You are on page 1of 16

www.boersen-zeitung.

de

Börsen-Zeitung spezial
Verlagsbeilage zur Börsen-Zeitung I 14. Dezember 2010 I Nr. 241

Logistik 2011:
Trends und Innovationen
Logistik-Industrie blickt mit Zuversicht auf das nächste Jahr – Vor allem neue IT-Technologien
sowie -Anwendungen sind Treiber für Wachstum und Transformation

Logistik_Beilage_A4.indd 1 06.12.10 14:32:19


2 Verlagsbeilage 14. Dezember 2010

Inhalt
3 Jahresendrally mit
gedämpften Erwartungen
Von Prof. Dr.-Ing. Raimund Klinkner, Bundesvereinigung Logistik

4 Herausforderung Südpol:
Mit 1400 Tonnen Stahl ins ewige Eis

6 Mit dem Wachstum kommt


Bewegung in die Lieferketten
Von Erich L. Gampenrieder, Accenture

8 Deutsche Post DHL: Den Kunden


das Leben vereinfachen

10 „Grüne Logistik wird die


transport logistic 2011 stark prägen“
Interview mit Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer Messe München

12 Forschung und Innovation für


eine sichere Warenkette
Prof. Dr.-Ing. Michael Schenk und
Prof. Dr.-Ing. Klaus Richter, Fraunhofer IFF in Magdeburg

14 Telematik – Mehr Schutz und


Produktivität im Fuhrpark

Impressum
Konzept, Text und Gestaltung: BOEDDEKER. Gesellschaft für Kommunikation Verlag Börsen-Zeitung in der Herausgebergemeinschaft
& Medien mbH & Co. KG, Hamburg, www.boeddeker.com WERTPAPIER-MITTEILUNGEN Keppler, Lehmann GmbH & Co. KG,
Redaktion: Claudia Weippert-Stemmer Düsseldorfer Straße 16, 60329 Frankfurt am Main,
Anzeigen: Bernd Bernhardt Tel.: 069/27 32-0
Technik: Tom Maier Anzeigen Tel.: 069/27 32-115, Fax: 069/23 37 02
Typografische Umsetzung: Josef Welsch Vertrieb Fax: 069/23 41 73
Titelfoto: Ideeah Studio/Fotolia Geschäftsführer: Ernst Padberg
Druck: Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH,
Kurhessenstraße 4-6, 64546 Mörfelden-Waldorf

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 2 06.12.10 16:02:18


Verlagsbeilage 14. Dezember 2010 3

Jahresendrally mit
gedämpften Erwartungen
Indikator erreicht Spitzenwerte – Hervorragende Lagebeurteilung bei Industrie, Handel und Logistik

Seit vor drei Jahren dieser Seismograph Investitionsbereitschaft bleibt hoch. Bei
vorgestellt wurde, hat er seinen festen der Beschäftigung wird eine weitere Ex-
Platz in der Konjunkturforschung und pansion erwartet. Mit dem hohen Niveau
-berichterstattung gefunden. Damit wur- der Logistikaktivitäten kehrt das Thema
Prof. Dr.-Ing. de eine Lücke geschlossen in der Erfor- Fachkräftemangel zurück. Für rund die
Raimund Klinkner
schung des Status quo, der Analyse von Hälfte aller Befragten stellt die Knappheit
Vorstandsvorsitzen-
der der Bundesver- Entwicklungen und der Prognosen für an qualifizierten Arbeitskräften schon
einigung Logistik die Logistik. Schließlich ist sie mit 2,7 wieder ein Problem dar. Dieser Effekt ist
(BVL) e. V.
Millionen Beschäftigten und einem in der Logistik stärker ausgeprägt als im
Jahresumsatz von voraussichtlich rund gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.
215 bis 220 Mrd. Euro 2011 ein ge-
wichtiger Wirtschaftsbereich – wird aber Logistiker Es bestätigt sich erneut, dass die Lo-

D ie Signale im Wirtschaftsbereich
Logistik stehen zum Jahresende
2010 auf Grün. Dies ergab die Novem-
in ihrer Gesamtheit in keiner amtlichen
Statistik erfasst. Logistik macht inter-
nationalen Handel und die Globalisie-
müssen aktuell
mit hohen
gistik von der Volatilität der Wirt-
schaft überproportional betroffen ist.
Das galt im Abschwung wie jetzt im
berumfrage zum Logistik-Indikator, den rung durch wirtschaftlich arbeitende Aufschwung. Das aktuelle Bruttoin-
Risiken leben.
das Institut für Weltwirtschaft im Auftrag Netzwerke erst möglich. Eine optimierte landsprodukt-Wachstum des Jahres
der Bundesvereinigung Logistik (BVL) Logistik minimiert das Umlaufvermögen 2010 in Höhe von rund 3,5% lässt die
e.V. Quartal für Quartal erhebt. Börsi- und bietet gerade in wirtschaftlich an- Logistik um 5% expandieren. Somit ist
aner sprächen in einer vergleichbaren gespannten Zeiten die Chance, Working besondere Flexibilität notwendig, denn
Situation von einer „Jahresendrally mit Capital freizusetzen. In wirtschaftlichen bei aller Euphorie über das Wirtschafts-
gedämpften Erwartungen“. Die aus der Boomzeiten maximiert Logistik die Aus- klima müssen Logistiker aktuell mit
aktuellen wirtschaftlichen Lage und den bringung von Wertschöpfungsketten und hohen Risiken leben: Mögliche Währungs-
Erwartungen für die nächsten zwölf Mo- -netzwerken. krisen finanzschwacher Euro-Staaten, ein
nate gebildete Klimakurve erreicht die hartes Ringen der globalen Leitwährungen
Spitzenwerte aus der ersten Jahreshälfte Auffällig zum Jahreswechsel 2010/2011 oder Vertrauen erschütternde terroristi-
2007 knapp, ist aber bereits besser positi- ist die hervorragende Lagebeurteilung in sche Aktivitäten besitzen das Potenzial, die
oniert als in der ersten Jahreshälfte 2008. Industrie und Handel, aber gleichzeitig globale Wirtschaft maßgeblich zu schä-
auch bei Logistikdienstleistern. Die Ein- digen und den momentanen Wachstums-
Befragt werden regelmäßig Logistikfüh- schätzungen der Kapazitätsverfügbarkeit kurs ins Gegenteil zu verkehren – schnell
rungskräfte aus 200 repräsentativ ausge- und die relative Preisentwicklung zeigen und unerbittlich. Wachsamkeit, Flexibili-
wählten Unternehmen, in denen Logistik deutliche Auslastung. Die Aufwärtsent- tät und Umsicht sind zurzeit die obersten
eine wesentliche Rolle spielt. Die Auswahl wicklung aus den Vorquartalen setzt Gebote – nicht nur in der Logistik.
reicht von mittelständischen Unterneh- sich auf beiden Marktseiten fort. Demge-
men bis hin zu Konzernen. 100 der Befrag- genüber geben die Erwartungen für die
ten sind in Industrie und Handel, weitere nächsten zwölf Monate bei den Logistik-
100 bei Logistikdienstleistern tätig. In das dienstleistern leicht nach. Das deutet auf
Panel einbezogen sind Unternehmen, die eine bevorstehende Abkühlung auf ho-
für rund ein Viertel des Gesamtumsatzes hem Niveau im Verlauf des kommenden
der deutschen Logistikdienstleister ste- Jahres hin.
hen. Unter den Anwendern, die befragt
werden, finden sich bekannte Namen der Industrie und Handel sind etwas optimis-
deutschen Industrie und des Handels wie tischer. Fast drei von vier Befragten schät-
Audi, Bosch, Siemens, Kraft Foods und zen ihre gegenwärtige Geschäftslage als
Metro. Schwerpunkte der Analyse, die als gut ein. Vor 18 Monaten war das Verhält-
einzige den Wirtschaftsbereich Logistik nis genau umgekehrt. Zur sehr günstigen
in seiner Gesamtheit abbildet, sind die Einschätzung der Auftragsbestände trägt
Beurteilung der Lage im aktuellen Quar- das lebhafte Auslandsgeschäft besonders
tal sowie die Erwartungen für die kom- bei. Mehr als die Hälfte der Befragten Der Logistik-Indikator der BVL gibt Geschäftsklima, Lage und Erwartungen wieder.
menden zwölf Monate. rechnet mit einer weiteren Belebung. Die Dafür werden Logistik-Führungskräfte aus 200 Unternehmen befragt.

