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review

Neuropsychiatr
DOI 10.1007/s40211-017-0217-2

Kognitive Defizite beim Burnout-Syndrom – Ein Überblick


Karin Riedrich · Elisabeth M. Weiss · Nina Dalkner · Eva Reininghaus · Ilona Papousek ·
Andreas Schwerdtfeger · Helmut K. Lackner · Bernd Reininghaus

Eingegangen: 29. Mai 2016 / Angenommen: 8. Februar 2017


© Springer-Verlag Wien 2017

Zusammenfassung wurden, betrafen die Exekutiven Funktionen (v. a.


Hintergrund Durch die steigende Prävalenz des Burn- Arbeitsgedächtnis, Aktualisieren und Überwachen
out-Syndroms entwickelt sich dieses zu einem The- von Gedächtnisinhalten, Hemmung automatischer/
ma zunehmenden wissenschaftlichen Interesses. Ne- dominanter Antworten) und die Daueraufmerksam-
ben emotionaler Erschöpfung und Depersonalisation keit. Multifaktorielle Ursachen werden bei der Entste-
wirkt sich vor allem die persönliche Leistungsein- hung der kognitiven Defizite vermutet.
schränkung auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Ausblick Zielgerichtete Langzeitstudien sind notwen-
Aspekte aus. In den letzten Jahren wird diese Leis- dig, um die betroffenen kognitiven Funktionen zu
tungseinschränkung immer häufiger mit kognitiven identifizieren und eine Aussage über den kausalen
Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht. Derzeit Zusammenhang zwischen dem Burnout-Syndrom
gibt es jedoch nur wenige objektive Studien zu kogni- und spezifischen kognitiven Beeinträchtigungen tref-
tiven Defiziten bei Menschen mit Burnout-Syndrom. fen zu können.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über 16 Studien,
die kognitive Fähigkeiten bei Personen mit Burn- Schlüsselwörter Burnout · Arbeitsbezogener Stress ·
out-Symptomen untersuchten. Die Ergebnisse sind Kognition · Gedächtnis · Aufmerksamkeit · Exekutive
zum Teil widersprüchlich, was u. a. auf methodische Funktionen
Unterschiede zurückzuführen ist. Kognitive Defizit,
welche von den meisten Studienautoren gefunden Cognitive impairments accompanying the
burnout syndrome – a review

K. Riedrich () · B. Reininghaus Summary


Therapiezentrum Justuspark BVA, Bad Hall, Linzer Background The rising prevalence of the burnout syn-
Straße 7, 4540 Bad Hall, Österreich drome has increasingly moved it into the focus of sci-
karin.riedrich@bva.at entific interest. In addition to emotional exhaustion
K. Riedrich · E. M. Weiss · I. Papousek and depersonalization, particularly reduced personal
Abteilung für Biologische Psychologie, accomplishment has strong societal and economic ef-
Karl-Franzens-Universität Graz, Universitätsplatz fects. In recent years reduced personal accomplish-
2/DG, 8010 Graz, Österreich ment has increasingly been linked to cognitive im-
A. Schwerdtfeger pairment. However, up to now only a few studies
Abteilung für Gesundheitspsychologie, have objectively assessed cognitive deficits in burnout
Karl-Franzens-Universität Graz, Universitätsplatz patients. This article gives an overview of 16 stud-
2/DG, 8010 Graz, Österreich ies which examined cognitive abilities in burnout pa-
N. Dalkner · E. Reininghaus tients. The findings are partly contradictory, prob-
Universitätsklinik für Psychiatrie, Medizinische Universität ably due to methodical differences. Consensus has
Graz, Auenbruggerplatz 2, 8036 Graz, Österreich emerged concerning impairments of executive func-
H. K. Lackner tions, i.a. vigilance, and memory updating and moni-
Institut für Physiologie, Medizinische Universität Graz, toring. Multifactorial causation may underlie the cog-
Auenbruggerplatz 2, 8036 Graz, Österreich nitive impairments.

