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UWE

BEKEMANN

GAMBITS
GEGEN
CARO-KANN

-Aggressive weiße OpferspieleUmfassende


theoretische Darstellung,
ergänzt durch 90 Partien
(kommentiert und unkommentiert)

Schachverlag Manfred Mädler - Dresden


Gambits
gegen
Caro-Kan n

- Aggressive weiße Opferspiele -

Umfassende theoretische Darstellung,


ergänzt durch 90 Partien
(kommentiert und unkommentiert)

von

Uwe Bekemann

Schachverlag Manfred Mädler Dresden


Haftunqsausschluß:

Wer arbeitet, macht Fehler. Wer sich (zum Teil) auf andere verläßt,
wiederholt Fehler anderer. Wer als Autor oder Verleger Fehlerfreiheit
garantiert, macht einen großen Fehler.

Die Ratschläge in diesem Buch sind vom Autor sorgfältig erwogen und
geprüft worden. Eine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der
schachlichen Analysen kann jedoch nicht übernommen werden.
Eine Haftung des Autors bzw. des Verlages für Personen-, Sach- und
Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Copyright:

1. Auflage 1999
© by Schachverlag Manfred Mädler, Dresden
Wägnerstr. 5 - 01309 Dresden - (0351) 3400151
Schachhaus.Maedler@t-online.de

Alle Rechte der Verbreitung auch durch Film, Funk, Fernsehen,


fotomechanische Wiedergabe und auszugsweisen Nachdruck,
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verändern sich die Varianten und werden zum Teil unspielbar! Außerdem
ist der Kauf ohnehin billiger als das Kopieren.
Wer das geistige Eigentum des Autors klaut, ist mindestens böse!

Umschlaggestaltung: Manfred Mädler


Satz: Monika Mädler

Druck: Fehldruck, Erfurt


ISBN: 3-925691-23-5

2
Vorwort:

Gambits gegen die Caro-Kann-Verteidigung. Bietet sich ausreichend


Raum, um ein komplettes Buch über dieses Thema zu schreiben?
Welchen Sinn soll es machen, der umfangreichen Caro-Kann-Literatur
ein weiteres Buch hinzuzufügen?
Das vorliegende Werk gibt Antwort auf diese Fragen.
Bei der Beschäftigung mit Gambits gegen Caro-Kann habe ich mit
Erstaunen feststellen dürfen, welch teilweise umfangreiches Material zur
Verfügung steht. Nicht nur theoretische Erkenntnisse, sondern auch
praktische Partieerfahrungen galt es zu sichten, zu ordnen und zu
bewerten. Dabei mußte vor allem Stoff beleuchtet werden, der in
gängigen Eröffnungswerken entweder kurz - und dies auch nur mehr aus
Gründen der thematischen Vollständigkeit denn zum Zwecke einer
umfassenden theoretischen Erörterung - bzw. gar nicht angesprochen
wird. Als Autor eines Standardwerkes darf man sich getrost auf die
herrschende Auffassung berufen, wonach manches Abspiel offensichtlich
unzureichend ist und deshalb keiner weiteren Beleuchtung bedarf.
Intensive und umfassende Untersuchungen seltener Nebenvarianten
sind einem Spezialwerk vorbehalten - und damit sind wir wieder beim
vorliegenden Buch. Es beschäftigt sich im Rahmen der thematischen
Vorgaben u.a. auch mit den in anderen Werken eher vernachlässigten
Abspielen, sofern sie Gambitcharakter haben. Näher betrachtet werden
jene Zugfolgen, für welche in nennbarem Umfang auch praktisches
Material zur Verfügung steht. Eher „theoretische“ Abspiele werden dem
Leser kurz in der Fundgrube/Stöberkiste präsentiert.
Die Caro-Kann-Verteidigung gilt als solide und folgt eher positionellen
Gedanken. Direkte, vehemente Angriffsaktionen gegen den feindlichen
König findet man - wenn überhaupt - erst im fortgeschrittenen Stadium
der Partie.

Dem Weißspieler, der den Kampf gegen Caro-Kann verschärfen und über
die Wahl einer Gambit-Variante die allseits gut bekannten ausgetretenen
Pfade verlassen möchte, wird mit diesem Buch die Grundlage für die
Entwicklung eigener Ideen an die Hand gegeben. Ähnliches gilt für den
Führer der schwarzen Steine, der dem stürmischen Kontrahenten Paroli
bieten möchte. Auch er findet genügend Anregungen für einen gesunden
Aufbau.
In mehr als dreijähriger Arbeit habe ich versucht, im vorliegenden Werk
die Vorzüge eines Repertoirebuchs mit jenen einer umfassenden
theoretischen Untersuchung zu verbinden. Unter dem Aspekt der
„Spurensicherung“ haben auch die überbrachten theoretischen
3
Erwägungen von Meistern der Vergangenheit Eingang in dieses Buch
gefunden. Insgesamt wird eine Vielzahl von interessanten Gambits
vorgestellt ‚ die es dem Weißspieler ermöglicht, seine Auswahl für das
eigene Eröffnungsrepertoire zu treffen.
Ich hoffe, daß der Leser die erhofften Informationen und Anregungen für
die eigene Repertoiregestaltung findet und dabei der Spaß und die
Unterhaltung nicht zu kurz kommen!

Oerlinghausen, im Februar 1999 (gleichzeitig Redaktionsschluß)

4
Einleitung:
Der Name der Verteidigung geht zurück auf die beiden Schachspieler
Horatio Caro (*1 862, +1920) aus Berlin und Marcus Kann (*1 820, +1886)
aus Wien. Während Kann die „Entdeckung“ der Verteidigung
zugeschrieben wird, führte Caro sie mit seiner Veröffentlichung eigener
Analysen zu verschiedenen Varianten in der Zeitschrift „Bruderschaft“
1886 in die Schachwelt ein. Erwähnt werden sollte noch, daß in
russischen Schachkreisen schon 1883 von S. Winawer mit 1.. .c6 auf 1 .e4
experimentiert wurde. Damit behauptet die Caro-Kann-Verteidigung ihren
eröffnungstheoretischen und turnierpraktischen Platz im Weltschach
inzwischen seit mehr als 100 Jahren. War sie in den ersten Jahrzehnten
nur vereinzelt Gast in den Turniersälen, gehört sie heute zu den häufig
anzutreffenden schwarzen Erwiderungen. Diese Entwicklung begann vor
allem, nachdem sich A. Nimzowitsch und 5. Tartakower „ihrer
angenommen hatten“.

Beliebtheit und Aktualität der Caro-Kann-Verteidigung werden auch


dadurch unterstrichen, daß sie in vielen WM-Auseinandersetzungen
(zuletzt im Wettkampf Karpow-Kamsky, Elista 1996) erfolgreich zur
Anwendung kam.
Mit 1.. .c6 und 2. .d5 will sich Schwarz Einfluß auf das Zentrum sichern, im
Gegensatz zur Französischen Verteidigung aber ohne den c8 zu
verstellen.

Während Weiß i.d.R. einen zumindest leichten Raumvorteil behält, liegen


die schwarzen Vorteile in der soliden Verteidigungsstellung. Die leicht
beengte Aufstellung seiner Figuren versucht er nach und nach u.a. durch
Abtauschaktionen zu überwinden, um im geeigneten Moment aus
sicherer Stellung heraus ein aktives Gegenspiel einzuleiten.
Der erwähnte Raumvorteil kommt dem Führer der weißen Steine
entgegen, wenn es um eine mutige Angriffsführung gegen den feindlichen
König geht.

Inwieweit aber können derartige Ansprüche auf initiatives Angriffsspiel


durch die Wahl von Gambitabspielen gegen die Caro-Kann-Verteidigung
noch unterstrichen werden?

Allgemein kann von vier Hauptmotiven für ein Gambitspiel ausgegangen


werden, die einzeln oder miteinander kombiniert den Materialnachteil in
einen Stellungsvorteil umwandeln sollen. Nachstehend sind die Motive
grafisch dargestellt:

5
Motive:fürGarnbitspiel

Entwicklungsvorsprung

Öffnung von Linien oder Diagonalen

Bauemzentrum ]
HemmunZZer9

Die überwiegende Zahl der in diesem Buch dargestellten Gambits zielt


darauf hin, zu chancenreichem Spiel durch Entwicklungsvorsprung, oft
kombiniert mit der Öffnung von Linien und Diagonalen zu gelangen. In
Einzelfällen besteht das Motiv in der Hemmung der gegnerischen
Stellung. Nur ausnahmsweise ist die Schaffung einer manifesten
Bauernstellung im Zentrum als das maßgebliche Motiv zu erkennen.
Nicht selten eröffnen sich dem Weißspieler gerade im Gambitstil
genügend Chancen, den bereits. angesprochenen Raumvorteil und das
aktivere Spiel in einen zählbaren Erfolg umzuwandeln.
Der Aufbau dieses Buches orientiert sich am ECO-Schlüssel. Beginnend
mit BIO und abschließend mit B19 werden in den einzelnen Kapiteln
jeweils die Gambits mit „einem theoretischen Unterbau“ und praktischen
Erfahrungen genauer untersucht. Illustrierende Partien runden das Bild
innerhalb jeden Abschnitts ab.
Den Abschluß findet jedes Kapitel im Öffnen unserer
Fundgrube/Stöberkiste. Dort werden sehr spezifische, sehr seltene oder
eher „theoretische“ Opfervarianten kurz behandelt.
Übrigens:
Nicht wenige der zitierten oder abgedruckten Partien sind in Landesligen,
Oberligen oder bei regionalen Meisterschaften gespielt worden. Im
Regelfall habe ich die Partie dann als Amateurpartie (AP) bezeichnet, da
sonst eine platzraubende Bezeichnung der Liga oder eine fast
unleserliche Abkürzung fällig würde, und es ohnehin mehr auf die Spieler
und die Sache ankommt, als darum, ob die Partie nun in der Oberliga X
oder der Landesliga Y gespielt worden ist. Immer dann also, wenn von
einer Amateurpartie die Rede ist, wissen wir: Die Kontrahenten stammen
aus unseren Reihen!

6
Zeichenerklärung

Ausgeglichenes Spiel.
Unklares Spiel.
Weiß steht etwas besser.

Schwarz steht etwas besser.

± Weiß steht deutlich besser

Schwarz steht deutlich besser.

Weiß steht auf Gewinn.

-+ Schwarz steht auf Gewinn.

Die materiell schwächere Partei hat Kompensation.


Ein guterZug.
!! Ein ausgezeichneter Zug.
? Ein Fehler.

?? Ein grober Fehler.


!? Ein bemerkenswerter, wahrscheinlich guter Zug.
?! Ein zweifelhafter, wahrscheinlich schlechter Zug.
+ Schachgebot.
Matt.

Abkürzungen

AP Amateurpartie FP Fernpartie
BL Bundesliga WM Weltmeisterschaft
e.p. Im Vorübergehen

7
Inhalt und Gliederung
•• 3

E IIIEI‘f1JI4iG 5

l:dEI:I1ENER1c_Id4LRLJr.tt4 7

.7

INHALT 1JIiD (LIEDERI.JNG 8

Q 10

1EI_7EIHrb4IS IER 11

I‘(24_P IfEL 1 ................ 13

ABSCHNITT 1 13

1.e-I c6 2.d3 dS 3.id2 dxe4 4.dxe4 eS 5.gf3 cS 6.ixe5 x/2+ 7.xf2 d4+ 8.eJ xe5 9.jc4! 13
ABSCHNITT 2 15

1.e4 c6 2./3 d5 3.c3 if6 4.eS ie4 5.ixe4 dxe4 6.S dS 7.d3 15
Fundgrube/Stöberkiste 17

IC_Ä4._I IfEL 2 . . . 19

1.e-1 c6 2.c3 dS 3.I3 g4 4.d4 dxe4 S.ixe4 x/3 6.x/3 xd4 19


Fundgrube/Stöberkiste 30

IC_Ä4._IITEI_ 3 31

ABSCHNITT 1 31

1.e4 c6 2.d4 d5 3.13 e6 4.2e3 dxe4 5.kI2 31


ABSCHNITT 2 36

1.e-1 c6 2.d4 dS 3.13 dxe4 4.fxe4 eS 5.jf3 exd4 6.2c4 36


ABSCHNITT 3 51

1. e-I c6 2. d4 dS 3. c4 51

ABSCHNITT 4 52

1. e4 c6 2. d4 dS 3. eS 2fS 52
ABSCHNITT 5 54

1.e4 c6 2.d4 dS 3.eS 2f5 4.c3 e6 S.g4 2g6 6.e2 eS 7.h4 exd4 8.ixd4 h5 9.f4! hxg4 1O.2b5+ wI7
11.fS! 54

Fundgrube /Stöberkiste 58

IC_Ä4._I 11_EL 4 60

1.e4 c6 2.d4 dS 3.exdS exdS 4.c4 if6 S.ie3 ie6 6.2g5 60


Fundgrube/Stöberkiste 75

K_Ä4._I 11_EL 5 77

8
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e,xd5 cxd5 4.c4 if6 5.c3 e6 6.if3 2b4 7.cxd5 ixd5 8.c2 c6 9.d3!. 77
Fundgrube/Stöberkiste 81

K.Ä4._1I1‘EI_, 6. ... ... . . . .... 82

ABscHNrrr 1 82

1. e4 c6 2. d4 d5 3. c3 dxe4 4.13 82
ABSCHNITT 2 95

1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.ixe4 W6 5.d3 95


Fundgrube/Stöberkiste 97

I(__1ITEJ_j 7....... .. . 99

ABSCHNITT 1 99

1. e4 c6 2. d4 d5 3. c3 dxe4 4. ixe4 W6 5. ixf6+ xf6 6. c3 f5 7. I3 id7 8. f4 b6 9. d3! 99


ABSCHNITT2 101

1. e4 c6 2. d4 d5 3. c3 dxe4 4. ixe4 if6 5. ixf6+ xf6 6. /3 f5 7. f4 b6 8. d3 101


Fundgrube/Stöberkiste 101

K.Ä_1ITEI_ 8 . 103

1.e4 c6 2.d4 dS 3.c3 dxe4 4.ixe4 id7 5.2c4 Q‘f6 6.5 e6 7.e2 ib6 8.2d3/8.2b3 103
Fundgrube/Stöberkiste 106

I(_Ä_1Irf EI4 9 107

1.e4 c6 2.d4 dS 3.c3 dxe4 4.ixe4 2f5 5.2d3 107


Fundgrube/Stöberkiste 109

I(_Ä_1IrfEI_d 10 111

Fundgrube/Stöberkiste 111

9
Quellennachweis

Eröffnungsbücher/Partiensammlunien

Drüke Großer Gambitschlüssel


Euwe Theorie der Schacheröffnungen, Teil VIII
(Französisch/Caro-Kann)
Keene/Taulbut Wie spielt man Caro-Kann?
Leisebein/Schneider 500 brandneue Gambitpartien
Matanovic u.a. Enzyklopädie der Schacheröffnungen, Teil B
Mazukewitsch Seltene Gambits
Neistadt Schon in der Eröffnung gewinnen!
Französisch/Caro-Kann
Richter/Teschner Schacheröffnungen (Der kleine Bilguer)
Tiemann Die Caro-Kann Verteidigung
Varnusz Die Caro-Kann Verteidigung
Varnusz Skandinavisches Gambit und die Panow-Variante
Wall 500 Caro-Kann Miniatures

Zeitschriften, Magazine und Periodika

Fernschach
Gambit Revue
Informator
Randspringer
Schach
Schach magazin 64
Schach-Report
Schachspiegel

Sonstiges

Verschiedene PC-Partiensammlungen aller Art.

Weitere im Einzelfall verwendete Quellen werden jeweils an der Zitatstelle


genannt.

10
Verzeichnis der Ergänzungspartien

Partie Nr. 01 Kristinsson - Partie Nr. 34 Lutz - Brunner 54


Bjarnason 14 Partie Nr. 35 Yemelin -
Partie Nr. 02 Tronelius - Wimanl4 Bachmann 54
Partie Nr. 03 Ekmark - Maikinenl5 Partie Nr. 36 Nunn - Wells 55
Partie Nr. 04 Ekmark - Kuro 15 Partie Nr. 37 van der Wiel -
Partie Nr. 05 Ghinda - Chandler22 Speelman 57
Partie Nr. 38 Nagy - Deak 57 Partie Nr. 06 Klovans - Zagorskis24
Partie Nr. 39 Schmedders - Partie Nr. 07 Balaschow - Smagin24
Partie Nr. 08 van der Wiel - Scheifner 58
Delemarre 26 Partie Nr. 40 Sweschnikow - 01162
Partie Nr. 09 Short - Karpov 26 Partie Nr. 41 Rohs - Neumann. 62
Partie Nr. 10 (eorgiev - Burovic28 Partie Nr. 42 CII- Borst 62
Partie Nr. 11 Deglmann - Schott29 Partie Nr. 43 Zeitlin - Krutyanski63
Partie Nr. 12 Wiese - Wucke ... 32 Partie Nr. 44 Polgar,J - Seirawan67
Partie Nr. 13 Majorov - Shovunov32 Partie Nr. 45 Anand - Seirawan67
Partie Nr. 14 Leko - Von Partie Nr. 46 Hagarova - Ciuksyte67
Alvensieben 33 Partie Nr. 47 Conquest - Rahman67
Partie Nr. 15 Chikovani - Partie Nr. 48 Rother - Schulze .70
Birbrager 33 Partie Nr. 49 Hebden-Orr 70
Partie Nr. 16 Ljubarskij - Blecken38 Partie Nr. 50 Nötzel - Skolarski 72
Partie Nr. 17 Ermentraut - Partie Nr. 51 Slettebo - Hansen 72
Wingender 38 Partie Nr. 52 Mortensen - Fette 73
18
Bücker-Vogel.... 39 Nr. Partie Partie Nr. 53 Zude - Neid hardt .74
Partie Nr.1954 Mainka-Vodep...74 Aljechin - Milosevic40 Nr. Partie
Partie Nr.2055 Rogers - Dreev.... 75 Hodgson - Garcia 40 Nr. Partie
Pernigotto21- Mazur40 Nr. Partie Partie Nr. 56 Markowski -
22
Majorov-Gutov..41 Nr. Partie Zerwonski. 75
Blackall -23
Bigelow4l Nr. Partie Partie Nr. 57 Nunn - Lobron 79
Ivanov - Galkin....
24 44 Nr. Partie Partie Nr. 58 Vukcevic - Haag.. 79
Klip - De 25
Saegher44 Nr. Partie Partie Nr. 59 Rechlis - Haba 79
Mitkov - 26
Izeta 44 Nr. Partie Partie Nr. 60 Kindermann
Nr. Partie 27 Murey - Seirawan 47 Speelman 80
Nr. Partie 28 Csoke - Johansson48 Partie Nr. 61 Rogers - Eifert 80
Partie Nr. 29 Smagin - Partie Nr. 62 Gipslis - Ahlberg.. 81
Summerscale 48 Partie Nr. 63 Boyle-Pyrich 81
Partie Nr. 30 Kahn - Vadasz .... 48 Partie Nr. 64 Grosse Honebrink -
Partie Nr. 31 Kleinschroth - Jacobs 84
Neumann 48 Partie Nr. 65 Park - Grayson ... 85
Partie Nr. 66 Webster - Partie Nr. 32 Ortega - Foguelmansl
Partie Nr. 33 Rokitta - Dem 53 McCalester 85

11
Partie Nr. 67 Ranna - Hallager. 85 Partie Nr. 79 Mattutis - Weiss .. 93
Partie Nr. 68 Vera - Gorer 85 Partie Nr. 80 Schmitt - Bolz 93
Partie Nr. 69 Kaber - Roos 85 Partie Nr. 81 Zelcic - Zeitlin 96
Partie Nr. 70 Cordier - Roos. 86 Partie Nr. 82 Sponheim - Krügerloo
Partie Nr. 71 BoIz-Voit 89 Partie Nr. 83 Karpov - Miles ... 100
Partie Nr. 72 Kloss - Krebs 89 Partie Nr. 84 Matevinsky -
Partie Nr. 73 Lindenthal Alexanjants 101
Bartmann.. 90 Partie Nr. 85 Schwierzy -
Partie Nr. 74 Schmaitz - Einwiller9l Winkelmann 104
Partie Nr. 75 Bertram - Fraas... 91 Partie Nr. 86 Lüüs - Glinzk 105
Partie Nr. 76 Schönborn - Partie Nr. 87 Webster - Foelkerl 08
Haverkamp 92 Partie 88
Meszaros - Brunnerl09 Nr.
Partie Nr. 77 Längl - Hafner 93 Partie 89
Bottema - PeelenlO9 Nr.
Partie Nr. 78 Wegerer - Partie 90
Stetson - Whartonl09 Nr.
Boguslawski 93

12
Kapitel 1
Im ersten Kapitel beschäftigeh wir 1.e4 c6
uns mit Abspielen, die dem ECOSchlüssel 2.d3
BI 0 zugeordnet sind.
Eine aktuelle, in unseren Tagen
ECO-Schlüssel BIO ist wie nicht selten gewählte Fortsetzung, Der
klassifiziert: folgt die zwar etwas zurückhaltend ist,
dafür aber dem Anziehenden
1.e4 c6 ohne 2.f3 und 2.d4
größte Flexibilität beläßt.
1.e4 c6 2.f3 ohne 2....d5
2... d5
1.e4 c6 2.f3 2.d5 ohne 3.c3 3.d2 dxe4

1.e4 c6 2.f3 d5 3.c3 ohne Gebräuchliche Alternativen sind


3....g4 3...e5, 3...c7, 3...g6 und 3...c7.
4.dxe4 e5
Abschnitt 1:
4. ..f6 ist schwächer, z.B. 5.gf3
Zunächst soll das interessante g4 6.h3 xf3 (6...h5 7.e5! id5
Keene-Gambit, bekannt geworden 8.e6! f6 (8. . . fxe6 ist zwar etwas
durch die Partie Keene-Hug, Rom besser, aber auch nicht ausreichend.)
1979, umfassend dargestellt 9.g4 g6 10.id4 und nach
werden. Es wird eingeleitet durch folgendem c3 und b3 steht die
die Züge Partie ±‚ Stein-Birbrager, UdSSR
1966) 7.9xf3 bd7 8.e2 wegen
1.e4 c 6 2.d3 d5 3.d2 dxe4 des Entwicklungsvorsprungs und
4.dxe4 e5 5.qf3 c5 6.xe5 des Läuferpaars, Hort-Pomar,
xf2+ 7.xf2 9d4+ 8se1 9xe5 Wijk aan Zee 1972.
9.c4!
5.gf3 c5
Da Weiß kaum zu befürchten hat,
6.c4 (6.a4 g4 7.c3 if6
„unterwegs“ in nachteilige 8.h3 h5 (8...xf3!?) 9.c2 ‘ibd7
Varianten gezwungen zu werden, etwa =‚ Kurajica-Böhm, Amsterdam
darf er „wachsam“ darauf 1976) 6...d7 7.a4 gf6 8.d3 c5
hinwirken, die Gambitstellung zu (8...e7 9.0-0 0-0 10.b3 nebst !b2
erreichen. Ohne die „Mithilfe“ des und Weiß hat lt. Tiemann die
Nachziehenden bleibt sie besseren Aussichten.) 9.0-0 0-0
allerdings unerreichbar. Der Weg I0.g5 ±
zu unserer Ausgangsstellung und 5. ..d7 6.c4 f6!? 7.fI h6 8.g3
die möglichen Chancen sollen im b6 9.b3?! g4 I0.e3 e7cz
folgenden näher betrachtet Velimirovic-Bouaziz, Szirak 1987
werden.
5...g4 6.c4!? (6.h3 dürfte etwas
schlechter sein, z.B. 6.. .xf3
13
7.xf3 ‘if6 8.ic4 ibd7 9.a4 ‘ic5 Zu 10...xg2 vgl. Partie Nr. 01,
10. d3 ixd3 11. xd3 b4+ 12. d2 Kristinsson-Bjarnason und zu
2xd2 13.xd2 xd2+ 14.ixd2 0-0-0 10.Jh4+ vgl. Partie Nr. 02,
15.f3 ih5 16.0-0-0, etwa =‚ Tronelius-Wiman.
Wadsak-Stummer, Oberwart 1992.
11.d6+ e7
In einer Partie Krivokapic-Markovic,

Jugoslawien 1991, zog Weiß 6.g3, Zu 11..sf8 vgl. Partie Nr. 03, doch der Nachziehende Ekmark-Maikinen.
durchkreuzte die Pläne mit
6...xf3!? 7.xf3 if6 8.c4 d6 9.0- 1 2.xc8+
0 0-0 10.a4 ibd7 11.d1 c7
6.e2 erscheint wenig ehrgeizig.) Zu 12.f1 vgl. Partie Nr. 04,
6.. .‘f6 (6.. .c7!?) 7.xf7+ e7 Ekmark-Kuro.
(7.. sxf7? 8.ixe5+) 8.c4 ±‚ Karpov 12... xc8
(nicht Anatoly) - Andrasi, 13.d4 ±
Kecskemet 1991.

6.xe5 xf2+
Partien:
7.sxf2 d4+
8.e1 xe5 Partie Nr. 01
9.c4! Kristinsson - Bjarnason
FP 1988
1.e4 c6 2.d3 d5 3.d2 dxe4
4.dxe4 e5 5.gf3 c5 6.xe5
xf2+ 7 sxf2 d4+ 8.e1 xe5
9.c4! xe4+ 10.e2 xg2?
11.d6+ +- 11...f8 12.f1 e6
13.xf7! 1-0.
Auf 13...xf7 folgt 14.d8#.
Partie Nr. 02
Tronelius - Wiman
9.f3?! xe4+ 10.f2 f6 = FP 1986

9... xe4+ 1.e4 c6 2.d3 d5 3.d2 dxe4


1O.e2 4.dxe4 e5 5.gf3 c5 6.xe5
xf2+ 7.xf2 9d4+ 8.e1 9xe5
Keene/Taulbut machen darauf 9.c4! xe4+ 10.e2 h4+?
aufmerksam, daß 10.f2 mit der 11.g3 h3 12.d6+ e7 13.c4
Absicht einer raschen Besetzung f6 14.e3 g4 15.f5+! 1-0.
der e-Linie durch den weißen Auf 15...xf5 folgt 16.c5+ e8
Turm von hl vielleicht noch 17.d6! g8 (Sonst findet der
besser ist. schwarze Monarch von e7 aus

10... e6
sein Ende.) 18.f8+ d7 19.d1+
c7 20.d8#.

14
Partie Nr. 03
Ekmark - Maikinen
FP 1981
1.e4 c6 2.d3 d5 3.d2 dxe4
4.dxe4 e5 5.gf3 c5 6.xe5
xf2+ 7.xf2 d4+ 8se1 xe5
9.c4! xe4+ 1 0.e2 e6
11.d6+ f8 12.f1 f6 13.xc8
xc8 14.d6+ sg8
14...e8 15.h6 g8 16.xg7 Im folgenden
xg7 17.xf6 f8 18.d1 ±.
sollen die

15.xf6! 1-0. beiderseitigen Möglichkeiten


sowohl nach dem Erreichen der
15...gxf6 16.h6 und 17.g3.
Ausgangsstellung a Is auch bereits
Partie Nr 04 auf dem Weg dahin näher
Ekmark - Kuro betrachtet werden.
FP Finnland 1982
1.e4 c6
1.e4 c6 2.d3 d5 3.d2 dxe4
2.f3 d5
4.dxe4 e5 5.gf3 c5 6.xe5 3.c3 f6
xf2+ 7.xf2 d4+ 8se1 xe5
4.e5 e4
9.c4! xe4+ 10.e2 e6
5.xe4
11.d6+ e7 12.f1 f6
12...f6 13.f5+ f7 14.d8 d7 5.e2
15.f3 b5 16.f4 g5 17.xg5! g6 Lenkt von unserem Weg zum
(17...fxg5? 18.id4+.) 18.f8 xf5 Gambit ab. Dennoch sollen die
19.d3 1-0, Kolka-Carlile, FP sich ergebenden beiderseitigen
1981.
13.f5+ f8 14.d8+ e8 15.f4 Möglichkeiten in der gebotenen
Kürze betrachtet werden,
Sd7 insbesondere, weil wir auch hier
15...f6 16.f3 b5 17.e3 d7 zu einem interessanten Opferspiel
18.d6-‘- 1-0, Tristan-Alemany, FP gelangen.
1986. 5.. .b6
16.d6+ g8 17.e7+ f8 18.d1 Die Alternative 5.. .e6 hat ihren
1-0. Hauptnachteil in der Einsperrung
des c8. Schwarz steht
zumindest auf absehbare Zeit
Abschnitt 2:
beengt, z.B. 6.d3 c5 7.d4 d7
(7...ie4? 8.ifg1! und
Nun wenden wir uns einem Gambit
nachfolgend f3 usw.) 8.f4 (Auf
zu, das mit den folgenden Zügen 8.c3 gibt Sokolski 8...c5 9.a3 an.)
1.e4 c6 2.f3 d5 3.c3 f6 4.e5 etc. (Sokolski-Flohr, UdSSR
e4 5.xe4 dxe4 6.q5 d5 7.d3 1949).

eingeleitet wird.
15
Nach 5.. .f5 6.d4 e6 7.fg1 droht 9.b5
dem Nachziehenden nach Flohr trägt die Idee des Bauernopfers
8.f3 mit erheblichen Schwierigkeiten. auf eS bereits in sich.
9.e2 ist deutlich schwächer,
Schwarz sollte 5.. .g4 erwägen, doch auch hier muß Schwarz die
wenn er den weißen Gambitabspielen Augen aufhalten. Nach 9.. .g4
ausweichen will. Nach 10.0-0 xd4 11.xd4 xe2
6.h3 (6.ifg1 xe2 7.xe2 e6 8.d3 12.xe2 e6 13.e3 c7 14.c4!
c5 9.if3 icd7 10.0-0 c5 etwa =‚ (Weiter im Gambitstil!) 14.. .xc4
Estrin-Kopylow, UdSSR 1951.) 15.c1 erhielt Sokolski in seiner
6...xf3 7.gxf3 c5 8.d4 (Flohr) Partie gegen Cholmow, UdSSR
steht Weiß zwar auch hier 1949, beste Angriffsaussichten.
erheblich aktiver und freier, doch 9.. .d7
unmittelbare Drohungen sind 9.. .a6?! 1 0.xc6 bxc6 11.0-0 b6
nicht zu erkennen. Wenn (Um den c-Bauern frei zu
Schwarz z.B. mittels e6 und c5 machen) 12.e6! fxe6 13.f4! g6
die Befreiung gelingt, ist er nicht 14.e5 f6 15.g5! ‚ Fischer -
ohne Gegenspiel. Olafsson, Jugoslawien 1959
6.d4 c5 10.0-0 xe5
Tiemann favorisiert 6.. .f6, sieht Nach Boleslawski steht Weiß
aber nach folgendem 7.g3 g4 auch nach 10...e6 11.e3 b4
8.d3 fxe5 9.xe4 dxe4 10.xe4 1 2.c4 dxc4 1 3.c2± besser.
d7 11 .c3 etwas bessere 11.xe5 xb5 12.xb5 xb5
Chancen für Weiß. 13.e1 ±‚ NeschmetdinowKamischow,
7.dxc5 xc5 UdSSR 1950.
Bietet Schwarz mittels 7. . .xc5
5... dxe4
ein Bauernopfer an, sollte der
Anziehende auf die Annahme 6.g5
verzichten, denn nach 8.xd5 Hat bereits das Gambitopfer „im
käme Schwarz über 8. . .c6 (lt. Auge“.
ECO) zu Gegenspiel und
ausreichender Kompensation. 6...

Weiß tut also gut daran, auf die 6. ..d4 7.d3 xe5 8.d4 Jf5 9.f3

in der Stel ung “schlummernden“ exf3 10.xf3 9e4+ 11.Qe2 f5 positionellen Chancen zu bauen. 12.c4 6.. f5? 7.e6!.
Nach Boleslawski führt 8.f4 e6
9.e2 e7 10.0-0 0-0 11 .c4 dxc4 7.d3 exd3
1 2.xc4 c6 1 3.e2 zu weißem 8.xd3 xe5+
Vorteil.
8.ed4 c6 Nach 8...19xg2 9.e4 9g4 10.19xg4
8.. .g4 9.b5+ d7 1 0.e2 b6 xg4 10.h3 h5 11.xh7 b8-d7
11.0-0 e6 12.b3 c7 13.f4 ist 12.xf8 xf8 13.f4 ad8 ist die
günstig für Weiß. Stellung .

16
9.e3 h6 10.e2 usw., Grefe-Denker, USA
1979.
9...g6?10.c4e6
10...e6 11.xe6 fxe6 12.9d4 Fundstück 3:
g7 13.9xe5 xe5 14.0-0-0 ‚ 1. e4 c6 2. c4 e5 3. d4 f6 4 .f3
oder 10...19a5÷ 11.c3 e6 12.9d4! xe4 5.d3 (Mit 5.xe5 verzichtet
+. Weiß auf die Gambitfolge, z.B.
11.19d8÷ xd8 12.xf7+ e8 5.. .b4+ 6.d2 0-0 7.d3 xd2
13.xe5 g7 14.d3±. 8.xd2 xd2+ 9.9xd2 d6 10.f3
e8+ 11 .f1 c, Micalizzi-Von
10.f3 9c7
Alvensleben, Budapest 1991.)
11.d2 e5
5. ..b4+ 6.bd2 xd2 7.xd2
12.0-0-0 e6
xd2+ 8.xd2 exd4, SchönthierMeduna,
13.9c3 d7
2. BL 1991. Weiß muß
14.c4 xc4
erst noch beweisen, daß sein
15.9xc4 ‚ Entwicklungsvorsprung den
Gligoric-Müller, Wien 1949. Minusbauern rechtfertigt.
Fundstück 4:
Fundg rubelStöberkiste
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 (Der
Fundstück 1: Spielmann-Angriff) 3.. .d4
1.e4 c6 2.c4 d5 3.b3 dxe4 (3...dxe4!?; 3...e6!?) 4.c4 f6
4.19h5 g6 5.19h4 f6 6.f3 9b6 (4.. .dxc3 5.xf7+ mit folgendem
(6.. .exf3 7.xf3 g7 8.d4 - Nun hat 6.dxc3, f4 und 0-0-0 ±.) 5.e5
Weiß zwar einen leichten (Kalkuliert das folgende

Entwicklungsvorsprung für den Bauernopfer auf d2 ein.) 5.. .dxc3 Bauern, doch reicht dieser wohl 6.exf6 cxd2+ (6. .exf6!; 6.. cxb2?
nicht ganz aus. Weiter kann 7.xf7+! d7 (7..4xf7? 8.fxg7+
folgen 8...19a5÷ 9.c3 f5 10.e3 s‘xg7 9.!xb2+ usw.) 8.xb2,
bd7 11.0-0 e6 12.bd2 d5 ‚ gefolgt von e2 und 0-0, ±.)
Göttling-Haase, U 20, Hamburg 7.xd2 exf6 (7.. .gxf6 8.19h5! e6
1993.) 7.c3 g7 8.fxe4 = 9.0-0-0 9e7 1.c3 g7 11.d3 ±‚
Schlenker-Stobik, 2. BL 1990. Bellon-Pribyl, Graz 1979.) 8.0-0-0
mit ordentlichen weißen
Fundstück 2: Aussichten.
1.e4 c6 2.d3 d5 3.d2 9c7!? 4.f4!?

Nimmt Schwarz den angebotenen Fundstück 5: Bauern an, gerät er durch 1.e4 c6 2.f3 d5 3.c3 6.g5
Bauernattacken auf bereits e4 5.xe4 dxe4
entwickelte Figuren in exd3 8.xd3 mit gutem Spiel für
f6 4.e5
9d5 7.d3

z.B. den Anziehenden.


Entwicklungsrückstand,
4...xf4?! 5.gf3 f6 6.b3 c7
7.e5 g4 8.d4 f5?! 9.h4! d7

17
Fundstück 6: Fundstück 7:
1 .e4 c6 2.c3 d5 3.f3 (Erneut der 1.e4 c6 2.e2 d5 3.e5 f5 4.g3
Spielmann-Angriff) 3.. .dxe4 g6 5.h4 h6 6.h5 h7 7.e6 (Ein
4.xe4 f6 5.c4 bd7 6.d4 b6 Bauernopfer, das dem in Kapitel
7.d3 (7.b3?!). Weiß bietet den 3, Abschnitt 4 ‚ betrachteten sehr
Ad4 zum Opfer an. Die Annahme ähnelt.) 7. ..fxe6 8.d4 d6 9.f4 d7
ist gefährlich, z.B. 7...t9xd4 8.e2 10.d3 xd3 11.xd3 0-0-0 12.0-0
9d8 9.xf6+ exf6 10.f4 e7 gf6 c• In einer Partie BaucklohGruß,
(10...d6? 11.g3, Neistadt.) Hessenliga 1993, folgte
11.0-0-0 und Weiß entwickelt 13.b3 g6 14.hxg6 h5 15.a3 9c7
einen kräftigen Angriff. 16.d2 h4 17.e2 b8 18.ae1 c5
19.t9e3 g8 20.dxc5 xg6 21.d4
xc5 22.b5 d4 23.e2 9c6, %-%.