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 3 06.12.10 16:02:33


4 Verlagsbeilage 14. Dezember 2010

W eihnachten vor 99 Jahren: Roald


Amundsen und seine Kollegen
zünden sich Zigarren an. Nichts Besonde- Mit 1400 Tonnen Stahl
res. Nur: Amundsen befand sich auf der
Position 70°39´Süd, 08°15´West. Zehn
Tage vor Heiligabend hatte er mit seiner
Expedition als Erster den Südpol erreicht
ins ewige Eis
und das mit Zigarren und Seehundfleisch
gefeiert. Ob der Tabak auch bis Sylvester

Foto: Gert König-Langlo/Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung


gereicht hat, ist nicht überliefert. Fest
steht: Nachschub gab es nicht.

Expeditionen ins ewige Eis waren schon


immer eine logistische Herausforderung,
denn dort gibt es weder eine Supply noch
just in time. Daran hat sich bis heute nichts
geändert. Die Herausforderungen an den
Transport sind sogar noch größer, denn
die Forscherteams kampieren nicht mehr
in Zelten, sondern in Hightech-Bauten aus
Stahl, etwa in der neuen tonnenschweren
Forschungsstation Neumayer III des Bre-
mer Alfred-Wegener-Instituts, die ihren
Bestimmungsort Position 70°39´Süd,
08°15´West auf dem Seeweg erreichte.
Stelzen bewahren das Gebäude vor dem daher auf zwei Etappen verteilt werden,
Der Auftrag an die Wurst Stahlbau GmbH Versinken ins Eis. 20000 Schrauben, die da alle Teile bereits angeliefert waren.
im niedersächsischen Bersenbrück lautete: zusammen ein Gewicht von 13 Tonnen Das Problem: Die Bauteile, die erst im
1400 Tonnen Stahlkonstruktion bauen, auf die Waage bringen, halten die Stahl- nächsten Sommer montiert werden
in 128000 Teile zerlegen, durchnumme- konstruktion zusammen. Damit der Zu- konnten, würden unter vier Meter hohen
rieren und seefest verpackt an den Kai sammenbau klappt, durfte keine einzige Schneemassen verschwunden sein. Um
von Bremerhaven liefern. Damit der Neu- davon fehlen. sie wieder zu finden, wurden die einzel-
bau der Forschungsstation noch vor dem Einzelne nen Bauteile deshalb aneinander gekettet
Wintereinbruch abgeschlossen werden Nach vier Wochen Produktionszeit in Bauteile wur- und per GPS (Global Positioning System)
konnte, sollte die komplette Konstruk- Bersenbrück konnte die „Narja Artica“ markiert. Die Bauteile konnten dann mit
tion als eine Ladung dort eintreffen. War zwar termingerecht mit ihrer Ladung den aneinan- einem Kran geborgen und die Neumayer
Amundsens „Fram“ einst mit 100 Huskies, ablegen, doch das Packeis machte einen Station III in zwei Bauabschnitten fertig-
der gekettet
einem Kanarienvogel, 3000 Büchern, Strich durch den Zeitplan. Der Trans- gestellt werden.
einem zerlegbaren Fertighaus und einem port wurde zur Zitterpartie. 30% Reser- und per GPS
Grammofon an Bord in See gestochen, ve-Zeit waren zwar einkalkuliert worden. Wenigstens ein Vierteljahrhundert lang
nahm jetzt das dänische Frachtschiff „Nar- Aber als Bauzeit kamen nur die antark- markiert. muss das gelieferte Material nun Wind
ja Artica“ die 1400 Tonnen Stahl und die tischen Sommermonate von November und Eiseskälte standhalten, erst dann
dazugehörigen Schrauben mit an Bord. bis März in Frage. In dieser Zeit mussten kommt wieder „Nachschub“. Auf Zigar-
die Arbeiten unbedingt abgeschlossen ren muss die Forschungsmannschaft aber
Die neue Polarstation ist ein Hightech- werden, da ein unfertiges Gebäude in nicht so lange warten, sie werden auf
Stahlbau, der dem Schelfeis die nächsten der Antarktis kaum einen Winter über- Wunsch mit dem nächsten Schiff geliefert.
25 Jahre standhalten soll: Hydraulische dauern kann. Die Bauarbeiten mussten Ob just in time, ist allerdings fraglich.

Für den Bau der


Forschungsstation
Neumayer III in der
Antarktis waren 1400
Tonnen Stahl und
rund 20000 Schrau-
Foto: Ude Cieluch/Alfred-Wegener-Institut

ben notwendig.

Ganz rechts: Die fer-


tige Station steht auf
der Position 70°39´Süd,
08°15´West.

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 4 06.12.10 16:02:46


Verlagsbeilage 14. Dezember 2010 5

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 5 06.12.10 16:03:10


6 Verlagsbeilage
Ver
V
Ve
eerrla
llag
agsbe
ag sb
beila
beillaaggee 14.
14.
4 Dezember
Dez
Dez
De
ezemb
m err 201
mb 22010
010

Erich L. Gampenrieder
Geschäftsführer im Bereich
Management Consulting und
Fachmann für Supply-Chain-
Management bei Accenture

Mit dem Wachstum kommt


Bewegung in die Lieferketten
Nach der Krise beschäftigen sich Unternehmen mit der Frage, wie sie
dauerhaft wettbewerbsfähiger werden können

D as Wachstum ist zurück in deut-


schen Unternehmen. Mit Blick auf
die überstandene Krise und neue Risiken
mit der Frage, wie sie sich dauerhaft
wettbewerbsfähiger machen können. Der
Abschwung hat die Lücken aufgezeigt.
beschäftigt die Verantwortlichen vor al- Neue Risiken bahnen sich an, wie Un-
lem die Frage nach nachhaltiger Wett- sicherheiten über die Stabilität von Wäh-
bewerbsfähigkeit. Wichtiger Punkt dabei rungen, die Lage der US-Wirtschaft und
ist die Flexibilisierung des Lieferketten- Das Supply- Scharmützel um Ein- und Ausfuhrbe-
managements mit seinen Abläufen und Chain- schränkungen auf dem Weltmarkt. Auch
Technologien. deshalb nimmt der Wunsch von Unter-
Management nehmen zu, künftig beweglicher zu sein.
Für das Jahr 2011 prognostiziert die
betrifft nahezu
OECD Deutschland das höchste Wirt- Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei das
schaftswachstum in der Eurozone. die gesamte Supply-Chain-Management – betrifft es
Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat seinen doch nahezu die gesamte Wertschöpfung
höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht, Wertschöp- einer Firma. Um sie flexibler zu machen,
die erwarteten Dividenden der Dax-Un- fungskette. setzen Unternehmen bei Strukturen und
ternehmen liegen fast auf Rekordniveau. Abläufen des Lieferketten-Managements
Die gesamtwirtschaftlichen Kennzah- an, außerdem bei neuen technologischen
len spiegeln wider, was ein Großteil der Möglichkeiten. Zwei erfolgversprechende
deutschen Firmen erlebt: die Rückkehr Konzepte, strategisches Lieferanten-
des Wachstums. Binnen- und Export- Management und Service-Level-Diffe-
nachfrage ziehen an, die Auftragsbücher renzierung, bauen darauf auf, Kunden
sind voll. Damit kommt auch Zug auf die Produkt und Dienstleistungen in einzel-
Lieferketten. ne Portfolien zu segmentieren.

