Sie sind auf Seite 1von 84

Inhaltsangabe

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Lektion 1 Menschen und Nation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
Lektion 2 Die geographische Lage Deutschlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Lektion 3 Aus der Geschichte Deutschlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Lektion 4 Der staatliche Aufbau Deutschlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Lektion 5 Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Lektion 6 Die Städte Deutschlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Lektion 7 Die Sehenswürdigkeiten Deutschlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Lektion 8 Berühmte Menschen Deutschlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Lektion 9 Bildung und Kultur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Lektion 10 Feste und Bräuche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Texte zum Hörverstehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Hauslektüre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Zeittafel zur Geschichte Deutschlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Wörter und Wendungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
Lösungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78

 стр.
Vorwor t

Hallo! Ich heiße Mimi. Ich bin ein kleines Mäuschen. Ich bin
aus Deutschland. Mein Loch liegt in einem Bauernhaus in
Hesselberg. Das ist in Bayern. Ich kann viele interessante
Dinge über Deutschland erzählen, denn ich bin viel durch
dieses schöne Land gereist.
Und ich möchte dir, mein lieber Leser, alles, was ich
gesehen und kennen gelernt habe, mitteilen. Vor kurzem
habe ich eine Reise durch Deutschland unternommen.
Ich bin mit einem Wagen gereist. Die Reise war toll! Ich
habe viel Neues und Interessantes über mein freundliches
Land erfahren. Ich möchte dich, mein lieber Freund, mit
dem deutschen Volk und seinen Sitten und Bräuchen
bekannt machen. Ich erzähle dir über die Geschichte und
die Kultur Deutschlands. Ich habe viele schöne Städte
und ihre Sehenswürdigkeiten gesehen. Ich bin sogar in
der Hauptstadt Deutschlands Berlin gewesen.
Und darüber möchte ich dir, mein lieber Freund, berichten.
Setz dich und öffne die folgende Seite. Ich beginne meine
Erzählung. Ich hoffe, dass sie dir gut gefallen wird.
Lektion
1 Menschen und
Nation

Und wo sich die Völker trennen


Gegenseitig sich verachten,
Keins von beiden wird erkennen,
Dass sie nach demselben trachten.
Und das grobe Selbstempfinden
Haben Leute hart gescholten,
Die am wenigsten verwinden,
Wenn die andern was gegolten.
J. W. von Goethe

Vorübungen
1. Welche fünf Begriffe fallen dir im Zusammenhang mit Deutschland
ein?
2. Jugendliche aus 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union wur-
den dazu befragt. Die meisten antworteten: Bier, Berlin, Autobahn,
Goethe, Humorlosigkeit. Bist du damit einverstanden? Begründe
bitte deine Antwort.

 стр.
 Menschen und Nation Lektion  1

Die Menschen
Deutschland wird von rund 81,8 Millionen Menschen (darunter 7,2 Mil-
lionen Ausländern) bewohnt und gehört zu den dichtest besiedelten Ländern
Europas. Die Bevölkerung in Deutschland ist räumlich sehr unterschied-
lich verteilt. Die Region um Berlin umfasst 5,5 Millionen Menschen. Im
Industriegebiet am Rhein und an der Ruhr, wo die Städte ohne deutliche
Abgrenzung ineinander übergehen, leben mehr als elf Mil­lionen Menschen.
Der Westen Deutschlands ist wesentlich dichter besiedelt als der Osten.
Fast jeder dritte Einwohner der BRD lebt in einer der 84 Großstädte (über
100 000 Einwohner). Dies sind rund 26 Mil­­lionen Menschen. Die Mehrheit
wohnt in Dörfern und Kleinstädten.
Das deutsche Volk ist im Wesentlichen aus verschiedenen deutschen
Stämmen wie den Franken, Sachsen, Schwaben, Bayern zusammenge-
wachsen. Mit der Bevölkerung der einzelnen Bundesländer sind die alten Stämme kaum noch
identisch. Den Volksgruppen werden von alters her unterschiedliche Charaktereigenschaften
zugeschrieben. So gelten die Mecklenburger als verschlossen, die Schwaben als sparsam, die
Rheinländer als lebenslustig und die Sachsen als fleißig.
Die deutsche Sprache gehört zu den germanischen Sprachen und ist mit der dänischen, der
norwegischen, der schwedischen Sprache, mit dem Niederländischen, Flämischen und mit dem
Englischen verwandt. Die Ausbildung einer gemeinsamen Hochsprache geht auf die Bibelübersetzung
durch Martin Luther zurück. Deutschland ist reich an Mundarten. An dem Dialekt und der Aussprache
kann man bei den meisten Deutschen erkennen, aus welcher Gegend sie stammen. Deutsch ist die Mut-
tersprache von mehr als 100 Millionen Menschen. Jedes zehnte Buch, das
weltweit erscheint, ist in deutscher Sprache geschrieben. Zum deut­schen
Volk gehören auch integrierte Volksgruppen. Die Lausitzer Sor­ben sind
Nachfahren slawischer Stämme. Das wiedervereinigte Deutsch­land hat
sich zur Förderung der sorbischen Minderheit ver­pflichtet. Die Friesen
sind Nachfahren eines germanischen Stammes an der Nordseeküste und
haben neben ihrer Sprache zahlreiche Traditionen bewahrt. Im Landesteil
Schleswig von Schleswig-Holstein, besonders um Flensburg, lebt eine
dänische Minderheit.
Deutschland ist ein ausländerfreundliches Land. Die größte Gruppe
unter den Ausländern sind Türken. Es gibt Italiener, Griechen, Österrei­
cher, Spanier, Portugiesen, Briten, Niederländer und viele andere mehr.
Mehr als zwei Drittel der ausländischen Kinder sind hier geboren. Fast
die Hälfte der Ausländer lebt schon seit zehn Jahren in Deutschland,
27 Prozent sind schon 20  Jahre oder länger hier. Die Bundesregierung
sorgt im Namen der deutschen Bevölkerung dafür, dass Deutschland ein
gastfreundliches Land ist und bleibt.

Übungen 1. Lies den Text und finde heraus, was die Zahlen bedeuten.
5,5 Millionen _ ____________
über 1000000 _____________
27 % _____________________
81,8 Millionen _ ___________
7,2 Millionen _ ____________
mehr als 100 Millionen ____
Lektion  1 Menschen und Nation 

2. Teile den Text in Abschnitte. Finde zu jedem Abschnitt wichtige


Wörter und unterstreiche sie.
3. Fülle die Lücken aus; benutze dabei den Text.
1) Deutschland _________________ von 81,8 Millionen Menschen
______________. 2) Der Westen Deutschlands ist ______________
__________________________ als ______________. 3) Die Mehrheit
der Bevölkerung wohnt in ______________ und _________________
____. 4) Das deutsche Volk _______ aus verschiedenen deu­t­schen
Stämmen _______________________. 5) Die Volksgruppen haben
_______________________________ Charaktereigenschaften. 6)
Die Meck­lenburger __________________________ verschlossen.
7) _______ _____________________ gelten als sparsam. 8) Die deu­t­
sche Sprache _______________ mit dem Englischen _____________
_______. 9) Deutschland ________________________ an Mundarten.
10) An ______________ und ______________ kann man erkennen, aus
welcher ______________ der Mensch stammt. 11) Zum deutschen
Volk gehören auch _______________________ ___________________
_______________________. 12) Deutschland ist ___________________
ausländerfreundliches ___________________. 13) Die größte Gruppe
unter den Ausländern ________________________ _____________.
4. Arbeitet in Gruppen. Macht Interviews zu folgenden Themen.
1) Die Sprache in Deutschland.
2) Ausländer in Deutschland.
3) Die Bevölkerung in Deutschland.
5. Schreibe einen kurzen Bericht zum Thema «Die Charakterzüge der
Deutschen».

