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Von der 'Zuweisung eines fremden Namens'

zum 'Conceptual blending':


Metaphermodelle von Aristoteles bis Fauconnier
Paul Georg Meyer, Aachen

In other words, metaphor theorists have done


fine brushwork on an Aristotelian canvas. And
the Aristotelian paradigm has been detailed
with extraordinary care and creativity, giving
us not only a lexicon with which to discuss
metaphor but also a workable, if incomplete,
notion of metaphor's way of meaning.
(Eubanks 2000, 16)

And even behaviorists recognize that metaphor


is one the few devices that we have for leaping
beyond the essential privacy of the experiential
process. (Fernandez 1972, 41)

1. Metapher und Modell: eine unendliche Geschichte


Metaphern und Modelle sind aus vielen Gründen vieldiskutierte Entitäten im
Wissenschaftsbetrieb. Debatin (1996, 85) verweist auf die Gemeinsamkeiten der
beiden:
Die Metapher kann … als eine Einheit von Perspektiveneröffnung und Gegenstands-
darstellung verstanden werden, d.h. sie referiert nicht nur auf ihr Objekt, sondern auch
auf ihre Darstellungsweise und führt damit vor Augen, daß die metaphorische
Gegenstandsdarstellung immer ein 'Präsentieren als' und das Verstehen der Metapher
immer ein 'Erkennen als' ist. Auch das Modell ist dadurch gekennzeichnet, daß es
bestimmte Eigenschaften des modellierten Objektes hervorhebt und andere
vernachlässigt, also eine Ähnlichkeitsbeziehung im Sinne einer zumindest partiellen
strukturellen Isomorphie herstellt. Modelle sind Konstruktionen, die sich auf einen
bestimmten Ausschnitt von Wirklichkeit beziehen, und die beanspruchen, ihren
Gegenstand in abstrahierter Form und unter einem bestimmten Hinblick (z.B.
Funktionsabläufe oder Struktureigenschaften) zu präsentieren.
'Metapher' und 'Modell' sind in den Kulturwissenschaften zwei bis zur Unkenntlichkeit
ineinander verschränkte, oder muss man sagen: miteinander verfilzte Begriffe (vgl. a.
Zill 2008). Eine Metapher kann als Modell dienen, ein Modell kann auf einer
Metapher basieren oder aus einer Metapher entwickelt sein. Wie der vorletzte Satz
zeigt, kann man auch das Verhältnis von Modell und Metapher metaphorisch
beschreiben (und daraus vielleicht ein Modell entwickeln?). Der Modellbegriff, der
2

heute in den Wissenschaften angewandt und in obigem Zitat beschrieben wird, nutzt
als Bzeichnung eine typische Metapher: Im Italien des 15. Jahrhunderts war ein
modello eine konkrete verkleinerte, vom Architekten angefertigte Abbildung eines
geplanten Gebäudes, die dem Bauherrn einen Eindruck von demselben verschaffen
sollte und mit dem die Baumeister wohl auch konkret arbeiteten. Diese Referenz kann
dem entsprechenden deutschen Lehnwort, unter vielen anderen, durchaus auch heute
noch nachgesagt werden. Und auch die Bezeichnung Metapher ist eine Metapher, wie
wir noch sehen werden. Und nachdem ein Modell jetzt nicht mehr aus Holz sein muss,
kann man auch ein Modell der Metapher und, wer will, sogar ein Modell des Modells
bauen.
Die beiden Begriffe sind also nicht nur eng aufeinander bezogen, sondern auch
schier unendlich selbstreferentiell. Daher ermutigt mich meine Forschung zur
(insbesondere aristotelischen) Metapherntheorie zu einem Beitrag zu diesem Band.

2. Wie alles anfing: die unendliche Geschichte des Aristoteles


2.1. Der Platz der Metapher in Aristoteles' Werk
Als Aristoteles vor über 2300 Jahren den Begriff der Metapher erfand, bediente er
sich zu dessen Erläuterung eines Modells, ante litteram. Es lohnt sich, den
philosophischen Kontext zu skizzieren, in dem dies geschah.
Aristoteles' Lehrer Plato benutzte relativ naiv Metaphern in seinen Dialogen.
Plato hatte aber auch bereits ein selbstverständliches Bewusstsein davon (und fand
dieses wohl in seiner Umgebung vor), dass es sich hier um eine besondere, und auch
nicht ganz unproblematische Redeweise handelt. Das Selbstverständliche des
Bewusstseins zeigt sich u.A. daran, dass er dafür ganz beiläufig eine eigene
Bezeichnung benutzte: εἰκών [eikō'n], das Ur-Etymon all unserer Ikonen und
Ikonizitäten. Das Problematische zeigt sich ebenfalls, hier und da, in den Dialogen.
Z.B. benutzte Plato auch – nicht als erster – die in unsere politische Kultur tief
eingefurchte, unsägliche1 Schiffsmetapher. Sokrates wird an der angegebenen Stelle
von einem Bruder Platos geneckt, weil er diese "εἰκών" benutzt, obwohl er "doch sonst
nicht, wie es scheint, gewöhnt <sei>, in Bildern zu sprechen". 2 In der Tat war die
platonische Philosophenschule eher abgeneigt, in ihrer Argumentation Metaphern zu
benutzen, Resultat einer Rhetorikfeindlichkeit, die sich aus ihrer Konfrontation mit
den Sophisten in der Öffentlichkeit der athenischen Demokratie ergab:
Come si è visto, il logos scientifico, la parola della scienza della verità, si è venuto
costituendo mediante una dura lotta combattuta corpo a corpo contro i sofisti a più in
generale contro i dialettici e i retori. (Cazzullo 1987, 159)

1 s. dazu Meyer und Serbina (in Vorb.), Abschn. 5.2.2; 5.2.3.; s.a. Meichsner 1983.
2 s. Plato, Res publica VI, 4 [487e4], Übersetzung von Karl von Prantl, Stuttgart
1857.
3