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Outlook Targeted longitudinal studies are necessary mentale Erschöpfung bei der Arbeit erfasst [12]. Bei
in order to identify the affected cognitive functions diesem Verfahren wird ein Burnout-Index errechnet,
and be able to make causal inferences on links be- Cut-off-Werte sind verfügbar. Eine Studie rekrutierte
tween the burnout syndrome and specific cognitive vom „Quarantine Institute of Stress and Trauma“ und
impairments. ließ Allgemeinmediziner die Diagnose des Burnouts
stellen [13]. Die Gruppeneinteilung erfolgte bei vier
Keywords Burnout · Work stress · Cognition · Memo- Studien durch eine Teilung mittels Mediansplit [3, 5]
ry · Attention · Executive functioning bzw. eines Cut-off-Wertes (durch die Studienautoren
festgelegt) [2, 10]. Zwei Studien untersuchten spezifi-
Einleitung sche Risikopopulationen (Krankenschwestern [7] und
Marinesoldaten [8]) ohne diese in zwei Gruppen zu
Das Burnout-Syndrom bezeichnet einen Reaktions- teilen. Zehn Studien rekrutierten Personen mit Burn-
komplex als Folge einer längeren Stressphase, welche out-Symptomen aus Kliniken und verglichen diese
durch eine große Arbeitsmenge („work load“), soziale mit einer dazu passenden gesunden Stichprobe [4, 6,
Konflikte und fehlende Ressourcen gekennzeichnet 9, 11–17].
ist. Betroffene weisen ein hohes Maß an emotionaler
Erschöpfung, Zynismus bzw. ein Gefühl der Deper- Kognitive Befunde
sonalisation sowie das Fehlen von Selbstwirksamkeit
bzw. persönlicher Erfüllung auf. Folgen des Burnout- Generell fanden vierzehn der sechzehn Studien kog-
Syndroms sind eine Verringerung der Arbeitsleistung, nitive Einschränkungen bei Personen mit Burnout-
der Effektivität, der beruflichen Zufriedenheit und Symptomen [3–6, 8–18]. Eine Studie [7] fand keine
des Engagements, häufige Krankenstände und Kün- Unterschiede zu Gesunden, und eine Studie [2] beob-
digungen [1]. Die Verringerung der Arbeitsleistung achtete höhere kognitive Leistungen bei Personen mit
in Zusammenhang mit kognitiven Einschränkungen Burnout-Symptomen im Vergleich zu einer gesunden
ist vor allem aus sozialpsychiatrischer, aber auch aus Kontrollgruppe.
sozioökonomischer Sicht relevant. Eine systematische
Identifikation betroffener kognitiver Funktionen wur- Exekutive Funktionen
de jedoch erst in einigen wenigen Studien versucht.
Ziel dieses Artikels ist es, einen Überblick über die Exekutive Funktionen umfassen eine Vielzahl von
bisherige Forschung kognitiver Einschränkungen bei kognitiven Kontrollprozessen wie das Arbeitsgedächt-
Menschen mit Burnout Symptomen zu geben. Die Da- nis (Information behalten und bearbeiten), Planen,
tenbanken PsychInfo und PubMed wurden für die Li- Enkodieren, Exekutive Kontrolle, „Shifting“, Inhibiti-
teraturrecherche verwendet. Es wurde eine Kombina- on, Updating und Monitoring, und die Fähigkeit, mit
tion aus folgenden Wörtern gesucht: burnout, work neuen Situationen umzugehen [19]. Exekutive Funk-
stress, exhaustion, cognition, memory, attention and tionen hängen eng mit der Funktionsfähigkeit des
executive functioning. Es konnten 16 Studien identi- präfrontalen Kortex zusammen [20]. Bisherige Studien
fiziert werden, welche kognitive Einschränkungen bei bei Personen mit Burnout-Symptomen zeigten sehr
standardisiert diagnostiziertem Burnout mit objekti- heterogene Ergebnisse bezüglich der verschiedenen
ven Verfahren untersuchten. Teilaspekte der Exekutiven Funktionen. Während die
Leistungen bei der Exekutiven Kontrolle [4], dem „Up-
Stichproben und Studiendesigns dating“ und dem „Monitoring“ [3, 17] bei Personen
mit Burnout-Symptomen deutliche Einschränkun-
14 der 16 Studien wurden als Querschnittstudie [2–15] gen aufwiesen, konnte keine Leistungsverminderung
konzipiert, zwei [16, 17] als Längsschnittstudie. Die beim Vorausplanen und Enkodieren nachgewiesen
Stichprobengröße variierte zwischen 18 und 235 Per- werden [7]. Widersprüchliche Ergebnisse zeigten sich
sonen. Als Diagnoseinstrument für das Burnout- in Bezug auf die Fähigkeit automatische oder do-
Syndrom wählten 12 Studien das Maslach Burnout minante Antworten zu hemmen (Inhibition), wobei
Inventar (MBI) [2, 3, 5–8, 10, 11, 14–17], ein Verfah- einige Autoren [3, 6] eine Beeinträchtigung beobach-
ren welches das Vorliegen des Burnout-Syndroms mit teten, andere Autoren jedoch nicht ([4, 17]; Tab. 1).
drei separaten Subskalen „Emotionale Erschöpfung“, Das „Shifting“, die Fähigkeit zwischen verschiedenen
„Depersonalisation“ und „fehlende persönliche Leis- kognitiven Aufgaben zu wechseln, scheint bei Burn-
tungserfüllung“ erfasst. Für dieses Verfahren gibt es out Betroffenen nicht eingeschränkt zu sein. Personen
derzeit keine einheitlichen Cut-off-Werte. Zwei Studi- mit Burnout-Symptomen zeigten zwar eine allgemein
en verwendeten das Shirom-Melamed Burnout Ques- verlangsamte Reaktionszeit, die Reaktionszeitverlän-
tionnaire (SMBQ) [4, 9], welches aus vier Subskalen gerungen bei Änderung der Aufgabenart („Switching-
(„burnout“, „tension“, „listlessness“ und „cognitive Kosten“) unterschieden sich jedoch zwischen Gesun-
weariness“) einen globalen Burnout-Index erfasst. den und Personen mit Burnout-Symptomen nicht
Eine Studie verwendete die Überdruss-Skala (Tedi- [2, 14, 17]. Gegenteilige Ergebnisse konnten in einer
um Measure), welche körperliche, emotionale und weiteren Studie gefunden werden [9].