18
Kapitel 2
Im zweiten Kapitel beschäftigen vornehmlich bereits auf dem Weg
wir uns mit Abspielen, die dem zu unserer Ausgangsstellung. Sie
ECO-Schlüssel B1 1 zugeordnet werden deshalb nach der Analyse
sind. der Folgen der Annahme des
Das zu behandelnde Material ist Gambits in eigenen Abspielen
untersucht.
wie folgt klassifiziert:
Das Material gliedert sich wie
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 folgt:
Nach
Abspiel 1: 1 .e4 c6 2.c3 d5 3.f3
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 ci4 4.d4 g4 4.d4 dxe4 5.xe4 xf3
dxe4 5.xe4 xf3 6.xf3 xd4 6.9xf3 xd4 (Annahme des
Gam bits)
entsteht eine Gambitstellung, die Abspiel 2: 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3
dem Weißen bereits bei der Wahl
4.d4 vorschwebte. 4.d4 wird in der
e6 g4 4.d4
Theorie mehr oder weniger Abspiel 3: 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3
einhellig als nicht unbedingt g4 4.d4 f6
empfehlenswert
für eingestuft. Stellvertretend Abspiel 4: 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3
alle sei Varnusz
zitiert, der im Kommentar zu 4.h3 g4 4.d4 dxe4 5.xe4 e6
meint: „Es gibt keine andere Abspiel 5: 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3
anspruchsvolle Fortsetzung.
g4 4.d4 dxe4 5.xe4 d7
Farblos sind die Züge 4.d4 e6 ...“. 6.e2.
Das eher abfällige Urteil über 4.d4
ist nicht verständlich, denn exakt Die Unterscheidung insbesondere
dieser Zug wird nach 4.h3 xf3 der Abspiele 2 bis 4 erscheint
5.xf3 e6 6.d4 als bemerkenswert etwas gekünstelt, weil diese in
„!?“ empfohlen. Teilen eine „besondere verwandtschaftliche
Über 4.d4 kommen wir direkter zur Nähe“ auszeichnet. Da
beschriebenen, für Weiß jedoch für jedes Abspiel einige
aussichtsreichen Stellung. Wie die Besonderheiten bestehen und
späteren Ausführungen beweisen eine Zusammenfassung der
werden, sind die Abweichungen Übersichtlichkeit schaden könnte,
auf diesem Weg nicht zu fürchten, habe ich die vorstehende
und wir dürfen nicht vergessen, Gliederung gewählt. Die
nach 4.d4 besteht die Möglichkeit, Möglichkeit eines Übergangs ist
daß Schwarz das angebotene jedoch ständig zu beachten.
Gambit annimmt. Also: 4.d4!
Die als kritisch angesehenen
Stellungen ergeben sich
19
Abspjel 1 7... d8

1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.d4 Nach 7.. .b4+ 8.d2 d4 hätten wir
dxe4 5.xe4 xf3 6.xf3 xd4 die gleiche Stellung wie nach 7.?d2
auf dem Brett, doch wäre Weiß am
Zuge. Weiter könnte folgen 9.0-0-0
d7 10.c3 b6 11.?c4 gf6
12.g5 e6 13.xf7 xf7 14.xd7+
e8 1 5.?xf6 (Palma-Long,
Thessaloniki 1984).
Nach der Annahme des
angebotenen zweiten Bauern mit
7.. .xb2 wird der weiße Angriff
übermächtig: 8.$c4! f6
7.!e3! 8...?xa1+ 9.e2 xh1 (9...?e5
10.xf74-d7 11.d14-c7 12.f4.)
Dem Nachziehenden wird keine 10.1?xf7+ d8 (10...d7 11.e64-
Zeit gelassen, einmal kräftig c7 12.f4+ d8 13.xf8+ mit
durchzuatmen, auch zum Preis folgendem 14.?c8#.) 11.xf8+ c7
eines weiteren Bauernopfers. In (11...d7 12.c5+ c7 13.e6+
der Folge ergeben sich hervorragende nebst Matt.) 1 2.f4+ b6 1 3.d8#.
Aussichten auf druck- 9.0-0 bd7
volles Angriffsspiel insbesondere 9.. .xc2? - Die übertriebene
über die Diagonale a2/g8 und die Habgier vernachlässigt selbst die
e-Linie. notwendigsten Mindestkonsolidierungsmaßnahmen.
Nach den schwächeren 7.d2 (1) - 1 0.f5!
und 7.d3 (2) ergeben sich d8 11.fd1+
folgende Möglichkeiten: Oder auch 11.a5+ c8
(1) 7.d2 f6 (7...?xb2 8.?c3 a3 (11...e8 12.xf6+ exf6 13.b3
(8. ..Yixc2 9.f5!) 9.c4 e6 1 0.d1
d7 11.0-0 gf6.) 8.d3 bd7 b6 14.xb6 +-.) 12.fd1
13.xf6 gxf6
9.c3 ?d5 10.0-0 0-0-0 11 .ad1
14.ac1bd7
g6
15.a6! - Nun droht sowohl
e6 12.Ye3 xe4 13.xe4 c5 und 16.xb7+ als auch xc6-, 1:0,
Schwarz hatte das Gröbste in Maric-Popovic, Novi Sad 1945.
Erker-Adams, London 1988, 11...bd7 12.d3 b2 13.g5
überstanden.
(2) 7.?d3 d7 8.?e3 d5 (8. . .xb2 e8 14.c44--, Motl-Melcak, 1940.
9.0-0.) 9.g3 e5 10.0-0 xd3 1 0.ab1 mit der
Kompensation
langanhaltendenaufgrund
Initiative.
11.cxd3 g6 12.fe1 g7 13.xa7 Zu 7.. .d5 8.d3 vgl. 7.?d3 d7
?e5 (13...xa7 14.b8+ d8 8.e3d5.
15.?xa7.) 14.e3 xb2 15.ab1
8.d1 d7
?xa2 1 6.d4 (Gligoric-Avirovic,
9.c4±
Jugoslawien 1949).
aufgrund des starkem Angriffs.
20
AbsieI 2 6.g4

Die aggressivste Fortsetzung. 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.d4


e6 Alternativen sind (1) 6.e2,
(2) 6.exd5 und (3) 6.d3.
(1) 6.e2 f6 7.exd5
7.e5 fd7 8.0-0 ?e7 (8.. .c5?
9.g5! c8 10.b5 h6 11.?h4 a6
1 2.d6+ xd6 1 3.exd6 ?xf3
14.?xf3 cxd4 15.xd4 0-0 16.c4±
lt. Minev in ECO, Byvser -
Simagin, UdSSR 1958.) 9.h2
?g6 1 0.f4 f6 11 .?g4 f5 1 2.f3 b6
= in Solontjew - Wolowisch,
UdSSR 1961.
Der Nachziehende verschmäht 7.. .xf3! 8.?xf3 cxd5 9.0-0 c6
den Gambitbauern und setzt 1 0.e1 ?e7 11 .e2 0-0 1 2.f4 b5
weiter aufder
Behandlung dieEröffnung.
positionelle und die Stellung war unklar in
Westerinen - Meduna, Moskau
5.h3 1982.

5.e5 ?b4 6.d2 (6.e2 c5 7.0-0 (2) 6.exd5 cxd5 (6.. .exd5 7.?e2
c6 8.b5 cxd4 9.bxd4 ge7 ?xf3!? 8.?xf3 ?d6 9.0-0 e7
1 0.c3 ?c5 mit etwa = in DamascoYilmaz, 1 0.e1 0-0 11 .?g5 h6 1 2.h4 d7
Manila 1992.) 6... d7 =‚ Barczay - Varnusz, Budapest
7.e2 e7 8.h3 h5 9.0-0 h6 1975.) 7.g4 ?g6 8.e5 c6 9.h4
10.g4 ?g6 11.h4 h7 12.f4, xe5 9...f6 10.h5 f7 (Zu 10...fxe5 s.
Huber-Stodolkowitz, Waldshut Partie Nr. 05, Ghinda - Chandler.)
1991. Mit 12...c5!? hätte Schwarz
nun eine Stellung mit verteilten 11.xf7 xf7 12.e2 d6 13.g2
Chancen herbeiführen können, (13.c4! lt. Ghinda.) ge7 14.c3
f8 15.0-0 c7 16.f4 f5! 17.g5
z.B. 13.b5 xd2 14.d6+ f8
1 5.xd2 c8.
g8 mit Remis in GhindaMeduna,
1982.

Nach 5. h 3 ver z wei g t unser e 10. d xe5 ?b4 11. h 5 ?e4


Möglichkeiten entsprechend der 13.a3 ?a5 14.b4 dxc3 15.bxa5
12. h 3 Bet r a cht u ng der bei d er s ei t i g en ( 1 2. f 3 d4 13. f x e4 dxc3. ) 12. . d 4
folgenden
in
Antwort des Schwarzen xa5 16.d4 ?c6 17.xc3 =‚
Ghinda - Lobron, Luzern 1982.
Teilabspiel 1: 5.. .?h5 und (3) 6.?d3 f6 7.0-0 ?b4 8.e5 fd7
Teilabspiel II: 5.. .?xf3. 9.g4 ?g6 10.g5 ?e7 11.f4 c5
12.f3 c6 =‚ Chernyshov - von
Teilabspiel 1: Hermann, Berlin 1995.
5... h5
6... g6
21
7.e5 d7 13...xc3+ 14.bxc3 xe5 15.e2

7.. .xe4 8.xe4 dxe4 9.g2 d7 c7 16.h3 0-0-0 17.f4 d3+


(9...f6 1O.c4 lt. Minic in ECO.) 18.xd3 xf4 19.xe6+ sb8
1 O.xd7 xd7 11 .xe4 f6 1 2.g5 20.f5 d6 21.e3 f6 22.d3
d8= lt. Minic in ECO, PlanincKurajica,24.d2
he8 23ixe8
f8 4. xe8+ 24.sf1
Skopje 1969. 24..if8 25ie1 e4 26ixe4 dxe4
27.xe4 a6 28.a4 h2 29.e3 M4
8.xg6 hxg6
30.e2 a7 31.f5 xa4 32.e7
9.g2 dxe4
10.0-0 c7 g8 33.e4 ?b5+ 34.g2 e8
11.xe4 gf6 35.xg7 xe4 36.xh6 xg4+
12.g3 b6 37.sh3 g5 38.f8 h4#.
13.b3 0-0-0 + =‚

Planinc-Nikolac, Zagreb 1975. Teilabspiel II:


5... xf3
Partien: 6.xf3

Partie Nr. 05
6.gxf3?! d7 7.?f4 (Varnusz gibt
Ghinda - Chandler
7.?e3 an.) 7.. .?b4 8.h4 gf6 9.e5
Bochum 1981
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3 (Mit 9.a3 kann Weiß nach
h5 5.exd5 cxd5 6.d4 c6 7.g4 Trifunovic
halten,den
z.B.Schaden
9...xc3+ begrenzt
1O.bxc3
g6 8.e5 e6 dxe4 11.fxe4 xe4 12.f3 a5
Keene/Taulbut weisen darauf hin, 13.h3 .) 9...h5 1O.?g5 a5
daß 8.. .xe5 9.dxe5 den König 11.?d2 b6 12.a3 ?e7 13.?e3 g6
entblößt und das mögliche Schach 4, Tal - Botwinnik, WM Moskau auf b5 unangenehm für Schwarz 1960.
ist. Nach 6.xf3 müssen wir eine
9.h4 f6 10.h5 fxe5 11.hxg6 h6 weitere Untergliederung vornehmen.
12.dxe5 b4
12..xe5 13.e2 ?d6 14.h5 Das Spiel verzweigt entsprechend
‘xg6 15.xd5 12...ge7 13.f4 folgender Alternativen:
A. 6... f6
‘xg6 14.d3 .
13.a3 B. 6.. .dxe4

13.?d2!? ge7 (13...xe5 14.a3 C. 6.. .b6


mit Rückkehr zur Partie oder D. 6..
14.e2!?) 14.g5 xc3 15.bxc3. Die E. 6.. .g6.
weiße Bauernstellung sieht A.
furchtbar gerupft aus. Der leichte 6... f6
Raumvorteil und die Initiative
lassen jedoch auf einen zumindest
geringen Vorteil hoffen.

22
14.xe6+-.) 12.h5 g8 (12...c4
13.hxg6 cxd3 14.xh7 f8
15.gxf7+ d8 16.xd3±.) 13.c3
c6 14.e3 0-0-0 1 5.h6! ±‚
Bronstein - Makogonov, UdSSR
1951
7.. .dxe4 8.xe4 8.xe4 ?xe4 führt
zu II B nach 8.?d3.

8.0-0 e7
7.d3
8...dxe4?! 9.xe4 xd4 10.xf6+
7.?g5 ?e7 (7.. .dxe4 8.xe4 ?e7 xf6 11.g3 e7 12.f4 d7
9.xf6 xf6 10.0-0-0 ?e7 11.b1 13.ad1 f6 14.e5 0-0-0
‚ Bogoljubow - Euwe, 1940.) 15.?e2!+-, Panov - Kopilov, UdSSR
8.?xf6 (8.0-0-0 ‘xe4, etwa =.) 1946.
8.. .xf6 Zu 8.. .xd4 s. Partie Nr. 07,
A) 9.e5 ?e7 10.0-0-0 c5 11 .dxc5 Balaschow - Smagin.
xc5 12.e4 ?e7 13.g3 0-0 9.e5 fd7
14.b1 d7 15.h4 (15.f4!?) 10.e2 c5
15...c7! und Schwarz ist
11.c3 c6
deutlich im Vorteil, Papp - Solt,
Ungarn 1975.
12.g4
B) 9.0-0-0 9.d7 10.g4 ?h4 12.g3 g6 13.e3 c8 oo.
11.e3 a5 12sb1 0-0-0 13.f4
h6 14.d3 b8 15.hf1 he8 12... g6
16.e2 c5=, Spasov - Minev, 1 3.h6!?
Varna 1971.
13.f4 c8 14.a3 cxd4 15.cxd4
7.g3 führt in der Regel nach II B.
Zu 7.exd5 s. Partie Nr. 06, a5 16.d2 (16.e3 c4 17.fc1
und die Stellung ist unklar.)
Klovans - Zagorskis.
16...b3 (16...c4 17.?c3 mit
7... b6 leichtem Vorteil für den
Anziehenden.) 17.ab1 ‘xd2
7...?e7? 8.e5 fd7 9.g3 g6
9.. .?f8 1 0.e2 c5 11 .c3 c6 12.0-0 weiteren
1 8.xd2 Aussichten
und die gegenseitigen
sind unklar
cxd4 (12...c7!?) 13.cxd4 b6 13.h4!?.
14.e3 xb2 15.ab1 a3 16.b3
a5 17.xb7±, Bronstein - 13... c4

Makogonov, UdSSR 1947. 14.c2 xb2


10.h4! b6 (10...h5? 11.?xg6! g8 1 5.fc1 Sa3
12.?xf7+ xf7 13.f3+ g7 14.h3 16.cb1

e8 15.e2+-.) 11.e2 c5 (11...h5 und Weiß hatte das wesentlich


12.xg6 fxg6 13.xg6+ d8 freiere Spiel in Kimmelfeld -
Goldin, UdSSR 1979.
23
Partien: 14.xe7!±, Balaschow -
Lechtynsky, Trnava 1988.
Partie Nr. 06
9...xd5 10.d1 f6 11.g3 d7
Klovans - Zagorskis 12.xd5 cxd5 13.g5 xb2
Schwäbisch-Gmünd 1996 14.ab1 a3 15.xb7 d6 16.f4
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3 xf4 17.xf4 a6 18.db1 d8
xf3 5.xf3 e6 6.d4 f6 7.exd5 19.xd7 xd7 2O.b8+ d8
cxd5 8.d3 c6 9.e2 e7 10.c3 21 .xd8+ sxd8 22.b8+ e7
0-0 11.f4a6 12.0-0 b5 13.a3 23.xh8 c1+ 24.f1 xc2
1 3.a4!? dürfte vorzuziehen sein, 25.xg7 xa2 26.xh7 a5 27.g4
z.B. 13...b4 14.fc1 b6 15.ab1.
13...a5 14.g3 c4 15.e2 d7 a4 28.g5 d2 29.h4 a3 30.g6+
16ife1 fc8 17.h4 f8 18.h5 g6 f6a1
31.h7+ d6 a7
34.g8 32.h5 a2 33.g7
35.d8+ c6
18...?d6!? 36.xf6 e1 37.e2 xe2 38.xe2
19.g5 g7 20.f3 d6 39.g4 d7 40.h4 1-0.
20.b3!?, z.B. 2O...b6 21.ac1 .
20...e8 21.hxg6 hxg6 22.e2 B.
c7 23.f1 e5 24.dxe5 xe5 6... dxe4
25.Qg3 e8 26id1 c6 27.e3
e6 28.b1 c4 29.xc4 bxc4
30.h4 d4!
Demaskiert schonungslos die
weißen Schwachstellen.
31.e4 a4 32.de1 c5 33.cxd4
33.xa8 xe2 34.xe2 d1+ usw.
33...xe4 34.xe4 xe4 35.xe4
c2 36.f3 xb2 37.e7 f8
38.d5 c3 0-1.

Partie Nr. 07 7.xe4


Balaschow - Smagin
Rußland 1995
7.xe4 f6 8.d3 (8.h4 ist eher
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3 schwächer, doch sollte Schwarz
xf3 5.xf3 e6 6.d4 b6 7.d3 nicht 8. ..d5?! folgen lassen, z.B.
f6 8.0-0 ?xd4?! 9.exd5
9.xd8+ xd8 1O.e4 h6 11.c4 ‚
9.e3 b4 1O.exd5 exd5 (Nach Sutovsky-Nemeth, Budapest
1O.11.fe1
. cxd5?! 11.b5?e7
und folgendem12.f4
1993.) a6f89.a3 e7=,13.g3
oder auch 112.e3
2.c4 steht Weißfd8
deutlich13.a4
besser.) 9.. .b6 a5
1 O.e2 ?e714.b3
11.0-0 0-0
bd7 (13.. h5! ist einen Versuch b5 15.c3 c7 16.f3 cd5 =‚ wert, doch nach 14.g4 a6 Westerinen-Quendro, Luzern
15.h5 f4 16.xa6 bxa6 17.e2 1982;
behält Weiß auch hier Vorteil.)
7.e3!? lt. Ghinda.
24
7... xd4 12.c7 - besser, z.B. 11...d8
12.0-0-0 c8 13.he1 und
Eine „verzögerte“ Gambitannahme!
7.. .f6 8.?d3 (8.e2 nebst baldiger wegen der aktiven weißen
0-0 ist zu passiv, aber 8.g3!? ist Stellung.) 10...bd7
auch hier steht 11.c4 und
der Anziehende
zu beachten. Nach 8.. .bd7 9.g2 aussichtsreich, Boleslawski -
xe4 10.xe4 f6 11.d3 verfügt Flohr, UdSSR 1950
Weiß über leichte, aber dauerhafte (2) 9.c3 d8 10.0-0 ?e7 11.d1
Initiative. Zum möglichen bd7 12.g3 xe4 13.xe4 g6
Fortgang s. Partie Nr. 08, van der 14.f4 und Weiß hat das
Wiel - Delemarre.) 8.. .bd7 Läuferpaar sowie das erheblich
(8.. .xd4 vgl. 7.. .xd4.) 9.c3 xe4 freiere Spiel für den
10.xe4 f6 11.e2 d5 (Zu Minusbauern, Kortschnoi - 11.. .d6 s. Partie Nr. 09, Short - Spasski, UdSSR 1959.
Karpov.) 12.0-0 h5 13.xh5 ‘xh5
14.e3 mit leichtem weißen 9.e3 d5

Vorteil, Boleslawski - Bronstein, 9...xb2 10.0-0 mit der Idee ab1


Moskau 1950.
und Weiß hat mindestens
8.d3 Kompensation wegen der vielversprechenden
Initiative. Weiter
8.c3 d5 (8.. .b6!?) 9.?f4 (9.g5 kann folgen 10...e5 11.g3 xd3
f5 1O.d1 ?xe4+ 11.?xe4 fxe4 12.cxd3 f5 13.ab1 xa2 14.d6+
12.d8+ f7 13.f4 f6 14.xb8 xd6 15.xg7, Hebbinghaus -
xb8 15.xb8 ?a3 mit Frohberg, Hamburg 1995.
erheblichem schwarzen Vorteil,
Monticelli - Euwe, Venedig 1948.) 10.0-0-0

9...f5 10.g5 und nach z.B. In einer Partie Bronstein -


10.. .d7 wird klar, daß Weiß keine Golombek, 1954, folgte 10.d1
ausreichende Kompensation für e5 11.f4 f513.xd3
12.0-0 xd3xe4den14.c7
Bauernmit
erlaguten
ngt hat.
8. Aussichten auf Angriff.

Oder auch 8.. .f6, z.B. 10... xa2

(1) 9.e3 d8 (9...xb2 10.0-0 10...f5?! 11.g5xf3 12.gxf3±;


xe4 11.xe4 f6 12.ab1und 10...gf6 11.b1!? und wiederum
Weiß entwickelt
Initiative; eine gefährliche
9...b4+ 10.e2 d8 hat Weiß mindestens Kompensation.
11.hd1 xe4 12.xe4 mit erneut 11.g3!?
aussichtsreichem Angriffsspiel,

Boleslawski - Makogonov, UdSSR 11.c3!? das freiere Spiel


1940.) 10.0-0-0 (Ggf. ist 10.xf6+ Weiß hat verbunden mit dem
und
xf6 11.g3 - EinmitVorschlag
Boleslawski von Initiative,
der Drohung Läuferpaar gegen den Bauern.
25
Partien Nach 16.dxe5 xe5 17.f3 oder
17. ?e3 e7 sind die Chancen =.
Partie Nr. 08 16...exd4 17ixe8+ xe8 18.cxd4
van der Wiel - Delemarre e6 19.g5 d8 20.xf6
Wijk aan Zee 1996 Weiß gibt das Läuferpaar auf, da
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3 er offenbar ein Endspiel mit
xf3 5.xf3 e6 6.g3 f6 7.g2 ungleichfarbigen Läufern herbeiführen
bd7 8.d4 dxe4 9.xe4 xe4 möchte. Ehrgeiziger wäre
10.xe4f6 11.d3 d6 12.b3 wohl 20.f5!? gewesen.
12.?d2!? mit folgender 0-0-0. 20...xf6 21.?xf6 gxf6 22.e2
12...e7 13.0-0 0-0 14.c4 ad8 b6 23.d5 cxd5 24.f3 c8
15.e3 b8 16iad1 d7 17id3 25.d2
fd8 18ifd1 h6 Dem schwarzen Turm muß das
18...e5!? 19.dxe5 xd3 20.xd3 Betreten des Feldes c2 versagt
xd3 21 .xd3 xe5 22.b3 . werden.
19.f3 h8 20.g2 g8 25...c1+ 26.h2 a5 27.xd5
Der schwarze Monarch handelt Der d-Bauer wird beseitigt, bevor
nach der Devise: „Abwarten und er seine Gefährlichkeit durch
Tee trinken!“. „Wandern“ unterstreicht.
21.a3 h8 22.c3 g8 23.b4 a6 27...c7+ 28.g3 c2
24.b3 c8 25.a4 cd8 26i3d2 Nun ist der Einschlag auf b2 oder
d6 27.b5 cxb5 28.axb5 b4 f2 nicht mehr zu verhindern.
29.d3 axb5 30.c5 e5 29id7
Nun kommt der Gegenstoß zu Auf 29.g2 folgt 29..
spät! 29..ixf2+ 30.g2 b6 31 ixb7
31.dxe5 xd3 32.exf6 xe3 xb2 32.a4 a2 33.h4 f5
33.fxe3 xb3 34ixd8+ h7 33.. .xa4? 34.?d5!
35.e4+ g6 36if8 xc5 37ixf7+ 34.h3 d2 35.a5 f2 36ib3 g7
h8 38.xg6 xe3 39.h4 e6 37.a6 g6 38ia3 h5 39ic3 a2
40.h5 b6 41ih7+ 1-0. 40ic6+ f6 41.d5 a3 42.?g2
xg3 43ic8 xh4 44ig8+ h6
Partie Nr. 09 45.c4 f4 46ia8 f3+ 47.h3 f2
Short - Karpov 48ih8+ g5 49.f7 a1
II“
Monaco, „Melody Amber II
50.xh5+ f4 0-1.
(blind), 1993
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3
xf3 5.xf3 e6 6.d4 f6 7.d3
dxe4 8.xe4 xe4 9.xe4 d7
10.c3 f6 11.e2 d6 12.0-0 c7
13ie1 0-0 14.d2 e8 15iad1
e5 16.f3

26
c. 7.e5 !?‚ z.B. 7...c5 8.a3 a5
6. . 9.axb4! xa1 1O.b5+ ±‚ Ciocaltea
-Soos, 1952.
7... dxe4
8.d2 e7
9.xg7 g6
1 O.xe4±
Keres - Augustsson, Amsterdam
1954.

E.
6... g6?!
7.d3 xd4

7...f6 führt zu II A.

8.exd5 exd5
9.f4 d7
10.0-0-0 f6
11.g4 d6
12.f5 0-0-0

12...e7!?.

13.xd5! cxd5
7.f4 g7
14.xd5 xf4+
8.exd5 exd5
15.xf4 e7
16.d6 h4 8.. .cxd5 9.b5 ±.
Keres-Flohr, Budapest 1 9G0. 9.0-0-0 e7
17id4!± lt. Judo‘ic.
10.g4±
D.
6. . Abspiel 3

uls, ‚ 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.d4


6

7.g3

27
5.h3 10.. .e6 11 .e2 e7 12.0-0 0-0

Zu 5.e5 vgl. Partie Nr. 10,, 13.b3 b6 14.f3


Auch hier fd8Weiß
verbleibt 15.c3 .
das
Georgiev - Burovic. Läuferpaar.
5.. !xf3
11.c4
6.xf3 dxe4
7.e3 11...d6 12.e2 eS 13.d5! cxd5

7.xe4? xd4 8.d3 bd7!T 9.e3 (13.. .e4 1 4.c2 e7 1 5.dxc6 xc6 d5 10.d1 e6 11.0-0 e7 16.0-0 0-0 1 7.?e3 c5 1 8.c3 b6
12.xf6+ xf6 13.g3 d6! 14.h4 19.fd1 fd8 20.b4 ±‚ Fischer - ie5 1 5.g3 c5 4:, Dubinin - l ivickij, Keres, Bled 1961.) 14.cxd5 xd5
UdSSR 1957.
15.xd5 ‘xd5 16.b5+ e7 17.0-0
‚ denn Weiß erfreut sich der
7... bd7 Initiative.

7.. .d5 8.xe4 ‘xc3 9.bxc3 d7 1 2.xe4 xe4


10.b1± 13.d5 e6
14.dxc6 b4+
7.. .a5 8.d2 f5 9.g4 (9.0-0-0!?
15.se2 bxc6
e6 10.f3 exf3 11.g4 ‚ Mesing -
16.g3 c8
Nemet, Jugoslawien 1967.) 9...f3
17.!g2 ±‚
10.g1 e6 11.g5 xe3+ 12.fxe3± Miles - Flesch, Dortmund 1976.
mit der Idee xe4. Weiß verfügt
über das Läuferpaar.
8.xe4 Partien:

Partie Nr. 10 Nr. 11, vgl. Partie Zu 8.c4


Deglmann - Schott. Georgiev - Burovic
Torcy 1991
8.. xe4
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 !g4 4.d4
9.xe4 f6 f6 5.e5 e4
10.d3
5.. .fd7 6.e2 e6 7.g5 xe2

12.d3 b6 8.xe2 e7 9.f4 c5 10.c3 xg5 1 0.e3 e6 11 ?d2 e7 15.c3 d7 11.fxgs cxd4 12.cxd4 b6 ‚ 13.0-0 0-0 14.c4 fd8
e8 = mit Saitsew - Grigore, Bukarest 1994. 16.ad1 ad8 17.f3
Vukic, Novi 6.!d3 xc3 7.bxc3 e6 8.e3 a5 der Idee f6, Marjan -
9.!d2 c7 10.c4 dxc4 11.!xc4 c5
Sad 1976.
12.d5 xf3 13.gxf3
10... d5 1 3.xf3? xe5+ mit . . .xa1.

10.. .b6 11 .e2 e6 1 2.0-0 e7 1 3...exd5


13.c4 d8 14.e3 c5 15.fd1 0-0 13...xe5+! 14.f1 (14.e3 c6+)
16.b3 ±‚ Mesing - Schamkowitsch,17.f4
14...d6
=.
15.e1 xe1+ 16.xe1 eS
1972
14.!xd5 xe5+ 15.!e3 c6 16.f4
28
Abs piel4 Weiß hat zwar einen Bauern

1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.d4 weniger und die verbliebenen fünf


dxe4 5.xe4 e6 Kollegen stehen nicht gerade in
„geschlossener Front“, aber dafür
entwickelt er einen „Superdruck“,
nicht zuletzt wegen des
Raumvorteils, des Entwicklungsvorsprungs
und des Läuferpaars.
16...f6 17.b1 b6 18.g1 d8
19.f3 d6 20.sf1 g6 21.xc6+
xc6 22.d2 d6 23.c3 f6 24.f5
e7 25.e1 d7 26.fxg6 hxg6
27.xf6 h7 28.xg6 xf6
Rache!
29ixf6 ?b5+ 30.g1 1-0. 6.d3

Partie Nr. 11 6.h3 führt zum Abspiel 2.


Deglmann - Schott.
6... f6
Regensburg 1996
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3 6.. .?xf3 7.xf3 xd4 führt zu einer
xf3 5.xf3 f6 6.d4 dxe4 7.e3 Stellung ähnlich den in Abspiel 1
bd7 8.c4 e6 9.xe4 xe4 behandelten.;
10.xe4 f6 11.e3 c7 12.0-0 6.. .d7 7.?f4 df6 8.eg5 ?d6
d6 13.b3 9.d2 ?xf3 10.xf3 e7 führt zu
13.d2 0-0 14.ae1 c5 =. einer ausgeglichenen Stellung, Tal
13...d5 14.f3 e7 15.c4 - Pfleger, Palma de Mallorca 1966.
1 3.?b3 machte das Feld für den
Bauern erst frei. 7.h3 h5
7.. .?xf3 bliebe noch 15...a5 16.d1 d8 17.d2 b4 näher zu
untersuchen. 18.e3 d6 19.a3 0-0 20.c2 b8
21.g3 f5 22.g5 d7 23.e2 g6 8.0-0 xe4, =
24.xe6+ df7 25.d5 f4 26.b4
a6 27.xg6 hxg6 28.d6 fxg3 Spasski - Petrosjan, UdSSR 1955.
29.fxg3 h7 30.d4 b6 31.c5
a6 32.h4+ g8 33.f4 ?d3
34.af1 xg3+ 35.sh1 h7
36.xf7 xf7 37.xf7 xg5 38.f1
g3 39.g4 xa3 40.d7 d3
41 .h4+,1-0.

29
AbpjeI 5 9.c3 cxd4
1 0.xd4 xe2
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.d4 11.xe2 e7
dxe4 5.xe4 d7 6.e2
1 2.2f3 0-0

etwa =‚ Erker - Von Alvensleben,


Dortmund 1992.

Fund g ru belStöberkiste
Fundstück 1:
1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3
xf3 5.Sxf3 f6 6.d3 e6 7.g3 b4
8.d2 d4 9.b1 Sb6 10.c3! a3!?
Ohne den Zug e2 verliert das 11 .xa3 S)xb2, etwa =‚ Euwe.
Abspiel seine Eigenständigkeit. Fundstück 2:

6... gf6 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3


7.ed2 xf3 5.Sxf3 f6 6.e5 fd7 7.e6 mit
eher diffusen Aussichten für Weiß,
7.g3 e6 8.0-0 ausreichend Ersatz für den
8.h3 xf3 9.xf3 d6 10.0-0 Sc7 Bauern aufgrund der lädierten
11.e4 xe4 12.xe4 f6 (12...0- schwarzen Königsstellung zu
0-0 führte in Braga - Ferrufino, erlangen.
Cascavel 1995, zu beiderseitigen
Chancen.) 13.f3 d8 14.Se2 Fundstück 3:
h2+ 15.h1 f4 16.e3 0-0, 1.e4 c6 2.c3 d5 3.f3 g4 4.h3
etwa =‚ auch wenn Weiß über xf3 5.Sxf3 f6 6.d4 dxe4 7.Se3
das Läuferpaar verfügt, Hoffmann Sa5 8.d2 Sf5 9.0-0-0! e6 10.f3
- Reefschläger, BL 1982. mit guten Aussichten, z.B.
8.. .d6 9.e1 xe2 1 0.xe2 c7 10...exf3 11.g4, Mesing - Nemet,
11.d3 h5 ‚ Abdulla - Vintimilla, Jugoslawien 1967.
Luzern 1982.

