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6/26/2020 Ayahuasca – Wikipedia

Ayahuasca
Ayahuasca, Yagé [jaˈhe], Yajé [jaˈhe], Natem, Cipó, Daime,
Hoasca (und andere) sind Namen für einen psychedelisch
wirkenden Pflanzensud aus der Liane Banisteriopsis caapi und N,N-
Dimethyltryptamin-haltigen Blättern des Kaffeestrauchgewächses
Psychotria viridis. In manchen Fällen ist mit der Bezeichnung
Ayahuasca auch nur die Liane Banisteriopsis caapi gemeint. Der
Sud enthält Harman-Alkaloide, die als Monoaminooxidase-Hemmer
wirken und so den Abbau des Halluzinogens N,N-
Dimethyltryptamin (DMT) verlangsamen. Die Angehörigen diverser
Amazonas-Ethnien gebrauchen Ayahuasca in rituellen religiösen Ayahuasca-Zubereitung
Zeremonien, um sich in einen Trance-Zustand zu versetzen. Der
Gebrauch ist im amazonischen Brasilien, Bolivien, Peru, im
Orinocodelta von Venezuela bis an die Pazifikküste von Kolumbien und Ecuador verbreitet.[1][2] Zudem
sind im 20. Jahrhundert in Brasilien diverse Ayahuasca-Religionen entstanden, darunter União do
Vegetal, Barquinha und Santo Daime, die in den Städten von der Mittelschicht frequentiert werden und
inzwischen auch international präsent sind.[3][4] Der religiöse Gebrauch ist in Brasilien rechtlich
garantiert und in den USA durch eine Entscheidung des Supreme Court seit 2006 legalisiert.[5]

Inhaltsverzeichnis
Eigenschaften
Chemische Inhaltsstoffe
Analytik
Verwendung
Gebrauch im kulturellen Kontext
Neuartiger Gebrauch
Zubereitung
Bedeutung des Namens
Wirkung im Menschen
Wirkung
Nebenwirkung
Geschichte
Forschung
Rechtsstatus
Deutschland
Schweiz
Peru
Brasilien
USA
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Kanada
Schia
Konvention über psychotrope Substanzen
Studien
Dokumentationen
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Eigenschaften
Ayahuasca ist, je nach Zubereitung, ein faulig-bitter oder süßlich
schmeckendes Getränk. Die Farbe ist üblicherweise bräunlich, was
sich aber durch beigemischte Zutaten verändern kann. Der Trank ist
ein wässriger Auszug aus der Liane Banisteriopsis caapi unter
Zugabe von DMT-haltigen Pflanzen. Typische pflanzliche
Beimischungen sind Psychotria viridis (Chacruna), Psychotria
carthagenensis und Diplopterys cabrerana (Chaliponga).[2]

Chemische Inhaltsstoffe
Zubereitung von Ayahuasca in der
Folgende chemische Inhaltsstoffe lassen sich in Ayahuasca, je nach Napo-Region von Ecuador
Beimischung, in unterschiedlichen Mengenanteilen finden:
Dimethyltryptamin, 5-MeO-DMT, Harmin, Harmalin,
Tetrahydroharmin, Bufotenin, N-Methyltryptamin, Harmalol,
Harmol, 2-Methyl-1,2,3,4-tetrahydro-β-carbolin (2-MTHBC), DMT-
NO, d4-5-MeO-DMT, Harmin-N-oxid, Harminamid, Harminsäure,
Harminsäuremethylester, Harmalinsäure, 6-Methoxytryptamin,
Banistenosid A, Banistenosid B, Acetylnorharmin,
Ketotetrahydronorharmin, Tetrahydronorharmin, Shihunin und
Dihydroshihunin.[6][7][8][1]

Analytik
Aufkochen des Ayahuasca in der
Die Inhaltsstoffe der Ayahuasca-Zubereitungen können durch die Napo-Region von Ecuador
Kopplung der HPLC oder Gaschromatographie mit der
Massenspektrometrie nach angemessener Probenvorbereitung in
verschiedenen Untersuchungsmaterialien qualitativ und quantitativ bestimmt werden.[9][10] Bei
Anwendung der Gaschromatographie kann auch die Dampfraumanalyse zur Anwendung kommen.[11]

