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<366096 13600016

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Bayer. Staatsbibliothek
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Fer
# Römiſchen
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Füyſerije Kajeſtät
DesHeiligen Römiſchen Reichs
WºZººFrienFuſiºn
Geiſt-und

ACTA PUBLICA, Und

Schriftlicße Fandlungen/
Ausſchreiben, SendBrieffe, und derſelben Beant
wortung/Propoſitiones, und Vorträge/ Proteſtationes, Manifeſta,
Deduêtiones, ſambt vielen andern paſſirten Reichs- und
Crayß-Sachen: -

Dakinnen pHrnemlich enthalten


Diebeyannoch continuirendem Reichs-Tage zu Regenſpur
Ä eingereichte Staats-Schrifften/ Ä # Ä
ſamt denen darauf erfolgten Reichs Gutachten und der Röm. Käyſerl. Majeſt.
Approbations-Und Commiſſions-Decreten;
Jnſonderheit,

Was wegen verſchiedener aus der diverſen Religion im Röm.


Reich entſtandenen Differentien ſowohl der vom Reich wider die Türcken
und Franzoſen fortgeſetzten Kriege und was ſelbigen anhängig, als auch der aufs Tapet
gekommenen Friedens Tractaten, desgleichen in puncoder Sachſen-Lauenburgiſchen und S. Jenai
ſchen Succeſſions-Händel, Praecedenz-Strittigkeit in den Fürſtl, Sächſ Häuſern Weimar und Gotha,
Gräflich-Leiningiſcher Primogenitur-und Gräflich Wertheimiſchen Theilungs-Sache, nicht weniger in
Cammer-Gerichts Ceremoniell-Müntz-Policey- und ſonſt andern in- und ausländiſchen
Sachen, Anno 169o. und 1691. verhandelt worden,

achtzehender, oder der Cont, vierzehender Fheil.


Jetzo zu Continuir und Fortſetzung der
von weyland -

MICHAELE CASPAROLONDORPIO
mit groſſem Fleiß colligrter und um ein merckliches vermehrterActorum Publi
corum, aus denen mit groſſen Unkoſten und Mühe erlangten und communicipten
-
Extra-Comitial-Aêten zuſammengetragen, und in den Druck gegeben.
MitRömiſcher Käyſerl. Majeſtät ſonderbahrerFreyheit.
. Franckfurt und Cölln/
In Verlegung Carl Joſeph Bencard.
MDCCXXI. –

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SÄÖÄTitel TIEF -- -- -

Egenwärtiger TomusXVIII. Actorum publicorum Londorpii be


Sº greiffet das rund 22te Buch, in jenem ſind zu befinden,
was von Actis publicis, die Anno 169o. ergangen, noch vor
Ä
l,
geweſen, dieſes aber iſt mit Aétis de Anno 169I. ange
Anlangendinſonderheit das 21. Buch, ſo beſtehet daſ
ſelbe aus ſechs Capiteln. Das te Cap. handelt von
- - Schweizeriſchen Sachen. Es hieß zwar in dem noch
fortwährendem Kriege, den das Römiſche Reich mit Franckreich führete, ob
hielten ſich die Herren Schweitzer neutral, allein der Augenſchein ſtellete öffters
das Contrarium, en faveur König Ludwigs XIV. in Franckreich, dar, indem ſel
bige nur Hochgedachten Könige erlaubten nicht nur die alten in deſſen Dienſten
ſtehende Schweizeriſche Regimenter in ihren Landen zu recroutiren, ſondern
auch noch gar neue darinnen aufzurichten, zugeſchweigen anderer Dinge, da
Franckreich von den Schweizern profitirte; So ſehr aber darüber ſowohlKeyſ
Majeſt. ſamt dem Reich als die CroneSpanien, wie auch die Herren General
Staaten der vereinigten Nieder-Lande Beſchwerdeführeten, ſo ſehr beſchwerte
ch Franckreich, wenn man exparte der Herren Schweitzer, etwasthäte, das
zum Beſten des Gegentheils zu gereichen ſchiene. Und weiln Franckreich zu
juſtification ſeiner Factorum ſich hauptſächlich auf die alten Bündniſſe bezog, ſo
iſt eine Piece beygeführet worden, welche den wahren Verſtand ſothaner Foe
derum darſtellet.
Das Müntzweſen war damahls in dem Heil. Röm. Reich ſehr zerfal
len, und faſtÄ Ä Kipperey ausgelaufen, weshalber dann, ſowohl auf
dem Reichs-Tage zu Regensburg als auch hin und wieder gehaltenen Kreyß
und Müntz-Probations-Tägen, nicht weniger auf andern particulier-Conventen,
ſorgfältig deliberiret wurde, wie ſolchem ſchädlichen Unweſen dermaleinſt mit
Nachdruck geſteuret, der allgemeine über Land und Leute gehende unſägliche
Schaden abgewendet, und hinwieder gutes Geld im Reiche eingeführet werden
möchte. Solchemnach kamen verſchiedene Müntz Bedencken aufs Tapet ; Es
ermangelten auch Keyſerl, Majeſt, nicht ein neues Müntz-Edict im Reiche pu
bliciren zulaſſen. Hierüber verglichen ſich die Stände unter ſich gewiſſer Münz
Reglemente, inſonderheit errichteten im Ober-Sächſ. Kreyße Chur-Sachßen,
Chur-Brandenburg und Braunſchweig-Lüneburg einen Münz-Receſs, und
invitirten nachgehends die übrigen Status Circuli zum Beytritt ; Dergleichen
eſchahe auch bey dem Nieder-Sächſiſchen Kreyße, wovon Cap. II. gnugſame
Ä anzutreffen. - = = 6

In Cap III. wird von der ſtrittigen Legitimation des Chur-Meintzi


ſchen Direéoris in Comitiis gehandelt, und wie öffters lis ex lite folget, alſo ge
ſchahe es auch in caſu praeſenti, denn nicht allein die Status mit dem Directore
Moguntino, ſondern auch darüher die Collegia unter ſich, nicht weniger Ä
. ( 2 Pie'
-

--- - -- - - - - Vorbericht.
Trier und Chur-Sachſen mit ihren übrigen Collegen, in Streit verfielen. Das
Chur-Fürſtliche Collegium verlangte von ermeldtem Directore, daß ſelbiger ſeine
Legitimation in originaliproduciren und vorlegen ſolte; Worzu ſich aber dieſer
nicht verſtehen, ſondern die Vollmacht nur ableſen wolte. elches denn ver
anlaßte, daß man den Directorem pro tali nicht erkannte, auch dahero der Chur
Sächſiſche dem Ihme zugeſchickten Raths Anſage-Zeddel remittirte, hingegen
aber Krafft eines alten Vertrags, zu Rath, wie wohl ohne Effect, ſelbſt anſa
gen ließ; Nicht weniger praetendirte Chur-Trier die Anſage, als proximus àMo
guntino. Indem nun das Fürſtl. Collegium dieſe Affaire vor eine ſolche Materie
hielte, welche Emendationem defectuum DirectoriiMoguntini concernirre, und da
hero vor alle Collegia gehören müſte, ſo ſoutenirte daſſelbe, daß, was dem Col
legio Electoral dißfalls möchte accordiret werden, auch denen Fürſtl. nicht ver
ſaget werden könte. Endlich wurde, nach langem Diſputat, dieſer Streit ſolcher
geſtalt abgethan, daß die Keyſerl. Commiſſion nicht allein das Chur-Fürſtl.
Collegium verſichern ließ, wie bey Deroſelben der Chur-Meintziſche Geſandte
ſich gnugſam legitimiret, ſondern auch, als ſolch Collegium darauf declarirte, wie
man denſelben numehro pro tali erkennen wolte, dem Fürſtlichen Directorio da
von Nachricht ertheilte, um davon denen übrigen Herren Geſandten fernern
part zu geben, nicht weniger deshalber ein beſonders Keyſerlich Commiſſions-De
cret addictaturam publicam Überſchickte. -

Auf dieſen Legitimations-Streit folget Cap.IV. noch einer dergleichen, wel


cher den Oeſterreichiſchen Geſandten, Herrn Grafen von Lamberg,
concerniret. Es praeteudirte das Chur - Meintziſche Directorium, daß die Ge
ſandten entweder Ihro ſelbſt die Legitimation überbringen, oder, wenn ſie es
nicht thun wolten, ſolche dem Dictatori Moguntine zuſenden möchten. In pra
ſenti aber überſchickte ermeldter Oeſterreichiſche ſeine Vollmacht an den Chur
Meintziſchen Directorem durch ſeinen erſten Bedienten, welcher aber obiger Pra
tenſion halber, ſolche nicht annahm, ſondern den Gräflichen Bedienten damit
an den Chur-Meintziſchen Dictatorem verwieß, der aber ſolches zu thun Beden
cken trug, und hingegen die Vollmacht in dem Zimmer niederlegte, und davon
gieng. Worauf nach beſchehener Communication mit den übrigen Electoralibus,
die Vollmacht remittiret, und nomine Collegii Electoralis, wieder obigen modum
legitimandi proteſtiret wurde. Weiln ſich nun geſtalten Sachen nach das Chur
Fürſtl. Collegium in corpore in dieſe Legitimations-Affaire mitmclirte, ſo verfiel
daſſelbe ſowohl mit der Keyſerlichen Commiſſion, als dem Fürſtl. Collegio, in
beſondere Differentien, von welchen und wie dieſe Diſpüte endlich abgelaufen,
in folgenden Tomo XIX, Vortrag beſchehen wird.
Dieſen Legitimations-Händeln ſeynd Cap. V. noch einige Piecen, welche von
gidern Ceremoniel- Und Curialien - Weſen in Comitiis handeln, beygefüget;
Nemlich was wegen beſchehener Notifteten ſowohl der Wahl des Römi
ſchen Königs Joſephi, als der Geburth der Erzherzoglichen Princeßin,
denn in puncto /gillationis és transmiſonis eines an die LEydgenoſſenſchafft
von den dreyen Reichs Ceg abzulaſſenden Schreibensferner we
gen des von dem Gevollmächtigten der Reichs/Stadt Hauff XHey
ern begangenen Corporis, daß derſelbe, occafone berührten Schreibens,
gedachte Stadt inter mixtas ſetzen laſſen, vorgegangen, nicht weniger, was
ſonſten VOr Geſandtſchafften in anno 16po. ſich in Comittis legitimiret, und
übrigens, warum die Weu JahrszGratulation gegen den Keyſerl, Princi
pal-Commiſſarium unterlaſſen worden,
Und weiln, bey dem Schluß eines Jahrs, auch ein Capitel mit Miſcellaneis
ſeither angefüllet worden, ſo hat man es auch bey gegenwärtigem Jahre, Cap.VI.
beobachten wollen; Und findet man darinnen Nachricht von denen in Bann
verfallenen Grafen von Löwenſtein, Keckheim und Fürſtenberg, und
zweyen Prieſtern de Buentel; lt. von Keyſerl. Majeſt. Beſchwerung,
daß dem von Jbro zur Cardinals. Würde deneinrten Candidate ein
anöerer vorgezogen worden; Weiter von Einführung des Siegel
Papiers in Chur, Beyeriſchen Landen; lt. von dem vermeintlichen
Schaden, welchen die Catholiſche Religion und dann die Ä
YOorbericht,
tiſche Provintzien/von denen Engel und Holländern zu beſorgen has
ben Ä Wetts Ä Oſtende und ändere Plätze denen Hollän
Der abgetreten. Werden Ölten, - f

In Ä zweyundzwanzigſten Buche, welches Aºapublicabegreiffetſdin Anno


169.ergangen, hat man Cap von Continuation des Kriegswider die Tircken,
wie auch Franckreich, den Anfang gemachet. Anlangend den Türcken Krieg,
ſo erhielten die Keyſerlichen unterm Commando des Herrn Marggrafen Louys von
Baden in berührtem Jahre wieder die Türckenbey Salanckement eine complete vi
ctorie, welche auch Anlaßgab, daßvon Keyſerl. Majeſt, nur Hochgedachter tapfferer
Herr Marggraf zu Dero General-Lieutenant aller ihrer ſowohl in Dero Erb Kö
nigreichen und Landen, als in dem Röm. Reich und Ä Savoyen ſich befin
dender Kriegs-Völcker declariret wurde. Was aber den Krieg mit Franckreich
betrifft, ſo lieffenbey dem Reichs-Convent verſchiedene Memorialia ein, darinnen über
den ſowohldurchdes FeindesSengen, Brennen und andere Gewaltthaten als auch
der Freundes-Völcker ungebührliche groſſe Geld Eaction und andere ſehr exorb.
tante Proceduren zugefügten unſäglichen Ä Jenes ver
anlaßte, daß Keyſerl. Majeſt, und das Reich ſich in ſtärckere Verfaſſung ſetzte, die
Advocatoria und Inhibitoria ſchärfſte den Punctum ſecuritatis reaſſumirte, und UNI
die benöthigte Subſidien an Volck und Geld bewarb; Dieſes aber gabUrſach, daß
manaufgute March-Reglements bedacht ward. Und wein der Herzog von Savoyen,
welcher auf Seiten des Reichsſtunde Hüffe contra die Cron Franckreich benöthige,
auch ſolche von dem Reich verlangte ſo kam in Comitis auch dieſer Punct aufs TapÄ
Inſonderheit ſetzeten ſich die Äreyße Heyern/Francken und Schwaben,
ſowohl zum Beſten des Reichs als Bedeckung ihrer eigenen Lande, und zwar theils
durch ſelbſt, theils durch Alliancen und Aſſociationes, in gute Verfa ung wider
Ä Es errichteten auch dahero Fürſten und Stände des Schwäbj
reyßesmitKeyſerl. Majeſt. Chur-Beyern und dem Fürſtl.Hauſe Würtembergwe
gen der Defenſion und Bedeckung desKreyßesgewiſſe Tractate, desgleichen thatj
die KreyßeFrancken und Schwaben mit Chur Sachßen; Und damit wegej
Auxiliar-Tröuppen, alle Desordresverhütet werden Ä verglich man ſich wegen
desPoſtir und Quartirungs-Weſens noch beſonderer Receſſe. Von welchenjch
andern Kreyß-Affairen die Cap. 2.3. und 4. aufgeſchlagen werden können.
Mit dieſen Kriegs-Materien iſtcap. combiniret worden, was von Reichs Aus
tricular-Sachen vorhanden geweſen. Das meiſte aber laufft aufgeſchj
siones naus. Alſo hat Fürſt Georg Friedrich zu Waldeck um Moj des An
Ä der Grafſchafft. Änachgeſchet. Dergleichen haben auch die Äj
tädte, Iſni Ravensburg und Eßlingen, ſowohl die Ä Lüttich,
ulda Ellwangenºd Herfºrd als auch der Graf von Tecklenbj gé
an. Von der Würtenbergiſchen Gºeºeien Sache und wiedejj
Keyſerl. Majeſt, von dem Herrn Biſchof wieder die CroneFranckreich als j
Reichs Feind aufgerichteten an erforderende Anlagen, in Effeetu für Rj
Steuern zu halten, und zu Folge der Reichs Conſtitutionen zu entrichten, iſt bereits
Tom„Decretum
XV undratificatorium.
Ärtrag beſchehen in berührtem Cap folgetj
-

Mitten unter dieſen Kriegs-Älen redete und tractirtemanauch, nach Anlet


tung des ÄÄÄgº des Kriegs mit Franckreich öffj
König Majeſtät in Schweden zur Friedens Mediation, und lieſſen ſolchej
im Haag gegen die Herren GÄ-Staaten, als in Comitis RatsbäjrejÄ
war auch Frankreich zÄrede nicht ungeneigt. Wie wohldºſe
Friedens-Materiezueinigen Mißverſtändniſſen ſowohlbeyChur Brandej
Münſter, als auch unter den Catholiſchen und Evangeliſchen Anlaß gab. eſon
ders ermahnete der Ä ſehr ſorgfägºn Krieg ſtehende Potenzen einen j
meinen Friedentheils einzugehen, eheils ſtiften zu helffen. Inmaßen freylich in
Cºſºzuzchewºººº groſſen Kriege mit den Türcken und Franzoſen
zugleich fortzuſetzen oder ob mit ºnemund mit welchem am erſten Friedezij
chenNechſt dieſem
handeln. Alsfolgen
cap. 7.einige
vonCapitelwelche vonHerrn
den zwiſchen den Religions-und Kirchen
BiſchoffzuW chen-Sa
Würzburg und
Herrn Johann Georgen von Meußbach wegen der Mertzbachiſchen ÄÄhj
Sach und Exerciti Religionis Aºgºßane; º 8. von ſtrittiger Emigration der
Teffe
Vorbericht.
Tefferecker Thal-Leute: Capy: von fernern Irrungen zwiſchen Graf Fried
richen Magnußen zu Caſtel und dero Ä wegen des von nur
ermeidtem Gräfen der Religion halber entführten einigen Sohns;
Cap. 1o. von den Jrrungen zwiſchen den Gräflichen Regierungen zu Oet
tingen und Spielberg verſchiedene gravºin wieder die Jeſuiten betreffend.
Auf dieſe Erxſentren ſich verſchiedene Politiſche Händel: Wie denn Cap. II.
die Preceden. Strittigkeit zwiſchen den Fürſt.Sächſiſchen Häuſern, Wei
inar-und Gothaiſcher Linie vorgetragen wird. Welcher Streit nach Abſterben
Herzog Friedrichs, des ältern, zu Sachßen-Gotha, in Comitiis ſich äuſſerte, denn,
da dadurch die zwey Reichs-Vota, Gotha und Altenburg, nach Inhalt der in dem
Fürſtl. Hauß Gotha getroffenen Vergleiche, auf den uumündigen Erb, Printzen,
Friederichen, dergeſtalt, daß Er ſelbige gleich ſeinem Herrn Vater, vor ſich und ſeine
vier Herren Vettern, zu Sachſen-Römhild, Sachſen-Eiſenberg, Sachſen-Hildburg
auſen und Sachſen-Salfeld zuführen habe gefallen, auch zu ſolchem Ende von der
ber-Vormundſchafft derSachſen-Gothaiſche Geſandtemit einer neuen Vollmacht
verſehen worden, hat dieſer, nach beſchehener Legitimation, aus der Urſach, weiln die
jüngere Gothaiſche Herren Gebrüdere, (deren in der Vollmacht, wiewohl nicht prin
cipaliter, Erwehnung geſchehen) bey denen beyden Reichs-Votis, Gotha und Alten
burg, concurrirten und wegen des von den ſämiitlichen Herren Herzogen Ä WeiſnäWº
und Eiſenach auf ſich habenden mehrern Alters, Krafft der in dem Fürſtl. Hauß
Sachſen, Erneſtiniſcher Linie aufgerichteten Verträgen und Obſervanz, da die Votaſe
cundum aetatem votantium lociret werden müſſen, Ihnen die Praecedenz vor Sachſen
Weimar und Sachſen-Eiſenach competirte, ſich befugt erachtet, den Vorſitz vor den
Fürſtl. Weimar- und Eiſenachiſchen Geſandten zu nehmen und den Voraufruff der
Votorum Gotha und Altenburg, wie bißhero bey Lebzeiten ſeines verſtorbenen Herrn
Principan geſchehen, alſo noch ferner in gleichem Zuſtande zu erhalten; Alldieweiln
abermehrgedachtezwey Gothaiſche Vota von denen jüngern Herren Gebrüdern nicht
vor ſich geführet worden, ſondern ſelbige dem unmündigen Erb-Prinzen, welcher
ſolche vor ſich und ermeldte ſeine Herren Vettern zu führen gehabt, am Alter aber
jünger, als die Herren Herzoge zu Sachſen-Weimar und Sachſen-Eiſenach geweſen,
gehöret: Als haben dieſe keinesweges darein, daß die zweyGothaiſche Vota, Gotha
und Altenburg, vor den Weimariſchen Votis, Weimar und Eiſenach aufgeruffen wer
den, und der Sachſen Gothaiſche dem geſamten Weimariſchen Geſandten vorgehen
ſolle zugeben wollen, hingegen darauf, daß die Vota, Weimar und Eiſenach, den Vo
tis Gotha und Altenburg pra-feriret, und da vorhin die Fürſtl. Sächſiſche Vota in ſolº
cher Ordnung: Sachſen-Gotha, S. Altenburg, S. Coburg, S. Weimar und S.
Eiſenach aufgerufen worden, ſelbigeführohin in nachſtehender Location: Sachſen
Coburg S. Weimar, S. Eiſenach, S. Gotha und S. Altenburg, aufgeruffen wer
den müſſen, beſtanden. Und weilnin dieſemPraecedenz-Differentien der alten Praecedenz
Strittigkeit zwiſchen Weimar und Altenburg Erwehnung beſchehen, ſo hat man die
von S. Weimar anno 162.publicirte ſogenannte GrundveſteFürſt. Sachſen-Wei
mariſcher Pracedenz vor der Fürſtl. Sächſiſchen Herrſchafft, Altenburgiſcher Linie,
beyzufügen, vor dienlich ermeſſen. - - - -
Hiernechſt iſt aus dem Eſ Tom.XVII. errinnerlich was zwiſchen Sachſen
Weimar und Sachſenſ iſenach nach Abſterben Prinz Johann Wil
helms zu Sachſen Jena vor Succeſſons Jrrungen entſtanden. Dieſe wurden
nun in gegenwärtigem 169ten Jahre verglichen, aufMaße als Cap. 12. Meldung be
ſchiehet. Und weiln ſeither die beeden Reichs und Kreyß-Vota, Weimar und Eiſenach,
dendrey Fürſtl. Linien Weimar, Eiſenach und Jena, commun geweſen, ſo ſind ſolche
mulmehro Krafft berührten Vergleichs, dergeſtalt getheilet worden, daß die Fürſtl.
Weimariſche Linie das Weimariſche Votum, und die Fürſtl. Eiſenachiſche Linie das
Eiſenachiſche Votum erhalten. num. 2. & 3. dičt. cap. 2.
Von Continuation der ſtrittigen Sachſen-Lauenburgiſchen Succe/ans
Sache handelt das 13. Capitel, denn obſchon in Comitiis Ratisbon dißfalls, obſuſpen
ſionem votiLauenburgici, die ſeither ſtille geſtandene Reichs-Deliberationes wieder in
den behörigen Gang gebracht worden, ſo wurde doch am Käyſerl. Hofe die Haupt
Sache fortgeſetzet. Zu denen Erbſchaffts Competenten gehörten die hinterlaſſene
Lauenburgiſche Töchtere, gleichwienun der verſtorbene Herzog zu Sachſen Lau
enburg in einer ſchweren Schulden-Klage geſtecket hatte, welche von deſſen Proavó,
Herzog
Vorbericht.
Herzog Franzen, dem ältern herrührte unddiebereits ſeit anno64 am Keyſerl und
des Reichs-Cammer-Gerichte geſchwebet, alſo wurde ſolche nach deſſen Todte, wie
der berührte ſeine Töchtere fortgeſetzet; Wovon das Cap. 14. Bericht erſtartet.
In Cap.XV folgen Jrrungen )zwiſchen Paderborn und Lippe die Herr
ſchafft Sternberg betreffend und 2) zwiſchen Lippe und den Jeſuiten zu
Paderborn, wegen des halben Cloſters Falckenhagen. Die erſte Irrungcon
cerniret die Ä welche von den Grafen von Schaumburg
an die Grafen von der Lippe, mit der Condition verſetzet worden, daß die Reluitio nicht
eher geſchehen ſolle, als in caſum deficientis deſcendentis legitimi in perſona Creditoris;
Als aber die Grafen von Schaumburg ausgeſtorben, ſeind die Grafen von der Lippe
heredes ab inteſtato worden, und haben in ihrer Perſohn die JuraCrediti confundiret;
Hingegen hat das Stifft Paderborn die Herrſchafft vor ein Paderborniſch Lehn
angegeben, mithin ſelbige vor heimgefallen gehalten und dem Gräflichen Hauß Lippe
mehr nicht, als Pfand-Recht, bißdie Schuld bezahletzuſtehen wollen. Nun iſt zwar
nicht zu leugnen, daß einige verſetzte Stück Paderborniſch Lehn, allein, daß die ganze
Herrſchafft dergleichen ſeyn ſolle, das hat man exparte Lippenicht nachgegeben, ſon
dern die Herrſchaft pro allodio aſſeriret.
Weiter betrifft die zweyte Irrung das halbe Cloſter Falckenhagen, welches
die Grafen von der Lippe in den Kriegs-Troublen verlohren, darein aber weiln ſie ſol
ches den 1. Januar, 1624 beſeſſen, Krafft des InſtrumentiPacis Weſtph, im Monat Auguſt.
des 1649ten Jahres reſtituiret worden. Dieſer Reſtitution-Caſſation haben nun die
P. P. Jeſuitarum zu Paderborn geſuchet, und deshalber eine Käyſerl. Commiſſion aus
gewürcket zu deren InfringirungermeldteGrafen ſich an das Corpus Evangelgewendet.
Nach dieſen werden Cap. 4 die Gräflich Weimingiſche Succeſſion. Differen
tien, welche ſonderlich das ju Primagentur betreffen vorgetragen. Dieſe ereigne
ten ſich, nach Abſterben Graf Johann Caſimirs geweſenen Käyſerl. Caminer-Prºfi
denfens, da GrafEmich Chriſtian, alsnechſter Agnat, die Succeſſionprätendirte Graf
Johann Carl Auguſt aber excapite Juris Primogeniturx das beſte Recht zu haben ver
Meilte,
Von ſtrittiger Theilung der Grafſchafft Wertheim wirdcap. 17 gehan
delt, welche Affaire von Chur Fürſt Ludewigen zu Pfalz, der anno 449 verſtorben,
herzuhohlen. Dieſer Chur-Fürſt hinterließ einen Prinzen, Nahnens Philippum
welcher bey ſeines Herrn Vaters Todtes-Fall kaum ein Jahr zurück geleget hatte.
Deſſen Vaters Bruder, Ä Friedrich, Victorioſus Ä nahm Anfangs
die Vormundſchafft über ſich bald darauf aber hielte derſelbe vor allzubeſchwerlich,
ſo lange Vormund zu ſeyn, arrogirte dahero den kleinen Philippum, und vermachte
ſelbigem ſein Land auch, weilner auſſer Ehe lebte, ſo verſprach Er anbey, niemahls
# heyrathen, da hingegen Er ſich, als einem würcklichem Chur-Fürſten, die Chir
ande huldigen ließ. Jedoch hat er ſich nachgehends eine Adeliche DameClarevon
Tettingen zurlincken Hand antrauen laſſen, aus welcher zwar ungleichen, doch legiti
men, und anno 1462. vollzogenen Inorganatiſchen Ehe, Herr Ludwig Freyherr zu
Scharffenſtein, erzeuget worden, den ſein Herr Vater, Standes Gebühr nach, mit
Güthern, als denen Herrſchafften und Aemtern Mecktmühl, Neuſtadt am Kocher,
Scharfeneck, Umbſtadt, Utzberg und Weinsberg, ſamt aller derer Zubehörungen,
verſehen ſowohl von Käyſer Friedrichen - in den Grafen Stand erheben laſſen.
Allein als der Vater vor Hochgedachter Chur-Fürſt Friedrich an 1476 verſtarb, zog
deſſen Bruders Sohn, obernannter Philippus, als nunmehriger Chur-Fürſt, alle od
beſagte Herrſchafften auſſer Scharfeneck ein und conſtituirte hergegen auf die Ä
ſchafft Löwenſtein berührten Reichs Grafen-Stand. Graf Ludwigs Enckel, at
Ludwig genannt wurde durch die mit Fräulein Annen, GrafLudwigs von Stollber
Tochter getroffene Heyrath micht allein mit der Grafſchafft Wertheim und Herrſchaf
Breuberg, ſondern auch Rochefort und Montagu ingleichenden Herrſchafften Her
bimont, Chaſſepierre, Neuchateau bereichert. Deſſen Söhne, Graf Chriſtoph Lüde
wig (welcher ferner ein Theil von der Grafſchafft Virmenburg, durch Heyrath mit
Fr. Eliſabethen, einer gebohrmen Gräfin von Manderſcheid, acquirret) und Graf
ohann-Dietrich,theileten ſich inzwoLinien, die Virnenburgiſche oder Evangeliſche,
- und die Rochefortiſche oder Catholiſche. Unter dieſen beyden Linien ſeynd nun in
Jahr 169, über Theilung der Gräflichen Lande groſſe Irrungen entſtanden, indem
die Catholiſche Linie, auf die TheiluUg * Communione Pro indiviſo
b 2 :
RF PMſ?
YOOrbericht. -
Grafſchaft Wertheim andringet hingegen die Evangeliſche Linie nicht allein prxten
diret, daß ehe ad judicium communi dividundo geſchritten würde, das Univerſal-Judi
um familia herciscunda, (in Betracht die Catholiſche Linie verſchiedene in gemeine
Theilung gehörende Herrſchaften privative beſitze) ſtattfinden müſte, ſondern auch
die Herrſchafft Wertheim ſelbſt vorindiviſibel hält, und daher, wenn auch ſolche in die
Theilung mitzuziehen, nicht geſchehenlaſſen will, daß ſolche in tot partes, als haredes
wären, zergliedert werde, beſondersdamehrere Herrſchafften in unocorpore haeredita
tis vorhanden, einfolglich die diviſio per Dynaſtias, und nicht per ſeparationem dynaſta
rum ſingularum vorgenommen werden könne; Nicht weniger in der Meinung ſtehet,
daß, wenn allenfalls die Grafſchafftquaſtionis einem Theilzu überlaſſen, der Evange
liſche Theil zu praeferiren ſey.
„ Wegen des Keyſerl. und des Reichs Cammer-Gerichts wurde damals
geſtritten, wohin ſolches verleget werden ſolte. Es hatte daſſelbein der Reichs-Stadt
Speyer ſeit anno 130 fixam ſedem gehabt, im Jahr 688. durch die Franzöſiſche Bar
bariſche Verheerung berührter Stadt ſolchen verlohren. Worauf denn deliberiret
wurde, wohin ſothanes hohesjudicium verleget werden ſollegeſtalt dann hiervon auch
wie man endlich, von Reichswegen, den Schluß gefaſſet, Ä in die Reichs-Stadt
Wetzlar zu verlegen, die TomiXIV.cap. 15. Tom.XV.cap.8.Tom.XVI.cap.7. lib. 18. und
Tom. XVII. cap.o. aufgeſchlagen werden können. Obaber ſchon der Reichs-Schluß
nur gedachtermaßen aufWetzlar ausgefallen war, die Herren Camerales auch ſich da
hin begeben hatten, ſo legten ſich doch zwiſchen der Stadt und den Cammer-Gerichts
Perſöhnen wie auch den Cameralen unterſich ſonderlich ratione exercitiireligionis, und
Wieder-Eröffnung des Judicii, neue Difficultäten dar, welche dann neue Berahtſchla
gungen veranlaßten. Einigewolten gerne ſolch Judicium einnehmen, andere deprecir
ten aber die Einnahme. Wie dann über die Stadt Wetzlar ferner dieStädte Erfurth,
Hanau, Dünckelſpiel und Schweinfurth, in Vorſchlag kamen. Es wurde zwar eine
Keyſerl. Commiſſion nach Wetzlar abgefertiget, allein ihre Ä frucht
loßab, weshalber man dann durchein Keyſerl. Commiſſions-Decret der Reichs-Ver
ſaſñlung zu Regensburg zu vernehmen gab wie Keyſ Majeſt.zwar zudeſtogeſchwin
derer Eröffnung desJudiciiCameralis, gerne ſehen würden, wenn die mit der Stadt
Wetzlar vorgekommene Schwürigkeiten aufsförderſamſte gehoben werden könten,
Sie gleichwohlanbey zu der Reichs Verſailung vernünfftiger Erwegung, ob ſolches
ſo bald zu erhalten, Ä ſeynlaſſen, und im Fall, daß dieſelbe befinden ſolte, daßes
nicht zu hoffen ſtehe ſondern dieNothdurfterfordere,aufeinen anderntauglichen Ort
zu gedencken, Ihro Majeſt. ihren ohnverweilten Vorſchlag zugleich auch erwarten
wolten, was dißfallszuthun ſey. Von welchen allen Cap. 18. gnugſame Nachricht zu
befinden ſeyn wird.
Endlich praeſentiren ſich cap. 9. wiederum einige Miſcellane4, welche dann I.) die
(Erhebung der Herren von Leibelfing in Grafen Stand 2) das Beylager Prinz Ja
cobi in Pöhlen z.) den Land-Tag in Siebenbürgen 4.) die in Vorſchlaggebrachte Ein
ziehung der bißanherbey denen Reichs-Städten üblich geweſenen Beſchenckungen an
Eommender hoher Herren und Standes-Perſohnen. 5.) die auf den Fürſten zu Waldeck
ausgefallene Wahl eines Meiſters der St. Johanniter-Ordens in der Marcº Sachſen
Pommern und Wendland, 6.) Chur-Beyeriſches Siegel-Papier 7.)Chur-Pfälziſcher
Einzug in der Reſidenz Veuburg 8) die von Keyſ majeſt. verlangte Extradition des in
&amburg inhafiirten Franzöſiſchen Secretari, 9) die Keyſerl. Garantie wegen des zwiſchen
Dennemarck und Anhalt-Zerbſt in puncto verſchiedener Jrrungen errichteten Receſſes/
1e.) den Statum deperditum in Polonia, 11.) die Ankunft und Einhohlung des Chur-Fürſtens
von Beyern3u Turin/ 12.) das Chur-Meintziſche Verboth der Conventiculorum in Erfurt/
z) die Sektion des verſtorbenen Marggraf Hermanns zu Baden/ 14) Ceremoniell bey dem
Begräbniß Chur-Fürſt Johann Georgens III. zu Sachſen und 15.) die von Chur Fürſt
Johann Georgen IV in den Chur-Säcbſ Landen eingenommene Huldigung und 16.)
das von Spanien an Chur-Beyern überlaſſene GoupernoberSpaniſchen Provincien betreffen.
Und hiermit endiget ſich der TomusXVIII. Ačtorum publicorum Londorpii, mit an
gehencktem Wunſche, daß man bald gar zum Ende des Wercks an ſich gelangen möch
fe, damit ſodann zu den Supplementisgeſchritten werden könte, welche auf das ganze
17te Seculumgerichtet ſeyn ſollen, und da ſich gantze Capitel, mit ſehr wichtigen Affairen
angefüllet, darſtellen werden von welchen in unſerm Londorpio öffters nicht einmahl
eine Piece zu befinden. Ä eſſen empfiehlet ſich der Verfaſſer, nebſt dem Verlegerin
eines jeden, der ſich ſothaner Actorum bedienet, reſpective Gnaden Hulde,
Affection und Freundſchafft. W. am 2. Octobr. 172o.
(BS) ( 0 ) (IG
- * -
Regiſter
Derindemachtzehenden Theil
ACTORVMenthalten
PVBen
LICORVM
Bücher Das
und Einund
Capitel, Mit ihren Numeris.
zwanzigſte Buch,
, . . . worinnen zu befinden - -

Was von Actispublicis, die Anno 1690.ergangen/noch vorhanden geweſen.


- CAP. I. VII. Memorial des Keyſerl. Abgeſandens an die
Eydgenoßenſchafft, darinnen um Reſolution auf
Von Schweizeriſchen Sachen/ die nomine Caeſaris gethane Propoſition nach,
anno 1690. geſuchet wird, d. 13 (23)Maji 1690. - 6
Num. -
VIII. Propoſition des Spaniſchen Ambaſſadeurs,
I. Schreiben von dem in der Schweiz bey denen GrafensCaſati, an die Eydgenoßen, worinnen
Evangeliſchen Cantons ſubſiſtirenden Engli» Er ihnen nachdrücklich verweiſet, daß Sie, mit
ſchen Geſanden Cozean den Keyſerl.Herrn Mi Hindanſetzung aller mit dem HaußeOeſterreich
niftrum, Herrn Grafen von Landron, wegen und der Cron Spanien eingegangenen Verträ
Veranlaßung eines gewiſſen Congresſes, d. 14. ge, dem Königin Franckreich nicht nur erlaube»
Jan. ft. n. 1690.: I ten, die alten in ſeinen Dienſten ſtehendeSchwei»
II. Remonſtrencefäiteaux Cantons de Svisſe, paf zer-Regimenter in ihren Landen zu recroutiren,
Monſr. Amelot, Ambaſſadeur du Roi de Fran ſondernnoch gar neue darzu aufzurichten. 7
ce , á Soleure, le 14. Janvier 169o. 2. IX. Schreiben von dem Spaniſchen Abgeſandten
III. Harangue de Monſieur Cock, Envoyé Ex an die Eydgenoſſenſchafft, worinnen ſowohl um
traordinaire de Sa Majeſté Britannique» pro Zurückberufung ihrer Völcker aus Franckreich,
aoncée dans l' Aſſemblée de Deputés de Can als ſonſten ümAsſiſtenz nachgeſuchet wird,d.2é.
tons Svisſes Proteſtans, quis'eſtrenüeáZurich, Maji 169o. 8
le 31.Janv. 169o. 3 X. Rede des Herrn Grafen von Gouon, Savoyi.
IV. Schreiben des Franzöſiſchen zu Solothurnre ſchen Abgeſandens, an die löbliche Verſamm
ſiſtirenden Miniſters Amelot, die neuen Befeſti lung der Herren Cantons zu Baden, den 29.Maji
gungs-Wercke,welche der Keyſerl General Sou I690. 9
ches beydem Gränz»Paße Augſt hat aufwerffen XI. Vortrag Herrn von Gouon,Savoyiſchen Mi
laſſen, betreffend, d. 19.Mart. 690. + niſtrian die Evangeliſche Orthein der Schweiz,
V. Propoſition, welche der Keyſ Geſandte, Herr wegen einer Allianz. Anno 1690. Ä
Graf von Ladron, bey denen Schweizeriſchen XII. Remonſtrati ons-Schriff ten des Franzöſiſchen
Cantons, wegen der der Eron Franckreich nicht Abgeſandtens an die Schweizeriſchen Bundes
nur mit Recrouten, ſondern auch gar neuen Genoſſen, darinnen man ſie zu überführen trach»
Werbungen, und in mehr andern, geleiſteten tet, daß ſie, ohne augenſcheinliche Verletzung des
Hülffe, gethan, anno 1690. ibid. rermitderEron Franckreich eingegangenen Ver
VI. Memorial des Franzöſiſ. Geſandtens Monſr. träge und ihrer ſelbſteigenen Ehre und Nutzens,
Amelot, an die zu Baaden verſamletenSchwei» ſich der Spaniſchen Länder nicht annehmen, die
zeriſchen Cantons, bey denen mit ſeinem Könige in Franzöſiſchen Dienſten ſtehende Schweitzer
vor ein paar hundert Jahren her aufgerichteten nicht zurückruffen, noch dem Käyſer die von ihme
Bündnißen feſt zu beſtehen, und ſich durch die zu gefoderte Anzahl Trouppen zuſtehen könten,
Regenſpurg gemachte Reichs-Schlüße und der d. 24.Maji und 2.Jun. 1690. IO

Keyſerl. Miniſtrorum Vorſtellungen ſich davon XIII. Schreiben der Syndicorum und des Raths
nicht abwendig machen zu laſſen, d. 21. April, zu Genevanden Canton Zürchworinnen gemel
Anno 169o. 5 det wird, wie die Friedens»Handlungen zwiſchen
CI Dem
- - - Regiſter. -- - -

dem Herzog von Savoyen und dem Marechal Schweitzer-Cantons Abgeſandten,anden König
von Catinat ſich zerſchlagen, es auch bereits zwi von Franckreich, die verlangte Sicherheit dº
ſchen beyden Teilen zu öffentlichen Thätlichkeiten Biſtuhms Baſel und der Wald-Städte, wie
ausgeſchlagen, d.3 o.Maji 1690. I3
auch Abſtellung der Extenſion der Veſtungs*
XIV. Der Eydgenoßiſchen Geſandten zu Baden Gebäude zuHünningen, betreffend, d. 13. Nov
Antwort auf des Keyſerl. ſubdelegirten Mini I69o. - 22
ſtris Freyherrn von Roſt, einiger Contraventio XXVI. Copia Schreibens der dreyzehen Ortens
nen halber, gethane Beſchwerde, d. 13. Juli löblichen Endgenoßenſchafft Abgeſandtenº
I690. ibid. Keyſerliche Majeſtät, wegen des Neutralitäts
XV. Des Spaniſ Ambaſſadeurs in der Schweiz, Negotii, und daßſonderlich ihr Territorium von
Herrn Grafen Caſati Memorial, wegen der - – der Keyſerl. Majeſt. und dero Alliirten Kriegs
Franzöſiſchen argwöhniſchen Vorſtellungen, ob Macht nicht betreten werden möchte, abgangen
würden die Keyſerl. Völcker durch das Schwei» d. 13.Nov. 1690. 2+
zeriſche Territorium einen Durchzug nehmen, XXVII. Klag-Schrifft des Franzöſiſchen Abge
d. 1.Aug. 1690. ibid. 2 : ſandtens an die zu Baadenverſamlete Deputte
XVI. Keyſerl Commisſions-Decret, die Schwei “ der Schweitzer-Cantons, worinnen ſich derſelbe
zeriſche in der Eron Franckreich Dienſten und zu» hefftig beſchwehretüberdievon dem Keyſerlichen
mahlen in Caſal befindliche Völcker betreffend, Ambailädeur wider die Cron Franckreich in ge e

d. 17.Aug. 1690. - - , -
14 - dachter Verſammlung ausgeſtoſſenen Schmä
XVII. Copia Schreibens an Ihre Königliche Ma 5 hungen, d. 5. Nov. 169o.: 25
jeſtät in Franckreich von den Schweizeriſchen XXVIII. Copia Ihrer Keyſerl. Majeſt. Antwort
Qantons darinnen wegen der mit dem Erzhauße Schreibens, d..Dec. 169o. an die löblicheEyd
Oeſterreich, habende Erbverein, nachgeſuchet genoßenſchafft, auf das oben ſüb nun 36 be
wird, Befehl zu errheilen, daß ihrenEydgenoß findliche Schreiben, d. 4. Dee.égo. -“ ibid.
ſchen in Franzöſiſchen Dienſten ſich befindenden XXIX. Herrn Peter Valkeniers, Ihrer Hochmö
Völckern nicht angemuthet werden möchte, ſich genden, der Herren General-Staaten der ver
außer dero Reich weder wider berührtes Erz einigten Niederlanden, Extraordinair-Envºyé
Hauß, noch das Römiſche Reich feindlich ge mündlich gethanePropoſition an dieGroßmäch
brauchen zu laſſen. Comm. d. 26.Aug.169o. ib.. . .tige Regierung des löblichen Cantons Bern we2
- - - - - -

XVIII. Abdruck des von der Hochlöbl. Reichs- gen der in großer Gefahr ſtehender Stadt Genf,
Verſamlung zu Regenſpurg an die dreyzehen und höchſt nöthiger Beſchleunigung deroſelben
und zugewandte Orte der Eyd-Genoßenſchafft, rrettung. Bern den 29. Dec. ſt. v. 1699,26
d. 9.Sept. 1690. abgelaſſenenSchreibens ſowohl xxX Öj Send-Schreibens, eines Wohlge
die Avocation ihrer in der Cron Franckreich ſinnten, an einen ſeiner guten Freunde und Eyd
Dienſten,ſonderlich in Caſal, habenden Völcker, Genoßiſchen Patriotenabgangen über den wah
als Beobachtung der Neutralitaet betreffend. 15 - ren Verſtand des Eydgenoßiſchen, mit derEron
XIX. Remiſs oder Reichsgutachten an die Keyſer Franckreich gemachten ewigen Friedens, de An
liche Commisſion, des Reichs Wieder»Ant no 1516. hiernachgefolgten Bunds.de AG 21
wort-Schreiben an die Schweizeriſche Can und incidenter anderer habenden Bündnißen,
tons, betreffend, dedato 13.Sept. 1690. 16 in Marcio 1690. - 29
XX. Der Schweizeriſchen Geſanden auf ihrer
Tagſatzung Vor-Antwort, auf das von dem CAP. II.
- Reichs-Convent an ihre Herren Principalenab»
gelaßene Schreiben, d. 4.Očt. 1690. 17 - Von SNüntz-Sachen/
XXI. Schreiben des zu Solothurn reſidirenden Anno 1690.
Franzöſiſchen Miniſters Amelot an die geſamb Num,
ten Schweizeriſchen Cantons, die neuen vor I. Receſs zwiſchen den Chur-Sächſiſchen Chur
Hünningen bey Baſel aufzuwerffende Fortifica Brandenburgiſchen und Braunſchweig-Lüne
tionen, ingleichen die Neutralitaet der Wald» burgiſchen zu Torgau, in Münz-Sachen, aufge
Städte des Frickthals und des Diſtricts von richtet, d. 28. Febr. 169o. 34
Brendrut betreffend, d. 28.Očt. 169o. ibid. II. Herzog Georg Wilhelms zu Braunſchweig
XXII. Herrn Peter Valckeniers, der Herren Ge Zell Müntz-Edičt, d. 1.Mart. 1690. d
- neral-Staaten der vereinigten Niederlanden III. Schreiben von Chur-Sachſen an die Städte
extraordinair-Envoyé, an die löbliche Eydge des Ober-Sächſiſchen Kreyſes individualiter
noſſenſchafft, Anſprach an die dreyzehen, wie auch vermittelſt welchen der zu Torgau mit Chur«
zugewandte Ort der löblichen Eygenoßenſchafft, Brandenburg und Braunſchweig-Lüneburg in
in Baden verſamlet; Gethan den 10. Novembr. Müntz-Sachen errichtete Receſs communiciret,
. (30. Octobr.) 169o. darinnen die Franzöſiſchen und die Conformitaet zu halten angetragen wird,
er Tier- beweglich vorgeſtellet wer d. 5.Mart. 1690. 38
M. I8 IV. Bericht von der Chur-Bäyriſchen Hof-Kam
XXIII. Des Franzöſiſchen Herrn Ambaſſadeurs mer zu München, ad Electorem in cauſa mone
Amelots Antwort, ſubdatoden 13.Nov. 1690. tali, erſtattet, d. 6.Jun. 169o. 38
- auf die, von dem Holländiſchen Herrn Envoyé V. Remarques, aufdieam 12. (22 )Mart. 699.
Valkenier an die dreyzehen wie auch zugewandte zu Regenſpurg ausgefertigte unvorgreiffliche
Ort der löblichen Eydgenoßenſchafft, gethane Gedancken, das Münz-Weſen betreffend. 39
Anſprach. VI. Extraët aus einem von dem Chur-Bäyeriſchen
2O

XXIV. Holländiſche Replique, dedato 20. (30.) Geheimten RathadSerenisſimum Elečtoren in


Nov. 169o. e ibid. puncto Moneta erſtatteten Bericht, dem 5.Mai
XXV. Copia Schreibens der dreyzehen löblichen 1690. - 42
VII. Ehu 4
Regiſter. -

VII. Ä inpunão des Müntz durch von einem gewiſſen Reichs-Stand des
Weſens führende Meymung, communiciret Ober-Rheiniſchen Kräyſes hierzu beſtellten Ju
M. Majo 1690. 43 den ſehr gering ausgemünzet worden, d.3o.Sept.
VIII. Müntz-Bedencken, ſo von Salzburg her - ( 10.O&t.) 169o. - - 56
rühren ſoll, communiciret M. Majo 1690. 45 XX. Churfürſtl.Proje&t von 13. (8.) Oêt. 169o.
IX. Gutachten in Münz-Weſen,ſo von Bamberg in Puncto Monetae. ibid.
kommen, communiciret M. Majo 169o. 48 XXI. Fürſtl. Proječt vom 18. (8.) Oct. 1690. in
unčto Monetae. . . . . . 21
ibid.
-
X. Schreiben von Chur-Sachſen, als ausſchreie - - -

benden Fürſten des Ober-Sächſiſchen Kräyſes, XX. Churfürſtl. Durchlauchtigkeit zu Pfalz


an die Status ſothanen Kräyſes in particularis führende Gedancken, in puncto Monete. Cóm
vermittelſt welchen ſowohl das Keyſerliche neue municirt d. 19. (29.) Nov. 1690. 57
Müntz-Edis communiciret, als wegen der or? XXIII. Schreiben von Königl.Majeſt.in Schwe,
dentlichen Müntz-Städte Erinnnerung gethan den und Herzogen zu Braunſchweig-Lüneburg,
wird, d.7.Jun. 690 ibid.
-

als Ausſchreibenden Fürſten des Nieder-Säch


- - - - - - Beylagen. ſiſchen Kräyſes, an Chur-Sachſen, in puncto
Lit. - Moneta, d. 23.Dec. 1690. ibid.
ÄKeſe
ÄScheibenanChur Sachſenssays
Fürſten des Ober»Sächſiſchen
Beylage. . .
3. Puncta, welche bey der zwiſchen denen Hohen
Kräyſes, vermittelſt welchen Ihro das neue correſpondirenden Chur- und Fürſten zu
Müntz-Edičt zur Publication zugeſendet wird, men beliebten Conferenz von dero anweſenden
d. 21.Očt. 1689. 49 Räthen und Miniſtris abgeredet und zur Ge
-

B. Keyſerl. Müntz-Ediêt de dato Augſpurg den 21. nehmhaltung der Hohen Herren Commierenten
Octobr. I689. ibid. beliebet worden. Actum Brehmen, den 17.Dec.
XI. Unvorgreiffliche Gedancken, warum man den 699,- . . -- --- --- *
gutenReichs- und Franzöſiſchen Thalerin valo XXIV. Königlich-Schwediſches Münz-Ediät re
re extrinſeco muß erhöhen, und wie man ins» ſpectu dero Herzogthümer Brehmen und Ver
künfftige durch Prägung des guten Reichs Tha den, d. 23. Dec. 1690. bid.
lers dem weitern Verfall des Müntz-Weſens
kan vorkommen, communiciret, d. 23. Junii
1690. ibid.
CAP. III. . .“
XII. Schluß zwiſchen Königl. Majeſt. in Schwe Von der ſtrittigen Legitimation des
den und Chur-Brandenbnrgin puncto moneta, Chur-Mainziſchen Directoris in
zu Granzou, in der Uckermarck, den 4. Juli - Comitiis, Anno - - -

I69O. - - - - 5o 1690.
XIII. Keyſerl. Commisſions-Decret, vermittelſt Num. - -

welchen der Reichs-Verſamlung das neue Key I. Extraët Comitial-Relationen, wegen ſtrittiger
ſerliche Münz-Edict communiciret wird, d. 19. Legitimation des neuen Chur-Mainziſchen Di
Julii 69o. --- 5I
XIV. Urſachen, warum der jüngſthin im Januario rectoris, Regenſpurg vom 19. Febr.bis den 9.Jul.
I69o. 6L
1690. zu Leipzig abgefaßte Müntz-Receſsaufge II. Vortrag, ſo dasChurfürſtliche Collegium den
richtet worden. Comm. d. 14.Jul. 1690. ibid. Ehur-Mainziſchen Geſanden, wegen ſeiner Le
XV. Schreiben von Königl. Majeſt. in Schwe gitimation, den 1. April 1690. in Collegio E
den als Mit-Ausſchreibenden Fürſten des Nie lectorali gethan. 68
der Sächſiſchen Kräyſes, an die Statusſothanen III. Protocoll in CollegioEleãorali, d. 5. April
Kräyſes, in puncto Monetae» d. 18. Auguſti 699, worinnen wegen der aus dem Chur
1690. -e 52
XVI.
Mainziſchen Legitimations-Streit zwiſchen
Schreiben an Keyſerliche Majeſtät von der Chur-Trier und Chur-Sachſen, in puncto der
Kräyß-Verſammlung zu Nürnberg, darinnen Ausſage und Directorii, entſtandenen Irrun
um Reasſumrung des punêtimonetalis in Co gen, lauter Proteſtationes und Reproteſtationes
mitiis nachgeſucher wird, d. 30.Sept. (10.Oêt.) enthalten. ibid.'
169o. - -- -?“
XVII. Schreiben an das Hochlöbliche Bäyeriſche, IV.
" an
Copia Keyſerl. Hand-Brieffs M. April 1690.
Chur-Trier,Cölln, Bayern, Sachſen, Bran
und mut. mut. an das auchHochlöbliche chwä
denburg und Pfalzmutatis mutandis, betreffend
biſche Kräyß-Ausſchreib-Amt von der Fränck die Legitimations-Differentien, welche in Co
- ſchen Kräyß-Verſammlung zu Nürnberg, darin mitiis mit dem angekommenen Chur-Mainzi
nennicht allein wegen der eingeſchlichenenMünz ſchen Geſanden entſtanden. 69.
Defe&en und Reichs-Ordnungs- ungemäßen V. Erklährung des Churfürſtl. Collegiiwegen des
Ausmünzungen, um Eröffnung deroGedanken
nachgeſuchet, ſondern auch ein Schreiben adCx VI.Chur-Mainziſchen Legitimations-Streits. 7e
Des höchſt anſehnlichen Keyſerlichen Prin
ſarem. wegen Reasſumirung des Punčtimone cipal-Commisſarii Hochfürſtl. Durchl. münd
talis, in Comitüs communiciret wird, d.30.Sept.
licher Vortrag an das Fürſtliche Dire&torium
(10. Oêtobr.) 1690. - - - 55
den 5. (15.).Jul. 1690. in puncto des Chur
xVIII. Schreiben an dasOber-RheiniſcheKreyß Mainziſchen Geſandens Legitimation-Streits,
Ausſchreib-Amt von dem Fränckiſchen Kreyß
geſchehen. ibid.
Convent zu Nürnberg, in puncto Monetº VII. Keyſerl. Commisſions-Decret, wegen des
d. 30.Sept. (10.Oct.) 1699... ibid. Ä Geſandtens beſchehener Le
KIX. Schreiben von dem Fränckiſchen Kräyß gitimation, d. 15. Jul. 1690. 7.
Convent zu Nürnberg an die Stadt Franck
furth,wegender Weimariſchen Güldner,welche W 2
-
CAP. IV.
Regiſter.
" CAP. IV. -

V.ExtraëReichs-Fürſten-Raths Protocolli, in
Puncto Sigillations & Transmisſion des an
Von ſtrittiger Legitimation des die Eydgenoßenſchafft von den dreyen Reichs
- Ä GeſandtensHerrn Gra
fens von Lamberg, in Comitiis
ÄgsabzulaßendenSchreibens. Mej.
& O&t. 1696. ibid.
Anno 169o. VOºpia Schreibens an das wohl löbliche
Num. Reichs Städtiſche Collegium auf dem für weh»
I. Faéti Species, der# Ä enden Reichs-Tag zu Regenſpurg von Bürge
uRegensburg, Herr Graf von Lamberg, ſei meiſter und Raht zu Kauff-Bäyern j.
Ä dem Chur-Mainziſchen Reichs)-- den 14.Sept. abgegangen, in Punčtodes, ratione
Deputationis & Sigillationis, vorgeloffenen Er
retori durch einen ſeiner Bedientenüberſchicket, roris. 84
ſelbiger aber ſolche durch den Chur-Mainziſchen
Dičtatorem zurückgeſendet, d. 29. Nºr VIII. Salvatorium Collegii Civitatenſis der
169o. 1D1Cl. Reichs-Stadt Kauff-Bayern, wegen des von
II. Münd-undſchriftlicher Vortragbeyder Key ihrem Gevollmächtigten zu Regenſjg began
ſerlichen Commisſion, nomine Collegi Electo genen Erroris, daß derſelbe, occaſione des an die
ralis, den 3.Dec. 169o. die ſtrittige Legitima Eydgenoßenſchafft abgelaßenen Schreibens, ge»
tion des Oeſterreichiſchen Principal-Geſandens, dachte Stadtintermixtas ſetzen laſſen, ertheilet,
„Herrn Grafens von Lamberg betreffend, 72 IX.d.Von 13. (23.) Sept. 1690.
Geſandſchaffts-Legitimationen in Co
85

III.gi»Gegen Repreſentation des ChurfürſtlColle miciis Ratisbon. ao. 169o.


der Keyſerlichen Principal Commisſion 3 1Il ibid.

Punkteübergeben.
der ſtrittigen Oeſterreichiſchen Legitima X. Extraët Reichs-Fürſten- Raths- Protocol
tion, ibid. was wegen unterlaſſener Neu-Jahrs-Gratula
IV. Extra&t Reichs-Fürſten- Raths- Protocolls, tion gegen den Keyſerl.Principal-Cómmisſarium
v0rgangen. Menſ. Dec. 169o. 87
d. 19(29.)Dec 1692 wievorſtehende Schrifft
der Keyſerl. Principal-Commisſion übergeben CAP. VI.
worden. 73
W. Kurtzer Bericht deſſen, was HON anno 1677.
circa modum legitimand ſeither ſonderlich vor Num.
Miſcellanca, ao. 1690.
\- gefallen. 74
Anſuchungs-Memorialdes zu Cöllnreſidirenden
Beylage. Apoſtoliſchen Nuntiian denChurfürſten daſelbſt,
Lit. -

A. Keyſerl. Decret in puncto des Legitimations denen mit dem Bann belegtenGrafen von j
Ä Ä Braunſchweig-Zell ſein, Reckheim und Fürſtenberg, und zweyen
Prieſtern de Qventel, ihre begangene Verbre
ſchen Geſandens, Herrn Molan, de dato
II 678,
Ä----
chen zu verzeihen, d. 22.Jan. 16jo. 88

vi Churfürſtl. Collegii Befugniß in dem II.vorhergehende


Antwort des Churfürſtens zu Cölln auf das
Memorial des Nunti Apoſtolici,
- Legitimations-Streit, communiciret d.2 8D
- cembr. 1690. ibid. worinnen vorgeſtellet wird, daß es ihm ſehr nach»
VII. Extračt Comitial-Relation de dato Regens theilig ſeyn würde, wenn er denen von Keyſerl.
burg den 31. Decembr. 169o. vorſtehendes Scri
Majeſt. und dem Reich geächteten Caj
inſonderheit dem Cardinaivon Fürſtenberg, par
ptum betreffend. 79 doniren wolte, d. 29. Jan.1690. 89
III. Eines Eatholiſchen Juris Conſulti Gutachten,
CAP. V. daß wider die 6. Cöllniſchen wiederſpenſtigen
Von andern Ceremoniell- und Cu Canºnicos».Jhrer vermeinten Appellj
rialien-Weſen auf dem Reichs-Tage geachtet, rechtmäßig verfahren worden, und ſol
zu Regenſpurg anno che Richtzureſtituirenſeynd. 99
IV. CoPia litterarum ſacra Caeſare- Majeſtatis ad
I69o. Cardinalem de Medices, quibus declara,
Num.
animo valde excruciari, denominato a ſº ad
I. Extraët Comitial-Relation de datis 22 Jan. und Cardinalitiam dignitatem Candidato à Papa
5. Febr. 1690. die dem Reichs-Convent beſche Belloviſium Gallum praelarumfuifle, d. 4. April
hene Notification der Wahl des Römiſchen Kö 169o. I

nigs Joſephi, wie auch das darauf erfolgte V. Copia litterarum ſacrae Caeſarex Majeſtatis ad
Reichs-Gratulations-Gutachten betreffend. 79 Cardinalem de Medices, Praeteritionem deno
I.Keyſer Cººns-Decemittels welchen
“die Höchſt-anſehnliche Keyſerliche Commisſion
minati à ſua Maj. ad cardinaliciam dignitatem
cÄrºntium, d. 28. April 1690. 92
die Naiſance der Erz-Herzoglichen Princeßin VI. Päbſtliche Antwort aufdie in einer Cardinº
notificiret, d. 27.Jul. 169o. so Ägatiºn; wegen des von Keyſer. Majeſt.
III. Extraët Reichs-Fürſten-Raths Protocolli, an den Cardinal de Medices, in puncto dignita
dedato 18. (28) Julii wegen vorſtehenden Key i Änalicia» abgelaſſenen Schreibens, for
ſerlichen Commisſions-Decrets. ibid. mirte Fragen. - ibid.
IV. Gratulations-Gutachten, wegen der Geburth VII. Ihrer Churfürſtl. Durchl. in Bäyern Ver.
einer Keyſerlichen Princeßin, dedato 28. Juli ordnung wegen Einführung des Siegel-Pa
1690. 8I piers, d. 12.Aug. 1690. – . . 93
. ExtraëtReichs-Fürſten-Raths Protocollwe VI, Erleuterung und kurzer Begriff, wie das in
gen Ubergabe des Gratulations-Reichs-Gut Ihrer Churfürſtl. Durchlauchtigkeit in Bäyern
achtens. MenſJul. 1690. ibid.
- - -
Landen, als Ober- und Unterſandes BäÄn,
auch
.
Regiſter.
auch dem Herzogthum der Obern Pfalz gnä liſche Religion und dann die Brabantiſchen Pro
# verordnete
EM,
Siegel-Papier zu gebrau
ibi
vinzien von denen alliirten Engel- und Hollän
diſchen Trouppen zu beſorgen haben, ſonderlich,
DX Vorſtellungs-Schreiben eines Niederlän» wenn Nienport, Oſtende und andere Plätze
diſchen Praliens an einen Spaniſchen Staats denen Holländern, wieder Ruffergangen, ſolten
Rath, was für Schaden fürnehmlich die Catho abgetreten werden. 96

Das Zweyundzwanzigſte Buch,


begreiffend
Aéta publica, welche in Anno 1691, ergangen,
CAP. I. X. Chur-Sächſ anderweites March-Reglement,
d. 28.Mart. 1691. ibid.
Von Continution des Krieges wider XI. Copiades zwiſchen Seiner Churfürſtl. Dur
die Türcken, wie auch Franckreich, lauchtigkeit zu Sachſen und Ä Ä.
Anno 169I. -

ris dem Herrn General Dünnewald wegen Ab


Num. ſendung der Ehur-Sächſiſchen in 12ooö.Com
I. Italiäniſche Relation und Extra&aus desCantz battans beſtehenden Trouppen nach den Rhein,
ler Stratmans Anrede an die Nieder-Oeſterrei verglichenen Tractats, de dato 3 o. Marti
I69 I. 1o7
chiſchen Ständte, um Verwilligung der benöe -

thigten Geld-Summen wider die Türcken. XII.Franckreich


Copia Schreibens, welches der Königin
an den Erz-Biſchoffen zu Paris we
- Anno 1691. 99
II. Chur-Mainziſches Schreiben an die Reichs gen Eroberung der Veſtung Monsabgelaſſen,
Verſamlung zu Regenſpurg, wegen des ihrem d. 2 o. April 1691. IO8

Ertz-Stifft ſowohl durch des Feindes Sengen, - XI Copiº Keyſerl. Reſcriptsanden Herrn Feld.
Brennen und andern Gewaltthaten, als der Marſchall Caprara abgangen, die wider einige
Freundes»Völcker ungebührlichen großenGeld Fºren und Ständtedes SchwäbiſchenEreyſes
Exačtionen und andern ſehr exorbitanten Proce zur Ungebühr vorgenommene Militär-Execujo
duren, zugefügten unſäglichen Schadens. d. 5. e» und wie darinnen zugleich eine general
Jan. 1691. I OO Kriegs-Ordnung vorgeſchrieben wird, betref.
-

III. Keyſerl. Commisſions-Decret, den Punctum xÄ# 1.Maji 1691. ibid.


ſecuritatis publica betreffend, d. 18. Januarii V.Aociatiºns-Receß zwiſchen beeden Fränck.
I691. ibid. und Schwäbiſchen Ereyſen, dedato Ä
IV. Antwort-Schreiben des Königs in Spanien den 29.Maji (8.Jun.) 1691. IO9
an die General-Staaten der vereinigten Nieder XV. Relation veritable de ce quieft pasſé á Liege
lande, auf die beſchehene Vorſtellung der # d. 8. Jun. 1691. I I 2.

Gefahr, welcher die Spaniſch- Niederländiſchen XVI. Unvorgreiffliche Praliminar-Gedancken und


Provinzien unterworffen, d.8.Febr. 1691. 101 Vorſchläge wie auf künfftige Campagne die
V. Keyſerl. Commisſions-Decret um ſchleunige allgemeine Reichs-Verfaſſung, nöthige Durch
Hülffe für den Herrn Herzogen zu Savoyen zige Einqvartierungen und anders einzurichten,
contra die Cron Franckreich, de dato 12. Febr. damit man einestheils denenfeindlichen Invaſio
I69 I. ibid. nu gewachſen, das Volckrichtig unterhalten,
Beylage. andern Theils der Landmann gleichwohl nach
Lit. - möglichen Dingen in ſeinem weſentlichen Stand
A. Aſua ſacra Caeſarea e realMajeſta humilisſima ſeinem Herrn conſerviret werden möge. Com
municiret d.3o.Jun. 1691. II.4.
Supplica del Conte D. Vittorie tarino di con
ſambri.innome diſuaalt. reale il ſign. Duca di XVII. Schema oder Project, wie nachdem Fuß der
Savoia. I O2
verglichenen und in anno 1681. den 30.Aug. di
VI. Memoriale ad Conventum Imperii, pro Sere êtrten RePartition der 4oooo.Mann, die zu re
nisſimo Duce Sabaudiae de dato 28.Febr. 1691. ſoyirenſtehendegoooo.Mann in dieEreyße ein
getheilet werden können. I
I 15
ut absque Mora, ſolenni Concluſo, de certo XVI. Qhumaßgeblicher Vorſchlag, wie man im
ſufficientique Legionum militarium numero, Römiſ. Reich eine Armée von 126ooo.Mann
quamprimum in Pedemontem mittendo, ibi halten und unterhalten könne, communiciret den
que ſumtibus Imperialendo, nec non toto hoc xiÄ ( o.Jul.)
belloſub auſpiciisſuac regiae Celſitudinis milita
é
I • ch ibid.
. Specification Sr. Ho l. Durchl. zu
turo, decernere velit.
VII. Extraët aus dem Chur»Brandenburgiſchen
ibid.
S. Gotha amietzoformirten
Menter, ao. I691.
Ä ibid.
Reſcript vom 22. Febr. (4.Mart.) worinnen die XX. Extract Relations vom Reichs-Tage zu Re
Begierde den Herzog von Savoyen nicht Hülff genſpurg, d. 15.Jul. 1691. den PunctümSecu
loßzulaſſen, conteſtiret wird. I O3
ritatis publicae betreffend. II6
VIII. Bewegliches Memorial des Stiffts Fulda,
die harte Kriegs-Presſuren und militariſche Ex Beylagen,
cesſe betreffend, d. 15.Febr. 1691. ibid. Lit.

IX. Copia Keyſerl. Landtags-Propoſition an die A. Extraët deſſen, was inpuméto ſecuritatis publi
Stiffter Trient und Briren, wie auch die Tyro cº ao. 681. und 82. abgehandelt worden. ibid.
liſche Land-Ständte, d. 5. Mart. 1691. die be» B. Wie ſich auf dem Fuß zu 4oooo. Mann die
nöthigten Subſidien wider die Türcken und Fran Ereyße, vermöge des den 30. (20.).Aug. 1681.
zoſen betreffend. 105 - b ergan
V

- Regiſter.
ergangenen Reichs-Gutachtens, zu geben ver» XXXI. Keyſerl. Commisſions-Decret, die den 19.
glichen haben. - II 8 Äug. 169. wider den Türcken erhaltene Victo
C. Extract der im Jahr 1672. bey der Reichs 㼠betreffend, dedato 30.Aug. 1691. ibid.
Verſamlung adjouſtirten und als ein von allen XXXII. Reichs-Gratulations-Gutachten wegen
dreyen Reichs-Collegiis geſchloſſenes Werck der wider den Türckenerhaltenen Victorie, d.; 1.
, dem Reichs-Gutachten vom 16.Auguſti 1673. Aug. 1691. I++
beygelegter Executions.Ordnung. II 9 XXXIII. Des Chur-Mainziſchen Herrn Directo
XXI. DieNothwendigkeit der allgemeinenReichs an des höchſt anſehnlichen Keyſerlichen Herrn
Verfaſſung betreffend. I2O
Principal-Commisſarii Hochfürſt. Durchl.bey
XXII. Reichs-Fürſten-Raths-Protocollum we» Inſinuation des Gratulations-Gutachtens ge»
gen genauerer Obſervirung der Avocatorien, thane Rede. ibid.
d. 13. (23.) und 18. (28.).Jul. 1691. XXXIV. Keyſerl. Commisſion s-Decret, betref
ſend die Keyſerl. allergnädigſte Approbation,
Beylagen. der vom Reich wider Franckreich geſcharfften
Lit. -
-

Avocator- und Inhibitorien, d. 6. Septembris


A. Concluſum Collegi Electoralis, den 13.Juli I691. I45
169 I. I29 XXXV. Sachſen-Weimar- und Eiſenachiſches
B. Des Fürſtl.Cellegi ConcluſumperSalzburg Votum, ein gewiſſes March-Reglement betref
den 27.Julii 1691. ibid. fend abgelegt in Comitis, d. 31.Aug. (10.Sept.)
C. Das commune Concluſum beeder höhern I69 I. I46
Reichs-Collegiorum vom 28.Jul. 1691. 131 XXXVI. Memorial Johann Melchior Fuchſens,
D. Reichs-Städtiſches Concluſum vom 18. geweſenen Reichs- Städtiſchen Regiſtratoris,
28.Jul. 169 I. - 13 I an die Reichs-Städtiſche Geſanden zu Regens
E. Reichs-Gutachten d. 28.Jul. 1691. ibid. burg, darinnen er ſeinen Verluſt, welchener, we»
XXIII. Pun&ta deliberanda, oder was zur Ein gen Salvirung des Reichs-Städtiſchen Archivi,
richtung des Reichs Verfaſſungs-Wercks,nach von den Franzoſen erlitten, ihnen zu Gemüthe
Inhalt und Anlaß des am 20. verwichenen Jan. führet, und um Auszahlung ſeiner rückſtändigen
diétirten Keyſerl. Commisſion-Decrets, haupt Beſoldung nachſuchet, dedato 1. (11.) Sept.
I69 I. ibid.
ſächlich in Conſideration kommen möchte. 132 -

XXIV. Copia Fürſtl.Sachſen-Gothaiſchen Hand XXXVII. Viëtorieuſe Rencontre, vorgefallen zwi


Schreibens an dero Geſandſchafft zu Regens ſchen dem groſſen Alliirten Lager unter dem Für
burg ſubdatoFriedrichswerth den 1.Aug. 1691. ſten von Waldeck, und dem Franzöſiſchen Lager,
betreffend die Imputationen, welches wegen Ih unter dem Duc de Luxenburg, zwiſchen Cheu
rer Durchl. mit Hannover gepflogenen Vertrau res und Blichy, den 19. Sept. 1691, in welchem
lichkeit, hin und wieder geſchehen. ibid. die Alliirte triumphiret. I47,
XXV. Lifta deſſen, was bey dem unterm 19. Aug. XXXVIII. Reichs-Gut achten vom 20.Sept. 1691.
1691. zwiſchen Peterwaradein und Salanke die Exceſſe bey den An- Ab- und Durchzügen be
ment vorbeygegangenen Treffen, ſowohl an Ge treffend. - 148
nerals-Perſ ohnen, als allen andern Ober- und XXXIX. Extraët Churfürſten -Raths Protocolli,
Unter»Officiern und Gemeinen, todt geblieben die Chur-Sächſiſche Reſervation bey dem, in
und bleßiret worden, aus dem Keyſerl. Feld-La Runéto Einrichtung der künfftigen Durchzuge im
ger zwiſchen Peterwardein und Salankement, Reich abgefaßten Reichs-Gutachten betreffend,
den 19.Aug. 1691. - I 33 d. 19.(29) Sept. 1691. I49
XXVI. Delineation der Keyſerlichen nechſt Peter XL. Sacra Regiae Majeſtatis Sveciae Declaratio,
wardein poſtirten Armée. 1691. I 39 Ablegati, Illuſtris
data ad Memoriale Caeſarei
XXVII. Copia Schrebens an Seine Churfürſtl. Domini Franciſci, Comitis de Starenberg, de
Durchl. zu Brandenburg von Ihro Durchl. den copiis auxiliaribus ad Rhenumretinendis, Hol
Herrn Marggrafen Louis von Baaden aus miae, die 7.Očt. 1691. I 5o
dem Feldlagerober Salankemen vom 10. (2o.) XLI. Anderweitemanirte Keyſerl. Mandata Avo
Aug.1691. die über die Türcken erhaltene Victo catoria & Inhibitoria, d.7.Očt. 1691. I5 :
rie betreffend. I4O XLII. Keyſerl.Reſcriptan die Stadt Regenſpurg,
XXVIII. Copia Schreibens Sr. Durchl. Printz und mut. mut an andere Status, vermittelt wel
Louis von Baaden vom 11. (21.).Aug. 1691. chen das geſchärffte Mandatum avocatorium &
aus dem Feldlager über Salankement an den inhibitorium zum Anſchlag und Vollzug zuge«
Amenzaga, Commendanten in Ofen, in ead. ſendet wird, d. 28.Oêt. 1691. I 52
A cauſa. ibid. XLII. Keyſerl. Reſcript an die Stadt Nürnberg,
XXIX. Gründliche Beſchreibung des von denen undin ſim. m.m. an einige andere Reichs-Städ,
Chriſtlichen Waffen, unter Anführung des Herrn te, die angeſonnene Verſtattung Keyſerl. Wer
Marggrafen Ludwig Wilhelms zu Baaden, bung betreffend, d. 8.Nov. 1691. ibid.
Keyſerlichen General-Lieutenants und Feld XLV. Antwort an Keyſerl.Majeſt. von der Stadt
Marſchalls, den 19. Aug. 1691. zwiſchen Pe Nürnberg, darinnen die angeſonnene Werbung
terwaredein und Salankement gegen die Tür depreciret witd, d. 12.Nov. 1691. I 53.
ckiſche Macht erhaltenen herrlichen Sieges, de XLV. Antwort an Keyſerl. Majeſt. von der Stadt
dato Keyſerl. Feldlager bey Peterwaradein den Nürnberg, wegen der mandatorum avocatorio
26.Aug. 1691. ibid. rum&inhibitoriorum, d. 19.Nov. 1691. ibid,
XXX. Copia Keyſerl. Decreti vor Jhre Durcht. XLVI. Communicatum den 29. Dec. 1691.de
Prinz Louisvon Baaden, wegen der Ihrocon nen Ehur- und Fürſtl. Directoris von dem Holl
ferirten General-Lieutenants-Stelle, d. 27 Au
gufti 1691. - - - - H43
Ä Gevollmächtigen, betref
fend die Ablehnung der Imputation, ob hätten
Ihre
Regiſter.
Num. - - - -
Ihre Königliche Majeſtät in Dennemarckinde
ro in Imperio gelegenen Landen die Keyſerliche I. Copi Fränckiſchen Kräpſes Schreiben an den
Churfürſt zu Bäyern in puncto aſſociationis
Avocatorien nicht gebührendpubliciret, noch de
nenſelben gehörige Folge geleiſtet. I 54 vom 22. Febr. ao. 1691., I64
XLVII. Copia Memorialis an den Reichs-Con II. Proponenda des Fränkiſchen Engern Kräyß
vent- zu Regenſpnrg, von der Reichs-Stadt Convents, worinnen ſelbige kürzlich beſtehen,
Rothenburg an der Tauber, betreffend die Ih“ Ad reat d. d. 5.Maji 1691 ibid.
men von der Cron Franckreich beyieztmahligen III. Fränckiſcher Kräyß-Receſs, de dato Nürn
Friedens-Tractaten, wegen erlittener vielen berg, d.3. (13.).Jun. 1691. ibid.
Schäden, zu beſchaffende billigmäßige Sari IV. Extract Relationis vom Fränckiſchen Kräyß
fačtion. - - - ibid.
Convent, was der angekommene Churfürſt zu
- CAP. II. -
Sachſen, ſowohl wegen Operation wider den
Reichs-Feind, als der zwiſchen Francken und
Von Bäyeriſchen Kräyß-Sachen/ Schwabengetroffenen näheren Intelligenz vor
ſonderlich die Verfaſſung wider die Cron gegeben a. 1691. Menſ: jun. 167
Franckreich betreffend, V. Antwort-Schreiben von Chur-Bäyern an den
Num.
- Anno 169. Fränckiſchen Kräyß-Convent, Ä beſchehe
ner Notification des zwiſchenermelten und dem
I. Copia Churfürſtl. Bäyeriſchen Befehls, wegen Schwäbiſchen Kräyß errichteten Aſſociation,
Einrichtung der Land-Fahnen, d. 5. Februar, d. 21.Jun. 1691. - ibid.'
I69 I. - 1 55
VI. Schema aus denen von dem Herrn Marggra»
II. Copia Chur-Bäyeriſchen Patents wegen der
Extraordinair Kriegs- Steuern, d. 23. Febr. fen zu Ä Ä
1691. - - 156 Tabellen, wie ſich die Fränckiſche Regimenter
der Zeit befinden. Aêtum Nürnberg bey dem
III. Copia Schreibens von Ihrer Keyſerl. Mai: Ordinari Ereyß-Députations-Convent den 8
an Chur-Bäyern und den Herrn Erz Biſchoff Aug. (29.Jul.) 1691. - - 168.
zu Salzburg, als des Bäyeriſchen KräyſesHerº
renausſchreibende Fürſten, worinnen, wegen der viFootswelcheder Chur-Sächſtest
angeſonnenen Reichs Contribution, eine Er geſande von Boſendem Fränckiſchen Kräyß-Or
leuterung gegeben wird, d.8.April. 162. 57 diuari-Deputations-Convent, in puncto der
IV. Proječt, was geſtalt die Chur-Bäyeriſche Winter-Qvartier, d. 9. Auguſti (30. Juli)
I69 I. 17o
würckliche undTitulatur-Räthe Cantzley-Ver“
wande, Beambte und andere Bedienten mit der viºlation der Fränkiſsen orij
Kräyß»Deputation, auf des Chur-Sächſiſchen
Extraordinari Kriegs-Steuer belege werden.
ſollen, d. ao. 1681. communiciret, d. 5. (15.) errn Abgeſandens, in puncto der Winter
Maji I 691. 1 58 Qvartier, beſchehenes Anbringen, d. 7. Auguſt
v. Ordonanz vor Herr Julius. Wilhelm vºn (28. Jul.) I69 I. 172.
Spielberg, Obriſter über die Bäyeriſche Krävß IX. Copia Antwort-Schreibens an Ihro Keyſer
Völcker, d. 5. Maji 1691. «. ibid. liche Majeſtät von dem Ä #
VI. Copia Keyſerl. Reſcripti an Cämmerer und Ausſchreib-Ambt, die Behauptung des bey
Rath der Stadt Regenſpurg, und in Ä Mannheim über den Rhein eroberten Paſſes,
jere Ständte des Bayeriſchen Kräyſes, zum wie auch Reparrung der vom Feind ehedeſſen
Äeichs Kriege 200. Römer-Monathe zu erle“ niedergeriſſenen Fortification zu Friedrichsburg
gen, jedoch davon ihr ſtellendes Reichs-Con betreffend, d. 24.Aug. 1691. 173
Ät abzukürzen, dedato Wien den 5.Aºg X. Proponendabey dem auf den 6. (16.) Sept.
I69 I. - - 59 691. ausgeſchriebenen Fränckiſchen Kräyß
VII. Copia Schreibens von dem Bäyeriſchen OIlVEIlt. I
Kräyß-Ausſchreib-Ambt an die Stadt IRe XI. Ä ad Imperatorem nomine con
s -

genſpurg, und inſmian andere Ä betref uº Franconº die bey dem Kräyß von dem
fend dievon Keyſerl. Majeſt gefoderte 2oo.Rö
mer-Monate, d. 6.Jun. 169: ibid. LÄSächſiſchen Abgeordneten in puncto der
Winter-Qvartiere, beſchehene Anbringen be
wijója Schreibens von Churfürſtl. Durch: treffend, d. 1o.(20.) Sept. 1691. I74
zu Bäyern, an die Stadt Regenſº Ä XII. Copia Receſſus zwiſchen dem Churfürſten von
fernerer, zudesgeweile Weſens Beſten, Ihro
zu verſiattenter Werbung, d. .. Auguſti Sachſen, und dem Fränckiſchen
º Winter-Qvartiere, d. 10. (20.) Öätoöris
-
Ä
169 I. e
169. 69 175
IX. Öelberanda bey dem Bäyeriſchen Kräyß XII. Verpflegungs-Ordonanz vor die Chur
Convent, ſowohlwegen der Keyſerl. als Chºr“ Sächſiſcheim Fränckiſchen Kräyßſtehendehalbe
Bäyeriſchen Miliz, ao. 69- ibid. Ä d. d. Nürnberg, den 10. 20. (Oät.)
X. Receſs zwiſchen Chur Bayern, auch Fürſten I69 I . I -

uj StÄndten des löblichen Schwäbiſchen XIV. Fränckiſcher Kräyß-Receß, dedato N


Äyſes, d. 15.(5)Nov. Sº beteife Ä (24.Oêt.) 1691. 179
ÖÄn und Bedeckung
Chur-Bäyeriſche Völcker des Kreyſes durch
I62 XV. Receß zwiſchen Chur-Mainz und dem Frä
A Fran e -

CAP. III. kiſche Krävºegen des wit Chur Sachſen,


in puncto derPoſtirung und Winter-Qvartiere,
Von Fränckiſchen Krayß-Sachen/ errichteten Traëtats, d. 3.Nov. (24. Octobris 5
62. 182.
ſonderlich was die Ärfaºg wider
"Franckreichhetrifft, ao.169, b 2 CAP, IV,
Regiſter.
CAP. IV. XV Receſ zwiſchen Chur-Bäyern und dem
Von Schwäbiſchen Kräyß-Sachen/ Schwäbiſchen Creyſe, wegen der Bedeckungſo
beſonders was wegen der Verfaſſungcon thanen Ereyſes von den Bäyeriſchen Völckern
tra Franckreich vorgangen, und deren Winter-Qvartiere, d. 15. (25.)Nov.
1691. 2 IQ
anno 1691. XV Recºß zwiſchen Chur-Sachſen und dem
Num.
Schwäbiſchen Creyſe, wegen Bedeck- und Si
I. Receſs zwiſchen dem Keyſer und dem Schwä cherſtellung ſothanen Creyſes von der Chur
biſchen Kräyß, das ietzige Poſtir- und Quartie Sächſiſchen Armée, dedato Ulm den 1 7. (27.)
rungs-Weſen betreffend, dedato Wien, d. 29. Nov. 1691. 2 II
Jan. 1691. ibid.
XVII. Schwäbiſches Creyß-Concluſum vom 13.
II. Deliberanda auf den den 18. (28.)Mart. 1691. Dec. 1691. die weitere Armatur des Creyſes be
veranlaßeten allgemeinen Schwäbiſchen Kräyß treffende. 2 16
Convent. I 86
XIIX. CopiaKeyſerl.Reſolution vor den Schwä
III. Schreiben von dem Schwäbiſchen Kräyß biſchen Ereyß, den 17. Dec. 1691. wegen Si
Convent zu Ulm an die ausſchreibende Fürſten cherſtellungſothanen Creyſes, und der deshalber
des Bäyeriſchen Kräyſes, wegen Stellung guter abzugebenden Contributionen, 217
Ordres beyden Bäyeriſchen Kräyß-Trouppen,
d. 2. (12.) April. 1691. - 187 CAP. V. -

IV. Schwäbiſches Kräyß-Concluſum de dato


Ulm den 12. April. 1691. betreffend die Provi Von Reichs-Matricular- Sachen/
ſion vor die Kräyß-Mannſchafft. ibid. anno 169l.
V. Schwäbiſches Kräyß-Conclüſum wegen Auf Num.
- ſtellung des Land»Ausſchuſſes, d. 12. (22.Maji) I. Memorial von Fürſt Georg Friedrichen zu
I69 I. - I 88
Waldeck an den Reichs-Convent abgelaſſen,
VI. Relation vom Schwäbiſchen Creyß-Convent darinnen üm Moderation des Anſchlags der
ſübdato Ulmd. 23.Mai 1691. die Ubernehmung GrafſchafftPyrmont nachgeſuchet wird,dedato
mehrerer Trouppen betreffend. I 89 8.Jan. 169I. 219
VII. Conſiderationes des Schwäbiſchen Creyſes
in Ordine ad Aſſociationem mit dem Fräncki» Beylage,
ſchen Ereyß. Lit.
ibid.
VIII. Schwäbiſches Creyß-Concluſum, die Ab A. Warhafter Bericht, was es mit dem Anſchlag
rechnung der Winter-Quartiere betreffend, de derGrafſchafftPyrmont in der Reichs-Matricui
dato Ulm den 8. Jun. (29.Maji) 1691. I9 I
für eine Bewandnißhabe, ibid.
IX. Schreiben vom Schwäbiſchen Creyß-Con II. Keyſerl. Reſolution auf das den 14.Oét. 1690.
vent an den Reichs-Convent zu Regenſpurg, in der Biſchöfflich-Würzburgiſchen Collecta
darinnenvon Ihrer und des FränckiſehenEreyſes tions-Sach e ergangene Reichs-Gutachten, de
Armatur und Aſſociation nicht allein Part gege» datod. 7.Febr. 1691. 22 T

ben, ſondern auch, da den künfftigen Winter III. Keyſerl. Commisſions-Decret, der Stadt Iſei
wiedernm eine neue Poſtirung an den Gränzen Matricular-Moderation betreffend, den 26.
gemachet, und mehrere Auxiliar-Trouppen dar» April. 1691. ibid.
zu beybehalten werden müſſen, daß von dem IV. An des Heil. Römiſchen Reichs Churfürſten ,
Reich wiederum Erſetzung geſchehen möchte, be Fürſten und Ständen Höchſt- und Hochan
weglich vorgeſtellet und gebethen wird, d. 25. ſehnliche Herren Räthe, Botſchafften und Ge
Jun. 1691. I92 ſande unterthänig- und angelegentlichiſtes Me
X. Schwäbiſcher Ereyß-Abſchied dedato Ulm,den morial der Stadt Ravensburg promoderanda
5. (5) Juli I69I. I93 Matricula. Mit Beylagen ſub Lit. A. und
XI. Tractat zwiſchen dem Schwäbiſchen Creyß deſſen Adjuncto Num I. ao. 1691. 222
und dem Fürſtlichen Hauſe Würtenberg, wegen Beylage.
Uberlaſſung dreyer Regimenter, d. 15. (25.Jun.) Lit.
I69 I. 205 A. Specification, wie die Stadt Ravensburg in
XII. Memorial des Schwäbiſchen Creyſes an die alten Zeiten in Flor geſtanden, nunmehroaberin
Reichs-Verſamlung, vermittelſt welchen ſelbi Decadance kommen. 223
ger von ſeiner und des Fränckiſchen Creyſes Ar Num. (I.) Copia Relationis an die Römiſ. Key
matur und Aſſociation nicht allein part giebt, ſerliche Majeſtät &c. von beeder des löblichen
ſondern auch um die Abwendung der Winter Schwäbiſchen Ereyſes ausſchreibender Fürſten
Quartiere, und da den künftigen Winter wie Hochfürſtl. Gn. und Hochfürſtl. Durchl. deda
derum eine neue Poſtirung an den Gränzen ge to 16. (6.) Oét.Ao.1678 uber die beyderStadt
machet, und mehrere Auxiliar-Trouppen darzu Ravensburg im Monath Martio Ao. 1678.
beybehalten werden müſten, um Verſchonung zu verrichtete Keyſerliche Inquiſitions-Commis
dem Beytrag, ſowohl Erſetzung, was über Pro ſion, in vires & facultates. 225
portion getragen worden, nachſuchet. Dičtat.
V. Keyſerl. Commisſions-Decretum approbato
Ratisbonae d.3. Jul. (23.Jun.) 1691. 2O6
rium, der Stadt Eßlingen Moderation betref,
XIII. Copia Ausſchreibens der ausſchreibenden fend, dedato 2.Maji 1691. 227 -
Fürſten des Schwäbiſchen Ereyſes zu dem be VI. Biſchöfflich-Lüttichiſches Memorial an den
vorſtehenden allgemeinen Creyß-Convent, d. 3. Reichs-Convent, darinnen üm Moderation der
(13.) Sept. 1691. 2o7 Matricul nachgeſuchet wird, de dato 1. Julii
XIV. Deliberations-Punčte bey dem zu Ulm vor I69 I. ibid.
ſeyenden Schwäbiſchen Ereyß-Convent, com VII. Gräflich-Tecklenburgiſches Memorialanden
municiretd, 2o. (30.) Očtobr. 1691. Reichs»
-

