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Sommersemester 2015

Organisationsmanagement
Präsenzübung 2

Organisationsmanagement
Präsenzübung 2

1. Aufgabe (Grundlagen der Organisation) 20 Punkte

a) Erläutern Sie, was unter der institutionalen Auffassung von Organisation zu verstehen ist und
erklären Sie die einzelnen Gesichtspunkte anhand eines selbst gewählten Beispiels.
(15 Punkte).

b) Bei welcher Entstehungsform der Organisation spricht man von u. a. von „offiziell und b e-
wusst eingeführten Regeln“? Nennen Sie die Entstehungsform und erklären Sie, was unter
„offiziell und bewusst eingeführten Regeln“ zu verstehen ist. (5 Punkte)

2. Aufgabe (Gestaltung der Organisation) 10 Punkte

Erklären Sie anhand der Aufgabenanalyse und eines selbst gewählten Beispiels , was der Unter-
schied zwischen Aufgaben und einem Prozess ist. Visualisieren Sie ihre Ausführungen mit geeig-
neten Zeichnungen.

3. Aufgabe (Gestaltung der Organisation, Totalvarianten, Fallstudie I) 45 Punkte

Lesen Sie zunächst den Fallstudientext unter der Aufgabenstellung durch und bearbeiten Sie
dann die Aufgabenstellung.

a) Nach welcher Organisationsform ist die Stampf AG bis heute gegliedert? Nennen Sie die Or-
ganisationsform und begründen Sie ihre Aussage. Beschreiben Sie zusätzlich das Konzept
der Ressourcen- und Anpassungseffizienz im Allgemeinen sowie konkret auf die Organisati-
onsform bezogen. (15 Punkte)

b) Als Organisationsmanager im Krisenstab der Stampf AG sollen Sie die Reorganisation der
Stampf AG in Deutschland vorantreiben. Welche Organisationsform halten Sie in Anbetracht
des Produktportfolios für geeignet? Nennen Sie die Organisationsform, zeichnen Sie ein auf
die Stampf AG bezogenes Organigramm und begründen Sie ihre Entscheidung.

Inwiefern kann die gewählte Organisationsform die im Report angesprochenen Ziele erre i-
chen? Welche Schwierigkeiten können sich bei der von Ihnen gewählten Organisationsform
bezüglich der Zielerreichung und anderer Evaluationskriterien ergeben? Diskutieren Sie!
(30 Punkte)

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Fallstudie I
Die Stampf AG ist mittelständisches, international tätiges Unternehmen, das unterschiedliche
Maschinenanlagen für Produktionsbetriebe herstellt.
Aktuell ist das Unternehmen an drei europäischen Standorten vertreten, nämlich in Florenz (Ita-
lien), in Madrid (Spanien) sowie in Bochum (Deutschland). In jedem der drei Länder werden die
Rohmaterialien zur Herstellung der Maschinen eingekauft, die Maschinen werden vor Ort pro-
duziert und in dem jeweiligen Land vertrieben.

Das Produkt-Portfolio der Stampf AG sieht wie folgt aus:


- Zum einen stellt die Stampf AG Maschinen für die Metallverarbeitung her, wie sie bei-
spielsweise in der Stahlverarbeitung benötigt werden.
- Zum anderen werden Maschinen zur Stoffverarbeitung hergestellt, wie sie beispielsweise
in der Textilindustrie benötigt werden.
- Zusätzlich stellt die Stampf AG noch Maschinen zur Anlagenwartung her, die bereits
bestehende Produktionsanlagen warten und reparieren können.
Man kann hier also von einem homogenen Produktportfolio ausgehen.

Das Organigramm der Stampf AG sieht somit wie folgt aus:

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Aufgrund von Umsatzeinbrüchen in Spanien und Italien beschließt der Geschäftsführer Steinmar
Stampf gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Standorte in Italien und in Spanien aufzugeben und
sich ausschließlich auf das Geschäft in Deutschland zu beschränken.

Sie werden als Organisationsmanager zum Teil des Krisenstabs einberufen und sollen die Reor-
ganisation der Stampf AG in Deutschland vorantreiben. Hierzu stellt Ihnen Stefan Stampf ei-
nen internen Report zur Lage des deutschen Standortes zur Verfügung, in dem auch Ziele für den
deutschen Standort kommuniziert werden.