Verwendung

Gebrauch im kulturellen Kontext

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Die indigenen Völker des Amazonasbeckens und Mestizos ("Mischlinge")


gebrauchen Ayahuasca in rituellen und religiösen Zeremonien, um in einen
qualitativ veränderten Wachbewusstseinszustand zu geraten. Sie glauben
unter anderem, dadurch Geister und Ahnen zu treffen, in die Zukunft zu
blicken oder Lösungen und Heilwege für Krankheiten und psychosoziale
Konfliktlagen zu finden. Ayahuasca wird dafür häufig von Curanderos,
Ayahuasceros oder Vegetalistas (Heilkundige in traditioneller Amazonas-
oder Andenmedizin) für die Heilung von Krankheiten benutzt. Der
Gebrauch ist von den Anden und der Pazifikküste bis weit hinein nach
Brasilien verbreitet und von Kolumbien über Ecuador und Peru bis nach
Argentinien.[1] Für die Schamanen ist die Wirkung des Tranks nicht auf
einen Wirkstoff zurückzuführen, sondern auf die Pflanzenseelen, die sich
den Menschen unter Ayahuasca-Einfluss als Lehrmeister offenbaren.[1] Fertiges Gebräu

In verschiedenen aus Brasilien stammenden Religionen wird das


Entheogen Ayahuasca als Sakrament in Ritualen eingenommen. Hierzu gehören als größte Gemeinden
die União do Vegetal und Santo Daime sowie die kleinere Barquinha. Durch das Trinken des Tees,
gesungene Gebete und gemeinschaftliche rituelle Tänze wird ein qualitativ veränderter
Wachbewusstseinszustand erzeugt, der die Wahrnehmung der spirituellen Realität ermöglichen soll.

Neuartiger Gebrauch

Das Phänomen Ayahuasca unterliegt seit dem Ende der 1990er Jahre einer globalisierenden
Entwicklung. Einige berühmte Persönlichkeiten, wie beispielsweise der Popsänger Sting in seiner
Biografie und in Fernsehinterviews, berichten öffentlich über ihre persönlich-biografischen und
spirituellen Ayahuascaerfahrungen. Es entwickelte sich ein westlicher Ayahuascatourismus, wodurch im
oberen Amazonasgebiet, vorwiegend in Peru, florierende "Heilungszentren" entstehen, die meist US-
amerikanischen Besitzern gehören und lokale mestizische Schamanen in Honorartätigkeit bezahlen oder
anstellen. Die Angebote richten sich nicht selten an die Erwartungen des westlichen Publikums an eine
vermeintliche Authentizität indianisch-schamanischer Spiritualität und Weisheit. Dabei kommt es für
das ausländische Publikum oft zu einer nicht erkennbaren folkloristischen Retraditionalisierung, die
nicht die heutige authentische Realität mestizischer Volksmedizin widerspiegelt. Westliche
neoschamanistische und synkretische Elemente werden mit mestizischem Animismus und
Schamanismus und ostasiatischen Versatzstücken aus Buddhismus und Yoga vermischt, um den
Erwartungen des westlichen Ethnotherapie-Publikums gerecht zu werden. Ebenso ist jedoch auch die
Globalisierung von Ayahuasca in die andere Richtung zu verzeichnen, so dass sich in Nordamerika und
Europa heutzutage mehr und mehr Ayahuascaangebote finden lassen, teilweise durch südamerikanische
Schamanen, die dort Seminare und Retreats anbieten, teilweise durch westliche Neoschamanen,
westliche alternative Psychotherapeuten und Ayahuasca-Kirchen, bzw. deren globalisierte Ableger.[12]

Ayahuasca-Tourismus und Ayahuasca-Business werden von Ethnologen teilweise heftig als


