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Aufklärung

Die Aufklärung ist die Gegenbewegung des Absolutismus und somit der Gegensatz
der absoluten Herrschaft. Träger der Aufklärung (Wurzeln liegen in der Antike und im
Humanismus) waren zumeist gebildete Bürger, die die Rechte auf Gleichheit und
Selbstbestimmung forderten.

17. Jhd Thomas Hobbes besagt in seinem Werk Leviathan (1651), dass die
Menschen durch einen Gesellschaftsvertrag die alleinige Macht auf den
Souverän übertragen, der sie im Gegenzug schützt.

John Locke hingegen behauptet (1689/90), dass der Gesellschaftsvertrag


aufkündbar ist, wenn der Herrscher seinen Pflichten für das Volk nicht
nachkommt. Freiheit, Gleichheit und Unverletzlichkeit von Person und
Eigentum als wichtige Rechte, verlangt eine Trennung zwischen Legislative
und Exekutive.
18. Jhd Montesquieu entwirft Modell der Gewaltenteilung (1748 - Legislative,
Exekutive und Judikative), um Machtmissbrauch zu verhindern.
Jean-Jaques Rousseau ist der Meinung (1762), die Souveränität liegt
nicht beim Monarchen, sondern im Staat, beim Volk.

Ancien Régime & Französische Revolution + Napoleon


Das Ancien Régime ("Alte Herrschaftsform") ist die die Regierungszeit der absoluten,
französischen Könige Ludwig XV. und Ludwig XVI. Es gibt drei Stände in der
französischen Gesellschaft: 1. Geistliche 0,5%, 2. Adelige: 1,5%, 3. Bürger und Bauern:
98%

1715 und König Ludwig XIV. stirbt und hinterlässt einem Thronfolger Urenkel Ludwig
folgende XV. einen hoch verschuldeten Staat (durch prunkvolle Hofhaltung,
Versailles etc.).
Minister, Kirche, Adel und deren Mätressen sowie finanzkräftige Bürger
bilden eine "Gesellschaft der wohl erworbenen Rechte", entscheiden
dadurch die Politik mit und verhindern so jede Reform, die gegen ihren
Einfluss gerichtet ist.
1720 - Wirtschaftsaufschwung nach Aussöhnung mit Österreich durch
1750 Friedenspolitik. Investition in Straßenbau und Hygiene.
1756-1763 Siebenjähriger Krieg: Frankreich verliert nicht nur gegen England, sondern
auch zahlreiche Kolonien. Finanzielle Lage wird erneut schlechter.
1774 und Ludwig XV. stirbt, sein Thronfolger ist Ludwig XVI. Dieser betreibt mit
folgende seinen Beratern Geheimpolitik und bringt Frankreich an den Rand des
Staatsbankrotts. Aufgeklärte Bürger fordern politische Mitsprache und
allgemeine Toleranz, da sich die Lage des Dritten Stands (Bürger und
Bauern) immer schlechter wird und Hungernöte entstehen.

1789 Ludwig XVI. ruft über 1000 Abgeordnete (je ca. 300 geistlich und adelig,
600 Bürger bzw Bauern) nach Versailles (5. Mai), um für die Einführung
einer neuen Steuer abzustimmen. Die Entscheidungen soll aber nach
Ständen abgestimmt werden, woraufhin sich der Dritte Stand selbst zur
Nationalversammlung erklärt und die Ausarbeitung einer Verfassung
beschließt (20. Juni).
Juli & August 1789: Nachdem die Getreidepreise (14. Juli) einen neuen
Höchststand erreichen, stürmen die wütenden Volksmassen die Bastille
und seitdem ist das Datum der Nationalfeiertag. Die Bauern erheben sich
gegen ihre Grundherren und die Nationalversammlung hebt das
Feudalwesen auf. Durch die Abschaffung des Feudalwesens wurde
Landbesitz der Kirche an reiche Bürger and Bauern verkauft und die
meisten Vorrechte des Adels wurden beseitigt. Ludwig XVI. flüchtet mit
Familie von Versailles nach Paris.