Auszüge aus dem Report:


[…] So wurde aus Mitarbeitergesprächen deutlich, dass die Arbeitsmotivation besonders bei den
Führungskräften seit Jahren am abnehmen ist, da die einzelnen Einheiten trotz ihrer Struktur
nicht mehr entscheidungsbefugt waren. Ziel ist es, durch organisationale Umstrukturierung die
Motivation der Führungskräfte zu erhöhen.

[…]Besonderes bei der Koordination einzelner Organisationseinheiten in Bezug auf Einkauf und
Vertrieb sind die Prozesse nicht mehr zeitgemäß. Ziel ist es durch organisationale Umstrukturi e-
rung besonders den Absatzmarkt effektiver und effizienter zu bearbeiten.

[...] So konnte mit der alten Struktur schnell auf lokale Anpassungsbedarfe eingegangen werden.
Diese Flexibilität soll auch in der neuen Organisationsform bestehen bleiben.

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4. Aufgabe (Gestaltung der Organisation, Totalvarianten, Fallstudie II) 45 Punkte

Lesen Sie zunächst den Fallstudientext unter der Aufgabenstellung durch und bearbeiten Sie
dann die Aufgabenstellung.

a) Nach welcher Organisationsform ist die MediaFor1-Group bis heute gegliedert? Nennen Sie
die Organisationsform und begründen Sie ihre Aussage. Beschreiben Sie zusätzlich das
Konzept der Markt- und Prozesseffizienz im Allgemeinen sowie konkret auf die Organisati-
onsform bezogen. (15 Punkte)

b) Als Organisationsmanager der G-High-5 Group sollen Sie die Reorganisation des Pay-TV-
Senders Pay2C vorantreiben. Welche Organisationsform halten Sie in Anbetracht der Ziele
für geeignet? Nennen Sie die Organisationsform, zeichnen Sie ein auf die Pay2C bezogenes
Organigramm und begründen Sie ihre Entscheidung.

Inwiefern kann die gewählte Organisationsform die im Report angesprochenen Ziele erre i-
chen? Welche Schwierigkeiten können sich bei der von Ihnen gewählten Organisationsform
bezüglich der Zielerreichung und anderer Evaluationskriterien ergeben? Diskutieren Sie!
(30 Punkte)

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Fallstudie II
Die MediaFor1-Group ist ein internationales Medienunternehmen mit zahlreichen Geschäftsfeldern und Haupt-
sitz in Los Angeles. Zur MediaFor1-Group gehören drei Beteiligungsunternehmen
• Das Film-und Fernsehstudio „Blockbuster4U“, das international Filme produziert und vermarktet
• Der Pay-TV Sender „Pay2C“
• Der Zeitschriften- und Comicverlag „N8Tales“, der international Horrorcomics produziert und vermarktet

Die „MediaFor1“-Group nimmt dabei unmittelbar Einfluss auf die drei Beteiligungsunternehmen im Sinne einer
strategischen und operativen wirtschaftlichen Leitung. Aktuell sieht das Organigramm der MediaFor1-Group
somit wie folgt aus:

Die MediaFor1-Group plant eine Fusion mit der Super8-Group, ein weiterer, international agierender Medien-
konzern. Im Zuge dieser Fusion, wird vom Vorstand der MediaFor1-Group entschieden, den Pay-TV Sender
„Pay2C“ abzustoßen und an den meistbietenden Interessenten zu verkaufen. Eine Einigung erzielen sie hierbei
mit der deutschlandweit tätigen Mediengruppe „G-High5-Group“, dessen Vorstand Volker Vielseh den Pay-TV
Sender „Pay2C“ kaufen möchte.

Die G-High5-Group möchte den Pay-TV-Sender Pay2C dabei nach dem Genre der anzubietenden Filme
(sprich: den „Produkten“) organisieren (also Drama, Horror und Komödie). Innerhalb diese Genre werden
die Drehrechte und Schauspieler „eingekauft“, die Filme werden je nach Genre produziert und die Filme
des jeweiligen Genres werden dabei auch vertrieben.

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Volker Vielseh, der nie eine Organisationsmanagement Vorlesung besucht hat, schlägt neben der Organisation
nach oben genannten Kriterien vor, dass

1. Entscheidungen über Produktionen schnell und effizient gefällt werden sollen


2. der Fernsehsender schnell auf Marktveränderungen eingehen kann
3. eine hohe Koordination zur Abstimmung einzelner Produktionen zwischen den einzelnen Gen-
res stattfinden soll

Sie als Organisationsmanager der G-High-5-Group sind dafür zuständig den organisationalen Aufbau des Pay-TV
Sender „Pay2C“ neu zu gestalten.