[Wie man gesehen hat, hat sich der wissenschaftliche lógos, die Rede der Wissenschaft
von der Wahrheit, vermittels eines harten Kampfes Mann gegen Mann konstituiert, in
unmittelbarer Konfrontation mit den Sophisten und allgemein mit den Dialektikern und
Rhetoren.] <meine unmaßgebliche Übersetzung, P.G.M.>
Wenn nun Aristoteles als Schüler Platos angefangen hat, und als solcher sicher eine
Skepsis gegenüber allem Rhetorischen mit auf den Weg bekommen hat, warum
schreibt er dann ein Buch über Rhetorik? Wenn es verpönt ist, in philosophischen
Argumenten Metaphern zu verwenden, warum wendet er dann soviel Mühe auf und
erfindet in der Poetik einen neuen Begriff für das Verpönte nebst Definition und
ausführlichen Erörterungen, in der Poetik und sogar in der Rhetorik? Und entwickelt,
wie Cazzullo (1987, 171) bemerkt: "la prima, e da allora intramontata 'teoria' della
metafora" ["Die erste und bis heute uneingeholte 'Theorie' der Metapher"] <meine
Übersetzung, P.G.M.>. Das alles nur aus Trotz gegen den übermächtigen Lehrer Plato?
Das zentrale metapherntheoretische Thema bei Aristoteles findet sich nicht in den
paar Zeilen der Poetik, die eine Definition des Phänomens zu liefern scheinen.
Vielmehr muss das Gesamtwerk dieses Philosophen herangezogen werden, um seine
Motivation zu erkennen, sich mit der Rhetorik im Allgemeinen und der Metapher im
Besonderen zu befassen, und um den Platz auszumachen, der nach Aristoteles der
Metapher zukommt.
La metafora è, per Aristotele, molto più 'pericolosa' della poesia, è un' insidia a quel
sistema faticosamente costituito (…) Perche Aristotele, avendo istituito la teoria del dis-
corso filosofico, la parola della scienza della realtà-verità degli enti, deve, inevitabil-
mente, espungere da essa, relegandolo in precisi ferrei luoghi, il logos metaforico.
(Cazzullo 1987, 171) <Hervorhebung in fett von mir, P.G.M.>
[Die Metapher ist für Aristoteles viel 'gefährlicher' als die Poesie, sie ist eine Bedrohung
für jenes mühsam konstituierte System <nämlich sein eigenes, das auf Logik und
Rationalität aufgebaut ist, P.G.M.> (…) Deshalb, nachdem er eine Theorie des
philosophischen Diskurses entwickelt hat als der Rede der Wissenschaft von der
Wirklichkeit/Wahrheit des Seienden, muss Aristoteles diese Bedrohung unausweichlich
eliminieren, indem er die metaphorische Rede in eisern präzisierte Orte verbannt]
<Meine Übersetzung, P.G.M.> <Hervorhebung in fett von mir, P.G.M.>
Der praktisch orientierte Aristoteles erkannte den Wert der Rhetorik für
philosophische, politische und forensische Argumentation und verfasste 3 eigens eine
Ehrenrettung für sie, die unter dem Namen Ars rhetorica (Rhetorik) bekannt
gewordene Schrift.

3 Die alte altphilologische Streitfrage, inwieweit Aristoteles wirklich als Verfasser der unter
seinem Namen überlieferten Schriften gelten kann, will ich hier ausklammern. Für
weiterführende Literatur s. Höffe 2006, 24; Corcilius 2005; Lengen 2002; Schütrumpf
1989.
4

Dort beschäftigte er sich intensiv mit der von ihm bereits in seiner Schrift De
arte poetica (Poetik) eingeführten und definierten Metapher, der er für die Poesie
ausdrücklich einen Ehrenplatz zuwies (Aristoteles, Poetik, 1457b6f.), den sie bis heute
behalten hat.4
Problematischer ist der Gebrauch von Metaphern in der öffentlichen Rede. In der
Rhetorik (III, 2 [1404b1-40]) untersucht Aristoteles u.a. die Frage, welcher Wortschatz
(λέξις [léxis]) wohl der öffentlichen Rede angemessen sei (πρέπουσα [prépousa], lat.
aptum).5 Hierfür nahm er eine Unterteilung des Wortschatzes vor, die wir heute wohl
'soziolinguistisch' nennen würden. Wir sollten uns dabei aber immer klar sein, dass
eine moderne Unterscheidung wie die von langue 'Sprachsystem' vs. parole
'Sprachgebrauch, Rede' (de Saussure 1916) bei Aristoteles nicht vorkommt. Er spricht
eigentlich, wenn er über Sprache spricht, immer über parole. Die léxis ist also
Wortschatz in der Rede und nicht im Wörterbuch (So etwas gab es damals noch nicht).
In der Rede also unterscheidet er u.a.:
• allgemein gebräuchliche Wörter: Linguisten würden sagen: stilistisch
unmarkierten Wortschatz; Aristoteles nennt sie "τὰ κύρια [tà kýria]", "die
herrschenden <Ausdrucksweisen>" oder "οἰκεῖα [oikeîa]", "die vertrauten,
gewohnten", Wörter sozusagen für den Hausgebrauch;
• verschiedene verfremdende Redeweisen (γλῶτται [glôttai]), d.h. stilistisch in der
einen oder anderen Weise markierten Wortschatz wie etwa Dialektwörter,
Archaismen und Fremdwörter; und auch
• Metaphern, wie er sie verstand. Zur Definition des Begriffs verweist er
ausdrücklich auf seine Poetik.
Damit hat die Metapher erst einmal einen Platz in der aristotelischen Systematik.
2.2. Bezeichnung, Begriff und Definition der Metapher
2.2.1. Die Bezeichnung: eine Metapher
Die von Aristoteles gefundene Bezeichnung für das neu zu definierende Phänomen der
Metapher (μεταφορά [metaphorá]) und das von ihm entwickelte Modell hierfür waren
selbst Metaphern.
Μεταφορά ist ein Kompositum mit der höchst polysemen Präposition μετά. Diese
bedeutet in altgriechischen Zusammensetzungen oft einen Wechsel wie bei der
deutschen Präposition um, wie in Metamorphose 'Umformung', was in beiden
Sprachen eine historisch schwer nachvollziehbare metaphorische oder metonymische

