe Allgemeinbildung, zur Ergänzung
turantinnen und Maturanten bzw. generell Digital Science und dem Erweiterungsstudium
für Studieninteressierte an“, erklärt Bern­ Informatik, wirtschaftswissenschaftlichen
Gut informiert ins Studium in
hard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und Studienrichtungen und zum Masterstudium
Innsbruck starten kann man
Studierende. „Ökologie und Biodiversität“. Zudem bie­
jetzt auch mit umfassender
tet die Universitäts­ und Landesbibliothek
Online-Unterstützung.
Onlinesessions ebenfalls maßgeschneiderte Onlinesessions, Foto: Uni Innsbruck
Kurse und Beratungen für alle Interessier­
in Gruppen
ten.

E
in zentraler und in der Form völlig Alle Infos unter: www.uibk.ac.at/studium/
neuer Baustein sind Online­Studien­ onlinesession/
infosessions in Gruppen: Hier werden lich auch weiterhin via E­Mail und auch tele­
Informationen über die Studien an der Uni­ Bewährte fonisch für Fragen zur Verfügung.
versität Innsbruck mit einem Überblick über Alle Informationen zu den Kontaktmög­
Einzelberatungen
das Bachelor­ und Diplomstudienangebot lichkeiten gibt es unter www.uibk.ac.at/

M
geboten sowie Fragen zur Zulassung und all­ ehr als 1000 Studieninteressierte studienberatung.
gemeine Fragen rund um das Studium an der wenden sich jedes Jahr ganz direkt
Uni Innsbruck beantwortet, und das für die und persönlich an die Studienbera­ Informiert
Teilnehmerinnen und Teilnehmer bequem tung: Von angehenden Maturantinnen und
ins Studium
von zu Hause aus. Anmeldung ist keine not­ Maturanten mit oder ohne Eltern über Stu­

I
wendig. dierende, die Informationen zum Beispiel m September, rechtzeitig vor Start der
zu einem Studienwechsel suchen, bis hin zu Lehrveranstaltungen, bietet die Uni­
Die nächsten Termine: Pensionistinnen und Pensionisten, die mehr versität Innsbruck gemeinsam mit der
Mittwoch, 17. Juni 2020, 15:00–16:00 Uhr über ein Studium wissen wollen. Persönliche Österreichischen HochschülerInnenschaft
Dienstag, 23. Juni 2020, 10:00–11:00 Uhr Gesprächstermine zu jeweils einer Stunde Innsbruck (ÖH) die Infotage „Informiert
Freitag, 26. Juni 2020, 15:00–16:00 Uhr können bequem online vereinbart werden, ins Studium“ an. Das Angebot erleichtert
Montag, 29. Juni 2020, 10:00–11:00 Uhr sie finden derzeit als Videogespräche statt. den Einstieg ins Studium. „Informiert ins
Dienstag, 30. Juni 2020, 15:00–16:00 Uhr Wie bisher steht die Studienberatung natür­ Studium“ findet dieses Jahr allerdings anders
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als in vergangenen Jahren ausschließlich on- lichen Beratungsangeboten auch auf eigen- ge eingebunden und leichter auffindbar. Seit
line statt: Campusführungen und Vorträge ständige Online-Angebote wie den StudyTest vergangenem Jahr sind die Seiten der einzel-
gibt es in Form von Videos, die auch vor und und den Chatbot Leo. Der StudyTest, den die nen Studiengänge zudem neu gestaltet auf
nach den Infotagen abrufbar sein werden. An Universität Innsbruck gemeinsam mit Zeit der Uni-Website online und bieten für jeden
den Infotagen direkt wird es Live-Sessions Online anbietet, erstellt ein individuelles In- Studiengang übersichtliche Informationen.
geben, bei denen die Vortragenden auch für teressensprofil und zeigt so, welches Studium Daneben bietet der selbstlernende Chatbot
Nachfragen zur Verfügung stehen. der Uni Innsbruck das richtige ist. Insge- Leo auf den Studien-Websites der Uni rund
Alle Infos und genaue Zeitpläne: www.uibk. samt umfasst der StudyTest 72 kurze Fra- um die Uhr automatisiert Auskunft zu stu-
ac.at/studium/informiert-ins-studium/ gen, die in rund 15 Minuten beantwortet wer- dienrelevanten Fragen: Er kennt die Zulas-
den. Komplett kostenfrei, unverbindlich und sungsfristen, hat Infos zu den Aufnahme-
Weitere Hilfe anonym wird aus den Antworten ein um- verfahren und zur Studienorganisation. Das
fassendes und individuelles Interessen- Team der Studienberatung kann zu Büro-
online
sprofil erstellt und passende Studienange- zeiten auch direkt im Chat antworten, falls

N
icht erst seit die Maßnahmen gegen bote aufgezeigt. Mit dem StudyTest sind alle der Chatbot einmal nicht weiterwissen sollte.
die Ausbreitung des neuen Corona- Studiengänge der Universität Innsbruck als Alle Infos: studytest.uibk.ac.at und www.uibk.
virus in Kraft sind, setzt die Studien- erster Uni in Österreich außerdem auch in die ac.at/studium.
beratung neben ihren vielfältigen persön- Zeit-Online-Suchmaschine für Studiengän- stefan.hohenwarter@uibk.ac.at ◼
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Alle Informationen
zum Studienstart
Rund 27.000 Studierende besuchen derzeit Lehrveranstaltungen aus dem breiten
Angebot von 130 Studienfächern an den 16 Fakultäten der Universität Innsbruck.
Trotz der Corona-Krise stehen im Wintersemester 2020/2021 Studieninteressierten in
Innsbruck alle Möglichkeiten offen.