Statt in den Vorkrisen-Gang zurückzu- Kern des strategischen Lieferantenma-


schalten, beschäftigen sich Unternehmen nagements ist es, ein Wertschaffungs-

Börsen-Zeitung
B örsen-Zeitu
t ng spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 6 06.12.10 16:03:24


Verlagsbeilage 14. Dezember 2010 7

Netzwerk mit Lieferanten und Zulie- Richtig eingesetzt, stärkt Service-Level- telligenten Einsatz von Daten über Pro-
ferern zu schaffen. Dahinter stecken Differenzierung die Kundenbindung dukte und Abnehmer sowie von äußeren
mehrere Einsichten. Zum einen, dass und ermöglicht Cross- und Up-Selling. Einflüssen wie des Wetters auf Übersee-
„günstig“ nicht immer das Beste ist. Der richtige Mehrwert wird jedoch nur transporte. So lassen sich Kapazitäten
Mit Lieferanten lässt sich ein strategi- entfaltet, wenn die dahinterliegenden effizienter planen, auf Bedürfnisse der
scher Mehrwert erzielen, etwa durch Regeln konsequent und transparent an- Kunden kann schneller reagiert werden,
gemeinsame Innovation, zum Beispiel gewendet werden, etwa im Vertrieb. Ser- und neue Angebote mit Mehrwert wer-
bei Technologien und Produktdesign. vice-Level-Differenzierung setzt außer- den möglich.
Was bei Automobilherstellern seit Jah- dem voraus, dass sich eine Supply Chain
ren praktiziert wird, erhält nun Einzug entsprechend dynamisch konfigurieren Einer der weltgrößten Hersteller von
in Branchen wie den Flugzeugbau und lässt. Hier mangelt es vielfach an Inte- Baumaterialien bedient sich zum Bei-
die Telekommunikation. Mit seinem gration mit Abnehmern und Zulieferern, Eine Einsicht spiel eines Datenanalyse-Modells, das es
App-Store hat Apple ein Paradebeispiel sowohl auf strategischer, prozessualer lautet, dass ihm erlaubt, Kunden von verderblichem
für ein unkonventionelles Innovations- als auch auf technologischer Ebene. Spezialzement ein Lieferfenster von 20
netz geschaffen. „günstig“ nicht Minuten zu garantieren. Das Modell ver-
Lieferketten werden zunehmend von arbeitet unter anderem Verkehrs- und
immer das
Zum zweiten lassen sich deutlich höhere IT unterstützt. Neue Technologien wie Wetter-Daten zu einer optimal geplanten
Einsparungen im Einkauf erzielen, wenn Cloud-Computing und Software as-a- Beste ist. Route. Die Zwanzig-Minuten-Garantie
Lieferanten in Qualitäts- und Entwick- Service bieten Möglichkeiten, Abläufe ist einer der Hauptgründe, dass das Un-
lungsinitiativen und anderen Wertschöp- der Lieferketten reaktionsfähiger zu ma- ternehmen einen Premium-Preis für sein
fungsprozessen eingebunden werden. chen und zum Beispiel Lastspitzen im Produkt auf dem Markt durchsetzen
Sich auf das Senken von Einkaufspreisen Weihnachtsgeschäft vorübergehend ab- konnte.
zu konzentrieren, ist nur in ausgewähl- zufangen. Beispielhafte Anwendungen
ten Bereichen sinnvoll. für den Logistikbereich sind eProcure- Was den meisten Firmen Probleme bei
ment, Warehouse-Management-Systeme der smarten Verwendung ihrer Daten
Enge Lieferantenbeziehungen helfen (WMS), Transport-Management-Sys- macht, sind die uneinheitlichen, zum Teil
beispielsweise, Entwicklungszyklen zu tems (TMS), Supply-Chain-Planung oder nicht kompatiblen Datenbestände. So
verkürzen, ermöglichen aber auch ra- Freight-Audit- und Payment-Dienstleis- existieren viele Datensätze in doppelter
scheres Reaktionsvermögen auf volatile tungen. und dreifacher Ausführung in mehreren
Preisentwicklungen. Es entsteht mehr Datenbanken und Systemen, ohne dass
Transparenz – und somit die Grundlage Ein großer Vorteil der Cloud-Technolo- hier automatisch abgeglichen wird. Die
für ein besseres Risikomanagement in gie liegt darin, dass Leistungen sich be- Qualität der Daten zu verbessern und
finanzieller Hinsicht und auch bei Qua- darfsabhängig (on-demand) einkaufen sich auf die wirklich relevanten Daten
lität, Produktion und Logistik. Produk- lassen, in beliebig großem oder kleinem zu fokussieren, ist oft der erste wichtige
tionsbedingungen lassen sich besser kon- Maßstab, je nach Situation. Das wiede- Schritt bei Initiativen, Lieferketten im
trollieren und Imageschäden vorbeugen. rum verwandelt fixe Kosten in variable Angesicht vom Wachstum neuer Risiken
Im Fokus steht Servicequalität, weniger Kosten und erhöht damit die Beweglich- zu flexibilisieren.
der Preis. keit. Das US-Unternehmen US Postal
Service setzt zum Beispiel eine Cloud-
Natürlich müssen Unternehmen auch Lösung ein, um Barcode-Doubletten bei
weiterhin bei Qualität und Kosten dif- mehreren hundert Millionen Waren-
ferenzieren. Das gilt auch in Richtung stücken abzugleichen. Die Lösung ver-
der Kunden, die nach wie vor sensibel arbeitet in weniger als fünf Minuten das
beim Preis sind. Es zählt der richtige Datenvolumen eines Monats und kostet
Produkt-Service-Mix, mit dem sich rund 100000 Euro jährlich. Um eine ähn-
Firmen zunehmend auseinanderset- liche Leistung selbst zu erreichen, müss-
zen. Steuern lässt er sich durch Ser- te das Unternehmen High-end-Server für
vice-Level-Differenzierung gegenüber über 3 Mill. Euro anschaffen.
den Abnehmern von Produkten und
Dienstleistungen. So wird zum Beispiel Eine Schnittstelle im Supply-Chain-Ma-
wichtigen Kundengruppen die Mög- nagement, die zwischen Prozessen und
lichkeit eingeräumt, Kleinstmengen zu Technologien liegt, ist die Analyse von
bestellen, Aufträge am Telefon zu über- Daten (Supply-Chain-Analytics). Immer
mitteln und Bestellungen kurzfristig zu mehr Firmen erkennen ihr Potenzial. Neue IT-Technologien wie Cloud Computing können Abläufe der Lieferketten
ändern. Supply-Chain-Analytics umfasst den in- reaktionsfähiger machen und zum Beispiel Lastspitzen abfangen.

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 7 06.12.10 16:03:39


8 Verlagsbeilage 14. Dezember 2010

Eine Zustellerin von


DHL mit Paketsendun-
gen von Versandhänd-
lern. Der Online-Handel
in Deutschland legt
immer weiter zu, in die-
sem Jahr werden laut
Schätzungen rund
23,7 Mrd. Euro um-
gesetzt.

