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Sachtext
Religionspädagogische Entscheidungshilfen zum
© Christoph Haus
Taufalter von Kindern/Jugendlichen in unseren
Gemeinden

1. Die Fragestellung
Welches Alter sollten Kinder /Jugendliche mindestens haben, bevor wir sie in unseren Gemeinden zur Taufe zulassen?
Diese Frage wird in unseren Gemeinden auf die eine oder andere Weise bedacht, aber diese Frage wird in unseren
Gemeinden sehr unterschiedlich beantwortet. Das liegt daran, dass sie häufig nicht gründlich genug reflektiert wird. Wir
leben hier wohl mehr von Empfindungen als von Erkenntnissen. Es gibt aber durchaus Erkenntnisse, aus denen sich ein
sinnvolles und angemessenes Taufalter ableiten lässt. Unsere Gemeinden sollen wissen, warum sie etwas tun oder auch
nicht tun.
Die folgenden Ausführungen beschränken sich dabei auf religionspädagogische Erkenntnisse. Religionspädagogik befasst
sich mit der religiösen Erziehung. in der Verknüpfung zwischen Theologie und Pädagogik erkennt und beschreibt die Reli-
gionspädagogik die verbindenden Strukturen zwischen Offenbarung und Geschichte, Verkündigung und Erziehung sowie
Glaube und Lernen. Dabei berücksichtigt die Religionspädagogik, dass religiöse Erziehung durch gesellschaftspolitische,
soziologische und entwicklungspsychologische Faktoren geprägt wird.
Die Entwicklungspsychologie beschreibt die Stadien der Denk-, Beziehungs- und Gefühlsentwicklung von Kindern in
c
den verschiedenen Lebensphasen. Inmitten dieser alltäglichen Lebensvorgänge vollzieht sich nun auch die Entdeckung
religiöser Dimensionen und die religiöse Sinnfindung. "Religion und Leben sind in der Kindheit eindeutig so verwoben,
dass man sie nicht voneinander trennen kann. Religiöses Lernen geschieht im Zusammenhang des allgemeinen Lernens,
1 K.-E. Nipkow, Grundfra- religiöse Entwicklung im Kontext der allgemeinen Entwicklung."1
gen der Religionspädago-
gik, Gütersloh 1982, S. 60. Die Vermittlung des Glaubens tritt also nicht zu einem allgemeinen Entwicklungs- und Lernprozess als separates, trans-
zendent begründetes Sondergeschehen hinzu. Glaubensvermittlung geschieht unter den Bedingungen des allgemeinen
Lern- und Entwicklungsprozesses eines Kindes. "Giaubensvermittlung vollzieht sich in, mit und unter den allgemeinen
2 H.-J. Fraas, Glauben und Lern- und Sozia!isationsbedingungen. "2
Lernen, Göttingen 1978,
S. 34.
2. Stufen des Glaubens
Die Religionspädagogik geht von verschiedenen Glaubensstufen aus, die zwar altersmäßig voneinander trennbar sind, die
jedoch fließend ineinander übergehen.
in allen im Folgenden beschriebenen Glaubensstufen ist davon auszugehen, dass Gottesvorstellungen des Kindes sowohl
Anteile der von Erwachsenen erlernten Gottesvorstellungen als auch eigene Bilder und Deutungen enthalten. "Der Gott