Vorübungen 1. Lies das folgende «Deutsche Alphabet». Was hältst du davon? Äußere
deine Meinung.
2. Wähle ein x-beliebiges Wort und erkläre seine Bedeutung in diesem
Alphabet.
3. Welche Wörter kannst du für einzelne Buchstaben nennen, wenn du
über Deutschland nachdenkst?

Ein deutsches Alphabet


A wie Ausländerfreundlichkeit H wie Heimat
B wie Bier I wie Industrie
C wie Charakterstärke J wie Jugend
D wie Documenta K wie Kartoffeln
E wie Einheit L wie Luxus
F wie Fortschritt M wie Mercedes
G wie Goethe N wie Nation
 Menschen und Nation Lektion  1
O wie Organisation U wie Umweltschutz
P wie Pünktlichkeit V wie Vereine
Q wie Qualitätsarbeit W wie Wurst
R wie Reisen X wie x-beliebig
S wie Sauberkeit Y wie Yucegök, Mehmet1
T wie Tätigkeitsdrang Z wie Zukunft

4. Schlage deine Variante eines ähnlichen Alphabets vor.

Hörtext 1. Man sagt, dass Deutschland ein ausländerfreundliches Land ist. Ist
es wirklich immer so? Höre dir den Text an und überlege, ob es
stimmt.
2. Finde, was zusammenpasst.

a) ...dass ich als Türke wie ein Dummkopf be-


1) Ich habe mich in einen Türken verwandelt...
handelt werde.
2) Heute ist alles anders, ... b) ...um selbst alles zu erleben.
3) Ich musste lange warten, ... c) ...weil ich heute ein Türke bin.
4) Ich habe mich schnell daran gewöhnt... d) ...bis die Kellnerin kam.
5) Es ist ganz einfach, wieder als Mensch akzep-
e) ...wenn man kein Türke ist.
tiert zu werden, ...

3. Beantworte die Fragen:


 Wie würdet ihr die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland
er­klären?
 Gibt es ähnliche Erscheinungen in deiner Heimat?

Diskussion 1. Besprecht die Frage: Worin besteht der Unterschied der deutschen
Nation von den anderen Nationen Europas?
2. Findet Informationen zum Thema “Hauptprobleme und –inte­ressen
der Jugendlichen in Deutschland” und diskutiert darüber im
Unterricht.

Freie Aufgabe Finde im Internet zusätzliche Informationen über einen der deutschen
Stämme und erzähle darüber in der Klasse. Gehe auf die Goethe-
Homepage http://www.goethe.de, klicke dort die Rubrik “Deutsch
lernen: Online-Material” an und wähle dann “Landeskunde”. Oder
gehe zu:
● www.deutschland.de
● www.dachl.net

1
Yucegök, Mehmet — türkischer Dichter
Lektion
2 Die geographische
Lage Deutschlands

Einst stand ich in schönern Tagen


Auf dem höchsten Berg am Rhein;
Deutschlands Gauen vor mir lagen,
Blühend hell im Sonnenschein.
H. Heine.
Deutschland. Ein Traum

Vorübungen
1. Lies das Gedicht von H. Heine und erzähle anhand der Bilder links
und rechts, wie du es verstehst.
2. Denke über die geographische Lage eines Landes nach. Was kommt
dir in erster Linie in den Sinn? Wie begründest du die gewählte
Reihenfolge?

Die geographische Lage

1 2 3 4 5 6 7 8 9
Landschaften Flüsse Bodenschätze Klima Berge
Erdteil Wirtschaft Fläche Grenzen

 стр.
 Die geographische Lage Deutschlands Lektion  2
3. Vergleiche die allegorische Karte mit der heutigen Karte Europas
und nenne die europäischen Länder. Zeige sie auf den Karten.
4. Nenne die Hauptstädte der europäischen Länder.
5. Finde und nenne die Nachbarstaaten Deutschlands.
6. Bezeichne auf der Karte die Stellen, wo die Hauptstadt Deutschlands
und die dir bekannten Städte liegen. Schreibe die Namen dieser
Städte auf.

Vor der Karte Europas mit dem Lexikon in der Hand

Ich betrachte gern die Karte Europas. Es gibt so viele


Länder darauf! Das Zentrum der Karte fällt gleich ins Auge,
und hier lese ich: «Deutschland». Ich schlage im Lexikon nach:
Die Grenzen der Bundesrepublik haben eine Länge von 3758
km. Die Fläche beträgt rund 357 000 Quadrat­kilometer und
besteht aus 5 großen Landschaftsräumen.
Über diese Gliederung ist mir noch nichts bekannt, und ich
lese mit Interesse weiter. Das also ist die Gliederung Deutsch-
lands von Norden nach Süden: Erstens ist das das Norddeut-
sche Tiefland, es sieht ganz grün aus, nur stellenweise zeigt
die Karte gelbe Flecken. Diese Landschaft prägen seenreiche,
hügelige Geest- und Lehm­platten. Sie sind von Heiden und
Mooren durchsetzt. Der nächste Landschaftsraum ist die Mit-
telgebirgsschwelle. Sie trennt den Norden vom Süden Deutsch-
lands. Es gibt auch große Berge: den Fichtelberg (1215 m) im
Erzgebirge und den Brocken (1142 m) im Harz. Ich lese weiter:
das Süddeutsche Mittelgebirgsstufenland. Die Farbe auf der
Landkarte ist überwiegend gelb. Nur vereinzelt gibt es grüne
Flecken. Zu diesem Landschaftsraum gehören die Oberrhei-
nische Tief­ebene mit ihren Randgebirgen: dem Schwarzwald
mit dem Feldberg (1493 m), Odenwald und Spessart, dem
Pfälzer Wald und dem
Schwäbisch-Frän­kischen
Stufenland und dem Bayerischen Wald mit dem Großen Arber
(1456 m). Die grelle gelbe Farbe zeigt das Süddeutsche Alpen-
vorland. Es umfasst die Schwäbisch-Bayerische Hochebene,
das Unterbaye­rische Hügelland und die Donauniederung. Der
deutsche Teil der Alpen stellt den letzten Landschaftsraum
dar. Das sind die Bayerischen Alpen, nur ein schmaler Teil
des gesam­ten Gebirges. Hier erheben sich die Zugspitze (2962
m) und der Watzmann (2713 m).
Lektion  2 Die geographische Lage Deutschlands 

Die Lage des Landes und


sein Relief bestimmen auch
das gemäßigte Klima. Na
klar, die Lufttemperaturen
im Tiefland und im Gebirge
unter­scheiden sich immer!
Ich lese weiter: Die Luft-
temperaturen betragen im
Winter zwischen 1,5 Grad
Celsius im Tiefland und um
20 Grad in den geschützten
Tälern des Südens. So ein mildes Klima gefällt mir sehr gut.
Ich sehe viele dicke und dünne blaue Fäden. Das sind Flüsse.
Ich lese: der Rhein (865 km ist sein deutscher Teil lang), die Elbe
(700 km), die Donau (686 km), der Main (524 km), die Weser (440
km), die Spree (382 km), die Mosel (242 km). Dem Wasserhaushalt
dienen auch Kanäle (Mittellandkanal, Dortmund-Ems-Kanal,
Main-Donau-Kanal, Nord-Ostsee-Kanal), Seen und Talsperren
(Boden­see, Müritz, Schwammenauel, Edertalsperre). Auch die
Niederschläge sind ausreichend. Das ist gut für die Landwirt-
schaft.
Auf einer anderen Karte suche ich nach Bodenschätzen. Es gibt nicht so viele. Deutschland ist
also ein rohstoffarmes Land. Die Vorkommen an Eisen-, Kupfer- und Zinnerz, Erd­gas und Erdöl
sind gering. Die Lagerstätten von Salz, Stein- und Braunkohle sind dagegen reich. Andere Boden-
schätze fehlen. Zwei Drittel der benötigten Energie muss man importieren. Auch bei mineralischen
Roh­stoffen ist die Abhängigkeit vom Ausland groß. Und doch ist die Bundesrepublik Deutsch­land
ein hochentwickeltes Industrieland! Mit ihrer Wirtschaft steht sie in der Welt an der 3. Stelle. Im
Welthandel nimmt sie sogar den 2. Platz ein.
Viel Interessantes habe ich dank der Karte und dem Lexikon erfahren!