Den Kunden das Leben kannt. Die lauten, vereinfacht: heute be-
stellt, morgen gebracht. Online-Händler
und Logistiker, die sich mit Versand und

vereinfachen Transport der Waren zu lange Zeit ließen,


waren schnell raus aus dem Geschäft. Die
Konkurrenz war und ist schließlich nur
einen Mausklick entfernt.
Deutsche Post DHL bietet innovative Logistik-Lösungen
für Bürger und Online-Handel Die Deutsche Post DHL hat vor diesem
Hintergrund eine Vielzahl von Lösungen
auf den Weg gebracht, sowohl auf der

D ie Zahlen sprechen eine eindeutige


Sprache: Der Siegeszug des Online-
Handels ist ungebrochen, seit einem
die Hälfte aller westeuropäischen Ver-
braucher – also rund 190 Millionen
Menschen – im Durchschnitt für 600 Euro
Ebene der Versender, als auch auf je-
ner der Konsumenten. Vier interessante
Beispiele, die eine bemerkenswerte Inno-
Jahrzehnt legen Umsatz und Sendungs- online einkaufen wird. vationskraft belegen:
menge mit zum Teil zweistelligen Um-
satzraten zu. Der Durchmarsch des Online-Handels, Die Konkurrenz > Mit DHL eParcel hat Deutschlands
der gerade in der Vorweihnachtszeit sei- war und ist führender Paketdienst DHL Paket jetzt
So prognostiziert das US-Marktfor- nen jährlichen Höhepunkt erlebt, gründet eine Komplettlösung für Einzelhändler
schungsunternehmen Forrester Research, auf zwei Säulen: Das Shoppen von zu- schließlich nur geschaffen, die ihre Geschäfte über das
dass im Jahre 2014 bereits 114 Mrd. Euro hause aus ist zum einen einfach und Internet abwickeln wollen. Neben dem
einen Maus-
im westeuropäischen Online-Handel bequem, Produkte und Preise lassen sich klassischen DHL Versand- und Logis-
ausgegeben werden. Zum Vergleich: In per Mausklick miteinander vergleichen. klick entfernt. tikspektrum umfasst DHL eParcel auch
2009 waren es lediglich 68 Mrd. Euro. Zum anderen ist die logistische Abwick- Aufbau und Hosting von Webshops,
Für dieses Jahr rechnet der Hauptver- lung einer Bestellung, also der Prozess Integration eines Warenwirtschaftssys-
band des deutschen Einzelhandels (HDE) vom Klicken des Bestell-Buttons auf der tems, sowie Kunden- und Debitorenma-
für Deutschland mit einem Umsatz von Website bis zur Ablieferung des Pakets an nagement. Prozesse und Schnittstellen
rund 23,7 Mrd. Euro im Online-Handel der Haustür, in den vergangenen Jahren sind untereinander eng abgestimmt und
– ein Umsatzzuwachs von 8% gegenüber immer weiter perfektioniert worden. werden für den Internethändler einfach
2009. Die Gründe für diese Steigerung und zuverlässig aus einer Hand von DHL
sind naheliegend: Immer mehr Online- Denn sehr früh haben führende Logis- Paket bereitgestellt. Andrej Busch, Mar-
Shopper kaufen immer mehr via Inter- tik-Partner der Online-Händler wie die ketingvorstand von DHL Paket Deutsch-
net ein, ihre Warenkörbe werden immer Deutsche Post DHL das Potenzial des land: „Wir verfolgen mit dieser neuen
größer. Die Forrester-Analysten gehen Internet-Handels, aber auch die Wünsche Lösung konsequent unsere Strategie
davon aus, dass im Jahre 2014 fast und Erwartungen der Konsumenten er- weiter, unseren Geschäftskunden einen

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 8 06.12.10 16:03:54


Verlagsbeilage 14. Dezember 2010 9

schnellen und unkomplizierten Zugang weile genauso zum Alltag, wie die Filiale
zum Online-Handel zu eröffnen.“ oder der Briefkasten. Die Nutzerzahlen
zeigen: Sie ist in Deutschland wirklich an-
> Als erster Paketdienstleister Deutsch- gekommen.“
lands hat DHL Paket unlängst ein eigenes
Online-Shopping-Portal eröffnet: Mit > Das derzeit größte Post-Projekt, das un-
www.MeinPaket.de richtet sich DHL vor ter die Überschrift „Innovation“ gestellt
allem an kleinere und mittlere Händler. werden kann, ist der E-Postbrief (siehe
Ihnen wird ein zusätzlicher Kanal gebo- auch Interview rechts). Der E-Postbrief
ten, um Produkte attraktiv und verkaufs- macht im Internet die sichere und ver-
stark im Internet zu platzieren. So besteht trauliche Schriftkommunikation für jeder-
etwa auf MeinPaket.de die Möglichkeit mann möglich. Dabei hat der E-Postbrief
einer eigenen Shop-in-Shop-Integration. die gleichen Qualitätsmerkmale wie ein „Der E-Postbrief ist das
Das Portal verbindet Online-Shops der klassischer Papierbrief: Er ist verbindlich, prominenteste Projekt“
Branchen Technik, Wohnen, Mode, Hob- weil Absender und Empfänger eindeutig
by sowie Leben und Genießen. Der Zu- identifiziert sind; er ist vertraulich, weil Jürgen Gerdes (o.), Konzernvor-
Durch die stand BRIEF der Deutschen Post
gang wird nach einer Registrierung über alle Nachrichten verschlüsselt sind; und
DHL, über den E-Postbrief und
ein einziges, von DHL gesteuertes Login er ist verlässlich, weil die Deutsche Post Hybridfunktion weitere Innovationen.
möglich. Nur dort sind die Daten der Käu- sowohl elektronisch als auch physisch
fer hinterlegt, was dem zunehmen- flächendeckend zustellt. Deshalb ist der
des E-Postbriefs Welchen Stellenwert nimmt der
E-Postbrief in der Strategie 2015
den Sicherheitsbedürfnis von Online- E-Postbrief für den herkömmlichen Brief sind alle – auch ein?
Shoppern entgegenkommt. Dabei bietet in den allermeisten Fällen eine voll- Die Digitalisierung von Kommu-
DHL Paket den Vertragspartnern einen wertige Alternative. Um ihn zu nutzen, Nonliner – nikationsprozessen ist ein fester
umfassenden Service – von der gesam- braucht man keine zusätzliche Hard- oder Bestandteil der Unternehmens-
erreichbar. strategie 2015 des Konzerns
ten Abwicklung über die Bezahlung bis Software, nur einen PC mit Internetan-
Deutsche Post DHL. Der E-Post-
hin zu einer Absicherung gegen schluss. Und durch die Hybridfunktion des brief ist dafür ein sehr wichtiges
Zahlungsausfälle. E-Postbriefs sind alle – auch Nonliner – Beispiel und zurzeit sicherlich
erreichbar. Seit dem Start des Produkts das prominenteste Projekt des
Konzernbereichs Brief. Der Brief
> Ein Beispiel für innovative Logistik- im Sommer konnten inzwischen mehr als ist unser Kernprodukt, der Bereich
Lösungen für Privatkunden ist die erst- eine Million Kunden gewonnen werden. Brief eine der zwei Unterneh-
mals 2006 installierte DHL Packstation. Zudem wollen immer mehr Unternehmen menssäulen. Diesen Brief bieten
Sie findet regen Anklang, mehr als 1,5 und Institutionen, etwa die Allianz Ver- wir jetzt auch im Internet an.
Insofern ist der E-Postbrief für die
Millionen Kunden haben sich bereits sicherung, SAP, Mercedes-Benz Motor- Deutsche Post eines der wichtigs-
registriert. Bei den Packstationen gilt sport, große Banken und kommunale ten strategischen Produkte der
24/7: Man kann 24 Stunden am Tag an 7 Einrichtungen, den E-Postbrief in ihre vergangenen Jahre.
Tagen in der Woche Pakete aufgeben oder Brief-Kommunikation einbinden.
Plant die Deutsche Post für
abholen. Insgesamt sind derzeit 2500 die Zukunft weitere digitale
Packstationen in ganz Deutschland auf- Post-Vorstandschef Frank Appel fasst wie Projekte?
gestellt. An 45 besonders beliebten Stand- folgt die Strategie seines Unternehmens Bei der Konzeption unserer
orten in deutschen Großstädten wurden zusammen: „Wir stellen uns konsequent Online-Produkte und Dienstleis-
tungen setzen wir genau auf die
die Kapazitäten in diesem Jahr deutlich auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein Vorteile, die den Kanal Internet
erhöht. Unter anderem in Berlin, Ham- und entwickeln in allen Geschäftsbe- so attraktiv machen. Beispiel
burg, Köln oder München wurden neue reichen Lösungen, die ihnen das Leben kunden-individuelle Angebote:
Das Web bietet die Möglichkeit,
modulare Systeme mit bis zu 390 Fä- erleichtern. Auf diese Weise werden wir
Produkte mit einigen Mausklicks
chern aufgebaut. Jürgen Gerdes, Kon- unser Ziel erreichen, die Post für Deutsch- individuell zu konfigurieren.
zernvorstand BRIEF der Deutschen Post land zu bleiben und der Logistikdienstleis- Dieses Prinzip nutzen wir für
DHL: „Die Packstation gehört mittler- ter für die Welt zu werden.“ unseren Plusbrief individuell – mit
großem Erfolg. Beispiel Schnel-
ligkeit: Geschäfte lassen sich
online in Echtzeit tätigen. Warum
also nicht auch Briefmarken
kaufen? Mit unserem Service
Internetmarke konnten wir den
Umsatz im Vergleich zum Vorjahr
deutlich steigern. Jüngstes
Beispiel für Online-Innovationen
ist unser Werbemanager, der im
Sommer gestartet ist. Mit ihm
ermöglichen wir es kleinen und
mittelständischen Unternehmen,
regional Werbung im Internet zu
schalten. Ganz ohne spezielles
Know-how, mit wenigen Maus-
MeinPaket.de, das neue Shopping-Portal der Deutschen Post DHL, Der E-Postbrief ist seit Sommer am Start. Mehr als eine Million klicks und klarem Kostenrahmen.
richtet sich vor allem an kleine und mittlere Händler. Kunden konnten bislang gewonnen werden.