Regiſter,
Reichs-Convene, darinnen üm Möderation der lichen Hof wegen des Gerichts, als hätte der
Matricul nachgeſuchet wird, dedato 1. Juli ſelbe mit andern Puiſſancen, zum Praejudiz der
I69I. ibid. Catholiſchen Religion, eine Alliance getroffen,
WII. Gräflich-Tecklenburgiſches Memorialanden nicht beſchweret, d. 21.Jun. 1691. 237
Reichs-Convent, in puncto Moderationisma VI. AnzeigeproMemoria von der Chur»Branden»
triculae & ſatisfactionis, wegen erlittener Schä burgiſchen Geſandſchafft im Reichs-Fürſten
den beyietzigem Reichs-Kriege, dedato 17.Aug. Rath, am 7.Juli (27.Junii) das aus einem aus
I69I. 229
geſtreueten Schreibenzwiſchen den Catholiſchen
VIII. Keyſerl Commisſions-Decretum ratificato und Evangeliſchen Ständten erregteMißtrauen
rium, die Moderation des Stifft-Fuldaiſchen betreffend. ibid.
Matricular-Anſchlags betreffend, de dato d. 23. VII. Fernerweiter Chur-Brandenburgiſcher Vor
Aug. 1691. 239 trag, in puncto der anerbothenen Königlich
IX. Concluſum Collegi Electoralis, dedato 27. Schwediſchen Mediation, abſonderlich die in
Aug. 1691. die von dem Stifft Elwangen ge? der vorigen Anzeige von dem Münſter- und Pyre
ſuchte Ringerung ihres matricular-Anſchlags nxiſchen Frieden enthaltene Worte, und deren
betreffend. - ibid. ungleiche Interpretation betreffend, geſchehen
X. Fürſtl. Concluſum per Salzburg, den 27.Aug. d. 27.Jun. (7.Jul.) 1691. 238
1691. inead. cauſa. ibid. VIII. Oeſterreichiſchen Directorii Anzeige nomine
XI. Commune Concluſum des Chur- und Fürſt der Catholiſchen Herren Fürſtl. Geſandten, den
Collegii, dem 27.Aug.1691.inead.cauſa. 23 1 27.Jun. (7.Jul.) 1697. beſchehen, die den Cacho
XII. Reichs»Städtiſches Concluſum vom 29. licis gethane Imputation, ob hätten ſie ſich über
Aug. 1691. in ead. cauſa. ibid.
- die angetragene Incluſion Ihrer Königl. Maf.
XIII. Reichs-Gutachten des Hochfürſtl. Stiffts in Engelland in die mit Franckreich künfftig an
Elbingen matricular-moderation betreffend, zuſtellende Friedens-Tractaten, formaliſiret, be
d. 29.Aug. 1691. ibid. treffend. ibid.
XIV. Extract Reichs-Fürſten Raths Protocolli, TX. Anzeige des Chur-Mainziſchen Direaoris,
dedato 9. (19.)Oêt. 1691. die von dem Fürſtl. wegen der ſämtlichen Eatholiſchen Herren Chur
StifftHervorden geſuchte moderationem matri Fürſten, inhac cauſa. 239
culae betreffend. ibid. X. Des Herrn Münſteriſchen Geſandtens zu Re
XV. Concluſum Collegii Ele&oralis, in der genſpurgAntwort aufdesHerrnFürſtlich Mag
Stifft»Hervordiſchen Matricular-Moderations deburgiſchen den 27.Jun.(7.Jul) 1691 gethane
MC)é. 234 Anzeige. - - - ibid.
XVI. Concluſumper Oeſterreich, in ead.cauſa. ib.
XI. Des Oeſterreichiſchen Geſandtens Herrn von
XVII. Chur- und Fürſtl.Concluſum, inead. 234 Baderskirch am 27. Jun (7.Jul.) 169 .nominº
XVIII. Reichs-Städtiſches Concluſum, in ead. geſambter Catholiſchen Fürſtlichen Herren Ge
cauſa. " ibid.
-
ſandten auf des Herrn Magdeburgiſchen Ge
XIX. Concluſumtrium Cóllegiorum, in ead. ib. ſandtens am 3. (3.Jun.) nuperi gethane Anzei
XX. Des Churfürſtlichen Collegii, wegen der, in geabgelegte Antwort und Gegen Anzeige.ibc.
puncto der Stifft Hervordiſchen Moderations XII. Biſchöfflich Oßnabrückiſche Declaration, die
Sache, vorgenommenen Deliberation, dem - Königlich-Schwediſche Friedens-Mediation
Keyſerlichen Herrn Commiſſario ſchrifftlich ge
thane Vorſtellung, dedato2o-Oct. 1691. ibid.
ºs
#retteno. beliebte beſondere Vereinigun
e" 24@
g
- CAP. VI. xijäben des Holländiſchen Geſandj
Schweden an Ihre Königliche Majeſtät, darij
Von der Friedens-Mediation wegen nen derſelbevor ſeine Principalen, ümdie, kraff
der Kriege mit dem Türcken und Fran der Bündniße, zuſchicken habende Hülffs Vj
cker nachſuchetümgute und beſtändige Friedens.
zoſen, ao. 69I. Conditiones bey Franckreichzuerlangen, d.Ä.
Num. Nov. 1691. ibid.
I. Memorial des Königlich-Schwediſchen Geſan XIV., Königlich-Schwediſche Reſolution aufvor,
den im Haag an die Herren General-Staaten, ſtehendes Schreiben, darinnen angezeiget wird
wie ſein Principal ſich zur Friedens-Mediation wie man die Äſtenznicht leiſten könne, jej
offeriret, d. 27.Očt. I69o. 235 durch Mediation den Frieden befördern wolle
II, Reſolution des Princesalliés & confederés, qui d. 23.Nov. 1691. - j
a eſtépriſe dans l'Aſſamblée a la Haye au mois XV. Copialitterarum à ſummoPontifice ad Au
de Fevrier 1691. den Frieden mit Franckreich guftisſimum Imperatorem, proprocuranda pace
betreffend. - ibid. 24
in republica.chriſtiana, d. 8.Dec. 169 I.
III. Der Schweden-Brehmiſchen Geſandſchafft XVI. Königlich-Spaniſches Antwort. Schreiben
zu Regenſpurg wiederhohlte Friedens-Media auf des PabſtInnocenti XII. Breve, worinnen,
tions-Propoſition, geſchehen den 16. Maji einen allgemeinen Frieden ſtifften zu helffen, er
I69 I. 236 angemahnet. ibid.
1V. DesMagdeburgiſchenGeſandensdemReichs XVII. Unvorgreiffliches Bedencken, ob die zween
Convent zu Regenſpurg,wegen der von derEron große Kriege mit dem Türcken und Franzoſen
Schweden angetragenen Friedens-Mediation zugleich fortzuführen, oder ob mit einem, und mit
aüf dem Re- und Correlations-Saal, den 3. welchem, am erſten Friede zu machen? 242
(13.) Jun. 1691: gethane Anzeige. ibid. XV. Unvorgreiffliche Vorſtellung, daß dem
V. Des Münſteriſchen Geſandens Norff Proteſta Römiſ Reich nützlicher ſey, ſich in beßere Ver
tions-Schreiben an die Herren Staaten von faßung zuſehen, als den ſchädlichen von Franck.
Holland, daß ſein Principal ſich an dem Keyſere reichangebothenen Frieden anzunehmen. Ä7
-
« - CAP.
Regiſter.
". CAP. VII. Ä und Güther
Irrungen zwiſchen dem Herrn Bi etreffend, communiciret, d. 1. (11.) Septembris
I69I. ibid.
ſchoffzu Würzburg und Herrn Johann CAP. IX.
Georg von Meußbach, die Mertzbachiſche
Kirchen-Sache und Exercitium Religionis Von fernern Irrungen zwiſchenGraf
Auguſtana betreffend, von anno Friedrich Magnußen zu Caſtel, und deró
1685. bis 169I. Gemahlin, Frau Suſannen Johannen,
Num.
gebohrner Gräfin zuOettingen wegen des
I. Copia Chur-Brandenburgiſchen Intercesſion von ermeltem Herrn Grafen, der Reli
Schreibens an Herrn Biſchoffen zu # -

gion halber entführten einigen


burg, für Herrn Johann Georg von Meuß Sohnes, ao. 1691.
ÄÄ Mertzbachiſchen Kirchen-Sachen Num.
-

und Exercitium Religionis Auguſtanae betref I. Memorial von der Frau Gräfin von Caſtellan
fend,dedatod. 16.Oét. 1685. 48 die EvangeliſcheGeſandſchafften zu Regenſpurg,
II. Copia fernerweiten Chur Brandenburgiſchen darinnen dieſelbe über ihren Catholiſchen Ehe,
Schreibens an Herrn BiſchoffenzuWürzburg, mann, weiln ſelbiger ihren ietzigen, der Religion
wegen neuer Gravaminum, die der Merzbachi halber, entführten Sohn, nach Italien fortge
ſchen Kirche exparte catholicorum zugefüget ſchaffet, Beſchwerdeführet, und um anderweite /
worden, dedato 19. (29.) Sept. 1688. 249 Intercesſionales an Keyſerl. Majeſt. nachſuchet,
III. Copia Schreibens von Chur-Sachſen an dičt. den 3 1.Mart. (1o.Apr.) 1691. 26e
- Herrn Biſchoffen zu Würzburg zc.de dato 2. X5eylagen.
Mart. 1689. die Merzbachiſche Kirchen-Sache
betreffend. 25 O Num. (...) Memorial Frau Suſannen Johannen,
IV. Copia Schreibens von Chur-Sachſen an Gräfinzn Caſtellan das Corpus Evangelicorum
Herrn Biſchoffzu Würzburg, dedato Dreßden zu Regenſpurg, wegen desvon ihrem Herrn Ge
den 22. April. 689. wegen der ſtrittigen Meuß mahl, Graf Friedrich Magnußen zu Caſtell, wi
bachiſchen Kirchen-Sache zu Merzbach. „25 der den Innhalt der aufgerichteten Ehe-Pa&en,
v. Fürſtlich-Würzburgiſches Reſeript die Pfarre der Religion halber, entführten einigen Sohnes,
Mertzbach Ä 10.Jan. 1691.ſt.n. 252 dedato 8.Aug. 1689.
VI. Copia Chur-S ächſiſcher Intercesſionalien (NM Num. (2) Extract Reichs-Hof-Raths-Protocol
261,

li, in hac cauſa, d. 16. & 3 I.Aug. 169o. ibid.


den Biſchoff zu Würzburg, für den Freyherrn Num. (3.) Copia Schreibens von Herrn Friedrich
von Meußbach, die Pfarr Merzbach und Ge Magno - Grafen zu Caſtell, an den Chur-Säch
reuthbetreffend, d. 2.Mart. 1691. 253 ſiſchen Reſidenten zu Wien, d. 26.Nov. 1690.
vII. Fürſtlich-Würzburgiſche Antwort an Chur dahingehend, wie er wider die Ehe-Paétanicht
Sachſen, in ead. cauſa, de dato d. 21. Juli
1691. 2 54 gehandelt, maſſen er den Sohn zu der Catho
liſchen Religion nicht genöthiget, ſondern ſelbigen
CAP. VIII. Proprio motu zu der Catholiſchen Religion ge
Von ſtrittiger Emigration der Teffe tretten, und weiln ſolcher in ſtudiis ſehr verſäumet
recker Thal Leute, ao. I69I. worden, ſo werde er ſowohl deshalber, als der
Num. Bekehrung wegen, den Sohn nicht auslie
-

ſern. - ibid.
1. Copia Schreibens von dem Evangeliſchen Ma Num. (4.) Copia Extractus Reichs Hof-Raths
giſtrat der Stadt Augſpurg an den Nürnbergiº Protocolli, vom 18. und 20.Jan. 1691. ibid.
ſchen Geſandten abgangen, den 1. (21) April Num. (5) 23.Jan.
cauſa, Fernerer1691.
Extractus Protocolli, in ead.
ä62 ºn
691. darinnen über die Regierung zu Salz
burgBeſchwerde geführet wird, daß ſelbigeden II. Intercesſionales von dem Corpore Evangelico
Teffereck Salzburgiſchen Exulanten ihre Kin rum an Keyſerl. Majeſt. darinnen um Wieder
der was über 10 Jahr, nicht pasſirenlaſſen wol ſtell- und Ausfolgung desvon ſeinem Vater, der
te, auch ſonſt Hinderung in Weglegte, mit Bit Religionhalber, entführtenjungen Grafens von
te, bey dem Corpore Evangelicorum Interces Caſtell, d. 30.Aug. 1691, ibid.
ſionales auszuwürcken. - 256 - CAP. X.
Beylage.
Lit. Von den Irrungen zwiſchen den
A. Copia Schreibens einiger Evangeliſchen Teffe Gräflichen Regierungen zu Oettingen und
recker an Franz Aßmern, Cramer in Augſpurg, Spielberg verſchiedene Grayamina wider
die Ihnen von der Regierung zu Salzburg an die Jeſuitten betreffend,
thuende Bedrängniße betreffend, d. 11.Sept. anno 1691.
. I69 I. ibid. Num. - -

II. Copia Schreibens von der Regierung zuSalz I. Copia Schreibens von der Fürſtlich-Oetting
burg an die Stadt Regenſpurg, wegen eines ſchen Regierung an die Gräflich-Spielbergiſche
Soldaten aus dem Tefferegger Thal, ſo ſein Herren Räthe, de dato Oettingen den 26.Mäji
Töchterlein,ohngeachtſelbiges, bey dem Catho 1691; verſchiedene Gravamina wider die Jeſuite
liſchen Glauben beſtändig zu bleiben, ſich cathe ten betreffend. 264
gorice erklähret, mitgenommen, d. 28. Juli II. Copia Replique der Fürſtlich-Oettingiſchen
I69I. - 257 Regierung an die Gräflich-Spielbergiſche Rä
III. Der Geſambten zu Augſpurg wohnenden Tef the, Oettingen den 22.Jun. 1691 in ead.
fereggiſchen Unterthanen Memorial an den
zu Augſpurg, Auguſt. Confeſ. Ihrein dem Tef
# Gauſa. - ibid.
GAP.
/
Regiſter. ---

CAP. XI. XIII. Extraët Fürſtl. Reſcript an den Gothaiſchen


Von der Prxcedentz-Strittigkeit zwi Geſanden zu Regenſpurg, dedato Friedenſtein,
den 8. Dec. 1691. die wegen der ſtrittigen Prz
ſchen den Fürſtlich-Sächſiſchen Häuſern, cedentz, bey Sigillirung des an Keyſerl. Majeſt.
Weimar- und Gothaiſcher Linien, von dem Corpore Evangelicorum in der Wert
Anno 1691. heimiſchen Sache, abzulaſſenden Schreibens
Num. entſtandene Difficultaeten betreffend. ibid.
I. Sachſen-Gothaiſche Vollmacht zum Reichs Beylage.
Convent, von Herrn Herzog Bernhardten,und Lit. -

Herrn Herzog Heinrichen,Gebrüdern, zu Sach


Fürſtlich Go
ſen, als Ober Vormundendes PrinzenszuGo A. Kurze rationes, warum denenEiſenberg,
tha, ertheilet, dedato 1 1.Aug. 1691 266 Ä zu Römhild, Hild
II. Reſcript von Ä an deroGe burghauſen und Saalfeld der Vorgang vor de-
ſandſchafft zu Regenſpurg, daß ſelbige, nach be nen Herzogen zu Weimar und Eiſenach, und de
ſchehenen Abſterben Herzog Friedrichs zu S. nen Fürſtlich-Gothaiſchen und Altenburgiſchen
Gotha, vor den Sachſen-Gothaiſchen Geſand Votis» wegen vorhochgedachter 4.Herren Brü
ten Sesſion nehmen und votiren ſolle, d. 15.Aug., der Concurrenz vor denen Weimar- und Eiſe
I69 I. 267 nachiſchen Votis die vorgängige Aufruffung in
III. Extraët Reichs-Fürſten Raths Protocolli, Comitiisgebühret. 279
wie der S. Gothaiſche Geſandte, wegen ſeiner XIV. Gründliche Vorſtellung , warum die Fürſt
neuen Legitimation, Anzeige gethan, Montags liche Weimariſche und Eiſenachiſche Reichs
den 31.Aug. (10.Sept.) 1691. ibid. Vota in denenitzigen Comiciis zu Regenſpurg vor
IV. Extract der Fürſtlich- Sachſen-Gothaiſchen denen Gotha und Altenburgiſchen aufzuruffen,
Herren Ober-Vormünder an dero Geſandten wobeyzuglei ch die Fürſtl. Gothaiſche kürzerera
zu Regenſpurg abgangenen Schreibens, betref tiones deutlich refutiret werden, ao. 1691. 281
fend, daß er die von dem Sachſen-Weimari - Beylagen.
ſchen Geſandten geſuchte Praecedenz nicht einge» Lit.
ſtehen ſolle, ao. 1691. 268 A. ExtractFürſt-Brüderlichen Vertrags de anno
W. Kurtze Deduction der Fundamenten zu Be I629. . 286
hauptung der Fürſtlich-Sachſen-Gothaiſchen B. Extraët aus dem Haupt-Vertrag zu Gotha
Praecedeatz
und
vor den Hochfürſtl.Hauſe Weimar
Eiſenach. Y, - -
den 12. Sept. 14. zwiſchen Herren Wilhelm,
ibid. Albrechten, und Ernſten, Gebrüdern, Herzogen
VI. Gegen-Information, in puncto der Sach zu Sachſen. 288
ſen-Weimar- und Eiſenachiſchen Praccedentz C., Extraët aus dem zwiſchen Herrn Herzog Frie
contra die S. Gothaiſche vier jüngern Herren drichs zu Sachſen-Gotha Durchlündderovier
Gebrüdere. 27o
jüngern Furſtl. Herren Brüdern Durchlauchtig
VII. Copia Reſcriptidehortatorii von denen Her keiten ſub dato Friedenſtein d. 24. Febr. 1680.
ren Herzogen zu Sachſen-Weimar und Eiſe aufgerichtet, und von Keyſerl. Majeſt. ſub dato
nach c.:c. an den Sachſen-Gothaiſchen Geſan den 4. Decembris 1686. allergnädigſt confirmir
den, Herrn von Schönberg zu Regenſpurg, in ten Erb-Vertrags. 289
puncto der ſtrittigen Praecedentz, welche er vor XV. Sachſen-Gothaiſche Diſpoſition wegen der
den Sachſen-Weimar und Eiſenachiſchen Ge- Erb-Folgung und Juris Primogeniturse d. dato
ſandten,auch via Facti zu behaupten ſuchen wolle, 6. April. 1685. communiciret in Comitiis,
de dato 4. (14.) Septembris 1691. 271 12.Dec. 1691. 290
VIII. Antwort Ä Sachſen-Gothaiſchen Geſan XVI. Copia Handſchreibens des Sachſen-Go
-

dens von Schönberg,2c.aufvorſtehendesSchrei» - thaiſchen an den Chur-Sächſiſchen Geſanden,


ben der Herren Herzoge zu Sachſen-Weimar Herrn Baron von Miltiz, die Prºcedentz. Sache
und Eiſenach, dedato 1. (11.) Očt. 1691. 272 betreffend, inſonderheit aber, daß man beedeGe
IX. Vorſtellungs-Schreiben von Sachſen-Wei ſanden, den Weimariſchen und Gothaiſchen, von
mar und S. Eiſenach an Keyſerl. Majeſt. we der Sigillation des an Keyſerl. Majeſt, von dem
gendes Praecedentz-Streits mit den vier jüngern Corpore Evangelicorum in den Löwenſtein
Gothaiſchen Herren Gebrüdern, und daß dahe- Wertheimiſchen und Schleſiſchen Sachen ab
rodie Vota, Gotha und Altenburg, vor den Vo zulaſſenden Schreibens excludiren wollen,d. 22.
tis, Weimar und Eiſenach, aufgerufen werden Dec. 1691. ibid.
wolten, mit Bitte, was vom Gegentheilüberge XVII. Grundveſte Fürſtlicher Sächſiſcher Wei.
ben worden, zu communiciren, die Sache ſelbſt mariſcher Prºcedent vor der Fürſtlichen Säch.
aberin ſuſpenſo zulaſſen. d. 5.Oêt. 1691. 275 ſiſchen Herrſchafft, Altenburgiſcher Linie, im
X. Herzog Albrechts zu S. Coburg, und Herzog Jahr 1652. 29 I
Bernhards zu S. Meinungen Vollmacht zum XVII. Urſachen, warum Ihre FürſtlicheGnaden,
Reichs-Convent, wegen des Fürſtenthumbs dieHerzoge zuSachſen, Jülich,Clev undBerg2c.
Coburg, de dato 31.Jul. 1684. & vidim. d. 8. Weimariſcher Linien, in der bekandten ſtreitigen
O&t. 1691. 276 Praecedenz- und Primogenitur-Sache wider die
XI. Sachſen-Gothaiſche Vollmacht zum Reichs Fürſtlich-Sächſiſche Altenburgiſche Linien billig
Convent, von Herrn Herzog Friedrichen, vor weiter zu hören. Im Jahr 1652. 3or
ſich, und ſeine vier jüngern Herren Gebrüdere, XIX. Keyſerl. Decret in puncto alternationis re
dedato 18. Dec. 1688. & vidimat. 8. Oétobris
ſpectu Prºcedentia zwiſchen Pommern, Meck
169 I. - 277 lenburg, Würtenberg, Heßen, Baden und Holl
XII. Rechtliches Bedencken über die Sachſen ſtein, d. 25.April. 1653. 394
Weimar- und Gothaiſche Prxcedenz-Diffe
rentiLM. 278 C 2 CAP.
Regiſter,
CAP. XII. ckerbahrten, Gevettern, Franz Hartwig und
Von Beylegung der zwiſchen Sach Valentin Schacken, Gebrüdern Georg von der
ſen-Weimar und Sachſen-Eiſenach ent Liette, und Matthias Kalben zu Bürgengeſetze,
auch vor ſich ſeine Erben und Erbnehmen, dene
ſtandenen Jehnaiſchen Succesſions Bürgen zur Hypothee einen Hof und Dorff
Irrungen, ao. 169I. Holbecke,ſamtdem DorffLemerode, wie auch
Num.
der Schäferey und andern Zubehörungen ver”
I. Relation, wie zwiſchen S. Weimar und S. ſchrieben, ao. i 565. 32 L
Eiſenach die Jehnaiſchen Succesſions-Differen B. Käyſers Matthiae Mandatum Immifſoriale» ad
tien verglichen worden, de dato Weimar, den inſtantiam der Schacken und Wackerbahrten,
12.Jul. 1691. 3 o6 ſamt Conſorten, welche bey dem Kammer-Ge
II. Sachſen-Weimariſches und Sachſen-Eiſe richt zuSpeyer wider Herzog Franzen, den Jün*
nachiſches Geſambt-Reſcript andero Abgeſand gern, Klagbar werden, und, wegen der gezahlten
ten zu Regenſpurg, Herrn Fabricium, wie er ſich Bürgſchaffts-Schulden, die Immisſion in die
mit Ablaſſung der Relationen und Führung der verſchriebene Güter per aëtionem hypotheca
Votorum, nach erfolgten Jehnaiſchen Succes riam begehret, wider nurgemelten Herzog er“
ſions-Vergleich, zu verhalten habe, d. 14 u. kennt, d. 3.O&t. 1614. 322
I69 I. C. Wackerbahrtiſchen Anwalds vantum prac
ibid
1C.

III. Extraët Reichs-Fürſten Raths-Protocolli, tenſum, ſo ihme wegen The zuſtehen ſolle,
d.3 1.Aug(10.Sept.) 691.worinnen die Sache
ſen-Weimar- und Eiſenachiſche Anzeige, wie von 17765. Rthlrn. 14 - Gr. judicialiter pro
nach dem S. Jehnaiſchen Anfall, die Weimar 72

und Eiſena chiſche Votageführet werden ſolten, ducirt , d. 19.Jan . 1687. 324
enthalten. 307
D. Sachſe n-Laue nburgi ſchen Anwal dts Schre i
ben an den Kammer-Richter, wegen des Wa
CAP. XIII. ckerbahrtiſchen Qvanti praetenſi, d. 12. Dec
1687. 325
Begreiffend die Continuation der E. Käyſers Leopoldi Mandatum de exequendo
ſtrittigen Sachſen-Lauenburgiſchen immiſſoriale, ſine Clauſula, in Sachen Scha
Succesſions-Sache, ao.169I. ckennnd Conſorten, in ſpecie Otto Wackerbar»
Num.
ten,Contra Sachſen Lauenburg an die ausſchrei
I. Antwort an Keyſerl. Majeſt. von Sachſen bende Fürſten des Nieder-Sächſiſchen Kräyſes
Weiſenfelß wegen des zu Güte und Recht ange ergangen, d. 2.Jun. 1690. 26
326.
ſetzten Termins, worinnen Ihre Durchlauch F. Schreiben von der Fürſtl. Regierung zu Ratze»
tigkeit vor die Keyſerliche Vorſorgedancken, und burg, an der Fürſtl. Nieder-Sächſ. Princeßin,
dero Gerechtſam recommendiren, d. 16. Febr. als Allodial-Erben, Hof-Rath, die Wacker
1691. 307 bahrtiſche und andere hinterlaſſene Schulden zu
II. Extra& Reichs-Hof-Raths Protocolli in der bezahlen, ſonſt würde man ſich zu Verabfolgung
Sachſen-Lauenburgiſchen Succesſions-Sache, des noch übrigenAllodiinicht verſtehen,d. 1.Aug.
ſubdato 14.Sept. wie auch 12. und 24.Očtobr. 169o. 328
ingleichen 22.Dec. 1691. 3O8 G. Fürſtl. Regierung zu Ratzeburg Verordnung
CAP, XIV. an die Amtſchreiber im Herzogthum Lauenburg,
von Lauenburgiſchen Allodial-Stücken nichts
Von der aus S. Lauenburgiſchen weiter verabfolgen zu laſſen, d. 1.Aug. 1690. ib.
Verlaſſenſchaft herrührenden Schuld H. Schreiben von Herr Amtmann Schliettern zu
Sache, Schacks und Conſorten, in ſpecie Ratzeburg anden Lauenburgiſchen Amtſchreiber,
Wackerbahrts, contra die Lauenburgiſche nichts von Mobilienabfolgen zu laſſen d. 28.Jul.
I690. 329
Allodial-Erben,ao.169. I. Atteſtat, daß die Lauenburgiſche Weine mit
Num.
I. Verisſima ac fidelisſima, ſecundum fačtum &
Arreſt beſchlagen worden, und nicht abgeführet
werden dörffen, d. 17. (27.)Mart. 1691. ibid.
jus, ut & hačtenus in Camera Imper. ventilati
Proceſſus ordinem & circumſtantias ex A&is á K. Atteſtat des Lauenburgiſchen Bereiters, daß er
die wenige im Lande Lauenburg zurückgebliebene
Regimine, pro nunc nomine Serenisſimorum alte Ungariſche Stutten nicht abführen dörffen,
Ducum Luneburgenſium, Ratzeburgi conſti d. 16. (26.) Očt. 169o. ibid.
tuto, communicatis»àprimordiousque adprx L. Königlich Schwediſcher Regierung zu Stade
ſens Tempus caſus & gravaminum enarratio in Antwort an den S. Lauenburgiſchen Hof-Rath
cauſa Schacken & Conſorten, nunc in ſpecie Krahmern, wie Ihro von dem auf das Nieder
Wackerbahrten contra Sachſen-Lauenburg. Sächſiſche Kräyß-Ausſchreib-Amt erkann
Cum adjunétis Literis A. B. C. D. E. F. G. H. I. te
Kammer-Gerichts Mandato de exequendo, in
K. L. M. N. O. P. Q. R. S. T. & U. Anno Schacken & Conſorten, inſpecie Otto Wacker
169 I. 3 II barten contra Sachſeu-Lauenburg, nichts be
Beylagen. wuſt, d. 24.Sept. 1690. 33O.
Lit.
M. Copia Schreibens Herrn Herzogs Georg
A. Herzog Franzens, des Aeltern, zu Sachſen Wilhelm zu Zelle Durchl. und Herrn Herzogs
Lauenburg Obligation, Eggerten von Percken Ernſt Auguſt Durchl. zu Oſnabrück, an Seine
thinüberdargeliehene 5ooo.MarckLübiſch aus Durchl. Herrn Herzog Rudolph Auguſten zu
geſtellet, und darinnen, zu mehrer Verſicherung,
Heinrich Schacken, Joachim Rund Clauß Wa
Braunſchweig und Lunebenrg, # Sie die aus
der Lauenburgiſchen Erbſchafft er and Ä
- - ifº
Regiſter,
bilien nicht abführen laſſen möchten, d. 20.Jan. 2. Herzog Franzens des Aeltern zu Sachſen-Lau
I69 I. ibid. enburg Schuld-Verſchreibung auf 5oooMarck
N. (1.) Extraët Schreibens aus Wetzlar, dedato Lübiſch, welche er von Eggerten von Perckenthin
d. 13.Jan. 1691. wie man, in der Wackerbahr» entlehnet, und dafür einige zu Bürgen geſtellet,
tiſchen Sache, Mühe gehabt, nur das geringſte dieſen aber das DorffHollenbock, cumpertinen
davon, nach ſo langer Decretirung, zu erfah- tiis, ſamt dem Dorffe Lemerode und der Schä
M. . . 33 I ferey Brußmarck, verſchrieben, ao. 1565. 357
N. (2.) Extraët Schreibens aus Wetzlar, de dato 3. Käyſers Matthiae Mandatum immifſoriale von
d. 24.Jan. 1691. was ferner, wiewohl nicht ſon» den Sachſen-Lauenburgiſchen Bürgern, wegen
der Schwürigkeit, vor Nachrichten in der Wa bezahlter Perenthiniſchen Schuld halber, bev
ckerbartiſchen Sache erhalten worden. ibid. dem Kammer-Gerichte contra Herzog Franzen
N. (3.) Extraët Schreibens aus Wetzlar, dedato den Jüngern, ausgewürcket, ao. 1614 358
den 1o.Febr. 1691. was bey dem Judicio Came 4. Extraët Exceptionum ſub & obreptionis a
rali in der Wackerbartiſchen Sache ferner vor geben, an Seiten Herzog Frantzen, desJüngern,
90Mgen. ibid. wider die Schacken zu Muſſen & Cönförten.
G). (1.) Mandatum Arreſt ſine Clauſula an die Prod. Spir. den 5.Maji 1615. 36G»
ausſchreibende Fürſten des Nieder-Sächſiſchen 5. Extraët Replicarum in eadem cauſa, Prod. d.
Kreyſes, in Sachen Wackerbarth contra Sach 4. Sept. 1615. ibid.
ſen-Lauenburg, d. 13.Dec. 1690. 332 6. Extract. duplicarum an Fürſtl. Seite ao. 1616.
O. (2.) Citatio an die Lauenburgiſche Allodial den 22. Novembr. übergeben, in eadem cauſa n.
Princeßinnen ad reafſumendum & videndum ačt. judicial. (15.) 36 L
fieri Executionem in Camera Imperialideman 7. Extraët. wohlbegründeter Exception-Schrifft,
datam in bona allodialia, in Sachen Wacker annexa eventuali Submisſione, in Sachen
bart contra Sachſen-Lauenburg, de dato 13. Schacken und Conſorten contra Sachſen-Lau
Dec. 169o. ibid, enburg, an Fürſtl. Seite übergeben, Prod.Spirac.
P. Fernere Nachricht von dem Cameral-Proceſs 24.Nov. 1662. 362
in Sachen Schacken contra Sachſen-Lauen» 8. Herzog Frantzens, des Aeltern, zu S. Lauen
_burg. 333 burg, Conſens, gegen ſeine Bürgen in der Per
Q. Extraët Eventualferner Replic und Ablehnung ckentiniſchen Schuld-Sache, daß ſie zu Bezah
in Sachen Schacken und Conſorten contra lung der reſtirenden Zinſen und Capitals ander
Sachſen-Lauenburg, Mandati Immifſorialis fine weit quovis modo Geldzinßbar aufleihen möch»
Clauſula. ibid. ten, d. 1.Jan. ao. I 577. 363
R. Vergleich zwiſchen Herzog Julius Frantzen zu 9. Sententia die 27.Januarii an. 1671. lata, daß
Lauenburg und den Schackiſchen Erben und In es, Einwendens ungehindert, bey dem erkanten
tereſſenten, in Puncto Debiti. d. 25. Aprilis und reproducirten Keyſerl. Mandato ſein Ver
1674. ibid. bleiben haben, und wofern demſelben nicht pari
S. (1) Befehl der Regierung zu Ratzeburg an ret, alsdann die declaratiopoenae erfolgen, und
den daſigen Amtſchreiber, daß er eine ausführ» Klägern die Gerichts-Koſten, praevia modera
liche Specification alles und jedes, bey des Amts tione, erſtattet werden ſolten. 364
Ratzeburg Vorwercken, verhandenen Viehes, 10. Sententia die 4.Novembr. 1674. lata. ibid.
Mobilien, Hauß-Geräths, Acker-Zeuges, item 11. S. Lauenburgiſcher Regierung Schreiben an
allerhand Getreyd-Vorrath, nebſt beygefügter Herrn Chriſtian Ulrichen von Wackerbahrt, zu
aeſtimation, fertigen ſolle,d.26.Mart. 1690. 334 Müßen, darinnen man ſich, in der Schackiſchen
S. (2.) Dergleichen Befehl wegen Specificir- und Schuld-Forderungs-Sache, zur reaſſumtion
Lieferung der erhobenen und unerhobenen Ge - der gütlichen Handlung offeriret. d. 8. Sept.
fälle, d. 26.Mart. 620. 335
I673. ibid.
T. Extra&Reichs-Hof-Raths-Protocolli in der 12.Cata.
Sententia die 14. Martii anno 1684, publi
ibid.
Sachſen-Lauenburgiſchen Succesſions-Sache,
ſowohl in cauſa Anhalt contra die Herren Me 13. Sententia die 7. Juli anno 1686. publi
ben-Competenten,ſonderlich was diePraetenſion Cata. 365
aufdas Lauenburgiſche Erbebetrifft, als wegen 14. Extra&t. Protocolli Spirenſis» vom 12. Dec.
des von Herzog Chriſtian Albrechten zu Holl 1687. biß 20.Jun. 1688. ibid.
ſtein-Gottorff auf die zum Herzogchum Lauen 15. Copia Mandati de exequendo ſine clauſula,
burg gehörige Stadt Möllen gemachten An in Sachen Schacken und Conſorten contra
ſpruchs, dedato 12.Sept. 1690. ibid. Sachſen-Lauenburg, Mandati immisſoralis
U. Landtags-Abſchied, de Anno 1593. ibid. S. C. d. 2.Jun. 169o. 365
II. Defenſio & deductio cauſe, Schacken & Con 16. Verzeichnis, was das Vorwerck Hollenbock
ſorten, nunc in ſpecie Wackerbahrt, contra mit denen dahinincorporirten beyden Dörffern,
Sachſen-Lauenburg, gegen die von Dr. Zach. Brunßmarck und Lemrode, von Anno iš66.
Krahmern jüngſthin herausgegebene alſo ge» wieder Durchläuchtigſte Fürſt und Herr, Herr
nannte enarrationem caſus & gravaminum in Julius Frantz, Herzog zu Sachſen, Engern und
prxdiäa cauſa, mit Anlagen ſub Numeris 1. Weſtphalen, Hochſeel. Andenckens, zur Regie
usque 28- 339 rung kommen, biß Anno 1689. nach Innhalt
der Amts-Rechnungen und Contracte, jährlich
XHeylagett. an Penſion getragen. 366
Num. 17. Mandatum Arreſtiſine ClauſulaaufdieSach
1. Rationes, woraus ein jeder zu erkennen, daß Dr. ſen-Lauenburgiſche Mobiliar-Erbſchafft, in Sa
Cramers gedruckte enarratio caſus & gravami chen Schacken contra Sachſen-Lauenburg,
nun von denen Durchlauchtigſten Principalen Mandatiimmiſſor. S. C. d. 13.Dec. 1690, 367
nicht approbiret ſeyn könne, 356 D I8. Cita
Regiſter. -

18. Citatio ad reasſumendum & videndum fieri Rath pro competente judice nicht zu achten?
executionemin Camera Imperiali demandatam Communiciretin Comitiis, ao. 1691. ex parte
in bona allodialia, in Sachen Schacken contra Lippe. - 373
Sachſen-Lauenburg. ibid.
II. ArgumentaPaderbornenſa, daß dieHerrſchafft
19. Notariat-Inſtrument, wie Dr. Krahmer die Sternberg ein Paderborniſch Lehn, und nach
Citation nicht annehmen wollen, ſondern ſelbige Abſterben des letztern Grafen von Schaumburg
dem Notario, unter allerhand Bedrauungen, dem Stifft heimgefallen, communiciret, d. 24.
auf die Straße nachgeworffen, ao. 1691. 368 Nov. (4.Dec.) 1691. 374
20. Extract Reſcriptian Ratzeburgiſche Regierung, III. Argumenta Lippiaca, welche ſich dargegen zu
dedato Winſen an der Ä den 19.Nov. 1689. völliger elidirung des Paderborniſchen vermein
wie man denen Allodial-Princeßinnen von dem- ten Rechtensfinden, communiciret d. 24. Nov.
jenigen, was ihnen mit Recht zuſtändig, nichts (4.Dec.) 1691. ibid.
vorenthalten würde. 369 IV. Pro memoria, welches, nomine Corporis
21. Extract Reſcripti ad idem Regimen de dato Evangelicorum zu Regenſpurg, wegen der von
Zelle, den 21. Martii 1690. umb die Allodial den P.P.Jeſuitarum zu Paderborn wider denre
Stücke in einerichtige Specification bringen,und gierenden Herrn Grafen von der Lippe, in punéto
die Geld- und Korn-Intraden an den Caßirer zu des halben Kloſters Falckenhagen, ausgewürck
Ratzeburg liefern zu laſſen. ibid, ten Keyſerlichen Commisſion, zu der Infring
22. Extract Reſcriptiadeosdem dedato Zelle, den rung, ſowohl dem Chur-Pfälziſchen als Mun
28. Maji 1690. in Puncto Richtigmachung der ſteriſchen Geſanden zugeſtellet worden. 376
Allodial-Stücke. 37o
23. Fürſtliche Reſolution an Dr. Krahmern, als CAP. XVI.
der Allodial-Princeßinnen Anwald, in Puncto VonGräflich Leiningiſchen Differen
Allodialium. 371
24. Notifications-Schreiben von den Keyſerlichen tien, ſonderlich das JusPrimogenitura
Commiſſarien an der Allodial-PrinceßinnenAn betreffend, ao. 1690. & 169I.
Num.
walt, wegen eingelauffenen Mandati arreſti ſine
Clauſula auf die allodial-Erbſchafft, welches der I. Memoriale an die Hochlöbliche Reichs-Ver
von Wackerbart ausgewürcket, d. 23. Januarii ſamlung zu Regenpurg,von Herrn Emich Chri
I69 I. -
ibid. ſtian, Grafen zu Leiningen, ſub dato d. 18. (28.)
25. Extraa Keyſerlichen Proviſional-Abſchiedes Nov. 1690. darinnen derſelbe ſich über ſeinen
zwiſchen Herzog Franz dem Jüngeren, und deſ Vetter, Graf Johann Carl Auguſten zu Leinin
ſen Fürſtlichen Herrn Gebrüderen, ſub dato gen, wegen verſchiedener, occaſione Graf Jo
Prag, den 31. Januar. Anno 1585. in puncto hann Caſimirs hinterlaſſener Lande, auf welche
Bezahlung der Reichs-Steuern und auf dem Implorant, als nechſter. Agnat, Implorat aber,
Fürſtenthumeſtehenden Schulden. 372 ex capite Juris Primogeniturae, Praetenſion
26. Extračt-Abſchiedts, ſo von denen ſubdelegirten
machet, wider ihn vorgenommener Gewalttha
Keyſerlichen Herrn Commiſſarien zu Lübeck ge ten, beſchweret. 377
geben und publiciret worden, den 2. Sept. Anno Beylage.
685. in Sachen, der ſämtlichen Herren Her Lit.
zogen zu Sachſen Gebrüdere, die auf dem Für A. Inſtrumentum Notarii, wegen der von Graf
ſtenthum hafftende Schulden betreffend. ibid.
27. A. Extract Fürſtlicher Huldigungs-Reverſa Ä Carl Auguſten von Leiningen in dem
lien Herzogen Franciſci, des Jüngern, dedato orff Kindelheim eingenommener Huldigung,
Ratzeburg, in die Annunciationis Mariae, 1 585. d. 7. Nov. 169o. 378
eandem cauſam betreffend. ibid. II. Memoriale an die
Reichs-Verſammlung zu
27. B. Extract Fürſtlichen Vergleichs, zwiſchen Regenſpurg, von Herrn Grafen Emich Chris
dem Durchlauchtigſten Fürſten und Herrn, ſtian zu Leiningen, dedato 11.(21.) Maji 1691.
in ead.materia. 38 I
Herrn Auguſto, Herzogen zu Sachſen, Engern III. Memorial an die Reichs»Verſamlung, von
und Weſtphalen, und deſſen geſamten übrigen
Fürſtlichen Herrn Gebrüdern und allodial-Ere Herrn Grafen Carl Auguſt zu Leiningen, dedato
ben, de dato Lauenburg, den 4.Oêtobr. 1619. 15. (25.).Jun. 1691. darinnen vorgeſtellet wird,
in eadem. ibid. worinnen die Differentien, welche er mit ſeinem
28. Extraët Herzog Julii Frantzen Fürſtlichen Vetter, Graf Emich Chriſtianen, habe, be»
Hoff-Gerichts-Ordnung; Titul. 45. §.3. & 6. ſtehen. ibid.
von Arreſt und Kummer. ibid. Beylagen.
Lit.
CAP. XV.
A. Chur-Pfälziſches Urthel, daß Herr Graf Jo
Von den Jrrungen .) zwiſchen Pa hann Earl Auguſt zu Leiningen in das Hauß und
derborn und Lippe, die Herrſchafft Stern Herrlichkeit Bruch in gewiſſermaße immittiret
berg betreffendſünd2.)zwiſchen Lippe und werden ſolle, dedato 14.Sept. 1686. 386
den Jeſuitten zu Paderborn wegen des B. Atteſtat des Land-Gerichts Mühlheim zu Bru
che,daß Graf Johann Carl Auguſt zu Leiningen,
halben Kloſters Falckenhagen, nachdem ſein Vetter Graf Emich Chriſtian aus
- - anno 169I. dem Schloße Bruch geſetzet worden, mit ſeiner
Num.
Familie ſein Domicilium allein darinnen gehabt,
I. Species faéti, in Sachen Lippe contra Pader de dato 29. Maji 1691. ibid.
born, die Herrſchafft Sternberg betreffend, in C. Extrait des Regiſtres du Conſeil ſouveraine d'
ſonderheit, warum der Keyſerliche Reichs-Hof Alſace, betreffend die von Graf Emich Chri
ſtianen,
Regiſter.
ſtianen, Ihro Königlicheu Majeſtät in Franck Grafen zu Leiningen, worinnen das Jus Primo
reich geleiſtete Huldigigung, de dato 4. Maji geniturae, und daß Posſesſioipſöjure ſich in pri
I 688. 387 mogenituram unövel alteröjmortuö erſtrecken,
D. Graf Heinrich Chriſtians zu Leiningen Befehl alles darinnconſultiren, und die Contravention
an den Kirchen-Collectorn Meyern, daß er den ein Spolium, ja nichtig ſeyn ſolle, ſancirt iſt. 392
Unterthanen zu Falckenburg andeuten ſolle, wie Num. II. Schema, worinnzuſehen,daß Herr Jo
Graf Johann Carl Auguſt zu Leiningen von der hann Carl Auguſtin lineärečtädeſcendente prº
Königl. Chambre nach Bryſach citiret worden, mogenitus, und der älteſte, Emich Chriſtian
dedato 21.Maji 1688. ibid. aber appanagiatus & ſecundogenitusſey. 393
E. Ufflage Graf Emich Chriſtians zu Leiningen an T. Schreiben von Graf Johann Carl Auguſtens
die Dorfſchafften Steinbach 2c. daß ſie keinen Vormündern an den Rath zu Worms, die Ex
andern Befehl,als von der Königl.Franzöſiſchen tradition des Leiningiſchen Archivs, welches ihr
Juſtiz zu Sarlouys oder Metz, annehmen ſolten, Eingeſeſſener, Johann Ambroſius, zu ſich ge
d. 13.Dec. 1688. ibid.
-
nommen, betreffend, Menſ Auguſt. 1688. ibid.
-

F. Atteſtar, daß GrafEmich Chriſtian zu Leinin U. Schreiben von dem Rath zu Franckfurth an
gen, die von Graf Johann Caſimirs Succesſion Graf Johann Carl Auguſten zu Leiningen, daß
herrührende Renthen durch militariſche Execu das LeiningiſcheArchiv GrafEmich Chriſtianen
tion in Ilversheim eintreiben laſſen, de dato ausgeantwortet worden, d. 31.Oét.1690.394
8.Jun. 1689. 388 IV. Copia Mandati der Keyſerl. Commisſion»
G. Uflage Graf Emich Chriſtians von Leiningen, worinnen die an Graf Johann Carl Auguſt zu
in praedičta cauſa, de dato d.3.Maji 1689. ibid. Leiningen gethane Huldigung casfiret, ſolche hine
H. Vollmacht,welche der Graf von Leiningen dem gegen Grafen Emich Chriſtian zu leiſten und ab
Benois de Bahr gegeben. ibid. zuſtatten befohlen wird, d. 26.Jul.1691. ibid.
I. Graf Emich Chriſtians zu Leiningen Uflage an V. Copia Keyſerl. Reſcripts an Herrn Anshelm
den Kieffer zu Türchheim, achtzehen Fuder Frantzen, Erz»Biſchoffen und Churfürſten zu
Wein dem Herrn von Bahr abfolgen zu laſſen, Mainz, die Salvirung des Gräflich Leiningiſchen
dedato 21.Oét. 688. nebſt beygefügter des von Archivs zu Heydersheim, betreffend, dedato La
Bahr Quittung. ibid. renburg den 5. Jun. 1691. ibid.
K. Extraët Schreibens von Herrn Graf von Lö VI. Copia Mandat der Römiſ. Keyſerl. Majeſt.
wenhaupt an ſeinen Procurator zu Sarlouys, de auch Chur-Maintziſ reſpective General-Feld
dato Wintweiler, den 23.Aug. 1688. darinnen Marſchall»Lieutenant und Commendant zu
der von Bahr einer von den gröſeſten Chica Maintz, Johann Carl von Thungen, wie auch
neurs von Metz genennet wird. 389 der Römiſ. Keyſerl. Majeſt, und des Heil, Rö
NB. Die Beylagenſub Lit. L. & M. ſeynd bey miſ. Reichs Hofrath, Johann Hermann von
Lit. S. als Beylagen zu finden. Mayſtatter, 2c. 345
N. Proteſtation Graf Emich Chriſtians von Lei» VII. Memorial an die Reichs-Verſammlung zu
ningen wider die von Graf Johann Carl Au Regenſpurg von Herrn Johann Carl Auguſt,
guſten zu Leiningen wider ihn vorgenommene Grafen zu Leiningen, dedato 9.Sept. ſt. n. 1691.
Attentata. ibid. diétiret den 26.Sept. 1691, die zwiſchen Jhme
O. Extraët Schreibens von einem Procuratore zu und ſeinem Vetter, Graf Emich Chriſtianen zu
Metz, Nahmens Thierſant, an einen von Herrn Leiningen, in puncto jurisprimogeniturae, ent»
Grafen Johann Carl Auguſt Bedienten, d. d. ſtandene Irrungen betreffend. ibid.
Metz, den 20. Febr. 169o. abgelaſſen. ibid.
P. Chur»Brandenburgiſches Vor-Schreiben, an „ Berlagen.
Ehur-Bäyern,Ehnr-Sachen,und Lotharingen, I. Keyſerliche Commisſion-Ufflage an die Gräf
darinnen nachgeſuchet wird daß nicht alleinGraf lich Leiningiſche Beambten und Bedienten zu
JohannCar Auguſt zu Leiningen und ſeine Leute
mit denen Chur-Brandenburgiſchen Päſſen, al»
Ä daß ſie von denen auf daſigem
Schloßvorhandenen Früchten, auch ihren ſelbſt
ler Ortenfrey pasſiret, ſondern auch deſſen Gü eigenen Weinen, nicht das geringſte ohne dero
thermitalen Kriegs-Beſchwerungen verſchonet Vorwiſſen und Verwilligung abführen, oder
bleiben möchten, dedato 23.Aug. (2.Septembr) verabfolgen laſſen ſollen, d. 11. (21.) Julii
I689. ibid.
I691. 397
Q. Journal, Rheinſtrohm den 13.Dec. 1690.be Lit. - - -
treffend Graf Johann Carl Auguſtens zu Lei A. Käyſers Matthiae Confirmatio des Primoge
ningen in dem ſeinem Vetter, Graf Emich Chri genitur-Rechts in der Gräflich-Leiningiſchen
ſtianen, zuſtehenden Dorffe Kindelheim gewalt Linie, d. 26.Maji 1614. - ibid.
ſamer Weiſe eingenommene Huldigung be B. Schema der Herren Grafen zu Leiningen und
treffend. - - 39o
Dachsburg. 399
R. Jóurnal, Nieder-Rheinſtrom, vom 24. Jan.
1691. wie vorſtehende Zeutung von der Leinin CAP. XVII.
giſchenHuldignngrevociret wird. ibid.
S. (1.) Supplication und Bitte, pro inveſtitura Von ſtrittiger Theilung der Graf
der Chur-Cöllniſchen Lehnſtücke, in der Pfalz ſchafft Wertheim, ao. 169I. zur Continua
Grafſchafft Leiningen über Ulversheim Herrn tion des Cap.VIII. in Tomoantec. -

Johann Carl Auguſten Grafen zu Leiningen und Num.


Dachsburg, zu Bruch, primogeniti. 39 L I. Copia Antwort-Schreibens von denen Fräncki
S. (2.) Beſcheidaufvorſtehendes Supplicat, de da ſchen Kreyß-ausſchreibenden Fürſten an Chur
to 19.Jun. 1691. e- 392 Sachſen und Chur-Brandenburg mit. mutan
Num. I. Clauſula der Erb-Verträg der Herren dis, in der Gräflich-Löwenſtein Wertheimiſchen
D 2 Sache
Regiſter,
Sacheabgangen, darinnen declariret wird wie Sachen Löwenſtein-Wertheim contra Löwen
die ihnen ertheilte Keyſerliche Commisſion kei ſtein-Wertheim, Martis 31.Oêt. 169o., 414
nesweges auf Religions- und andere dem In M. Copiaan die Keyſerl. Commisſion abgelaſſener
ftrumento Pacis zuwiederlauffenden Sachen, Deduêtion und reſpective Verantwortung
ſondern bloß addividendum Comitatum Wert Herrn Eucharii Caſimirs Grafen von Löwen
heimenfem gerichtet ſey, auch kein Theil übereilet ſtein-Wertheim-Virnenburg c.contra Herrn
werden ſolle, d. 4. Mart. (22 Febr.) 1691. 399 Grafen Max. Carl zu Löwenſtein-Wertheim
II. Memoriale Herrn Eucharii Caſimirs, Grafens Rochefort, d. d. 2.Jan. 1691. 4I 5
zu Löwenſtein-Wertheim, an die ſämtliche des N. Reſcript der Keyſerl. Commiſſarien an Herrn
Heil. Römiſ Reichs Evangeliſche Churfürſten, Graf Eucharius Caſimirn zu Löwenſtein-Wert
Fürſten und Ständte, zu dem Reichs-Tag in heim und die Vormundſchafftliche Regierungs
Regenſpurg, Gevollmächtigte Hochanſehnliche Räthedaſelbſt, krafft welchen ein endlich perem
Räthe, Bettſchafften und Geſandten, de dato toriſcher Termin anberaumet, und er mit ſeinem
12.Mart. 1691. 4oo
in merita cauſe einſchlagenden Suchen abge
Beylagen zudem d.5.Maji1691. dičirtenGräflich wieſen wird, dedato 3.Februar. und 24.Januarii
L Wertheimiſchen Memorial. I69 I. 22,
it. -

Lit.
A. Extraaus Löwenſtein-Wertheimiſchen Inter A. Keyſerl. Commisſions-Urthel in der Löwen
ims-Theilungs» Receſs, de dato 29.Juli anno ſtein-Wertheimiſchen Reſtitutions-Sache, de
I6 II. 405
public. 30.Aug. 1649. 423.
B. Extract Löwenſtein-Wertheimiſchen Admini B. (1.) Extraëtus Wertheimiſchen Reſtitutions
ſtration-Vertrags, dedato 10.Oêt.161 1.406 Commisſions Protocolli de die 20. Auguſti
C. (1.) Extraët Interims-Receſſus dedato 29.Jul. I649. ibid.
16.11. wegen der Grafſchafft Wertheim, ſo in B. (2.) Extractusdicti Protocolli, dedato 23.A.
communione behalten werden. ibid. gufti 1649. ibid.
C. (2.) Extract Adminiſtrations-Vertragsdeda C. Extraët aus Gräflich-Löwenſtein-Wertheimiſ.
to 1 o.Očt. 16.11. inead. - ibid.-

Vertrag dedato 10.OSt. Anno 161 1. den Re


-

C. (3) Extraët Adminiſtrations-Vertrags deao. ligions-Punct und Beſorgung der Eccleſiaſtico


& dato, ut ſupra, in ead.cauſa. ibid. rum betreffend. ibid.
D. Extra& Adminiſtrations-Vertrags de anno & Q. (1) Extraët Hochgräflich-Löwenſtein-Wert
gato, ut ſupra. ibid.
heimiſchen Rochefort-Virnenburgiſchen Regie
E. (1) Extraaus Wertheimiſchen Reſtitutions rungs-Protocolli, Jovis den 8.Oêt. 1677. Die
Commisſions-Protocolli de die 20. Auguſt Beerdignng des Catholicken, Dr. Arzens, be
- 1649. 407 treffend. ibid.
E. (2.) Extraëtus di&i Protocelli, de dato 23. Q (2.) Fernerer Extraët Regierungs-Protocoli,
Aug. 1649. ibid. ſub dato Veneris den 9.Nov. 1677.inead.cauſº
F. Cöpia Citationsſuperfraëtapace publica cum ſonderlich die verſtattete Vortragung eines klei
mandatopoenali de non contraveniendo Paêtis nen Creutzleins betreffend. +24
familiae per Inſtrumentum pacisconfirmatis, ut Q. (3) Weiterer Extractus Protocolli ſub dato
& LL. fundamentaſibus Con-Dominii Wert Sabbathi den 10.Nov. 1677. die wegen geende
heimenſis, de amovendo Monachos, & diverſe ter Leich-Ceremonien bey D. Arzens Leich-Con-
religionis ſübditos acinquilinos noviter intru dučt eingewendete Proteſtatio, wie auch die, we“
ſos, item de non gravando ſubditos atque Ci gen GrafLudwig Ernſts, de non praejudicando
wes, contra Inſtrumentum Pacis & Privilegia gethane Reſervation betreffend. ibid.
nihil innovando, non ampliusturbandos de Q- (4.) Protocoll wegendes, bey Beerdigung des
- nonexcludendo a Regimine, ſed juxtavian Catholicken, Lt. Paſtorii, verſtatteten Gelautes
jurisprocedendo, fine clauſula, in Sachen Lö dedatoSabbathi d. 14.Jan. 1688. 425
wenſtein»Wertheim & Conſorten, contra Lö Q. (5.) Protocolldedato Sabbathi den 30- Mar
wenſtein-Wertheim, dedato 6.Aug. 1690. 498 tii 689. das verſtattete Gelaute bey Beerdi
G. Copia Keyſerl. Reſcripti an das löbliche Frän gung Anthons Fortunativon Tollet hinterlaſſe
ckiſcheKreyßsausſchreib-Amt, in Sachen Wert» ner Witben betreffend. ibid.
heimeonºra Wertheim, Datum Wien den 13. R. Proteſtation der EvangeliſchenGräflich-Wert
w- Jun. 1690. 4IO
heimiſchen Herrſchafft wegen der von den Capu
H. Ä auf das von cinern, in Puncto eccleſiaſticorum, unternom»
Graf EuchariaCaſimirn zu Löwenſtein-Wert mener verſchiedener Neuerungen, dedato 4.Apr.
Äm Keyſer. Majeſtät abgelaſſene Schrei»
HLM, 4 II
I689. ibid.
-

S. Anderweite Proteſtation der Evangel. Gräfi


I, Copia Keyſerl. Reſcripti an das Fränckiſche chen Herrſchafft gegen die Catholiſche Herr
Creyß-Ausſchreib-Ambt, in Sachen Wertheim ſchafft, wegen einer gewaffneter Leich-Proces
contra Wertheim, d. d. Ebersdorff 5.Oétobr. ſion, dedato 18.Apr.169o. wobey zugleich die
169o. dahingehend, daß die Diviſio der Graf zwey Fragen ventiliret worden: 1.) Ob die Ca
- ſchafft Wertheim befördert, dann die Grawami tholiſche Mit-Herrſchafft in der Evangeliſchen
na unterſuchet, und ſolche in der Gütheabzuthun, Stadt und Grafſchafft Wertheim das Catho
ſich bemühet werden möchte. ibid. liſche Religions»Exercitium extendiren? und
K. Schreiben von Graf Euchario Caſimirn zu 2,) Ob Sie dergleichen Procesſionen mit oder
Wertheim an Keyſerl. Majeſt. darinnnn wider ohne Gewaltzuführen, aufeinigerley Weiſe be
das vorherſtehende Keyſerliche Reſcript Vor fugt ſeyn könne? 426
ſtellung gethan wird. 4I 2
T. Auflage der Catholiſch-Gräflichen Herrſchafft
L. Extractus Reichs-Hoſraths-Protocolli, ig an die Bürgerſchafft zu Wertheim, ſich in die
zwiſchen
Regiſter.
zwiſchen beederſeits Herrſchafften ſchwebende Num. 4. c. Copia Requiſitionis von GrafEucha
Differentien nicht zu meliren, weniger zu einer rio Caſimirn gegen Graf Maximilian Carln, re
That verleiten zulaſſen, d. 10.April. 169o. 430 ſpečtu admisſionis ad Cor-regimen, de dato
LI. Antwort der Evangeliſch-Gräflichen Herr» 3.Jul. 1690. - - 442
- - - --

ſchafft auf der Catholiſchen Herrſchafft Impu Num. 5. Proteſtation der Catholiſch-Gräflichen
tationes, ob habe man die Bürgerſchafft zu Regierung, wegen des von Graf Eucharius Ca
Wertheim gegenermelte Catholiſche Mit-Herr ſimirnpraetendirten Co-regiminis ; nebſt beyge
ſchafft zu verhetzen, und von deren ſchuldigen fügter Auflage an den Rath und Bürgerſchafft
Pflicht abwendig zu machen, denen Dorff zu Wertheim, ſich zu keinem Handgelöbniß oder
Schultzen aber zu imprimiren geſuchet,daß,wenn Huldigung zu verſtehen, d. 17.Jul.1690. ibid.
auch ſchon beederſeits Herrſchafften ſich zu Auf
nahme Catholiſcher Bedienten gegen einander Num Beylage, ſub
einverſtehen ſolten, dennoch die Unterthanendar
gegen vi Privilegiorum zu ſprechen hätten, d. 29. I. (a) Soinder an die Hohe Keyſerl.Commisſion
April. 169o. ibid. abgelaſſenen Deduction und reſpective Verant
W, Auflage von der Evangeliſch-Gräflich-Wert wortung in fine allegret, und eine von der Cas
heimiſchenCanzleyan den Schultzen und die Ge thol. Gräfl. Regierung ertheilte Erklärung, we
meinde zu Sachſenhaußen abgangen, daß ſie des gen der von Graf Euchario Caſimirn erhaltenen
Bauern auf dem Lengforter-HoffSohn, ſambt veniae etatis, wie auch Beſtellung der vacanten
deſſen Eheweibe, als Catholicken, in dem Dorffe Cammer-Dienſte, begreiffet, de dato 31. Mai
nicht leiden ſollen, d. 26.April. 169o. 433 169o. . . - 442
X. Extraët Gräflich-Löwenſtein-Wertheimiſchen I. (b) Marginal - Abfertigung der vorſtehenden
Adminiſtrations-Recesſus vom 10. Oct. 161 1. Beylage ſubnum I. (a) 443
daß kein Graf, in dem Regiment, und andern die I. (c) Extraët unverfänglichen Keyſerl. Commis
Wertheimiſche Gemeinſchafft concernirenden ſor Anno 1666. projeétirt, aber um beſchehe
Sachen, allein zu befehlen habe. ibid. ner abruption willen, wieder revocirten Recesſus
Y. Gegen-Auflage der Catholiſ. Gräflich-Wert in Puncto Religionis. . . 448
heimiſchen Regierung an den Schultzen und die I. (d) Extraët Commisſions-Protocolli d. 24:
Gemeinde zu Sachſenhaußen, dem von dem Julii 1666. - ibid.
Evangeliſchen Theil, wegen des Lengforter Hof, Lit. A. Copia des Heil. Römiſ Reichs Chur
Bauern Sohns, ergangenen Verboth nicht zu Fürſten und Stände zur Friedens-Execution zu
pariren, d. 8.Maji 169o. ibid.
-

- Nürnberg verſammlet geweſene Räthe, Both»


Z. Proteſtation der Catholiſchen Gräflich-Wert ſchafften und Geſandten Schreibens dedato 10.
heimiſchen Regierung gegen die Evangeliſch (20) Jul. 1649.an Ihre Ehur- und Fürſtl.Gna
Gräfliche Regierung, daß ſie einen vertriebenen den zu Mainz und Heßen-Darmſtadt abgelaf
Catholiſchen armen Mann in Wertheim nicht in puncto Reſtitutions Graf FriedrichLudwigs,
dulten wolle, d. 6.Maji 169o. 434. reſpectivèder halbenGrafſchafft Wertheim.448
A a. Reproteſtatio der Evangeliſch- Gräflich Lit. B. Extract Liftaeder noch gar nicht oder nicht
Wertheimiſchen Regierung, daß die abgeſchla plenarè reſtituirten Fürſten und Herren, ſo viel
gene Aufnahme einesCatholicinicht exodio Re nemlich deren dißmahl, und ohne Praejudiz der
ligionis, ſondern ſich beydem Inſtrumento Pacis ausgelaſſenen zu ſpecificiren geweſenen, welche
º ſchützen,
, V.
geſchehen ſey, d. 2. Mai 1690.
435
den 11. (21).Jun.1649 an die Chur-Mainziſche
Herren Directores zuNürnberg praeſentiret wor
B b. Proteſtation der Catholiſch-Gräflichen Re den. 449
gierung zu Wertheim, wegen einiger wider die III: Relation, was zu Wertheim, wegen ſtrittigen
Catholiſche Religion und übliche Obſervanzien Begräbniſ eines verſtorbenen Catholiſchen Sol
von der Evangeliſchen Regierung beſchehenen datenvorgangen, d. 2. (2) April. 1691 ibid.
Unternehmungen, d. 3.April. 1690. 43 IV. Bedencken in der Gräflich»Löwenſtein-Wert
Cc. - Memorial der Evangeliſch-Gräflichen Re heimiſchen ſtrittigen Theilungs-Sache, aufge
gierung, die Impugnation der von Graf Eucha ſetzet d. 12.Mai 1691. ibid:
rio Caſimirn beyKeyſerl. Majeſt. erlangten Ve V. Schreiben Grafens Eucharii Caſimirs zu Lös
nix aetatis betreffend, d. 36.April. 1690. 437 wenſtein an die ausſchreibende Fürſten des Frän
D d. Extraët Vertrags den 10. Oct. 161 1. die ckiſchen Kräyſes, als Keyſerl. Commisſarios in
Contraventiones Recesſus betreffend. ibid. der Löwenſtein - Wertheimiſchen Theilungs
E e. Kammerrichterl. Mandatumpoenale ſine Cl. Sache darinnen wider den einen Commisſarium,
contra Graf Maximilian Carln zu Löwenſtein den Herrn Biſchoffen zu Bamberg, excipiret
Wertheim, in puncto Contraventionum Pa wird, d. d. 14. (24) Maji 1691: 450
&orum familiae, d. 5.Očt. 1686. 438 VI. Extraët Reichs-Hofraths-Protocolli in Sa
Num. 3. b. Atteſtat, daß ein Capuciner bey der chen Löwenſtein-Wertheim contra Löwenſtein
Fronleichnams-Procesſion vorgegeben, wie man Wertheim, Commisſionis dedividendo Cemi
einen Gottes»Acker anrichten laſſen wolle. 441 tatu Wertheim.-Veneris d. 25.Maji 1691. 452
Num. 3. c. Atteſtat von dem Bruit, ob wolle VII. Memorial der Evangeliſch-Löwenſtein-Wert
man zu Wertheim ein Capuciner-Kloſter heimiſchen Regierung an das Corpus Evangeli
bauen. - »: ibid. corum zu Regenſpurg, darinnen der Evangeli
Num. 4. b. Extra&uGräflich Löwenſtein-Wert - ſchen Grafen Interesſe beydemDiviſions-Punäe
heim-Virneburgiſchen Canzley-Protocolli Jo recommendiret, undüm Intercesſionales adCx
visd. 3.Jul. 1690. die von GrafEuchario Caſ ſarem contra Diviſionem nachgeſuchet wird
mirn erlangte veniam etatis und das daheronu - d. 24.Maji 1691. 45.
mehr pratendirteCer-Regimen betreffend. ibid. VIII. Intercesſionales des Corporis Evangelici zu
E Re
Regiſter.
- Regenſpurgenfaveur des Gvangeliſchen Gra Wertheimiſche Cantzley an die Catholiſche
fens Eucharii Eaſimirs, daß von der ſpecial-Di Cantzleyabgelaſſen, dedato 5.Febr. 1691. 47L
viſion der Grafſchafft Wertheim abſtrahiret, F. ExtraëtusHochgräflich-Löwenſtein-Wertheim
hingegen die General-Theilung und Peraequa Rochefortiſchen Cantzley hierauf erfolgten Ge
tion der ſämtlichen Löwenſteiniſchen Graf und gen-Communicati ſubdato 15.Febr. ſt. n. 1691.
Herrſchafften vorgenommen, ſowohl quoad die verlangte Gelobung der Stammſatzung bee
punčtum Religionis keine Neuerungen admitti treffend. . . .
ret werden möchten, d. 10. (20)Jun.1691. 455 G. Extraëtus fernerweiten von Hochgräflich»Lö
IX. Allerunterthänigſtes Poſtſcriptum an Keyſerl. wenſtein-Wertheim-Virneburg an die Hoch
„ Majeſt. daß, weilnbey dem Löwenſtein-Wert gräflich-Löwenſtein-Wertheim Rochefortiſche
heimiſchen Negotio Witwen und unbevormun Cantzley erlaſſene und durch einen Not. Publ.
dete Wäyſeninteresſiret wären,manden ſuppli Caeſ inſinuirten Recommunicati ſubdato 5.Fe
cirenden Theil nicht graviren, vielmehr die ſchon bruar. 1691: die Stammſatzung betreffend. ib.
zum 4ten mahl abgeordnete Keyſerliche Com H. Notariats-Inſtrument über den Aétum, da
- misſion ad per equandum ſimpliciter reasſumi Graf Eucharius Caſmir zu Löwenſtein-Wert»
ren laſſen möchte, d. 10. (20) Jun. 1691. 456 heim die Regierung angetretten, und die Stauft«
X. Copia Schreibens an Brandenburg-Culm ſatzung dem Notario in die Hände gelobet, d. 26.
bach von der Evangeliſchen Ständte Geſand Mart. 1691. . 47*.
ſchafften zu Regenſpurg, die Wertheimiſche Di (A. 1.) Extraët eines von Seiten Hochgräflich
viſions-Sache betreffend, d. 23.Jul.1691. ibid. Löwenſtein-Wertheimiſchen Virneburgiſchen
XI. Gräflich-Löwenſtein-Wertheimiſches Memo an anderſeitige Hochgräfliche Rochenfortiſche
Cantzley
Äan die ſämbtliche des Heil. Römiſ Reichs Jan. 1691, beſchehenen Communicati ſub dato 29.
Evangel. Chur-Fürſten, Fürſten und Ständte, die Requiſition zu Beglobung der
zugegenwärtigem Reichs-Tage in Regenſpurg Stammſatzung, wie auchPactorum Familiaebe
Gevollmächtigte Hochanſehnliche Räthe, Bot treffend. 474
ſchafften und Geſande, ſübdäód. Äuguſti (A. 2.) Notariats-Atteſtat wegen Inſinuation
1691. in der ſtrittigen Wertheimiſchen Thei vorſtehenden Communicati, ſub dato 5. Febr.
lungs-Sache. - . 57 I69 I. , ibid.
Beylagen zu dem in Comitiis dičtirten Gräflich (B.) Extraët anderſeitig Hochgräflich-Rochefor
Wertheimiſchen Memorial. tiſchen Cantzley auf obige Requiſition erfolgten
-

UIll.
Gegen-Communicati ſub dato 15.Febr. ſt. n.
1. Extract Reichs-Hofraths-Protocolli in der Lö 1691. die verlangte Gelobung der Stamm
wenſtein-Wertheimiſchen Diviſions- und Perx ſetzung betreffend, . bid.
quations-Sache. Jovis d. 19.Jul. 1691. 464 (C) Extractus anderweitig von Hochgräfflich
2. Keyſerl. Reſcriptan Graf Eucharius Caſimirn, Löwenſtein-Wertheim-Virneburgiſchen zur
krafft welchen der ſtrittige Vormundſchaffts Hochgräflich-Löwenſtein-Wertheim Rochefor
Punčt abgethan, hingegen die Recuſations-Ex tiſchen Canzley erfolgten, und dºch einen No
ception reſiciret, und alle Verzögerung, bey tarium inſinuirten Re-Communicati ſub dato
Vermeidung Keyſerl. Ungnade, inhibiret wird, 5.Febr. 1691. in ead.materia. ibid.
d. 19.Jul. 1691. ". . 466 (D.) Herrn Eucharii Caſimirs, Grafens zu Wert
3. (a) Extraëtus Reichs-Hofraths-Protocolli, heim, Reverſalien, wegen gelobten Statuti Gen
die Commisſions-Unkoſten betreffend, d. 27.Jul. tilitii & Pačtorum familie, de dato 30. Martii
I 69 I. 467 691. e - 475
3. (b) Keyſerl. Reſcript an die Fränckiſche aus, I. Gräflich-Löwenſtein. Wertheim- Rochefor
ſchreibende Fürſten, als Keyſer. Commisſarios tiſchen Eanzler und Räthe Proteſtatien wegen
in der Gräflich-Wertheimiſchen Sache, den der von Graf Euchario Caſimir coram Notario
ſtrittigen Vormundſchaffts-Punët und Beſchlei» beſchehener Gelobung der Stammſatzung, de
migung der Commisſion betreffend, d. 19. Julii dato 9. April. 1691. 477
69 - . ibid. K. Copia Reproteſtationis ſub dato 1.Aprilis
Lit. . . I69I. ibid.
A. Gräflich-Löwenſtein-Wertheimiſchen Statut L. Das in dem Memoriali angezogene Reſponſum
Gentilitii, aufgericht ao. 1597. d. 28.Jun. 468 Facultatis juridic. Giefſens. in Puncto ſtatuti
B. Keyſerl. Confirmatio des Gräflich-Löwenſtei Gentiliti & Paêtorum Familix, d. 30. Julii
miſchen StatutiGentilitii, dedato 17.Novembr. 1691. - - +78
Y6O8. ibid. XII. Copia Reſcripti von der Marggräf. Bay
C. Extračtus Gräflich-Wertheimiſchen Admini reuthiſchen Regierung an den Legations-Secré
ſtrations-Vertragsabao. 16.11. die Confirma tarium zu Regenſpurg, de dato den 19. (29)
- tion des Pačti Gentilitii, ſonderlich was die Oêtobris 169; die Gräflich-Wertheimiſche
Gleichheit betrifft, anreichend. 469Diviſions-Sache betreffend. 485
D. Extraëtus eines von Gräflich- Löwenſtein XIII. Mandatum de non contraveniendo Statuto
Wertheim- Rochefort-Birnenburg an die Gentilitio, ejusque Confirmation Caeſareae,
Hochgräflich-Löwenſtein-Wertheim-Rochefor ut &pact. Familie, ſine Clauſula, cum Cita
tiſche Canzleyergangenen Communicati ſübda tioneadvidendum ſeprivari in Sachen Löwen
to 29.Jan. 1691. darinnen bie Requiſition zu ſtein-Wertheim contra Löwenſtein-Wertheim,
Beglobung der Stammſatzung, ut & Pačtorum d. d. 7.Sept. 1691. „. „486
Familie - noch ein vor allemahl, addita commi XIV. Kurze Vorſtellung in der Gräflich-Wert
natione, wiederhohlet wird. 47O heimiſchen Diviſions-Sache loco ſpecieifacti
E. Atteſtatum Notarii wegen beſchehener Inſinua von Evangeliſcher Seite. -- 488
tion einer Antwort, welche die Evangeliſche XV. Fernere wohlgegründete
- - -
Beistag " Die
“ - -
Regiſter.
Grafſchafft Wertheim allein nicht dividiret wer» T----"
Lit.
- Beylage.
den könne, ſondern die ſieben Graf und Herr
ſchafften vorherogetheilet werden müſſen. 499 A. Memorial an den Herrn Cammer Richter von
CAP. XVIII. den Advocatis und Procuratorn AugConf dar,
innen ſie ihre Nothund Abgang vorſtellen. ibid.
Von den Irrungen wegen Wieder X. Copia Schreibens an IhreChurfürſtlicheGna
Eröffnung des Judicii Cameralis, wie auch den zu Trier von Bürgemeiſter und Rath zu
wohin ſolches hohes Gericht zulegen Wetzlar, d. dato 11. Juni 1691, darinnen um
Nur Anno 169I. Secundirung ihres Deſiderii, daß das Cammer»
Gerichtenochferner in ihrerStadtgelaſſen wer
den möchte, nachgeſuchet wird. . 5o1
I. Motiven, warum eine Reichs» oder Municipal XI. Schreiben von Praeſident und Asſeſſoren des
Stadt, des Keyſerl. und des Heil. Reichs Eamº Cammer-Gerichts, Evangeliſchen Theils, an
mer-Gericht mit darzugehörigen Perſohnen und den Reichs-Convent, darinnen ſie Nachricht
Ačten (wann dieſelbe darzu qualificiret iſt, oder ertheiten, wie ihr bey dem adCeſarem abgelaſſe»
ohne ſonderbahre Koſten aptiret werden kan) nen Memorial gemachtes Monitum, die baldige
einzunehmen bemühet ſeyn, und Verlangen tra“ Interims-Eröffnung des Judicii Cameralis von
gen ſoll. - 49 I dem Preſident und Asſeſſoren, CatholiſTheils,
II. Extraët Hochfürſtl. Reſcripts, die Translº nicht angenommen werden wollen, d. 14. Juni
tion des Keyſerlichen Cammer-Gerichts auf die 1691. "5 o2
Stadt Erfurthin Thüringen betreffend. ibid. XII. Pro Informatione, das von theils der Aug»
III. Difficultaeten und deren Beantwortung ra ſpurgiſchen Confesſion zugethanen Herren Prº
tione receptionis des Keyſerl.Cammer-Gerichts ſidenten und Asſeſſoren des Keyſerlichen und
in der Stadt Hanau. 492 Reichs-Cammer-Gerichts ſub dato d. 4. Junii
IV. Allerunterthänigſte Vorſtellung an die Keyſer nach Regenſpurg abgelaſſenen Neben-Schrei»
liche Majeſt. von Bürgemeiſter und Rath der ben betreffend. ibid.
Stadt Dunckelſpiel, daßſothane Stadt zu Ein
nehmung desjudiciicameralis nicht vor ſufficient Beylagen,
zu ermeſſenſey. - . . 495 Lit.
W. Copia Memorialis an Ihre Churfürſtl. Gna A. Notamina über das gegenübergeſetzte Schreie
den zu Trier von der Stadt Dümckelſpiel, darin
nenſelbige die Reception des Keyſer. Samº
ben, welches die der Aug. Conf. Ä.
ſident und Asſeſſores des Cammer-Gerichts zu
Gerichts recommendiret, und den Statum ihrer Wetzlar an den Reichs-Convent abgelaſſen. 563
Stadt vorſtellig machet, commun. in Comiciis B. Notata über das von der Stadt Wetzlar an
d. 26. Mai 169. 496 Ehur»Trier, in punčto fernerer Reception des
Le 2Heylagen. Judicii Cameralis, Unterm I 1.Junii 1691. ab»
gelaſſenen Schreiben. -5O4- -

A. Kurze Vorſtellung der Situation und Gemäch C. ſerliche


Extractderden 9.Jun.jüngſthin an Ihre Key
Majeſt. allerunterthänigſt abgegangenen
lichkeiten der Reichs-Stadt Dünckelſpiel zu Re Ä enthaltenen Pasſuum , ſo
cipirung des Cammer-Gerichts 497
vI. Copäeinesvon dem innern Rath zu Dünckel der höchſt nöthigen ſchleunigen Wieder-Eröff
nung des Eamſter-Gerichts Meldung thun. 5ó&
ſpiel an einen gewiſſen Cameral-Aern abge XIII. Schreiben vom Cammer-Gerichts-Praeſ
iaſſenen Schreibens, unter andern die Reception
dÄKeyſer und Heil. Römiſ Reichs Cammer dent und Asſeſſoren, Eatholiſchen Theils, an
Gerichts betreffend, dd. 25.Mai ao. 169. 498 Chur-Mainz, vermittelſt welchen vorſtehende
VII. Extraat Schreibens von Bürgermeiſter und Schrifft: Proinformatione, communiciret und
Rath der Stadt Dunckelſpiel fübdato 25.Mai gebethen wird, ſolche durch dero Geſandſchafft,
59 . weſſen ſich der Magiſtrat racione Re in Comitis public machen zu laſſen, d. 15. (5)
ceptionis desjudicii Cameralis. erklähret. ibid. Juli 1691. - 5o6
VIII Memorial an den Reichs-Convent von Prae XIV: Andiegeſambte noch fürwehrende höchſtean
ſidenten und Beyſitzern des Cammer-Gerichts ſehnliche Reichs-Verſamlung zu Regenſpurg
zu Wetzlar, vermittelſ welchen das an Keyſerl. unterthänigſt-unterthäniges, und gehorſames
Majeſt wegen Wieder-Eröffnung ſorhanen Memorial, um gnädigſt gnädige, und hochge
Judici, abgelaſſenen Schreiben Cºmmunicret, neigte Translocatiºn des höchſtpreißlichen Key
und ihr Déſiderium zu einen förderſamen er ſerl. und des Heil. Römiſchen Reichs Cammer»
Gerichts in die Freye Reichs-Stadt Dünckel
ſprießlichen Schluß recommandiret wird, d. ſpiel der geſambten Bürgervorbemeldten Stadt
Io.Jun. 169I. - 499
Dünckelſpiel mit Beylagen ſubnum.I.2.3.4507
Beylage.
Num. Beylage. - -

z. Schreiben an Keyſerl. Majeſ vom Eammer Num. 1. Kurtze,


der Stadt doch ausführliche Beſchreibung
Dünckelſpiel. ſch Ä
Gericht zu Wetzlar, darinnen die Nothdurft
vorgeſtellet wird daß dieſo lang geſperrte Reichº Num. 2. Kurze und punčtirte Beantwort» und
Juſtiz dermahleins wiederum in völligen Lauff Wiederlegung etlicher von einem der Bürger
kommen möchte, d. 1 o.Jun. 169- ibid. ſchafft zu Oünckelſpiel übel«affečtionirten ausge
AX. Poſtſcriptum, zu dem, den 1o. (20) Jun. di ſtreueten Puncten, Krafft deren er zu beweiſen
arten Cammergerichtlichen Memorial gehörig vermeinet, daß dieſe Stadt das höchſtpreißliche
nachgeſchicket worden, und die von den ÄÄ Keyſerliche Eammer-Gericht einzunehmen nicht
jd Procuratorn A. C. vorgeſtellte Moth capabelſey, - 5 os
und Abgang betrifft, d. d. 10.Jan. 69. 5°° ſe 2 Num. 3“
Regiſter,
Num. 3. Relation, was beyeinem wohl-löblichen Wieder-Anrichtung des Keyſerlichen und des
Magiſtrat zu Dünckelſpiel, als die Bürgerſchafft Reichs Cammer-Gerichts in der Stadt Wetz
ein, die Reception des Keyſerl. Cammer-Gee lar betreffend, vom 22. Juni bis 6. Septembr.
richts betreffendes Memorialübergeben, vorgan 1690. 533
bend. 26.Mart. 169I. 5 II Fernere Beylagen:
Num. 4. Fernere Relation deſſen, was ſich da, als Num. I. Keyſerl. Reſcript an Chur-Maitz, daß
wegen des Höchſtpreißlichen Keyſerlichen Cam Ihre Churfürſtl. Gnaden, nebſt andern Keyſerl,
mer Gerichts, beyeinem wohl löblichen, um ei Commisſarien, und mit Zuziehung einiger Came
nenſchrifftlichen Conſens von neuen die Bür ral-Perſohnen, die Handlung mit der Stadt
gerſchafft gehorſamlich anſuchen laſſen, ergeben Wetzlar wegen Einrichtung des Exercitiipubli
und zugetragen, d. 2.Jun. 169. . . . 512 ci deren im Reich zugelaſſenen Religionen, vor»
XV. Unterſchiedliche Urſachen, warum das Key nehmen möchte, d. 19.Oêt. 1689. 579
ſerliche Cammer-Gericht in des Heil. Reichs II. Poſtulata der alten Religion zugethaner Ca
Stadt Wetzlar, ob ſie ſich auch zu allem, was tholiſcher Cameralium, die Vollſtändigkeit ih
man verlangen könne, offeriren wolle, ohRmög res Exercitii Religionis betreffend. ibid.
lich ſubſiſtiren könne, una cum pio deſiderio» III. Notamina, ſo bey gegenwärtiger Hoch-an
communiciret d. 21. (31).Jul. 1691. 5I3 ſehnlicher Keyſerl. Commisſion ex Parte Evan
XVI. GründlicheRemonſtration und Vorſtellung, geiicorum vorzubringen. 58 I
darausmänniglich zu erſehen: .) wie hºch und IV. Memorial betreffend diejenige Punäta, welche
viel dem Heil. Römiſchen Reich an Erhaltung von denen Evangeliſch-Reformirten Asſeſſoren,
des Keyſ und Heil.Römiſchen Reichs Cammer wegen des vollſtändigen Exercitii reformatae Re
Gerichte gelegen? 2) wiehoch nöthigesſey daß ligionis» Und eidemque annexorum von der
ſelbiges an einen zu deſſen Ehre und Repution Stadt Wetzlar verlanget worden. 5 82
gereichenden Orth translociret werden könne. V Wie ſich die Stadt Wetzler auf die, in punäo
j)Daß dieſes hohe Gericht ohnmöglich zu Wekº Exerciti Religionis, von Seithen der Catho
larin ſeinem vorigen Flor und Glanz erhalten liſchen Religion zugethanen Herren Cameralen,
werden könne. 4) Daß des Heil. Reichs Stadt überreichte und communicirte Poſtulata mit
Dünckelſpiel mit allen zu einem Wohn-Sitz des Vorbehalteines jeden Rechtens erklähret. ibid.
Keyſerlichen Cammer-Gerichts erforderlichen VI. Wie auf die von denen der Augſpurgiſchen
Qualitaeten begabet, und das allein daſelbſt ab. Confesſions-Verwandten, Herren Cameralen
gehende Exercitium reformatºr religionis gar überreichte und communicrte Punčta, das ExU.-
leicht eingeführet werden könne. 5) Daß die citium Religionis betreffend, ſich die Stadt
von einigen wider dieſe Stadt obmovirte Diff Wetzlarerklähret. 584
eulreten in ſpeciedaß ſelbige von denen Nieder VII. Wie auf die von der Reformirten Religion
Sächſiſch- und Weſtphäliſchen Ereyſen allzu zugethanen Herren Asſeſſoren communicirte
weit abgelegen, theils ganz ohnerheblich, thels Puncta ſich die Stadt Wetzlar reſolviret. 585
auf ganz falſchen Suppofitis beruhen, ja in die VIII. Unwiderlegliche Urſachen, warum denen Ea»
ſes hohen Gerichts Entfernung der Niedern tholiſchen Cameralen in ihrem,ratione forma ex
(Creyſen ſelbſt-eigenes Intereſſe beſtehen thue. tenſionis exercitii Catholici, in der Obern» oder
Jin Jahr 1691. 5I+ Stifts-Kirchen gethanen Begehren, eines Al
Lit. . . . *
tars und Predigtſtuhls billig zu willfahren,und
A. Extraët Keyſerl. allergnädigſten Commisſions dieſe beede Stücke keinesweges ſepariret werden
Decreti, vom 6.Martii I 68+. 526 können. ibid.
XVII. Concept Schreibens vom Reichs-Städ? IX. Rationes & Fundamenta, warum man dieſes
tiſchen Directorio an die Stadt Dünckelſpiel die oder jenes zu desEvangeliſchen Religions-Exer
Cammer-Gerichts-Translocation betreffend.ib. citii Vollſtändigkeit erfordere, nebſt beygefügter
XVIII. Schreiben vom Magiſtrat zu Wetzlar an Reſponſion ad Dn. Catholicorum Cameralium
denRath zu Dünckelſpiel, wegen der von einigen rationes pro concedendo exercicio in der Obern»
Bürgern zu gedachten Dünckelſpiel, in puncto oder Stifts-Kirche. 586
Receptionis Judicii Cameralis, Untern0MMe» X. Notamina Cameralium Gatholicorum über
nen Diffamationen, d, 25.Jul. 1691. 526 (a) der Evangeliſchen Cameralen Erklährungs-Re
XIX. Keyſerl. Commisſions-Decret, die wegen ceſs, in Puncto Exercitii Religionis, wie auch
Wieder-Anrichtung des Judicii Cameralis in Beantwortung der ſub Num. IX. befindlichen
der Stadt Wetzlar dahin abgeſchickte Keyſer Fundamentorum & Rationum. 589
liche Commisſion, und deren Verrichtung be? XI. Project, wie, beſchaffenen Umbſtänden nach,
treffend, d. d. 7.Sept. 1691. 526 (b) das etliche Wochen her, bey gegenwärtig Key
Beylagen zudem am 12.Sept. 1691.dictirten Key ſerl. Subdelegation ventilirte Exercitium Reli
ſerlichen Commisſions-Decreti. -

gionis in den noch zur Zeit vorkommenden Pun


Lit. - - -
&ten, einzurichtenſeyn möchte. 594
A. Pun&a, welche, vor beſchehener Eröffnung der XII. Raths zu WeßlärErklährung wegen des von
Keyſerlichen Commisſion, nicht allein demEhur den Herrn Catholiſchen in der Obern Kirchege-
Mainziſchen Directorio, ſondern auch dem Key ſuchten Coercitii, wie auch deſiderirten Antheils
ſerlichen und des Reichs Cammer-Gericht die an dem Franciſcaner-Kloſter. 595
Stadt Wetzlarpraeſentiret, und der geſambten XIII. Erinnerungen der Aug. Conf zugethanen
Subdelegation communiciret worden. 526 (c) Cameralen bey dem ſub num. XI. befindlichen
B. Erklährung auf die dem Keyſerlichen Eammer Proiečt. 596
Gericht von der Stadt Wetzlar praeſentirte XIV. Fernere Schrifft der Catholiſchen, vermie
Punčta. - 526 (d)
C. Protocollum. Commisſions Ceſarex, die teſt welcher nachgeſuchet wird, daß, geſtalten
Dingen nach, ein ander Orth, an welchem die
- - - - Vollſtän
Regiſter,
Vollſtändigkeit des Catholiſchen Religions nommener Extenſion des Exerciti Religionis
Exercitii in Kirchen und Schulen, auch andere von den Catholiſchen und Evangeliſchen Came
Requiſica würcklich befindlich, elegret werden ralen. -
603
möchte. -- 597 XXIV. Schreiben an die Keyſerl. Commisſion,
XV. Raths zu Wetzlar Erklährung wegen Rü von Guardian und Convent Ord. S. Franciſci zU
ckung des Altars,dedato 8.Aug.1690 598 Wetzlar, der Stadt Beeinträchtigung in dem
XVI. Erleuterung der von der Stadt Wetzlar, in Exercicio Religiºn, betreffend. 604
puncto Exerciti ReligionisCatholicae, gethanen L Seij
Erklährung. - - ibid. 1t. - -

XVII Endliche Erklährung der Stadt Wetzlar A. Vergleich zwiſchen der Stadt Wetzlar, und
wegen Rückung des Altars in der Ober-Kirche, den P. P. Franciſcanis allda, Krafft welchen die
d. 11. Aug. 169o. ibid.
XVIfI. Antwort der Stadt Wetzlar, wie ſie bey Stadt einen gewiſſen Theil des ao. 1649. Jhro
durch den Weſtphäliſchen Friedens-Schluß wie
vorigen Erkährungen verbleiben müße. . .ibc. derum zugekommenen Barfüßer-Kloſters, auf
XIX. Cammer-Gerichts Reſolution, daß, geſtal gewiße Condition und Maaß an ermelte Patres
ten Sachen nach, die Keyſerliche und des Reichs abtritt, d. 6. April. ſt. n.ao. 1675. 606
Subdelegirte erſüchet werden müſten, auf einen B. Inſtrumentum Cesſionisvog Bürgemeiſter und
andern Ort, worinnen die Vollſtändigkeit des Rath der Stadt Wetzlar, den P. P.S. Franciſci
derer im Reich zugelaſſener Religionen Exerei ausgeſtellet, d. 27. (17) Jun. 1675. 6o7
in Kirchen und Schulen, auch andere Requita C. Notata Rev. Adm P. Petri Hoff, womit die
befindlich, bedacht ſeyn möchten, nebſt beygefüg
Patres Franciſc. beweißen wollen, wie ſie in allen
tein Vorſchlag, wie das Interims-Reglement dem Receſsgemäß geleget. ibid.
in Wetzlar zu machen. ibid.
-

D. Notariat-Inſtrument, welches das Franciſca


XX. Schreiben an eine Hochanſehnliche Keyſerl. ner-Kloſter zu Wetzlar, contra den Rathalda,
Commisſion, von Dechant und Capitul des in puncto Attentatorum & Turbationum, auf
Keyſerl. Stiffts zu Wetzlar, darinn wegen der richten laſſen, d. 19. (29).Aug. 1680. - 6o8
von der Stadt Wetzlar ihnen beſchehenen Inpu E. Anderweites Notariats-Inſtrument, in Puncto
tationen, ob hätten Sie, Evangeliſche, an dem Attentatorum & Turbationum, welche die
ExercitioReligionis in der Stiffts-Kirchen tur Stadt Wetzlar contra das Franciſcaner-Kloſter
biret, Beſchwerde geführet wird. 599 unternommen, d. 18. (28) Nov. 1687. 611
1T. -