A
uch wenn aufgrund der aktuellen Wintersemester auch eine Zulassung ohne Universität wieder zu Universität wird und
Maßnahmen zur Eindämmung der Vor-Ort-Termin möglich. die Studierenden ihr Studium wieder in die
Corona-Pandemie die Lehre an der eigene Hand nehmen können. Eine Fähigkeit,
Universität Innsbruck hauptsächlich digital Aufnahmeverfahren die – wie uns die vergangenen Monate gezeigt
stattfindet, ist die Universität Innsbruck be-
reit für Studienanfängerinnen und Studien- Für das Bachelor- und Masterstudium Psy-
anfänger. Auch im kommenden Studienjahr chologie führt die Universität Innsbruck in
gehören Zugangsbeschränkungen an der enger Abstimmung mit der Universität Salz-
Universität Innsbruck bis auf die gesetzlich burg ein österreichweit einheitliches Auf-
vorgeschriebenen Ausnahmen der Vergan- nahmeverfahren durch: Studieninteressierte
genheit an: Wer studieren will, soll auch ei- müssen sich im ersten Schritt zwischen 1.
nen Platz bekommen. „Wir wollen allen jun- März und 15. Juli über LFU:online registrieren
gen Menschen, die studieren wollen, auch die und einen Kostenbeitrag von 50 Euro bezah-
Chance dazu bieten. Deshalb haben wir auch len. Sollten die eingegangenen Anmeldungen
für das kommende Studienjahr entschieden, bis zum Ablauf der Registrierungsfrist die
ihnen keine unnötigen Hürden in den Weg zu Anzahl der zur Verfügung stehenden Studien-
stellen“, betont der Vizerektor für Lehre und plätze – 260 im Bachelorstudium und 40 im
Studierende, Bernhard Fügenschuh. Konkret Masterstudium – überschreiten, finden am
heißt das, dass die Aufnahmeverfahren vor 25. und 26. August schriftliche Aufnahmeprü-
Zulassung für die Bachelorstudien Archi- fungen statt. Für diese Präsenz-Prüfungen
tektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und wurde bereits ein Sicherheitskonzept erar-
Wirtschaftswissenschaften sowie für das beitet. Informationen zum Ablauf und zu den
Diplomstudium Internationale Wirtschafts- entsprechenden Hygiene- und Sicherheits-
wissenschaften weiterhin ausgesetzt bleiben. auflagen werden den Studienwerberinnen
Einzig für das Bachelor- und Masterstudium und Studienwerbern rechtzeitig übermittelt.
Psychologie sowie für das Lehramtsstudium Der Prüfungsstoff ist auf der Homepage der
in allen Unterrichtsfächern müssen sich Stu- Universität Innsbruck veröffentlicht.
dieninteressierte aufgrund der gesetzlichen Für das Lehramtsstudium Sekundarstufe
Bestimmungen vorzeitig registrieren. Für alle Allgemeinbildung im Verbund LehrerInnen-
anderen Studien gilt für künftige Studierende bildung WEST wird von 1. Juli bis 14. August
lediglich die verpflichtende Online-Bewer- 2020 der zweite Termin für das allgemeine
bung, die für das Wintersemester 2020/2021 Aufnahmeverfahren angeboten. Die Durch-
bis 30. September möglich ist. Dabei werden führung erfolgt aufgrund der Maßnahmen
neben den persönlichen Daten auch alle be- rund um die Eindämmung der Corona-Pan-
nötigten Dokumente (Reifeprüfungszeugnis demie nur online (Registrierung und Selbst-
oder Bachelorabschlussdokumente, Reise- erkundungsverfahren). Weitere Informati-
dokument, gegebenenfalls auch ein Deutsch- onen sind hier zu finden: http://lb-west.at
nachweis) und ein Passfoto über LFU:online
hochgeladen. Für die Zulassung, bei der man Mehr Gestaltungsmöglichkeiten
sich nach erfolgter Online-Bewerbung per-
sönlich in der Studienabteilung einschreiben An der Universität Innsbruck werden der-
muss, wurde ein verpflichtendes System zur zeit unter dem Motto „Curricula neu“ die
Online-Terminvergabe entwickelt, um einen Studien neu gestaltet. „Im Rahmen dieser
sicheren Ablauf zu gewährleisten. In begrün- Initiative versuchen wir, die Curricula – al-
deten Ausnahmefällen ist für das kommende so die Studienpläne – so umzugestalten, dass
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haben – besonders in der derzeitigen Situati- dungsphasen von der forschungsgeleiteten individuelle Kurse belegen können. Auch für
on gefragter ist denn je“, erläutert Vizerektor Lehre an der Uni Innsbruck. Durch den Un- all jene, die sich zusätzlich zu ihrem regu-
Fügenschuh. Künftig soll es für alle Studien terricht, gehalten von aktiven Forscherinnen lären Studium fundierte Kenntnisse in der
auf Bachelor- und Masterebene möglich und Forschern, fließen die neuesten Erkennt- Informatik aneignen wollen, gibt es mit dem
sein, eigene Schwerpunkte zu setzen. Die- nisse direkt in die Lehre ein. Rund 130 Bache- Erweiterungsstudium Informatik das ent-
se können durch Ergänzungen, einen Aus- lor-, Diplom-, Lehramts-, Master- und Dok- sprechende Angebot. Das Institut für Infor-
landsaufenthalt oder durch ein Praktikum toratsstudien sowie PhD-Programme stehen matik bietet diese ambitionierte Zusatzaus-
gefüllt werden. Dabei stehen Ergänzungen Studieninteressierten dabei zur Verfügung. bildung seit dem Wintersemester 2019/2020
in den Bereichen Sprach-, Literatur-, Kultur- Das Studienangebot wird laufend erweitert, an. Gestartet ist das Programm, das sich aus
und Medienwissenschaften, Digital Science um auch auf aktuelle Anforderungen der Ge- Lehrveranstaltungen des regulären Infor-
oder Nachhaltigkeit zur Verfügung. sellschaft zu reagieren. So fiel mit Beginn matikstudiums zusammensetzt, mit rund
des Wintersemesters 2019/2020 der offizi- 80 Studierenden. Der Fokus liegt auf den Be-
Angebot am Puls der Zeit elle Startschuss für die Ergänzung „Digital reichen Software- und Data Engineering. Die
Science“, die Teil der Digitalisierungsoffen- Anmeldung zum Erweiterungsstudium In-
An den 16 Fakultäten der Uni Innsbruck sive der Universität Innsbruck ist und Studie- formatik setzt die Zulassung oder den bereits
forschen und lehren Wissenschaftlerinnen rende aller Fachrichtungen auf eine digitali- erfolgten Abschluss bestimmter Bachelor-,
und Wissenschaftler in den verschiedensten sierte Zukunft vorbereitet. Vermittelt werden Master- oder Diplomstudien voraus.
Bereichen der Architektur, Technischen Wis- Methoden für die computergestützte Daten- susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼
senschaften, Geisteswissenschaften, Na- analyse. Besonders gut kommen bei den rund
turwissenschaften, Rechtswissenschaften, 140 Studierenden, die derzeit Kurse der Er-
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften so- gänzung belegen, die Einsteigermodule Ein-
wie Theologie. Mit einem breiten Studienan- führung in die Programmierung und Aspekte Alle Informationen zu diesen und allen
gebot, ausgezeichneten Forscherinnen und der Digitalisierung an. Insgesamt umfasst das weiteren Studienangeboten an der Uni-
Forschern sowie einem umfassenden Wei- Ergänzungspaket fünf Module, wobei Studie- versität Innsbruck sowie zur Anmeldung
terbildungsangebot bietet die Uni Innsbruck rende entweder das ganze Paket (im Umfang und den Aufnahmeverfahren finden Sie
damit (Aus-)Bildung auf höchstem Niveau. von insgesamt 30 ECTS-Punkten) in ihren unter www.uibk.ac.at/studium
Die Studierenden profitieren in allen Ausbil- Studiengang integrieren oder ganz flexibel

Im Wintersemester 2020/2021 stehen Studierenden an


der Universität Innsbruck alle Möglichkeiten offen.
Foto: Uni Innsbruck
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Die Alpine Forschungsstation Obergurgl bietet


hervorragende Bedingungen für die Biodiversitätsforschung.
Im Bild das Gletschervorfeld des Rotmoosferners im Juli 2019.
Foto: Brigitta Erschbamer

Artenvielfalt erkennen,
um sie zu erhalten
Eines der größten Probleme unserer Zeit, der Klimawandel, ist untrennbar mit dem
Begriff Biodiversität verbunden. Aber was bedeutet Biodiversität und wie viel davon
brauchen wir? Fragen, die nur mithilfe eines umfassenden Monitorings beantwortet
werden können. Die Alpine Forschungsstelle der Universität Innsbruck in Obergurgl
bietet dafür seit 25 Jahren optimale Bedingungen.