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Tab. 1 Testverfahren und Ergebnisse der Exekutiven Funktionen


Kog. Funktionen Studien Burnout-Verfahren (n = VG/KG) Testverfahren Ergebnis
Exekutive Kontrolle [4] SMBQ2; (n = 33/37) Parallel Serial Mental Operations (PaSMO) VG < KGa
Aktualisieren und [3] MBI-D; (n = 40/41) n-back-Test VG < KGa
Überwachen von
[17] MBI, (n = 16/16) 1-back-Test VG < KGa
Gedächtnisinhalten

Hemmen automatischer [3] MBI-D; (n = 40/41) Stroop-Test VG < KGa


Antworten e
[6] MBI; (n = 13/16/14) Sustained-Attention-to-Response-Test (SART) VG < KGa
[4] SMBQ2; (n = 33/37) Stroop- Test n. s. b
[17] MBI; (n = 16/16) Sustained-Attention-to-Response-Test (SART) n. s. b
[13] Pat. des „Quarantine Institute of Intermediate Visual and Auditory Continuous VG < KGa
Stress and trauma“ (n = 67/15) Performance Test – Full Scale Response Control
Quotient
[12] Tedium Measures; (n = 20/16) Intermediate Visual and Auditory Continuous VG < KGa
Performance Test – Full Scale Response Control
Quotient
Aufgabe wechseln [14] MBI-GS (n = 40/40) Switch Task (Roger & Monsell) n.s.d
(Shifting)
[15] MBI; (n = 63/40) Switch Task (Roger & Monsell) n.s.d
[17] MBI; (n = 16/16) Matching Task n. s. d
[2] MBI-GS; (n = 235) Trail Making Test-B [21] n. s. b
[9] SMBQ, (n = 19/19) Trail Making Test-B [21] VG < KGa
Arbeitsgedächtnis [4] SMBQ2; (n = 33/37) WAIS-R Subtest „Zahlen nachsprechen“ [22] VG < KGa
[2] MBI-GS; (n = 235) WAIS-III Subtest Buchstaben-Zahlen-Abfolge [23] VG > KGc
WMS-R Subtest „Digit &Visual Span Vor- & Rück- n. s. b
wärts“ [24]
[9] SMBQ, (n = 19/19) „Computational Span“ [25] VG < KGa
WAIS-R Subtest „Zahlen nachsprechen“ [22] n. s. b
Planen & Enkodieruen [7] MBI; (n = 45/0) Cambridge Neuropsy. Test Automated Battery-Mo- n.s.b
dul: Reasoning and Planning Abilities
Verbale Flüssigkeit [9] SMBQ, (n = 19/19) Controlled Oral Word Association Test VG < KGa
aDie Leistung der Personen mit Burnout-Symptomen ist signifikant geringer als die Leistung der Kontrollgruppe
b
Die Leistung der Personen mit Burnout-Symptomen unterscheidet sich nicht signifikant von der Leistung der Kontrollgruppe
c
Die Leistung der Personen mit Burnout-Symptomen ist signifikant besser als die Leistung der Kontrollgruppe
d
Bei Personen mit Burnout-Symptomen war die Reaktionszeit allgemein verlangsamt. Die Reaktionszeitverlängerung bei Änderung der Aufgabenart („Switching-
Kosten“) war in beiden Gruppen gleich
e
Die Stichprobe bestand aus 13 Personen mit klinisch relevanten Burnout-Symptomen (VG1), 16 Personen mit nicht klinisch relevanten Burnout-Symptomen
(VG2) und 14 gesunde Personen (KG)