XXV. Bericht von den Keyſerl. Commisſarien, wis


A (1) Extraët Vergleichs, zwiſchen Stifft und ihre Unterhandlung zu Wetzlar Fruchtloß abge»
der Stadt Wetzlar, de ao. 1561 die Einthei lauffen, d. 18.Sept. 169o. 6I 3.
lung des Gottesdienſts in der Stifts-Kirchen XXVI. Schreiben des Catholiſchen Praeſident und
zwiſchen den Ä und Agº
ſchen Confesſioniſten, betreffend, QO
Asſeſſoren des Cammer-Gerichts zu Wetzlar an
Keyſerl.Majeſt, vermittelt welchen eine Vorſtel
-

B (1.) Extraët. Stifftiſchen ravaminis, die Ex lung den Religions-Punët betreffend,überſendet,


Tenſion der vor die Augſpurgiſche Confesſio und die Translocation bemelten Judicii recom
niſten dererminirte Stunden zu dem Exercio mendiret wird,d28 Jan. (7)Febr.1691. 614
ReligionisinderStiffts-Kirchen betreffend. t.
B (...) Extraët Städtiſchen Vergleichs darauf, de. Lit. A. Warhaffte Vorſtellung der Catholiſchen
, ao. 1679. vorberührtes Gravamen sºººº Cameralium, über ihre bey der Keyſerl Subde
rend. - : bid.
legations-Commisſion- in puncto Reügionis»
Extra&Formulars, aus welchen Ä.
B (3)folgende übergebene Poſtulata. 615
rer Punätaadmanu des Sºfts L)e
xxViShreiben von Preſident und AsſeföÄ
jen, vor ſeiner Inſtallation ausſchwöhren, des Cammer-Gerichts zu Wetzlar anKeyſerliche
oder anEydesſtatt angeloben muß, ibid. Majeſt, darinnen ſowohl auf die Transloeation
XX. Unterdienſtliches Memori an die º ſothanen Judie angetragen, als die, wegen des
Hochlöblichen Keyſerlichen und deHe, Reichs
-- Ä Kriegs, nöthige Salvirung der Ca
Öjsſión zu Wetzlar gegenwärtige für reif? -meral-Act en und Depoſitorum recommendiret
- liche Herren Abgeſanden und daſſ der Augſpur». wird, d. 1 o.Jun. (31.Maj) 1691. 61 8
giſchen Concesſiºn angehörigen Advºcaten und XXVIII. Schreiben des Rahts zu Wetzlar an
ÄuratorndesHochlöblichenKeyſer. Und He. Keyſerl. Maj. darinnen ſelbiger eine nähere Er»
Reichs Cammer Gerichts darinie um die E klahrung, in Puncto Poſtulatorum, weshalber
jungdesJudicinachgeſuchet wird. Die die Keyſerliche Commisſion abrumpiret worden,
Lit.. - ,
thut, d. d. 1: (1) Jun. 1691 619
ÄBrieff-Wechſel zwiſchen einemCatholiſchen ºd XXX. CopiaSchre ibens an der EvangeliſS tände
einem EvangeliſAdvocaten über dieFrage ob um te Geſandſchafften zu Regenſpurg von Preſident
dieEröffnung des Judici nachzuſuchenſey? Ä und Beyſzern des Keyſerl und Reichs Cam
XX Schreibender Stadt Wetzlar an dieKeyſerl. mer-Gerichts zu Wetzlar, Evangeliſ Theils, in
und Reichs-Commisſion wegen der von Seiten puncto ſtrittiger Wieder-Eröffnung berührten
des EhurTrieriſchenGeſandten, ad Protocolm Judiciiinermelter Stadt Wetzlar,d.d, 19.Sept.
gethanen Proteſtation und Contradiction» ver«
1691. 62 o.
jwelcher ermelter Abgeſander der Stadt - - - -

XHeylage.
undEvangeliſGemeind nicht allein die Mittags Pro ulterioriinformatione, auf die von denen Ca - -

* Predigten, ſondern auch ihr, der Stadt and


fjeaner-Kloſter habendes Recht in Zweiffel «tholiſchen Herren Praeſident und Asſeſſorn des
ziehen und diſputirlich machen wollen. 602 Keyſer. und Heil. Reichs Cammer-Gerichts
deſſelbenEvangeliſchen Herren Prae
- über das vor
XXIII. UnterdienſtlicheAnzeige und Bitte,Dechan ſident und Asſeſſoren andero Evangeliſcheéhur
ten und Capitularen zu Wetzlar wegen unter - - - -- f. . . Furſten
-
-
/ . . - .
Regiſter.
Poſtulato nicht deferiret, das Cammer-Gericht
Fürſten und Ständten zu Regenſpurg anweſen“ nicht geöffnet werden könte. ibid.
den Hoch- und Wohlanſehnlichen Herren .e E. Wiederhohlte Wetzlariſche Fiſch-Tar-Ord
ſande,inpun&oder Wieder-Eröffnung desGe nung, d. d. 21.Jan. 1645. 648
richts, unterm 4.Juni nechſthin abgelaſſenes XXXIX. Extract aus der ſogenandten gründlichen
Schreiben begrieffene Notamina. bid. Remonſtration, die Städt Dümckelſpielbetref
XxXI. Warhaffter Bericht, wie es mit dem Kirch
Weſen, und bevorab dem Catholiſchen Religi
ons-Exercitio, zu Wetzlar, bewandt, und aus CAP. XIX. -,

was trifftigen Urſachen das exparte Catholic" Miſcellanea, ao. 169.


rum zu Ä ihres unvollkommenen Exerci Num.
tii, der Kirchen halben ſowohl, als auch wegen I. Copia Churfürſtlich Bayeriſchen Notification, wegen der
der Schulen und darzunöthigerGeiſtlichkeit un Herren von Leibelfing Erhebung in den Grafen Standt/
ter andern beſchehenes Poſtulatum billig verſtat an das Churfürſtliche Land Gericht Heydau abgangen!
tet werden ſolte, indeſſen aber, da hierunter nicht d. 2.Mart. 1691- 65o

willfahret würde, das Cammer-Gericht nicht II. Epiſtola invitatoria Regis Polonix ad Nuptias Principis
Jacobi filii, MenſJan. 169. 651
geöffnet werden könte. 622 III. Kurtzer Bericht/ welchergeſtalt der zu Fogaracz in
XXXIf Memorial an die Hochlöbliche Reichs Siebenbürgen gehaltene Landtag den 12. Febr. des 169.
Jahres ſeine Endſchafft erreicher- ibid.
Verſamlung zu Regenſpurg, von desHeil.Röm.
Reichs Stadt Dünckelſpiel,diétiret den 22.Sept. IV. Schreiben von den Herren Eltern und Geheimen zu
Ulm an die Herren Eltere und Geheime zu Rürnberg
1691. die Translocation des Judicii Cameralis worinnen wegen Eiuziehung der bis anhero bey denen
von Wetzlar nach Dünckelſpiel betreffend. 626 Reichs Städten üblich geweſenen Beſchenckungen ans
XXXIII. Extraët Hochfürſtl. Braunſchweig-Zelli kommender Hohen Herren und Standes, Perſohnen
ſchen Reſcripcid. 8.Nov.1691. wegen eines dem V.Communication gepflogen wird d. 16.Febr. 1691.
Antwort-Schreiben an die Herren Eltete und Geheime
65z

Judicio Cameralianzuweiſenden Domicilii.629 zu Ulm von denen Herren Eltern und Geheimen zu
XXXIV. Extract Schreibens des Herrn Cammer Nürnberg d. d. 23.Febr. 169. worinnen die in Vorſchlag
Gerichts-Praeſidenten Herrn Grafen Johann gebrachte Einziehung der bishero bey denen Reichss
Antoni von Leiningen an einen Abgeſanden zU Städten üblich geweſenen Beſchenckungen ankommens
Regenſpurg, darinnen die Wieder-Eröffnung der Hoher Herren und Standes-Perſohnen nicht vor
thunlich gehalten wird. ibid.
des Judicii Cameralis recommendiret wird, de
VI. Extračt Schreibens JhrerFürſtl.Gnaden von Waldeck
dato Wetzlarden 5.Nov.ſt. v. 69. 63 o ſubdato Haagd. 9.Mart. 169, die auf dieſelbe ausgefal»
XXXV. Extraët Schreibens von löblicher Stadt lene Wahl eines Meiſters des SJohannis-Ordens in der
Schweinfurthandero Vertrettern, den Stadt end.
Äs
Sachſen Ponumern und Wendland d
ibid.
Nürnbergiſchen Abgeſandten zu Regenſpurg, d. VI. Chur Bayeriſch Patent wegen des Siegel Papiers
d. 26.Nov.1691. die Translocation des Keyſerl. d. d. 20.Mart. 1691. 65;
Cammer-Gerichts von Wetzlar betreffend. 63o VIII. Relation von dem prächtigen Einzuge Ihrer Ehur
Beylage. Fürſtl. Durchl. zu Pfalz und bero Churfürſtl. Frau Geº
mahlin in der Reſidenz Neuburg/den 5.Jun. 169. ibid.
Num. (1) Kurzer, jedoch gründlicher Bericht, IX. Copia Schreibens an Keyſerl. Majeſt. von Bürgers
warum die StadtSchweinfurth das Subječtum meiſter und Rath der Stadt Hamburg l die verlangte
Receptionis Camerae Imperialis durchaus nicht Extradition des inhaftirten Franzöſiſchen Secretarii be
ſeyn könne noch möge. 63 1 treffend ſubdatod. 10.Jun. 169. 654
X. Keyſerliche Garantie wegen des zwiſchen König Chriſti
XXXVI. Rationes pro Schweinfurth, daß dahin an V. in Dennenmarck und Fürſt Carl Wilhelmen zu An?
das Cammer-Gericht zu transferiren. 633 halt-Zerbſt in puncto verſchiedener Irrungen errichtes
XXXVII. Extraët Schreiben aus Wetzlar den 2. ten Recesſes, d. 11.Juli 1691. . . 655
Dec. ao. 1691. wie auf verſchiedene Oerter ra XI, Excerptum exlitteriscerti in Polonia Magnatis die 16.Jul.
1691, ſtatum deperditum in Polonia concernentibus. 656
tione receptionis Cameralis, reflexion genom XII. Relation von glücklicher Ankunft uud Einhohlung
men werde. ibid.
Seiner Churfürſtlichen Durchl. aus Bäpern zu Turin
XXXVIII. Warhaffte Cenſur und Gegenanſtel ao. 1691. d. 21.Aug. 657
lung, woraus ein jeder von Pasſion entfernter XIII. Churfürſtlich-Maintziſcher Regierung zu Erfuth
Reichs-pasſionirter Leſer augenſcheinlich zuver Verboth wegen der Conventiculorum, d. 3. Septembr.
1691. 658
nehmen, daß die von einigen Calumnianten vena XIV. Relatio medica von der Section des verſtorbenen
li Calamo ohnlängſt ausgefertigte alſo genannte Marggraf Hermanns zu Baaden d. d. 2.Oét.169. ibid.
Urſachen,(warum dasKeyſerl.Cammer-Gericht XV. Caſtrum Doloris Sr. Churfürſtl. Durchl. zu Sachſen
in des Heil. Reichs Stadt Wetzlar, ob ſie ſich Herrn JohannGeorgens III. GlorwürdigſtenAndenckens
auch in allem, was man verlangen könte, offeri zum unſterblichen Nachruhm aufgerichtet zu s
burg. 39
renwolte, nicht ſubſiſtiren könne,) in Grund der XVI. Erbhuldigungs-Aétus, ſo Sr. Churfürſtl. Durchl.
Warheit unwahr, und deswegen vor eine Ge zu Sachſen in HoberPerſohnzu Dreßden auf dem Churs
L wiſſenloſe Aufdichtung zu achten. ibid. fürſtlichen Schloß von löblicher Ritterſchafft des daſis
1t. -
gen Ambts wie auch theils in Chur und Leipziger Creyß
zugebehörigen Delitzſch-Bieterfeld u. ZörbigerSchiffes
A. Vormahls von Herrn J. P. C. ao. 1664 in ſaſſen und dann auf dem Rathhauße/ vom Rath ſämt
Druckgegebene Beſchreibung der Stadt Wetz
6
lichen Einwohnern und Bürgern auch Ambt Unters
lar. 4O thanen auf dem Mack geleiſtet worden / Sonntags
d, 8. (18.Nov.) 1691, 66o
B. Gegen-Erklährung auf die dem Keyſerl. Cam
- mer Gericht von der Stadt Wetzlar praeſen XVI. Kutze Beſchreibung. Seiner Churfürſtl. Durch zu
tirte Punčta. 646 Sachſen Einzug und Huldigung in Leipzig ſo geſchehen
den 28. und 29.Dec. ſt. v. 1691. 661
C. Relation an Ihre Keyſerl. Majeſt. von geſambe XY Copia des Königs in Spanien an dero getreue
ter Commisſion zu Wetzlar. 647 NiederländiſchePrevincienallergnädigſt ergangenenNo
D. Schluß des ſogenannten warhafften Berichts, tifications Reſcripts die Uberlaſſung des Gouverno erſt
wie es mit dem Kirchen-Weſen, und bevorab gemeldter Provincien an Ihre Churfürſtl. Durchl. zu
Bayern c. betreffend ſambtietztgedachter Ihrer Chur
demCatholiſchen Exercito zu Wetzlar,bewandt, fürſtlichen Durchl. eigener derentwegen ausgelaſſener
undwas Urſache, wenn der Herren Catholiſchen Intimation. 66 B

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des Heil. RöÄ...…


Schriſtlicher Handlungen Ächtzehender/
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deren coNfRUATION
Fierzehender Hºheil.
worinnen zuwanzigſte Buch
EasEin-undF befinde
was von A&ispublicis, die Annº 699. ergage/ noch
- G -

vorhanden geweſen. -

CAPUT I.
Von Schweizeriſchen Sachen Anne 69°
te preſens colloquendi, ut mih tempºrare An.1690.
An. 169e. Num. I. nopofſim, quin data tam fauſta,9ccaſione
ipſam ad propoſtum, de_quo audiyit: cum
Schreiben von dem in der Ä Domino Comite Caſſaticon
Schweiz bey denen Evangeliſchen Cantons eſſum invitem, Locus & tempus ſtatuentur,
Fjnden Engliſchen Geſandten Sº oſt finitum, qui proxima hebdomade cele
jÄayſer.Herrn Minitum, Än Ä debet, Reipublica Rheticae conventum,
sdeutroque Excell. V. certioremfaciam,ne
Grafen von Ladrón wegen Veranlaſſung ſpeinoſtra
jes gewiſſen Congreſſes, d. 14.Jan. - ". deſit Etenim profecto è recom
169o, -
juni, ut quam primum poterimºs fordera
torum Principum Miniſtror, Conſilia internos
Illuſtriſſime & Excellentiſlime conferamus, in cauſa tam juſta - cujus cura
DOMINE nobis exparte concredita eſt» promotiºnems
Neque eſt ut aliund plus emolumenti ſpere
Ratulor Excellentia Veſtra ur, quam ab Excellentix Veſtrº Prudentia
DNWº exanimo, quod ex Aula & erümperitia conſummata. Illam interea
Caſrea in priſtinam ſuam obnixè rogatam velim, ut dum apud Cantº
ſtationem incolumis redie nes Helvetia Evangelicos, prout in mandatis
rit;gratulor & mihi, quod habeo, officiomeo defungor, Catholicoetiam
velperſevel per amicosita animare ſatagat
cum ea propiori & faci
S - WWW Z) 1oricommunicatione frui ut quxipſis eiam habeoexponendº- eömen
iceat; lec 1 cque hoc ipſ m ſais videtur, js fe&uaccipere paratiſint , qui in Publi
tanta enim flagro cupiditate, ad Excellentiam jcommodum & Sereniſſimorum Princi
yeſtramproxime accedendi & cum Prxſen pum. quibusºiniſtramus ºfaº. SKS
2chtzehender Ebeil.
Z t

MICH: CASP. LONDOR PII


An-169o dere poſit. Dum hxc ab Excellentia Veſtºr cette mesme Neutralité, accorder des Troupes Aa.
humanitate, imö & acquitate expecto »illi au Prince d'Orange, qui n'eſt point voſtre
omnia mea officia & obſequia offero, wt qui Allié, & qui eſt Tennemy juré du Roy. Si
ſm & in xternum eſſe velim l'on dit, que vous avés refuſé des Recrües au
Capitaine Lockman, par ce que le Roy eſt
Illuſtriſſiwe er Excellentiſim l'aggre
Dominationis Yeſtre ſſeur dans la guerre contre TEmpire?
. je veux bien me ſervir auſ de cette raiſon,
Tiguri die 14. Jan. &jen tire cette conſequence inevitable :
1690. ſt.n. donc, vous ne pouvés permettre des Levées
Humillime obſtrictiſmus au Prince d'Orange , & à l'Angleterre - puis
- Th. Coxe, qu'ils ſont les Aggreſſeurs, & qu'ils ont de
claré les premiers laguerre au Roy. Ceſe
Num. II. roit un mauvais pretexte ,,de dire, que ces
Troupes, ne ſeront donnés que pour la gar
Remonſtrance faite aux Can de du Prince d'Orange - & qu'elles ne ſervi
tons de Suiſſe, par Monſr. Amelot, Am ront point contre la France; Vous avez re
baſſadeur du Roy de France, àSoleure» lo fuſe des des Recrü es au Roy pour ſes gardes,
& avec la condition den'eſtrepoint employés
14. Janvier , 1690. - - -

coatre l'Empire: donc, vous ne pouvésaccor


Magnifiques Seigneurs. der aucun homme au Prince d'Orange, de
LÄ bruits qui ſe ſont répandu , en divers quelque maniere, & avec quelquereſerve que
ce ſoit, ſans rompre evidemment la Neutra
endroits, que l'Envoyé du Prince d'O & ſans declarer, que vous voulés accor
range devoit vous demander unº Levée con lité,der le plus à un Prince qui n'eſt point voſtre
ſiderable des troupes pour le ſervice de ce Allié, & qui eſt aggreſſeur dans la guerre pre
Prince, & qu'ily avoit meſme des diſpoſitions ente, lorsque vousrefuſez le moinsà un Roy,
dons voſtre Loüable Canton»ont caués, que voſtre plus ancien amy
& Allié,
& qui incon
Sa Majeſté m'a ordonné de vous aire ſavoir teſtablement à cétesgardne ſoütient laguerre
qu'Elle ne peut croire , que vous neveuilés que defenſivement.
vous porter, à roinpre - par une démarche Je paſſe auxtermes des Traittés: La paix
de cette nature le Traité de paix Perpetüelle perpet
üelle faite 'année 16. avec Fran
& d'alliance, qui vous unifſent depuis ſilong Fois Premier, ditenentermes1 formel les dans l'
temps, avec la Couronne; Etqu'Eles'attend article VIll. ce qui ſuit: Aureciproque, nous
ſ vous eſtes reſolus de conſerver ſon amitié
8. ſon Alliance, comme Elle n'en doüte pas nous des Ligues. ne conſentirons jamais ny pour
mesmes, ny pour nos ſubjets, d'aller
que vous ſerez bienaiſe déclaircir ſur des enſervice d'aucun Prince, Seigneur, ouCom
bruits auſſy prejudiciables à la conſervation de munau qui ſeroient intentionnés d'en de
la bonne correſpondance. Je ſaybien gré domagtez er, ou en vahir ledit Roy dans ſon
vous eſtes ſouverains2 & que vous pouvez Royau
me, ainſy le defendrons vigoureuſe
diſpoſer à voſtre que de vbs ſubjers; mais les ment ſous pcine &c. Cét article eſt clair, &
plus puiſſants Princes & Eſtats du Monde ſe ne peut avoir de doubfe ſens; Appliquonsle,
ſont toujours faits une rege d obſerver reli s'il vous plait, au cas preſent: Neſt il pas
gieuſement les loix, qu'ils ſe ſont impoſs
eux mesmes, en t avec d'autres Puiſ conſtant, que le Prince d'Orange a deſſein
traitan
dendomagerls Koy & denyaher ſon Roy
ſances. Vous eſtes tropéclairés & tropin aume, puisqu'il luy a déclaré la guetre àcer
ſtruits des engagements, pris par le Loüable te fin? Puisqu'ilmenace tous les jours, quoy
corps Helvetique, auſubjet de la guerre pre que ſans effet, de faire des deſcentes en Fran
ſente, auſſybien que des obligations des Trait ce, deſoler les Provinces à la teſte de Joooo.
- .
tés pour qu'il ſoit neceſſaire d'entrer icy dans
homme s? La paix perpetüelle ne fait point -
1e detail de toutes les raiſonsquidoivent vous cette reſerv
detourner, décoüter une propoſition ſi con e, encas que leslevéesſoyent don
traire à ves promeſſes, & à vos veritables nées ou promiſes ſeulem
ent pour lag-rde du
Prince , & avec condit ion
intereſts; Je toucheray ſeulement icy deux contre la France. Les vaines denepoint ſervir
ſubtilités n'ont
ints, dont le premier eſt celuy de la Neu jamais eſté du gouſt de la Nation Suiſſe qui
iralité; & le ſecond eſt leſens manifeſte, K ,
s'eſt toujours piquée avec raiſons de bonne
ſans ambiguité des Traittés de Paix & d'Al foy
liance. Vous ne disconviendrés pasſansdou aillie& de probité. Troup Ne voit on pas bien d'
urs, que des
bre, que vous vous eſtes declarés hautement, Prince avec quelque except es données à un
de vouloir dans cette guerre obſerver une ex , ion que ce ſoit -
ačte Neutralité, ſans vous intereſſer pour l' augme ntent lesfor ces rempla gant, cellesqu'l
detach e, pour attaqu er ſon
une ou pour l'autre partie, & ſans donner enfince ſeroit toujours donner ſecourennem y; & qu'
s, SC
- du ſecours àancune des Puiſſances qui font
enguerre. Vous y avez mesme donné une porter les armes contre le Roy voſtre Allié?
Ce que le Traitté de paix perpetüelle , que
explisation ſ eſtendüe , que vous vous eſtes vous
-pörtés à refuſer des Recrües pour la demie ment avés ſ ſolemnellement juré, & ſ longue
obſervé, vous defend entermes formels.
Compagnie aux Gardes que vous avés dans
leſervice du Roy. Si cette trop ſcrupuleuſe ll eſt inutile d'expliquerplus particulierement
l'Alliance, quine font qu'one
obſervation de la Neutralité, à l'esgard d'un les Articles de
ſuite, S une confirmation de la paix perpe
Roy, au quel vous eſtes obligés de donner tüelle à cet esgard. -
des Troupes par les rartés, eſt expliquée ll ne ne Ä aprés cela, qu'à vous dire,
- chez vous comme un devoir, comment ſèroit
queſ au prejudice detoutes ces veritez vous
il poſſible, que vous pºiſſiez, ſans rompre donne z # ſecours contre le Roy; à 1' Uſit
- * - - - --
- - - -Pateur.
ACToRUM PUBLIcoRUM coNTINUATIONIs xxl. Buch. 3
Anso pateur du Thröne d'Angleterre, non ſeule fait tourner lesyeux vers les autres Princes An. 1699.
ment vous violeriés les ſerments des Trait & les autres Eſtats Chrétiens, afin de renou
tés, qui vous lient avec la France, vous feriez veller avec eux les ancienes alliances, oumé
une infraction manifeſte à la Neutralité, que me d'en établir de nouvelles, pour le bien &
VOUS Profeſſez ſi hautement, & que vous ex & l'avantage commun. Vous en avés vü des
pliqués ſi rigoureuſement contre le Roy; preuves, Magnifiques Seigneurs, dans la let
mais vous vous attireriez des juſtes repro tre, qu'il vous ecrivit pour vous apprendre
ches de la plus noire ingratitude , puis que ſon election; vousy avés répondu endester
ſans aucun ſubjet nypretexte de mécontente mes qui expriment ſi fortement a part que
ment vous offenſeriés ſenſiblement, un Roy vousprenés á ſagloire , les voeux que vous
vötre Amy & vötre Allié dans le tems, qu'il faites pour la continuation de ſes proſperités,
vient de vous donner des marques.de ſacom & les ſentimens reſpečtueux que vous avés
plaiſance, dans tout ce qui a regardé le repos pour ſa Perſonne Sacrée, qu'il s'en ér d'autant
& la ſeureté de vötre partie, & des effects plus ſenti invité à nommer un Envoyé Extra
de ſabien veillance, en vous faiſant payerre ordinaire pour venirvers vous de ſa part.
gulierement les penſions, en facilitant par Sa Majeſté, mayant fait l'honneur de mecon
es diminutions des droits, vötre commerce fier cet important & ce glorieux emploi, il
en Frances & nouvellement en vous accor ny a rien, que je ne faſſe pour tächer den
dant une quantité conſiderable de bleds pour remplir les devoirs. J'en commence aujour
la ſubſiſtance de vos Subječts, d'hui les functions, avec une extreme joye
Faitesdonc, je vous prie, reflexionſurtou Tres-Illuſtres & Tres-Puiſſans Seigneurs, en
tes ces choſes; peſez meurement, & avec vous aſſeurant au nom du Roy mon Maitre
une balance égale, touts les inconvenients - de 1'eſtime & de l'affection ſinguliere qu'ila
quien peuvent arriver, pour vötre honneur, pour vous jointe à un deſir ſincere d'établir
vötre repos, & le veritable avantage de vötre & d'entretenir une conſtante amitié & une
Pais; conſultés les conſtantes Maximes de arfaite correſpondance tant avec les Loüa
ves Loüables Anceſtres, fermés les oreilles Ä Cantons- en particulier - que vous repre
aux declamations emportées des gens preve ſentés ici, qu'avec tout le Noble Corps Hel
nus d'une injuſte paſſion - puine cherchét vétique en géneral, s'il y trouvoit la diſpo
qualumerle feudans les lieux qui s'enſon ſition qu'il ſouhaite, & pour laquelle ilne
jusque à Preſen graneis conſiderez, sil doute pas que vous n'employés vos ſoins.
convient à une Republique, quiveut vivre en Vötre Eſtat ét conſideré par S. M. S. comme
aix, d'offencer de gayeté de coeur un Roy l'une des parties les plus importantes de la
n Amy, ſon Allié,ſon voiſin, pour sata Republique Chétienne , non tant a cauſe de
eher à la fortune d'une Prince ſeparé partout la Ä avantageuſe de vötre Pais, ou
d'Eſtats differents, qui n'eſt point allié, & vos montagnes vous ſervent de rampars natu
dont la domination uſurpée eſtencore ſichan rels qu'à cauſe de cétc fermeté de courage,
cellante? Songez y donc , je vous prie, non ui vous ét hèreditaire, de la prudence & de
pas une fois, mais cents; & ſoyez perſuadés l'equité, quiréglent vötre Gouvernement, &
que aprés leſervice du Roy, je ne ſouhaite Ä fidelité exacte, que vous gardes dans la
rien dans ce Pais avec plus de paſſion, que de Confederation qui vous unit. Ce Grand Prin
contribüer au maintien de la bonne corre ce vous regarde avec plaiſir dans la joüiſſan
ſpondance , & à la tranquillité de la Suiſſe. ce de céte douce liberté, que vötre vertuvous
En attendant vötre reſponce, je vousſouhai a aquiſe par la benediction du Ciel, & que
te toute ſorte de proſperité, & ſuis vötre ſage conduite, a conſervé dépuis unſ
long-tems : Il ſait que parmi les deſordres
Magnifiques Seigneurs, de la guerre, qui a ſi ſouvent deſolé vos Voi
ASoleure, le 14. Janvier, ſins, vous avés ſeü vous maintenir au dedans
16go.
VGere tret«ffeäionne à Vaut & au dehors dans une paix tranquille & pro
fonde,y invitantles autres par vötre exemple,
ſervir, quand vous n'avéspüles y porterpar vos bons
- Amelot. Offices : Mais ce qui eſtime de plusen yous,
Magnifiques Seigneurs , 'eſt la pieté qui
Num. III. régne dans vos coeurs & 1 attachement que
vous avés pour la Religion & pour le culte,
Harangue de Monſieur Cock, dont Dieu vous a fait la grace de reſtablirla
pureté au milieu de vous. C'eſt par là, que
Envoyé Extraordinaire de Sa Majeſté Bri vous êtes unis Ä avance avec lui, &avecſes
tannique, prononcée dans l'Aſſemblée des Royaumes de l'union la plus eſtroite & plus
Deputés des Cantons Suiſſes Proteſtans, parfaite, qui ſe puiſſe trouver ſur la Terre.
qui s'eſttenüe à Zurich, le 31. Janv. 169o. Entre tous les Princes Chreſtiens, les Roys
d'Angleterre, ont tousjours ü pour vous une
2rer Illuſtrese Tres-Puiſſans Seigneurs, Ä treS Ä Henry VIII,
és que le Sereniſſime Roy de la Gran envoya une Ambaſſade pour faire alliance avec
de Bretagne Guillaume III. s'ét vü ſur vous, mais le malkeur du tems en empécha
le Throne, oü la Providence Divine & le la concluſion. Edouard VI. dans un äge peu
choix unanime des Peuples abaudonnés par avancé, avoit les lumieres & laprudence d'un
leur dernier Prince , 1'ont élevé avec la Sere Prince vieilli dans les affaires, fit une grande
niſſime Reine Marie ſon Epouſe, il a donné eſtime de vötre amitié, il füt ſuivi par la
ſespremiers ſoins à établir au dedans un re Reine Eliſabeth, l'honneur de ſonſiecle, &
pos & une tranquilité durable: Maisinconti le Roy que je ſers lagloire du nötre, ét dans
nentaprés , ſº Pieté & ſa Charité, lui ont des ſentimens touspareils ; mais l'amitié,
2ch:3ehender Theil. A 2 dont
LONDORPII -
-

An-1690. dontil ſouhaite de sºunir avec vous, n'eſt riaux avoient aſſez peudégardpour vous pour An. 1698,
une amitiéſterile, ouméme ſuſpečte & dange ne pas faire ceſſer ſur # inſtances une nou
- -

reuſe, c'eſt une amitié ſolide, dont leseffets, vauté dont vous avez ſi juſte ſujet d'eſtre
reels contribuent à vous conſerver inviolable choquez; Sa Majeſté vous offre encore de
mens la Religion Ortodoxe, le plus procieux donner à Monſ. le Marchal de Lorge les or
detous les threſors, avec vötre chere liberté, dres de venir raſer les dit ouvrages, en cas
c'ét autre preſent du Ciel. Répondés donc que vous vouliez conſentir à ſon paſſage.
Tres-Illuſtres & Tres-Puiſſans Seigneurs? Re Je vous prie cependant d'eſtre perſuadez
pondésavec une areeur reciproque aux bonnes de la paſſion, que je conſerve tousjours de
intentions du Roymon Maitre, ilne demande m' employer en toute rencontre pour pro
rien de vous qui ſoit injuſte, ni qui bleſſe curer vöcre contentement, & en vous ſou
les veritables eonditions de vos Traittés & haitant toute ſorte de proſperitet, je demeure
rien quineſoit digne d'un Prince, qui s'inter AMagnifiques Seigneurs
efſe Ä à vötre bonheur. Choi ASoleurele 1». Mars169o.
ſiſsésaumilieude vousunnombredeperſonnés Votre tres affeštionné - -
Sages, Prudentes &bien Intentionnées: jeſuis vous ſervir -º -

perſuadéque vous n'enſauriés choiſir d'autres; Amelot.


mais enfin quand vous me lesaurés indiqués
je leur communiquerai, avesplus d'ouverture,
les ordres dont je ſuis chargé. Je vous prie - - Num. V. r
auſſ Magnifiques Seigneurs de joindre vos
voeux aux miens pour la conſervation du Propoſition, welche der Kayſerl.
Grand Roy, que j'ai l'honneur de ſervir; ce Geſandte/ Herr Graff Ladron, bey
tems malheureux vous y convie, ou les En denen Schweizeriſchen Cantons, wegen der
nemis du répos de l Europe font leurs der Crone Franckreich nicht nur mit Re
efforts pour mettre ſur tous les Chré creuten / ſondern auch gar neueu Wer
tiens le joug d'une triſte & honteuſe bungen / und in mehr andern / geleiſteten
teuſe ſervitude. Sa Sereniſſime Majeſtéfait Hülffe/gethan. Anno 169o. - -

elle méme des voeux tres ardans pour la pro


ſperité de vötre Eſtat & de vos Perſonnes, & Hochgeachte / Wohl-Edelge
moi, qui aprés ſes intereſts, nairien plus à bohrne / Geſtrenge / Fromm
coeur que les vötres, je demande à Dieures
inſtamment qu'il vous accorde la Poſſeſſion Veſte und Weiſe / Großmö
conſtante, ferme & perpetuëlle de ces biens
que les Mechants vous envient , mais que AÄde/derHochgeehrte Herren.
Römiſchen Kayſerl. Majeſ.
ceux qui aiment la pieté & la Juſtice ſouhai meinesallergnädigſten Herrns (ſo Dero
tent de voir augmenter de jouren jour. läſſe Erbvereinigten Gruß hiermit vermelden
li t/) unter andern vorhin / und abſonder
ich den Zoten Decemb. des 1688ten Jahres
Num. 1V. an die Löbliche Eydgenoſſenſchafft in Gnaden
erlaſſenen Beantwortungs-Schreiben/ auch
Schreiben des Franzöſiſchen zu aus einigen in Deroſelben Nahmen von ge
Solothurn reſidirenden Miniſters ſamtem Corpore der Römiſchen Reichs
Amelot, die neuen Befeſtigungs-Wercke/ Verſamlung zu Regenſpurg ergangenen und
welche der Kayſerl. General Souches bey Publicirten Ediéto, wie nicht weniger aus
dem Gräntz - Paſſe Augſt hat auffwerffen ſo vielen andern Manifeſten / werden, ohne
laſſen betreffend/ d. 19. Martii 1690. weiteres nöthiges Recapituliren/ meine Hoch
geehrte Herren bereits genugſam, erſehen /
Magnifiques Seigneurs. und in friſchem Angedencken ſich wohl zu ent
L.que le General de Souches fait élever ſur
Royayant été informé des Ouvrages, ſinnen haben, auf was weltkündig-unbefugte
Weiſe die Cron Franckreich ohne geringſte
la frontiere d'Augſt, & de l'inquietude que Ihro gegebene Urſache gegen alle Göttliche
cette nouvaute cauſe au Loüable Canton de und menſchliche Rechte nicht nur allein den
Basle, & aux autres Cantons voiſinsjay regeu Münſteriſchen / Aachiſchen und Niemägi
ordre de Sa Majeſté de vous faire connoitre ſchen Ä ſondern ſogar auch den letzt
quº Elle toujours deſireé ſincerement de con getroffenen / ja ſo heilig zugeſagten und ge
tribuer au repos de la Suiſſe & à la ſeureté ſchwohreen 20. jährigen Ä ODeL.
de vos frontieres; que c'eſt par cette raiſon qu' Armiftitium, mit höchſtem Scandalo, der
Elle à donneé les mains à tout ce que vous ganzen Erbaren Welt und Chriſtenheit
avezpropoſé dans les dietes de l'année derniere ſchändlich umgeſtoſſen und gebrochen, mit
& qu'Elle ſ'eſt méme engagée à vötre conſ hin ganz unverſehens Ihre Kayſer. Majeſt.
derätion de guarantie de toute inſulte les Villes und geſamtes Heilige Römiſche Reich
Foreſtieres & de Conſtance avec le Frickdal angegriffen / Dero Städt und Lande hin
bien que l'Empereuraye refuſé, devous don und wieder durch ganz unerhörte Proceduren
ner aucune des aſſurances que vous avez ſou mitFeuer und Schwerd wieder alles Verſpre
haitées de luy ſur ſe ce ſujet. Ce ſont auffi chen / grauſamlich verwüſtet hat/auchannoch.
ces mémes motifs d' eſtime & affečtion, qui alſo verſtöhret/ handgreiflich allein dahin ab
Portent Sa Majeſté à vous aſſurer, qu'elle eſt ziehlend/ damitdie Cron Franckreich alle an
tousjours diſpoſée à concourrir à tout ce que dere Potentien und freye Lande Ihro unter
vous eſtimerez neceſſaire pour affermir la würfig machen könne.
tranquillité de vos frontieres & en éloigner Wann nun deme alſo/ und ſolches Ver
toures actions d guerre, même ſi les Impe fahren jedermänniglich Unverborgen/ bene
- - - benſt
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. §
An 690.benſtaller höchſtgedachten Kayſerl. Majeſt. An, 1690.
zu vernehmen kommen iſt / daß bey dieſen Num. VI.
allen mehrentheils Cantonen/ und zugewand
ker eydgenoſſiſcher Orth keine Scheu tragen/ Memorial des Frantzöiſchen Ge
der Cröm Franckreich ſowider aller Völcker ſandtens Monſr. Amelot an die zu
Recht zuerſt die Waffen ergriffen nicht nur Baden verſammlete Schweizeriſche Can
allein / mittels Recrouten, ſondern ſo gar tons, bey denen mit ſeinem Könige vonein
neuer Werbungen und mehr anderer Bey paar hundert Jahren her aufgerichteten
hüffe in deme zu leiſten / daß von Ihnen der Bündnüſſen feſte zu beſtehen und ſich
freye Paß und Zufuhren an Pferdten / durch die zu Regenſpurg gemachte Reichs
Stahl und anderen Kriegs-Bedöifftigkeiten Schlüſſe und der Kayſerl. Miniſtrorum
ohngehindert geſtattet durch dieſe Händbie Vorſtellungen ſich davon nicht abwendig
hung aber denen feindlichen Devaſtationen machen zu laſſen. d. 21. April, 1699.
ein ſehr groſſer Vorſchub gegen des Heyl.
Römiſchen Reichs und Oeſterreichiſchen
Erz - Hauſes Lande gegeben wird / welches
MagnifiquesSeigneurs.
dann deſto mehr bedencklich fället / als viel 'Aſſemblée generale de tout le louable
alles obgemeldte / dem klaren Buchſtaben al „ Corps Helvetique dans un temps, oüil
lerſeits obhabender Bündnüſſen / und da luy eſt ſimportant d'affermir ſonrepos
rinn begriffen auch öffters angezogenen Vor & ſon union, me fournit une nouvelle occa
behalt - und Reſervaten / zuwieder auffet; ſion de vous affurer que le Roy mon maitre
Ie deſire autant - que vous méme, & quileſt
als haben bey ſothaner Bewandnüß/ und tonjours
ſº gefährlichen Kriegs - Läufften / Seine ens, quediſpoſé de concourir auxjuſtes moy
vôtre prudence vous ſuggerera pour
Kayſerl. Majeſt. mir allergnädigſt anbefoh
len/ vermöge bereits eingereichten Dero Kay cette fin, Ce n'eſt pas d'aujourd'huy que
krl. Credentialien / mich alhero zubegeben / vous avez eprouvé quelles ſont, & queſles
ey jetzt gegenwärtiger allgemeiner Eydge ſeront toüjours les intentions de la maiſon d'
Moſſenſchaftlichen Verſammlung ein ſolches Auſtriche à vötre égard, la lečture des anhales
de Swiſſe , & vôtre propre experience vous
(wie beſchiehet) geziemend vorzutragen und fort
meiner hochgeehrten Herren Gemüths-Mei aſſez connoitre, que cette Maiſon con
nung/ wie nehmlich ein ſolches zu verſtehen/ ſerve encor dansſon coeur ſes anciennes pre
oder was vielmehr hierinnfalls der Billich tenfions, & qu' Elle ne perdra jamais d'occa
keitgemäßvorzukehren/ hiermit einzunehmen ſion de les faire valoir par les intrigues & par
in zuverſichtlicher Hoffnung, daß ſeits Löbl. es artifices, & puis qu' Elle ne l'a päpar
la force.
Eydgenoſſenſchafft nicht alleingemeltehöchſt C'eſtce quiàportévoslóüables anceſtres de
-

nachtheilige Contraventiones gänzlich einge


ſtellet / ſondern auch Krafft ermelter Erb de Punirpär P une étroite alliance avec la ſeule
Vereinigung und Bündnüſſen/ ihre in Fran puiſſance, dont l'amitié ſeure & fidele pou
zöiſchen Dienſten ſtehende Mannſchafft avo voit vous garantir contre les entreptiſes de
ciret/ und wieder einen ſolchen Feind / ſo vos dangereux voiſins. Ceſt cette alliance,
Aggreſſor iſt / das mehrere vorſichtigl ichwer & cette amitié vos anceſtres ont transmiſé à
de ergreiffen werden / und zumahlen in einen leur poſterité, Sº que vos Peres & yous avez
Vortrag allein ſich alles/ ſonderlich wegen toujours conſervée, comme un appuy ſolide -
auf Dero National- Völcker anzubringen & neceſſaire au maintien de vötre tranquil
habender Kayſerl. Werbung / nicht mohl lité., Ce ſont auſſi mémes raiſons qui ont
vorſtellen läſſet; ſogetröſte mich, daß bey porté l Empereur & l'Eſpagne en divers
Abhandlung des weiteren ſich ohne das die temps à faire leurs efforts pour rompre ce
Apertur ſchon ereignen werde / ein- und an noeud, qui vous unit avec la France, &pour
deres mit mehreren Umſtänden eröffnen zu rüiner les Traittés de la paix perpetuelle &
können 1 und gegen Ihro Löbliche Eydtge de l'Alliance, qui en ſont les föndemens. 1
noſſenſchafft insgeſamt und inſonders mich a fallupour ccla chercher des pretextes, &
dabey wie allezeit / dergeſtalt zuerweiſen / Tonnen à point trouvé de plus plauſibles,
daß ich alleinig die Billigkeit und was Ihrer que d' alleguer de temps en tcmps les chime
Eydgenoſſenſchafft ſelbſten zum Beſten ge riquesexplications qu'on veut donneräl'accord
deyhen mag/ willigſt beytragen werde/wel hereditaire, bien que le traitténe ſoit qu'une
ches ich alſo meiner Seits gänzlich verſi ſimple conventiqn pour entretenir la paix, &
chere / anbey aber auch veſtiglich glaube/ le bonvoiſinage entre la Franche Comté & l'
Auftriche anterieure d'une part, & tous les
maſſen dieſelbe angelegentlich erſuche durch pays de vötre jurisdiction de l'autre. Il eſt
wiedrige Einſtreuungen von der alten Teut
ſchen Auffrichtigkeit / mit welcher Deroſel vrai, que dés le temps de l'Empereur Charles
ben Vor- Eltern die Erbeinigung und Bünd V.oncofhença àformer desplaintes à peuprés
nüſſen aufgerichtet und gegenwärtigen Ca de cettenarure, mais comme ceux, qniavoint
ſum vorſichtiglich gleichſam entworffen/ und contraétés avec le deux parties, eſtoienten
darin kein Wort vergeblich geſetzetund beyge core vivants, & que par conſequent le veri
rucket haben keines weges abzuweichen/mit table ſens des Traittés eſtoient parfaitement
hin verbleibe connü , les plaintes ne furent pas ecoutées ;
les Cantons donnerent continuellement des
Trouppes à François, & ä Henry II. pen
5Neiner Hochgeehrten Herren dant le longues guerres, qu'ils eurent avec
dienſtwilligſter . Charles V. les Troupes furent employés en
Flandre contre cet Empereuren perſonne &
N, G. j Ladron, ſervirent à . prendre pluſieursvilles de fa
A 3 depen
6 MICH. CASP. LoN DoRPII
An.169o.dependance , & lorsque les Imperiaux ſ'en de vos obligations, & n' obſerve-t-on pas An. 199e"
plaignerent en 15 3. & 15 4. vos louables exačtement la reſerve de l'Empire ſtipulée
Anceſtresleur repondurent ſeulement, que dans vos traités avec la France ? On ne peut
les Troupes Sviſſes n'avoient point ſervicon pasſe ſouvenir de ces verités, & quoy que
tre les pays d'Auſtriche, ny contre le Comte tout le reſte ne rogarde point 1 Empereur,
de Bourgogne. Ces faits ſont certains - & on pretend vous faire un crime de ne vous
les Regiſtres de vos Dietes en font foy, pas declarer contre la France, avec tout l'
«omme les raiſonsque l'on allegue aujourd'huy Empire, & !' on pretend extorquer de vous
de la part de l'Empereur & de l'Eſpagne ne par des duretés choquantes, &quine con
ſont ny plus fortes ny meilleurs, que celles viennent qu'à des ſujets, une infračtion ma
qui onteſté allegué du temps de Charles V. nifeſte de vos alliances pendent du coté du
& depuis. Je veux croire & le Roy mon Roy, on ne vous demande que des choſes
Maitre en eſt perſvadé, que vous ne demeu juſtes & raiſonnables; op Ä content que
rerez pas moins termes que vos louables An vous gardiez à chacun ce qui luy eſt dü, &
ceſtres dans l'obſervation de vos Traittés, & Ton ne vous invite à l'obſervation des Trait
que vous rejetterez auſſ bien queux ces ex tes qui en vous faiſant jouir des fruits, qui
plications ſans bornes, par lesquelles on Pre en ſont une ſvite, & en vous donnanten
tend vous lier les mains au prejudice de vötre toute occaſion des marques particulieres d'
ſouveraineré, Ce n'eſt point icy le lieu de une cordiale eſt generale bienveillance, Ce
repondre dans le detail à tout ce que les ſont toutes ces raiſons, Magnifiques Sei
Emiſſaires de l'Empire & de l'Eſpagne tä gneurs, jointesälaconnoiſſance de vötre pru
chent d'inſinuer dans les eſprits ſur cette ma dence & de vötte equité qui font prendreau
tiere, non plus qu'aux invečtives, par les Roy mon Maitre une entiere confiance en
quelles on ſº efforce de noircir les demarches, vous, & qui le perſvadent, que vous main
aux quelles le Roy s'eſt vü obligé par la ne tien drez toutes choſesſvivant l'uſage perpe
ceſſité de ſe defendre. Le Premier deman tuellement pračtiqué depuis deux cent ans, &
doit trop de temps, & le ſecond ne con que les regles de l'honneur & de vos veritables
vient ny à mengenie ny à un caračtere de Mi interets n'ayant point changé, vous ne de
niſtre dun ſigrand Roy, il me ſuffit de di generez point de cette probité Helvetique,
re qu'il ny à point degens desintereſſés, qui que vous avez heritée de vos louables ance
ne conviennent, que les cabales & les ligues ſtress & que vous voudrez ſans doute faire
que l'Ennemis de la France avoient formés paſſer toute pure à vos deſcendans. Jay
our ſaruinen'ontfourniqu'uutropjuſte ſujet ordre en échange de vous aſſurer au nom de
äSa Majeſté de prevenir ſes funeſtes effets de ſa Majefté, Ä eſt tousjours preſte ávous
cette conjuration, qui eſtoit ſur le point d' faire reſſentir de ſon coté les avantages & les
eclater: Et rien n'eſt plus contraire auxbons fruits ordinaires de l' Alliance, & à contri
ſens, que de ſoutenir que le Roy degayeté buer même - ainſi qn' Elle à fait jusqu' à
de coeur eüt entrepris une guenge contre un preſent, à tout ce qui ſera jugé convenable
ſi grand nombre des Ennemis pour le ſeul pour Taffermiſſement de votre repos, & pour
motif des aggrandir. Je vous prie, Magni eloigner tous ačtes d'hoſtilité de vos fron
fiques Seigneurs , de faire reflexion ſur la tieres. C'eſt à quoy, Magnifiques Sei
conduite pleine d'egards de condeſcendance gneurs- je ferai gloire à travailler, & d'en
& d'une ſincere eſtime, que le Key ätenue tretenir Ä la Ä & ſincere correſpon
avec vous , dans les dernieres temps, & ſur dence, dont vous vous cſtesſ bien trouvés
le refus, les menaces, & les Traittés de l' depuis deux cent ans.
Empereur. Vous en ſavez aufſ bien que - Bade le21. Avris 1690.
moy toutes les circonſtances. Vous n'avez
pü méme quelques fois vous empécher d' sn Num. VII.
narquer de l'indignation. Je ne veux point
icy repeter, mais je vous conjure d'obſerver,
que malgré lesjuſtes titres quivousontacquis Memorial des Kayſerl. Abge
la liberté & la ſouveraineté , dont vous ſandtens an die Eydgenoſſenſchafft/
jouiſtes, 'on pretend encore vous faire re darinnen um Reſolution auf die nomine
gevoir comme des loix les deciſions de Ceſaris gethane propoſition nachgeſuchet
la Diete de Ratisbonne & les Decrets Im wird/ d. 13. (23.) Maji 169o.
periaux: l'on vous reproche en termes inju
rieux ce que quelques uns de louables Can Hochgeachte.
tons ont fait pour remplir les devbirs des
Traittés, & lon veut vous faireprendre des AZÄ wie ich ſeith letzterer meiner Hhrn.
Abſcheidung der Zeit der veranlaſten
engagements ſur la diſpoſition & le ſervice weitern Zuſammenkunft mit ſonder
desTrouppes.de vôtre nationquiſontenfrance, bahrem Verlangen in meinem beſtändigen
que vos loüables'anceſtres ont tousjours re
jetté comme pernicieux, & d' oü l'on ne allhier
mir ſo
ſeyn abgewartet habe; alſo kommt
erwünſcht / als erfreulich vor / die
manqueroit pas de tirer des conſequences ſelbe wieder allhier angelangt zuſehen / und
trés Prejudiciables à tout le Corps de la iſt mir auſſer allem Zweiffel/ weilen ſie über
Sviſſe.
die Nahmens der Röm. Kayſerl. Majeſtät
Mais quel ſujet enfin peut avoir P Empe meinesallergnädigſten Herrns abgelegte Pro
reur de ſe plaindre de vous davoir manqué poſition eine nähere Inſtruction und Befehl
aufidel égardporté par l'accord hereditaire. von Jhren Herren uud Obern einzuhohlen/
Lespays d'Auſtrichene ſontils pas conſervés damahls unter Ihnen beliebter maſſen von
Par les meſures» que vous avez priſes audela einander gegangen / dieſelbe werden
M9ths
ACTORUM PUBLICoRUM coNTINUATIONs xxl. Buch.
**'s»o nothdürftiglich verſehen ſeyn in reiffer Er An.1699
wegung dieſe meine Propoſition und dartnn
enthaltenes Begehren denen allerſeiths ha
Num. VIII.
benden Bündnüſſen gemäß und deren klahren Propoſition desSpaniſchen Am
Ä nach/ ſteiff fundirt iſt folglich
ich mich nunmehr einer ſolchen Verabſcheis baſſadeurs, Grafens Cäſati, an die Eydge
noſſen/ worinnen er ihnen nachdrücklich ver
dung zugetröſten haben würde damit man weiſet 1 daß ſie mit Hindanſetzung aller
mit gutem Willen für und voneinander kom mit dem Hauſe Oeſterreich und der Cron
men; und ich, ſonderbahre Uhrſach haben Spanien eingegangenen Verträge dem
inöge/ von Löbl. Eydgenoſſenſchafft führen König in Franckreich nicht nur erlaubeten/
den Intentionibns allerhöchſtged. Kapſerl: die alten in ſeinen Dienſten ſtehendeSchwei
Majeſt. nichts als rühmliches unterthänigſt zer-Regimenter in ihren Landen zu recrou
zu hinterbringen / und Dero ſonſt tragende tiren, ſondern noch gar neue darzu aufzu
Erbvereinigt-allergnädigſt nachbarliche Zu richten. - - - --- -

neigung hierdurch zu vermehren/ auch meine


Ä Dienſt und Officia hierzu nach . Illuſtrie Potenti Signori.
drücklich beyzutragen. Sonſten iſt mir zu Auendo inteſo, chele S. S. V. V. dop
erſehen kommen / was vielerley weitläuff pö la rottura frä le Corone , in uece
tige Schriften von den wiederigen Theil an di richiamare la loro Soldateſca dal ſeruitio
und ausgeführet worden / worüber mir gar
nicht ſchwehr fallen ſolte / in all und jeden di Francia ſecondo diſpone la Lega Heredi
taria, e rihouare con duplicato rigore , ſi
am Tag zu geben / wie eitel und nichtig die come
ſelben ſeynd: Weilen aber meines Thuns Auguſtiſſime tengono duplicato obligo, con ambele
Caſe Auſtriache, li diuieti fatti
nicht iſt, mich in eine Federfechterey einzu nella prima Dieta
laſſen / und ich ſothane gegneriſche Weit contro le Reclute generale dell'annopaſſato,
e Leue Franceſ ,ſiano,
läüfftigkeiten für eine bloſe Repetition und ſingolarmente dalli Cantoni Cattolici, hor
Erholung deſſen anſehe / was ſchon hiervon
dieſen öffters auff die Bahn gebracht aber mai quaſi univerſalmente conceſſe ; anzi ſi
diſcorri di permettere l'eſtrattione d'un nuo
nicht aëtis publicis jederzeit ſattſam abgeleh uo Reggimento; portopertanto alle SS.V.V.
net und wiederlegt worden; als befinde ganz in nome del Ré, mio Signore - le maggiori
unnöthig mit weithern Einwürfen auffzuzie dogliance, che richiede una coſ graue tras
hen, da bevorab der buchſtäbliche.
Ä
der Erbvereinigung und Bündnüſſen den greſſione, -
e tantopiä ſenſibile in queſtitem
pi, quantoche le S.S.V. V.uengonoconeſſa
wahren Verſtand der contrahirenden Par à ridurre le Leghe difenſive che tengono coi
theyendergeſtalten deutlich und klährlich auch Prencipi in offenſive, contra il loro pià an.
ohnzweiffelhafft exprimiren und erläuthern tico,
thut, daß derjenige ſo ſolchen anderſt aus ſtiſſima&ottimo, Confederato com'èſAugu
Caſa, ed ad intereſſarſ in una guerra,
zulegen ſich unterſtehet vielmehr Mitleidens ſenzaeſempio la piü crudcle, edingiuſta, co
würdig iſt als daß deſſen grundloſe Schein me dal Chriſtianeſimo, e mondo tutto viene
lichkeiten die Arbeit einer weitern Refuta la preſente deteſtata.
tion verdienten ſintemahlen weltkündig./ Se le S. S. V.V. alle Auocatorie di Ratis
daß durch unzeitiges Diſputiren und Libelli bona, anzi à S. M. Ceſarea medeſima hanno
ren, nur zweiffelhafft gemacht wird / was ſempre riſpoſto, con la rigettata pretenſione
an ſich ſelbſt klahr und unwiederſprechlich iſt; dipuoter in virtü delle Leghe difenſive, che
dannenhero ich mich auff die ſo offenbahr-und tengono con l'Auguſtiſſima Caſa, e la Fran
erechte Bewandnüß der Sachen gänzlich cia, mantenerſ neutrali; come mai potranna
Ä und verlaſſe benebens mich verſehe / le S.S. V. V. giuſtificarſine purepertali, men
daß meine Herren aus bekandter Vatterlan tre Ä la Lega di Ä - che alpià
diſchen Vorſichtigkeit ſich durch anderweite leſiano conceſſ 16oôo. fanti; e l'Heredita
leere Einſtreuungen und Verſprechungen PON
ria, ſenzauerunapreſcritione,che le SS.V.V.
Ä
dem rechten Ihrer Löbl. Vor- Eltern debbanoin tempodiguerra richiamare lalo
ebahnten und jederzeit gehaltenen wahren ro Nationedal ſeruitio de Nemici dcll' Au
Ä keineswegs abwendig machen guſtiſſima Caſa, non ſolo le SS. V. V. man
laſſen noch im mindeſten abweichen werden; cano à queſto più principal ponto della Lega
ſoite aber meiner Hoffnung und der Billig Hereditaria, màbenſ anche permettendo
keit zuwieder ich über den Buchſtaben (wel alla Francia, che giornalmente aumentil“än
cher der Ausleger ſeiner ſelbſt iſt) eine ungleiche corche quaſi duplicato numero della Solda
und verkehrte Meinung zu erfahren haben / teſca limitato dalla medeſima Lega di quella
würde mir ein mehrers nicht übrig bleiben / Corona, uengonole S. S. V.V. innegabilmen
als mit Hindanſetzung alles deſſen die befune te, non ſolo a concorrere , mä à promovere
dene Beſchaffenheit Seiner Kayſer. Maj. con le loro Truppe tanti danni controli Sta
fideiter vorzuſtellen und gleichwohlen De ti d'ambe le Auguſtiſſime Caſe, loro Con
roſelben allergehorſamſt anheim zu geben / federate, tante devaſtationi, control Impe
wasſelbe weiters nachgeſtaltſam der Sa rio, riſeruato in ogni loro Lega,tantiincen
chen Wichtigkeit darüber allergnädigſt reſol dii, anzi deſolattioni di Chieſe, ebeni Ec
viren werden anbey verbleibende cleſiaſtici contro il gran zelo ehele S. S. V. V.
Meiner Hochgeehrten Herren
Baden in Ergau den 13. (23.)
Ä in materia di Religione,
Ä
e S.S. V. V. in queſta forma control Augu
May. Anno 1990. ſtiſſima Caſa , ed indiſputabi! tenöre delle
- dienſtwilligſter Leghe dieſa, e control'eſortatione del Im
Nicolaus G. von Ladron. perio, da tuttoil mondo riſpettate;laſcio Ä
ide
3 V MICH. CASP. LoN DoRPII -
-
."

An. 1690.ſderare dalle s.svv.medeſme, ſeſolodal geſtattet werden / daß ſolche durch die
canto di S. M. dovranno loro continouarſili
Ä An. 169e
zöſiſche Speculationen/ welche mehr Luft als
beneficii diſpoſiti dalle violate Leghe, c ſe Grund haben / in ſelbige eingedrungen wer
ſolo alle S. S. V. V. ſaranno dall'Imperiodiſſi den / ſondern auch feindlich wieder des Ertz
mulate le oſtilità äuerun altro Prencipe tole hauſes Lande ohne Unterſcheid dienen müſſen,
rate, quandole S. S. V.V. rifettendo all'obli alſo daß ſelbiges Ew-Herrlichkwiewohlver
go delle Leghe, aon ne diſponghino con la bündete Waffen in keinen Punčten von denen
dovuta pontualità, cd efficacial effettiuaeſe dero abgeſagteſten Feinden unterſcheiden kan.
cutione di eſſe, ſenza porre in pericolo il Und demnach bey Franckreich noch die unzahl
bene della Patria , per l' intereſſe de privati bahre wiedrige Bekandtnuſſen / noch die von
rrasgreſſori - contro la dovura equità delle denen löbl. Orthen bey demſelben König wie
S.S. V. V. dalla quale ſperandomiglioririſo derhohlte Klagen/ noch die Befehl und Abs
lutioni, refto augurandoloro ogni felicità. ſtraffungen / mit welchen man die Ubertretter/
Dell-SS.VX. Illuſtri ePetent damit eine ſolche continuirliche Mißhand
lung der Bündtnus verhindert werde / ange
- - &c. &c. ſehen hat, nichts vermögen / haben; Alſo
-- - - -- ſich erhellet / daß keine ander Mittel mehr
übrig / als die Heimruffung der Eydgenoſſi
Num.IX. ſchen Völcker aus ſelbigem Dienſt wie dann
derzte Articul der Erb-Einausweiſet / und
Schreiben von dem Spaniſchen nicht weniger von meinen Vorfahren ingleis
Abgeſandten an die Eydgenoſſenſchaft / chen Begebenheiten iſt angelegentlich begehret
worinnen ſowohl um Zurück-Beruffungih worden und man es auffdesweyl. Graffen
rer Völcker aus Franckreich als ſonſt um und Ambaſſadeurs meines Großvatters/ des
Aſſiſtenz nachgeſuchet wird / d. 26. Maji Nahmen ich trage/ Anhalten/von vielen Löbl.
- 1690. Orthen in vorigen Jahren billich befunden:
Als verhoffe ich, daßwann Ew. Herrlichk.
wie ich nicht zweiffele / einen ſteiffen Willen
Us dem gnädigſten Schreiben / ſo Ihre haben / warhaftig ſo groſſen Unordnungen
AÄ an alle löbliche Ort abgehen vorzukommeu / ſelbige ohne Auffſchub Ihrer
- laſſen werden Ew. Hochg: nicht allein Waffen zurückberufen werden damit ſolche
vernommen haben die Königl. Hochheitſon nicht wieder den Willen der Löblichen Or
dern auch die ſonderbahre Schätzbarkeit / then / zu Unterdrückung derjenigen Landen /
welche ſie vom ganzenEydgenoß-Stand als an DeroErhaltungEw. Herrlichk. Nutzen und
deren guten Bundtgenoſſen halten erkennet Intereſſe ſo viel gelegen iſt/ dienen; es wird
haben, von welchen ſie ebenmäſſig alle höff Ew. Herrlichk. ſchon bekandt ſeyn, wie daß
liche Reciprocation verhoffen; Indeme dann Franckreich damit keine Hand breit Land
nicht zweiffele es werde die Auffrichtigkeit in dieſer Welt ohne Gemerckzeichen der Grau
eines jeglichen Orts durchaus gut geheiſſen/ ſamkeit gefunden werde ſeine Waffen auch
ja ausdrücklich befohlen haben / daß alles in Italien herum ſchwinget / mit 1oooo.
dasjenige bewerckſtelliger werde, was zu Ob Mann/bey Bedrohung wieder das May
haltung der Bündnüſſen von Ew. Herrlichk. ländiſche Gebieth / welches in dem es der
in vergangener Tagſatzung einhellig beſchloſ einige Zweck iſt /ſo Ew. Herrlichk. noch übrig
ſen worden; Alsthue deßwegen bey Eweren bleibet von der Einſchränckung / mit wel
Herrlichk.nebſt AblegungIhr Maj. Bundts cher die Löbl. EÄ eingeſper
genoſſiſchen Gruſſes wiederhohlensallerkräff ret iſt; als wird ein jedweder aus Ihnen
tigſt anhalten däß ſelbige in gegenwärtigen wohl erkennen / wie nothwendig es ſeye zu
Ä wider die ſo empfindliche / und eigener Erhaltung nicht nur dasjenige zu be
nicht minder abſcheuliche Uberzüge Franck werckſtelligen / was die Bündnüſſen verord
reichs/ alle diejenige mehrmahlen vertröſtete/ nen/ ſondern auch alle dienliche Mittel anzu
aber bis dahin niemahl würcklich erhaltene wenden / damit ein ſolch gemeiner Schaden
Mittel wollen zu erfahren geben; Wann ich verhindert werde; zu welchen dann verſichert
nicht wüſte / daß Ew. Herrlichk gegenwärtig bin/ diejenige Orth abſonderlich wachtbahr
in ihrer Gedächtnuß hielten/meine mehrmah ſeyn werden, welche zu Beſchützung derſel
lige Vorſtellungen / wolte ich wiederholen die bigen Stadt ſonderbahr verpflichtet ſeynd/
Ohngerechtigkeit / mit welcher / zu groſſem und daß ſie nicht zulaſſen werden / daß Ihre
Schaden der ganzen Chriſtenheit/det Frie Hauptleuthe die erſte ſeyn / ſelbigen anzu
de von Franckreich gebrochen / und dieſe groſ fallen / wie in Flandern beſchehen, ſondern
ſe Zerrüttung in die ganze Welt eingeführt in deme/ dem ganzen Eydgenoſſiſchen Corpo
worden; Ich wolte wiederum der Gedächt wegen obangezogener Uhrſachen daran gele
nüß vorlegen die unterſchiedliche Grauſam gen/ begehre ich ebenmäſſig von ſelbigen ins
keiten/ſoaller Orten/auch unter Ew. Herrlichk. gemein diejenige Bephülff / welcher gegen
Augen ſelbſt verübet worden; Endlichen wol wärtiger Fall benöthiget iſt nicht weniger
te vorſtellen dasjenige / was in dieſem Fall meinem König zu Dienſte als zu Erhaltung
am mehriſtennothwendig und die Mißbräuch der Freyheit Ew. Herrlichk, ſelbſten/welche 7
der Eydgenoſſiſchen Völcker von Seiten wann ſie überlegen den groſſen Unterſcheid der
Franckreich nicht allein zu Beſchützung der Beſchwehrden und Traëtamenten, welche ſie
jenigen Plätze / welche meinen König ſeit von Franckreich haben / nachdeme ſelbiges
An. 1663. abdrungen worden / ſo niemahlen in das Elſaß und Burgund kommen zweif
in der Bündtnus mit ſelbiger Cron begriffen/ fele nicht / ſolche Reſolution abfaſſen wer
uoch wie ich hoffe / von Ew. Herrlichk. wird den / wie die reciproçirliche Nothdurfft und
Ruhes
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 9
A". 699- Ruheſtand Ew. Hertlichk. ſelbſtenerfordert / Nahmen der Cron Franckreich / von Sr. An 69° - -

denen ich den Himmel und alle Glückſelig Königl. Ät zur Verſicherung 2ooo.
keit anwünſche... «
Mann zu Fuß/ nebſt 1ooo. zu Pferd/ auch
Baaden den 29. Maji An. 169o. &c. die Citadelle zu Turin und den Ort Verue,
* -
welche ein guter Theil ihrer Macht und die
3. Num. X. " . .
Schlüſſel ihres Lands ſind z ſo daß Seine
König Hoheit / welche vielleicht ehe mans
vermuther den gröſten und beſten Theil ihrer
Rede / des Herrn Grafen von Lande in Flamm und Aſchen ſehen oder an
Gouon, Savoyſchen Abgeſandtens/ derer Seits dörfften genöthiget werden / ſich
an die Löbl. Verſammlung der Herren in eine noch gröſſere Gefahr zu ſetzen / durch
Cantons zu Baden/ den 29. May/ 1690. Verwilligung desjenigen / was man ſelbiger
ohne einige Conſideratiºn - daß ſie mit Ihro
Hoch-EdleGroßmög. HHrn. Königl. Majeſtät in Bündnüß ſtehen und
Emnach Jhro Königl. Hoheit f mein Deroſelben treffliche Dienſte geleiſtet / zu
muthet/ ſich endlich / da ſie nicht wiſſen/wels
Ä gnädigſter Herr / benachrichtigetwor che Extremität ſie ergreiffen
den/ daß die Herren Ehren-Geſand ſollen / dörfften/
ten der Löbl. Eydgenoßſchafft ſich dieſes wiewol zu Dero höchſtem Leydweſen ge
Orths verſammlen werden / als iſt von de zwungen ſehen / Göttlichem Ausſchlag die
t ihrer Sachen anheim zuſtellen
roſelben mir gnädigſt anbefohlen worden / Gerechtigkei
mich gleichfalls allhier einzufinden / und zu und folglich nothgedrungen / die zu Aus
förderſt nochmahls in Dero. Nahmen die Ä derſelben dienliche Mittel zu er
aufrichtige Verſicherung zu thun / daß die grelſſell.
ſelbe an Dero hohem Ort in Continuation der ſeyn Dieſem nach habe ich der Nothdurfft zu
alten Bunds - Freundſchafft gegen die Löbl. erachtet / indem ich die Ehr hab/ mich
Eydgenoßſchafft beſtändig verharren; auch in bekantem Caračtere hieſiger Orten auffzu
benebſt gebührend vorzuſtellen, daß an dieſer halten bey ſolcher importanten Gelegenheit
Euer HochEdl. Großmögenden von einem
Seiner Königl. Hoheit freund - nachbahrli ſo weit ausſehenden Zufallgebührende Nach
chen guten Neigung um ſo weniger zu zweifen richt ertheilen; der zuverſichtlichen Hoffs
ſey/ Ä glorwürdigen Vor nung zu / dieſelbe werden / Dero beywohnen
ahrern nebſt Land und Leuten gleichſam auf
ſie vererbet worden; und auſſer dem/daß ſol den hohen Prudenz nach / dieſe Sachreiff
ches gute Vernehmen Dero natürlichen Pro lich erwegen / und hierinn/ als gemeinſame
Freunde derjenigen Parthey beytretten /
penſion ganz conform, daher deſto feſter und wobey
beydes die gemeine und Dero abſon
unverruckter beſtehe / weil beyder Theile ge derliche Tranquillit
meiner Staats- Nutzen ein anders nicht zu Wie ich dann dieſelbe möge
ät erhalten werden.
laſſe. Maſſen am Tag iſt / daß die Gele inſtändigſt erſuche / es
genheit beyderſeits Lande jeden Theil zu ge dahin nicht kommen zulaſſen, daß ſie derma
leins bereuen müſten diejenige Mittel nicht
meinſchafftlicher Defenſion verbinde / und ungeſäumt
unmöglich dem einen etwas Widriges zu ergriffen zu haben / wodurch/
Ä könne / daß es den andern nicht mit wann nur ſolche bey Zeiten und vor Endigung
dieſer Tagſatzung zum Stand gebracht wer
ktre 6.
Dieſes als zum Grundvorausgeſetzt /ſoll den/ das androhende gemeine Unglück kan
abgewandt werden. Euer HochEdl. Groß
Ew. HochEdl. Großmög. ich nicht verhals
ten/ daß/ ungeachtet aller ungemeinen Be mögenden
bethen/
ſeyen nochmals aufs höchſte ge
mühung/ ſo Seine Königl. Hoheit bißher in Dero klugen Entſchlieſſung auf
die Geſchwindig keit zu reflectiren / mit wel
angewendet / mit Ihro Königl. Majeſt. von cher jetzo eine feindliche
Franckreich in gutem Vernehmen zu ſtehen/ Armee in ein Land
und Dero allzeit hochgeſchätzter Wohlgewo eingerucket iſt, da man kurz vorher von ganz
genheit ſich theilhaftig zu machen / indem keinem Feindwuſte. cc.
Selbige bey aller Gelegenheit dem Verlan
gen dieſes mächtigen Königs willfahrt / ja Num. XI.
auch ihre Vergnügung darinn geſucht haben/
wann ſie ſolchem zuvor kommen können; ſo Vortrag Herrn von Govon Sa
ar, daß ſie hiedurch anderer Potenzen und voyiſchen Miniſtri an die Evangel.
Ä guten alten Freunde
Widerwillen ſich zugezogen
Vorwurff und Orthen in der Schweitz / wegen einer Al
und hören müſ lianz/ An, 169o.
-ſen wie ſie Dero eigenen Nutzen ſogar aus 1«
den Augen ſetzten / indem durch die Ruhe /
worinn ſie ihre Lande zu erhalten ſuche / die ZÄ Jhro Königl. Hoheit und den
Löbl proteſtirenden Orthen wird ſeyn
Macht Franckreichs nur vergröſſert werde/
daß ſage ich/ ungeacht alles deſſen / jeden ein ewiger Friedenundauffrichtigebunds
noch ſich im Ausgang ein ganz anders zeige/ mäſſige Freundſchafft/ Krafft deren ſie ein
als das, was ſie billich hätten erwarten ſol ander mit Rath und That beyſtehen wer
len; indem/ auf einen bloſſen übel fundirten den
Argwohn eine Königl. Franzöſ. Armee vor 2. Zufolge dieſer Bündnüß werden ſiever
Dero Reſidenz - Stadt Turin geruckt / bunden, einer dem andern beyzuſpringen mit
welche von der Landſchafft Piemont denen Völckern / umb welche man ein und
unterhalten werden muß / worunter auch ander Seiths wird übereinkommen ſeyn/ wie
ſtarck vermuthet wird / daß ſich einige es der Fall und Nothdurft gegeneinander ers
Schweizeriſche Truppen befinden. Es fordert fordern wird. ,
derjenige, ſo dieſe Armee commandirt / im z. Ihre Königl, Hoheit / damit ſie an
Achtzehender Theil. B Tag
10 MIcH. CASP. LONDOR PII : -

An 1690. Tag gebe, wie hoch Sie die Löbl. Ortehre/ fait que pour le Comté de Bourgogne & non An. 169o.
anerbiethet ein ewiges und unwiederrufliches our aucun des autres Etats & Pays poſſedez
Edičt für die Wiedereinſetzung der Walden par Charle V. & Philipes Il. J'ay deja re
ſer in ihre Thäler des Piemonts publiciren zu marqué dans un memoire que l' Article éme
laſſen / daß ſie das freye Exercitium Ihrer de l'aceord hereditaire - oü il eſt dit que les
Suiſſes ne pourront rien entre prendre par
Ä
dahin auch andere proteftirende Familien ſich guerre ou autrement contre Maximilien &
ſetzen können und für deſſen mehrere Sicher Charles, leurs Ä & Sujets non compris ,
heit williget ein Jh. Königl. Hoheit / daß n'a pu avoir de force , que pendant la vie
die Löbl.obbeſagte Evangel. LMrth ſollen zu de ces deux Princes, puis qu'il n'y pas fait
Bürgen declariret werden dieſes Edičts, mention de leurs heritiers & ſucceſſeurs. Cela
und begehret/ daß ſie auch Bürgen ſeyn für
eſt ſi vray que les propres paroles de cet arti
die ged. Waldenſer und andere Proteſti cle le prouvent invinciblement , puis quº il
rende / im Fall da ſie in der ruhigen Ge eſt dit, Pais & Sujets non compris dans le
nieſſung ihrer Religion rebelliren wolten. Preſent accord hereditaire» qu'eſt ce que
. Begehret Ihro Königl. Hoheit/ daß ſo cela ſignifie aupied de la letrre ſinon que ces
wol beſagte Waldenſer als andere proteſti Pays & Sujets non compris dans le preſent
rende Familien können ungehindert aller der accord hereditaire & perpetuel, & que par
Ähn Bottmäſſigkeit paſſiren in ihre Thä
's
conſequent ce qui regarde les d' Pays & Su
jets n'eſt perpetuel ny ſtipulé pour les heri
5. Weilen der Einfall der Franzoſen in tiers des parties, donc à ſuivre leſens literal
Savoyen nachdrücklich erfordert / daß es & veritable, l' execution de cet article a ceſsé
ſuccurriret werde / verlanget Jhro Königl. par la mort de Maximilien en 15 19. & par
Hoheit/daß in Erwartung/ biß man um alle l' abdication de Charles V. en 1 56.
Articul der Bündniß werde einig ſeyn / die Au reſte chaque nation libren'a-elle pas le
Orth Savoyen unter ihre Protection auff droit de ſervir les Princes Etrangers pour l'
nehmen und einen Succurs, wenigſt von40oo. honneur & pour la ſolde, ſans querelle aye
Mann zu Fuß hergeben / ſolches zu verwa été regardé comme une offence de la part de
chen / in einem ehrlichen Preiß / welcher für leurs Souverainspour les Etats contre les quels
einen Tar alsdann dienen wird / wann Jh. de troupes de cette nature ont été employ
CCS.
Königl. Hoheit Völcker den Orthen zuſchi
cket, welcher Succurs ſo lang unter ſolchem Cela eſt conſorme à la liberté naturelle, &
Sold bleiben wird / als lang Ihro Königl. Ponpeuten alleguerprésqu'autant d'exemples
Hoheit deſſen vonnöthen hat jedoch ſoll qu'ily àeu de guerres; ſans aller plus loin,
der Termin nicht unter 3. Monaten ſeyn. ny avoit il pas pendant la derniere dans les
6 Dargegen reciprocirlich verſpricht Ihro armées du Roy, de troupes Anglois & Itali
Königl. Hoheit mit gutem Glauben beyzu ennes, qui auvient été levées publiquement,
tragen, daß die Traficq facilitiret werde / ſd& de l'aveu de leurs Souverains ſans qu'ellesen
wolim Aus-als Eingehen aller Kauffmanns ayent jamais receu de reproches de la part de
Güter von einem an den andern Stato, wel Empereur, de l'Eſpagne & de lahollande,
cher Natur auch die ſeynd/ und alle Hinder bien loin de cela, l' Angleterre méme fut
miſſen/ die an Ihro ſtehen / aus dem Weg zu acceptée de toutes lesParties pour mediatrice
raümen / durch welche ſie andermal be de la Paix.
ſchwehrlich gemächet werden zc. Tous les argumens de l'Eſpagne ne ſont
fondez - que ſur le confuſion qu'on pretend
Num. XII. faire de ce qu'on appelle le 3me Article, &
que j'ay appelléailleurs le ſecond avec le 6me
& 7me Jenay deja aſſez expliqué la diffe
Remonſtrations-Schrifften des rence, & il eſt ſivray que le 7me neparleque
Frantzöſiſchen Abgeſandten an die des pays compris - qu'il y eſt ſeulement fait
Ä Bundsgenoſſen / darin, mention des Pays & gens de l'une & de l'au
nen man ſie zu überführen trachtet/ daß ſie tre partie fansyajouter lemot de non com
ohne augenſcheinliche Verletzung derer mit pris, à quoy l’ on n'auroit pas manqué, ſi
der Cron Franckreich eingegangenen Ver 1'en avoit eu l'intention, auſſ bien que dans
träge und ihrer ſelbſteigenen Ehre und Nu les articles me & 6me ou le terme de non
-- zens / ſich der Spaniſcheu Länder nicht comprisſe trouve. /.
annehmen / die in Franzöiſchen Dienſten J'ajouteray queſ l'on pretend comme on
ſtehende Schweitzer nicht zurücke ruffen / dit sentenir auſens literal du traitté d'Alli
noch dem Kayſer die von ihm geforderte ance renouvellé en 1663. il faut convenir que
Anzahl Truppen zuſtehen könten den 24. vous êtes obligés par l' article à deffendre &
. May, und 2. Jun. 169o. ) conſerver les perſonnes & l'honneur du Roy
.
& de Monſeigneur le Dauphin le Royaume,
Magnifiques Seigneurs les Duchez , Principautez, Pays , terres,
ſeigneuries & ſujets, que SaMajeſtépoſſe.doit
J# vous ay deja fait voir que le ſens qu'on
J veut donner à l'accord hereditaire eſt tout
alors, or il eſt certain que parmy ces droits
acquis desce temps là, ceux de lafeüe Reyne
2 fait chimerique & contraire eſt à la quiregardoient le Roy & Monſeigneuryéto
Droite raiſon, mais je vous prie encorde ient compris. Donc vous êtes obligés ſui
conſulter vos anciens Abschaids & vous trou vant cet article à deffendre & conferver ces
verez dans ceux de l'année 1557. en termes droits. Tirezensil vous plait la conſequence
formels que vos louables anceſtres ont de le Roy nº a fait la guerre en 1666. que pour
claré, que P accord hereditaire nº avoit eté ſe faire rendre la juſtice, qui luy étoit deüe
W - &à
ACTORUM PUBLICoRUM coNTINUATIONs xx Buch. 1
Än. 1690. & à Monſeigneur le Dauphin, en vertu des ſes troupes la ſouveräineté de vos Etäts. An. 1690.
"droits de la Reyne. Cen'eſt que ſur ce fon L' execution à mort du nomme Grisºber
dement que pluſieurs places & jurisdiétion en levé à Rinaw en eſt une belle preuve.
des Pays has luy on eté cedées, par le traité C'eſt ainſi que l'on vous donne ſatisfaction
d'Aix la Chapelle & en ſuite par celuy de Ni ſur vos juſtes plaintes dans une matiere de
megue donc ceux des loüables Cantons qui cette importance jugez par la ce que vous
veulent reteindre le Service des leurs troupes devez attendre de cette maiſon fila fortune
Mürlepied de l' Alliance renouvellée en 1663. favoriſoit ſes deſſeins , puis quelle vous
nepcuventjuftement les empecher, ſnivantles traitte avec tant d'indignité dans le temps
ſenslitteral de cette alliance de deffendre tou mème, que les miniſtres pretendent tirer
tes ces places & Etats cedés par les Traitez de vous tant d'avantages differens pour cor
de Pays que je viens de citer. tribuer à ſon elevatiöſ. Malgré 'evidence
de toutes ces raiſons, j'apprensavec ſurpriſe
D' ailleurs Ies termes de cerheſne arti qnily a quelques uns des loüables Cantons,
qui ſont ſur le point de ſe laiſſer aller aux
vcle de l'Alliance contienent une obligation
aux Cantons d'une deffence generale inde perſuaſions danguefeuſes des Autrichiens, &
finié &'non limitée dans aucun lieur ainſi ºui pretendent, que le ſervice des Troupes
c'eſt fans fondement qu' cn allegue que les de leur nation qui ſon en France ſoit re
Suiſſes ne doivent ſervirque dans le Royaume ſtraint au dedans du Royäume tel qu'il étoit
l 1' intention de Contraëtans avoit été compoſé en 1663. 1ors du renouvellement
telle, oñ h'auroit pas manqué de les ſpeci de l' Alliance. Hé quöy ſeroit il dit , que
fier en renouvelant l' Alliance en 1663. ces villes & places que les Trouppes Süiſ
D' autant plus que cette matiere avoit été ſes ont aidé à prendre avec tant de bravoure
ſouvent agrée , mais puisque l'on n'a inſeré ily à peu d'années , ſoient aujourd'huy
aucune reſtričtion de cette nature, & que abandonnées par ces mémes rroupes - & que
fnéme cn n'en a pas fait d'inſtance alors de condamniez par la de parjure & d' infide
la part des Cantons , il faut conclure in 1ité, non ſeulement la memoire de vos ance
dubitablement , qu'ils nº ont jamais entendu ſtres qui ont en tout temps laiſſé ſervir leurs
la deffence du Royaume d'une maniere ſi troupes dans le Pays bas, ainſy que je 1'ay
reſſerée & ſi contraire aux regles d'une bonne fait voir clairement , mais encor que vous
& legitime deffence. vous declariez vous meſmcs coupables de ces
inémes crimes.
Jeſoutiéns donc Magnifiques Seigneurs que
Yous ne pouvez anjourd'huy y donner une Pourriez vous vous reſoudre à une de
interpretation differente , ou sil vous pre marche ſi contraire à la probité Helveti
tendiez érre établis juges pour decider cette que , quoy les Suiſſes qui compoſent une
mariere ne faudroit pas conſulter auparavant partie conſiderable des Garniſonsbu Roy
es autheurs Eccleſiaſtiques & prophanes qui cn Flandre ouvriroient lesportes de ces villes
expliquent tous dans leſens que je dir les aux Ennemis qui voudronts en approcher,
droits d'une juſte defence. Je vous prie & laiſſeroient couper la Gorgeaux François
rois volontiers, de relire les Traittez que entrop petit nombre dans ces Places pour
les loüables Cantons ont les uns avec les les deffendre ſeuls, mais qui ſont je vous
autres , & vöus trouveriez qu'il y eſt dit priexes Ennemis ne ſavez vous pas qui ces
que pour vous deffendre reciproquement, armécs qui menacent d'envalir la France du
vous pour ſuivrez les Ennemis de vos Al coſte de Pays bas ne ſont presque compoſées
liéz partoutes ſortes devoyes. N' cſt il que d' Hollandois, d'Anglois, de Suédois,
pas dit encor dans l' Alliance que le Roy & d'autres qui ne ſont & ne furent jamais
marchant en perſonne contre ſes ennemis, vos Alliez par quel injuſte ſcrüpule pourriez
des Suiſſes doivent ſuivre ſa perſonne Royale vous deffendreaux troupes de vótre nation,
en quelque endroit qu' elle aille doncen qui ſont à la ſolde du Roy des oppoſer à ces
cöre une fois , la Ä portée 1 alliance Ennemis qui attaquent la France, de les re
n“ eſt rétrainte dans les ſeules bornes du pouſſer & de les chaſſer jusques ſur les terres
Royaume. de ceux quiles employcnt contre nous. Non
je ne puis croire que vous vous laiſſez en
Mais en fin gui font ceux qui vous de trainer ä des pareilles reſolutions par les me
mandent des Choſesſi oppoſées à vótre hon naccs de deux penſions d'Eſpagne avec les
neur, à vötre interët & à vos alliances. quelles ſes Emiſſaires ſe vantent de renverſer
toutela Suiſſe.
C'eſt l'Empereur, 1'Eſpagne. C' eſt à di-.
re les deux Branches d'une maiſon qui vous Mais en finſ quelques des loüables Can
à regardé de tout temps, & qui vous regar tons croyoient avoir des raiſons de rétrain
deta toujours comme des ſujets revoltez , dre le ſervice de leurs tróupes, ce que j'
n eſt il pas vray que l'Eſpagne , bien loin eſpere neantmoins qui ne ſera pas la pru
d'obſerver ce qu'elle à promis par l'Alli dence , la diſcretion, & les egars, qui ſont
ance du Millanois, à retranché une parrie juſtement deu au Roy leur allié, ne deman
conſiderable des penſions, & ne vous en doient ils pas qu'ils avertiſſent de bonne
paye qu'un peu plus de la moitié depuis heure Sa Majeſté de ce deſſein, a finquepen
uelques annécs. L' Empereur a - il ob dant l'hiver & le commencement du Prin
ſervé de ſon coſté l'accord hereditaire, a temps, Elle puſt diſtribuer ſes nombreuſes
il paye les 2oo. Florins du Rhin promis à forces d'une maniere convenable au deſir
chacun des Cantons , fait il reſpečter par de ces Cantons s ils pretendoicnt qu'elle
Achtzehender Theil, B 2 dit
-

I2 MICH. CASP. LONDOR PII


An 1690. dit avoir pour eux cette complaiſance mais
& de Nimegue, les unespar des EſchangesAa. 1690.
à l’heure quil eſt que les armées du Roy ou comme des dependances. Il faudroit
ſont compoſées & aſſemblées pour faire réte certainement entrer dans toutes ces diſcuti
de deux cótez änos Ennemis, &qu'elles ſont ons pour preſcrire des regles certaines aux
mème deja entrées en Campagne le moyen officiers § ſoldats de votre nation , car
s'il vous plait que vous puiſſiez exiger de Sa autrement ce ſeroit remettre à leur juge
Majeſté qu'elle rappele des troupes François ment d'etablir les limites du Royaume, ce
& de Catalogne d'Italie, ou d'lrlande, pour quiſeroit encore plus abſurde, ou lesexpo
remplacer lesregimens Suiſſes quiſe trouvent ſer aux chálimensrigoureux dont on les me
dans les Pays bas. nace, ſans qu'ils connuſſent ce quileur ſeroit
defendu oü permis. Enfin de quelque ma
En verité ſeroit ce agir non en amy & 'niere qu'on puiſſe tourner les choſes, ce
alliez mais ſeulement engens d'honneur & ſeroit vous jetter dans des embarras , 8x
-
qui veulent ſe conſerver neutres de preten dans des engagemens dont vous ne pour
dre diminuer tout d'un coup d'un corps con riez ſortir avec honneur, & de vous cxpo
ſiderable l'on armée de Sa Majeſté en Flan ſer-à des inconveniens, dont les ſuites ſero
dre & les garniſons de ces places les plus icmt encore plus pernicieuſes à vos in
avancées, Rors que les ačtions de Guerre ſont terets que prejudiciables auſervice du
deja commencées de part & d'autre je vous Roy.
conjure d'y faire reflection, & de juger ſi
cela ne ſeroit capable de ternir jamais la re Je vous prie encor de conſiderer, que ü
putation & lagloire que vosloüables anceſtres en l'année 1668. il ſemble que vous ayen
& vous avez ſijuſtement acquiſes, pris des reſolutions à peu prespareilles à ce
Ä propoſe aujourd'huy ſur les transgreſ
Au reſte Magnifiques Seigneurs ceux qui ions, c'eſt qu' alors les troupes Suiſſes éto
veulent rcſtreindre le ſervice des troupes ient effečtivement entrées dans la Franche
Suiſſes dans les anciennes bornes du Roy Comté pour la quelle 1 accord hereditai
aume , ont ils bien examinés ce qui aparte re a été fait. Ce qui eſt un cas bien dif
noit au Roy en 1663. fçavent ils les droits ferenz de celuy auquel nous trouvonsau
qui luy ont été de laiſſer par le traité de Pi jourd'huy. Il ne me refle qu'une ſeule rai
renées. Connoiſſent ils les dependances des ſonàajouter pour confirmer toutes celles que
places & jurisdiétions cedées en 1659. dans j'ay alleguées, & c'eſt que ceux qui on inter
ies Provinces d'Artois de Hainault , de ét de les combatre ne ſe ſont pas ſentis
Flandre & de Luxembourg ? Peuventils di aſſez forts pour y repondre autrement
ſtinguer es limites des Etats de France & que par des injures, & n'ont point d'au
d'Eſpagne ? Ignorentils qu'ily a eu plu tres voyes que les menaces pour vous pct
ſieurs fois des Plenipotentiaires nommez de ſuader.
part & d'autre pour les regles ſans qu'on aye
pü jamais en convenir? Ont ils examiné au A Bade ce 24. Maji
fond les droits de la feve Reyne quietoient 1690. &c. -

acquis au Royen 663. en vertu de ſon ma


riage avec cette Princeſſe ? N'eſt pas vray
que tous ces grands demelez n'ont été deci
Ä apres de longues guerres » que par les
Magnifiques Seigneurs.
träittéz d'Aix, a Chapelle, & de Nime SU ce que j' apprens que pluſieurs des
gue qui ne ſont pour ainſi dire qu'ume loüables Cantons inclinent à accorder
füite, &ne ſont qu'un méme corps avec celuy les trouppes demandées de la part de l'Em
des Pirenécs. Maisſila rupture avoit donne pereur, je vous prie de conſiderer ſerieu
quelque atteinte à ces Traitcz, & qu'ºn ſement que ce ſeroit marquer une partia
Fretendit remettré cn queſtion tout ce qu'ils lité trop grande pour la maiſon d'Auſtri
ont decidé, Monſrs. les Cantons peuventils che, puisque dans le meſme temps que
ſurrogerle droit d en étre les juges. ces Cantons pretendent reftreindre l' Al
liance de France dans des bornesſiétroites, ce
Je ſuppoſe même qu'ils fuſſent parfaite Meroit de l'autre côté aller beaucoup au de
ment inſtruits de tout. Pretendentils pou-- la de ce que porte l'accord hereditaire 3 &
voir regler les limites de la France, &diſ qu ainſi pour garder la neutralité confor
poſer à leur gré des villes & des Pro 1nement aux traitez que vous avez part &
vinces qui Pourroient être en conteſta d'autre il faut au moins ne pas ſur paſ
tion. ſer les dits obligations du dit accord he
-

reditaire i 1' on ne veut pas donner de


, J'ay tropbonne opinion de leur ſageſſe trop juſtes ſujets de plaintes au Roy, aupre
pour les croire capables de cette penſée. judice du quel on pretend diminuerles avan
Cependant à dire le vray, ce ſeroit ſe rentages de l'Alliance.
dre arbitres ſouverains en cette matiere que
de dire aux troupes Suiſſes. Vous pouvez A Bade ce 2. Juin
deffendre tels & tels Pays» telles & telles 690, &c,
Places. Celle cy appartient au Roy a juſte
titre. Celles la luy ſont écheues par ſucceſ
fion, les autres ſeulement par drót de con
quéte, es unes en vertu du Traitté des Pire
nées, les autres Par celuy d'Aix la chapelle Num. XII.
AcroRUM PUBLcoRUM coNTINUATIONs xxl Buch. 3
Mühlhauſen und Gelmeringen c. der Röm. An 690
Num. XIII. Kayſerl. Majeſt. würcklicher Cämmerer
Ober - Oeſterreichiſcher Regiments - Rath
Schreiben der Syndicorum und und Land-Hauptmann der Grafſchaft Hos
des Raths zu Genev an den Canton (henberg als Ihrer Excell. Herrn Graffens
Zürch/ worinnen gemeldet wird/ wie die zu Ladron/Kayſerl. Ambaſſadeurs, Subde
Friedens-Handlungen zwiſchen dem Her legirter z der Seſſion eingegeben darin be
zog von Savoyen und dem Maréchal von deutet worden, ob wäre der jüngſt gehaltenen
Catinat ſich zerſchlagen / es auch bereits Tagſatzung im Maio gepflogener Verab
zwiſchen beyden Theilen zu öffentlichen ſcheidung zuwider / durch etwelche Eydge
Thätlichkeiten ausgeſchlagen/d.jo. Martii noſſiſche Hauptleuthe gehandelt worden/ mit
169o. mehrern c. haben die Hhrn. Geſandte der
-