3 K.-E. Nipkow, Erwach-


senwerden ohne Gott?
des Kindes besteht nicht nur aus dem Gottesbild, das Erwachsene weitergeben, sondern auch aus Phantasien, Gefühlen
und Einsichten, die sich das Kind selbst gebildet hat. "3
c
Gotteserfahrungen im Auf der ersten Stufe der Glaubensstruktur (Kindergarten- und Vorschulalter) fließen wirkliche Erlebnisse und imaginierte
Lebenslauf, München 1987, Bilder zusammen. Fowler spricht hier vom "intuitiv-projektiven" Glauben.4
S. 21.
Beispiel: Die dreijähr-ige Betty legte sich Aussagen darüber, dass Gott überall sei und auch in uns selbst (während der
4 J.W. Fowler, Stufen des Zeit, als ihre Mutter gerade schwanger war) einmal so zurecht, dass sie alle Teile des Körpers Gottes auf die einzelnen
Glaubens, Gütersloh 1991,
s. 139. Familienmitglieder verteilte: "Wusstest du schon, dass Mutter den Kopf von Gott in sich hat", überraschte sie ihre Be-
treuerin. Auf weiteres Nachfragen erhielt sie die Auskunft, der Vater habe ein Bein, die anderen Geschwister jeweils das
andere Bein und die Arme in sich. Betty hatte versucht, das Problem der Allgegenwart Gottes auf eine ihr verständliche
5 H. Hetzer, Selbständige Weise zu lösen. 5
Bemühungen kleiner Kin-
der, Gott zu begreifen. ln: Kinder haben also in dem Alter schon einen Zugang zur religiösen Dimension, können auch aufnehmen, dass es Gott
Der Evangelische Erzieher gibt. Aber die selbst für En"1achsene sch\AJierige Beant\AJortung solcher Fragen der ,Ll,!!gegenwart Gottes !ösen sie, indem
(1971), S. 142.
sie Gehörtes, Erlebtes und Imaginiertes vermischen. Dennoch werden in diesem Alter die Anfänge der religiösen Lebens-
Iinie gelegt. Es korTriTrt in diesern Alter vor allern darauf an, die Erklärungsversuche der Kinderais ihren Ausdruck ihres
Glaubens ernst zunehmen und ihre Vorstellungen weder zu verniedlichen noch schroff abzulehnen.
Auch für die älter werdenden Kinder in der nächsten Glaubenstufe in der Grundschulzeit (6-10 Jahre) ist vieles immer
noch rätselhaft. Der Wissensdurst erstreckt sich nun über die nähere Umgebung hinaus auf die Welt und das Universum.
Darin bilden die Fragen nach Gott keine Sonderwelt es sei denn, die erwachsenen Bezugspersonen drängen die Fragen
(__
des Glaubens in ein Ghetto ab. Die Fragen der Kinder sind Teil der unermüdlichen Versuche, Ordnung und Sinn in die

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18.01.2009 AN UN:StKtK :Stil t: \j(:; IAUr I - JUHANNt:S UtK IAUrtK

von ihnen wahrgenommene Wirklichkeit zu bringen, in der der Glaube (oder Unglaube) der Eitern, Lehrer und Bezugs-
personen ein Ganzes bilden. Religionspädagogisch ist nicht in erster Linie aufschlussreich, was Kinder den Erwachsenen
abschauen und nachsprechen, sondern es sind ihre eigenen, selbständigen Bemühungen, Gott zu begreifen. Vom Stand-
punkt eines erwachsenen Christen mag man diese Lösungen und Schlussfolgerungen als unzureichend betrachten. Für
die Entwicklung des Glaubens der Kinder sind sie notwendig. Das Verlangen nach Stimmigkeit und Gleichgewicht, nach
Beruhigung der Unruhe, sich einen Reim auf die Weit zu machen, kann die widersprüchlichsten Dinge zueinander fügen.
Daraus folgt religionspädagogisch zunächst die Aufgabe, dem Kind bei der gedanklichen Weiterführung der eigenen
spekulativen Deutungsversuche zu helfen; sie also auf und ernst zu nehmen. Aus der Rolle der Bilderweit ergibt sich eine
große Bedeutung der Erzählung biblischer Geschichten. Das Kind braucht in dieser Zeit besonders dort sensible Korrek-
tur, wo es sich selbst (vielleicht unter dem Einfluss seiner Bezugspersonen) destruktive Bilder geformt hat.
Einem Kind zuzumuten oder zuzutrauen, dass es sich in diesem Alter für die Taufe auf das Bekenntnis seines Glaubens
entscheidet, dass es das Erlösungswerk Jesu in seiner vollen Dimension begreift, ist eine Überforderung des Kindes.
Auch wenn man den Eindruck hat: Das Kind hat doch begriffen, worum es geht. Es weiß doch um Gottes Liebe und die
Erlösung durch Jesus: Die religiöse Einbildungskraft von Kindern in dieser Alterstufe ist sowohl manipulierbar als auch
ausbeutbar. Das Kind darf weder durch Bilder überwältigt, noch durch Begriffe zu einer theologischen Richtigkeit genötigt
oder verführt werden, die allenfalls korrektes Nachsprechen sichert, aber kein dem Alter entsprechendes Verstehen des
Glaubens. Durch beides wird das Evangelium von Jesus Christus unter der Hand in Zwang verkehrt.
ln das Alter von 11-14 Jahre fällt das Entwicklungsstadium, dass Fowler das Stadium des "mythisch-wörtlichen" Lebens-
glaubens nennt. 6 6 J.W. Fowler, Stufen des

