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Wahl zum

Kritische Fakultätsrat

MIN-Studierende Liste 2

Aufruf und Programm zu den Fakultätsratswahlen 2020


„Ich verstehe unter Wissenschaft das Bemühen einer Mehrzahl von Menschen, durch eine umfassende Rationalisierung
der natürlichen und gesellschaftlichen Welt und ihrer Zusammenhänge ein Überleben der Menschheit nicht nur zu garan‐
tieren in einem schlechten [instrumentellen] Sinne, sondern auch bezogen auf die Perspektive der Verwirklichung von an‐
spruchsloser Gerechtigkeit, gewaltloser Freiheit und unbedingtem Frieden.“
Peter Fischer­Appelt, 1. Präsident der Uni Hamburg, beim 1. Uni­Präsidentschaftskandidaten­Hearing im Audimax am 1. Dezember 1969.
„Wenn einer eine Lampe erfindet, die jahrzehntelang nicht ausbrennen kann, dann wird die Erfindung von Lampenma‐
chern gekauft, nicht damit solche Lampen nun hergestellt werden können, sondern damit sie nicht hergestellt werden
können.“
Bertolt Brecht, „Über Erfindungen“, „Me­ti / Buch der Wendungen“, entstanden im Exil der 1930er Jahre.

Die Bedeutung und Ausrichtung der Wissenschaft als Teil dass der Mensch dem Menschen oberstes Bedürfnis ist,
der Gesellschaft ist in diesen Tagen neu positiv zu ent­ gelingt durch engagierte, kooperativ eingreifende Persön­
scheiden. Soll die naturwissenschaftliche Erkenntnisbil­ lichkeiten. Das heißt, demokratische Mitgestaltungsmög­
dung (weiterhin) der Drittmittelgeber, der lichkeiten wahrzunehmen und auszubauen, zu kämpfen
Rüstungsindustrie, dem Profitstreben dienlich sein und für rationale und kooperative Problemlösung statt „Versa­
damit letztlich eine substanzielle Gefährdung Aller bedeu­ gensdruck“, für solidarisches Lernen statt restriktives Pau­
ten? Oder soll der Forschungsprozess das Leben, die ken. Mit der Zivilklausel in der MIN­Fakultät und den
Kommunikation und Mobilität der Menschen dauerhaft UN­Entwicklungszielen sind Maßstäbe geschaffen, die es
verbessern? An der Universität und der MIN­Fakultät ste­ gilt, mit Leben zu füllen. Einzig der Mensch kann die
hen wir vor der begrüßenswerten Herausforderung, Wis­ selbst erschaffenen Verhältnisse verbessern und verän­
senschaft und wissenschaftliche Bildung für eine dern, jede:r hat dafür Bedeutung!
menschenwürdige Gegenwart und Zukunft neu zu be­
stimmen. Soziale Gerechtigkeit und Frieden auf dieser Vitaler Kontext
Welt müssen leitende Perspektive der wissenschaftlichen Forschung, Lehre, Bildung sodann,
Arbeit sein. Die praktizierte Verwirklichung der Einsicht, Daß der Mensch besser leben kann.

Mit diesem Verständnis wirken wir für:


Wissenschaft –
geschichtsbewusst und zivilisierend
Die Wissenschaft und ihre Erkenntnisse sollen der Erschaf­
fung und Gestaltung einer humanen Welt förderlich sein.
Dafür müssen Forschung und Lehre auf die Beantwortung
der realen Probleme dieser Welt ausgerichtet werden. Dies
gelingt, indem die heutigen Kontroversen in Welt und Wis­
senschaft in ihrem gesellschaftlichen Gehalt und ihrer ge­
schichtlichen Gewordenheit reflektiert werden.
Zu erstreiten sind:
● Ein dauerhafter Diskussions­ und Reflexionsprozess zur
Verwirklichung der Zivilkausel in der Fakultät
„Die MIN‐Fakultät will allein zu friedlichen Zielen beitra‐
gen und nur zivile Zwecke erfüllen. Ihre Mitglieder richten
deswegen Forschung und Entwicklung, Studium und
Lehre auf zivile Fragestellungen und Anwendungen aus.“
Zivilklausel in der Präambel der Satzung der MIN­Fakultät,
vom Fakultätsrat beschlossen am 1.2.2017