Die Funktion des Arbeitsgedächtnisses wurde in Forschungsergebnisse weisen jedoch auf eine norma-
drei Studien in Zusammenhang mit Burnout-Symp- le Funktion der verbalen Merkfähigkeit und des Ler-
tomen untersucht. Der Nachweis einer verringerten nens bei Burnout-Betroffenen hin [2, 7, 12, 13], mit
Funktion des Arbeitsgedächtnisses bei Personen mit Ausnahme zweier Studien [4, 9]. Widersprüchlich zei-
Burnout-Symptomen wurde in drei von fünf einge- gen sich die Ergebnisse bezüglich des visuell-räumli-
setzten Testverfahren nachgewiesen [2, 4, 9]. Ein- chen Gedächtnisses, wobei einige Autoren keinen Un-
schränkungen der verbalen Flüssigkeit konnten in terschied fanden [7, 9, 11], während andere Autoren
einer Studie nachgewiesen werden [9]. Die eingesetz- kognitive Einschränkungen in diesem Bereich beob-
ten Testverfahren und die Ergebnisse sind in Tab. 1 achteten [12, 13]. Einschränkungen im prospektiven
dargestellt. und semantischen Gedächtnis konnten bisher nur bei
einer Studie gefunden werden und sollten daher mit
Merkfähigkeit und Gedächtnis Vorsicht interpretiert werden [9] (siehe Tab. 2).

Eine Vielzahl von Studien konnte negative Auswirkun- Aufmerksamkeit


gen von Stress auf verschiedene Lern- und Gedächt-
nisleistungen nachweisen [26], was durch langfristi- Aufmerksamkeitsleistungen umfassen verschiedene
ge Stressbelastung entsprechende Unterschiede zwi- Komponenten wie Daueraufmerksamkeit/Vigilanz
schen Personen mit und ohne Burnout-Symptomen (die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit über einen län-
mit sich bringen könnte. Eine wichtige Gehirnregion geren Zeitraum aufrecht zu erhalten), selektive Auf-
ist hierbei der Hippocampus, dessen Funktion durch merksamkeit (die Fähigkeit sich auf relevante Reize
Stresshormone beeinflusst wird [27]. Die bisherigen zu konzentrieren und irrelevante Störreize zu igno-

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Tab. 2 Testverfahren und Ergebnisse zu Gedächtnis und Aufmerksamkeit


Funktion Studie Burnout-Verfahren (n = VG/KG) Testverfahren Ergebnis
Verbales Lernen & [4] SMBQ, (n = 19/19) Logical Memory (WMS-R) VG < KGa
verbale Merkfähigkeit
[12] Tedium Measures; (n = 20/16) Claeson-Dahl-Inventory of learning and Memory n.s.b
[13] Pat. des „Quarantine Institute of Claeson-Dahl-Inventory of learning and Memory n. s. b
Stress and trauma“ (n = 67/15)
[9] SMBQ, (n = 19/19) 18 Nomen frei wiedergeben VG < KG
[2] MBI-GS; (n = 235) California Verbal Learning Test n. s. b
[7] MBI; (n = 45/0) The Rey Auditory Verbal Learning Test n. s. b
[11] MBI-GS; (n = 65/65) Cronholm-Molander Verbal Memory Test VG > KGc
Visuelles – nonverbale [12] Tedium Measures; (n = 20/16) Rey Osterrieth Complex Figure Test VG < KGa
Merkfähigkeit
[13] Pat. des „Quarantine Institute of Rey Osterrieth Complex Figure Test VG < KGa
Stress and trauma“ (n = 67/15)
[9] SMBQ, (n = 19/19) Rey Osterrieth Complex Figure Test n. s. b
[11] MBI-GS; (n = 65/65) WAIS-R-Subtest: Incidental learning [22] n. s. b
[7] MBI; (n = 45/0) Subtests der Cambridge Neuropsy. Test Automated n. s. b
Battery – Modul Memory
Semantisches Gedächt- [9] SMBQ, (n = 19/19) Controlled Oral Word Association Test – Indikator VG < KGa
nis/ für verbale Flüssigkeit
verbale Flüssigkeit
Prospektives Gedächtnis [9] SMBQ, (n = 19/19) Prospektive Gedächtnisüberprüfunge VG < KGa
Selektive [10] MBI; (n = 3/15) Letter Cancellation Test von Mesulam n. s. b
Aufmerksamkeit
Neuropsychologische Tests (Posner, Cooper & n. s. b (Reaktionszeit bei BO
Shepard) größer)
Verarbeitungs- [9] SMBQ, (n = 19/19) WAIS-R Subtest „Zahlen-Symboltest“ [22] VG < KGa
geschwindigkeit
Trail Making Test-A [21] n. s. b
[2] MBI-GS; (n = 235) Trail Making Test-A [21] n. s. b
[11] MBI-GS; (n = 65/65) WAIS-R Subtest „Zahlen-Symboltest“ [22] VG < KGa
[16] MBI-GS; (n = 65) WAIS-R Subtest „Zahlen-Symboltest“ [22] Nach 3 Jahren signifikante
VG von [11] Verbesserung
[4] SMBQ, (n = 19/19) WAIS-R Subtest „Zahlen-Symboltest“ [22] n. s. b
Daueraufmerksamkeit [12] Tedium Measures; (n = 20/16) Intermediate visual and auditory continuous perfor- VG < KGa
(Vigilanz) mance test – Full Scale Attention Quotient
[13] Pat. des „Quarantine Institute of Intermediate visual and auditory continuous perfor- VG < KGa
Stress and trauma“ (n = 67/15) mance test – Full Scale Attention Quotient
[14] MBI; (n = 40/40) Switch Task (Roger & Monsell) VG < KGa
[15] MBI; (n = 63/40) Switch Task (Roger & Monsell) VG < KGa
[5] MBI: Skala „Emotionale Erschöp- Constant Fore Period Task (CFT) VG < KGd
fung“ (n = 50)
[11] MBI-GS; (n = 65/65) K-test vom Automated Psychological Test System n. s. d
[6] SMBQ, (n = 19/19) Bourdon-Wiersma Test VG < KGa
[7] MBI; (n = 45/0) Cambridge Neuropsy. Test Automated Battery – n. s. b
Attention
a
Die Leistung der Personen mit Burnout-Symptomen ist signifikant geringer als die Leistung der Kontrollgruppe
b
Die Leistung der Personen mit Burnout-Symptomen unterscheidet sich nicht signifikant von der Leistung der Kontrollgruppe
cDie Leistung der Personen mit Burnout-Symptomen ist signifikant höher als die Leistung der Kontrollgruppe
d
Die Reaktionszeit der Personen mit Burnout-Symptomen ist signifikant höher als in der Kontrollgruppe
e
Probanden wurden gebeten, den Untersuchungsleiter am Ende der Untersuchung an etwas zu erinnern