-
-

'« Löbl, Orthen in Antwort zu bedeuten / daß


Magnifiques Seigneurs. Ihre Hhrn. Obere und Sie die vermeldte
jüngſte Verabſcheidung
wie es vor Ihren
(YUoyquenous ne doutonspoint queV. S. groſſen Gewalten erkennet worden auffrich
ſoient tres informées de l’ Citat des tig und getreulich in Acht zu nehmen/ bedacht
choſes dans le Piedmont & Savoyé, nous ſeyen/inderohngezweiffelten Hoffnung / daß
avons crü leur devoir faire part de ce que auch dasjenige / was eine Löbl. Eydgenoſ
nous en avons appris de divers endroits, à ſenſchafft hingegen verlanget / und Dero zu
ſçavoir, que les negotiations d'entre S.A.R. geſaget worden, erfolgen werde / ſind auch
& Monſr. de Catinat Commendant des Troup der Meinung, daß wann etwas dergleichen
pes de Roy onteſté entierement rompües, beſchehen wäre / es zu keiner Contravention
& que Son Alteſſe à fait ſavoir à ce Gene auszudrücken weilen die Zeit zu kurz gewes
ral, qu'il ſe devoit retirer avec ſes Troupes ſen, die Ihrige in Franzöſiſchen Dienſt zu
dans vingt quatre heures & payer les dom verwarnen und man keine gründliche Nach
mages faits aux particuliers qa en conſe richt gehabt von welchem Orth ſolche
quence toutes chéfes ſe diſpoſent aux ačtes Hauptleuthe ſeyn möchten; auff erhaltenen
d'hoſtilité, que méme il sº en eſt deſia com ſicheren Bericht aber / werden diejenige Löbl.
mis quelques uns dans trois villagesproche Orthe/ ſo es betrifft nicht ermangeln alle
de Carignan parie degat, que ledit gedeyliche Remedur und Mittel vorzuwen
Seignr. de Catinat y à fait ſur le refus de luy denf was verabſchiedet / ſtatt beſchehe/ und
fournier les vivres neceſſaires, que S. A. R. werden auch ohnverweilt die Officier nach
de ſon coſtée mcten Eſtat dele repouſſer vi drücklichundkräfftigſt zu Abhaltung deſſen
goureuſciment, 3 Cue tous les peuplesſe de verwarnet werden. Thun hiebey die Hhrf.
poſent avec joye d'on venir aux mains , ' on Ehren-Geſandteil dem Subdelegirten der Eyd
nous eileure que S. A. a donne ordre delever genoſſen General- und -Particular-Intereſſe
deux regiment en Savoye dont elle à desja beſten Fleiſſes recommendiren/ auch denſel
nommé les Commendants & d' entretenir ben um Continuation ſeiner ſo gutmüthigen
avec nöus une entiere liberté de Commerce» Anzeigung freundlichſt erſuchen und Ihn Jhº
on adjouſte, quapresavoir accordé une amne rer beharrlichen Dienſt - Befliſſenheiten ver
ſtie aux Luccrnois, Elle a declaré que tous ſichern. - *- „ -

ceux» gui voudront retourner dans ſes Eſtats Baaden den 13. Julii 1690.
y ſeroient lesbien venus. C'eſt ce dontnous
avons crüdevoir informer V. S. Cependant Eydgenoſſiſche Canzley zu
nous prions le Treshaut de nous tenir tous Baaden UErgau A.
enſemble ſous la toute puiſſanteprotection &
ſommes de toute noſtre Coeur, Num. XV.
Magnifiques Seigneurs Des Spaniſchen Ambaſſadeurs
Ce 30. Maji 169o. in der Schweiz / Herrn Graffen
au Canton de Zuric. Caſati, Memorial , wegen der Franzöſin
Wo treffeetionné Vºn amis
ſchen argwöhniſchen Vorſtellungen / ob
würden die Kayſerl. Völcker durch das
G alleza vous faire ſervice Schweitzeriſche Territorium einen Durch
Les Sindics & Conſeil zug nehmen / d. 1. Aug. 169o.
de Geneve.
Hochgeachteund SMächtige Hhrn.
Num. XIV. JÄAchdem ich zu vernehmen gehabt / was
- maſſen Franckreich viel überflüſſige und
unzeitige Argwöhnigkeiten vorſtelle /
Der Eydgenoſſiſchen Geſandten wegen des Durchzugs der Kayſerl. Völcker
zu Baaden Antwort auff des Kayſ. über Dero Land ſich aber nichts dergleichen
SubdelegirtenMihiſtri, Freyherrn von Roſt/ - weiß viel weniger Nachricht habe / daß
gethane Beſchwerde / einiger Contraven ſelbige das Schweizeriſche Territorium be
tionen halber/ d. 13. Jul. 169o. rühren ſollen habe meiner Pflicht zu ſeyn
ermeſſen/ E. Herrl zum Nachdencken zu ſtellen/
ÄÄ das Memorial», ſo der Wohlge db es vorträglich ſeye/ auf einen ungewiſſen
bohrte Herr Dionyſius, Freyherr von Ruff welcher allem Anſehen nach aus
Roſt / zu Aughofen und Kholburg / der gewohnten Werckſtadt der Franzöſiſchen
Herr der Herrſchafft Singen und Megtberg Subtilitäten herkommt / einige kº.
-
2. d
H4 MICH. CASP. LONDORPII
An 169o. zu ferären wodurch die hohen Verbünde- nen ſollen / deme zugegen gleichwohl anio h Anr890
en zu empfinden beweget/ und die Ruhe Eu- viel von ſelbiger Nation hin und wieder bey
resfreyen Standes und bekennende Neutra denen Franzöſiſchen Kriegs-Heeren auff des
lität vielmehrbetrübet als verſichert werden Reichs Boden und inſonderheit in der Ves
möchten. Ich weiß, daß diePrudenzEw.Herrl. ſtung Caſal, welche kundbahrlich dem Heil.
diejenige Meſuren zu nehmen wiſſen wird / Reiche zuſtändig und allererſt vor wenig
und gleichwie ſie ſelbſten verſtanden haben Jahren mitten im Frieden von der Cron
werden, daß diejenige Völcker / die Franck Ä ungerechter und liſtiger Weiß
reich mit Nahmen und inſonderheit anzie einbekommen worden / befinden / Damit ſie
het / würcklich nach Italien marchiren ; der Churfürſten / Fürſten und Ständen
alſo iſt um ſo viel Ä zu erkennen / wie Räthe Bottſchafften und Geſandte bey
unbegründet die angeführte Saſpicionesſeyen/ Abfaſſung der in Anſag ſtehenden / der
und haben Eure Herrl dahero. Urſache / Reichs-Verſammlung Wieder-Antwort auf
Ihre Reſolutiones deſto reiflicher zu ers die vorhin eingeloffene Schweizeriſche Ant
NVf(IfW. *- --wort hierauffdienfame Acht haben mögen/de
- -

Die Enge der Zeit und einige hochnöthige nen im übrigen des Kayſerl. Herrn Principal
Geſchäffte , die mir in dieſer Republique Commiſſarii Hochfürſtl. Durchl. mit Freund
obgelegen ſeyn / geſtatten nicht Ew. Herrl, ſchafft und geneigtem Willen allezeit wohl
des Königs meines Herrn / Bundsgenoſ beygethan verbleiben.
ſiſche Begrüſſung zu überbringen / wolte Sig, Regenſpurg den 17. Aug. 1690.
jedoch mit dieſen gegenwärtigen ſolches ab
legen mit dem Bedeuten, daß Ihro Majeſt.
ſehr angelegen ſeye / wofern alle Orth die
(L. S.)
an Ihre Officierer in Franckreich ſo reifflich Herman SMarggraffzuBaden.
abgeredete und Hoch- Obrigkeitlich beſtät
tigte Schreiben noch nicht abgelaſſen hätten/
daß ſie die Ausfertigung derſelben nicht fer Num. XVII.
per einſtellen wollten. Ew. Herrl. können
leicht ermeſſen / was für eine Rechnung die Copia Schreibens an Jh. Königl.
Fürſten ins künftig von ihren Decretis ma Majeſtät in Franckrcich von den
chen werden / wenn ſie in einer Sach von Schweizeriſchen Cantons, darinnen/we
o groſſer Wichtigkeit nach ſo zierlicher gen der mit dem Erf-Hauße Oeſterreich
bfaſſung derſelben nicht vollzogen würden. habenden Erbverein / nachgeſuchet wird /
Jchverhoffe ſicherlich / Ew. Herrl. werden Befehl zu ertheilen / daß thren Eydge
in einer Sach / ſo von weitem Ausſehen / noſſiſchen in Franzöſiſchen Dienſten ſich
ihre auffrichtige Redlichkeit erſcheinen laſſen/ befindenden Völckern nicht angemuthet wer
darum ſie inſtändig erſuche und vom Him den möchte / ſich auſſer Dero Reich we
unel alle Glückſeligkeit erwünſche. Chur den der wieder berührtes Ertz - Hauß noch das
2. Aug. 169O. - Röm. Reich feindlich gebrauchen zu laſ
ſen. Com. d. 26. Aug. 169o.
Ew. Hochgeachten Mächtigen
Herrlichkeiten Allerdurchlauchtigſter c.
Affectionirteſter zu dienen JR ſeyndöffters ſonderlich aber zuge
Carlo Caſati &Cc. genwärtiger Zeit mehr als jemahlen gar
ernſtlich erinnert worden des mehrern
klährlichen Innhalts mit dem Hochlöbl.
Num. XVI. Ertz-Hauß Oeſterreich habenden Erb - Ver
ein / und daſ in Krafft der eben die Eydgenoſ
Kayſerl Commiſſions-Decret, ſiſche Völcker wieder Die Oeſterreichiſche
die Schweiz. In der Cron Franck Land und Leuth nicht feiidlich ziehen noch
reich Dienſten und zumahlen in Caſal be laufen ſolten. -

findliche Völcker betreffend / den 17. Aug. Damit wir nun bey dieſen bedencklichen
Anno 169O, Conjunčturen aller ferneren Beſchwerd/Ver
antwortung und Gefahr / ſo uns des nachher
ER Röm. Kayſerl. Majeſtät unſers aufwachſen möchte / befrepet ſeyn können /
Ä allergnädigſten Herrns zu gegenwärti haben wir keinen Unbgang nehmen wollen /
gem Reichstag Gevollmächtigte höchſt Ew. Mgieſt hiermit denſitbigſt zu bitten /
anſehentliche Änpa - Commiſſarius, der Ähro gnädigſt gefallen zu laſſen / Den erfor
Durchleuchtigſte Fürſt und Herr/ Herr Her derlichen Befhl zu ertheilen / daß unſeren
mann Marggraff zu Baaden und Hochberg Eydgenoſſſchen in Dero Dienſt ſich befin
(tot, tit.) läſſet der Churfürſten / Fürſten deiden Völckern nicht angemuther werde/
und Ständen allhier anweſenden vortreffli ſich auſſer Dero Reich wider hochgedachten
chen Räthen / Bottſchafften und Geſandten Erß-Nauſes Land und Leuthe / noch wider
unverhalten / was maſſen zwar die Löbi. is Röm. Reich/ ſo in dem Bund mit Ew.
Eydgenoſſenſchafft der Schweitzerl. Orthen Majeſtät auch ſeiter vorbehalten / feindlich
auff Ihrer ohnlängſt gehaltenen Tag-Sa gebrauchen zu laſſen / in Anſchung es allge
tzung unter andern geſchloſſen / daß Ihre deuteter Erb - Einigung / ſo in unſerm
Unterthanen und Angehörige nicht nur nicht Bund ſelbſt vorbehalten/ohngemäß und des
wieder das Heil. Reich/ ſondern auch nicht in wegen den Oberſten und Haupieuthen Unſer
den Orthen / welche der Cron Franckreich Nation bey hoher Straff und Ungnad vers
nicht bereits im Jahr 1663. zgehöret /die bothen; it Deo Reichen und Landen
-
e /
P
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIs XXI. Buch. 15
A". 169eſo ſie bey Erneurung des Bundes An. 1663. Burgundiſchen zum Röm. Reich gehörigen An. 1699
innegehabt und beſeſſen werden unſere Völ Creyſe bey Fleury vorgegangenes Treffen be
cker weiter in höchſten Treuenſchuldige Hülffe zeuget hat / ein ſehr groſſes bey denen feind
und Dienſt zu leiſten nicht ermangeln. Im lichen Operationen thun/ vorgemeldter Cron
übrigen uns auf die Antwort / ſo Ew. Maj. anbey durch andere mehrere Weg/ von Sei
Ambaſſadeur Herrn Amelot wir gegeben/ be ten der Eydgenoſſenſchafft oder auch durch
ziehende. Hierauff Ew. Maj alle beſtändige Derobeſond ere Glieder allerhand Vorſchub/
höchſte Glückſeligkeit anwünſchende. Ge zu des Heil. Röm. Reichs groſſem Schaden
ben 2c. 2c. wiederfahre / da jedoch die Herren in ihrem
vorigen Jahrs an die Röm. Kayſerl. Maje
ſtät / unſern allergnädigſten Herrn / nicht
Num. XVIII. minder / als an Uns Ä Schreiben/
mehrerwehnte Cron Franckreich von ſelbſten
Abdruck / des von der Hochlöbl. für den angreiffenden Theil erkennen und
Reichs - Verſammlung zu Regen folgentlich aus denen ſowol mit ſolcher Cron/
ſpurg an die dreyzehen und zugewandte als mit dem Erzhauß Oeſterreich gemachten
Orte der Eydgenoßſchafft / den 9. Sept. Bündnüſſen/ und Erb-Vereinigungen auch
1690. abgelaſſenen Schreibens ſowohl ſonſten aus vielen andern Schlüſſen ſich ſatt
die Avocation ihrer in der Cron Franckreich ſam zu beſcheiden wiſſen werden, daß ſer
Dienſten abſonderlich in Caſal, haben möge des 23. Articuls des mit der R#
den Völcker / als Beobachtung der Neu Franckreichſelbſtenauffgerichteten Bunds der
tralität betreffend. gleichen friedbrüchigen Aggreſſorn weiters zu
Ä keiner Defenſion, dem angegriffenen
WohlEdle/ Geſtrenge Edle/ heil aber zu würcklicher Aſſiſtentzund Hälff
Veſt/Fürſichtige/Fromme und leiſtung verbunden / nicht weniger was auff
allen Fall für Provincien/ Länder und Oerter
Weiſe / großgünſtige geehrte bey
Herren.
Erneuer- und Beſtättigung oberwähnten
Bunds in Anno 1663. ausgenommen, auch
S der Herren unterm 8.Aprilis, nechſt wie ſogar noch auf neulicher in den Monaten
A.verwichenen Jahrs / an Uns abgelaſ May und Junii zu Baaden im Ergau alge
ſener Antwort / haben wir mit mehre meiner Tagſatzung geſchloſſen / es auch in
rem vernommen/ was maſſen. Uns dieſelbe / dergleichen F
im Monat Julioeben das
wegen guter Freund und Nachbahrſchafft ſelbſt erfolgter Zuſammenkunft beſtättiget
gegen das H. Röm. Reich/ wie im gleichen worden ſeye / daß kein Eydgenoſſiſcher Un
wegen treu - und ehrlicher Haltung der zum terthan oder Angehöriger wieder das Heil.
Hochlöbl. Erzhauß Oeſterreich tragender Röm. Reich/ oder auch in denen Orten ſo
vereinigter Pflichten beſtändig verſicheren / der Cron Franckreich nicht bereits im genel
annebenſt zu erkennen geben wollen / daß ſie tem_663. Jahr zugehöret/dienen ſolle aller
die Erheblichkeit aller diſſeitiger / unterm 7. maſſen ſolches alles und was noch weiters
Martii vorgedachten Jahrs beſchehener deshalben die umſtändlichere Nothdurfft er
Vorſtellungen gar wol begreiffenthäten da» Ä haben mag / auch in obgedachtem
beyaber auch deſſen was von ihren Vor-Eltern nſerm vormahligen Schreiben enthalten,
mit der Cron Franckreich eingegangen/ver und von denen Herren/ Dero ſelbſtigem rühms
briefet und vielmahl beſchwohren worden/ lichen Vermelden nach / gar wol begriffen
nicht vergeſſen müſten - mithin ihre in den worden iſt / denenſelben im Nahmen und
Franzöſiſchen Dienſten ſtehende Truppen ſchon ÄhÄdeter treuer Sorgfalt aller
würcklich von denen Enden und Orten / wo höchſtgedachter Kayſer. Majeſtät ſchon
ſie nicht ſeyn ſollen / avoiret hätten / alles hebevor / und noch bey erſt angeregter letzter
mehrern Inhaltsobgedachter Antwort. Tagſatzung vorgeſtellet worden
Wie lieb und dancknehmignun obberührte Wann Wir dann hierauf das freund-und
ein- und andere Verſicher und Erklährung nachbahrliche Vertrauen zu denen Herrenſe
denen Churfürſten / Fürſten und Stän zen/daßbey ſogerechterdiſſeitige Sach/undda
den unſern gnädigſten und gnädigen Herren anbenebenſt noch täglich aus weiterer Erfahr
Principalen / Obern / und Committenten nüß/ und abſonderlich aus der ohnlängſt /
geweſen auch zu Unterhalt - und Fortpflan wider den Herrn Herzog von Savoyen ganz
zung guter nachbahrlicher allerſeits nöthig“ unverſehens erfolgter Procedur die Ä
undheylſamer Verſtändnißgereichig iſt ſo lichſte Unbeſtändigkeit der bloßaufeigne Con
unvermuthet haben dieſelbe vernehmen müſ venienz ſich gründender - und anderen nichts/
ſen/ daß nicht nur von denen Herren gegen als das beneficium ordinisüberlaſſender Fran
die diſſeitige fürnehmſte Begehren ihre mit zöſiſcher Freundſchafft erhellet/ Sie von ſeb
der Cron Franckreichhabende Bündnüßvor ſie geneigt ſeyn werden. mehrbeſagter Cron
geſchützt werden wolle / ſondern auch biß Franckreich / in dero bekanntlich ungerechten
äato gegen Dero eigene vorangezogene Ver und grauſamen / zu Hülff und Sublevation
ſicherung ſich hin und wieder auffdem Reichs Ä von Tag zu Tag
Boden annoch 1 ſo wolbey denen Franzöſ weiters mit auslaufenden / und ſofort bey
ſchen Kriegs - Heeren / als unter andern in bißherigem noch fürwährendem Türcken-Krie
der Stadt und Veſtung Caſal, (foeinkund der geſammten wehrten Chriſtenheit zuglei
bahres Reichs - Lehen und erſt vor wenig höchſtſchädlichem Fürnehmen ohne einigen
Jahren mitten im Friedenobbeſagte Cron Anſtand allen Vorſchub zu verweigern und
ranckreich - ganz ohnzuläſſiger Weiſe an zu entziehen / mithin ihre in ſolcher Cron
Kriegs-Dienſten und zumahlen in Caſal
gebracht) viel Schweizeriſche Natiºnal und
Völcker befinden / und wie jüngſteres im auf dem Reichs - Boden befindliche
Natio
- -

I6 MICH, CAST. LONDOR PII


An, 1690. National-Völcker/ unverzüglich beygewöhn Domini Sigillantes. An 1690.
licher ſcharffer Straff zu avociren als lange Herren Churfürſtliche.
auch der Krieg zwiſchen Ihrer Kayſerlichen Chur Mäyntz.
Majeſtät, dem Reich / und deren hohen Chur Bayern.
Alliirten an einem dann offtgedachter Cron Chur Sachſen.
Ä am andern Theil währet dieſer
eine Werbungen / Recrouten / noch einige
Brandenburg.
Chur
andere Vortheil und Vergünſtigungen/we
Herren Fürſtliche.
Oeſterreich.
der heim- noch offentlich / wol aber jenen zu Salzburg.
eſtatten / wie nicht weniger durch ihre Ge Kembden.
Ä und Lande denen Kayſerl. des Reichs/ Elwangen
. und der hohen Alliirten Armeen und Troup Bayern.
pen einen unſchädlichen Durch - Marſch zu Magdeburg. -

verwilligen ſolchen aber dem declarirten all Pfalz-Lautern. -


gemeinen Reichs - Feind / als kundbahrem Schweden Bremen.
Aggreſſori zu verwehren/ ſodann ihre Waf Sachſen Weimar.
fen mit denen Kayſerl. des Reichs und der Braunſchweig Zell.
hohen Alliirten/ zu conjungiren / bey denen? Vehrden.
ſe- auch damit ſo lange zu verharren 1 biß eſſen-Darmſtatt .
ein ſicherer / reputirlich- und beſtändiger all Schwäbiſche Prälaten.
gemeiner Friede zuwegen gebracht und Wetterauiſche Grafen.
alle von Franckreich wider den Weſtphäliſchen
Frieden. Schluß, woran die Löbl. Eydge Herren Reichs- Städtiſche.
Aachen.
noßſchafft ſo mercklichen Theil hat / oder ge
gen andere dergleichen Traëtaten bedruckte Nürnberg. -
und deſtituirte Stände und Glieder des Franckfurth.
Reichs / oder welche demſelben ſonſt mit Kauffbayern / Catholiſchen Theils.
Schutz / Schirm / Allianz oder auf andere
Weiſe zugethan ſeynd/ zuvölliger Reſtitution Num. XIX. -

und Satisfaction gelangt ſeyn werden; ſo ha


ben Wir im Namen und von wegen höchſt Remiſ oder Reichs-Gutachten
hoch und wolgedachter unſerer gnädigſt-und Ln die Kayſerliche Commiſſion des
gnädiger Herren Principalen / Obern und Reichs Wieder-Antwort-Schreiben j
Committenten / welche insgeſammt mit als die Schweitzerl. Cantons betreffend / de
lerhöchſt-ermeldter Kayſerl. Majeſtät hierun dato 13. Sept. 16go.
ter und ſonſten ſich billigt ganz einmüthig be
zeigen / hiemit die gebührende Anſuchung zu S.Röm. Kayſerl. Majeſt, zu gegen
thun / um ſo weniger umgehen ſollen - wie wärtigem Reich-Tag Ä
mehr alles obige der mit dem Röm. Reich höchſt anſehentlichem PrincipÄcjſ
und Löbl. Eydgenoßſchafft obhandener Ver ſºrio - dem Durchleuchtigſten Fürſten und
wandnäß / auch denen mit dem glorwürdig
ſten Erzhauß Oeſterreich/offtgemeldter Cron
# Herrn Herman / Marggraffen zu
aden und Hochberg c. c. iſt vorhin bei
Franckreich und anderen ihren hohen Bunds kant was am 7ten Martijnechſt vorigen
genoſſen errichteten Frieden /. Erb-verein und 689ten Jahrs von Reichs wegen an die
Compaëtaten allerdings gemäß/ anbey zuder Eydgenoſſenſchafft für ein Schreiben abge
ſelben eigener beſtändiger Conſervation und ſen/ ºdwas vermittelſtdeſſenlbeyſelbiger für
Wohlfahrt erſprieß- und zulänglich iſt. ausführliche Vorſtellund billige Erſuchung
Gleichwie Wir nun darüber an einer ganz wieder die Cron Fränckreichgeſchehen. Wann
willfährigen Erklährung nicht zweiflen / alſo Ähierauf von jetztgedachter Eydgenoſſej
können die Herren wol verſichert ſeyn / daß ſchafft eine Antwort unterm dato den § April
das Heil. Röm. Reich all ſolches bey jeden vorbeſagten Jahrs erfolget iſt und dann die
Vorfallenheiten gebührend in der That mit ſelbe ſamt dem Kayſerl. Commiſſions Dj
kräfftiger Gegen-Aſſiſtenz erſetzen werde. Än 7ten jüngſt verwichenen Monats
Womit Wir denen Herren zu Erweiſung Auguſti zu ordentlicher Berathſchlagung in
angenehmer Dienſtgefälligkeiten allezeitwillig allendeye Reichs-Collegiis gezogen und
und bereit verbleiben. - - darauf geſchloſſen worden, bey mehrbeſags
Regenſpurg den 9. Sept. 1690. erEydgenºſſenſchaſſtdas Weitere nach Jj
halt des in Abſchrifft hierbeygelegten Schje
bens gegen obgemelte Cron zu remoſtjren
und anzuſuchen als hat ſolches allerhöchſt
Freund-unddienſtwilligſter enºter Kayſer, Majeſt. zur allerunterthä
Des Heil. Römiſchen Reichs nigen Nachricht man höchſtermelten Kj.
e, Äncipal-Commiſſarii Hochfürſt.
Durchl. hiemit gebührend zu commujj
Churfürſten / Fürſten und hermangeln wollen; Dero Churfürſtej
Ständen zu gegenwärtigem Fürſten und Ständen des Reichs diß Orths
Reichs - Tag bevollmäch anweſende Räthe / Bottſchafften und Gj
ſandte ſich beſten Fleiſſes und geziemendem
tigte Räthe/ Bottſchafften pfehlen. Sign. Regenſp. d. 13. Sept. 1690.
UND Geſandte, (+S)Khurſ Mayntz. Cantzley.
-

Num. XX.
AcroRUM PUBLcoRUM CONTINUATIONs xxl Buch. 7
An. se - Num. XX. niere diéte de Bade de la part de raſſemblée an. 1699.
au ſujet de quelques nouveaux ouvrages, qu'
Der Schweizeriſchen Geſandten ne veut Elle a projetté de faire à Hunningen Sa Maj.
pas croire , que vous pènſez pouvoir
auff ihrer Tagſatzung Vor-Antwort / auf exiger d'Elle, qu'Elle ne puiſſe mettre cette
das von dem Reichs Convent an ihre Herren place dans letat neceſſaire à ſa deffenſe puis
Principalen abgelaſſene Schreiben / d. 4. qu'on ſcait aſſez, que les Imperiaux n'ontrien
Očtobr. 169o. plus à coeur que de s'en rendre les maiſtres,
& que cette entrepriſe, ſi elle reüſſiſſoit, ne
Wohlgebohrne/Wohl-Edlef Ge ſeroit pas moins prejudiciable à la liberté des
ſtrenge/Hochgelehrte /Hochgeehrte Cantons qu'à la conſervation des pais voiſins
Herren. -
qui ſont de la domination de Sa Maj. au lieu
As unſere Hochgeehrte Herren unter que tant que cette place ſera au pouvoir du
dem 9ten nechſt-abgewichenen Monats Roy vous n'en devez attendre que toute ſor
Septembris in Wieder Antwort desje te d'aſſiſtence & des marques reelles de ſon
nigen (ſo wir bereits mehr als vor einem Jahr affečtion, ainſi que vous l'avez eprouvé de
puis que Hünningen aeſtémis en meilleurétat,
antwortlichen an dieſelbe abgehen laſſen ) an
qu'il n'eſtoit. Au ſurplus le loüable Canton
unſere allerſeits Herren und Obere freundlich
geſchrieben iſt Uns bey gegenwärtiger Ex de Bäde n'a aucunſujet nypretextede ſeplain
traordinair-Verſammlung wohl eigenhändi dre des nouveaux ouvrages qu'on a projettés
get/ und deſſen Enthalt ableſend in mehrern de faire à Hunningen, puisqu'il n'yen apoint
kund und Wiſſenſchafft worden / worüber quine doive plus eſtre eloigné de Baſle, que
wir unſeren Hochgeehrten Herren mit gebüh ne ſont les contreſcarpes de l'ouvrage à Cor
render Antwort zu begegnen nicht unterlaſſen ne, qui en eſt preſentente plus voiſin. Et
hätten; wann aber dißmahlen niemand aus comme Sa Maj. ne pretend point contraindre
uns deßwegen inſtruirt ſich befindet / und der la liberté que vous croirez neceſlaire pour la
nnhalt angeregten Ihres Schreibens von ſeureté de voſtre pays, vous ne devez pas auſſi
önderer Importanz, haben wir deſſelben un trouver mauvais, qu'Ellemette ſes places fron
tieres en état de reſiſter aux efforts des ſes En
ſern allerſeits Herren und Oberen eine Abº nemis. Cela eſtmeſmeſ conformeaux droits
ſchrifft genommen / die hierüber mit gebüh -:

render Antwortförderſam zu begegnen Ihnen natures des ſouverains, que vous n'avezpas
angelegen ſeyn laſſen werden / deſſen wir im ſongé à empeſcher les Imperiaux de conſtrui
mittels Euch / unſere Hochgeehrte Herren/ re laredoute d'Augſt- & que vous ne penſe
nachrichtlich verſtändigen/ und dieſelbe damit point encore à vous plaindre des fortifications,
Göttlicher Ä befehlen wollen; Ge aux quelles on travaille ſur la Colline proche
ben und in unſer aller Namen mit unſers re de Rhinfelden decà le Rhyn. Mais quand
ſpective lieben und getreuen Landvoigt der meſme Ton n'auroit pas cet exemple recent »
Grafſchafft Baaden im Ergaw. des Edlen/ vousne
eſtes trop ſages pour croire que le Roy
demeure pas tousjours en liberté de faire
Veſten und Weiſen Melchior Infeld / Alt faire ſur ſes terres, cequi conviendra le plus
Seckelmeiſters und des Raths löblichen Orts
Unterwalden ob dem Wald angebohrnem Sc au bien de ſon ſervice, & à la ſeureté de ſes
eret-Inſiegelverſchloſſen. Den 4. Oct. 1690. Etats & vous connoiſtrés aiſement, que ceux
ui ont voulu donner de P inquietude ſur ce
Unſerer Hochgeehrten Herren Ä et, n'ont cherché qu'a vous engager à des
dienſtwillige demarches capables d'alterer la bonne corre
Die Abgeſandten der dreyzehen und ſpondence. A l'egard de Villes foreſtieres
zugewandten Orten der Eydgenoſſenſchafft & du Frickthal vous eſtes convenus avecmoy,
der Zeit in Baaden verſammlet. qu'il ne ſe peut rien ajouterà toutes les offres,
que le Roy a faites depuis le commencent
Inſcriptio de cette guerre ſur ce ſujet, & de toutes les
Denen Wohlgebohrnent Wohl-Ed complaiſances quila enes pour vous. Mais
len/Geſtrengen / Hochgelehrten Herren des en finpuisque l'Empereur atousjours perſiſté
Heil. Röm. ReichsChur-Fürſten/Fürſten dans le refus de donner lesmainsä ce qu'eſtoit
und Ständen / zu gegenwärtigem Reichs neceſſaire pour voſtrc repos » & que dans la
Tag zu Regenſpurg Gevollmächtigten derniere Diéte, ou l'on recourroit à vous
Räthen / Bottſchafften und Geſandten pour la conſervation de ſes villes, onne vous
Unſern Hochgeehrten Herren. a pas encore donné la moindre aſſeurance, il
Ä bien juſte que S. M. ſcache à quoysen te
Num. XXI. nir, & ſil Empr. veur demeureren etat deſe
ſervir de ces places pour attaguer Hunningue,
Schreibendes zu Solothurn reſi & en dommager l'Alſace 2 ſa Maj. pretend
auſſ demeurer en etat de faire à l'egard des
direnden Franzöſiſchen Miniſters Amelot an Villes
die geſammten Schweizeriſchen Cantons, viendraForeſtieres
àſes
& du Frickdal ce qui con
intereſts. Queſ l'Empereur
die neue vor Hünningen bey Baſel aufzu
werffende Fortificationen: ingleichen die veut s'obliger de ne tenir dans Rhynfelde &
Neutralität der Wald-Städte des Frick les autres Villes Foreſtieres, que les garni
thals und des Diſtricts von Brondrut be ſons neceſſaires pour leur ſeureté, & de ne
treffend den 28. Oét. 1690. point mettre des trouppes dans le Frickthal»
dene point faire de Magazins dans les dites
Magnifiques Villes Forreſtieres, & de ne ſe point fcrvir du
ay eurhonneur de rendre compte au Roy paflage de dites Villes pour faire ºntreren
dé ce qui mä éfté repreſentépendant lader Alſace ou en franche Comté des Trouppes
ny"en
2chtzehender Cheil.
18 MICH. CASP. LoN DoRPII
An-1690.ny en grosny en détail , le Roy sobligera Schwerd/theils auch durch Hunger und An-1639
aully de ne point attaquer ces places pendant Kummer vertilget; daß Königreiche und herr“
# cette guerre durcra. Maisſ entrecy, & liche Länder werden verbergt und verode
ix ſemaines ou au pluſtard dans la fin de cet daß berühmte und alte Städte / ſo in vori
te année l'Empereur n'envoye pas un ačte en gen Zeiten bey Heyden und Unglaubigen Er
bonne forme, qui puiſſe donner au Roy les barnung gefunden haben / nun durch ihre
aſſeurances cy deſſus, Sa Maj. entend de de Mit-Chriſten der Erden gleich gemacht wer
meurer en liberté de faire ce qu'Elle jugera à den / ſo daß ihrer Gedächtniß ſchwerlich ein
propos n'eſtant nullement juſte , qu'elle ſe Zeichen mehr überbleibet; daß die Gottes
prive de faire ce qui conviendra à ſes inter Häuſer, und was mehr zum Gottesdienſt ge
eſts, quand l'Empr. demeurera en etat de ſe wiedmet iſt ohne Unterſcheid der Religion
ſervir de ces poſtes pour envahir la France. werden ausgerottet ; daß das Heiligthum
Pour ce qui touche le pais de Prontrout, S. und was man ſonſten vor venerabcl hält /
Maj. veut bien avoir encore jusques à la fin wird mit Füſſen getretten; daß der Geiſtlis
de cette année les mesme égards qu'Elle ajus che Stand ſowol als der Weltliche/ohne An
ques à preſent à la recommendation des ſehen der Perſonen / Würde / Geſchlechts
Loüables Cantons pour le dit pays, maisc'eſt oder Alters mißhandelt / und ins Elend vers
à condition, que Mr. 'Evesque de Baſleti jagt wird; daß man durch eine unbarmher
rera dans ce temps une aſſeurance de l'Empr. zige Feßlung und Wegführung vieler from“
& de l'Empire, qu'ils ne ſongeront point à men Chriſten in die Fremde und auf die
prendre des quartiersny aucun paſſage dans Galeeren / um durch deren harten Zwang
ſes Etats, ſans quoy Sa Maj, ne peut ſelier les ſich zum Schaden und Verderben ihrer eignen
mainspendant que l'Empereur auroit la li Obrigkeiten / Freunden und Patrioten ge
berté d'en uſer à l'egard du dit pays comme brauchen zu laſſen / eine von alten Zeiten bey
bon luy ſembleroit. C'eſt ce que j'ay ordre den Chriſten verdammte / und bey den Hey
de Sa Maj.de vous faire favoir, ilnemereſte den/ Barbaren und Türcken noch übergeblie
qu'a vous ſouhaiter toutes ſortes de proſperi bene Sclaverey trachtet einzuführen / und
tez & à vous aſſurer que je ſuis dieſes noch mit dem Unterſcheid / daß da die
Magnifiques BTürcken es für ein crimenmorte piandum
A Soleurre le 28. Očtobr. halten / wann einer unter ihnen ſeinen Mit
169o. Türcken zum Sclaven machen wolte / dieſe
Chriſten gleichwohl ſich nicht ſchämen / eine
Vôtre tres affectionné à Vous ſo abſcheuliche Frevelthat gegen ihre Mit
ſervir, Chriſten und Glaubens-Genoſſen in dem Ge
* Atous les Cantons Suiſſes. ſicht der ganzen Welt zu perpetriren; und
Amelot. weiters / daß auf ſolche und vielmehr derglei
chen Weiſe zum flehentlichen Mittleydeu der
erbaren Chriſtenheit / und zum gröſten Aer
Num. XXII. gerniß der Juden/ Mahometanern und Hey
den/ die Erde mit Greueln und Verwüſtung
Herrn Peter Valckeniers/der Her wird angefüllet.
ren General Staaten der vereinigten Nie Wer von den jetzigen calamitoſen Welt
derlanden extraordinari Envoyé an die löb läuffen nur eine mittelmäſſige Erfahrung hat
liche Eyd-Genoßſchafft / Anſprach an die kan mit Fug uicht laugnen / Daß ſolche ge
reyzehen / wie auch zugewandte Ort der nannte Chriſten den abgeſagten Erbfeind der
löblichen Eydgenoßſchafft/in Baadenver Chriſtenheit/ zum ewigen Verderben unzäh
ſammlet ; gethan den 3o. Oétobr. (1o-No lig in die harte Sclaverey verführter armen
vembr.) Anno 169o. darinnen die Frantzö Seelen/gegen die Chriſtliche Welt habenauf
ſiſche Contraventiones beweglich vorgeſtel
let werden.
Ä / angefriſcht / und zugleich auch mit
Rath/ Asſchläg und würcklicher Hülffe aſſi
ſtirt / davon man die Warheit mit vielen
Hochgeachte/ Großmächtige/Wohl Gründen und klaren Beweißthumen darthun
Edelgeborne/Geſtrenge/Hochweiſe/inſon könte / wann man keinen Scheu trüge dieſe
ders.Hochgeehrteſte Herren Ehren-Geſand höchſtlöbliche Verſammlung damit über die
te. Zeit zu incommodiren.
Je Chriſtenwelt hat von ihrem Anfang Was dieſe deteſtable Hülffleiſtung jetzi
kaum ſo ſchwere und deplorable Kriegs ger Zeit leyder ! vor beweinliche Effecten ge
Conjunčturen / als jetzo erlebt. Sie würcket/ geben alle aus Hungarn kommende
iſt denen Revolutionen zwaren allezeit / aber Poſten; und was die ſämmtliche Chriſtenheit/
nimmermehr ſo ſtarck / als nun ein halb Se fürnemlich aber der Römiſch- Catholiſche
culum her/unterworffen geweſen; maſſen auſ . Glaube / bey dieſem unchriſtlichen Procedere
ſer der löblichen Eydgenoßſchafft ſchwerlich leyden muß / kan ein jeder Rechtſinniger bey
ein Land ſich rühmen kan/ daß es davon die ſich ſelbſten gar leicht ermeſſen.
ſchmerzliche Empfindungen nicht gehabt hät Wie man aus Krafft einer perſonalen Am
te. Unter dieſen letztern Revolutionen ſchei bition von vielen Jahren her hat um ſich ge
net die jetzige wohl die heftigſte/ indem wir biſſen / denen Benachbarten ihr Erbſchaftli
bey nah ganz Europam in einen offenbahren ches unrechtmäſſiger Maſſen mit Liſt und Ge
Krieg verfallen ſehen. Wir wiſſen/ daß jetzt walt abgezwackt / und wie man endlich zueis
ganze Nationen und Völcker/ uneracht ihrer ner ſolchen Zeit / danan theils Alliirter Sei
Unſchuld / aus ihrem Vatterland / da ſie von ten mit Fortſetzung deren von GOrt ſo herr
Geſchlecht zu Geſchlecht gewohnet haben / lich gegen dem Erbfeind verliehenen Siegen/
werden verjagt / Und theils durch das und erwünſchter Außbreitung der Chriſten
heit/
N.

ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIoNIS. Xx Buch. 19


An. 690.heit / theils mit ſeiner ſelbſt und der Benach ſchröcklichen Krieg (der vorigen vielfältigen An. 1699.
barten Erhaltung in ſtatu quo beſchäfftiget Unheilen und grauſamen Thaten nicht zuge
war / dieſes erſchreckliches Kriegs-Feuerent dencken) hat eingeſchleppet / daraus ſelbige
zündet hat, welches ſchon gar grauſam hat mit Aufſetzung Ä
Guts und Bluts / Rit
um ſich gefreſſen und dem übrigen Theil der Ruin und Verluſt vieler tauſend getreuer
Nachbarſchafft noch ein gleiches Fatum dro Unterthanen und mit Hazard ihrer ganzen
htt/ iſt weltkündig/und darf derhalben auch Republic noch ſtets müſſen trachten zielučti
nicht / daß ich ſolches und vielmehr derglei 'N.
chen facinora dieſer höchſt-anſehnlichen Ver Ich halte mich gänzlich verſichert, da
ſammlung weitläuffig particulariſire. die Wiederſacher dieſe meine Poſitions,
Dieſes aber wird mir hoffentlich noch er ren man noch vielfältige darthun könnte./
#
laubt ſeyn hier beyzufügen / daß manwidri ſehr werden deteſtiren. Hergegen getröſte
ger Seiten dieſes grauſame Verfahren mit ich mich / daß die ſincere und Ä
einern politiſchen Deckmantel will beglimpf Welt mir das Recht thun wird / um ſelbi
fen / um mit der neuerfundenen/ vorhero aber ge als eine ganze kundbare Warheit gut zu
beyrechtſchaffenen Nationen unbekannten Kai heiſſen; dabey lebe ich auch der Ä
ſon de Guerre, ſo doch nur eine Gewaltthä es werde mir nicht zum üblen ausgelegetwers
tigung ohne raiſon iſt / juſtificiren; zu dem den / daß ich vor dieſer höchſt-löblicher Ver
Ende man dann auch ſtets die beſte Sincera ſammlung einer abſoluten , independenten»
tiones auf der Zungen führet / im Herzen aber ſouverainen und zugleich auch neutralen Rea
lauter Liſt und Betrug träget. public in einer gerechteſten Sache ein wenig
Ä die löbliche Eyd-Genoßſchafft jetzis aus dem Grund nur bloß ſage / was andere
ger Zeit mehr als vorhin von widriger Seis zum höchſten Nachtheil des gemeinen Wohl
ten wird angeſuchet / und wann ichs ſagen Weſens nach ihrer gewohnten Ungerechtigkeit
darff/ flattiret/ und daß ſie/ dem Allerhöch thun und betreiben; zumalen da ich ſeit dieſes
ſten ſey gedancket / bis dato noch vom Ver Kriegs der erſte mit Ihrer Hochmögenden
derben verſchonet geblieben/ iſt keineswegs der Credentialen als ihren Extraordinaire En
ihro zutragenden Liebe / ſondern allein der bis voyé an die geſammte löbliche Eydgenoß
dahinermanglenden Convenientz zuzuſchreiben. ſchafft mich mit dem expreſſen Befehl hono
Dann es einmal gewiß iſt / daß ſo bald die riret befinde, daß ich aus Ihrem Namen?
Occaſion ſich darzu ereignen würde / der An nechſt Ablegung Ihres dienſt-freundlichen
ſpruch auch ſofort würde gebohren ſeyn; zu Gruſſes/ die Verſicherung thun ſolle / daß
mahlen ſolches aus denen jetzt auff dem Tep gleichwie Ihre Hochmögende aus Conſide
pichſeyenden ganz gefährlichen Zumuthun ration der beyderſeitigen Libertät/ Intereſſe»
gen / ſo eine löbliche Eydgenoßſchafft je mehr Conſervation, Republiquaire Regierungs
Und mehr einſchlieſſen / und ſelbige zum grö Form / und mehr dergleichen ſich nichts hö
ſten Prajudiz Ihrer alt hergebrachten Liber hers laſſen angelegen ſeyn / als um die alte
tät und Souverainität in eine Dependenz zie Freundſchafft und Vertraulichkeit mit dieſer
wollen / genugſam erhellet und erſcheinet. iöblichen Eydgenoßſchafft zu erneueren / Sie
eßwegen Eure Herrlichkeiten nach Ihrer alſo auch gänzlich geneigt ſeynd † dieſelbige
hohen Prudenz ſehr wolthun/wann Sie bey in allen Ä und nach allen
dieſer höchſt-löblichen Verſammlung durch Kräfften zu vermehren. Zu welchem Ende
gewohnte Sincerationes und Scheinreden ſich dann ſie mich auch in ſo weit beglücket ha
von Erhaltung Ihrer Securität und Intereſſe ben/ daß ich in hieſigen Landen einige Zeit das
nicht laſſen abwendig machen / weilen der wi gemeine Intereſſe nach meinem kleinen Talent
drigen generale Ambition ſo wenig Ein ſolte beobachten und Ihnen von Zeit zu Zeit
ſchrenckung leidet / daß ſie nicht durch Pro alles das jenige gehorſamſt andienen, was
meſen, Eydſchwüre und ſolemnelle Ver man hieſiger Seiten zum beſten des gemeinen
bündauſſen ſondern nur allein durch herzhaff Weſens erſprießlich zu ſeyn urtheilen möchte.
te Reſolutiones, und mit Gewalt kan einge Was mich angehet/ ſo wil ich Eure Herr
zaumet werden. Dann man Ihrer Seiten lichkeiten dienſt-freundlichſt gebeten haben zu
von den Chriſtlichen und moralen Geſetzen glauben / daß ich ſtets nach allem Vermö
ſchon ſo weit iſt Äg daß man keinen gen trachten werde / obgedachte mutuelle
Scheu trägeti als eine Staats- Regel öf Freundſchafft und Vertraulichkeit mehr und
fentlich an Tag zu geben, daß man ſeiner Pº mehr beſtättigen zu helfen und werde es mir
role kein Sclavſeyn muß und daß man all eine ſonderbahre Glorie erachten / wann ich
zugroßſeye / dann daß man ſich mit einem zu meiner Hochgeehrteſten Herren Ehren-Ge
Stückel Papiers ſolte bindenlaſſen. ſandten Dienſt etwas angenehmes verrichten
Deſſen zu einem unwiderſprechlichen Erem könte. Dann ich mich verſichert halte/wann
pel kan dienen wie man Ihro Hochmögen ich dieſem höchſt löblichen Stande einigen ans
de/ die Herren General Staaten der Verei genehmen Dienſt verrichte / daß ich damit zu
nigten Niederlanden/Meine gnädigſte Herr gleich Ihren Hochmögenden / meiner Gnä
chafft / gegen die beſchworne Friedens-und digſten Herrſchafft auch diene. . Womit ich
Ä gegen das Diêtamen mich in Dero Huld und Gunſt befter maſſen
vera rationis, gegen die Gött-und Menſchli empfehle/ und verharre ſtets zu ſeyn/
che Geſetze gegen das Jus Gentium» und ge SNeiner Hochgeehrteſten Herren
gen das bey allen civiliſirten Nationen reci
pirte Jus Publicum, ohne vorhergehende Ehren-Geſandten
Kriegs-Declaration mit gewaltthätiger Ä
nehmung vieler Schiffe / Perſonen und Gü Ergebenſter Diener
Petrus Valkenier,
ter / ſo ſich auf einige Millionen erſtrecken /
gleichſam als bey den Haaren in dieſen ers
2chtzehender Theil. C 2. Num:
2G) MIcH. c AsP. LoNDORPII
An. I 69o. An. 169o.
Num. XXIII.

Des Franzöſiſchen Herrn Ambaſſador Amelots Antwort auf die/


von den Holländiſ Herrn Envoyé Valkenier/ an die Dreyzehen wie auch
zugewandte Ort der Löbl. Eydgenoßſchafft/gethane Anſprach; ſub dato den 13. Nov.
Anno 169o.

Großmächtige Herren/ Magnifiques Scigneurs.


(SNJE allzuhitzige Declaration, oder viel ES declamations emportées, oü plütót
mehr Schmach-Rede / ſo in Eurer les libelles diffamatoires, que l'on eſt
Löbl. Verſammlung abgeleſen worden/ venu dire dans vötre Aſſemblée, ſont
ſtehet nicht allein einem öffentlichen Miniftro, ſi indignes, non ſeulement d' un Miniſtre
ſondern auch jedem wohlerzogenen Menſchen public , mais méme de tout homme bien
alſo übel an / daß ſie nicht meritirt / daß né , qu' elles ne meritent pas, qu'on ſe
man ſich die Mühe gebe ſolche zu beantwor donne la peine d'y repondre. Et je ſuis sür,
ten. Und halte mich gänzlich verſichert ihr que vous en aurez été vous mémes choquez.
werdet euch darob erärgert haben. Es ſind Cene ſont, que des repetitions entaſſées les
nichts anders / als eine auf die andere geſetzte unes ſur les autres, de toutes les impoſtu
Repetition von allerhand falſchen Zulagen / res, dont les ennemis du Roy tächent d'ap
durch welche Jh. Maj. Feinde trachten eine puyer une mauvaiſe cauſe , mais des repeti
übel beſtellte Sache zu verthädigen. Solche tions chargées d'un venin d'autant plusamer
Repetitionen ſeynd auch um deſto gröber / & plus groſſer; & d' autant plus odieuſes,
verhaſt und vergiffter / weilen ſie von einer quelles viennent d'une Republique, qui de
Republic herkommen / welche den Reſpect/ vroit conſerver en tout tems le reſpect, qui
ſo groſſen Königeu gebühret zu allen Zeiten dü aux grands Roys, & ſur tout à ceux,
in Obacht nehmen ſolte / inſonderheit gegen à la protečtion desquels elle doit Teſtabliſſe
denjenigen, deren Pretečtion ſie wegen Veſt ment deſaſouveraineté. Il eſt d'ailleurs aſſes
ſetzung ihrer Souverainität zu dancken haben: étrange , que des gens , qui ont alluméle
Im übrigen iſt es eine ſeltſame Sache daß flambeau de la Guerrc , en faiſant dethroner
diejenige ſo einen rechtmäſſigen Chriſtlichen un Roy legitime & Chreſtien Parſon Gen
König vermittelſ ſeines Tochter-Manns von dre, oſent venir parler d' entrepriſes injuſtes
dem Thron geſtürtzet / und den Krieg hier & de renverſements d'Etats.
durch angezündet / von ungerechtem Vorneh
Ä undUſſ(M.
Lands - Zerſtörungen alſo reden
-

Wann man endlich in Obacht nehmen Si l'on vouloit enfin faire attention ſur la
wolte/ welcher geſtalten man beyderſeits den manicre, dont on fait la Guerre des deux
Kriegführet/ braucht es weiter nichts darvon cotcz, il ne faut, pour en juger, qn en
zu urtheilen/ als das Wehklagen des Land tendre les lamentations des peuples de Suabe,
volcks iu Schwaben / in Flandern / und in de Flandre & de Piemont, qui ne ſe cachent
Piemont anzuhören, welches öffentlich beken pas publier, qu'ils ſouffrent incomparable
net/ daß es von den Teutſchen ſeinen Freun ment d'avantage des Allemansleurs amis, que
den uuvergleichlich mehr leyde / als von den des François leurs ennemis.
Franzoſen ſeinen Feinden.
Baden den 13. Novembr. Anno I 69 o.
Amelot.

Num. XXIV. ter allen ſeines Königs ausländiſchen Mini


ſtern der Geſcheideſte ſey / ſelbe Reputation
nicht beſſer menagirt / dann daß er meine vor
Holländiſche Replique, dedato hero auf ſelbiger Tagſatzung Public gethane
2o. (3o.) Nov. 169o. Propoſition ſich unterſtanden hat / auf eine
gar verkehrte/ wiewoldenen Franzoſen nicht
Hochgeachte / Großmächtige/ ungewohnte Weiſe zu beantworten / und die
Wohl- Edelgebohrne Geſtrenge / darinnen verfaßte Weltbekante Warheit
Hochweiſe und Hochgeehrteſte Her gleichſam mit einer Kohle zu überſchwärzen
damit ſie den Leuten nicht ſogar hell ins Ge
Pfſ.
ſicht leuchten möchte.
Adie löbliche Eydgenoſſiſche Tagſatzung Zum Voraus muß ich darbey einen fahlen
zu Baden am 3. 13. dieſes eben auf Verweiß empfangen / daß ich meine Propo
ihrem Abſchied ſtunde / habe ich Un ſition der Verſammlung vorgeleſen habe;
terſchriebener / Ihrer Hoch- Mögenden der deſſen ich nicht in Abrede bin / weilen ſolches
Herren General Staaten der vereinigten auch von den beſten publiquen Miniſtern /
Niederlanden Extraordinari Envoyé, aus ei deren Memoria Scholaſtica ſchon guten Theils
nem an Eure Herrlichkeiten dazumal von verflogen iſt/ öffters practiciret wird; wies
dem Franzöſiſchen Herrn Ambaſſador über wol ohne dem meine Propoſition ſo weitläuff
gebenem Memorial nicht ohne ſonderbahre tig war / daß ich meiner Gedächtnüß nicht
Verwunderung erſehen / daß ſelbiger Herr / allerdings vertrauen dorffte / damit es mir
der ſonſten die Reputatien hat / daß er un nicht wie dem Franzöſiſchen Herrn Ambaſ
ſador
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIs xxl. Buch. 2I

ſºder in einer ohnlängſt gethanen kurzen Pro Schaden und Elend gebracht / man deren An.1690.
Ä ergehen möchte, daß ich um der Sache noch eine ungerechte Sache darff
Ädächtnü zu Hülffe zu kommen, genö MfMMLM, -

higet würde / die geſchriebene Propoſition Auf ſolche Weiſe trachtet man die ehr
hervor zu holen. bare Welt zu dupiren / man verändert das
...Den Inhalt meiner Propoſition unterwerffe Laſter in eine Tugend / man ſtöſt die Morale
ich der ganzen ehrbahren Welt Urtheil gar Geſetze über einen Hauffen und macht Fen
gerne / und biethe allen Franzoſen und de # und Thürzu allerhand Ungerechtigkeit
OEN.
Ärte Tro; daß ſie ſelbige in keinem
Theil der geringſten Unwahrheit überzeugen Alle Nationen/ und fürnemlich die löbliche
werden. Alle Nationen haben die von mir Eydgenoßſchafft haben bey den jetzigen über
angeführte Franzöſiſche Greuelen mit Schrö ausgeführlichen Conjunčturen vor dieſer mehr
cen und Erbarmen erlebt ; viele Länder als Machiavelliſchen Policey ſich wol zu hü
Städte und Dörffer beweinen ſie noch auff ten; Dann wo alle Redlichkeit aus iſt und
den heutigen Tag mitten in ihrer Zerſtörung wo eine unerſättliche Ambition oben ſchwe
und iu Der Aſcheu: Die aus Franckreich ge bet/ da hat kein Nachbar ſich einiger Sicher
kommene Brieff haben es ſelbſten biß da heit länger zu getröſten / als es der anderen
hin allemahl geſtanden und iſt kein redlicher Parthey gefällt,
Menſch/ der es mit Warheits-Grund kan Weltkündig iſt es / wie die Franzoſen in
läugnen. nerhalb zwanzig Jahren / durch Wegneh
Dem allen aber unerachtet / hat der Fran mung von Lothringen / Burgund / Mom
zöſiſche Herr Ambaſſador ſich nicht geſcheuet/ pegard/Straßburg ſamt denen zehn El
mit ſeiner vermeinten Antwort die alte Er ſaſſiſchen Freyen Städten / nebſt Freyburg
fahrung zu erneuern / daß nemlich die Fran im Brißgau und mehr andern benachbarten
zöſiſchen Politici über alle andere Nationen Ländern und Städten/ wie dann auch durch
in dieſem Stück excelliren/ daß ſie nach ihrer die gegen alle Verſicherung gethane Auffer
ſelbſt beliebigen Convenientz den bekanteſten bauung der redoutablen Veſtung Hünningen/
Sachen falſche Nahmen wiſſen zu geben. und nun neulich durch Uberwältigung der
Dann ſomuß hier die Welt-bekante Warheit Länder von Savoyen / Chablais und Gene
eine Schmach-Rede heiſſen / welche einem vois dieſe Löbliche Republic gleichſam in ei
öffentlichen Miniſtro und wohlerzogenen Men nem halben Mond haben umringt/ und die
ſchen übel ſolle anſtehen / woraus dann noth beſte Eydgenoſſiſche Schlüſſel / als Baſel
wendig folgen muß / daß die Schmach-ReDe und Geneve groſſer Gefahr und ihrer be
wie die Warheit eine Göttliche Tugendſeye/ trieglichen diſcretion exponirt. Auch iſt be
und daß die Unwahrheit einem öffentlichen kant / daß die Franzoſen auff den nächſten
Miniſtro und wolerzogenen Menſchen wol Schweizeriſchen Gräntzen zu Crenzach und
anſtehe / wie dann auch die Franzöſiſche Lands-Cron neue Veſtungen anlegen / und
Miniſtri ſich deſſen künſtlich wiſſen zu be die Werck zu Hünningen dermaſſen erweitern
Dienen. wollen / daß ſie 14. bis 15. Tauſend Mann
Man ſagt weiters / daß man ſich die darinnen hätten logiren 1 und Mittels deſſen
Mühe nicht mag geben / die ſo genante die geſamte EyÖgenoßſchafft mit geſuchtem
Schmach - Rede zu beantworten; welches Vorwand und allerhand Ombragien auff
dann auch wol rathſam iſt / weilen es langweilige und unerträgliche Koſten treiben
Doch eine verlohrne Mühe ſeyn würde / wann können/ wann man durch eine herzhaffte Re
mag der vor der ganzen Welt offenbahren ſolution, als das einige Mittel der Eydge
Wahrheit widerſprechen wollte / und thut Ä Erhaltung/ ſich nicht dargegenge
ezet hätte.
man unterdeſſen wol / daß man mit Still
ſchweigen die Sache ſelbſt nicht undeutlich Ebenermaſſen iſt aus des Franzöſiſchen
bekennet/ und ſolches um deſto mehr / weilen Herrn Ambaſſadors an die Löbliche Eydge
die Franzoſen ſonſten gewohnt ſeynd / daß/ noßſchafft den 18. 28. letztverwichenen Oéto
da ſie nur den geringſten Schein einiger Bil bris abgelaſſenen Schreiben wiſſend / was
lichkeit vor ſich haben/ ſelbigen mit ſpecio die Franzoſen für weit - ausſehende Intention
ſen Praetexten gar meiſterlich ausſtreichen. und ganz gefährliche Anſchläg auf die ſämt
Darüber extravagiret man noch ſo weit / Aiche Waldſtätt und das Frickthal führen.
daß man Euren Herrlichkeiten eine genom Zudem haben die letztere Italiäniſche Brieff
mene Aergernüß über eine unwiederſprechliche gewiſſe Nachricht eingebracht / daß ſie ſich
Wahrheit will anmaſſen und alſo derſelben Der Stadt und des Haupt-Paſſes Suze haben
ſtets berühmte Redlichkeit der Franzoſen Be Meiſter gemacht / von wannen ſie nun leicht
trieglichkeit gleich ſtellen. -
den geraden Weg durch biß in das May
Gleichermaſſen müſſen hier einige erzehlte ländiſche hinein dringen können. Aus wel
Sonnen - klare Erempel den Nahmen von chem allem dann einem jeden ſonnenklar in
allerhand falſchen / groben / verhaſſt - und die Augen leuchten muß / wie die Franzoſen
vergifften Zulagen oder lmpoſturen tragen. ſo wol an Italiäniſcher als Teutſcher Sei
Was vor abſcheuliche Nahmen verdienen ten die Eydgenoßſchafft - ſelbſt bey ruhiger
dann die Franzöſiſche grauſame Thaten ſelb Genieſſung ihrer Neutralität mehr und mehr
ſten wol? denen man gewiß noch neue Nahme trachten einzuſchräncken / und wie ſie nach dem
Wörter erdencken muß. Devis ihres vormahligen Königs Henrichs
Ubrigens verfält man endlich noch ſo weit/ des Zweyten (der einen halben mit den bey
daß da man ohne Ä Urſach und ohne den Spitzen wachſenden Mond mit die
vorhergehende Kriegs-Declaration gegen alle ſer Uberſchrifft führte : Donectotum im
Traëtaten und Geſätze die Alliirte offenſive pleat Orbem , das iſt / biß er den Circul
hat angegriffen / und in einen unerſetzlichen ganz rund mache ) den hieroben gedachten
C 3 halben
22 MICH. CASP. LONDOR P1
An. 690.halben Mond wollen zuziehen und damit die groſſe Aſſiſtenz bedancket/ und ihnen die Er-Aa. 1é90.
ganze Eydgenoßſchafft einſperren
oder ihr haltung ſeines Reichs genugſam zugeſchrie
Ädas Netz über den Kopffherrucken ben hat / wie dann ſolches und viel mehr der
welches der gerechte GOtt gnädiglich ab gleichen in dem dritten Theil des verwirreten
wenden wolle. Dann was vor Freyheit und Europä ausführlich zu leſen iſt.
Souverainer Wille würde dieſer independen Hieraus gedencke einer einmal/ weſſen dieſe
ten Republic mehr übrig bleiben? Würde ſouveraine Republic dermaleins ſich würde
man nicht in allen Fällen ſich nach Franck zu getröſten haben 1 angeſehen der Franzöſ
reichs Willen und Intereſſe richten und dem ſche Heer Ambaſſador bey dieſer Zeit / da die
ſelben ſein eigenes Intereſſe und Wohlweſen löbliche Eydgenoßſchafft mit Franckreich noch
mit verbundenen Augen aufopffern / oder we ſo in gutem Willen ſtehet/ die Kühnheit ge
nigſtens eines ganz verderblichen Kriegs/ wo brauchet / ihr in das Geſicht vorzuhalten /
nicht totalen Untergangs Ä müſ den übermäſſigen Reſpečt, welchen er von un
ſen? Dann hat man heutiges Tags nicht ſerer ſouverainen Republic auch zu der Zeit /
bey allen Begebenheiten erfahren, daß Franck da Franckreich dieſelbetrachtet zu Boden za
reich auch den Souverainiſten Potenzen / auf werffen/ verlangt/ und dadurch zwiſchen ſei
genügſamen zur nothwendigen Vorſehung ge nem König und denen ſouverainen Republi
gebenen Anlaß/ auch die bey allen Völckeren quen einen ſolchen Unterſcheid ſtellen will/als
gewohnte Defenſions - Mittel und Allianzen ob er jenen zu einem Dictatore und Geſatz
nicht mehr zutaſſen wolle/ ſondern ſelbige mit geber über dieſelbige aufwerffen / und dieſe
unbegründeten jalouſien und prztendirenden nur in eine Dependentz ziehen wolle. Es gibt
Ombragien anſehen / Ja gar vor eine genug ſolches die Erfahrung mehr als zu viel zu
ſame Urſach zum Krieg praetexiren wollen; erkennen. Dann an Stelle daß Franckreich
gleichwie man unſerer vereinigten Niederlän die löbliche Eydgenoßſchafft für deren von
diſchen Republic eben aus denen Urſachen von vielen Seculis her / abſonderlich aber dem
vielen Jahren her alle erdenckliche Wider Bourboniſchen Hauſe und jetzt regierendem
wertigkeiten und unermäßlichen Schaden zu Könige/ auch oft / wann ichs ſagen darff/
gebracht / und ſelbige nun vor das zweyte wider ihr eignes Intereſſe geleiſtete groſſe und
mal mit Gewalt in den Krieg gezogen importante Dienſte / als eine abſolute Sou
hat. - à verainität hätte tračtiren ſollen / ſo hat doch
Uber das will der Franzöſiſche Herr Am die ganze Welt mit Verwunderung ſehen
baſſador in ſeiner auf meine Propoſition ge nüſſen / was denen am ſelbigen Hof von der
thänen Antwort unſerer Republicanjczo noch geſammten Republicq, und noch neulich von
einen ſo groſſen gegen ſeinen König tragenden denen vorderſten Orthen abgeſchickten ſole
Reſpect zumuthen / daß ſelbige nicht einmal mnen Ambaſſaden unwürdiger Weiſe wieder
bloß ſagen ſolle / was groſſe Ungerechtigkeit fahren ſeye / und wie Franckreich den letzteren
und Gewalt ihr von Franckreich ſeye wider Bund des Jahrs 1663. ſo mannigfältig habe
fahren / und noch täglich überkomme, deſſen Ä / daß deſſen auch kein einziger
er zur Urſachvorwendet / weilen unſre Re rtickel iſt unviolirt geblieben. Geſchicht die
public die Feſtſtellung ihrer Souvcrainität der ſes nun an dem grünen Holz/ was wird ders
Franzöſiſchen Protection zu Dancken habe. maleins nicht an dem dürren geſchehen?
Es iſt zwaren ſo / daß Franckreich aus Endlich ſagt der Franzöſ. Herr Ambaſſ
Conſideration ſeines eignen Intereſſe, und aus dor noch, daß es eine ſelzame Sache ſeye /
Krafft der mutuellen Traëtaten in vorigen daß diejenige , ſo einen rechtmäſſigen und
Jahren unſere Republicq gegen die Spaniſche Chriſtlichen König vermittelſt ſeines Toch
Eron habe atriz. Es iſt aber auch wahr / ter-Manns vom Thron geſtürtzet / und den
daß unſere Republic ein gleichmäſſiges an Krieg hierdurch angezündet von ungerechtem
Franckreich habe gethan. Dann da Franck Vornehmen und Land Zerſtörungen alſo frech
reich durch die ſo genante Heilige Ligue, und reden dörfften.
durch ſeine Jiländiſche Kriege / auch durch Iſt es nicht der ganzen Welt noch in fri
die Spaniſche Macht des groſſen Königs ſcher Gedächtnüß / daß die Franzoſen im
hilippides zweyten in einen ſo erbärmlichen
Monat Septembr. 1688. da die Käyſerli
tand gerathen ware / daß es in ſeinem ei che und Reichs- Macht ihre ſieghaffte Waf
genen Burger Blut ſich weltzete/ und mehr-, fen gegen den Erb - Feind in Servien und
malen ſeinem Untergang gar nahe ſtunde/ hat Hungarn gebrauchten / Die wehrloſe Pfalz
unſere Republic durch ihre alleinige Macht auf das allerunverſehenſte haben angegriffen
und Tapfferkeit der Spaniſchen Monarchie und darauff die Veſtungen und Städte Key
zu Waſſer und zu Lande eine ſonderbahre Di ſerslautern / Philippsburg / Heydelberg /
verſion, und zugleich dem dazumal wancken Mannheim/ Mayntz/ Speyer/ Ä /
den Franckreich einen ſolchen Lufft geanacht/ Stutgard/ Heylbronn / und viel mehr an
daß es ſich wieder hat empor ſchwingen kön dere ſammt dem übrigen gröſten Theil des
nen/ maſſen auch auſſer demnach aller Appa Rhein- Strohms ſich gewaltthätiger Hand
rentz die Franzöſiſche Macht nimmer zu ihrer unterworffen / # auch den Schwäbi
jetzigen Gröſſe und ſelbige-Eron wol nie ſchen / Fränckiſchen / Ober- und Nieder
mahlen auffdie Bourboniſche Linie und folg Rheiniſche Creyſe groſſen Theils/ mit Raub/
lich an den jetzt regierenden König kommen Feuer und Schwerdt verherget/ der vorher,
wäre. Wie dann auch der König Henricus gangenen unrechtmäſſigen Occupation des
IV. durch ſeinen expreſſen nach dem Haag ganzen Ertz-Stifts Cölln / und der Feſtun
geſandten Herr Ambaſſador Morlans am 1. gen Bonn / Rheinberg und Keyſerswehrt
Septembr; des Jahrs 1593. mit gar beweg nicht zu gedencken?
lichen und den Königen ungewöhnlichen Ter Iſt es ebenmäſſig nicht noch in unentfal
minis ſich gegen Ihro Hochmögende vor ihre lenem Andencken / daß der jetzige König von
Engel
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 23 -
An 1690. Eugelland erſt am 11. Nov. ſelbigen Jahrs lung der Extenſion der Veſtungs-Ge- An 1630.
und alſo erſt zwey Monaten hernacher / ſich bäude zu Hünningen/ betreffend den 13. -

- mit einer Kriegs-Macht nach Engelland hat Nov. 169o. /

begeben? -

Wie kan dann der Franzöſiſche Herr Am


baſſador alſo frech ſagen/ daß man unſerer
Allerdurchlauchtigſter/2c.
Seiten den Krieg erſt habe angezündet? Sº Königl, Majeſt, werden ohne Zweife
Ebenſo unwahr wird man auch befinden / Ä> fel gnädigſte Nachricht haben / was
mit Deroſelben allhier ſubſiſtirenden
was ſelbiger Herr Ambaſſador ſagt / als ob Ambaſſadeur, Herrn von Amelot, Wir
man Holländiſcher Seiten den geweſenen Kö
nig von Engelland vom Thron geſtürtzet bey Gelegenheit der im Sept. vorgeweſenen
hätte. Wann man nur vorhero gedencket/ wie allgemeinen Verſammlung / wegen Sicher
damalen die beyde Könige von Engelland und heit des Biſtums Baſel und der Waldſtädte
Franckreich durch einen heimlichen Verbund gehandelt und vornehmlich eine verlautende
die Unterdruckung der Engelländiſchen und Erweiterung der Veſtungs - Gebäuden zu
Holländiſchen Freyheit beſchloſſen hatten/da Hünningen betreffend demſelben angelegent
zu dann auch der König Jacobus ſchon einen lich und der Sachen Wichtigkeit nach, nach
groſſen Anfang hatte gemacht / indem er die drücklich vorgeſtellet haben / und lebten wir
von ihm beſchworne Fundamentale Geſetze der der getröſteten Hoffnung/ von Ew. Königl.
Engelländiſchen Nation unter die Füſſe zer Majeſtät darüber eine ſolche allergnädigſte
trat/ und ſich über dieſelbe zu einem arbitrai Reſolution erfolgen würde / dabey wir uns
- ren und deſpotiſchen Monarchen erhub wo vergnüget und beruhiget finden möchten; ſo
mit er zum Ruin ſelbiger Nation gewiß biß haben aber unſere gnädige Herren und Obern
zum Ende fortgefahren wäre / wann damals ab wohlged. Herrn Ambaſſadeurs ſub dato :

Seine Königliche Hochheit der Herr Printz den 28. Oétobr. nächſthin erlaſſenemumſtände
von Uranien die Nation auff ihr inſtändiges lichen Schreiben zu erſehen gehabt / was
Begehren nicht errettet hätte. Da nun der maſſen Ew. Majeſtät bedeuteten Veſtungs
König Jacobus das Reich und den Thron Bau fortzuſetzen bedacht / und dann denen
hatte verlaſſen / und die Regierung mit dem diſſeits Rheins gelegenen Waldſtätten und
Rücken angeſehen hat die Nation aus völ Biſthumb Baſel fernere Sicherheit gedey
ligem Gewalt und freyen Willen den verlaſ hen zu laſſen / Bedencken tragen / es wäre
ſenen und vacanten Thron den beyden jetzt-re dann / daß die Kayſerl. Majeſt. derſelben
halber auch zu unſerer Sicherheit eines nähe
gierenden König nnd Königinne aufgetragen. ren
Heiſſet dieſes nun / daß man Holländiſcher ſich erklähren wollten. -

Seiten den König Jacobum vom Thron ge Gleichwie nun die Wichtigkeit der Sache
ſtürtzet, und ſeinen Tochter - Mann darauff zu gegenwärtiger Tagſatzung forderfahmea
geſetzet habe? Anlaß gegeben 3 alſo haben wir auch gleich
Zuletzt kommt der Franzöſiſche Herr Am Anfangs derſelben uns berichten laſſen müſ
baſſador noch mit einem Wehklagen des ſen/ daß auch zu Landscrohn / hart an den
Landvolcks in Schwaben / Flandern und Land-Marcken unſerer Eydgenoſſiſchen Lan
Piemont hervor / als ob ſelbiges von den den / neue Fortificationes angeleget ſeyn /
Teutſchen mehr als von denen Franzoſen zu und mit ſtarcker Arbeit erigiret werden; und
leiden hätte. Dieſe Anzeigung gemahnet demnach auch / obhabendem Befehl zu ges
mich an die Advocaten der ſchlimmen Proceſ horſamer Folge / obermeldtem Ew. Königl.
ſen/ weilen ſelbige aus Ermangelung bündi Majeſt. Ambaſſadeur durch wiederholte De--
ger Urſachen ſich mit allerhand zur Sachen putation gebührend zu erkennen gegeben, daß
nicht gehörigen Rapſodien behelfen. Dann die erwehnte neue / und Extenſion Der alten
was dienet hier zur Sach / daß die Franzo Veſtungs-Gebäuen dem ſämmtlichen Eyd
ſen zuweilen etwas beſſere Diſciplin als die . genoſſiſchen Corpori, vieler weit ausſehens
Teutſchen halten möchten ? und wie kan die den Reſpečten halber / je und in alle Wege
ſes das grauſame Verfahren der Franzoſen ganz gefähr-nachtheilig - und beſchwehrlich
beſchönen F Zu dem urtheile man ob die vor fallen. Wir haben auch nicht begreiffenkön
gedachte Länder durch das Rauben / Plün nen, warumb Ew. Maj. die hiebevor abge
dern und Verbrennen unzehliger Städte / redte Sicherheit denen diffeit Rheins geles
Schlöſſer und Dörffer nicht ungleich mehr genen Waldſtätten entziehen wolten / deme
von denen Franzoſen haben zu leiden / als entgegen und zuwider / was mit Ew. Maj.
daß die Teutſche mit denen Landleuten nicht Ambaſſadeur wir unterm 20. Junii 1689.
Ä in erwünſchter Diſciplin eſſen und le dieſer - und des Paſſes zu Augſt halber
fN ſchruffel verhandelt und Ew Majeſt, mit
tels eines allerglädigſten Reſcripts beſätti»
Zürich / den 20. 30. Novembr. get haben.
i 6 9 o. Nachdeme nun unſere Herren und Obere
P. Valkenier. gänzlich bedacht / und wir uns ihres
mens bey gegenwärtiger Zuſammenkun
Ä
miteinander einhelliglich reſolviret Und Herz
Num. XXV. glichen / in dieſem fürwährendem Krieg ge
gen männiglich und in alle Wege eine ehrli
Copia Schreibens der Dreyzehen che/ auffrichtige und unklagbare Neutralität
Löbl. Schweitzer - Cantons Abgeſ. zu behalten/ und zu unterhalten / auch inſol
an den König von Franckreich / die ver derheit wegen Bewahrung der Päſſe und
langte Sicherheit des Biſtuhms Baſel Unberührthaltung unſers Territorii. von
und der Wald- Städte / wie auch Abſtels frembden Waffen, was der Ew. Majeſtät
commu
-

24 * - - MICH. CASP. LONDOR PII


Art. 1690. communicirteund von Deroſelben genehm ge nigs Meynung und Vorhaben über ſelbige An. 1590.
haltene Abſchied vom Junio 1689. auswei Materie unſern gnädigen Herren und LÖbern?
ſet/womit dann die Ä der Veſtung Hün umſtändlich überſchrieben haben dieſelbe ei
ningen und des Biſthums Baſel gefaſſete ne Nothwendigkeit zu ſeyu ermeſſen dieſe
Nachdencken und Zweifel aufgehoben gegenwärtige Verſammlung anzuſtellen/und
werden mögen, geſtalten. Wir ſolche Reſo Uns committiret/ die Sache / nach ihrer
lution der Kayſer. Majeſt. durch eigenen Wichtigkeit und Umſtänden / in gefliſſene
Courier unter heutigem Dato zu wiſſen ma Betrachtung zu ziehen / indeme nun Wir fo
chen; - - - - * -
thanem Obhaben gehorſamlich nachkommen
A

Als gelangetan EuKönig Majeſtät un zöſiſchenWir


haben die Copey von gedachten Fran
ſerdemüthig-und Bundgenoßliches Erſuchen/ Ambaſſadeur serlaſſenem Schreiben
ſie möchten die allergnädigſte Verordnung deſſen weitläuftigen Begriffshalber/hiemit in
thun/ damit die Anfangs bemerckte / Uns demüthiaemunderb-vereinigtem Vertrauen/
disreputirlich - und beſchwerliche Extenſion einfchlieſſenz und die gebührende Bitte bey
der Gebäuen zu Hünningen / auch die neuen fügen wollen / Ew. Kayſ. Majeſt. geruhen
Wercke zu Lands-Cron ein-und in alle Wege unſchwehr / dieſelbe in allergnädigſte Refie
abgeſtelle werden ſodann die Sach der xion, und demnach die Meſures zu nehmen/
Waldtſtädte Sicherheit halber/in ſtatudar die dero eigenen und Unſern gemeinen Inter
inn ſie beſag erwehnten Abſchieds de Anno eſſe conveniren und vorſtändig ſeyn mögen.
1689. geſetzet worden/ gelaſſen werden / auch Sonſten erſehen Wir keine bequemer - und
dem Biſthum Baſel die von der Eydgenoſs dienlichere Mittel / die anmaßliche nachdenck
ſiſchen Prote&ion bis annoch genoſſene Neu liche Veſtungs-Gebäu in der Nachbarſchafft
tralität fürterserſprieſſen möge in Anſehung abzuſtellen / und denen Waldſtätten und dem
der Diſpoſition derſelben Päſſe nicht mehr/ Biſthum Baſel vor den androhenden Waf
in des Herrn Biſchoffen / ſondern der ver fen Sicherheit zu ſchaffen / als unſere Päſſe
bündeten Orten Gewalt und Diſpoſition lie in guter Verwahrung zu halten 7 und nicht
get/ und dahero keine weitere Urſache zu un zu geſtatten/ daß jemand mit ſeiner Kriegs
gleichen Gedancken übrig iſt. Wir getröſten Macht unſer Territorium betretten/undwie
Uns hiermit gefliſſentlich und bundgenoſſiſch der ſeine Feinde darüber paſſiren möchte, denen
ſuchender Willfährigkeit um ſo viel zuverläſ hiebevor uuter Unsformirten Abſchieden nach/
ſiger, weil Wir Unsgedüncken laſſen unſe inſonderheit denen in dem Monath Mayund
rer Eltern und Unſere Eu. Majeſt. CroR/nun Jun. des abgewichenen Jahrs und dahero
von zweyen Seculis her / ſo getreu und nutz Uns nochmahlen einhelliglich deſſen miteinan
lich erwieſene Dienſte hierbey wohl einige re der verglichen und abgeredet haben, maſſenes
flexion meritirt haben die Wir damit auch anders nicht ſeyn kan und ſoll / wenn Wir
kräfftiglich animirt werden./ſolches weiter in unſerer auch dißmalen von neuem gefaſſeter
allen Bundsmäſſigen Treuenfürters zuerſtat Reſolution gemäß / eine erhebliche auff
ren. In deſſen zuverſichtlicher Erwartung richtige und unklagbare Neutralität behalten
EKönigl: Maj langes Leben und alle Kön. und unterhalten wollen / daraus dann auch
Wohlfarth ganz eyfferig zuwünſchend Z und die gedeyliche und obbedeutete Effecte rich
im übrigen Üns auf dasjenige beruffend / tiglich flieſſen / die Ihro Churfürſtliche
was Eu. Majeſtät offt wohlermeldter Am Durchl. mit beheldter Gräff. Sereniſchen
baſſadeur in mehrerm dieſer quaſtionirten Ma Negotiation reſpective zu allerſeitigem Beſten
terien halber zu vernehmen bringen wird. defideriret/ und Uns ſo beweglicherinnert has
Gegeben in Baaden den 13. Nov. 1690. ben. Und gleichwie zu mehrer Sicherheit der
Sachen Ew. Kayſerl. Majeſt. allergnädig
ſter Conſens unſerm Territorio, mit Ihrer
Num. XXVI. und Ihrer hohen Alliirten Kriegs- Macht in

(llle zu verſchonen/galitz dien-und för
Copia Schreibens der 13. Or derlich ſeyn will / und wie höchſt gedachter
ten Löbl. Eydgenoßſchafft Abge Churfürſtl. Durchl. Schrifft / und durch den
ſandten an Kayſerl: Majeſt, wegen des Herrn Graffen Sereni mündlich ſchon nechſts
Neutralitäts-Negotiiunddaßſonderlich ihr hin ganz inſtändig erſuchet /, zu deſſen Er
Territorium von der Kayſ. Majeſt. und haltung bey Ew. Kayſerl. Majeſtät Jhre
Dero Alliirten Kriegs-Macht nicht betret höchſt anſehnliche Mittel einzulegen, dieſelbe
ten werden möchte./abgangen den 13. Nov. auch ſothanes gnädig und gutwillig über
169o. nommen ; Alſo haben Uns die jetzige der
Sachel Circumſtartien neuen Anlaß gege
Allerdurchlauchtigſter c. ben Ew. Kayſerl. Majeſtdeuübigſ und ge
flºſſen um ſolche allergnädigſte Willfahr zu
E
W. Kayſerl. Majeſtät werden ob des bitten / und getröſten Uiis derſelben milden
von Ihrer Churfürſtl. Durchl. in Bay Erfolgs unſo vieintehr / als hierdurch De
"ern im nechſt-verwichenen Sept. anhero roſelbel nichts zugeſuchel wird / denn was
abgeſandten General-Feld-Marſchallen und unſerer profitirenden Neutralität gemäß / und
Graffens Sereni, ohnZweiffel / erſtatteten zu Erhaltung deſſen das richtigſte Mittel iſt/
allerunterthänigſten Relation allergnädigſt zu was Ew. Kayſer. Majeſt. und Unſerm diß
vernehmen gehabt haben / was wir auf ſein/ falls zuſammen treffenden Intereſſe dienlich
Herrn Graffen / in unterſchiedlichen Punčten und beförderlich ſeyn mag. Und weil das
beichendes Vorbringen reſolvirtz und hier Geſchäft ſeiner Erheblichkeit uach/Uns nicht
auff an der Cron Franckreich dieſer Enden allein ſei rangelegen / ſondern bey gegenwär
ſºliſtirenden Ambaſſadeur gelangen laſſen. tiger der Läuſte Bewandnus die Mora Ver
Wann nun dieſer vor etwas Zeit ſeines Kö hinderung und Schaden gebähren möchte /
laſſen
-

A
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 2
**690 laſſen. Wir mit gegenwärtigem einen eigenen An die löbl. Eydgenoßſchafft / auff das An-163«.
Courier ablaufen, um deſto ſchleuniger al oben ſub num. 26. befindliche Schreiben.
lergnädigſter Antwort habhafft ſeyn zu köns
men/ die Wir uns im übrigen auffEw. Kays Leopold c, 2c.
ſerl. Majeſt. geheimden Rath und Ambaſ ALÄ Veſte und Ehrſame / beſon«
ſadeur bey unſerer Republique, Herrn Graf ders Liebe. Wir haben Euer unterm
fen Nicola von Ladron, und deſſen weiters 13. nechſt-verwichenen Monaths Nov.
mündliches Vorbringen berufen - und mit bey eigenem Courier eingeſchicktes angeneh
Anwünſchung allerhöchſter Kayſerl. Glück, recht erhalten/und daraus
ſeligkeit und langen Lebens / Deroſelben der mes Schreiben zu
erſehen / nicht al
Sachen Gewährigkeit und Uns zu beſtändi des mehrern allergnädigſt
# Kayſerl. Gnaden mit demüthigſtem Fleiß lein/ was der Franzöſiſche bey Euer Repu
anweſender Ambaſſadeur d'Amelot, we
n Datum in Baaden den 13. Nov. blic ihresfüh
169o.
gen der vermeintlichen Juſtificirung
renden neuen Fortifications-Gehäues zu Hün
ningen diſſeits des Rheins / nahe bey Bas
Num. XXVII. ſel, und wie mit Unſern Waldſtädten auch
Dem Ä Baſel / bey jetzigem noch
Klagſchrifft des Franzöſiſchen fürwährendem Krieg / wie áuch wegen der
Abgeſandtens an die zu Baaden Durchzüge / und Bewahrung der Päſſe in
verſammlete Deputirte der Schweitzer dem Eydgenoſſiſchen Territorio, es die Cron
Cantons, worinnen ſich derſelbe heftig Franckreich gehalten haben wolle / bey E
beſchwehret über die von dem Kayſer. weitläufftig angebracht / ſondern auch/ da
Ambaſſadeur wieder die Cron Franckreich von Uns Ihr / im Namen Euerer Obern /
in gedachter Verſammlung ausgeſtoſſenen mit Erhohlung der vorigen Neutraliter-Ge
Schmähungen/ d. 15.Nov. 169o. dancken/ dahin eine allergnädigſte Erklärung
erwartet / nemlich keineswegs geſchehen zu
laſſen/ daß von Uns und Unſerer Alliirten
Magnifiques Seigneurs. Kriegs-Macht erwehntes Eydgenoſſiſches
L# declamations outrageantes, ouſivous Territorium auf einige Weiſe betrettenwer
l'aimés mieux, le fameux Libelle, quia den/ ſondern damit gänzlich verſchonet blei
été lüdaas vötre Aſſemblée, ſont des choſes ben ſolle / maſſen Jhr deshalben auch des
ſi indecentes, non ſeulement pour un Mini Churfürſtens zu Bayern Abgeſandten / zu
ſtre Public, mais auſſipour chaque Perſonne Bewürckung ſothanen Euers Verlangens
bien née, qu'ellesne meritent pas qu'on pre um dero Officia beyzutragen / und Ihres
ne la Peine de leur faire aucune réponce, & Orts ſelbſten dahin einzuwilligen eyfferigſt
je ſuis méme perſuadé que Vos Seigneuries erſuchet hättet/ ſammt was noch mehrers in
en auront été offencées. dieſem Eurem Schreiben begriffen. Nunges
Cette declamation n'eſtautre choſe, apro reichet Uns zu allergnädigſtemdancknehmigent
prement parler, qu'un recit d'un tas detrom Gefallen / daß Uns Ihr ſo gute nachbarliche
peries, par lesquelles les Ennemis du Roy Expreſſionen von neuem habt thun-und mite
monMaitre tächent d'inſinuer des choſes des hin auch per copias des Franzöſiſchen Am
avantageuſes à ſes interêts; mais cela eſt d' baſſadeurs Anbringen communiciren wollen:
autant plus picquant & haiffable, en ce qu'il laſſen Euch auch hierauffzur gnädigſten Ante
procede d'une Republique, laquelle devroit wort ohnverhalten / daß / gleichwie ihr in
entout tems,porter aux Grands Roix le re angeregtem Eurem Schreiben Euch ſelbſten
ſpečt qui leur eſt dü, & particulierement à Ä
unſern geheimen Rath und zu der Eyds
celui, qui, par ſaprotection a affermiſa Sou Ä abgeordneten Extraordinair Am
veraineté. C'eſt cependant quelque choſe d' aſſadeur, den Grafen Niclaſen zu Ladron, be
aſſez étrange, que des Gens, qui ont allumé Ä alſo auch von Uns demſelben neue und
le flambeau de la guerre, en depoſſedant de ernerweite Geſchäffte in Unſerm Namen bey
ſon Throne un Roy Chrétien & legitime, en Euch vorzubringen und abzuhandeln / auffge
fourniſſant à ſon Gendre, les moyens neceſ tragen worden ſeye; geſtalten auch derſelbe
ſaires pour cét effet , ozent encore parler d' allbereit vor 3. Wochen von Unſerm Hofab
injuſtes entrepriſes & de bouleverſaments des gereiſt/ und wo es nicht ſchon beſchehen / Er
Etats. Enfinſ en veut faire reflexion ſur doch auff das allerehiſt bey Euch wiederum
a maniere avec laquelle on fait la guerre - eintreffen und ſeine Commiſſion ablegen,
tant d'une Part que d'autre - on na, pour mithin auch über den Ä mehrerwehn
enjuger, que d'etendre les plaintes quefont ten Euers an Unserla enen jüngſten Schrei
les Habitans de Suabe, Flandres & Piemont, bens das Behörige handlen und darüber ſich
«qui ne peuvents empécher de dire haute mehrers vernehmen laſſen wird. Indeſſen
ment, qu'ilsſouffrent incomparablement plus aber leben. Wir der beſtändigſten und aller
des Allemans leurs Amis, que des François gnädigſten Hoffnung / Ihr werdet Euch
leurs Ennemis. durch die von der Friebbrüchigen Cron Franck
reich neumachende ganz unfundirte Einſtreu
ABaden le15. Novemér. 1690. ungen zu keinen andern Gedancken verleiten
Ä ſondern vielmehr nebſt denen Euch be
Num. XXVIII. reits von Unſert-undReichs-wegen/ſoſchrifft
als mündlich beſchehenen wohlmeynenden Er
rinnerungen und Declaration, ſich nemlich wie
Copia Ihrer Kayſerl. Majeſtät der die Franzöſiſche auff eine univerſal Mo
Antwort-Schreibens / 4. Dec. 169s. narchie gº höchſt gefährliche
"fatid
Machi
Achtzehender Theil.“
26 - MICH. CASP. LoNDORPII. ---

