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energie plus, 04 / 2010

MAGAZIN DER STADTWERKE LEIPZIG

Wissen // Das Treibhaus im Weltraum


Viele reden vom Treibhauseffekt oder streiten sogar darüber.
Und das meiste, was man davon hört, kann einem richtig
Angst machen. Aber was genau verbirgt sich dahinter?

Der Treibhauseffekt an sich ist nichts Schlechtes. Denn ohne


dieses natürliche Phänomen wäre es auf der Erde im Durchschnitt
eisige minus 18 Grad kalt. Das Wort Treibhauseffekt deutet an, was
es damit auf sich hat: Eine Hülle aus verschiedenen Gasen schützt
die Erde vor der Kälte des Weltraums. Diese Hülle heißt
Atmosphäre. In ihr passiert das Gleiche wie im Gewächshaus eines
Gärtners: Die Sonnenstrahlen dringen fast ungehindert durch die
Atmosphäre und verwandeln sich auf der Erdoberfläche in Wärme.
Ohne die Gashülle ginge diese Wärme schnell ins Weltall verloren.

Kohlendioxid spielt eine entscheidende Rolle


Doch die Atmosphäre hält einen Teil der Wärme zurück. Deshalb ist es auf der Erde warm
genug fürs Leben. Die Gase, die die Wärme festhalten, nennt man Treibhausgase. Je mehr
sich in der Atmosphäre befinden, desto stärker ist der Treibhauseffekt. Kohlendioxid (CO2) ist
eines der wichtigsten Treibhausgase. Und hier fängt das Problem an: Die Menschen in den
reichen Ländern haben in den letzten 150 Jahren die Menge des Kohlendioxids in der
Atmosphäre verdoppelt, (“…from a pre-industrial value of about 280 ppm to 379 ppm
in 2005.” IPCC 2007  135 %! – D. U.) zum Beispiel mit Abgasen von Autos, Heizungen
oder Kraftwerken. Das verstärkte den natürlichen Treibhauseffekt erheblich. Deshalb steigt
die Temperatur in der Atmosphäre nun langsam an.

Auswirkungen des Klimawandels


An der Oberfläche unserer Erde wurde es in den vergangenen 100 Jahren
durchschnittlich um mehr als ein halbes Grad Celsius wärmer – haben Wissenschaftler
gemessen. (Gemessen haben Meteorologen! – D. U.) Das klingt nicht besonders viel.
Aber in den nächsten hundert Jahren soll sich die Erde um bis zu sechs Grad weiter
aufheizen. Dieser Klimawandel hat Auswirkungen: Die höheren Temperaturen bringen
das Eis der Polkappen zum Schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Damit sich die
Erdatmosphäre nicht weiter aufheizt, gilt es den Ausstoß an Treibhausgasen zu
verringern – vor allem in Industriestaaten wie den USA, Japan oder Deutschland. Jeder
Einzelne kann etwas tun: Energie sparen. Also das Licht nicht unnötig brennen lassen
oder auch mal das Fahrrad benutzen, statt sich immer mit dem Auto fahren zu lassen.
(Vor allem: Den Absatz der Stadtwerke Leipzig SWL ganz, ganz stark reduzieren! –
D. U.)

Der Treibhauseffekt als Experiment


Für das Experiment brauchst du:
eine Plastikflasche, schwarze Abtönfarbe, etwas Draht, Klarsichtfolie, eine kleine Feder
oder einen Streifen Alufolie, etwas Bindfaden, Klebestreifen

So wird’s gemacht:
1. Schneide aus der einen Seite der Flasche ein großes Stück heraus und bohre in die
andere Seite ein etwa ein Zentimeter großes Loch.
2. Bemale die Flasche innen mit schwarzer Farbe und lasse sie trocknen.
3. Verschließe die große Öffnung mit Klarsichtfolie und Klebestreifen.
4. Forme einen Bügel aus Draht und binde mit dem Faden die Feder an oder fädele einen
ungefähr fünf Millimeter breiten und vier Zentimeter langen Streifen Alufolie auf.
5. Befestige den Bügel mit Klebestreifen am Flaschenhals. Feder oder Alustreifen sollten
kurz über der Öffnung hängen. Stelle deine Treibhausflasche jetzt an einen
windgeschützten Platz in der Sonne, sodass diese durch die Klarsichtfolie hineinscheinen
kann. Feder oder Alufolie beginnen sich zu bewegen.

