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Prof. Dr.

Nikolina Burneva: Geschichte und Kultur Deutschlands SS 2015

EUROPÄISCHES / DEUTSCHES MITTELALTER


Zeitspannen  Europäisches Mittelalter (Konsolidierung der Global player)

Frühes MA Hoch-MA Spät-MA


Aspekte 
(400 - 600) (600 - 1050) (1050 – 1500)
1. Demographie VÖLKERWANDERUNG Übergang zur SEßHAFTIGKEIT KREUZZÜGE (1096 - 1248)
Um 900 - ca. 40 stadtähnliche Siedlungen Weit ausgefächerte demografische Massive
Um 1200 ca. 250 deutsche Siedlungen, gegen 1500 – schon 3000 Siedlungen mit Stadtrecht
2. Territoriale Im 9. Jahr n. Ch. Um 800: das Karolingische
Gliederung ( = nach Christus)
Arminius schlägt
Reich, nach Karl I. 
den römischen Zerfall in 3 Teile (Ostreich:
Kaiser Varus im Ludwig der Deutsche)
Teutoburger Wald;
50 000 Soldaten
kostet den Römern
Das Heilige Römische
die Ambition,
Germanien zu Reich (deutscher Nation):
kontrollieren. offiziell für den
476 – Ende des Herrschaftsbereich der
Römischen Reiches römisch-deutschen Kaiser
durch den (in der Zeit 962-1806)
Westgoten
Odoaker, der später
durch den Ostgoten
Theoderich Ein Flickteppich von
(Dieterich) Fürstentümern
verdrängt wurde.
Beachten Sie diese „deutsch“ geht im 10 . Jh. von der Sprache auch auf
Land und Leute über
territoriale
Zersplitterung!
Im 10. Jh. sind die Deutschen ca. 2 Mio.
Sie wird das Trauma der
deutschen Geschichte
bleiben.

3. Staats- Stammesälteste, Frankenreich 1. INVESTITURSTREIT // Dynastien: SALIER, STAUFER (11.-13.Jh.)


verfassung
Könige 571 -751: Merowinger-Dynastie, Friedrich I. Barbarossa (Legendärer röm.-dt.er Kaiser u. Krezzug-TN)

-- Karl I. der Große, seit 768 König der Franken, 800 KAISER-Krönung 2. REICHSSTÄNDE: geistliche und weltliche Fürsten, Prälaten, Vertreter
von Ritterorden, Grafen und Herren sowie Freien Städte und
 Reichsstädte;
Otto I. der Große, seit 962 römischer Kaiser. (Ottonische Dynastie) 3. Reichstag: relativ stabile Organisation, nicht mehr persönlich auf den
Das römisch-deutsche Reich (bis 1806) ist ein monarchisch geführtes, ständisch Herrscher, sondern schon abstrakt (ideell) auf den Staat bezogen;
geprägtes Gebilde aus Kaiser und Reichsständen mit nur wenigen gemeinsamen 4. STÄNDE: 1. Klerus, 2. Adel, 3. Freie Bürger und Bauern
Reichsinstitutionen.
5. Konkurrenzen: Kaiser – Papst, Kaiser – Fürsten,
Ritter – Bürger, Bauern/Handwerker – (Raub-)Ritter
4. Gesellschafts- Ritterliche Kultur, Ständische Gesellschaft, Ritterlicher Moralkodex: êre, triuwe, zuht, maze, mine
ordnung Adventiure (Religiösität, soziales Engagement, Reichtum)
HIERARCHISCHE Struktur unter KAISER;
Freie (adelige und arme), Königsfreie/Ministeriale, Unfreie Suzerän – Vassale: vorsorglich, strategisch – tributpflichtig, gefügig
LEHNWESEN begründet ökonomischen und politischen
Zusammenhalt
5. Wirtschaft Zunehmend Goldmangel, deshalb Silbermünzen; Donauburgen zum Schutz des Krieger und Bauern; ab 1300 – Auflehnung gegen die (Raub-)Ritter –
Donauhandels; Bemühung um Flotte; relative Zollfreiheit, bes. Fernhandel; 20% Elite und
im 15. Jh.: Bauernaufstände
80 % agrartätig; Exportverbot betr. Christliche Sklaven, fränkische Waffen und Getreide (in
Hungerzeiten).
6. Lebensqualität Landwirtschaft, Leibeigenschaft, der „Schwarze Tod“ (die Pest) vernichtet ca. 25 Mio. (fast 33%) in Europa