An-169o.nationen / bey Zeiten möglichſt zu verwah in friſcher Gedächtnuß / was erſt im Jahr An. I69es l
ren Euch auch förderiſtobgedachtes neufüh 1686. Franckreich durch einen mit dem Her“
rendes Ä Fertifications-Gebäu/diſ ren Herzog von Savoyen geſchloſſenen Tra
ſeits des Rheins bey Hünningen/ wie auch &at, und das Jahr hernach aufgeſuchtem
Prxtext des Capitels von Annecy vor An
Ä
und inſonderheit dem Canton Baſel an Jh. ſchläge auf Genf gehabt habe/ welche allem
rem hohen freyen ſouverainen Stand zu un menſchlichen Anſehen nach ihren Zweck auch
wiederbringlichem Schaden und Prejudizge würden erreicht haben / wann nicht die Auge
reichet tieff und alſo zu Gemüth gehen laſ ſpurgiſche Allianz darzwiſchen gekommen !
ſen/ damit der weitere Bau verhindert blei und die löbliche Evangeliſche Eydgenoßſchafft
be / und das ſchon erbaute zernichtet und mit Ernſthafftigkeit in das Mittel getretten
dem Miret/ und man einmahl von dem Franz Wºré. -

zöſiſ. albedrohenden Joch befreyet werde / Die würckende Urſache dieſes Unweſens iſt
von welchem allen Euch obermeidter Graf nichts anders/ dann eine unerſättliche Am
Ladron ein niehrers vorſtellen wird. Und bition, dero nichts zuviel / ſondern alles zu
Wir verbleiben Euch anbev mit Kayſerl. wenig iſt, welche vermittelſ der ſo herrlich
naden wohlgewogen. Geben in Unfer elegenen/beveſtigten und reichen Stadt Genf/
Stadt Wien den 4. Decemb. Anno 1690. Ä
auch bald das Dominium der Genfer See
zueignen und ihren ſchweren und langen Arm
Num. XXIX. über alle angränzende Länder und Oerter aus
ſtrecken würde. Was würde das Pays de
Herrn Peter Valckeniers/ Ihrer Vaud, und die daran ſtoſſende löbliche Can
tons von Bern und Freyburg anders als eine
Hochmögenden der Herren Gene
sº ral-Staaten der vereinigten Niederlan
immerwährende # und Unruhe / wo
nicht einen gänzlichen Verluſt ihres Freyen
den Extraordinari Envoyémündlich geha
Me Propoſition an die Großmächtige Re Stands zu erwarten haben? Würden die
gierung des löblichen Cantons Bern/we übrige Cantonen, als Mitglieder dieſer löb
lichen Republic, ſich wol ein beſſerseinbilden
- gen der in groſſer Gefahr ſtehenden Stadt dörffen/
Genf und höchſt-nöthiger Beſchleunigung als daß ſie theils ihre Religion, und
insgeſammt ihre völlige ſo herzhaft erwor
ºderoſelben Errettung. In Bern/ den 29 bene
Decembr. ſt. v. 169o. Freyheit ſammt dem edelſten Kleinod
ihrer Souverainität / und was ihnen ſelbſten
Hochgeachte / Großmächtige / Wol mehr lieb und werth iſt der obgedachten Un
Edelgeborne / Geſtrenge / Hºch erſättlichkeit auffopffern müſten? Das Her
Äuſeners
a
Hochgeehrte Hers
. -
gthum Savoyen / und vielleicht auch das
rſtenthum Piemont ſammt angehörigen
und angränzenden Orten würden dardurch an
Aß ich als ein Fremder / wiewohl aus das Franzöſiſche Reich unmittelbar verknüpf
Namen Ihrer Hoch- Mögenden der fet werden und würde Genf als ein Place d'
Herren General-Staaten der vereinig Armes immerhin in ſo redoutablen Stand
ten Niederlanden / Meiner gnädigſten Herr gehalten werden, daß allen Benachbartender
Ä nicht wenig intereſſirter mich unter Muth entſincken müſte/ ſie jemals wieder aus
ehe vor dieſer Hoch anſehnlichen Verſamm Franzöſiſchem Gewalt zu retten; und will
lung einer ſo großmächtigen Regierung zuers deßwegen die hohe Noth erfordern / daß als
Ä und einige deroſelben vielfältig mal le Eydgenoſſen / welche noch einige Liebe zu
eſſer als mit bekannte Conſiderationes über ihrer althergebrachten Freyheit tragen /ih
die jetzige beklägliche Conjunturen fürnem rem gänzlichen Ruin durch eine zeitige Vigi
lich aber über den ganz gefährlichen Zuſtand lanz und durch Ihro angebohrne Ä
der Stadt Genf mit geziemenden Reſpect tigkeit vorkommen. Die Noth iſt hier all
yorzutragen / wird mir verhoffentlich mehr gemein/ und erfordert deßwegen auch eine
um guten dann zum argen gedeutet werden. allgemeine Hülff und Sorgfalt, .
Dann die Urſach, welche mich darzutreibet/ Ja ſagt einer / es iſt noch keine Gefahr
betrifft nicht dieſes oder jenes Menſchen In da. Wann aber will dieſer die Gefahr aus
tereſſe, ſondern bloß und allein die Fatalität fangen zu rechnen? wann keine Rettung mehr
er ganzen löblichen Eydgenoßſchafft / weilen da iſt ? Stehet nicht der Hannibal vor dem
allem Vermuthen und Bericht nach die Stadt Thor ? liegt es auff etliche Meilen dorther
Genf, als der beſte Eydgenöſſiſche Schlüſſel um nicht voller Franzoſen zu Fuß und zu
und Vormauer (von Baſel dißmalen nichts Pferd ? und können nicht täglich noch mehr
u gedencken ) zwiſchen ihrem Verluſt und herbey kommen / wie dem Vernehmen nach
Errettung in ihrer höchſten Criſ anjetzo ſte Ä
auch würcklich geſchicht? Wer von
het; Und will es deßwegen eine Nothwen r Noth und Gefahr nicht ehender urtheilet/
digkeit ſey, daſ man nun ohne den gering als wann ſie ihn trifft / wird dardurch mit
ſten Zeit-Verluſt die Händ an das Werck ſeinem eigenen Schaden und Verderben müſ
ſchlage / zumaln in allen Gefahren/ welche ſen klug werden.
durch die Zeit je länger je gröſſer werden die Der ander gibt vor/Frankreich könne mit
Verzögerung nichts anders iſt als denſelben ſeiner Macht nicht ſo bald darvor rucken./
Zeit zu geben, damit ſie darnach irreparabel oder man könne vorhero genugſam Secours
werden. hinein werfen. Dieſer aber muß gedencken/
Man weiß wie Franckreich von allen Zei, daß von können auff thun gar keine Conſe
ten einen ſonderlichen Appetit zu ſelbiger quenz fällt/ und daß man mit dem vermein
Stadt hat blicken laſſen die Erempel darvon ten Secours leicht könte zu ſpat kommen/ zu
ſeynd mannigfaltig/undligteinem jeden noch malen da die jetzige Franzöſiſche
--
ºs:- 1
-
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 27
* 699. ihre Anſchlägſoascurat, wie ein Papiervon Erhaltung in der Beſchirmung ſeiner Vorº An. 1699.
Muſic einrichtet / und ſelbige auch mit der mauren ſuchen muß; dann wer ſeinen gefähr
höchſten Eilfertigkeit ausführet/ wohero es lichen Nachbarn allzunahe läſt herbey kom
Dann auch kommt / daß ihr ſchwerlich ein men/ und zu groß werden / der machet ſich
groſſer Anſchlag mißlinget. ſelbſten zu deſſen Sclav: Will er ihn bey ſich
Was würde ihr im Wege ſeyn / daß dulden/ ſo iſt er ſelbſt kein Herr mehr; will
nicht ihr herumliegendes Volck in einer Nacht/ er ihn beſtreiten/ iſt es zu ſpath / er muß ihn
und auff eine gewiſſe Stund darvor rucket entweder gleichſam wie ein Uberwundener nach
und vielleicht vermittelſt einiger Canons aus den Augen ſehen/ oder ſeines gänzlichen Ver
Bellerive und Verſoy allen zu Waſſer dort derbens ſich beſorgen / und ſolches inſonder
hin wollenden Secourszuruck hält fürnemlich heit / wann man mit denen Franzoſen zu
da man des favorablen Winds nicht verſie ſchaffen hat / davou das alte Sprichwort
chert iſt / wie dann auch die Regierung von ſagt: Gallum amicum, ſed nonvicinum
Genf ſelbſten bekennen muß, daß ihre Stadt habeas.
ÄÄEr ſtehe.
Franzöſiſchen Surpriſe gar nicht ſis Auf ſolche Weiſe ſeynd die mächtigſten
Könige zu der Monarchie gelanget / indene
Der dritte getröſtet ſich / daß damit die ihre Anſchläge entweder nicht recht gemercket/
Stadt noch nicht verlohren ſeye / ſie habe oder ſie wenig gefürchtet oder ihnenkaltſinnig
vigilante und treue Regenten / eine wol re widerſtanden worden, -

ſolvirte Burgerſchafft/ und eine Garniſon von Die Sabiner / Toſcaner und Samniter
etlich hundert Mann / welche noch wohl ſo ätten mit geringer Mühe der auf ihren
lange Widerſtand thun können bis man ihr ränzen anwachſenden Macht der Römer
mit einer anſehnlichen Eydgenoſſiſchen Macht vorkommen können; da ſie aber ihre nach
zu Hülffe kommet. Was die obgedachte barliche Vormauren den Römern in die Hände
hochweiſe und vortreffliche Regierung be verfallen lieſſen wurde es zu ſpath ihnen zu
trifft / ſelbige venerire ich mit allem Reſpečt; widerſtehen und dieſes war die Urſach ihres
was aber andere mit Allegirung des Erem eignen Untergangs / und der Fall aller ihrer
„pels Straßburg davon ſagen will ich nur in Hochheit und Souverainität. Die Griechiſche
meinen zollfreyen Gedanckenaufbehalten. Daß eſpoten/ da ſie theils durch Unachtſamkeit
auch die Burgerſchafft ihre Freyheit ſich eif theils durch Kleinmüthigkeit / theils auch
rigſt wird laſſen zu Herzen gehen/ daran iſt durch ihre widrige Meinungen die Stadt
wohl gar kein Zweiffel. Wann aber die Conſtantinopel / als ihre Vormauer / nicht
Franzoſen durch ſchleunige Einwerffung der in Zeiten auſſer Gefahr erretteten 1 haben da
Bomben und Carcaſſen die mit vielem Holtz durch ihrer aller Untergang und Ruin verurs
und gar eng gebauete Stadt an unterſchied ſachet / darauffuun die Türckiſche Monars
lichen Orten in Brand ſetzen ſolten / was chie auch gegründveſtet iſt. Gleichermaſſen
hätte man von dem gröſſeſten Theil der Burs hat die Lacedämoniſche Ä weilen ſie
gerſchafft mit Hindanſetzung ihrer lieben Freys zu ihrer Sicherheit das Schwerdt nicht ehen
heit ehender als das Ruffen um eine ehrliche der dann da es zu ſpäth war / umgürten
Capitulation zu erwarten / dann daß ſie ſich wolte ſich dadnrch zum Verderben gebracht/
Ä ſolte ausbrennen laſſen / welchem und gibts dergleichen Erempel unzählbar. Ich
aber zu dem allmächtigen GOtt 1 daß
atalen Unheil man mit einer mehrern Beſa
tzung gewißlich vorkommen könnte. er ſelbiger. Vermehrung von hieſiger Seiten
Dieſem ſetzet der vierte entgegen/ daß man nicht verhängen werde.
durch eine gröſſere Beſatzung Franckreich auf Man wirfft hierauff weiters vor / daß
die Gedancken bringen ſolte / als ob man Franckreich auf den Fall einiger gröſſern Vors
ihm, einem ſo alten Bundsgenoſſen miß ſorg vor Geneve den Brot - Kaſten wird
traUk. Ä und kein Getreyd mehr dorthin abs
olgen laſſen auch ſelbiger Stadt alle Com
Solte man dann um ſolche bloſſe Gedan
cken all ſein Wolweſen und Heil in die mercien abſchneiden dadurch ſie in das euſs
Wagſchale ſetzen? Und wer will einen ver Ä Elend verfallen würde. Deme zur Ant
dencken, daß man gegen eine ſolche Macht / ort dienet, daß da Franckreich jetziger Zeit
ſchon kein Korn mehr dorthin läſt abfolgen /
welche um ihres Nüzens willen noch GOtt deme
noch Menſchen Glauben hält ein Mißtrauen jedoch von Teutſcher Seiten mit aller nös
ſtellet und ſolche Mittel gebrauchet/ welche thigen Zufuhr leicht zu begegnen iſt, wie dann
einem von GOtt und der Natur zu einer die Vorſehung und Veranſtaltungen darzu
Errettung und Erhaltung mitgetheilet ſeynd. theils ſchon eingerichtet ſeynd / auch noch
Deutet Franckreich eine ſolche Vorſichtigkeit beſſer können eingerichtet werden, wann man
übel aus 7 ſo legt es ſelbſten ſein ungerechte, von hieraus das Geſchäft durch die in Hän
Vornehmen offenbar an Tag; Läſt es ſich den habende Mittel facilitiren wolte. Daß
die Franzoſen aber den Handel über Genf
aber deſſen nicht vermercken/ ſo hat man hies
ſiger Seiten nichts zu viel noch zu wenigge ſperren ſolten / hat aus der Urſach gar keine
than. Es iſt eine Haupt- Regel, welche Apparenz / weilen ſie bey jetzger ihrer eignen
kluge Regenten jederzeit wohl betrachten Einſperrung auſſer Genf kaum einigen Paß
Än daß nemlich der Mittel-Weg keine mehr offen
Freunde macht noch von Feinden befreyet/ Ab und Zufuhr
# dadurch ſie der nöthigen
genieſſen können,
welche Regel die alte Teutſchen und Schwei“ Endlich heiſſetes, man ſucht uns aufſolche
Weiſe in einen Krieg zu leiten / darzu uns
zer auch ſo wol beherziget haben./daßſie da die
durch bey der ganzen Welt den Ruhm der Mittel entbrechen und werden wir noch
Redlichkeit / Tapferkeit und Standhaff zeitlich gnug in den Krieg verfallen / wann
tigkeit erhalten haben. Auch iſt es eine alte uns derſelbe beſchehret iſt. Dieſes aber iſt
Staats- Regel, daß man ſeine allgemeine die Meinung gar nicht ſondern das ganzt
Achtzehender Theil.. * - D 2 -
- - --- ... - Verland
-
2s MICH. CASP. LONDORPII
Ap-163o. Verlangen ſtehet nur bloß in deme / daß man ihrem Streit ſich vereinigen / und ihre ör-An. 169e
ydgenöſſiſcher Seiten durch eine herzhaffte ner zuſammen ſtoſſen - wann ſie den Wolff
Reſolution nur allein auf ſeine Erhaltung ihren gemeinen Feind ſehen herzunahen. Häts
in ſtatu quo bedacht ſeye/ damit man nicht in ten die Griechiſche Republiquen ſich in Zei
einen Ä Zuſtand gerathe/ alsleys ten daran geſpiegelt / ſie wären ihrem allges
der ! ſint zwanzig Jahren zum groſſen Ab meinen Feind dem König Philippo von Ma
bruch und Verkleinerung der Eydgenöſ cedonien nicht zur Beute worden.
ſiſchen ſouverainen Independentz ſchon mehr Nach dieſem allem getröſtet man ſich das
als zu viel geſchehen iſt. Hierzu wird die mit / daß Franckreich jetzo ſchon zu viel Feinde
löbliche Eydgenoſſenſchaſſt auſſerallem Zwei habe / und ſo thöricht nicht ſeyn wird, daß
elgenug bemittelt ſeyn. Die alte Vorfahren es durch Wegnehmung Genfs ſich die Löbl.
aben in denen Oeſterreichiſchen und Bur Eydgenoßſchafft auch noch zu Feinden machen
gundiſchen Kriegen mit geringer Macht nebſt wird/ und wann dem unerachtet ein ſolches
inem ewigen Ruhm auch ihre völlige Frey gleichwol geſchehen würde / müſte man Eyd
eit und Sicherheit erworben / nach denen genöſſiſcher Seiten mit in den Krieg tret
IfM.
eiten hat die Poſterität vermittelſ eines im
merwährenden Friedens in Macht und Reich Vorhin hieſſe es/ man habe das Vermö
thum groſſen Anwachs bekommen / maſſen gen nicht in einen Krieg zutretten. Jetzt
es gegen alle Eydgenoſſiſche Reputationſtrei aber / wann man durch Verluſt der Eydge
ten würde, wann man bey jetzigen Zeiten zur nöſſiſchen Vormauer an denen feindlichen In
Defenſion ſeiner einmal erworbenen Souverai vaſionen offen liget/ dann will man erſt dur
nität und Freyheit ſich zu ſehwach halten Gewalt der weiteren Gefahr begegnen. Wir
wolte / inſonderheit gegen einem ſolchen dieſes wol für eine Vorſichtigkeit beyderehr
Nachbarn wider den die meiſte und mäch» baren Welt durch paffiren können? Hergegen
tigſte Ä. Potenzenjeztin offenbarem
Krieg ſtehen. 4
ſtehet aus Betrachtung der Franzöſiſchen Lis
ſten und Altificien viel eher zu glauben, daß
# man ſich bey dieſer Bewandnüß zu die Franzöſiſche Regierung nach Einnahm
der Stadt Genff alle Löbl. Cantonen werde
Ende des Raths , was hätte man dann zu
hoffen wann Franckreich wieder freye trachten zu ſinceriren / ſie habe auf dem Vor
Hände bekommt? würde man ſich dann Ä wandt / als ob der Herr Herzog von Sas
zu fremder Hälffe und Aſſiſtenz einige Hoff voyen mkk Genff eine heimliche Verſtändnüß
Äung machen dörffen; oder hoffet man durch führe/ dem Hochged. Herzog als ſeinem of
ſtätige Nachgebung und ComplaiſanceFranck fenbaren Feind vorkommen und ſich ſelbiger
teichsguten Willen allezeit zu erhalten? Ket Stadt Meiſter machen müſſen / nicht in der
neswegs, man würde dadurch die geſuchte Meinung / um ſelbige vor ſich zubehalten -
Ä univerſale Monarchie ehender # nach Endigung des Kriegs wieder
würcklich über ſich prrdominiren ſehen / zu verlaſſen; man wolle unterdeſſen die Stadt
nd wird es deswegen der Eydgenoß in völligem Genuß ihrer Religion / Regie
chafft weitreputirlicher und ſicherer ſeyn, daß rung / Freyheit und Ä laſſen; man
man die Verwendung ſeiner eigenen Unmacht wolle ſie mit Handel und Zufuhr beneficien/
nur einfältig in den Gedancken behalte nicht man gedencke ſie auf eigene Koſten mit beſſern
aber heraus ſagt ; dann was werden ins Fortficationen zu verſehen / und ſelbige dar
ünfftige andere Nationen von der groſſen nacher mit abzutretten; man wolle die Löbl.
Eydgenoſſiſchen Macht mehr halten? beyal Eydgenoßſchäfft darvor auffalle thunliche
ſen Vorfällen hat es biß dahin allemal ge Weiſe garandiren / im Fall ſelbige aber dar,
heiſſen, man wolle mit fünffzig, ja gar mit mit kein Genügen nehmen wolte, würde man
hundert tauſend Mann zu Felde kommen Ä Seiten den Krieg und den
rieden zur Wahl geben: Im Fall des erſten
und da es nun aufdie Errettung der Vormaur wäre Ä eimal vor all dahin / und nach
ankommet/willmanſichzureinfältigen Defen
ſion zu ſchwach halten. 4 allem Anſehen geriethees unter den Löbl, Can
-

Dieſem aber ſuchet man zuletzt mit dem zu tonen zur Zertrennung/ vielleicht zu ihrer al»,
begegneu / daß die Eydgenoßſchafft in zugar lerhöchſtem Schaden und Verderben. Im
wiedrige Meinungen und unterſchiedliche In anderen Fall hätte Genf kein beſſeres Glück,
tereſſen zertheilet ſeye. 4 als das Herzogthum Lothringen zu erwarten/
Ich muß ſelbſten bekennen, daß dieſer der welches der Franzöſichen Cron auf ewig iſt
Haupt-Fehler ſeye; wem aber will man den einverleibt wordeſ an Stelle daß es denen
elben anders als der Eydgenoßſchafft ſelbſten Franzöſiſchen Verheiſſungen nach / ſo an den
imputiren? Warum vereinbaret man ſich Kayſer / an Engelland / Spanien / Hol
uicht in Zeiten noch vor ſeinem Untergang? land / und an mehr andere groſſe Potenzen
&# müſſen alle particulare Intereſſen und geſchehen ſind / ſeinem rechtmäſſigen Herrn
º zur Seiten; der abgelegenſter muß wieder hätte ſollen eingeräumet werden.
ſowoi / als die der Gefahr am nächſten Dieſe Großmächtige Regierung kan mit
ynd / ſich der gemeinen Noth nach allen einer herzhafften Reſolution denen andern
räfften annehmen; Wann die Altvorderen Löbl. Cantonen zum rühmlichen Vorbilder
ſolches nicht gethan hätten die Löbl. Ä ſtreckrn/ und iſt einmaln gewiß / daß wann
noßſchafft hätte ihre jetzige Souverainität und man der bevorſtehenden Gefahr mit allem
Freyheit nimmer mit ſo groſſem Lob erwor Ernſt ſich entziehen will / daß ſolches auch
ben vielweniger ſelbige von undencklichen Zei gelingen wird / weilen der gerechte GOTT
# her in ſo erwünſchtem Ruheſtand genoſſen. denjenigen hilfft/ und die errettet/ welche ſich
ann man von unvernünftigenThierenErem ſelbſten nach allem Vermögen trachten zu
pelherholendörffte hätte man nur an die Och helffen und zu retten.
ſen zu gedencken/ daß ſelbige auch mitten in --
->

ACTORUM PUBLICoRUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 29


***699 Es wird Ihren Hochmögenden meiner im geringſten gedacht / daß / da ein TheilAn 169e.
Gnädigſten Herrſchafft ſamt allen hohen unnöthige Kriege erregen und anderer Poten-
wohlmeinenden Intereſſirten eine ſonderbare taten Länder und Herrſchafften / um ſeine
Conſolation ſeyn / wann ſie einen erwänſch Gränzen zu erweitern / feindlich überziehen/
ten Succeſs darauf werden erfolgen ſehen. verwüſten zerſtöhren und unter ſeinen Ge
walt zu bringen trachten würde/ der andere
Bern den 29. Dec. ft. v. 1690. Theil ihme in ſolchem Offenſiv- und Belei
P. Valkenier. digungs- Krieg / als ein bedingter Sclav
beyzuſtehen und eines andern Muthwillen
mit ſeiner äuſſerſten Gefahr und obſchwe
Num. XXX. bendem Verderben auszuführen ſchuldig ſeyn
ſolle. Dieſem zufolge
Copia Send - Schreibens/ ei ſtehet/ Zweytens / alsbald in dem erſten Artickel
nes Wohlgeſinnten / an einen ſei genoſſen daß ein Theil den andern zum Bunds
annehme / zu Ruhe / Schutz /
ner guten Freunden und Eydgenoſſiſchen Schirm und Erhaltung pour le repos,
Ä abgangen / über den wahren defenſe & conſervation ; /Wesweges fer
erſtand des Eydgenoſſiſchen mit der Mers
Cron Franckreich gemachten ewigen Frie Drittens die Hälffe von denen löblichen
dens de Anno 1 16. Hiernach gefolgten Cantons dem König Ludovico XlV. allein
Bunds de Anno 1521, und incidenter an,
derer habenden Bündnuſſen. ln Martio verſprochen wird Artic. 3. in dem Fall /
Anno 169o, wann derſelbige mit Krieg Ä
fen oder überfallen würde/quand dürant
cette alliance Nous Roy ſusdit , ſerions en
- SNein inſonders Hochgeehrter vahis & moleſtés - und damit ſolches ja nicht
Herr / 2c, weiters auf den Fall eines von Franckreich
eigenwillig erregten Offenſions- oder Belei
UF das von demſelben an mich be Ä Krieg ausgedeutet werden könnez
ſchehene Begehren/ Ä
und unpartheyiſche Meynung zu eröff
WIT " .

Vierdtens in eben dieſem Art. 2. wieders


nen/ was die löbl. Cantons, kraft ihrer mit hohlet/ daß die Werbung und Hülffe deter
der Cron Franckreich habenden Bündnüß/ minate geſchehen ſolle / 3u Schutz und
bey gegenwärtigen Läufften zu thun ſchuldig chirm / pour la tuition & defenſe, worr
ſeyen / habe ich davor gehalten / es ſeye mit aber die eigenwillige Offenſe und Bes
nicht zu thun / daß ich mich einer umſchweif
ſenden Wolredenheit / Verblendungen und Olge
ºausgeſchloſſen wird ; dem zu
Verblümungen gebrauche / oder mich und Fünfftens / zum Uberfluß und als wann
andere mit Generalibus aufhalte / und von die löbl. Cantons denen künftigen Verdre
der rechten Ä
abführe/ ſondern bloß allein hungen hätten vorkommen und ihre Nacha
den klaren Buchſtaben gedachter Bündnüß kommen warnen wollen wiederum Art. 21.
und Neben- Brieffen vor Augen lege / und mit klahren Buchſtaben ausgedrucket wirdf
aus denſelben der Sachen gründliche wahre daß die gegenwärtige Vereinigung und
Beſchaffenheit ſolcher geſtalt klärlich dar Tračtat, wie auch die vorhergehende verſtans
thue underweiſe / daß auch ein jeder Bieder den werden ſolle zu Schutz und Schirm/
mann/ der nur ſeine natürliche Vernunfftge le preſent Traitté, ainſi que Ä
brauchen will / dieſelbige wird verſtehen und sº entendra à la tuition & defenſe; welches
d

"# urtheilen
iſt demnach
Äs fah
dieſesordentlich zu verfahren / ſſo
Pierinn dann
Dann noch
Sechſtens ſtattlich erhellet aus dem Vers
folg jetzt angezogenen dritten Artickels/wore
über ich bitte folgende Reflexion zu examini
Der erſte Grund - Satz/ ren weilen durchgehends wie im folgenden
Die zwiſchen Ludovico XIV. und der mit mehrern erwieſen werden wird in dieſem
löbl. Ächafft gemachte Bünd Bund vorgeſehen worden, daß derſelbige ſich
müßiſt keine Offenſiv-ſondern allein eine nur auff diejenigen Herrſchafften erſtrecken
Defenſiv-Allianz / das iſt - ſie iſt nicht ſolle / welche der König von Franckreich zu
aufſgerichtet andere zu beleidigen/ſon ſelbiger Zeit im würckitchen Beſitz gehabt z
dern allein um ſich zu ſchützen. und aber Franciſcus I. An 1% 16. als der ewis
- Dieſes iſt Sonnen-klahr/ ge Friede mit ihm auffgerichtet worden noch
Erſtlich aus der Vorrede oder dem Ein einige Länder die Ludovicus XIV. in dieſer
gang des Bunds-Inſtruments / in welchem Bündnüß in ſeinem ſonſt ungewöhnlichen Ti
allezeit der Zweck / und alſo die Art und tul / als Herzog von Meyland/Graf zu
Gattung / oder Eigenſchafft des Tractats Aſt, und Herr zu Genua bemeldet / diſſeits
pflegt ausgedruckt zu werden. Da lautet es und jenſeits des Gebirgsbeſeſſen; deren die
alſo: Daß man beydes auf Franzöſi folgende Könige biß auff den jetzigen inkluſive
ſcher und Eydgenoſſiſcher Seiten nach entrathen Ä als iſt höchſt vernünfft
dem Exempel und Beyſpiel der Vor aus dem Fundament, daß dieſe Bündnü
LEltern eine wahre Vereinigungs nur bloß defenſiv, nicht aber offenſiv ſeyn
Bündnüß - und gleichförmige gute Ägſº worden / daß wann der
Verſtändnüß unter ſich zu erneuern König in Franckreich, die zur Zeit des ge
vorgenommen habe/ zu Handhabung / troffenen ewigen Friedens ihme unterthänige/
Schutz und Schirm / pour la ſeureré, hernachmahls aber verlohrne Länder wieder
defenſe & conſervation; Und wird nirgend ſuchen und erobern wollte / ſolches, ºb
- -
D 9ülffs
2s MicH. cAsp. LoN DoRP11
Anisys noſſen/
Büffe und zwthun der Herren Edge Reich Oeſterreich und Burgund welche in An1éye.
de nous mesmes (Nous Louis) ſans dieſem Artickel obgemeldter maſſen ausdrück
aide des Ligues, geſchehen ſolle. Wann aber lich genennet werden wider des andern 'nems
die Cron Franckreich durch ihre eigene Macht lich jetzunder wider Franckreichs Gewalt und
ohne Hülffe und Zuthun der 9erren Offenhon beyzuſpringen und zu helffen. Sen“
Ä oberwehnte Länder wiederum
*einbekommen - und beſitzen ſolte/ daß als
tend (alſo lautet das Franzöſiſche Original)
cette reſerve au cas, que quelqu'une d'entre
dann ſolchenfalls und nichtehender oder mous les dites parties (Nous Louis XIV. 8
anderſt / als wann ſolches geſchehen / Nous les Ligues) voudroit endommager»
die Herren Eydgenoſſen ſothaner Länder hal envahir o« moleſter parguerre le: dits reſer
ben 7 der Cron Franckreich Hülff und Bey vez. » aſſavoir-l' Empire; la Maiſon d' Au
ſtand zu thun verbunden ſeyn ſollen. „ Lors ſtriche C de Bourgogne Ge. Deme zufolge iſt
ils ſeront temus Nous donner aide & ſecours im 24. Artickel verglichen: So aber Sacb
pour la conſervation desdits pais. Durch daß etliche / es ſeye einer oder mehr /
welche ſtattliche Erörterung/ der Unterſcheid aus denen in dem vorhergehenden Art.
zwiſchen der offenſon, Angriff Erobe Vorbehaltnen / eintwederen Theil mit
"rung und Gewinnung deren / obſchon Brieg oder anderer Geſtalt / heimlich
zuvor zur Zeit des geſtifteten ewigen oder offentlich antaſten beſchwehren
Friedens von der Cron Franckreich würcklich oder überfallen würde auf ſolchenfall
eingehabten Ländern / und zwiſchen derſelben ſoll die andere Parthey / ohnangeſehen
bloſſen defenſion und conſervation, als ein dieſer Vorbehältnußf der andern Sülff
Haupt-Fundament des ganzen Tractats zu und Beyſtand thun und Schurm
- vorausveſtgeſetzet wird. Nehmlich / es ha wider den Angreiffenden und Letzenden/
ben die Herren Eydgenoſſen gleichſam vor donnera aide & ſecours à la partie envhie,
geſehen / daß man auf Franzöſiſcher Seiten moleſtée ou aſſeillée , contre les agreſſeurs,
K mit der Zeit einſtreuen möchte esſeyen Mey moleſtans ou aſſaillans &c. Es gibt zwaren
*land/ Aſt und Genua in dem mit Franciſco viel gewiſſenloſe Leute in der Welt / die mit
I. aufgerichteten ewigen Frieden einge ihrem betrügeriſchen Geſchwätz ehrliche Bi
ſchloſſen geweſen; nun habe der mit Ludovico derleute verblenden / und ſchwarz für weiß/
XiV gemachte Bund ſelbigen Frieden nicht Ja für Nein / Krieg für Frieden ausgeben
auffgehoben / ſondern vielmehr / wie ſo wohl können ; ich will aber doch nicht hoffen, daß
in deſſen Vorrede / als ſonſten ausdrücklich das menſchliche Geſchlecht ſo weit von GLOtt
"gemeldet wird - allerdings in ſeiner Gültig verlaſſen und verfallen ſeye / daß jemand in
“keit beybehalten / erneuert und beſtättiget / demſelben ſo unverſchamt ſeyn könne / der
folge demnach / daß die Eydgenoſſen ſchul nicht geſtehen müſſe/ daß laut deren bißher
digſeye / in Wieder-Eroberung Meyland/ angeführten klaren Buchſtaben / der zwiſchen
Aſt und Genua/ der Cron Franckreich bey Ludovico XIV. und der Eydgenoßſchafft gee
zuſtehen; dieſem Einwurff begegnet der ob ſchloſſene Bund / nur allein auf die Defen
* angezogene 2 1. Artickel / und ſagt: Es folge ſion oder Beſchirmung keineswegs aber auf
- nicht; Ey warum ? darum / weilen dieſer andrer Potentaten Offenſion oder Verletzung
"ganze Bund einzig und allein angeſehen zu gerichtet ſeye. -

Conſervation und Defenſion deſ / was


Srancfreich zur Zeit würcFlich beſeſſen/ Derzweyte Grund-Satz iſt.
dergeſtalt / daß wann ſie es hernach verloh Dieſe Defenſiv Allianz gehet einzig und
ren/ die Schweitzer nicht ſchuldig ſeyn ſollen allein die jenigen Länder an / welche
zur Wiedereroberung behälfflich zu ſeyn. Ey/ zur Zeit des aufgerichteten ewigen Fries
warum dieſes ? darum / weilen ſie ſonſten dens / und gegenwertigen Anno 658.
ſolcher geſtalt in einen Offenſions-Krieg wi geſchloſſenen / An. 1663, aber ſolennirs
der das Römiſche Reich / oder das Hauß ten Bunds von einem und anderem
„Oeſterreich und Burgund ſich einflechten Theil würcFlich beſeſſen worden, kei
würden, welches dem Zweck / Art und E ncswegs aber diejenige / welche Ludo
genſchafft dieſes Bunds zuwider laufft. vicus XIV. um ſeine Univerſal Monarchi
Endlich nun ein End an dieſem Beweiß auffzurichten / an ſeine WTachbaren
thum zu machen, ſo bitte ich einen jeden ge prºtºdire/ oder mit Gewalt und Liſt
wiſſenhaften treu geſinnten Patrioten nur den ſich ſeitter unterwürfig gemachet. "
33. und 24. Artickelzu erwegen. Dieſes
Art. erhellet unwiderſprechlich
des Bunds. ch aus allen «
*Es haben beyde Partheyen / nemlich Lu
dovicus XIV. und die löbl. Eydgenoßſchafft
in dem Art. 23. etliche auswärtige Potenta l. Gleich in dem Eingang heiſt es zum
ten/undzwaren alle beyde zugleich / das Rö Schutz deren 9errſchaften die wir je
Ä
miſche Reich / die Herren Eydgenoſſen aber OIl$. beſitzen: que nous avons & poſie
ihrer Seiths abſonderlich das Hauß Oeſter
reich und Burgund vorbehalten und in dieſe Il. Art. 1. die Herrſchafften und Un
Bündnuß dergeſtalt eingeſchloſſen / daß / terchanen/ die wir dieſer Zeit beſitzen./
wann einiger unter denen beyden Theilen (als ue preſentement nous avons, tenons&poſ.
zum Exempel 1 jetzunder der König in Franck ſedons : welche drey Worr avons , teons
reich) dieſelbe vorbehaltene/ (alsdaſeynd Sº poſdons ſich nicht verdrehen laſſen,
das Röm, Reich/ Oeſterreich und Bur Abermahlen -

gund) bekriegen/ verletzen oder beſchwehren Ill. Art. 3, in denen Herrſchafften ſo


wolte der andere Theil 1 (als wie jetzunder wir jetzund innhaben / que preſentement
die Eydgenoßſchafft) ſich vorbehalten, ſei avons & Poſledons, und alſofort an durchge
Men Vorbehaltnen / namentlich dem Röm. hends / unnöthig hieher anzuführen. -
--
- -
- Aus
/

AcroRUM PUBLICoRUM CONTINUATIONIS XXI. Buch.


Mºssa. e# dieſen zweyen ungezweiffelten Grund zu niemand, wer derſeye im Krieg An 69°
en folget unwiderſprechlich 2ufruhr oder widerwertig fürnehmen/
lauffen/ 3iehen/ handlen oder thun/
ſondern da ſolches geſchehe / ſoll ſein
Daß/ wann ein Theil der Bundsge hingeloffen Volck von ſtund an / un
noſſen als zum Exempel Franckreich/ verzäglich auf das allerhöchſte wie
nſſer denen zur Zeit des gemachten der heimzuziehen abfordern / und ob
Bundes von ihme würcklich in gehab ſolches jemand verachten / und darin
ten Landen / einen anderen Potenta zer Ur Ä würde/die
tenz der ihn zuvor in ſeinen Landen ſelbe ſollen nacy Erkantnuß ihrer 3er
icht angegriffen mit Gewalt über ren und Obern geſtrafft werden. -

fällt und ſolche Länder, ſo Franck 4.

reich beſagter maſſen niemalen beſeſſen mit z Fünfftens/


einem grauſamen Krieg ſich unterwürfig zu So iſt unwiederſprechlich / und bringt es
machen ſucht ſothaner Offenſiv-uud Verle die natürliche Vernunft mit ſich, daß wann
zungs-Krieg gegenwärtigen Bund nichts im der ganze Zweck und alle Eigenſchafften eines
geringſten angehet/und daherodie HerrenEyd Bunds bloß auf den Defenſions-Fall ge
genoſſen den jetzigen KöniginFranckreich in der richtet iſt und den Offenſiv- Krieg gar
von den Seinigen wider das Röm, Reich/ nichts angehet nothwendig auch alle und jede
ja bey nahe wider die ganze Chriſtenheit/aus Artickel ſothanen Bunds allein auf den De
bloſſer unerſättlicher Ambition mitten im fenſions-Fall verſtanden / und nicht weiter
Frieden undtheuer verſprochenem Stillſtand müſſen ausgedeutet werden, Ä
wider Eyd und Zuſag urplötzlich verübter ungereimetZ wann Franzöſiſcher Seiten man
ganz
mehr als Tartariſchen Rauberey / vermöge bey gegenwärtigen Conjunčturen den r4.Art.
Ä Bunds / nicht die geringſte vorwerffen/ und anziehen will, daß nemlich
ff oder Vorſchub / oder denen andern/ keiner des andern Unterthanen in ſeinen
welche er ſolcher geſtalten überfallen / Schirm/Land Stadt oder Burgrecht
nicht die geringſte 3indernüß in den annehmen / noch des andern Feinde /
Weg zu legen, ſchuldigſeyen. „ , Widerwärtige und Banditen in ſeinen
- Vielmehr hingegen ſo fölget aus allem ob Herrſchaften Landen und Gerechtig
angeführten inſonderheit aus dem angezoge keiten auffhalten gedulten / noch eini
nen 23. Artickel, welchen ich nochmalen wohl # Ä und Sicherheit geben / ſon
zu bedenckenundzu beherzigen bitte/ ern dieſelbe ſeines Vermögens vertrei
ben/und aus dem Land verſagen ſolle.
-- - Vierdtens/ Dieſer Artickel wird / wie geſagt / ganz
Daß weilen dieſer Bund dem König in ungereimt angezogen, um daraus zu erzwins
Franckreich in Ä Fall keineswe gen daß die Herren Eydgenoſſen das Rö
s zu ſtarten kommt - und in eben dieſem Ä Reich und deſſen Stände in gegen
Ä das Römiſche Reich / und benannt wärtigem von Franckreich angefangenem
lich das Hauß Oeſterreich obgedachter maſ offenſiv-Krieg / vom Zutritt zu thren eignen
ſen von denen löblichen Cantons ausdrücklich Landen als da ſind Mümpelgard/ die 1o.
vorbehalten worden; jetztgedachter löblichen
Eydgenoßſchafft/ Ä desfahren Buch
Ä Reichs-Städte das Biſtum
ſeltc. (nun von der Graffſchafft Burgund
ſtabens zuſtehe dem Römiſchen Reich/ nichts zu ſagen) und von ihrer rechtmäſſigen
und insbeſonder dem Hauß Oeſterreich Gegenwehr mit Gewalt abzutreiben. Es iſt
wider Franckreich der ſelbiges feindlich ans niemalen kein vernünftiger Eydgenoß gewes
gefallen zu Sülff zu kommen. Es iſt ja ſen iſt auch auf den heutigen Tag kein ſo
gedachte Vorbehältnuß nicht vergeblich hine unverſchämter Franzoß / der obangezogenen
eingeſetzt. Sie muß ja etwas würcken und Articke von dem offenſiv Krieg auslegen kön
bedeuten nun kan ſie nicht weniger bedeu nen; dann daraus nothwendig folgen würde/
ten / als das / wann nicht Oeſterreich/ daß die Schweitzer auch jetzund nicht neutral
ſondern Franckreich/den Krieg anfange / es bleiben dörfften, ſondern alle Reichs-Unter
auf der Ä Schweitzer. Seiten / bey derthanen alle Oeſterreicher. Würtenberger/
mit Oeſterreich gemachten Erbvereinigung Pfälzer Spanier Holländer Engellän
verbleibe. Nun vermag die Erbvereinigun der und Schweden aus ihrem Land hinausja
2rt. 8. ausdrücklich / daß die Eydgenoſ gen/ und ihnen keinen Paß noch Sicherheit
ſen/ noch dero Landen / Unterthanen/ geſtatten müſſen. Man thue die Augen auf
Zugehörige / oder die ihnen jemalen und leſe die Wortrecht/wie ſie lauten. Franck
verwandt oder zugethan ſind / oder wer reich ſelbſt hat den Herren Eydgenoſſen ſolche
den/ wider die Oeſterreichiſche Land ungereimte Sachen niemalen zugemuthet.
und Leut in argem und krieglichem Der Verſtand obgedachten Artickels iſt klar/
Vornehmen nimmermehr Ä
noch und betrifft die rebelliſche Unterthanen /
thun ſollen in keine Weiſe. Damit auch und die Feinde, welche in einem offenſy
(wie die Original-Wort ferner lauten) dieſe ZKrieg, den ſie angefangen begriffen
ewige/ zwiſchen dem Hauß Oeſterreich nd.
und der löbl. Eydgenoßſchafft Vereini
gung und Verſtändniß deſto
"Ätaber je in dieſer Sach kein Zweif
cher fel überbleibe ſo bitte ich diejenige, welche
Fehalten und gehandhabetwerde/ſo ſoll mehrgedachten 14. Artickel in grgenwärtige
Ginführo kein Theil ſeinen Untertha Läufften dem Königin Franckreich zu Gefallen
men/ Zugehörigen / oder die ihm ver“ anziehen, ſie wollen dieſen Artickel forten
wandt/ oder zugethan ſind/ verhengen ſo werden ſie finden / daß ſich derſelbe auf den
noch geſtatten/ daß ſie wider den an ITractat des ewigen Friedens beruft Ä
dern noch deſſelben Land und Leut aus ſelbigem genommen iſt; dann aº. g
- -

32 - -
- - MICH. c AsP. LONDORPII -

. . .. . . . .

Aa. 1690. beygeſetzt wird wie dann der Traétat des een und Landen als vor dem ach-Asissé
ewigen Friedensvermag. Was vermag ten Artickel beſchrieben ſteht / über-“
dann hierunter der Traëtat des ewigen Fries ziehen oder bekriegen wolten/ alsdann "
dens? Der wird uns die Erläuterung geben ſollen wir gemeldte Ä
die Unſere"
in dem achten und dreyzehenden Artickel. Wir nicht wieder gemeldten König lauffen laſ-“
wollen ſolche von Wort zu Wort hieher ſe ſen, wie das im achten Artickel eigentlicher"
zen. Derachtelautet alſo: - erläutert iſt, ſondern denn zumal bey deme"
»: Zum achten/ damit r Will und
- -
º/ alle Argeliſt hieran ausgeſchie-"
» friedliche Meinun Ä ein auf (M."

» rechter beſtändiger Fried und Freunde Nun bitte ich alle rechtſchaffene Patrio
» ſchafft, deſto baß bleiben und beſtahn ten/ ſie wollen dieſe letzt angezogene Artickel/
» möge; ſo ſolle jeder Theil des andern nemlich den 14. des Bunds und den 8
» Feind/ wiſſentlich oder ſo ſie deſſen be und 13. des ewigen Friedens/ miteinander
3» richtet wird nicht enthalten / oder in ihr überlegen. Jener X1V. (worvon man
»ren Gerichten / Herrſchafften und Gebieten/ Franzöſiſcher Seiten ſo viel Verblendens
" dulden noch leyden auch ihnen keinen Paß machet) gründet ſich auf dieſe letztere/ und
Ä Wir obgemeldter Ä ſollen auch der letzte entſcheidet die Sache ſo klar / daß
* keinem der unſeren weder zu Roß noch zu ſich darüber zu verwundern. Er macht den
" Fuß hinführo zugeſtatten bewilligen oder Unterſcheid / und ſagt ſo viel: daß wann
zulaſſen wider die obgemeldte Eydgenoſſen/ Franckreich in ſeiner Ruhe ſitzend von an
* oder ihre Verwandten und Unterthanen / deren in ſeinen zur Zeit der Bündnuß innge
" Lande / Herrſchafften und Erdreiche / wes habten Landen ſollte wollen angefallen wer
ºder durch ſie ſelbſt/ oder zu anderen Für den/ ſo gelte der 8. Artickel des ewigen Fries
"ſten und Herren und Gemeinden / ſo die dens und folgends der 14. auf ges Ä
-------- " wider ihr Landſchafft führen wolten gründete Artickel des Bunds. "

» zu ziehen: Beſonders wann des Noth iſt/


ze # höchſten bey Leib und Gut vorkommen: Dafern aber Franckreich den Pabſt /
* Dargegen und hinwiederum ſollen wir obe oder Kayſer / oder das Römiſche Reich/
sº gemeldte Eydgenoſſen für uns ſelbſt noch oder das Hauß Oeſterreich 1 oder den Hers
e, unſeren Unterthanen/keineswegesbewilligen zog von Würtemberg / oder ſonſt einen
- noch zulaſſen einigen Fürſten/ Herren und Bundsgenoſſen angreiffe / ſo hindere der 8.
e, Gemeinden zuzulauffen die ihn gemeldten Artickel des ewigen Friedens und folglich
- König in ſeinem Königreich Franck der 14. Artickel des Bundes / ganz und gar
*reich ſeinem Herzogthum Mayland/der nicht, daß man nicht dem Pabſt / Kayſer /
* Herrſchafft Genua Graffſchafft Aſt/ oder Reich/ Oeſterreich Würtemberg c. wider
andern ſeinen innhabenden Landen und Erd ranckreich beyſtehen/ ihnen die nöthige De
- reichen zu ſchädigen oder zu überziehen enſionss und Diverſions-Mittel verſtat
» vermeinten. Dieſem füge man nun bey den ten / und dasjenige thun ſolle / was recht
13. Artickel gemeldten ewigen Friedens / Gewiſſens- und Vatterlands - liebenden
welcher auf den achten ſich ausdrücklich bes redlichen Eydgenoſſen zuſtehet/ ohne Scla
rufft/ und die völlige Erörterung giebt mit Perey.
folgenden Worten: "Unſer der Eydgenoſſen Endlich und - - -
halber ſind vorbehalten / unſer Allerheilig
„ſter Vatter, Pabſt Leo X. der H. Röm.
» Stuhl / die Kayſerl. Majeſtät / das Rö
:: miſche Reich das Durchl. Hauß Oeſter
- - Zum Sehſen/
So ſchließt ſich von ſelbſten aus obigem
Ireich der Durchs Herzog von Würtem allem / daß wann der König in Franckreich
»berg/ unſere alte Bünd/ und alle andere / den Römiſchen Kayſer/ das Heil. Römiſche
„, mit denen wir Bündnuß/ Burg und Land Reich / oder andere vorbehaltne Bundsge
»recht haben und uns verwandt ſind alſo/ noſſen / in ihren beſitzenden Landen überzie
und in ſolcher geſtalt/ wo und wann er hen oder bekriegen wolte / und die löbli
» meldter Aller - Chriſtlichſter König chen Cantons ihm auf einige Weiſe beyſte
» von Franckreich die Päbſtliche Hei hen/ oder geſtatten / daß ihre Unterthanen /
»ligkeit/ den Römiſchen Stuhl Bay oder Angehörige ihm zulauffen oder zuziehen/
„ſerliche Majeſtät / das 3. Römiſche und nicht vielmehr / da ſolches geſchehen /
» Reich/ oder andere vorgemeldte un ihr hingeloffenes Volck von Stund an
»ſere 2Hundsgenoſſen / in ihren beſitzen unverzüglich auf das allereheſte wieder heims
» den Landen überziehen oder bekriegen zuziehen abfordern / und ob ſolches jemand
• wolte / daß wir alsdann denſelben verachten / und darinn ungehorſam erſchei
• Herren und unſeren Bunds-Genoſſen/ nen würde / denſelben abſtraffen : Sie in
die Bündnüſſen und Vereinigungen ſolchem Fall nicht allein ihre urälteſte und
» mit ihnen vor dato dieſes Brieffs an urſprüngliche mit dem Römiſchen Reich je
genommen und andere unſere Pflicht derzeit unterhaltene Freundſchafft/ auch nicht
» ehrlich treulich und redlich halten / allein die mit dem Hauß Oeſterreich aufgerich
" und unſeren gethanen Verſprechenge tete Erb - Einigung / ſondern zugleich auch
"nug hin wollen. Wo ſich aber begeben ſelbſten den ewigen mit Franckreich gemach«
- und ſchicken würde / daß die hiebevor be ten Frieden brechen und alſo an GOtt dem
» nennte Herren und Bundsgenoſſen gemeld allerhöchſten Richter/ zu dem ſie geſchworen,
"ten König von Franckreich in ſeinen Kö an dem Heil. Römiſchen Reich an dem
migreichen und beſitzenden Herrſchaff Erzhauß Oeſterreich ja auch gar an dem
König
-. - - -- - - - - - - . :--
- - -: -
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 33
An. 1690, König in Franckreich ſelbſten Eyd - und ſelbſten ſchuldig ſeye / in gegenwärtigem FallAn. 169o.
Bundbrüchig würden. -
niemand von den Jhrigen zu dem König in
Dieſes letzte wird aus den klahren Buch Franckreich laufen oder ziehen zu laſſen ſº
dern die hingeloffen unverzüglich abzufordern/
ſtaben erwieſen.
In dem ewigen Franzöſiſchen Frieden mit und ob jemand ungehorſam erſcheinen würde/
Franciſco I. aufS. Andreas-Abend zu Fry U #en; dergeſtalt / daß wann der König
burg Anno 1 16. aufgerichtet / ſtehet Art. in Franckreich den Löbl. Cantons zumuthet
XIII. mit trockenen Worten / wie allbereit ihme einige Völcker zu geben oder in ſeinen
oben augeführet: Wo und wann ermeld Dienſten zu laſſen / es eben ſo viel iſt als
ter Aller - Chriſtlichſter König von wann er ihnen zumuthete / wider alle Ehr
Srancfreich / den Pabſt/ den Röm. und Gewiſſen I an GO T T und den
Stul/ Kayſerl. Majeſtät / das 3. Ró
M.
Äſse
Eyd - und bundbrüchig zu wer
miſche Reich / oder andere vorgemeld
te Unſere Bundsgenoſſen / in ihren Ich hätte noch viel andere Erinnerungen
beſitzenden Landen überziehen oder be und Vorſtellungen zu thun/ welche ich aber
Eriegen wolte/ daß wir alsdann denſel auf andere Gelegenheit verſpahre / und neh
ſelben Herren und unſeren Bundsge me jetzund ſchließlich Himmel und Erden /
noſſen die Bündnüſſen und Vereini und eines jeden ehrlichen und in der Sach
gung mit ihnen vor dato dieſes Brieffs informirten Eydgenoſſen Gewiſſen zu Zeu
angenommen und andere unſere Pflicht gen: Ob nicht Ludovicus XIV. einen unnö
ehrlich / treulich und redlich halten / thigen / grauſamen und unchriſtlichen Krieg
und unſerem gethanen Verſprechen ge angefangen ob er nicht ſo viel unſchuldige
mug thun wollen. Fürſten/ Grafen / Geiſtliche und Weltliche/
ohne Anſehen der Religion / Stands und
Nun ſteht ferner in der / fünf Jahr vor Weſens / ſo viel Städte und Länder / ohne
dato jetzt gemeldtem ewigen Franzöſiſchen einige gegebene
Ä den 7. Februarii Anno 15 1. zu Urſach / elendiglich mißhan
aaden im Ergau mit dem Hauß Oeſter delt / Tartariſcher Weiſe verheert und ver
ſterreich gemachten Erb-Einigung / gleicher wüſtet benanntlich alle die in dem ſo offt
Geſtalt mit trockenen Buchſtaben / Art. 8. angezogenen ewigen Ä und letztgetrofs
daß die Eydgenoſſen / noch dero Lan fenem Bund ausdrücklich vorbehalten. Pö
tentaten/,
de / Unterthanen / Zugehörige / oder ſche Reich den Pabſt/ Kayſer / das Römi
die ihnen jemal verwandt oder suge / alle deſſen rechtmäſſige Chur
than ſind oder werden / wider die Fürſten und Stände 1 ins beſonder das
Hauß Oeſterreich / Würtenberg / c.
Oeſterreichiſche Land und Leute imar an
hren / Landen und Leuten / Rechten und
gen und krieglichen Vornehmen nim Gerechtigkeiten / hochtrabender und unge
mermehr ſeyn7 nochthunſollen/in keine bundener Weiſe angegriffen gekräncket und
Weiſe. Damit auch dieſe ewige/ 3wi geſchändet/ und zu Ausführung ſolcher Tha
chen dem Hauß Oeſterreich und der fen ſich mit dem Erbfeind Chriſtlichen Nah
öbl. Sydgenoßſchafft Vereinigung und mens gegen die geſammte Chriſtenheit in
Verſtändnuß deſto ſtattlicher gehalten einer Offenſiv-Allianz verknüpffet? Ob nicht/
und gehandhabt werde / ſo ſoll hin Da er ſolches angenommen und verübt / die
führo kein Theil ſeinen Unterthanen / ganze Chriſtenheit unter ſich in Ruhe geſeſ
Zugehörigen f oder die ihm verwandt ſen/ und ihme / als einem groſſen Monar
oder zugethan ſind / verhengen noch chen / alle Ehr und Obſervanz erwieſen?
geſtatten/daß ſie wider den andern noch
deſſelben Land und Leute / zu nie Daher dann am Tage liegt wer Ag
mand / wer der ſeye/ im Krieg 2uff greſſorſeye / und was demnach in dieſer Be
ruhr oder widerwertig fürnehmen / gegnüß die löbl. Eydgenoßſchafft zu thun
ſchuldig/
lauffen/ ziehen/ handlen oder thun/ſon oder befugt ſeyn möge. Wobey
dern da ſolches geſchehe / ſoll jeder ſein es dißmals bewenden laſſe/ verbleibend
hingeloffenVolck von Stund an unver
söglich auf das allereheſt wieder heim Meines inſonders Hochgeehr
zuziehen abfordern/ und ob ſolches je ten Herrn
mand verachten und darinn ungehor
ſam erſcheinen würde - dieſelben ſollen Ergebenſter Diener
nach Erkanntmnß ihrer Herren und
Obern geſtraffet werden. ... Patriote.
Woraus dann unwiderſprechlich folgt /
daß die löbl. Eydgenoßſchafft / Kraft des
mit Franckreich getroffenen ewigen Friedens/

Achtzehender Theil. CAP. II.


34 MICH. CASP. LONDORPII
An, 1690. «Z: HFH HÄÄÄÄÄHHHHHHL HH : Hi Hº S:5- An 1690.
CA PU T II.
Von Müntz-Sachen/ Anno 169o.
Num. I. Schluß/ jedoch bis zur ratification allerſeits
hoher Herren Principalen / gefaſſet worden.
Receſszwiſchen den Chur-Säch wünſchen Nun hätte man wohl nichts liebers ſehen und
ſiſchen / Chur-Brandenburgiſchen tzung nachmögen / als ſofort zu einer Ausmün
und Braunſchweig-Lüneburgiſchen zu Tor oder doch wenigſtensReichs-Müntz-Ordnung/
der alten
nach dem Zinniſchen #
gau/in Münz-Sachen aufgerichtet/ d. 28. ſe zu ſchreiten/und ſolchen/als eine durchgehen
Očtobr-169o.
de Interims-Richtſchnur aller ſchlagenden
Uwiſſen: Ä bey dem im Heil. Sorten/wieder einzuführen und zum Effect zu
SÄRöm. Reich faſt gänzlich zerfallenen bringen/weilnaber vor der Hand ſolches aller
ÄÄund je länger je mehr zu völliger Kippe dings nicht practicabel, indem das gute Geld in
- rey Ä Müntz weſen/ man hin und wieder verſteckten Hecken-Müntzen
nun geraume Jahre heround von Zeiten zu Zei häuffigeingewechſelt und verſchmeltzet / das
ten/ſdwohlauff dem noch währenden Reichs Silber / durch die gar zu geringhaltige Sor
Tage als auch hin- und wieder gehaltenen ten im höhernWerth bezahlet/und dadurch daſ
Crayß-und Mäntz-Probations-Tägen / auch ſelbeſeitherohoch angeſtiegen/und noch täglich
anderen particulier Conventen / dahin ſorgfäl anſteiget/auch keine Verringerung zu hoffen/ſo
tiges Abſehen getragen/wie ſolchem ſchädlichen lange auf ſolche verbothene Weiſe continui
Unweſen dermahleins mit Nachdruck geſteuert/ ret und vorerwehnte ſchlechte Sorten überall
der allgemeine über Land und Leute gehendeun imCours, und nicht nach dem Valore intrinſeco,
ſägliche Schaden abgewendet/und hinwieder ſondern nach dem externojudiciret/undzu zwey
gutes Geld im Reiche eingeführet werden mö, vom hundert gegen gute Gelder (ſo jedoch in
ge / daß dennoch zu ſolchem heilſamen und ge effečtu 2o.bis 3o. pro Cent beſſer) conſiderirt/
meinnützigen Zweck/ aller Reichs-und Crayß und dadurch die Heckenmünzen nur fomentiret
Schlüſſe ungeachtet/bishero nicht zugelangen worden. Und dann bey ſo geſtalten Sachen
geweſen, ſondern vielmehr das höchſt-ſchädli unmöglich gefallen/von einem Extremo ſofort
che Ubel von Tag zu Tag dergeſtaltergröſ auffs andere zu kommen; So hat man zu eviti
ſert/ daß /da/ nach Verordnung der Reichs rung gröſſern Unheils und endlichen Siſirung
Conſtitutionen/ die Marck fein zu 9. Thlr. des Abfalls von der rechten Regel auch nechſt
2. Groſchen/und nach dem von einigen Chur künftiger Verbeſſer- und Rectificirung des
Fürſten und Fürſten vor geraumen Jahren/ Münzweſens/den Weg einigermaſſen zu bah
angenommenen ſogenannten Zinniſchen Fuß zu nen/ wiewohl ohne allen Abbruch und Prajudiz
1o Thlr. 12. Groſchen ausgemüntzet werden derer dikfalls ergangenen Reichs-und Crayß
ſollen nun einige Jahr her von ein und an Schlüſſe/ dasnechſte und beſte Mittel zu ſeyn
dern Ständen aus ſchädlichem Getrieb ge erachtet/ ſich eines gewiſſen Interims-Remedii
winnſüchtiger Leute/ die Marckzu 13. 14. 15. zu bedienen und zu vergleichen.
2o. und mehr Thalern ausgemünzet/und ſolche 1. Solchemnach iſt allerſeits beliebet und
Souten - ob ſie gleichzo.3o. bis 4o. Thaler feſtgeſtellet worden / daß eine jede feine Marck
pro Cent im Gehalt geringer / gleichwohl von in Ein-Zwey: Dritteln und Sechſtel-Stü
verſchiedenen hohen Ständen des Reichs im cken auff zwölff Thaler ausgemüntzet / und
«Handel und Wandel gedultet / und ausderen aus vielen erheblicheu Urſachen bis nechſt
Landen in den Ober-und Nieder-Sächſiſchen künftigeMichaelis damit continuiret/auch von
Crayß häuffig eingetrungen. Daher denn keinem derer hohen Herren Correſpondenten
nicht ohne Urſach zu beſorgen / daß wenn auff einige Weiſe weiter herunter gegangen
nicht in Zeiten annoch Hand angeleget und werden ſoll / da man dann um ſelbige Zeit
mit allem Ernſt und Nachdruck zur Sache wiederum zuſammen zu kommen / und einen
gethan werde man endlich gar in die äuſſer verhoffenden nähern und beſſern Müntzfuß feſt
ſte Kipperey gerathen/und hernach das Werck zu ſtellen / die Abrede genommen: Wobey
zu redreſſiren / oder auf vorigen guten abſonderlich beſchloſſen worden / dahin ſich
zu bringen / um ſo viel ſchwerer fallen dürfte. zu bearbeiten / daß um deſto beſſeren Nach
Solches heilſame Werck aber auffden Schluß drucks willen / der Weſtphäliſche Creyß zum
derer beym Reichs-Convent annoch vorge Beytritt und Conformität diſponiret werden
henden Deliberationen länger zu differiren/ möchte/ welches man an Seiten Ihrer Chur
bedencklich geweſen; Und dann ſolches alles fürſtl. Durchl. zu Brandenburg 7 zu Werck
an Seiten Ihrer Churfürſtl. Churfürſtl. zu ſtellen übernommen / und mit ehſtem in
Durchl. Durchl. zu Sachſen und Branden
burg 1 auch dem geſammten Hochfürſtl.Hau
Än
lhig.
die Nothdurfft zu beobachten/er
ſe Braunſchweig und Lüneburg zu ſorgfälti 2. Was die in allerſeits hohen Herren
em Gemüthe gezogen / eine abermahlige Zu compaciſcenten Landen paſſirende Müntz
ammenkunft in der Stadt Leipzig beliebet/ Sorten betrifft / ſo iſt abgeredet worden/
und allerſeits Räthe und Miniſtri auf den 1o. daß/ nebſt denen Chur-Sächſiſchen und
jüngſt verſtrichenen Monats Januarii zuſam Chur-Brandenburgiſchen / auch Fürſtlich
mengeſchicket worden: So iſt daraufdie Sa Braunſchweig-Lüneburgiſchen alten zum wes
chez im Namen des Höchſten nach hinc inde Ä / auch die nach vorermeldten Fuß ge
ausgewechſelten Vollmachten/in fleiſſige Deli prägten neuen Sorten / weil deren Bonität
beration gezogen / und folgende Abrede und und Gehalt gleich ſowohl in gemeinen
Vs
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONs xxl. Buch. 35
An 169o.kehrungen / als auch abſonderlich in allen Sächſiſchen Croyßen eine gute Nachfolge ha-An. 169ö.
Wechſel-und andern Zahlungen / es ſey in ben möge; So iſt nöthig befunden worden, wei
oder auſſerhalb denen Meßzeiten / in gleichem len die Crone Schweden bishero in dieſerMate
Preiſe / reciproce angenommen und ausge rie propublicogute Intention geführet/dieſel
geben ; hingegen alle andere / auſſerhalb des be/ wie ſchon oben beym 2. Punct theilsange
nen ordentlichen Ober- und Nieder-Sächſi mercket/zuinvitiren/daß ſie dieſem löbl. Vor
ſchen Crayß-Müntzen/ auf denen Neben-oder haben beytretten / bey ihrer Stertiniſchen
Hecken-Müntzen geſchlagene alte und neue Crayß-Müntzſtadt gleichmäſſige Verordnung
Sorten nicht paſſiret werden ſollen: Und da thli/ auch darüber Dero im Nieder-Sächſi
mit auch dißfalls die Conformität deſtoehen ſchen Crayße mitführenden Ausſchreib-Amts
der erhalten werden möge / wollen Ihre halber/mit Hand anlegen/und ferner alle Be
Churfürſtl. Durchl. zu Sachſen tc. bey der förderung darzuerweiſen möge; maſſen dann
Cron Schweden oder Dero Vor-Pommeri auch mit Sachſen-Gotha darüber zu gleichem
ſchen Regierung zu Stettin behörige Fürſtel Ende förderlichſte Communication gepflogen
lung thun / gleichwie es Churfürſtl. Durchl. werden ſolle. - -

zu Brandenburg/und das Hochfürſtl. Braun J. Daß auch diejenigen Stände in Ober-und


ſchweig-Lüneburgiſche Hauß bey dem Weſt Nieder-Sächſiſchen Crayſen/ ſo bishero wie
phäliſchen und im Nieder-Sächſiſchen Cray der die Reichs und Crayß-Schlüſſe auſſer de
ſe zu beobachten / ſich anheiſchig gemachet, nen Crayß-Münz-Städten gemünzet/von ih
3 Weilen aber ehe und bevor ein ſufficientes ren Neben-Müntzungen abſtiniren mögen: So
Sürrogatum von denen hohen Herren Com iſt/zu ſolchem Ende/geſchloſſen worden/zuför
paciſenten angeſchafft / ſolches Verbot ſo derſt an alle und jegliche Stände beyder Crayſe
gleich anjetzonicht wohlpračticabel ſeyn dürff gewiſſe Schreiben abgehen zulaſſen und ihnen
te, indem verſchiedene dißfalls ergangene re nicht allein dieſen unter mehr höchſt-gedacht
ſpečtive Devalvarions-auch Verbots-Edéta eorreſpondirendenChurfürſt-undFürſtl.Häu
eben darum von keinem Effečt geweſen / daß ſern getroffenen Schluß / ſondern auch die ge
kein zulängliches Surrogatum vorhero verhan nommene unveränderliche Reſolution zu inti
den geweſen. Dannenhero die geringen Mün miren/ daß ſie nicht allein a dato von allen und
zen zu Unterhaltung des Handels auch der jedenAusnünzungen aufthren Hecken-Müntz
&Wechſel-Zahlung immerhin im Lauffe pre Städten abſtehen und da einoderandermit
Wiret/ und hergegen die wenigen guten Sor dem Münz-Regalberechtigter Stand/zu Be
ten denen Hecken-und Pacht-Münzen nur pro huff ſeiner Land und Leute 7 einige Quantität
pzbulo gedienet, ſo werden allerſeits hohe Gelder ausmünzen laſſen wolte/ derſelbe das
Herren Compacitenten mit der beliebten Aus darzu benöthigte Silber auf eine der ordent
mänzung nicht ſäumig ſeyn/und gedachtes lichen Ä ſchicken/unddaſelbſt ge4
Surrogatº anſchaffen / auch dabey alſofort gen Erlegung des Ä
ihrendeßfalsergangenen Verbothen und tzung thun laſſen/ſondern auch zu ſolchemEnde/
Edictis mit Ernſt nachſetzen und ſelbige von die bey ſolchen Heckenmünzen vorhandene
dato an binnen 6. Wochen auff gegenwärtig Stock und Eiſen / zuſammt denen Rüſtungen/
verglichene Maſſe Publiciren; dabeyes denn ſelbſt abthun und aufheben oder dieſelbe zu der
in Öonſideration kommen / weilen doch die Crayß-Müntz-Städte einſenden ſolle/ mit der
Ausfertigung der Schiedemünzen zu keinem angehenckten ausdrücklichen Commination,
andern Ende angeſehen / als daß man bey daß/auffverſpührenden Fall, da denen Reichss
ahlung und Gewerbſchafften deſto beſſer und Crayß-Schlüſſen und dieſer dißfallsge
Ä kommen könne / daß gleichwohl troffenen Abrede zuwider gehandelt werden Ä
damit wie hernach unten mit mehrermdiſpo te/ſofort ohne alles Nachſehen mit der Execu
jrt wird/Maſſe gehalten/ und auff die oben tion verfahren werden ſolte. Wie dann Krafft.
benannte Zeit/bis nemlich nechſt-bevorſtehen dieſes allerſeits hohe Herren Compaciſcenten
de Michaelis, in der Ausmünzung ſich der ſich verbunden/ daß ſie ſiracks ohne weiterNach»
geſtalt bezeiget werdeºa woferent Aus ſehe./mit der Execution,zum wenigſten wieder
jänzung der zwey- Groſches Stück nicht die in jeglichem Crayß ganz bekannte Heckens
gänzlich wie ſonſt man der Meyung gewe münzen/ auf verſpührte Renitenz, und zwar
j inne zu halten - die Marck auff 12. jeden in ſeinem Territorio allein 1 auſſerdem
eichsthlr. 9. Groſchen / bey den einzeln Territorio von denen ausſchreibenden Fürſten/
j Marien-Groſchen aber auf 12. Rthlr. aufferheiſchende Nothaber / geſammter Hand
Groſchen und an denen noch keineuMün vollenſtrecken laſſen/ auch daß keine dergleichen
zen als 6. 3. Pfennigern auf 3 Mºhr tet werden/darüber mit allem weiter
Hecken-und Winckelmünzen aufgerich
Ernſte und Nach
und nicht höher ausgebracht und vermünzet
werden ſolle. - - - -
druck halten; wo aber noch einig Bedencken obs.
Ä. Es wollen auch allerſeits hohe Herren handen/ iſt abgeredet / daß die hohen Herren
Compaciſcenten in ihren Landen / das zu ihrer Correſpondenten über jeglichen Crayß-Müntz
aller Behuffund würcklichenMünz-Gebrauch Städtenähere Information einziehen / ſodann
paſſirende Silber mit keinem Zoll/acciſe, oder unter ſich per litteras weitere Communication
jergleichen Impoſitionen ſehaben Namen/wie pflegen / und ſich eines gewiſſen entſchlieſſent
ſijlen belegen ſondern auffalle Weiſe die oder da es alſo gut befunden werden ſolte/ eine
Zuſammenkunft darüber veranlaſſen wollen.
Wohlfeile des Silbershelffen facilitiren und Welche Execution dann auch wieder die Life
befördern. . . .. . . . ranten/deren Anhang/auch Münzmeiſtere und
Damit nun dieſeder hohen Ä Arbeiter andergleichen Neben-Müntzen exten
rende Churfürſt und Für ſtlichen Häuſerby diret, und die Verbrecher / nach Befinden/an
jenwärtigem zerrüttetenMünzuſtand füh Leib Gut und Leben geſtraffet werden ſollen:
jde aufrichtige Intention, auch bey denen an.“
deren Ständen dieſer beyder Ober-und Nieder Wie dann Fºtº:
2. - - - - - - I
2chtzehender Theil,
36 - - MICH. CASP. LONDORPII
An. 169o.hen Herren Compaciſcenten dergleichen Ca ſchehen ſolte 1 auch daſſelbe zugehöriger Ans An. 1690.
ſus, darüber eine ſolche Execution zu verhän Thung gezogen werden möge, Weichenfals dass
gen/ kund werden ſolte/ſie darüber zuobbeſag* jelitgefwas eine hohe Obrigkeit der andern wird
tem Ende und ſchleuniger Vorſtreckungſotha? advertirent zu gemeinſamem Nutzen gedeyen/
uer Execution fleiſſige und vertrauliche Com auch dem anzeigenden Privato der vierte Theil
munication jederzeit pflegen/auch zu anderwei davon gelaſſen / und ſein Name verſchwiegen
tem Vernehmen/uin der Sache näherzutretten/ werden ſoll.
nechſt-bevorſtehenden Michaelis ohne weiteres o. Wein auch hin und wiederum ſchänd
Ausſchreiben ohnfehlbar zu Leipzig zuſammen lichen Wuchers undGewinnſtswillen von eini
kommen wolten. gen Münzmeiſtern die Jahrzahlen verrücket/
7. Damit auch Münzmeiſtere und War auchwol gar falſche Bilder auff die Mützen
deine ihr Officium der Gebühr verrichten und geprüget/ und dadurch nichtallein jedermänni
von Demjenigen/was dem Reichs-Crayß-und glich durch ein höchſt-ſtraffbares Falſum hin
gegenwärtigem Schluſſegemäß iſt nicht abſe tergangen, ſondern auch die Zerrüttung und
zen mögen; ſo hat man dienlichen befunden/daß Confuſion des Müntz-Weſens dadurch mit be
Ä
jeder Münzherr / ſo eine alte
Ä immittelſt und bis die Crayß-Wardeine
fördert wird: So iſt abgeredet worden, daß/
wann dergleichen einer (welcher es entweder
beſtellet werden können, ſeinen Münzmeiſter vo hin gethan / oder auch noch thun möchte/ )
und Wardeiu bey einem ſeiner Raths-Colle betrerten werden ſolte/ derſelbe mit Confiſcati
giorumſolcher geſtalt verpflichten laſſen will/ on aller ſeiner Haab und Güter/auch/nach Be
daßerſchobigem allen gemäß bezeigen ſolle / findung und geſtalten Umſtänden / am Leben/
maſſen dann/ wie es geſchehen/auch formulam andern zum Abſcheu und Exempel, ohne alles
Juramentiinformaprobante reciprocèzucom Nachſehen und Gnade abgeſtraffet zugleich
municiren / weilen die anderweite Zuſam Demjenigen Privato, welcher einen ſolchen Falſa
menkunft allzu lang hinaus ſich erſtrecket/ver rium kund machen würde von denen confiſci
abredet worden; Es wollen auch die hohen renden Gütern quarta pars unfehlbahrzugewen
Ä correſpondirende Churfürſt - und
ürſtl.Häuſer keinen Münzmeiſter oder War
det und ſein Name auf Begehren gleichfalsver
ſchwiegen werden auch dieſes/damit es nicht
dein/ der nicht ſolchergeſtalt undim ſpecie auff unbekant ſeyn möchte, dem künfftig auszulaſſen
dieſenitzigen Schlußin würckliche Pflicht ge habenden Edičteinverleibet werden ſolle.
nommen/zu der geringſten Arbeit zulaſſen/ſol 11. Damit auch die Kauffleute und andere/
dern auch/ daß ſolches heyandern Ständen/ von Silber-und Geldlieferung auf die Neben
ſo mitErayß MünzStädtenverſehen/gleich und Heckenmünzen deſto mehr abgeſchrecket
falls geſchehe/darüber nachdrücklich zuhalten/ werden mögen/ſe wollen allerſeits hohe Herren
ſich verpflichten. Compaciſcenten Ä die Contravcntores
8. Denen General-Wardeinen ſoll ihre ge nicht alleine mit öffentlicher infamie belegen/
bührende Authorität und Macht gelaſſen und ſondern auch des Landes verweiſen/ benebenſt
fie/ wann dementgegengehandelt werden ſolte/ Das weggenommene Silber confiſciren/ und
dabeygehandhabet; hingegen dieſelbe auch zu ſolches alles denen abzufaſſenden Edictis inſeri
Beobachtung ihres Officii ernſtlich angehal ren laſſen.
ten/und damit ſie auch über dieſen Schlußge 12. Wegen der Schiedmünze/davon und
bührende Obacht halten mögen/ ihnen ſofort deren Gehalt oben im 3.Articulmehrers befind
davon Communication gethan / und da ſie im lich/hat man ſich auch dahin ingeſammt verbun
Crayße etwas ſo dieſem Schluß zu wieder / den / Daß ein jeglicher der compaciſcirendenho
vernehmen und in Erfahrung bringen möchten/ hen HerrenſolchZiel und Maſſe künftig darint
ſo ſollen ſie daſſelbe / es ſey auch von wem es halten und gehörige Verordnung in der That
wolle/ an die Crayß-ausſchreibende Fürſten/ ſtellen ſolle / damit die benachbarten Lande das
auch jedes Orts hohe Obrigkeit/ anzuzeigen/ durch nicht beſchwerer werden mögen.
gehalten ſeyn. 3. Ubrigens iſt von dieſem Schluſſe nicht
9. Obwohlen auch in denen Reichs- und allein dem Reichs-Convent zu Regenſpurg/
Crayß-Schlüſſen zualler Gnüge verſehen, wie durcheines jeglichen Geſandſchafft zu dem Ende
es mit denen Goldſchmieden / Trathziehern/ parte zugeben/daß ſie unter ſich ſowol eine ver
Silberarbeitern und dergleichen / welche gute trauteCorreſpondentz in dieſer Materie führen/
Reichs-Sorten in den Tiegel werffen und ver als auch durch allerſeitsdienliche Officia, das
ſchmelzen/wienicht weniger mit denenjenigen/ Werckbeyanderen Geſandten allda/zuErgreif
ſo verbothenen Wucher mit Einwechſel und fung einer Dermahligen ernſtlichen Reſolution
Ausführung guter und tüchtiger hingegen Ein zu befördern/ſondern auch anJh. KayſMajeſt.
führ-und Verwechſelung ſchlimmer und ge ſelbſt von denen hohen Herren Principalenaller
ringhaltiger /auchwolgarverruffener Sorten unterthänigſteCommunicationzuthun/unddie
treiben/und dadurchzuConfuſion und Unweſen ſelbe gebührend zu erſuchen/daß allerhöchſtge
Anlaß geben/ſo wird zwar eine jegliche Obrig dachte Ihre Kayſ. Maj, auch ſolcher dißfuls
keit in ihrem Lande auch dieſem Gebrechen zu führenden guten Intention allergnädigſt bey
ſteuern und mit allem Ernſt und Schärffe dar tretten und es endlich beyandern in die Wege
äber zu halten, ohne das bedacht ſeyn. dereinſtrichten möge/damit vorerſt der vor Au
Es haben aber die ſämmtlichen hohen Herren genſchwebenden Kipperey-Calamität möglichſt
Compaciſcenten auch dißfalls beliebet/ſolches geſteuert/Land und Leute aus den verderblichen
nicht allein dem dieſeshalben binnen ſechs Wo Unweſen geriſſen / gutes Geld hinwiederher
chen auszulaſſenden Edičtnachdrücklichzuinſe bey gebracht und das Reich dadurch aus der
riren/ſondern auch darüber mitallemErnſt/und übeln Nachrede/darinnen es bey denen Exte
zwar nach Befinden des Verbrechens/mit der ri ſtehet dereinſtgeſezet/und endlich der un
Confiſcation, auch Leib und Lebens- Straffe/ ſägliche Schade mit Nachdruck abgewendet
zuhalten und dahin zu ſehen / daß wannander werden möge.
werts dergleichen verbothener Unterſchleiffge . . . 14. So
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 37
* 699- 14. So hat man auch an ein und andere einreiſſen werde: So ordnen uud wollen wir/ An. 169o.
wohlsintentionirtevermögende Stände ande daß zu Verhütung fernerer Müntz - Ausfuhr
rer Crayſe/ auch denen fürnehmſten Handels und Beybehaltung hieſigen Fürſtl. Hauſes
Städten durch particulier Communication Müntze - -

I.
Nachricht zu geben/ um bey ihnen auch deſto Alle und jede in beſagtem Unſerm Fürſtl.
ehender einen Beytritt und Conformität zu Hauß / Stifft Oßnabrück auch die in Un
veranlaſſen / auch was in ein-und andern vor ſern Land-Städten biß in Anno 1689 inclu
Antwort und ſonſt in dieſer Materie paſſiret/fivègeprägte doppelte Marck-oder24.Marien
und zu weiterer Beförderung des Wercks Goſchen-S tück von publication dieſesEdičts/
nöthig ſeyn möchte / jederzeit fleiſſige Com und bißzu unſerer anderweiten Verordnung in
munication zu pflegen. Dem Ä 2. Marien-Groſchen;
15. Maſſen dann ferner die Abrede dahin die einfache Marckſtücke oder 12. Marien
genommen worden / mit der angefangenen Groſchen-Stücke, aber einen Mar. Groſchen/
und zu ſolchem heilſamen Werck angeſehe und die biß in Anno 1688-incluſivè gemünzte
6:Marien-Groſchen-Stück 4:gute Pfennige
nen Cºmmunication und Zuſammenſetzung höher
Unnachläſſig zu continuiren / und endlich / uud alſo vorgedachte An. 689, iñ
das ganze Werck auffrechten Reichs-mäſs cluſive, und von vorgehenden Jahren geprägte
ſigen Fuß / ſo bald nur immer möglich / gedoppelte Marckſtücke 26.Marien-Groſchen/
hinwieder zu bringen. Und damit obiges und die Einfachen Marckſtücke 3. Marien
alles mit deſto mehrerm Einverſtändnüß diri Groſchen / die biß in An. 688, incluſive ge
giret/ und beobachtet werden möge; ſo wol prägte 6. Marien-Groſchen-Stücke aber é.
len allerſeits hohe Herren Compaciſcenten Marien-Groſchen/4. Pf.gelten auffgenom
einigen dero Miniſtrorum gemeſſenen Befehl men und ausgegeben werden ſollen.
und Inſtruction ertheilen / über den Vorfal Sollen Ihrem äuſſerlichen Wehrt nach 23
lenheiten / modo & mediis untereinander Vor voll gelten. - - - -

fleiſſig und vertraulich zu correſpondiren / 1. Die in Unſerm Fürſtl. Hauſe nach vor
und mit gemeinem Concert die Nothdurft gemeldter Jahrzahl zupregende 24. 12. und 6.
1.
ungeſäumet allenthalben nach. Befindung Marien-Groſchen Stücke,
Ä verfügen. Deſſen allen zu wahrer Uhr 2. Die Chur-Sächſ alte/undneue 44.und
und und gehöriger Feſthaltung / iſt dieſer 12. Marien-Gröſchen-Stücke, j
Receß abgefaſſet / von denen zuſammenge lte
3. Die Chur Brandenb.a und neue 24,
ſchickten Räthen und Miniſtris, jedoch biß Und 1§ Ä . . .“
zur Ratification derer allerſeiths hohen Her „4. Die Königl. Schweden-Brehtpiſcheun
ren Principalen / als welche in nechſten dreyen Pommer. 24. und 12. Mar. ## -

Wochen hinc inde durch Schreiben kundge 5. Die Ä Magdeburgiſ.


than werden ſolle / von jedem Theile ein Brehm. Hamb. Lübeck. Hildesh. Embdiſche/
Exemplar unterſchrieben und vollzogen, auch und Franckfurthiſche 24. und 12. Mar. Gr.
ſo dann gegen einander ausgewechſelt wor Stücke wie auch -

den. Geſchehen zu Torgau / den 28. Febr. Die Stadt-Goßlariſche Brehm und
Anno 169o. Hildesheimiſche/ ingleichen die Kayſ 15.Kr,
- - - -

und Biſchöffl. Hildesh. 6, Mar. Ä êÄ


Num. II. - bißherigen Geprägs. - -- 2 :
- -

Hingegen ſollen - 3.
erzog Georg Wilhelms zu "Die Mecklenburg-Schweriniſche, -

Braunſchweig-Zell Münz-Edict, Mecklenburg-Güſtrauiſche.“


"
d. 1. Martii 1690. Biſchöffl, Lübeckiſche. -

HAKRJR Georg Wilhelm von GOttes G Ä einiſche. . . . . .