Übungen 1. Lies den Text und ergänze die Tabelle.


Der Name des Landes
Die Nachbarstaaten
Die Fläche
Die Landschaftsräume
Der höchste Berg
Das Klima
Der längste Fluss

2. Wähle ein Thema und erzähle darüber.


1) Die geographische Lage.
2) Die Landschaftsräume.
3) Der Wasserhaushalt.
4) Das Klima.
5) Die Rohstoffe.
10 Die geographische Lage Deutschlands Lektion  2
3. Was für Zahlen sind das?
357 000 865
2 962 700
2 713 686
1 493 524
1 456 440
1 215 382
1 142 242

4. Betrachte die Grenzen Deutschlands. Schreibe in die Kästchen die


Benennungen der Nachbarstaaten Deutschlands.
1

2 3

4 5

7 8
D E U T S C H L A N D

10

5. Lückentext. Ergänze die Sätze im folgenden Text.


Es gibt viele ____________________(1) in Europa. Im Herzen Europas
____________(2) die Bundesrepublik Deutschland. Die ____________
_(3) Deutsc­hlands haben eine Länge von 3 785 km. Das Staatsgebiet
Deutsch­lands ist ___________________(4) groß. Der Fläche nach ist
____________________(5) kleiner als Frankreich mit 544 000 km2 und
Spanien mit 505 000 km2. Von Norden nach Süden unterteilt sich
Deutschland in __________________(6) große Landschaftsräume.
Die wichtigsten Inseln in der ______________________(7) sind die
Ostfriesischen Inseln, die Nord­friesischen Inseln sowie Helgoland
in der Helgoländer Bucht. Rügen, Hiddensee und Fehmarn liegen
in der _______________(8). Die ______________(9) Landschaften sind
außerordentlich vielfältig und reizvoll.
Lektion  2 Die geographische Lage Deutschlands 11

6. Deutschlands wichtigste Handelspartner. Zu welcher Information im


Text stellt diese Tabelle eine Illustration dar? Finde diese Information
im Text und erkläre den Inhalt der Tabelle.

1 2

3 4 5

7. Betrachte folgende Bilder und beschreibe sie.


8. Ordne jedes Bild einem der Landschaftsräume zu. Finde unten den
Text zu jedem Bild.
a) Die Bayerischen Alpen.
b) «Tausend Seen» in Mecklenburg-Vorpommern. Das Norddeut-
sche Tiefland.
c) Das Süddeutsche Alpenvorland.
d) Das Süddeutsche Mittelgebirgsstufenland. Pfälzer Wald: Der
Teufelstisch bei Hinterweidenthal. Ein Naturdenkmal.
e) Die Mittelgebirgsschwelle.
12 Die geographische Lage Deutschlands Lektion  2
9. Bezeichne auf der Karte Deutschlands die Lagerstätten der
Bodenschätze.

Hörtext 1. Ergänze die Sätze.


1) Ich möchte ________ Sie einige ____________________________.
2) _____________________ beantworte sie gerne.
3) ___________________ Sie diesmal zur Erholung?
4) Nein, wir werden hier einen Film ________________________.
Hoffentlich ____________________ alles.
5) ________________________________ ist diese Stadt gewählt?
6) Diese Gegend passt _____________________________, denn
der Film ist ein ______________________ Drama, und im Harz
______________ __________________ viele Schlösser.
7) Ich _____________ _____________ __________________ Ihnen
_________ Ihre Antworten auf meine Fragen.
8) Gern geschehen.
2. Nenne einen Film, der ein historisches Drama ist.

Diskussion 1. Sprecht miteinander zum Thema «Die geographische Lage


Deutsch­lands».
2. Wählt einen Landschaftsraum und bespecht seine Besonderheiten.

Freie Aufgabe Zeichne die Karte eines Landschaftsraumes und erzähle in der Stunde
über diesen Landschaftsraum.
Lektion Aus der
3 Geschichte
Deutschlands

Besing den Teil: doch Deutschland mein’, das ganze!


Besing den Staat: doch mein’ das Leben!
Besing den Plan: doch mein’ das Wesen
von Mensch und Berg und See und Pflanze!
So wie ein Teppich liegt das Land vor mir:
Verschlungen ist darin der Weg von Mensch und Tier.
Und zwischen Hügelketten, Flusseslängen
will sich des Volks Geschichte drängen.
G. Maurer

Vorübungen 1. Betrachte das altertümliche Bild von München und nenne die höchs­
ten Gebäude der Stadt.
2. Betrachte die Karte und bestimme die Oberbegriffe für alle
Benennungen darauf.
3. Welche germanischen Stämme kannst du noch nennen?
4. Nenne die heutigen geographischen Namen der Regionen auf der
Karte.
5. Nenne die heutigen Namen der Flüsse auf der Karte.
1
6. Welche Erfindungen sind historisch geworden? Nenne sie den Bildern
nach. Kennst du auch die Namen der Erfinder?

2
4

8 πch 1
E = ⋅ ch
λ
e kλ v − 1

13 стр.
14 Aus der Geschichte Deutschlands Lektion  3

Arminius und die Schlacht im Teutoburger Wald

Im VI.—V. Jh. v. Chr. (vor Christus) besiedelten die Stämme der alten Germanen den Nord­
teil des Tieflandes zwischen der Elbe und der Oder, die Halbinsel Jütland und den südlichen Teil
Skandinaviens. Sie waren kein einheitliches Volk. Sie lebten überwiegend die Seeküste entlang
und in den Flusstälern, denn dieses Territorium war mit Wäldern und Mooren bedeckt. Seit dem
IV. bis zum I. Jahrhundert v. Chr. drangen die Germanen bis zum Rhein im Westen vor. Im Süden
kam es zum Kampf gegen die Römer. Im Ergebnis der Nie­derlage der Germanen drangen die Römer
immer weiter nach Norden vor. Das dauerte bis zum Jahre 9 n. Chr.
Die germanischen Stämme lebten vereinzelt. Der Fürst der Cherusker aber, Arminius, wollte
einen Bund und ein einheitliches Vorgehen aller germanischen Stämme gegen die römischen Ein-
dringlinge zustande bringen. Arminius selbst stand im römischen Dienst, aber wie ein Teil der
germanischen Adligen blieb auch er antirömisch eingestellt.
Zunächst misslang ihm die Vereinigung. Besonders der Stamm der Markomannen widerstrebte
diesem Bund. Auch die Stämme an der Nordseeküste, darunter die Friesen, betei­ligten sich aus
Furcht vor der römischen Flotte nicht.
Im Herbst des Jahres 9 n. Chr. wählten die Verbündeten gegen Rom Arminius aber doch zum
obersten Anführer für die Dauer des Krieges. Inzwischen konnte Arminius auf das Vertrauen der
Römer bauen, denn er täuschte eine besondere Anhängigkeit an Rom vor. Man erhob ihn sogar in
den römischen Ritterstand. Solche Vergünstigungen erhielten nur besonders romtreue Stammes-
führer.
Alle germanischen Stämme mussten einheitlich handeln. In geheimen Zusammenkünften weih­
te Arminius die Germanen immer mehr in seinen Plan ein. Der Sieg konnte nicht leicht sein. Als
römischer Offizier kannte Arminius die Stärke des römischen Heers. In einer offenen Feldschlacht
würden die Germanen den römischen Legionären unterliegen, denn die Römer waren gut bewaffnet
und geübt. Deshalb wollte er die Römer in dichte Wälder locken. Im Teutoburger Wald kannten
die Germanen alle Pfade, den Römern dagegen war der Wald fremd und unheimlich.
Der Teutoburger Wald ist eine Kette niedriger Berge (bis 468 m hoch). Er ist ein Teil des We-
serberglands und ist 80 km lang. Hier fand die Schlacht der Germanen mit Arminius an der Spitze
gegen die Römer statt. Die Germanen zerschlugen 3 römische Legionen mit Quintilius Warus an
der Spitze und unterbrachen das weitere Vordringen der Römer.