1791 Die Verfassung wird fertig gestellt. Exekutive mit dem König als Spitze,
Nationalversammlung ist für die Legislative zuständig und unabhängige
Richter haben die Jurisdiktion inne. Teilnahme an Wahlen jedoch nur ab
einer bestimmten Steuerleistung. Wahlrecht für Frauen gibt es noch nicht.
Hymne der Revolution "Marseillaise" ist bis heute Frankreichs
Nationalhymne.
Politische Clubs in der Nationalversammlung … ähnlich wie heutige
Parteien: Feuillants (wollen lediglich Einführung der Verfassung), Jakobiner
(streben eine Republik an), Montagnards (die radikalsten), Cordeliers
(wollen Republik einführen und mehr politische Rechte für die
Unterschichten), Girondisten
14. September: Ludwig XVI. leistet den Eid auf die Verfassung
1792 Volksmassen stürmen die Tuilerien (Königspalat in Paris), Ludwig XVI. wird
abgesetzt und somit die Monarchie ebenso.
1793 Der König und seine Gattin Marie-Antionette (eine Tochter Maria-Theresias)
werden durch die Guillotine hingerichtet.
Die Clubs (Montagnards unter Maximilien de Robespierre, Cordeliers
unter Georges Jaques Danton) in der Nationalversammlung versuchen
das Kommando zu übernehmen, geraten in Konflikt und erklären
letztendlich den Terror als Mittel der Regierung. Sowohl Robespierre als
auch Danton sterben 1794 und als das kurzzeitige Terrorregime
zusammenbricht, kommen die Girondisten an die Macht und führen ein
fünfköpfiges Direktorium ein, das die Regierungsgeschäfte übernimmt.
1795 General Napoleon Bonaparte schlägt einen Aufstand von Königstreuen
nieder und erlangt das Vertrauen des Direktoriums.
1799 - Das Direktorium erweist sich als zu schwach, um die Lage zu beruhigen.
1815 Napoleon nützt die Chance und stürzt das Direktorium, erlässt eine
Verfassung und krönt sich 1804 selbst (entreißt dem Papst die Krone) zum
Kaiser. Code Civil (auch Code Napoleon) wird fertiggestellt: fasst das
bürgerliche Recht zusammen, ermöglicht erstmals Zivilehe, Vorbild für das
1817 veröffentlichte Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB)

Kaiser Franz I. krönt sich als Reaktion auf Napoleons Krönung ebenfalls
1804 selbst zum Kaiser von Österreich und erklärt 1806 das Heilige
Römische Reich für beendet.
Die Monarchen Europas schließen sich zusammen, um gegen Napoleon
vorzugehen. Napoleon jedoch bleibt lange siegreich, ehe er in Russland
eine Niederlage erleidet. Die endgültige Niederlage jedoch ist bei der
Völkerschlacht von Leipzig (1813), woraufhin Napoleon als Kaiser
abdanken muss und auf Elba verbannt wird (1814).

Napoleon bleibt jedoch nicht lange im Exil und kehrt schon bald nach
Frankreich zurück (1. März 1815), wo er wiederum die Macht an sich reißen
kann. Doch auch beim wiederholten Male wird er geschlagen und zwar in
der Schlacht bei Waterloo, die seine hunderttägige Herrschaft beendet.
Dieses Mal wird er auf St. Helena verbannt, wo er auch stirbt.
Wiener Kongress
Der österreichische Staatskanzler Klemens Wenzel Fürst Metternich übernahm die
Führungsrolle bei der Neuordnung Europas nach Napoleons Niederlagen und lud
Vertreter aller europäischen Länder zu diesem Zweck nach Wien zum Wiener Kongress
(1814-1815).

1815 Die Wiederherstellung früherer Herrschaftsverhältnisse wird wieder


hergestellt, somit kehrt man zur absoluten Herrschaft, der Monarchie
zurück, ohne die Wünsche der Bevölkerung nach Freiheit und
Selbstsbestimmung zu berücksichtigen. Die Grenzen des Neoabsolutismus
bringen nun folgende große reiche: Tsarenreich Russland, Kaiserreich
Österreich, Machtkomplexe England und Deutschland, Preußen, Königreich
Italien.
1820er Es entstehen unzählige Unabhängigkeitsbewegungen, es brechen
-Jahre bis Aufstände gegen die Herrscher aus, Revolutionen in mehreren
1830 europäischen Ländern: Frankreich, Belgien, Polen. Auch in Österreich gibt
es Revolutionen, doch Metternich verstärkt den Druck auf die Opposition.

1835 Kaiser Franz I. stirbt und Ferdinand I. folgt ihm auf den Thron. Da er aber
krank und daher kaum regierungsfähig ist, ist Metternich alleiniger
Herrscher. Sein System jedoch trifft auf keine positiven Rückmeldungen
und diese Jahre zwischen 1830 und 1848 werden Vormärz genannt, da die
Volksmassen bis dahin ihren Hass aufstauen.