Kulturkolonialismus kritisiert, da, vom ethnologisch meist ungeschulten Ayahuasca-Touristen
unbemerkt oder ignoriert, egalitäre soziale Strukturen durch die kommerzielle Vermarktung weiter
zerstört werden. Konkurrenzdruck und Gewalt zwischen Touristen-Schamanen und gegenüber diesen
nehmen hinter der Kulisse von Heilungszentren zu. Komplexe Heilsysteme des Amazonas-Vegetalismus
werden auf den Aspekt des psychedelisch-spirituellen Ethnodrogenkonsums reduziert. Ayahuasca wird
dabei als vermeintlich jahrtausendealte Heilungsmethode für nahezu alles übergeneralisiert.[13]

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Psychotherapeutische und medizinische Potentiale, Risiken und pharmakologische Wirkeigenschaften


von Ayahuasca werden seit Mitte der 1990er-Jahre auch mit modernen wissenschaftlichen Methoden
erforscht, häufig mit dem Ziel, den Gebrauch aus dem traditionellen schamanischen Kontext zu lösen
und für ganz bestimmte Störungsbilder wie beispielsweise chronische posttraumatische
Belastungsstörung, Abhängigkeitserkrankungen und therapieresistente Depressionen innerhalb der
westlichen Psychotherapie nutzbar zu machen. Führende Forschungen auf diesem Gebiet kommen meist
aus Brasilien, USA, Kanada und Spanien. Wichtige Forschungsorganisationen sind MAPS[14] und die
Beckley Foundation.[15] In Südamerika gibt es niedergelassene Ärzte, Psychotherapeuten und
Therapieeinrichtungen, die mit Schamanen kooperieren und Ayahuascaerfahrungen als integrativen
Bestandteil ihrer Psychotherapien anbieten oder vermitteln, beispielsweise das vom französischen Arzt
Jacques Mabit gegründete Therapiezentrum Takiwasi[16][17][18] aus Tarapoto in Peru, das seit 1992
westliche Langzeitentwöhnungstherapie bei Abhängigkeitserkrankungen in Kombination mit
traditioneller Amazonasmedizin und Ayahuasca anbietet.

Zubereitung

Zur Herstellung von Ayahuasca werden hauptsächlich folgende Pflanzen verwendet:[2][7]

Ayahuasca-Liane (Banisteriopsis caapi), die Harman-Alkaloide enthält

sowie:

Chacruna (Psychotria viridis) oder


Chaliponga (Diplopterys cabrerana), in denen DMT enthalten ist.

Die verwendeten Pflanzen und Wurzeln werden bis zu drei Tage zu einem Sud ausgekocht.

Bei den Siona im kolumbianischen Amazonasgebiet wurden achtzehn verschiedene Yagé-Arten


untersucht, von denen elf nach verschiedenen Tieren benannt sind. Banisteriopsis caapi wird von den
Sikuani als Juipa bezeichnet. Eine Art davon heißt Sisipi-Juipa (Yagé-Kolibri), da Kolibris den Nektar
aus seinen Blüten trinken. Das Tigri-Husaca heißt so, weil Jaguare angeblich oft seine Blätter fressen.
Auch die Anaconda soll sich vom Yagé ernähren, bei dessen Konsum man ihr wiederum begegne.

Aus den Samen der Pflanze Anadenanthera peregrina, auch Dopa oder Yopo genannt, wird ein
Schnupfpulver hergestellt, das man inhaliert, wenn man zuvor die geröstete Wurzel von Banisteriopsis
caapi gekaut hat. Die durch westlichen Drogentourismus bekannte Rezeptur aus den oben genannten
zwei Bestandteilen scheint in Bezug auf das Yagé zu kurz gegriffen, da das komplexe schamanische
Stammeswissen der verschiedenen Amazonasvölker für unterschiedliche Zwecke ganz verschiedene
Rezepte und Zubereitungsriten kennt. Es können zahlreiche andere Pflanzen wie Brugmansia
suaveolens oder Brugmansia candida hinzugefügt werden, um bestimmte Wirkungen zu verstärken
oder zu vermindern.