4 Wir werden weiter unten bei der Diskussion der aristotelischen Definition der 'Metapher'
sehen, dass er hierzu auch verschiedene andere Tropen zählte.
5 Daher übersetzen wir λέξις auch gerne mit Stil.
5

Entwicklung aus der Grundbedeutung dieser Präposition ist (was immer die sein
mag).6 Synchron für Aristoteles dürfte die Bedeutungskomponente 'Wechsel' schon als
fest etablierte nicht-metaphorische Lesart anzusetzen sein.
Als Grundwort des Kompositums μεταφορά dient die metaphorisch benutzte
Bezeichnung φορά [phorá], ablautendes nomen actionis der gesamtindoeuropäischen
Verbwurzel φερ- [pher-] 'dulden, tragen, bringen'.7
Konkrete, nicht-metaphorische Bedeutungen des Kompositums sind bis zum
heutigen Tag sehr lebendig. Die Bezeichnung, der Aristoteles eine solch komplexe,
bibliothekenfüllend diskutierte Bedeutung zuwies, hat noch im heutigen Griechisch
auch eine ganz banale konkrete Bedeutung und füllt die Straßen Griechenlands mit
Metaphern-Vehikeln ganz eigener Art.

Teil der metaphorischen Bedeutung bleibt aber bei aller Abstraktheit ein konkret
agentives Subjekt für den durch μεταφορά [metaphorá] beschriebenen Vorgang. Es
sind konkrete Menschen, die Metaphern erfinden und benutzen. Wollte man μεταφορά
etymologisch-morphologisch genauer übersetzen, so böte sich vielleicht Umsetzung
an, eine Bezeichnung, wo die Bedeutungskomponente des Wechsels von der

6 Es besteht bei μετά eine etymologische und auch Bedeutungs-Verwandtschaft mit dt. mit
und Mitte, aber die altgriechische Präposition hat noch andere Bedeutungen. Der Weg von
diesen Bedeutungen zu 'Wechsel' ist jedenfalls weit.
7 Die Wurzel pher- hat im Altgriechischen lediglich imperfektive Aspektformen, d.h., sie
hat typischerweise durative, iterative oder konative, aber keine punktuelle oder sonst wie
perfektive Aktionsart. Sie enthält daher auch nicht unbedingt eine Vorstellung von
'Transport'. Das Verb ist daher auf Suppletivformen angewiesen, die gelegentlich auch
benutzt werden, um das Metaphernbilden zu bezeichnen, was ja durchaus perfektiv sein
kann.
6

Präposition um- vertreten und das 'Tragen' des griechischen Originals durch ein im
Deutschen idiomatischeres und der Aktionsart mehr entsprechendes 'Setzen' ersetzt
wird.8
2.2.2. Der Begriff: eine komplexe, problematische Definition
Das Metaphermodell bei Aristoteles ergibt sich aus seiner Definition (Poetik 1457b6-
9), die intensionale und extensionale Elemente miteinander verbindet. Der intensionale
Teil der Definition lautet:
μεταφορὰ δέ ἐστιν ὀνόματος ἀλλοτρίου ἐπιφορά
[metaphorà dé estin onómatos allotríou epiphorá]
'metaphorá ist eine epiphorá eines fremden Namens'.
Er benutzt dort als genus proximum einen metaphorischen Begriff aus der gleichen
Wortfamilie (ἐπιφορά [epiphorá]). Die Metapherdefinition des Aristoteles schrammt
also haarscharf an der Zirkularität vorbei: Er definiert eine Bezeichnung, die selbst
metaphorisch ist, durch eine weitere, sehr ähnliche Metapher, die mit dem gleichen
Wortstamm gebildet ist. Der Gebrauch von Metaphern in Definitionen widerspricht
zudem seinen eigenen Prinzipien.9 Aber Aristoteles dürfte sich nicht bewusst geworden
sein, dass der Sinn, den er mit der Bildung ἐπιφορά verbindet, metaphorisch ist.
Das grundlegende Bildschema (engl. image schema)10 der
BILDSCHEMA VON altgriechischen Präposition ἐπί [epí] beinhaltet die Platzierung
ALTGR. ΕΠΙ +Akk. eines Gegenstandes x (engl. trajector) auf eine(r) Oberfläche,
wie in dt. auf. Und wie im Deutschen bezeichnet die
Präposition, wenn sie mit dem Akkusativ konstruiert wird,
eine Bewegung in eine solche Position. Im Fall der ἐπιφορά
[epiphorá] wird die Bewegungskomponente durch die verbale
Wurzel φερ- (s.o.) eingebracht, die uns auch sagt, dass wir von
einer Handlung eines menschlichen Akteurs reden, wie oben
auch schon für die Bedeutung von μεταφορά [metaphorá]
konstatiert. Wir erhalten also ein Bildschema, bei dem ein
x Gegenstand x 'von oben' auf einen Orientierungspunkt (engl.
landmark) gesetzt wird.
8 Die Römer übersetzten μεταφορά übrigens zunächst ziemlich morphemgetreu als trans-
latio, um später dann ein Lehnwort metaphora zu bilden, das in alle späteren europäischen
Sprachen übernommen wurde.
9 Analytica posteriora II [1397b37ff.]; s. dazu Gastaldi 1993, 423; Vegetti 1993; Newman
2001.
10 Die Darstellung von Bedeutungen in Bildschemata ist in der sehr metapheraffinen
Kognitiven Linguistik allgemein üblich, auf deren Metaphertheorie ich hier nicht näher
eingehen werde, da ich sie durch die Theorie des Conceptual blending (Fauconnier) für
überholt halte. Grundlegend für solche Darstellungen ist nach wie vor Langacker 1987.
Dort auch zur Terminologie um trajector – landmark, p. 217ff. Zur Kognitiven
Metaphertheorie s.a. Meyer und Serbina (in Vorb.).
7