W
issenschaftlerinnen und Wissen- Research) gehört. „Nur über ein kontinuier- in erster Linie an Skipisten und die hohe Di-
schaftler der Fakultät für Biologie liches, langfristiges Monitoring ist es mög- versität an Touristen aus aller Welt im Win-
der Universität Innsbruck haben lich, die Entwicklung einer Landschaft, eines ter denkt. „Dabei überrascht die Artenviel-
über 25 Jahre hinweg die Biodiversitätsver- Ökosystems, eines Pflanzenbestandes zu falt, die das Einzugsgebiet von Obergurgl im
änderungen in Obergurgl untersucht. Begann verfolgen und die Ursachen der Veränderung Sommer bietet. Man kann von einem alpinen
man zunächst mit zeitlich begrenzten Frage- zu klären“, erklärt Brigitta Erschbamer, Pro- Hot Spot der Diversität sprechen: Es kommen
stellungen im Rahmen von ein- bis dreijäh- fessorin für Botanik und wissenschaftliche rund 25 verschiedene Pflanzengesellschaften
rigen Projekten, entwickelte sich die Alpine Leiterin der Alpinen Forschungsstelle Ober- mit insgesamt circa 580 Pflanzenarten, 532
Forschungsstelle im Tiroler Ötztal seit dem gurgl der Universität Innsbruck. „Die Al- Flechten, 300 Moosen und 832 Algen vor, von
Jahr 2000 zu einer Langzeitforschungsstation, pine Forschungsstelle Obergurgl bietet uns den Pilzen gar nicht zu reden, von denen al-
die zum internationalen und nationalen Netz- dafür aufgrund ihrer alpinen Lage und der lein im Gletschervorfeld des Rotmoosferners
werk Long Term Ecosystem Research (LTER) vorhandenen Infrastruktur optimale Bedin- 220 Arten von den Mikrobiologinnen und Mi-
und regional zur LTSER Plattform Tyrolean gungen“, so Erschbamer, und verweist auf krobiologen bestimmt wurden“, verdeutlicht
Alps (LTSER = Long Term Socio-Ecologica l die Tatsache, dass man bei Obergurgl wohl die Biologin. Für das botanische Langzeit-
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Monitoring wurden in Obergurgl insgesamt ein Trend, der für die europäischen Gebirge Hier verschwanden insbesondere Schneebo-
zehn verschiedene Pflanzengesellschaften, in den letzten 15 Jahren generell festgestellt denarten wie die Zwerg-Soldanelle oder das
verteilt auf 19 Standorte von 1960 Metern bis wurde. Die stärkste Zunahme in den letzten Zwerg-Ruhrkraut. Im Vergleich dazu war auf
2900 Metern Seehöhe, ausgewählt. Im Rah- 20 Jahren fand mit durchschnittlich elf Arten den beweideten Abhängen der Hohen Mut mit
men ihrer Langzeitstudien untersuchten die auf der Skipiste und mit neun Arten im Glet- durchschnittlich 35 Arten pro Quadratmeter
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schervorfeld statt. „Die spärlich bewachsenen die höchste Artenvielfalt und eine stetige Zu-
unter der Leitung von Brigitta Erschbamer Flächen beider Standorte bieten offensichtlich nahme an Arten zu finden. „Insgesamt las-
und Rüdiger Kaufmann in Obergurgl subal- genügend Platz für neue Arten“, erklärt Bri- sen die Ergebnisse die Schlussfolgerung zu,
pine Weideflächen, Zwergstrauchheiden und gitta Erschbamer. An 17 der 19 untersuchten dass die traditionelle Beweidung zum Erhalt
alpine Rasen genauso wie subnivale Schnee- Standorte konnten die Wissenschaftlerinnen der Artenvielfalt beiträgt“, resümiert Brigitta
böden und Initialrasen. Ziel dieser Untersu- und Wissenschaftler eine lineare Zunahme
chungen war und ist es, die zeitlichen und der Moose feststellen, aber auch das Ruch-
funktionellen Veränderungen der Diversität gras Anthoxanthum odoratum agg. – ein Gras, »Traditionelle Beweidung
in Abhängigkeit bestimmter Faktoren wie das dem Heu seinen charakteristischen Duft trägt zum Erhalt der
Beweidung und Klimawandel zu erfassen. „In verleiht – nahm an insgesamt zehn Stand-
orten zu. „Die Zunahme der Moose lässt sich
Artenvielfalt bei.«
dadurch erklären, dass durch den generellen Brigitta ErschBamEr
»Obergurgl ist ein Anstieg an Pflanzenarten auch die Deckung
alpiner Hot Spot pro Fläche ansteigt und damit ein Beschat-
tungseffekt eintritt. Dieser wirkt sich wie- Erschbamer. Bemerkenswert an der Monito-
der Diversität.« derum positiv auf das Wachstum der Moose ring-Studie in Obergurgl ist, dass in der lan-
Brigitta ErschBamEr aus“, erklärt die Botanikerin. gen Beobachtungszeit von 25 Jahren keine
Neophyten auftraten, die sich dauerhaft an-
Beweidung fördert Artenvielfalt siedelten. „Gelegentlich ließ sich im Sommer
eingezäunten Flächen haben wir analysiert, die eine oder andere einjährige Pflanze beo-
wie sich ein Weideausschluss langfristig aus- Eingezäunte Versuchsflächen mit Bewei- bachten, wie zum Beispiel ein Island-Mohn
wirkt. Spannend sind auch die Fragen, ob Ar- dungsausschluss zeigten vor allem im Dorf- als Garten-Flüchtling oder ein Roggenbe-
ten der Tallagen nach oben wandern oder ob bereich auf 1960 Metern Seehöhe eine mar- stand, der im Zuge der Schipisten- und Bö-
neue Arten, sogenannte Neophyten, zuwan- kante Zunahme an Hochstauden wie Wald- schungsbegrünung eingebracht wurde. Ty-
dern“, so Erschbamer. Storchschnabel oder Berg-Sauerampfer, die pische in Tirol stark vorkommende Neophyten
insgesamt zu einer Abnahme der Artenvielfalt wie die Kanadische Goldrute oder das Drüsige
Moose nehmen zu führt. „Durch ihre Dominanz werden andere Springkraut kommen in Obergurgl allerdings
Arten verdrängt“, erklärt Erschbamer. Auch nicht vor. Hier dürfte die Höhenlage zurzeit
Die Ergebnisse der Langzeitstudien zei- in der alpinen Stufe zeigten sich in den be- noch eine ausreichende Barriere darstellen“,
gen sehr deutlich, dass die Artenzahlen in sonders lange schneebedeckten Beweidungs- erklärt Brigitta Erschbamer.
fast allen Pflanzenbeständen zunehmen – Ausschlussflächen signifikante Änderungen: susanne.e.roeck@uibk.ac.at ◼

Erstbesiedler und ihre Nachfolger


Seit 1996 wird in Obergurgl auch die Be- die als Erstbesiedler auftreten. Der Gegen- die Hälfte der Fläche erobert hatten. „Flech-
siedelung der vom Gletscher befreiten Flä- blatt-Steinbrech wies im Jahr 1996 auf einer ten sind typische Folgearten, die noch einige
chen im Rotmoostal untersucht, um heraus- seit 35 Jahren eisfreien Moräne eine mittlere Zeit mit den Pionieren Seite an Seite vorkom-
zufinden, welche Faktoren für die Bildung Deckung von rund 27 Prozent auf. Flechten men. Nach 160 Jahren Eisfreiheit sind so-
von Organismengemeinschaften notwendig waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor- wohl Pioniere als auch die meisten Flechten
sind. Diese Datenreihe aus dem Gletscher- handen. Im Jahr 2019 zeigte der Gegenblatt- verschwunden; die alpinen Rasenarten do-
vorfeld vermittelt ein gutes Bild über die Steinbrech gerade noch vier Prozent De- minieren jetzt das Bild“, beschreibt Brigitta
Langlebigkeit der alpinen Pionierpflanzen, ckung, während die Flechten bereits mehr als Erschbamer die Entwicklung.

gefolgt von Flechten – bis alpine Rasenarten


Der Steinbrech zählt zu den im Bild die Korallenflechte das Bild dominieren.
Pionierpflanzen, Stereocaulon –, Fotos: Brigitta Erschbamer
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„NewsEye“ nimmt Millionen


von Zeitungsseiten digital
unter die Lupe.
Foto: iStock/Brothers_Art

Gedrucktes Gedächtnis
Kaum etwas gewährt uns so viele Einblicke in die Vergangenheit wie Zeitungen. Für
die Geschichtswissenschaften sind sie daher eine riesige und unverzichtbare Quelle
– aber schwer erschließbar. Mit „NewsEye“ können nun dank künstlicher Intelligenz
Millionen von Zeitungsseiten digital untersucht werden.