7... e6
8.0-0 c5

30
Kapitel 3
Im dritten Kapitel beschaftgen wir Bevor wir jedoch die Stellung nach
uns mit Abspielen, die dem ECOSchlüssel 5.d2 betrachten, wollen wir noch
B12 zugeordnet sind. einige kritische Momente bis
Das behandelte Material ist somit dorthin näher beleuchten.
4.. .dxe4 stuft Euwe als riskant und
wie folgt klassifiziert: Varnusz als Fehler ein und
1.e4 c6 2.d4 d5 ohne 3.exd5 und schreibt dazu: „Es ist lebensgefährlich,
3.c3 um der Eroberung
eines Bauern willen in der
Schwerpunkt der nachstehenden Eröffnung vier Bauernzüge zy
Betrachtungen bilden die Varianten machen.“
mit 3.f3. Kann man der Statistik Allgemein wird Varnusz
Glauben schenken, gehört dieser zuzustimmen sein. Dem Urteil,
Zug zu den aussichtsreicheren. Von 4.. .dxe4 sei ein Fehler, kann ich
rd. 320 von mir ausgewerteten mich jedoch nicht anschließen und
Partien gewann Weiß annähernd verweise hierzu auf die späteren
50%, während die schwarze Ausführungen.
Ausbeute nur rd. 26% betrug. Als Alternativen zu 4.. .dxe4
Trotzdem traut die gängige werden bisweilen 4...f6 (1) und
Theorie 3.f3 nicht allzu viel zu. 4...Sb6 (2) versucht.
(1)4...f65.c3
5.d3 c5 (zu 5...Sb6 vgl. Partie
Abschnitt 1: Nr. 12, Wiese-Wucke.) 6.dxc5
(6.c3 cxd4 7.cxd4 dxe4 8.fxe4
Zunächst soll das SmyslowGambit xe4! 9.f3 - auf 9.xe4 folgt
näher betrachtet werden, 9...Sh4+. - 9...b4+ 10.bd2
das durch die Züge xd2-+, Tartakower - Khan,
1931.) 6...dxe4! und schon Euwe
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3 wies darauf hin, daß sowohl nach
dxe4 5.d2 7.fxe4 xe4! mit dem Motiv
gekennzeichnet ist. 8.xe4 Sh4+ als auch nach
7.xe4 Sxd1 + 8.xd1 xe4 9.fxe4
a6 Schwarz Vorteil behält. Zu
5.d2 vgl. Partie Nr. 13, Majorov -
Shorunov und zu 5.e5 vgl. Partie
Nr. 14, Leko - Von Alvensleben.
5.. .Sb6
Zur Orientierung: Stellung nach
5.c3 - (5.. .b4! 6.e5 fd7
(6...g8 7.f4 h5 8.f3 h6 9.d3
g6 10.0-0 b6 ‚ Ozsvath - Tipary,
31
Budapest 1965.) 7.f4 c5 8.f3 (8. ..dxe4?? 7.. .b4 8.0-0 Sa3
c6 9.a3 cxd4 1O.xd4 9.c4) 9.b1 ±
Kostic- Pirc, Bled 1931 9.c4) 7... b6 8.0-0 a6 (8.. .dxe4?
5.. .dxe4 6.fxe4 b4 7.d3 xe4!? 9.xa6 xa6 1 0.c3 .
- Und wieder das Motiv 8.xe4 8.c4 Sb4+ (8.. 9.f2)
Sh4+. - 8.ge2 (Nun droht xe4!) 9.d2±.
8...f6 9.0-0 und Weiß hat 7.dxc5 xc5 8.xc5 Sxc5 9.e2
ausreichend Kompensation für
den Bauern, Ozsvath - Barcza, Zu 9...c6!? vgl. Partie Nr. 12,
Budapest 1968.) Majorov - Shovunov.
6.Sd2 (Der Zug erfüllt eine 10.f1 Sb6 11.fg3 c6 12.Sd2
Doppelfunktion. Einerseits wird Sxb2 13.0-0 Sb6+ 14.h1 0-0
der Weg zur 0-0-0 freigemacht, 15.f4 d7 16.exd5 exd5
andererseits wird . . .c5 verhindert, 17.ab1 Sc7 18.gh5 xh5
da die Diagonale el/aS versperrt 19.xh5 b6
wird und nach 6. ..c5 7.a4 kein 19...e5!?, z.B. 20.Sf4 f6.
Zwischenschach auf b4 möglich 2O.be1 f6 21.f4 d4 22.e4
ist. Die Alternative 6.b1 wird ae8? 23.c4+! h8?
unterschiedlich bewertet. Während Die Partie ist jedoch ohnehin
Filip in ECQ nach 6.. .c5 7.exd5 verloren.
exd5 zum Urteil „=“ kommt, 24.g6+! hxg6 25.h4# 1-0.
bezeichnet Varnusz den Zug als Partie Nr. 13
6. ..S)xb2 7.b1 S)a3, nach Euwe Majorov - Shovunov
Rußland 1995
„etwa =„.
(2) 4.. .Sb6 S.d2 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3 f6 d7 (5. ..c5
6.exd5 exd5 7.dxcS 5.d2 Sb6 6.d3 c5 xc5 8.xc5
Sxc5 9.b3±. ZuS.. Zu Alternativen vgl. die .Sxb2 vgl. die
etwas eigen tümlich vorhergehende Partie. anmutende
Partie Nr. 15, Chikovani - 7.dxc5 xc5 8.xc5 Sxc5 9.e2
Birbrager.) 6.d3 c5 7.c3 c4 (lt. Zu 9.. .Se3 vgl. Partie Nr. 11,
Varnusz “?!“) 8.c2 Sxb2 9.e2 Wiese - Wucke.
Sa3 10.0-0 ‚ Smyslow - 10.c3 0-0 11.exd5 xd5 12.e4
Makogonov, UdSSR 1944.
12.b4!?; 12.f1!?
Partiefl: 12...Sb6 13.Sd2 d8 14.0-0-0 e3
15.g5? h6 16.e4 e5!? 17.f4
Partie Nr. 12
xd1 18.xd1 c4 19.Se2 Se3+!
Wiese - Wucke
20.Sxe3 xe3 21 .e1 e5 22.g6
AP 1993
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3 f625.g1
xd3 xf4,
23.xe5
0-1.
d5 24.f4 xg2
5.d3 Sb6 6.d2 c5
Im Grunde genommen hat Weiß
6.. .Sxb2 7.e2 dxe4 die Partie bereits sehr früh

32
verloren. Man mag darüber 7...Sb6 8.Sd2 c6 9.f3 e7
streiten, ob die Partie im 12, 13. 1O.e2 0-0 11.0-0 f5 12.h3 a6
oder einem späteren Zug entschieden 13.h2 d8 14.g1 h8 15.g4 g6
war. Der Nachziehende 16.a3 cxd4 17.cxd4 b5 18.c2
hatte alle Zeit, die Schwächen des b6 19.b3 d7 2O.g2 b4
schwarzfeldrigen Komplexes im 21.ag1 a5 22.gxf5 gxf5 23.Se1
Lager des Weißen für eigenes Se8 24.f2 a7 25.h4 b5
druckvolles Spiel zu nutzen. Der 26.Sg3 f7 27.xe7 xe7 28.Sh4
weitere Verlauf war in weiten Sf7 29.g5 Sf8 30.h5 d7
Teilen fast schon zwangsläufig. 31.g6 g8 32.f7+ xf7 33.xf7
xf7 34.Sh6 1-0.
Partie Nr. 14
Leko - Von Alvensieben Partie Nr. 15
Budapest 1990 Chikovani - Birbrager
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3 f6 Moskau 1967
5.e5 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3 Sb6
Ab sofort „kreuzt das Schiff in 5.d2 Sxb2?! 6.d3 f6 7.e2
französischen Randgewässern“. a6?! 8.c3 Sa3 9.b3 c5?
5...fd7 6.c3 10.b5+ d7 11.c1 c4 12.xd7+
Noch druckvoller ist 6.f4 z.B. xd7 13.xa3 xa3 14.d2 b5
6.. .c5 7.f3 c6 8.c3 cxd4 15.b1 c7 16.0-0 g6 17.e1
9.xd4 c5 1 0.Sd2 0-0 11.0-0-0 hg8 18.exd5 exd5 19.f1 a5
a6 12.h4 und Weiß entwickelt 20.f4 d6 21 .e5 c6 22.e3
einen gefährlichen Angriff, ge8 23.g4 xg4 24.fxg4 2xe5
Schlesinger - Schmitt, Wiesbaden 25.dxe5 xe5 26.a4 b8
1990 27.axb5+ xb5 28.a1 e6
6.d3 c5 7.c3 c6 8.e2 Sa5 29.xe6 fxe6 30.Sd2 e4 31.h3
(8...cxd4 9.cxd4 Sb6 10.f4 Sxb2 e5 32.Sf2 f4 33.Sa7 d4 34.a6+
11.bc3 Sb6 12.b1 Sd8 13.f5 c5 35.xa5 xa5 36.Sxa5+ d6
b6 14.0-0 exf5 1 5.xf5 xf5 37.Sb4+ d5 38.Sb5+ e4
16.xf5 g6 17.f3 g7 18.Sc1 h5 39.Sxc4 e3 40.Sc5 e4 41.f1
19.g59d7 20.e6 fxe6 21.Sc2 e7 d2 42.cxd4 exd4 43.Sb4+ e3
22.xe7 xe7 23.Sxg6 af8 44.e1 d3 45.Sc5+ f4+ 46.d2
24.Sxg7+ e8 25.Sg6+ d8 e2+ 47.xd3 xg2 48.Se3# 1-0.
26.f4, 1-0, Genevey - Flecher,
Samt Martin 1991.) 9.0-0 cxd4 Kommen wir nun zu unserem
10.cxd4?! (10.xd4!?) 10...b4 eigentlichen Thema, dem
11.bc3 xd3 12.Sxd3 und Weiß Smyslow-Gambmt, zurück. Nach
hat einige Schwächen im eigenen 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3
dxe4 5.d2 steht der Nachziehende
Lager, Wiese - Schulz, AP 1993.
6...c5 7.f4 vor der Entscheidung,
Wir sind in der französischen das Gambit anzunehmen oder es
Verteidigung, C00, angelangt. abzulehnen. Dementsprechend
unterteilen wir das Material n:

33
Abspiel 1: 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 6.gxf3 f6
4.e3 dxe4 5.d2 f6 7.c4

Abspiel 2: 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 7.d3 e7


4.e3 dxe4 5.d2 exf3. 7... b6 8.Se2 d6 9.0-0 bd7
10.c4 c7 11.ce5 b7 12.xf7
xf7 13.g5+ e7 14.xe6 xe6
Abspiel 1 15.c4+ e7 16.f4+ e5

1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3 (16.. .f8 1 7.xc7 Sxc7 (17... Se7
dxe4 5.4d2 f6 18Sxe7 xe7 19.ae1+ ie5 ±.)
18.Se6 ±.) 17.dxe5 00, Tartakower
- Weenink, Liege 1930.
8.0-0 0-0 9.g5 bd7 10.c4 h6
11 .f3 d5 1 2.d2 c5 1 3.Se1 cxd4
14.Sg3 e3 15.f2 c5 16.b4 ‚
Braune - Henzner, AP 1994.
Nach 7.c4 verzweigt das Spiel je
nach Erwiderung des Schwarzen
wie folgt:

Teilabspiel 1: 7.. .e7


6.fxe4 e7 Teilabspiel II: 7.. .bd7
III: 7... b6
6.. .e5 7.dxe5 g4 8.Se2 xe5 Teilabspiel IV: 7. ..Sd5.
9.gf3 g4 1O.Sf2 ±‚ Spielmann - Teilabspiel
Tartakower, 1913. Zu 7...d5 vgl. Teilabspiel 1 nach
9.d2.
7.gf3 0-0 ;‘;.
Teilabspiel 1:
Kohl - Wilde, Kehl 1989.
e7

Abspiel 2 Das Beste!


nur Bedeutung 7.. .d5 8.d2 hat
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.e3 als Zugumstellung.
dxe4 5.d2 exf3
8.d3

8.Sd2 - Die Dame ist besser über


e2 zu entwickeln. - Nach dem
Textzug kann weiter folgen:
8...bd7 9.0-0-0 d5 10.g5 f6
11.h47b6 12.b1 xc4 13.xc4
Sb6 und Weiß hat keinen
ausreichenden Ersatz für den

34
Minusbauern, Westerinen - Arkell, 10.h4 c5
Wrexham 1994. 11.ce5 cxd4
12.4xd7 2xd7
8... d5
1 3.xd4 c6
9.d2
14.0-0-0 S9a5
15sb1 fd8
9.e2 b5 10.ce5 f6 11.g4 b4+
1 2.c3 xc3 1 3.bxc3 xc3+ 1 4.f2 16.c3
xa1 15.xa1 0-0 16.h3 cc Pinkus %-Y2, Schlesinger - Langer, AP
1989.
- Wolff, Genf 1996.

9... 0-0, etwa = Teilabspiel lii:


Ein Fehler wäre 9. ..h4+? .7 b6?!
(Tempoverlust!), z.B. 10.g3 f6 8.ce5 e7
11.e2 a5 12.a3 0-0 13.h4! (Es 9.d3 0-0
droht 14.xh7+ xh7 15.g5+ 10.0-0

xg5 16.hxg5+ g8 17.h5 f5 und Schwarz steht unter Druck


18.g6 mit folgendem Matt.) und ohne große Aussicht auf baldige
Weiß steht deutlich besser, Befreiung, z.B. 10...d5? 11.xh7-‘-!
Smyslow - Gereben, Moskau 1949. xh7 12.g5+ xg5 13.h5+ g8
Teilabspiel II: 14.xg5 e8 15.f3 f6 16.g6 eS
17.h8+ f7 18.xe5+ ‚ +-‚ Mitkov -
bd7
Shevelev, Groningen 1991.

Bisweilen geht das Spiel in Teilabspiel IV:


Teilabspiel 1 über.
7... d5
8.d3

8.ce5 xe5 9.xe5 d6 10.f4 Kaum mehr als ein Experiment!


d5 ‚ Drill - Delander, Berlin 1995. 8.d3 e7
9.0-0
8... e7
9...0-0!?
Weitere Möglichkeiten: 10.ce5 h6
8...d5 9.g5 c7 10.0-0 h6
11.d2 e7 12.ce5 5f6 13.e1 Soll fg5 verhindern.
xe5 14.xe5 d7 15.g3 ±‚
11.xf7! xf7
Smyslow - Kan, Sverdlovsk 1943
8...b6 9.ce5 bd5 10.d2 h6 1 2.e5+ e8

11.0-0 e7 12.e1 d7 13.c4 c7 Nach 12.. g8 folgt nach einer 14.g3 ±‚ Van Blit erswijk - Metz, Analyse von P. Zimmer 13.xf6!
Biel 1994.
gxf6 (13...xf6 14.h5 mit undeckbarem
9.e2 0-0 Matt.) 14.g4+ f8 15.g6!.

35
1 3.xf6 xf6 Meine Auswertung führte zu einer
1 4.Sh5+ d8 annähernd ausgeglichenen Ausbeute
15.c4 1-0 für Weiß und Schwarz
Panchapagesan (jeweils annähernd 30% Siege bei Palmer,
Guernsey 1990. einer Remisquote von rd. 40%).
Bei der relativ geringen Zahl von
Abschnitt 2: Partien, die dafür geeignet
erschienen (weniger als 20) sind
Dieser Abschnitt ist dem Zufälligkeiten nicht auszuschließen.
Lilienfisch-Gambit Das Ergebnis kann daher sehr gewidmet,
welches nach den Zügen wohl als guter Hinweis gewertet,
darf aber nicht als statistischer
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 Beweis mißverstanden werden.
e5 5.f3 exd4 6.c4 Die weitere Untersuchung gliedert
sich wie folgt:
auf dem Brett entstanden ist.
Hört der Nachziehende ausschließlich Abspiel 1: 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3
dxe4 4.fxe4 eS 5.f3 exd4
auf die „Stimme der
6.c4
Theorie“, so bleibt die obige
Ausgangsstellung unerreichbar, Abspiel 2: 1 .e4 c6 2.d4 d5 3.f3 eS
denn einhellig wird 5.. .e6 statt
unseres 5.. .exd4 der Vorzug Abspiel3: 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3
gegeben. Ein Blick in die dxe4 4.fxe4 eS 5.f3 e6

Datenbank scheint das Urteil zu Abspiel 4: 1 .e4 c6 bestätigen. In 45 Partien -


dxe4 4.fxe4 eS 5.f3
2.d4 d5 3.f3

zugegebenermaßen „Kraut und


Rüben durcheinander“ - wählte g4/5.. .f6/5.. .f6.
Schwarz 5.. .exd4 und verlor in rd.

70% der Fälle die Partie. Zur Abspiel 1


Fortsetzung 5.. .e6 griff der
Nachziehende 34mal, doch auch 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
hier hatte er in fast 50% der Fälle e5 5.f3 exd4 6.c4
das Nachsehen. Diese Quote ist
zwar deutlich besser, kann jedoch
keinesfalls befriedigen. Wahrscheinlich
liegt die entscheidende
Weichenstellung für den
Schwarzen schon früher in der
Partie. Abgesehen von 3.. .e6 und
3.. .g6 muß insbesondere 3.. eS
einer statistischen Betrachtung
unterzogen werden.

36
Wir müssen an dieser Stelle eine (1) 7. ..f6 8.e5!? (Brutal, aber
weitere Untergliederung des erlaubt. Andere Wege sind 8.xd4
betrachteten Materials c5 9.b5 a6 10.Sxd8+ xd8
vornehmen: 11.d1+ d7 12.5c3 mit
Teilabspiel 1: 6e7 folgendem d5 ±‚ Murey -
Teilabspiel II: 6e6 Kelecevic, Zürich 1991, oder 8.f4
Teilabspiel III: 6.. .b4+ und Schwarz hat erheblichen
Teilabspiel IV: 6...f6 Entwcklungsrückstand, dessen
Teilabspiel V: 6.. .Se7 Beseitigung wegen fehlender
Teilabspiel VI: 6. ..d7/ 7.. .Sa5 / geeigneter Figurenfelder problematisch
6.. .c5. erscheint.
In einer Parbe Kripp - Weber,
Teilabspiel 1:
Bruchköbel 1993, folgte 8...h5?
6... e7 9.h4 d3 10.cxd3 Sd4+ 11.h1
Sxb2?! 12.d2 g4 13.Se1 ±.)
8...fxe5 9.Sh5+ d7 10.f7 b5
11.b3 c7 (Es drohte u.a.
11.Sg4÷.) 12.Sxe5+ b6 13.a4 ±‚
Udov - Kaem, Moskau 1964.
(2) 7.. .e6?! 8.xe6 fxe6 9.xd4
Jd7
9...f6 1 0.xe6 Sxd1 11 .xd1
a6 12.c3±, Stromberg -
Johannsson, Helsingborg 1991
9...Sd6 10.e5 Sxe5 11.f4 Sc5
7.0-0
12.h1 Sd5 13.c3 Sd7 14xb8
7.e5!? mit dem Ziel, den Af7 xb8 15.Sh5÷ d8 16.ad1 c8
festzulegen, kam in einer Parbe 17.db5! 1:0, Skutta - Gerlach,
AP 1989
Ozsvath - Kovacs, Budapest 1963,
vor. Nach 7.. .Sa5+ 8.c3 dxc3 9...f6 10.e5 e7 11.xe6 Sxd1
9.xc3 g4 10.Sb3 xf3 11.xf7+ 12.xd1 ±‚ Janson - Henzner, AP
f8 12.0-0 Sc5+ 13.h1 Sxe5 1991.

14.f4 Sc5 15.xg8 xg8 16.xf3 10.Sh5+ d8 (Auf 10...g6? folgt


strich Schwarz die Segel. Mit 11.Se5.) 11.e3! f6 (1 1...c5
9.. .Sb4 hätte er dem Gegner 12.d1 cxd4?! 13.xd4 d6 14.e5
jedoch früh erheblich Wind aus f6 15. exf6 gxf6 16. c3 1:0,
den Segeln nehmen können. Tartakower - Przpiorka, Budapest
1929.) 12.Sf7 ±‚ Gyorgy - Corrado,
6 Ticino 1994.

(3) 7.. .Sa5 8.xf7-i-?! (8.Sxd4? c5 allerdings nicht unbedingt Weitere,


bessere 8.xd4!?) 8.. .xf7 9.e5+ e8
10.f7 f6bd711.xh8 e6 12.f4 Möglichkeiten sind 7...f6 (1),
‚ Forbrich - Billen, AP 1988. 7...e6 (2) und 7...Sa5 (3).
37
8.g5! 0-0 10.xf7+ xf7 11.e5 g8 12.exf6
9.xf7 2xf6 13.Sd3 Sd5 14.d2 e6

9.e5 mit folgendem 1O.Sh5 sieht 15.e4 d7 16.d2 e7 17.ae1


ebenfalls gut aus, doch kontert c5 18.b3 e8 19.Sg3 h8 20.g5
Schwarz nach 9.e5 d5 1O.Sh5 h6g5f8 24.Sf3
21 .h4 g4
c8 25.Sf4
22.Sf4 g7
h626.d6!
23.g3
11.xf7mit11...Se8.
f8 27.Se4 Sxe4 28.xe4 xf1 +
9... xf7 29 .xf1

9...Sa5 1O.g5+ (1O.d6+ h8 Das Endspiel ist für Weiß klar


11.xc8 xc8 12.f5 Sb4 ‚ Kuhn gewonnen.
29...f8 30.xb7 f5 31 .e8 xc2
- Grathwohl, BL 1986; 1O.xf6!?, 32.xc5 h7 33.e5 1-0.

vgl. unten nach 9...Sb6.) 1O...h8 Partie Nr. 17


11.schlägt
e5d5 14.Sh5!durch,
h6 15.f7+llczuk
g8 Ermentr-autMuc,
- Wingender1.e416.xh6+c6und2.d4
der weid5ße Angr3.f3if APdxe4
1992 4.fxe4
Slupsk 1992 9...Sb6 1O.xf6!? d3+ 11.h1 gxf6 e5 5.f3 exd4 6.c4 e7 7.0-0
(11...xf6 12.Sh5) 12.Sh5 f5 f6 8.g5! 0-0 9.xt7 xt7
13.g5+ +-‚ Lewin - 10.xt7+ xt7 11.e5 g8 12.exf6
2xf6 13.d2 e6 14.e4 e7
Matschawarjan, Tiflis 1971.
15.Sh5 a6
1 0.xt7+ xt7
15...d7 16.g5 d5 (16...Sa5
11.e5 g8 17.Sh4 ±‚ Teichmann - Mieses,
Berlin 1910.) 17.ae1 xg5 18.xg5 xf6 13.d2 11...Sbd7 12.exf6
h6 19.f7 tf6 2O.xh6+ h7 1:0, 15.Sd3 ±‚ Sd5 14.f3 g4
Mitkov-Gokhan, Santiago 1990. Aturupane - Santos, Luzern 1982.
16.g5 Sd5 17.Sh4 2xg5 18.xg5
12.exf6 ±‚ f5 19.Sf2 2xc2 20.Sxc2 Sxg5
Jurkov - Burlaev, Moskau 1958. 21.Sb3+ 1-0.

Zum möglichen Fortgang vgl. die Partie Nr. 18


Partien Nr. 16, Ljubarskij - Blecken, Bücker - Vogel
Nr. 17, Ermentraut - Wingender und BL 1991 Nr. 18, Bücker-Vogel.
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
e5 5.f3 exd4 6.c4 e7 7.0-0
Partien:
f6 8.g5! 0-0 9.xt7 xt7
Partie Nr. 16 10.xt7+ xf7 11.e5 g8 12.exf6
Ljubarskij - Blecken xf6 13.d2 Sd5 14.Se2 e6
Hamburg 1995 15.e4d7 16.f4
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 16.g5 e5 17.a3 e8 18.ae1 c7
e5 5.f3 exd4 6.c4 f6 7.0-0 19.Sd2 f7 20.g3 xe1 21.xe1
e7 8.g5! 0-0 9.xf7 xf7 g6 ‚ Kostic - Pfeiffer, Bled 1950.

38
16...f7 17.f3 e7 18.d6 xf3 0-0-0 ±‚ Thorsteinsson
19.xf3 d5 20.ff1 b6 21.ae1 Halldorsson, Reykjavik 1990.
f8 22.f5 c4 23.f3 b4 24.c3
8... f6
dxc3 25.bxc3 c5+ 26.2e3 e8

27.d1 d5 28.g3 2xe3+ 8. ..e7 führt zum Teilabspiel 1,


29.xe3 f6 30.c4 e4 31 .g4 Anmerkung (2) zum 7. Zug von
xg4 32.xg4 f5 33.f4 g6 Schwarz; zu 8.. .Sb6 vgl. Partie Nr.
34.f2 g7 35.h3 h5 36.f3 e4 19, Aljechin - Milosevic
37.c1 d4 38.e3 d3+ 39.e2 zu 8.. .d7? vgl. Partie Nr. 20,
a3?? 40.xa3 1-0.
Hodgson - Garcia
zu 8.. .Sd6 vgl. Partie Nr. 21,
Teilabspiel II: Pernigotto - Mazur
8...Se7 9.e5
6..
Oder auch 9.g5, z.B. 9...Sc5
Schützt zwar den Punkt f7, hat 10.b4! Sb6! (10...Sxb4 11.e5
aber eine Schwächung des h6 12.xh6 gxh6 13.Sh5+ e7
Königsflügels zur Folge. 14.f7+ d6 15.d3 Sb5 16.a3!
Sxh5 17.c4#, Neistadt) 11.e5
d3+ 12.h1 ±‚ Kirillov - Grigoriev,
UdSSR 1931. Es droht u.a.
1 3.xf8+!
9...f6 10.h1 bd7 (Holt sich
Schwarz mit 10.. .xe5 einen
weiteren Bauern, folgt 11 .Sh5+ g6
12.xg6 +-‚ z.B. 12...f6 13.xf6
Sxf6 14.e5+ und auf 14...e7/d8
gewinnt 15.g5 sofort.) 11.Sxd4
7.xe6 fxe6 c5 12.Sa4 Sd6 13.f4 Sd4 14.c4
8.0-0 mit erheblichem weißen Vorteil,
Pihajlic - Mandic, Novi Sad 1988.
8.Sxd4 nimmt ein wenig die
9.e5 e4
Spannung aus dem Spiel, ist aber
10.Se2 S9d5
eine durchaus erwägenswerte
11.e1 c5
Alternative, z.B. 8. ..Sxd4 9.xd4
12.d1 cd7
e5 (9...d7 10.f4 d6 11.e5 c5
13.c3 S9a5
12.b3 b6 13.c3 ±‚ Degenhardt
1 4.xd4 c5
- Segal, Mlada Boleslav 1992.)
10.e6 a6 11.xf8 xf8 12.b3 15.Sh5+ ±‚

(Gut ist auch 12.g5, z.B. 12...f7 Stromberg - Angqvist, Stockholm


13.0-0+ e6 14.d2 usw., Aljechin 1992.
- Broder, Novi Sad 1930.) 12...f7
13.a3 f6 14.d2 mit folgender

39
Partien: 10.c4 c5 11.b3 gf6 12.g5
d3+ 13.e3 dxc2 14.xc2 e7
Partie Nr. 19
15.e5 g4
Aljechin - Milosevic 15...d5 ändert kaum etwas.
Banja Luka 1931 16.d6+ d8 1 7.gf7+ c7
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 18.g5 1-0.
e5 5.f3 exd4 6.c4 e6 7.xe6
fxe6 8.0-0 b6 9s‘h1 e7
1OAxd4 c5 11.h5+ g6 12.e5 Teilabspiel III:
f6 13.xf6 xf6 14.xe6 f7
6..
15.g5+ s‘f8 16.c3 bd7 17.f4
‘g7 18.d5 c6 19.d2 h6 20.f3
xd5 21.exd5 xd5 22.c3+ h7
23.g4
23.xh8 xh8 24.e1 g8 25.c4,
etwa =.
23...he8 24if1 f8 25.g5+ g8
26.f7 ‘h7 27.g5+ 1/21/2.
Partie Nr. 20
Hodgson - Garcia
1989 7.c3!
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
e5 5.f3 exd4 6.c4 e6 7.xe6 7.d2 ist auch nicht schlecht, z.B.
fxe6 8.0-0 d7? 7.. .xd2+ 8.xd2 f6 9.0-0 0-0

Der Zug hat irgend etwas 10.e1 c5 11.e5 d5 12.xd5


Suizidales! xd5 13.c3 c6 14.e4 e6
15.f6+ h8 16.e4 ±‚ Katona -
9.g5 e7 10.f7 xf7? Wenn schon Selbstmord, dann Radnoti, Ungarn 1994.
7... dxc3
ohne Rettungschancen!
8.xf7+!
11.xf7 s‘xf7 12.d2 gf6 13.f3 Weiß entwickelt einen
d6 14.c3 xe4 15.cxd4 he8
16.d3 ef6 17.d2 g8 18.e1 hervorragenden Angriff. Zum
ad8 19.b3 d5 20.xb7 c5 möglichen weiteren Fortgang vgl.
21.g5 1-0. Partien Nr. 22, Majorov - Gutov,
und Nr. 23, BIackall - Bigelov.
Partie Nr. 21
Pernigotto - Mazur Partien.:
Fernpartie
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 Partie Nr. 22
e5 5.f3 exd4 6.c4 e6 7.xe6 Majorov - Gutov
fxe6 8.0-0 d6 9.a3 d7?! Yalta (Ukraine) 1995
9...a6!? 1O.xd4 xd4 11.xd4 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
c5 12.e3 f6 13.c4 . e5 5.f3 exd4 6.c4 b4+ 7.c3

40
dxc3 8.xf7+ s‘xf7 Strzelecki - Dyballa, Polen 1990,
8...e7 9.b3 cxb2+ .10.xb4+ versuchte Schwarz 7.. .bd7 und
xf7 11 .xb2, Neistadt. kam nach 8.h1 e7 9.e5 d5
9.)xd8 cxb2+ 1 0.xd4 c5 11 .f2 0-0 zu
befriedigendem Spiel. Zu 8...e7 vgl. Partie Blackall -
Bigelow. 10.s‘e2 e7 Zu unklarer Stellung führte in der
10...bxa1 11.g5+g6 12.e8+. Partie Johansson - Malmstig,
11.e5+ f6 12.f1+ 1-0. Schweden 1995, der Zug 7...b5
mit der Folge 8.xf7+ xf7 9.e5
Partie Nr. 23
bd7 10.exf6 xf6 11.e5+ g8
Blackall - Bigelow 12.d2 d5 13.df3 d6 14.f4
New York 1935
f5 15.xd4 xe5.
8.g5 0-0 9.xf7 e7! 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
e5 5.f3 exd4 6.c4 b4+ 7.c3
9...xf7? 10.xf7+ xf7 11.e5
dxc3 8.xf7+ xf7
d3+ (11...d5 12.exf6 gxf6 Zu 8..13.d3
.e7 vgl. Partie Majorov
±‚ Raudive -
- Zelezny,
Gutov.
Tschechien 1995.) 12.h1 d5
9.xd8 cxb2+
13.exf6 h3 14.fxg7+ g8 15.f3
9...e7 10.xh8 cxb2-‘- 11.e2
±‚ Jackova - Ismailova, 1992. bxa1 12.g5+ g6 13.e8+ h6
10.g5+ h8, Spielmann - Norberg, Lund
14.e6+ 1:0, Rellstab - Keller,
1941‘. Schon Euwe fragte
1948.

sich, ob Weiß die Partie remis 10.e2 bxa1 11.g5+ g6 halten kann. Daß seine Zweifel 12.e8+ h6 13.e6+ g5
14.xg5# 1-0.
berechtigt waren zeigt z.B.
11.e5!? g4 12.xf8+ xf8 13.f3
f2i :IE
Teilabspiel IV:
Schwächlich ist auch 7.g5?!, z.B.
6... f6 7.. .e6 8.xe6 fxe6 9.xe6 e7 ‚
Stefanova - Meriacre, Rimarska
Sobota 1992.

7... d5
8.xd4 e6

Oder 8...e7?!, z.B. 9.c3 xc3


10.xc3 h4+ 11.g3 e7 ±‚
Aljechin - Kulzinski, Novi Sad
1930.

9.d2!? e7
7.e5!?
10.c3 a5
7.0-0?! c5 11.0-0-0 a6
7.. .e7 führt in die Hauptvariante 1 2.xd5 cxd5
des Teilabspiels 1. In einer Partie

41
12...xd5 13.xd5 xd5 14.xd5 (2) 6.. .a5+ 7.c3 (7.bd2 g4 8.0-
cxd5 15.xg5 c5 16.e1 xa2 0 f6 9.a3?! (9.b3!? ist besser,
17.b1 a6 18.xd5 ±. z.B. 9...h5 10.e5!? .) 9...bd7
10.h1 (Noch immer ist m.E.
13.b5+ ±‚
10.b3!? vorzuziehen.) 10...h5 ‚
Ekstrom - Wicker, Bern 1987.
Kittel - Schulz, AP 1993.) 7...e7
8.e5 dxc3 9.xc3 d7 10.xf7+

Teilabspiel V: xf7 11.e6+ e8 (11...xe6?


12.b3+) 12.exd7+ xd7 13.0-0 ‚
6... e7 Fritzinger - Seirawan, USA 1976;
(3) 6...c5 7.0-0 (7.g5 b6 führt
zu einer unklaren Position.) 7.. .f6
(7.. .f6 8.e5! fxe5 9.h5+ d7
1 0.xe5 mit gefährlichem Angriff,
Levitsky - Izbinsky, St. Petersburg
1905.) 8.g5 (Oder auch 8.g5)
8.. .0-0 9.xf7+ ±‚ Vallejo -
Ismelian, U12, Bratislava 1993.

Absp,iel 2
7.0-0 g4
7.. .e6 8.xe6 fxe6 führt zum 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e5
Teilabspiel Anmerkung zu
8...f6.

8.xd4 c5
9.c3 xd4+
1 0.cxd4 xf3
11.gxf3
11 .xf3 ist ebenfalls gut; Maroczy
- Lee, London 1899.
In Gambitkreisen wird diese
Teilabspiel VI: Entgegnung als LilienfischGegengambit
bezeichnet. Unter
6... d7 (1), 6...a5+ (2), 6...c5 (3) Hinweis auf die den Abschnitt 2

(1) 6...d7?! 7.0-0 df6 8.c3 (Soll einleitenden Worte, scheint


vor allem der d1 den Weg nach Schwarz bei der Wahl von 3.. .e5
b3 öffnen.) 8.. .d3 9.e3 e6 nicht schlecht beraten zu sein.
10.xe6 fxe6 11.b3 ±‚ Hinsichtlich 3.. .e6 verweise ich
Schlesinger - Schuhmacher, einerseits auf den Abschnitt 1,
andererseits auf die Fundgrube!
Wiesbaden 1990:

42
sowie auf die 6.e2 d7 7.f4 dxe4 8.xe4 und Stöberkiste
„Eröffnungsliteratur Weiß ist ohne ausreichende einschlägige
Anspruch auf Kompensation für den Bauern, ohne den
Gambit-Darstellung“. Thornert - Livner, Borlange 1995. umfassende
auch für 3...g6. Letzteres gilt Auch 5.e2?! (statt 5.c3 im Text)
ist schwächer. In einer Partie
4.dxe5
Smagin - Meduna, Prag 1992 folgte
4.exd5?! führt sowohl nach 5...d7 6.ec3 xe5 7.exd5 h4+!
4.. .exd4 5.xd4 cxd5 6.c3 f6 8.g3 e7 9.e4 f6 10.bc3 xd5
7.g5 e7 usw., als auch nach 11 .xd5 xf3 (Eine Folge von
4.. .xd5 5.e3 (5.dxe5 xe5+ 7...h4+! 8.g3.) 12.xf3 cxd5
6.e2.) 5.. .f6 mit folgendem 13.b5+ f8 14.d3 dxe4 15.xe4
• . .b4+ und . . .e7 oder sofort e7 h3!? 16.xe7+ xe7 17.d2
allenfalls zum Ausgleich. Ebenso hd8 18.e1-‘- f8 19.a3 ac8 .
ohne Ehrgeiz ist 4.e2, z.B. Schwarz gewann im 42. Zug.
4. ..dxe4 5.fxe4 h4+ 6.g3 d6. 5. . b6
4... c5 6.a4 a5+
7.c3 xg1
4.. .dxe4 5.xd8+ xd8 6.fxe4 7.. .f8?! 8.b4 c7 9.exd5 xe5+
(Oder auch 6.c4!?) 6.. .e6 ist 10.e2 xe2+ 11.xe2 f6
günstig für Weiß, Pedersen, D.Pedersen, 12.dxc6 xc6 13.b5 a5 14.d4 ±‚
J., Dänemark 1994; zu Gallagher - Tukmakov, Genf 1994.
4.. .b6 vgl. Partie Nr. 24, Ivanov -
Galkin.
8.b4!?

5.c3
Oder auch gleich 8.xg1, z.B.
Diese Fortsetzung ist wahrscheinlich 8...dxe4 9.f4 e7 10.fxe4 0-0
etwas besser als die 11.b4‘d8 12.xd8xd8 13.c5,
Alternative 5.d3, wonach das Gallagher - Anic, Lyon 1993.
Spiel wie folgt weiter verlaufen 8... c7
kann: 5...b6
5.. .d7 6.f4 dxe4 7.xe4 h6 Zu 8. ..d8 vgl. Partie Nr. 25, Klip -
8.e2 0-0 9.f3 e8 10.c3 b6 De Saegher.
11 .f 1 f8 12 .d 3 f5!?
9ixg1 xe5
(12...f5 erlaubte in der Partie
Sandkamp - Meduna, 2.BL 1989, Zu 9...e7 vgl. Partie Nr. 26,
1 3.e4 e6 14.h3 xe4 1 5.xe4 ±.) Mitkov - Izeta.
5.. .e6 kam in einer Partie
1O.d4 d7
Vasconcellos - Anic, Paris 1993
11.xe5+ xe5
vor. Dort folgte 6.c3 f6 7.exd5
1 2.exd5 cxd5
cxd5 8.e2 d4 9.b5 fxe5 10.c3
b6 11.xe5±. 13.f4 ‚
Smagin - Berg, Sommerskak 1993.
43
Partien: c5 d5 29.g3 f6 30.ee5
d6 31.xg7 f4 32.gg5 ad8
Partie Nr. 24
33.gf5! xd3 34.xf6 xe5
Ivanov - Galkin 35.xe6+ xe6 36.xe6 xe6
St. Petersburg 1993 37.f4 d7 38.9e3+ s‘f6 39.9xa7
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e5 4.dxe5 1-0.
9b6 5.d3 dxe4 6.xe4 9a5+
Eine Angriffspartie „aus einem
6...c5!? Guß“!
xe5 8.ge2 7.c3
schwarze Der Entwicklungs28. Partie Nr. 26
nd ist enorm rücksta Mitkov - Izeta
9.f4 a5 10.0-0 e7 8...f6 San Sebastian 1993
0-0 12.d5! c5+ 13.e3 11.e1 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e5 4.dxe5
cxd5 c5 5.c3 b6 6.a4 a5+ 7.c3
13...9d6 14.xe7+ 9xe7 15.c3 ±. xg1 8.b4 c7 9.xg1 e7
14.xh7+ xh7 15.xc5 xc5+ 10.exd5 xe5+ 11.f2 0-0 12.d6
16.h1 c6 17.f4sg8 18.d1 d8 13.e1 xd6 14.g5 e8
18.h4!? 15.d1 9c7 16.g3 e6 17.c5
18...d4 19.c3 e8 20.h4 dxc3 d5 18.c4 f6 19.xf6 gxf6
21.bxc3 b6 22.d5 xd5 23.xd5 20.d2 f5 21.d3 g6 22.9c3
g6 24.a4?! b7 25.d7 a5 22.ge1 d8 23.c3 ±.
1/21/2 22...a5! 23.xg6 hxg6 24.e4?!
xe4 25.fxe4 axb4 26.xb4
Partie Nr. 25 26.9d2!?
Klip - De Saegher 26...xa2+ 27.d2 a6 28.9c3
Niederlande 1995 c5! 29.e1?
Verliert schnell. Es gibt jedoch 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e5 4.dxe5
nichts gänzlich befriedigendes c5 5.c3 b6 6.a4 a5+ 7.c3 xg1 8.b4d8
mehr. Besser ist aber wohl
29.f3!? und auf 29. ..xe4! folgt Schwarz ist nicht auf die sofortige
3O.xe4 9e7+ 31.f4 (31.f3 a3! Rückeroberung des Bauern eS,
beläßt Schwarz ebenfalls das sondern auf die weitere
bessere Ende.) 31...g5+ 32.g4 Schwächung der ramponierten
weißen Königsstellung aus.
(32.f3 a3) 32...9e4+ 33.h3 g4+ 34.h4
9.xg1(Die
h4+Königswanderung
10.g3 xh2 11.g2
h5 12.exd5 e7 13.d6! sieht nicht nur halsbrecherisch
Weiß setzt im Gambitstil fort!
aus, sondern führt klar ins 13...xe5+ 14.e2 xd6 15.f4
Verderben.) 34.. .9g6 35.9e3 f6 16.e5 g6 17.0-0-0 e6
(Einzige Möglichkeit.) 35.. .9g5+! 18.d6! d7 19.g4 f6 20.g5 g6
(Am einfachsten! 35...a5 36.c4 21 .xe7 s‘xe7 22.e3 hd8
b6 37.c1.) 36.9xg5+ fxg5+ 23.d3 h5 24.f4 h6 25.e1
37.xg4 xd2 4. hxg5 26.xg5 h6 27.s‘c2 f6
44
29...Qe5 30.Qe3 xe4+ 31 .xe4 etwas besseren Aussichten.)
xd2+ 32.sf3 Qc3+ 33ie3 c1 7.. .‘Jf2+. Auf 6.dxe5 spielt
34.e1 b2 35.e3 xh2 36.±‘g4 Schwarz6...xd1+7.xd1
f5+ 37.±‘g5 ±‘g7 38.Qe7 h5+ (1) 6.c3 exd4 (6...b4 7.a3 xc3
39.±‘f4 Qf2+ 40.s‘e5 0-1. 8.bxc3 f6 9.d3 bd7 10.0-0 c7
11.1Je1 und Weiß kommt zu
vielversprechenden Angriffsaussichten,
Abspiel 3 Kripp - Schmitzer, AP
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 1992.) 7.xd4 d7 (7...xd4
e5 5.f3 e6 8.xd4 ist günstig für den
Anziehenden.) 8.f4 (8.g5 f6
9.xe6 fxe6 10.e3 xd4 11.xd4
eS 12.e3 gf6 etwa =‚ Bjerring -
Ostenstaad, Gausdal 1990.)
8...gf6 9.0-0-0 c5 10.d2 a5
11.e5 g4 12.c4! 0-0-0 =‚
Taulbut - Chandler, Hastings 1982
(2) 6.g5 e7 7.xe7 xe7 8.c3
(8.xe5 h4+; 8.dxe5 bd7 mit
folgender 0-0-0, jeweils .) 8.. .g4

