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6 Tankbauwerke 617

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7.6.6 Aufstellung der Spektren für das Antwortspektrenverfahren


Bei Anwendung des Antwortspektrenverfahrens werden für die einzelnen Druckanteile Bemes-
sungsspektren benötigt. Diese Bemessungsspektren sind für die einzelnen Anteile auf Grund
der unterschiedlichen Dämpfungseigenschaften getrennt aufzustellen. Die Dämpfung wird
hierbei durch den Dämpfungs-Korrekturbeiwert η berücksichtigt

η = 10 / (5 + ξ ) ≥ 0 ,55 , (7.69)

wobei ξ das viskose Dämpfungsverhältnis in Prozent bezeichnet. Anhaltswerte für die entspre-
chenden Dämpfungswerte sind in Tabelle 7-16 angegeben. Durch Ansatz dieser Dämpfungs-
werte ist das Energiedissipationsverhalten infolge Reibung in der Flüssigkeit und durch den
Tank selbst ausreichend beschrieben.
618 7 Bauwerke und Komponenten im Anlagenbau

Tabelle 7-16 Dämpfungswerte der Druckanteile (Scharf, 1990; DIN EN 1998-4, 2007)

Horizontale Druckanteile Vertikale Druckanteile


Konvektiv Impulsiv starr Impulsiv flexibel Impulsiv starr Impulsiv flexibel

ξ=0 ξ = 0 - 0,5 % Stahl: ξ = 1-2 % ξ=0 Weicher Boden1: ξ = 6 %


Beton: ξ = 5 % Harter Boden1: ξ = 3 %
1) Weicher Boden: Scherwellengeschwindigkeit 250 m/s; Harter Boden: Scherwellengeschwindigkeit 1000 m/s

Alternativ zu dem Dämpfungsbeiwert kann für die impulsiven Druckanteile nach DIN EN
1998-1 (2010) das Spektrum auch mit einem Verhaltensbeiwert q abgemindert werden. Für den
konvektiven Druckanteil ist q = 1,0 anzusetzen. Für den impulsiven Anteil (starr + flexibel)
wird ein Verhaltensbeiwert von q  1,5 angegeben.
Bei Ansatz eines Verhaltensbeiwertes für den impulsiven Anteil muss ein entsprechendes
Energiedisspationsvermögen des Tanks vorhanden sein. Das erforderliche Energiedissipations-
vermögen ist bei Stahltanks in der Regel nicht vorhanden, da die Gefahr des Auftretens der im
Abschnitt 7.6.5 beschrieben Beuleffekte besteht.
Bei dünnwandigen Stahltanks sollte deshalb die Bemessung immer mit q = 1,0 durchgeführt
werden. Bei Stahlbetontanks kann durch eine entsprechende konstruktive Durchbildung Ener-
giedissipationsvermögen geschaffen werden. Es erscheint aber wenig sinnvoll Tankbauwerke,
die üblicherweise als Versorgungsbauwerke dienen, hoch dissipativ auszulegen. Es ist zu emp-
fehlen, den Verhaltensbeiwert mit q  1,5 zu wählen.