Übungen 1. Gliedere den Text dem folgenden Plan nach.


1) Wo lebten die alten Germanen?
2) Wie lebten die germanischen Stämme?
3) Wer wollte dem Bund nicht beitreten?
4) Wen wählte man zum obersten Anführer?
5) Warum wählte Arminius den Teutoburger Wald als Kampfplatz?
6) Wie endete die Teutoburger Schlacht?

2. Bezeichne mit dem «+» richtige und mit dem «–» falsche
Behauptungen.
1) Die germanischen Stämme waren immer ein einheitliches
Volk.
2) Die Stämme der alten Germanen besiedelten auch den südlichen
Teil Skandinaviens.
3) Arminius war Führer des Stammesbundes der Markomannen.
4) Man erhob Arminius in den römischen Ritterstand.
Lektion  3 Aus der Geschichte Deutschlands 15

5) An der Spitze der germanischen Stämme stand Arminius.


6) Die Teutoburger Schlacht fand im Mittelalter statt.
7) In der Teutoburger Schlacht siegten die römischen Legionen.

Karolus Magnus

Karl der Große (747—814) nahm eine besondere Stellung in der Geschichte Europas ein. König
der Franken seit dem Jahre 768 unterwarf Karl der Große einige germanische Stämme. Mit der
Unterwerfung der Sachsen und Bayern gliederte er die letzten Stammesverbände zwischen dem
Rhein, der Elbe und der Saale in das Frankenreich ein.
773 rief ihn der Papst um Hilfe gegen die Langobarden, die Rom bedrängten. Nach der Kapitula-
tion der Langobarden übernahm Karl selbst die Herrschaft im Langobardenreich. In den folgenden
Jahren eroberten die Franken in Italien noch weitere Gebiete. So war das Fran­kenreich am Ende
des 8. Jahrhunderts unter Karl dem Großen zum Großreich geworden. Es umfasste Gallien, Nord-
und Mittelitalien sowie die Gebiete aller später deutschen Stammesverbände. Auch die slawischen
Sorben und Lutizen im Gebiet zwischen der Elbe, der Saale und der Oder waren dem fränkischen
Staat unterworfen und mussten Tribute zahlen.
Karls Streben galt nun dem Kaisertitel. Als er zu Weihnachten 800 in Rom weilte, setzte ihm
Papst Leo III. während des Weihnachtsgottesdienstes die Krone auf und begrüßte ihn als Kaiser.
Sein Reich war nicht nur der Fläche nach groß. Es hatte mannigfaltige Bezie­hungen zu orien-
talischen Ländern.
794—795 ließ er sich in der Stadt Aachen nieder. Hier baute man für ihn einen prächtigen
Palast, wo römische und orientalische Motive ein wunderschönes Ganzes bilden. Dank seiner Lage
an der Grenze zu 3 Ländern (Belgien, den Niederlanden und Deutschland) wurde Aachen heute
zum Symbol der europäischen Idee. Seit 1950 wird hier der Karl-Preis für besondere Verdienste
bei der Vereinigung Europas verliehen.

Übungen 1. Was zeugt auf dem Bild «Karl der Große» von Albrecht Dürer davon,
dass Karl der Große auch germanische Stämme in das Frankenreich
eingliederte?
2. Beschreibe die Krone und die Machtzeichen des Königs.
3. Betrachte das Bild des Palas­tes. Was erinnert dich an die orien-
talischen Städte, und was ist rein europäisch?
4. Vergleiche den Palast zu Aachen mit dem Schloss Neuschwanstein.
Beschreibe die Architektur der beiden Bauwerke.
16 Aus der Geschichte Deutschlands Lektion  3

Klöster als Kulturzentren

Klöster waren die einzigen Stätten kultureller Betätigung im Mittelalter. Die Kultur im
Allgemeinen bestimmte die Kirche. So beschränkte sich die Malerei auf die Darstellung der Erzäh-
lungen aus der Bibel sowie auf die künstlerische Gestaltung der Bücher, die man in den Klöstern
schrieb oder abschrieb. An den Wänden der Kirchen stellte man das Leben der Heiligen dar. Wir
bewundern reich verzierte Bucheinbände, kirchliche Kultgegenstände und hervorragend gestaltete
Türen von Kirchen.
Besondere Leistungen vollbrachte die Kirche auf dem Gebiet der Bildung. Seit der Mitte des 8.
Jahrhunderts, besonders unter Karl dem Großen, entstanden Klosterschulen. Sie sollten in erster
Linie den Nachwuchs für die Geistlichkeit ausbilden. Die berühmtesten Klosterschulen waren
Fulda im 9. Jahrhundert und St.1 Gallen im 10. Jahrhundert.
Man lernte in der Schule 7 Fächer, das waren die so genannten «sieben freien Künste»: Gram-
matik, Rhetorik, Dialektik und dann Arithmetik, Musik, Geometrie und Astronomie. Die meisten
Schüler lernten das Trinium, d. h. Grammatik, Rhetorik und Dialektik. Nur die zukünftigen Mönche
oder Priester mussten weiter lernen.
Die Disziplin in den mittelalterlichen Schulen war sehr streng. Den Lernerfolg unterstützte man
mit Hilfe von Haselruten. Sie mussten die Schüler selbst während der Spaziergänge schnei­den.
Mit diesen Ruten prügelte man die Schüler später. Für jeden Fehler gab es Schläge. Nur an einem
Tag konnten sich die Schüler rächen. Das war der 28. Dezember, der so genannte Kindleinstag.
An diesem Tag wählten sich die Schüler einen Abt oder Bischof aus ihren Reihen, parodierten
kirchliche Zeremonien und sangen Spottlieder nach kirchlichen Melodien.

1
St. — lies: [za8kt] (sankt)

Übungen 1. Welchen Teil des Textes illustrieren diese Bilder?


2. Welche Fächer aus den «sieben freien Künsten» sind dir nicht bekannt?
Lies darüber im Lexikon und erzähle in der Stunde.
Lektion  3 Aus der Geschichte Deutschlands 17

Die Rittergesellschaft

Das Deutsche Reich entstand im 10. Jahrhundert nach dem Zerfall des Frankenreiches. Die
herrschende Klasse bildeten im Reich die Feudalherren. Der mächtigste Feudalherr war der König.
Er war Herr über das Land, das noch nicht anderen Feudalherren gehörte. Er war der oberste
Heerführer und der oberste Richter. Er belehnte seine Gefolgsleute, seine Vasallen, mit großen
Ländereien. Ein Vasall des Königs, ein Herzog oder ein Graf, konnte einzelne Gebie­te davon an
seine Krieger oder Diener weiterverleihen. Auch Bischöfe und andere hohe Geistliche konnten vom
König Land als Lehen bekommen. Anfangs gab man die Lehen nur auf Lebenszeit, später wurden
die Lehen ein erblicher Besitz der Vasallen.
Ritter werden konnte nur der Sohn eines Ritters. Auch beide seiner Großväter mussten Rit-
ter sein. Bis zum 7. Lebensjahr blieb das Kind unter der Obhut der Frauen in der Kemenate. Es
wurde später bis zu seinem 14. Lebensjahr zum Pagen1 und dann bis zum 21. Lebens­jahr zum
Waffenträger.
Man dachte weniger an die wissenschaftliche Ausbildung des zukünftigen Ritters, vielmehr
aber an sein höfliches Betragen. Es bestand in einem anständigen Benehmen, in der Kenntnis
der gebräuchlichsten Spiele, der Musik und der Sprachen. Man konnte zwar nicht schrei­ben, aber
Französisch sprechen und verstehen galt als notwendig. Die Kinder der Fürsten lernten noch an-
dere Sprachen hinzu: Latein und Griechisch.
Manche Ritter schickten ihre Kinder, vor allem die Knaben, in die Klosterschulen. Aber viele
Ritter konnten weder lesen noch schreiben. «Das ist die Sache der Mönche», meinten sie.
Die Ritter brauchten die «sieben Behendigkeiten»: Reiten, Fechten, Turnieren, Schießen,
Schwimmen, Brettspiel und Ritterdienst (Dichten und Singen für die Dame). Jeder junge Mann
musste sich gründlichst aneignen, das Wild zu jagen, die Falken zu dressieren, das Jagdzeremoniell
und die so genannte Jägersprache gut zu verstehen.
1
Pagen — lies: [’pa:43n]