Berhatte
eits in denicheinleierwähnt,
tenden 9.c4 d7 (Keene/daßTaulbutsich
weisen Bemer k ungen zu di e sem Abschni
die 9...xf3 10.gxf3 h4+ 11.e2
t dar a uf hi n , daß Wei ß nach
Theorie einhellig für den Zug Gegenspiel erhält.) 10.d5 gf6
5.. .e6 ausgesprochen hat. 11.h3 xf3 12.xf3 b6 =. Zum
Inwieweit dies berechtigt ist, mag weiteren Fortgang s. Partie Nr. 27,
der Leser selbst anhand der Murey - Seirawan;
nachstehenden Ausführungen (3) z.B. 6.e36...exd4
ist ohne (6...f6
großen7.bd2
Ehrgeiz,
bd7
beurteilen.
8.dxe5?! g4 9.e2 gxe5 =‚
6.c3 Pelay - Navarro, Saragossa 1995.)
7.xd4 xd4?! (Auch hier eher
Bisweilen wird hier auch 6.c3 (1), vorteilhaft für Weiß.) 8.xd4 f6
6.g5 (2) oder 6.e3 (3) versucht. 9.xe6 fxe6 10.d2 und der
Vor Betrachtung der sich daraus Anziehende hat wegen des
jeweils ergebenden Möglichkeiten Läuferpaars doch einen leichten
sei noch kurz darauf hingewiesen, Vorteil, Klaman - Cholmov, Tiflis
daß auf 6.xe5?! h4+! folgt, z.B. 1949.
7.d2 (7.g3 xe4+ kostet den h1;
7.e2 xe4+ 8.e3 und nach z.B. 6. . f6

8...1Jxe5!? 9.dxe5 g4+ 1 0.e1 6.. .d7 ohne rasches .. .f6 ist hier

xd1 11.xd1 d7 12.f4 (12.d4 die Hauptalternative. Weiter kann c5!?) 12.. d7 hat Schwarz die folgen 7.d3 d6
45
7.. .f6 führte in einer Partie Furdzik, Kattowitz Umansky -
Flückiger - Tisdall, Bern 1994, 1995.) 9.. .f6 10.g5 d7 .
nach 8.e2 d6 9.0-0 e7 9.d3 f6
(9...c7!?) 10.bd2 h6 11.c4 9.. .d6? Hier steht der Springer
f7 12.e3 b6 13.f5 xf5 nur im Weg. Ggf. wird er bald
14.exf5 0-0-0 zu einer unterstützungsbedürftig. 10.0-0
zweischneidigen Stellung mit d7 11.f4 b6 12.e2 c5?
beiderseitigen Chancen. (Schwächt unnötig das Feld d5.)
8.g5!? 13.a3 c8 14.xd6 xd6
8.0-0 f6 9.e3 (9.bd2 e7 (14...xd6?? 15.d5) 15.ad1 0-0
10.c4 )c7 11.a4 g6 12.b4 00, 16.d5! ±‚ Geenen - Garcia,
Nagy - Fischer, Dortmund 1988.) Brüssel 1986.
9...e7 10.bd2 10.g5 bd7 1.0-0
10-0 +
wegen
freierenSpiels,
(10...)c7!?) 11.c4 xc4 12.xc4 des etwas
exd4 13.xd4 ‚ Eleazar - Hort, Pedersen - Christiansen,
Moskau 1963. Dänemark 1994.
8...gf6 9.xe6 fxe6 10.0-0 exd4 7... bd7
11 .cxd4 ‚ Wiander - Angvist,
Stockholm 1994. Das Läuferpaar, 7. ..exd4 8.cxd4 Sbd7 (8.. .b4+
die leichte Initiative und die sich 9.c3 g4 10.e3 c5 11.d5 0-0
abzeichnenden Aussichten auf 12.0-0 bd7 13.c2 xf3 14.gxf3 ‚
Angriffsaktionen am Königsflügel Remisov - Guliev, St. Petersburg
rechtfertigen das größere 1994. Das Läuferpaar und die
Vertrauen in die Stellung des Angriffsmöglichkeiten am Königs- Anziehenden
6.. .h6?! kam in einer Partie flügel überwiegen
Sicht aus
den Nachteil weißer
des leicht
Hamberger - Schmidl, Österreichische ungeschützt stehenden Königs,
Staatsliga 1995, vor. Nach 7.d3 zumal direkte Drohungen gegen
d7 8.0-0 c7 9.bd2 g5 10.c4 die weiße Königsstellung nicht
g7 stand Weiß etwas freier. ersichtlich sind.) 9.0-0 b6 10.h1
7.d3 e7 11.e2 (11.c2!?) 11...g4
12.e3 c5 mit vielleicht leichtem
H. Tiemann favorisiert in seinem Vorteil für den Anziehenden, Kohl
Buch 7.xe5, indem er diese - Doll, Kehl 1989.
Fortsetzung mit „!?“ versieht. 8.0-0
Weiter kann folgen 7.. .xe4 8.f3
e7 8.bd2 d6 9.e2 e7
8...d6 9.e2!? (9.d3 läßt die 9...0-0 10.‘0-0 b6 (10...c7!?;
Möglichkeiten auf der offenen eLinie 10.. .e7 11 .e1 ae8 1 2.f 1 c5
zunächst ungenutzt. 9.. .f6 13.g3 cxd4 14.cxd4 g4 15.d5
10.0-0 bd7 11 .c4 (1 1.e2!? oder ‚ Csoke - Drozdov, Budapest
11.e1!?) 11...0-0 12.c3 c7 =‚ 1994.) 11.h1 ae8 12.b3 c7

46
13.c4 ±‚ Mitkov - Douven, Zum möglichen Fortgang sowie zu
Groningen 1991. 9.ib6 vgl. Partie Nr. 31,
10.0-0 0-0-0 11 .e1 he8, etwa =‚ Kleinschroth - Neumann.
Kasparjan - Cholmov, UdSSR 1949
Zu 8.e2 c7 vgl. Partie Nr. 28,
Csoke - Johannsson. Partien:

8. d6 Partie Nr. 27
Murey - Seirawan
8...b6 9.h1 0-0-0 10.bd2 exd4 New York 1985
11.cxd4 c5? 12.d5 g4 13.c4 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
c7 14.a4 xf3 15.xf3 b6 16.f4 e5 5.f3 e6 6.g5 e7 7.xe7
b7 17.d6+ 1:0, Watson - xe7 8.c3 g4 9.c4 d7 10.d5
Johannson, Gausdal 1991 gf6 11.h3 xf3 12.xf3 b6
8.. .e7 9.e2 13.b3 0-0 14.0-0-0 ad8
9.bd2 b5 1O.a4!? a6 11.e2 1 5id2?!
(oder auch 11.e1!?, Mathe - 15.dxc6!?
Sörensen, Kopenhagen 1986.) 15...c5! 16.e2 e8
11...0-0 12.h1 c7 00, Der Springer strebt nach d6, wo er
Degenhardt - Schelter, AP 1994. „königlich“ steht.
9.. .c7 (9... 0-0 1 0.bd2 b5 11 .a4 17.b5 c7 18.a3 d6 19.a5 c4
a6 führt in die vorstehende 2O.a2 c8 21 ie1 d7! 22.xc7
Variante nach 9.bd2 b5.) 22.xa7? c5 23.a4 (Sonst ist
1 0.bd2 0-0-0 11 .c4 exd4 die Dame verloren.) 23.. .cxe4 -+.
12.cxd4 b6 13.xb6 xb6 14.h1 22..ixc7 23ie3 c5 24.b4 cxb3
g4, etwa =‚ SchlesingerSchmitzer, 25.xb3 fc8 26.a2 b5 27ide2
AP 1989. a5 28.s‘d1 s‘f8 29.b1 cxe4
30.c4
9.g5 30.xe4 xe4 31 .xe4 xc2

9.e2 e7 (9...h6 10.a3 e7 (Keene/Taulbut).


11 .c2 ‚ Ritov - Nei, Tallin 1985.) 30...f5 31.d2 xd2 32ixd2 e4
10.d2 führt zur Anmerkung zu 33.cxb5 c1+ 34.s‘e2 f4 35ib3
8.0-0 g1 0-1.
9.g5!? e7 (9...f8 10.e3 e7 Partie Nr. 28
11.xe6 xe6 12.d2 d8 13.f3 Csoke - Johansson
. Zum mögUchen Fortgang vgl. Jakarta 1993
Partie Nr. 29, Smagin - 1 .e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
Summerscale.) 10.xe6 xe6 e5 5.f3 e6 6.c3 f6 7.d3 bd7
11.e2 0-0 12.d2 ae8 . Zum 8.e2 c7 9.bd2 d6
möglichen Fortgang vgl. Partie Nr. 9...e7!?
30, Kahn - Vadasz. 10.c4 h6
9. c7 . 10...xc4 11.xc4 0-0 12.0-0 .

47
11.0-0 0-0 12.xd6 xd6 13.d2 Partie Nr. 30
ad8 14.c2 g4 15.f2 h5 Kahn - Vadasz
16iad1 c7 17.g3 s‘h8 18.sh1 Budapest 1995
de8 19ide1 d8 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
19...xf3 20.gxf3 h5 21.h3 df6 e5 5.f3 e6 6.c3 d7 7.d3 gf6
22.e3 ± reicht ebenfalls nicht. 8.0-0 d6 9.g5 e7 10.xe6
20.c1 g6 xe6 11 .e2 0-0 1 2.d2 ae8
2O...e7!? 21.xe5 xe5 22.dxe5 13ie1g4 14.xg4 xg4 15.f3
d7. h6 16.d2 gf6 17.b4 c7 18.a4
21.h4 h7 22.f5 h5 23.h3 d8 19.h3 fe8 20.ad1 f8
df6 24.g4 xf5 25ixf5 f4 21.b1 1/2%
26.xf4 exf4 27ixf4 h7 28ief1 Der Kampfesmut hat beide
g5 29.g3 c7 30.e5 c5 31.h4 Kontrahenten sehr früh verlassen.
e6 32.d3 g6 33.f6 cxd4 34.h5 Nach 21...g6 ist die Stellung
xe5 35.hxg6 g5 36.gxf7 h4+ gänzlich ausgeglichen.
37.g2 xg4+ 38.g3 f4+ Partie Nr. 31
39i6xf4 e2+ 40i4f2 xg3+ Kleinschroth - Neumann
41 .s‘xg3 e3+ 42if3 xf7 Gießen 1994 43ixe3 g7 44ief3 1-0.
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4
Partie Nr. 29 e5 5.f3 e6 6.c3 f6 7.d3 bd7
Smagin - Summerscale 8.0-0 d6 9.g5 c7
Nimes 1991 9...b6 1O.c2 h6 11.xf6 xf6
1.d4 c6 2.e4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 12.bd2 d8 13.c4 xc4 14.xc4
e5 5.f3 e6 6.c3 f6 7.d3 bd7 0-0 15.h1 fe8 ‚ Sattler -
8.0-0 d6 9.g5 f8 10.e3 e7 Heimrath, AP 1994.
11.xe6 xe6 12.d2 d8 13.f3 10.bd2 h6 11.h4?! g5
c7 14.b3 b6 15iad1 exd4 11...g4!? ist besser, z.B. 12.e2
16.cxd4 xd4 17.xd4 xd4 exd4 .
18.xd4 xd4 19.e5 d5 20.e6! 12.g3 h5 13.xe5 xe5
f4 14.xe5 xe5 15.dxe5 f4 16.c4
2O...fxe6??21.g6-i-. xc4 17.xc4 xe5 18.d4
21.exf7+ xf7 22.h5 f4 23ixf4 xd4+ 19.cxd4 ± 0-0 20ife1
e3+ 24.h1 xf4 25if1 c7 ad8 21iad1 s‘g7 22.b4 d6
26.g6 23.g3 g6 24if1 f6 25id2 e5
Die tödliche Fesselung des f7 ist 26.e2 fd8 27ifd1 g6
der Dreh- und Angelpunkt der 27.. .f7!? 28.f2 e6 29.f3 d6
weißen Attacken. +.

26...hxg6 27.xh8+ e7 28.h4+ 28.s‘f2 f8 29.g4 e6 30.xe6


‘f8 29.h8+ e7 30ie1+ f6 xe6 31.s‘f3 h5 32.a4 a6 33.d5
31.h4+ g5 32.e4 g4 33.e6+ ed6 34.s‘e3 cxd5 35ixd5 xd5
g5 34ie5+ sf4 35ie4+ g5 36.exd5 f5 37.s‘d4 s‘f6 38ie1 h4
36ixg4+ 1-0. 38.. .f4 ist nicht besser.

48
39ie6+ f7 40ie5 hxg3 12.exf6 d7 13.0-0-0 0-0-0
41.hxg3 ‘f6 42.e6+ f7 43.‘e5 14.he1 ±‚ Amos - Schallenmüller,
f4 44.gxf4 gxf4 45.f6+ e7 AP 1991; 10...h5 11.g3 a6
46.d6+ ±‘d7 47ixf4 c6 48ic4+ (11.. .c5 1 2.xb8 xc4 13.0-0-0
b6 49.c5 h8 50.a5+ a7 e7 14.d6 xd6 15.xd6 ±‚
51.d7 b8 52.f6 g8 53ie5 d8 Becke - Lehmann, 2.BL 1981)
54ie8 c7 55ixd8 xd8 56s‘e6 12.e5 d7 13.0-0 b6 14.e2 ±‚
b5 57.axb6 a5 58.d6 1-0. Pinkus - Stauch, Porz 1992.)
11 .b3 d6 12.0-0-0 ±‚ Permuy -
Vilar, Spanien 1991
Abspiel 4 6...f6 7.c3 d7 8.b3 1-0, Burovic
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4 -Arino, Torcy 1991
e5 5.f3 und weiter 6.. .f6 7.xf7+ xf7 (7.. .e7 8.b3
xf3 9.xf3 bd7 1 0.c3 e8 11.0-0
(1) 5...g4
d6 12.d2 e7 13.c4 c7
(2) 5...f6?!
14.g5 h6 15.h4 exd4 16.e5
(3) 5...f6
xe5 1 7.ae1 1:0, Schweber -
(1) Foguelman, 1990.) 8.xe5+ e8
5... g4 9.xg4 xe4 (9...xg4 10.Jxg4
xd4 11.e6+ e7 12.c8+ d8
13.1Je6+ e7 14.g5 d7
15.xe7+ xe7 16.xe7 xe7
17.d2 d7 18.f3 hf8 19.0-0-0
0,5 - 0,5, Bazan - Foguelman,
Margate 1960.) 10.0-0 e7 11.e1
d6 12.g5 ±‚ Calota - Ismailova,
U 12, Szombathely 1993;
6...exd4 7.xf7+! e7 ‚ Chacon -
Porras, Alicante 1989;
6. ..h5 7.0-0 f6 8.c3 b6 9.bd2
6.c4 d7
h6 10.b3 stammt aus einer
6...xf3 ist schwächer, z.B. 7.xf3 Fern partie Schirmer - Weber, 1990.
f6 (7.. .h4+ 8.g3 f6 9.g4 d8 Dort folgte 10...a5?! mit baldiger
10.h5 e7 11.0-0 +-, Alberts - Niederlage. Schirmer wies in
Rauh, AP 1993.) 8.dxe5 (8.1Jb3 seinen Anmerkungen zur Partie in
unter Verzicht auf dxe5 ist der Gambit-Revue 3/95, 5. 28,
harmlos. In einer Partie Wolfrath - zurecht darauf hin, daß 10...f7
Reiter, AP 1986, folgte weiter folgerichtig gewesen wäre, .
8...1Jc7 9.0-0 d6 10.a4 exd4
7.0-0 gf6
11 .h6, doch gereichte der Angriff
allenfalls zur Kompensation des 7...f6!? 8.c3 b6 9.bd2 0-0-0
Bauern.) 8.. .a5+ 9.c3 xe5 10.h1 d6 ‚ Fernandez
1 0.f4 c5 (10.. .d4 11 .e5! xc4 Sequeira, Cascais 1986
49
7.. .e7 8.19e1 xf3 9.xf3 f6 7.c3
10.c3 0-0-0 11.$g5 ‚ Benko - 8.dxe5 g6
Perez, Acasusso 1991
8. ..fxe5? 9.g5
8.c3 9.exf6 gxf6
10.0-0 ±‚
8.h1 e7 9.dxe5 xf3 10.gxf3 Drill - Wolff, Deutschland
xe5 =‚ Ortega - Broderman, (Regionalmeisterschaft) 1991.
Kuba 1993.

8... b5!?
(3)
5... f6
8...d6?! 9.19b3!; 8...h5 9.19e1
(9.bd2 b5 10.$b3 19b6 11.a4 e7
12.a5 c7 13.e1 0-0 ±‚ Saitsev -
Zhelesny, Rußland 1992; 9.h1
19c7 1 0.bd2 0-0-0 11 .9b3 e8
[Ii‘ILIJW.
12.g5 ±‚ Mohd Saprin - Nguyen
Anh, Malaysia 1995.) 9...$d6
10.h1 c7 11.h4 g6 12.$d3
0-0 1 3.$g5 ±‚ Gallagher - Brunner,
Schweiz 1993.
--J

9.b3 b6+
6.c3
10sh1 e7
11.$e3 ‚ 6.19d3!?
Krivun - Persitz, FP 1976.
6... b4
Zu 11.$xf7+ vgl. Partie Nr. 32,
Ortega - Foguelman. 7.g5 exd4

(2) 7. ..19a5?! 8.$d2 exd4 9.xd4 $g4


5... f6?! 10.$e2 19h5?! 11.f5! ±‚ Schirmer
- Schilde, FP 1988.

8.xf6 9xf6
9.19xd4 9xd4
1 0.xd4 bd7 F.

Partien:

Partie Nr. 32
Ortega - Foguelman
Varna 1962
6.c4 e7
1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4 4.fxe4

Zu 6...$g4 vgl. (1) 5...$g4. e5 5.f3 $g4 6.$c4 d7 7.0-0

50
gf6 8.c3 b5 9.$b3 Yb6 1Osh1 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c4
$e7 11 .$xf7+ xf7 1 2.dxe5 $xf3!
13.b3+ e8 14.exf6 xg2+ gekennzeichnet ist.
15.xg2 gxf6
Nach dieser weitgehend forcierten
„Abtauschorgie“ ist das materielle
Gleichgewicht nicht beeinträchtigt.
Deuthch erkennbar ist jedoch, daß
die dynamischen Aussichten auf
Seiten des Nachziehenden liegen.
Die Diagonale gl/a7 und die
offene g-Linie laden zur Attacke Iik1
auf den weißen König ein.
16.$f4 3... dxe4

Die Mobilisierung der weißen Nun kommt vor allem 4.c3 in Kräfte ist schwierig. Von f4 aus Betracht.
übernimmt der Läufer die Option
auf das Feld g3. 4.c3 f6
16...c5
Vor allem gegen a2-a4 gerichtet. 4.. .f5 ist eine echte Alternative
17.d2 d8 18.ad1 e5 19.e6 zur Deckung des Bauern. Anders
d3! 20.f3 c4 21.xc4 bxc4 als nach 4.. .f6 ist nun 5.g5 kein
22.d2 Thema. Weiter kann folgen 5.f3
22.$e3 dürfte wohl vorzuziehen (5.$e3 f6 6.ge2 e6 7.g3 bd7
sein. Weiter kann folgen 22.. .xb2 8.$g2 b6 9.b3 d7 10.0-0 g4
(22.. .g8+ bringt nicht viel.) ‚ Schäfer - Pinel, Wallertheim
23.xd8+ $xd8 24.$xa7 x. 1994.) 5...exf3 6.xf3 f6 und
22...g8+ 23.h1 c5 24.$g3 Weiß dürfte kaum ausreichende
Erzwungen‘ Kompensation für den
24...xb2 25.b1 xd2 26.xf6 Minderbauern haben.
g6 27.f5 $b6 28.bf1 d1!
29.f8+ d7 30.8f7+ e6 5.g5
31.xd1 xd1 32.xh7 xc3 0-1. 5.f3 mit „Frontalangriff“ auf den
letzten schwarzen Zentralbauern
ist auch hier eine kämpferische
Abschnitt 3: Alternative. Weiter kann folgen:
5. ..exf3 6.xf3 g4 7.$e2 e6 8.0-0
Der kurze dritte Abschnitt bd7 9.h3 h5 10.g4 g6 11.$f4
beschäftgt sich mit dem wohl e7 ‚ Diemer - Lauterbach,
nicht „ganz astreinen“ CaroDuhm-Gambit Badener Meisterschaft 1953.
(bisweilen auch als 5... f5
Diemer-Duhm-Gambit bezeichnet),
das durch die einleitenden Züge
51
Euwe hielt die erreichte Stellung 8.. .xf7 beantworten zu müssen.
für ausgeglichen. Weiß wählt daher 7.$d3 mit
„normalem“ Fortgang, z.B.
6.ge2 g6 7.. .$xd3 8.xd3 e6 9.g5 e7.
Soll den Ae4 rechtzeitig sichern. Allgemein wird hier ein leichter
Vorteil für den Schwarzen
7.f4 a5
gesehen. Stichhaltige Beweise
8.xg6 hxg6 aufgrund praktischer Erprobung
9.$xf6 gxf6 stehen m.W. jedoch noch aus.
1O.b3 ‚
4... h6

4...h5 geht den hier dargestellten Balla - Opocensky, Bad Piestany


1922.
Abspielen aus dem Weg.

5.g4 e4
Abschnitt 4:
5...g66.e6!?
Nach 6.h5!? h7 7.e6 geht ebenso,
z.B. 7...fxe6 (7...f6 8.$d3 d6
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 9.f5 a6 1 O.e2 0-0-0 11 .c3 ±‚

ergibt sich dem Anziehenden in Hoen - Wolf, St. Ingbert 1994;8.ver..se4


schiedenen Fol g en di e 7. . d
9.$xe4 (9.f3!?) 9.. .dxe4
6! ? ) 8. $ d3 $xd3
Möglichkeit, einen Bauern auf e6
zu opfern. 1O.c3f6 11.f3!?c7!? 12.h3
Hier soll untersucht werden, mit exf3 13.xf3 ‚ Grassi - Okoth,
welchen Aussichten dieses Opfer Manila 1992
jeweils verbunden ist. 8...f6 9.xh7 xh7 10.d3 c7
(10...d6 11.f3 bd7 12.g6+
4.h4
d8 13.g5 ‚ Dezzi - Cordero,
4.g4 kann entweder nur eine USA 1987.) 11.g6+ d8 12.f3
Zugumstellung bedeuten, oder in ‚ Henrichs - Schreiter, Neuwied
1993.

abweichendes Spiel geleiten, z.B. 9.xd3 und die weißfeldrigen


4...$e4 (4. ..g6 5.h4 h6 führt zur
Schwächen treten deutlich
Anmerkung zu 5. ..$e4 (vgl. dort hervor. Es ist aber fraglich, ob
nach 5.. .g6); besser ist aber dies ausreichende Kompensation 5.. .h5!?, und nach Tiemann bringt für den Materialnachteil bedeutet,
6.e6nichtvielwegen6. ‘d6oderz.B 9:.d6!?10.f3d76. f6.)5.f3g6 .h4h5.Nunist1 .‘g6+d8usw.,Mayers-schon achAljechin7.e6?Chowdhury,Hastings19 5.
schwach wegen 7.. .‘d6 und Schwarz gewann mit dem 24. Schwarz ist, anders als in den Zug.
später betrachteten Varianten mit
h7, nicht gezwungen, 8.exf7-‘- mit

52
6...fxe6 (6...d6 7.h5) 7.$d3 . Partien:

Zum
Partie möglichen Fortgang
Nr. 33, Rokitta - Dem. vgl. Partie Nr. 33
Rokitta - Dem
6.f3 $h7 Trier 1991
7.e6
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 4.g4 $g6
5.h4 h6 6.e6 fxe6 7.d3 xd3
7...$f7 8.f3 d7 9.h5 a5+
1 O.$d2 c7 11 .h4 0-0-0 1 2.$g6
e8 13.$xe8 xe8 14.g6 h7
15.c3 eS 16.dxe5 e6 17.$f4 c5
18.c2 b8 19.d2 gf6 20.exf6
eS 21.f7 1-0 Ezzidin - Göbel,
Hessen 1988.
8.xd3 d6 9.g6+ d7?
9...d8! 10.f4 oder auch 10.f3
7... d6 d7 .
1O.f3 f6 11.e5+ sc8 12.f7
7.. .fxe6 8.$d3 $xd3 9.xd3 d6 c7 13.xh8 e5 14.g5 1-0.
1 O.f4 d7 11 .f3 (Mit der Absicht
12.e5.) 11...c5 12.e5 xe5 Partie Nr. 34
Lutz - Brunner
(12...c5?? 13.g6+ +-.) 13.fxe5 ‚
Seyb - Barthel, 2. BL 1993. Nürnberg 1994
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 4.h4 h6
8.exf7+ xf7
5.g4 $e4 6.f3 $h7 7.e6 d6
9.$d3 e5 8.exf7+ xf7 9.$d3 e5 1O.$xh7

9...g3+ 1O.f1 $xd3+ 11.xd3 xh7 11.dxe5 xe5+ 12.e2 d7


f6 12.e2 19c7 13.$f4 d8 13.$f4 xb2 14.bc3 $b4 15.b1
14.bc3 ±‚ Almasi - Goczan, $xc3+ 16sf1 xa2 17.xb7 gf6
18.d3 d4 19.xd7+ xd7
Budapest 1991.
20.xh7 d5 21sf2 f6 22.d3
1O.xh7 xh7 xg4+ 23.fxg4 xh1 24.f5+ g8
11.dxe5 xe5+ 25.xc3 dxc3 26.e6+ sh8
12.e2 d7 27.e7 d1 28.g5 xc2+ 29sg3
1 3.bc3 hxg5 30.hxg5 g6 0-1.
Zu 13.$f4 vgl. Partie Nr. 34, Lutz - Partie Nr.. 35
Brunner. Yemelin - Bachmann
Berlin 1995
13... e8 .
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 4.h4 h6
Zum möglichen weiteren Fortgang 5.g4 $e4 6.f3 $h7 7.e6 d6
vgl. Partie Nr. 35, Yemelin - 8.exf7+ xf7 9.d3 e5 10.xh7
Bachmann. xh7 11.dxe5 xe5+ 12.e2 d7
13.bc3 e8 14.f2

53
14.0-0 c5+ 15.g2 ‘e7 16.‘d3 ‚ stellung der Zug 7. ..cxd4?!
Moisan Plante - Matsuo, U 20, anzusehen. Sicherer ist z.B.
Halle 1995; 7.. .c6!?, was Weiß wohl
14.d3 gf6 15.h5 d4 16.c4+ allenfalls einen geringen
e6 17.e4 xe4 18.fxe4 e8 Stellungsvorteil beläßt.
19.0-0 ‚ Förster - Chiburdanidze, Nun aber entwickelt der
Biel 1994. Anziehende einen heftgen Angriff.
14...gf6 15.$f4 $c5+ 16.g2 Ye6 9.$b5+ (statt 9.f4!) kommt i.d.R.
17.$g3 e5 18.f4 Yd7 19.g5 nur Zugumstellungscharakter zu.
hxg5 20.hxg5 eh8 21.xh7 11. xg4 (statt 11.f5!) ist ebenfalls
xh7 22Ace2 gut, z.B. 11...h6 12.g2$h5
22.gxf6? g5! . (12...b6 ist nach erstem
22...h5 23.Yd2 Yf5 24.h1 Yxg5 Anschein „drohender4‘, aber
25.xh5 xh5 26.Yc3 c4 ebenfalls unzureichend, z.B.
27.xh5 e3+ 28.g1 xh5 13.e3! b4!?
29.d4 $xd4 3O.Yxd4 Yxf3 Verbindlicher ist 13...0-0-0, z.B.
31 .f4+ Yxf4 32.xf4 xc2 0-1. 14.h5 h7 15.h3! (Nun droht
16.c6!) 15...c5 16.0-0-0 a6
17.sd3 xd3+ 18.cxd3 ‘c7

Abschnitt 5:
19.b1 ±‚ Nagel - Gebhardt, FP
1989.

Das in diesem Abschnitt 14.h5 e4 15.xg7 g8 16.xh6


behandelte Gambitopfer hat einen $xh1 17.‘)h7 f8 18.f2 $xc3
langen Vorlauf. Die 19.bxc3 e4 20.g7 (Tiemann), ±.
13.f5 xf5 14.xf5 exf5 15.xd5
Themastellung entsteht nach
a6 16.$g5 e7 17.$a4 ±‚ Handoko
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 4.c3 e6 -Adianto, Jakarta 1987.
5.ci4 $q6 6.qe2 c5 7.h4 cxd4
11... xh4
8.xd4 h5 9.f4! hxq4 10.$b5+
d7 11.f5! 11.. .xf5 ist schwach, z.B. 1 2.xf5
exf5 13.xd5 ‘c7
13...a6 14.e6 (14.$g5!? (14.a4
Ye7 15.g5 Ye6 16.Yxb7 Yxe5+
17. f1, 1:0, Voss - Reich ei, FP
1988.) 14...e7 15.xb7 axb5
16.xb5 +-.) 14...fxe6 15.xe6+
e7 16.$a4 c7 17.$f4 xf4
18.$xd7+ ±‚ Forster - Sherwin,
1993.

14.f4 e7 (14...0-0-0 15.xf7 b4


Auf dem Weg zur Ausgangsstellung 16.0-0-0 $xc3 17.bxc3 ±.) 15.d4
ist als kritische Weichen- (15.d2 0-0-0 16.e6! e5 17.$d7+
±.) 15...c6 16.$xc6 xc6 17.0-0-0
54
c5 18.e6! xe6 19.‘e5 ±‚ Sax - 15.e6! beantwortet (15.$e3
Vadasz, Ungarn 1985 wahrt ebenso alle Chancen, z.B.
11.. .exf5 ist ebenso unzureichend, 15...‘c7? 16.0-0-0, 1:0,
z.B. 12.e6! fxe6 13.Ye2 f7 Willingen - Bruhling, FP 1988.),
14.xe6 xe6 15.L9xe6+ e7 z.B. 15...fxe6 16.LJxe6+ 9e7?!
16.$g5 f8 17.‘xf5+ gf6 18.0-0-0 17.$xd7+ d8 18.xe7+ xe7
±‚ Lohmeier - Menzel, Dortmund 19.e6 +-‚ Palma - Roes,
1987. Ladenburg 1992.
Weiß steht ausgezeichnet. Die Auf 14...e7 kann gut 15.xb7
wefteren Aussichten werden c8 16.g5 c7 17.g2 (17.a6
anhand von Partien betrachtet. aus Delacroix- Pollinger, FP
Schweiz 1987, ist ebenfalls in
12.f1 (vgl. hierzu Partie Nr. 36), Ordnung.) 17...h5 18.xf5!?
12.g1 (vgl. hierzu Partie Nr. 37), ‘b8 19.xg4 h1-‘- 20.f1 xf1
12.0-0 (vgl. hierzu Partie Nr. 38), 21.xf1 a6 22.a4
12.xd7+ (vgl. hierzu Partie Nr. (22...xb2? 23.b1!, 1:0, Riehm
39).
- Kugelstatter, Waldshut 1991.)
folgen.)
Partien: 15.e6! gf6 16.exd7+ xd7
17.g5! e7 18.xf5 1-0 Kamsky
Partie Nr.36 - Fossan, Innsbruck 1987.
Nunn-Wells 13.L9xg4
England 1984 13.xd7+ xd7 14.xg4 exf5
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 f5 4.c3 e6 15.xf5 xf5 (15...e8 16.g5
5.g4 g6 6.ge2 c5 7.h4 cxd4 ‘d7 17.0-0-0 h5 18.f4 xd1
8.xd4 h5 9.f4! hxg4 10.b5+ 19.xd1 h7 20.xd5 +-‚ Ruiz
d7 11.f5! xh4 12.f1 Sala - Romero Macias, FP
Von allen guten Alternativen wohl Spanien 1993.) 16.‘xf5+ c6
die beste! 17.g5 e7 18.xe7 xe7
12...h2 (18...xe7 19.O-0-0 h6 20.d3
Aussichtsreichere Fortsetzungen ‘c5 21.g3 h5 22.xd5, 1:0,
sind nicht ersichtlich. Bianchi - Bauza, Chile 1995.)
Insbesondere reichen 12...xf5?! 19.Yf4 h8 20.Ya4+ ±‚ Moore -
(1) und 12...exf5 (2) nicht aus. Mills, USA 1984.
(1) 12...xf5?! 13.xf5 (2) 12...exf5 13.e6! (Am
13.exf5 (13...h5 14.xg7+ xg7 kräffigsten! Bisweilen ist auch
15.xg4 xe5+ 16.d1 f8 13.f4 anzutreffen, worauf folgen
17.g1 ‘f6 18.$xd7 d8 19.b5 kann: 13...a6! 14.e6! (14.a4 b5!?
h6 20.xh6 xh6 21.b4+ ‘e7 15.b3 b4! [liemann].) 14...axb5
22.g8+ 1-0, Kistner - Palma, 15.e2 e7 (15...a6 16.exd7+
Ladenburg 1992.) 14.xd5 a6!? xd7 17.0-0-0 f6 18.dxb5 und
14...h5 wird, wie auch später in der weiße Angriff ist übermächtig,
der Textvariante, am besten mft Handoko - Antonio, Beijing 1992.)
55
16.exf7-‘- (16.exd7+ xd7 15...xg5 16.xe6 ‘f6 17.$xd7+
17.dxb5 f8!? 18.0-0-0 f6 xd7 18.b5+ c8 (18...xe6?
19.c7 a5 20.e5 h5 und es ist 19.xd5+ usw.) 19.xd5 e8 20.0-
sehr fraglich, ob das weiße Spiel 0-0 mit 21.f4, Spitz - Walker, FP
den schweren Materialnachteil 1988; 14...e7 15.xe6 c8
aufwegt. In Westerinen - Adianto, 16.xd5 f7 17.g5 ± oder
Thessaloniki 1988, folgte 14...e7 15.g5 h5 16.xe6 a5
21 .7xd5 xf4 22.xf4 ‘d6 23.c4 17.xd7+ xd7 18.xf8+ oder
c5 und Schwarz war deutlich im 14...f7 15.xe6 xe6 16.Yxe6+
Vorteil.) 16...xf7 17.xf5 f8 e7 17.xf5 und nach Spitz mit
18.0-0-0 . jeweils deutlichem Vorteil für den
Auch 13.xd5 wird hin und wieder Anziehenden.] 15.xe5+ [15.xd5
versucht (Zur Orientierung: Nach d6! 16.e6 c8 17.xg7+.]
12..exf5.). Weiter kann folgen 15...e7 16.e6 gf6 17.g5 f7
13...h2 14.g5 xg5 15.c7+ 18.xh4 xe6 19.xe6+ xe6
e7 16.d3 h4+ 17.d1 xe5 20.0-0-0 x [nach Spitz].)
18.e3 d6 19.xa8 h3! 14...e7 (Zur Orientierung: Nach
(19...19d8 20.e1! +-‚ Wollmann - 14.xe6.) 15.e2 h2 (15...f7
Neumann, FP 1987.). Tiemann 16.xd7 xd7 17.g5+ f6 18.e3
erkennt an dieser Stelle einen x, Nagel - Cuno, FP 199. Auf
„klaren schwarzen Vorteil“. 15...c8 führt Tiemann 16.xd5!
Diesem Urteil folge ich, da an.) 16.c7+ (Gut spielbar ist auch
Schwarz auf 20.xf5+ nicht 16.‘e5, z.B. 16.. gf6 17.f4 xc2 20.. e6 (20.. .d5 21 .d4+) mit 1 8.c7+ f7 1 9.xe7+ xe7
der Folge 21.c7+ f6 22.d5+ 20.xa8 xb2 21 .xd7 [21.0-0-0!?]
e6 23.f4+ spielt, sondern 21.. .b4! 22.d2 xd7 23.0-0-0
einfach 20.. .xf5 wählt, wonach a3 24.b1 ‚ Kotliar - Reifer,
Weiß keine ausreichende Israel 1986.
Fortsetzung mehr zur Verfügung Verlockend sieht 16.xh2? aus,
steht. doch nach 16...xe6+ 17.e2
Letztendlich gilt es noch das (auch nach z.B. 17.d1 wird der
ruhige 1 3.e2 kurz zu betrachten, schwarze
worauf 13. . .c5 nicht schlecht 17...xe2+ Angriff
18.xe2übermächtig.)
d6 ist das
aussieht, z.B. 14.b3 b4 15.e6! weiße Spiel am Ende.
fxe6 16.xe6+ e7 17.g5 h6 Auf 16.f2 gibt
18.xh6 gxh6, Tzoumbas - Grund, an.
U 16, Herculane 1994, und und damit
Weiß gerät in Tiemann 16...g3!
die „Defensive“
auf die
Schwarz dürfte die besseren „Verliere rstra ße“.) 16...d8
Aussichten haben. 17.xe7+ xe7 18.f4! xc2

13.ist. fxevtl.
e6 (Zur14.e2,
Orientierung:z.B.
Nach 114...e5!?
9.xa8 ±‚ Nagel -13...xf5
Wouters, FP 14.xf5
13.e6!) 14.xe6exf5
(Noch15.e6
drohenderYe7
1988.).
[14...f6?! 15.g5! (Ablenkung!) 16.xd7+ sd8 17.Yf4 xc2
56
18.Yxf5 Yh4+ 19.sd1 g2 20.$f4 12...h1+, um die Dame tempo
f6 21.xd5 1-0. nach h4 entwickeln zu können,
reicht auch nicht aus, z.B. 13.xh1
Partie Nr. 37
‘h4+ 14.g2 ‘h3+ 15.f2 g3+
van der Wiel - Speelman 16.e3 g2+ 17.f3 ‘h2 18.ce2
Wijk aan Zee 1983
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 4.c3 e6 h5 19.fxe6! fxe6 20.xf8+! xf8
5.g4 $g6 6.ge2 c5 7.h4 cxd4 21.$xd7 e7 22.$xe6 +-‚ Crisan -
8.xd4 h5 9.f4! hxg4 10.$b5+ Garcia, Amsterdam
12...$h5 kann den1989.
weißen Vorteil
d7 11.f5! xh4 12.g1 $h5
12. . .xf5 ist nicht besser, z. B. ebensowenig verhindern, z.B.
13.xf5 exf5 (13...h5 14.xg7+ 13.fxe6 h1+?! (Vgl. hierzu auch
$xg7 15.xg4 xe5+ 16.d1 ±.) die zuvor betrachtete Variante.)
14.xd5 ‘c7 15.e6! fxe6 16.xe6+ 14.xh1 ‘h4+ 15.g2 ‘h3+ 16.f2
e7 17.g5 ±‚ Grabarska - g3+ folgt17.e1 fxe6 (Auf
18.exf7-i-!, 17...$xd1
Tiemann) 18.xe6
Grigorian, U 20 (w.) 1995;
12.h5 genügt ebenso nicht. $xd1 19.xf8+ e7 20.xd5+ ±.
Man vergleiche 13.fxg6 ‘h4+ Letztendlich ist auch 12...exf5
14.d2 ‘g5+ 15.e2 xe5+ 16.f1 unzureichend,
14.xe6 ‘b6+ z.B.
15.g2 13.e6! fxe6
d6 16.$f4
+.
Auch 12...exf5 ist schwach. xf4 17.$xd7! (17.f4? 0-0-0!]
Hierauf verspricht 13.e2 Vorteil, 17...xd7 18.xf4 d8 19.cxd5
z.B. 13...$c5 14.e6! $xd4 ‘d6 20.e1 mit gutem Spiel für
15.exd7+ f8 16.$g5! f6 Weiß, Pliester).
[16...xg5? 17.e8+!] 17.xf6 xf6 13.xf5 exf5 14.Yxd5 a6
18.0-0-0 a6 19.‘f2 h3 20.c5+ ±‚ 14...b6+?! 15.g2
±; 14...e7!? sieht0-0-0 16.$g5
zumindest
Levi-Adianto, Adelaide 1990.