ἐπιφορά [epiphorá] lässt sich mit 'Übertragung' oder besser 'Zuweisung' übersetzen
(Die Bildschemata wären im Deutschen also andere). Bei der hier gemeinten
metaphorischen Zuweisung ist der bewegte Gegenstand etwas, das wir 'metaphor
vehicle' zu nennen gelernt haben (Richards 1936, 64). Der Zielgegenstand wird hier im
abstrakten Bildschema als Oberfläche dargestellt, die der Bewegung des
Metaphernvehikels als Orientierungs- und Zielpunkt dient.
Wenn wir ein Bildschema von μεταφορά [metaphorá] entwerfen wollen, so
basiert dies am besten zunächst auf dem obigen von ἐπί [epí]. Denn eine Metapher ist
nach Aristoteles eine Art ἐπιφορά [epiphorá]. Die weiteren Bestimmungen aus der
intensionalen Definition, die differentiae specificae, betreffen nämlich nicht das
abstrakte Bildschema, und auch nicht das ausführende Subjekt der Handlung, sondern
die Natur des Vehikels, das sich auf den Orientierungspunkt zubewegt. Die Metapher,
und das unterscheidet sie laut Aristoteles von anderen Bezeichnungszuweisungen,
weist der gewünschten, auszudrückenden Bedeutung einen "fremden Namen" zu
(ὀνόματος ἀλλοτρίου ἐπιφορά [onómatos epiphorá], Aristoteles, Poetik, 1457b6f.).11
Jetzt muss ich zunächst eine Unterscheidung machen, die in Aristoteles'
Definition selbst nicht so klar ist, obwohl sie ihm nicht fremd gewesen sein dürfte: die
von Hjelmslev (1943/1974) gemachte Unterscheidung zwischen Inhalt und
Ausdruck. 'Inhalt' entspricht bei Aristoteles (De interpretatione, I, 16a3-8) in etwa
dem Begriff "τὰ ἐν τῇ ψυχῇ <παθήματα> [tà en tēî psychēî pathē´mata]",
'Empfindungen in der Seele', und 'Ausdruck' dem aristotelischen Begriff "τὰ ἐν τῇ
φωνῇ" [tà en tēî phōnēî]" 'die (laut)sprachliche Äußerung' (ebd.)12. Die Bezeichnung,
die Aristoteles in seiner Metapherdefinition wählt, das gerade sprachwissenschaftlich
für uns heute polyseme ὄνομα [ónoma] 'Name, Bezeichnung, Nomen (Wortart)', steht
bei ihm eindeutig für ein Element der Ausdrucksebene: es wird ihm zwar Bedeutung
zugeschrieben, doch ist es selbst nicht Bedeutungselement (Poetik, 1457a10f.).
Wir dürfen in moderner linguistischer Sprache also sagen: "Zuschreibung eines
fremden Namens" bedeutet, dass einem bestimmten Ausschnitt m der Inhaltsebene
ein neues Element x der Ausdrucksebene zugewiesen wird, das bisher mit ihm nicht
verbunden war. Mit dieser Differenzierung erhalten wir etwa folgendes Bildschema:

11 Man könnte auch sagen: Wer Metaphern bildet oder benutzt, treibt Allotria.
12 Damit wird klar, dass auch schon Aristoteles den Inhalt, die sprachliche Bedeutung,
zunächst einmal als kognitive Größe versteht, die wiederum in einer Art Abbildbeziehung
zur Welt steht, und (ähnlich wie Hjelmslev) keine direkte Abbildbeziehung Sprache – Welt
vorsieht. Zur aristotelischen Sprachphilosophie vgl. zusammenfassend Ax 1992.
8

BILDSCHEMA VON ΜΕΤΑΦΟΡΑ


NACH ARISTOTELES (moderne Rekonstruktion)

Ausdrucksebene
"τὰ ἐν τῇ φωνῇ"
[tà en tēî phōnēî] x

Inhaltsebene
"τὰ ἐν τῇ ψυχῇ" m
[tà en tēî psychēî]
Quellbereich Zielbereich
Das Bildschema enthält in der von ἐπί [epí] geerbten Abwärtsrichtung des Pfeils, der
eine Abwärtsbewegung des Metaphernvehikels suggeriert, eine weitere Metapher,
nämlich genau die durch diese Präposition ausgedrückte: Der Inhalt wird als
'zugrundeliegend', der Ausdruck als 'darauf gesetzt' gesehen. Dies entspricht durchaus
einer verbreiteten sprachwissenschaftlichen Intuition.
Das Bildschema zeigt quasi nebenher noch zwei wichtige Dinge, die uns
beschäftigen werden:
(a) Die ursprüngliche Ausdrucksebene des Zielbereichs spielt beim Metaphorisieren
keine Rolle, d.h., eine 'gewöhnliche' Bezeichnung für die intendierte Bedeutung
existiert möglicherweise gar nicht (was immer wieder als Kritik einer
'Substitutionstheorie' angeführt wurde).
(b) Die Inhaltsebene des Quellbereichs kommt in dem Modell ebenfalls nicht vor;
beteiligt an der Bezeichnungsübertragung ist nur das ὄνομα [ónoma], die
Bezeichnung, also die Ausdrucksebene des Quellbereichs.
Schon nach dem intensionalen Teil der aristotelischen Metapherdefinition sollte also
klar sein, dass die in der Literatur13 immer wieder angetroffene Unterstellung einer
'Substitutionstheorie' der Metapher bei Aristoteles grausam verfehlt ist: "Die moderne
Idee einer Substitution oder Ersetzung eines eigentlichen Wortes durch ein
uneigentliches ist somit der traditionellen Rhetorik völlig fremd." (Eggs 1992, 1103;
s.a. 1110). Eine genaue Analyse des aristotelischen Metaphermodells hat uns nämlich
gezeigt, dass nach Aristoteles das handelnde Subjekt im Metapherngebrauch und in der