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 9 06.12.10 16:04:08


10 Verlagsbeilage 14. Dezember 2010

Interview mit Eugen Egetenmeir über die Leitmesse der Branche

„Grüne Logistik wird die transport


logistic 2011 stark prägen“
der Logistik nachzieht: Industry follows
Logistics – wo Infrastruktur und Ange-
bot stimmen, siedelt sich Industrie an.
Früher war das noch umgekehrt.

Grüne Logistik ist ein großes


Thema. Wie grün präsentiert sich
die transport logistic?
Grüne Logistik ist bei vielen Ausstellern
Eugen Egetenmeir
Geschäftsführer der ein großes Thema und wird die transport
Messe München logistic 2011 stark prägen: Egal, ob es
sich um die IT dreht, um Abläufe zu op-
timieren, wie Leerfahrten zu verringern
Herr Egetenmeir, die Logistik- sind wieder zurückgekommen. Dank der und Transportmittel optimal auszulasten
branche ist wieder zunehmend wirtschaftlichen Erholung nimmt der – oder es bei der Hardware darum geht,
positiv gestimmt. Wie sehen Sie weltweite Güterverkehr wieder Fahrt Emissionen zu reduzieren. Die Messe-
das? auf und wir erleben eine steigende Flä- Auftaktdiskussion wird sich auch mit
Alle Formen
Das sehe ich genauso. Wir haben es hier chennachfrage. So wie sich die Nach- diesem Thema beschäftigen. Bundesmi-
allerdings auch mit einer besonders frage abzeichnet, werden wir 2011 eine der Logistik- nister Ramsauer, Bahn-Chef Grube, Luft-
agilen und flexiblen Branche zu tun. neue, neunte Halle aufmachen. 2009 hansa-Cargo-Chef Garnadt und weitere
Das haben wir als Messeveranstalter hatten wir noch acht Hallen der Messe
Dienstleistung Branchengrößen werden unter dem Titel
selbst im Krisenjahr 2009 so empfun- München belegt. werden im „Zwischen Ökogewissen und Ökonomie-
den. Damals verzeichnete die transport zwang – wie viel Grün kann (sich) die
logistic entgegen der Konjunktur ein Gibt es Segmente innerhalb der kommenden Logistik leisten?“ diskutieren. Zudem
Wachstum bei Fläche und Ausstellern. Transport- und Logistikbranche, Jahr stärker werden sich Green-Logistics-Themen
Dies zeigt, die Transport- und Logis- die sich wieder stärker auf der auch inhaltlich durch eine ganze Reihe
tikwirtschaft hat selbst in der Krise die transport logistic präsentieren als vertreten sein. der 30 Fachforen auf der Messe ziehen.
Chance gesucht. Bietet sie doch Indus- auf den vorherigen Messen?
trie und Handel die unterschiedlichsten Alle Formen der Logistik-Dienstleistung
Möglichkeiten, ihre Distributionsabläu- werden im kommenden Jahr stärker
fe zu vereinfachen, zu rationalisieren vertreten sein, vor allem der maritime Die transport logistic 2011
und auszulagern. Dienstleistungen und Güterverkehr legt kräftig zu und wird auf einen Blick
Produkte, die helfen, Zeit-, Kosten- und zwischen zwei und drei Hallen bean-
Die 13. internationale Fach-
Umweltressourcen effizienter zu nut- spruchen. Die Air Cargo Europe, die messe für Logistik, Telematik
zen, waren selbst im Krisenjahr oder ge- Leistungsschau der Luftfracht, ist be- und Verkehr findet vom 10. bis
rade da durchaus gefragt, jedenfalls auf reits zum jetzigen frühen Zeitpunkt fast 13. Mai 2011 auf dem Gelände der
der Leitmesse der Branche. Umso zügi- Neuen Messe München statt. Die
schon ausgebucht. Auch die Nutzfahr-
transport logistic ist die weltweit
ger geht es jetzt auch wieder deutlich zeug-Branche ist wieder im Aufwind. größte Messe für den vielschichtig
aufwärts. Das Wirtschaftswachstum Fast alle großen Hersteller haben sich strukturierten Güterverkehr auf
2010, das für Deutschland mit 3,5% längst angemeldet. Die Gleisanlagen Straße, Schiene, Wasser und in der
Luft. Das Portfolio umfasst Logistik
prognostiziert wird, steigt schneller als im Freigelände, auf denen die neuesten
und Güterverkehr, Telematik sowie
erwartet und bietet damit den richtigen Fahrzeuge für den Schienengüterver- innerbetrieblichen Transport und
Rahmen dafür, dass die Branche wieder kehr vorgestellt werden, sind auch so Materialfluss. In die transport logis-
im Aufwind ist. gut wie ausgebucht. Ein Trend, den wir tic 2011 ist die Air Cargo Europe
integriert, eine zum fünften Mal
beobachten, betrifft das Standortmarke-
stattfindende Ausstellung der
Wirkt sich das bereits auf die An- ting. Immer mehr Städte, Regionen und globalen Luftfrachtindustrie.
meldungen für die transport logistic Länder bündeln sich auf Gemeinschafts- Die transport logistic 2009 zählte
2011 aus? ständen, um gezielt für sich als Logistik- 1 764 Aussteller aus 55 Ländern
und rund 48 000 Besucher aus
Ja, in jedem Fall. Etliche Aussteller, die standort zu werben. Dies spiegelt auch 112 Ländern.
letztes Mal nicht teilnehmen konnten, wider, dass mittlerweile die Industrie