13.fxe6fxe614.xe6Yb6zunächstnichtschlechtaus,ist15.$xd7+xd716.Yxd5+d6aberm.W.bishernochunerp obt.i7.d4e818.e6+sc819.$g515.e6!Yb6+16sg2gf6
f6 20.Yc4+
16...xe617.e1!
17.$xd7+ d8 18.$g5 $e7
20.$xf6!? [Tiemann]. 20...Yc5 21 .Yxc5+ $xc5 22.$xh4 19.$xh4 xd5 20.xd5 1-0.
$xd4 23.g3 xe6+ 24.f1 e4 Partie Nr. 39
25.xe4 /2-/2. Schmedders - Scheffner
AP 1994
Partie Nr. 38 1 .e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 4.c3 e6
Nagy-Deak 5.g4 $g6 6.ge2 c5 7.h4 cxd4
Debrecen 1988
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 $f5 4.c3 e6 d7
8.xd4 h5 9.f4!
11.f5! hxg4 10.$b5+
xh4 12.$xd7+ xd7
5.g4 $g6 6.ge2 c5 7.h4 cxd4 13.f1 $h5
8.xd4 h5 9.$b5+ d7 10.f4! 13...h2 führt zu Stellungen der
hxg4 11.f5! xh4 12.0-0 xf5 nach 12.. .h2 betrachteten Art,

57
vgl. Partie Nr. 35, Nunn - Wells, (12.e2 ist auch nicht schlecht)
Anmerkung zu 13.xg4. darf Weiß nun auf mehr als
14.fxe6+ fxe6 15.xe6 xe6 Kompensation hoffen.
16.Yd3 e7 17.$g5 h3 18.Yd2
1 8.$xe7 wird natürlich nicht mit Fundstück 2:
18. . .$xe7 oder 18. . .xe7 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 e6 4.c3 b4
beantwortet, da sonst 19.‘)f5# 5.$d2 dxe4 6.xe4 e7 7.c3 f6
gewinnt. Vielmehr antwortet 8.c2 b6 9.$d3 a6 10.c4 (Da ist Schwarz am besten mit 18.. xd3. die „thematische Preisgabe“!) In
Nach folgendem 19.$xd8 sieht einer Partie Sandkamp - Andruet,
BL 1988, folgte 10..‘xd4 11.e2
z.B. 19...xc3 sehr gut aus.
18...c8 19.e2 c4 20.f4+ xf4 d8 12.0-0-0 bd7 13.$f4 xe4
21.xf4 f3 22.xf3 gxf3 23.0-0-0 14.$xe4$b7 15.$xh7$g5 16.$xg5
g6 24.Yg3 e7 25.Yh3+ f7 xg5+ 17.f4 ‘h6 18.$e4 0-0-0 und
26.e6+ g8 27.xe7 Yxe7 „die Karten wurden neu gemischt“!
28.Yxh5 Fundstück 3:
28.xd5? f4. Der Rest der Partie 1.e4 c6 2.d4 d5 3.d3 dxe4
wird nun nur noch in „Kurzform“ 4.xe4 f6 5.$d3. Nach 5.. .Yxd4
dargestellt. 6.f3 kommt Weiß zwar zu einem

28.g6. xe634.Yxa7
29.xf3 e7 30.f1 g6b6
leichte35.Ya3
n Entwicklungsvorf5spruganz
ng, 31.Yg3ausreicht.
e7 32.Yb8+ h7 33.h1+ doch ist es fraglich, ob dieser
36.Yd3 f6 37.a4 g6 38.b4 d4 Schwarz kann den Gambitbauern
39.f1 g7 40.a5 bxa5 41.bxa5 aber auch verschmähen und über
Ya2 42.xf5 Ya1+ 43sd2 gxf5 5.. .g4 zu ordentlichem Spiel
44.Yxf5 Yc3+ 45sd1 h6 kommen.

46.Ye6+ g7 47.a6 f3+ 48.Ye2 Fundstück 4:


Yh1+ 49sd2
51.Yf2 h1+Yh6+ 50se1Yh5+
52se2 Yh4+ 53.f1
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.$e3 dxe4 (CaroAlapin-Gambit)
4.c3 (Oder 4.d2
Yb5+ 54.Ye2 f5+ 55s?g1 Yc5 f6 5.c3 f5 6.‘c2 e6 7.h3 bd7
56.Yd3 Yg5+ 57.f2 Yc5 58.f3 8.g4 g6 9.$g2 d5! mit Vorteil für
f6 59.Yh7 Yc6+ 60.f2 Yc3
61.Yd3 Yc5 1/21/2 Schwarz, Mieses - Davidson,
Scheveningen 1923.) 4...e6 5.f3
(Weiter im Gambitstil!) 5...exf3
6.xf3 $b4 7.d3 e7 ‚ DrükeHess,
Fundgrube 1 Stöberkiste Eisenberg 1993 (30
Minuten).
Fundstück 1:
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5 f5 4.c3 e6 Fundstück 5:
5.g4 g6 6.ge2 c5 7.e3! c6 1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3 dxe4
8.dxc5 xe5 9.d4 c6 10.$b5 (Ulysses-Gambit), z.B. 4.g5 f5
c8 11.f4 $xc5. Mit 12.f5!? 5.$c4 e6 6.0-0 h6 F, Neumann -
Kappelt, Ratingen 1985.
58
Fundstück 6: nahm das Spiel folgenden
1.e4 c6 2.d4 d5 3.e5$f5 4.c3 Fortgang:
9d7 5.f3 e6 6.h4 g6 7.e3 9c7 9...xf5 1O.xf5 exf5 11.d3 g6
8.f4 a6 9.f5 12.g4 fxg4 13.xg4 d7 14.f3
Der Themazug! Weiß erlangt h6 15.0-0-0 xe3+ 16.xe3 e7
Aussicht auf einen gefährlichen 17.h4 d7 18.h5 gxh5 19.xh5 0-
Angriff für den Bauern. In einer 0-0 2O.f5 b5 21.g3 f6 22.e1
Partie Schmittdiel - Serrer, f7 23.g4 fxe5 24.dxe5 9e7
Deutsche Meisterschaft 1991, 25.e2 b7 26.f4 f8 27.d3 h6
28.xh6 g5+ 29.f4 1-0.

59
Kapitel 4
Im vierten Kapitel beschäftigen Die weitere Untersuchung des
wird uns mit Abspielen, die dem Materials unterteilen wir in
ECO-Schlüssel B13 zugeordnet Abspiel 1: 1 .e4 c6 2.d4 d5 3. exd5
sind.
cxd5 4.c4 f6 5.c3 c6
Der ECO-Schlüssel B13 ist wie 6.g5 dxc4
folgt klassifiziert:
Abspiel 2: 1.e4 c6 2.d4 d5 3. exd5
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 cxd5 4.c4 f6 5.c3 c6
4.d3 (ohne 4.c4). 6.g5 e6.
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 Die übrigen Fortsetzungen des
f6 (4.. .e5) 5.c3 c6. Schwarzen im sechsten Zug (z.B.
6.. .e6, 6.. .a5, 6.. .b6, 6.. Stellungen
6.. .e7 und
betrachtet 6.. .e4) und deren die
werden, mit den Zunächst sollen
Folgen bleiben - soweit sie nicht in
Zügen
der Fundgrube/Stöberkiste
erscheinen - aus thematischen 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
f6 5.c3 c6 6.ci5 Gründen hier unbehandelt. Auf die

eingeleitet werden.
z.T. umfangreiche „allgemeine“
Eröffnungsliteratur zu Caro-Kann
wird verwiesen.

Abspiel 1;
1.e4 c6 2.d4 d5 3. exd5 cxd5
4.c4 f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4

Die sich anschließenden


Verwicklungen haben allerdings
nur bisweilen Gambitcharakter.
E. Varnusz bezeichnet die durch
5. . .c6 gekennzeichnete Variante
des Panow-Angriffs als die „offene
Variante“.
Andere Fortsetzungen als 5.. .c6 Die zumindest vorübergehende
werden, soweit sie ein Gambit Annahme des angebotenen
einleiten, im Kapitel 5 zu ECOSchlüsseL Bauern ist mit der Aufgabe des
B14 behandelt. Zentrums verbunden. Weiß

60
entwickelt in aller Regel ein 11.Jxf3 12.gxf3 0-0-0 führte in der
inWatives Spiel, weshalb 6.. .dxc4 Partie Stein - Speckner, Dortmund
über lange Zeit mit besonderer 1993, nach den weiteren Zügen
Skepsis begegnet worden ist. 13.fxe5 xf3 14.xd8+ xd8
Insbesondere A. Röpert hat dem 15.d1+ c8 16.exf6 xg5 17.b5
Zug in jüngerer Vergangenheit a6 18.fxg7 xg7 19.d6+ zu
wieder zu etwas Glanz verholfen. ausgeglichenen Chancen.
Je nach weißer Fortsetzung
1 2.gxf3 xf3
verzweigt das Spiel in
1 3.fxe5 xh1
Teilabspiel 1: 7.xc4 oder 1 4.exf6 c6
Teilabspiel II: 7.d5.
14...c8 15.e1+ d7 16.xf7
Tedabspiel 1: xc3+ 17.bxc3 a3+ 18.c2 gxf6
19.e6+ c7 2O.xf6 e8, etwa =‚
7.xc4
Mainka - Bücker, Dortmund 1989.
Dem Nachziehenden stehen vor
15.b5 gxf6
allem vier Entgegnungen zur 1 6.c7+ e7
Verfügung. Wir betrachten diese 17.d2 a5
wie folgt:
18.e3
A: 7.. .xd4
B: 7...xd4 Auf 18.xa8 folgt 18...b5, z.B.
19.e1+ d6 20.b6 bxc4
C:7...e6
21.xc4+ usw. =.
D: 7.. .a6.

18... b6
A:
7. xd4 19.xb6 h6+

8.xd4 xd4 20.c2 e4+

9.0-0-0 e5
21.c3 f5
und die Chancen dürften als etwa
10.f4
gleichwertig einzuschätzen sein,
Hünerkopf- Schulze, 2. BL 1989. 40, Zu 1O.f3 vgl. Partie Nr.
Sweschnikow - CII.
B:
10... g4 ‘7.. xd4
8.f3 xf3+
In Paroulek - Lundquist, Fernpartie 9.xf3 a6.
1970, folgte 10...c5?! 11.fxe5
Das Feld b5 wird dem Weißen c6 13.he1 h6 g4 12.f3
verwehrt. Schwächer ist 9.. (auf 14...hxgs folgt 14.e4 b6
15.c5! +-.) 1 5.f4 0-0 16.e2 ±: z.B. 10.b5+ d7 11.0-0 xb5
12.xb5 b6 13.a4 a6 14.e3 ±‚
11.f3 xf3
Gipslis - Schulze, Biel 1995.
Auf 9.. .g6 folgt 1 0.b5+.

61
C: 10...e6?! 11.xe5 xc4 12.xc4
7... e6 e6 13.he1 b4 14.d6+ xd6
8.f3 15.xd6 0-0 16.xf6 gxf6 17.d5
Zu 8.d5?! vgl. Partie Nr. 41, Rohs ±‚ Stein - David, Gausdal 1993.
- Neumann. 11.gxf3 e7
11.Je6!? 12.b5+ d7 13.f4 f6
8... $e7
14.h4 0-0-0 15.fxe5 xe5
9.0-0 0-0
16.xd8+ xd8 17.e1 d6
10.c1
18.g3 f7 19.e4 c7 20.f4 c6
10.e1!? b6 11.a3 b7 12.d3 h6 21.c5 =‚ Lanka - Preissmann,
13.e3 d6 14.ad1 ‚ Judasin - Genf 1993.
12.he1 0-0 13.xe5 d8 14.e4
Seirawan, Biel 1993.

Zu 10.a3 vgl. Partie Nr. 42, CII - d7 Das überraschende 14...e6!?


Borst.
verspricht Ausgleich.
10... b6 15.f5 f6 16.f4 e6 17.xe6
e5 Sb7 . fxe6 18.xf6+ xf6 19.xf6

11...xe5?! (oder auch ac8+ 20.b1 gxf6 21.g4+ h8


11...xd4?! 12.b5 xb5 13.c6 22.d7 fd8 23.gg7 xd7
±) 12.dxe5 d7 13.f4 b7 14.LJg4 24.xd7 g8 25.xb7 g1+
±‚ Sweschnikow - Ivanisevic, Pula 26.c2 g2 27.xa7 xf2+
1990. 28.c3 xf3+ 29.c4 f2 30.b4 f5
31.b5 b2 32.a4 1-0.
D:
7. . a6 Partie Nr. 41
8.f3 b5 Rohs - Neumann
9.d5!? AP 1993
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
9.e2 ist die gesunde Alternative. f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.xc4
Zum möglichen Fortgang s. Partie e6 8.d5?! exd5 9.xd5 e7
Nr. 43, Zeitlin - Krutiansky. 1 0.xf6
10.xe7 xe7+ 11.LJe2 (11.e2?
Partien: b4+).
1 0...xf6 11 .e2+ e6 1 2.xf6+
Partie Nr. 40 xf6 13.xe6 xe6 14.xe6+ fxe6
Sweschnikow - CII 15.f3 d8 16.e2 d4+
Rußland 1992 16...d5 17.c1 d7 18.d1 xd1
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 usw. bringt nicht mehr ein.
f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.xc4 17.xd4 xd4 18.hc1 d7
xd4 8.xd4 xd4 9.0-0-0 e5 19.c3 c8 20.xc8 xc8
10.f3 xf3 21.c1+ d7 22.c3 1/1/

62
Partie Nr.42 12...b61?
CII - Borst 13.a4+ d7 14.xa5 e5 15.d2
Antwerpen 1994 exd4 16.0-0 d6 17.c4 e7
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 18ife1 xf3 19.gxf3 h3
f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.xc4 20.xe7+! xe7
e6 8.f3 e7 9.0-0 0-0 10.a3 d5 2O...xe721.LJd5+.
11 .xe7 cxe7 1 2.e5 d7 21ie1+ f8 22.f4 g6
12...b6!? 13.e1 b7 14.LJf3 c8 22.. .xf4 23.LJc5+ d6 24.LJxd6#
1 5.d3 mit beiderseitigen (Wall).
Chancen. 23.d5 1-0.
13.xd5 exd5 14ie1 e6 15.e2
b6 16.d2 f5 17.ad1
Entbindet den e2 von seinen Teilabspiel II:
Deckungsaufgaben. 7.d5
17.Jac8 18.f4 fe8 19.h3! d6
20.h2! c4 21.xc4 xc4 22.e3
xb2 23.g3 c2
23.. .c3 bringt auch nichts, denn
nach 24.f3 scheitert 24. . .ec8
beispielsweise an 25.xe6! ÷-.
24.c1 b2
24.. .f5 25.xc4
25.e5 xc1 (25.. .LJxe5 (25... f6
26.ih5) 26.dxe5 xc1 27.h5 f8
28.LJxg7÷ e7 29.LJf6+ d7 Nun kann sich der Nachziehende
3O.LJf4.) 26.xf5 xf5. zwischen 7.. .e5 (A) und 7.. .a5
25.. .dxc4 26.e5 f6 27.h5 ±.
(B) entscheiden.
25.h5 xd4 26.ed1 1-0.
26...LJb227.d2!. A:
7... e5
Partie Nr. 43
8.d4!
Zeitlin - Krutyanski
UdSSR 1971 8.f3 ist deutlich schwächer
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 wegen 8.. .g4.
f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.xc4 Je nach Erwiderung des
a6 8.f3 b5 9.d5!? a5 NachzLehenden betrachten wir die
9.. .b4!? führt zu interessanten, weiteren Verwicklungen wie folgt:
von Schwarz offenbar jedoch nicht
8...h6
unbedingt zu fürchtenden
Verwicklungen. 8.. II:
10.e2 b7 11.xb5 xd5 III: 8.. .ed7.
12.bd4 f6

63
1.
1.
11.f3I g4 12.g5 d7 (Tiemann)
8... h6! und ein weißer Vorteil ist nicht
ersichtlich;
(2) 9. h4 g6 10.xf6 exf6
(Besser als 10.. .gxf6. Der
schwarzfeldrige Läufer des
Nachziehenden ist auf der
Diagonale a3/f8 - und damit vor
dem Bauern e5 - besser
aufgehoben. Nach 10...gxf6
11.xc4 g7 12.b5+ f8 13.ge2
‘9d6 14.0-0-0 ± kommt Weiß zu

des weißen aussichtsreichem Spiel, Suba - Die Anrempelung wahr12..s‘f8


beste Methode.
scheinlich Kuiistjf, Sivielleicht
tges 1992. Besser12...d7,
als Läufersz.B.
ist die
13.xd7+ 9xd7 14.ge2 0-0 15.0-0.
9.f4 In der nun erreichten Stellung
Andere Möglichkeiten: 9.9xe5 (1), vermag ich keinen11.xc4
zu erkennen.) weißend6!Vorteil
und
9.h4 (2) oder 9.e3 (3). (1) 9.xe5 hxg5 1 0.xc4 (Auf die Chancen sind annähernd =‚
10.Ausgleich.
9xg5?I spielt SchwarzAuch
gut zumal derdas
Nachzieetwas
hende „der Her(3)
r 10.. h59.e3
und erlangtd3+
mindeste10.xd3
ns der schwarzencxd3
Felder‘ ist.
verhaltenere 10...‘9c7 (Vorschlag 11.xd3 e6 =.
von Varnusz.) verdient besondere 9... g6
Beachtung.) 10.. 1O.g3

10.‘9d6
. a6 11.13.9xd6
0-0-0 (11.9xg5 ‘9c7exd6
=.) Aussicht14.e1÷
auf geringen Vore7teil 11.wenn
. ‘9d6 (11.g4!damit
?, z.B. 12.9g3Abtausch
verspricht auch 10.xc4,undauch
15.e4 mit unklarer Stellung.) Aufgabe des Läuferpaars 12.f3 g4 13.he1
(Selbstverständlich scheitert verbunden sind, z.B. 10...xf4
13...gxf3?? an 14.9xd6.) 14.xe5 11.‘9xf4 a6 12.f3 g6 13.0-0 g7
xh2!? 15.d6!? e6 16.e4 xe4 14.d6?? e6 15.ad1 0-0 16.e5
17.xe4 und das druckvolle d7 1995.
‚ Waganjan - Ehlvest, Riga
weiße Spiel wiegt den „NochMinusbauern“
mehr als auf, 10... e6!
Polgar - Seirawan, Monaco 1993 11.d6

(blind).
Fortgang Zum möglichen
vgl. die unter weiteren
Nr. 44 11 .xc4 ist mit keiner Aussicht auf
Vorteil verbunden.
vollständig abgedruckte Partie.
11... e7!

64
Schwarz nutzt die ungedeckte 9.xd3 cxd3
Position der weißen Dame zur 1O.f3
vorteilhaften Umpostierung.
10.ad1 (1) und 10.xd3 (2) sind
12.d1 f5 die häufiger gespielten
Zu 12...ed5 vgl. Partie Nr. 45, Alternativen.
10.xf6?! (3).
Abzuraten ist von
Anand-Seirawan.
(1) 10.ad1 f5?! (Schwarz
13.xc4 a6! möchte den Mehrbauern
14.b4 zumindest noch für eine Weile
halten, vor allem aber e6 ohne
Die beiderseitigen Chancen sind Einsperrung des c8 spielen.
unklar. Weiß verfügt über das 10...h6 dürfte vorzuziehen sein.)
etwas freiere Spiel. Schwarz 11.f3 e6 12.h4! g6 13.xg6
hingegen steht sehr solide und hxg6 14.xd3 h5 15.h4 ±‚ Kaeser
kann zwischen mehreren alternativen - Wlaschny, Deutschland 1986.
Fortsetzungen wählen. Zum (2) 1 0.)xd3 g6 (Dürftig ist der Zug
einen kann das Spiel gegen den 10.. .d7, der im Grunde genommen
Ad6 unter Vorantreiben der eigenen nur hinsichtlich der Einwirkung auf
Entwicklung unmittelbar fortgesetzt b5 eine gewisse positive Wirkung
werden, zum anderen kann der enifaltet. Weiter kann folgen 11 .f3
Nachziehende auch zuvorderst die h6!? 12.h4 (12.f4!?) 12...g5
weiße Bauernstellung am 13.g3 g7 14.0-0 0-0 15.fe1 c8
Königsflügel ramponieren, um auf 16.e3 ±‚ Hünerkopf - Hickl, BL
die Chancen durch das Läuferpaar 1981.) 11.xf6 exf6 12.f3 d6!
und die geschwächte weiße 13.0-0 0-0 14.d4 f5 15.fe1 ‚
Bauernstruktur zu hoffen.
Ragosin - Jasinsky, Rußland 1994.
(3) 10.xf6?! exf6!? 11.xd3 d6!
II. 12.ge2 0-0 13.0-0 e8 14.ad1
8 .. g4 15.d2 a6 =‚ Botwinnik -
Flohr, Leningrad 1933.
10... h6

10...f5?! (1), 1O...e6?! (2) und


10...g6?! (3) sind als schwächer
einzuschätzen:
(1) 10...f5?! 11.0-0 (11.d1
würde zur Anmerkung (1) zu
10.f3 führen.) 11...h6 12.xf6
gxf6 13.f4 ±‚ Bobozow - O‘Kelly,
gerade selten anzutreffen, Zevenaar 1961. Zum möglichen Nicht
wohl nur die zweitbeste weiteren Verlauf vgl. Partie Nr. 46, aber
Wahl. Hagarova - Ciuksyte;

65
(2) 10...e6?! 11.0-0-0!? (In einer 11.xf6

Par12.xf6
be Santamanagxf6- Hon13.d1
Kah Seng, b4
11.f4 g514.xd3
12.e5 g7 13.11.h4
LJxd3 ± Luzerg5n 1982,12.g3
folgte 11g7.xf6?I.9xf6 (Botwinnik)
exd5 15.xd5 e6 16.b5 xc3+
17.bxc3 0-0-0 mit verteilten Chancen. 11... exf6

Zu 11.0-0!? vgl. Partie Nr. 47, 11...gxf6 12.0-0 g7 13.LJxd3 0-0


Conquest
11...exd5- Rahman.) 11.. .e7e6(Auf 14.d4 ±‚ Varnusz.
folgt 12.he1+
13.xf6 gxf6 14.xd5 oder 12.0-0
13...xf6 14.a4+!?, Varnusz. In
beiden Fällen bleibt Weiß nicht Gut ist auch 12.0-0-0, z.B.
unerheblich im Vorteil.) 12.he1! 12...d6 13.he1+ f8 14.xd3 g6
(12.xd3 exd5 13.e1 e6 15.d4 ±‚ Banas - Saidov,
14.a4+, Bednarska - Zalakaros 1994.
Kaczorowska, Danzig 1994. Nun
12... $e7
war 14...f8!? zu versuchen!)
13.e4 b6
12...h6!? (12...0-0 13.xd3 a5
14.xd3 ±
14.d6 d8gut
16.h3 ist 15.e5 d7 (15.J2d7
für Weiß, ±‚ KeresSnosko-Borowsky
- - Reilly, 1934.
Laurentlus, Fernpartie 1934.)
16.e7! e8 17.g3 ±‚ Janosevic - III.
III.

Ivanovic, Jugoslawien 1974.) 8... ed7?!


13.h4 b6 ca. In der Partie
Mainka - Mack, BL 1990, folgte
14.xd3 d7 15.d6 d8 16.e5
g4! 17.xg4 xh4 und Schwarz
hatte sich nicht nur entlastet,
sondern erhielt auch noch
Gegenspiel.
(3) 10...g6?! 11.xf6 exf6 12.0-0
b6 (Lt. Euwe ist 12. Je7 13.ad1
0-0 14.xd3 f5 15.d2 d6 16.g4
e5! 17.xe5 fxe5 18.xe5 xg4 9.f3 a6
19.e4 f6 .) 13.fe1÷ d8 1 0.xc4 b6
14.LJh4! g5 (Wegen der Fesselung 11.d2 c5
des Af6 drohte 15.e5! Nach z.B.
12.0-0 fe4
14.Je7 15.d6 xd6 16.ad1 d7
13.e3 xg5
17.e3 ±‚ oder 14..d7 15.e5 e8
1 4.xg5 d7
1 6.c4 a6 1 7.d6 ±‚ „schwimmen
15.d6! ±
Schwarz die Felle davon“.) 1 5.h5
±‚ Botwnnik - Flohr, Leningrad Klundt - Barnetche, Urcuit 1989.
1933.

66
Partien: 35...c4 36.e7 f6 37.e3 6d7
38.xd7 xd7 39.f3+ d5 1-0.
Partie Nr. 44
Polgar,J - Seirawan Partie Nr.46
Monaco 1993 (blind) Hagarova - Ciuksyte
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 Litomysl 1994, U20
f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.d5 1.e4 d5 2.exd5 f6 3.c4 c6 4.d4
e5 8.d4 h6 9.xe5 hxg5 cxd5
10.xc4 a6 11.0-0-0 d6 12.f3 Entspricht 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5
g4 13.he1 xe5 14.xe5 xh2 cxd5 4.c4 f6.
15.d6! e6 16.e4! xe4 17.xe4 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.d5 e5
f6 18.d7+! xd7 19.xd7 e5 8.d4 d3+ 9.xd3 cxd3 10.f3
20.xe5! fxe5 21.xe5+ e7 f5 11.0-0 h6 12.xf6 gxf6 13.f4

22.26.e6+
de1 0-0-0 23.b8
xe7 xg227.b7+
g6 14.b5 c8 15.a8fe1 1e6 24.8.e5+
xg7 xf2 25.ee7 b5 16.dxe6 e7 17.exf7+ xf7
28.a7+ b8 29.gb7# 1-0. Kaum ist Schwarz einer
Fesselung entkommen, bildet
Partie Nr. 45 bereits die nächste das Motiv für
Anand - Seirawan
eine Verstärkung des Angriffs.
Amsterdam 1992
18...g7 19.xg6 xg6 20.e4+
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 f7 21.ad1 d2 22.e6+ M8
f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.d5 23.xd2! xd2 24.xc8+ d8
e5 8.d4 h6 9.f4 g6 10.g3 25.e6 h7 26.e8+ g7 27.h4
e6 11.d6 e7! 12.d1 ed5 h8 28.e4 d7 29.d4 b6
13.e5 d7 14.e2 xc3 15.bxc3 29.. .g8 3O.f5÷.
g6 16.e5 xe5 17.xe5 g8 30.e6+ f7 31.h5 1-0.
18.xc4 g7 19.b5+ d7 Partie Nr. 47
20.xd7+ xd7 21.e3 c6
22.e2 b6 23.0-0 0-0-0 24.c4 b7 Conquest - Rahman
25.d4 xd4 26.xd4 d7 Dhaka 1995

26.. .g5 27.fd1 d7 28.e2 gd8 1.c4 c6 2.e4 d5 3.exd5 cxd5 4.d4
29.e5 ±. f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.d5
27.xh6 e5 28.d5 e8 29.d2 e5 8.d4 d3+ 9.xd3 cxd3
e6 30.c5! bxc5 31.b1+ a8 10.f3 e6 11.0-0 11...e7
32.b2 e8 33.xe5 ed8 34.c3 1 2.f4!?
xd6 35.f1 Auch hier ist 1 2.ad1!? eine

Wirkt schwarzen Begehrlichkeiten vielversprechende Alternative.


. .

iüberführt
n Richtung derdabei
weißenden12 h5‘Turm
Grundrei h e ent g egen und Nat ü rl i c h darf
- anders 13.d6÷- und Läuferverlust nicht
12. . O -O?? wegen
als beim schwächeren 35.be1 - gespielt werden; 12...xd5
in die Deckung des Königs. 13.xd5 exd5 14.LJxg7 f6 15.LJg3
e6 16.ad1 12...exd5 13.b5!

67
0-0 14.c7 g4!? (Vorschlag von In den Augen nicht Weniger ist
Tschechov.); 14...b8? 15.xd5 diese Alternative die bessere.
a8 16.xe7÷ Jxe7 17.d6 ±.)
8.f3!?
15.xa8 xf3 16.gxf3 Jxa8
17.fe1 d8 ± lt. Tschechov.
13.e5 f6 14.d6! fxe5 15.xe5 Andere Möglichkeiten
(1) und sind 8.b4!?
8.xc4 (2). Hiernach kann
xd6
15...xd6 16.LJxh5÷ g6 17.h6 jeweils folgen:
(1) 8.b4? (Der Gambitzug stammt
(17.Jf6?! 18.e4! e7 von Panow.) 8.. .cxb3 9.axb3 (nun
19.xf6+ xf6 20.ad1 und der droht 10.b4 mit Figurengewinn.)
schwarze König steht recht unsicher.) 9.. .d7!? (9.. .b6 ist schwächer,
18.e3 g7 19.ad1 0-0 20.xd3 . z.B. 1 0.b5÷ d7 11 .xf6 xf6
16.xh5+ g6 17.h6 d7 18.fe1 (auf 11...xb5? folgt 12.d4!)
1 8.g7!? 12.xd7÷ ‘xd7 13.g4÷ d8
18...e7 19.d5 ± 14.ge2 und nun hielt Botwinnik
Der Rest der Parbe ist zwar die Stellung für ausgeglichen,
spannend, aufgrund unserer während Boleslawski einen
thematischen Vorgaben jedoch gewissen Vorteil für Weiß sah.
von geringerem Interesse. Die Auch 9.. .b6, um dem Springer ein
weitere Darstellung erfolgt deshalb Rückzugsfeld frei zu machen, ist
weitgehend unkommentiert. wohl nicht ganz ausreichend, z.B.
19...f8 21.f6+ d8 22.d4 e7? 10.b4 (10.f3 ist nach Euwe
23.xd7 xd7 24.g7+ e7 weniger stark, z.B. 10...e6!
25.e5+ d6 26.f7+ c6 11.b5÷ d7 12.dxe6 xb5! oder
27.ac1+ c5 28.e5+ b5 12.xf6 gxf6.) 10...b7 11.b5
29.d7+ a6 30.xc5 b6 31.b5+ (11.b5+ d7 12.f3 cx. Euwe
b7 32.c7+ b8
32.. .xc7 33.d7÷ b8 34.c6#, allerdings meinte, daß
den Raumvorteil undWeiß durch
die bessere
Tschechov.
Entwicklung ausreichend
33.c6 1-0. Kompensation hat.) 11.. .d7
12.f3 ±;
B:
9...e6 verhindert zwar 10.b4, aber
17. a5 nach 10.b5÷ ist die Partie so gut
wie entschieden, z.B. 10...d7
11 .xd7i- xd7 (11. ..xd7 ist nicht
besser, denn nach 12.xf6 gxf6
(Die Dame ist an die Deckung des
‘ia5 gebunden.) 13.dxe6÷ kann
Schwarz zumindest schweren
Materialverlust nicht verhindern.)
12.xa5 b4 13.LJa1 c7 14.a4÷
÷- oder 10...e7 11.d6÷ mit
Materialgewinn.
68
16.xf6! (Zu 16.b1? vgl. die Auch auf 9...e5? gewinnt 10.b5+,
vorhergehende Kiammerbemerkung; z.B. 10...d7 11.xf6 gxf6
16.a7 e4 17.e3 xe3 18.fxe3 12.xd7+ xd7 13.g4+ mit
exd5 lt. Röpert.) 16.. .gxf6 13...Ke7 14.b4+ oder 13...Ke8
17.a8! 0-0 18.e7+ xe7 14.a4+ bzw. 13...c7 14.Txa5.)
19.g3+ h8 20.xf8+ )xf8 10.b4 (Zur Orientierung: Nach
21 .h4 exd5 etwa =; 9.Jd7!?) 10...c8! (10.xf6!?
(2) 8.xc4 xc4 9.a4+ bietet gxf6 11 .b4 c8 (Tiemann
nach Euwe wenig Aussichten auf favorisiert 11. . c8 mit der Folge
Initiative. Zum möglichen weiteren 12.c1 ic4 13d6 b5 14.id5 b8
Fortgang vgl. Partie Nr. 48, Rother cX) 12.e4 c4 13.b3 c7 14.f3
- Schulze. g7 15.c5 d6 16.xa7 f5
17.d3 0-0 18.0-0 a8
8... d7
Sweschnikow - Vuruna, Belgrad
1988.) 11.b5 Zu 8...e6 vgl. Partie Nr. 49,
Hebden - Orr. Nach 8.. .a6 erlangt 11.a4?! c4 (11...e4!? lt.
Weiß über 9.e5 b5 10.e2 Varnusz, z.B. 12.e3 e6! oder
Kompensation, was lt. Euwe 12.h4 c7 (12..bxa5?!
schon von Fine festgestellt wurde 13.VJxa5+.).) 12.c5 Jb6, und
während Tischbierek das Urteil
9...c7 (statt 9...b5) 10.f4!?
(10.xc4?! xc4 11.a4+ b5! zugeschrieben wird, kommt
12.xb5 axb5!? (12...e5+ 13.e3 Tiemann nach folgendem 1 3.b3
zu etwa =. i>e3? 14.id6+ +- oder 13... d7
14f2xc4.) 13.xa8 e6! ). 11...c4 12.xa7 (12.xf6?! xb5
13.c3 d6 14.b3 xf1 15.xf1
9.e2 h6
e4 ‚ Feher - Röpert, Budapest
1 0.xf6 gxf6
1988.) 12...e6! 13.b3 (Varnusz
11.0-0 g7 ‚
Harding - weist
13.Jxb4-‘- 14.e2darauf
b5+hin, daß 13.xc8 an
15.f3 Falcon, Thessalöniki
1984
e5+ -+ scheitert. Auf 1 3.b1 folgt
gut 13...a3!) 13...b6 14.xc8
(auf 14.xc4 folgt 14...xb4+ mit Partien:
Rückgewinn der Figur.) 14...xb4-
15.e2 (15.d1 d4+) 15...c5 Partie Nr. 48
(Bis hierher sind wir der Partie Rother - Schulze
Sweschnikow - Röpert, Budapest 2. BL 1989
4.c4 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 1988 gefolgt. Manche Quellen
7.d5 f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 führen diese Partie als Folge von
d7 a5 8.xc4 xc4 9.a4+ 7.. .e5 an, doch wäre dann der
12.f3 10.xc4 g6 11.xf6 exf6 weitere Partieverlauf nicht mehr
logisch. In der genannten Partie g7 13.0-0
xe7 13.e2+ Je7 14.xe7+ folgte nun schwächer 16.b1?
xd5 17.f3 e5+ 18.g3 xc8 ) 15.0-0 he8 .
69
13...0-0 14ife1 Sb6 15ie7 Sd6 9...gxf6 10.xc4 xc4 11.Sa4+
16.e2 d7 12.Sxc4 c8 13.Sh4 f5
Es stellt sich die Frage, warum 14.dxe6 xe6
Weiß nicht zu 16.ae1 gegriffen Varnusz schätzt die Stellung als
hat. Nach 16...fe8 17.xe8+ ein.
xe8 18.xe8+ xe8 dürfte die 15.Sa4+ Sd7 16.Sxd7+ sxd7
Stellung trotz des schwarzen 17.0-0 g7 18.ad1+ sc7
Läuferpaars noch in etwa 19.d5+ cb8 20.b3 hd8 21.f4
ausgeglichen sein. Vielleicht aber xd1 22ixd1 c2 23.h4 xa2
ist 16...fc8!? statt 16...fe8 für 24.xe6 fxe6 25id7 c3 26.xh7
Schwarz aussichtsreicher. b2 27.h5 xb3 28.h6 b1+
Wahrscheinlich aber ist, daß der 29sh2 d1 30.g5 d6 31it7 a5
Anziehende jeden Abtausch 32.h7 a4 33.f8+ ca7 34.c8 c6
vermeiden wollte. 35.h8S xh8 36ixh8 a3 37.d8
16...fe8 17.d2 ac8 18.‘9b3 b5 38.f3 a2 39.d1 b4 40.a1
h6 19id4 Sa6 20ib4 b6 c2 41 .d4 b2 42.c6+ b6
21.e4 b5 22.c3 43.xb4 xb4 44.xa2 cc5 1/%
22.d6 mit ‘der Idee 23. d1

verspricht
Gegenwehr,etwas mehr Abspiel 2:
ohne jedoch
auszu reichen.
22...f8 23.d4 c5 24.d2 b4 1.e4 c6 2.d4 d5 3. exd5 cxd5
25.d1 a4 26.9d3 b5 27.Sb1 4.c4 f6 5.c3 c6 6.g5 e6
e2 28.e1
Bis auf den d2 hat Weiß alle
seine Figuren auf der Grundreihe
aufstellen „dürfen“.
28...g4 29.e3
29.c2 f5.
29.Jxe3! 30.fxe3 xe3+ 31 if2
e2 32.d3 f5 33.h1 xf2 0-1.