13 In der Tat erschien im 20. Jahrhundert kaum ein relevanter Text zur Metapherntheorie, in
dem es nicht zum Pflichtprogramm gehörte, möglichst gleich am Anfang die vermeintliche
'Substitutionstheorie' Aristoteles zuzuschreiben und nach allen Regeln der Kunst zu
verdammen. Hier eine prominente Auswahl in alphabetischer Reihenfolge: Black 1962,
31; Danesi 2017; Innis 1988, 93; Katz 2011. 484; Kurz 2009, 7; Nuessel 2006; Opp de
Hipt 1987, 58; Ricoeur 1981; Zashin und Chapman 1974, 296.
9

Metapherbildung einer intendierten Bedeutung, der anscheinend noch ein adäquater


Ausdruck fehlt, eine 'fremde' Bezeichnung zuweist, also nicht etwa einfach eine
('gewöhnliche') Bezeichnung durch eine andere ersetzt ('Substitutionstheorie').
Das aristotelische Metaphernverständnis wurde, wie die meisten der Theoreme
aus Aristoteles' Philosophie, bis an den Anbruch der Neuzeit nicht in Frage gestellt
wohl aber meist in vergröberter und verkürzter Form in Antike (Cicero, Quintilian)
und Mittelalter (Beda Venerabilis, Alberic von Monte Cassino, Gervasius von Melk-
ley) immer weiter überliefert. Viele Kommentatoren glauben, dass es diese
gelegentlichen Vergröberungen, z.B. bei Quintilian, sind, die als 'Substitutionstheorie'
gelesen wurden. Der oben zitierte Eggs (1992, 1110) gibt sogar dem wackeren
Lausberg (1960) die Schuld. Man kann die Substitutionstheorie natürlich als legitimes,
weil darstellbares, aber auch verfehltes Modell der Metapher ansehen. Ihre
Unzulänglichkeiten machen sie höchstens als schlechtes Vorbild interessant. 14
Ein weiteres durch gutgemeinte Rezeption erzeugtes Missverständnis ist die
problematische Charakterisierung der Metapher als "verkürzter Vergleich", oder, in
rhetorischer Fachterminologie, "ein elliptisches oder kondensiertes Simile". Sie hatte
wohl in der Scholastik eine heuristische oder klassifikatorische Funktion (z.B. bei
Gervasius von Melkley). Zum Verhältnis von Metapher und Simile und seinem Status
bei Aristoteles gibt es eine ausufernde Debatte, auf die ich hier nicht näher eingehen
möchte.15 In seiner Definition erwähnt Aristoteles eine Ähnlichkeit als Kriterium für
Metaphern nicht, wohl aber in anderem Zusammenhang. Er scheint keinen großen
Unterschied zwischen Simile und Metapher gemacht zu haben (Rhetorik 1406b20ff.).
Interessanterweise verwendet er für das Simile den gleichen Terminus (εἰκών [eikō'n]),
den Plato in unserem obigen Zitat aus der Res publica für die Metapher verwendet.
Der zweite, extensionale Teil der Definition (Poetik, 1457b6f.) liefert aber
trotzdem, auch wenn kein Ähnlichkeitskriterium auftaucht, eine wichtige
Einschränkung des aristotelischen Metaphernbegriffs: Unser Bildschema (s.o.) zeigt
nämlich eines nicht: die Art des Verhältnisses zwischen Quell- und Zielbereich. Wenn
dieses Verhältnis aber beliebig wäre, würde der so definierte Metaphernbegriff eine
beliebige Zuweisung von 'fremden Bezeichnungen' zu jedweder Bedeutung zulassen.
Die intensionale Bestimmung allein würde damit auch noch jede Art falscher
Benennungen, Katachresen, Versprecher, Ungenauigkeiten und vieles Andere mehr
mitmeinen. Hier springt zunächst einem modernen Leser die Ähnlichkeit als weiteres
naheliegendes unterscheidendes Merkmal ins Auge. Aber Aristoteles versteht im
Gegensatz zu uns heute als 'Metapher' auch etliche Tropen, die keine Ähnlichkeit
zwischen den beteiligten semantischen Bereichen aufweisen (s.u.), und findet eine
Lösung innerhalb seines eigenen philosophischen Systems, indem durch eine
extensionale Aufzählung mögliche Beziehungen zwischen Quell- und Zielbereich

14 Zur Substitutionstheorie habe ich nun allmählich genug Bashing betrieben.


15 Ich begnüge mich mit ein paar rezenteren Literaturhinweisen: Van Besien 1990; Eggs
1992, 1100ff.; Eubanks 2000, 15; Israel u.a. 2004, 124; Glucksberg und Haught 2006.
10

genauer spezifiziert werden. Diese Beziehungen sind nicht beliebig erfunden, er findet
sie in seiner Kategorienlehre mit den Begriffen 'Genus' (γένος [génos]) und 'Spezies'
(εἶδος [eîdos])16 sowie im Begriff der Analogie, der schon seinerzeit eine recht lange
philosophische Tradition hat und den er auch sonst in seinen Werken gerne benutzt
(Lloyd 1973). Aus diesen entwickelte er eine Aufzählung sämtlicher Tropenarten, die
er unter den Begriff 'μεταφορά' subsumierte:17
• "vom Genus auf die Spezies", liegt z.B. vor, wenn man das Wort Vogel zur
Bezeichnung einer bestimmten Vogelspezies verwendet;
• "von der Spezies aufs Genus", liegt vor, wenn man z.B. Bienen erwähnt, aber alle
Insekten oder gar die gesamte Umwelt meint;
• "von Spezies zu Spezies", wenn man eine bestimmte Art Gegenstand erwähnt, aber
eine ganz andere meint, die indes eine interessante Gemeinsamkeit mit dieser hat;
insofern gehören beide zu einem (nicht selten erst durch die Metapher ad hoc
gebildeten) Genus. Ein Beispiel wäre die schon erwähnte Staatsschiff-Metapher (s.
Meichsner 1983), die gewisse Gemeinsamkeiten zwischen einem Staat und einem
Schiff manifestiert, aus denen man ein Genus, zu dem beide gehören, konstruieren
könnte.
• Die für Aristoteles offensichtlich wichtigste Art der Metapher ist die "κατὰ τὸ
ἀνάλογον [katà tò análogon]" (Poetik, 1457b9), also die Metaphernbildung durch
Analogie. Sie ist nicht immer leicht von einer Spezies-zu-Spezies-Metapher zu
unterscheiden. So könnte man bestimmte Ausprägungen der Schiffsmetapher auch
als Analogie analysieren.
Vieles des oben Genannten würden moderne Rhetoriker nicht mehr als Metapher,
sondern als Metonymie, Synekdoche o.Ä. bezeichnen. Diese Differenzierungen
entwickelten sich erst im Laufe der Rhetorik-Geschichte. Am ehesten entspricht die
Analogie-Metapher18, aber auch manche Spezies-zu-Spezies-Metapher dem, was wir
heute unter 'Metapher' verstehen