c Das Kind erlernt die geistige Fähigkeit der Veränderungen und der Korrektur seiner bisher unumkehrbaren Denkmuster.
Die wachsende Überprüfung an der Wirklichkeit wirkt sich im Verstand, im sozialen Verhalten und im Glauben aus. Das
Glaubens, S. 139~

Kind lernt, die Perspektiven anderen zu erkennen, sie einzunehmen und seine eigenen Vorstellungen daran zu überprü-
fen. Diese Entwicklung auf dem sozialen und kognitiven Feld bedeutet allerdings für die Lebendigkeit der Vorstellungs-
kraft (s. Stufe 1) keinen Abbruch. Die Einbildungskraft wird allerdings kontrollierter.
"Die Fähigkeit, sich in andere Menschen und andere Rollen hineinzuversetzen und andere Perspektiven zu übernehmen,
gibt auch dem Gottesbild einen anderen Charakter. Gott fühlt und handelt in seinem Sohn Jesus Christus, wie Menschen
fühlen und handeln. Er ist nicht mehr, wie ein Kind in Stufe 1 es in seinen Aussagen spiegeln kann, ein diffuses Phäno-
men, sondern wird zu einem ansprechbaren Gegenüber."7 7 K.-E. Nipkow, Erwachsen-
werden ohne Gott?, S. 67.
Erst in diesem /'\!ter entwickelt das Kind die Fähigkeit, Gott a!s den Schöpfer seines eigenen Lebens \"!ahrzunehmen, der
dem Kind selbst das entscheidende Wort für sein Leben von außen zuspricht. 8 8 Ausführliche Darstel-
lungen der Stufen des
Und frühestens hier, im Alter von 11 -14 Jahren, kann ein Kind erfassen, dass Gott einen Heilsplan für die ivienschen hat Glaubens finden sich
und dass dieser Heilsplan von außen in sein Leben eingreift. ln diesem Alter kann ein Kind frühestens die Dimension bei J.W. Fowler, Stufen
des Glaubens, Kapitel
einer Lebensübergabe an Jesus als Herrn und Erlöser ermessen. Und darum liegt aus religionspädagogischer Sicht auch IV, S. 139-229; bei H~-J~
Fraas, Die Religiosität des
hier die Altersstufe, in der Kinder eine verantwortbare Entscheidung zur Taufe als sichtbarem Zeichen ihrer Lebensüber- Menschen, Göttingen 1993
gabe an Jesus treffen können. Kapitel 6, S. 157-224; bei

c Diese religionspädagogischen Erkenntnisse stehen in keinem Widerspruch zu dem Anliegen, Kindern auch in früheren
Glaubensstufen die Liebe Gottes und Jesus als Freund nahe zu bringen.9 Nur die Dimension der Taufe, die damit verbun-
K.-E. Nipkow, Erwachsen-
werden ohne Gott?, S~
45-98.

