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VTU „St. Kyrill und St.

 Methodius“ 

Literaturdidaktik im DAF- Unterricht

Prüfungsaufgaben

Student:            Dozentin: 

Tsvetelina Ivanova Professorin Dr.: Vesela Belcheva

Fakultätsnummer: 1902013622

MA DaF als Lehramt

Veliko Tarnovo 2020
1. Viele Menschen können sich noch gut an die eigene Kindheit erinnern. Die
beliebtesten Märchen und besonderen Momenten, die bis in das Erwachsenenalter
in guter Erinnerung bleiben. Gehören das Lieblingsessen bei den Großeltern,
Weihnachtsabende mit der ganzen Familie und natürlich das gute alte Vorleseritual.
Märchen wie Schneewittchen, Dornröschen oder Froschkönig sind zu den
Erzählungen, an die man sich gerne zurückbesinnt.
2. Zauber, Wunder, Übernatürliches sind für das allgemeine Gefühl mit dem
Begriff Märchen verbunden. Die in den Märchen beschriebenen Ereignisse und
Gestalten sind phantastisch und wunderbar im Sinne, dass sie im Widerspruch zu
natürlichen Gegebenheiten stehen.Das eigenste Wesen des Märchens ist das
Wunder und der das Wunder bewirkende Zauber.
3. Ich mag Märchen, in denen der Held Ungerechtigkeit erfährt, aufsteht und für
sein Recht kämpft.Es geht um Gerechtigkeit, Solidarität und Zusammenarbeit, um
das Böse zu überwinden. Viele Märchen sind auch komisch und optimistisch.
4. Oftmals werden Märchen mit der Phrase ,,Es war einmal…” eingeleitet und
enden mit ,,Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ oder
auch ,,Und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende“.
Märchen enthalten prinzipiell nichts Wirkliches und sind eher in einer wunderbaren
oder abstrakten Welt angesiedelt.Der Ort und die Zeit sind unbestimmt und werden
nicht näher erläutert.
Die Erzählgattung Märchen bedient sich keiner genauen Benennung der
handelnden Figuren, sondern Königinnen und Könige, Prinzessinnen und Prinzen
sowie andere gesellschaftliche Rollenbilder wie Mutter, Vater, Stiefmutter oder
Bruder tragen die Handlung. Oftmals beschreiben auch Berufsbezeichnungen,
wieder Müller oder der Schneider, die Helden des Märchens.
Entsprechend ihrer Eigenschaften werden sie meist klar kontrastiert als gut oder
böse, fleißig oder faul, sowie wunderschön oder hässlich dargestellt. Auch in der
Darstellung der Umgebung der Figuren erscheint ein weites Feld von einer
armseligen Hütte bis hin zum prunkvollen Schloss.
Ein weiteres Merkmal der Personencharakterisierung ist, dass das Alter der
Märchenhelden im Laufe der Handlung unverändert gleich bleibt, worin auch die
Zeitlosigkeit der Erzählung spürbar wird.
Tiere, Dinge und Pflanzen kommen häufig als Helfer vor und haben ganz
bestimmte Charaktereigenschaften .
Neben menschlichen Hauptdarstellern kommen auch Hexen und Zauberer mit
magischen Kräften, sowie andere mythische und sagenhafte Wesen, wie Zwerge
und Wichtelmännchen, im Märchen zum Vorschein
Dem Held wird eine Aufgabe gestellt, die er im Verlauf der Geschichte lösen muss.
Das gelingt auch immer. Allerdings hat der Held meist eine Schwäche, die ihm
mitunter zum Verhängnis wird und die Aufgabe gefährdet oder das Problem
überhaupt erst provoziert.
Der klare Handlungsverlauf erfordert von den Figuren die Lösung eines Problems,
dessen Ziel es ist, am Ende das Märchen mit der Vermählung der Hauptpersonen
zu besiegeln. Häufig steht diese Absicht auch schon am Beginn der Handlung fest
und schafft einen zusätzlichen Ansporn für den Märchenhelden. Das Geschehen
leitet nicht nur die Figuren und ihre Taten, sondern bedient sich auch
situationsbezogen dem Einsatz von Helfern bzw. Gegenständen.
Sprüche, Lieder und Verse spielen eine zentrale Rolle im Märchen. Häufig gibt es
Zauberformeln oder magische Reime. Die Geschichte endet immer glücklich,