16 Aristoteles, Kategorien, v.a. Kap. 5. Ich kann hier auf diese altehrwürdigen Begriffe nicht
näher eingehen; sie spielen auch in den Regeln für eine korrekte intensionale Definition
(s.o.) eine Rolle; Dass Aristoteles sie auch in einem Teil einer seiner Definitionen benutzt,
ist wohl kein Zufall.
17 Poetik 1457b7-20. Erläuterungen hierzu liefert u.a. Eggs 1992, 1106ff.
18 Analogie ist ein Begriff, über den es ergiebige Diskussionen gibt, und der oft mit dem
Begriff der Metapher verwechselt, gleichgesetzt, oder haarspalterisch von demselben
abgegrenzt wird. Ein weiteres Thema, das ich nicht behandeln kann. Ich verweise auf
Coenen 2002; Hofstadter und Sander 2013; Mikulić 2013; Perelman 1977/1997, Kap. 10;
Rapp 1992; Rigotti 1994, 16f.; Rohrer 1998; Vandamme 1989; Wood 2013; Zashin und
Chapman 1974.
11

Aristoteles selbst gibt eine Erläuterung der Analogie, die wir heute wohl als
quasi-mathematische Formel wiedergeben würden: B : A ≈ D : C (Poetik 1457b17f.).19
Wenn diese Formel in einem gegebenen Fall zutrifft, dann besteht die Metapher z.B.
darin, so etwas wie "Das D (des A)" zu sagen, wenn man B meint. Ein Beispiel, das
Aristoteles selbst gibt (Poetik 1457b24f.): Das Alter verhält sich zum Leben ähnlich
wie der Abend zum Tag. Also kann ich das Alter "Lebensabend" oder u.U. auch nur
"Abend" nennen.20
Damit ist die aristotelische Metapherdefinition in ihren Grundzügen dargestellt.
Ich habe ihr hier relativ breiten Raum gegeben, weil sie oft verkürzt dargestellt und als
"Substitutionstheorie" mehr denunziert als nur falsch klassifiziert wird. Das allein ist
aber auch kein Grund, sie als Metaphertheorie für intramontabile (vgl. Cazzullo 1987,
171) zu halten. Wir haben gesehen, dass Aristoteles eigentlich so etwas wie ein 'Wesen'
der Metapher, wie wir sie heute verstehen, gar nicht herausarbeitet: Seine Definition ist
vage, nicht weil er es nicht besser konnte, sondern weil er – was oft übersehen wird –
in ihr eine unklare Menge von verschiedenen Tropen erfassen will. Aristoteles'
Metapherdefinition ist also gar keine Definition der Metapher in unserem Sinne. Je
nach dem, wie großzügig man sie auslegt, könnten alle uneigentlichen Redeweisen
von ihr gemeint sein. Die Definition beschreibt die Wirkungsweise einer
uneigentlichen Redeweise: Einer gemeinten, auszudrückenden Bedeutung wird eine
'fremde' Ausdrucksweise 'aufgedrückt'. Um den Skopus der Definition etwas
einzugrenzen, ist die Definition teilweise extensional, also eine Aufzählung, und damit
epistemisch wenig elegant, wenn auch gut in Aristoteles' Philosophie verankert. Ich
habe versucht, das Dilemma herauszuarbeiten, aus dem dieser extensionale Anhang
der Definition entstand. Aristoteles war an dem Begriff der Metapher, wie wir ihn
heute verstehen, theoretisch nicht wirklich interessiert.
Aristoteles' Interesse ist hier praktischer Natur: Ihm ging es (in der Rhetorik) ums
logisch saubere, fundierte und effektive Argumentieren und (in der Poetik) um
stilvolle, gepflegte, würdevolle Sprache für die Poesie, oder, genauer gesagt: für die
attische Tragödie und das Epos, denn nur diese Gattungen sind in den erhaltenen
Schriften behandelt. Er will eine Metapher (oder besser: einen Tropus) erkennen, wenn
er eine(n) sieht oder hört, und er will ihr Potential für die Poesie und praktische
Rhetorik seiner Zeit retten. Daher beschäftigt er sich ausführlich mit den Bedingungen

19 Hier benutzt Aristoteles einen Begriff, der 'ähnlich' bedeutet: ὁμοίως [homoíōs]. Ähnlich
sind aber nicht die beteiligten semantischen Domänen, sondern die Relationen in ihnen.
20 Unglücklicherweise benutzt Aristoteles bei der Erläuterung der Analogie einige Beispiele
und Formulierungen, die den Anschein erwecken, als ginge es bei einer Metapher doch um
eine Substitution. Analogien können aber gerade sehr gut benutzt werden, und sind auch
häufig benutzt worden, um metaphorische Neologismen für etwas zu finden, für das es
noch gar keine Bezeichnung gibt; also kann eine solche auch nicht substituiert werden.
Wenn auch die Beispiele und Erläuterungen Aristoteles' hier irreführend sind, so ist das
Grundmodell der Metapher bei ihm ganz klar nicht substituierend (s.o.).
12

ihres Gebrauchs. Die Unterscheidungen, die wir heute machen, etwa zwischen
Metapher und Metonymie, sind dabei weniger wichtig, auch wenn Aristoteles
offensichtlich eine Vorliebe für die Metapher hat.