I
n jedem Land, jeden Tag, in fast je- fang an verfügbarem Material deutlich zuge- nicht machbar“, sagt Eva Pfanzelter vom In-
der Sprache: Schon seit ihren Anfängen nommen. Das ist natürlich sehr positiv, aber stitut für Zeitgeschichte der Uni Innsbruck.
im 17. Jahrhundert dokumentieren Zei- wir müssen Mittel und Wege finden, wie wir „Und genau hier setzt unser europaweites
tungen weltweit tagesaktuell Ereignisse und mit diesen riesigen Datenmengen sinnvoll Projekt ‚NewsEye‘ an. Digitalisierung alleine
Geschichten mit ihren Protagonistinnen umgehen können. Manuell ist das schlicht reicht nicht, die Zeitungen müssen einfach
und Protagonisten. Sie beinhalten detail-
lierte Aufzeichnungen zu kulturellen, sozi-
alen oder politischen Aspekten und hatten
dadurch immer schon maßgeblich Einfluss Projekt „NewsEye“
auf gesellschaftliche Stimmungen und Mei-
nungen. Dass Zeitungen für die Geschichts- Das Projekt „NewsEye“ wird im Rah- Frankreichs und Finnlands sind involviert.
wissenschaften daher von unschätzbarem men des Forschungs- und Innovationspro- An der Uni Innsbruck arbeiten neben Eva
Wert sind, ist wenig überraschend. Allein: Die gramms Horizon 2020 der EU finanziert. Pfanzelter und Günther Mühlberger auch
Analyse ist mit großen Herausforderungen Zur europaweiten Forschungsgruppe zäh- Benedikt Kapferer, Barbara Klaus, Sarah
verbunden – und stößt aufgrund der Fülle len neben Innsbruck die Universitäten La Oberbichler und Stefan Hechl vom Insti-
an Material rasch an ihre Grenzen. Zumin- Rochelle und Montpellier in Frankreich, tut für Zeitgeschichte mit. Das Projekt läuft
dest war das bisher an vielen Stellen so. „Wir die Uni Helsinki in Finnland, die Uni Ros- bis 2021 und wird mit knapp drei Millionen
sind es in den Geschichtswissenschaften – tock in Deutschland sowie die Uni Wien. Euro gefördert. Website mit Blog zu aktu-
zumindest in der Zeitgeschichte – gewohnt, Auch die Nationalbibliotheken Österreichs, ellen Analysen: https://www.newseye.eu/
mit viel Datenmaterial zu arbeiten. Durch die
Digitalisierung der letzten Jahre hat der Um-
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durchsuchbar, strukturierbar und analysier- Dazu haben die Wissenschaftlerinnen nach reits in Planung oder werden durchgeführt,
bar sein.“ gewissen Schlagworten, wie etwa „Rück- das Potenzial von „NewsEye“ schätzt Eva
„NewsEye“ wird von der EU gefördert und wanderer“ oder „Flüchtling“ gesucht und Pfanzelter als enorm hoch ein. „Historische
hat zum Ziel, Methoden und Werkzeuge zu aus der Häufigkeit der Begriffe und ihrem Zeitungen sind bei Weitem nicht nur für uns
entwickeln, die sich aus den Fortschritten Kontext verschiedene Schlüsse ziehen kön- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
im Bereich selbstlernender Systeme – der nen. „Was wir hier deutlich herausarbeiten von Interesse – sondern im Grunde für alle
„künstlichen Intelligenz“ – eröffnet haben. konnten, ist die Tatsache, dass sich die Be- Menschen, die sich für das Kulturerbe Euro-
Forschungsgruppen aus der Informatik und richterstattung über Menschen in Bewegung pas interessieren“, freut sich die Zeithistori-
aus den Geisteswissenschaften arbeiten da- über die Jahrzehnte im Grunde nicht geän- kerin. Das Team arbeitet aktuell auch an der
her im Projektkonsortium eng zusammen. dert hat. Wie Stereotypisierungen funktio- Erstellung von Unterrichtsmaterialien für
An der Uni Innsbruck wird Fragen der Digi- nieren, lässt sich hier gut nachvollziehen.“ Schulen und Universitäten.
talisierung schon seit mehreren Jahren eine Zahlreiche weitere Untersuchungen sind be- melanie.bartos@uibk.ac.at ◼
große Bedeutung beigemessen: Neben dem
eigenen Forschungszentrum „Digital Huma-
nities“ wurde im vergangenen Jahr auch das
Digital Science Center (DiSC) gegründet. Aus
Innsbruck sind daher gleich zwei Einrich-
tungen am EU-Projekt beteiligt: die Gruppe
„Digitalisierung und Elektronische Archi-
vierung“ (DEA) des Instituts für Germanistik
unter der Leitung von Günther Mühlberger
und das Institut für Zeitgeschichte mit Eva
Pfanzelter als Innsbrucker Projektleiterin.

Digital ermitteln
Historische Zeitungen sind ein hervorra-
gendes Experimentierfeld für die Fortschritte
im Bereich automatischer Texterkennung und
Textanalyse. Gleichzeitig eröffnet der Zugang
zu ganzen Zeitungskorpora völlig neue Mög-
lichkeiten für die Geschichtswissenschaften.
Etwa wenn nach Schlagworten über mehre-
re Jahrzehnte und Zeitungen hinweg gesucht
werden kann. „Zeitungen geben Aufschluss
darüber, welche Themen diskutiert wur-
den und die Gesellschaft beschäftigten. Wir
können auch sehr gut analysieren, wie Mei-
nungsbildungsprozesse funktioniert haben,
wie mit Stereotypen umgegangen wurde oder
ab wann und wo Gerüchte kursierten. Zei-
tungen waren und sind immer ein zentrales
Medium zur Meinungsmache“, erklärt die
Zeithistorikerin Pfanzelter. Durch die prak-
tische Anwendung der digitalen Werkzeuge
in der historischen Forschungsarbeit können
die Historikerinnen und Historiker laufend
Feedback an die Informatik-Teams geben
und profitieren somit wechselseitig von den
jeweiligen Fortschritten.

Breites Spektrum
Inhaltlich arbeiten die Forscherinnen
und Forscher aktuell an Fallstudien aus den
Themenbereichen Migration, Gender und
Nationalismus. Die Themenvielfalt ist be-
reits groß: „Kolleginnen und Kollegen aus
Frank reich haben beispielsweise untersucht,
wie sich der Diskurs rund um Frauen, die
Hosen tragen, im Laufe der Zeit entwickelt
Auch Tiroler Zeitungen sind Teil des Projekts „NewsEye“ und können nun
hat“, erzählt Pfanzelter. Die Historike-
besser analysiert werden. Im Bild die Titelseiten der beiden Innsbrucker
rin arbeitet in verschiedenen Themenbe-
Zeitungen „Abendblatt“ und „Innsbrucker Nachrichten“ vom Juni 1918.
reichen aktiv mit den neuen Tools. In einer
Der Textausschnitt stammt aus dem „Abendblatt“ vom 14. Juni 1918
aktuellen Analyse hat sie beispielsweise
und beschreibt das Auftreten einer Spanischen Grippe 50 Jahre zuvor.
gemeinsam mit Sarah Oberbichler den Mi-
Fotos: http://anno.onb.ac.at
grationsdiskurs in österreichischen Zei-
tungen zwischen 1850 und 1950 untersucht.
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Holz da, wo es
Sinn macht
Philipp Dietsch ist seit 1. März Professor für Holzbau
und Leiter des gleichnamigen Arbeitsbereichs am
Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften.
Holz ist seine Leidenschaft. Davon profitieren nicht
nur seine Forschungsprojekte, sondern auch seine
Studierenden.