rieren) und die Verarbeitungsgeschwindigkeit. An Symptomen nicht beeinträchtigt zu sein scheint [10].
der Aufmerksamkeitsregulation sind weite Teile des Zur Beeinträchtigung der Verarbeitungsgeschwindig-
Gehirns, u. a. der retikuläre Thalamus (Nucleus Re- keit sind die bisherigen Forschungsergebnisse wider-
ticularis), der präfrontale Kortex, der Parietalkortex, sprüchlich. Zwei Forscherteams [9, 11, 16] konnten
der Gyrus Cinguli und Teile der Basalganglien be- einen Unterschied in der Verarbeitungsgeschwindig-
teiligt [28]. Personen mit Burnout-Symptomen zeig- keit nachweisen, während zwei andere Studien keine
ten vor allem im Bereich der Daueraufmerksamkeit/ signifikanten Leistungseinbußen beobachteten [2, 4].
Vigilanz deutliche Defizite [5, 6, 12–15], während die In einer Langzeitstudie konnte gezeigt werden, dass
selektive Aufmerksamkeit bei Personen mit Burnout- sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit nach 3 Jahren

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Tab. 3 Subjektive Gedächtniseinschränkungen/Kognitive Fehlleistungen


Studien Burnout-Verfahren (n = Testverfahren Ergebnis Korrelation mit Leistung in kognitiven
VG/KG) Tests
[6] SMBQ; (n = 19/19) Cog. Failure Questionnaire (CFQ) VG > KGa Sign. negative Korrelation
a
[9] SMBQ, (n = 19/19) Einschätzung der subjektiven Merkfähig- VG > KG Sign. negative Korrelation
keitseinschränkung
[11] MBI-GS; (n = 65/65) Memory and concentration scale of the Euro- VG > KGa Korrelation nicht signifikant
quest
[17] MBI; (n = 16/16) Cog. Failure Questionnaire VG > KGa Nicht untersucht
a
Personen mit Burnout-Symptomen berichteten signifikant mehr kognitive Fehleistungen/Gedächtniseinschränkungen