Übungen 1. Nenne und zeige die Teile des Ritterharnisches in der Mutter-
sprache.
2. Zeichne daneben mit Buntstiften den Helm und den Schild.
3. Bemale das Bild und schreibe daneben die einzelnen Teile des
Harnisches.
18 Aus der Geschichte Deutschlands Lektion  3
4. Welches Wort ergibt sich aus dem Rätsel?

w a a g e r e c h t:
1) ritterliche Bekleidung
2) Schutzrüstung in der linken Hand des Ritters
3) Brustbedeckung
4) Kopfbedeckung
5) Angriffsrüstung in der rechten Hand des Ritters
6) Schutzbedeckung fürs Gesicht

5. Beschreibe schriftlich eines der Gemächer.

Die Hanse

Die Hanse ist eine wirtschaftliche und politische Vereinigung der norddeutschen Städte.
Im 12.  Jahrhundert errichtete man in Wisby auf der Ostseeinsel Gotland einen Stapelplatz für
Waren. Das war der Beginn der Vereinigung der Kauf- und Seeleute.
Zu der Hanse der deutschen Städte gehörten die großen Hafenstädte Lübeck, Hamburg,
Bremen, Wismar, Rostock und weitere 70 Städte. Man hielt sie geheim, deshalb ist die genaue
Zahl der Städte unbekannt. Es gab einige Stützpunkte in anderen Ländern: Das waren London,
Brügge, Bergen und Nowhorod.
Die Mitglieder der Hanse nannte man Hansen. In den fremden Städten lebten die
Hansen in einem abgeschlossenen Gebiet. Es war durch hohe Zäune geschützt. In diesem
Gebiet befanden sich die Kontore und die großen Lagerhäuser. Zahlreiche Kaufmannsgesel-
len, Wächter, Seeleute und Lagerarbeiter waren für die großen Handelsgeschäfte notwendig.
Die deutschen Kaufleute lebten in Gemeinschaften nach einer ganz bestimmten strengen Ord-
nung. An der Spitze der Gemeinschaft stand ein Oberhaupt. Man wählte einen Mann für ein
Jahr. Alle Hansen mussten sich der Ordnung fügen, sonst schloss man sie aus der Hanse aus.
Ihren besonderen Aufschwung erlebte die Hanse in der Periode vom 14. bis zum 15. Jahrhun-
dert. An ihrer Spitze stand in dieser Zeit die Stadt Lübeck. Die Hanse existierte bis in die Mitte
des 17. Jahrhunderts, aber ihr Untergang begann schon seit dem Ende des 15. Jahrhunderts.
Lektion  3 Aus der Geschichte Deutschlands 19

Übungen 1. Wähle eine Hansestadt. Du bist ihr Bürgermeister. Spielt zu fünft


die Hansen. Beschreibt einander eure Städte. Schreibt den Text des
Lübeck Bündnisses eurer Städte für den gemeinsamen Handel und gegen
die Seeräuber. Lest den Text den anderen Schülern in der Stunde
vor.

Wismar

Bremen

Rostock

Hamburg

Hörtext 1. Höre dir den Text an und fülle die Lücken im Text aus.
Maryna: _________________________________(1), Oxana, mir gefällt die Stadt
Nürnberg ___________________________(2). Besonders gern habe ich
___________________________________(3) besucht.
20 Aus der Geschichte Deutschlands Lektion  3
Oxana: Und in meinem Gedächtnis _______________________(4) auch
das Lochgefängnis.
M: ______________________________________________________(5) ist schon
da. ________________________(6) wir näher!
Frau Meyer: _____________________(7), liebe Gäste! Es _____________________(8)
mich sehr, Sie in unserem Museum _________________________(9).
______________________________(10) ist das Museum des germanischen
Sprachraumes. Jetzt ______________________________(11) ich Ihnen
mittelalterliche Trachten. Man _________________________________(12)
Riemen und Bänder. Man schloss _______________________(13) auch
mit einer Nadel. Es gab strenge ___________________________(14).
____________________________(15) und _____________________(16)
durften sich so kleiden wie die Herren. Die Farbe musste nur _____
_____________(17), __________________(18) oder _______________(19)
sein. _________________(20) trug man einen Filzhut und Gugel, eine
Art Kapuze. Die engen __________________________(21) der Ritter
waren gewöhnlich rot. Rock und Mantel __________________(22) lang.
Auch die Frauen ___________________(23) die Kleidung bis zu den
Füßen. In dem Kleiderluxus ________________________(24) die Männer
den Ton an, aber auch die Frauen ________________(25) kaum weit
___________________(26).
Maryna und Oxana: Wir danken _________________________(27) herzlichst _______
______________________________(28), Frau Meyer!
2. Beschreibe die europäische mittelalterliche Tracht.

Diskussion 1. Sprecht miteinander zum Thema «Aus der Geschichte ­Deut­­schlands».

2. Gestaltet einen Dialog über die mittelalterlichen Trachten.

Freie Aufgabe 1. Bereitet zu zweit einen Vortrag zum Thema «Nationaltrachten in


Deutschland» vor. Informationen könnt ihr im Internet finden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tracht; http://www.trachtenserver.de;
http://www.schaumburger-tracht.de; http://www.spreewald-info.
com/de/land_leute/braeuche/trachten/index.php; http://www.deut-
scher-trachtenverband.de.
Lektion Der staatliche
4 Aufbau
Deutschlands

Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland!


Danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.
Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.
Lied der Deutschen
(Die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland)

Vorübungen 1. Die Nationalhymne der BRD ist die dritte Strophe des «Liedes der
Deutschen», das A. H. Hoffmann von Fallersleben (1798—1874) ge-
dichtet hat. Lerne diese Strophe auswendig.
2. Beschreibe das Staatswappen und die Staatsflagge der BRD. Male
sie nach.

Was bedeutet der «Bund» in der Bundesrepublik Deutschland?

So ungemein vielfältig Deutschland auch ist, sein demokratisches Gemeinwesen ist stabil. Das
garantiert die Verpflichtung des Staates, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen und
das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit zu geben.
Die höchste gesetzgebende Gewalt wird in der BRD vom Bundestag und vom Bundesrat aus-
geübt. Das Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident. Er wird für eine Amtszeit von 5  Jahren
gewählt und vertritt völkerrechtlich die Bundes­­republik Deutschland. Den Bundespräsidenten
wählt die Bundesversammlung, die nur zu diesem Zweck zusammentritt. Sie besteht aus den
Bundestagsab­geordneten und den Dele­gierten, die von den Länderparlamenten gewählt werden.
Der Bundestag wird unmittelbar vom Volk auf 4 Jah­re gewählt. Seine wichtigsten Aufgaben sind
die Gesetzgebung, die Wahl des Bundeskanzlers und die Kontrolle der Regierung.
Der Bundesrat
Die 69 Stimmen der Bundesländer im Bundesrat
Nordrhein-Westfalen •••••• Sachsen-Anhalt ••••
Bayern •••••• Thüringen ••••
Baden-Württemberg •••••• Brandenburg ••••
Niedersachsen •••••• Schleswig-
Holstein ••••
Hessen ••••• Mecklenburg-
Vorpommern •••
Sachsen •••• Hamburg •••
Rheinland-Pfalz •••• Saarland •••
Berlin •••• Bremen •••
Den Bundesrat bilden die Vertreter der Bundesländer. Die Zahl der Vertreter hängt von der Bev-
ölkerungszahl der Länder ab. Der Bundesrat wirkt bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes mit.