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 10 06.12.10 16:04:25


Verlagsbeilage 14. Dezember 2010 11

Börsen-Zeitung

Sonderbeilagen 20 11
Themen Erscheinungstag Anzeigenschluss

Rückversicherer 29. 01. 2011 05. 01. 2011


Sparkassen-Finanzgruppe 12. 02. 2011 19. 01. 2011
Nachhaltigkeit 26. 02. 2011 02. 02. 2011
Finanzplatz Frankfurt 16. 03. 2011 18. 02. 2011
Strukturierte Anlageprodukte 18. 03. 2011 22. 02. 2011
Deutscher Bankentag 30. 03. 2011 04 .03. 2011
Leasing & Factoring 09. 04. 2011 16. 03. 2011
Asset Management 16. 04. 2011 23. 03. 2011
Wirtschaftsraum NRW 07. 05. 2011 13. 04. 2011
Wirtschaftsraum Bayern 14. 05. 2011 20. 04. 2011
Investor Relations 04. 06. 2011 18. 05. 2011
Förderbanken 18. 06. 2011 25. 05. 2011
Finanzen & Fußball 25. 06. 2011 01. 06. 2011
Die deutschen Pfandbriefbanken 02. 07. 2011 08. 06. 2011
Volks- und Raiffeisenbanken 27. 08. 2011 03. 08. 2011
Energie & Umwelt 03. 09. 2011 10. 08. 2011
Exchange Traded Funds (ETF) 17. 09. 2011 24. 08. 2011
Immobilien 30. 09. 2011 31. 08. 2011
Finanzplatz Luxemburg 15. 10. 2011 19. 09. 2011
Optionsscheine & Zertifikate 22. 10. 2011 26. 09. 2011
Wirtschaftsraum Niedersachsen 05. 11. 2011 12. 10. 2011
Wirtschaftsraum Baden-Württemberg 12. 11. 2011 19. 10. 2011
Eigenkapital 19. 11. 2011 26. 10. 2011
Investmentfonds 26. 11. 2011 02. 11. 2011
Jahresschlussausgabe 31. 12. 2011 01. 12. 2011

Kontakt

Börsen-Zeitung - Anzeigenabteilung - anzeigen@boersen-zeitung.de - www.boersen-zeitung.de


Bernd Bernhardt, Telefon 0 69/27 32-189 - Andrea Kineke, Telefon 0 69/27 32-223 - Hans Peter Nonnen, Telefon 0 69/27 32-247

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 11 06.12.10 16:04:38


12 Verlagsbeilage 14. Dezember 2010

Forschung und Innovation für


eine sichere Warenkette
Auf dem Galileo-Testfeld in Sachsen-Anhalt entwickelt und überprüft das Fraunhofer Institut IFF
neue, zukunftsweisende Technologien für die Logistik-Industrie

umgeschlagen wird, entfällt die Neu-


kommissionierung der Waren zwischen
Ferntransport und Zielverkehren – das
beschleunigt die Abläufe und erhöht
die Sicherheit der Transportkette. Sogar
für den Einsatz in zukünftig emissions-
freien Innenstadtzonen sind die Fahr-
zeuge gerüstet. Ausgestattet mit einem
Prof. Dr.-Ing. Prof. Dr.-Ing. Klaus Richter
Akku-Schnellwechselsystem dient der
Michael Schenk Materialflusstechnik und
Leiter Fraunhofer -systeme, Fraunhofer IFF Wechselbehälter gleichzeitig als Quelle
IFF in Magdeburg kontinuierlicher Energieversorgung für
Elektro-Kleintransporter.

G alileo wird kommen. Mit den


hochauflösenden Daten des euro-
päischen Satellitennavigationssystems
Lösungen für eine durchgängige und
extrem genaue Ortung von Fahrzeugen,
Waren und Transporten.
Ihre besondere „Intelligenz“ erhalten die
Wechselbehälter durch die verwendete
neue RFID- und Telematik-Technologie.
lassen sich in Zukunft völlig neue Or- Schon seit Jahren arbeitet das Fraunho-
tungslösungen realisieren, die nicht nur Im Rahmen des Testfelds sind in Magde- fer IFF daran, mit intelligenter Logistik
für die Logistikbranche von Interesse burg Technologien entwickelt worden, Warenketten sicherer zu machen. Dafür
sind. Schon heute aber stehen weitere, die eine vollständige Transportdoku- wurden neben dem Wechselbehälter
eng mit dem System verknüpfte neue mentation ohne Brüche ermöglichen, noch verschiedene andere intelligente
Technologien für eine verbesserte Or- bis hin zu einer zentimetergenauen Behälterkonzepte entwickelt. Die neuen
Kontinuierliche
tung, Navigation und Kommunikation Echtzeitbeobachtung der Warenwege Technologien nehmen eine automa-
bereit. Entwickelt werden sie unter an- auf den Unternehmensgeländen. Mit ih- Warenverfol- tisierte, stetige Inventarisierung der
derem in Magdeburg. Dort befindet sich rer Hilfe sollen Firmen bereits während transportierten Ladung vor. So lassen
Deutschlands modernste Einrichtung für des Transports Rückschlüsse auf den
gung für mehr sich mit ihnen Transportgüter durch-
diese Thematik – das Entwicklungslabor aktuellen Zustand ihrer Waren ziehen Sicherheit. gängig verfolgen und identifizieren.
des Galileo-Testfelds Sachsen-Anhalt. können, dank digitaler Kommunikation Dazu sind die Behälter mit speziellen
Das Testfeld wurde im März 2010 eröff- sogar von jedem Standort der Welt aus. RFID-Systemen ausgerüstet, die eine
net, seine Infrastruktur verläuft über die starke Verwirbelung der Funkwellen er-
Städte Magdeburg und Halle (Saale). Vorreiter dafür ist das Fraunhofer-Insti- zeugen, sozusagen die „Moden rühren“.
tut für Fabrikbetrieb und -automatisie- Über den Aufbau einer homogenen Feld-
Smartbox, intelligenter Container, rung IFF. Es arbeitet unter anderem an stärkeverteilung schaffen sie die Grund-
Wechselbehälter oder RFID-Tunnel neuen RFID- und Telematik-Systemen lage für etwas, was mit herkömmlichen
– im Entwicklungslabor des Galileo- sowie innovativen Logistikkonzepten, vergleichbaren Technologien noch
Testfelds Sachsen-Anhalt wird derzeit etwa neue Umschlagkonzepte für intel- nicht immer funktioniert: eine sichere
eine ganze Reihe neuester Technologie- ligente Wechselbehälter. Das patentier- Identifizierung aller im Behälter be-
Anwendungen für den Einsatz in der te System ist nicht mehr fest mit einem findlichen Objekte. Und das auch unter
Wirtschaft vorbereitet. Mit ihnen kön- Transporter verbunden, sondern kann, schwierigsten Bedingungen und mit für
nen sich Distributionsdienstleister und ohne Gabelstapler, schnell und leicht RFID-Verfahren schwer handhabbaren
Produktionsunternehmen das Leben abgenommen werden. Die Behälter sind Materialien, wie Metall oder Flüssigkei-
erheblich erleichtern. Hauptverant- für den Einsatz auf 3,5-Tonnen-Fahrzeu- ten. Auch die Umgebungssituation und
wortlich für die neuen Entwicklungen gen konzipiert und können bei längeren Umwelteinflüsse, etwa Erschütterungen
sind das Fraunhofer-Institut für Fabrik- Strecken auf normalen Lkw gebündelt oder Stöße, werden registriert. So lassen
betrieb und -automatisierung IFF, die transportiert werden. Im Innenstadt- sich direkte Rückschlüsse auf den Zu-
Otto-von-Guericke-Universität und das verkehr besitzen sie dann die perfekte stand eines Transportguts ziehen.
Institut für Automation und Kommuni- Größe, um auf der „letzten Meile“ be-
kation ifak in Magdeburg. Gemeinsam darfsgerecht und zielgenau die Ware Einer der Gründe für die umfassende
mit ihren Wirtschaftspartnern arbeiten zum Endkunden zu bringen. Da bei der Warenüberwachung sind die zuneh-
die Forschungseinrichtungen an neuen Feinverteilung der gesamte Behälter menden Kontrollanforderungen von