Alle Fürſtl. Sächſiſche.
.
->
-
- Gnaden/Herzog zu Braunſchweig
und Lüneburg/ fügen allen und jeden Anhaltiſche... ?
unſern Prxlaten / denen von der Ritterſchafft/ Biſchºfſh-.Curiſche
ſamtlichen Unſeren Beamten und Bedienten Corveyiſche " -

im Lande Bürgermeiſter und Rathmännern Reußen-Plauiſche. „,


in denen Städten und Flecken/ wie auch allen Gräffl. Schwarzburgiſche,
und jeden Unſern Unterthanen und Angehör Witgen- und Höhenſteiniſche.
gen/ hiermit gnädigſt zu wiſſen. Nachdeme und Gräflich-Rauzawiſche/
eine zeithero aller von Unsund Uuſerm Fürſtl. und alle andere vorhero im 2. Art. expreſſº
Hauſe getragenen Vorſorge/ ergangenen und nicht benante/ auch in vorigen unſern Edičtis
publicirten Verordnungen ohngeachtet/ den verworffene Sorten hiemit und krafft dieſes
noch allerhand geringhaltige ſchlimme grobe nochmahls gänzlich verruffen ſeyn und in
und kleine Münz:Sortenin dieſe Landehäuf Unſern Landen bey Straff der Cónfiſcation,
und andern in vorerwehnten Unſern Edictis
fig eingeführet „Unſere und Ufers Fürſtl. enthaltenenStraffen/ga
Hauſes grobe Münz- Sorten hingegen ſich r nicht paſſiret werden.
Ä verlohren / aufgewechſelt / ausges An kleinen Sörtenind Scheide-Münzen 4
führet/bey andern Münz-Ständen in den unter 6. Marien Groſchek bißauf1. Pfſollen
Tiegel geworffen / und in geringerm Gehalt keine andre/ als allein : ,
wieder umgemüntzet worden und dann/weilen 1,Unſers Fürſtl. Hauſes und deſſen Land
nunmehro kein einziger Stand des Reichs in Städte Münzen -

ſo gutem Gehalt als auf. Unſers Fürſtl. 2. Der Stadt Brehmen und
Hauſes Münz- Städten bißhero geſchehen/ # Der Stadt Hildesheim bißhero ge
-

münzen läſſet/ zu beſorgen./d aßfalls nicht in prägte Sorten nach dein Werth / wie
eiten dagegendienſame Anſtalt gemacht wer es biß lang gegolten/ und pa Äé
enſolte/ſolches noch immer weiter und mehr ſretwerden alle andere kleine Münz-Sorte
---- ---
E3 abet/ --
: ... - -

.. --
38 - - MICH. CASP. LONDORPII. 1, A.
An-1690. aber auſſerobgemeldteninſpecie, alle Chur Communication zu thun/ Unsbemüſſiget be- An 169o.
Brandenb. Münzen unter 12. Mar. Gr. fudden/je weniger verborgen, wieSie biſherv/
Unſermunterm dato2o. Dec, 1687.publicir was zu Erreichung des bey dieſem Werck füh
# Edičt gemäß ganz verbotten ſeyn und blei renden guten Abſehens beyzutragen, bereit zu
fN. ſeyn/vielfältig bezeuget; und erſuchen Dieſelbe
s DieCapitalia ſollen entweder in denen Sor Freund-Veiterlich / Sie belieben. Uns mit
ten/ worinnen die Auslehnung geſchehen/ oder Wechſtem Dero Erklärung wiſſen zu laſſen?
saher nach dem Werth und Gehalt worinnen ob ſie / wie wir auſſer Zweifel ſtellen zu ebens
ſelbigezur Zeit der Ausleihung geweſen/ bezah mäſſigem Ende mit umtreten/uud ſich confor
let/ und nachdem innerlichen Werth der aus miren/ und auf die im beſagten Recef ange
geliehenen Gelder gebührend Auffgeld dar führte Weiſe/ bey dem Münz- Wercke 1 als
auf gegeben werden. -
welchenfalls dem Commercio, auch Land und
v“ Gebiethen und befehlen demnach allen und Leuthen biß man weiter fortgehen und noch
jeden Unſern Beambten Bedienten und Be zulänglichere Wege ausfinden möchte/verhof
fehlshabern im Lande / Bürgermeiſtern und fentlich und immittelſt guten Theils gerathen
Rathmannen in denen Städten und Flecken/ ſeyn würde ſich bezeugen/ und wenn Ew.Lbd.
auch allen und jeden Unſern Angehörigen und nach dem bemeldten Fuße etwas ausmünzen
Unterthanen/ daß ſie ſich darnach achten, ans zu laſſen gemeynet / Sie ſolches aufeiner im
bey aber aller Auswechſel und Ausführung Crayß ausgeſetzten ordentlichenMünz-Stadt
Unſers Fürſtl. Hauſes Müntze / bey Ver thun laſſen wollen; Womit in Erwartung Ew,
meidung der in Unſern vorhin ausgelaſſenen Lbd. förderlichſten Antwort / damit wir weiter
Münz Edictengeſetzten Straſſe / gänzlich deßfalls Meiſures darnach nehmen können wir
enthalten/ und über dieſe unſere Verordnung deroſelben zu angenehmen Dienſten ſtets wil
reſpečtive nachdrücklich halten ſollen. lig verbleiben. Datum Schlos Harteufelß zu
Und damit niemand mit einiger Unwiſſens Torgau/ den 5. Martii An. 1690.
heit ſich zu entſchuldigen haben möge/ haben
HPir Ä Nachricht dieſes Unſer Num. IV.
Edict von allenCantzlenöffentlich verkündigen/ Bericht von der Chur-Bayeriſ
(und darauff gewöhnlicher Orthen publiciren Hoff - Kammer zu München/ ad
laſſen. Wornach ein jeder ſich zu achten, und für
Schadenzu hüten wiſſen wird. Geben auff Elcčtorem in cauſä monetali erſtattet/ d.
Unſerer Reſidenz Zell/ den 1. Martii 169o. 6. Junii 169o.
KSW. Churf. Durchl. haben uns ausdero
( - Abgeſandtens zu Regenſp. unterm data
r':1 - Ä den 9. May nechſthin erſtatteten Bes
Aé . . . Num. IIl. - - richt das Müntz-Weſenbetreffend einen Ex
tračt mit Signation vom 3. dieſes Monaths.Jun.
Schreiben von Chur-Sachſen an heraus geben laſſen/ daß wir hierüber gleiche
cdi Stände des Ober - Sächſiſchen mäſſigen Bericht und Gutachten erſtatten ſol
Creyſes individualiter, vermittelſ welchen ten/ hierauff beziehen wir uns allerdings au
#
zu Torgau mit Chur-Brandenburgººd unſere von beyden Collegis erſt jüngſtlich in
Braunſchweig Lüneburg in Müiz-Sachen dieſer Materie abſonderlich unterſchriebenen
errichtete Receß / communiciret/ und die unterthänigſten Berichten und beharren noch
Conformität zu halten angetragen wird / auf der unvorgreifflichen Meinung, daß Ew.
d. 5. Martii 1690. Churf. Durch ſowohlbey dem Reichs-Cen
„. . .”.” .... ….. vent zu Regenſpurg/ als auch mittels des von
S iſt Ew.Lbd. ohne weitläufftiges An Steubern dem Kayſ Hoff auf die Erhöhung
führen gnugſam bekannt, in was groſſe des Thrs auf2:f. und alſo auch nach Propor
Confuſion das Münz-Weſen im Reiche/ tion der andern gutenſilber- und güldenen Sor
undſonderlich indieſem Ober-Sächſiſ Creyſe ten tringeälaſſen möchten, Jrret uns auch gar
verfallen, daßauch dieſem ſchädlichen Ubelbiß nicht, was der Chur-Pfäß Abgeſandedär
hero ungeachtet aller angewendeten Bemü # vorgeſtellet / daß mans mit dem Thir,
hungen / Ä rathen geweſen, geſtaltdann/ ey der Erhöhung auf i. f. 45. kr, wie er der
was wir deshalber an Ew. Lbd. zu unterſchie mahlen iſt / verbleiben/ und hingegen die beſ
denen mahlen abgelöſſen/ und wir mehrer Be ſere Guldener auf ſo die ſchlechtere aber auf
rgnüß zu begegnen / ſo wohl Ä 49krabwürdigen ſolte; dann ſovieldas erſte
reibenden Amts Ä“ ſonſt in Freund anbelanget / erachten wir / es möchte Chur
Vetterlicher Wohlmeinung eröffnet und an
-
Pfälz. Seiten in dem Suppoſito weit gefehler
Hand gegeben deroſelben zweifelsfrey noch ſepn/ als ob des guten Geldesz alsnothwen
Äerinnerlich ſeyn wird. Gleichwie aber die
othdurfft erfordert ſoll anders von dem Pü
digen ſurrºgati, ein in ſo groſſem Werthaus
längliche Mengevorhanden ſondern man ſpüh
blico und Gemeinnützigem Handel und Wan ret zu dato, daß ſich der Thlr. faſt auch bei der
del der #
ſonſt bevorſtehende unfehlbare Erhöhungä1. f.4.kr.inEw.Churf.Durchl.
* Ruindißfalls abgewendet werden dem Wer Landen ſehr verliehret / hergegen nur immer
ckedereinſt mit Nachdruck und/womöglich ſchlechte Guldener/die dem Thlr. wenn er auch
geſammter Hand zu begegnen: Alſo werden auf 2.f. erhöher wird / ioch nicht proportic
FÄ Lbd. ausbeygefügter Abſchrifft mit meh niret ſiud / eingeſchoben werden.
rern erſehen/„was vor ein Reccß ad interim: Zum andern würde ſich die Abwürdigung
und biß durch Göttl. Beyſtand dem Werck der Guldener à Jo. und 40. kr. dermahlen be
näher zu tretten/ zwiſchen Uns/ Chur-Bran vorab bey bevorſtehender Campagne ohne ſehr
denburgunddemFürſtl.Hauſe Braunſchweig groſſen allgemeinen Schaden/ weil das Land
Ä verglichen und aufgerichtet worden.
dieſer Gelder voll iſt nicht allein nicht thunlaſ
ir habenEw.Lbd.inhergebrachtem Freund ſen/ ſondern auch keinen Beſtand haben/ Ä
SVerterl. Vertrauen um ſo viel mehr davon darum/ weilen des ſurrogatinoch kein Gnügen
vorhanden
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIs XXI. Buch. 39
A".699 vorhanden, alſo alsdann ein doppelter Schade etlichen Reichs-wohl conſtituirten/ und auff An. 169o.
herauskome/wie mit der An. 166. vorgegan allen biß dato connivirteu Hecken- Münzen
genen ValvationderXVner / Sechſer undGro ſonderu auch an unterſchiedlichen ſo wolin
ſchen erfolget iſt. als auſſerhalb Reichs verbottenen und eigens
Weilen aber auch periculum in mora iſt/in mächtigen Münz-Städten ſtärcker alsjema
dem/wie gemeldet / die Thlr. ſich verliehren / len vorhero - und Stücken ſeynd ausges
und aus dem Lande gezogen / hingegen die müntzet worden.
ſchlechte Guldener hereingeſchoben werden Es möchte hier einer fragen: wie können
maſſen / ſonderlich bey denen Salz - Aemtern die vielen Ausmünzer eine ſo groſſe Menge
keine Thlr. mehr/ſondern lauter Guldener ein neuen Gelds im Reich debitiren / angeſehen
gehen/ ſo würde unſers Erachtens um ſoviel man nun daſelbſt bey nahe kein ander Geld
mehr nöthig ſeyn / daß Ew. Churf. Durchl. Capitalmehr dann in lauterGulden habe?Deme
Dero gnädigſte Reſolution über dieſe und zur Antwort dienet/ daß die ſchlimme Müntzer
vorige unſere Berichte förderlich ergehen/ und die Reichs- und Franzöſiſche Thaler / nebſt
die Publication der Erhöhung der guten Sil denenDucatonen undandern gutenMüntz-So
ber- und Güldenen Sorten befürdern laſſen ten zu 2.à 3. malen in je längerje ſchlechtereGul
möchte. Dat. den 6.Jun. 169o. den verwandelt / und dadurch dem gemeinen
Num. V. Weſen jedesmal gröſſern Schaden beyge
bracht/ als ſie ſelbſt Nutzen davongezogen has
Remarques, auf die am 12. (22.) ben; maſſen auf ſolche Ä durch dieGulden
Marti 169o. zu Regenſpurg aus erſt die obgedachte gute Müntz-Sorten/ und
gefertigte unvorgreifliche Gedancken/ das hernacher durch die ſchlechtere / auch die
Müntz-Weſen betreffend. - beſſere Guldiner/ſeynd auffgefreſſen worden/
Jeman auffhöheres Begehren nicht als das Silber im Preiß höher getrieben/ und die
lein die obgedachte unvorgreiffliche Ge Wechſel-Lagio um ein groſſes geſteigert/ auch
dancken zu Papier gebracht / ſondern die Commercien in Reichs - verderbliche Con
auch eine geraume Zeit ſchon vorhero zu Aug» fuſion gerathen; gewiſſe Hecken - Münzen
ſpurgmündlich aus guter Meynung klahr dar wechſeln alle anderwärtige Guldiner mit 1. 2.
ethan und gewarnethat/ daß/wann der gute biß 3. kr. auf das Stück ein / und ſchlagen
eichs- und Franzöſiſche Thaler von ſieben ſchlechter daraus;audere aber in Ermangelung
Ortsgulden ſchleunigſt nicht mehr erhöhet desbeſſern Gelds machen WechſelaufAmſter
würdr/man ſehen ſollte/ daß in kurzer Zeit das dam/ Genua und Hamburg mit 1 . à 16. p.
gute Geld aus dem Land oder in denTiegelkom Cent courant, und kanffen Silber davor /
men hergegen man nichts dann ſchlecht Geld welches ſie zu 3o. p.Cent und höher ausmän
im Lande behalten/ unddadurch einen Schaden zen/ und was noch mehr iſt/wann ſie mit ſol
von Tonnen Golds würde leiden müſſen; alſo chen Wechſeln nicht auffkoſten können/kauffen
erfähret man leider! anjezo/daß ſeitherodie ſie/ wie man in Holland Exempel hat / mit
Kipper aus Eigennutzdie Reichs und Franzöſ. neuen Guldinern das Silber zu 25.à 26. p. Ct.
Thaler, deren letzteren eine groſſe Quantität in lagio, daraus dann wieder eine ſo ſchlimme
Teutſchland geweſen/ gegen 1.à 2. und mehr p. Ausmüntzung erfolgen muß/ wie ein jeder ſich
Cent über die ſieben Orts-Güldenauffgewech leicht einbildenkan. Dieſe groſſe Unordnungen/
ſeit/und Theils in den Tiegel/ groſſen Theils wann man ſie durch Schlieſſung aller Hecken
auch durch die Schweiz dermaſſen in Francf und ſonſt verbottenen Münz- Städten (qua
reich geführt, daß man deren bald keine mehr cauſa eſt ſine qua non) auch durch Verbott
im Reiche ſiehet/ unddaßdie übrige denſelben weiterer Ausmünzung der - und Stücke
Weg hinwandern werden / wann man ſelbi nicht in Zeiten ganz und gar hemmet werden
gem nicht noch zeitlich ſteuret. das höchſtſchädliche Ubel von Tag zu Tag.der
Der in denen unvorgreifflichen Gedancken geſtalten vergröſſern / daß man/ (welches der
gethane Vorſchlag / daß man ins künftige Allerhöchſte in Gnaden abwenden wolle/) in
keine - noch Stücke mehr / ſondern nur al weniger Zeit gar gewißzu Kupffer-Geld/und
leingantze/ halbe und Ortsthaler dem alten folglich zu einem Land und Leute ganz verder
Reichs Korn und Schrotgemäßſchlagenmü benden Schaden/ wo nicht zu inwendigen Ems
ſte/ will bey gar keinem eigennützigen Münz pörungen und Aufſtand der guten und unſchul
intereſſrten/ und beyetlich wenigen unintereſ digen Unterthanen zerfallen dörffte / wie bey
ſirtrnMüntz-Verſtändigen nicht angenommen unſern Lebzeiten in Spanien/Pohlen/ Moſcau
WerDeN. -
und Türckey geſchehen / denen nach ihrer eige
Jene bringen keine ſolidas rationes ihrer nen Auſſage und Klagen ſelbiges Müntz-Un
Meynung hervor / weilen ſie deren keine ha weſen mehr als ein harter Krieg gekoſtet.
ben, ſondern ſuchen ihre Herrſchafften (deren Diejenige Münz-Verſtändige aber, ſo der
etliche der Rede nach in dem Eigennutz ſelbſten Prägung der Guldiner nach dem Leipziger Fuß
participiren das Müntz' Weſen nicht verſte mehr / dann der Ausmünzung des gerechten
hen öder ſonſten gar nicht verſtehen wollen Thalersinhaeriren/ müſſen ſelbſt geſtehen, daß
und es deshalben bloß auf ihrer eigennützigen es ineffečtuunum&idemſeye/obuan Reichs
Miniſtern Direction ankommen laſſen) zu Con Conſtitutions-mäſſigegantze/halbe und viertel
tinuation der Ausmünzung der - und Thlr.oder aber die und Stücken zu 18. in der
Stücken nur mit ſpecioſen Prztexten anzu Marck fein ſchlüge/ und die Rthlr. jeden zu
friſchen- -
zweyderen Gulden in valore extrinſeco erhöhet.
-

Der Hauptzweck ihrer Meinung aber iſt/wie Wann dieſem nun alſo warum will es denn
geſagt der bloſſeEigennutz/den ſie nicht beyAus bey dem gutenreputirlichen Thaler/ die beyal
mänzung des guten Reichsthalers/ ſondern nur len Nationen gültig iſt / alseinRemediumper
allender - und Stücken finden können zu emptorium nicht gelaſſen / ſondern an deſſen
deſſenungezweiffeltem Zeugnüßauch dieſesdie Stelle/als ein Interims-Mittel / die Auspräs
nenkan/ daß einige Jahr hero nicht allein auf gung des ganzen und halben Gulden/ ſo
ey
4O MICH. CASP. LONDOR PII
An. 169o. vey frembden keinen extrinſecum valorem cer Zinniſchen oder andern Fuß vorüber gehet / An.1690.
tun haben/ vorräthlicher gehalten werden, da (dann ſo lange man ein Remediumperempo
doch der halbe und Ortsthlr. eben dasjenige rium & adaequatum finden kan/ muß man keis
was ſolche gantzeund halbefl.praeſtiren können. 'ne curam palliativam appliciren ) wie dann
Die Urſach deſſen/ſagenſie/ſeye die Furcht es auch, daß man durch Faſſung einer Teutſchen
dörfte dennoch gleichwoldieſer UnterſcheidbleiReſolution der Welt genereuſement zeiget/
bendaß aus der gültigenRthlr.Ausmünzung/ daß unangeſehen einer ſo groſſen Menge der
in Conſideration der geringern/ als Städler hohen Reichs-Glieder / ſie dennoch ſich mit
Creutz-Frantzöſ und anderer dergleichen Thlr. ihrem höchſten Oberhaupt dem Röm. Kayſer
allerhandUngleichheit und Confuſion entſtehen zu einer allgemeinen Rectificirung des zerrüttes
würde gleich alsobmandengutenRthrauſ ien Münz-Weſens wol haben vereinbahren/
ſer/und vielleicht auch inner Reichs nicht höher/ und dem totalen Verfall bis auf die kupferne
dañobged.geringere Thlr. würde annehméund Müntz beſſer als Spanien/Pohlen/ Moſcau
gelten la Ä und die Türckeyvorkommen können, dazu die
eine unnöthige Forcht und groſſer Irrthumiſt; Facilitirung der Mittel hernach deutlich fol
denn wie man zu allen Zeiten darinnen eine nota gen wird.
bleDiſtinction hat gehalten; alſo weiß die gan Dieſ skommtinterim noch zu erörtern/ ob
zeWelt auch, daß der Reichs-Cºnſtitutions durch Verbiethung und Abſchaffung der Hes
mäſſige Thaler (der dem Franzöſiſchen Thaler cken - und anderer verbothenen Münzen die
an innerlichem Werthwol 2 p. Cent über Quell des geringhaltigen Ausmünzens gäntz
trifft / ) Banco-Geld ſeye/und nach dem Cours lich würde können geſtopffet werden? Etliche
der Amſterdammer- und Hamburger - Banco verneinen ſolches nicht/weikertäuch auf den ap
deßwegen . zu weilen wol 6. p. Cent mehr / probirten Reichs-und Crayß-Müntz-Städ
als der gemeine Holländiſche-Schweitzer ten eine geraume Zeit nicht nach dem alten
Creutz Lüttiger-und etlicher Städtier-Thaler
extrinſecègelte/wiewoler intrinſece nur 4. p.
Ä. Sº
eye.
und Korn gemünzet worden
Cent mehr werth ſeye/maſſen daraus dann un Invorigen Zeiten/da man von denen und
wiederſprechlich erfolgt : # Stücken wenig gewuſtſondern meiſtensgans
1. Daß man durch Prägung des guten tze / halbe und Orthsthaler gehabt / haben die
Reichsthalers in regard der obgedachtenge approbirte Müntz-Städte durch fleiſſige Auf
ringern Thaler mehr Nutzen zu genieſſen / als ſicht der in den Crayſen wolbeſtelten Müutz
Schaden zu befürchten hat. Aufſehern / Eſſayeur und Wardeinen nichts
2. Daß wann der gute Reichsthaler vor dann nach dem alten Reichs-Fußausgepräget;
zweyGulden würde paſſiren/esamMüntz-Lohn daß ihrer etliche aber (dann ſie nicht alles und
auch ein merckliches differiren würde/ daß man Stücke geſchlagen/) hernacher durch Prä
nur ein hundert Thaler an ſtatt zwey hundert gungobbeſagter Stücken von dem wohleſta
auszümünzen hätte. blirten Fuß abgewichen / haben die Hecken
3. Daß man durch Ausprägung der Marck Müntzen allein verurſacht/ weilen ſelbige bloß
fein Cöllniſch Gewicht zu 9. Reichsthaler und um ihren Eigennutz ſich ſelbſten die #
2. Groſchen gegen 18. Gulden auf ſelbige nommen/daß ſie die und #Stücke je länger
Marck / jedesmahlz. Groſchen / undfolglich je ſchlechter ausgemünzt/ und ſelbige Hauffen
auf einen Gußad 6oo. Marck rauch/ ſo man weißdurchalle Creyſe debitiret haben. Indem
wol auf einmal aus einem Tiegelthun kan / 3. nun die approbirte Münzen nach aller ange
Marck / das iſt / pro Cent profitirt. wandten Mühe und Sorgfalt dem Unweſen
4. Daß man mit guten Reichs-valvirten noch zeitlich zu ſteuren kein allgemeines Mittel
oder Banco-Thalern das Silber in Holland/ mehr vorhanden ſahen / haben ihrer etliche an
(welches / in Krafft eines von Ihro Hoch dem Münz-Nutzen (welches ohne obgedachte
mögenden der Herren General-Staaten der Veranlaſſung allem Anſehennachnicht geſche
vereinigten Niederlanden ſub dato den 3. Maji, hen wäre/) auch participiren wollen/ehe und be
dieſes 69o. Jahrs ausgegebenen Placats ei vor ihre Länder durch die Hecken-Müntzen vom
nen feſt ſtabilirten Preiß ad 25. Holländiſche gutenGeld gänzlich entblöſſet/und mit ſchlech
Gulden und 2. Stüber courant die Marck fein terem angefüllet würden.
Trotſch Gewicht hat, und auch an andern Or Die Haupt-Frage aber worauffdas ganze
ten wolfeiler / dann mit Guldinern / ſo keine Weſen meiſtens ankommt, iſt: ob man den gu
ordentliche Reichs- Münze nach dem alten ten Reichs-und Franzöſiſchen Thaler (und ſo
Fuß ſeynd / und deßwegen in Begebenheiten andere gute Müntz-Sorten nach Proportion)
von fremden Kauff-Leuten und Wechſel-Her in extrinfeco valore erhöhen ſolle oder nicht?
ren nur uach dem innerlichen Gehalt/ und wol Die gute Müntz-Ordnungen aller Nationen
etwas geringer wollen angenommen werden/) und die Vernunftzeugen klärlich, daß der ex
erkaufen kan; wobey dieſes zu notiren/ daß die trinſecus valor mit dem intrinſeco, ſovielmög
obgedachte Feſtſtellung des Silber-Preiß nur lich/muß eintreffen./das iſt/ daß der Reichs
allein durch die Wipper und Kipper ſeyever thaler an andern Münz-Sorten äuſſerlich ſo
urſachet worden./dann ſie mit dem hohen Lagio viel mußgelten / als er an innerlichem Gehalt
das Silber im Preißſohochtrieben / daß die werth iſt.
fämmtliche Münzen der vereinigten Nieder Dieſe andere Mäntz-Sorten ſeynd entweder
landen mit Schlagung capitaler Pfenningen bey ihrem alten Korn und Schrot nach wie vor
einige Jahr haben müſſen einhalten demenun geblieben/ oder verringert worden. Die ge
durch den veſten Silber-preiß vorgebogé wird. bliebene / als exempligratia, die gemeine Hol
. DaßesdemRömiſchen Reichweitrepu ländiſche Schweitzer-Creutz-Lüttiger/undet
tirlicher ſeyn würde/ wann man den guten und liche Städtler Thaler/ſtehen annoch/und wer
bey allen Völckern gangbahren Reichsthaler den / ſo lang ſie bey ihrem jetzigen Gehalt ver
nach altem Korn und Schrot wieder intro bleiben immerhin mit dem gültigen Reichstha
duciret und die Interims-Mittel nach dem ler Per Caſla auf 4. P. Cent (wie ihre Diffe
renz
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 41
An. 1690. rentziſt) und nach dem Cours der Amſterdams ſelbige / ehe die General Remedur wird in An- 699.
mer-und Hamburger-Banco auf . bis 6. pro Stand gebracht ſeyu/theils durch die Hecken,
Cent ſtehen bleiben / maſſen dann zwiſchen die Münzen in geringere verwandelt/theilsum den
ſen Müntz-Sorten gar keine Remedur erfor Gewinn der zwey guten Groſchen nach denen
dert wird, Sächſiſ Brandenburgiſ und Lüneburgiſ-Lan
Weilen aber die verringerte Müntz-Sorten den geführt werden und wann deren zur Zeit
als die und Stücke vom Reichs-Fuß des der Erhöhung des Reichsthalers auff2f. noch
guten Thalers intrinſecé ein groſſes ſind abge etliche zu finden ſeynd wird man ſie auf denen
wichen / ſo will per conſequens ipſiſſima ratio approbirten Münz-Städten mit dem Nutzen
auch / daß zu deſſen Remedur die abgewichene von 8 P: Cent in Reichsthaler verändern/
Sorten nach Proportion ihrer Abweichung ex maſſen aufſolche Weiß die beſſere Guldinerin
trinſecè wieder herbey kominen/das iſt/daß der
gute Reichsthaler extrinſecé ſo viel an abgewis
# Fällen ohne Verluſt ihre Richtigkeit
NDEN,

chenen Sorten gelten muß/als deren nach inner Was endlich die geringere Guldiner ange
lichem Halt des Thalers deſſen Werth aus het / Damit hat es zwarn in etwas eine andere
macht;quo enimmodoquid diſſolutum eſt,eo Bewandnüß / und deßwegen fallen. Dreyerley
demmodo&recolligatur. Und dieſes iſt die ei Meyuungen darüber, die erſte iſt caſu quóman
nige Urſach geweſen/ warum man Anno 1677. den Reichsthaler auſ 2. f. erhöhet / daß man
(da man mit Ausmüntzung der Guldiner von dann die geringere Guldiner auch nach Propor
Reichs-mäſſigenaufden Zinniſchen Fußad 1 . tion auf 56. 22. und ſo. Kr. devalviren ſolle.
Gulden 4. Kr. aus der Marck fein verfallen Die andere Meinung iſt/man ſolle den Reichs
war) im Chur Bayeriſchen und andernobern thaler aufz. Orts-Gulden laſſen und dann die
Crayßen den Reichsthaler auf 7. Orts-Gul mittlere Guldiner auf ſo, die geringere auf 4o.
denerhöhet/und alſo den extrinſecum valorem Kr. herunter ſetzen/und die dritte Meinung will
dem intrinſecogleichgeſtellet/ dann 9. Rthlr. zu zwar den Reichsthaler auch auf 7. Orts-Gul
7. Orth/und 15 f. aus der Maruk fein / ma Denproviſionaliter laſſen/verlangtaber gar dar
chen jede 63. Orths-Gulden. bey/ daß man alle verhandene ganze halbe und
Die Abweichung aber iſt nicht einer ſondern Orts-Gulden/welche nach dem Fuß des Tha
mancherley/ indem etliche wenige Guldiner an ers ad7 Orts-Gulden zu gering ſind/ nem
Stelle der 60. Kreutzer auf 54. andere auf 5o. lich die Mittlere und Geringere in den Tiegel
48. 4ſ. 42. 32. und wolgar auf 19. Kr. oder werffen und umſchmelzen ſolte.
nachdem hundert auf 10.16. 20.25. 30.46#. Dieſe drey Meinungen will man hier in ih
und 68. Kr. Verluſt verfallen ſind. rer Würde laſſen/ und nur allein dabeyfragen/
Dieſer groſſen Differenz halber würde die obbey dieſen Kriegs-Zeiten eine von dreyen wol
general-Remedur auch deſto beſchwerlicher/ja zu praéticirenſeye? Man gedenckenur;
wolgarimpaéticabefallen / wenn man unter 1. Wann man nach der erſten oder der andern
ſovielerley Müntzſchlägen auf alle und jede Ab Meinung eine Devalvation derGuldiner macht/
weichungen ein ſonderliches Müntz-Reglement ſo muß der Reichs-Stand nothwendig ſeine
verordnen wolte dann kaum der beſte Handels Militzhernach würcklich mit beſſerR/ und folg
mann / zu geſchweigen diejenige Stadt-und lich mit mehrerm Geld dann jetzo unterhalten/
Land-Leute ſich darnach würdenrichten können/ und die Winter-Quartier / Portiones und an
weswegen man auff ein allgemein-und leicht dere Kriegs-Beſchwernüſſen in ſo viel höherem
thunlichst auch zugleich wenigſt-ſchädliches Anſchlagtragen/als dieDevalvation importirt.
Mittelbedacht ſeyn muß/ welches nachdem in Bedienet man ſich nach der dritten Meinung
den unvorgreifflichenGedanckengethanen Vot des Tiegels / ſo wird ſelbigesre verä mit den
ſchlag dieſes ſeyn könte / daß man den guten Ä erſten Meinungen auch aufeins hinaus
MUſ (N. v
Rthlr. auf2-f.und den Franzöſiſchen auf 1.fl.
57. Kr. erhöhet. 2. In Betrachtung/daß das ganze Land der
Dieſe egale Erhöhung auf allerhand Guldi Güldier / welche nach dem Fuß des Reichs
ner ohne Unterſcheid wird manchem fremd/und thalers ad 7. Orts-Gulden zu gering ſind voll
auchwolin etwasunbillig vorkommen; man ſeye/ſo würde gewißlich durch die obbemeldte
conſiderire aber wol dabey/ daß der Guldiner Devalvation und Verſchmelzung ſogar vielen
in genere ſind dreyerley Sorten: als beſſere/ Gelds/welche Verſchmelzung ſonſten auch gar
mittlere und geringere. Die Mittlere muß man zu hart zu practiciren fallen Dörffte z der allge
nehmen vor ſolche / welche gegen den Rthlr. zu meine Schade ſecundum extrinſecum valorem
90. Kr. juſt / oder ungefehr 45. Kr. intrinſecè ſehr groß ſeyn/ und bey dieſen ohne dem be
ausmachen/unter welche man alle diejenige zeh ſchwerlichen Zeiten dem gemeinen Mann gar
len muß/die nach dem Leipziger Fußgeſchlagen empfindlich fallen/zumahlen wann er ſehen ſol
werden. Wann nun in deren zwey nicht mehr te, daßer an Stelle hundert Gulden nur 80.7o.
fein Silber/als in einem guten Rthlr. iſt, ſo iſt 60. und weniger würde übrig behalten.
es der Billichkeit und Vernunft atchgemäß/ 3. Würde in allem Fall des guten Gelds/als
daß ſie extrinſecé auch nicht mehr/alsein guter nothwendigen Surrºgati, eine in ſo groſſem
Rthlr. gelten müſſen. BWerck auslängliche Menge bey weitem nicht
«Die beſſere Guldiner aber / welche nachdem vorhanden ſeyn/und wann man dem mitSchla
Zinniſchen Fußgeſchlagen ſeynd / hat man in gung der guten Reichsthaler ſchon helfen wol
den Chur-Sächſiſchen/Chur-Brandenburgi te/ſoerfordert ſolches zu völliger Auslangung
ſchen und Fürſtl. Lüneburgiſ Ländern ſchon von eine geraume Zeit/zudem würde die Beybrin
16. auf 18.gute Groſchen/Das iſt/mit 12 . pro gung des Surrogati auch darum ſchwer herge
Cent über die 7. Orts-Gulden auf den Thaler #
weilen wenige Stände mit Bergwercken
erhöhet/ welches ſchon 4. p. Cent über den verſehen ſind. Es iſt zwar zu glauben, daß man
Leipziger-Fuß hinausläuft. In den übrigen unter den Ständen eine rechte Eintheilung end
Reichs-Crayßen und Landen/damangar we lich machen kan/ wie groſſes Ä jeder
nig der beſſern Guldiner mehr findet/werden dies an guten Thalern zu ſchlagen über ſich nehmen
2chtzehender Theil. F ſolle/
42 MICH. CASP. LONDORPII
An, 1690. ſolle/damit aber ceſſiret ſolche Difficultät noch dem ſchlechten Stand des damahligen Müntz An.1699.
nicht von ſich ſelbſten / dann es iſt aus vielen weſens und ſo ſchädlichem Abfall von der heile
Urſachen ſchwerlich oder gar nicht zu glauben/ ſamen Münz-Ordnung als einer /leider! all
daß alle Stände dem würcklich und zeitlich ge zu bekanten/ und ſchon ſo viel 1oo. Millionen
nung nachkommen würden. Schaden gereichten Sache Ä nichts mehr
Hergegen wann man nachdem in den unvor zu melden/wieauch/wie höchſt nothwendig die
greiflichen Gedanckengethanen Vorſchlag den Remedur wäre/ ſondern die Hauptſache iſt in
gültigen Reichsthaler auf2.Guldiner ohne Un vorgemeldtem Fall / um dieſes zu thun/ob der
terſcheid (esſey Dann/daß man die allergering Zinniſche aus einer Aenderung in intrinſeca
ſte/deren doch nicht gar viel ſind/ganz verrufen monetac bonitate bevorſtehende Fuß zu ample
und billion erklären wolte)vor eine gewiſſe Zeit/ čtiren/oder nicht/vielmehrauf dem zu beſtehen/
oderſolang der Krieg währet/erhöhet/ſo hat wie wir in ſchon vormahls öffters abgegebenen
1. Der Reichs-Stand ſeine Miliz nach wie Gutachten Anregung gethan / daß die Aende
vor mit keinem andern Geld als anjetzo derGul rung allein in intrinſeco mit Erhöhung des gu
den ad6o.Kr. zu unterhalten/und die Winter ten Reichsthlrs.vorzunehmen/maſſen es auch
Quartier/ Portiones und andere Kriegs-Be von Eu. Churfürſtl. Durchl. und dem mehrern
ſchwernüſſe in keinem höheren Anſchlag zu tra TheibeymReichs-Convent zuRegenſpurgap
9kM. probirt worden/aufwelcher Meinung wir noch
2. Sowürden nichtallein alleKayſerl.Mün beharren dann gleichwierichtig / daßdemver
zen bleiben in ihrem bisherigen Lauffund Valor, fallenen Münzweſendermahlen auf keine Weis
ſondern man würde auch an den jetzo darſeyen ſe/ ohne vorhergehendegnugſame Darſtellung
den und Stückern ſecundum extrinſecum eineswohl-auslänglichenSurrogati(ſovielmehr
valorem keinen Schaden leiden/ dann ein jede mit dem Namen ſurrogandianzudeuten wäre)
weder deren ſoviel ad 1 ſ. 30. und 60. Kr. re vorzukommen/alſo halten wir auch vor richtig/
ſpective in natura behält/alser würcklichhat. daß ſolches ſurrogatum oder ſurrogandum in
3. So würde man um des guten und höchſt lauter gutenden Reichs-Müntz-Ordnungenge
nothwendigen Surrogativorerſt nicht benöthigt mäſſen Münzenbeſtehen hergegen auch das
ſeyn/ weilen nechſt den guten nach Propertion Ausprägen allerringhaltiger Ä ze gänzlich
erhöheten Müntz-Sorten auch alleGuldiner ad verbothen werden müſte/dann auſſer deſſen und
ein halben Reichsthaler das würckliche Surro ſolange nicht vorhero die Nothdurfft des guten
gatum würden ſeyn und ausmachen unterdeſ Geldes beygeſchafft/und das Ausprägenring
ſendaß die Reichs-Stände allein auf ihren ap haltiger Müntze eingeſtellet wird iſt mit Er
probirten Müntz-Städten / keine Guldiner greiffung des Zinniſchen Fuſſes dem Wercke
mehr ſondern lauter gültige Thaler nach ihrer aufkeine Weiſe nach Nothdurfftgeſteuert/ſon
Bequemlichkeit ausmünzen könten. dern kommt nur immer mehr und mehr ringhäl
4. So wäre dieſer Vorſchlag ſowol in tiges Geld unter die Gemeine / wie man denn
Kriegs als Friedens-Zeitenzupraéticiren. Und nach Innhalt angedeuteten Schluſſes mit be
Dann rührtem Fußſchon wieder von 1o. auf 12.Thlr.
5. Sokäme man dadurch mitHindanſetzung aus der Marck fein abgewichen iſt er der Gul
aller Interims- Mittel wieder auf den alten den/der vormahlsauf. Kr.gereichet hat auf
Reichs-Conſtitutions-mäſſigen und peremtoi 4.Kr. im Haltkommen thut / von welchem
ren Müntz-Fuß/man kriegte wieder gute Tha Halt man aber vermöge des Müntz-Amts
ler ins Land und würden der geringeren Guldi Berichts ſeithero auch ſchon wieder abgewi
ner mit der Zeit auch weniger werden/vornem chen/der Reichsthlr. aber erreichete in ſeinem
lich wann man ſelbige nach einer gewiſſen Zeit/ Valor ſolcher geſtalten aufzweenGülden hinan.
oder nach Endigung des Kriegserliche Kreu Zudem wann man die Aenderung in intrin.
zerabwürdigen oder ganz verruffenſolte. ſeco, dem Zinniſchen Fußnach/vornehmen wol
Vermeint einer / daß in dieſem Vorſchlag te/ ſo würde das Verprägen der guten Thlr.
noch einige Ungleichheit oder Unbillichkeit reſi noch nicht könnenverhütet werden/esſeye dann
diret/ der gedenckenur des Spruchs Taciti: daß man dieſe in ihrem valore extrinſeco, nach
Habetaliquidex iniquo omne magnum exem Proportionder ringeren/ auch nachdem vorge
plum, quod contra ſingulos utilitate publica TE ſtellten Zinniſchen Fuß ausprägende Münzer,
penditür; oder er muß ſelbſt beſſer zulängliche höhere; dann dem gutenThlr. nach9o.Kr.oder
Mittel an die Hand geben / dann durch bloſſes auch um 14f. ausgeben/und hergegen # Stück
tadeln/ ohne guten Rath mitzutheilen/ wird einnehmen - ſo nur 49.Kr. im Werth halten/
der Sache nimmer geholfen. wäre gar nicht vernünftig / und nicht ohne
Was in den unvorgreiflichen Gedancken mercklichen Schadengehauſet und gehandelt.
weiters von Schlagung guter Guldiner ad z. Aber dieſes iſt förderiſtzuerwegen/daß alles
auf 2. gültige Reichsthlr. wie dann auch von ringhaltige Ausmünzen eine verbottene/ſträff
Schied-Müntzad 9o.Kr. auf denſelbigenTha liche und wegen des groſſen Schadens / ſo da»
ler iſt vorgebracht worden/ dabey will man es durch männiglich zugefügetwird/den ZoºnGot.
vor jetzohier laſſen beruhen weilen ſolches bis tes nach ſich ziehende Suche / deßwegen Eu.
dató von andern noch unberührt gelaſſen iſt.Ge Churförſtl. Durch in GOtt ruhender Herr
geben in Regenſpurg den 18.28.) Junii 1690. Vatter hochſeel. Andenckens/höchſtlöbl.dar
Num. VI. auferſtbeſtanden/ daß ſie an dergleichen ring
haltigem Ausmünzen gar nie einiges Antheil
Extračtaus einem von dem Chur haben wollen/welchem löbl.SchlußEu.Churf.
Bayeriſien Geteilnen Rath ad Se ben Durchl. auch unzweiflich noch ferners nachſtre
werden.
reniſ Elečtorem, in punctó Monetar erſtat Dieweilen aber ohne vorgemeldte Darſtel
teten Bericht/den . Maji 1690.
lungeines genugſamen Surrogati oder Surro
G# denn die gnädigſte erforderte Er,
rinnerung unterthänigſt abzugeben/iſt von
gandian guten Geldenicht fortzukommen/noch
aus dieſem Münz-Verfall zu eluCtirenunmög
lich/
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 43
"699lich/wegendesSilbersVertheurungaberoh Hrn. Abgeſ.auftragen/ demReichs-Collegio An 1630.
ne Erhöherung des Thlr. auf 2. f. ohne Scha2 auchjeden Abgeſ die Sache ſowohl in particu
dengut Geld nicht gemachet werden könre/maſ lari, ſonderl. denenjenigen, welche man auf den
ſen aber derentwillen beymZinniſchen Fuß nun: Zinniſchen Fuß zu diſponiren ſuchen wolte/auch
mehro von 1o. auf 12. Thlr. aus der Marck fein denen Chur - Sächſ Brandenb. und Hochfl.
zu machen / abgewichen wird/ und die in Ew. Braunſchweig-Lüneb. ſelbſt nachdrücklich vors
Churf. Durchl. Landen ſeith An 1677. einge zuſtellen/damit doch durcheinReichs-Conclu
führte Erhöhung des Thlrs. auf flebenda ſum in intrinſeco keine Aenderung verſtattet /
um nichterjecklich/weinmanmitdergering und mithin von de: ſo heilſamenReichs-Müntz
haltigen Münzen in .von 4. auf o. 48. 45. Ordnung per expreſſam approbationem abge»
42. bißgar auf 32. kr, und wohlgarbeyetlichen wichen/ſondern hierunter in extrinſeco mit einer
auf 9.kr. abgefallen/alſo/daß ſich die Thaler Erhöherung der guten Sorten proviſionaliter
verfahren/ die fernere Ausmüntzung ringhaltis
verliehren/ und ſamt den beſſeren . noch immer
in Tiegel geworffen werden / ſo wird nichts gen Geldes gänzlich und alſobald abgeſtellet /
übrig ſeyn als daß der gute Rthlr. in extrin auch die Hecken-Müntz-Städte und andereob
ſeco auf 2. f. dermahlenproviſionaliter erhö angedeutete dem Münz-Weſen zum Nachtheil
het/ſolang und viel/biß man wieder mit gnug gelangende in denen Reichs-Satzungen vorhin
ſamen guten Geldim Reich verſehen / woals ſchon verbottene Grieffe und widrige Handlun
dann in Bedacht gezogen werden mag/wann/ gen mit verfänglichem Nachdruck auffgehebt/
und aufwasWeiſe von dieſerErhöherung wie auch die darzn gehörige Handlungs- und Exe
der herabzuſteigen/ damit die Sache endlich cutions-Mittel beordert werden/ dergleichen
auf den guten Standtwiederbracht werde. Repreſentation auch am Kayſerl. Hoff durch
Und obzwar ſcheinen möchte/ es lauffe faſt den von Steubern beſchchen möchte.
auf eines hinaus/ob mitErhöherung des Thl:s. Weilnaber auf dem Reichs Tage die Sache
aufz. f.in extrinſeco, oder aber in intrinſeco ſelbſtſichetwas verzögern dörffte (wie man dan
Durch ſchlechtere Ä die Aenderung/ an Seiten mehr hochged. Hrn Compaiſcenten/
als in dem herausgegebenen Schlußbald nach
wie jetzigem angedeuteten Zinniſchen Fuß/ be
ſchehe, ſo iſt der nahmhaffte Unterſcheid ſchon dem Eingang verbisſolch heilſames Werck
vorhanden/ daß mit Erhöherung des Thlr. gut aber tc. zuſehen / die Sache aufeinen Reichs
Geld herbey geſchafft/ und die Verprägung Tag auszuſtellen Bedenckengetragen/und doch
mehreres gehindert wird/welches bey vorha der Schadebey dieſem verwirrten Müntz-We
bendem Zinniſchen Fuß nicht zu hoffen, denen ſen-Stand immer/ ja ſtündlich höher hinauff
jenigen aber / ſo bißhero auf den Zinniſchen laufſet / auch eben bey dem jetztmahligen der
Fuß incliniren/kan und ſoll demnach billichge compaciſcirenden Chur-und FürſtenSchluß/)
nugſeyn/ daß aufſolche Weiſe die Difficultät/ welcher/ſo viel Ä ſelbſt betrifft,
wegen Theuerung des Silbers zu Müntzen ohnzweifentlich ſchon guten Theils wird werck
gleichwohlüberwunden/undesalleinran deme ſtellig gemacht worden ſeyn/ doch/ wie verſtan
gelegen ſeyn wird, daß ſich Churfürſten/ Für den / dergleichen - oder Guldiner dem rechten
ſten und Ständte/ ſomit dem Müntz- Regal Reichs-Halt nach auf 40.kr. kommen / man
verſehen/ernſtlich angelegen ſeyn laſſengutege aber beyder An. 1685 mit deneu Augſp. Abge
rechte Sorten an gantz/halb/ viertel/ ſechſtel ordneten allhiergepflogenenUntezzedungendlich
undneuntheilThlr.in angedeuteterErhöherung und ſchwerlich dahingerathen/ daß man die .
förderl. zuſchiagen/ damit man bald unter eine ſo nicht über 45 kr.im Halt herunterkommen
zulängliche Quantität und Anzahl des Sur toleriren wolte/ Darauß nun der Schadeabzu
nehmen/wannes weiters aufgekr wolteherab
rogand gelangen und alsdann die Abwürdi gebracht
gung der ringhaltigen Müntz alsbaldengänzl. werden; ſo ſtehet gnädigſtzuermeſſen/
abzuſtellen. ob nicht guthund nöthig wäre mit Jh.Hochfl.
Und dieſes/ſoviel die Haupt-Sache betrifft/ Gn. zu Salzburg/ als des Bayeriſ Crayſes
woin alle Wege dahin zu trachten, daß die öff2 mit ausſchreibendem Fürſten (wie wir Unſers
ters angedeutete hohe compaci irende Herren Orts darfür halten)zu communiciren/alsdann
auf dieſen Weg gebracht werden / „d alſo mit insgeſamt an die Fränckiſ und Schwäb.Cray
einer Einhelligkeit beſſer fortzukommen ſeyn ſe zu ſchreiben/ und mit denen einen einmütigen
möchte. Was die beym 3. Punct angeregte Schluß noch zeitlich auszumachen/damit nach
Schied-Müntze anbelanget / könte es diſſimu geſtalt deſſen / da man für gut erachten würde,
liret / und allein Obacht gehalten / daß derglei insgeſamt von ſolchem Schluß an offt-höchſt
chen ſchlechte 3. Pfenniger Kr. in Ew. Churf. ernante Hrn. Compaciſcenten / ehe ſelbige auf
Durchl. Landen/bevorab die Ober- Pfalz/nicht Michaelis der Veranlaſſung gemäßJh.Räthe
eingeſchoben worden;daß das Silber-Zollund wieder zuſammen ſchicken / Communication,
alles Aufſchlags und Anlagfreypaſſiret werde/ und nachdrückl. Erinnerung beſchehen möchte/
wiebeym 4. Schluß-Punctangedeutet/iſt gar von der Aenderung in intrinſeco abzuſtehen.
recht und billig/wie auch was indemnechſtfol Undbleibet zuEw. Churf. Durchl. gnädgſt.
genden Punét, wegen Abſtellung der Hecken Ä geſtellet/obSie hierüber auchDero
Müntz-Städte/ Drahtzieher und anderer / ſo Hoff-Raths-Collegium vernehmen wollen.
das geprägte gute Silber verprägen/auswech Num. VII.
ſelen verführen :c.verordnet worden/ganz löbl.
und aller Orthen mit Eiffer zu amplečtiren und Chur-Brandenburgl. in punctó
in die Vollſtreckung zubringen/dann auſſerdem des Müntz: Weſens führende Mei
die abgezielte Beſſerung nicht zu erhöhen. So nung/ communicirt Menſ, Majo 169o.
viel nun aber die hierobene Creyße und das EineChurfürſtl.Durchl. zu Brandenburg
- Ä - Werck ſelbſt auf noch imerwährenden haben vernommen/mit was für raiſon und
etchs2 Tage zu Regenſp. anbelanget/ müſten fundament darfür gehalten und ſoutenirt
Ew,Churf. Durchlohne unterthänigſte Maß werden wollen / daß weder durch Zerſtöhrung
bung Deo aufden Reichs-Tag ſubſiſtirendé der Hecken-Münzen/noch auch durch den neuen.
Achtzehender Theil. Fz. Fuß
44 MICH. CASP. LON DORP II
Anis90. Süßzu 1.Thlrn dem Werck im geringſten zu 12. Thlr.continuirte/ oder Reichs-Conſtitu An. 1 69o.
helffen / hingegen dasjenige adaequate Mittel tions-mäſſige gantze/halbe und vierthel Thlr.
wäre/das gefallene Münzweſen zu redreſren/ ſchlüge ünddieſelbein valore externo ſolchen
wann man Reichs- Conſtitutions- mäſſige Guldinern ſozu12.Thlrausgemünzetgemäß
Müntzeangantzen / halben und viertel Thirn. erhöhete/undgleichwie es dann ineffétuunum
ſchlüge / und alle Ausmüntzung in und ab idemque, ob dieſe oder jene Art Geldes/ de
ſchaffete:c. Wann aber alle dargegen beyver ren die eine ſowohl als die andere nicht ſoviel
nünfftigerErwegungdesjenigen/welchesinSr. wehrt/ als ſie gelten ſolte/publicäquaſi autho
Churf. Durchl. höchſtem Namen/ſowohlbey ritate eingeführet würde/ als dörffte demnach
jüngſter Wahl-Capitulation zu Augſpurg als gleichwohl dieſer Unterſcheid bleiben, daßaus
auchbeymeulicher Münz-Conferenz zu Leipzig der vorgeſchlagenen Rthlr. Ausmünzung in
proponiret und erinnert worden/ nanſich gar Conſideration der geringern / als Städler /
leicht eines andern würde beſcheiden/undgautz Creutz-Franzöſiſche und andrerThlr.allerhand
klar befinden können, daß durch den auf ſolchen Ungleichheit und Confuſion würde entſtehen /
zu Augſpurg und Leipzig angeführten Münz zugeſchweigen/daß ſolche Sorten ebenſo wohl/
Receſs(wann ſelbiger nur mit Ernſt und Nach" als die Guldiner/ ſo auf 12.Thlr.ausgemün
druck zu Werckgerichtet werde) dem zerfallenen tzet von denen Neben- und Hecken-Müntzen
Müntz-weſen/ wann gleich nicht univerſaliter, wann ſelbige gedultet werden ſolten / ausge
dennoch aber inſoweit, daß der bißherige über wechſelt / und geringere Sorten nach als
machteExceſs hintertrieben/einem gröſſern Un vor daraus gemünzet werden könten.
heil und der faſt vor Augen ſchwebenden Kippe Anlangend die vorhandene ſchlechte ſehr
reyvorgebogen werde / allerdings ein merckli mannigfaltige Guldiner/deren Inhalt ſehr dif
ches geholffen und durch ſolchen guten Anfang ferent wäte/ſo/ daßtheils zu 12, Thlr.theils
ſücceſſive nähere und beſſere Verfaſſungge zu 13. 14. 15. biß 16. Thlr. wiewohl unter ei
macht werden könte ſo erhellete von ſelbſten/daß nerley Bilde/Uberſchrifft und gleichſtimmiger
zugleich auch/durch die in ſolchem Receſs,unter Jahrzahl ausgemünzet ſo könten dieſelbe auf
andern abgeredete Zerſtörung der Hecken-mün kein gewiſſes devalviret/ weder dieſelbe ohne
tzen, und den neuen interims-Fuß dem Werck vorhergegangene Deſtruêtion der geſamten Hes
ſehr viel geholffen/ hergegen durch die voneini cken-Müntzen/aufgewiſſe Zeit zu gelten / mit
gen auf die Bahn gebrachte ſogenannte adr Nutzen verſtattet werden/ weiln in ſolcher Zeit
quate Mittel das gefallene Münz-weſen gar übel ärger gemachet / und unter der vorigen
leicht zu redreſſiren. Jahrzahl/der bißherigen untrüglichen Experi
Söviel nun die Zerſtörung der Hecken-mün entznach/dieMarckfeinwohlzu 2o.biß 3o.Th.
zen/und neuen interims-Fußanlangete/ſo wäre ausgemüntzet/ da auch dann der Silber-Preiß
ja offenkündig, daß die Vielheit der Münz noch höher getrieben die Ausmüntzung auf 12.
Städte/ ſonderl. der Neben-ode: Hecken-Mün Thlr.gänzlich hintertrieben/und das vermeinte
tzen/jederzeit vor eine wahre Urſache aller ent ſurrogatum mit verſchlungen werden würde.
ſtandenen Mißbräuche und Gebrechen / beym So wäre auch ganz irrig/daß in Anno 1622.
Münz-Weſen gehalten / und von denenſelben und etzliche Jahre vorher durch die Erhöhung
die ſchlechte Gelder zu eines jeden Reichs des gerechten Rthlr8. quoad valorem externum
Standes und deſſen Unterthanen höchſtem das damahls aufseuſſerſte verfallene Müntz
Nachtheilund Schaden ausgehecfek/Die guten Weſen gebeſſert worden, vielmehr wäre An
Sorten aber abſorbiret/das Silber dadurch in fangs durch den Abfall der Müntze/folglich gar
die Höhe getrieben/und die Wechſel-Lagioge die Kipperey cauſiret/ letztlich aber durch die
ſteuret auch die commerciarcrum in Landver allgemeine Abwürdigung aller ſchlechten Sor
derblConfufion geſetzet/und dahero durch viel ten/ und nachdrücklicher Abſtellung der Neben
ältige Reichs-und Crayß-Abſchiede ſothane und Hecken-Müntzen/ dem groſſen Unheilge
eben-und Hecken-Münze gänzlich verbothen ſteuret/ und das zerrüttete Müntz-Weſen wie
worden/dahero auch Dieſelbe/ als dieSurge des der redreſſiret worden und wäre kein Zweifel/
bißherigen Müntz Ubels vor allen Dingen de daßwafIhKayſM nebenallenChurfürſten/
ſtruiret und der Ausfluß der ſchlechten Gelder Fürſten undStändtendesRöm.Reichsanjetzo
verſtopffet werden müſte/ zumahln eben auf dies eine gleichförmige Verfaſſung macheten es
ſen/nicht aber auf denen conſtituirten Reichs würde das Hauptwerck/ſamt ſeinen grundrich
undCrayß-Müntz-Städten ſeither das ſchlinie tigen Principiis, auf den alten oder wenigſtens
Geld geſchlagen worden. Wann nundergleichen Zinniſchen Fuß geſetzet/ und alle bißherige Zer
unrechtmäſſige Münz-Städte welche Ihres rüttungen dadurchaufeinmahlgehoben werden
Gefallensgeringere Sorten prägen/ künfftig können/ welches man ſehnlich wünſchete/ und
nicht zu verſtatten ſeyn/ ſo könten ſie je ſodann/ verlangete/ daß der Silber- Kauffper rerum
die nach dem neuen Fuß ausgemünzteGelder zu naturamniemahls könne höher ſteigen/und daß
ihrem Behuff nicht einwechſelen;wie dann auch es auch eigentlich kein Kauff/ ſondern nur eine
hoc rerum ſtatu wegen des angeſtiegenen Sil Verwechſelung des geprägten Silbers gegen
ber-Preiſes kein beſſer Interims-Mittel auszu ungepregtes ſein ſoll/ſolches liefe wieder dieno
finden als daß die Marck fein zu 12.Rthlr. in toriſche Obſervantz/ und bezeugte die ſowohl in
und eine Zeitlang ausgemünzet/alle andere ge Holland/als Hamburg alle 14. Tage ausge
ringhaltige Sorten aber ganz verrufen wür hende ſogenante Ä courrente das Contra
den/weilen ſonſtiñereinſufficiens Surrogatum rium, wobeytnſonderheit wohl zumercken/daß
angeſchaffet und in Ermangelung des Sil der Kaufmann eine Zeitlang hero nicht wie
bers/das Münzen gar nicht fortgeſetzet werden ſonſt üblich ad valorem intrinſecum, ſondern
könte/ geſtalten denn auch der von einigen ins nur ad externum und den bloſſen Cours aller
Mittelgebrachte Müntz-Fußzugantzen/halben Gelder reſlečtiret/ und daherounter guten und
und viertelsThlrn. nichts in receſfuhätte ſon ſchlechten Sorten wenig Unterſcheid gemachet/
dern aufeines hinauslaufen würde/ob man mit indeme er dieſe/ wann dieſelbe gleich gegen 2.
der angefangenen Ausmünzung der und zu oder höchſtens 3. pro Cento Lagio geben/ #
MI/O/
ACTORUM PUBLlCORUM CONTINUATIONIS XXI. W5uch. 4%
An. 1690. alſo wann er auf diejenige Münzen, ſo das noch fürwährenden Türcken-Krieg/und andern An. 1690.
ſchlechte Geldgepreget/ Silber geliefert, das beſchwerl. Conjunčturen nicht thun - oder dien
für pro Cento wohl 8. biß 1o. Thlr, mehr ge2 lich/wiewohlAn. 1623. ungeachtet der Dumah
ben und dennoch ein anſehnliches dabey profi ligen/bekanter maſſen/viel trübſeligern Zeiten/
tiren können und dieſes wäre eben die End-Ur eine vollſtändige Reduction der Münzen mit
ſache/warum Theils Reichs2Städler Kauff gutemu.langbeſtändigen Effečtgenoſſen wor
leuthe die Deſtruction der Hecken-Münzen und den ſonder daß manein Proviſional Remedium
gerne ſehen. Es könte auch ſeyn/ daß ein-oder zugedencken/welches bey verſchiedenen die Aus
ander Kaufmann/welcher über den Leipz. Fuß münzung der Guldiner nach dem ſogenannten
der 12. Thlr. ſo ſehr dolirte / mit unter ſol Zinniſchen Fuß/ ideſt, die Marckfeinad 15.fl.
che Compagnie gehörete / welche ſeither die 4ſ.kr. ſeyn ſolte/ſo wird conſideratis conſide-.
gute Güldner um ein geringes an ſich randis darfür gehalten/daßmanged.Zinniſchen
gewechſelt / und dieſelbe hinwieder mit Fuß zwar pro temperamento der Zeit wohl
groſſem Nutzen gegen ſchlechteSorten aufeiner allerſeits annehmen könte; ſolcher aber nicht in
Hecken-Müntze umſetzen laſſen / wodurch ſich dcrAusmünzung und innerlichen Halt, ſondern
ſolche gute Guldiner mehr als zu viel verloha in dem valore extrinſeco, oder äuſſerl. Erhö
ren/ und wäre das ſeither gemünzte gute Geld/ hung des Rthlrs. beſtehen ſolte/ zumahln dem
dergleichen gewinnſüchtigen Leuthen/nicht aber Publico weit vorträglicher auch einem Münz
dem Müntz 2 Herrn und deſſen Unterthanen / Herin ſelbſt leichter und profitabler ſein würde,
oder dem Publico zuNutzen kommen/ vielmehr wann fürohin anſtatt derGuldiner/od. Stück,
hätten einige wohlgeſinKete Müntz2 Städte/ lauter gerechte Rthlr. nach dem alten Ä
und auch inſonderheit S. Churf. Durch zu Schrott und Korn/ideſt, daß8. Stück auf die
Brandenb.bey Ausmünzung der Creyßmäſſi rauhe Marck Cölniſch gehen und am fein 14.
gen guten Gelder einige Jahre heroein anſehna Loth4.Gränhalten/ ausgemüntzet in valore
licheszuſetzen / und hingegen erfahren und an2 extrinſeco aber gleichwohl durch den Zin
ſehen müſſen, daß einige Fürſten/ Grafen und niſchen Fuß/ ideſt der Marck fein ad 15.
erren/welche keine berechtigteCrayß-Müntz f. 45.kr. valviret und regaliret würde/ welches
Städte hätten / das Müntz- Regal zu ihrem Reglement eine Erhöhung des Rthlrs auff7.
unbeſchreibl.groſſen Nutzen und zudes ganzen Orthsgulden / oder 15. f.4ſ.kr.importirte;
Reichs unerſetzlichem Schaden zur höchſten denn gleichwie eine Marckfein/nach demZinni
Ungebühr mißbrauchet/ und daß ſolcher un ſchenFuß/wie gemeldtet/auff 15.f.4.kr.hins
befugter Eigennutz bißdato gedultet unddar auskommt alſo macht eine Marckfein ange
wider keinewürcklEnderungs-Mittel zur Hand rechten Rthlrn/id eſt 9. Stück Reichsthaler
genommen/ vielmehr aber ſolches ungerechtes jeden zu Ä
oderpro1. f.45.kr. gerechnet
Weſen dadurch fomentiret worden / daß die und erhöhet/juſt 15. f.45. kr.dergeſtalt, daß
allerſchlechſte Gelder ſowohl in denen Kayſerl. zwiſchen 9. alſo erhöheten Rthlrn. und 15
Erb-Landen als auch inFranckfurt am Mayn/ Stück Zinniſchen Guldinern kein andrer Unter
Augſpurg/Nürnberg:c. im Handel und Wang ſcheid iſt als daß der Stück Zinniſchen Gul
delgedultet/ und unter denenſelben uud denen um ſo viel mehr aus einer Marck fein/ als
guten Guldinern/ wie vor ſchon erwehnet / der Reichsthaler gemüntzet werden müſſen / in
faſt wenig Unterſcheid gemacht worden. valore extrinſeco aber iſt es ein Ding/weilbey
Gleichwie nun aus dieſem allen unwiedera der Sorten die Marck fein pro 15. fl. 45.kr.
prechlich erfolgen müſte / daß der Leipziger hinaus gebracht würde.
üntz-Receß eine allgemein-nützige gute In Daß aber dem Müntz2 Herrn viel nützlicher
tention zum Fundament hätte und daß durch ſey/aufſolche Weiſe gute Rthlr. als Zinniſche
deſſen exačte Vorſtreckung das bißherige Guldiner/zuſchlagen/ iſt hieraus klar und faſt
Mäntz-Ubel durch die verabredete und feſtge-. handgreifl. weil der Münz-Koſten einer Marck v

ſtellte Deſtruction der Hecken- Münzen unter notorièdeſto gröſſer iſt/jemehrStück aus einer
brochen/der beſorglichen Kipperey aber/durch Marckgemüntzet werden/wann man dann zum
die verglichenedurchgehendeproviſional - Aus Exempel 1ooo Stück Rthlr.ſchlüge/ſoträget
müntzung gehindert und geſteuert werden könte.dieſe Summ ſchon ſo viel aus, als ſonſt 17Fo.
Alſo hätte Dero Geſandſchafft ſolches alles ZinniſcheGuldiner-Stück/alſoum7 ſo. Stück
nochmahls ausführlichen zu remonſtriren/mit mehr als der Rthlr. welcher mehrere Unkoſten
Anhang / daß auf den unverhofften Fall / da uicht gering zu ſchätzen, weil ſolche/ bevorab in
man dieſes ungeachtet/ beydenen eingeriſſenen einer groſſen Quantität oder Summa weit
Müntz-Vitiis, ſo gar kein Temperament und wächſet/die Exempligratia an ooooo. Stück
und per Conſequens den zu Leipzig/ ſowohl Rthlrn erhellet/ da man hingegen zu Adaequi
meinenderrichteten Receß nicht admirtiren/ſon rung ſolcher SuiſanZinniſchenGuldinern um
dern auf die Extrema und Impoſſibilität beſte 75ooo. Stück mehr als der Rthir. münzen
hen wolte/Sr. Churf. Durchl.ſodann/wegen müſte/dann 1ooooo. Rthlr. zu7. Orthmachen
aller daher unfehlbar zugewartenden gröſſern juſt 175ooo. fl oder Guldiner.
Inconvenientien/ und des je länger je mehr ein Dem Publico aber wäre die continuirende
reiſſenden Ubels/ vor aller Welt entſchuldiget Ausmünzung der Zinniſchen Guldiner da
ſeyn wollen. rum viel ſchädlicher / weiln ſolcher geſtalt
Num. VIII. das Remedium der künftigen Reduêtion des
Müntz-Weſens/aufden Fuß der altenReichs
Müntz-Bedencken/ ſo von Salz Müntz-Ordnung je länger je ſchwerer/und faſt
burg herrühren ſoll / communi unmöglich fallen würde, zumahlenje mehr und
cirt Menſ. Maji 1690. mehr ſucceſſivè mit dergleichen Guldinern das
Achdem man faſt durchgehends der Mei Reich angefüllet würde / je ſchwerer würde es
nungſeyn will obſeye die völlige Redu hergehen ſich künftig derſelben wiederum zu
étiondeszerfallenenMüntz-Weſensduf befreyenundzuentladen/ weil es durch kein an
den Fuß der alten Reichs-Müntz-Ordnung bey ders Mittel, als durch die koſtbahre Ausmün
F 3 zUg
46 MICH. CASP. LON DOR PII
l
An 1690.tzung Guldiner allenthalben im Reich würck. torio, und darinn habenden Unterthanen nicht Anó9°“.
verbothen/und die Ausprägung der Rthlr. ſta concerniren/ oder betreffen, ſondern derſelbe
uiret und durchgehends von allen - ſo das ſeine eigene ſo geringhaltige geſchlagene Mün“
Müntz-Regalhaben in möglichſter Quantität tzen von jederman vor voll fort anzunehmen
vollzogen würde, ſo wäre nicht nur die Quelle ſchuldig und ſolche alſo in ſeinem Land / oder
alles bißherigen Ubels auf einmahl geſtopffet/ Territorio allein / nicht aber / auſſer deſſelben
ſondern man kämenach und nach wieder zu dem gangbar ſeyn ſollen/ welcher hernach ſeine ſo
Surrogatoundguten Geld/dergeſtalt/daß man ſchlechte Müntz gleichwohl nach und nach um
hernachbeybeſſern Zeiten / und ſo bald die je münzen/ oder ſich derſelben als einer Land
zigen ſchwehren Conjunčturenceſſirten die in Müntze/ in ſuo Territorio bedienen möchte /
„terimpro temperamentoproviſionaliad 1 .kr. und dieſes wird ſo ſchwehr und unpraéti
erhöhete Rthlr. wiederum pro renata per gra cirlich nicht ſeyn / als es vielleicht ſcheinet/
dus , oder auf einmahl auf den vorigen j maſſen bekant / daß auch in andern Provin
herabſetzene und folgends ohne alle koſtbahre cien/ ſonderlich in Italien und der Schweiz/
Ausmünzungquaſiunicö ſolüm verbo die alte faſt in jedem Particular-Territorio, deren man
Reichs-Müntz-Ordnung introduciren/ mithin in einem Tag öffterszweyunddreyunterſchied
durch dieſe hochgeſtiegene Waaren/ und Lagio liche betretten kan/ ganz beſondere Münzen in
oder Aufwechſel auf ſeinen billichen Wehrt Gang ſein / die immediate auſſerhalb deſſelben
leichtlich bringen könte / aus welchem genug: nirgenda gelten/und doch derenthalben in Han
ſam erſcheinet/ wieviel vortäglicher und rath del und Wandel keine Confuſion bringen / weil
ſamer dem PublicodieAusmüntzung des Rthlr. ſich jederman ſchon darnach zu richten weiß.
als Zinniſcher Guldiner/ ſeyn würde. Es wird aber anbey noch nöthig ſeyu, alle
Dieſemnechſt wäre die Frage / was bey ſo dienl. Mittel zu ergreiffen, damit die ausmün
erhöhetem Fuß des Rthlrs. für ein Reglement tzende gerechte Rthlr.im Röm. Reichbeybehal
mit dem jetzovo:handenen ganz und halbenGul ten/ undnicht ausgeführet/ noch ſonſt verloh
dinern vorzunehmen und pračticirltch ſeyn ren und verſchmeltzet werden möchten, zu wel
möchte/worauf kürzlich geantwortet/uudun chem Ende dann nicht allein die vorige Meazza
vorgreiflich dahin gehalten wird / daß wann tanoch mehrers geſchärft und ernſtlich darauf
man ſolcher Richtſchnur und dem geſetzten Fuß gehalten werden, ſondern die Frantzöſ. Thlr.
genau und ſtrictènachkomen wolte/ zwar wohl als welcher jedes Stück notorie um 3.kr. min
der nechſte Weg wäre / daß alle übrige ſilberne der gelten/ und demnach höher nicht alsp. 1.fl.
Müntz Sorten nach ſolchem Fuß valviret/ in 42.kr. gangbar ſeyn müſte / die Burgunder
dem rechten Wehrt/ welchen ſie/ reſpeétudes Holländer- und Schweitz. Thlr. hätten aber p.
Zinniſchen Fußes/haben/geſetzet weden ſolten/ . f. 4o. kr. allerdings ihre Proportion und
dieweil aber/indemdieGuldine: ſogar ungleich/ Werthgegendenerhöheten Rthlrad 7. Orth/
u.faſt von Jahr zu Jahr ſchlechter ausgepräget und köntenbeyſolchem Valor, den ſie bereits oh
werden/ſchien jeder Sorten/ſogar denenſelbéſo ne dem in einigëCrayſenhaben/gelaſſen werden.
e-nen Schlag undJahrzahl haben/ein beſonde Solte man aber der Meinung ſeyn / daß/
rer Werhgegeben werden müſte / ſo iſt leicht nachdeme die meiſte ältere Guldiner; ſo de facto
zuerkennen / daß eine ſolche genaue Valvation noch vorhanden/ und in ſuogenere, faltem re
in täglichem Commercio nichts / als lauter ſpečtu der neuen/ gleichſam für guth geachtet
Confuſion, bevorab bey dem gemeinen Mann/ werden/ den Zinniſchen Fuß oder Halt gleich
erwecken/ja ganz und gar unpraéticirlich ſeyn wehlum ein merckliches nicht erreichen, ſondern
würde daherodießfalls kein beſſeres und pračti denenſelben die Marck fein ſo hoch hinaus ver
cirliches Mittel wäre als allein zwey Claſſes münzt worden, daß der Verluſt pro 1oo. deu
aus denen Guldinern zu machen / nehmlich die noch über 16 17. 18. und bey theils biſ 2o ſtei
gar ſchlechte, welche von etlichen Jahren her „get undderowegen als zuviel Sorten unter die
ausgepräget worden/deren Verluſt über 17. f. erſte Claſſ, die nehmlich mit verſchlagen werden
4. pro Centoimportiret völlig zu verſchlagen/ ſolten/koſten müſten/und daß man daheroallzu
und zuverruffen die beſſern ältere aber gleich groſſen Mangel amGuldiner-Geld haben wür
wohlproviſionaliternoch im Handel und Wan de. Jtem/daß die Ausmüntzung der Rthlr.wie
del zu toleriren/ oder paſſiren zu laſſen / weil wohl in beſagter Erhöhung ad 7. Orth / ten
ſolche mit dem erhöheten Fuß des Rthlrs.noch noch gar beſchwerlich und hart fallen, benebenſt
einige nähere Proportion halten. die Valvation des Franzöſ. Thalers auf 1. f.
Hierbey wäre die weitere Frage was dann 42. kr. eine neue Beſchwernuß und gleichſam
mit denen allzuſchlechten und verſchlagenen Confuſion mit ſich führen möchte / ſo wolle
Guldinern nochmahls zu thun/ damit die un man endlich noch eine mehrere Erhöhung des
ſchuldige Stände und deren Unterthanen hier gutengerechten Rthlrs.und zwar um 3-kr. vor
unter einen Weg ſich deren nach und nach ohne geſchlagen haben/ dergeſtalt/ daß ein ſolches
ſondern Schaden wenigſt in etwas zu entladen/ Stück 1. f. 45. kr. oder 36. Groſchen gelten
noch offen haben möchten. ſolte/womithin die Marckfein um 16.fl. 12. kr.
Die Frage wird mit demjenigen / ſo bißhero hinauskommen thäte/und köntebeyſolcher Er
die Indemniſation von denen / ſo ſothane allzu höhung 1. der Franzöſ. Thlr. als der vorange
geringhaltige Müntz ſelber / oder durch Ver regter maſſen/um 3. fr. weniger wehrt iſt, als
pachtung ans Tages Licht gebracht / zu erſtat eingerechter Rthlr. bey dem an vielen Orthen
ten/ für billig erachtet/ bald beantwortet ſeyn / ſchon introducirten euſſerlichen Valore der 7.
wie aber ſothane Indemniſation zu praeſtiren/ Orts-Gulden / oder 1. f. 4. kr. oder 3 .
allen ſolchenMüntz-Hrn. wegen der alzugroſſen Groſchen dennoch verbleiben / alloieweil der
Quantität eben nicht ſowohl möglich / als Franzöſiſche Thaler p. 7. Orth gegen den
wohl billigſeyn dörffte/ſohielte man dafür/und um 1.Gr.erhöheten gerechten Rthlr.allerdings/
kein unbilliges Expedienszuſeyn/daß das Ver ſeine Proportion in bonitate intrinſeca hätte;
bott ſolchalzu Ä Sortenſelbige.Müntz gleicher geſtalt möchte man den Burgundiſ.
Hrn. oder Münz-Standt/ſamt ſeinem Terri Holländiſch-und Schweizeriſchen Thlr, Ä
O)NE
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIs XXI. Buch. 47
An-1690. ohnedem in denen meiſten Reichs-Crayſen we 3. Würde dieſe innerliche mutation denen An. 690.
nigzuſehen/wolbey dem Valorep. 1. f. 40.Kr. Ständen in deren AErario und Einkünften der
laſſen/oder endlich pro 2. Kr. noch erhöhen. allergröſteSchadeſeyn/dannein ſolcher gering
2. Könten alsdann mehr Sorten der vorhans haltiger Thlr. hätte zwar den Namen eines
denen Guldiner/wie auch andereMüntzen/nem Rthlrs.und gelte 1 f. nach dem Zinniſ, Fuß/
Ä
lich alle denen der VerluſtproCen müſte ſich auch ſowolder Stand ſelbſt in allen
to etwan nicht über 20 f.ſteiget/im Handel und ſeinen Einkünfften/als die privati damit bezah
Wandel noch vor vollpaſſiret / und allein die enlaſſen, indememanaber dabeyfaſt 7.undre
noch ſchlechtere an allen Oerthern im Reich/ ſpečtivè 2o:p.Cente Verluſt hätte, ſo wäre der
auſſer in dieſem Territorio, wo ſie ausgemün chadedeſto unerträglicher/wann ſofort/we
zet worden./verſchlagen und verrufen werden. gen der eingeführten ſo geringen Thlr. Müntz/
3. Würden hierdurch die Stände des Reichs der nothwendig folgende Außſchlag auf alle
deſto mehr zur Ausmünzung guter Rthlr. ge Waaren/ der groſſen Lagiobey allem Wechſel
bracht / weiln ſie bey ſolcher Erhöhung des der dadurch geſteigerte Silber-kauff/undend
Rthrs, keinen ſomercklichen Schaden zu em lich der ſo groſſe Verluſt beyallenEinkünfften/
pfinden hätten. Gefällen und Einnahmen/quafin perpetuum,
4. Wäre die Ausführung und Verſchmelzun währenſolte wie dann die redreſſirung auf den
der gerechten Rthlr. bey dem höhern Ä alten Halt/ſonicht anders/als durch künftige
nicht ſo ſehr zu beſorgen/und würden nicht allein Wieder-ummünzung aller ſolcher neuen Thlr.
Um ſo mehr beybehalten / ſondern die etwan mit neuen Schadengeſchehen könte vorbeſag
noch auſſer dem Reich vorhandene alte gute Thl. termaſſen / faſt unmöglich und wohlnimmer
auf ſolche Weiſe gleichſam ins Reich hineinge mehr zu erhalten ſeyn würde.
locket/ zumahlen das Geld/ bekandter maſſen/ 4. Wäre es jadem R. Reich welchesjeund
ſich Dahinziehet/wo es am meiſten gilt. allezeit den beſten Thlr. zum Fuß aller übrigen
5. Bliebe ein und andern Wegs dem Reich Müntzengeſchlagen/nicht reputirlich/ja höchſt
bevor/pro renatäbey beſſeren Zeiten/und ſobald ſchimpflich/daß es bey der gleichwolgenieſſen
man mit dem Surrogato, als gerechten Rthlrn. den innerlichen Ruhe und Frieden in bonitate
ausgekommen zu ſeyn befinden möchte/den Rthlr. intrinſeca des Rthlrs.fallen, und nunmehro
wiederum was herabzuſetzen und nach und nach ſolchen ſchlechten/als in einem Königreich/Pro
oder gar auf einmal die alte Reichs-Müntz-Or vinz und Landen in ganz Europageſchicht/aus
dnung/wie An. 1623. beſchehen/zu intoduciren. münzen laſſen ſolte. Aus welchen und noch an
Solchem allemnach wolte man dafür halten/ dern Conſiderationen mehr man alſo unvor
daßpro nunc, einer aus obgeſetzten beedenVor greiflichofftangeregte Erhöhung des Rthlrs.
ſchlägen und zwar derjenigeproviſionaliter auf invalore extrinſeco.adtempus für das beſte und
2.3. oder mehr Jahr zu amplečtiren wäre/wel ſicherſte temperamentgehalten und vorgeſchlas
cher am leichteſten durchgehends im ganzen gen haben wolte.
Röm. Reich gehalten werden möchte, da eine Damit man aber eben auch durch dieſes me
durchgehende Conformität das Werck haupt dium die Erhöhung des Rthlrs.nicht allzulang
ſächlich facilitiren würde, es würde gleich die graviret ſehen/ſondern je eher je beſſer zu gutem
Erhöhung des Rthlr. nach dem Zinniſchen Fuß Geld und gerechten Rthlrn gelange/einfolglich
ad7. Orth/ideſt auf35. Kay.Gr. five 1.f.48. wann man damit wiederum zur Gnügeverſe
Kr.obverſtander maſſen eingerichtet / und ob hen/dieDevalvation deſſelben wieder aufden als
zwar wie einige vermeinen/und auch pro reme ten Valorad 1 f. vornehmen möchte/ſo würde
dioproviſionalivorſchlagen möchten/ineffečtu nöthig ſeyn/vonReichswegen zu ſtatuiren/und
ſo weit kein unterſcheidzuſehen/wann man an einenSchluß dahin zu machen/daß alle undjede/
ſtatt mehr beſagter äuſſerlichen Erhöhung des ſomit dem Müntzregalverſehen / ſubpoenaa
Rrhlrs. den Thlr. an Korn oder innerlichen miſſionisregalis, wo nicht eine gewiſſe ergiebige
Halt/umſovielringer/ideſt,juſt nach dem Zin Summ der gerechten Rthlr. alſobald auszu
niſchen Fuß/ oder reſpectivè noch um 3.Kr. münzen übernehmen/wenigſt doch dempublico
ſchlechter ausmünzen und ſolchen neuen Thlrn. zum Beſten unangeſehen eines einigen Scha
ro 1;f.geltenlaſſen wolte/zumahln die Marck dens/etwas/und ſo viel jedem möglich/eingu
ein auf eines hinauskommt/ob man gleich den ten Rthlr. auf den approbirten Crayß-münz
Thlr.äuſſerlicherhöhet/oder in bonitateintrin ſtädten (wann alle andere Hecken-münz-ſtädte/
ſecaum ſovielringerſchläget / ſo würde doch ohne Verzug durchgehends abzuſtellen wären)
durch eine innerliche mutation des Thlrs. dem zuſchlagen oder ſchlagen zulaſſen/alſobald einen
publico einweitgröſſerer und unwiederbringli Anfangzumachen und ſein Münz-werckbey
cherer Schaden/als durch deſſen äuſſerlicheEr denen nechſt-folgenden Müntzprobationstä
höhung zugefügt/ immaſſenman gen/welche in denen Crayſen/nach Verflieſſung
1. Permutationemintrinſecam des Rthlrs. dreyer Monathen/oder längſtens in einem hal
von der Reichs-Müntz-Ordnung gänzlich ab ben Jahr à tempore des ergangenen Reichs
gienge/und wolalle Hoffnung auch mittlerZeit ſchluſſes/unfehlbar zu halten wären/ umzuſe
wiederum darzuzugelangen verlieren müſte/ hen/ ob und welchergeſtalt der Reichs-ſchluß
aus Urſachen/weiln das remedium, ideſt, die von denen Müntz-ſtänden exerciret würde der
Ummüntzung aller ſolcher Thlr. und andernfols Obſervanznachgebührend vorzuzeigen - und
genden Münzſorten allzuſchwerundfaſt un auf die Probzugeben ſchuldig ſeyn ſollen. .
möglich mehr ſeyn würde. Wann nun ſolchem allenallerſeits nachgele
2.Hätte man ſolchergeſtaltzweyerleyRthlr. bet würde/ſowäre nicht zuzweiffeln/daß man
nemlich die alte geringe in hohem Werth/deren in dem R. Reich nicht ingar wenig Jahren mit
doch hin und wieder bevorab in denen groſſen gutem Gelde und gerechten Rthlrn verſehen
Handel-ſtädten eine noch ſtarcke Anzahl vor ſeyn/ſodann die alte Reichs-Müntz-Ordnung
handen/und dann dieneuenach dem innerlichen wiederum einführen/ mithin die Commercien
ringe Fuſſein niedermWerth/welcheder gemei in vorigen Flor bringen / und ſich ſowohl der
neMañſchwerlich zu unterſcheiden wiſſen wird. Müntz-ſtand des wenigern Schadens/ wº
Y's
48 MICH. CA SP. LONDORPII
An. 1690.derſelbedemPublicodurchAusmüntzung der ge- Thrs. ad 1. f. 1. Kr. bekommen / und den An. 1690.
rechten Rthir.löbl.und nützlich ſacrificiret/nach Thlr. darnach müntzenthäte.
und nach bey ſeinen Einkünften und Gefällen So wäre es auch dem armen Landmannnoch
durch Einnahm lauter gerechter Sorten/erhohe erträglicher / wenn die jetzt-lauffende Sorten
len/ als auch der gemeine Mann den allgemeis nicht ſogar aufeinmahlnachdem alten Fußre
nen Nutzen und Fruchthiervon mit Freudenge duciret würden.
nieſſen könte und würde. Und dieſes ſigd die rationes, welche ich ver
meine daß ſie propraſentiftringiren/ratene
futuriaber hätte man dieſen conſiderablen Vor
Gutachten im SNüntz weſen/ fo theil/ daß man ſolchergeſtalt nichts mehr um
von Bumberg kommen/communicirt Menſ ſchmelzen oder in Tiegelwerffen / ſondern nur
Majo 169o. au dem äuſſerlichen Valor caliren dörffte / und
NYS will mich meines wenigen Orts bedün glaubte ich/wenn eine dergleichen Verordnung
cken/daßes dem gemeinen Weſen ſowohl/ in denen herobigen 3en Crayſen beſchehen und
alseiuemjeden in particulariweit vorträg Jh. Kayſ. M. derſelben auch.accediren ſolten/
licher insgemein / oder da eine Univerſalität es würden ſich mit der Zeit die herumbigeCray
nichtzuerhalten/wenigſtens exparte der 3cor ſe wohl auch darein finden. Dieſe Objection
reſpondirendenlöbl Crayſen/mit allerhöchſtem möchte man vielleicht gegen dieſem Vorſchlag
Beytritt Jh. Kayſ M. etwas gewiſſesproin machen/daßweiln in den 3en correſpondirendel
terimzuſtatuiren als denen immerdar ergröſſe Crayſen/die wenigſte Ständte mit Bergwer
renden Confuſionen länger alſo zuzuſehen/und ckenverſehen, es mit Beybringung des Surro
weilnJh. Kayſ.M. von löbl.gedachten 3, cor gati, oder Schlagung der guten Thir.hart Da
reſpondirendenCrayſen allhter eine Zuſammen her gehen möchtewann aber nur eine rechteEin
kunfft, mithin ein Gutachten verlangen / wie theilung gemachet/und von einem jeden Stand
das Müntz weſen/wo nicht gänzlich und alſo ein ſicheresQuantum übernommen wird./ſoceſ
gleich in ſeine alte Richtigkeit und Conſiſtenz ſiret ſolche Difficultät alsdann von ſich ſelbſten.
wiederum gebracht / wenigſtens der noch wei Wie mir geſaget worden / ſollen ſich bey der
tern Zerrüttung Riegel vorgeſchoben/und dem jüngſten Leipziger- Meß bereits Guldiner ge
alten Reichs-fuß näher getretten werden möge; funden haben, deren mehr als 18.Stück auf die
Als wird vornemlich darunter auf ein ſolches feine Marck Cöllniſch gehen/welches dann eine
Expediens das Augen-maasgenommen werden Frucht iſt der zwiſchen Chur-Sachſen Chur
muſſen/deme auch Jh. Kayſ. Maj. accediren. Brandenburg und dem Hauß Braunſchweig
s haben Eu. Hochf. Gn. mich in puncto genommener Müntzabrede/und des geloffenen
monetx hiebevor jederzeit auf das alte höchſt Gerüchts/als ob man derſelben exparte Impe
rühmlichſt inſtruiret/und darbeyin Erwegung rii univerſaliter beytretten wolte/daß man alſo/
gezogen / daß durch interims-Mittel der Sa leyder! nur allzuvielerfähret wie höchſt ſchäd
chen nicht geholfen/ noch aush der Schade ver lich esſeye/die Sache noch länger in gegenwär
hütet ſeye daß durch Verbietung und Abſchaf tigem Stand zu laſſen.
ÄÄ die Quell des gering Wann einſten exparte der 3. correſpondi
altigen Ausmünzens nicht geſtopffet / ſondern rendenCrayſen etwas ſicheres ſtatuiret iſt/wird
daß auch auf deneſ approbirten Münzſtädten das meiſte daran hafften damit die gute So2
nach dem alten Reichsſchrott und Korn ge ten nicht hinausgeführer werden / und dahero
münzet werden ſolte. Die Reichs-ſtädtiſchen aufdenen Zoll-und Mauth-ſtädten genaue Ob
haben zwar je und allezeit dieſe Principia gehal ſicht gehalten werden müſſen, weilnaber derent
ten/und von keinem interims-Mittel hören wol halben ſowol als anderer Praecautionen halber
len.Ich ſorge aber/jabin es gleichſam geſichert in hiebevorigen Münz-Receſſen, und dann des
daß man es aufeinmal zu dem alten nicht wird nen Reichs Abſchieden ſelbſt ſattſame Verſe
bringen können dahero dann/ und weilen denen hung beſchehen/als wären ſelbige ohnmaßgeb
3. correſpondirenden löblichen Crayſen daran lich anhero zu wiederhohlen/ am forDerſamſten
hauptſächlich gelegen, daß ſich Jh Kayſ-Maj. aber Jh. Kayſ. M. allerunterthänig zu erſu
auch mit deme / was ſie in dem Münz weſen chen, daß ſie Chur-Sachſen/Chur-Branden
vorgeſchlagen/conformiren/ſobedüncktemich/ burg und das Hauß Braunſchweig erinnern
ob vielleicht nicht ein expediens wäre / wann möchten von der unter ihnen verabredeten Aus
man Jh. Kayſ. M. das verlangte Gutachten müntzung der Marck Cöllniſch ad 18. f zu de
dahin abſtattenthäte / daß 1. alle vorhandene ſiſtiren/weilen ſonſten unausbleiblich alle beſſe»
gantze und halbe Guldiner/wie auch 15 nerwel re Guldiner in den Tiegel geworffen würden.
che nach dem Fuß des Thirsad : f. 4. Kr. zu Num. X.
gering ſind/inden Tiegelgeworffen und umge
ſchmelzet/dann2.nichts als ganze/halbe und Schreiben von Chur-Sachſen als
Thlr geſchlagen jedoch der Thr, in valore ausſchreibendem Fürſten des Ober-Sächſiſ.
ex rinſeco ad 15. Kr. proviſionaliter erhöhet/ Crayſes/an die Status ſothanen Crayſes in
und dann mit der SchitD-münz nach propor particulari, vermittelſt welchen ſowohl das
tien äuchverfahren werden ſoll DaßJh Kayſ Kayſ neue Müntz-Edičt communiciret/als
Maj. dieſen Vorſchlag amplečtiren würden/ wegen der ordentlichen Müntz-Städte Er
muthmaſſe ich daher, weiln ſolcher geſtalt ihre innerung gethan wird/d. 7. Jun. 690.
1 her in vollem valore extrinſeco verblieben/ Elchergeſtalt die R. Kayſ.M. Unſer als
die Chur-Bayeriſ Goldgulden auch von jetzi lergnädigſter Hr.Unsunterm2 .Očt.ab
ger Valuta, ſo viel ich noch abnehmen können/ gewichenen 1689ſten Jahres/ſo aber al
nicht abſteigenthäten und dahero an.Jh.Chur lererſt den 26ſten jetzt verfloſſenen Mon. Mayin
fürſtl. Durchl. Beytritt nicht zu zweiffeln.Der ſinuiret worden./zuerkennen geben/auswasers
müſitzende Stand hätte bey Schlagung des heblichen Urſachen Sie in Münz-ſachen ein lu
Tºlrs. auch keinen Schaden/wen er die umzu es Edict ausfertigen laſſen mit gnädigſtem Be
ſchmelzen habende Sorten nach dem Fuß des
sº Capassºººº # N] Hs
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 9
An699-Amtshaberndem OberSächſCrayßenicht durch Erhöhung ſeines Thalers auf 1o. prCt. Än. rssd.
alleingehörigermaſſen zu publiciren ſondern den Kauffmann um etwas Gewinns willen/
auch daran zu ſeyn damit aller Orten darüber wird bewegen, daß ſelbiger nicht allein keinen
gehalten werden möchte / ſolches beſaget der Thlr. mehr aus Franckreich führet/ ſondern
Copeyl. Anſchlußſub lit. A, mit mehreren. auch ſo viele Franzöſ. Thaler aus dem Reich
Dieſemnach haben wir nicht ermanglen wols wieder in Franckreich wird verſenden, als ihm
len Crayß-ausſchreibenden Fürſten-Amtswes immer möglich ſeyn wird wie davon in der
gen/ Ew.Lbd. einen Abdruckvom angezogenem Schweitz/ zu Augſpurg/ Nürnberg und ans
Kayſ. Edičt hierbev ſub lit. B. zu überſenden / dern Orten ſchon die Erempel geſehen worden.
auſſer Zweiffelſtellende ſie werden hieraufffers Daß dieſes eine wahre Urſachſey / warum
ner die Nothdurfftzuverfügen/und Jh. Kayſ. Franckreich ſeinen Thlr. aufo.pr.Ct.erhöhet/
Maj. allergdſt. Willen auch ohneUnſer Erin #
deſſen beygelegtes Edičt, mit deutlichen
nern/ gebührend zuvollziehen wiſſen. orten zu verſtehen indem ſelbiges ſagt:Nous
Allerdings nun auchEw.Lbd.aus oberwehn avons veunepouvoir apporter de remedeplus
tenKayſ.Müntz-Edičtzugleich wahrzunehmen/ efficace, que d'augmenter d'un dixièmela val.
was wegen der Münz-Städte/ und daß deren vation de nes monnoyes, pour öter toute
keine andere/ als welche nach Verordnung der eſperance de gain à ceux, quipourroient en
Reichs - Schlüſſe zugelaſſen / und in jedem treprendre de les tranſporter, & dans l'eſpe
Crayße approbiret/geſtattet werden ſolle/ das rance que celapourroit faire revenir des Pais
rinnen enthalten; und dann bekannt / was wir étrangers une partie de celles, quiy ont eté
dißfalls/ und der bißherigen ſogar häuffigen transportées.
Ausmüntzung geringhaltiger Sorren/ Crayß Es iſt zwar auſſerdem noch eine andre groſſe
ausſchreibenden Fürſten Amtshalber/zu unters Uhrſachobgemeldter Erhöhung des ſ. Ä
ſchiedenen mahlen erinnert; als haben wir nicht Gelds/weilen ſelbige aber nur den bloſſen Nu
unterlaſſen können Ew. Lbd. deshalben wohl tzen des Königsinparticulari betrifft, indem er
meynende Fürſtellung zu thun/ des gänzlichen von ſeinen Unterthanen alles Silber-Geſchirr
Verhoffens/ es werde dereinſt der Mißbrauch gegen den Thale: ad 6o. Sols annimmt und ſie
desMüntz-Regals abgeſtellet/und nicht Urſach mit eben demſelbigen Thlr. ad66. Sols. (wel3
egebëwerden/daß/inverſpührendem widrigen ches Io. p. Cent. differiret/ ) zahlt, ſo wird
Fall der eingeriſſenen Unordnung zuſteuern/und Ä ſeyn/ ſich darmit allhier länger auffs
zuhalten.
ferneren Schaden abzuwenden / worzu die - - -

Reichs-Conſtitutionen und gegenwärtiges Aus vorgedachtenUhrſachenhatFranckreich/


Kayſ. Mandatanweiſen / wegen Niederlegung (wie aus derÄ Beylageerhellet/) in ſei
dergleichen verbothenen Müntz - Weſenszu nen Niederländiſchen Conqueften die ſilberne
längliche Mittel fürgekehret werden müſſen / Specien von 64. Patarts Brabantiſcher Val
und wir verbleiben Ew.Lbd. zu Freund-Vet vation, oder von 4: Franzöſ. Gulden mit J.
terlicher Dienſterweiſung ſtets willig. Datum und den Ducaton und Burgundiſchen Thlr. jes
Dreßden den 7. Jun. 169o. den mit 3 . p. Ct. erhöhet. - -

Beylagen/LitÄ. Kayſ Schreiben anChur Damit man aber in den Spaniſ. Niederlan
achſen als ausſchreibenden Fürſten des den ſolchem daraus beförchteten Unheil in Zei
Ober-Sächſ.Crayßes/vermittelſtwelchen tenvorbiegen möge / hat man daſelbſt gut ges
Ihrodas neueMüntz-Edict zur Publication funden die Holländiſche Burgundiſche und
zugeſendet wird/den 21. Oct. 1689. Lüttiger Thir ſowohl als Ducaton8 p. Ct.
zu erhöhen, wie ſolches nebſt der Erhöhung vie
. . . NB. Iſt Tom.XVI.pag. 53 o. bereits befindlich.
Lit.B. Kayſerl. Müntz-Edičt de dato Augſp. andrerMüntz-Sorten die 3teBeylage dar
den 21. Oct. 1689. ThUt. -4