wobei häufig eine Moral ans Ende gesetzt wird.
5. Der Froschkönig /Rekonstruktion/:
Der König wohnt mit seiner Familie in einem schönen Schloss. Seine kleine
Tochter ist eine sehr schöne Prinzessin. Am liebsten spielt sie mit einer goldenen
Kugel. Manchmal spielt sie am Rand eines kühlen Brunnens mit ihren liebsten
Spielzeug. Doch fällt eines Tages die Goldkugel in den Brunnen. Ein Frosch holt
sie ihr zurück. Dafür muss sie ihm versprechen, seine Spielkameradin zu sein und
Tisch und Bett mit ihm zu teilen. Kaum hat die Prinzessin ihre Kugel wieder, läuft
sie dem Frosch davon. Aber der König verlangt, dass seine Tochter Wort hält. Die
Prinzessin gehorcht, doch als der Frosch in ihrem Bett schlafen möchte, wirft sie
ihn angewidert gegen die Wand. Reumütig küsst sie den Frosch, der sich daraufhin
in einen Prinzen verwandelt. Er erzählt der Prinzessin, dass ihn eine böse Hexe
verzauberte. In ein paar Jahren heiraten sie und leben lange und glücklich.
6. Unterrichtsvorschlag: Der Froschkönig
Lernziele: Hörverstehen, Leseverstehen, Wortschatz (Adjektive), Anwendung von
grammatischen Strukturen (Imperativ), gelenktes Sprechen (Textreproduktion),
freies Schreiben (Tagebuch)
Materialien: Wort-Bild-Karten, Bällchen mit Goldpapier eingewickelt
Videoclip: Der Froschkönig (Der eiserne Heinrich) - Märchen für Kinder | Brüder
Grimm | Deine Märchenwelt
https://www.youtube.com/watch?v=dty8diXB6Nw
Fragen: Was für Märchen mit einem Frosch kennen die Schüler ? Wenn der
„Froschkönig“ bekannt ist, kann das Märchen aus der Erinnerung heraus erzählt
werden.
Rätsel zum Einstieg
Welches Märchen handelt von …
• einem Tier, das die Freundschaft einer Prinzessin sucht,
• einer Prinzessin, die ihr Wort nicht hält,
• einem Tier, das durch einen Kuss von einem Zauber erlöst wird,
• und einer goldenen Kugel, die in einen Brunnen fällt?
Warum möchte die Prinzessin nichts mit dem Frosch zu tun haben?
Welche schlechte Eigenschaft hat die schöne Prinzessin?
Welche gute Eigenschaft hat der Froschkönig?
Wie wird der Frosch zum Prinzen?
Aufgabe 1: Wie ist der Frosch?
Welche Beschreibung passt am besten? Streicht die falschen Wörter in jeder Zeile
durch.
Ein Frosch ist:
schwarz – braun – gelb – rot – grün
nass – warm – kalt – feucht – trocken
süß – hässlich – ekelig – grässlich – hübsch
Aufgabe 2: Hört den Anfang des Märchens. Achtet auf die Beschreibungen, die im
Märchen vorkommen. Wie ist:
• die Königstochter: groß oder klein; jung oder alt; Kind oder erwachsen; dick oder
dünn; blond oder dunkelhaarig; intelligent oder dumm …
• der Wald: dunkel oder mit viel Licht; Tannen oder andere Bäume; hohe Bäume
oder niedrige Bäume; Gras am Boden oder keines; Sträucher oder keine …
• der Brunnen: groß oder klein; rund oder eckig; mit einer Steinmauer oder ohne;
dunkel oder hell; tief oder flach; mit klarem Wasser oder trübem Wasser …
• die Kugel: aus Plastik, Glas, Gold oder Silber; groß oder klein; durchsichtig oder
undurchsichtig; schwer oder leicht; glatt oder mit Muster
Aufgabe 3:
a. Was glaubt ihr, was der König zu seiner Tochter sagt?
b. Hört, was er sagt.
c. Hat der Vater/König Recht? Was denkt ihr?
Aufgabe 4: Spielt eure Frosch-Prinzessin-Szene den anderen vor
Aufgabe 5: Mein leben als Frosch
Der Prinz schreibt in sein Tagebuch über sein Leben als Frosch. Wie hat er gelebt,
was hat er gegessen, wie hat er sich gefühlt.
Pädagogischer Hintergrund: Die Kinder lernen, dass man sein Versprechen halten
muss und sein Gegenüber nicht nach der äußeren Erscheinung beurteilen sollte.
Äußerlichkeiten sagen wenig über die inneren Werte eines Menschen aus.
Erst der Blick hinter die Fassade, das Erkennen der Wesenszüge eines Menschen,