Bedeutung des Namens

Der Begriff Ayahuasca stammt aus der indigenen Sprache des nördlichen Quechua und bedeutet
übersetzt „Liane der Geister/Toten/Ahnen“ oder „Ranke der Seelen“/„Seelenranke“. Alternative
Bezeichnungen sind Yagé, liana del muerto (spanisch), la purga (spanisch), la medicina (spanisch),
daime, natem (Shuar/Achuar), mii oder mihi (Huaorani), iyaona (Zapara), caapí, hoasca Quechua,
vegetal (spanisch), dapa, natema, shuri, kamalampi, pinde, kaji.[19][20][21]

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Wirkung im Menschen

Wirkung

Die Wirkung variiert durch die Art der Banisteriopsis-Liane und der beigemischten Pflanzen.
Typischerweise stellen sich nach dem Konsum des bitteren Gebräus psychedelische Zustände ein.[22][23]
Der Bewegungsapparat bleibt meist kontrolliert, jedoch kann die bewusste Motorik eingeschränkt sein.
Das Auftreten einer Abhängigkeit durch Einnahme von Ayahuasca wurde als gering eingeschätzt.[22]

Nebenwirkung

Bekannte und häufige akute Wirkungen sind Erbrechen, Durchfall oder Schweißausbrüche, wobei diese
Symptome traditionell häufig nicht als Nebenwirkungen, sondern als beabsichtigte Hauptwirkung
angesehen werden, die in Kombination mit den psychischen Effekten eine umfassende spirituell-psycho-
physische Reinigung bewirken sollen. Es kann zu einer verminderten Kontrolle der Motorik kommen
sowie zu Gleichgewichtsstörungen und Schwindel. Angstzustände und vorübergehende psychotische
Zustände können bei unsachgemäßer Anwendung ausgelöst werden. Dem Gebrauch von Ayahuasca liegt
eine gewisse Unsicherheit in den Ergebnissen zu Grunde. Die Reaktionen während Ayahuasca-
Zeremonien rangierten zwischen dem tiefen Zustand der Ruhe und gequältem Schreien um
Vergebung.[22][24][25] Menschen, bei denen psychotische oder manische Episoden in der persönlichen
oder familiären Krankheitsgeschichte vorkamen, wird davon abgeraten, Ayahuasca zu trinken.[26]

In Kombination mit Medikamenten oder anderen Drogen kann auf Grund der Monoaminooxidase-
hemmenden Wirkung von Ayahuasca Lebensgefahr bestehen.[27] Im Zusammenhang mit Ayahuasca-
Ritualen ist darüber hinaus immer wieder von sexuellem Missbrauch, Verletzungen und tödlichen
Unfällen berichtet worden. Ein australischer Fernsehjournalist, der dem Tod eines 2015 bei einem Ritual
im peruanischen Amazonas-Regenwald verstorbenen Neuseeländers nachging, berichtete Anfang 2017
von mindestens fünf bekannten Todesfällen in Peru seit dessen Tod. Ob die Todesfälle ursächlich auf die
Einnahme des Ayahuascas zurückzuführen sind, ist dabei unklar. Nicht selten wird vor Ayahuasca-
Zeremonien konzentrierter Tabaksaft (aus nikotinreichem Bauerntabak, auch Mapacho genannt)
verabreicht, der in Kombination mit dem Trinken von mehreren Litern Wasser Erbrechen auslösen soll
und als vorherige innere Reinigung gilt. Es besteht dabei das Risiko einer Nikotinvergiftung, die unter
Umständen tödlich enden kann. Ein Problem ist offensichtlich, dass beim seltenen Auftreten schwerer
Nebenwirkungen eine wirksame medizinische Notfallversorgung vor Ort nicht gewährleistet ist oder
vom medizinisch kaum geschulten Personal nicht rechtzeitig erkannt wird.[28]

Siehe auch: Wechselwirkungen bei Monoaminooxidase-Hemmern

Geschichte
Die ältesten Nachweise für die Kombination von Harman-Alkaloiden und Dimethyltryptamin in
Südamerika wurden in einem 1000 Jahre alten Ritualbündel in den Hochland-Anden
gefunden.[29][30]
1851 wurde die Liane im brasilianischen Dschungel vom britischen Botaniker Richard Spruce
identifiziert und erforscht. Zwei Jahre später wies er in seiner Veröffentlichung Notes Of A Botanist
On The Amazon And The Andes auf die halluzinogene Wirkung der Pflanze hin, schob diese
allerdings auf beigemischte Zusätze. Diese Einschätzung von Spruce ist zutreffend, da die