denen Übernahmen von Verant\vortung und Konsequenzen, können sie vorher nicht abschätzen. 9 K. Moritz, Kinder zu Jesu~
führen
Aber auch danach bedarf die Begleitung des Glaubens von Kindern und Jugendlichen großer Aufmerksamkeit und Fürsor-
ge. Denn auf die einfache Frage: "Was bedeutet für dich Gott?" und in der Auswertung von über 1.800 Antwor~ten zeigte
sich ein deutlicher, alle Einzelunterschiede übergreifender Entwicklungsprozess: Im Alter von 12-15 drücken die Begriffe
und Vorstellungen, die Kinder mit Gott verbinden, eine mehr objektive, der eigenen Person relativ äußerlich bleibende
Vorstellung von Gott aus: Geist, Schöpfer, Jesus als Herr etc; d.h., es ist von Gott und Jesus in der dritten Person die
Rede. Im Alter von 16-20 wird die Vorstellung von Gott subjektiver und hat einen weit engeren Bezug zu den eigenen
Bedürfnissen. Gott und Jesus werden zum Vertrauten, Mitwisser, Freund, Führer, Begleiter, jemand, der Licht und Leben
gibt. Man spricht von ihm in der ersten Person: ich und mein Gott. Und nicht mehr: ich und der Gott. Erst jetzt rücken
Gott und die eigenen Erfahrungen eng zusammen.1 0 10 K.-E. f\Jipkow, Erwach-
senwerden ohne Gott?,
Umso wichtiger ist die Aufgabe von Taufbegleitern in dieser Glaubensstufe von 15-20Jährigen. Denn die Phase der s. 69.
Pubertät (Adoleszenz) enthüllt sich als Phase der Unsicherheit und Instabilität. Zweifel, Selbstzweifel, Ablehnungsgefühle
kommen auf. Und die können sich auch auf den Glauben und die Beziehung zu Gott beziehen. Ablehnung Gottes und
Entfremdung von der Gemeinde (bisweilen über Entfremdung vom Elternhaus) werden aktuell. Hierbei haben Jungen ein
größeres Bedürfnis na~h verstandesmässig-intellektueller, Mädchen nach emotional-existentieller Sicherheit. Jugendliche
l geraten in dieser Zeit in eine Krise des Glaubens mit ungewissem Ausgang. Die Frage, ob es bei ihnen in dieser Phase zu
einem positiven Überdenken des Glaubens kommt und ob der Weg aus dieser Krise positiv weiterführt, hängt von ihrer

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AN UNSERER SEITE: GETAUFT- JOHANNES DER TAUFER 18.01.2009

Begleitung ab. Festzustellen ist, dass das Gottesverhältnis in dieser Phase persönlich und verinnerlicht gelebt wird. Und
wenn es gelingt, diese persönliche, verinnerlichte Dimension wahr- und aufzunehmen, entsteht aus der Krise heraus ein
gefestigter und mündiger Glaube.