NB. Iſt diét.Tom.pag.528.auch befindlich – Wann dann aus angeregten Urſachen und
Num. Xl. Erempen genugſam erhellet, daß man im
Röm. Reich den guten Reichs- undFranzöſ.
Unvorgreifl. Gedancken/ warum Thlr.nothwendig und ſchleunigſt mußerhöhen/
man den guten Reichs- und Franzöſ ehe und bevor das gute Geld aus dem Land
Thlr.invalore extrinſecomußerh hen/ Und verführet werde/ und man nichtsdann ſchlecht
wie man ins künftige durch Prägung des Gelddarinnen behält / ſo fällt dann die Frage/
guten Rthlrs. dem weitern Verfall des auf wie viel pr. Ct. Erhöhung man antragen
HMüntz-Weſens kanvorkommen. Comm. ſolle? Woraufzur Conſideration dienet/ daß
d. 23. Junii 1690. man in den Spaniſchen Niederlanden um der
AmanimRöm.Reich den FranzöſThlr. Sachen Wichtigkeit auf 3.p. Ct. Erhöhung
nebſt dem guten Reichs-oder ſpecie-Thlr. kommen ſeye ohnerachtet in ſelbigen Landen
(unerachtet jener intrinſecè ungefehr eis die Schiedmünzbiß dato auf ihrer altem Fuß
nen Grweniger als dieſer werthſey/) in Egali Korn und Schrotunverringert geblieben/ und
tät auf7. Ohrts-Gulden erhöhet/ſeynd die alte mit dem Capitalen Pfennig annoch in der alten
TeutſcheThlr. aus denen Kiſten wieder hervor Proportion und Egalität ſtehet. Im Reichher
ekommen und haben die FranzöſThr in gegen iſt die Schiedmüntz nicht allein, ſondern
urzer Zeit dermaſſen das Reichangefüllet/daß auch die gantze und halbe Guldiner groſſen
manantheils Orthenbey nahe kein ander dann theils 2o/3of 40. und mehr p. Ct. gegen den
Franzöſ Geld geſehen. Deſſen Uhrſachwar/ guten Reichs und FranzöſThlr.zerſallen/um
daß der Kauffmann den Franzöſiſ. Thaler im welcher Urſachen willenmanalda dieſelbe Thl.
Reichhöher dann in Franckreich oder an andern auf7. Orhts-Gulden/ dasiſt mit 164 p. Ct.
Orthen könte anbringen / weßwegen er durch erhöhet hat. Weilen aber ſolches mit dem
Wechſel und Kaufſmannſchafft von dannen ſo intrinſeco valore der ſchlechten Guldiner noch
4, "

viel FrantzöſiſchesGeldins Reich geführet/als gar keine Egalität findet als hat man deſtowe-
erkonteerzwingen. niger Difficultät/den guten Reichs- und Fran-
ldentitas rationis dičtirt/ daß Franckreichtzöſiſchen Fr. noch ein merckliches "Ä M
Achtzehender Theil.
50 MICH. CA SP. LONDOR PII
An-1690. Manconſiderirenundarbey/wohin die Hrn. 2. 4. Daß man
curanteſ. den guten Rthlr.
den Franzöſiſaber extrinſecé An.
(umdienöthi- An. 1690.
Churfürſten von Sachſen und Brandenburg/
nebſt dem Fürſtl. Hauſe Lüneburg / in ihrem ge Gleichheit zuhalten, davon im Anfang ge
Leipziger-Receſs vom 16. (26.).Jan. ſich vergli ſprochen worden/Deinen Gr. weniger/und alſo
chem nemlich/daß eine jede feine Marck Silber nur 1.f. 7.Kr. gelten laſſe / woraus dieſer
in und # Stücken auf 18-f. ſolte ausgemün Nutzen herflieſſen würde, daß die Reichs-und
zet werden/welches 2ſ.p, Centoungefehr von Frantzöſiſ. Thlr. wegen ihres hohenCours nicht
der alten Verordnung der Reichs-Conſtitutio aus dem Reich geführet / noch in den Tiegel
hen abweicht/weilenmannach ſelbiger ſonſten würden geworffen werden und daß man das
die Marckfein Cöllniſch Gewicht zu 9. Rthlr. Silber mit den guten Müntz-ſorten wolfeiler/
und 2. Gr.ausgemünzethat/und man wird bey dannjetzomit dengeringhaltigen würde erkaufs
ſolcher Bewandnußbefinden / wann man den fen können.
ten Rthlr in extrinſeco valore dem Leipziger ſ. Damit auch endlich das ganze Müntz
ußad 18. f. aus der Marck fein gleich ſtellen werck in allen ſeinen Theilen wieder aufrechten
wolte/daß jeder Thlr. 2. derſelben f. weniger Reichs-mäſſigen Fußgebracht werde, würde
j von einem Kr. werthſey/unddaß hergegen der nöthigſeyn/daß man vorerſt mit Prägung aller
gute Rthlr, wenn er auf 1.f.45. Kr. wie anje Schied-münze einhalte/bis das Reich mit gu
zo/ſtehenbleibet/intrinſecè 14.Kr.mehrwerth ten Thlrn.zimlich verſehenſeye;zu welcher Zeit
ſeye/ als er nun extrinſece gilt/ und weiln nach man dann anfangen möchte/neue Schiedmünz
bgedachtem Receſs die meiſte Reichs-ſtände zu vo.Kr.aufden guten Rthlr. auszumünzen
# dermaſſen richten werden/daß vielleicht wol und hergegendie alte zu geringhaltige Schied
keiner unter allen inskünftige weniger denn 18. münze/den Kr. auf 3. Pfzureduciren welches
f. ſondern ehender mehr aus der Marck fein mit dem Leipziger Fußauf 25. p. Cent gerade
ſchlagen werde/ſo wäre meines geringenErach eintreffen würde.
tensnethwendig/daß man die guten Rthlr. ex 6. So gehöret noch anbey/daß man zur Zeit
trinſece auf 2. f. ſetze; woraus dann folgen der oberwehnten Redučtion der allzugeringhal
würde/daß die Ä und Stände/wann tigen Schiedmünze die # # und Stück eben
ſie ſehen würden, daß ſie mit Ausmünzung des mäſſig ohneUnterſcheid(weilen der guten wenig
guten Rthlrs. ad9. Stück und 2. Gr. aus der mehr vorhanden) auf 2.p.Cent, das iſt/ den
Marckfein eben ſo weit/und noch wol 2. Gr. f. auf 4ſ.Kr. unddie und nach Proportion
weiter als mit 18. f. aus derſelben Marckkommüſtereduciren/ und wann man darnach auch
en könten/ nachaller Apparenz inskünftige gerathenfinden möchte/ neue Gulden zu mün
Ä Gulden mehr/ſondern lauter gute Rthlr. zen/müſte man vor allen Dingen dahin trach
dem alten Schrott und Kornnachausmünzen ten/daß deren 3. in intrinſeco & extrinſecova
würden. Wann man aber den Thlr. nicht er lore2.guten Rthlrn. gleichmäſſig wären / und
höhet/wird dem Reich daraus ein unerſchwing würden dieſeGuldendermaſſen jederad 6o.neue
licher Schadezuwachſen/ aus Urſachen/daß gute/ oder 8o. reducirte/ die alten Gulden aber
allerhand Leute aus Eigennutz von 14j Kr. auf jeder ad 4ſ. neue gute/ oder 6o. reducirte/ und
jeden Thr. nachdem Leipziger Fuß (die Wip die güldige Thir.jeder ad 9o. neue gute / oder
\

per und Kipper / ſo zu 4o. und mehr zu ſchlecht 12o. reducirte Kreutzer gelten Ä
ausmünzen/zugeſchweigen/) denſelben theils Dieſes habe aufhöheres Begehren dem ges
.
aus dem Landeſmeiſtentheils aber in den Tiegel meinen Weſen zum Beſten in kurzer Einfalt zu
bringen werden / als über die ganze Maſſa der Papier bringen wollen. So geſchehen in Re-
ausführenden und in den Tiegel kommenden genſpurg den 12. (22.) Martii 169o. P.V.
Thlrn. Der Unterſcheid von 16 p. Cent gegen Num. XII.
den intrinſecum valorem der allzugeringhalti
nGuldiner groß iſt / welches ſich auf Tonnen Schlußzwiſchen Königl. SNaj. in
FÄ erſtrecken würde. Schweden und Chur - Branden
Was nun den 2ten Punct unſerer unvor burg in puncto monetar zu Granzou in der
greiflichen Gedancken betrifft/nemlich/wie man Uckermarck/den 4.Julii1690.
durch Prägung des guten Rthirs. dem weitern 1. DRAbendesKön.Hrn. Raths/Feld-Mar
Verfall des Müntz weſenskan vorkommen/ ſchalls und Gen. Gouverneurs Graf
ſo ſtehet hier in anteceſſum zu betrachten / daß ZBielke Exc. mitZuziehung der anweſen
der Schade/Den dasR.Reich durch die ſchlech den Köu. Regierungs-Räthe/ aus beederſeits
te Münz-ſorten ſchon erlitten/(welcher wenig Hertzogthümern denjenigenReceſs,welcherun--
ſtets auf den 4ten / wo nicht gröſſern Theil des term 15.Jun. a. c. zu Leipzigaufgerichtet/nach
ganzen Geld-Capitals von Teutſchland ſicher dem derſelbe zuförderſt mit dem andern zu Tor
ſtrecket) würcklich darſeye/ und durch keiner gauinSept. ejusd. an. verfaſſeten/und vonChur»
ſinnlich Mittelkanreparirt/hingegen nur allein Sachſen communicirten anderweiten Aufſa
daraufgedacht werden muß, wie man dem künf von Wort zu Wort collationiretund quoadeſ
tigen und vielleicht nochviel gröſſern Schaden ſentialia keine beſondere Differenz gefunden
magvorkommen/worzu erfordert wird: worden/ſowol wegen des Herzogthums Bre
1. Daß man keinem mehr / wer der auch men / als Pommern / Krafft habender Ple
- ſeye mit dem Münz-Regal gratificire; nipotentz / zu ratihabiren verſprochen / wie
2. Daß man alle Hecken-münzen in perpe ſie dann auch ſothane ratihabition würcklich
ruum abſchaffe; vollſtrecket/ und das vollzogene Original des
3. Daß die mit dem Müntz-regalberechtigte Freyhrn. von Kniphauſen Excell. eigenhändig
Stände hinführo gar keine noch Stücke/ dabey aber bedungen/daß wieder allerſeits ho
ſondern vorerſt nur allein gantze / halbe und hen Hrn. Compaciſcenten Gelder und Müntz
Orthsthlr. nach dem alten Korn und Schrot Schlag im Ä Gebiethe gang und gäbe/
ausmünzen/damit das Reich wieder mitſore alſo auch reciproce die Königl. in denen Her
putirlichem Geldangefülletwerde/welches bey zogthunern Ä gemünz
allen Nationengültig ſeye.
-- -
te Gelder in den Churf. Sachſen-
-
Bian UN
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 5I
An. 1690. undFürſtl.Braunſch.Landen/ſowohl in Wech Edičten/ und darinn ausgedruckter Straffen An. 1690.
ſel-Cours, als ſonſten genommen / und ihren ausmünzen/und im Röm.Reich ſowohl/als in
Nachdem beliebten Fuß gegebenen Valor behal denen Königl. Erb-Königreichen u. Landen hin
ten/ auch wegen der Schiedmüntz/ fürnehm und her verführen/undausbringen laſſen / mit
lich der doppelten Groſchen/ ein Neben- Re ſolchem Wucherl. Müntz - Gewerb es auch
ccis verfertiget / und darinn anzudeuten ſchon ſo weit gekommen, daß bey deſſen auſſen
dem Fuß genau nachgegangen werden ſolle; bleibender / oder anſtehender förderl. Austil
wohingegen derſelbe ein von Sr. Churf. gung/nicht allein die unſchuldigen Unterthanen
Durchl.zu Brandenb.eigenhändigunterſchrie um das Jhrige unrechtmäſſiger Weiſe vollends
benes/und mit DeroChurf. Inſiegelbedruck gebracht und in Armuth geſtürtzet/ſondern dem
tesgleichlautendes Exemplar zurück gegeben / geſamten Röm. Reich/ bevorabdenen ander
und wollen des Hrn. Grafen Excell. Chur andern unchriſtl.ſchnöden Gewinn keinen Theil
Sachſen förderlich notificiren/ daß Jh. Kön. habenden Reichs- Ständen und Herrſchafften
May. ſich mit Chur - Brandenburg in dieſem ein unwiederbringlicher Schaden zugefüget/
Tračtat allenthalben conformiret haben. wo nicht dadurch eine gänzliche Zerrüttung ans
2. Jſt von beeden Theilen verabredet und gerichtet werden dörffte; Jh.KayſMaj.aber
veſtgeſtellet/daßzuAbſtellung derHecken-Mün vermögtragenden allerhöchſten Kayſ. Amts/
Ä und allenfalls nachdrückl. Execu oblieget/dieſem LandverderblUbelkräfftigſt zu
tions-Mittelergrieffen/vonChur-Sachſen/u. ſteuern / und hingegen das zerfallene Münz
die Fürſtl. Mecklenb. und Hollſteiniſche/ auff Weſen wieder in guten Stand zu bringen; ſo
die Biſchöfl. Lübeckiſche ſeithero getriebene haben zu dem Ende dieſelbe allbereits beyvers
ſchlechte und unbefugte Ausmüntzung ein wachs wahrtes erneuertesEdičtinsReich ergehé/und
ſames Auge gehalten / und ſolchem Unweſen denen ausſchreibenden Ständen der Reichs
nachdrücklich geſteuret werde. Ä laſſen/ anbeyauch Dero zu
3. Wann auch die Stadt Hamburg ſich gegenwärtigem Reichs-TagGevollmächtigten
unterſtanden / ſowohl die Königl. Schwed. höchſt-anſehnl. Hrn. Principal- Commiſſarii
als Chur-Brandenb. auf den Fuß der 12.Thlr. Hochfi. Durchl. allergſt. anbefohlen/ ſolches
gemünzte gleich andern ganz geringen und maſſen hiermit geſchiehet / der Reichs2 Ver
ſchlechten Sorten per Edičtum zu verruffen / ſammlung mitzutheilen des ungezweiffelten
und dabeyzu beederſeits hohen Hrn. Nachtheil allergnädigſten Verſehens, es werden nebſt
und diſrenommée die gute Marckbiß 2. Gran h. Kayſ. Maj. des H. Reichs Churfürſten
geringer als ſie ineffečtuhält/angegeben/und Fürſten und Stände darob gebührend halten
die Valvation darnachungeſcheuet eingerichtet/ und nicht zugeben / daßhinführo von jemanden
wodurch nicht allein der Cours ſothaner Gelder darwider gehandelt, ſondern vielmehr ſelbiges
gehemmet / ſondern auch die Lage zu merckl. überall vollzogen werde.
Schaden beederſeits Landen hinausgetrieben Jh. Hochf. Durchl. verbleiben im übrigen
worden; ſo iſt beyderſeits vor nöthig erachtet denen anweſendéfürtref.Räthen/Bottſchaffe
worden/ daß der Stadt Hamburg hierunter/ ten und Geſandten mit Freundſchafft und ge
ſowohl ſchrifft- als mündl. Weiſung gethan/ neigtem Willen allezeit wohl beygethan. Re
und dieſelbe eventualiter durch zulängliche genſp. den 19. Juli 169o.
Mittel angehalten werden müſte damit ſotha
ne Gelder ihren freyen ungehinderten Cours be
halten / der Waradein/wegen ſeines begange
Herman sässiºn
nen Exceſſus abgeſtrafft und beedes durch den Num. XIV. -

Druck kund gethan werde.


4. Und weilen das Hauptwerck am meiſten Uhrſachen/ warum der jüngſt im
würde befördert werden/wannJh. Kayſ-Maj. Januaro 169o. zu Leipzig abgefaßte
zum Beytritt dieſer Sache vermögt werden Müntz-Receß auffgerichtet worden. Cöm.
könten; ſo iſt ebenmäſſig beederſeits vor dien d. 14.Jul. 1690.
ſam erachtet/ dieſes Negotium durch eine ges
ſamte Abſchickung eines Müntzverſtändigen
A Achdem man einige Jahre wahrgenoffen
wie daß einige Stände des Reichs/ ohne
Subječtiam Kayſ. Hoffzu Wien vortragen zu Zweifelaus böſer Anſtifftung eigennützi
laſſen/damit man zudem abgezielten Zweck um gerundgewiſſenloſer Leuthe/ mit der verbothe,
ſo näher gelangen möge/ geſtalten man dann zu nengeringhaltigen Ausmünzung continuiret/
dem Ende eine gemeinſame lnſtručtion zu pro undtheils öffentlich theils unter alten 1676
jectiren/dieſelbeinvicem zucommuniciren/ein 177 undAn 1678. Jahrzahlen ſehr gering:
folglichzuvollziehen, verabredet auch Chur haltige und An. 1689. auf 14. Ä decla
Sachſen in einem ſogemeinſamen Werck über rirte -Stückin groſſer Menge auffs neueprä
allmitbeyzutretten invitiret werden möge. genlaſſen/ſolche Gelder auch in denen Obern
Num. XIll. Crayſen uud Kayſerl. Erblandeufür voll an
Diét.Ratisb. e . - * genommen / und die ſonſt verbottene Hecken
ÄKayſCommiſſions-Decret, ver
tinum die 9.
Münzen überall toleriret werden; ſo hat man
( 19. ) Juli
mittelſt welchen der Reichs-Verſaun Chur - Brandenb. Seiten / ſowohl auf dem
169o. lung das neue Kayſ. Müntz-Edičt commu Reichs-Tage zu Regenſpurg/ als auch beyde
nicirt wird / den 19. Jul. 1690. nen Chur-Sächſ und Fürſtl. Braunſchweig
§ Achdem die Röm. Kayſ. Maj: Unſeral Lüneburgiſchen Häuſern dieſerwegen, und wie
lergnädigſter Herr mit höchſtem Miß dem Unweſen bey Zeiten zuremediren/ vielfäl2
fallen vernommen, daß etliche Jahr hero tige ſowohl ſchrifſt- als mündl. Vorſtellungen
einige Stände des Reichs ſelbſten oder mittels thun laſſen; als aber ſolches nichts gefruchtet
unerlaubter Verpachtung der Münz-Städten ſondern das Ubel nur von Jahren zu Jahren
an Chriſten und Juden/ je länger je ſchlechtere zugenommen / dergeſtalt, daß alle gute alte
und geringhaltigere Geld-Sorten/ ohnerach Münz-Sorten von denen Hecken 2 Münzen
tet derergangenen altenu neuen Kayſ Münz verſchlungen/und daraus lauter ſchlimm Geld
„2chtzehender Theil. G 2 - wieder
52 MICH. CASP. LONDOR PII
An. 169o. wieder ausgehecket und unter andern auch da- auch zu Augſpurgund Nürnberg bezeuget daß An 1690.
mit den Ober-und Nieder-Sächſ Crayßange der Kauffmann nicht ad valorem intrinfecum,
füllet/unddardurch der Silber-lauff dergeſtalt ſondern nur ad externum und auf denCours der
geſteigert worden/daß nun auf denen ordentli ſelbenrefleétire/auch die allerſchlechteſten gegen
chen Crayß-münz-ſtädten/weder nach dem al die beſten mit 1 bis höchſtens 2 p.Cent durchge
ten Reichs-noch auch Zin.Fuß ohne alle Scheu hendsacceptire/ daß aberbey guten Speciebus
zu groſſem Schaden mehr gemünzet/noch die (wie auch einige ſoutenirenwollen) derSilber
Ä vor dem Einſchmelzen conſerviret werden kauffnicht einmal bis auf 9 Thlr. kommen kön
önnen: So iſt darauf zwiſchen Chur-Sachſ nen/ ſolches hat die bisherige Erfahrung wie
Chur-Brandenburg/ und dem Fürſtl. Hauſe vorerwehnet/noch nicht ergeben/wie denn auch
Braunſchweig-Lüneburg zu Leipzigendlichobi in Hamburg bis zu dieſer Stunde die feine
ger Müntz-Receſsabgeredet, und darinn unter Marck Silber vor 28.Marck 2. bis 3. Schil
andern ſowol zü Hintertreibung der eindringen ling/oder 9. Thlr. 9 Gr. bancomuß bezahlet
den Hecken-münzgelder undAnſchaffung eines werden. Da nun hieraus nach dem Reichsfuß
nöthigen Surrogati, als auch zu Fortſetzung der nicht mehr als 9. Thlr. ausgemüntzet werden
nöthigen Handlung und Verpflegung der im ſolten/ würde aufjede feine Marck ohne das
Reichſtehenden MilitzetwanbisMichaelis,oder Müntzerlohn 9 Gr. Verluſt / und alſo denen
bald durch Beytragung der übrigen Reichs mit Bergwerck nicht begabten Ständten auf
ändten die Hecken-münzen univerſaliter gele dergleichen Ausmüntzung eines Landes noth
et, der Silber-kauffdardurch in zulänglichen dürftigen Surrogati ein unſäglicher Schaden
gebracht und ſodann zur Ausmünzung zuwachſen.
eichsgüldiger Gelder mit Beſtandewieder Weil nun dieſem allen alſo/und/wie gedacht/
geſchritten werden könte/ ad interim auf 12. der Kauffmann zuAugſpurg/Nürnberg/Ham
Thlr.einige Ausmünzung beliebet worden/wie burg/ſonderlich in Holland nicht ſo ſehr aufdie
ſolches alles aus deneninCopiahiebey gehenden innerliche Bonität/als auf den äuſſerlichen Va
vor und nach Chur-Brandenburg ergangenen leur und Cours der Gelder refleétiret/und zwar
Deduêtionen der Länge nach mit mehrerem nicht unbillich/weil das ausgemüntzete Geld
wahrzunehmen. - nicht allein der Müntz-Koſten halber, ſondern
Nun iſt aus denen zu Regenſpurgeinige Zeit auch aus andern Conſiderationen, ſonderlich
hero pro & contra ergangenen Communicatis wegen ſeines venerablen Bildes, und der Uber--
unter andern zu erſehen/ wie daß einige dieſen zu ſchrifft/wannes auch gleich gantzvon Kupffer /
Leipzigproviſionaliter beliebtenFußzu 12 Th. oder einer andern noch ſchlechtern Materie wäre/
beſtens recommendiret/ andere aber auf Prä billig ein gut Theil mehr als das rohe Silber
ungdes guten alten Rthlrs. unddeſſen Erhö gelten muß/der Kauffmann auch ſolche Mün
#rabzielen.
in äuſſerlichen Werth bis auf 3o.auch 32.
Gleichwie aber beederPartheyen
tze ohne allen Zweiffel in den geſetzten Valeurun
weigerlich nehmen wird / ſolange er ſich keiner
Zugeſtändtnüßnachbeedes in Effeétu auf eines Reductiondardurchzubeförchten/welche denn
hinauslaufft; Alſobleibet man Chur-Bran auch nicht nöthig / wann die Gelder durchge
denburgl. Seiten beſtändig dabey / daß die hends von allen Ständten des Reichs aufei
RthlrAusmütſºng und deſſelben Erhöhung nerley Fuß und an einem Ort nicht beſſer / als
inregard der Creutz-Franzöſiſ und anderer ge am andern gepräget worden: So zweifelt man
ringer Thlr ſchier nichts als Confſion nach nicht/es werdédieſemnach.Jh KM. ſant denu
ſich ziehen könne zugeſchweigen, daß hierzu eine ganzen Reiche vorgedachten vor jetzo durch
groſſe Menge von Silbererfordert und der dar gehendspraëticablen interims Fuß zu 12 Thlr.
ausmünzenden Hrn. Länder dennochim gering: adevitandum majusmalum, pro nunc, und bis
ſten dadurch nicht gebeſſert werden dann ſo die man eines beſſern/etwan nach geendigten Krieg/
bisherigen in Effectuſchon 3o. Gr. und darüber mit Beſtande reſolviren könne / einhellig mit
würcklich geltende banco Thlr nicht conſervi belieben/oder wenigſt # Abſchaffung der
ret werden können/was ſtehet dann denen neuen Hecken-münzen mit der höchſten Schäffe drin,
noch bevor? Wofernenicht vonder durchgehen en / und ſolchergeſtalt den Weg zu dem alten
den Zerſtörung der Hecken-münzen in allen Reichsfußzu bahnen geruhen/weilſonſten dem
Crayſender Anfang gemachet und die darauf Ubel unmöglich abzuhelffen / ſondern man iñer
gemünzte Gelder überall gänzlich verruffen/ aus einerConfuſion in die andere fallen wird.
und ſolchergeſtalt der Silberkauffſo weit her Num. XV.
untergebracht werde/daß man nicht allein nach
dem accuraten Zinntſ, ſondern auch nach dem Schreiben von Königl. SMajeſt in
Reichsfuß ohneSchadenmünzen möge. Wor Schweden/als Mit ausſchreibenden Für
gegen nichts thuedaß einige vorgeben wollen/ ſten des Nieder-Sächſi. Crayſee/an Die Sta
der Silberkauffkönte unmöglich anſteigen/ſon tusſothanen Crayſes/in PunétoMonetae, d.
dern alle ſo genannte Vertheuerung des Sil 18. Aug. 169c. P. P. -

bers rührete nur allein daher weil der Verkäuf Jrzweyfelen nicht/es werden Ew. Lbd.
fer nicht gut Silber vor Kupffer oder ſchlecht vollkommen unterrichtet ſeyn/ allermaſ
geben wollen. Weil ja . notoriſch/ daß mit ſen es auch die betrübte Erfahrung von
denen Hecken-münzgeldern/obſie gleich gegen einer Zeit zur andern/leider! mehr als zuviel an
die neuen Chur-Sächſiſ. Chur-Brandenbur Tag leget / was vor groſſer Nachthel und
giſ und Fürſtl. Braunſchweig-Lüneburgiſ:o. und unerſetzl. Schaden ſowohl den geſamten
Zo. bis 40. p. Cent geringer ſind/ das Stlber gemeinen Weſen als vieltauſend redlichen und
auf denen Hecken-münzen faſt eben um den unſchuldigen Privat-Leuten durch die bey dem
Preißangeſchaffet worden als die Chur-ſächſ Münz-Wercknunmehrowiederum ſoweit ein
und Chur-Brandenburgiſ. Müntz-Liferanten geriſſene und faſt zu einer gänzl: Kipperey hin
olches mit denen Sorten einkauffen können. wachſende Verwirrung faſt täglich höchſt un
ann2. die augenſcheinliche Erfahrung esſo billichzugefüget wird, welcheunleidliche Con
wohlbeynechſt-verwichenerLeipziger Meß/als fuſion meiſtentheils auch daher ihren uºtz -)(l/
- -
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIs xxl. Buch. 53
".690. hat daßdie mehreſte derjenigenStände/ſomit und zureſolviren. Damit man aber/beyſotha-An. 690.
dem Müntz-regal verſehen nicht in dené ordent ner ergriffenen gemeinnützigenReſolutión,dem
lichen durch allgemeine Reichs- und Crayß nach auch nicht in dem vorigen Unweſen noch
Geſetze darzu determinirten Städten ſolches länger ſteckenbleibe / oder auch wo gar nicht
exerciren/vielmehr aber nach eigenem Gutdün tieffer hineinfalleſo iſt mandarbey auch des ve
cken hin und wieder ſonderliche Heckrn-Müntzen ſten unveränderlichen Vorſatzes/alle demjene
ganz neuerl. angerichtet und entweder durch gen/washieran hinderlich dagegen aber offt
ſelbſt darzu angenommene Bediente/ oder auch gemeldten ſounleidlichen auch Land-und Leute
eigennützige und gewinnſüchtige Pächter /bey verderblichen Mißbräuchen aufeine oder andere
des von Chriſtensund Juden-Geſchlecht ſogar Weiſe beförderlich möchte ſeyn können mitge
geringhaltige Sorten in groſſer Mänge prägen ſammter und zulänglicher kräfftiger Hand
laſſen / welche nach ihrer innerlichen Wardie gleichwie ſolches die allgemeinen Reichs-und
rung kaum zweydrittheil/jazum Theil nichtdie Crayß-Geſetze auch ſelbſt an Hand geben und
Helffte des ihnen beygelegten äuſſerl. Valors erheiſchen/nachdrücklich entgegenzugehen und
werthſeyn/wormit folglich das geſamte Reich zu ſteuern/allermaſſen man ſich darzuuuchaller
überhäuffig angefüllet dagegen die guten He ſeitsveſt verbunden und nicht eher darvon ab
gen ein geringes Aufgeld à 2. bißz.pr. Ct. Da ſetzen wird/bis der hierunter angezielte heylſa
# doch in effect 2o. biß 3o. Rthlr.beſſer ſeyn/ me Zweckvöllig erreichet / und man aus dem
aufgewechſelt / verſchmolzen / und hernach in ſonſt unnachbleiblich ſchweren Unglückund vor
ſolche ſchlimme Müntzeverkehret/ auch weiter ſchwebenden gänzlichen Ruin ſich ſelbſten auch
hin und wieder debitiret worden. Land und Leute vollkommen geſetzet ſiehet.
Wennnunaber/ſowohl eigenen Gewiſſens/ Aufdaß aber auch niemandſchzubeſchweren
alsobhabenden Pflichthalber denjenigen des Urſach haben möge/als wenn man ungewarne
nen es vonAmtswegen obliegen muß billig das ter Dinge dergleichen ein und andere vielleicht
ehörigeEinſehen hierbeyzuhaben/und im Fall niht gar angenehme Reſolutionen ergriffen:
ie nicht an allem darvon herflieſſenden Unheyl So hat man keinen Umgang nehmen mögen/
Theil und Schuld tragen wollen/ ohne etwe aus guter Wohlmeinung alle diejenigen/ſodes
nigen weitern Anſtand auf kräfftige Remedi Münz-regalis berechtiger/ein vor allemahl/wie
Ä gedencken: So haben daher des Obern hiermit beſchiehet/ dahin gütlich zu erinnern
und Nieder-Sächſ. Crayſes Direčtoria, ſamt daßwenn ſie ſolchesjazutreiben und fortzuſetzen
deren andern wohl intentionirtenStände auch gemeinet/ ſie von mehr angeregter ſchädlichen
allerdings Jhrer Obligenheit erachtet in Zei Kipperey und geringhaltigerAusmünzung als
ten wohlbedächtliche Reflexion darauf zu neh2. wodurch der vorhin habenden Erfahrung nach
men/ und demnach nicht unterlaſſen / ſich dar.“ Land und Leute ärger denn durch offenbahre
über abermahlzuſammen zu thun / um ſowohl langwierige Kriege in Unheylund Verderb ge
ein gewiſſes Reglement derentwegen zu bereden/ ſetzet werden gänzlich abſtehen hingegen aber
als auch ſonſt zuAbkehrºundSteuerung ſolcher denen Reichs Satzungen und Ordnungen ſich
Landverderbl. Mißbräuche/dienöthige und zu: gemäß hierunter bezeigen / und entweder gute
längliche Meſures zu faſſen. Ob man nun aber Reichs-Sorten oder zum wenigſten nach dies
Ä gewünſchet/ denn ſich in ei ſem Interims Fuß biszuobbedeuteter Zeit aus
nem ſolchen Stand zu ſehen / daß man ſofort münzen laſſen jedoch an keinem andern Orte/
dem Haupt-Wercke etwas näher und auf den als nach Anzeige der Reichs Conſtitutionen in
rechten Fuß des Rthlrs. nach der alten Reiches der approbirten Crayß-münzſtädten einer.
Müntz-ordnung tretten oder wenigſtens den ſo Und wie man nun in beharrlicherFortſetzungſo
enannten Zinniſchen Fuß / als eine/ mittler thanerheilſamen Intention auch nicht anders zu
eit, bis man den wahren Zweck völlig erheben thunvermag/als alle diejenigenGepräge/ſovon
önnen/ durchgehende Richtſchnur wieder ein demſolchergeſtalt geſetzten Fuß erwenigermaſ
führen können iſt doch unterſchiedlicher im We ſen abgehen/gänzlich zu verruffen/ und aufkei,
gegeſtandener ſchweren Hindernüſſen halber/ nerley Weiſe länger gedulten auch derentwe,
inſonderheit weiln_obangeregter maſſen das gen/nach Innhalt der Kayſ Edičten/ernſtliche
ute und gerechte Geld in hin und wieder ver und nachdrückliche Verordnung zu verfügen, ſo
Ä Hecken-mäntzen ſehr häuffigeingewech hat man auch eine jeden Standtreuherzighier
ſelt und dadurch faſt gänzlich conſumiret/dar durch vermahnen wollen / nicht allein von ferne
gegen aber viel liederliche Sorten wiederum rer Ausprägung mhrgedachter geringfügiger
ausgemüntzet und in Gang gebracht /und alſo Geld-Sorten hinführo gänzlich abzuſtehen/
der Silber kauffüber Maaſe und Gewohnheit ſondern auch die an ein und anderm Orte einge
geſteigert unmöglich ſofort auf einmal zu dem richtete Neben-und Hecken münzen von ſelbſten
rechten Ziel zu gelangen geweſen. Wannenhe ſofott abzuſchaffen/die daraufbefindlichen Stö,
roman denn ſolchen Umſtänden nach vor das ge cke und Eiſen/ſammt andern Zurüſtungen und
deylichſtMittelerachten müſſen inzwiſchen auf Inſtrumenten, weg zu thun/ und ganz und gar
ein gewiſſes Interims Remedium zugedencken aufzuheben, auch die defifalls in Beſtallung ge
und hat man ſich demnach dahin verglichen/daß habte Bediente zu caſſiren und die aufeinen min
die Marckfein in ein zwey-drittel und ſechſtel dern Fußgeſchlagene Gelder auch in ihren eige
Stücken auf 12. Rthlr. ausgemünzett jedoch nen Ländern ſofort abzuſtellen / unter der
nicht länger bis nechſt-bevorſtehenden Michac ausdrücklichen Verwarnung / daß / weil
lis itzt-lauffenden Jahres damit continuiret/ die in dieſem Stücke correſpondirende Chur
auch von keinem der correſpondirenden Stän und Fürſten ſich verbunden / bey verſpüh
denaufdie geringſte Weiſe weiter herunter ge render Wiedrigkeit die unausbleibliche .xe
gangen werden ſolle nebenſtzugleich genommt? cution ergehen zu laſſen - auch auf behuf
nerAbrede/daß man auf jetzt-erwehnte Zett ſich gen Fall einander die hüffliche Hand darun
wiederzuſammenthun und wiederSachenvöl ter zu biethen / man alſo auch unabweich
ligzurathen/undeinmalder aufrichtige Reichs lich und ohne alles Anſehen/ſolcher maſſen
fuß wiederum veſtzuſetzen/weiter zu deliberiren ſowogegen die Münzſtädte als Meiſternd
- -
'
- QB 3 Päch
54 -
MICH. cAsp. LoNDoRPII -

An 1690. Pächter / ſammt andern darzugehörigen Be er (von den Handels-leuten und dem ſchwere" An-1690.
dienten/wie auch diejenigen/ſo das Silber oder koſtbaren Lagio dißmahlen zu abſtrahiren) ein
gute Münze zu Unterhaltung ſolchen verbothe ſolcher Schade iſt/der mit der Zeit nicht zu ver
nenWerckes geliefert verfahren/dann durch die ſchmerzen von was Orten und Crayſen aber
ſchlimme anndch nicht en detail ausgegebene ſelbige adulterirte Sorten herrühren/ das wird
Müntze/ es werde dieſelbe angetroffen, wo ſie hierzu wiederhohlen und Eu.Kayſ. Maj. damit
immer wolle/ ohne alle Wiederrede cönfiſciret beſchwerlich zufallen darum vor unnöthig erach
und alſo nach Erheiſchung der Reichs- und tet/ weiln Jh.Hochf.Gn. zu Bamberg als der
Crayß-ſchlüſſe ſelbſten hierunter Rath ſchaffen 3.im Münz-weſencorreſpondirender Fränckiſ.
wolle/allermaſſen man dannauch alles ausſol Beyeriſ und SchwäbiſCrayſenDirečtor das
chengeringhaltigen böſen Münzen verurſach Schema hierüber unterm datodes 9.Apr. 1690.
ten Schadens/ſammt denen hierbey angewand bereits allerunterthänigſt überſchicket und dero
ten Executions-Koſten halber ſich ſogleich zu emeinnützliche Erinnerungen dabey gethan.
erhohlen/man keines Wegsunterlaſſen wird./ Nachdemmahlen nun dieſes Crayſes Fürſten
jedoch wollen wir uns hierunter umſd vielmehr und Stände ſich durch ihre Räthe und Abge
einer ſolchen Bezeigung verſehen, wodurch al ſandte allhier verſammlet/ und neben andern
ledergleichen Weitläufftigkeitenverhütet wer Deliberandises auch dqraufherkommen laſſen/
den/als ein jedweder wolgeſinnter Stand auch daß von denen höchſt-ſchädlichen Müntz-gebre
von ſelbſten urtheilen wird, wie man unmög chen geredet und wenigſtens auf einige provi
lich ſich und die Seinen in ſo hochverderblichem ſional-Mittel angetragen werden möchte; Als
Unheil länger könne ſtecken laſſen / vielmehra iſt/repoſitis adinterim ceteris, der Vorſchlag
berman dagegen obligiret/ demſelben durcher ins Mittel gekommen/ob nicht dieſes das beſte
ſtreckende Mittelannoch in Zeiten zu wehren/ und reſpečtu ſecutura conformitatis ſicherſte
und ſowohl ſich ſelbſt als Land und Leute dar expediens ſeyn könte/wannaus Eu. Kayſ. M.
unter zu indemnifiren. - allergnädigſten Verordnung diecauſamonetalis
Damit aber eines jeden desfals führenden bey denen noch fürwährenden Comitiis zu Re
guten Intentionmanauch um ſovielmehr vera genſpurg reaſſumiret/ und hierzu ein gewiſſer
ſichertſeyn möge/und Wir uns deren von Ew. Terminus zudem Ende angeſetzet werde/damit
Lbd, allerdings verſichern/ ſo werden dieſelbe ſich obangeregte 3. correſpondirende Crayſe
ſich hoffentlich auch nicht entgegen ſeyn laſſen/ durch ihre Ordinari-bediente alldorten einfinden
ſofort durch Uberbringerndieſes deren poſitive und ihre heilſame Conſilia mit beytragen möch
und categoriſche Erklärung/ um ſich hierunter. ten. Was groſſe Beſchwerden nun dieſerCrayß
allerdings zu conformiren in verlangter Ant in ſpecie beyſtreitigen paſſirten Winter-Quar
wortuns wiederfahren zu laſſen / auch im Fall tieren darinn gehabt/daßvon Ew.Kayſ. Maj.
von obangezogenenUnweſen etwas in ihren Lan Ober-Commiſſariats wegen die Fränckiſ. dop
den ſich bisheroſolte haben ſpühren laſſen es pel-undeinſache Gr. nicht angenommen / ſon
würcklich dahin zu veranſtalten, daß längſtens dern ſtatt deren zur Bezahlung der13 .Römer
innerhalb4. Wochen/ſolches alles nach obigem Monath Guldiner behauptet werden wollen./
Jnnhalt vollkömmentlich abgeſtelletſeyn möge/ das iſt ſo leicht zu ermeſſen, als man eben dieſe
zumahlen/wie ungern man auch diſſeits zu et Difficultät bey folgender winterlichen Zahlung
wanigen Extremitäten ſchreiten/man denn auch gar gewiß/undindem keinander Geldintrinſecé
auf dem verſpührten wiedrigen Fall/obangezo vorhanden/zu beſorgen/umſo mehr dann die ho
gener ſo trifftigen Conſideration halber / ohne he Nothdurfftallervörderiſt aber die Conſerva
möglich von demjenigen würde abgehen können/ tion und richtige BezahlungEw. Kayſ.M.ohn
darzumanſichſoheilig und unwiederruflich ver umgänglich erfordert/ aufein-oder anderes zu
bunden/auch ſelbſt die unumgängliche Neceſſ längliches Mittel zugedencken. Gleichwie aber
tät/ im Fall man ſich nicht ſelbſt freywillig in ex anterioripraxibekandt/daß ohne vorgehende "
den äuſſerſten Untergangſtürtzen will unver Reichs-Conformität darinn nicht fortzukom
meidlich erfordern muß. Womit 2c. Gebenden men; Alſo haben Namens unſerer hohen Hrn.
18. Aug. 169o. Principalen und Obern wir allerunterthänigſt
Num. XVI. zu bitten/E. Kayſ.M. geruhen ſich dieſes hoch
angelegenen Wercks Reichs-vätterl. anzuneh
Schreiben anKayſ. SNaj. von der men/und ſolche Mittel und Wege ohnzielſetz
Crayß- Verſammlung zu Nürn bar zu ergreiffen/wodurch das ad extremitatem
berg/darinnen um Reaſſumirung des Puncti nothleidende Münz-weſen wonichtradicaliter,
monetalis in Comitiis nachgeſuchet wird/ jedoch wenigſtens durch amplečtirung einiger
d.3o.Sept. (Io.) Očtobr. 1 69o. Rettungs-mittel in Comitiis ad interim von
Allerdurchlauchtigſter 2c. weiterer Zerrüttung erhalten werden möchte.
- LÄ mehr dann gut bekandt/ Uns damit aufobangezogenes Schreiben noch
ibt es auchzu des gemeinen Handels und malsallerunterthänigſt beziehend undE.K.M.
annebenſt des Allerhöchſtenſchutzmächtiger Ob
andelshohen unerſetzlichen Schaden die waltung:c.
täglicheErfahrungjelänger je mehr/in waszer Nürnb den 10.Oct30.Sept. 1690.
rütteten Standt und Weſen das Müntz-werck Num. XVII.
verfallen und wie gar weit man von denen heil
ſamen Reichs-münzordnungengeraumeJah Schreiben an das hochlöbl. Baye
reher abgegangen. Nachdem nun dieſesmalun riſ. Und mut.mut. an das auch hochl.
in dies umſichgreiffet und zwar mit ſo ſchlech SchwäbiſCrayß-Ausſchreib-Amt von der
terundgeringhaltiger Ausmünzung derGuldi Fränckiſ Crayß-Verſammlung zu Nürn
ner/ daß viele Stücke derſelben kaum 19.Kr. berg/darinnen nicht allein /wegen der einges
werth/und der Verluſt von 1oo. öfters aufdie ſchlichenenMüntz-defecten und Reichsord
Helffte und auch drüber anlaufft / welches nungs ungemäſſen Ausmüntzungen/um Er
dann dem gemeinen Weſen/undzumahlendem öffnung dero Gedancken nachgeſuchet/ſon
der Zeithöchſt-bedürftigen Burger und Bau dern auch ein Schreiben ad Caeſarem wegen
Rcaſſu
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 55
An 1690. Reaſſumirungdes Punétimonetalis,in Co Gn. und Churf.Drchl.anverwandte Landeund An. 169o,
mitiis communiciret wird/ d.3o. Sept. (19. Leute nicht weniger als andere Crayß und
Očt) 169o. P. P. Ständte inſpecie aberdieſer Fränckiſ Crayß
W.Chur-und Hochf. Durchl.und Gn. iſt mit hohen und allerdings irreparablen Schaden
nur allzuvielbekannt/was geſtalten die nun bisanheroempfunden und noch immerfortzu
von 30.Jahréheroeingeſchlichene Müntz empfinden haben. Und ob man ſchon ſowolbey
defecten und ReichssordnungsungemäſſeAuss noch fürwährendem Reichstage zu Regen
münzungen je länger je mehr über Hand neh ſpurg/ als auch mehr andern Orten zu öffters
men/woraus leider zu beſorgen / daß daſſelbe zu wiederhohlten mahlendahin bedacht geweſen/
weit gröſſerem Abgange und Unrathe als An. wie doch/wo nicht beyjetzigen Kriegs-Läufften
1620. und 21. verfallen dörffte/wann nichtzeit radicaliter, doch ad interim und proviſorie dem
lich und mit einem nachdrücklichen EffečtdemU mehr und mehr ſerpirenden Malo geſteuert wer
bel wenigſtensproviſionaliter geſteuert werden den möge/ſoſind dochallebißherigeConatuswe
- möge. Und obſchon ſowolin Comitiis, als bey gen Abgang der allgemeinen Conformität ver
denen Crayſen in particulari öffters tentiret gebens und umſonſt geweſen. Nachdemmahlen
worden/wie man doch dem publico hierinfals ſich nun dieſes Crayſes Fürſten und Ständte
conſuliren/undes damit in beſſernStand brin durchdero Räthe und Geſandteallhier verſam
gen möchte; So iſt doch/wegen des Mangels let/und ſich in dermalig-obſchwebendenCrayß
einer durchgehenden Reichs-Conformität/ Ä auch über das nothlei
nichts fruchtbares gerichtet / ex adverſo aber dende Münz-weſen zu beſprechen; So iſt bey
mittels Unterbleibung der ſonſt höchſt-nöthigen Antrettung dieſerMaterie neben andern in Vor
Remedur verurſachetworden/daß dieGuldiner ſchlag gekommen / mit denen benachbarten
immerfort mehrers adulteriret/und viele derſel Reichs-Crayſen/ inſpecie aber dem hochlöbl.
ben kaum aufden Werth von 20.3o. bis 4. Ober-RheiniſCayß daraus förderiſtzucom
kr. ausgemüntzet werden. Nachdem nun Für municiren/ und was für Conſilia derſelbe füh
ſten und Stände dieſes Crayſes Ihre Räthe ren möchte/zuvernehmen. Allermaſſen nun an
und Geſandte zu allgemeiner Crayß-verſamm E Hochf. Gn, und Churf. Durch in vimdie
lung mit dem ihnen unter andern gegebenen Be ſes Concluſiein ſolches hiermit quäm decentiſ.
fehl hieher abgeſchicket/daß man auch von mög ſimêergehet alſo könnenderoſelben wir anbey
lichſter Redreſſrung der bisherigenMüntz-de ferner unverhalten / daß auch von diſſeitigen
fečtenreden/undeinen zulänglichen Schlußdeß Sºnvens wegen abgeſchloſſen worden an die
wegen abfaſſen ſolte;als hat man in ipſolimine Röm. Kayſ M. dieſe ſo höhe Münz Angeles
dieſer Conſultation der Nothdurft undConve genheit mittelſt behöriger Kemonſtration aller
nientzzuſeyn erachtet/ mit E.Chur-und Fürſtl. unterthänigſtzurecommendiren / und dieſelbe
Drchl.undGn.aus dieſemgemeinem dem Reich ſonderlich zu bitten, daß ſie ſich allergnädigſtge
ſehr importanten Anliegen/Namens unſerer ho fallen laſſen wolten/„derozu Regenſpurg Ä.
hen Hrn Principalen und Obern/allervorderiſt ſtirenden Kayſ Commiſſion per Decretuman
zucommuniciren/undum Eröffnung derohoch zubefehlen / daß bey denen noch fürwährenden
erleuchteten Gedancken reſp. geziemendundun Comitiis alldorten die cauſa monetalis reaſſu
terthänigſten Fleiſſes/wie hiermit beſchiehetlzu miret/undeinzulängliches Mittel/wiedochzeit
bitten; dann iſt ferners zum gemeinen Schluß licher Rathzuſchaffen und mehrerer Schad
gediehen/an Jh. K. M. in Copiabeygefügtes abzuwenden ausgeſehen werden möchte, zu E.
Schreiben allerunterthänigſt zu erlaſſen/u.die Hochf. Gn. und Churf. Durchl.hocherleuchte
ſelbedanebenſtzubitten/obſiedenen 3. Reichs tein Andencken und Belieben ſolchem nachſtel
Collegiis in Regenſpurgallergnäd. aufzugeben Ä Intention
lende/obdieſelbe Ä M

geruhen wolten, daß die höchſt-periclitirende ten/und Jhreshöchſten Ortsſolche ſecundiren


cauſa monetalis daſelbſt reaſſumiret/und hierzu zuhelffengeruhen möchten. Und nachdemeſch
ein gewiſſer Terminus zudem angezielten Ende bißherogezeiget/daß ſich in dem hochl. ermeld
angeſetzet werden möge / auf daß die in dem tenOber Rheiniſ Crayßverſchiedene Hecken
Münz weſencorreſpondirende 3. Crayſeauch münzſtädte hervorgethan/ zu Friedberg auch
alldorten erſcheinen/ undihre Conſilia dem ge durch mehrere Hand viele geringhaltige Sor
meinen Weſen zum beſten mitbeytragen können. ten ausgemünzet worden; als ergehet an Eu.
Ob nun wohl E.Chur-undFürſtl.Durchl. und Hochf-Gn. und Churf. Durchl. Namens unſes
Gn. ſich auch Ihres höchſten Orts damit zu rerhohen Hrn.Principalen und Obern das gezies
conformiren und dieſes Anſuchenzuſecundiren meldeAnſuchen/für uns aber das unterthänig
belieben werden / ſolches geruhen Sie an den ſte. Bitten dahin, daß dieſelbe gnädigſt geruhen
Convent ohnſchwehr bringen zulaſſen / damit möchten damit gedachte Hecken münzſtadt in
man auch der Seits ſeineGedanckendeſto beſſer Kraft KayſallergnädigſtenemanirteüMüntz
faſſen / und die weitere Meſſures geſtalten Sa Edičtsruiniret völlig abgethan und dergleichen
chen nach nehmen möge. Dieſelbe damit:c. Prºrcaviret/ zu beſagtem Friedberg aber ſowol/
Nürnb. den 30. Sept.(1o.Očt 2 1690. als anderer imCrayßſiſtuirter Orten das wei
Num. XVIII. Ä (es geſchehe dann auf Reichs
ordnungs-mäſſige Weiſe) kräfftiglich und ſo
Schreiben an das Ober-Rheiniſ lang abgeſtellet werden möge/ bis allerhöchſt
Crayß- ausſchreib- Amt von dem edachte Jh. Kayſ. Maj. und das allgemeine
Fränckiſ. Crayß-Convent zu Nürnberg/in eich in Comitiis ein anderes und beſſeres
puncto "F d.3o.Sept.(10.Očt.)169o. verabredet / und veſt geſtellet haben werden.
Allermaſſen nun ſolches dem Pubhco ſonders
- . P.
Mwaszerrüttetem Standdasallgemeine vorträglich und vorangezogenem KayſMüntz
Edičt allerdings gemäß; alſo wird man auch
Reichs-Müntz-Weſen heutiges Tages an Seiten
ſchwebe/ und wie ſonſten die höchſtſchäd der Fürſten und Stände dieſes
liche Defečten immerforthöher anſteigen./ſol Crayſes wohl nicht ermanglen laſſen, was zu
chesiſt leider!am Tage/und werden E. Hochf. dißtheiliger Exequirung des ſo hoch angelege4
MM
- -
56 * MICH. CASP. LoN DoRP11
An, 1690. nen Münz-Weſensimmerdienen kan und mag. ten davon der Gulden in bonitate intrinloca Aa. 169o.
Ew. Hochfl.Gnd.undChurf.Durchl. damit:c. allein 45.haltet vor vollgültig ad So.fr. auch
Nürnberg den 30. Sept. (o. Octobr.) 169o. nur ad interimzutoleriren:So iſt in Vorſchlag
Num. XIX. gekommen und denen gnädigſten Herren Princ
palen entweder zur Approbation, oderzu einer
Schreiben von dem Fränckiſchen anderwärtig-faſſender Reſolution gehorſamſt
Crayß Convent zu Nürnberg an die zu referiren / ob nicht preliminariter, provi
Stadt Franckfurt / wegen der Weimariſ. ſionaliter und ohne Prajuditzeiniges Fußes ein
Güldner/welche durchdenvoneinem gewiſſen Reichs-Schluß ohnverweilt dahin abzugeben/
Reichs-Stand des Ober-Rheintſ Crayſes daß ä dato deſſelben innerhalb 4. Wochen zwar
hierzu beſtelten Juden ſehr gering ausge mitvölliger Verruffung derjenigenGulden/de
müntzet worden/d.3o.Sept. (1 o )Očt. 169o. ren innerlicher Halt unter 43. kr. kömmt/ der
P. P Aufangzumachenſeye/dieGuldiner aber ſo 43.
Achdememanbeyallhieſigve:ſammletem oder 44-kr. halten o.krad interim gelten und
WÄ Crayß - Convent neben an
dern auch auf die je länger je mehr zuneh
dann diejenige/ſo45.kr. werthſeyn vor 4.kr.
paſſiren ſollen/allermaſſen auch ſolche reſpečtivè
mende Müntz - Verwirrungen und zumahlen Verruff-uud Interims-Abwürdigung von den
auf das von einer Zeit hero verſpührte allzuge halben und Orths-Guldenproportionaliter zu
ringhaltige Ausmünzender Güldener die Re verſtehen/ diejenigen Gulden aber/welche über
flexion zu nehmen/ und wenigſtens auf einige 4 .kr. kommen/noch zur Zeit vor voll zu toleri
Proviſional-Mittel zugedencken/ im Werck be renſeyn. Und weiln ſich befinde/ daß zware
griffen; ſo iſt mit dieſer Occaſion vorkommen / liche von einigen Ständen ausgemünzte Gul
was maſſen die Hochfl. Weimariſche Güldner diner auf 43. kr. kommen/ hergegen aber dieſel
durch den von einem gewiſſen Reichs- Stand benStändenoch anderweitgeringereGuldiner/
des Löbl. Ober Rheiniſ. Crayſes hierzu beſtel und ſofort nach Proportion die halbe und Orts2
ten Juden/in groſſerAnzahlnachgeprägetwor Gulden ausprägen laſſen, ſo ſeyn/ um Con
den/ und zwar ſo gering und ſchlecht / daß die fuſion und Schaden zu vermeiden / ſolcher
ſelbe/beſage mitgehenden Prob-Zettels/der ins Ständte gantze/halbe und Orts-Gulden ohne
nerlichen Gütenach/ kaum 24.kr. und hinge einigen Unterſchied gar zu verruffen.
gen von oo. 9.f. 1o.kt zu Schaden austragen. Num. XXI.
Alldieweiln ſich nun derſelben eine ſehr groſſe
Menge auch in dieſem Fränckiſ. Crayß nach Fürſtliches Proječt vom 18. (8.)
und nach eingeſchlichen / und die Sorge der Octobr. 169o. in Punčtó Monetae.
Seitsbillig dahin zu ſchlagen/ wie man derſel
ben wieder abkommen/und den ſonſt daraus zu
A# man bey vorgeſtrigem Raths-Tag in
dem Hochlöbl.Reichs-Fürſten-Rath von
beſorgen habenden Schaden in Zeiten decliniren dem Müntz-Weſen abermahls nur prapa
möge; als hat man förderiſtgut und nöthig zu ratorièzu reden angefangen hat man befunden/
ſeyn ermeſſen / bey Uaſern Hoch-und Vielge daß auf ſolche Weiſe dem Ubel nicht geholſ
ehrten Herren ſich des eigentl. Fačti vorher zu fen/ und geſteuret, ſondern die Materiainge
verſichern/weiln man ſelbſt von Weimar aus bührliche Berathſchlagung werbe müſſen ge
die Special - Nachricht hat/ obſolten Unſere ſtellet werden. Gleichwie aber die Münz
Hoch- und Vielgeehrte Herren die Inquiſition Zerrüttlichkeit dergeſtalt überhandgenommen/
hierüber bereits angeſtelletu.das gantzeFactum, daß demſelben aufeinmahl und ex integro ab
wie es damit eigentlich hergegangen, bey- und zuhelffen / oder es vollkommentlich zu dem
ans Tages-Licht gebracht haben./ſo/daß auch Stande der Reichs-Satzungen zu bringen/
dieſer Vorgang förders am Kayſerl. Hofer nicht wohlthun-und practicirlich/ ſondern daß
wachſen. Allermaſſen hierauf an dieſelbe Unſer hierinnen ſtaffel-weiſe zu gehen davor gehal2
freundlich und dienſtlich Anſuchen ergehet / ſie ten und geſchloſſen worden als iſtproprimo
belieben Uns der Sachen eigentliche Beſchaf graduin Vorſchlaggekommen, ob nicht allei
fenheit ohnſchwehr förderttch und noch vor nige Species von gantz-halbundviertel Guldi
Ausgang gegenwärtigen Crayß-Convents zu nern / ſo dem guten Rthlr. zu 90.kr. gerechnet,
berichten / damit man ſeine Meſures hierinn in ihrem innerlichen Gehalt und Güte nicht 4.
um ſo ſicherer zu nehmen / und die Conſilia fr. werth ſeyn / durchgehendsingantzem Röm.
darnach zu ergreiffen haben möge. Geſtalten Reich/ alſo und dergeſtalt zu verruffen/daßdie
nun Unſerer Hoch- und Vielgeehrten Herren ſelbenachverfloſſenen 6. Wochen von Zeit als
anhoffende Deferenz dem Convent zu ſonder ſeitsgeſchehener Publication der behörigenEdi
bahrer Freundſchafft und folgender Obliga éten anzurechnen weiters vor keine Währung
tion gereichen wird; alſo verbleiben wir zc. im Handel und Wandel / und andern Ausbe
Nürnberg den 30. Sept. (io. Oét) 1690. zahlungen/bey Straff der Confiſcation ange
Num. XX. nommen werden / die obigen Wertherreichen
de Stücke aber ſolange paſſabelſeyn ſollen bis
Churfürſtl. Proječt vom 18. (8.) man ſich durchgehends im Reich entwedersei
Octobr. 1 69o. in Punčtö Monetae. Mesbeſtäudigen/ oder proviſional-Fuſſes/wor
Eiln eines theils höchſtnöthig / daß es nach alle inneund ausländiſche ſilberne grobe
mit dem ſo ſeh zerzüttetenMüntz-Weſen Sorten und Schied-münzen zu würdigen und -
zur ohnverweilten Aender-und Verbeſſe zureduciren/ oder völlig zuverſchlagen und zu
rung komme/anderntheils aber und da auch die verrufen ſind/ wird verglichen und denſelben
gar und weit zu geringhaltige Sorten ohne Un veſtgeſtellet haben, zu welchem Ende dann auch
terſchied alſobald völlig verruffen und univer hierüber allernechſtensdeliberiretu.ein ganzes
ſalter bey dermahligen Umſtänden verbotten darinnen auf ein-oder andern Weg gemacher
werden ſolte/man das genugſame zeitlicheSur werden ſolle/mit dieſem ausdrückl. Bedinguäß
rogarum nicht wohl abſehen mag, anbey den und Declaration, daß man durchſothanetem
meiſten bedencklich fallen wird/diejenigenSor Poral-Verordnungſch ganz zu keinem auch
- Ult C-
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. BUch. 57

An. 1690. interims-Fußverbunden/ oder ſonſtendergleis münzenſubprivationeprivilegiiunterlaſſen ſol- An. 169d.


chenhierdurch ipſo factoagnoſciret haben wol“ len/einen einhelligen Schlußfaſſen/und ſelbi
le / ſondern daß dieſes zu Redreſſirung des ſo endurcheinordentliches Reichssgutachten an
ſehr zerfallenen Münzweſens obverſtandener h. Kayſ. M. unterthänig bringen könne die
Maſſennur allein der erſte Staffelſeyn ſoll. Execution aber deren darauf ergehenden neuen
Num. XXII. Münzedien denen Crayß-ausſchreibenden
Fürſten möchte aufgetragen werden. Daferne
Churfürſtl. Durchl. zu Pfalzfüh nun ein ſolches vor das erſte vorläuffig geſche
rende Gedancken/inpuncto Monetac, hen/und daraufgehalten würde/werden ſich ſo
communicirt/d. 19. (29.)Nov. 1690. thane quaeſtionirte verdammliche Münz-ſors
Jr ſind die Fürſten-Raths-Protocolla kenin kurzer Zeit verliehren. Das 2teMembrum
vom 4. 6. und 7ten dieſes zugekommen/ betreffend/was in futurumzuſtatuiren wäre/be
aus deren Inhalt ſoviel zu erſehen gewe ſtehet auch ſelbiges in 2enſübmembris nemlich/
en / daß man wegen jetziger je länger je mehr welche alte Guldiner noch vor voll zu paſſireno
berhandnehmenden LandverderblichenMüntz -Der wie weit zu devalviren;zum andern/was für
weſens/und welchergeſtalt dieſes groſſe Ubel ein Fußdes Reichs-SchrötundKorns für das
mit rechtem Nachdruck abzuwenden wäre/ Künftige zu vergleichenſeye/indem 1ſtenMem
praeparatorie zu reden angefangen. brokan von niemand mehrersetwas beſtändf
Ä ſind beyſolchen extraordinair-Unterre gesandie Hand gegeben werden als abermahl
dungen verſchiedene unvorgreifliche Meinun durch die 3 Torreſpºndirende Münz-Crayſe
gen ausgefallen und iſt endlich der Schluß à wenn ſie auf dem Münz-probationstag auch
potioridahingangen/ über ein-undanderes.de die alte Güldiner examiniren laſſen und das
nen Herren Principalen zu referiren/ und deren
Inſtručtiones darauf zu erwarten. *Ä nreichend lehtlich das 2te und vornehmſ
Wir findenUnſers Orts dieſeMateriehaupt Membrum, hielte ich vor dienſam/ ja Ä
ſächlich in 2en Membris beſtehend/C1) wie die daßvon denen Directoriis in den retróactis fleiſs
ſem groſſen Unheil de praeſenti abzuhelfen/und ſig möchte nachgeſehen werden, wie weitj
(2)was wieder einſtens zu gerechten ſilbernen dermahlen in dieſer Materie gekommen als j
Müntz-ſortenzugelangen für Mittel zu ergreif Erhöhung desRthlrs, oder ob es beydej
fen/ und was man inſonderheit vor einen Fuß Reichs-ſchrot und Kornverbleiben ſolj zUs
alle ſilberne Müntz-ſortendarnach zu reguliren/ gleich ºniºner von dem Silber kauff ge?
univerſaliter zu vergleichen haben möchte, ºdewordenweider allzu hohe Silberkaüff
Nun iſt zwar nicht ohne/daß die alte und neue
Äſhagen wird ſolange die Män.
Müntz-edicta, Müntzordnungen und häuffige ſortenich den Standgebracht werdej
Conſtitutiones lmperii den rechten Weg von der Handelsmann in Verkauffung der rauhen
ſelbſten zeigen nachdememan aber von Jahren Silber-platten beydenen zubezahlen gebenden
zu Jahren noch täglich von der ſchuldigen Ob Münzſortenden innerlichen Werthfindej
ſervanz ſo weit abgegangen/daß man in eine ſol Was nun gedachte Directoria in gemeldten
cheallgemeine höchſt-ſchädlicheConfuſiongeras Retoactis erkundiget/ſolches hätten j
then/in welcher die ausmünzende Herrſchafften nen Aufſatz zu bringen und zu communj
nicht nur die fremde / ſondern auch ihre eigene damit die Geſandſchaften denſelben Ihrej
Unterthanen und mithin ſelbſten damnificiret/ ipalen überſchicken/und daraufinſtréijn,
dieCommercia dadutchmer(klichgeſtecket/u.al holen könten.
ler WaarenPreißunleidentlich geſteigert habe. Num. XXIII.
Alſo ſehen. Wirdermahlen / guoadprimum
membrüm,neml.depraeſenti, keinander zulänge Schreiben von Kön.M. inSchwe
ſicheres remedium, als daß man mit denen Prae den und HerzogenzuBraunſchweig
paratoriengradatim proeere zu ſolchem Ende Lüneburg/ als ausſchreibenden F Ä.
an die 3.correſpondirende Müncrayſe gelan Niederſächſiſ CrapſesanChur. Sachſen,
genlaſſe ſie möchtenbeydemnächſten Münz in Puncto monetar, d. 23. Dec. 169o.
probationstagunter ſich entſchlieſſen, weil es P. P.
nunmehroſoweit gekonten/daßtheils der neuen
Guldinerin valore intrinſecokaum 32. 3o. 28.
LÄ Lbd.werden ihr hoffentlich zurücker
rinnern/was geſtalt anfangs diß Jahrs/
22. 18. und wie dieſer Tagen verlauten wollen/ zwiſchen Ebd. und des Hrn. Churfür
nur 1.kr. austragen ſogar wieder Gott und ſten von Brandeburg bd auch Uns/demjer
alle Gerechtigkeit lauffet dergleichen öffentlich zog von Braunſchw'üneburg und unſermge,
zu geſtatten, welche neue Guldiner durch und ſammtenFürſ Hauſe/zu Leipzig und Torgau
durch die allergeringſte und ungerechteſte befun wegen Ausmünzung auf einen gewiſſen j
den worden/und daß ſie daſſelbe / vermittels ei rims-Fuß/ ohnumgänglicher Nothdurfft nach/
nes ſonderbahr-ſpecificirten Abdrucks / der und zu Redreſſrung der überhand genommenen
Reichs-verſammlungzu Regenſpurgcommu Kipperey gewiſſe Tractaten gepflogen/die fos
nicirenwolten damit man hernach in allenzen gends in einen Receſs verfaſſet derſelbe auch
Reichs-Collegiis nicht nur allein wegen gänz hincinderarificiret worden. Gleichwienunwir
licher Verruffung dergleichen falſchen Münz der König/wegen unſer teutſchen Herzogthä,
ſorten/ſondern auch zu Verſtopfung der Brunn mer/jetzt beſagten Receſs nachhero mitajh
quelle über verwirckte Privirung desMüntzºre men und gleichergeſtalt ratificiren laſſen; Alſo
als , Beſtraffung der darbey gebrauchten haben wir allerſeits auch nichtermangelt/denen
Münzmeiſter und deren Anhang/ſodañdurch mit derStadt Hamburg zuAbhelffung und von
gehenden Zerſtörungſämmtlicher Heckenmünz wegenderinihremdenztenMart dieſes Jahrs
ſtädten und verbietende Verpachtung wie biß publicirten Münz-Edičt ſich herfür gegebenen
hero mit denen Juden practiret worden, und Errorum, auch anderer in ihrer Stadt bißher
daß endlich die Müntz-Herrſchafften den Ver in Einnahme und Ausgabe der benachbarten
lag ſelbſtenthun/ oder wiedrigenfals das Auss Herrſchafftenges zu nicht geringem dero
2chtzehender Cheil. Prax
58 - MICH. cAsp. LoN DoRPII
An 1690. PrajudizfomentirtenUngerechtigkeitenhalber/ einzukommen anzuberaumen vermocht. Bey An. 1690
veranlaſſeteConferenzen durch die Unſrige bey welcher Bewandtnus wir dann keinenUmgang
wohnen / und es in die Wege richten helfen zu nehmen wollen/E. Lbd. freund-vätterlich zuer
laſſen/daßhoffentlich hinkünftig dem Unweſen ſuchen/ſie belieben die äuſſerſte Noth/worein
etlicher maſſengeſteuert und zumercklicher Be ſoviel 1ooo. unſchuldiger armen Leute durch die
förderung des gemeinen Beſtens/nebenſtbaldi annoch mehr und mehr ſich herfür gebende
ger Wiederausmüntzung auf den Zin. Fuß die ſchlechte und ganz geringe Ausmünzung ſovie"
Commerciahin wieder in aufrechten Stand und ler 1ooooo. Rthlr. wie bißhero höchſt rühm
guten Flor gebracht werden mögen. Wie ſol lich/ alſo ferner zu Herzen zu nehmen/ unddero
ches alles/und was deßhalb denen correſpondi ſo hoch importireude Aſſiſtence und fernern
renden Chur-und Fürſtenallda vorkomen/nach Beytritt denen Nothleidenden würcklich dahin
der beliebten Veranlaſſung E. Lbd. Cammer gedeyhen zu laſſen/ daß durch Beſchickung der
Prxſidenten dem von Hoymb/durchdenChur ihrigenzuobbeſagten beliebtenConvent der ver
BrandenburgiſCammer-Praeſidenten/den Hn. muthlich heilſamer allda zurichtender Schluß
von Kniphauſen/nach und nachcommuniciret/ dadurchdeſto kräfftiger und in dem löbl. Ober
undE.Lbd. davonziemender Vortrag jedesmal Sächſiſ ſowohl als dieſen und benachbarten
vermuthlich geſchehen ſeyn wird/und wir dahe Crayſen zu Verrichtungder allerſeits habenden
robreiter davon allhier etwas anzuführen unnö guten Intention und würcklicher Hülffe für das
thighalten. Alldieweilenaber die ganze Inten gemeine Weſen hinaus ſchlagen und erhalten
tion beyallen dieſen Traëtaten unddie aufrich werden möge. Und wir wohl nicht zweiffeln/es
tige Meinung/welche wir dabeynepenſtE.Lbd. werde die Stadt Bremen / als welche vor dero
undübrigen mit einſtimmenden Chur-und Fürs Hofſtadt etwas ferne entlegen/für die Jhrige zu
ſten/haben/nirgends anders hinziehlet/als wie beſuchen etwas incommod fallen, ſo wollen je
bey denen faſt überall eingeriſſenen Münz-Con doch E. Lbd. dagegen bedencken/daß wegen der
fuſionen, der dahero beſorglicher und für Augen jenigen Stände/ſo aus dem Weſtph. Crayſe
liegender faſt unausbleiblichergänzlicher Ruin mehrbeſagten Convent zu beſuchen gemeynet /
ſo vieler Lande und Leute beſtmöglichſt verhü man nicht wohl/wie gerne man auch wegen E.
tet und Handel und Wandel in ſeinen rechten Lbd. Räthegewollt einen andern Orterwehlen
Ganghinwiedergebracht, hingegen der ſo hart können. Wirzweifeln alſonicht/E.Lbd. werden
verpoenten Kipp und Wipperey geſteuert wer auf dieſe Unſere freundvetterliche und dienſtl.
den möge?alſo werden E.Lbd. mit Uns ver Invitation, geſtalten Sachen nach der Ihrigen
muthlich auch der Meinungſeyn / daß ſolcher jemand mitgnugſamer Inſtručtion, und Voll
heylſamer Zweck mit deſto beſſermSucceſs, und macht / nach Anleitung der vorhin gedachten
vielerwünſcht erhalten werden könne/wenn mit Punčtation, gegen den angeſetzten Terminum,
und nebenſt den Ober- und Nieder-Sächſ und auf Bremen abzuſenden/und wenn ſie es nöthig
andern benachbarte Crayſeund Stände in die erachten/und wie wir es in dieſemCrayſealſozu
dieſeitige gut befundene und apprebirte zulänge halten gemeynetſeyn / auf andere Stände des
lichePrincipia mit eingeleitet und geführetwer Ober-Sächſiſ Crayſes/inſonderheit des Hn.
denkönnen. Daheround zu welchem Ende wir Herzogs von Gotha Lbd. (als welche den ober
denn nöthig und gut befunden auf alle Wegebe wehlifen Leipziger-Receſsmitratihabiret) auch
fördern zuhelffen/daßzuförderſt dem benachbar etwandiejenigen / ſo bisher im Ober-Sächſiſ.
ten Weſtphäl. Crayſe/und beſonders des Hn. Crayſeausmäntzen laſſen/und ferner gleichwol
Biſchoffs von Münſter.Lbd.alsMit-ausſchreis nach Innhaltitzt-beſagten Receſſus, damit zu
benden Fürſten/daſelbſt von denen diſſeits bis continuiren gemeynetſeyn möchten/darzu mit
hero gefaſſeten Concluſispart gegeben / und ſie zu invitiren belieben.
ſolchergeſtalt in unſere gemeinſame Conſilia Im übrigeniſtELbd.mehr denn zu wolbewuſt
mitgezogen werden möchten wiedenn auch ſol daß dieſem eingeriſſenen und Land und Leute zu
ches durch eine gewiſſe deſhalb zwiſchen jetzt-be GrunderichtendenUbelcumeffeétunichtgeſteue
ſagter des Hn. Biſchofs von Münſter Lbd. ert werden könne/wenn nicht die Neben- und Hes
und vorbemeldten demChurf.Brandenb.Cam cken-münzenwürcklich zerſtöret und abgethan/
mer-Praeſidenten dem Freyherrn von Kniphau2 wieder diejenige auch/ſo dahin einige Lieferung
ſen/Namens Ss.gndſten Hn geführten Cor der Silber beſchaffen/oder ſonſten mit denenge
reſpondence glücklich bewerckſtelliget/und zu2 ringen Sorten eine verbothene Mercantie trei
gleich veranlaſſet/daß eine Zuſammenkunft auf bender Schärffe nach verfahren werden; Wie
den 8ten dieſes in der Stadt Bremen zwiſchen ſolches und was darunter zu thun ſey/der mehrs
dieſes und des Weſtphäl. Crayſes Directoriis beſagte Leipziger-und Torgauiſ. Receſs guten
zu beſagtem Ende beliebct/ auch würcklich be- theils im Munde führen. Gleichwol weil uns
ſchickt worden. bis dahero nichts zukommen / was der deßfals
Als wir nun dabeyder ſichern Hoffnung gele in beſagtem eceſsgenommenen hinc indever
bet/ E. Lbd. würden auch zur Mitbeſchickung bündlichen Abrede nach in dem löblichen Ober
ſolcher Zuſammenkunft von des Hn. Churfür Sächſiſ Crayſe von E.Lbd.Crayß-Amts wes
ſten vonBrandenburg.Lbd.invitiret oder wenig gen veranlaſſet; Soerſuchen wir E.Lhd.ſie wol
ſtens/mittelſt vorbeſagterCorreſpondence zwi lenUnsohnſchwer/darvon nachrichtlicheCom
ſchen dem von Hoym und dem Hn. von Knip munication thun/ und wenn es nicht bereits ge
hauſen/darzuveranlaſſet worden ſeyn: Soha ſchehen/wieder die dortige Hecken-münzen exe
ben Unsunſere daher zurück gekommene Räthe cutive verfahren/und daß/der Abrede nach nirs
jedoch unterthänigſt berichtet/daß von E.Lbd. gends als auf ordentlichen Crayß-müntz-ſtellen
niemand beyſolchem Convent ſich eingefunden/ auchalldort in dem Ober-Sächſiſ Crayße aus
und man daheroallda nichts hauptſächliches/ gemünzet werden möge/würcklich beſchaffen.
ſondern wie die Beylage ſubſigno2 zeiget/nur Eu.Lbd, werden darunter derobereits in hoc
ein und anderes praeliminariter abzureden und negotiofür das Publicum in der That bezeigte
einen andern I erminum auf den 14ten Febr al ſonderbare Sorgfalt ferner rühmlich darlegen/
ten Stylinechſt-künftig hinwieder in Bremen und die ihr dahe:billich zugewachſeneGloire um
l.
ACTORUM PUBLlCORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 9
A". 69o.ein groſſes vermehren / auch mithin unſere und nehmen ſolle Inſtruction hätten. 3. Indem auch die An-1699.
hre/auchbenachbarte LandundLeute/ von dem Steigerung der Silber nicht wohlverhütet werden kan/
wenn nicht unter allerſeiths hohen Correſpondirenden
Daheroſonſtimminirenden gänzlichen Ruinent Puillancen ein gleicher Preißveſt geſetzet/ und allerſeits
reiſſen/undloßmachen helffen. darüber gehalten werden folte/ als wird auch ein jeder
Was zu gleichem Ende und Niederlegung mit zulängl. Inſtruction verſehen ſeyn müſſen. 4. Wird
der Hecken-Münzen von uns / als ausſchrei höchſt-nöthig veſt zu ſtellen ſeyn/ ob die Ausmüutzung
bendem Fürſten/ an die Stände dieſes Crayſes nach dem Zinniſchen Fuß / cum oder absque remedio
bereits den 18. Aug jüngſthinabgelaſſen auch geſchehen ſolte/5. Wieweit die nach dem Leipziger Fuß
zeither ausgemünzte Sorten hinkünfftig zu devalviren
für der Hand / wieder die Durchführung der ſeyn/ 6. Nachdemmahlen auch man wahrgenommen./
ſchlechten Sorten und Lieferung der Silber an daß die Kipp-und Wipperey dnrch die Juden am meiſten
verdächtige Oerter/ und was dem anhängig/in betrieben/und der Silber-Preiß dadurch geſteigert wird;
Unſern und benachbarten Lauden/ Inhalts des als würde höchſtnöthig ſeyn/ dieſelbe gänzlich von aller
erſten §..ob mehrgedachten Punčtation, eheſtens Liefferung der Silber- und Geld-Wechſel/ Ä
publiciret wrrden ſoll; ſolches haben wir ſub ſen. 7. Findet man/ allem Anſehen nach/ nützlich/ die
Hamburger ſchill. und 2. ſchill. zu verruffen. 8. Scheinet
Sgn?&M)hierbeyfügen laſſen/dem wir nun noch vorträgl. zuſeyn/zu überlegen/ was in Vorſchlag ge
dieſes hierbey thun / daß wider diejenigen bracht/ob nicht durch einen gewiſſen Auffſatz von ſchill.
Stände/ welche in dieſem Crayſeſichgelüſten aufein Thlr, oder 3. Reglement auf die Banco Wechſel
laſſen werden / einige Ausmüntzung zu Fomen zu machen!c,
tirung der Kipp- und Wippereyen fürnehmen Num. XXIV.
zu laſſen / ohne einziges Nachſehen mit
würckl. Execution verfahren werden ſoll; und Kön.Schwediſ. SNüntz-Edičtre
wenn/wie wir nicht zweiffeln/ Ew.Lbd. in den Ä dero Herzogthümer Bremen und
Ober-Sächſ Crayſe ohne einziges Abſehen Vehrden/ d. 23. Dec. 169o.
dergleichen bewerckſtelligen laſſen werden: So Jh. Kön.MT zu Schweden/inDero 3er
getrauen wir mit GOttes Gnaden- Hülffe / zogthümer2Bremen und Verden verord
ſolcher geſtalt / und mit geſamter Hand neter General-Gouverneur und Regierung.
dem Unweſen endlich zu begegnen / und mithin Uegen hiermit zu wiſſen/ ob Wir wohl ne
andere Crayſe zu dergleichen zu veranlaſſen. benſt andern wolgeſinneten Ständen in
Womit in Erwartung Dero beliebigen Ant dieſen und benachbarten Crayſen ganz
wort. Wir Ew.Lbd.derreichen Beſchirmung ſorgfältig dahin bedacht geweſen, auch beyde
GOttes empfehlen und im übrigen verbleiben nen zu Redreſſirung des Müntz-weſens hin und
2c.:c.:c. Geben den 23. Decembr. 169o. wieder veranlaſſetenConventenUnsmitſonders
Beylage/ 2% bahrenEyfferangelegen gehalten/wienicht als
Aétum Brehnen den 1 Dec. 1690. lein denen bereits eingebrochenen und aufeine
Punčta, welchebey der zwiſchen denen hohen gänzliche Kipperey hinauslauffenden Müntz
correſpondirenden Chur und Fürſten zu Brehmen be gebrechen hinwieder aufgeholfen/und deſſen to
liebten Conferenz von Dero anweſenden Räthen und tale Zerrüttung verhütet/ſondern auch das bis
Miniſtris abgeredet und zur Genehmhaltung der hohen herige von einigen Chur-und Fürſten/ auf den
Committenten beliebet worden,
ſogenannten Zinniſ Fuß ausgemüntzete/ nach
I. As Edict von ſolchen Termen/wie es allhier ad dem innerlichen Werth aufs beſte/ und dem
D jouſtiret/quoadmaterialiaininſtehendem Mo Rthlr. am näheſten befundene Geld für allen
nath Jan. überall zu publiciren. andernbeybehalten bleiben / und alſo Landund
2. Von Diectoriis der Crayſe ſoll dieſes Edičt denen
übrigen Ständen/in ſpeciedenen vornehmſten Handels Leutevon dem ſonſt ohnfehlbar daher beſorgen
Städten communiciret/und dabey verlanget werden/daß den groſſen Schaden gerettet werden möchten;
auch ihres Orths dergleichen Publicationbewerckſtelliget/ ſo hat jedoch die Erfahrung nach und nach mehr
und über den Inhalt aller Orthen gehalten werden möge. denn zuviel bezeuget/daß durch die hin und wies
3. Bleibt veſt der 14. Febr.5. vet.inBrehmen zuſam
der aufgerichtete unzuläſſige und ungerechte He
menzukommen/wetln in Abweſenheitdeshieher mit in cken-münzen / und darauf in groſſer Menge
virirtgeweſenen Chur-Sächſ Miniſtribey der hieſigen
Confe entzkem völliger Schluß gemacht werden können, durchgottloſes Betrieb böſerundgewinnſichti
4. An Chur-Sachſen/von denen Herren Principalen ger Leute ausgeprägte liederliche/undgantzvers
und vom Crayß-Amt ein Invirations-Schreiben zuver werfliche Gelder/nicht weniger durch die Auss
anlaſſen/und die Deſtruction der noch im Schwangege fuhr/Verwechſel-und Umſchmelzung der gu
henden Hecken-Müntzen im Ober-Sächſ Crayſe/mittelſt ten/ingar geringhaltige Sorten/und damit ab
coomunication oder vom Nieder-Sächſ.Crayße daſelbſt
abgelaſſenen Mandatenund Edictenzuurgiren. Wie auch ſonderlich in denen groſſen benachbarten Hans
die Städte Lübeck und amburg hieher invitirt werden del-ſtädtengetriebenen unzuläſſigen Handel und
ſollen / um den Effect von allen mit ihnen deſto beſſer zu Mercantien/dieſeitigegute Intentiones ſolcher
befordern. geſtalt gehindert worden / daß man auch nicht
An die General-Staaten ein Schreiben von dem ohnemercklichen Schaden der Unterthanen die
Weſtphal. Directorio abznlaſſen/ und ihnen die Vor ad interim aus unumgänglicher Noth/undda
ſtellung der bißherigen Negotiation zu thun/ auch dahin
mit die beſſere Sorten denen Hecken-münzen
das Edict zucommunleiren.
6. Aufinſtehender Conferenzſolcinjeder mitbehör nicht ferner propabulodienen möchten / vonei
ger Inſtiétion und Vollmachtzum völligen Schlußver nigen wolgeſinneten Chur-undFürſten eine zeit
ſehen erſcheinen / und unter andern auf nachfolgende hero ausgeprägte ſogenannteneue 1 und 2 Drit
Puncte is ſpecie inſtruiretſeyn/ als 1. welcher geſtalt telim Handel und Wandel in dieſen Hertzogthü
dasjenige/ſoInnhaltsdeseipziger-Receſſesannoch zum mern für vollgültig annehmen und paſſiren laſ
Effect zu bringen ſtehe/ würcklich dahingebracht werden
möge; 2. Weiludie Ausmünzung auff dem Zinniſchen ſen müſſen. Abſonderlich da im Anfang dieſes
Ä remotis removendis veſt geſetzet/ inzwiſchen aber/ ahres zwiſchen denen Hhrn. Churfürſten zu
nach Anleilung der von Regenſp. in hac mareia einge Sachſen und Brandenburg und den geſamten
lauffenen Relation von AusmünzungderſpecRthlrund Fürſtl. Häuſern Braunſchweig-Lüneburg zu
deren Erhöhung in äuſſerl Werth/ etwas in Vorſchlag Leipzig und Torgau auswichtigen Urſachen im
gebracht/würde es gut ſeyn/ daß in jeder/ inſonderheit
auch ſolchen Punctshalber/und wievieleinjeder Stand Ausmünzen ad interim ein ſolcher in etwas ge»
der keine Bergwerck hat / ſowohl an 1. oder - nachdem ringer Fußbeliebet/und Jh. Kön.M Unſer als
Zinniſchen Fuß/als auchRthlr. ſelbſt zu ſchlagen über sºººººººººººº 2.
deroTeut
2chtzehender Theil. ſchen
60 MICH. CASP. LONDORPII
An 169o.ſchen Provincien ſolchesmitgenehmhalten und genEingeſeſſenen und Unterthanen als Aus- An 690
ratificiren laſſen. Gleichwie aber bey jetzt2be wärtigen und Fremden/ſonderlich bey der Ein
ſagtem zu Leipzig feſtgeſetzeten interims-Fuß und Durchfuhr geringhaltigen und auf Hecken
zwiſchen allerſeitscorreſpondirendenChur und münzen geprägte Sorten/ oder auch bey Hin
Fürſtenmanmit einem ſonderbahrenpropubli ſchleppung der guten und gangbahren Münze
otragenden rühmlichen Eifer dahin zugleich zumUmſchmelzen an ſolche Oerter / betretten
bedacht geweſen, welchergeſtalt durchzulängli werden ſolte/derſelbenicht allein mit Confiſca
che Mittel der gottloſen Ä tion aller ſolcher Gelder/ſondern aucheiner ar
kräfftig geſteuert/und gutes Geld hinwieder ü bitrariſchen hohen Geld-buſſe / auch gar nach
berall herfür gebracht und eingeführet werden Befindung an Leib und Leben unnachläſſig be
könte;als hat man auch zu ſolchemEnde gewiſ ſtraffet werden ſolle.
ſe Abredealldagenommen und wie es in einem 5. Falls auch dergleichen Gelder durch dieſe
oderanderngehalten werden ſolte/ſichhineinde Herzogthümer/ehemandavon etwasinErfah
heſtändig verbunden. Und weiln wir Unsdenn rung bringen könte/ bereits hindurchpraéticirt
ſchuldig erachten/dasjenige ſo beſagtermaſſen ſeyn ſolten/ und Uns davon nachhero redliche
zu Leipzig und Torgau geſchloſſen/undin einen Kundſchafft zukäme/ſobehalten. Wir Unsge-
Receſsgefaſſet und nachhero wie erwehnet/ Ä demſelben/erſeyeinhieſiger Unterthanoder
Namensvorhöchſt gedachter Jh.K.KM mit Auswärtiger / beſagte Ahnd-und Beſtraffung
ratificiret worden / auch in dieſen Herzogthü allerdings bevor/u. wollen wir mit demſelben zu
mern in allen Punčten und Clauſuln zum Effect länglich mittelsApprehendirung oder Arreſten
bringen zu helffen, als haben wir durch dieſesof zu verfahren unvergeſſen ſeyn.Befehlen auch al
fene Münz-Edičt allen und jeden Einwohnern len hieſigen Beamten/ Befehlshabern/Zollbe
und Unterthanen in dieſen Herzogthümernins dienten und Obrigkeiten auffm Lande und in den
Städten/hierauffein wachendes und ſorgfälti
emein/und denn auch denen Auswärtigen und
remden/welchealhier im Lande Handel/Wan ges Auge zu haben und die Contravenienten zu
del und Gewerbſchafftzu treiben gemeinet/oder gebührender Beſtraffung anzuhalten / und zu
denen ſonſt aufeinige Weiſe daran gelegen ſeyn weiterer Verordnung/ſo denn auch Unsanhe
kan/hiemit kund machen und befehlen wollen: ro davon zu berichten.
Daßhinkünfftig/ſolange nach Inhalt und 6. Derjenige erſey einheimiſch oder fremd/
in Krafftbeſagten Leipziger-Receſſusvonaller Herz oder Knecht/Chriſtoder Jude/intereſſrt
ſeits hohen Hhrn.Compaciſcenten nicht ein an beyſolchen Sachen oder nicht welcher derglei
ders verordnet/und der veſten Abrede und In chen Ein-oder Durchfuhr der verbottenen oder
tention gemäß / einbeſſerer und zwar derZin geringhaltigen Gelder/oder auch der guté Sor
nauiſche Fuß hinwieder allerſeits eingeführet ten Behuf der Verſetzung und Liefferungenei
wird/keine andere von denen ſo genandten neuen niges Silbers an verbottene Oerter und He
einfachen und doppelten Marckſtücken / als cken-münzenkundmachen und entdecken wird/
welche nach dem Fuß mehrabeſagten Leipziger ſoll zur Belohnung den 4ten Theil ſolcher Gel
Receſſus, und zwar bißher von Chur-Sachſen/ der unfehlbar zugewarten haben / auch deſſen
Chur-Brandenburg in Pommern und denen NameundQualität allerdingsverſchwiegenge
Fürſtl.Häuſern Braunſchweig Lüneburg und halten / allenfalls auch / und davon ihm über
Sachſen-Gothagepräget / in dieſen Herzog Vermuthen etwasausbrechen ſolte/ derſelbein
thümern paſſiren/und in Handel/Wandel und hohe Obrigkeitliche Vertrettung und Schutz
Wechſelangenommen werden ſollen. - genommen werden.
2. Maſſen und fürs andere alle übrige gepräg 7. Weil auch mit dergleichen Durchfuhr ins
teeinfache und doppelte Marck-ſtücke/ ſie mö gemeingar heimlich u. verdeckt pfleget verfah
gen Namen haben wie ſie wollen, welche nicht ren / auch in denen groſſen Handel-ſtädten von
zum wenigſten nach beſagtem Leipziger Fuß / Magiſtraten und Obrigkeiten nicht genugſame
und auf ordentlichen Crayß-Inünzſtädten ge ernſtliche und nöthige Aufſicht oderEinſehen das
präget / hiermit ernſtlich verbothen und gänz“ gegen getragen zu werden/ Uns aber unverants
ſich verruffen ſeyn ſollen/ derogeſtaltund alſo/ wortlich fallen dörffte/durchdergleichen ſchädl.
daß welcher ihmgelüſten laſſen wolte/ſolchver Unterſchleifhieſigen UnterthanenfernernScha
bothenes Gepräg in Zahlung auszugeben/oder denu. Verderb zufügenzulaſſen. So wird hie
jemand aufzudringen/derſelbe mit Straffe des mit jedermänniglich Einheimiſch und Auslän
Triplibeleget und aufbloſſes Anmelden/ohne diſcher/nicht allein getreulich gewarnetſichdeſ
einziges Abſehen/ſolche Gelder confiſciret/derſen/und aller andern verbothenen wucherlichen
vierte Theil davon auch demjenigen/ der es an Getrieb allerdings zu enthalten / oder aber / da
zeigen würde/abgefolget werden ſolle. ſich diegeringſte Vermuthung oder Verdacht
3. So viel aber die altenach dem Zinnaui von dergleichen äuſſern/und manſonſten auf den
ſchen Fußausgemünzte Marckſtücke betrifft/ſo Grund der Sache nicht ſolte kommen können/
bleiben dieſelbebillich unverruffen. ohnfehlbar gewärtigzuſeyn/daßaufden Päſſen
4. Und dieweiln man auch allhie und in der und Zollſtätten/zu Waſſer und Land/die Kauff
Nachbarſchafft zu mercklichem Schaden und manns-Güter und Wäaren viſret/ Ballen,
Nachtheil des gemeinen Beſten wahrnehmen Packen undFäſſer eröffnet und nach ſolcherGel
müſſen, was geſtalt die gutenannoch vorhanden derEin-Durch-oder Ausfuhrgeſehen/undder
eweſene Sorten durch gottloſen Unterſchleiff gleichen etwas angetroffen werden ſolte/ſolches
ewiſſenloſer Leute aus dem Lande hinweg/da2 allesnebenſt übrigen Waaren nicht allein weg
gegen ſchlechte Müntze wieder herein und durch genommen und confiſciret/ ſondern auch denen
geführet und gleichſam eine offene Mercantie Contravenienten weiter nachgetrachtet/u. die
damit betrieben worden:So haben Wir nebenſt ſelbezubehöriger Beſtraffung gezogen werden
andern mit einſtimmenden Ständen zu ordnen ſollen. Allermaſſen die correſpondirendeChu:-u.
nöthig und gut befunden / geſtalten hiemit und Fürſten/als mit welchen wir /dieſem malo aus
Krafft dieſes geſchiehet/daßwelcheraufſolchen demGrundzuſteuern/gewiſſeverbindlicheAbre
höchſt verbothenen Dingen/ſowohl von hieſi de genommen / dergleichen ebenfalls in Ä
aM
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 61
An. 169o. Landeneffeäuren zulaſſen/gemeinet ſind die del paſſirt werden ſollen/wiſſen/ und vor Scha-An, 1690.
übrige Stände auch inöieſemCrayßezupubli den und Ungemach ſich hüten mögen, ſo haben
cation eines gleichmäſſigen Edičts von aus Wir den Abdruck der gäng-und gäbigen Sor
ſchreibendenCrayß-Amte veranlaſſet/auchdar tenhiebey fügen laſſen. Wir reſerviren Unsa2
# ihres Ortszuhalten/ adinoniret werden ber hiemitausdrücklich / wenn jemand der ho
Ollfl. hen Herren correſpondirenden Chur und Für
8Unddieweilauchaufbeſchehene genaueUn #ußvon dem bisherigen ſo genannten Leipziger
wieder die deßhalb genommene verbindli
terſuch-undErkundigung ſich zu Tage geleget/
daßn einigen benachbarten groſſen Handel che Abrede herunterfallen und noch ſchlechter
Städten das Malum hauptſächl.fomentiret ausmünzen laſſen ſolte / daß Unsſo denn der
und/nebenſtallerh. Vervortheilung/ der guten gleichen Gelder zu devalviren / oder gar zuvers
Gelder Deprimirung/ und dergleichen betrügl. ruffenfreye Macht bleiben ſolle. --