D
er Holzbau hat in Tirol eine lange Tra­ in Innsbruck hat er sich klare Ziele gesetzt:
dition und eine hohe Bedeutung. Idea­ „Nicht zuletzt durch die Bewegung Fridays
ler Arbeitsort also für einen Holz­ for Future, Buy­local­Initiativen und das all­
enthusiasten wie Philipp Dietsch. „Innsbruck gemeine Streben nach mehr Nachhaltigkeit
bietet einen hervorragenden Nährboden gibt es eine Rückbesinnung auf natürliche
für das Thema Holz. Das, was wir tun, wird Materialien wie Holz. Das hilft natürlich auch
von der Gesellschaft verstanden und wert­ dem Holzbau. Um ihn weiter voranzutreiben,
geschätzt. Auch findet man hier rasch An­ braucht es begeisterte, gut ausgebildete jun­
schluss an die Praxis“, sagt der Ingenieur und ge Menschen. Diesen Auftrag nehme ich sehr
neuberufene Holzbau­Professor. Ursprüng­ ernst. Die Ergebnisse meiner Forschung sol­
lich kommt Dietsch aus München. Dort hat er len zu einer einfacheren Anwendung des Bau­
an der TU München in den vergangenen Jah­ stoffs Holz für Praktiker führen. Außerdem
ren das Team Holzbau geleitet. möchte ich dem Holzbau die nötige Flexibili­ holz zum Einsatz. Auch aufgrund des Klima­
tät zurückgeben“, erklärt Dietsch. Was er da­ wandels, durch den sich der Wald verändert
Mehr Vielfalt mit meint, veranschaulicht er anhand eines und Nadelholz weniger wird, muss man sich
Beispiels: „In von Pferden gezogenen Trans­ von einem Konzept, das auf nur eine Baumart
Das Thema Holz begeistert den portschlitten, wie sie früher verwendet wur­ setzt, lösen. Dietsch setzt auf Vielfalt, um zu
Bauingenieur bereits seit seiner Kindheit. den, kamen sieben verschiedene Holzarten mehr Nachhaltigkeit beizutragen.
„Ich war auf einer Waldorfschule, dort wird zum Einsatz, um an jeder Stelle die optimalen Denn gerade das Bauwesen ist für einen
viel mit den Händen gearbeitet. Holz hat mich Eigenschaften zu nutzen, mal elastischeres, großen Prozentsatz des weltweiten CO2­Aus­
schon damals fasziniert“, so Dietsch. Und da­ mal härteres Holz.“ Das steht in starkem stoßes verantwortlich. Die Produktion von
ran hat sich auch bis heute nichts geändert. Kontrast dazu, wie aktuell im Holzbau ge­ Zement und die energieaufwendige Verar­
Für seinen Lehr­ und Forschungsauftrag arbeitet wird: Überwiegend kommt Fichten­ beitung von Stahl sind Beispiele dafür. Holz

Zur PerSon

Philipp Dietsch studierte Bauingenieurwesen an der TU München und verbrachte während dieser Zeit Aufenthalte
an der McGill University in Montreal sowie an der University of British Columbia in Vancouver. Nach seinem Studium
nahm Philipp Dietsch eine Stelle als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion
an der TUM an. Seine Dissertation „Einsatz und Berechnung von Schubverstärkungen für Brettschichtholzbauteile“
im Jahr 2012 schloss er mit „summa cum laude“ ab. Im Anschluss daran erfolgte die Ernennung zum Teamleiter
„Holzbau“ am gleichen Lehrstuhl. Seit 1. März ist er Professor für Holzbau und Leiter des gleichnamigen
Arbeitsbereichs am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften an der Universität Innsbruck. Die
Forschung von Philipp Dietsch konzentriert sich auf hybride Holzbauteile, Verstärkungen, Holzfeuchte und Langzeitverhalten sowie
Robustheit und Systemverhalten. Er ist Delegierter in europäischen Normungsgremien und Vorsitzender des Gremiums „Eurocode
5 – Verstärkungen“. 2014 bis 2018 leitete er das europäische Verbundprojekt COST Action FP1402 „Basis of structural timber design –
from research to standards“. Im Jahr 2019 übernahm Philipp Dietsch den Vorsitz von INTER, dem International Network on Timber
Engineering Research.
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Studierende haben im Jubiläumsjahr unter der Leitung des inzwischen


emeritierten Professors und ehemaligen Leiters des Arbeitsbereichs Holzbau
Michael Flach diese Holzkonstruktion gebaut. Sein Nachfolger Philipp Dietsch
arbeitet nach ähnlichen Prinzipien: Ressourcensparender Materialumgang,
die Natur als Vorbild und gemeinsames Erarbeiten mit Studierenden.
Fotos: Michael Flach (2), TU München

hingegen ist der einzige in ausreichender »Holz sollte nur dort eingesetzt dem Lehrepreis „Doce et Delecta“ der In-
Menge verfügbare, nachwachsende Rohstoff. genieurfakultät Bau-Geo-Umwelt an der
werden, wo es Sinn macht.
Außerdem bindet Holz CO2. Und solange das TU München ausgezeichnet. 2016 erhielt er
Holz stofflich genutzt wird und nicht ver- Nur durch die geschickte außerdem den „Preis für gute Lehre“ des
brennt oder verrottet, bleibt das CO2 auch im Kombination von Materialien Bayerischen Staatsministeriums für Wis-
Holz gebunden. Häuser oder Möbel aus Holz schaffen wir gute Bauwerke. senschaft und Kunst. „Ich freue mich über
verlängern also den Kohlenstoffspeicher aus diese Auszeichnungen. Besonders Offen-
dem Wald. Jeder Kubikmeter verbautes Holz
Denn auch wenn Holz nicht heit und Fairness gegenüber meinen Studie-
bindet so langfristig rund eine Tonne CO2. endlich ist und nachwächst, renden sind mir sehr wichtig. Und natürlich
sollten wir mit allen Ressourcen versuche ich, meine eigene Begeisterung an
Holz mit Maß und Ziel sparsamer umgehen und sie sie zu übertragen. Der Vorteil meines Fachs
ist es, dass ich viele Dinge visualisieren und
Bei all den Vorteilen, die Holz als Baustoff bewusster einsetzen.« auch Anschauungsmaterial mit in Seminare
mit sich bringt, weist Philipp Dietsch aber PhiliPP Dietsch und Vorlesungen bringen kann“, sagt Philipp
darauf hin, es mit Maß und Ziel einzusetzen. Dietsch.
„In der Holzbranche gibt es zwei Lager: Die Sein erstes Semester an der Universi-
einen befürworten es, möglichst viel Holz zu tät Innsbruck hat ihn nun vor neue Heraus-
verwenden und auf den Markt zu bringen. Die liegt vor allem an zwei Eigenschaften: Holz forderungen gestellt. Wie auch alle anderen
anderen, und dazu zähle ich auch mich, spre- brennt und fault. In den vergangenen 15 Jah- Lehrenden musste er seine Vorlesungen und
chen sich für einen sorgsamen Umgang mit ren war deshalb Brandschutz auch eines der Seminare plötzlich komplett virtuell abhal-
der Ressource aus. Holz sollte nur dort ein- Hauptthemen in der Bauforschung an und ten. „Ich war von Anfang an offen zu meinen
gesetzt werden, wo es Sinn macht. Nur durch mit Holz. Studierenden und habe ihnen gesagt, dass die
die geschickte Kombination von Materialien Situation auch für mich neu ist. Zusätzlich zu
schaffen wir gute Bauwerke. Denn auch wenn Ausgezeichnete Lehre den Online-Videos, die ich erstellt habe, gab
Holz nicht endlich ist und nachwächst, sollten es deshalb auch Online-Sprechstunden, die
wir mit allen Ressourcen sparsamer umgehen Mit Philipp Dietsch gewinnt die Univer- ich auch dazu genutzt habe, Feedback einzu-
und sie bewusster einsetzen“, sagt Dietsch. sität Innsbruck auch einen ausgezeichneten holen, um die virtuelle Lehre zu verbessern“,
Dass sich Holz als Baustoff bislang noch nicht Lehrenden. Von seinen ehemaligen Studie- sagt Dietsch.
überall in großem Maßstab durchgesetzt hat, renden wurde der Professor mehrmals mit lisa.marchl@uibk.ac.at ◼
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Asylwerberinnen und -werber möglichst