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 12 06.12.10 16:04:52


Verlagsbeilage 14. Dezember 2010 13

produzierenden Unternehmen und Dis- ten bis in Gebäude hinein gewährleistet


tributoren. Nicht nur das Wissen über werden. Das bietet große Vorteile nicht
eventuelle Beschädigungen von Gütern nur für sicherheitsrelevante, sondern
während eines Transports ist dabei von auch für temperaturgeführte Ware. Für
Bedeutung. Weil nämlich zunehmend diesen Fall kommen kostengünstige-
feste Lagerkapazitäten auf die Straße re, passive Transponder mit integrier-
verlagert werden, steigen auch die An- ter Sensorik zum Einsatz. Die auf den
zahl der Transportvorgänge sowie der speziellen Chips abgespeicherten Log-
Wert der transportierten Waren und Daten werden ständig ausgelesen und
Güter. in Echtzeit ausgewertet. Das homogene
Funkfeld im RFID-Tunnel erhält dabei
So ist nach Einschätzungen namhafter die Energieversorgung der auf dem Tag
Logistikunternehmen davon auszu- befindlichen Sensoren immer aufrecht,
gehen, dass 80% der Unregelmäßig- gelingt es, die lückenlose Überwachung sodass die Sensordaten durchgehend
keiten innerhalb der Transportkette der Waren aufrechtzuerhalten und einen zyklisch ermittelt werden. Vor allem bei
im Bereich der Umschlagsknoten auf- Bruch während der Umschlagvorgänge der Übergabe von Kühl- und Frische-
treten. Diese sind sowohl prozessual zu vermeiden. Die neu entwickelten, gütern an den Schnittstellen von Liefer-
bedingt als auch auf gezielte Eingriffe ebenfalls patentierten RFID-Reader- ketten ist das von Bedeutung.
zurückzuführen. Noch gravierender ist Gates sind in der Lage, markierte Güter
der Anteil der Eingriffe im Bereich der und Waren absolut sicher und extrem Das Galileo-Testfeld Sachsen-Anhalt ist
Straßentransporte. Es wird geschätzt, schnell zu identifizieren. Ihre Technik U.l.: Als Ergänzung zum eine hervorragende Plattform, auf der
Entwicklungslabor im
dass der wirtschaftliche Schaden durch gleicht jener, die bereits in die Wech- verschiedene Lösungen für die Schaffung
Wissenschaftshafen
Frachtdiebstähle jährlich mehrere Milli- selbehälter integriert wurde. So bleiben lassen sich auf der einer geschlossenen Transportkette und
arden Euro umfasst – Tendenz steigend. alle Vorteile des intelligenten Trans- Logistik-Plattform im -überwachung entwickelt werden. Es
Magdeburger Hafen
Die Folge: Sowohl bei den Transporten portbehälters erhalten. Zudem sind sie die Technologien unter dient aber auch der Auftragsforschung
als auch bei den Umschlagsknoten be- ebenso flexibel und branchenübergrei- realen Bedingungen und als Testinfrastruktur für Unterneh-
untersuchen.
steht wachsender Bedarf am Einsatz fend einsetzbar. Ganze Lkw-Ladungen men. Dafür stehen modernste Systeme
intelligenter Transportmittel und Infra- voll Waren können mit ihnen auf einmal U.r.: RFID-Gate im zur Identifikation und Ortung für den
strukturen. fehlerfrei ausgelesen und identifiziert Entwicklungslabor Innen- und Außenbereich bereit. Dieses
des Galileo-Testfeldes
werden. Sachsen-Anhalt. Sogar die Angebot und die daraus hervorgehenden
Dafür hat das Fraunhofer IFF das Prinzip lückenlose Zustands- Entwicklungen haben bereits Unterneh-
überwachung von tem-
des intelligenten Transportbehälters auf Auf diesem Weg kann eine lückenlose peraturgeführter Ware ist
men wie DHL oder den neuen Logistik-
die Gate-Anwendungen erweitert. So Zustandsüberwachung von Transpor- möglich. dienstleister FreshParcel überzeugt.

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 13 06.12.10 16:05:05


14 Verlagsbeilage 14. Dezember 2010

Telematik – Mehr Schutz


und Produktivität im Fuhrpark
Mit der Implementierung von Telematiksystemen in Lkw
erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit der Flotte

N och vor wenigen Jahren war


Telematik ein Hype-Thema.
Mittlerweile hat sie sich als Sicher-
sie noch haben und ob sie neue Aufträge
annehmen können.

heitstechnik, insbesondere bei der „Das erleichtert die Einsatzplanung er-


Wartung von Fahrzeugen etab- heblich“, sagt Nadja Geiter, Chefin der
liert. Im hart umkämpften Lo- Spedition, die einen Fuhrpark mit 20
gistikgeschäft überlebt nur, wer Lkw managt. „Früher war bei uns jeden
seine Kosten im Griff hat. Im Morgen die Hölle los. Alle Fahrer muss-
Tagesgeschäft der Spedition Johann ten bis zehn Uhr ihren Standort durch-
Müller etwa ist diese Lösung längst ein geben.“ Danach legten die Disponenten
wirksamer Hebel, um die Produktivi- auf einem tischtuchgroßen Papier die
tät des Fuhrparks zu steigern und die Touren fest. Stand der Plan, wurde jeder
Sicherheit von Fracht und Fahrer zu Fahrer wieder antelefoniert, um mit ihm
gewährleisten. die Route detailliert zu besprechen. Fiel
Wettbewerb
ein Fahrer aus oder meldete sich zu spät,
Wenn die Lkw-Fahrer der Spedi- unter den musste der halbe Plan umgeschrieben
tion Johann Müller ihre Fahrzeuge werden. „Das kostete Zeit und Geld“,
starten, gehen sie automatisch
Fahrern, erklärt die Betriebswirtin mit Fachrich-
online. Das mittelständische wer am tung Transport und Logistik. „Seitdem
Familienunternehmen setzt wir 2007 Telematik eingeführt haben,
ausschließlich auf Trucks, die wenigsten arbeiten wir viel wirtschaftlicher.“
mit einem Telematiksystem
Sprit ver-
ausgerüstet sind. Damit sind Der auf Weintransporte spezialisierte
die schweren Fahrzeuge permanent braucht. Familienbetrieb gehört mit dem konse-
mit der Einsatzzentrale in Mülheim quenten Einsatz von Telematik noch im-
an der Mosel verbunden. Sie sen- mer zu einer Minderheit in der Branche.
den per Mobilfunk selbständig Obwohl auf der diesjährigen IAA für
Statusmeldungen an die Nutzfahrzeuge in Hannover Telematik
Zentrale und empfangen eine zentrale Rolle einnahm, sind nur
neue Nachrichten. wenige Lkw mit mehr als einem Navi-
Die Disponenten er- gationssystem ausgestattet. Zwar geht
kennen auf einer eine gesamteuropäische Studie des
digitalen Karte am Marktforschungsinstituts Canalys davon
PC, wo sich die aus, dass sich zwischen 2007 und 2010
Fahrzeuge be- die Zahl der Systeme um rund 150%
finden, wie viel erhöht hat. Dies würde aber bei etwa
Restlenkzeit zwei Millionen Telematikanwendungen
nur rund 6,5% aller in der EU zugelas-
senen Fahrzeuge ausmachen.