21 стр.
22 Der staatliche Aufbau Deutschlands Lektion  4

Die Bundesregierung, das «Kabinett», besteht aus dem


Bundeskanz­ler und den Bundesministern. Den Kandidaten
für das Amt des Bundes­kanzlers schlägt der Bundespräsi-
dent vor. Der Bundes­kanzler wird danach vom Bundestag
gewählt. Der Bundeskanzler allein wählt die Minister
aus und schlägt die Kandidaten dem Bundespräsidenten
vor. Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der
Regierungs­politik. Im Rahmen dieser Richtlinien leiten die
Bundesminister ihren Geschäftsbereich selbständig und in
eige­ner Verantwortung.
Das Bundesverfassungsgericht hat seinen Sitz in Karl-
sruhe und wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes.
Es prüft Bundes- und Landgesetze auf ihre Vereinbarkeit
mit dem Grundgesetz. Je­der Bürger hat das Recht bei dem
Bundesverfassungsgericht Beschwerde einzulegen.
Na c h d e r W ie d e r v e r e i n i g u n g D eut s c h­­ l a nd s
beschloss  der  Bundestag am 20. Juni 1991, Parlament
und Regierung von Bonn nach Berlin zu verlegen. Am
27. September 1996 zog auch der Bundesrat­ nach Berlin
um. Einige Minis­terien sind in Bonn geblieben, und Bonn
bekam den Titel­ «Bundesstadt».

Übungen 1. Erkläre das Schema des staatlichen Aufbaus in der Bun­des­republik


Deutschland mit den Sätzen aus dem Text.
2. Lies die Zahlen aus der Sitzverteilung im Deutschen Bundestag und
sage: Wann hat welche der Parteien regiert? Ergänze die Tabelle
durch die Angaben 2005.
Sitzverteilung im Deutschen Bundestag
seit 1949 bis 2002
PDS SPD B90/Grüne Sonstige FDP CDU/CSU =
1949 136 80 53 141 410
1953 162 45 53 249 509
1957 181 17 44 277 519
1961 203 57 251 521
1965 217 50 251 518
1969 237 31 250 518
1972 242 42 234 518
1976 224 40 254 518
1980 228 54 237 519
1983 202 28 35 255 520
1987 193 44 48 234 519
1990 8 239 17 79 319 662
1994 30 252 49 47 294 672
1998 36 298 47 43 245 669
2002 2 251 55 2 47 248 603
Lektion  4 Der staatliche Aufbau Deutschlands 23

3. Schreibe in die Kästchen im folgenden Schema die ent­sprechenden


Benennungen ein.
Die Verfassungsorgane

4. Nenne die Namen des heutigen Bundespräsidenten und des


Bundeskanzlers Deutschlands.

Was bedeutet ein «Land» in der Bundesrepublik


Deutschland?

Die Bundesrepublik Deutschland besteht aus 16 Bundesländern. Das,


was wir über die Bundesrepublik im Ganzen sagen, können wir ruhig auch
über jedes Land sagen, weil jedes Land ein Staat mit eigener Staatsgewalt
ist. Es hat seine eigene Landesverfassung, sein eigenes Landesparlament
und seine eigene Landesregierung. Damit wird die traditionelle Aufgabe
des Föderalismus gewährleistet: die Bewahrung der regionalen Vielfalt. Vor allem sichert das die Frei-
heit des Landes. Auf solche Weise werden auch die Aufgaben zwischen Bund und Ländern verteilt. Das
beteiligt die Länder an der politischen Willensbildung auf Bundesebene. Der Bundesstaat stärkt auch
das demokratische Prinzip, weil jeder Bürger am politischen Leben seiner Umgebung teilnehmen kann.
Der Wettbewerb unter den Ländern lässt ein einzelnes Bundesland Neues erproben und Modelle für
bundesweite Reformen liefern.
Die Länder sind für die gesamte innere Verwaltung zuständig. Der Behördenapparat der Länder
ist für die Ausführung der meisten Bundesgesetze und -verordnungen verantwortlich. Die Aufgaben
der Länderverwaltung bestehen aus 3 Teilen: Sie ist für Schulen, Polizei, Landesplanung und anderes
zuständig. Sie führt Bundesrecht als eigene Angelegenheit und in eigener Verantwortung aus (zum
Beispiel Bau von Bundesstraßen, Ausbildungsförderung).
Die kommunale Selbstverwaltung als Ausdruck der Bürgerfreiheit hat in Deutschland Tradition.
Das Grundgesetz greift diese Tradition auf. Die kommunale Selbstverwaltung hat das Recht, alle Ange-
legenheiten der örtlichen Gemeinschaft in eige­ner Verantwortung zu regeln. Alle Städte, Gemeinden und
Kreise müssen demokratisch organisiert sein. Aus historischen Gründen unterscheiden sich die Kom-
munalverfassungen von Land zu Land stark voneinander. Die kommunale Verwaltungspraxis ist in allen
Bundesländern jedoch gleichartig. Die kommunale Verwaltung eröffnet jedem Bürger Möglichkeiten der
Mitwirkung und Kontrolle. Die Städte und Gemeinden sind die kleinsten Zellen des politischen Gemeinwe-
sens. Ihre Weiterentwicklung ist die Garantie der Freiheit und Demokratie in Staat und Gesellschaft.
24 Der staatliche Aufbau Deutschlands Lektion  4
Übungen 1. Betrachte die Karte der Länder Deutschlands und schreibe die
Benennungen der Hauptstädte der Länder auf.
Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadt: Berlin
Fläche: 356,854 km2
Einwohner: 81,8 Millionen
Schleswig-Holstein
Hauptstadt: Kiel
Fläche: 15.731 km2
Einwohner: 2,7 Millionen
Bremen
Hauptstadt: Bremen
Fläche: 404 km2
Einwohner: 0,68 Millionen
Niedersachsen
Hauptstadt: Hannover
Fläche: 47.351 km2
Einwohner: 7,5 Millionen
Nordrhein-Westfalen
Hauptstadt: Düsseldorf
Fläche: 34.070 km2
Einwohner: 17,9 Millionen
Hessen
Hauptstadt: Wiesbaden
Fläche: 21.114 km2
Einwohner: 6,0 Millionen
Rheinland-Pfalz
Hauptstadt: Mainz
Fläche: 19.849 km2
Einwohner: 4,0 Millionen
Saarland
Hauptstadt: Saarbrücken
Fläche: 2.570 km2
Einwohner: 1,1 Millionen
Baden-Württemberg
Hauptstadt: Stuttgart
Fläche: 35.751 km2
Einwohner: 10,3 Millionen
Mecklenburg-Vorpommern
Hauptstadt: Schwerin
Fläche: 23.559 km2
Einwohner: 1,8 Millionen
Hamburg
Hauptstadt: Hamburg
Fläche: 755 km2
Einwohner: 1,7 Millionen
Brandenburg
Hauptstadt: Potsdam
Fläche: 29.056 km2
Einwohner: 2,5 Millionen
Berlin
Hauptstadt: Berlin
Fläche: 889 km2
Einwohner: 3,5 Millionen
Sachsen-Anhalt Thüringen
Hauptstadt: Magdeburg Hauptstadt: Erfurt
Fläche: 20.607 km2 Fläche: 16.251 km2
Einwohner: 2,7 Millionen Einwohner: 2,5 Millionen
Sachsen Bayern
Hauptstadt: Dresden Hauptstadt: München
Fläche: 18.341 km2 Fläche: 70.554 km2
Einwohner: 4,6 Millionen Einwohner: 12,0 Millionen
Lektion  4 Der staatliche Aufbau Deutschlands 25

2. Zeichne die Wappen der Länder.


3. Lies die Bevölkerungszahlen und erkläre die Vertretung der Länder
im Bundesrat.
M u s t e r: Die Bevölkerungszahl des Landes Nordrhein-Westfalen beträgt 17,7 Millionen Menschen,
deshalb hat das Land 6 Stimmen im Bundesrat.