sollte darüber entscheiden, wie man ihn beurteilt.
7. Die deutsche Hexe ist dennoch immer eine böse Frau, die in einer Einöde
zurückgezogen lebt und Unheil stiftet. Sie kann trotz ihres Schrecken erregenden
Äußern auch gut und gerecht sein. So wird Frau Holle in gleichnamigen Märchen
als eine in der Brunnen(unter)welt wohnende Zauberfrau dargestellt,welche die
zwei Swestern auf Bewährungsproben stellt und sie ihren Diensten gemäß mit
Gold- bzw. Pechregen bedeckt. Als ihr Zauberort fungiert ein großes Tor, durch das
die zwei Mädchen auf die obere Wellt kommen. Ähnlich verhält sich auch die
bulgarische Hexe im Märchen ,,Das goldene Mädchen". Die alte Waldfrau nimmt
in ihre Waldhütte nur Mädchen auf, deren weibliche Tugenden sie prüft und sie, je
nach dem, wie sie die Aufgaben bewältigen, belohnt. Die Alte tritt nicht als Dämon
auf, der Schadenszauber treibt, sondern als eine zauberin, die über fließendes
Wasser herrscht und die Kraft hat, Menschen zu vergolden bzw. zu schwärzen, um
sie geistig zu läutern und positiv auf ihr Leben zu wirken bzw. sie zu bestrafen und
sie ins Unglück zu stoßen.Ferner wender sie keine Magie an, um die Mädchen
herbeizulocken. Durch ihr Verhalten jagt sie ihnen keine Angst ein, ganz im
Gegenteil ist sie ihnen zugeneigt.Ihre Merkwürdigkeit steckt darin, dass sie
zurückgezogen lebt und gleichzeitig ihre menschlichen Kontakte hat.
8. Eine der Hauptaufgaben der Schule besteht darin, die Schüler auf ein Leben in
der multikulturellen Gesellschaft vorzubereiten. Dabei scheint es in der heutigen
Zeitunerlässlich, die Grundlagen für ein friedvolles Zusammenleben zu schaffen.
Der Fremdsprachenunterricht ist ein Ort, wo derartige Prozesse aktiv gefördert
werden müssen. Es bedarf demzufolge den Kontakt mit fremden Kulturen und die
Bewusstwerdung eigener kultureller Handlungsmuster, damit interkulturelles
Lernen stattfinden kann. Als primäre Ziele wären also die Überwindung von
kulturspezifischen Stereotypen und die Aneignung der Fähigkeiten, fremde
Kulturen Einleitung in ihrer Verschiedenheit anzuerkennen und ihnen mit Respekt
und Toleranz gegenüber zu treten, anzusehen. Im Fremdsprachenunterricht bieten
die Märchen eine wertvolle Möglichkeit, kulturelle Aspekte zu bearbeiten. Beinahe
alle Kinder kommen im Laufe ihrer Kindheit in Kontakt mit Märchenerzählungen.
Durch dieses vertraute traditionelle Schriftgut wird eine Vielzahl an
kulturspezifischen Verhaltensweisen und Haltungen der jeweiligen Gesellschaft
transportiert. Anhand dieses bekannten Mediums bekommen die Lernenden einen
spielerischen Zugang zu fremdsprachiger Literatur und erweitern ihren
sprachlichen aber auch ihren kulturellen Handlungsspielraum. Der charakteristische
Aufbau eines Märchens und die zauberhafte Darstellung der Figuren ermöglichen
den Schülern somit, sich in eine fiktive Welt zu begeben und Aufgabenstellungen
aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
9. Spiel: FROSCHKÖNIG
Bei diesem Märchen steht vor allem die goldene Kugel und der Brunnen im
Vordergrund. Hierzu könnt Ihr mit den Kindern und Jugendlichen eine goldene
Kugel herstellen und diese im Anschluss im Spiel verwenden. Anschließend hat
jedes Kind dann seine eigene goldene Kugel. Setzt euch mit den Kindern in einen
Kreis. In der Mitte des Kreises könnt Ihr mit einem Tuch einen Brunnen legen.
Anschließend darf jedes Kind seine Kugel in den Brunnen fallen lassen. Ein Kind
spielt den Frosch. Der Frosch sagt zu dem Kind, dass er die Kugel aus dem
Brunnen holen wird, aber nur wenn es eine Frage beantworten kann. Das Kind, das
den Frosch spielt denkt sich eine Frage aus und stellt diese. Wird sie richtig
beantwortet, springt der Frosch in den Brunnen und holt die Kugel raus.