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halluzinogene Wirkung von Ayahuasca aus dem DMT von Psychotria viridis und nicht aus der Liane
resultiert.
1966 wurden die Pflanzenteile genauer untersucht, und die stark psychoaktiv wirkenden Alkaloide
Harmin, Harmalin, Tetrahydroharmin sowie DMT als Verursacher des veränderten
Bewusstseinszustands erkannt.
1986 ließ sich Loren S. Miller die für die Herstellung von Ayahuasca benötigte Lianenart
Banisteriopsis caapi patentieren (US-Patentnummer: US PP5,751 P).[31] Er behauptet hierzu, der
Entdecker der Pflanze zu sein.
1986 autorisierte die brasilianische Betäubungsmittel-Behörde CONFEN (Conselho Federal de
Entorpecentes) über die Resolutionen 6 und 7 die religiöse Nutzung von Ayahuasca, nachdem der
Pflanzensud zwischen 1985 und 1986 verboten war.[32]
1999 wurde Ayahuasca als geistiges Eigentum indigener Völker anerkannt und das Patent
aufgehoben.
2001 trat das Patent wieder in Kraft, was viele Proteste auslöste und als Beispiel für die Ausbeutung
indigener Kulturen gilt. Völkerrechtlich ist das Patent unwirksam.
2006 erfolgte die Entscheidung des Supreme Court der USA: Ayahuasca wurde für den rituellen
religiösen Gebrauch freigegeben.[33]
2008 erhielt Ayahuasca in Peru mit der Resolución Directoral Nacional No.836/INC den Status eines
nationalen Kulturerbes.[34]
2011 fanden zum 50. Jahrestag der Gründung einer der brasilianischen Ayahuasca-Religionen,
Uniao do Vegetal, am 22. Juli 1961 im brasilianischen Parlament[35][36] sowie in den Landtagen
mehrerer Bundesstaaten Sondersitzungen zur Ehrung der Religion statt. In einigen Bundesstaaten
wurde der 22. Juli als neuer gesetzlicher Feiertag („Tag des Friedens“) eingeführt.[37]

Forschung
Die Abteilung für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg führte einen
Forschungsbereich Ayahuasca / Santo Daime, im Rahmen dessen im Mai 2008 die dreitägige
Konferenz The globalization of Ayahuasca – An Amazonian psychoactive and its users
stattfand.[38][39]

Gegenwärtig (Stand 2017) ist jedoch keine nennenswerte universitäre Forschungsaktivität aus
Deutschland zu verzeichnen. Jedoch gibt es eine sehr aktive Forschungsgemeinde in Brasilien, den USA,
Kanada und Spanien. Seit dem Ende der 1990er Jahre gibt es einen Boom an Veröffentlichungen von
Forschungsartikeln, wie in der Forschungsdatenbank PubMed unter dem Stichwort Ayahuasca zu
ersehen ist.

Rechtsstatus

Deutschland

Die im Pflanzensud Ayahuasca enthaltenen Wirkstoffe DMT und 5-MeO-DMT sind in der Anlage I des
Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt und sind somit nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel. Der
Umgang ohne Erlaubnis ist strafbar.

Schweiz

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Die in Ayahuasca enthaltene Chemikalie N,N-Dimethyltryptamin ist im Verzeichnis d (verbotene


Substanzen) des Anhangs 5 BetmVV-EDI (SR 812.121.11) aufgeführt und fällt somit gemäß Art. 3 Abs. 2
lit. d BetmKV (SR 812.121.1) unter das schweizerische Betäubungsmittelgesetz (SR 812.121). Das
Obergericht des Kantons Zürich hat mit Beschluss vom 24. Januar 2014 die Rechtmäßigkeit der
Einziehung und Vernichtung von Ayahuasca bestätigt (ZR 113 (2014) Nr. 7, S. 23ff.).