Biedermeier
Eine Kultur, die sich zwischen dem Wiener Kongress und der Revolution von 1848
entwickelt hat. Der Politik von Kaiser Franz I. und Metternich ist es zu verdanken, dass
es gefügige, unpolitische, aber gegenüber der Staatsführung loyale
Staatsbürger gegeben hat. Die Romantik ist zu dieser Zeit entstanden. Die
bürgerliche Gesellschaft wurde bescheiden, Tänze wie der Wiener Walzer von Johan
Strauß (Vater) und Joseph Lanner waren populär. Das Theater wurde zwar zensiert,
dennoch haben Johann Nestroy und Ferdinand Raimund die Zensur umgehen können.
Außerdem ist zu jener Zeit auch das Bild der idealen Familie entstanden, welches sich
bis heute immer noch nicht verändert hat: die Vater-Mutter-Kind-Familie. Doch
dieses Bild traf nur auf die oberen Schichten zu, denn den Bauern und der
Arbeiterschaft ging es immer noch sehr schlecht.

Revolution von 1848/49


Februar In Paris bricht erneut eine Revolution aus. Der König wird abgesetzt und
1848 eine Republik wird ausgerufen. Gegen Jahresende wird ein Neffe Napoleon
Bonapartes zum Präsident gewählt, doch wie auch schon sein Onkel krönt
er sich drei Jahre später selbst zum Kaiser der Franzosen.
März 1848 Auch in Österreich gibt es Unruhen, Metternich flieht aus Angst nach
England, während Kaiser Ferdinand I. den Reichstag einberuft und die
Ausarbeitung einer neuen Verfassung beschließt.
Oktober Ehe es soweit ist, revoltieren unzufriedene Arbeiter und Studenten, die von
1848 der kaiserlichen Truppe brutal niedergeschlagen werden.
Dezember Ferdinand I. dankt ab, Nachfolger wird sein Neffe Franz Joseph, welcher
1848 den Reichstag auflöst und die autoritäre Herrschaft durchsetzt.
1849 Nationalistische Ideen verbreiten sich in Ungarn und Norditalien. Die
Freiheitskämpfer können jedoch von Kaiser Franz Joseph siegreich
niedergeschlagen werden.

Nationalismus
Ideologie mit dem Ziel, einen souveränen Nationalstaat zu gründen, die von einer
Volksgruppe gebildet wird, die sich gegenüber anderen Volksgruppen abgrenzt.
Wesentliche Elemente, um sich zusammenzuschließen: gemeinsame Sprache oder
Religion, kulturelle Ähnlichkeiten, gemeinsames Lebensschicksal. Beispiele für
den Nationalismus: Der Freiheitskampf der Niederländer gegen die spanischen
Habsburger (1568 - 1648) oder die erste Französische Revolution (1789). Die Träger
des Nationalismus waren vor allem die Studenten. Besonders in der
Habsburgermonarchi verbreiteten sich nationalistische Idden unter den nicht-
deutschsprachigen Nationalitäten. Dazu gehörten die Tschehen, Ungarn, Polen,
Kroaten, Italiener und andere kleinere Völker.

1870 - Deutsch-Französischer Krieg, Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs in


1871 Versailles am 18. Jänner 1871. Kaiser ist der preußische König Wilhelm.

Industrialisierung

1776 Adam Smith: Grundlage des Wohlstandes seien Arbeit und Arbeitsteilung.
Markt besteht aus Angebot und Nachfrage ohne staatlichen Eingriff. Mehr
Nachfrage und Markt bedeutet mehr Industrialisierung und Wohlstand. Das
ist die erste Theorie der freien Marktwirtschaft, Liberalismus

Frühes 19. Die Bevölkerungszahl beginnt in ganz Europa stark zu steigen.


Jh.
1846 Adolf Kolping gründet den ersten Gesellenverein, Friedrich Wilhelm
Raiffeisen die erste Unterstützungskasse
1847/48 Karl Marx und Friedrich Engels verfassen "Kommunistisches Manifest". Sie
rufen die Arbeiterschaft (Proletariat) zum gemeinsamen Kampf gegen das
Großbürgertum (Bourgeoisie) auf.
1867 - Karl Marx und Friedrich Engels publizieren "Das Kapital"
1894
1889 Einführung eines Arbeiterfeiertages am 1. Mai