.
V.i.S.d.P.: Tobias Berking, An der Verbindungsbahn 8, 20146 Hamburg / mail: kritischMIN@yahoo.com / kritmin.weebly.com
• Wir streiten für eine Zivilklausel für alle Hochschulen im aktuelle Kontroversen der Fächer verstehbar zu machen.
Hochschulgesetz Nebenfächer sind deshalb (wieder) einzuführen.
• Überwindung des Drittmitteldrucks in der Forschung durch • Schluss mit der Selektion: Massive Reduktion der Zahl der
bedarfsdeckende öffentliche Finanzierung Prüfungen und die Möglichkeit, die Klausuren unbegrenzt
• Zurückdrängung des Einflusses der Industrie und Auswei­ zu wiederholen (wie in Bielefeld).
tung des Einflusses auf die Industrie • Überwindung der Bachelor­Master­Hürde durch eine Mas­
• Forschungserkenntnisse aus der Universität müssen allen terplatzgarantie für alle Bachelorstudierenden.
zugänglich gemacht und ihre Nutzung für das allgemeine • Ein elternunabhängiges BAföG als Vollzuschuss.
Wohl durch Patente in öffentlicher Hand geschützt werden
• Das „Carl Friedrich von Weizsäcker Zentrum für Naturwis­ Uni-Bauten –
senschaft und Friedensforschung“ (ZNF) soll zum Koopera­ für menschenzugewandte Wissenschaft
tionszentrum zivilisierend eingreifender Wissenschaft
ausgebaut werden Hochschulbauten sollen einladen zu und geeignet sein für
• Das Fach „Geschichte der Naturwissenschaften" soll Aufenthalt, Begegnung und Austausch. Die in ihnen Tätigen
wieder aufgebaut werden und die kritische Auseinander­ sind der Zweck der Gebäude, nicht ihre Gäste. Sie müssen sie
setzung mit der wechselvollen Rolle der Naturwissen­ gestalten und verändern können zum Nutzen für alle. Zu er­
schaften in der Geschichte soll Bestandteil aller streiten ist:
Studiengänge sein. • Die Hochschulbauten sind dafür wieder in städtische Hand
zu bringen.
Studienreform – • Die Einheit von Forschung, Studium, Verwaltung und Selbst­
Emanzipation statt Humankapital verwaltung, studentischen Cafés und Fachschaftsarbeit soll
durch räumliche Nähe zueinander unterstützt werden.
Teil menschenfreundlicher Wissenschaft ist ein sinnvolles • Die neuen Bauten an der Bundesstraße sollen integraler
und erfreuliches Studium. Dazu muss „Lernen“ aus anderem Bestandteil des Stadtteillebens werden
bestehen als Kanon­Wissen, Bewältigung der Klausurlast, • Kritische Wissenschaft statt Kriegsdenkmal: Die Sedan­
dauerhafter Vergleichskonkurrenz und Leistungsdruck. Es gilt straße soll nach Joseph Weizenbaum umbenannt werden.
hingegen gemeinsame und kooperative Erkenntnisbildung • Die Integration der Bahrenfelder ins soziale Leben ist eine
durch eine problemorientierte Auseinandersetzung mit der gemeinsame Aufgabe (gute ÖPNV­Anbindung!)
Welt und durch forschendes, exemplarisches Lernen zu rea­
lisieren. Es geht um die Bildung mündiger, kritischer Subjekte.
Dafür ist zu erkämpfen: Bedarfsdeckende öffentliche Finanzierung
• Ein Diskursiver und entwicklungsorientierter Austausch Die Universität muss bedarfsgerecht finanziert werden und
zwischen Lehrenden und Lernenden; die Mitglieder der Fa­ sich wie alle öffentlichen Einrichtungen von der verordneten
kultät bilden sinnvollerweise eine Lern­Lehr­Gemeinschaft. Sparpolitik des Senats und dem global wirkenden Austeri­
• Die Stärkung allgemeinbildender reflexiver Studienanteile, tätsdogma befreien. Deshalb engagieren wir uns in der Volks­
um Geschichte, philosophische Grundlage, Bedeutung und initiative „Schuldenbremse Streichen!“.

Alles, was an positiven Veränderungen in Studium, Uni und Fakultät in diesem Sinne errungen ist, geht zurück auf Proteste,
Demonstrationen, Unterschriftenaktionen, Diskussionsveranstaltungen, kritische Aktivitäten und solidarisches studenti­
sches Engagement. All dies sind erfreuliche Möglichkeiten des gemeinsamen Wirkens für Verbesserungen. Daran sei herz­
lich eingeladen, mitzuwirken.

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Tobias Berking, Chemie, FSRK, Fakultätsrat, Issma, ver.di, Despina Chaluppa, Biologie, Linke, ver.di, BAE!
harte zeiten – junge sozialisten (hz), DL21, SPD Michael Schaaf, Geschichte der Naturwissenschaften, hz
Sören Horn, Bioressourcen­Nutzung, FSRK, International Didem Friedrich, Biologie
solidarisch – Schluss mit Austerität (Issma), Liste LINKS,
Prince Tete, Biologie
Die Linke
Anselm Konnow, Biologie
Victoria Mader, FSR Howi, Fakultätsrat, Issma, ver.di, hz
Alina Nicolai, Biologie
Timo Zeimet, Biologie, Ex FSR, Exkursions­AG
Anna Bogun, Holzwissenschaft
Abdelkarim Fertahi, Mathe, Referat der internationalen
Studierenden im AStA (RIS), Liste LINKS Emilin Joma da Silva, Holzwissenschaft
Lennart Jensen, Chemie Max Gross, FSR Howi, Treeclimber
Benjamin Szostak, FSR Chemie/LC Marike Langhans, FSR Holzwissenschaft
Laura Franzen, FSR Chemie, CampusGrün (CG) Goran Schmidt, Howi, verdi, Die Linke
Rörd Hinrichsen, Mensch­Computer­Interaktion, Liste Bjarne Jessen, Informatik, Wohnheimrat, SPD
LINKS, Die Linke Lukas Wenrich, Bioressourcen­Nutzung
Armin Günther, FSR MLS, Akademischer Senat, CG Sören Horn, Schuldenbremse streichen!