Peru

Der traditionelle Gebrauch der bekannten Kombination von Ayahuasca (Banisteriopsis caapi) mit
Chacruna (Psychotria viridis) ist in Peru seit 2008 als nationales Erbe (patrimonio nacional) durch die
Resolución ministerial 836 del INC geschützt. Ziel war es, die auf der Ayahuasca-Praxis basierende
Identität und Kontinuität indigener Volksgruppen zu schützen, die auf dem therapeutischen Effekt
basieren. Explizit wird der Gebrauch als wissende Pflanze oder Lehrerin benannt, die Initiierten die
Fundamente der Welt und ihre Komponenten eröffnet und den privilegierten Trägern der Kultur das
Eintreten in die spirituelle Welt und ihre Geheimnisse ermöglicht. Der touristische Gebrauch ist in Peru
unreguliert.[40]

Brasilien

In Brasilien darf Ayahuasca ausschließlich für den religiösen Gebrauch verwendet werden. Der
Pflanzensud darf nicht zu kommerziellen Zwecken hergestellt oder verkauft werden. Der Gebrauch ist
über die Bundesbehörde CONAD geregelt.[41]

USA

Obwohl Ayahuasca in den USA nach wie vor zu den regelungsbedürftigen Substanzen zählt, wurde vom
Obersten Gerichtshof am 21. Februar 2006 zugunsten der freien Religionsausübung entschieden.[33]

Kanada

Zugunsten der Religionsfreiheit wurde 2017 der Santo-Daime-Gemeinde Céu do Montréal das Recht
gewährt, Ayahuasca als Sakrament in ihren Ritualen zu verwenden.[42]

Schia

Eine Fatwa des Großajatollah Sayyid Sadeq Rohani befindet Halluzinogene wie Ayahuasca als halāl und
gestattet Schiiten den Gebrauch dieser unter Aufsicht von qualifizierten Experten.[43]

Konvention über psychotrope Substanzen

Weder die Pflanzen, die zu Ayahuasca verarbeitet werden (Psychotria viridis, Banisteriopsis caapi etc.),
noch das Getränk selber unterliegen der Konvention über psychotrope Substanzen von 1971.[44] Diese
Auffassung wird vom United Nations International Narcotics Control Board geteilt. Die jeweilige
nationale Rechtsprechung hingegen kann unterschiedlicher Auffassung sein.

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Studien
D. J. McKenna: Clinical investigations of the therapeutic potential of ayahuasca: rationale and
regulatory challenges. In: Pharmacology & therapeutics. Band 102, Nummer 2, Mai 2004, S. 111–
129, doi:10.1016/j.pharmthera.2004.03.002, PMID 15163593 (Review).
R. S. Gable: Risk assessment of ritual use of oral dimethyltryptamine (DMT) and harmala alkaloids.
(https://www.iceers.org/docs/science/ayahuasca/ayahuasca-paper-addiction-ja07.pdf) (PDF) In:
Addiction. Band 102, Nummer 1, Januar 2007, S. 24–34, doi:10.1111/j.1360-0443.2006.01652.x,
PMID 17207120 (Review).
P. C. Barbosa, S. Mizumoto, M. P. Bogenschutz, R. J. Strassman: Health status of ayahuasca users.
In: Drug testing and analysis. Band 4, Nummer 7–8, 2012 Jul–Aug, S. 601–609,
doi:10.1002/dta.1383, PMID 22761152 (Review).
M. Winkelman: Psychedelics as medicines for substance abuse rehabilitation: evaluating treatments
with LSD, Peyote, Ibogaine and Ayahuasca. In: Current drug abuse reviews. Band 7, Nummer 2,
2014, S. 101–116, PMID 25563446 (Review).
J. Soler, M. Elices, A. Franquesa, S. Barker, P. Friedlander, A. Feilding, J. C. Pascual, J. Riba:
Exploring the therapeutic potential of Ayahuasca: acute intake increases mindfulness-related
capacities. In: Psychopharmacology. November 2015, doi:10.1007/s00213-015-4162-0, PMID
26612618.
R. G. dos Santos, F. L. Osorio u. a.: Antidepressive, anxiolytic, and antiaddictive effects of
ayahuasca, psilocybin and lysergic acid diethylamide (LSD): a systematic review of clinical trials
published in the last 25 years. In: Therapeutic Advances in Psychopharmacology. 2016,
doi:10.1177/2045125316638008 (Review).
E. Domínguez-Clavé, J. Soler, M. Elices, J. C. Pascual, E. Álvarez, M. de la Fuente Revenga, P.
Friedlander, A. Feilding, J. Riba: Ayahuasca: Pharmacology, neuroscience and therapeutic potential.
In: Brain research bulletin. März 2016, doi:10.1016/j.brainresbull.2016.03.002, PMID 26976063
(Review).
R. G. Dos Santos, J. C. Bouso, J. E. Hallak: Ayahuasca, dimethyltryptamine, and psychosis: a
systematic review of human studies. In: Therapeutic advances in psychopharmacology. Band 7,
Nummer 4, April 2017, S. 141–157, doi:10.1177/2045125316689030, PMID 28540034,
PMC 5433617 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5433617/) (freier Volltext) (Review).