4. Beschreibe den Weg der Gesetzgebung im Ba­yerischen Landtag.


5. Du bist Mitglied des Landtags. Sieh dir alle Schemas an und erzähle
über deine Arbeit und deine Pflichten.

Hörtext 1. Höre dir den Text an und fülle die Lücken aus.
Olexij Matschura: Guten Tag! Darf ich __________(1) Sie einige __________________(2)?
Renate Schmidt: _______________(3)! Was _____________(4) Sie?
O. M.: _________________(5) Sie __________________(6), _______________________________(7)
kann ein Jugendlicher ins Baye­rische Parlament __________________(8) und
_________________(9)?
R. S.: Jeder Staatsbürger kann ab dem _________________________________(10) wählen
und ab dem _____________________________________(11) gewählt werden.
O. M.: Und wie groß ist das ________________________________(12)?
R. S.: Der Landtag besteht aus_____________________________(13). Sie _____________(14)
12 ständige Fachausschüsse. Die Fragen der Jugendlichen werden im Ausschuss
für ________________(15), ___________(16) und ___________(17) beraten.
O. M.: Wie viele Frauen sind ___________________________(18) des Baye­rischen Parlaments?
R. S.: Jetzt ______________(19) diese Zahl mehr als 20 Prozent aller _______________(20).
O. M.: Ich bedanke mich _________(21) Ihnen ______(22) Ihre Antworten und __________(23)
Ihnen viel Erfolg in Ihrer Arbeit.
R. S.: Auch ich wünsche ______________________(24) Ihren Lesern und _______________(25).
Auf Wiedersehen!
O. M.: ____________________________(26)!
2. Stelle 2—3 Fragen an ein Mitglied des Parlaments zusammen.
Lektion
5 Berlin

Berlin ist gar keine Stadt, sondern Berlin gibt bloß den
Ort dazu her, wo sich eine Menge Menschen, und zwar
darunter viele Menschen von Geist, versammeln...
H. Heine

Vorübungen 1. Beantworte folgende Fragen.


 Wie verstehst du die Worte von H. Heine?
 Was ist dir über die Stadt Berlin bekannt?
 Was kannst du über diese Bilder erzählen?
 Was unterscheidet das Reichstagsgebäude aus dem Jahre
1895 von seinem heutigen Aussehen?
2. Beschreibe das Wappen der Stadt.
3. Nenne die Sehenswürdigkeiten  der Stadt Berlin, über welche du gelesen
oder gehört hast.
Lektion  5 Berlin 27

In Berlin
1. Guten Tag, liebe Damen und Herren! Freut mich, Sie in der Hauptstadt Deutschlands zu begrüßen.
Unsere Rundfahrt durch Berlin beginnen wir hier. Der Alexanderplatz ist einer der beliebtesten Einkaufs-
und Touristenverkehrszentren, von den Berlinern liebevoll einfach «Alex» genannt. Der Platz mit seinem
Brunnen und der Weltzeituhr ist eine große Fußgängerzone. In der Nähe liegt ein weiteres Wahrzeichen
Berlins — der 365 m hohe Fernsehturm mit seinem drehbaren Café, das sehr gern von Touristen besucht
wird. Vor ihm sehen Sie das berühmte Rote Rathaus, das mit seinem 97 m hohen Turm auch zu den
Wahrzeichen Berlins gehört. Hier sehen Sie den Neptunbrunnen. Sehr attraktiv sind die Grünanlagen,
die zwischen dem Roten Rathaus, der Marienkirche und dem Berliner Dom liegen.
28 Berlin Lektion  5

2. Jetzt befinden wir uns auf der Museumsinsel. Hier sehen Sie das Alte und das Neue Museum, die
Nationalgalerie, das Bode-Museum. Und wir besuchen heute das Pergamon-Museum. Dieses Museum
erhielt seinen Namen nach dem bekanntesten Stück seiner Sammlung, dem Pergamon-Altar (180—160 v.
Chr.). Hier sehen Sie seine Westseite. Das Museum birgt auch die 30  m lange Fassade des Wüstenschlosses
Mschatta aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die mit majestätischen Löwen dekorierte Prozes-
sionsstraße aus Babylon (604/62 v. Chr.), griechische und römische Skulpturen sowie antike Kleinkunst.
Sie machen das Pergamon-Museum zu einem der besten Architekturmuseen der Welt.
3. Wir fahren die Straße «Unter den Linden» entlang zum Brandenburger Tor. Auf der rechten Seite
dieses Boulevards sehen Sie das Deutsche Historische Museum (früher: das Zeughaus), die Neue Wache,
die Humboldt-Universität; auf der linken Seite das Palais unter den Linden, die Deutsche Staats­­oper
und weiter hinten das grü­ne Dach des wie­der eröffneten Hotels Adlon. Wir sind am Brandenbur­ger
Tor. Gleich daneben be­findet sich das Parlamentsge­bäude, der wiederherge­stellte Reichs­­tag mit seiner
neuen futuristischen Glaskuppel. Durch das Tor sehen Sie in der Ferne die Siegessäule. Das ist unser
nächstes Ziel.
4. Wir sind im Tiergarten. In der Mitte dieses großen Grünmassivs erhebt sich die Siegessäule. Sie ist
75 m hoch und wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 errichtet. Die Säule krönt ein fast
10 m hoher vergoldeter Engel. So modellierte Friedrich Drake die Göttin Viktoria, gemeinhin «Goldelse»
genannt.
5. Die Straße Kurfürstendamm nennen die Berliner kurz Ku’damm. Dort sehen Sie das Eckhaus
Ku’damm/Uhlandstraße. Es stammt noch aus der Gründerzeit. Hier residiert die besuchenswerte Galerie
Brusberg. Dort sehen Sie die neoromanische Kaiser-Wilhelm-Gedächt­nis­kirche. Sie wurde 1895 dem
ersten Kaiser gewidmet. Zurzeit ist sie als Kriegsruine und Mahnmal noch ansehnlicher.
6. Jetzt fahren wir zum letzten verbliebenen Schloss auf Berliner Boden, Charlottenburg1, das Herrscher
aus dem Haus Hohenzollern bewohn­ten. Den Mittelturm baute man in der Form einer Kuppel. Den Park
gestaltete man im französischen Stil.
Im Westen befindet sich das Theater. Unweit des Ostflügels schuf der berühmte Architekt Schinkel
einen Pavillon2. Im Park errichtete man das Teehaus Belvedere. Im Schloss sind die Galerie der Romantik
und königliche Gemächer zu besichtigen, im Belvedere Berliner Por­zellane, im Schinkel-Pavillon Kunst
und Kunst­ge­werbe der Schin­kelzeit.
7. Unsere Rundfahrt ist damit beendet. Es ist ja unmöglich, das ganze Berlin an einem Tag zu besich-
tigen. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen weitere Bekanntschaft
mit unserer schönen Stadt.

Übungen 1. Zeige auf der Karte der Stadt die Sehenswürdigkeiten, die im Text
erwähnt sind.
2. Zeige auf der Karte die weiteren Sehenswürdigkeiten, und sage, wo
sie sich befinden.
3. Bezeichne mit dem «+» richtige und mit dem «–» falsche
Behauptungen.
1) Der Alexanderplatz ist einer der beliebtesten Einkaufs- und
Touristenverkehrszentren.
2) Der Fernsehturm erhebt sich am Stadtrand.
3) Der Neptunbrunnen befindet sich in einer großen Parkanlage.
4) Zu den Wahrzeichen Berlins gehören das Brandenburger Tor,
der Fernsehturm, das Rote Rathaus.
5) Das Pergamon-Museum zeigt Exponate aus der Geschichte
1
Charlotte — lies: [6ar’l1t3]
2
Pavillon — lies: [pavil’j∙] Deutschlands.
Lektion  5 Berlin 29

6) Die Kaiser-Wilhelm-Kirche ist völlig wiederhergestellt.