rasch in Arbeitsprozesse einzubinden,
erleichtert nicht nur das Erlernen von
Sprache und kulturellen Gepflogenheiten,
es entstehen auch wichtige soziale
Beziehungen und Netzwerke für
ein späteres Fußfassen.
Foto: iStock/fotografixx

Wie Flüchtlinge gut


ankommen
Wie kann man Asylwerber und Asylberechtigte erfolgreich in Gesellschaft und
Arbeitsmarkt integrieren? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Italien und
Österreich – darunter ein Team vom Institut für Geographie – haben Praxisprojekte
dies- und jenseits des Brenners begleitet und aus einigen zukunftsfähige
Integrationsmodelle gemacht.

G
ib mir mal den Spaten!“ „Ich brauch stehen, sind keine bahnbrechend neuen Er- integration des Interreg-Projektes „EUMINT“
die Flex!“ – Sätze wie diese hört man kenntnisse im Zusammenhang mit Integrati- in Nordtirol verantwortlich sind. Gemeinsam
im Deutschkurs eher selten. Bei der on. Aber sie haben großes Gewicht, vor allem, mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Süd-
Teamarbeit im Garten oder am Bau braucht wenn man sie mit belastbaren Argumenten tirol, dem Friaul, Kärnten, Venetien und dem
man sie hingegen öfter. Dass man Sprache wissenschaftlich untermauern kann. Und das Trentino haben sie zahlreiche Pilotprojekte
nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch können Mag. Julia Ryan und Mag. Michael zur Integration von Geflüchteten in Gesell-
in der täglichen Anwendung lernt und dass Beismann vom Institut für Geographie, die schaft und Arbeitsmarkt aufgesetzt und wis-
soziale Beziehungen durch Begegnung ent- seit 2018 für den Teilbereich Arbeitsmarkt­ senschaftlich begleitet. In Nordtirol waren es
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vor allem Projekte des ZeMit – Zentrum für die als Schnittstelle für die Bereiche Arbeit Heimleitungen, insbesondere, wenn sie über
MigrantInnen in Tirol sowie des Regional- und Soziales im Tal fungiert. Darüber hi- ihre engere Funktion hinaus als persönliche
managements Wipptal. „Einige Initiativen – naus haben Michael Beismann und Julia Ryan Fürsprecher in Aktion treten. Eine ähnlich
auch aus anderen Regionen – haben uns sehr eine umfassende soziale Netzwerkanalyse zur wichtige Rolle spielen engagierte ehrenamt-
plakativ gezeigt, wie wichtig es ist, Asylwer- Integration von Asylwerbenden am Seefelder liche Helfer und Privatpersonen als Vermitt-
berinnen und -werber möglichst schnell in Plateau erstellt: Hier gab es zu Beginn des In- ler. „Wir haben die Heimleitungen alle als
Arbeitsprozesse einzubinden“, verdeutlicht terreg-Projektes vier Flüchtlingsunterkünfte unglaublich engagiert erlebt, aber die Res-
Julia Ryan und erzählt ein Erfolgsbeispiel von in den Gemeinden Scharnitz (zwei Heime), sourcen sind natürlich extrem knapp bemes-
Partnern aus dem Friaul, wo Sprachkurse an Reith bei Seefeld und Leutasch. „Wir haben sen, wenn man bedenkt, dass in Tirol für 70
eine konkrete Anwendung gekoppelt wur- mit dem Seefelder Plateau ein weiteres Best- Geflüchtete eine Vollzeitstelle vorgesehen
den. „Die Geflüchteten erhielten eine gärtne- Practice-Beispiel ins Interreg-Projekt auf- ist, in der Grundversorgungsvereinbarung
rische Ausbildung, im begleitenden Sprach- genommen“, sagt Michael Beismann. „Eine des Bundes sogar eine für 140“, verdeut-
kurs lernten sie auch die entsprechenden Netzwerkanalyse hat den Vorteil, dass man licht Julia Ryan. Neben den freiwilligen Helfe-
Fachausdrücke. Die Motivation, jene Wörter die wichtigsten Player sieht und den Aus- rinnen und Helfern benötige es auf jeden Fall
zu wiederholen, die man bei der Arbeit am tausch zwischen ihnen sichtbar und bewert- eine weitere offizielle Anlaufstelle, um die
nächsten Tag benötigt, ist ungleich höher, als bar macht“, ergänzt er. Heimleitung zu entlasten, meinen die Wis-
wenn jemand nur im Klassenzimmer sitzt. senschaftlerinnen und Wissenschaftler und
Ganz abgesehen vom Netzwerk, das für die Modellregion Seefelder Plateau verweisen in diesem Zusammenhang auf ei-
Geflüchteten durch den Kontakt mit den Ar- nen weiteren Schluss aus ihrer Analyse: „Wie
beitskollegen entsteht.“ Was aber im Friaul Insbesamt 22 verschiedene Akteure konn- die Gemeinden zu den dort beheimateten
funktioniert, muss in einer anderen Region ten die Wissenschaftlerinnen und Wissen- Flüchtlingsheimen und ihren Bewohner-
nicht zwingend ebenso erfolgreich sein, denn schaftler für das Seefelder Plateau identifi- innen und Bewohnern stehen, hat große Aus-
die strukturellen, kulturellen und rechtlichen zieren. In umfassenden Interviews wurden wirkungen. Wenn sie positiv eingestellt sind,
Voraussetzungen sind von Land zu Land und Geflüchtete, Heimleitungen und Freiwillige schafft dies Raum für Projekte und Möglich-
von Region zu Region unterschiedlich. darum gebeten, die relevanten Akteure zu keiten“, so Julia Ryan.
nennen, ihre Bedeutung für ein späteres Sie und ihre Kollegen schlagen daher vor,
Ideen regional adaptieren Fußfassen sowie die Qualität des Austausches einen Integrationsbeauftragten zu nominie-
zu bewerten. „Zunächst einmal konnten wir ren, der sich um alle sozialen Agenden küm-
Dennoch beziehungsweise gerade deshalb zeigen, dass das System am Seefelder Plateau mert. „Es muss nicht jede Gemeinde einen
ist der Austausch zwischen den Regionen im so gut funktioniert, weil es so viele gut ver- Integrations-, oder besser gesagt, Gemein-
Rahmen von EUMINT ein zentraler Aspekt. netzte Akteure gibt. Und dieses System wurde wohlbeauftragten haben“, meint Ryan und
„Die Aufgabe von uns Fachleuten war es, zu nicht von Verantwortlichen installiert, son- ihr Kollege ergänzt: „Am Seefelder Plateau
definieren, warum Projekte erfolgreich sind dern es hat sich so entwickelt, auch dank des haben wir gesehen, dass mehrere Gemein-
und sie so zu adaptieren, dass sie auch in den immensen Engagements der Heimleitungen den als funktionale Einheit, in der jede Ge-
anderen Regionen funktionieren“, erklärt und Freiwilligen. Durch das Aufzeichnen meinde einen anderen Aspekt mitträgt, sehr
Michael Beismann die Rolle der Wissenschaft der Beziehungen und ihrer unterschied- gut funktionieren.“ Nach Einschätzung des
in einem – wie er es selbst formuliert – sehr lichen Qualitäten wissen wir außerdem, an EUMINT-Teams ist das Denken in funkti-
„umsetzungsorientierten“ Vorhaben. welchen Schrauben wir drehen müssen, um onalen, regionalen Einheiten ein wichtiger
Insbesondere für Projekte, die sich auf mit relativ wenig Aufwand das laufende Sy- Ansatzpunkt bei der Integration von Mi-
den Arbeitsmarkt beziehen, ist die Situa- stem noch zu verbessern“, verdeutlicht Beis- grantinnen und Migranten im ländlichen
tion in Österreich eine völlig andere als in mann. Als Schlüsselakteure sehen die Wis- Raum.
Italien. Während in Italien Asylwerbende ab senschaftlerinnen und Wissenschaftler die eva.fessler@uibk.ac.at ◼
dem 60. Tag nach dem Asylantrag rechtlich
gesehen vollen Zugang zum Arbeitsmarkt
haben, können sie in Österreich ausschließ-