bei Personen mit Burnout-Symptomen signifikant gleichbarkeit und Aussagekraft einschränken könnte
verbessert hat [11, 16] (siehe Tab. 2). [19].
Die Erhebungsinstrumente von Burnout-Sympto-
Subjektive Gedächtniseinschränkungen/Kognitive men sind kritisch zu hinterfragen. Zwölf der 16 Stu-
Fehlleistungen dien verwendeten den MBI als Diagnoseinstrument,
wobei unterschiedliche Cut-off-Werte bzw. ein Medi-
Personen mit Burnout-Symptomen klagen häufiger an-Split verwendet wurden. Die verbleibenden vier
über Gedächtniseinschränkungen und das Auftreten Studien verwendeten den SMBQ, die Tedium Mea-
kognitiver Fehlleistungen als Gesunde [6, 9, 11, 17]. sure oder eine ärztliche Einschätzung. Daher ist in
Der erwartete Zusammenhang zwischen dem Ausmaß Frage zu stellen, ob und in welchen Ausmaß die un-
der subjektiv wahrgenommenen Einschränkung und tersuchten Gruppen an Burnout-Symptomen litten.
der tatsächlichen Leistung in den kognitiven Tests Bei den meisten Studien wurden mögliche Differen-
konnte jedoch nur zum Teil bestätigt werden [6, 9] tialdiagnosen (Depression, Bipolare Störung, Angster-
(siehe Tab. 3). Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass krankung etc.) außer Acht gelassen, welche ebenfalls
sich bei Besserung der Burnout-Symptomatik die einen erhöhten Burnout-Wert erzeugen könnten und
subjektive Einschätzung der Einschränkungen ver- mit Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähig-
bessert, die objektive Leistungseinschränkung jedoch keit einhergehen [19, 29]. Das Vorliegen einer Depres-
bestehen bleibt [16, 17]. sion wurde in zwölf Studien erhoben [2–4, 6, 9, 11–17],
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich fünf von diesen schlossen betroffene Personen aus
die inkonsistente und undifferenzierte Definition so- [4, 9, 14, 15, 17], in sechs Studien wurde die Erkran-
wie die uneinheitliche Diagnostik von Burnout-Symp- kung in den statistischen Analysen berücksichtigt [2,
tomen auch in den Ergebnissen der begutachteten 3, 11–13, 16]. Nur sechs der 16 Studien erhoben das
Studien widerspiegelt. Das Auftreten kognitiver Be- Vorliegen anderer psychiatrischer Diagnosen [2, 9, 10,
einträchtigungen bei Personen mit Burnout-Sympto- 12, 13, 17]. Für zukünftige Studien sollte eine ausführ-
men scheint eminent, eine genaue Ortung der betrof- liche Differenzialdiagnostik mittels strukturiertem kli-
fenen Funktionen erweist sich jedoch als schwierig, nischen Interview und dem Einsatz mehrerer Burn-
da sich zum Teil sogar widersprüchliche Ergebnisse out Inventare (MBI, SMBQ, TM, etc.) angestrebt wer-
zeigen (siehe Tab. 1, 2 und 3). den. Zusätzlich wurden weitere Variablen, die sich un-
abhängig von Burnout-Symptomen auf die kogniti-
Mögliche Gründe für die heterogenen Befunde ve Leistungsfähigkeit auswirken können, nur teilwei-
se berücksichtigt. Kontrollgruppen wurden nur selten
Die untersuchten Stichproben können aufgrund ihrer bezüglich Alter, Bildung und Geschlecht mit der Burn-
Inhomogenität schwer verglichen werden, da so- out-Gruppe ausbalanciert. Die Einnahme von Drogen
wohl nicht-klinische Stichproben [2, 3, 5–7, 10], als wurde nur von einer Studie erfasst [9]. Die Einnahme
auch ProbandInnen mit klinisch relevantem Burn- von psychopharmakologischen Medikamenten wurde
out-Symptomen untersucht wurden [4, 9, 12–15, 17]. von sechs Studien mitberücksichtigt [4, 12–16]. Weite-
Daraus ergibt sich ein unterschiedlicher Schwergrad re Variablen, die Einfluss auf kognitive Fähigkeiten ha-
der Burnout-Symptome und folglich auch der kogni- ben können, wie beispielsweise Schlafqualität, Koffe-
tiven Einschränkungen. ProbandInnen mit leichten in-, Tabak- oder Alkoholkonsum oder Adipositas wur-
Burnout-Symptomen befinden sich eventuell in ei- den bisher nicht berücksichtigt.
nem früheren Burnout-Stadium und sind noch von
hohem Leistungsanspruch und Perfektionismus ge- Ursachen für kognitive Beeinträchtigungen
prägt [2], sodass ein vorhandener Unterschied in
einer nicht-klinischen Burnout-Gruppe verborgen 1. Biologische Faktoren
bleiben kann. Darüber hinaus wurden für dieselben
kognitiven Funktionen größtenteils unterschiedliche Es wird angenommen, dass Burnout-Symptome auf-
Verfahren eingesetzt (Tab. 1, 2 und 3), was die Ver- grund einer lange andauernden Stressphase ohne