Verfahren mit demGelde/ und hieſigenarmen 11. Inzwiſchen aber/und weilndes Hrn. Bis
Unterthanen/ganz unbillich und unchriſtl. Wei ſhºf und Fürſten zu Münſter Fürſtl. Gnd,
ſeesbetrieben und inſonderheit dadurch verhin Jhre bey dieſem importanten und gemeinnüs
dert worden/ daß man bishero um ſo viel weni zigen Werck führendelöbl. Intention und Eifer
gerzugutemundbeſſezmGeprägkoñien können/ allen hohen Hhrn. Compaciſcenten nicht allein
als auch dieſen Sorten die rechte Valuta nicht zu erkennen geben laſſen / und mehrbeſagten
wie andern/die jedoch im innerl. Gehalt jenem Leipziger-Receſsanzunehmen/auch mit Deſtru
gleich/und nicht beſſer ſeyn / gegeben, vielmehr étion der Hecken Münzen gleich als man im
daſelbe mit eigenmächtig - geſetztem unbilligem Ober-und Nieder Sächſ Crayßzuverfahren
Lagio und Aufſatz verhöhet/und dadurch denen gemeinet/auch in dem WeſtphälCrayſemit zu
Gottloſengewinnſüchtigen Leuten Materie und folgen intentioniret/ſondern auch mit demſels
Anlaß gegeben worden/ihren verdamtenWu benumzutreten / und dasgute Vorhaben nach
cher und Gewerb damit unrechtmäſſiger Weiſe allem Vermögen mit befördern zu helffenſicher,
fortzuſetzen: So wollen wir zwar der Hoffnung klähren laſſen: Als wollen Wir dieſes Edict
leben/es werde dieſenloſen und liederl.Händ eln dahin extendirethaben/daß da immittelſtIhre
von allen Chriſtl. Obrigk.ein Ziel geſtecket/und Fürſtl.Gn. aufden Fuß des erſtbeſagten Leip
denen hieſigen gerechten poſtulatis geziemend u. ziger-Receſſes ausmünzen/ auch hernechſt den
zureichend abgeholfen werden / daferne aber Zinnaiſchen Fuß/ nebenſt denen übrigen Hrn.
drunter wider alle Zuverſicht continuiret und Hrn. Cºmpºſeenten anzunehmen gemeinet
fortgefahren werden ſolte behalte ſowohl wir ſeyn/ und alſo darauffausmünzen laſſen ſol
als andere mit-correſpondirende Stände/ alle ten. Solche Dero Gelder in hieſigen Herzog
rechtl.Ahndung/nöthige Verordnung u. Inde thümern gleich obbenante Sorte angenom
mniſation deprateritoundinfuturum Unshie men/und im Handel/Wandel und Werckſtellen
mit ausdrückl. bevor und haben ſolches einem paſſiret werden ſollen.
jeden zur Nachricht hiemit kundthun wollen. Und befehlen ſolchem allen nach im Namen
9. Wie auch nicht weniger/nebenſt den übri Ihr Kön. Maj zu Schweden/ Unſers aller
encorreſpondirenden Stäuden/ Wir Uns die gnädigſten Königstc. Wir hiermit denen Dro.
# gegen diejenige/ ſo durch ihr bißher ſten/Beampteu/Zollbedienten und allen Obrig
aufdenen Heckenmünzen geprägteslicderliches keitenauf dem Lande und in denen Städten/und
Geld das Publicum und hieſige Unterthanen geſamten Einwohnern und Unterthanen in die
umein groſſesincommodiret und geſchadet/al ſen Herzogthümern/ daß ſie ſich nach dieſem
lerdings bevorhalten. -
achten, ſo lieb ihnen iſt ſchwere Verordnung
und angedeutete Straffe zu vermeiden. Geben
19. Damit denn aber auch hieſige Untertha Stade unter dem
nen ſowohl/als Fremde was eigentl. für Gel KöniglRegierungs-Inſiegel
der allhie angenomen/und im Handel und Wanº den 23. Dec. Anno 169o.
«oS: H&############S SEHH &##############5e

Von der ſtrittigen Legitimation des Chur - Mayntziſ


Directoris in Comiciis Anno 169o.
Num. I. und von dem geweſenen zu vernehmen/ wie es
damit gehalten / und wo er ſich legitimiren
Extračt der Comitial- Relatio würde; da denn derſelbe gemeldet, daß ſolches
nen/wegen ſtrittigerLegitimation des bey der höchſtanſehnl. Kayſerl. Commiſſion
neuen Chur-Mayntziſchen Direétoris. geſchehen müſte/ als welcher der neue Director
1.) Regenſp. den 2. Febr. 1692 das Originalproducirenz ſelbiges aber wieder
A Echſt dieſem ſo iſt der Chur - Mayntz. zu ſich nehmen/undhöchſtged. Kayſ Commiſſ
Ä neue Director, Hr. Heubel/vergange nur Copiam cellationatam davon zuſtellen /
nen Freytag von Augſp. hier angelan“ das Original aber ad Aéta legen würde dar
getündwieder vorigeHr.Schäffer/ egen aber der Chur-Sächſiſche gemeldet / im
ſich bereits beyderhochanſehnlKayſCommiſ all er ſich auch bey dem Churfürſtlichen
ſion, denen Churf. Geſ. und Fürſtl. Direčto Collegio nicht legitimiren würde / er Be
riis, vergangene Woche beurlaubet als hat denckens trüge/demſelbenzu Rathanſagen zu
derſelbe vergangene Montag bey Ä laſſen; vermeinet man alſo es werde derſelbe/
Fürſtl. Geſ. im Rath dergl. gethan/ und hat alle Weitläufftigkeitzuevitiren/ ſeine Legiti
darauf geſtern ſeine Abreißenacher Wetzlar zu mation in Collegio Elečtorali ableſen/ und
dem Kayſ Cammer-Gericht genommen/ hin ſolcher geſtalt denen Herren Geſ. parte ſeiner
gegen hat man nichtermangelt/ von der Legi Vollmachtgeben; nachdemenun derſelbegeſe»
timation des neuen Directoris zu diſcurriren / hen/ daß man auch exparte Collegii Eleátora
H 3 lis
62 MicH. cAsP. LoN DoRPII -

An, 169o. lisaufdie Production ſeiner Vollmacht, oder gethan/Im Fallnuner noch nachgeben und das An. 1699
Credentialien tringe / als hat derſelbe nach der Öriginai im Churfürſtlichen Collegio auch
geſtrigen Tages beſchehenen Legitimation denen roduciren ſolte / dörfſte dergleichen in
Churf. Geſ. Copiam ſeiner Legitimation zuge Fürſtlichen Collegio auch pratendiet/ ind
ſchickt da ihme dann dieſen Morgen von dem zwiſchen beeden höhern Cöllegis beſorglich
Chur-Sächſ. Geſ zu Rathangeſaget worden. einige Mit-Verſtändnüßerwachſen undhat
2) Regenſpurg den 5. Martii 1690. der Chur Mayntziſ. Director ohne Scheu ge
Aufbeſchehene Nachfrage circa legitimatio ſaget/daß wie der Chur - Sächſ. Geſ biſhero
nem des neuen Chur-Mayntziſ. Direčtoris hat beſchuldiget worden/die Reichs»Deliberatiº
man ſo viel in Erfahrung gebracht, daß derſel nes ſolangauffgehalten zuhaben/man nunmeh“
be nur Copiam davon denen Churf. Gef vor ro dieſe bläme von ſich abzuwenden trachte/und
weiſen und leſen laſſen/zurProduction und Vor auf ihn / Chur-Mayntziſ zu devolviren ſuche/
legung des Originals aber woraufdochElect9 indem/inpunčtolegimationis wieder die bißhe
räſes, und ſonderlich der Chur - Bayer vermög rige Obſervantz ſolche Neuerungen auf die
ſpecialBefehls/tringen und beſtehen wollen/oh Bahn gebracht würden. -

nedeßfalserhaltene Inſtručtion ſich nicht reſol 4) Regenſp. den 24. Martii 1690.
viren wollen. Gleichwie nun ermelter Chur Nachdem der Chur-Mayutziſ Director ver“
Mayntziſ Director, dem ſicheren Vernehmen wichenen Freytag Mittags von Wien allhier
nach noch erſt vergangenenFreytageineStafet wiederumangelanget/alsſeynddieChunf.Geſ.
ta, und mit ſelbiger von ſeinem gndgſt. Hrn. den des andern Tagsfrühe vor dem Rathgang bey
expreſſen Befehlerhaften/zu einem mehreren/ demChur-Trier.zuſaffenkonſen/um wegen der
als bereits geſchehen/ſich nicht zu reſolviren/und Legitimation des Chur - Mayntziſ Eicétoris
hierinnen fals denenveſtigiis ſeiner Anteceſſo ſich nicht allein weiter zu unterreden / ſondern
ren/und der bißherigen Obſervanz zu inſiſtiren/ auch von demſelben in Collegio categoricè zu
alsdörfften beſorgl. nun auch durch dieſes neue vernehmen, ob er ihnen ſeine Legitimation in
emergens, die ohne dem/ wegen der Sachſen originaliproducirenundverweiſen wolle 1 oder
Lauenb.Differenz ins ſtecken geratheneReichs nicht; gleichwieÄ daraufſämtl. zu Rathe
Deliberationes noch ferner gehindert werden/ gefahren/der Hoffnung/es würde ſich gedachter
zumahlendaDirectorMoguntinus, wie es ſchei Chur-Mayntziſ. nach verfloſſenem ihmeange2
net/ denen Fürſtl.Direčtoriis und Geſ.ehender ſetzten Termino, dergeſtalterklähret haben/daß
nichts von ſeiner Legitimation, bißer vorhero man Churf. Theils einigermaſſen damit con
die Sache mit dem Churf. Collegioverglichen/ tent ſeyn möge/nachdem aber derſelbe von Sr.
ſagen will. Churf. Gn. zu Mayntz den gemeſſenen Befehl
3.) Regenſp den 12. Martii 1690. hat/ denen Elečtoralibus neque in Collegione
Immittelſi hät man mit des Chur Mayntz, ue extra Collegium ſingulis ſeine Original
GeſLegitimation auch imChurſ.Collegio viel ollmacht vorzuzeigen und ſich zu einem meh
zuthun gehabt/und ſoll der Chur - Bayeriſche reren/als er bereits gethan / undvon ſeinen An
gewillet ſeyn/bevor der Chur Mayntziſ. Dire receſſoren beſchehen/nicht zu verſtehen, und alſo
čtor ſeine Vollmacht demChurf.Collogio ori dieſem Befehl ſtričteinhaetiret/die Churf.Geſ.
ginalter vorgewieſen/nicht zu Rath zu koſten/ hingegen veſtigl daraufbeſtehen/als ſind dieſel
und ſeynd die Herren Elcčtorales beſchäftiget/ be vergangenen Sontag des Morgens bey dem
einen Aufſatz und Emendirung der defečtuum Chur-Cöllniſ des Nachmittags aber bey dem
bey dem Chur-Mayntz. Direčtorio zu machen/ Chur-Bayeriſ. Geſzuſammenkomen/und nach
auch unter andern Punctennachfolgende davon gepflogener Unterredung ſich verglichen/beſag
kund worden: 1. Daß er allemahl ſich imColl. ten Chur-Mayntziſ. ſolange/bißer ſich vermits
Electorali, mittels Producirung des Originals, telſt Producirung ſeiner Original-Vollmacht
ſolle legitimiren/ 2.Daßer die Anſag-Zettel an bey dem Churf. Collegiolegitimiret/ vor kei
das Marſchall-Amt/ und dieReichs-Gutach nen Chur2 Mayntziſ. Direčtorem zu erkennen/
ten nicht mehr ſolle unterſchreiben: Chur auch biß ſolches geſchehen / nicht zu Rath zu
Mayntziſ Cantzley/ ſondern: Churfürſtl. kommen/woraufderChur-Sächſ. Geſ.Jhme/
Mayntziſ Reichs-Cantzley. 3. Daß er Chur-Mayntz/denzurRaths-Anſagegeſchick
nicht / wie bißhero geſchehen/ mit ſeinem/des ten/auch wieder mit ſeinem Privat- Innſiegel
Geſ. Privat-Innſiegel/ ſondern mit einem pu ſignirtenRaths-Anſag-Zettel mit der Declara
bliquenChurf.Inſiegelged.Reichs-Gutachten tion remittiret/ daß ein Hochlöbl.Churf.Col
und Anſag-Zettel betrucken ſolle. 4. Müſte in legium der Zeit von keinemChur-Mayntziſ Di
ſeiner Vollmacht an ſattbes Worts: Abge rečtore etwas wüfte/ wohl aber/ daßvon Jh.
ſandten Geſandten ſtehen. Müſehinfühzo Churf Gn. zu Mayntz der geheimbte Rath
der Abuſus,daßwann etwas an das Reich übers Heubel ſich hier befinde, der ſich aber rationeDi
geben wird er ſolches erſt Eleétori zuſchicket/ rečtorii im Churf. Collegio gebührend noch
Und Ä ob Ers diétiren ſolle abgeſtel nicht legitimirethätte/ j er von ſelbigem/
let werden. Nachdem nun der Chur-Mayntziſ. bißſolchesgeſchehen keinen Raths-Anſag-Zet
Director verwichenen Freytag mit Documento telannehmen und daraufzu Rathanſagen laſ
Elečtionis RegisRomanorum nacher Wienge ſenkönte. Wiewohlen nun mehrgemeldter
gereieſt um ſolches Jh. Kayſu. Kön. Maj. Chur-Mayntziſ von dem Reichs-Marſchalli
Maj. allerunterthänigſt zu überbringen; Alſo ſchen Cancelliſten denAnſag-Zettel nicht anneh
bey deſſen Zurückkunft ſicheuſſern wird, was men wollen/undgegen des ChurflCollegiipró
manin Punčtolegitimationisnoch vor einexpe cedere gegen ihn proteſtiret / ſº hat doch ged.
diensfinden möchte u. ſcheinet daßdieſeSache Cancelliſt/als auch der Äayntziſ. Dičta
zu einiger Weitläufftigkeit ausſchlagendörffte torged. Anſag-Zettel nicht annehmen wollen,
ſondel.daobbemeterChu:-Mayntziſ Director ſolchen einer Bedientin im Hauß/mit dem Be,
den gemeſſenen Befehl hat von der biſherigen gehren ſolchen dem HºnGeſandtenzuzuſtellen/
Obſervanz nicht abzugehen/ſondern demjenigen eingehändiget/ und iſt davon gangen7 dahero
ſimpliciterzuinharriren/was ſeine Anteceſſores man auchvergangenen Montag nicht zu
-
Ä PM2
- ACTORUM PUBLICORUM coNTINUATIoNis XXI. Buch. 63
An. 1690.komen können und keine Raths-Anſage geſche, ders-kirchen / denFreytag Abends durch ſeinen An. 169a.
hen. Bey ſo geſtalten Sachen nun hat der CancelliſtenermelteFürſtl.Geſerſuchen laſſen
Chur-Sächſ. Geſ. in Kraft des/ Sr. Churf. ſie möchten folgenden Sonnabendmorgens um
Durchl. zuSachſ. competirenden Juris u. Ge2 9-Uhr/bey denen Carmelittern ſich auch einfin
rechtſame/welche derſelbe/ vigore eines gewiſs den/ um ſich in der Sache zu unterreden; als
ſen Vertrags / zubehaupten ſuchet geſtern nun auf die beſtimmte Zeit man daſelbſt erſchie
Abendsſpaht/u zwar zur ungewöhnl.Zeit nach nen/thäte gedachter Oeſterr. GeſinSubſtantia
9.Uhr zu Rath vot ſich anſagen laſſen/und denen einen Vortrag dahin; wie daßbeyvorberühr
Gef einen Raths-Anſage Zettel in folgenden ter Ä indem Dominicaner-Clo
formalibu zugeſchicket: Morgen um 8.Uhr ſter der Chur-Cöllnſ Geſ vorgeſtellet/was ge
zuderin Anjaggebrachten Materie, und ſtaltin dem Churf Colleg: dem Chur-Mayntz.
dem am 3.Nov vergangenen Jahrs diétira geheimbten Rath undMiniſtro, Hrn. Heubeln
tem Hochfl. Lottringiſchen Memorializu nach ſeiner Anherokunfft/demJurigentium und
Rath:c. Gleichwie nun verſchiedene von des aller Orthen hergebrachten Herkomen c. zu
nen Evangel. Geſ.inſpecie der Schw.Brehm. folge/ die Production ſeiner Original-Voll
Sachſen-Gothaiſche u. Braunſ Zelliſche vor macht begehret/ von Jhme aber allerhandſub
der Raths-Anſagebey dem Hanoveriſ. wegen terfugia, ſolches zu evitiren/geſuchet worden/
einiger demſelben zugeſtoſſener indiſpoſition, weswegen demſelben ein gewiſſer Terminusge
kommen/und ſich deswegen unterredet; alſo den ſetzer/nachdeme nun derſelbe verſtrichen/und der
Schlußdahin abgefaſſet/daß ſie ſämtl. den von Hr.geheimte Rath Heubel ſich gleichwohl zur
dem Chur - Sächſ herumgeſchickten Anſags production der Original-Vollmacht nicht hätte
Zettel dem Anſager und Reichs- Marſchalliſ. verſtehen wollen/ derſelbeaus dem Churf.Co
Cancelliſten/ſobald zurückſenden wolten/wel legio excludiret (welche Formala er/ Chur
ches auch geſchehen/ und der Salzburgiſche Cöllnſgebrauchet gleichwie nun die Electjs
Director, welcher in der Nähe wohnef/auch mit wahrnehmen müſien/dz ſolches von dem Fürſtl.
demſelbencommuniciret worden/ſich allerdings Collegio ungleich ausgedeutet werde / daßelbe
conformiret/auch von den übrigen Cathol.ſon auchbey einiger Zeit nicht auf das Rathhauß
der Zweiffel wird geſchehen ſeyn / als welche kommen/jetzige gefährliche Conjunäuren aber auf alle
Zuſammenſtimmung und Fortſetzung
propterfavorem Religionisdareinzumahlnicht Weiſe einmüthige rationen
coaſentiren werden. Gleichwie nun die Emen der Reichs-Delibe
erforderten, als wären ſie
Electores, erbiethig/daß/wenn die Fürſtl. Geſ nur wie
datio defečtuum DirečtoriiMoguntinieinema der auf das Rathhauß führen/ mit denenſelben/ wie die -
terie iſt/ ſo vor alle Status gehörer/ als wird Reichs-Deliberationes wiederum in Gang zu bringen/
man / an Seiten des Fürſtl. Collegii, darauf und fortzuſetzen/communiciren/ auch ſich ſolcher geſtalt
allem Vemuthen nachbeſtehen/unddasjenige/ erklähren / daß man verhoffentl. zufrieden ſeyn tönte.
Gleichwienun die Fürſtl. Directoria ſolches adreferen
was denen Churf. Geſ. ratione legitimationis. dum genomen/alſo verlanget/daß dieanweſendenGeſih
accordiret wird auch denen Fürſtl. nicht verſa reMeinung darüber zu eröffnen geruhenmöchten/daſch
get werden können/und iſt wohlzubetauren/daß dann die löbl. Oeſterreichiſche Geſandtſ kürzlich dahin
durch dergl. ſchädl. Incidentien denen Reichs hat vernehmen laſſen: Daßnachdeme Ih, Kayſ Maj,
Deliberationibus der Weg verſperret wird/bee höchſter Reſpect und Authorität/ auch die Juraëommü
swegen nia Statuunhierbeyſehr intereiret/alſo durch die beſche
dehöhere Collegiade leicht impliciret/ hene Ausſchlieſſung des Chur-Mayntziſ Directoris den
und zu einer hochſchädl. Weitläufftigkeit leicht ſelben viel zu nahe getretten/ und ob zwar die Herren
ausſchlagen könte. Churfl. intendirten/ daß man aufdem Re-und Correla
5.) Regenſp. den 2. April 1690. tions-Saalzuſammen kommen möchte/ ſo wäre es doch
Ew.Hochf Durchl. wird ſonder zweifel aus der Orth/ wo der Chur-Mayntz, ſein Directorial-Ambr
meiner letzteren unterthſt. Relation gehorſamſt vornehml. exercirte/ und mit dem Fürſtl Collegio, wie
auch dem Reichs-Städtiſchenzu thun hätie/ die Oeſter
vorgetragen worden ſeyn) was zwiſchen dem reichiſche Geſandtſchafft könte ſich nicht ermächtigen/oh
Hochlöbl. Churf. Cóllegio und dem neuen ne ſpecien Befehl hierunter etwas zu thun/und ſich auf
Chur-MayntziſGeſ in puncto legitimationis, das Rathhauß zuverfügen/es wäre bekannt/ daß als in
vor ſchwereDifferentien ſichereignet/auch wel2 A. 167, vacante ſede Moguntina, wegen des Diectorii,
Streit entſtanden/die Kayſerl. Commiſſion ſich der An
cher geſtaltman/ an Seiten des Fürſtl. Colle ſage angenommen habe / allein dieſelbe würde ſich zu
gii faſteinmüthig den Schluß dahingefaſſet/ dergleichen bey jetzigen Umſtänden wohl ſchwehrl.reſöl
daß gleich wie die Kayſerl. Autorität / auch viren/weilnbeyDeroſelben die Vollmacht gewöhnlMaſ
juraPrincipum & Statuum, hierbeymerckl. in ſenproduciretwordeh/ es wären einige der Hhn. Geſ.
tereſſiret/ und alſo durch die beſchehene Exclu Unpäßlichkeit halber/als der Bambergiſche/welcher 15.
ſion des Direétorii Moguntini denenſelben zu Votaführete/der Sachſen-Wei mar-und Eiſenachiſche/
nahe getretten / man bey ſolcher entſtandenen und / würde alſo der
der Hannoveriſche nicht zugegen
Sache noch ein geringer Anſtand zu geben ſeyn,
Confuſion und verſchiedenen Raths-Anſagen Saltzburg) der Chnr Cölln. ortrag hätte ſo gelau
nicht zu Rathekommen wolte/ deme dann die tet/wie von Oeſterrerwehnet worden/vergleiche ſich mit
Fürſtl. Geſalle/auſſer dem Magdeb. mit dem dieſem Voro, und könte vor erhaltener Inſtruction in der
daraus nicht communiciret worden/alſo nach Churfürſtlichen Begehren nicht willigen.
koñen/ das Reich - Städl. Collegium ſich Der Burgundiſche remonſtrirte Caſaris
gleichfalls auch damit conformiret/ u. ſich vers & Principum hierunter verſirendes Praju
nehmen laſſen/daß auſſerdem Chur-Mayntziſ diz, davor haltend, daß man nicht nöthigha
Reichs- Directorio es von keinem andern was be dasjenige gut zu heiſſen / was Elečtorales
wüſte; als nun verwichenen Freytagderallhie verdorben/ und daß man mit derKayſerlCcm möchte.
# Chur-Cöllni ſcheu. Chur, SächſGeſ die
Direčtoriaerſuchen laſſen/nachmittags
miſſion daraus communiciren
Hoch-u.Teutſchmeiſter: Hätte von allem
ürſtl.
indas Dominicaner-Cloſterzukomen/undalda auchreferiret und erwartet gnädigſten Befehl.
einen gewiſſen Vortrag zuvernehmen / ſo auch Der Magdeb.approbirte der Churf, Ver
bewerckſtelliget worden/die Zeit aber nicht zu fahren/ meldend/ ſie hätten mit Moguntino,
laſſen wollen bevor ſie ſich daſelbſt eingefunden/ tanquan Dircčtore,nicht/ſondern als mit einem
mit denen Fürſtl. Geſ. vorhero zuſprechen/wes Churf. Geſandten und Colega zuthun / indem
wegen der Oeſterr. Geſandte/ Herr von Ba aber/daß einer einChu: Mayz-Geſandter ſº 0
64 MICH. CA SP. LONDOR PII
An.1690. ſowärenu: eineConſequentz/daßer ein Director dem Re-u. Correlation-ſaalgeſchehenſolte/ u. An 1690.
ſeyezer/Magdeburgiſ wäre berichtet worden./ ſich im übrigen zu Erweiſung aller angenehmen
daß indesChur-Mayntziſ.Vollmacht nichtsde Dienſte offeriret. Man hat es allerſeits adrefe
Direčtorio enthalten, worauf aber Oeſterreich rendumgenommen/u. wiedie Fürſtl. Direéto
repliciret /daß in ſelbiger Vollmacht freylich riabeyobiger Zuſammenkunft mit dem Chur
des Directoriigedacht würde/und ſich Direétor Mayntziſ dem Fürſtl. Collegio alle Befügnus
& Legatus Moguntinus nicht ſepariren lieſſen, vorbehalten, alſo vor ſolche beſcheheneReſerva
Der Schweden XHremiſ.remonſtrirte den ionſich ſämtlichbedancket, mit der Anzeige
Tort/welcher hierbey dem Fürſtl Collegiowie man müſte zuförderſt den Ausſchlag gedachten
derführe/u. hat dafür halten wollen/ daß man Legitimation-Streits erwarten. DenPunctra
nachZurückgebung der Chur-ſächſ Anſags-zet tione gratiarum ačtionis des Chur-Mayntziſ.
telſichdennoch zu Rath/u. zwar nur in die Nes hat keiner von allenberühret/wie auch denPunct,
benſtuben zu verfügen hätte/damit es nicht ſchie da die Fürſtl.Direétoria gemeldet/ſie hätten ih
ne/als wolte man ſich desChur-Mayntz anneh meeventualiter gratulirt/man iſt mit dem Ver
men/womit ſich auch der Sachſen-Gothaiſche laßendlich von einander gangen/ daß man von
conformiret. allem wolle referiren und inſtručtion erwarten/
Braunſchw.Cell: hättevon allen referiret/ u dörffte die Kayſ Commiſſion etwa beymor
u. findenöthig/mit dem/Unpäßlichkeit halber/ gender ordinaire von Jh. K. M. mit gewiſſer
abweſenden Hannov-Geſandtenzuforderſt aus Inſtručtion verſehen werden/undverlautet/ daß
der Sache zu communiciren/u.ſtelle dahin/wie
Jh. ChurfGn. u Mayntzvorhöchſtermelot
ſeinesgnden Hn. Durch die Sache anſehen Jh. K. M. den punčtum legitimationisgänz
würden, könne zumal nicht begreiffen/ wie Ele lich überlaſſen.
étorales die Diſpoſition, deren ſie über das 7.O Regenſpurg den 16. Apr. 1690.
Reichs. Direčtorium, ohne Zuthundes Fürſtl. Wegen des Chur-Mayntziſ. Legitimations Streits
beruhet noch alles auf dem jüngſt unterthänigſt berichte
Coſgiangemaſſetzuſtehen könnehalte davor ten/und erwartet man nunmehro von Poſten zu Poſien/
u. wüſteden Braunſchw.Calenbergiſ auch da was Jh.K.M. und die gndſte hohe Piuciaen darauf e
hin incliniret / daß man das Commercium mit ſerbiren werden. Immittels und zwar den 8. haus hat
denenChurf nicht aufzuheben hätte/ u. gebe zu der Chur-Trieriſ Geſandte unter ſeinem den Erb-Mar
bedencké/obmannicht vorerſt in locoterio mit ſchall-Amt geſchickten Anſags Dece geſchrieben/ auch
allen Churf. Geſzuſammenkomen/ihreErklä dabey ſagen laſſen/daß es keine andere Meinung habe/
- rung vernehmen/auch darauf/wegen Frequen als dieſe/ daß in ſeinem Namen die Anſage e.pelle ge
ſchehen ſolle/daß/nemlichChur Trier anſagen laſſen/aber
tirung des Raths/einen Schluß machen wolle. der Erb-Marſchalliſ.Canceliſt meldet davon nichts/ſon
Burgund und Münſter: hielten davor/ dern hat bishero aufOrdre des Chur-ſächſ augeſager ;
man möchte ſich beyderK.Commiſſion erkundi Inzwiſchen hat die Chur-brandenb. Geſandſchafft auch
gen/ob ſich der Chur-Mayntz.beyderoſelben ke ein Reſcript erhalten / wodurch deroſelben und übriger
gitimiretwelches aber keinen Beyfal gefunden. ChurfGeſandten Verfahren contaMoguntinun, appro
Weiln nun die übrigengeiſt-u.weltl.Geſand biret/u.derſelben anbefohlen wird./ſozu Frogrediren/auch
auf der Production der Original-Vollmacht zu beſtehen;
ten gleichfals dieſe hochwichtige und weitaus waünun das ChurfCollegiundartnnenobtinirenſolte/
ſehende Sache ad referendum genommen/auch ſo wird man anSeiten des Fürſtlein gleichmäſſigesprae
ohne ſpecialengndſten Befehlſich nicht ermäch tendirenkönnen/u ſind dieFürſtſ Braunſchw.Geſandten
tigen können/ſich poſitive herauszulaſſen/ als bereits dahin befehlet/hierinn keineDiſtinction zugeſtat
hat man vor eine hohe Nothdurfft erachtet /der ten/mit welchen ſich die übrigen auchumſooielmehrcon
forniren werden/weiln Fürſten u.Ständteinpuncto des
Sache einen geringen Anſtand zu geben / wel Reichs-Directoii auch das ihrige zu ſagen u. zu ſprechen
chesobbemeldten beeden ChurfGeſandten auch haben/welches Electorales wolbegreiffen/u.ſolches nicht
des Abends alſo hinterbracht worden/und wird von dem Chur-Mayntz, als Directore ſondern ihremCol
man des mechſtens von allen ein mehrers gehor legau.LegatoMoguntino,jetzopratendiren/dem jurigen
ſamſt berichten können. tium gemäß halten/u.hačtenus davon uicht abſtehen wol
Schlüßl. ſo habeE.HochfDurchlauchhier len/woraus man dannFürſtl.Theils ſo viel wahrnehmen
muß/daß Electorales das juslegationisnivative zu be
bey dasChurf.Protocoll, woriñen lauter prote hauptéintendren. DerChur-Mayntz.Geſandte hat auch
ſtationes u.reproteſtationes enthalten/ſubL.A. dem Reichs-ſtädtiſ Collegio Danck geſaget/daß daſſelbe
gehorſamſtüberſenden ſollen/wie auch den Vor auf keine andere Raths-Anſage/ als auf die Seinige zu
traginforma ſodasChuf.Collegium demneu Matherſcheinen wollen. Nachdemenundes Hn. Reichs
enChur-Mayntz-Geſandten/wegen ſeinerLegi Vice Cantzlers Hochgräf Exc.vergangenen Sonnabend
timation,jüngſt den 1. Apr.ſtn.gethan/ſub LB. hier angelanget/u derChur-Mayntz.mit Deroſelben ſich
eine zimlicheZeitunterredet/iſt der Chur-Brandenb.Ge
(6.O Regenſpurg den 9. Apr. 1690. ſandte/Hr. vonDanckelmann/ auchÄ / da
E.Hochf.Durchl ſoll in continuatione meines dann derſelbe der Bambergiſ Ä eimar-u Ei
vorigen unterthänigſt nicht verhalten / was ge ſenachiſ, nachdeme der Chur-Mayntz. hinweg gangen/zu
ſtalt die Fürſtl.Directoria eine abermahlige Zu gleichhinein beruffen worden. BeymAbſchied hat gedach
ter Hr.Chur-Brandenb von demLegitimationsſtreit zu
ſammenkunft bey denen Carmelitern veranlaſ reden angefangen/u, gebeten/daß Jh.K.M. das Churf.
ſet/u. Sontags Abends die ſämtl. Fürſtl. Ge Collegium auch zuförderſigndſtanhören und vernehmen
ſandten erſuchen laſſen ſich des andern Tages würdneman bezöge ſich Chur-Mayntz.theilsaufdieOb
Morgends gegen 9 Uhr bey denen Carmelitern ſervanz/man hätte aber allezeit dargegen geſprochen/u.
Ä als man nun allerſeits erſchienen/ proteſtiret/finde ſich auch ſogar in denenReichs-Fürſten
haben die Fürſtl. Direčtoria eine propoſition in Raths-Porocollis, daß derChur-Mayntz.CantzlerMeel
ſubſtantialibusgethan: Was geſtalt der Chur bey Anfang dieſes Reichs-tags nicht ungeneigt geweſen
wäre/ die Original-Vollmacht zu produciren, welches
Mayntziſ Geſandte ſich beyderTages vorhero gleichwolnicht geſchehen/ und wäre 100. Jahrunrecht
veranlaſten Unterredung in loco tertio vor des durch keine Obſervantz beſtätiget. Jh. Hochgräffl. Exc.
ürſtl CollegiiBezeigen/wegen der mit denen haben in Diſcurſuprotempelamentovorgeſchlagen/daß
hurf. Geſandten habender Difference, bedan des Kayſ Hn. Principal-Commiſſaii Durchl. die Chur
cket / und eine interims-notification von ſeiner Mayntz, Vollmacht vorzeigen könte: worauf der Chur
Vrandenb.geantwortet/daß wenn der Chur-Mayntz, die
beyder Kayſ Commiſſion beſchehenen Legiti Sache anders conduciret / es ſich wolhätte ſchicken kön
maiongethan/mit dem angehengtenE:biethen/ nen/jetzo aber zu ſpät wäre: Als nun der Chur-Brandenb.
Daß ſobald man wiederzuRathkommen werde/ ſich darauf beurlaubet/haben Ih,Hochgräf, 1x gegen
die ordentliche notification in lococonſuetoauf - (rt)eldten
ACTOR UM PUBLICOR UM CONTINUATIONIS. XXI. Buch. 6;
An 169o.ermelten Sachſen-Weimar- und Eiſenachi verreiſet/ und ſogar eine Tour nacher Mün-An. 169e
ſchen / wie auch dem Bambergiſchener en zu thun reſolviret/ um Sr. Churfürſtl.
wehnet/ wie daß man an Seiten des Chur urchl zu Bayern von allem mündlich ge
fürſtlichen Collegii gar zu hitzig verfahren / horſamſt zu referiren / ſo glaubt man/ daß
und faſt ein unerhörtern odus procedendi in dem Churfürſtl. Collegio einige etwas ge
ſeye; worauf der Erſtere geantwortet / daß lindere Sciten aufziehen 7 und durch die her
bey gegenwärtigen gefährlichen Conjonctu vorſcheinende Diviſion im Collegio Electorali
ren/es um ſo viel mehr zu bedauren/man ſehe derrigeur der übrigen auch nicht wenig mo
aber wohl/ wohin das Abſehen gerichtet/und derret werden dörffte geſtalt denn der Chur
da man an Seiten des Fürſtlichen und Reichs Sächſiſche und Chur - Brandenburgiſche
Städtiſchen Collegi, was rationeDireéto haºtenus auf der pratenſion in puncto produ
Dii Moguntini vorgenommen werden wollen/ êtionis der Original-Vollmacht veſt beſtehen
nicht gut heiſſen könte/ ſondern das Seinige und von derognädigſten Hohen Herren Prin
- auch darzu zu ſagen hätte / wäre man Chur cipalenz was das Chur-Fürſtliche Collegium
Fürſtlichen Theils davon abgegangen und in dieſer Sache bißherogethan allerdings
hätte es von demſelben / als einem Collegen approbiret worden/ und haben Se. kurs
und Legato Moguntino, praetendiret/ wor Fürſtlichen Durchl. zu Bayern an Ä.
durch man dann der Welt klar zeige/ daß Ä Gnaden zu Trier ſowohl/ als Chur
es keine andere intention habe / als das jus ürſtl. Durchl. zu Sachſen ein Schreiben ab
legationis Privativè zu behaupten / und daß gelaſſen und dieſelbe erſuchet/ ſich ratione
ein Chur-Fürſtlicher Geſandter obligirt ſeye/ Directorii zuförderſt und vor allen Dingen
in Collegio Electorali ſeine Vollmacht zu pro zuvergleichen / damit die Reichs - Delibera
duciren / die Fürſtliche hergegen ſich damit tiones förderſamſt wieder in Gang gebracht
lediglich contentiren ſolten / daß es bey der werden möchten; indeſſen iſt zu beſorgen
Höchſtanſehnlichen Käyſerl. Commiſſion ge daß nachdem Ihre Chur-Fürſtl. Gnaden
ſchehen/ und ob man ſolches auch ſchon im zu Mayntz Ihrer Käyſerlichen Majeſtät
Fürſtl. Collegio gerne alſo introduciren wol dieſes negotum allerdings übergeben, man
te/ ſo würde man doch beſorglich die Fürſtl. dörffte am Käyſerlichen Hofeetwarelächiren
Direétoria darzu nimmer diſponiren können/ und wann das Chur-Fürſtliche Collegiumfer
daß ſie von der Obſervantz abgiengen/ und nerweit auf der production der Original-Voll
Electorales auf ſolche Weiſe ihre intention macht beſtehe / es geſchehen laſſen und das
und ſuchenden notablen Unterſchied behaubten Chur - Fürſtliche Collegium ſeine Intention
würden, welches Ihre Hochgräfliche Excel darunter erreichen/ das Fürſtliche aber, wann
lentz gar wohl begriffen und gar gute Sen jenem was beſonders eingeräumet/ in einen
timenten von dem Fürſten-Stand geführet/ beſchwerlichen Contraſto gerathen/ wann es
daß man es bey der Obſervanz zulaſſen und auf eine ſolche notable Differenz angeſehen
nichts neuerliches zu admttiren hätte könten und auf ſolche Weiß behauptet werden wol
verſichern / daß Ihre Käyſerliche Majeſtät te/ allermaſſen dann die Braunſchweigiſche
es ſehr ungern würde vernommen haben. Geſandten hautement declariren/ daß ſie der
Ä Differenz auf keine Weiſe geſtatten
(8.)Regenſpurg den 24. April. 1690. önten noch wolten dem Chur-Mayntziſchen
Wegen der immittelſt eingefallenen Evan auch per tertium intimiren laſſen/ daß wenn
geliſchen Oſter-Ferien / iſt wenig berichtwür er hierinn einige Differentz accordiren würde
diges vorgefallen / und beruhet noch alles/ man denſelben pro Directore Imperii nicht
ſo viel den Chur-Mayntzſchen Legitimations halten wolte/ und dahin bemühen ſich die
Streit betrifft, auf dem vorigen an Seiten Braunſchweigiſche Geſandten / daß man
des Churfürſtlichen Collegiilebet man der zu im Fürſtlichen Collegio mit denenſelben cau
verſichtlichen Hoffnung/daß nachdeme des ſam Communem machen möge/ wie dieſelbe
Herrn Reichs-Vice-Cantzlers Hochgräffliche denn auch dahin incliniren/ daß man nebſt
Excellentz / bey dero jungſten Anweſenheit vorgängiger Proteſtation und Zurückſendung
alhier / dieſe Sache vortragen/ und dahin des Anſags-Zettuls / Fürſtlichen Theils
zuförderſt recommendiren laſſen, daß man das wieder zu Rath kommen möchte.
Churfürſtliche Collegium auch hören möchte/
man werde am Käyſerl. Hof auf ein ſolch (9. Regenſpurg den 30.2pril. 1690.
expediens bedacht ſeyn/ welches zulänglich/ Ew. Hochfürſtlichen Durchl. wird vor Au
und man ſich damit contentiren könne, ſon langung dieſes ſonderzweifel alſchon gnä
derlich, da Ihre Churfürſtliche Durchl. zu digſt bekannt ſeyn, was geſtalt Ihre Chur
falz jüngſt anhero an Dero allhieſige Ge rſtliche Durchläucht zu Bayern jüngſt an
andtſchaft reſcribiret / daß man vor allen Ihre Chur»Fürſtl. Gnaden zu Trier ſowohl
Dingen zuwarten müſte / was Ihre Käy als auch an Ihre Chur, Fürſtliche Durchl.
ſerliche Majeſtät hierzu ſagen würden/ und zu Sachſen ein Schreiben abgelaſſen / und
daß gleichwohl eine wunderliche und ſelzame dieſelbe erſucht / in puncto Directorii, ſich
Sache ſeye / daß man in denen Actis Comi zuvergleichen / damit denen Reichs-Conſul
tialibus, und in denen Churfürſtlichen Proto tationibus die Thür wiederum geöffnet wer
collis keine gründliche Nachricht finde / wie den möchte: Nachdem nun ein gleichmäſſiges
es mit der Legitimation des Chur-Mayntzi Schreiben von Sr.Chur-Fürſtlichen Durchl.
ſchen Geſandtens zu halten ſeye/ und verlau zu Brandenburg auch des nechſtens erwar
tet/ daß der Chur-Cöllniſche Geſandte auch tet wird / als die Inſinuation des Chur
etwas milder inſtruiret/ und nachdeme der Bayeriſchen Schreibens biß dato nicht ge
allhieſige Chur-Bayriſche Geſandte/ wegen Ä ſondern biß zur Einlangung des
der eingefallenen Evangeliſchen Oſter-Ferien/ Chur Brandenburgiſchen differiret worden;
2chtzehender Theil, J inMis
- s: oMicrº case oNDokri - -

An 16soimmittelſt iſt in dieſer Sache nichts weiters Ä modo es geſchehe / nachgehends An. 1690.
vorgegangen als daß die Chur - Fürſtliche te mittelſt eines Käyſerlichen Commiſ
Geſandten / ohne den Chur-Mayntziſchen/ ſions-Decreti, dem ganzen Reichs-Convent
noch bey allen Rathſchlägen auf dem Rath davon parte gegeben werden. Nun wird zus
Hauß zuſammen kommen rund ſollen ſich Ä Ihrer Kayſerlichen Majeſtät aller
vergangenen Sonnabend eines gewiſſen Auf gnädigſte Intention und Reſolution zuver
nehmen ſeyn / doch iſt zu beſorgen / daß bey
ſatzes über dieſen Legitimation - Streit ver
glichen haben - welchen man denen gnädig obiger intentionirenden Differenz, wie man
ſten Hohen Herren Principalen zu überſchi dann Churfürſtlichen Theils das juslegatio
ºcken intentioniret / von deſſen Jnnhalt aber nis etwa dadurch privative zu behaupten ſu
man hiß dato nichts zuverläſſiges hat verneh chet/ man an Seiten einiger der alten Fürſt
men können, wiewohl es an deme/ daß das lichen weltlichen Häuſer keine Diſtinétion
Churfürſtliche Collegium hačtenusbey ſeinen admitriren/ und mit dem Chur-Mayntziſchen
gefaßtem Principio verharret / daß per De Geſandten / deme einige von denen Fürſtlis
cretum allen dreyen Reichs - Collegiis zwar chen davon bereits vertrauliche parte geben /
notificiret werden könte / daß der Chur und erſuchen laſſen / hierinnen wieder die
Mayntziſche Director ſich legitimiret hätte/ bißherige obſervanz keinen Unterſchied zu
einem Churfürſtlichen Collegio aber auch machen / gleichfals in einen beſchwerlichen
frey ſtehet von Jhrem Collegen zu praetend Contraſto gerathen werde / bey welcher
ren, daß derſelbe ſich legitimire/ und gewiſſe Occaſion auch einige davor halten wollen/
Vorſehung zu thun welches dem Fürſtli daß man zugleich die übrige Defectus Dire
chen Collegio auch frey-und bevorſtehe / eine &torii Moguntini auch ſobald mit zu unters
ſolche Verordnung zu machen, wie es ſich ſuchen und abzuſtellen hätte des Chur-Trie
convenable achte und wie man / an Sei» riſchen Geſandtens Meynung aber dahin ge
ten der Churfürſtlichen Geſandten / es het, daß bey gegenwärtigen gefährlichen
vor eine opiniatreté ausdeuten will / ſo der und weit ausſehenden Conjunčturen man zu
Chur-Mayntziſche biß dato gezeiget haben mehrerer Weitläufftigkeit und beſorgenden
ſo, als haben ſich einige von denen Electo gröſſeren Colliſionen keine Urſachgeben./
raſibusverlauten laſſen, daß es Chur-Mayntz vielmehr dieſelbe abſchneiden / und denen
einen ſchlechten Vortheil bringen 1 und wann Reichs-Deliberationibus den Weg bahnen
man von denen Defečtibus Directorii Mo ſolle / wie man dann jedeemahl/ wann ſich
guntini reden / es ſich wohl zeigen würde; ein - oder andere Defectus zeigen ſolten / es
wörauf einige von denen Fürſtlichen Geſand ſobald anthen / und die Remedirung bt
tenrepliciret/ daß man exparte Principum gehren werde.
& Statuum, auch das Seinige darzu zu ſa
gen hätte und ſcheinet/ daß bey dieſer ents ( .) Regenſpurg der 14. May. 1690.
ſtandenen Occaſion man ein und andere eins So viel den Chur - Mayntziſchen Legiti
geſchlichene Defectus zu corrigiren ſich bemü mations-Streit betrifft, ſo beruhet noch
hen werde / und wird mit Verlangen ers alles auf dem jüngſt-gehorſamſt berichteten/
wartet / was die Herren Churfürſten auf und nach deme man an Seiten des Churfürſt
die von Ihrer Käyſerlichen Majeſtät an lichen Collegii je mehr und mehr wahr nim
dieſelbe abgelaſſene Hand-Brieffe / worin met / daß Ihre Käyſerliche Majeſtät von
nen dieſelbe ſich über die Conduite einiger der Ä Obſervanz nicht abgehen/
Churfürſtlichen Geſandten mit Anführung vielmehr Dero höchſte Jura zu behaupten
einer faſt 2oo. jährigen alſo gehaltenen ob allergnädigſt reſolviret als fänger man an
ſervanz, beſchwehret haben / reſolviren wer im Höchgedachten Churfürſtlichen Collegio
den; das Schreiben das Ihre Churfürſt ſehr zu relachiren / wie dann der Chur
liche Gnaden zu Mayntz ohnlängſt an Ihre Sächſiſche Geſandte bey 14 Tagen her
Käpſerliche Majeſtät wegen dieſer Sache und länger nicht mehr zu Rath anſagen
abgelaſſen - und Deroſelben alles lediglich laſſen / von denen andern Hohen Herren
anheim geſtellety wie auch die Käyſerliche Prätendenten auch unterlaſſen worden und
Antwort darauf hat man biß dato infor die Churfürſtliche Geſandten immittels
IT)R Ä erhalten können / von dem auch nicht zu Rathe kommen / der Chur
Chur-Mahnziſchen Geſandten / welchen / Mayntziſche aber ſich entzwiſchen ſeines
nebſt dem Käyſerlichen Con-Commiſſario, Directorii wiederum gebrauchen wollen /
der Chur - Pfälziſche und Oeſterreichiſche indeme derſelbe den 6ten und »ten dieſes
geſtrigen Tages in loso tertio zu ſprechen denen Reichs - Marſchalliſchen Bedienten
die Gelegenheit gehabt / habe ſo viel ver den Anſag" Zettul zugeſchicket/ von denen
nommen / daß ſich etwa auch ein Expediens eben aber jedesmahl remittiret worden;
finden werde 1 aus dieſer Sache zukommen mmittelſt haben Ihre Käyſerliche Maje
ohne aber / daß man biß dato noch penetri tät durch ein an Dero allhieſige Commiſ
ren können / worinnen ſolches beſtehen fion abgelaſſenes Reſcript die bißherige Be
möchte. zeugung Dero Oeſterreichiſchen Geſandt
ſchafft bey dieſer Sache in allen approbiret/
(o.) Regenſpurt den 7. May. 1690. auch daß Ihro zu gnädigſtem Gefallen
So viel den Chur-Mainziſchen Legitima ereiche / daß man an Seiten des
tions-Streit betrifft, ſo ſcheinet / daß man ürſtlichen Collegii auf eine andere An
im Churfürſtlichen Collegio darauf beſtehe/ ſage nicht zu Rathe kommen ſeye / te
daß man zuförderiſt von des Chur-Maintzi Ägºetz und wie es hauptſächlich auf
hen Geſandten Legitimation Nachricht ha die Antwort und Erklährungen der Her
en wolle / darin aber ganz indifferent ſeyt/ ren Churfürſten gegen Ihre Käpſerliche
. . Majes
AcToRUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI.XSuch. 67
Aa. 1690-Majeſtät ankommen wird: Als lebet man ob zwar Ihre Käpſerliche Majeſtät ni Aa16se
der guten Hoffnung / es werden dieſelbe ſo Urſache Ä / Ä Ä Ä
favorable lauten und dergeſtalten zulänglich vanz abzugehen / dennoch geſchehen laſſen
ſeyn/ daß Ihre Käyſerliche Majeſtät daran wolten/ daß durch ein Commiſſions-Decret
nicht allein ein gnädiges contento haben/ Dem Reich von der Legitimation des Chur
ſondern man auch dieſem Legitimations Mayntziſchen Geſandteilsparte gegeben wer
Streit bald ein Endemachen werde. de welche dieſelbe adreferendum genommen,
und wie dieſe nicht undeutlich zu vernehmen
(2.) Regenſpurg den 21. May. 1690. gegeben / daß von des Chur - Mayntziſchen
Nachdeme die Herren Churfürſten das Vollmacht auch einige Nachricht nöthig wc
Ä vor Ihrö Käyſerlichen Majeſtät re/ und dieſelbe in forma, es geſchehe quo
elaſſene Schreiben den Chur-Mayntzi cunque modo es wolle / deſideriret würdc/
chen Legitimations-Streit betreffend an Ä Durchlaucht darauf mit ei
ero allhieſige Geſandten überſchicket/ umb niger Indignation gemeldet, ob man dann
darauf ihre Verantwortung zu thun. Als Ihrs nicht mehr als einem Notario, we
haben dieſelbe immittelſt faêtipeciem auffge gen der verlangten vidimirten Copie, trauen
ſetzet, ohne aber daß man ſolche biſ dato wolte und gleichwie man Churfürſtlichen
noch erhalten mögen - oder aber, daß es Theils gänzlich perſuadiret iſt / daß die
einiges Fundament habe / daß dieſelbe der Höchſtanſehnliche Käyſerliche Commiſſion
Höchſtanſehnlichen Käyſerlichen Commiſſion per gradus gehe / alſo darauf noch einigen
wäre extradiret worden / und weilen der Staat machen/ wiewohl des Herrn Marg
fiſche nun in die 3te Woche die grafen Durchlaucht dieſelbe verſichert, daß
aths-Anſage unterlaſſen, auch mit und ſie von Ihro Käpſerl. Majeſt. Sie keine an
nebſt denen andern Churfürſtlichen Geſand dere Ordre hätten. -
ten wünſchet/ daß man einmahl aus dieſer
verdrießlichen Sache kommen und derſel (4) Regenſburgdens. Juli 1690.
ben ein Ende machen möchte/ als verhoffet Nachdeme das Churfürſtliche Collegium
man/ daß ſolches gar bald geſchehen/ und vergangenen Sonnabendvormittag durchei
man von denen vorſeyenden expedientien eines nige Deputirre/ als den Chur-Trieriſchen
reiren werde/ wie man denn Churfürſtli und Chür-Sächſiſchen ſeine endliche Reſt
en Theils ſich endlich damit contentiren lutiºn des Käyſerlichen Herºn Principal-Com
will/daß Copia der Chur-Mayntziſchen Voll miri Durchlaucht hinterbringen/ und De
macht denenſelben/ es geſchehe gleich/ quo roſelben die Anzeige thun Ä
n / wie daß
dunque modo es wolle / vorgezeiget werden man den Chur-Mayntziſchengeheimten Rath.
e/ und wann das Werck nur weiter ſo Herrn Heubeln nunmehro für einen Chur
geführet, daß ſo viel möglich / die bißheri Mayntziſchen Geſandten und Directoremer
ge Obſervanz beybehalten und das von dem kennen auch zu ſeiner obhabenden Directorial
Churfürſtlichen Collegio hierbey intendiren Functionale Beförderung zu erweiſen geneigt
de Praecipuum, wordurch beede höhere Colle wäre: Als iſt darauf dem ſo lang gewährten
gia auch in einen beſchwerlichen contraſto ge Chur - Mayntziſchen Legitimations-Streit
rathen könten / verhütet / und - dergleichen ein Ende gemacht und alles adjouſtiret wor
nicht zugeſtanden wird / ſich dieſes Werck den Z worauf Se. Hochfürſtliche Durchl.
bald wird terminiren laſſen / und ſcheinet / die Fürſtliche Directoria zu ſich erfordert/
daß es ein- und andere von denen Churfürſt wegen Unpäßlichkeit aber beeder Oeſterreichi
lichen Geſandten wünſchen möchten/bey die ſchen iſt der Salzburgiſche alleine erſchienen
ſer Sache gröſſere moderation gebrauchet zu deme dann von dieſem beygelegten Legitima
haben weilen niemahl der gebrauchtemodus tions-Streitparte gegeben worden/ mit dem
ungewöhnlich auch nicht wohl erhöret wor Erſuchen, daß ſie 7 Direčtoria, denen Fürſt
den/ daß/ wann man dieſes oder jenes nicht lichen Geſandten ſolches nicht allein intimiren
thun wolle / gleich ab executione zu verfah ſondern auch nachmittags Ihre Scribentenzur
Dičtatur Ä und alſo wiederum zu Rath
ren und ſeinen Nebenſtand zu excludiren.
-

kommen möchten. Gleich wie nun die Fürſt


(13.) Regenſpurg den 4. Junii. 1690. liche Direétoria ſolches ſingulis aus dem Fürſt
Ew. Hoch-Fürſtlichen Durchlaucht ſoll in lichen Collegio durch den Oeſterreichiſchen
continuatione hiermit ferner unterthänigſt Scribenten haben notificiren laſſen; alſo dars
nicht verhalten, daß / nachdeme die allers auf das / bey denen Comitial-Aétis hierbey
gnädigſte Käyſerliche Reſolution, in puncto kommende Decretum - Commiſſionis nachmits
des Chur - Mayntziſchen Legitimations tags würcklich diétiret worden / die ſ:
Streits / den 26. paſſato hier eingelanget/ lichen Herren Churfürſtlichen / auſſer der
des Käyſerlichen Herrn Principal-Commiſſa Chur-Pfälziſche haben Ihre Seribenten
rii Durchlaucht nicht ermangelt/ dem Chur nicht auf die Dictatur geſchicket/ vorgebend/
fürſtlichen Collegio parte davon zu geben./ daß ſie es vor ohnnöthig achteten/ weilen mit
mit dem Begehren / daß daſſelbe zu Jhro ihnen vorherd alles concertiret und verglichen
einige Deputirte ſchicken/ mit denen Sie aus worden/welches andere aber dahin ausdeuten
dieſem Negotiocommuniciren könten: Nach wollen als ob man nicht allerdings ſatisfait
deme nun aus dem Mittel Hochgedachten ſeye: Nachdeme man nun vormahls durch
Churfürſtlichen Collegii der Chur-Cöllniſche einen im Fürſtlichen Collegio gemachten ge
und Chur-Sächſiſche deputiret worden und meinſamen Schluß in loco tertio, und
bey Jhrer Durchlaucht ſich eingefunden/ha zwar bey denen Herren Carmelitern / be
ben # Ihrer Käyſerlichen Majeſtät liebet/ daß man bey ſothanen des Chur
allergnädigſte Intention dahin eröffnetfdaß/ Fürſtlichen Collegü Verfahren
Ja
nicht auf
dgs
Achtzehender Theſ,
R68 + - *** MICH. CASP, LONDOK, PII. / U . G. C
Aarß99 das Rath-Hauß kommen wolte alſo ein mation eines formal Chur-Fürſtlichen Ge- An 1égo.
und andere von denen
Fürſtl. Weltlichen ins ſandtens in Collegio würde produciret haben/
Ä der Schweden-Brehmiſche dar worzu ihme/umb behörige Inſtruction ein
5 halten wollen, daß es mit einer ſobloſen zuholen man auf 14 Tage und biß nach
Notification der Fürſtlichen Directorn und denen Feyertagen zuwarten wolle/ zumahlen
zwar durch einen Scribenten/nicht gnug ſeye / er aber Ä nicht nachkommen 7, weder
ſondern man mehrere Nachricht und Gewiß ſolches zu thun erklähren wollen als thut
Ä müſtet deßwegen dann die mehrere man ihme hiermit nochmahls bedeuten, daß
vornöthig gehalten, daß man vor dem Rath man ihn für keinen Chur - Mayntziſchen Ge
gang bey denen Fürſtlichen Directorn ſich ſandten nicht erkennen / noch mit ſelbigem
ndigen möchte wie die Sache eigentlich intal qualitatconcurriren werde bißerſch
/ ünd verglichen worden, damit alles als ein Chur-Mayntziſcher Geſandter ges
„beſorgende Prejudiz evitiret und der gnädig bührend egºire haben wird. Und gleiche
il Ä Ä manerren Principalen reſpect. auch wie man hierdurch Ihro Chur-Fürſtlichen
mit beob Gnaden zu Mainz oder Dero Gerºchſauen
## nTheils verwichenen Soul üm geringſten nicht prejudicirnwil/asſelet
tag nach der Frühe Predigt bey dem S ſº auch dieſe renitenz zugedachten Mini
ME
Ä chendahinzufgehachet
en kommen und
daß weilen
Verantwortung. c: r. (an
einen Schluß :: - !- - - - in
r Braunſchweigs Zelliſche ohne dem des o Num.
cir. III...
ittags bey des Käyſerlichen Herrn Princi - '.. -. -. « ?
al Commiſſarii Ä ſich, hätte anmelden ProtocóÄ
Er / nomine der Weltlichen ſich
eigentlichzuerkundigen/damit alles beſorgen ºd. 5. Apr. 1690. wortnnen weg
deprzjudiz evitiret werden, möchte der der aus dem Chur - Mayntziſchen Leitl
nation Streit zwiſchen
Braunſchweig - Calenbergiſche und Heſſen Chür-Sachſen/
R
ChurderTriernd
in puncto Anſage
Caſſeliſche aber von dem Saßburgiſchen/
- Ä # Ä zU Ä kommen des und Directorii - entſtandenen Irrun
gen/ lauter Proteſtationes und Reprºteſta.
MienÄ eigentlich
Fürſtlich- Weltlichendie vorgängig
Propoſitionpart
de tiones enthalten. . .“ - ***) vºr “2
F Collegio Electoral Mercuri . April,
Herºn Marggraffen Durchl. gelautet damit
äuf ſolche Weiſe wie man von dem Rath 698 in Nachdeme Tages vorherowan
Häuß nemlich durch einen gemeinſamen dem Reichs Marſchall Ammt auch heute
Schluß geblieben, auch auf ſolche Weiſe zu Nah angeſaget worden und dieſmach
ieder zu Rath kommen
# Fürſtlichen dardurch kein
undvon den im Chur- Ä
lichen Collegio erſchienen
pra-cipuum ſynd die Churs Trieriſche / Chur Cölnie
ücht - oder erhalten werden möchte. ſche/ Chur-Bayriſche Chur Sächſiſche
ichwie nun der Braunſchweig-Zelliſche Chur - Brandenburgiſche und Chur Pfäe
wichenen Sonntag um 4 Uhr bey Jhrer ziſche Geſandſchaften verlaſe, nach ein
urchlaucht Audience gehabt ! alſo na genommener gewöhnlichen Seſſion, erſtlich
abgelegter Propoſition die Verſicherung gü der Ä# Geſandte / von
Jhrer Durchlaucht Mund erhalten/ daß es wegen Churº Sachſenf occaſione des geſtern
ey dem alten Herkommen, gelaſſen / und von Chur - Trier an das Marſchall-Ampt.
# des geringſten prajudiz nicht zu bee
ſorgen hätte, ſondern in GOttes Namen
geſchicktes Decret zur Raths- Anſagfo
gende Anzeig/ wie auch Proteſtation und re
wieder allerſeits in Rath kommen möchte und
wie das Salzburgiſche Directorium obbe ÄSaa, Dann chi
Ur- Sachſen: Demnach das H
# FÄ löbliche Chur Ä
beede Deputirte deſſen auch aus #
Cºllegium mit
urchlaucht Mund verſichert / und Dero allhier befindlichen Chur - Mayntziſchenge
f,

elben gethanen Vortrag denen Geſandten himden Rath Heubel alles Commercijn
Ä alſo iſt man damit gänzlich aufgehoben - auch weil ſelbiger die
vorgeſtri
völlig zufrieden geweſen / und bey offtermahls verlangende Vorzeigung ſeiner
gem Rath - Tag allerſeits wieder auf dem Orgº-Vollmacht ohne welche zu ſehen
e- und Correlation - Saal zuſammen das Chur - Fürſil. Collegium , ob er ein
kommen. Chur-Mayntziſcher Geſandter wäre, nicht
vergewiſſert ſeyn könne zu unterſchiedlichen
Num. II. - - mahlen verweigert / ihme / biß er prºſtada
preſtirft worzuer aber keine Hoffnung mas
Vortrag/ ſo das Chur - Fürſtl. hierin chen wollen / noch über die etliche mahl
Friſten/ eine mehrere verlan
Collegium dem Chur-Mayntziſchen get/adgegebene Collegium Electorale nicht zu admit-,
Geſandten wegen ſeiner Legitimation:
den 1. Aprilis 1690. in Collegió Electorali ren geſchloſſen und aber Reichskündig
gethan.
- - - ).
- . . ."
daß daferne weder ein Chur-Fürſt zu Mayntz
14 -- - - -------- -

noch, deſſen Geſandſchafft gegenwärtig 7


Jeweit der Chur: Mayniſche gehei die Anſage und Umfrage im Churfürſten
heime Rath und Miniſter ſich zuerinnern Rath/ ſammt dem davon dependirenden Di
wiſſen wird daß ihm vorhin genung eétorio Churfürſtl. Durch zu Sachſen
ſam/ auch nomine totius CollegiElectoralis, ſeinem gnädigſten Herrn/ oder deſſen Geſand
angedeutet worden / was geſtalten er vor ten einig und allein vermöge des vor mehr
keinen Chur-Fürſtlichen Geſandten ſolte er als anderthalb hundert Jahren getroffes
kennet werden biß er ſeine Original-Legiti nen Vergleichs auch unterſchiedlicher Ä
- -- - - - - . . cirer
ACTORUM PUBLICORUM coNTINUATION1s xxI, Buch. «5
AT.1690.crter alter und neuer A&uum privativézuſte Chur-Sachſen Proteſtrº und conſervj.
he und gebühre; als hätte beyobbewandten re/ wie Cºntra Ehur-Trier alſo auch wider Anis,
Umſtänden/ und weilen das Churfürſtl. Co Chur-Cölln / und inharire in allen ſeinem
legium den geheimbden Rath Heubel vor kei VOrfgeſ. . . * 5 : " :
-

nen Geſandten erkenne niemand auch ſonſten/ Chur-Trier: Proteſtire gleichfalls wie
wegen Ihrer Churfürſtl. Gnaden zu Mayntz zuvo contra Chur-Sachſen alſo auch anizo
in ſolcher Qualität gegenwärtig damit dieſer wider die Chur Cöllniſche Intervention, als
wegen die Zuſammenkunft der Reichs Colle ob Ihre Churfürſtl. Durch zu Cölln nach
gicum nicht möge eingeſtelle verbleiben auch Chur - Trier die alternation gebühre welche
zu Erhaltung Ihrer Churfürſtl, Durchl. zu an Seiten Chur Cölln anmaſſende alternatión
Sachſen hoher Gerechtſamkeiten. Er Chur aber dißfalls kein Fundament habe/ſondern
Sächſiſ geſtern durch das Reichs-Erb-Mars allein certo modo in ſedendo beſtehet/geſtalt
ſch Ä auf heute zu Rathe anſagen laſ am dann Er/Chur Trieriſcher Geſandter die
f. Es hätte ihme aber dieſen Morgen der eutige Anſage/ſo im Nahmen Ihrer Chur
teſie Reichs-Erb-Marſchall-Cancelliſt hin ürſt. Gnaden zu Trier geſchehen / anders
terbracht, was maſſen der Chur-Trieriſche nicht verſtanden haben wolte. . .
eſandte ſich unterſtanden / ihme geſtern ÄChur-Bäyern/Chur-Brandenbu
achts gegenwärtigen Raths-Anſage-Zet Ä
tul in ſeinem Nahmen zuzuſenden welchen er geſtalten die zwiſchen Chur-Trier/Cölln und
hiermit ihme, dem Herrn Chur-Trieriſchen Sachſen gegeneinander vorgebrachte Anzei
Geſandten/ cum proteſtatione wieder zurück geſ proteſtationes und reſervatiönes, ratione
gebe ſelbigem auch nicht das mindeſ, will der geſtern ÄÄ einans
eingeraume / ſondern alle Sr. Churfürſtl. der wären abgeleſen worden. Nun wünſch
Durchl zuSachſen/ſeinem gnädigſten Herrn/ entzº ernannte drey Churfürſ Geſandten
und deſſen Geſandten privative zuſtehende An nichts mehrers als daß ſich dieſe Differenz
ſage und Umfrage/ ſammt davon dependi eheſtens könte gütlich vergleichen laſſen/gön
rendem Directorio, auch andere zu dem Ende neten auch denen allerſeits Hohen Herren Prx
und dienliche competentia wieder tendenten gerne was denenſelben hierin zuſtes
Ä
# / auch ſonſten contra quoscunque, die
Churfürſtl. Gnaden zu Trier und Dero Ge hen möchte, indem ſich aber das Werck ohne
4

vorhergehende nähere Inſtruêtion nicht würde


ch hierin was anmaſſen wolten / jetzt und ausmachen laſſen und hierzu noch eine Zeit
nftig # expreſſum reſerviret/ dieſen ſeinen vonnöthen ſeyn werde gleichwohl aber die
reſpective Vortrag/ Proteſtation und Reſer Noth erforderte, daß die Raths-Beſuchuns
vation hiermit ad Protocollum gegeben und gen bey dermahligen Conjunčturen nicht ein
daß hierbey die Äon ihme nicht ge geſtellet / und hiedurch Ä eine
führet würde Churfürſtl Gnaden zu Mayntz ganz neue dem geſammten Reichs-Convent
anderen zuſtehendem Directorio einigen Nach prºjºierliche Prºminenz eingeraumet wer
theil zuzuziehen Ä ſonſten jemanden zupra deals hielte man dann für zulänglich, daß
judiciren ſich erkläret haben. weil allbereit die behörige Nothdurfft aller
Chur-Trier: Reproteſtirte gegen den jetzo ſeits praeſerviret worden auch alles hinführo
von dem Chur-Sächſiſ Herrn Abgeſandten cirra prajudicium & conſequentiam cujuscün.
abgeleſenen Vortrag wie auch proteſtation gue geſchehen kan und ſoll / doch gleichwohl
und reſervation, zumahlen bekannt/ daß in die Anſage nebſtallerſeitiger beſſerer Prxcavi
Abweſenheit Ihrer Churfürſtl. Gnaden zu rung auffdaß keiner wider den andern einen
Mayntz Geſandten/ Chur-Trier als primo Actum veguaſ poſſeſſorium zu allegiren ver
in ordine ſowohl die Anſage als das Dire anlaſſet Ä könte, zu welchem
étorium gebühre/davon man nicht abweichen/ Ende man dann auch ferners davor hält daß
noch dargegen etwas einräumen könte / was ſowohl mit der Käyſerl. höchſt-anſehnlichen
chſt gedachte Ihrer Churfürſtl. Gnaden Commiſſion als denen Fürſt Geſandtſchaff
Ä
möchte.
zu Prxjuditzeiniger Geſtalt gereichen ten ſonderbahr könte conferiret und ſelbige
- - zufernerer Fortſ Ä der Raths-Beſuchung
Chur-Cölln: Aus vorhergegangenen pro verſtandener maſſen diſponiret werden. "
und reproteſtationibus zwiſchen Chur - Trier Im übrigen laſſemanes beyderdrey-Herren
und Chur-Sachſen habe Chur-Cölln des Intereſſenten gethanen Proteſtation und Reſer
mehreren verſtanden, was ſich bey gegenwär vation bewenden und ſeynd die gegeneinan
tiger Differenz mit Chur-Mayntz/ und da der zurück gegebene Zettel, um alle Confa
Dero Miniſter annoch nicht für einen Formal ſiones zu vermeiden/ ad Protocollum genoms
Geſandten ex defectu legitimationis von ei men worden. „ „
nem Churfürſtl. Collegio erkennet werde für - Num. IV.
ein Competentz-Streit in puncto Directorii
Ä habe / indeme aber bekannt, was ge
l? Sr. Churfürſtl. Durchl. zu Cölln nicht
Copia, Käyſerl. Hand-Brieffes
dº - Äpri 692 an Chur Trte/
allein der Ordnung halber / wider Churs Chur-Cölln Chur-Bäyern/Chur Sach
FÄ ſondern auch/ wegen der zwiſchen
hur Trier und Ihro unterlauffender alter
Ä Chur-Pfalz/
mutatis mutandis, betreffend die Legitima
nation, nicht weniger daran zu praetendiren/ tions-Differentien, welche in Comitiis mit
als wolle man hiermit an Seiten Chur-Cölln dem angekommenen Chur - Mayntziſchen
ſowohl wider Chur-Sachſen quoad ordinem Geſandten entſtanden. - -
ſolenniſſimè proteſtiret/ als auch wegen ob
benannter alternation ſich gegen Chur-Trier/ SSFJÄÄÄÄ
Ä Regenſpurg ſubſiſtirenden
Sr. Churfürſtl. Durchl. zu Cölln jura beſter Kayſerl Commiſſion unterthänigſt re
maſſen reſerviret haben. - - feriret worden, was ſich wegen des äldorf
- J 3 Mgs
79 ...uS : 12. MICH. CASP. LONDOR P11 . . . . . .. .

69Q.ang n Chur-Mayntziſchen geheimen andere Urſachobhanden, als daß / ohne Fro-An. 169a.
*FÄ Rath und ire&Aris Heuels Legitimation ducirung ſeiner Original-Vollmacht / ein
für beſchwerliche Strittigkeiten erhoben und Ä Collegium nicht vergewiſſert ſeyu
wie ſelbige bereits dahin gediehen, daß die könne/ob einer ein Geſandter ſeye oder nicht?
übrige Churfürſtliche denſelben um weilen deme durch ein anders / meiner Kayſerl.Com
er ſeine Vollmacht in dem Churfürſtlichen miſſion unabbrüchiges Mittel (obſchon man
Collegio vorzuweiſen angeſtanden/ für keinen vor dieſem Ä nicht verlanget hätte)
Geſandten erkennen denſelben ad Collegia leichtlich abgeholfen werden kan. Verbleibe
nicht admittiren/ noch die Anſage von dem
ſelben g
Chur-S
Ä ſondern ſolche durch den
chen Geſandten verrichten/ und
Ew, Lbd.
durch des # Dire&orium vertretten laſ Num. V. -
ſen wollen. Nun laſſe ich dermahlen ſowohl
eines jedweden jura, als auch ob dasjenige 1 Erklärung des Churfürſtl Colle
was angedachten Chur - Mayntziſchen Ge güwegen des Chur: Mayntztſchen
ſandten prºtendiret wird in der Billichkeit Legitimations-Streits.
Ä
ſº nicht? an ſeinen Ort ge
Nachdemmahlen
...
Em Churfürſtlichen Collegioſeye durch
es aber von vie
en Seculis undiſputirlich Herkommens 1 und die Chur-Trier- und Chur-Cöllniſche
niemahls anders gehalten worden iſt./daß alle Geſandtſchaften hinterbracht worden/
Geſandte und Abgeordnete nach dem Reichs was geſtalten des Herrn Principal-Commis
Tag/ſich beyden Chur Mayntzſchen Reichs ſarii Ä l. Durchl. dieſelbewohlmeinend
Direéoriodieſes aber bey der Kayſer Cºjº erinnert und gnädigſt erſuchet/an ihrem Orth
miſſion ſich zu legitimiren pflege; ſo hätte dahin zu collaboriren damit die ſonderlich bey
ohl wünſchen mögen, daß man dergleichen jetzigen Conjunčturen ſo hochnöthige Reichs2
Neuerungen, welche allezeit mehrere Ungeles Deliberationes wieder angetretten / und die
genheiten nach ſich ziehen/bey jetzigen Con vorhandene Kayſerl. Commisſions-Decreta,
junčturen/ unberühret gelaſſen hätte, um ſo ſonderlich die dem geſammten Reich zu wiſs
# als nicht allein des Churfürſtens zu ſen nöthige/zwiſchen Jhr. Kayſer, Ä
Denn Ä und des Herzogs von Savoyen
Mayntz Lbd. und zuvorderiſt mir ſelbſten ſehr
beſchwerlich fället, daß nachdeme erwºhnter Königl. Hoheit getroffene Alliance und an
Chur 2 Mayntziſcher Geſandter das übliche ders zur Dictatur befördert werden möchten.
Herkommen erfüllet / und ſich bey meiner Dieweilen nun Hochgedachtes Churfürſtl.
Commiſſion, gebührend legitimiret hat dar Collegium die Sache ferner zu reiffer Delibe
auff hin auch von deroſelben für einen Geſand ration gezogen; als hat ſelbiges zuvorderit zu
allerunterthänigſtem Reſpečt Ihrer Kayſerl.
ten und Dire&toen erkannt worden /von etzlich
wenig andern ſo wohl ſothanes Faétum mei Majeſt. und zu Beförderung der gemeinen
ner Kayſer Commiſſion für ungültig und Wohlſahrt ſich dahin erkläret: - - - - -

nichtig erkläret als auch Chur Mayntz Lbd. Nachdeme das gemeine Beſte die Wieder
aus der Urſachalleine weilen Sie oder Dero Antretung der Reichs-Deliberationen ohn
Geſandter aus dem alten Herkommen fürumgänglich erfordere / auch die obhandene
ſich zu Ä meiner Kayſerl. Commiſſion Kayſerl. Commisſions-Decreta, bevorab das
ich weichen können alſobald ohne weitere eige/..ſo die 4 mit Savoyen getroffene
Erkänntnüß/oder mit mir darüber gepfloge Bündnüß betrifft/zu des geſammte Reichs
Ä und Erwartung meiner Notiz per dičtaturam publicam zu bringen /
enehmhaltung / von ſeinem Directorial das Churfürſtl.Collegium, in Erwegung die
Ammt entſetzt oder ſuſpendirt und daſſelbe ſer und anderer Urſachen / den anweſenden
einem andern, welcher ſich darzu noch weni Chur - Mayntziſchen Miniſtrum, zumahien/
er legitimiret hat inzwiſchen aufgetragen da höchſtgedachte Kayſerliche Commisſion die
Chur-Cöllniſ und Chu-Sächſiſche Geſand,
ſondern auch die übrige Reichs-Collegiaver
muthlich nicht billigen noch darein gehehlen ten / als Depuirte/ abſonderlich verſichert/
werden, daß dergleichen eſſentiale Verände daß bey, deroſelben er ſich als ein Chur
rung/ ohne ihnen vorhero die Urſach anzuzei Mayntziſcher Geſandte und was davon de-,
gen/ weniger mit ihnen darüber zu berath penret/ gnugſam legitimiret man hierauff
# von einigen wenigen Ä ala denſelben pro talizuerkennen kein ferner Beº
eine vorgenommen werde. Und wie demnach Dencken trage/geſtalt dann auch dieſerwegen
Jch nicht anders muthmaſſen kan/ als daß hey der Reichs2 Dictatur und ſonſten dem
die Churfürſtl. Geſandte hierunter etwas zu Herkommen gemäß die behörende Verfüs
voreylig verfahren/und von ihren Principalen gung gethan werden möchte/zc.
hierzu nicht befehlicht geweſen: Alſo habe
auch zu Ew.Lbd. das gute Vertrauen er Num. VI.
che auch dieſelben darum freund-gütlich/Sie Deshöchſt anſehnlichen Kayſerl.
wollen ſolches nicht approbiren ſondern Dero
Miniſtro zu Regenſpurg gemeſſen#
daß er ſeines Orts/ es dahin wieder beför
Perrn Principal-Commiſſarii ch
Fürſt. Durch mündlicher Vortrag an das
dern helffe/ damit alles bey dem alten Her Fürſtl. Directorium den Jºj
kommen gelaſſen und die deliberatiouespu puncto des Chur Mayntziſchen Geſandtens
blicz, welche ohne dem vorhin mehr als zuviel Legitimation-Streits geſchehen."
Anſtöſſe leiden durch dergleichen unnothwen
dige und mehr andere Inconvenientien nach
A
Achdeme dem Herkommen gemäß der
º)hur Mayuziſche Geſandte und Dir
ſich ziehende Neuerung/ nicht mehrers mögenÄÄÄHerr Häube/ ſich bereits vorge
gehemmt werden geſtalten wann deren keine räumer Zeit bepöer Kayſhöchſanſehnlichen
- "
-
-
Commis
ACTORUM PUBLICORUM CONTINUATIONIS XXI. Buch. 71
Aa.1690. Cömmiſſion legitimiret und vorhin bekannt
wäre auch von des Herrn Marggraffens -Kayſerl. Commiſſions-Decret,
Num. VH. "Anis90.
Dictat. per
ochfürſtl. Durchl. alle/ nach und nach bey
Ihrögeweſte Herren Geſandte zum öfftern wegen des Chur-Mayntziſchen Ge Mogunt.
verſtanden/ heute auch der wegen des Herrn ſandten beſchehenerLegitimation,
d. $.15.Jul.
I Jul. 1 69 Oe
ubels Zulaſſung bißher gewährter Streit 169o. -

endlich gehoben worden, indem die Herren ---- - - - - - -


ºChurfürſtl. Geſandte ſich erkläret/ Ihn nun: SNErÄ
O
RömKayſer Majeſ, unſer aller
errns/ zu gegenwärti
mehro für einen Chur - Mayntziſ Geſandten TÄReichs-Tag Ä höchſ:
und Directorenzuerkennen/undführohinJhm/ …
in Verrichtung ſeines Ammts nicht hinder anſehnlichſter Principal - Commiſſarius, der
lich, ſondern vielmehr überall beförderlich zu Durchlauchtigſte Fürſt und Herr / Herr Her
ſeyn. Solchem nach ſowohl von der Kay mann/ Marggraf zu Baaden und Hochberg/
ſerlichen Commiſſion Jhme/Directori, die in Landgraf zu Sauſſenberg/ c. c. thut den
Vorſchlag gekommene Kayſer. Notification Churfürſten Fürſten und Ständen anweſen
undfärters der Zeiten Vorfallenheiten nach/ den fürtrefflichen Räthen/Bottſchafftern und
andere Commisſions-Decreta würden zugk Geſandten nachrichtlich zu wiſſen, was ge
ſchicket/ alles von Ihme hierunter und in an ſtalten bey Jhrer Hochfürſtl. Durchl. der
dern Stücken ſein obliegendes Ammt verrich Chur-Mayntziſche geheime Rath/Hr. Heinº
tet werden ; So hätten Ihre Hochfürſtl. rich Häubel als Ihr Churfürſt. Gnaden
Principal-Geſandter/mithin auch zu Führung
Durchl. von dieſen allen denen Fürſtl. Herren
Dire&toribus vorherige Nachricht geben wols des Directorübeyder Reichs-Verſammlung/
len, damit ſie denen übrigen Herren Geſands durch überreichte Creditiv und Vollmacht/
tenes ferners ungeſäumet mittheileu/und die dem Herkommen gemäß ſich legitimiret habe.
ſelbe alſo bey der heutigen und künftigen ge # damit zu Freundſchafft und geneigtem
illen allezeit wohlbeygethan verbleibend.
wöhnlichen Anſagen Schickung zu der
Reichs-Diétatur und Erſcheinung auf dem Signat. Regenſpurg den ſ. Juli, 1690.
Rath-Hauß deſto weniger anzuſtehen Urſach Hermann/ SNg, z. B.
haben, ſondern alles in ſeinen gebührenden uns
gehinderten Lauff wiederum gelangen mögeºt.
" . d- - (LS)
-sººººººººººººººººººººººººººs
-

Von ſtreitiger Legitimation des OeſterreichiſchenG -

Tſandtens Herrn Graffens


. . ... Anno
.
von Lamberg/in Comiciis,
- d. 1690-
.
dern Churfürſtlichen Geſandten notificiret
die ſich darauff hin noch ſelbigen Abends
Species Faéti, wie der Oeſterrei bey einem aus ihrem Mittel zuſammen ge
chiſche Geſandte zu Regenſpurg/f
Herr Graf von Lamberg ſeine Vollmacht Mittwochs/ des andern Tages darauffin
dem Chur-Mayntziſchen Reichs-Director der Frühe # das Chur-Mayntziſche Dire
durch einen ſeiner Bedienten überſchicket1 êtorium für ſich insbeſondere/ nebſt Able»
ſelbiger aber ſolche durch den Chur-Mayn gung eines Compliments / und dann Nah
, ziſchen Dictatorem zurück geſendet/ d. 29. mens des geſammten Churfürſtlichen Colle
Nov. 169o. ::... - - # , Jhmez Herrn Grafen von La -

- rºr-
urch den Dictatorem Dillmann zu verneh
ÄEn 28.Nov.vormittags hat der Prin men geben: Es möchte dieſelbe nicht be - - -

Ä nachdemmahlen ſie ſich dem Hers


cipal und Oeſterreichiſche Geſandte/
Herr Graf Leopold Joſeph von Lamº kommen nach nicht legitimiret wann Ihme - -
---
--

berg/dem Chur-Mayntziſ. Reichs biß auff weitere denen Churfürſtlichen Her


Dire&torio ſeine Vollmacht durch ihren erſten ren Geſandten einkommende Inſtructiones
Bedienten übertragen laſſen; Selbiger wur durch das Reichs-Erz-Marſchall-Ammt zu
depon dem Chur - Mayntziſchen Herrn Ge Rath nicht würde angeſaget werden; Er/
ſandten und Directoren unbedencklich admit Herr Graf von Lamberg/reponirte da
tiret offerirte dahero ſelbigem erſt oberwehn mit wenigen, daß Er ſich der Gebühr na
te Plenipotenz in der Meyuung / ihme ſie legitimiret erachten und befinden thüte/ſ
auch würcklich auszuſtellen; der Herr Dire daher auch des Jhme beſchehenen Zuentbie
êtor aber weigerte / ſelbige ſelbſten anzuneh tens ungehindert 7 deſſen zu bedienen wiſſen
men / ſondern wieſe damit den Gräflichen werde, was ſie dem von Jhrer Kayſerlicheu
Bedienten an den Chur - Mayntziſchen Di Majeſtät Jhme zugelegten Characterizukom
rectorem, der Bediente hingegen / nach pas mend und annex zu ſeyn befinden würden,
ſirter etlicher Wortwechſelung legte ſolche in
dem Zimmer nieder und begab ſich aus dems Noch ſelbigen ſpaten Abends/ als Sie/
ſelben hinweg. - Herren Churfürſtliche Geſandten / in den
Dieſer Hergang und Verlauff wurde ſo Chur - Mayntziſchen Quartier abermahls
gleich von ihme/ Herrn Moguntino, denen ans verſammlet waren / inſinuirte ſich wºjky
52 . . - xx . - MICH. CASR. LONDORPIt -
. .- . * . . - . -. "- -

An, 1690. beydern Herrn Grafen obbeſagter Chur den hierunter ein und anderes denen vorge*An. 16yo
Mayntziſcher Dictator Dillmann/ Sie erſu kommenen Umſtänden nach zu beobachten/
1:1. FC
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chen laſſende perſöhnlich admittiret zu wer inſonderheit aber vorbeſagten Herrn
den ſo zugeſtanden von deme aber ſogleich/ unter geziemenden zuförderſt gegen die
Ä
. . .? Nahmens des geſammten Churfürſtlichen miſch-Kayſerliche Majeſtätz und dann gegen
- SRG
Collegii, eine eyferige Proteſtation wieder das glorwürdigſte Ert-Hauß Oeſterreich
den von Jhme/ Herrn Grafen gebrauch wiederhohlten Conteſtationen ganz inſtän
ten modum legitimandi eingewendet und ob digſt zu erſuchen / daß die weniger Ihme
der Herr Graf noch der Meynung wäre Herrn Grafen wegen oberwehnter Leº
der vorigen Erinnerungen ohngehindert ſich ºtion noch zusnoch abgeſaget würde. Er ſich
"auf dem Rath- Hauſe eiuzufinden / zugefra um ſo weniger darinnübereilen / ſondern de
get ferner auch auf des Herrn Grafen wie nen Churfürſtlichen Geſandtſchafftenſammt
derhohlte vorige Antwort / vermöge der sund ſonders ſo lange Zeit doch vergönnen
Herren Churfürſtlichen Geſandten von dem wolle damit Sie förderſammſt von Dero
Di&atore angezogenen weiteren Befehls die gnädigſten Herren Principalen die nöthigen
in Händen gehabte Kayſerliche Oeſterreichi ſtruction darüber Ä möchten und
ſche Vollmacht auf den nechſt-ſtehenden weilen der Herr Graf von Lamberg ſich ge
Tiſch niedergeleget - gen den Chur-Mayntziſchen Secretarium auff
-

Der Herr Graf ſtellete Jhm/ Di&atorn die von dieſem abgeſtattete Commiſſion zu
darauf ganz beweglich vorf was aus dieſem Ä
mahlen ausdrücklich vermah
9Verfahren für groſſe Inconvenientien und nen laſſen, daß er ſich rité legitimiret / als
Weiterungen entſtehen / inſonderheit aber wäre man zu Conſervirung der diſſeitigen
\dem Chur - Mayntziſchen Reichs-Dictato Jurium und der bißherigen Obſervanz genö
-rio für Schaden und Nachtheil zuwachſen higet worden, die von des Herrn Grafen
könte und würde mit Erſuchen/nechſt Wie Bedienten de facto auf den Tiſch in dem
derzurücknehmung der Vollmacht / ſolches Chur-Mayntziſchen Quartier gelegt. Voll
in ſeinem Nahmen denen Herren Elečtoribus macht biß zu Einbringung der gnädigſten
zu hinterbringen./ der es auch endlich über Herren Principalen Inſtruction zurück zu ge
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MONUMEN. - -
ben; deſſen allen jedoch ungeachtet / hätte
Es iſt aber derſelbe nach verſtrichener man ganz unvermuthet erſehen wie auff
kurzer Weil wiederum in ſein Herrn Gra obige iterirte höchſt-billichſt und wohlmey
Ä gekommen mit ferner weiter nendliche Suchung mehr gemeldter Herr
Anzeige / von denen Churfürſtlichen Herren Graf ſo wenig refleétiret/ daß er auch kein
Geſandten ganz ſcharff und gemeſſen befeh Bedencken getragen das Rath-Hauß allbe
licht zu ſeyn / mehr erwehnte Kayſerliche reit zu f uentiren. Es könte dahero E.
Oeſterreichiſche Plenipotenz zurückzuſtellen. Churfü Collegium nicht umgehen Höchſt
oder in deſſen verweigernder Annehmung nie dachte Seine Ä
Durchlauch
derzulegen, der Herr Graf aber ließ im tigkeit hiemit und zu dem Ende zu behelligen/
Wiederantworten durch ſeinen Bedienten auff daß dieſelbe von Kayſerlicher Conmis
das Vorige von ihm ſelbſten der Länge nach-ſion wegen geruhen möchten zu Verhütung
vorgeſtellte wiederhohlen / mit beygefügter aller ſchädlicher Conſequentien und zu meh
Warnung an Ihn/ Dictatorem, ſich wohl rer Beybehaltung der allerſeits und abſon
in acht zunehmen / und der Kayſerlichen derlich zu jetzigen Zeiten ſo hochnöthigen Har
Hand-Uüterſchrifft und Inſiegel auff keine monie es dahin zu richten und offtgedachten
Weiſe und Wege die mindeſte Irreveren z Herrn Grafen wohl erinnern zu laſſen das
nicht zu erweiſen worüberhin derſelbe ſol mit er vorberührte Weile zu Einhohlung der
che auf den in dem Vorzimmer ſtehenden Inſtruêtionen denen Churfürſt.ta»en Geſandt
SchenckTiſch niedergelegt und ſich von ſchafften vergönne immittelt aber von allen
dannen hinweg begeben. dem kundbahren Reichs- Herkommen zuwi
derlauffenden auch zu ſonderbahrer Beſchwer
Communi
– Num. n de eines oder andern Reichs-Ammts gerei
chenden Actibus ſich enthalten möge.
cirtin Col Münd-undſchrifftlicher Vortrag -- - - -- -
legioEle bey der Kayſerlichen Commiſſion Num. Ill
º 4-nomine CollegiElectoralis den 3. Decemb.
Doc, 16ye.
1690. die ſtrit