Integrative
lich gemeinnützige Arbeit im Ausmaß von
maximal 80 Stunden pro Monat verrichten.
„Viele Asylverfahren dauern sehr lange, auf Zusammenarbeit
den Arbeitsmarkt bezogene Aktivitäten kön-
nen daher erst mit dem Erhalt eines positiven
Asylbescheids beginnen. Längere Zeiten der Das Interreg V-A Projekt „EUMINT -
erzwungenen Untätigkeit wirken sich ne- Europaregionen. Migration. Integrati-
gativ auf die spätere Integration in den Ar- on.“ wird durch den Europäischen Fonds
beitsmarkt aus“, sagt Ryan. Neben der unter- für regionale Entwicklung und Inter-
schiedlichen Rechtslage in Italien und Öster- reg V-A Italien-Österreich 2014-2020
reich gibt es aber noch viele weitere Aspekte, gefördert. Leadpartner ist die EURAC
die man sich genauer ansehen muss, wenn Research Bozen. Michael Beismann,
man gute Ideen, die in einer Region funktio- Katharina Rimml und Julia Ryan aus der
nieren, auch für andere Regionen adaptieren Arbeitsgruppe „Demographic Change in
möchte. „Es macht zum Beispiel einen großen the Alps“ unter der Leitung von Univ.-
Unterschied, ob wir uns in einem urbanen Prof. Ernst Steinicke sind für den Nord-
oder einem ländlichen Raum befinden. Die- tiroler Teil verantwortlich und haben
sen Aspekt haben wir sehr stark in EUMINT sich insbesondere mit dem Thema Ar-
eingebracht“, betont Michael Beismann. So Foto: Eva Fessler
beitsmarktintegration beschäftigt. Das
hat das Team der Universität Innsbruck u. a. Projekt hat 2018 begonnen und soll Ende
eng mit dem Regionalmanagement Wipptal Juni 2020 abgeschlossen werden.
zusammengearbeitet und die soziale Vernet-
zungsplattform „wippcare“ mitkonzipiert,
22

Fördern und gefördert werden


Der Förderkreis 1669 – Wissenschafft Gesellschaft ist nur wenige Jahre nach seiner
Gründung fest an der Universität Innsbruck und in der Gesellschaft verankert.
Heuer freut sich der Förderkreis nicht nur über Univ.-Prof. Thomas Karl als neues
Fördermitglied, sondern auch über die Unterstützung eines hochaktuellen und
wichtigen Forschungsprojektes rund um Univ.-Prof. Heribert Insam.

E
in Projekt, das u. a. mit Mitteln des För- Wie schnell das Forschungsprojekt Fahrt
derkreises 1669 finanziell unterstützt aufgenommen hat, spiegelt sich auch in den
wird, steht ebenfalls im Zusammen- beteiligten Kläranlagen wider. Inzwischen
hang mit der Corona-Krise. Die zündende werden Proben u. a. aus den Kläranlagen aller
Idee dazu war vom PhD-Studenten Rudolf Landeshauptstädte, aus Südtirol und Liech-
Markt gekommen. Er fragte sich, ob Spuren tenstein untersucht. Damit profitieren gleich-
des Virus in Zuläufen von Kläranlagen nach- sam alle Regionen von dem Projekt, aus denen
weisbar sind und ob damit Rückschlüsse auf auch die Förderinnen und Förderer von 1669
die Infektionszahlen im Einzugsgebiet der kommen. In Tirol sind sogar alle größeren
Kläranlagen möglich wären. „Die Umsetzung Kläranlagen beteiligt. „In etwa zwei Monaten
des Projekts ist ziemlich schnell gegangen. möchten wir so weit sein, dass wir die Anlagen
Wir haben rasch die Finanzierung klären, routinemäßig mindestens zwei Mal pro Wo-
strategisch wichtige Partner finden und in che beproben. Damit sollten wir dann sehen,
der Folge ein gesamtösterreichisches Kon- wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Der

M
it Beginn des Jahres ist Univ.- sortium – Coron-A – gründen können. Die- Vorteil unserer Analysen liegt dabei am Zeit-
Prof. Thomas Karl (Bild) vom sem gehören neben der Uni Innsbruck und faktor: Nicht alle Infi-
Institut für Atmosphären- und der TU Wien noch die AGES und das Institut zierten zeigen Symp-
Kryosphärenwissenschaften der Uni für Gerichtliche Medizin der Medizin-Uni tome, scheiden aber
Innsbruck dem Förderkreis 1669 beige- Innsbruck an“, erklärt Univ.-Prof. Heribert das Virus über den
treten. „Der Förderkreis ist eine gute Ini- Insam, Leiter des Instituts für Mikrobiologie Stuhl aus. Mit unseren
tiative der Universität. Es werden viele der Uni Innsbruck. Mit im Boot ist inzwischen Analysen können wir
Aktionen gesetzt, um vor allem jungen auch Univ.-Prof. Wolfgang Rauch vom Institut also mögliche Infek-
Studierenden Forschung, aber auch Pub- für Infrastruktur der Uni Innsbruck, der das tionen in einer Region
likationen und Konferenzteilnahmen Wissen rund um Abwassernetz-Modelle ein- schon sehen, bevor sie
zu ermöglichen. Das macht für mich bringt. Coron-A ist zusätzlich noch in zwei bekannt werden“, er-
einfach Sinn“, betont Karl. Er selbst hat internationale Konsortien integriert. läutert Insam.
zuletzt mit seiner Forschungsarbeit am
Innsbrucker Atmosphärenphysik labor
(IAO) für Schlagzeilen gesorgt. So konn-
te er zeigen, dass während der Corona-
Krise die verkehrsbedingten Stickoxide
aufgrund der Mobilitätsbeschränkungen
besonders in der zweiten März-Hälfte
auffallend stark zurückgegangen waren
(siehe auch Bericht auf Seite 8). Der welt-
weite Lockdown hatte für die Forscher-
innen und Forscher völlig unerwartet
neue Bedingungen geschaffen und da-
mit neue Messergebnisse gebracht, die
künftig ein genaueres Bild der Schad- Univ.-Prof. Heribert Insam (Bild oben rechts) unterstützt das von 1669 sofort
stoffemissionen bringen werden. geförderte Projekt des PhD-Studenten Rudolf Markt aus der Gruppe von Univ.-Prof.
Andreas Wagner. Beteiligt am Projekt sind noch Nina Lackner und Evelyn Peer.
Fotos: Irene Prugger, Sinsoma GmbH, Pixabay/geralt, SN/fwf/rausch-schott, Universität Innsbruck

Interessiert? Werden Sie FörderIn bei 1669 – Wissenschafft Gesellschaft!