K Kognitive Defizite beim Burnout-Syndrom – Ein Überblick


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Möglichkeit auf ausreichende Erholung bzw. Stressbe- on dauerhaft beeinträchtigen. In Übereinstimmung


wältigung entstehen [1]. Zahlreiche Studien konnten damit zeigten Untersuchungen, dass Personen mit
den Einfluss von dauerhaftem Stress auf verschiedene Burnout-Symptomen nach expliziten [14] oder im-
Gehirnstrukturen und kognitive Funktionen nachwei- pliziten [15] Motivierungsmaßnahmen, die bei Ge-
sen [27]. Ein Verbindungsglied zwischen Stress und sunden zu einer Verbesserung der Leistung führten,
kognitiven Funktionen sind u. a. die Corticosteroide ihre Leistung nicht verbesserten. Eine weitere Stu-
[30]. Verschiedene Studien zeigten Zusammenhän- die zeigte, dass Personen mit Burnout-Symptomen
ge zwischen dem Glucocorticoid-Spiegel und einer nicht, wie vom Autor zunächst vermutet, Strategien
generellen Verringerung des Gehirngewichts [31], so- einsetzen, welche sie vor Erschöpfung schützen, sie
wie spezifischen Atrophien in Gehirnregionen, die jedoch in ihrer Leistungsfähigkeit einschränken [36].
mit Exekutiven Funktionen (z. B. präfrontaler Kortex Die untersuchten Personen zeigten eine schlechtere
[32]) und mit verschiedenen Gedächtnis- und Abruf- Leistung und waren trotzdem körperlich und geistig
prozessen assoziiert werden (z. B. Hippocampus [27, erschöpfter als die gesunde Kontrollgruppe [36]. Dies
30]). spricht für permanente motivationale und kognitive
Ein 2011 verfasster Review-Artikel [33] kommt al- Defizite, die nicht durch einfache Maßnahmen (Be-
lerdings zum Resultat, dass es derzeit keinen klaren lohnung und Motivierung) aufgehoben oder durch
Nachweis für Biomarker (u. a. Glucocoritcoid-Spie- eine „energieschonende“ Herangehensweise erklärt
gel) gibt, die eindeutig mit Burnout-Symptomen in werden können.
Verbindung gebracht werden können. In diesem For-
schungsbereich zeigt sich – wie bei der Kognition – Konklusion
das Problem, dass die Ergebnisse teils widersprüch-
lich sind, sehr unterschiedliche Messmethoden für Die bisherigen Forschungsergebnisse im Bereich der
die Burnout-Diagnostik und für die Biomarker ver- kognitiven Einschränkungen bei Personen mit Burn-
wendet wurden und die Studien folglich sehr schwer out-Symptomen zeigen ein unklares Bild. Die Autor-
vergleichbar sind. Innen der 16 analysierten Studien kommen zu dem
Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen Burnout-
2. Motivationale Faktoren Symptomen und Veränderungen in der kognitiven
Leistungsfähigkeit besteht. Bei der Lokalisation die-
Der Einfluss der Motivation von Personen mit Burn- ser Beeinträchtigungen herrscht jedoch Uneinigkeit.
out-Symptomen auf ihre kognitive Leistungsfähig- Zusätzlich ist nicht klar, ob die Veränderungen durch
keit sollte nicht außer Acht gelassen werden. Laut die Burnout-Symptome oder durch andere Faktoren
Van Vegechel [18] steht vor allem das prominente (Depression, Schlafprobleme, Medikamenteneinnah-
Merkmal des Burnout-Syndroms, die emotionalen Er- me, etc.) zustande kommen. Kognitive Defizit, wel-
schöpfung, in Zusammenhang mit einer verringerten che von den meisten StudienautorInnen gefunden
Arbeitsmotivation, erzeugt durch ein, über längere wurden, betrafen die Exekutiven Funktionen (v. a. Ar-
Zeit wahrgenommenes, Ungleichgewicht zwischen beitsgedächtnis, Aktualisieren und Überwachen von
Anstrengung und Belohnung (Effort-Reward-Inbal- Gedächtnisinhalten und Hemmung automatischer/
ance [34]). Dieser Annahme folgend, würden Perso- dominanter Antworten) und die Daueraufmerksam-
nen mit Burnout-Symptomen bei der Durchführung keit. Die Merkfähigkeit scheint teilweise beeinträchtigt
von kognitiven Tests keine ausreichende Belohnung zu sein (prospektives und semantisches Gedächtnis).
erwarten, da sie in der Vergangenheit immer wieder Dies wurde bisher jedoch erst von einer Studie un-
die Erfahrung gemacht hatten, dass gezeigte Anstren- tersucht. Bei der visuellen und verbalen Merkfähig-
gung nicht entsprechend belohnt wird. Das Vorliegen keit gibt es Hinweise für und gegen das Vorliegen
dieser negativen Erwartung könnte die verminderte einer Beeinträchtigung. Interessant sind die Ergeb-
Leistungsmotivation, die schnelle Erschöpfung und nisse zur subjektiven Wahrnehmung von kognitiven
folglich auch die kognitive Leistungsminderung bei Einschränkungen bei Personen mit Burnout-Symp-
Personen mit Burnout-Symptomen erklären. Eine Un- tomen. Es konnte nachgewiesen werden, dass die
tersuchung zu diesem Thema konnte jedoch zeigen, subjektive Wahrnehmung nicht mit der tatsächlichen
dass Personen mit Burnout-Symptomen, auch wenn Einschränkung zusammenhängt. Personen schätzen
sie eine finanzielle Entlohnung oder ein positives ihre eigene kognitive Leistungsfähigkeit folglich oft
Feedback für die Teilnahme erhalten (Gleichgewicht falsch ein.
zwischen Anstrengung und Belohnung) ihre Leistung Rückschlüsse auf einen kausalen Zusammenhang
nicht verbessern [14]. zwischen den kognitiven Beeinträchtigungen und
Die Veränderung der Motivation könnte durch Burnout-Symptomen können nicht gezogen werden,
biologische Faktoren (mit-)beeinflusst werden. Nach da bisher vor allem Querschnittstudien durchgeführt
einer Annahme von Boksem [35] können dauerhafte wurden. Zwei Studien, in denen die Entwicklung der
Stressphasen, in denen die Erschöpfung übergangen kognitiven Einschränkung bei bereits bestehendem
wird, zu Änderungen im dopaminergen und moti- Burnout-Symptomen mittels Längsschnittstudie un-
vationalen System führen und damit die Motivati- tersucht wurde [16, 17], zeigten, dass auch bei Remis-