Partie Nr. 49
Hebden-Orr
In die Turnierpraxis in Leningrad
London 1988
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 1934/35 eingeführt, sind die
f6 5.c3 c6 6.g5 dxc4 7.d5 Konsequenzen auchgeklärt.
nicht abschließend heute noch
a5 8.f3 e6 9.xf6
9.e5! exd5 1 O.Sa4+ c6 11.0-0-0 In der Folge kann Weiß auf
e7 1 2.xc6 bxc6 1 3.xf6 xf6 verschiedenen Wegen
anbieten. Rolf ein Gambit
Schwarz hat in
14.Sxc6+ d7 15.‘9xd5 ± (Analyse seinem Beitrag im
von Judowitsch). Schachmagazin 64, Ausgabe
12/1991, 5. 328, darauf

70
hingewiesen, daß nicht alle Weiß ausreichend Kompensation
Fortsetzungen ein Gambit für den Materialnachteil bietet
beinhalten. In den nachstehenden (Auch Varnusz urteilt nach dem
Betrachtungen stehen die folgenden 10.‘9e2 fxe6 mit „P“.).
Varianten. mit Gambitcharakter im 9.‘9xd4 (statt 9.xe6) dürfte
Vordergrund. vorzuziehen sein, z.B. 9...xd4
Je nach Erwiderung des 10.0-0-0 und Weiß entwickelt eine
Anziehenden verzweigt das Spiel längerdauernde Initiative. In einer
nun wie folgt: Partie Coleman - Wells,
Eastbourne 1990, wählte Schwarz
Teilabspiel 1: 7.ge2 8.. .‘9d6, mußte Weiß aber nach
Teilabspiel II: 7.f3 9.d5 xd5 10.fxd5 0-0-0 11.f4
Teilabspiel III: 7.!e2. ‘9c5 12.e3 ‘9a5 13.xc4 xd5

Die übrigen Fortsetzungen des 14.xd5 e6 15.xe6+! fxe6 16.‘9e2


Weißen im 7. Zug bleiben aus b4 17.0-0 xc3 18.bxc3 die
thematischen Gründen hier Initiative und die etwas besseren
unbehandelt. Chancen auf Königsangriff
überlassen.

:T.pbI 1• 9.xe6 xe6


1 O.xc4 xg5
7.ge2 dxc4
Zu 7...h6 vgl. Partie Nr. 50, Nötzel Das scheint
Tiemann naheliegend.
hält diesen Zug für
- Skolanski. zweifelhaft und verweist auf
Zu 7.J9a5 vgl. Partie Nr. 51, 10...a6, was nach seiner
Slettebo - Hansen.
Einschätzung zu gleichen
8.f4 Chancen führt. Dabei folgt er einer
Anregung Mortensens, der die
Die „verwunderliche“ Position des sich ergebende Stellung aber für
e6 soll sogleich hinterfragt unklar hielt. Insbesondere ist eine
werden. Fehlerhaft wäre hier Antwort auf die Frage zu finden,
8.xf6? wegen 8...exf6 9.d5?! wie Weiß „am Ball bleiben kann“,
b4! 10.f4 (10.dxe6?? d3+ um über aktives Spiel zu
11.d2 xf2+ -+.) 10...f5 11.c1 Kompensation zu gelangen.
(Die weißfeldrigen Schwächen Festzuhalten bleibt m.E. aber, daß
des Anziehenden wirken Weiß auf die Offenheit der
verheerend!) 11...d6 -+‚ Bandriev Stellung bauen sollte, so daß er
- Miles, Ostende 1986. auf die Vorteile seines
Läuferpaars hoffen darf. Mir gefällt
8... xd4
auf 10...a6 die Entgegnung
8.. .‘9xd4 (Mortensen) führt über 11 .d2 ganz gut.
9.xe6 ‘9e5+ zu einer 1.1.9a4+! d7
interessanten Stellung, die jedoch
71
12.0-0-0 a6 0-0 15.0-0 a6 16.Sb3 ± fd8
13ixd7! 9xd7 17.a4 e7
14.b5 axb5 17...b818.b6±.
1 5.9xa8+ 9d8 18.b6 9c7 19.xa8 xa8 20.c3
1 6.9xb7 f6 d8 21.f4 f6

16...e5?!, bekannt aus der Partie 21.. .c6 war einen Versuch wert.
Velimirovic - Ciric, Jugoslawien 22.e2 g6 23.a4 g7 24.9d3 h5
1966, i s t schwächer . St a t mi t 25. f x g5 xg5 26. h 4 h6
zu kassieren, trachtet Weiß über 30.xe6 xe6 31 ia3 ‘9e7 32if2
27. h 3 17. ‘ 9 b5+?! den „ s chnöden“ Bauer n e8 28. ‘ 9 f 3 ‘ 9 d7 29i a 1 f 4
17.d1! d6 18.xb5 nach der fxg3 33.xg3 e1+ 34.f1 h7
Es drohte die Springergabel auf f5.
kompletten Partie! 35.f5 ‘9e6 36.‘9xh5 1-0.
17id1
Partie Nr. 51
18.f4
Slettebo - Hansen
R. Schwarz macht darauf Kopenhagen 1991
aufmerksam, daß 18.‘9d5 mit 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
18...‘9c7! pariert wird. Die f6 5.c3 c6 6.g5 e6 7.ge2
Fesselung des c3 hemmt den 9a5
Angriffsschwung gewaltig. Wie die weitere Partie zeigen wird,
ist die Fesselung des c3 „nicht
18... e6
ganz ohne“.
19.f5 ±‚ 8.xf6 exf6 9.c5?
9.f4!?
Mortensen - Fette, Malmö 1987.
9...xc5! 10.dxc5 d4 11.9d2 dxc3
Zum möglichen weiteren Fortgang 12.9xc3 0-0-0 13.‘9xa5 xa5
vgl. die unter Nr. 52 vollständig 14.b3 c6 15id1 b4 16ixd8+
abgedruckte Partie. xd8 17.c3 c2+ 18.e2 d4+
c2+ 20.e2 d4+ 21 .e1,
Partien:
Ausschließlich gemessen am
Partie Nr. 50 Stand der Partie war das Streben
Nötzel - Skolarski des Nachziehenden nach Remis
AP 1987 vielleicht etwas verfrüht. 18.. .c7
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 mit der Idee c6 war ein
f6 5.c3 c6 6.g5 e6 7.ge2 geeigneter Weg, auf bestehende
h6 8.xf6 exf6 9.c5 eigene „Ansprüche“ hinzuweisen.
9.f4!? ist interessant, z.B. 9...‘9b6 Partie Nr. 52
10‘xe6 fxe6 11.Sh5+ mit Mortensen - Fette
folgender 0-0-0. Malmö 1987
9...g6 10.g3 g7 11.g2 f5 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
12.9a4 9d7 13id1 g5?! 14.b4! f6 5.c3 c6 6.g5 e6 7.ge2
72
dxc4 8.f4 xd4 9.xe6 xe6 8.d3!

10.xc4 xg5 11.Sa4+! d7 12.00-0 8.xe4 dxe4 9.d5 1 O.dxe6


a6 13ixd7! xd7 14.b5 usw. gilt hier „Normalexf3 als
axb5
17id1 15.xa8+
a5 18.f4 d8 16.xb7 f6 fortsetzung“.
18.Sd5 c7! (R. Schwarz). 8... xc3
18...e6 19.f5 d8 20.d7+ f7 9.bxc3 dxc4
21.d5+! e6
21. ..e8 22.xb5! (Varnusz). Schwarz nimmt das dargebotene
22.xd8 Gambitopfer an. Manche Quellen
22.d7+! e7 23.xb5 f8 empfehlen eher die Ablehnung,
z.B. mittels 9...g6. Vergleichen Sie
24.d6+ g8 25.xe7 +-. 22...xd8?! 23ixd8 b4 24.b5 hierzu bitte die Partie Nr. 53, Zude
exf5 25.c2 f4 26.d3 g5 27.e4 - Neidhardt.
g6 28.d4 g7 29.xh8 xh8 10.e4 d5
30.f5 g7 31.xg7 xg7 32.a4 11.b1
bxa3 33.bxa3 f7 34.f5 e7
35.h3 h5 36.h4 f3 37.gxf3 gxh4 Zu 11 .Le2 vgl. Partie Nr. 54,
38.f4 d6 39.e3 c5 40.f2 Mainka - Vodep.
b5 41.g2 a4 42.h3 xa3 11... xe4
43.xh4 b4 44.xh5 c5 45.g6 1 2.xe4
d4 46.xf6 1/1/

Nach Saitzew ist die Stellung x.


Teilabspiel ii:
7.f3 Partien:

Partie Nr. 53
Zude - Neidhardt
Hessen 1991
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
f6 5.c3 c6 6.g5 e6 7.f3
e4 8.d3! xc3 9.bxc3 g6
1 0.e2 dxc4 11 .xc4 xc4
12.xc4 g7 13.0-0 0-0 14.fd1
14.ab1!?
14...d7 15iac1 fe8 16.e2 f5
7... e4 17.e3 b6 18.c4 ac8 19.d5 e5

20.d4 d7 21.f4 g4 22.c6 steht 7.. .g6 „höher Gegenwärtig


f6 23.f3 b7 24.g5 h6 25.h4 wird aber aus im Kurs“,
thematischen g5 26.g3 e6 27.h3 Gründen
27.e5!?
hier nicht
behandelt.

73
Teiiabspiel 111: 27...e4 28.h4 f5 29.hxg5 hxg5
30ie1 9d7 31icd1 b5
7.e2
31...c3!?
32.cxb5 exd5 33.‘9d3 c3 34ic1
f4 35.h2 xa2 36ixe8+ xe8
37if1 a6 38.g3 c3 39.gxf4 gxf4
40s?h1 axb5 41.d4 e4 42.xb5
9f5 43.9f3 d2 44.d4 9e5
45.9xf4 9xf4 1/%
Eine Partie, die in meinen Augen
bis hin zum Ergebnis fast mehr
Rätsel aufgibt, als sie Fragen zu
9.. .g6 zu beantworten vermag.
7... a5
Partie Nr. 54
Mainka - Vodep Während 7.. . dxc4? soeben noch
Wien 1991 an 8.xf6 mit folgendem 9.d5
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 scheiterte, könnte Schwarz nun
f6 5.c3 c6 6.g5 e6 7.f3 mit 9.. .d8 kontern.
e4 8.d3! xc3 9.bxc3 dxc4 Schwächer ist 7.. .‘9b6?! In einer
10.e4 d5 11.‘9e2 h6 12.h4 Partie Kurniawan - Dzhumaev,
9d7 13ib1 0-0-0 14.xd5 9xd5 Juniorenmeisterschaft Asien 1993,
15.0-0 folgte 8.xf6 exf6 9.cxd5 ‘9xb2
Die entgegengesetzten Rochaden 1O.b5! 0-0-0 11 .dxc6 a6 12.b1
verlangen nach konsequenten ‘9xa2 13.7+ b8 14.xb7+ mit
Angriffsbemühungen! schnellem Gewinn.
17.d2 a5 15.Jd7 16.a4 a6
8.f3 dxc4
c6 20ib6 18.g3 e6 19.f3 9.0-0
22.hxg3 c7 d6! 21ifb1 xg3
f6 25.g4 h5 9.xf6 gxf6 (Nach 23.9b2 d8 24.e5 9...exf6?!
exd5 28id6 begünstigt die Öffnung 26.e3 ‘9g5 27.d5 der e-Linie
h4 29ixd5 9g6 30.g4 nur den Anziehenden.) 10.d5 d8
11.xc4 würde mit 30.gxh4 xh4 31 .‘9b4 (Zielrichtung: 11...xd5
f8) 31 ...h8 32.bd1 c6 . beantwortet werden (1 2.xd5
b4). 32ibd 1 30...h3 31.gxh3 xh3
e6? 33.‘9e2?
9... d8
Ein grober Fehler 33.‘9b6!
Der Entwicklungsvorsprung gewinnt m.E. die Partie. Das und
das freie Spiel sind drohende „Damenopfer‘ auf e6 den
Materialnachteil wert. (z.B. 33. ..‘9e4?? 34.‘9xe6+.) ist nur Zum
möglichen weiteren Verlauf unter erheblichem Materialverlust vgl.
zu entschärfen.
Partie Nr. 55, Rogers - Dreev und
33.J9e4 34.f3 xf3 0-1. Nr. 56, Markowski - Zerwonski.

74
Partien: Sd6 26.f4 Sd2 27ic3 d4
28ic8+ d8 29ic7 d7 30ic3
Partie Nr. 55 d4 31.f5 Sf4? 32ic8+ e7
Rogers - Dreev 33ic7+ f8 34ixb7 a5 35.a4
Biel 1993
1.c4 c6 2.e4 d5 3.exd5 cxd5 4.d4 Sxg3+ 36.xg3 h5 37ib5 h4+
f6 5.c3 c6 6.g5 e6 7.e2 38.f3 d3+ 39.g4 g3+
Sa5 8.f3 dxc4 9.0-0 d8 10.Sc1 40.xh4 xg2 41ixa5 e7
h6 11.d2 xd4 12.xd4 xd4 42ib5 1-0. d6 43.h5 g5+ 44.h6
13.b4 Sd8 14.e3 d7 15.d1 a6
16.b5 axb5 17ib1 g5 18ixb5
g7 19.a4
21ie1 d6e4 20.b6c7Sb8
22ib4 Fu n dg ru belStöberkiste
23.c5

xc5 24.xc5 0-0 25.f3 c8 Fundstück 1:


26.xd6 Sxd6 27ixb7 c3 28.Sc2 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
d4 29.g3 c5 30.e4 g7 f6 5.c3 c6 6.f3 g4 7.e2
31.d3 f6 32.e4 a5 33.a4 Sd4 dxc4 8.d5 xf3 9.xf3 e5 10.0-0, 34.c6 f5 35.Sc1 c5 36ib5
xc6 37ixf5 Sxa4 38id5 c2 Mikenas - Flohr, England 1933.
39id2 Sb3 40ie3 Sb2 41ie1 Das weiße Spiel
Min usbauern mehr alswiegt
auf. den
c5 0-1.
Fundstück 2:
Partie Nr. 56 1 .e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.d3
Markowski - Zerwonski
c6 5.e3 f6 6.f3 g4 7.h3 xf3
Polen 1994 8.Sxf3 Sb6 9.0-0 Sxb2?! 10.d2
1.e4 c6 2.c4 d5 3.exd5 cxd5 4.d4 xd4 11.Sf4 e6 12.Sa4+ ±7
f6 5.c3 c6 6.g5 e6 7.e2 Tarrasch - von Scheve, Breslau
Sa5 8.f3 dxc4 9.0-0 d8 10.e1 1880.
d5 11.xf6 gxf6 12ic1 h6
13.xd5! xc1?! Fundstück 3:
1 3...xd5!? 14.xc4 Sxa2 c• 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
14.xf6+! exf6 15.xc4+ f8 f6 5.c3 c6 6.e3 g6 7.b4.
16.Sxc1 c?g7 17.d5xd5 Interessant, aber doch mit eher
diffusen Aussichten auf
17...b4 18.d4 (Droht 19.f5+ Gegenwerte verbunden. In einer
c±g6 (Sonst ereilt den Monarchen Partie Dujardin - Abravel, Uzes
das Matt auf g7.) 20.Sh6+ ±xf5 1989, folgte 7...xb4 8.Sb3 e6
21.Sh5+ c±f4 22.g3#.) 18...xd5 9.g5 dxc4 10.xc4 h6 11.xf6
(18...g8 19.f5+ ±h8 20.Sc3 Sxf6 12.f3 c6 13.d5 b4 14.0-0
oder 19...g6 20.g4 mit undeckbarem Sxc3 15.dxc6 bxc6 16.ac1 Sxb3
Matt.) 1 9.xd5 ±.
18.xd5 Sxd5 19.Sf4 d8 20.b3 17.xb3 c5 18.fd1 0-0 19.e5 a5
d4 21.xd4 Sxd4 22.Sg3+ f8 20.h4 a4 21.c4 ±g7 22.d6 a7
23.h3 d7 24ie3 Sd1+ 25.ch2 23.cd1 c3 24.f4 c7 25.b1 b7
26.db6 e4 27.d1 d4+ 28.h2

75
g5 29.g3 d8 3O.d2 gxf4+ Fundstück4:
31.g4 h5+ 32.xh5 h8+ 33.g5 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
xe5 34.xe6 f6+ 35.xf4 xh4+ f6 5.c3 c6 6.g5 Sb6 7.cxd5
36.g4 fxe6 37.xe6 a8 38.dd6 xd4 8.f3 Sxb2?! 9.c1 xf3
f7 39.g3 h1 0-1. 1 O.Sxf3 ± nach Botwinnik.

76
Kapitel 5
Im fünften Kapitel beschäftigen annehme, doch ist es bisweilen
wird uns mit Abspielen, die dem gesünder, zumindest nicht sofort
ECO-Schlüssel B14 zugeordnet drauflos zu schlagen.) 10.bxc3
sind. xd4 11.xd4 Sxd4 12.b5+

Das behandelte Material ist wie (Weiß entwickelt einen starken


Angriff für den Minusbauern. In
folgt klassifiziert: einer Partie Pirrot - Schulz, BL
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 1990, hob der Anziehende
f6 5.c3 e6 (5.. .g6). zunächst durch 12.0-0 die
Fesselung auf. Es folgte 12...Sxc3
vor allem Stellungen 13.b5+ ±f8 (13...e7!? lt. Hier sollen
werden, die mit den Varnusz.) 14.Se416.Sh4
d6 15b1f6Se5 betrachtet
17.d1 Zügen
f7 18.g3 e7
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 19.f4 .) 12...e7 13.0-0 Sxc3
f6 5.c3 e6 6.f3 b4 7.cxd5 14.Sa4 d6 15.f4 xf4 16.Sxf4
xd5 8.Sc2 c6 9.d3!
Sc5 17.a4 g5 18.Sg3 d8 19.ac1
und auch hier hat Weiß

eingeleitet werden. Kompensation durch heftigen


Angriff. Zum möglichen weiteren
Fortgang vgl. Partie Nr. 57, Nunn -
Lobron;
(2) 9.. .e7?! (Feige, angemessen
oder übertrieben vorsichtig? Wie
auch immer, der Zug spielt gewiß
nicht die „erste Geige“ im Reigen
der möglichen Fortsetzungen.
Schwarz gibt erst einmal die
Aussicht auf den Bauerngewinn
auf, was den Hauptunterschied
9... a5!
zur Hauptvariante ausmacht.)
Der Läufer räumt das Feld b4 für 10.a3 f6 11.0-0 h6 (11...xd4?
den d4. Gleichzeitig behält 12.xd4 xd4 13.Sa4+
Schwarz die Option, das 11...xd4 12.xd5 exd5 13.b5
f6 1 4.xc6+ bxc6 1 5.Sxc6+ d7
Bauernopfer änzunehmen.
Weitere Möglichkeiten sind 16.e1÷ ±; 11...ce7? 12.e4 0-0
9...xc3?! (1), 9.Je7 (2), 9...h6 13.xf6 xf6 14.g5 ±‚ Felsberger
(3) und 9...f6 (4) - Reichmann, Österreich 1994. Zu
(1) 9...xc3?! (Es heißt zwar 11...b6 vgl. die entsprechende
allgemein, ein Gambit könne man Anmerkung in Partie Nr. 58,
nur widerlegen, indem man es Vukcevic - Haag.) 1 2.xd5 exd5
1 3.e1+ e6 14.f5! ‚ Vukcevic -
77
Haag, Fernpartie, 9. FernschachOlympiade. Weißen in Sweschnikow - Tal,
Zum weiteren Verlauf UdSSR 1984;
vgl. die unter Nr. 58 vollständig (4) 9. ..f6 (Ebenfalls arg
abgedruckte Partie. verhalten.) 10.a3 (10.0-0 h6 führt
(3) 9...h6 10.0-0 0-0 (10...f6 zu(3)9...h6.)10...e711.e3d7
11 .d1 0-0 ist lediglich eine 12.0-0 c8 13.fd1 0-0 14.g5 h6
Zugumstellung. In etwas anderen 15.f4 ‚ Rechlis - Haba, Ostrau
Bahnen verläuft das Spiel jedoch 1991. Zum weiteren Verlauf vgl.
nach 11.e1 (statt 11.d1), die unter Nr. 59 vollständig
gesehen in einer Partie Flaisigova abgedruckte Partie.
- Orsagova, U 14, Herculane 10.a3
1994. Nach 11.. .0-0 1 2.e3
(12.a3!?) 12...g4 13.d2?! xe3 10.0-0 db4 (10...cb4? 11.b5+
14.xe3 stand die Partie etwa .) d7 12.Sa4 ±‚ Varnusz.) 11.Se2
11.d1 (Oder auch 11.a3 e7 xd3 12.xd3 h6! 13.d1 (13.f4
(1 1..d6 12.d1 ce7 13.Ye2 d7 0-0 14.fd1 b4 15.Sc4 d5
14.ie5 xe5 15.dxe5 ixc3 16.xd5 exd5 17.Sd3 =‚
16.bxc3 g6 17.xg6 fxg6 18.Yd3 Velimirovic - Kortschnoi, Titograd
c6 etwa =‚ Mortensen - Lobron, 1984.) 13...0-0 14.Se4 xc3
Plovdiv 1983.) 12.d1 (12.Se2 15.bxc3 Sd5 16.d3 d8 17.f4! =
e8 13.c2 f8 14.e1 d7 (Smagin). Auch 17.c4 ist spielbar,
15.d3 g6 16.d2?! (16.b3!? ) z.B. 17...Sh5 18.b2 eS 19.d5
16...cb4! 17.axb4 xb4 18.Se4 g4, lt. Varnusz. Schwach ist
c6 19.d5 exd5 20.g4 xc2 ‚ aber die „Bauerngabe“ auf a2
Malanjuk - Alexandrov, Wisla mittels 17.b1?, z.B. 17...Sxa2
1992.) 12...d7 13.Se2 e8 18.f4 Sa3!? 19.e1 b6 20.e5
14.Se4 (Anders als in der xe5 21.xe5 b7 ‚ Plaskett -
vorhergehenden Variante ist bc4 Smagin, Belgrad 1988.
hier kein Thema.) 14...f6 15.Sh4
10.. xc3
a5 16.xh6!? gxh6 17.d5! xd5
18.Sxh6 +-‚ Gipslis - Puschkeit, 10...b6 11.0-0 (11.g5? xd4
Berlin 1995.) 11...f6 (Zür 12.xd4 Sxg5 13.xd5 Sxd5 14.f3
Orientierung: Nach 11.d1) 12.a3 d7 15.0-0 c8 1 6.Se2 c6 ‚ Liwat -
(12.Se2 d6 13.a3 e8 14.c2 Antonio, Makati City 1995. Nach
d7 15.e5 c8 16.f4 f8 17.Sd3 17.fd1 hat Weiß zwar einen leichten
e7 ‚ Molnar - Eperjesi, Ungarn Entwicklungsvorsprung, doch nach
1994.) 12...d6 13.e4 (13.Se2 17.. .Sh5 nebst 0-0 findet Schwarz
würde zur letzten Klammer- Zeit, die eigene Entwicklung zu
bemerkung zurückführen.) vollenden. Ausreichende Kompensation
13...xe4 14.xe4 d7 15.d5! für den Minusbauem hat Weiß
exd5 16.xd5 ‚ mit den etwas nicht.) 11.. .xd4 1 2.xd5 exd5
besseren Angriffschancen für den 13.b5 f6 14.xc6+ bxc6

78
15.xc6+ d7 16.e1+ ‚ Nijboer - 14.c1 e7 15.e4 f5 16.xf6+
Christiansen, Wijk aan Zee 1993. Jxf6 1 7.f4 h4 1 8.xh4 xh4 ‚
Reich - Witke, 2. BL 1988.
11.bxc3 xd4
12.xd5 exd5 13ie1+ e6
1 2.xd4 xd4
14.f5! 0-0 15.xe6 fxe6 16.d3
1 3.b5+
d7 17.f4 ae8 18.g3 g5 19.h3
Zu 13.0-0? ‘e5 vgl. Partie Nr. 60, ‘9h7 20.d2
Kindermann-Speelman. Als die ambitioniertere Partei darf
Die weiteren Aussichten werden Weiß keinen entlastenden
anhand der Partien Nr. 61, Damentausch zulassen.
Rogers-Effert, zu 13...e7, Nr. 62, 20...g7 21.ad1 h5
Gipslis-Ahlberg, zu 13...‘f8 und Das weiße Spiel ist ganz auf den
Nr. 63, Boyle-Pyrich, zu 13...d7 rückständigen und damit unterstützungsbedürftigen
betrachtet. Ae6 „zugeschnitten“.
Die schwarze Befreiung
Ae6-e5 scheitert an der Schwäche
Partien: des dann ungedeckten Ad5.
22.d6! f7 23.e5 xe5 24.xe5
Partie Nr. 57
Nunn - Lobron g6 25ic1 g4 26.h4 h7 27.g3
f6 28icd1 e7 29ie5 f5
Biel 1982
1.e4 c6 2.c4 d5 3.exd5 f6 4.c3 30ide1 d7 31.f4! f7
cxd5 5.cxd5 xd5 6.f3 e6 7.d4 31.. .‘9xh4? scheitert natürlich an b4 8.c2 c6 9.d3! xc3?! 32.g5.
10.d6bxc315.f4
xd4 11.xf4xd4 16.9xf4
xd4 32.d3 a6c533.xfresümierend
5+ 12.b5+ e7 13.0-0 imxc3 14.SMa4 Hi64erzu14/95,
schreibt H.5.Heemsot
383:
h
17.a4 g5 18.g3 d8 19iac1 „Ein positionelles Damenopfer. Weiß
d5 20.f4 a6 21.e2 d7 22.fxg5 erhäft nur Turm und Springer, dringt
ac8 23.a3+ d6 24ixf7+ xf7 aber mit sämtlichen Figuren in die
25.xd6 xc1+ 26.‘f2 cc8 schwarze Königsstellung ein.“
27.32.b3
h4 ‘g8 28.‘f8
h5 e8 33.xb7
29.e7 d7 33.. exfc1+
5 34ixe834.‘h2
f6 35i1e6! 30.38.xg7
xe6+ f7+ 31.‘gxg7
1 d7 xd439i8e7+
36.e5 d1+ 37.h2 f8g7
40ixb7 f4 41 if6+ e8 42ixf4
xa4 35.b4+ 1-0.
e2 43iff7 e5+ 44.g3 d4
Partie Nr.58 45ifc7 d8 46ig7 c8 47ibe7
Vukcevic - Haag 1-0.

9. FS-Olympiade, Finale
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 Partie Nr. 59
f6 5.c3 e6 6.f3 b4 7.cxd5 Rechlis - Haba
xd5 8.c2 c6 9.d3! e7 10.a3 Ostrau 1991
1.c4 c6 2.e4 d5 3.exd5 cxd5
f6 11.0-0 h6
11...b6 12.e3 h6 13.ad1 0-0 4.cxd5 f6 5.c3 xd5 6.f3 e6
79
7.d4 b4 weiße a-Bauer ein schönes
Damit sind wir in unserer Angriifsziel wird.
„Themalinie“ angelangt. 15.fe1 c7 16.ab1 d7 17.b4
8.c2 c6 9.d3! f6 1O.a3 e7 xe3 18.xe3 c6 19.e4 d8
11.e3 d7 12.0-0 c8 13.fd1 0- 20.c4 xe4 21.exe4 e7
0 14.g5 h6 15.f4 a5 16.d2 22.a4+?
fd8 17.ac1 Wegen der Schwäche der weißen
17.b4! h5 18.e2 ± (Rechlis). Grundreihe entsteht nun ein für
17...e8 18.b4 xb4 19.axb4 Schwarz deutlich vorteilhaftes
xb4 20.xh6 xc3 21 .xc3 xc3 Endspiel.
22.f4 h5 23.g5 d5 24.e4 22...d7 23.ed4 xa4 24.xa4
c8 25.h4 c6 26.c1 b2 27.g4 xd4 25.cxd4 a6 26.b4 b5 27.a4
g6 28.e2 f4 29.xb2 xd3 d7 28.axb5 b8 29.f1 axb5
30.xc6 xc6 31.xb7 e4 0-1. 30.e2 c6 31.d3 b6 32.b1
a8 33.b2 a3+ 34.e4 f6 35.f4!
Partie Nr. 60
a4 36.g4 b4 37.f5!
Kindermann - Speelman Ebnet den Weg für den d-Bauern.
Plovdiv 1983
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 37...exf5+ 38.xf5 b5 39.e6

f6 5.c3 e6 6.f3 b4 7.cxd5 c4 40.d5 c3 41.f2 b3 42.f3+ xd5 8.c2 c6 9.d3! a5! c4 42.. .c2 führt nach einer Analyse
10.a3 xc3 1 .bxc3 xd4 von Keene/Taulbut zum Remis, 12.xd4 xd4 13.0-0? Der Zug „konsolidiert“, ist aber da Schwarz letztendlich seinen
hi62nsichtlbeleuchtete
ich direkter Drohungen zu TurmAlternative
gegen einen Bauern harmlselbst
os. Die in den Parzutien 60verlieren
bis hergeben muß, um(Vgl.
nicht noch
1 3.b5+ zwingt den NachziehendenCaro-Kann?,
Keene/Taulbut, Wie spielt man
5. 53).
zum Reagieren. 43.f4+ c5 44.xa4 b2 45.a5+
13...e5 14.e3
14.b2!? verspricht aktiveres b6 46.a8 b7 47.g8 b1
Spiel; 14.d2 c7 15.g3 d7 48.xg7+ b6 49.d6 e4+
16.fe1 h5 17.ab1 c6 18.b4 50sxf6 f4+ 51.e6 h6+ 52.f7
d8 und Weiß hat keinesfalls xd6 53.h4 d5+ 54.e7 h5
ausreichend Kompensation für 55.g6+cc7 0-1.
den Minderbauern, Subasic - Partie Nr. 61
Groszpeter, Zenica 1987. Rogers - Eifert
1 4...b6! Altensteig 1988
Das Rufzeichen stammt von 1.e4 c6 2.c4 d5 3.cxd5 cxd5
Keene/Taulbut, die darauf 4.exd5 ‘f6 5.c3 xd5 6.d4 e6
aufmerksam machen, daß 7.f3 b4 8.c2 c6 9.d3! a5!
Schwarz keine Angst vor 15.xb6 10.a3 xc3 11.bxc3 xd4
haben muß, da nach 15...axb6 der

80
12.xd4 xd4 13.b5+ e7 Partie Nr.63
14.0-0xc3 Boyle- Pyrich
14...xc3 15.d1 e5 16.f4 xf4 FP1992
17.c3 f6 18.d4 ±. - 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
15.e4 f6 16.e3 e5 17.a4 a6 f6 5.c3 e6 6.f3 b4 7.cxd5
18.xa5 xb5 19.c7+ d7 xd5 8.c2 c6 9.d3! a5!
20.ac1 xc7 21.xc7+ d7 10.a3 xc3 11.bxc3 xd4
22.c5+ e8 23.d1 c6 24.xg7 12.xd4 xd4 13.b5+ d7
h5 25.h4 b6 26.e7+ f8 14.0-0 d5
27.xe6+ bxc5 28.xc6 g7 14...xc3 15.xd7+ xd7 16.a4+
29.d7+ g6 30.dd6 hc8 e7 17.g5+ f6 18.ac1 e5
31.xf6+ g7 32.?f1 a5 33.g6+ 1 9.f4 mit brandgefährlichem
f7 34.h6 1-0. Angriff.
15.c4 h5? 16.a4!
Partie Nr.62
Besser als 16.xd7+ xd7
Gipslis-Ahlberg 17.a4+ .
Berlin 1995
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 1 6...xb5 doch ist eine

f6 5.c3 e6 6.f3 b4 7.cxd5 Verliert rasch, Ri poste xd5 8.c2 c6 9.d3! a5! ausreichende ohnehin

10.a3 xc3 11.bxc3 xd4 nicht ersichtlich. 12.xd4 xd4 13.b5+ f8 14.0-0 17.xa5! 1-0.
xc3
Zu 14...xc3 vgl. die FundgrubelStöberkiste
entsprechende Anmerkung in Fundstück 1 (Das 11Einsame“):
Partie Nr. 61, Rogers - Eifert. 1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4
15.e2 a6 16.d3 xa1
f6 5.c3 e6 6.f3 e7 7.!d3 dxc4
Die „Flucht“ nach vorn!
8.xc4 0-0 9.0-0 c6 10.a3 a6
17.b2 xf1+ 18sxf1 d8
18...f6 19.h5 d8 2O.d4 ?d7 11.e1 b5 12.a2 b7 13.!g5 b4
(21 .c5+ e7) ist ebenfalls 14.a4Boudy
bxa3- Szilagyi,
15.bxa3Varna
xa31979.
16.d5!,
Um
möglich. -
19.xg7+ ‘xg7 20.g4+ f6 den Preis eines Bauern hat sich
Weiß aktives Spiel mit Chancen
21.h4+ g7 22.g4+ f6 1/21/2.
auf heftigen Angriif gesichert.

81
Kapitel 6
Im sechsten Kapitel beschäftigen Aussage über die Korrektheit des
wir uns mit Abspielen, die dem MBG getroffen werden kann.
ECO-Schlüssel B1 5 zugeordnet Der mutige und aggressive
sind. Weißspieler darf darauf hoffen,
Das behandelte Material ist wie gegen „seinen wirklichen
Gegenüber“ zu spielen und nicht
folgt klassifiziert: gegen eine Riege anerkannter
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 Großmeister, die eine vom
(3.. .g6, 3... b5) 4.xe4 (4.f3, 4.Le3, Gegner nur nachgespielte
4.c4) 4...f6 (4. ..g6, 4.. .e5) Variante etabliert haben. Und daß
5.xf6+ (5.g3, 5.d3, 5.g5, „der“ Gegenüber nun wirklich
5.d3) 5...exf6 besser ist, muß „er“ selbst-
beweisen!
Also das MBG spielen und auf die
Abschnitt 1: Chancen im aggressiven
Unser Hauptaugenmerk möchte Angriffsspiel bauen!
ich auf das Milner-Barry-Gambit Eine Anmerkung zu Zug-
(MBG) lenken, das durch die umstellungen:
Die eine oder andere in der Folge
Anfangszüge betrachtete Variante entsteht
bisweilen auch unter der
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
charakterisiert wird.
Zugumstellung 4.c4 f6 5.f3,
wofür in manchen Werken der

Dieses Gambit zeigt eine gewisse Name „Von-Hennig-Gambit“


verwandtschaftliche Nähe zum verwendet wird.
Blackmar-Diemer-Gambit (BDG) In Abspiel 6 wird diese Folge
und wie dieses, genießt es jedoch als quasi verzögertes MBG
allgemein nicht gerade den beibehalten, da die dort
allerbesten Ruf. Anders als beim betrachteten Stellungen schwerlich
BDG ist für das MBG keine über 4.f3 erreichbar sind.