Warum funktioniert das?

In der Flasche läuft der Treibhauseffekt im Kleinen ab: Sonnenlicht gelangt durch die
Folie in die Flasche, die Wärme wird darin gefangen. Die schwarze Farbe verstärkt diesen
Effekt. Die in der Treibhausflasche erwärmte Luft steigt nach oben und strömt durch den
Flaschenhals nach außen. Und hier bringt sie die Feder oder die Alufolie zum Wackeln.

Dr. Dietmar Ufer, Leipzig


Per Mail an die Stadtwerke Leipzig
energieplus@swl.de
09.01.11

Sehr geehrte Frau Riva,

obwohl Sie meine „Lesermeinung“ zur Fernwärmeversorgung von Leipzig (E-Mail vom 18.
Sept. 2010) ignoriert haben, erlaube ich mir noch einmal eine Anmerkung zum SWL-Magazin
„energieplus“, jetzt zum Heft 04/2010.

In diesem Heft haben Sie sich u. a. mit dem „Angst machenden“ Treibhauseffekt beschäftigt
und dabei für die Bearbeitung einen offenbar exzellenten Fachmann verpflichtet. Immerhin
gibt er in den vorliegenden wenigen Zeilen fundamentale und z. T. völlig neue
wissenschaftliche Erkenntnisse preis.

Bisher unbekannt ist beispielsweise, dass die Erde mit ihrer Gashülle ein ebenso
geschlossenes System darstellt wie das Glashaus eines Gärtners. Das Gewächshaus
funktioniert bekanntlich nur dann, wenn alle Öffnungen verschlossen gehalten werden. Bei
offenen Türen ist es im Gewächshaus nicht wärmer als in der Umgebung. Zu fragen bleibt
hier, welche Fenster und Türen der Erde zum Weltall geschlossen werden, damit es keinen
„Durchzug“ gibt. Bisher war bekannt, dass die Erde ein gegenüber dem Weltraum offenes
System darstellt.

Neu ist, dass die Menge Kohlendioxids in der Atmosphäre „in den letzten 150 Jahren“
verdoppelt wurde. Bisher war nur bekannt, dass sich die CO2-Menge von einem
„vorindustriellem“ Wert bis heute um etwa 35 Prozent erhöht hat (“The global atmospheric
concentration of carbon dioxide has increased from a pre-industrial value of about 280 ppm
to 379 ppm in 2005.” Itergnovernmental Panel on Climate Change. Climate Change
2007: The Physical Science Basis, Summary for Policymakers. Page 2).

Ihr Fachmann prognostiziert eine „Aufheizung“ der Erde um bis zu sechs Grad,
indem er schreibt, dass sie sich "... weiter aufheizen“ soll. Im Gegensatz zu
Ihrem Experten bezeichnen die Wissenschaftler des IPCC derartige Aussagen in
ihren Berichten als „Projektionen“, d. h. als Szenarien, die eintreten könnten,
wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Sie sprechen – im Gegensatz zu
bestimmten Journalisten und Politikern – nie von „Prognosen“, also von mit
Sicherheit eintretenden Entwicklungen.

Ihr Experte meint, dass die Polkappen schmelzen werden, weil die Erde um sechs Grad
heißer („aufgeheizt“) wird. Daraus kann der Leser entnehmen, dass die Temperatur des
Polareises bei ca. minus sechs Grad liegen muss, denn nur dann kann die prophezeite
„Aufheizung“ um sechs Grad dieses Eis zum Schmelzen bringen. Bisher war bekannt, dass
die Temperaturen in den Polargebieten wesentlich niedriger liegen.

Der kundige Schreiber im „energieplus“-Artikel weiß auch, dass einzig und allein die
„Treibhausgase“ den „Klimawandel“ verursachen. Andere Einflussfaktoren, wie die Sonne,
schließt er offenbar aus, wenigstens ignoriert er sie. Er befindet sich damit in einer Position,
die ganz im Gegensatz zu Auffassungen der Mehrheit der Naturwissenschaftler steht.

