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 Entstanden ist die vermittelnde Methode in der 50er-Jahren in

Deutschland, als viele ausländische Arbeiter ins Land kamen, die


zum einen – selbstverständlich – erwachsen waren und zum
anderen oft schon eine oder mehrere Fremdsprachen gelernt hatten.
 Die vermittelnde Methode versuchte verschiedene Methodiken, die
sich in der Vergangenheit herausgebildet hatten, miteinander zu
verschmelzen. Aus der Grammatik-Übersetzungs-Methode wurde
vor allem der Ansatz der geistigen Bildung des Lerners, also das
humanistische Grundkonzept des Heranbildens der eigenen
Persönlichkeit übernommen.
 Die Übungen sind außerdem nicht frei zu lösen, ihre Ergebnisse
sind hundertprozentig determiniert – ein Grundprinzip, dass
sowohl der Grammatik-Übersetzungs- als auch der
audiolingualen/audiovisuellen Methode
 Dass es vorteilhaft sein kann, grammatische Regularitäten explizit
zu thematisieren, wurde oben schon erwähnt. Folglich ist der
Rückgriff auf die Grammatik-Übersetzungs-Methode in dieser
Hinsicht nicht zu kritisieren. In der vermittelnden Methode
werden, was als durchaus positiv einzuschätzen ist, alle vier
Fertigkeiten geschult. Doch bleibt das starre Raster der Übungen,
welches dem Lerner keinen Freiraum lässt, sich eigenständig zu
äußern, ein Wermutstropfen, der gleichwohl allen bis hierher
vorgestellten Methoden anhing.
 Dass das Übungsschema aber noch stark an der Grammatik-
Übersetzungs-Methode angelehnt war, zeigt ein Abschnitt aus dem
viel verwendeten Lehrbuch Deutsche Sprachlehre für Ausländer
von Griesbach und Schulz. Hier ein Ausschnitt aus einer Übung zu
den Präpositionen: 1. Wir fahren mit unsere– Fahrräder– um d–
Stadt. 2. Das Auto fährt gegen d– Haus. 3. Heute gehe ich ohne
mein– Freund zu d– Universität, denn er arbeitet für seine–
Prüfung. 4. Meine Tante fährt mit d– D-Zug durch d– Land. […]
10. Nach d– Essen kocht die Mutter Kaffee für ihr– Gast.25