7. Weltanschau- Erste christliche Christianisierung, renovatio imperii, renovatio studii Konfrontationen: Christen vs. Moslems, z.B. auf d. Iberischen Halbinsel (Spain)
ung(-en) Germanen: die
Hofakademie kircheninterne Komplikationen: Beginn der Reformation
Ostgoten auf dem
Balkan
8. Kunst Sakrale Gebäude: Romanischer Stil (Basilika) Ritterliche Literatur im 13. Jh.
Königssitz: die Pfalz Ritterliche Erziehung: „Parzival“ (hochhöfisches Epos)
Verschriftung germanischer Folklo7ere: Merseburger Zaubersprüche, 1. tumbheit, 2. zwifel, 3. saelde (mhd)
Heldenlied: Das Hildebrandslied Die Artus-Welt und das Gralkönigtum
Stabreimdichtung (Alliteration) = Anfangsreim Minnesang: Walter von der Vogelweide („hohe“ und „nidere“ Minne)

Beispiele für Stabreim: 1) Bein zu Bein, Blut zu Blut 2) Hiltibrant enti Hadubrant // untar heriun tuem…
Glied zu Glied, als ob sie geleimt sind. (Das Hildebrandslied)
(Merseburger Zauberspruch)
WEITERFÜHRENDE QUELLEN:

http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fbwgenweb.mikepantel.com%2Fhistory%2Fmaps%2Fd1944.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fbwgenweb.mikepantel.com%2Fhistory%2Fmaps
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http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-79558302.html
1. Aachen: Karls Krönungskirche (Aachener Dom) 2. Die Pfalz (Karls Wohn- und Regierungszentrum)

3. Fromista: die Kirche San Martin 4. Paris: Notre


Dame de Paris (Парижката “Св. Богородица″)
Artus‘ Herkunft – vgl. http://www.mgb-home.de/Koenig-Arthur2.html König Artus‘ Tafelrunde -
Walther von der
Vogelweide (13. Jh.)
Der Sängerkrieg u Wartburg
im 13. Jh.
Aus der Manasses-Chronik (Fresco aus dem 19. Jh.)
(1340er Jahre)
MINNESANG (13. Jh.) – WALTHER VON DER VOGELWEIDE
Herrin, nun besinne
dich: könnt ich dir jemals nahe sein?
Under der linden
MINNE – LIEDER eines menschen minne
Under der linden
ist ein nichts, bleibt sie mit sich allein
an der heide,
Befreit mich, Herrin, von kummer
dort wo wir unser nest gebaut
macht mir die schöne Jahreszeit lieb lieb kann nicht gedeien
möget ihr finden
sonst müßt ich vom frohsinn der anderen borgen anders denn zu zweien von uns beiden
segen über euch ! und so zweisam, dass sie quer gebrochenes gras und heidekraut.
durch zwei herzen dringt und keines mehr dort im wald am roten tal,
Blickt doch euch um !
tandaradei,
alle freuen sich Ich saß auf einem steine schöne sang die nachtigall.
könnte mir doch von euch ein bißchen Ich saß auf einem steine Ich kam gegangen
freude zuteil werden! und stützte bein auf beine zu den auen
*** mein liebster war schon vor mir dort
mit aufgelegtem ellenbogen
hab ich in meiner hand gewogen da ward ich empfangen
Dame, ich hab schwer zu tragen
das kinn und eine wange hêre frouwe
wolltest du mir helfen, hilf zur rechten zeit dass ich bin sælig bin hinfort.
doch du solltest deutlich sagen so grübelte ich bange:
küsst er mich? wohl tûsentstunt:
bin ich dir zuwider – nun, dann tuts mir leid wie soll man auf der erde leben? tandaradei,
doch wußt ich keinen rat zu geben seht wie rot mir ist der mund.
bin ich halt ein freier mann wie man erwerbe die drei dinge Dann ging er kräuter
dame, aber eines sollst du gründlich wissen – dass keins verlorenginge und blumen streuen
dass dich kaum ein andrer besser loben kann gemeint sind ehre und besitz zu einer weichen lagerstatt
oft eins dem anderen wenig nütz wer dort vorbeikommt
Dame, machst du süßes bitter wird sich freuen
das dritte gottes gnade
glaubst, ich gäbe immer lieb für leiden hin wie uns ergangen ist.
das höchste der triade
lob dich wie ein rechter ritter bei den rosen er wohl mag
die hätt ich gern in einem schrein tandaradei,
dass ich dann für dich nur doppelt niedrig bin
doch muss es wohl unmöglich sein merken wo mir das haupt lag.
willst du mich so missverstehen dass der besitz, die ehre Dass er bei mir lag,
weh, was sag ich ohr- und augenloser, und gottes gnadenlehre wüsst es jemand
den die minne blendet, wie mag er denn sehen in einem schrein zusammen kommen (oh gott!), so schämt' ich mich.
ihnen sind weg und steg genommen: was er mit mir trieb,
***
verrat im übermaße niemals niemand wisse
ausser ihm und mir.
gewalt fährt auf der straße
und ein kleinez vogellîn:
friede und recht sind todeswund tandaradei,
die drei, sie finden kein geleit das mag wohl getreue sîn.
sind nicht die beiden erst gesund