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Öffentliches Recht Prüfung 1

Frage 1 3 punkte
Bei der Geschwindigkeitsbegrenzung handelt es sich um eine Durchführungsverordnung. Als
der Polizist den Innenminister anhaltet setzt er einen Akt der unmittelbaren
verwaltungsbehördlichen Befehls- und Zwangsgewalt. Bei der Anordnung des Innenministers
handelt es sich um eine Weisung. Eine Weisung ist eine Verwaltungsinterne Anordnung die
von einem übergeordneten Organ (Innenminister) gegenüber einem untergeordneten Organ
erlassen wird (Polizist). Die Weisung ist individuell konkret.

Frage 2 3 punkte
Die Bundesversammlung setzt sich aus dem Nationalrat und dem Bundesrat zusammen. Der
Bundespräsiden ist rechtlich verantwortlich. Dies bedeutet, dass er wegen schuldhafter
erfolgter Rechtsverletzung durch seine Amtstätigkeit beim Verfassungsgericht angeklagt
werden kann. Die Anklage erfolgt durch einen Beschluss der Bundesversammlung. Der
Bundespräsident ist auch politisch verantwortlich. Dies bedeutet, dass er vor Ablauf seiner
Funktionsperiode durch eine Volksabstimmung abgesetzt werden kann. Eine
Volksabstimmung ist durchzuführen, wenn es die Bundesversammlung begehrt

Frage 3 6 punkte
Grundfreiheiten sind im Primärrecht der EU verankertes supranationales Recht und dienen
der Verwirklichung eines Binnenmarktes.
Grundprinzipien sind Staatsideen, die der österreichischen Verfassung zugrunde liegen. Eine
Abänderung eines Grundprinzips ist nur durch ein Gesamtänderndes
Bundesverfassungsgesetz möglich. Von ihrer Form betrachtet, handelt es sich um die
höchstrangigen Normen im österreichischen Verfassungsrecht
Grundrechte sind verfassungsgesetzlich gewährleistete subjektive Rechte

Frage4 4 punkte
Es handelt sich hier um einen Akt der unmittelbaren verwaltungsbehördlichen Befehl- und
Zwangsgewalt. Gegen einen solchen kann ich eine Maßnahmenbeschwerde bei dem
zuständigen Verwaltungsgericht erheben.
Gegen eine Erkenntnis eins Verwaltungsgerichts kann ich eine Revision beim
Verwaltungsgerichtshof erheben. Ebenso habe ich die Möglichkeit, bei Verletzung von
gesetzlich gewährleistetem subjektivem Rechten, Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof
zu erheben. Beide Instanzen haben die Möglichkeit, die Entscheidung des
Verwaltungsgericht aufzuheben  Kassationsprinzip.

Frage 5 1punkt
Im gerichtlichen Strafprozess gilt das Inquisitionsprinzip  der berechtigte Ankläger und das
Organ, welches das Urteil entscheidet, sind getrennt. Ebenso gilt die Unschuldsvermutung.
Bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld, wird vermutet, dass der wegen einer
strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Dem Angeklagten Politiker müsste auch die
Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt werden  Parteigehör. Ebenso gilt der
Grundsatz der Unmittelbarkeit: das Gericht darf nur aufgrund des unmittelbar gewonnenen
Eindruckes des Angeklagten und der Ermittlungsergebnisse in der Hauptverhandlung sein
Urteil über Schuld und Strafe bilden. Somit ist das Vorgehen der Richterin verfassungswidrig
Frage 6 000
Aufgrund des Fehlerkalküls ist das Gesetz anwendbar. Das Fehlerkalkül bestimmt, dass ein
Fehler beim Gesetzgebungsverfahren nicht zur absoluten nichtigkeit des Gesetzes führt. Das
fehlerhaft erezugte Gesetz hat dadurch Geltung. Im positiven Recht gibt es zahlreiche
Regelungen unter denen ein fehlerhaft erzeugtes Gesetz unter bestimmten
Vorrausseztungen aufgehoben werden kann, aber dafür muss das Gesetz einmal Geltung
haben, was durch das Fehlerkalkül bewirkt wird. Damit das fehlerhaft erzeugte Gesetz
Geltung hat muss zumindes ein Willensakt eines Staatsorgan vorliegen, was hier der Fall ist,
und es muss nach außen hin erklärt worden sein (kundgemacht). Bis zur Aufhebung des
fehlerhaft erzeugten Gesetz ist dieses in Geltung.

Frage 7 3 punkte
Nein, da das indirekte Diskriminierungsverbot betroffen wäre. Dieses ist supranationales
Recht. Es verbietet Regelungen, die zwar nicht offensichtlich auf die Abstammung eines
Bürgers abstellen, aber indirekt zu genau solchen Diskriminierungen führen – was hier der
Fall wäre. Solche Regelungen dürfen nur dann normier werden, aus Gründen der
öffentlichen Allgemeinheit, angemessen und erforderlich ist

Frage 8 4 punkte
Hierbei handelt es sich um Verfassungsrecht im materiellen Sinn. Verfassungsrecht im
materiellen Sinn umschreibt Regelungen mit einem konkreten Inhalt. Bei diesem Inhalt
handelt es sich um den Aufbau, die Organisation und die Machtverteilung in einem Staat.
Das NRWO fällt in diese Kategorie. Es ist ein einfaches Bundesgesetz, da es nicht in Form für
das Bundesverfassungsgesetz vorgeschriebenen Form erlassen worden ist

Frage 9 3 ounkte
Völkervertragsrecht
Völkergewohnheitsrecht
Allgemeine Rechtsgrundsätze

Frage 10 2punkte
Dies würde dem Grundsatz des persönlichen Wahlrechts widersprechen. Dieses besagt, dass
jeder wahlberechtigte seine Stimme selbst abzugeben hat.

Frage 11 2 punkte
Bei der Besorgung von Sachen des Bundes wird das organisatorische Landesorgan
Landeshauptmann, er ist einer staatlichen Einheit organisatorisch zugeordnet, als
Bundesorgan im funktionellen Sinn tätig, da nur darauf geachtet wird, dass Aufgaben für
eine staatliche Einheit besorgt werden  er besorgt Aufgaben des Bundes