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Aussagen

Eine Aussage ist ein sprachliches Gebilde, das seinem Inhalt nach
entweder wahr (W ) oder falsch (F ) ist.

Klaus Schindler Kapitel 1


Aussageformen

Enthält ein Satz Variablen, die Plätze für die Einsetzung von
Subjekten freihalten, spricht man von einer Aussageform.

Der Definitionsbereich D
ist die Menge aller Objekte, durch
die man die Variablen der Aussageform ersetzen darf.
L
Der Lösungsbereich ist die Menge der Elemente aus D, für
die die Aussageform in eine wahre Aussage übergeht.
Belegt man alle Variablen einer Aussageform, entsteht eine (wahre
oder falsche) Aussage.

Klaus Schindler Kapitel 1


Bezeichnung 1.7: Quantoren

Sei p(x) eine Aussageform mit Definitionsbereich D.


Der Allquantor
„Für Alle x aus D
gilt p(x)“
∀x∈ : p(x)D

Der Existenzquantor
„Es Existiert ein x aus D, so dass p(x) gilt“
∃x∈ D : p(x)

Klaus Schindler Kapitel 1


Junktoren

Ein Junktor J ist eine Operation, die Einzelaussagen so zu einer


Gesamtaussage verknüpft, dass deren Wahrheitswert nur vom
Wahrheitswert der Teilaussagen abhängt.
Ein Junktor wird durch eine Wahrheitstabelle beschrieben

Klaus Schindler Kapitel 1


Negation

Sei p eine Aussage.


Die Negation p hat den zu p entgegengesetzten Wahrheitswert.
Die zugehörige Wahrheitstabelle:

p p
W F
F W

Alternative Schreibweise: ¬p

Klaus Schindler Kapitel 1


Junktoren Übersicht

Konjunktion Disjunktion Subjunktion Bijunktion


p q p∧q p∨q p −→ q p ←→ q
W W W W W W
W F F W F F
F W F W W F
F F F F W W

Klaus Schindler Kapitel 1


Satz

Jeder Junktor J(p, q, r , . . .) kann mittels Negation und


Konjunktion der Aussagen p, q, r , . . . dargestellt werden
(konjunktive Normalform).
Jeder Junktor J(p, q, r , . . .) kann mittels Negation und
Disjunktion der Aussagen p, q, r , . . . dargestellt werden
(disjunktive Normalform).

Klaus Schindler Kapitel 1


Definition 1.21: Logische Gesetze

a) Eine Aussagenverbindung, die unabhängig vom Wahrheitswert


der Einzelaussagen immer wahr ist, heißt
Tautologie (logisches Gesetz).
Eine Tautologie in Form einer Bijunktion p ←→ q heißt
(logische) Äquivalenz, und wir schreiben p ⇐⇒ q.
Eine Tautologie in Form einer Subjunktion p −→ q heißt
(logische) Implikation, und wir schreiben p =⇒ q.
b) Eine Aussagenverbindung, die unabhängig von den Einzel-
aussagen immer falsch ist, heißt
Kontradiktion (logischer Widerspruch).
Eine Aussagenverbindung ist genau dann eine Kontradiktion,
wenn ihre Negation eine Tautologie ist.

Klaus Schindler Kapitel 1


1.24 Satz

Es gelten folgende logische Äquivalenzen:



p∨p ⇐⇒ p
(A1) Idempotenz von ∨, ∧
p∧p ⇐⇒ p

p∨q ⇐⇒ q ∨ p
(A2) Kommutativität von ∨, ∧
p∧q ⇐⇒ q ∧ p

(p ∨ q) ∨ r ⇐⇒ p ∨ (q ∨ r )
(A3) Assoziativität von ∨, ∧
(p ∧ q) ∧ r ⇐⇒ p ∧ (q ∧ r )

Klaus Schindler Kapitel 1


1.24 Satz


(p ∨ q) ∧ r ⇐⇒ (p ∧ r ) ∨ (q ∧ r )
(A4) Distributivität
(p ∧ q) ∨ r ⇐⇒ (p ∨ r ) ∧ (q ∨ r )

p∨q ⇐⇒ p̄ ∧ q̄
(A5) De Morgan
p∧q ⇐⇒ p̄ ∨ q̄

 ¬(¬p) ⇐⇒ p
(A6) p ∨ p̄ ⇐⇒ W
p ∧ p̄ ⇐⇒ F

(A7) p → q ⇐⇒ q̄ → p̄ Kontraposition

Klaus Schindler Kapitel 1


PEANO-Axiome

Sei M eine Menge natürlicher Zahlen mit den Eigenschaften

1) 1 ∈ M

2) m ∈ M =⇒ (m+1) ∈ M

Dann gilt
M= N.

Klaus Schindler Kapitel 1


1.27 Vollständige Induktion

Sei A(n) eine Aussageform mit D = N.


1) 1 ∈ L , d.h. A(1) ist wahr
2) m ∈ L =⇒ (m+1) ∈ L, d.h. A(m) =⇒ A(m+1)

Dann gilt L = N, d.h. es ist A(n) ist wahr für alle n∈N

Klaus Schindler Kapitel 1