„eingefleischte“ Fan-Gemeinde Das untersuchte Material gliedert


bekannt. Während der Zugfolge sich in folgende Abspiele:
1.d4 d5 2.c3 f6 3.e4 dxe4 4.f3
„Kultcharakter“ zukommt, fristet Abspiel 1: 1 .e4 c6 2.d4 d5 3.c3
unsere ausgewiesene Variante dxe4 4.f3 exf3
eher ein Mauerblümchen-Dasein.
Allerdings erlaube ich mir den Abspiel 2:dxe4
1 .e44.f3
c6 f5
2.d4 d5 3.c3
Hinweis, daß in dem mir
zugänglichen Material Weiß eine Abspiel 3: 1 .e4 c6 2. d4 d5 3.c3
„gesunde“ Ausbeute erzielt hat, dxe4 4.f3 e3
wenngleich damit noch keine
82
4: 1.e4 c6 2. Absoiel d4 d5 3.c3 8.0-0-0 a5 9.?c4 f6 1 0.e4
dxe4 4.f3 e5 bd7 11.d2 h5 12.d3 xe4

5: 1.e4 c6 2. AbsDiel d4 d5 3.c3 13.xe4 b6 14.d4 ?g4 15.xf7+


xf7 16xg4 xa2 0-1.
dxe4 4.f3 f6
Nun zurück zu unserer
Abspiel 6: 1.e4 c6 2. d4d5 3.c3 Hauptvariante:
dxe4 4.c4 f6 5.f3 Nach 5.xf3 verzweigt unsere
e5/ ?f5 Betrachtung der beiderseitigen
Möglichkeiten entsprechend der
folgenden Antwort des Schwarzen
Abspiel 1 in

1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3 Teilabspiel 1:. 5.. .f5


exf3 Teilabspiel II: 5...e6
Teilabspiel III: 5.. .g4.
5.. .f6 führt i.d.R. unter
Zugumstellung in eines der vg.
Teilabspiele.
Te:iIa:bspiel 1:
5... f5
6.c4

6.e2 ist sehr passiv, z.B. 6...e6


5.xf3 (6. . f6 mit der Idee der
Gelegentlich ist auch 5.xf3 Fianchettierung des f8 ist ein
anzutreffen, wobei das Opfer des weiterer interessanter Versuch,
Bauern d4 angeboten wird. Weiter 6.e2 zu „demaskieren“, z.B.
kann folgen 5.. .xd4 (5.. .f6 ist 7.h4?! (7.0-0!?) 7...e6!? 8.0-0
auch nicht schlecht, z.B. 6.e3 g6 9.f4 g7 10.d2 0-0 ‚ Maty -
g4 7.g3 e6 8.h3 d6 9.f4 xf4 Bekemann, FP 1995/96.) 7.0-0 f6
1O.xf4 b6 ‚ Lindenthal - 8.g5 e7 9.d2 bd7 10.ae1 0-
Motloch, Donaueschingen 1985.) 0 ‚ Windt - Guzman, AP 1989.
6.e3 b4, und Weiß hat keine 6.e5 ist noch verfrüht, z.B. ausreichende Kompensation für 6.. .d7 7.f3 e6 und die Stel ung
den geopferten Bauern, .
ist ‚ nach Varnusz sogar (m.E.
In diesem Zusammenhang ist übertrieben) :j: einzuschätzen.
auch der Verlauf einer Partie Nach 6.d3?! xd3 7.xd3 e6 8.0-
Kneis - Brückner, Ladenburg 0 c7 9.e3 f6 10.e5 bd7 hat
1992, interessant. Dort wurde Weiß nichts außer seinem
6...h4+ 7.g3 eingeschoben. Die Minusbauern, Pieleck -
Partie nahm den Fortgang 7.. .b4 Bekemann, FP 1995/96.
83
6... e6 16.e7+ d6 17.d1 +-‚ Welling -
6.. .f6 kommt lediglich Wrobel, Luxemburg 1982.
Zugumstellungscharakter zu. 9.g5
7.0-0 In Betracht kommt auch 9.h1!?,

Zu 7.e2 s. Partie Nr. 64, Grosseverlassen


um die und
Diagonale gl/a7 zu
damit in der Folge
Honebrink - Jacobs.
die d1 zu entlasten (5. hierzu die
7... f6 Partie Nr. 68, Vera - Gorer.).
9.e3 zur Sicherung der kritischen
7...e7 8.e5! Zur damit Felder auf der Diagonale gl/a7 ist
verbundenen Drohung vgl. die ebenfalls spielbar, vgl. Partie Nr.
Hauptvariante. Zum möglichen 69, Kaber - Roos.
Fortgang s. Partie Nr. 65, Park - Suspekt aber ist 9.g4 mit
Grayson. späterem f4, z.B. 9.g4 d6
8.e5! 10.f4 xe5 11.xe5 bd7 12.g3
a5 R, Larsen - Oestergaard,
Verbunden mit der Drohung xf7 Naestved 1988.
soll Nutzen aus der Stellung des Nach 9.g5 hat Weiß genügend
f5 gezogen werden. Spiel für den geopferten Bauern.
Zu 8.e3 vgl. Partie Nr. 66, Zum möglichen weiteren Verlauf
Webster - McCalester. vgl. Partie Nr. 70, Cordier - Roos.
Nach 8.g5 e7 9.e2 0-0
10.ae1 bd7 ‚ Hartmayer - Partien:
Bekemann, FP 1995/96, steht
Schwarz solide. Partie Nr. 64
Grosse Honebrink - Jacobs
8... g6 Dresden 1993
8.. .b4? ignoriert die drohende 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
Gefahr. Wohin dies führen kann, exf3 5.xf3 f5 6.c4 e6 7.e2
illustriert die Partie Nr. 67, Ranna - e7 8.f4 f6 9.0-0-0?!
Hallager 9.0-0 war angesagt, z.B. 9... 0-0
8...d5? 9.xd5 cxd5 10.b5+; 10.Tadl.
8.. .xc2 9.xf7! (9.xc2 xd4+ 9...0-0 10.h3 d5 11.xd5 cxd5
10.h1 xe5 11.f4 a5 12.e4 12.d3 xd3 13.xd3 c6 14.a3
bd7 cx‘, Braun - Grün, U 20 1991.) c8 15.g4 a5 16.d1 b5 17.c3
9.. .xd1 (9.. .xf7 10.g4! d7 17.h4 b4! 18.e3 bxa3 ist
1 1.g5 a6 12.xf6 gxf6 13.d5! ebenfalls unzureichend.
c7 14.dxe6+ +-‚ Welling - Marzik, 17...b4! 18.cxb4 xb4 1ic3
Biel 1981.) 10.xd8 xd8 11.xd1 a4+ 20.e1 c2+ 21.f2 xd4
d5 1 2.e1 b4 1 3.xe6 xc3 22.xd4 xd4+ 23.e3 h4+
14.bxc3 xc3 15.g5+ d7 24.g2 e4+ 25.f1 xh1+ 0-1.

84
Partie Nr.65 15.. .?g7 verspricht etwas mehr
Park - Grayson Gegenwehr. Das Feld e8 durfte
New York 1987 keinesfalls vernachlässigt werden.
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.c4 16.e8! c6 17.xf7+ g7
f5 5.f3 exf3 6.xf3 e6 7.0-0 e7 18.h6+ 1-0.
8.e5! g6 9.xg6 Auf 18...f6 folgt 19.g5 #.

Einschätzung, 9.f3 f6 ‚ eine Partie Nr. 67 zugeschrieben die Gunderam Ranna - Hallager
wird.
11.g4 9...hxg6 10.xe6 fxe6 USA 1984
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.c4
9d6 12.xg6+ ‘d7?

12.Schwarz.)
. d8!? 13.f4 e5 (13.14.xg7
. xd4+ f5 5.f3 exff63 6.15.xe5
xf3 f6 7.e5 e6 14.c5h1 is11t brandgef.?e2
ährlichxd4+
für 8.0-0 b4?1 9.2.e3
xf7 ±‘xf7 10.d7xf5
13.af1 xc3 14.bxc3 e7
xg7 16.xg7 cx.
f6 13.f4 ?xd4+ 14.‘h1 15.xc5 e8 16.h5+ 1-0.
d8 15.ad1+ c8 16.e8+ Partie Nr. 68
17.xb8 e7 18.f8 1-0. Vera - Gorer
Rosario 1932
Partie Nr. 66
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
Webster - McCalester
exf3 5.xf3 f6 6.c4 f5 7.0-0
USA 1985
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.c4 e6 8.e5! g6 9.‘h1!? d6?!
f6 5.f3 exf3 6.xf3 f5 7.0-0 e6 1O.f3 bd7 11.f4 c7 12.ae1
0-0-0? 13.xc6!
8.e3 e7 9.e5 d5?!
Damit wird die Diagonale a4/e8 Ein Einschlag aus heiterem
forciert geöffnet, was dem weißen Himmel!
1 3...xc6
Angriff zugute kommt.
In einer Fernpartie Schneider - Auf 13...bxc6 folgt 14.a6+ b8
Fliegner verdankte Schwarz 15.b5!+-und 13...xf4 wird mit
seinen Teilerfolg (Remis) nach 14.b5 +- beantwortet. Auf
9. ..g6!? eher dem unentschlossenen 14...cxb5 gewinnt 15.xd6 und
Angriffsspiel des wegen der Mattdrohung auf b7
Gegner s denn der Sol i d i t ä t sei n er
11.ad1 0-0 12.xg6 hxg6 13.d3 14.b5 b8 xa7
muß Schwar z sei n e Dame St e l u ng. Es f o l g t e 10. e 2?!
1 5.xa7+!
bd7 her g eben.
17.a6 # 1-0. 16.xc6+ bxc6 d5 14.xd5 exd5 15.b3 und die
Aussichten sind etwa gleich. Partie Nr. 69
10.xd5 cxd5 11.b5+ ‘f8 Kaber - Roos
12.h5 ± g6 13.h6+ ‘g8 14.g4 St. Ingbert 1994
f8 15.h3 b6 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
exf3 5.xf3 f5 6.c4 e6 7.0-0
f6 8.e5! g6 9.e3 bd7
85
1O.?e2 xe5 11.dxe5 h5!? 20.xf6+ Pg7 21.xd7 ?xd7
12.?e1 g4 13.d1 ?a5 14.b5! 22.dxc5 c7 23.d4+ e5 24.?d6
b4! 15.d6+ f8 16.?h4 ?xe5 ?xd6 25.cxd6 d8 26.d1 f6
17.f4 c5+ 18sh1 f6 19.c3 27.g1 e6 28.d7 xd7 29.xd7
xd1 20.cxb4 ?h5 21.?e1 g4 xd7 30.f2 d6 31.e3 f5 32.c4
22.e5 d8 c5 33.b3 g5 34.h3 b4 35.f3
„Statisch“ betrachtet hat Schwarz a5 36.g3 g4+ 37.hxg4 fxg4+
einen deutlichen materiellen 38.xg4 a3 39.f5 xa2 40.g4
Vorteil, doch fällt auf, daß er xb3 41.g5 a4 42.g6 a3 43.g7 a2
praktisch ohne den h8 44.g8? a1 45.d5 1/21/2.
auskommen muß. Dazu kommt
die Kraft des weißen Angriffs.
23.?g3 e2 24.xe2 ?xe2 Teilabspiel II:
Abtausch ist ganz im Sinne des 5.. e6
Nachziehenden.
25.f4 h6 26sg1 d7 27.xf6 Der c8 wird mehr oder weniger
gxf6 28.e4 xb2 29.xf6 d4+ ohne Grund eingesperrt.
30.f2 d1+ 31.f1 d4+ 32.f2
6.d3
?xf4 33.xd7+ e7 34.xf4 xd7
35.xf7+ ‘c8 36.e7 d8 In einer Partie Bolz - Prassas,
37.xe6 d1+ 38.f2 d2+ Ladenburg 1992, versuchte Weiß
39.e2 d4 40.a3 d7 41.e3 c4 unter Zugumstellung über 6.c4
42sd3 f4 43.g3 f6 44.e4 f3+ f6 7.?g5 (7.0-0!?, z.B. 7.. .bd7
45.e3 f6 46.e4 b6 47.f3 xf3 8.e1!? e7 9.d2 b6 1O.d3!?
48s‘xf3 e6 49.g4 e5 50.h4 a6 c7 11 .e5 ?d7 1 2.a4 ±‚ Peterson
51se3 a5 52.bxa5 bxa5 53.a4 c5 - Gebhardt, unter erheblicher
54.d3 f4 55.g5 hxg5 56.hxg5 Zugumstellung, Schweich 1990.)
xg5 57.c4 f6 14.1/2. 7.. .bd7 8.0-0 e7 9.h1 0-0

Partie Nr. 70
10.e1 zum Erfolg zu kommen.
Cordier - Roos
Es folgte 10...d5 11.xe7 xe7
Frankreich 1989
12.g5 g6 13.xf7 e7 14.?xe6
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3 xe6 15.xe6 f6 16.g5+ (Nach
exf3 5.xf3 f5 6.c4 e6 7.0-0 16.h6+ hat Weiß mindestens
f6 8.e5! g6 9.g5 e7 10s‘hl Dauerschach.) 16...xe6 17.xe6
±.
10.e2 d5 11.xe7 xe7 12.d2 Statt 7.. .bd7 sieht 7.. .e7
d7 13.xg6 hxg6 14.f3 7f6 natürlicher aus. Weiter kann
15.af1 ‚ Werl - Ahlberg, folgen 8.0-0 (8.d2 bd7 9.a4 b6
Wildbad 1993.
10...0-0 11.xg6 hxg6 12.xf6 10.b3 bd5 11.xd5 •exd5
xf6 13.?g4 d7 14.e4 ?c7 12.xf6 ?xf6 13.0-0 0-0 14.?f4
15.f3 fe8 16.af1 c5 17.b5!? e6 15.ae1 d7 =‚ Görnemann -
ed8 18.xd7 xd7 19.xf6 gxf6 Koch, Hauenstein 1991.) 8...O-0
(8. ..bd7 führte in die soeben
86
betrachtete Partie zurück.) 9.e1 von R. Schlenker, der darauf
(Das aus dem BDG bestens hinweist, daß der h-Bauer hier
bekannte Damenmanöver.) eher schwächlich ist, weil er in
9.. . b5? (Das Fragezeichen stammt verschiedenen Partiephasen
von R. Schlenker aus- dessen Gefahr läuft, Opfer eines
Analysen in Randspringer Nr. 73, Läufereinschlags auf h6 zu
1995). Er verweist darauf, daß im werden. Diese Aussage wird
BDG mit e6 und ebenfalls durch die o.g. Partie
eingeschlossenem Damenläufer Bekemann - Pieleck bestätigt.)
der weißfeldrige Läufer des 11.h4! (11.xf6?! gibt einen
Anziehenden besser auf d3 zu Großteil der Angriffschancen aus
postieren sei, daß die Qualität der der Hand, z.B. 11...xf6 12.e4
Variante jedoch ausreiche, ggf. e8 1 3.xb5.) 11.. .d5 (11... hxgs
auch den Tempoverlust c4-d3 in 12.xg5+-, denn 12...e8 mit der
Kauf zu nehmen. Idee 13.xf6 ?xf6 und Flucht über
In der Tat scheint das untersuchte e7 bzw. e8 scheitert an 1 3.h7+
Material die Auffassung R. f8 14.h5!) 12.xd5 xg5
Schlenkers eindeutig zu 13.xg5 xd5 (13...cxd5? oder
bestätigen. Sowohl von c4 als 13...exd5 14.h7+ h8 15.xf7+
auch von d3 aus wird der Läufer 13...xg5? 14.xg5 hxgs
zu einer „drückenden“ 15.e7+ +-.) 14.h7! d8 15.xf7!
dem „Rückzug“ Angriffsfigur. Nach xf7 (15...xd4+? 16.xd4 xd4
der weiße c4-d3 nimmt 17.f8 #.) 16.f1-f g8 17.e7 1-0
beträchtlich an Königsangriff noch Ruf - Gold inger, AP 1995.
Bedrohlich keit zu.
In einer Partie Bekemann - 6. f6
7.0-0 bd7
Pieleck, FP 1995/96, kam es zu
diesem Manöver nach 1 .e4 c6 8.e2 e7
9.e5 0-0
2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3 f6 5.?g5
exf3 6.xf3 e6 7.?c4 (Nun haben Weiß hat aufgrund seiner Initiative,
wir unter Zugumstellung unsere der schwarzen Entwicklungsprobleme
Ausgangsstellung erreicht.) und nicht zuletzt wegen
7...b4?! 8.0-0 e7?! 9.e1 0-0 der Chancen auf Königsangriff
10.d3 c5 11.h4 h6? 12.xh6! volle Kompensation für den
h7 (12...gxh6 13.xh6
13.xh7+ h8 (13...xh7 Bauern.
14.g5-f.) 14.g5 (Droht 15.g6-f!) Weiter kann folgen
14...xg5 15.xg5 xd4+ 16.xd4 10.f3 c5 11.h3xh7
xd7 13.xh7+ cxd4 12.xd7
14.h5 mit
cxd4 17.b5 und die Partie endete starkem Angriff, Wheatcroft -
1-0 im 30. Zug.).
10.d3 (Zur Orientierung: Nach Anglares, USA 1937.
9...b5?) 10...h6?! (Auch diese
Anmerkung stammt aus der Feder

87
Teilabspiel 1:11 All.

5... g4 6... e6
7.0-0
An dieser Stelle müssen wir
entsprechend der möglichen In Bekemann - Mary, FP 1995/96,
weißen Fortsetzungen eine versuchte Schwarz 7.. .d6 mit der
weitere Unterteilung vornehmen. Folge 8.?e1 ?xf3 9.xf3 f6
Das weitere Material behandeln 10.f4 (10.g4? xh2+.) 10...0-0
wir wie folgt: 11.d1 xf4 12.xf4 d7. Weiß
hat sich zum Preis eines Bauern
6c4 (A): Angriffschancen erarbeitet, doch
6e2 (B): bleibt Schwarz nicht ohne
6.e3 (C): Gegenspiel am Damenflügel.
6.h3. (D):
7... ‘f6
8.e3
(A)
6.c4 8.g5 e7 9.?d2 xf3 10.xf3
bd7 11 .e1 0-0 ±‚ Berg - Dary, U
Al.
101991.
6. .
7.e5! 8... d6
9.e1
7.xf7! ist ebenfalls gut, z.B.
7.. .xf7 8.e5+ e8 (8 Das aus dem BDG bestens
9.xg4 bd7 10-0-0 b6 1 1.h1 bekannte Manöver.
h5 12.e5 ±‚ Schausten - Altan
9. h6
Och, Hamburg 1995.) 9.xg4
10.?h4
bd7
Windt10.0-0
- Strobel,xg4 11.xg4 f6 ±‚ mit starkem Angriff, vgl. auch
AP 1989.
Partie Nr. 71, Bolz - Voit.
7... e6
(B)
7...xd1?8.xf7#.
6.e2
8.xe6 fxe6
9.0-0 bd7 Wieder sehr passiv gespielt.
10.f3 xe5 6.. f6
11.dxe5 7.0-0 e6
12.e3 xe5 e7
8.g5
1 3.ae1
Schwarz steht recht solide, iumal
mit starkem Angriff für die beiden das o.g. Manöver 9.?e1 an der
geopferten Bauern, Garais - Egle, Unterstützungsbedürftigkeit des
Cleveland 1960.
Bd4 scheitert. Vgl. auch Partie Nr.
72, Kloss - Krebs.
88
(C) Partien:
6.e3 f6 Partie Nr. 71
7.h3 Bolz - Voit

7.c4 führt in die „Randgewässer“ Ladenburg 1992


1.d4 d5 2.e4 c6 3.c3 dxe4 4.f3
des Teilabspiels III A.
7.d3 ist eine wichtige Alternative, exf3 5.xf3 g4 6.c4 e6 7.0-0
z.B. 7...bd7 (In einer Partie Kulig - f6 8.e3 d6 9.e1 h6 10.h4 0-
Barundsky,stand
USA 1990,nach
versucht8.xd5
e der 0xd5
11.xh6!9.0-0
? gxh6 Nun
12.?xh6droht
e7 Nachzi14.xf6.
ehende zu forsch 7.. .d5 13.g5
„labil“. Es folgte 9...xf3 10.xf3 13...f5 14.g4 ?xd4+?! 15.‘h1
g6?! 11.?e2 f5 12.c4 d6 13.c3 ?xg4 16.g1 xc2 17.xg4 xg4
d7 14.f4 ±.) 8.0-0 e5!? 9.e1! 18.?h4 e3 19.?g3 xc4
?xf3 10. xf3 e7 11. d 1 exd4 20.xe6+ g6 21.xf8 ±‘xf8
12.xd4 0-0 13.g3 und der weiße 22.?c7 d6 23.e1 f6 24.?xd6+
Angriff wiegt den Minusbauern g7 25.?c7 d4 26.?xb7 h5
mehr als auf, Glasscoe - Wilson, 27.h4 f3+ 28.±‘h2 f2 29.g1+
xg1+ 30.±‘xgl c5 31.?xf3 c6
USA 1978.).
Eine sichere Fortsetzung ist 32.g2+ sf6 33.xc6+ 1-0.
7...e6, z.B. 8.0-0 bd7 9.e1 e7 Partie Nr. 72
10.e5. Weiß hat das freiere und Kloss - Krebs
aktivere Spiel. Schwarz steht aber U15, Bad Dürkheim 1993
recht sicher und hat immerhin 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
einen Mehrbauern.
exf3 5.xf3 g4 6.e2 f6 7.0-0
.7 h5 e6 8.g5 e7 9.e1?
8.d3 e6 9.h3!? h5 10.e5 mit gewissen
9.0-0 d6 Aussichten auf Kompensation.
9... xf3 10.xf3 ?xd4+ 11.sh1
10.g5 ;t;. bd7 12.d1 ?b4 13.b3 ?a5
(D) 14.?d2 d8 15.?e1?
15.d3 war angebracht, hätte die
6.h3?! xf3
Partie jedoch auch nicht mehr zu
6.. .?h5 7.g4 ?g6 8.e5 und Weiß retten vermocht. Es waren einige
hat ein gefährliches Spiel für den Fehler nötig, um den Weißen
Minusbauern, Waldenmeyer - gänzlich auf die Verliererstraße
Zardus, Nassau 1992. geraten zu lassen. Der Rest der
Partie wird „pflichtgemäß“
7.?xf3 ?xd4 :F. dokumentiert, wenn auch ohne
Bitte vergleichen Sie hierzu auch Kommentare.
„Fundstück 2“ aus der Fundgrube 15...?xg5 16.g3 ?h4 17.?g1 c5
/Stöberkiste zu diesem Kapitel. 18.?f1 f8 19.?f3 ?b4 20.a4 ?b6

89
21 .c4 e5 22ixd8+ d8 8...d5 9.xd5 cxd5 10.xg6
23.f1 xc4 24.xc4 d2 25id3 hxg6 11.0-0 e7 12.c3 d7
e1 #0-1. 13.e3 b6 14.b3 d7 15.d2
0-0-0
15...c8!?
Abspiel 2 16.g5 xg5 17.xg5 df8 18if3
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3 c7 19.g3 f5?
f5 Die schwarze Stellung war
ohnehin alles andere als rosig,
nun ist aber der Grundstein zur
Niederlage zementiert. Besser
wäre wohl das ruhige 19...b8
gewesen.
20.exf6 gxf6 21ixf6 xf6
22.xf6 f8 23.e5 c6 24.f1
xf1+ 25.xf1 d7 26.g7 a6+
27.e2 c6 28.d3 s‘d8 29.h4
s‘e7 30.h6 e5 31.dxe5 c5

32.g5+s‘e83 .f3a6+34.e2ImFale ines päter nf6isteinxe2+35.s‘xe2e436.s‘d3xg5ÜberganginAbspiel5zuprüfen.37.hxg5s‘d738.s‘d4c639.a4DasAbspielistfürSchwarzspiel r


nicht gerade empfehlenswert,
b6 40.b4 1-0.

denn Weiß hat kaum Probleme,


Abspiei 3 ein druckreiches Spiel zu
entwickeln, z.B.
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
5.fxe4 Sg6 e3?!
6.f3 e6
7.d3 f6

und Weiß steht deutlich besser,


vgl. auch die Partie Nr. 73,
Lindenthal - Bartmann.

Partien:

Partie Nr.73
Lindenthal - Bartmann
Kehl 1989
5.xe3
1.d4 d5 2.e4 c6 3.c3 dxe4 4.f3
f5 5.fxe4 g6 6.f3 e6 7.d3 f6 5.c4 f6 (5.. .b6 6.b3) 6.xe3
8.e5 führt unter Zugumstellung zur
8.g5 e7 9.0-0 eS 1 0.dxe5 g4 Variante zurück.
1 1.xe7 xe7 12.e2 d7 =.
90
5... f6 Patien:
6.Sc4
Partie Nr. 74
6.ge2 ist ebenfalls gut spielbar, Schmaltz - Einwiller
vgl. Partie Nr. 74, Schmaltz - Kirchheim 1990
Einwiller. 1 .e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3

6... bd7 e3?! 5.xe3 f6 6.ge2 f5 7.g3


g6 8.d3 e6
6.. .f5 erlaubt die Anrempelung 8...d5 9.xd5 (9.f2 e6 10.0-0
7.g4 mit anschließendem führt unter Zugumstellung in die
„Stonewall-Überfall“, z.B. 7.. .g6 Partie zurück.) 9...cxd5 10.f4 xd3
8.h4 (Auch das ruhigere 8.ge2 ist 11.xd3.
vielversprechend, z.B. 8...e6 9.f4 9.0-0 d5 10.f2 f4 11.e4 d6
d6 10.h4 d5 11.xd5 exd5 12.ce2 d7 13.c4 f6 14.xf4
12.h5 f6 13.g2 g3+ 14.d2 c5 xf4 15.e1 d6 16.b3 xg3
15.c1 c6 16.xd5+-, Reuter - 17.hxg3 xe4 18.fxe4 g4 19.e5
Siemon, AP 1991.) 8...h6 9.h3 e7 20.d5 xf2
e6 10.f4 h7 11.g5 mit 20...exd5 21.cxd5 cxd5 22.xd5
verwickeltem, aber aussichtsreichem 0-0 23.c5 fd8 24.d6 und die
Spiel, Raoof - Hyde, Kent weiße Stellung ist vorzuziehen.
1984; - 21.d6! g5 22.‘xf2 0-0 23.e3
6.. .e6 7.ge2 1c7 8.d2 bd7 f5+ 24.f4 g6 25.sg1 f6
9.f4 d6 1 0.xd6 xd6 11 .e4 ‚ 26.ad1 c5 27.e3 b6 28.exf6
Förnemann - Schimmelpfennig, xf6 29.d7 d8 30.e5 f7
Mehlingen 1992. 31 .c7 e7 32.xa7 e5 33.c7
e6 34.e4 h6 35.a3 f6 36.b4
7.ge2 c6 37.xe5 xe5 38.xe5 f7

7.e2 ist ebenfalls gut spielbar, 39.bxc5 bxc5 40.ed5 c7 41 .f2


z.B. 7...b6 8.b3 g6 9.0-0-0 g7 a7 42.1 d3 a4 43.xc5 a7
10.h4bd5 11.xd5cxd5 12.g4±, 44.cd5 c7 45.c5 1-0.
Meyer - Hohlfeld, AP 1990. Partie Nr. 75
7... e6 Bertram - Fraas

8.0-0 e7 AP 1989

9.e1 etc. 1.e4 c6 2.c3 d5 3.d4 dxe4 4.f3


e3?! 5.xe3 f6 6.c4 bd7
Die weiße Stel lung ist 7.ge2 e6 8.0-0 e7 9.e1 c7
aussichtsreicher, vgl. Partie Nr. 9...0-0?
75, Bertram - Fraas. 10.f4b6 11.s1‘h1 xb2
Wie so oft in derartigen Stellungen,
wegen eines „schnöden“ Bauern
wird ein „Schlußstrich“ unter die
harmonische Entwicklung gezogen.

91
1 2.b3 0-0? 5.. .e6!?, um dem Gegner die
Nun wird die Dame sehr hübsch Diagonale a21g8 streitig zu
durch Verstopfen des vermeintlichen machen, ist beachtenswert, auch
Schlupflochs gefangen. wenn letztendlich in Partie N r. 77,
13.a3! +- xa3 14.a2 xa2 Längl - Hafner, Weiß die
15.xa2 b4 16.h4 b6 17.e4 Oberhand behielt.
a6 18.c4 e7 19.f2 c5 20.dxc5
6.c4
xc5 21.xc5 xc5 22.e3 ac8
23.c1 fd8 24.f4 a3 25.e1 Die Stellung ist nicht ganz klar.
xc4 26.xc4 xc4 27.a2 c3 Wie schnell der Nachziehende in
28.d2 c7 29.xa3 xd2 30.h3 Vorteil kommen kann, mußte
d5 31.d6 c8 32.xe6! h6 Weiß in der Partie Nr. 78,
33.d7 cc2 34.g5! 1-0. Wegerer - Boguslawski, zur
Kenntnis nehmen. In Partie Nr. 79,
Mattutis - Weiß, schlug das
Abspiel 4
Pendel jedoch zur anderen Seite
aus.
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
e5!? Neben dem Textzug sollte dem
Weißen auch noch 6.a3 eine
Prüfung wert sein.

Partien:

Partie Nr. 76
Schönborn - Haverkamp
AP 1988
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
eS!? 5.dxe5 xd1+ 6.xd1 exf3
5.e3 7.xf3 c5 8.e3 d7 9.c4 e7
10.0-0 0-0 11.e6 fxe6 12.xe6+
Stärker als 5.dxe5, wonach sich s‘h8 13.g5 xf1+ 14.s1‘xf1 xe3
das Spiel wie folgt entwickeln 15.xe3 e5 16.b3 h6 17.f7+
kann: 5...xd1+ 6.xd1 exf3 xf7 18.xf7 f5 19.s‘e2 g6
7.xf3 g4 (Zu 7.. .c5 5. Partie 20.xg6 xg6 21.d1 e8 22.d4
Nr. 76, Schönborn - Haverkamp.) e7 23.s‘d2 e5 24.g4 d7
8.f2 xf3 9.gxf3 d7 und 25.xd7 xd7 26.s‘d3 h5 27.e3
Schwarz dürfte die etwas g6 28.c4 b6 29.s‘e4 sg7 30.e5
besseren Endspielchancen haben, b8 31.s‘f4 f6 32.h4 c5 33.c4
Schönborn - Sandorf, AP 1988. a6 34.c6 b4 35.xb4 cxb4
5... b4!
36.a4 bxa3 37.bxa3 a6 38.a4 a5
39.g3 se6 40.sg5 ‘f7 41 .s‘h6 s‘f6
42.sh7 f7 1/21/2

92
Partie Nr.77 f4+ 18.s‘b1 c5 19.g3 h6
Längl - Hafner 20.c4 g4 21 .d6! h5 22.f1
Wien 1991 xa4 23.xc6 ac8 24.xc8 xc8
1.d4 d5 2.e4 c6 3.c3 dxe4 4.f3 25.e6! xf3 26ixf3 c5 27.e7
e5!? 5.e3 e6 6.fxe4 b4 7.f3 e8 28.xf7+ 1-0.
f6 8.d3 bd7 9.a3 exd4
10Axd4 xc3+ 11.bxc3 e7 12.0- Abpie!5,
0 0-0 13.h3 c5 14.f5 xf5 1 .e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
15.xf5 xe4 16.f3 df6?
16...ae8!?, z.B. 17.xe4 xe4
1 8.xe4 xe4 1 9.xc5 xc5
2O.xc5 fe8 mit Vorteil für
Schwarz.
1 7.e1 ae8 1 8.xc5 c7 1 9.xf8
b6+ 20.c5 xc5 21.xe8+ xe8
22.e3 b1+ 23.f1 1-0.

Partie Nr. 78
Wegerer - Boguslawski
1984
Im Falle eines späteren f5 ist ein 1.e4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
c6 2.d4
Übergang
5.e3 in Abspiel 2 zu prüfen. e5!? b4! 6.c4 d7!?
7.fxe4?! 5.fxe4 Sg4
7.dxe5 xc3+ 8.bxc3 1a5 00. 6.f3 Sh5
7...h4+ 8.f2 xe4+ 9Age2 7.h3 Sg6
xc3+ 1 0.bxc3 b6 11 .d3 xg2 8.d3 e6

12.g3 f6 13.h3 exd4 14.e2+ Weiß steht deutlich besser. Zum


e6 15.g1 d5 16.xd4 0-0-0
17.a4he8 18.s‘d1 g4 möglichen Fortgang vgl. die Partie
0-1 Nr. 80, Schmitt - Bolz.

Partie Nr.79 Partien:


Mattutis - Weiss
Partie Nr. 80

Eppingen 1988 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3 Schmitt - Bolz


e5!? 5.e3 b4! 6.c4 exd4 Eisenberg 1993 7.xd4 f6 8.a3 xc3+ 9.xc3 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 4.f3
e7 10.e2 0-0 11.0-0-0 b5
f6?! 5.fxe4

seine Schwarz sollte besser 5.c4 führt in das Abspiel 6.


11...e8 5...g4 6.f3 h5 7.h3 g6 8.d3 Entwicklung mit
e6 9.a3 bd7 10.e3 b6 11.b4
fortsetzen.

12.d3 e6 13.fxe4 a5 14Af3 b4 a5 12.0-0 axb4 13.axb4 xa1 15.xf6 xf6 16.a4 d7 17.e5 14.xa1 c7 15.a8+ b8 16.a1
xb4 1 7.f4 xa8 1 8.xa8+ s‘e7
93
19ixh8 xc3 20.e5 xd3 21.cxd3 Analog dem 4. Abspiel kann hier
h5 22.g5+ f6 23.exf6+ 4dxf6 6.e3!? m.E. besser gefallen,
24.xh7 f7 25.h8 g6 26.e3 auch wenn Beispiele einer
g3 27.e5+ f5 28.‘f2 1-0. praktischen Erprobung nicht
bekannt sind. Weiter kann folgen
Abspiel 6 6... exd4 7.xd4 xd4 8.xd4 exf3

1.e4 c6 9.xf3. Der Entwicklungsvorsprung,


der Raumvorteil und
2.d4 d5
3.c3 dxe4 das aktivere Spiel sind
4.c4 f6 ausreichende Kompensation für
den Minusbauern.
5.f3
6... xd1+
(1) 5...e5!? 7.xd1
(2) 5...f5.
Oder 7.xd1, z.B. 7...exf3 8.xf3
(1) 5...e5!?
d5 9.e3 c7?! 1O.g5 e6
5...e3?! führt zum Abspiel 3; 11.xe6 xe6 12.xe6 fxe6 ‚
5...exf3 6.xf3 f5 7.e5 e6 8.0-0 Reuter - Gierth, AP 1992.
führt zum Abspiel 1, Teilabspiel 1; 7... exf3
5.. .exf3 6.xf3 e6 führt zum
8.xf3 g4
Abspiel 1, Teilabspiel II; 5.. .exf3 9.e2 d7
6.xf3 g4 führt zum Abspiel 1, 10.f4 b6
Teilabspiel III A. 11.b3 e6
Allgemein:
1 2.xe6 fxe6
Suchen Sie bitte nach 5.. .exf3 mit
13.g5 d5
folgendem f5 in Abspiel 1,
Teilabspiel 1, nach 5.. .exf3 mit Dahlen-Botwinnik, Simultan,
folgendem e6 in Abspiel 1, Stockholm 1962.
Teilabspiel 2 und nach 5.. .exf3 mit
folgendem g4 in Abspiel 1,
Teilabspiel 3. (1) 5...f5

6.dxe5 6.fxe4

94
6.g4 g6 7.g5 d5 8.xe4 00. Abspiel 1: 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3
4.xe4 f6 dxe4 5.d3
6... xe4
xd4
7.f3

7.xf7+ mit der Idee 7...xf7 8.f3 Abspiel 2:dxe4


1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3
4.xe4 f6 5.d3
sieht gut aus, scheitert aber an 5.. .ixe4I5.. .bd7.
8.. .d6 nebst 9.g4 e6. Weiß kann
es nicht verhindern, mit einem
Minusbauern zurückzubleiben, hat Abspiel 1
dafür aber keine ausreichenden
Gegenwerte. 5... xd4

7...d6!

7.. .xd4 8.xf5 d6 (8.. .xc3??


9.c8+‘d8 1O.xf7+ +-) 9.xf7
xf7 1 O.f3 1d7 11 .e4 ‚ Ditrichs
- Fogel, USA 1961.

Abschnitt 2:

1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 Die Annahme des Gambits ist


4.xe4 f6 5.d3 riskant.

6.f3 d8

6.. .d5 ist ein Versuch, die Dame


nicht reumütig zum Ausgangsfeld
zurückkehren, zu lassen, sondern
entwickelt zu halten. Weiter kann
folgen 7.e2 g4 8.0-0 (8.eg5 e6
9.c4 xf3 1O.gxf3 1d6 11.d2
bd7 12.0-0-0 und das weiße
Spiel ist den Bauern wert,
Weiß bietet ein Gambitopfer auf Ageichenko - Bronstein, Moskau
d4 an, dessen Annahme durch 1967.) 8...e6 9.h3 h5 1O.d1
folgenden Angriff auf die Dame (10.hxg4 ist nicht ohne Risiko,
des Nachziehenden Entwicklungsvorsprung auch wenn nach 10.. .hxg4 11 .fg5
und Initiative verspricht. unmittelbare Drohungen nicht
ersichtlich sind. M.E. aber ist die
Die weitere Betrachtung erfolgt in weiße Stellung sicher genug,
den Abspielen dieses Risiko einzugehen.)
10...xf3 11.xf3 bd7 12.c4 1a5

95
(12...f5?? 13.d6+) 13.d2 ±‚ g4 18.xg4 hxg4 19.hd1 e7
Tawbeh - Martinez, Dubai 1986. 2O.d7 xh4 21.xb7 h5 22.g3
g5 23.xg5 xg5 24.h1 1-0.
7.e2

7.eg5 e6 8.0-0 d6 9.b3?! h& Abspiel 2


10.e4 xe4 11.xe4 e7 12.e2
d7 13.e3 c7 ‚ Behn - Anic, (1) 5...xe4
Metz 1994. 5.Jbd7 (2)
7... xe4 (1)
7.. .f5 führt zum Kapitel 9 (ECO B - 5... xe4
18); 7...e6 8.xf6 gxf6 9.d2 d7
10.0-0-0 c7 11 .he1 ±‚ Moran -
Rico, Gijon 1953.
8.xe4

8.xe4 d7 9.0-0 g6!?