Kognitive Defizite beim Burnout-Syndrom – Ein Überblick K


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sion der Burnout-Symptome geringfügige kognitive 10. Orena E, Caldiroli D, Cortellazzi P. Does the Maslach Burn-
Einschränkungen bestehen bleiben. Die Dauer der out Inventory correlate with cognitive performance in
anesthesia practitioners? A pilot study. Saudi J Anaesth.
Studien ist mit sechs Wochen bzw. zwei Jahren jedoch
2013;7:277.
relativ kurz und zu Beginn der Studien litten die un- 11. Österberg K, Karlson B, Hansen ÅM. Cognitiveperformance
tersuchten Personen bereits an Burnout-Symptomen. in patients with burnout, in relation to diurnal salivary
Längsschnittstudien, in denen zunächst gesunde Per- cortisol. Stress. 2009;12:70–81.
sonen an Arbeitsplätzen mit hohen Anforderungen 12. Sandström A, Peterson J, Sandström E, Lundberg M,
untersucht werden, sind notwendig, um die einzel- Nystrom IR, Nyberg L, Olsson T. Cognitive deficits in re-
nen Entstehungsfaktoren und Folgeerscheinungen lation to personality type and hypothalamic-pituitary-ad-
renal (HPA) axis dysfunction in women with stress-related
von Burnout-Symptomen genau untersuchen zu kön-
exhaustion. Scand J Psychol. 2011;52:71–82.
nen. Darüber hinaus sollte in zukünftigen Studien 13. Sandström A, Rhodin IN, Lundberg M, Olsson T, Nyberg L.
auf eine ausführliche Burnout-Diagnostik, kombi- Impaired cognitive performance in patients with chronic
niert mit einer sorgfältigen Differenzialdiagnostik, burnout syndrome. Biol Psychol. 2005;69:271–9.
geachtet werden. Faktoren, welche die kognitiven Fä- 14. van Dam A, Keijsers GP, Eling PA, Becker ES. Testing
higkeiten im Allgemeinen beeinflussen können, z. B. whether reduced cognitive performance in burnout can
Schlaf, Adipositas, Medikamenteneinnahme, Alko- be reversed by a motivational intervention. Work Stress.
2011;25:257–71.
hol-, Zigaretten- und Drogenkonsum sollten erhoben
15. van Dam A, Keijsers GP, Verbraak MJ, Eling PA, Becker ES.
und berücksichtigt werden. Zuletzt scheinen spezifi- Burnout patients primed with success did not perform
sche und genaue neuropsychologische Testverfahren better on a cognitive task than burnout patients primed
nötig, um die feinen Beeinträchtigungen kognitiver with failure. Psychology. 2012;03:583–9.
Prozesse erfassen zu können. Die simultane Erfassung 16. Österberg K, Karlson B, Malmberg B, Hansen Å. A follow-up
von verschiedenen Biomarkern würde die Burnout- ofcognitiveperformanceanddiurnalsalivarycortisolchan-
Forschung im kognitiven Bereich komplettieren. ges in former burnout patients. Stress. 2012;15:589–600.
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Kognitive Defizite beim Burnout-Syndrom – Ein Überblick K