Dabei scheinen die Vorteile von Telema-


tiksystemen unbestritten. Die Spedition
Johann Müller sammelt mit den Bordmo-
dulen ihres MAN-Fuhrparks ständig Da-
ten wie Kraftstoffverbrauch, Geschwin-
digkeit, Gaspedalstellung, Drehzahlen,
Schaltvorgänge oder Bremsbetätigun-
gen. Unter den Fahrern sei inzwischen
regelrecht ein Wettbewerb entbrannt,
wer mit seinen Zugmaschinen am we-

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 14 06.12.10 16:05:18


Verlagsbeilage 14. Dezember 2010 15

nigsten Sprit verbraucht. „Wenn wir bei den Speditionen auch die angeschlosse- Projektpartner wollen beispielsweise
20 Fahrzeugen jeweils fünf Liter Diesel nen Werkstätten einsehen können. So herausfinden, wie sich aktuelle von Sen-
weniger auf 100 Kilometer verbrauchen, errechnen sie den optimalen Zeitpunkt soren erfasste Verkehrsinformationen
kommen wir bei 120000 Kilometern für anstehende Inspektionen und reser- aus einem Fahrzeug automatisiert an
pro Jahr und Lkw auf eine Ersparnis vieren frühzeitig einen Termin. Das re- andere Autos und Lkw senden lassen.
von insgesamt 120000 Euro“, rechnet duziert Standzeiten und verlängert die Mit Hilfe dieser Car-to-X-Kommunika-
Nadja Geiter vor. Dafür kann sich die Lebensdauer der Fahrzeuge. tion könnten sich Fahrzeuge gegensei-
Spedition ein neues Fahrzeug kaufen. tig über gefährliche Stauenden warnen
Der geringere Treibstoffverbrauch des Auch Nadja Geiter entgeht mit der oder lokale Wetterinfos für den Trans-
Transportunternehmens spiegelt die Er- monatlichen Auswertung von Daten portweg weitergeben.
gebnisse einer Umfrage des Fraunhofer wie Geschwindigkeit, Gaspedalstel-
Instituts. Sie ergab, dass sich mit On- lung, Drehzahlen, Schaltvorgänge oder Einen anderen Weg schlagen Telekom
board-Systemen im Mittel 5,5% Sprit Bremsbetätigungen nichts. „Anhand Fahrzeuge und Continental mit AutoLinQ ein.
einsparen lassen. der Werte erkenne ich genau, wie meine werden stärker Automobilzulieferer und Kommunika-
Fahrer unterwegs sind und welche Ver- tionsunternehmen vernetzen das Fahr-
Neuere Studien zum Einsatz von Tele- besserungsmöglichkeiten es gibt. Davon miteinander zeug mit dem Internet und setzen dabei
matiksystemen sind Mangelware, doch waren die Fahrer am Anfang nicht be- auf die Technologie, die den Handy-
und mit der
hat eine ältere Untersuchung von Nav- geistert. Aber inzwischen verstehen sie, markt aufgewirbelt hat. Gemeinsam mit
teq Research weitere Vorteile der Tele- dass wir alle davon profitieren.“ Außenwelt der weltweiten Entwicklergemeinschaft
matik für Fuhrparkbetreiber taxiert. So bringen sie auf die Fahrsituation ange-
sinken die Kommunikationskosten um Mit den Anwendungen in den MAN- vernetzt. passte Apps in Auto und Lkw. Es lohne
bis zu 40% und die Auftragskapazität Fahrzeugen steht die Telematikentwick- sich, in ein Telematiksystem zu investie-
eines Logistikunternehmens steigt um lung aber erst am Anfang. Das Projekt ren, haben auch die Analysten von Frost
bis zu 10%. Nadja Geiter bestätigt, dass simTD – Sichere Intelligente Mobilität & Sullivan gerechnet. Durch erfolgrei-
ihre Fahrer unterwegs direkt mit der – etwa hat zum Ziel, Fahrzeuge stärker che Implementierung einer solchen
Speditions-Software verbunden sind. miteinander und mit der Außenwelt zu Software in den Fahrzeugen würden
„Per Mausklick schieben Disponenten vernetzen und damit mehr Sicherheit Flotten wettbewerbsfähiger und ver-
Waren und Aufträge von einem System auf die Straße zu bringen. Neben allen besserten den Kundenservice. „Zuerst
in das andere. Ein neuer Auftrag wird deutschen Autoherstellern beteiligen ergeben sich direkte Kosteneinsparun-
den Fahrern direkt im Bordcomputer sich Zulieferer wie Continental oder gen, dann steigt die Kundenzufrieden-
angezeigt.“ Das Navigationssystem Bosch, wissenschaftliche Institute und heit und -loyalität und damit auch der
führt sie dann unter Berücksichtigung die Deutsche Telekom als Netzbetrei- Umsatz“, unterstreicht Michael Minich,
der Straßenart und eventueller Staus ber an diesem Forschungsprojekt. Die Consultant bei Frost & Sullivan.
auf dem schnellsten Weg zum Ziel.

Bordcomputer im Lkw. Die Fahrer sind über die


„Mit gleicher Disponentenanzahl lässt Telematik-Software mit der Spedition verbunden,
sich ein um ein Drittel größerer Fuhr- sodass ihnen neue Aufträge umgehend ange-
zeigt werden können.
park managen“, betont Marc Avril von
MAN. „Dazu kommen weniger Leer-
fahrten, geringere Standzeiten und
es verlängert sich die Lebensdauer
der Fahrzeuge.“ 5000 MAN-Lkw etwa
sind derzeit mit einer gemeinsam mit
T-Systems entwickelten Telematikan-
wendung unterwegs, die eine mobile
Fahrzeugeinsatzanalyse ermöglicht. Sie
erstellt einen Bericht über den Status
verschleißabhängiger Teile wie Motoröl
oder Bremsbeläge. Diese Daten fließen
in das Wartungsdatenportal, das neben

Börsen-Zeitung spezial

Logistik_Beilage_A4.indd 15 06.12.10 16:05:31


16 Verlagsbeilage 14. Dezember 2010

r
r e n Sie von unsere
Profitie
O r t- Ko m petenz!
Vor-

Emerging Markets geben


den Märkten ein neues Gesicht
Die Bedeutung der asiatischen und lateinamerikanischen Volkswirtschaften nimmt stetig zu.
Schon heute prägen die Emerging Markets das Gesicht der Weltwirtschaft, indem sie nahezu 50 %
zur globalen Wirtschaftsleistung1 beitragen. Selbst in der weltweiten Rezession zeigten sie robustes
Wachstum und führen nun den globalen Aufschwung an.

Profitieren Sie von unserer Emerging-Markets-Kompetenz. Seit mehr als 25 Jahren sind unsere
Aktienspezialisten von RCM und Anleiheprofis von PIMCO 2 vor Ort aktiv, um für Sie die besten
Anlagechancen der Wachstumsmärkte zu identifizieren. Kein anderer deutscher Fondsanbieter
kann dort auf mehr
Deutschlands Aktienspezialisten
globaler Fondsmanager. zurückgreifen – und kaum ein anderer investiert weltweit
mehr in Emerging-Markets-Anleihen. Mehr zu unseren Fonds: www.Megatrend-EM.de

Deutschlands globaler Fondsmanager.

1
Quelle: International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, gemessen am BIP zu Kaufkraftparitäten, Stand April 2010.
2
In Deutschland sind PIMCO und RCM Einheiten der Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH. Weitere Informationen erhältlich
Börsen-Zeitung spezial bei Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbH, Mainzer Landstraße 11–13, 60329 Frankfurt am Main.

Logistik_Beilage_A4.indd 16
B$Q]B(0B3DQGDB%XOOHB[B1(8LQGG  06.12.10 16:05:45