Dokumentationen
Dean Jefferys: Shamans of the Amazon, 52 min. Australien 2001
Glenn Switkes: Night of the Liana, 45 min. Brasilien 2002
Armand Bernardi: L’Ayahuasca, le Serpent et Moi, 52 min. Frankreich 2003
Jan Kounen: D’autres mondes (Other Worlds) (https://www.imdb.com/title/tt0347718/) in der Internet
Movie Database (englisch) 2004
Alistair Appleton: The Man Who Drank the Universe, 30 min. 2005
Anna Stevens: Woven Songs of the Amazon, 54 min. 2006
Rudolf Pinto do Amaral und Harald Scherz: Heaven Earth (https://vimeo.com/6404127), 60 min.
Peru/Österreich 2008
Keith Aronowitz: Metamorphosis (https://www.imdb.com/title/tt1446106/) in der Internet Movie
Database (englisch), 95 min. USA/Perú 2009
Richard Meech: Vine of the Soul: Encounters with Ayahuasca, 58 min. Canada 2010
Johannes Orthmayr: Sachamama (https://vimeo.com/40295697), 41 min. (Untertitel: Französisch,
Spanisch, Englisch, Deutsch) Perú 2009

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Rob Velez und Ross Evison: Stepping Into the Fire (https://www.imdb.com/title/tt1821618/) in der
Internet Movie Database (englisch), USA/Perú 2011
João Meirinhos: El Espejo del Espíritu / The Mirror of the Spirit (https://www.youtube.com/watch?v=w
UpcItODkuo) auf YouTube, Perú 2014