Schließlich noch eine ganz besondere Gratulation:

Mit seinem Beitrag „Der Treibhauseffekt als Experiment“ ist Ihrem Experten ein weltweiter
Durchbruch gelungen! Er konnte erstmalig experimentell nachweisen, wie der
Treibhauseffekt wirkt und dass er zur „Aufheizung“ der Luft führt. Bisher konnte kein
wissenschaftliches Institut – weder im Experiment noch in der Natur – nachweisen, dass der
Treibhauseffekt zu einer messbaren Klimaveränderung führt. Nun ist es gelungen – sogar so
einfach, dass es Kinder nachvollziehen können! Darauf hat die Wissenschaft schon lange
gewartet!

Sehr geehrte Frau Riva, nach der Lektüre dieses Klima-Beitrages kann ich Ihnen nur
empfehlen, Ihre Zeitschrift nicht mehr als kostenloses Kundenmagazin zu verteilen, sondern
als wissenschaftliche Zeitschrift – möglichst international – zu einem hohen Preis zu
vertreiben. Ein (positiver!) Nebeneffekt wäre: Naive Menschen – und vor allem Kinder –
würden kaum noch Zugang zu derartig „hochwissenschaftlichen“ Ergüssen haben!

Gestatten Sie mir abschließend noch eine Frage: Sie lassen Ihren Treibhaus-Experten
erklären, zur Vermeidung der weiteren Aufheizung der Erdatmosphäre solle mit Energie
gespart werden. Wollen Sie mit einer solchen Empfehlung zum verminderten Absatz von
Elektroenergie, Gas und Fernwärme aus den Stadtwerken Leipzig auffordern? Immerhin
wäre eine solche Negativ-Werbung für ein Wirtschaftsunternehmen wie die SWL
außergewöhnlich! Was sagt die Stadt Leipzig, die bekanntlich auf möglichst hohe Gewinne
von Ihnen Wert legt, dazu? Von meinem Bäcker jedenfalls bin ich noch nie aufgefordert
worden, gefälligst weniger Brot und Brötchen zu kaufen ...

In der festen Überzeugung, von Ihnen nie ein Echo auf meine Zeilen zu erhalten, verbleibe
ich

mit freundlichen Grüßen

Ihr Kunde
Dr. Dietmar Ufer

Grünewaldstr. 1
04103 Leipzig

PS: In der Anlage finden Sie zwei kürzlich fertiggestellte Arbeiten von Herrn Dr. Klaus-Peter
Dahm, einem Naturwissenschaftler, der sich sehr intensiv mit dem Thema „Treibhauseffekt –
CO2 – Klima“ beschäftigt hat. Es wäre sicher hilfreich, diese beiden Arbeiten Ihrem
Treibhaus-Autor zur Verfügung zu stellen.

Und hier noch einmal meine unbeantwortete E-Mail:

E-Mail vom 18.09.10 an energieplus@swl.de

Sehr geehrte Frau Riva,

danke für die Zustellung des SWL-Magazins "Energie Plus" Nr. 03/2010.

An mehreren Stellen berichten Sie dort u. a. über die Fernwärmeversorgung.


So heißt es auf Seite 9: "Die Fernwärme der Stadtwerke Leipzig, aus der Wärme.21.komfort erzeugt wird,
kommt ganz aus der Nähe. Sie wird in der Gas- und Dampfturbinenanlage in der Eutritzscher Straße mittels
Kraft-Wärme-Kopplung hoch effizient erzeugt."
Auf Seite 14 schreiben Sie: "Die Fernwärme der Stadtwerke Leipzig entsteht durch Kraft-Wärme-Kopplung
in einer Gas- und Dampfturbinenanlage, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt."

Aus Ihren Ausführungen ergibt sich für mich die Frage, warum Sie Ihre Leser und Kunden nicht
darüber informieren, dass der größere Teil der in Leipzig verbrauchten Fernwärme aus dem
Braunkohlenkraftwerk Lippendorf stammt, dort ebenfalls per KWK erzeugt. - Ist es Ihnen
unangenehm, dass Sie Fernwärme aus Braunkohle verkaufen? Passt das nicht zum "grünen" SWL-
Image?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie nicht nur mir diese Frage beantworten würden, sondern auch
im nächsten SWL-Magazin allen Ihren Lesern eine exakte und umfassende Information über die
Fernwärmeversorgung von Leipzig vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dietmar Ufer


Grünewaldstr. 1
04103 Leipzig