3. Ein neues Modell mit neuen Einsichten: Bühlers Rasterfahndung nach


der Bedeutung einer Metapher und die Weiterentwicklung des Modells
Der Stein, den ein Giambattista Vico (1725) in den Philosophenteich geworfen hat,
zieht heute noch Kreise in allen Disziplinen, die sich der Metapher widmen. 21 Das
Aufkommen der 'modernen' Sprachwissenschaft (etwa ab de Saussure 1916),
insbesondere derjenigen, die sich Linguistik nannte, war hiervon aber kaum berührt.
Sprachwissenschaftler nahmen nach Hermann Paul und Fritz Mauthner (1901) kaum
noch Notiz von der wogenden Debatte über die Metapher und überließen sie den
Philosophen und Literaturwissenschaftlern. Statt dessen begann die relativ neue,
empirisch ausgerichtete Wissenschaft der Psychologie, sich für Sprache und so denn
auch für Metapher zu interessieren. Ich kann die Etappen dieser Entwicklung hier nicht
im Einzelnen nachzeichnen; ich will nur einen Gelehrten vorstellen, der immer noch
sehr unbekannt ist, der aber gerade für die Metaphertheorie einen entscheidenden
Fortschritt bewirkt hat und das erste wirklich neue Modell nach Aristoteles, in Form
einer neuen Metapher, vorgelegt hat. Auf ihn trifft gewiss die folgende
Ausnahmeregelung in Ecos folgendem verheerendem Verdikt zu:
(...) of the thousands and thousands of pages written about the metaphor, few add
anything of substance to the first two or three fundamental concepts stated by Aristotle.
The chronicle of the discussion on metaphors is the chronicle of a series of variations on
a few tautologies (…) Some of these variations, however, constitute an 'epistemic
break', allowing the concepts to drift toward new territories – ever so slightly, but just
enough. (Eco 1984, 88)
Worin besteht der "epistemic break" von Karl Bühler? Wir hatten gesehen, dass das
'Modell' des Aristoteles ein Modell der Bezeichnungsübertragung ist, bei dem die
Inhaltsebene des Quellbereichs der übertragenen Bezeichnung ebenso wenig eine
Rolle spielt wie eine etwaige vorhandene Ausdrucksebene des gemeinten Inhalts.
Bühler ist nun der erste, der nicht nur ausspricht, dass in der Metapher zwei
Bedeutungen und zwei Ausdrücke interagieren 22, sondern der auch ein explizites

21 Ich kann hier aus Platzgründen nicht auf Vico eingehen, der eine sehr mächtige
Wirkungsgeschichte im europäischen Geistesleben aufzuweisen hat. Die Reflexion und
Debatte über Metaphern wird bis heute nachhaltig von Vico beeinflusst. Ich habe ihn hier
nicht berücksichtigt, weil er m.E. nicht wirklich ein Modell, sondern eher ein (durchaus
als wissenschaftlich legitim anzusehendes) Narrativ der Metapher geliefert hat. In der
Literaturliste unten findet sich auch einige Sekundärliteratur zu Vico.
22 Richards (1936, 62) zitiert (leider ohne Quellenangabe) den unverwüstlichen Dr. Johnson
mit einem Bonmot: "As to metaphorical expression (...) that is a great excellence in style,
when it is used with propriety, for it gives you two ideas for one."
13

Modell für diese Interaktion vorlegt und sich um eine wissenschaftliche Fundierung
desselben bemüht (Bühler [1934] 1982, 343: "Sphären-Zweiheit"; Musolff 1991:
"Zweifelderlehre").23
In der metaphorischen Assoziation zweier semantischer Domänen wird in der Regel ein
eher abstrakter, fernliegender, schwer zugänglicher, komplexer Zielbereich mit Hilfe
eines konkreteren, näher liegenden, leichter zugänglichen, einfacheren
Ursprungsbereiches konzeptualisiert und beschrieben.24
Das revolutionär Neue der Bühlerschen Metaphertheorie ist sein Rekurs auf die
Gestalttheorie25 und seine daraus entwickelte Vorstellung von der Interaktion der zwei
Sphären, die bei der Metaphernbildung aufeinandertreffen. Als Psychologe versteht er
etwas von Wahrnehmung und versucht, seine Aussagen über die Metapher
wahrnehmungspsychologisch zu begründen. Er stellt eine Analogie (!) her zwischen
der Bildung einer Metapher aus zwei semantischen Sphären und dem zweiäugigen
Sehen:
It fuses two or more meaning spaces or meaning-spheres not through an explicit
comparison of the semantic spheres and not through a process of semantic substitution
but rather through a creative synthesis of the semantic spaces analogous to the process
of fusion occurring in binocular vision. (…) A metaphor is the resultant of combining
by overlaying two or more semantic lattices. (Innis 1988, 93f.)
So wie beim Sehen das eine Auge gewisse Teile der Wahrnehmung des anderen Auges
überblendet, so überblenden sich die Bedeutungen der beiden an der Metapherbildung
beteiligten Sphären gegenseitig wie ein Raster.26

(Bühler [1934] 1982, 348 nachempfunden)


Die Überblendung zweier semantischer Sphären bewirkt, dass bestimmte
Komponenten der beteiligten semantischen Sphären ausgeblendet, andere verstärkt