Die Mitglieder des Förderkreises unterstützen die Universität Innsbruck gemeinsam in einem Netzwerk, als Brücke in die Gesellschaft,
sowohl ideell als auch materiell. Wenn Sie mehr über den Förderkreis erfahren wollen, kontaktieren Sie uns bitte unter der Tel. 0 512/507-
38 554, E-Mail: foerderkreis1669@uibk.ac.at – Weitere Info: www.uibk.ac.at/foerderkreis1669
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Liechtenstein-Preis
verliehen
D er Preis des Fürstentums Liechtenstein
wird seit 1983 jährlich verliehen und zählt
zu den renommiertesten Auszeichnungen für
wissenschaftliche Forschung an der Univer-
sität Innsbruck und der Medizinischen Uni-
versität Innsbruck. „Im Namen der Regierung
des Fürstentums Liechtenstein gratuliere ich
den Preisträgerinnen und dem Preisträger“,
so Regierungsrätin Dominique Hasler. „Die
aktuelle Situation betreffend die Covid-19-
Pandemie verdeutlicht die Bedeutung der
Forschung, wofür allen Forscherinnen und
Forschern großer Dank und Respekt gebührt.“
Aufgrund der Situation rund um das Corona-
virus konnten die Feierlichkeiten zur Vergabe
in Innsbruck oder Vaduz in diesem Jahr leider
nicht stattfinden. Die Preisträgerinnen und
Foto: Eva Fessler
Preisträger sind: Barbara Beikircher (Postdoc
am Institut für Botanik), Eva Maria Hirzin-
ger-Unterrainer (assoziierte Professorin am

Baustart am Innrain
Institut für Unternehmens- und Steuerrecht)
und Verena Hörtnagl-Seidner (assoziierte
Professorin am Institut für Fachdidaktik) von
der Universität Innsbruck sowie Matthias Er-

D ie Bundesimmobiliengesellschaft (BIG)
errichtet im Auftrag der Uni Innsbruck
ein neues Lehr- und Bürogebäude am Stand-
steht hier auf der Fläche der abgerissenen
Alten Chemie ein moderner Gebäude-
komplex für Lehre und Forschung. Mitte
lacher von der Medizinischen Uni Innsbruck.
Der Rektor der Universität Innsbruck, Til-
mann Märk, bedankte sich für die wertvolle
ort Innrain 52a. Zwischen Hauptgebäude April wurde planmäßig mit den Erd- und Unterstützung, die der Preis für die Universi-
und internationalem Studentenhaus ent- Aushubarbeiten begonnen. tät Innsbruck darstellt: „Dass wir die Vergabe
des Preises heuer nicht wie üblich persönlich
gemeinsam feiern konnten, ist sehr schade.

Weiterbildung:
Umso mehr freue ich mich, dass die Preisträ-
gerinnen und Preisträger trotz der schwie-
rigen Situation die Förderungen erhalten

Niemals ausgelernt
haben und ihre zukunftsweisenden Projekte
ausgezeichnet wurden.“

N eues Wissen im Bereich Digitalisierung, Rechnungswesen“ sowie den Universi- Die Junge Uni
im Netz
Pädagogische Qualitätsentwicklung im tätskursen „Internet of Things“ und „De-
Kindergarten oder wie wir uns unsere Zu- signing Future Realities“ werden im kom-
kunft designen – das Angebot der univer- menden Wintersemester bereits in den
sitären Weiterbildung an der Uni Innsbruck
umfasst über 50 Kurse und Lehrgänge aus
den unterschiedlichsten Bereichen. Die
Branchen etablierte Weiterbildungen, aber
auch neue Formate angeboten. Zusätzlich
werden auch Projekte zwischen der Uni-
W ie klang die Musik der Steinzeit-
menschen? Warum nicken Tauben mit
dem Kopf? Und wie spielten die alten Rö-
Teilnehmenden profitieren dabei von den versität und Unternehmen, die zur Kom- mer? Die Junge Uni hat die Zeit des Corona-
neuesten Erkenntnissen aus der Wissen- petenzsteigerung der Arbeitnehmerinnen Shutdowns gut genutzt und ein neues For-
schaft und lernen, diese praktisch anzu- und Arbeitnehmer dienen, organisiert. mat für Kinder und Jugendliche kreiert: Unter
wenden. Mit den Universitätslehrgängen Alle Informationen und das vollständige dem Titel „Junge Uni im Netz“ beantworten
„Digital Business (MSc)“, „Business Law“ Angebot finden Sie unter: www.uibk.ac.at/ Forscherinnen und Forscher der Universität
oder „Steuerrecht, Rechnungslegung und weiterbildung Innsbruck diese und andere Fragen in Form
von unterhaltsamen Videos auf dem Junge-

Zeit für Entscheidungen


Uni-YouTube-Kanal. Weitere Infos unter:
www.uibk.ac.at/jungeuni

D ie Corona-Krise hat die Welt im Griff –


langsam werden nun aber Maßnahmen
wieder gelockert. Grund genug, um nach einer
zwischen? In insgesamt vier Ausgaben der
multimedialen subject-Reihe der Universität
Innsbruck geben Wissenschaftlerinnen und
„Welt nach Corona“ zu fragen: Forscherinnen Wissenschaftler Impulse zu den Überthemen
und Forscher der Uni Innsbruck machen sich Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt, Gesundheit
Gedanken, wie „danach“ aussehen kann. Wie und Politik. Alle Ausgaben finden Sie hier:
Foto: Maria Schlögl
bisher? Alles anders? Oder irgendetwas da- www.uibk.ac.at/newsroom/subject/
Auf jeden
Fall studieren!
Ob im Hörsaal oder digital: Die Universität
eu:
J e tzt N
tung
 Innsbruck ist gut vorbereitet und freut sich auf
Bera ine- alle Studienanfänger*innen. 130 Angebote, um
l
in On ons gemeinsam Perspektiven zu entwickeln.
sessi
www.uibk.ac.at/studium
Wir bauen Brücken in die Zukunft!

© BfÖ 2020
    /uniinnsbruck

junge uni
www.uibk.ac.at

Kinder
Sommer Uni
Trotz oder gerade wegen der Corona-Virus Erfahrung –
die 18. Kinder-Sommer-Uni findet statt, denn es ist wichtig,
Bescheid zu wissen! Wir starten mit dem Programm am Montag,
13. Juli und es warten über 60 tolle Workshops!
Die Anmeldung ist ab Montag, 29. Juni 2020,
auf unserer Homepage möglich.

Nähere Infos unter: Tel. +43 512 507-32041 und auf der Homepage
www.uibk.ac.at/jungeuni