3. Zusammenfassung
Taufe setzt einen reflektierenden Glauben voraus. Das bedeutet, dass man vor einer Taufe heilsgeschichtliche Zusam-
menhänge begriffen haben muss. Heilsgeschichtliche Zusammenhänge wie die von der grundsätzlichen Trennung des
Menschen von Gott und der Erlösung durch den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes, die ich als Geschenk
annehmen und empfangen muss.
Tatsache ist, dass Kinder in den ersten Glaubensstufen diese grundsätzlichen Zusammenhänge noch nicht begreifen
können. Sie können verstehen, dass sie etwas falsch machen, sie können auch verstehen, dass sie um Vergebung bitten
müssen und sie können auch erleben, dass Vergebung entlastend ist. Und dies geschieht zunächst einmal in ihrem ganz
persönlichen Umfeld, ohne dass sie das gleich übertragen werden auf eine grundsätzliche Trennung des Menschen von
Gott, die einer Brücke und einer Erlösung bedarf.
Taufe setzt Umkehr und Erkenntnis der eigenen Schuld und Verlorenheit voraus und diese Erkenntnis können Kinder
vor dem 12. Lebensjahr so, in dem gesamten Umfang, noch nicht gewinnen. Die Bibel berücksichtigt das. Erwachsene
werden aufgefordert von toten Werken umzukehren (Hebr 6,1 ), Buße zu tun (Mt 3,2), sich von ihrer Bosheit zu bekehren
(Apg 3,26), sich von falschen Göttern zu bekehren (Apg 14,15), sich aus der Gewalt des Satans zu begeben (Apg 26,18).
Es gibt aber keine Stelle in der Bibel, wo Kindern diese Form von Umkehr gepredigt wird. Sie werden an keiner Stelle
zur Buße und zur Bekehrung aufgefordert. Nirgendwo wird Kindern gepredigt: "Kehr um, übergib dein Leben, mach dein
Leben neu, liefere dich aus." Stattdessen wird uns berichtet, dass Jesus Kinder umarmt, ihnen Lebensraum und Schutz-
c
raum eröffnet, ihnen die Hände auflegt und sie segnet.
Glaubensentwicklung hat auch bei Kindern eine kognitive Dimension. Wenn Kinder erst im Alter von ca. 11-13 Jahren
anfangen, wie Erwachsene zu denken und komplizierte theologische Themen (s.o.) zu begreifen, dann können (und
müssen) sie vorher nicht aufgefordert werden, mit der Taufe das Verstehen und Nachvollziehen von Zusammenhängen zu
bestätigen, die sie nicht begreifen.
Dies wird nicht nur durch das vom Gesetzgeber festgelegte Alter von 14 Jahren für die Religionsmündigkeit gestützt.
Auch eine religionsgeschichtliche Übersicht zeigt eine Gemeinsamkeit: in den meisten Religionen und Kulturen werden
Er'vvachsen'vverden und Religionsmündigkeit in irgendeiner Form zusammengedacht Besonders untermaüert vvird dies
im Alten Testament. So beginnt die entscheidende religiöse Erziehung im Judentum im Alter von 13 Jahren. Erst als der
Sohn dem Kindesalter entwachsen war, hatte der Vater die Hauptverantwortung in der Erziehung. Auch die Berufsausbil-
dung war seine Sache.11 Die religiöse Unterweisung war eine der heiligsten Pflichten des Vaters.12 Von Generation zu
11 Andere Dinge konnte Generation sollte die Gotteserfahrung vom Bundesschluss und vom Exodus her weitergegeben werden, so dass auch die
der junge lsaelit im Tor,
an den Brunnen oder auf l<inder JHWH lieben und ihm gehorchen lernten. 13 Daher prägte der Vater dem Sohn die Überlieferung ein und lehrte ihn
Karawanen lernen, wo die Vorschriften Gottes. Dies geschah in Frage- und Antwortform.14 Durch die Belehrung und im täglichen Lebensvollzug
Lieder von den Heilstaten
JHWHs zu hören waren und stand das Kind so in einem ständigen Prozess religiöser Erziehung und wuchs allmählich in die Glaubenspraxis hinein. (
wo die Männer miteinander
Eine Trennung von Theorie und Praxis gab es nicht. Der junge Mensch sollte lernen, sein ganzes Leben in der Verantwor-
'-
sprachen, geschäftliche
Vereinbarungen trafen oder tung vor Gott zu gestalten. Das Kind ging mit den Eltern zum Heiligtum und hörte dort bei den großen Festen Psalmen
Recht gesprochen wurde
usw.; vgl. de Vaux, Lebens- und Erinnerungen an die Heilstaten JHWHs in der Geschichte.
ordnungen, S. 91.
Auch wenn diese Tradition mehr ais 2.500 Jahre alt ist, deckt sie sich mit den Erkenntnissen der Religionspädagogik von
12 Vgl. 2. Mose 10,2; heute.
1'1 1');.,, 1 ') Q. 1=: ~A,...,..,,.., A n.
IL. 1 L.V 0 IV 0 V 0 V, IVIV;:!C:: .,.,7 1

6,7.20ff; 32,7.46.
Ausall dem ergibt sich für uns ein religionspädagogisch sinnvolles und theologisch begründetes frühestes Taufalter zwi-
13 Das beinhaltet die
geschichtlichen Grundlagen schen 11 und 14 Jahren. Die Zeitspanne berücksichtigt dabei die unterschiedliche Entwicklung Einzelner (s.o.)
der Religion Israels (5.
Und aus dem gleichen Grund machen wir in unseren GJW-Veranstaltungen Aufrufe zur Bekehrung/Lebensübergabe
iviose 4,9), die Rechtsfor-
derungen JHWHs (5. Mose erst beim BUJU oder anderen Veranstaltungen für Teenager dieser Altersgruppe und nicht schon bei Kinderfreizeiten.
11 ,19) und die religiös-sitt-
lichen Lebensweisheiten Hier laden 'vvir Kinder in unterschiedlichster \AJeise ein, Erfahrungen zu machen im Vertrauen auf Gott, im Kennenlernen
(Sprüche 4,1ff).
biblischer Geschichten und der Bedeutung Jesu als persönlichem Erlöser und Retter der Welt.
14 Der Lehrer erzählte, er-
klärte, fragte. Der Schüler
wiederholte, fragte und Christoph Haus
antwortete. Siehe de Vaux,
Lebensordnungen, S. 90.

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