23 Die Blending-Theorie hat uns dann gezeigt, dass auch mehr als zwei semantische
Domänen beteiligt sein können.
24 Meyer und Serbina (in Vorb.), Abschn. 2.2; wir nennen dies dort "das Prinzip obscurum
per propinquius"; vgl. Bühler (1934) 1982, 344f. .
25 Für einen Überblick s. Smith 1988, insbes. den Beitrag von Ehrenfels, der Bühler vorlag.
26 Diese Analogie ist, vor dem Hintergrund Bühlerschen Denkens, sicher nicht wortwörtlich
als wahrnehmungspsychologische Theorie der Metapher mit physischem
Wahrheitsanspruch zu verstehen. Sie ist eine Analogie, mit Hilfe derer wir den unerhörten
Vorgang des conceptual blending verstehen sollen, nichts weiter.
14

werden. Bühler benutzt dafür eine weitere Realmetapher: das (heute veraltete)
technische Modell einer Lochscheibe in einem Projektor:
Wenn ich in einen Projektionsapparat an Stelle eines Diapositivs eine lich
tundurchlässige Pappscheibe mit ausgestanzten Löchern gebe, werden auf der Leinwand
Lichtflecke von der Form meiner Löcher sichtbar. Schiebe ich dann eine zweite Scheibe
mit anderer Lochung hinein, dann entsteht auf der Leinwand ein Differenzphänomen
<Hervorhebung im Original, P.G.M.>., d.h. Lichtflecke nur soweit, als Loch oder
Lochteil der einen Scheibe auf ein Loch in der anderen trifft. (Bühler [1934] 1982, 348)
Innis kommentiert und wendet das Metaphernvehikel der Lochscheibe auf das
Metaphernthema der Metaphernbildung an:
Each lattice is obviously selective, for as an ordering device it subjects the content and
experiential continuum to its own internal schematic and schematizing structure. (...)
The selectivity occurs because not all semantic properties from the various spheres
which are fused enter into the compound expression. (…) Metaphorical expressions,
when originally generated, are experienced as higher-level emergences, not as feats of
methodically controlled action. But they are emergences not just with respect to the
linguistic consciousness of the speaker but semantically, with respect to the semantic
constituents of the metaphorical expression.
Schließlich folgt eine ganz wesentliche Einsicht, die an Vico erimmert: "... on
Bühler's reckoning, metaphors are not something special in language but pervade
it at every level and stage of its development and operation." <Hervorhebung von
mir, P.G.M.>
Unsere obige Zitatsammlung einschließlich der Paraphrasen von Innis in heutiger
Wissenschaftssprache fasst es zusammen: Bühler (1934) hat eine Menge der im Laufe
des 20. Jahrhunderts ausformulierten Grundgedanken zu einer modernen
Metaphertheorie vorweggenommen: Darunter sind wesentliche Teile der späteren
Kognitiven Theorie der Metapher von Lakoff und Johnson (1980): Die Zweiheit der
semantischen Sphären,27 das "highlighting" und "hiding",28 und die
Strukturierungsfunktion der Metapher.29 Bühler wird damit zum Vorläufer sowohl der
Interaktionstheorie von Max Black (1954/1962 u.a.) als auch der Kognitiven
Metaphertheorie und natürlich auch der Blending-Theorie. Er liefert im Rahmen seiner
psychologischen Sprachtheorie eine umfassende Aufarbeitung des vor ihm über den
Begriff der Metapher Geäußerten und bringt alles in einen systematischen, wenngleich
nicht immer wohlbegründeten Zusammenhang.30 Und nicht immer sind seine
technischen Metaphern – wie könnten sie das sein – auf dem heutigen Stand. Wir
erleben aber auch den Vorschein einer Emergenztheorie31 der Metapher, wie sie um die

27 Bühler (1934) 1982, 343; Lakoff und Johnson 1980, 3-6.


28 Bühler (1934) 1982, 348; Lakoff/Johnson 1980, 10-13
29 Bühler (1934) 1982, 348f.; Lakoff und Johnson 1980, 3-6.
30 Vgl. auch verschiedene Beiträge in Eschbach 1988; Innis 1982 (mit einer verdienstvollen
Neuedition eines älteren Aufsatzes [Bühler 1933]); Hülzer-Vogt 1989.
15

Jahrtausendwende zu emergieren begann, und schließlich das am meisten formalisierte


Metaphermodell von Fauconnier (1985):32
Metaphorik ist keine Substitution einer Bezeichnung durch eine andere (warum
sollte man so etwas tun?) und auch nicht einfach die Zuweisung eines nicht so recht
passenden (ἀλλοτρίου [allotríou] <!>, Aristoteles, Poetik 1457b6) Ausdrucks zu einem
Inhaltsausschnitt. Vielmehr bringt bei der Metapherbildung die zugewiesene
Bezeichnung ihre ursprüngliche Bedeutung mit all ihren Assoziationen mit 33 und
verbindet sich mit dem Inhalt des Zielbereichs zu einer neuen begrifflichen Einheit,
indem einzelne Komponenten der zusammengeführten Bedeutungen ausgeblendet,
dafür neue hinzugefügt werden.
Die Blending-Theorie hat uns auch noch einmal auf etwas, oben schon erwähntes
ganz Wichtiges und Neues aufmerksam gemacht: dass Metaphorik kein
Ausnahmezustand der Sprache ist. Dieselben kognitiven Mechanismen, die bei der
Bildung und Interpretation einer Metapher am Werk sind, finden wir auch bei der
Wortzusammensetzung, z.B. bei Adjektiv-Substantiv-Verbindungen und bei
Substantiv-Verb-Verbindungen, ganz zu schweigen vom Denken und Schließen. Die
Metapher ist kein Sonderfall des Denkens, sondern bedient sich allgemeiner, auch
sonst vorkommender Mechanismen. Auch diese Einsicht hat m.W. als erster Bühler
formuliert; sie ist aber auch Grundthema der Kognitiven Linguistik.
Im Grunde haben die Metaphertheoretiker der jüngsten Jahrtausendwende, der
dritten, die Aristoteles' Theorie erlebt hat, nur Bühlers auf wenigen Seiten
hingeworfene Skizze ausgemalt, also das getan, was Eubanks im obigen Motto den
Adepten des Aristoteles zuschreibt:
"fine brushwork on a Buehlerian canvas …"

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31 Auch wenn nicht genau klar ist, in welchem Sinne Innis im obigen Zitat emerge meint. S.
aber Kövecses 2015.
32 Weiter ausgearbeitet in Fauconnier 1998; Fauconnier und Turner 1996; 1998.
33 Vielleicht könnte man μεταφορά [metaphorá] auch durch 'Mitbringen' übersetzen:
schließlich kann μετα [metá] 'mit' bedeuten und φερ- [pher-] 'bringen'.
16

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