(9...c5?! 10.d1c7 11 .e5
xe4 [11...d7? 12.xf7! ±.]
12.xe4 e6 13.f4 ± und. der

weiße Angriff wiegt den Schwarz lehnt den angebotenen


Minusbauern mehr als auf,
Aljechin - Winter, Hastings
Gambitbauern ab.
1936/37.). 6.xe4 d7

8... d7 6.. .f5? 7.xf5 a5+ 8.c3 xf5


9.h4! ± 9.b3! mit Vorteil für Weiß

Zum weiteren Fortgang vgl. Partie8.d2


(Neistadt); 6.. .e5
xe5 9.e2 e67.dxe5
1 0.c3a5+
c7
Nr. 81, Zelcic - Zeitlin.
±‚ Mark - Mastin, USA 1990.
7.f3 f6
Partien:
8.d3 Sg4
Partie Nr.81 9.c3 e6

Zelcic - Zeitlin
mit etwa gleichen Aussichten.
Belgrad 1988
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 (2)
4.xe4 f6 5.d3 xd4 6.f3 d8 5... bd7
7.e2 xe4 8.xe4 d7 9.h4
e5 1O.xe5 a5+ 11.c3 xe5+
12.e3 f5 13.0-0-0 e6 14.xf5
xf5 15.g3 c8 16.d2 h5 17.h4

96
Teilabspiel III. 7.h3 xf3 8.xf3
xd4 1 (8...e6 9.0-0-0!), Pape -
Leisebein, FP 1 989.

Fundstück 3:
1.e4 g6 2.d4 c6 3.c3 d5 4.e5 h5
5.d3 h6 6.ge2 f5 7.xf5 xf5
8.e6. Die Annahme des „Opfers“,
womöglich verbunden mit dem
Versuch, den Mehrbauern zu
6.g5 e6
verteidigen, kommt einer
7.1f3 h6
positionellen Bankrotterklärung
8.xe6 fxe6
gleich. Besser ist 8.. .g7 Brasch -
9.g6+ e7
Lodes, BL 1988/89.
10.0-0 b6
11.e5, Fundstück 4:
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
Dyke - Pinto, New York 1989. 4.xe4 f6 5.g3 h5 6.h4 g4
Der kräftige Angriff wiegt den (u.U. 7.e2 e6 8.xg4 xg4 9.f4 1b6
auch nur vorübergehenden) 1 0.f3. Nimmt der Nachziehende
materiellen Nachteil mehr als auf. den angebotenen Bauern mit
Als ein Unterpfand des weißen 10...xb2 an, so kommt Weiß
Spiels ist m.E. der Zug g6-h5 zu über 11.0-0 zu hervorragendem
sehen. Angriffsspiel, von Holzhausen -
Tartakower, Dresden 1926.

FundgrubelStöberkiste Fundstück 5:
1.e4 g6 2.d4 g7 3.c3 c6 4.e3
Fundstück 1: d5 5.e5 1b6 6.d2 xb2. Schwarz
1.e4 c6 2.c3 g6 3.d4 d5 4.e3 hat aufgrund der Annahme des
g7 5.f3 b6 6.d2. Weiß bietet Gambits zwar einen Mehrbauern,
das typische Bauernopfer auf b2 sieht sich jedoch Angriffen auf die
an, um bei Annahme eigene Dame gegenüber, die dem
Entwicklungsvorsprung und Gegner die Entwicklung unter
aktives Spiel als Ersatz für den Tempogewinn erlaubt, Reenish -
Minusbauern zu erhalten, Baklan, Szeged, U16, 1994.
Sirringhaus - Cmiel ‚1989.
Fundstück 6:
Fundstück 2: ‘1.e4 g6 2.d4 g7 3.c3 c6 4.e3
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 d5 5.d2 f6 6.e5 g4 7.f4 h5
4.f4?! f6 5.f3 exf3 6.xf3 g4. 8.f3 d7 9.e6. Weiß bietet ein
Die Stellung ähnelt jenen des Bauernopfer an, das einerseits
betrachteten Milner-Barry-Gambits, den Gegner hemmen soll,
vgl. Abschnitt 1, Abspiel 1, andererseits zu einer Öffnung vän
97
und -diagonalen Angriffslinien Die Motive für das Bauernopfer
Regan, Oakham führt, Kogan - sind die gleichen, wie in
1990. Fundstück 6, Swan - Martin,
Hinzuweisen ist auf die Ähnlichkeit Edinburgh 1988.
zu Stellungsbildern, die im Kapitel Hinzuweisen ist erneut auf die
3, Abschnitt 4 zu ECO B12 Ähnlichkeit zu Stellungsbildern,
betrachtet worden sind. die im Kapitel 3, Abschnitt 4 zu
ECO B12 betrachtet worden sind.
Fundstück 7:
1.e4 g6 2.d4 c6 3.c3 d5 4.e5 h5
5.f4 h6 6.e3 b5 7.9d2 d7 8.e6.

98
Kapitel 7
Im siebten Kapitel beschäftigen machen, entsprechen einander in
wir uns mit Abspielen, die dem etwa, vor allem in Abspielen, in
ECO-Schlüssel B16 zugeordnet denen der Nachziehende mit
sind. alsbaldigem g7 fortsetzt.
Das behandelte Material ist wie
folgt klassifiziert: Abschnitt 1:

1 .e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 Mit


4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6
1 .e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
Die unter dem ECO-Schlüssel 4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6 6.c3 f5
B16 entstehenden Stellungen 7.f3 d7 8.f4 b6 9.d3!
weisen markante Merkmale auf,
die - wegen der sonstigen bietet Weiß auf b2 dem Nach-
Möglichkeiten, nach Vorteil zu ziehenden unser thematisches
streben - die Anstrengungen Bauernopfer an.
beider Kontrahenten nicht gerade
in Gambit-Abspiele lenken.
5.. .gxf6 wurde ursprünglich von A.
Nimzowitsch propagiert, in der
Folge vor allem von Bronstein und
Larsen gern angewendet.
Heutzutage haben u.a. Hickl,
Ivantschuk, Miles, Seirawan und
Zeitlin die Fortsetzung in ihrem
Repertoire.
Die geschwächte, in drei Gruppen
9... xd3
geteilte Bauernstellung des Nachziehenden
und die Bauernmehrheit 10.xd3 xb2

am Damenflügel lenken die 10. . .0-0-0

Angrif sbemühungen des Weißen, angebotene ignoriert das wobei diese Stel ungsmerkmale möchte die Opfer. Schwarz
bereits gewis e Chancen für ein halten und b-Linie geschlos en späteres Endspiel eröf nen. Schwarz „Eskapaden vor irgendwelchen
hingegen freut sich - vor allem nach Entwicklung fortsetzen. Zum
seiner Dame“ die

vorheriger eigener 0-0-0 - über möglichen Fortgang vgl. Partie Nr.


Perspektiven in der halboffenen gLinie 82, Sponheim - Krüger.
und über die Überwindung der
Entwicklungsschwierigkeiten. Die 11.0-0

beiderseitigen Möglichkeiten, Einfluß 11.b1 xa2 12.xb7 Se6! 13.e3


auf das Zentrum geltend zu h6oder13...a5=.
99
11... 27.a2 h5 28.d2 9a5 29.xd8+
12.fb1 b6 xd8 30.9d3!

12.. a6 13.c4! (Oder lt. Tiemann Ein schönes Motiv, das die 13.f4.) 13.. b6 14.d2 e6 15.a4 Schwäche der schwarzen Grundreihe
eindrucksvoll demaskiert.
30...h8 31.9f3+ 1-0.
13.c7
Parbe Nr. 83

Der Rückgewinn des Bauern soll Karpov - Miles


eine gewisse Klärung der Fronten Oslo 1984
zugunsten des Weißen 1.e4 c6 2.d4 d5 3.d2 dxe4
herbeiführen. Eine andere gute 4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6 6.c3 f5
Möglichkeit ist 13.b3, z.B. 7.f3 d7 8.f4 9b6 9.d3! xd3
13...19a5 (13...a6 14.xa6!? bxa6 10.xd3 xb2 11.0-0 a3!
15.c7c4 16.b1 ±.) 14.c4. 12.fb1 b6 13.c7 h6! 14.xb6
axb6 15.xb6 a7 16.ab1 0-0
13... h6!
17.xb7 xa2 18.g3 e6 19.s‘g2

Schwarz ist gut beraten, wenn er a3 Nach Tiemann hätte Schwarz mit
konsequent seine Entwicklung 19...xb7 2O.xb7 d5
vorantreibt.
ausgleichen können.
1 4.xb6 axb6 20.d7
15xb6 a7 . d5 wäre überaus unangenehm
für den Anziehenden.
20...e3 Zum möglichen Fortgang vgl.
Partie Nr. 83, Karpov - Miles. 2O...xc3 21.xc3 xb1 22.xc6
läßt Schwarz mit erheblichen
Schwächen zurück.
Partien:
21if1 h6 22.e1 b3 23.d5!
Partie Nr. 82 exd5
Sponheim - Krüger 23.. .cxd5 24.xe6! xc3 25.xc3
AP 1988 xc3 26.xf6 ± (Keene/Taulbut);
1.e4 c6 2.d4 d5 3.d2 dxe4 23.. .xc3 24.xc3 xc3 usw. ist
4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6 6.c3 f5 ebenfalls schwächer.
7.f3 d7 8.f4 b6 9.d3! xd3 24.f5 xc3 25.ee7 d3 26.xf6
10.xd3 0-0-0 11.b4 g7 12.0-0 g6 27.xg6+ hxg6 28.e5 g5
e5 13.e3 c7 14.b5 c5 15.a4 29.xf7 xf7 30.xf7 f6 31 .h6+
b8 16.a5 exd4 17.cxd4 e5 h8 32.d6 g7 33.f7+ g8
18.f5 cxd4 19.xd4 d7 20.b1 34.g5 a8 35.xc6 d4 36.xg6
hg8 21.c6+! h8 37.d6 e8 38.f3 1-0.
Leitet den „Sturmangriff ein!
21 ...xc6 22.bxc6 xc6 23.f4+
sa8 24.a6 b6 25.c1 d5 26.g3 f5

100
Abschnitt 2:
Partien:
Aussichtsreich ist auch ein
Partie Nr. 84 Gambit, das über die folgenden
einleitenden Züge entsteht: Matevinsky - Alexanjants
UdSSR 1979
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6 6.f3 f5 4.xe4 f6 5.xf6+ qxf6 6.f3 f5
7.f4 b6 8.d3. 7.f4 b6 8.d3 d7 9.0-0 xd3
10.xd3 0-0-0 11.c4 e6
11...e5?!, z.B. 12.c5 a5 13.d2
+.

12.ab1 g7 13.b4 e5 14.c3


xf3+ 15.xf3 xd4
15...f5!?
16.b5 c5 17.b6 a6 18.fd1 xc4
Die Dame war nicht zu retten, die
Partie somit auf jeden Fall
verloren. Das um den schwarzen

König gesponnene Netz enthält Das gleiche Motiv wie in dem im


kein Schlupfloch! Abschnitt 1 beschriebenen
19.c6+! 1-0.
„Schwestern-Gambit“.
8...
xd F ii n dg ru belStöberkiste
Fundstück 1: Zu 8.. .d7 vgl. Partie Nr. 84,
1.e4 c6 2.d4 d5 3.d2 dxe4
Matevinsky - Alexanjants.
4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6 6.c3 f5
9.xd3 xb2? 7.f3 e6 8.d3 g6 9.h4 g8
10.xg6 xg6 11.e2. Weiß bietet Schwarz täte besser daran, die
ein aussichtsreiches Bauernopfer Finger vom Bauern auf b2 zu
auf g2 an. Die Annahme ist recht lassen und statt dessen seine
gefährlich, z.B. 11...xg2 12.e3
Entwicklung voranzutreiben. d5 13.c4 e4 14.0-0-0 und das
10.0-0 b6 den Spiel wiegt weiße
auf. nachteil mehr als Material
Anders als im Abschnitt 1 kann Weiter kann folgen 14.
xe2 xe3 16.fxe3 der Nachziehende nun nicht zu 15.d2
a3 greifen. Jukic - d7 18.dg1 ‚ 1 7.xe4
Sehner, 2. BL 1992.
11.fb1 ±.

101
Fundstück 2: Fundstück 3:
1.e4 c6 2.d4 d5 3.d2 dxe4 1.e4 c6 2.d4 d5 3.d2 dxe4
4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6 6.c3 e5 4.xe4 f6 5.xf6+ gxf6 6.d3. In
7.c4 exd4 8.9b3. Weiß gibt einen anderen Kapiteln als durchaus
Bauern für heftigen Angriff, z.B. aussichtsreich dargestellt, ist das
8...e7+ 9.e2 b5 1O.d3 e6 Bauernopfer hier doch recht
11 .c2 ±‚ Nimzowitsch. u n motiviert.

102
Kapitel 8
Im achten Kapitel beschäftigen wir
uns mit Abspielen, die dem ECOSchlüssel
B17 zugeordnet sind.
Das behandelte Material ist wie
folgt klassifiziert:
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
4.xe4 d7

Die Fortsetzung 4.. .d7 gehört


auch in unseren Tagen zu den Nach 8.d3 oder 8.b3 bietet
beliebtesten Alternativen des Weiß scheinbar einen Zentral-
Schwarzen. Ursprünglich hatte bauern als Opfer an. Es handelt
auch für diesen Zug A. sich jedoch lediglich um ein
Nimzowitsch „die Patenschaft Pseudogambit, da der Bauer in
übernommen“. beiden Fällen nicht straflos
4.. .d7 dient der Durchsetzung „gefressen“ werden darf.
von g8-f6, ohne daß Schwarz Man vergleiche:
Gefahr läuft, auf eine
„ramponierte“ Bauernstellung (1) 8.d3 xd4? 9.1f3 d5
schauen zu müssen.
Ein Eldorado weißer Gambitfortsetzungen
11 .f1(9...d8 1O.e5!)
(11 .‘exf7 xh11O.e5! xg2
+ 1 2.d2
tut sich in diesem g8 13.xe6 xf7 14.d8 #‚ Wall -
System nicht gerade auf, was aber Martinez, Okinawa 1972.) 11 . . .e7
nicht heißt, daß sich nicht auch 12.ef3! g4 (Erzwungen!)
hier z.T. sehr scharfe 13.xf7 ±‚ Arnason - Helmers,
Verwicklungen ergeben können. Reykjavik 1982.
Kurz eingehen wollen wir aUf die (2) 8.b3 xd4? 9.gf3 d5
Zugfolge (9...d8 1O.e5!; 9...g4, um den
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 f3 zu fesseln, kann gut mit 1O.h3
4.xe4 d7 5.c4 ‘cif6 6.g5 e6 beantwortet werden. Auf 1O...h5
7.e2 b6 8.2d3I8.b3. folgt 11.g1 nebst g4, Dahlin -
Karif, USA 1974; 9...b4+ 1O.c3
Diagramm nach 7.. xc3+ 11 .f1 (Wall); 9..
1O.d2 b5 11.c4 f5 12.e5 ±‚
Sponheim - Werbeck, 2. BL
1988.) 1O.e5!.
Die im Falle der folgerichtigen
Ablehnung entstehenden Fortsetzungen
werden kurz - auch

103
wenn diese nicht unseren thematischen 12.. .d5 war 12.. .d7 erfolgt.).
Vorgaben entsprechen - Dort wählte Weiß nun 14.h4, was
anhand der beiden Partien Nr. 85, 15.g5 droht und somit den
Schwierzy - Winkelmann, zu 8.d3 eigenen Anspruch auf Initiative
und Nr. 86, Lüüs - Glinzk, zu 8.b3 unterstreicht, und 8...e7 9.1f3
beleuchtet, damit interessierten h6 10.e4 xe4 11.xe4 . Nach
Lesern zumindest in groben Zügen bald igem c2-c4 hat Weiß über den
eine eigene Einschätzung Raumvorteil das freiere Spiel und
erleichtert wird. Im übrigen verweise die Initiative.) 9.5f3 c5 (Die
ich auf die in großem Umfang zur schnellste Methode, um sich
Verfügung stehende „allgemeine“ Gegenspiel zu erkämpfen. Die
Eröffnu ngstheorie. Alternativen sind schwächer, z.B.
9.. .e7 1 0.d2 bd5 11.0-0-0 und
Partie Nr. 85
Weiß kann sowohl auf baldiges
Schwierzy - Winkelmann
FP 1988/89
g2-g4 mit Angriff am Königsflügel
1.e4 c6 2.d4 d5 3.d2 dxe4 als auch auf c2-c4 setzen, falls
4.xe4 d7 5.c4 gf6 6.g5 e6 zuvorAngelpunkt
mittels a2-a3 der Dreh- und
b4 in Besitz
7.e2 b6 8.d3
genommen worden ist, oder
9...bd5 10.a3 b5 11.e5 b7
12.d2 c7 13.f4! ±‚ de Firmian -
Hort, Tunis 1985.) 1O.e3 (Hier ist
10.dxc5 üblich und wohl auch am
besten, wonach neben 10...xc5
mit der möglichen Folge 11 .e5
bd7 12.gf3 xe5 13.xe5 0-0
14.d2 d5!? auch 10...bd7
gespielt wird, was mit 11 .b4 am
schärfsten beantwortet wird.)
8...h6 (Wenig überzeugend sind 1O...a6!? (10...bd5 und 10...c7
neben dem bereits als schwach siid schwächere Alternativen.)
beschriebenen 8.. .xd4? auch 11.c3 (Auf 11.0-0-0 reißt Schwarz
8...c5, z.B. 9.dxc5 xc5 10.1f3 nach 11...c4!? 12.xc4 xc4
h6 (1O...c7 11.b5+ d7 1 3.xc4 b5 mit einem Bauernopfer
12.xd7+ ibxd7 13.ixf7! ±‚ die Initiative an sich und darf auf
Bednarski - Cholmov, Polen 1977.) Kompensation durch Angriff am
11.e4 xe4 12.xe4 d5 13.0-0, Damenflügel hoffen.) 11...bd5
Matulovic - Donner, Palma de 12.e5 xe3 13.fxe3 d6 (Der
Mallorca 1967, und nun 13...f6!? Rest ist für uns von geringerem
. Unter einer anderen Zugfolge Interesse und wird deshalb nur
wurde diese Stellung auch in einer noch dokumentarisch dargestellt.)
Partie Tschudinski - Meschkow, 14.gf3 0-0 15.0-0-0 c7 16.g4
UdSSR 1980, erreicht (Statt b5 17.hg1 d5 18.b1 b7
104
19.g5 hxg5 20.xg5 f6 21.g4 8.. .e7 unter dauerhaftem
xg4 22.xg4 fe8 23.h7+ f8 Verzicht auf . . . h6 ist zu verhalten,
24.xf7 1-0. z.B. 9.1f3 0-0 10.0-0 bd5 1 1.c4

Partie Nr.86
±‚ Novak - Kausek, Prag 1954;
Lüüs - Glinzk
8.. .c5 wird hier gut mit 9.e3
FP 1990/91
beantwortet.) 9.5f3 a5 (auch hier
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 ist auf 9...c5 10.e3 oder 10.dxc5
4.xe4 d7 5.c4 gf6 6.g5 e6 gut.10.Jxc5
Nach 10.dxc5 kann z.B.
11.e5 0-0 12.gf3
7.e2 b6 8.b3
bd7 13.d2 xe5 14.xe5 c7 ‚
Diaz - Dlugy, Havanna 1985, oder
auch 10...bd7 folgen.
In Tal - Benkö, Amsterdam 1964,
folgte 9...e7 1O.h3 c5 11.e3
d5 12.0-0-0 xe3 13.fxe3 mit
deutlichem Vorteil für den
Anziehenden.) 10.a3! (10.a4 und
auch hier 10.c3 sind die
Hauptalternativen.) 1 0...a4 11 .a2
c5 12.c3! (Allgemein wird dieser
8...h6 (Der Springer soll Fortsetzung der Vorzug vor
umgehend zurückgetrieben 12.e3 und 12.dxc5 gegeben,
werden. Nicht unüblich ist auch auch wenn sich Weiß „ein paar
8.. .a5, um den b3 gleich ein ordentliche Löcher‘ am
wenig „zu verunsichern“. Weiter Damenflügel einhandelt.) 12...e7
kann folgen 9.c3 (9.a3 ist wohl 13.dxc5 bd7 14.d4 xc5 (Bis
etwas konsequenter, denn der zum 14. Zug von Weiß folgte das
Rückzug des Läufers von c4 auf Spiel einer Partie Cabrilo -
b3 statt auf d3 erfolgte nicht Spiridonov, Varna 1983, in der
zuletzt, um die Diagonale a2Jg8 Schwarz mit 14...xc5 fortsetzte.
besetzt zu halten und einen Mit dem Textzug konzentriert sich
baldigen Königsan griff zu Schwarz auf die bereits
unterstützen. Nach 9... a4 10.a2 angesprochenen weißfeldrigen
c5!? 11.dxc5 xc5 12.i1f3 e7 Schwächen des Anziehenden am
13.0-0 0-0 14.ie5 h6 15.gf3 Damenflügel. Auch hier ist der
ibd7 ist ein nennenswerter weißer weitere Verlauf für uns weniger
Vorteil jedoch nicht ersichtlich.) interessant, weshalb ich meinen
9...a4 10.c2 a3!? 11.b3 bd5 „Dokumentationspflichten“ nur
12.d5d2 d6±‚13.Kasparow
1f3 f4 14.f1 h6 noch in Kur- zSpeelman,
form nachkomme.) 15.e4b8
xe4 16.18.e3
xe4 0-0 17.g3b615.gf319.ad1
0-0 16.0-0 d6 17.e7b5
Linares 1992; 20.b1 b7 21.d4 fd7 22.fe1
e8 23.c4 e5 24.f5 e4 25.e3

105
c6 26.c3? e5 27.xe5 xe5 1O.c2 9b6 11.0-0 xd4 1 2.cxd4
28.e2 ad8 29.ed2 xd2 d6 13.h5 xh5 14.xh5 xd4,
30.xd2 xc3 31 .xc3 e5 Andre - Bücker, P., 2. BL 1988.
32.g4 f5 33.e2 f4 34.d4 g5 Schwarz hat einen Bauern mehr,
35.d6 b7 36.d5 e3 37.fxe3 sieht sich aber nach 15.d1
fxe3 38.d4! f5 39.f4 b1+ verschiedenen Attacken gegen-
40.f1 xb2? 41 .g6! e6 über und gerät so in Sachen
42.f7+ h8 43.d3 xd3 Entwicklung und freiem Spiel
44.xe6 1-0. deutlich ins Hintertreffen.

Fundstück 2:
FundgrubelStöberkiste 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4

Fundstück 1:
4.xe4 d7 5.g5 df6 6.d3 g4
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 (6...xd4?! 7.xf7!).
4.xe4 d7 5.f3 gf6 6.g3 e6
7.d3 c5 8.c3 cxd4 9.xd4 c5

106
Kapitel 9
Im neunten Kapitel beschäftigen 6.f4!? f6 7.f2 (7.ixf6 ist
wir uns mit Abspielen, die dem vorzuziehen, z.B. 7.. .xf6 8.xf5
ECO-Schlüssel B1 8 zugeordnet xf5 9.ie2 =.) 7.. .xd3
sind. (7.. .xd4!?) 8.xd3 d5 9.f3
[9.ie2!?] 9..d7 10.0-0 d6
Das behandelte Material ist wie
11 .g3 (1 1.ie5! f6 12.ie4! .)
folgt klassifiziert:
11...e7 12.c4 5f6, etwa =‚
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 Biedinger - Metzger, Eisenberg
1993.
4.xe4 f5 5.g3
5.c5) 5...g6 (5.f3,
6.h4 (6.f3,5d3,
6.c4,Zöge Weiß 6.f3?! (statt 6.if3),
6.f4, 6.h3, 6.1e2) 6...h6 7.f4 so hätten wir eine Stellung aus
(7.h3, 7.d3). Fundstück 1 dieses Kapitels auf
dem Brett.
Nach den einleitenden Zügen 6. . .d7 (Zur Orientierung: Nach
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 6.if3) 7.0-0
4.xe4 f5 5.d3
7.f4 xe4 8.xe4 gf6 9.d3
e7 10.0-0 . (Nach l0.e2 a5+
finden wir das Tarrasch-Gambit
1 1.c3 id5 12.g3 ixc3!?
auf dem Brett. bestimmt Schwarz zumindest
vorübergehend den weiteren
Fortgang, Basener - van Parreren,
München 1992.)
7.. .xe4 8.xe4 gf6 9.d3 d6
10.e2 und nach Bagirow in ECO
ist das Spiel wegen des
Läuferpaars einzuschätzen.
5.. .g6 aus der Partie des
Computers BLX gegen H. Mayer,
Los Angeles 1991, kann m.E. nur
5... xd4 den tieferen Sinn haben, die

5.. .xe4 6.xe4 f6 7.d3 xd4 Maschine aus ihrerzu


Eröffnungsbibliothek
locken. Dort folgte
kommt nur
Zugumstellungscharakter 6.f3 d7 7.0-0 c7 8.e3 gf6
zu.

Mit dem dauerhaften Verzicht auf 9.eg5 e6 10.c4 e7 11.xg6


xd4 und damit der Ablehnung hxg6
Zu 5..12.c2.
.d7 ist der „niedliche“
des Gambits kann Schwarz in der Kurzschluß 6.e2 gf6?? 7.d6 #
Regel nicht allzuviel Hoffnungen aus Duffy - Burg, USA 1973
verbinden, z.B. bekannt. Weiß spielt aber besser
5...e66.f3
6.f3 (6.if3 igf6 7.ixf6 ixf6
8.xf5 a5+ 9.c3 xf5 =.) 6.. .e6
107
7.e2 wegen des etwas freieren, 9. . . e6 vgl. Partie Nr. 88, Meszaros
aktiveren Spiels. - Brunner.) 10.xe4 e6 11.g5
e7 12.ad1 c7 1 3.fe1 0-0
6.f3
14.f4 a5 15.e5 .
6.f3 xe4 7.xe4 f6 8.d3 ‚ 8.d2
Seedorif - Loebel, Bargteheide
1989. 8.ixf6+ gxf6 9.xf5 a5+ 10.d2
6.e3 d8 7.f3 xe4 8.xe4 xf5 11.0-0-0 id7 (11... e6? [Soll
(8.xe4!?) 8.. .f6 9.h4 (9.c4!?) unter Bewahrung des Mehrbauern
9...e6 1O.f3 d5 =‚ Papp - den Damentausch erzwingen.]
Varnusz, Budapest 1977 12.d3! xa2? 13.d8+! +-‚ da
13.. .xd8 14.a5+ folgt, Koltanowski
6... d8
- Dunkelblum, Antwerpen 1923.
Schon 5. Tarrasch wies daraüf Erstaunlichetweise wird die
hin, daß Weiß mit mindestens drei Stellung ab 8.ixf6+ auch in einer
Tempi für den geopferten Bauern Partie S. Tarraschs gegen einen
nicht mehr bekannten Gegner im
ausreichenden Ersatz besitzt. 6.. .d5 7.e2 f6 (7... e6?! 8.ih4 Jahre 1931 erreicht, wobei die
g6 9.ixg6 hxg6 1Off4 .) 8.c4 Partie exakt den gleichen
Fortgang nimmt!) •12.e3 a5
d8 9.0-0 lt. ECO.
13.c4 e6 T, Fajarowicz - Blümich,
7.e2 1930.

7.0-0 e6 8.b3 f6?! (8...e7 oder 8.0-0 xe4 9.xe4 führt zur
8. . . xe4 sind eher vertrauenetweckend.) Anmerkung nach 7.. .f6 (Dort
9.xf6+ xf6? nach 7.. .xe4 8.xe4 .).
10.g5! g6 11.xf5 1-0, Reilly - 8. 2xe4
Tavel, USA 1980. Die 9.xe4 xe4

Mattdrohung auf d8 führt zu Zu möglichen Folgen von 9...e6


furchtbarem Materialverlust.
vgl. Partie Nr. 89, Bottema -
7... f6 Peelen, zu 9.. .bd7 vgl. Partie Nr.
7.. .e6 8.f4 d7 9.0-0-0 ± lt. ECO; 90, Stetson - Wharton.
z.B. 9...gf6 (Zu 9...a5 vgl. Partie 1O.xe4 d7

Nr. 87, Webster - Foelker.) 10...e6?! 11.0-0-0 mit der Idee


10.xf6+ xf6 11.g5 g6 12.xf5 11...d5‘12.g5! f5 13.xd5-‘--
‘xf5 13.d2 d5 14.f4 ±‚ 1O:..d5!? lt. ECO.
Varnusz
7.. .xe4 8.xe4 f6 9.0-0 (9.d2 11.0-0-0 (Urteil nach ECO).
führt in den Text zurück; 9.d3 e6
10.0-0 d6 11.g5 ibd7 12.ad1
e7 ‚ Csizmadia - Grund, U14,
Szombathely 1993.) 9.. .xe4 (Zu

108
Partien: ae8 20.c4 ‘h8 21 .xb7 f5
22.c5 f6 23.xe7 xe7 24.d1
Partie Nr.87 e8 25Ad3 h6 0-1.
Webster - Foelker
USA 1965 Partie Nr. 89
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 Bottema - Peelen
4Axe4 f5 5.d3 e6 6.e2 xd4 Dieren 1988
7.f3 d8 8.f4 d7 9.0-0-0 a5 1.e4 c6 2.d4 d5 3.d2 dxe4
10.d6+ xd6 11.xd6 xd3 4Axe4 f5 5.d3 xd4 6.f3 d8
12.xd3 xa2 13.a3 d5 14.d1 7.e2 xe4 8.xe4 f6 9.d2 e6
f5 10.0-0-0 bd7 11.c3 c7 12.b1
14...h5 15.g4 g6 (15...xg4?! e7 13Ae5 xe4 14.xe4 f6
16.g1!) 16.g5!? 15.e2 0-0 16.d3 d5 17.d2
15.d4 g5+ 16.f4 h6 17.h3 d6 18Ag4 b5 19.h3 f5
f6 18.e3 h6 20.xe6+ f7 21 .f3 ‘h8 22.a5
18.. .0-0-0? 19.xc6! +-. xa5 23.xd6 d8 24.c5 e7
1 9Axe6 f5 20Axg7+ d8 25.e3 d2 0-1.
21e8+ 1-0. Die Aufgabe erscheint doch als
reichlich verfrüht. Das einfache
Partie Nr. 88 25.. .a3 verspricht noch ordentliche
Meszaros - Brunner Gegenwehr.
Kecskemet 1993
1.d4 d5 2.e4 c6 3.d2 dxe4 Partie Nr. 90
4Axe4 f5 5.d3 xd4 6.f3 d8 Stetson - Wharton
7.e2 f6 8.0-0 xe4 9.xe4 e6 USA 1978
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
10.b3
Der Auftakt zu einer eher 4Axe4 f5 5.d3 xd4 6.f3 d8
suspekten Operation. Der c1 soll 7.e2 xe4 8.xe4 f6 9.d2
nach b2 entwickelt werden, wäre bd7 10.0-0-0 c7 11.f5 h6?!
aber wohl auf der Diagonale cl/h6 12.he1 0-0-0? 13.e5! e6
Die Partie ist ohnehin „gelaufen“.
besser aufgehoben.
14.xf7 exf5 15Axh8 g5 16.f7
10...bd7 11.b2 c7 12.g5?
Weiß hätte 12.ad1 versuchen 1-0. Auf 16...e8 folgt natürlich
sollen. Nach z.B. 12...d8 13.c4 17.xe8+ xe8 18.xe8+ +-•
e7 1 4.c2 0-0 hat er zwar

keinen Ausgleich, aber zumindest Fundgrube!Stöberkiste


gewisse Aussicht auf Initiative.
Das Läuferpaar hat langschrittigen Fundstück 1:
Ausblick.
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
12...f4 13.xf6 xf6 14.h4
4.xe4 f5 5.f3 e6 6d3. Weiß
Es gibt keinen Ausweg mehr! 14..Axe4 15Axe4 xh4 16.ad1 bietet dem Nachziehenden den
e7 17.g3 h3 18.d3 0-0 19.d7 Ad4 „zum Fraße“ an. 6.. .xd4
109
7.e2 xe4 8.xe4 d8 9.f4 f6 Fundstück 5:
1O.d3 e7. Der leichte 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
Entwicklungsvorsprung gibt dem 4.xe4 f5 5.g3 g6 6.h4 h6
Weißen nur eine diffuse Aussicht 7.h3 e5 8.dxe5 a5+ 9.d2
auf Gegenwerte für den xe5+ 10.e2 xb2 11.0-0! xc2
materiellen Nachteil, Zietek 12.e1 e7 13.c1 a4 14.f4
Czerwonska - Kaczorowska, d7 15.c4, Espig - Bönsch, DDR
Polen 1993. 1979. Für die beiden Bauern hat
Weiß einen brandgefahrlichen
Fundstück 2:
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 Angriff aufgebaut.
4.xe4 f5 5.f3 d5 6.d3. Der Fundstück 6:
Themazug. 6.. .xe4 7.xe4 xd4 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
8.e2. Verglichen mit dem 4.xe4 f5 5.g3 g6 6.h4 h6
Fundstück 1 hat Schwarz nach 7.d3! xd4?! (7.. .xd3) 8.f3 d6
8.. .d8 ein Tempo weniger. Damit 9.xg6 xg6 10.e2 d6 (10...d7
dürfte der Weiße über 11.h5 d6 12.h4 e6 13.d4 c7
ausreichend Kompensation 14.f4 a5÷ 15.d2 b5 16.c4
verfügen, wie auch Hans Kmoch xb2 17.d1 ‚ Maric - Susic,
urteilte. Jugoslawien 1966. Weiß hatte
Fundstück 3:
1 5.f1! versuchen sollen,
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 woraufhin Bagirow in ECO die
4.xe4 f5 5.f3 e6 6.e3 a5÷ Stellung mit ± einschatzt.) 11.0-0
7 c3 a3 8 b4 d5 9 d3 b2 e6 12.d1 c7 13.d4 f6 14.f4
1 0.b1 xe4 11 .!xe4 xc3+ a5 15.e5 c5 16.b4 ±‚ Minic - 12.f1 xa2 13.e2 . Die Vukic, Jugoslawien 1966.
Variante einschließlich der Fundstück 7:
Stellungsbewertung geht auf eine 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
Analyse von Trifunovic zurück. 4.xe4 f5 5.g3 g6 6.c4 e6
7.1e2 f6 8.0-0 d6 9.f4 c7?!
Fundstück 4:
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 10.f5!. Das Bauernopfer bildet den
4.xe4 f5 5.f3 e6 6.e3 a5÷ Auftakt zu chancenreichem
7.d2 d5 8.d3 xd4 9.0-0-0 Angriffsspiel, z.B. 10...exf5
d7, Felderhof - Euwe, Den Haag 11.xf5! xh2+ 12.h1 0-0 (Auch
1933. Varnusz schätzt die 12...h5, bekannt aus einer Partie
Stellung als ein. M.E. ist dieses Sydor - Slivinsky, Polen 1968,
Urliegen
teil aus weieher
ßer Sicht zuaufhart. der
bringt weniSeite
g ein, z.Bdes
. 13.e1!Shianowsky
) Die dynamischen Aussi-chtSpiridonov,
en 13.g3! ± (Oder auch Kiew
13.e1!? ±‚
Anziehenden, was als gewisse 1966.), Keres - Golombek,
Kompensation angesehen werden Moskau 1956. Keres gewann die
Partie im 45. Zug.
kann.

110
Kapitel 10
Im zehnten Kapitel beschäftigen FundgrubelStöberkiste
wir uns (allerdings auf Fundstück 1:
„Sparflamme“) mit Abspielen,
dem EGO-Schlüssel B19 die 1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4
zugeordnet sind. 4.xe4 f5 5.g3 g6 6.h4 h6
7.f3 d7 8.h5 h7 9.d3 xd3
wie Das behandelte Material ist 10.xd3 gf6 11.f4 a5÷ 12.b4
folgt klassifiziert: xb4+ 13.c3 b5 14.c4 a5+
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 15.d2 a6 16.0-0 ‚ Velimirovic -
4.xe4 f5 5.g3 g6 6.h4 h6 Hort, La Habana 1971.
7.f3 Schwarz gewann mit dem 28.
Zug.
Fundstück 2: Das Kapitel 10 ist das kürzeste,
1.e4 c6 2.d4 d5 3.c3 dxe4 und zugleich ein etwas trauriges
4.xe4 f5 5.g3 g6 6.h4 h6 Kapitel dieses Buches. Die
7.f3 d7 8.h5 h7 9.d3 xd3 Opferspiele, die auch beim
1 0.xd3 c7 11.0-0 e6 1 2.c4 0-0-0 zweiten Hinsehen diesen
13.b4 xb4 14.b1 d6 15.e4 Ansprüchen genügen, sind rar. So
gf6 16.xd6+ xd6 17.b3 b6 reicht das Material nur aus, um
zumindest die
18.a4 ‚ Vitolins - Ochotnik, Fundgrube/Stöberkiste dürftig zu
UdSSR 1980. füllen, was im Folgenden
geschehen soll. Das Stellungsurteil stammt von
Bagirow.
- ENDE

111

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