Literatur
Beatriz Caiuby Labate & Clancy Cavnar [Hrsg.]: The Therapeutic Use of Ayahuasca. Springer, 2014.
ISBN 978-3-642-40425-2 [Print]; ISBN 978-3-642-40426-9 [eBook]
Alan Shoemaker: Ayahuasca Medicine: The Shamanic World of Amazonian Sacred Plant Healing.
Park Street Press 2014. ISBN 978-1-62055-193-6
Stephan V. Beyer: Singing to the Plants: A Guide to Mestizo Shamanism in the Upper Amazon,
University of New Mexico Press, 2009, ISBN 978-0-8263-4729-9 – Englischsprachiges umfassendes
Überblickswerk über oberamazonischen Ayahuasca-Schamanismus. Phänomenologie,
pharmakologische Forschungen, neue Formen wie spiritueller Tourismus und Globalisierung wird
auch behandelt.
Frank Pfitzner: Amazonische Heilkunde in der Behandlung der Drogensucht. Eine explorative Studie,
2008, VDM-Verlag, ISBN 978-3-639-00291-1 – Der Psychologe Pfitzner untersuchte für mehrere
Jahre das Therapiekonzept der Entzugs- und Entwöhnungsklinik "Takiwasi" in Tarapoto (Peru), die
mit traditioneller schamanischer amazonischer Pflanzenmedizin im therapeutische Rahmen einer
Gruppentherapie und therapeutischen Gemeinschaft Suchtmittelabhängigkeit behandelt.
Arno Adelaars, Christian Rätsch, Claudia Müller-Ebeling: Ayahuasca – Rituale, Zaubertränke und
visionäre Kunst aus Amazonien, 2006. ISBN 978-3-03800-270-3
Govert Derix: Ayahuasca, eine Kritik der psychedelischen Vernunft. Philosophisches Abenteuer am
Amazonas, 2004, Nachtschatten-Verlag, ISBN 3-03788-127-5 – Derix trank Ayahuasca erstmals
1990, reiste in entlegene Gebiete des brasilianischen Urwalds und interviewte viele Ayahuasqueiros,
Meister und Schüler.
Carsten Balzer: Wege zum Heil, die Barquinha. Eine ethnologische Studie zu Transformation und
Heilung in den Ayahuasca-Ritualen einer brasilianischen Religion, 2003, ISBN 3-88559-083-2
Jeremy Narby: Die kosmische Schlange, 2001, ISBN 3-608-93518-5 – Ein Bericht eines
Anthropologen, der unter anderem die Erfahrungen mit dieser Pflanze beschreibt.
Ralph Metzner, PhD (Hrsg.): Ayahuasca – Hallucinogens, Consciousness, and the Spirit of Nature.
Thunder’s Mouth Press, 1999. ISBN 1-56025-160-3
Ulrich Meyerratken, Nathalie Salem: Daime – Brasiliens Kult der heilenden Kraftpflanzen. München,
Droemer Knaur 1998. ISBN 3-426-76165-3

Weblinks
Commons: Ayahuasca (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Ayahuasca?us
elang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
AYA2014 Phytochemical Analysis from the DMT-Nexus (https://www.youtube.com/watch?v=177btuw
gHas) auf YouTube; Videovortrag über die pflanzlichen Bestandteile von Ayahuasca und
Beimischungen, sowie ihrer chemischen Zusammensetzung (englisch)
Es gibt eine quasi-religiöse Sehnsucht der Menschen, etwas Überwältigendes zu erleben (https://ww
w.heise.de/tp/features/Es-gibt-eine-quasi-religioese-Sehnsucht-der-Menschen-etwas-Ueberwaeltige
ndes-zu-erleben-3392511.html) – Interview mit Henrik Jungaberle (Universitätsklinikum Heidelberg)
von Christoph Mann auf Telepolis vom 27. Dezember 2011
Stephan V. Beyer: On the Origins of Ayahuasca (https://www.singingtotheplants.com/2012/04/on-orig
ins-of-ayahuasca/) (englisch)
https://de.wikipedia.org/wiki/Ayahuasca 9/13
6/26/2020 Ayahuasca – Wikipedia

Ayahuasca (Banisteriopsis caapi). (https://web.archive.org/web/20031101094938/http://www.regenw


aldmenschen.de/deutsch/menschen/07_ritualb.htm) In: regenwaldmenschen.de. Archiviert vom
Original (https://giftbot.toolforge.org/deref.fcgi?url=http%3A%2F%2Fwww.regenwaldmenschen.de%
2Fdeutsch%2Fmenschen%2F07_ritualb.htm) am 1. November 2003.
Jörg Fuhrmann: Initiationstod im Dschungel. (http://freiraum-institut.ch/wp-content/uploads/2016/05/I
nitiationstod-im-Dschungel-neu.pdf) (PDF) – Bericht eines Ayahuasca-Natemamu-Rituals bei den
Shuar in Ecuador
Birgit Schmid: Alle trinken plötzlich Ayahuasca. Die Sehnsucht nach einem achtsamen Leben hat die
Drogen erreicht. (https://www.nzz.ch/gesellschaft/ayahuasca-abheben-im-emmental-ld.1423565) In:
nzz.ch. 30. September 2018.

Einzelnachweise
1. Dagmar Eigner, Dieter Scholz: Ayahuasca – Liane der Geister. In: Pharmazie in Unserer Zeit. 14,
1985, S. 65–76, doi:10.1002/pauz.19850140302.
2. Dennis J. McKenna, G.H.N. Towers, et al.: Monoamine oxidase inhibitors in South American
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