7) Charlottenburg ist das letzte verbliebene Schloss auf Berliner
Boden.
4. Ergänze den Satz mit den unten gegebenen Wörtern.
Theater, Tiergarten, Fußgängerzone, Kriegsruine und
Mahnmal, «Unter den Linden», Pavillon, Museumsinsel
1) Der Alexanderplatz mit seinem Brunnen und der Weltzeituhr
stellt eine große ... dar.
2) Auf der ... befinden sich das Alte und das Neue Museum, die
Nationalgalerie, das Bode- und das Pergamon-Museum.
3) Wir fahren die Straße ... entlang zum Brandenburger Tor.
4) Die Siegessäule erhebt sich im... .
5) Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist als ... noch ansehnlicher.
6) Im Westen des Schlosses Charlottenburg befindet sich das...,
und beim Ostflügel schuf man einen... .
5. Welches Wort ergibt sich aus dem Rätsel?
1

w a a g e r e c h t:
1) Springbrunnen vor dem Roten Rathaus.
2) Der Park, wo sich die Siegessäule erhebt.
3) Das Parlamentsgebäude.
4) Der beliebteste Ort der Erholung der Berliner.
5) Die Stelle, wo sich 5 bedeutende Museen befinden.
6) Was ist eine Quelle der Information und eine Sehenswürdigkeit
zugleich?
6. Spielt in der Klasse das «Aha-Reaktion»-Spiel.
M u s t er: Ich sage: «Hier gibt es einige große und hohe Säulen.
Darüber sehe ich eine Quadriga mit der geflügelten Viktoria».
Jemand: «Aha! Ich weiß! Das ist das Brandenburger Tor».
7. Bilde Sätze.
besichtigen der Tiergarten und

viel Sehenswürdigkeiten 75 m hoch sein Brunnen seine Weltzeituhr

in Touristen und die Mitte die Siegessäule in zu der Alexanderplatz mit

Kulturstätten Berlin sich erheben beliebt werden


historisch eine Touristenattraktion
A B C
30 Berlin Lektion  5
8. Zu viert beschreibt nach dem Text, den Bildern und der Karte:
a) den Alexanderplatz; b) den Tiergarten; c) «Unter den Linden»;
d) die Museumsinsel; e) den Kurfürstendamm (den Ku’damm);
f) Charlottenburg.
Die Gruppe, die die längste Erzählung geschrieben hat, ist Sieger.
Vergleicht eure Erzählungen zum gleichen Thema.
9. Spielt zu zweit: Gebt einander 2 Listen mit je 10 Wörtern zum Thema
auf deutsch und auf ukrainisch. Übersetzt schriftlich. Nehmt sie
dann zurück und prüft. Wer alles schnell und richtig gemacht hat,
ist Sieger.

Hörtext 1. Höre dir den Text an und fülle die Lücken aus.
Die Geschichte der Stadt und ihre Zeugen.
1) Jedem sind die Sehenswürdigkeiten der Stadt Berlin bekannt:
______________, ________________, ________________, ____________
____, ________________, _______________. 2) Die erste urkundliche
Erwähnung stammt aus dem Jahre ________________. 3) Es gab
aber auch eine ___________________, Cölln, erstmals 1237 erwähnt.
4) Die beiden wuchsen in eine ______________ zusammen. 5) Damals
war das eine Händler- und ____________________________. 6) An
diese Zeit erinnern die Doppeltürme der ______________________
___________.
7) Die Lage an der Kreuzung vieler ___________________________
verhalf der Blüte, dem Wachstum des Ortes und seinem Werden
zum _________________ Preußens. 8) Der Zeuge dieser Etappe im
Leben der Stadt ist das ______________________________________
___________.
9) Ende des 19. Jahrhunderts war Deutschland ein _______________
__ geworden, und seit 1871 wurde Berlin zu seiner _______________
_____. 10) In dieser Zeit baute man ______________________. 11) Im
2. Weltkrieg wurde _______________ sehr stark zerstört. 12) Ihren
Zeugen bekam die ____________________ des deutschen Faschismus
etwas später. 13) ________________________ war die Stadt Berlin
in die __________________________ der DDR und _______________
geteilt. 14) Als Folge dieser ________________ erschien 1961 die
_______________. 15) _______________ erfolgte die Vereinigung der
BRD und der DDR. 16)  Heute ist Berlin wieder die Hauptstadt ___
__________________________________________________________.
2. Nenne die Sehenswürdigkeiten Berlins, die in diesem Text erwähnt
sind.

Diskussion Sprecht miteinander zum Thema «Berlin heute».


Lektion
6 Die Städte
Deutschlands

Schöne Wiege meiner Leiden,


Schönes Grabmal meiner Ruh.
Schöne Stadt, wir müssen scheiden —
Lebe wohl! ruf ich dir zu.
H. Heine

Vorübungen 1. Beantworte die folgenden Fragen.


 Welche Städte Deutschlands kennst du?
 Wodurch sind diese Städte bekannt?
 Was kannst du über diese Städte erzählen?
 Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in diesen Städten?
 Welche bekannten Menschen lebten und wirkten hier?
2. Sieh auf die Landkarte und finde diese Städte. Ergänze mit Hilfe der
Landkarte.
 In Sachsen liegen...  Mainz liegt an...
 In Nordrhein-Westfalen gibt es  Am Rhein liegen...
viele Städte wie...  Die Spree fließt durch...
 Die Hauptstadt von Bayern ist...  Der größte Seehafen
 Hannover ist die Hauptstadt von Deutschlands ist...
...  An der Grenze liegen...
3. Bestimme, was zusammenpasst.
1) Köln A. sind Hafenstädte.
2) Hamburg B. ist durch seine Gemäldegalerie bekannt.
3) Dresden C. ist durch seinen Dom bekannt.
4) Weimar D. ist der größte Seehafen in Europa.
5) Rostock, Lübeck E. ist die Hauptstadt Deutschlands.
und Kiel F. ist die Stadt von Goethe und Schiller.
6) Berlin
1 2 3 4 5 6
4. Lies den Text und suche nötige Informationen für die Tabelle.
Name Gründung Lage Sehens- Berühmte
der Stadt würdigkeiten Persönlichkeiten

Die Städte Deutschlands


In Deutschland gibt es viele sehenswerte Städte. Und ich schlage euch vor, einige deutsche
Städte kennen zu lernen.
Unsere Reise durch Deutschland beginnt! Und zuerst besuchen wir die zweitgrößte Stadt Deut-
schlands Hamburg. Man nennt Hamburg Deutschlands Tor zur Welt, weil es der wichtigste Seehafen

31 стр.
32 Die Städte Deutschlands Lektion  6

und das größte Außenhandelszentrum des Landes ist. Wenn man


eine Hafenrundfahrt macht, sieht man Schiffe aus aller Welt.
Hamburg ist eine Stadt mit Geschichte. Es wurde zur Zeit Karls
des Großen um 811 gegründet. Als eines der ersten Mitglieder
des Handelsbundes der «Hanse» hatte Hamburg eine große Be-
deutung an der Nordsee. Später bekam diese Stadt den Status
einer Freistadt, und heute gilt Hamburg als Ort der Freiheit
und Toleranz. Die bedeutends­ten Bau-
werke Hamburgs sind das 100 Jahre
alte Rathaus und die barocke Kirche
St. Michaeli mit ihrem 132 m hohen Turm. Den besonderen Reiz macht das
wunderbare Panorama am Fluss Alster aus, der mitten in der Stadt zwei Seen
bildet. Auch als Kulturstadt ist Hamburg von Bedeutung. Hier wurde die er-
ste ständige Oper Deutschlands gegründet. Georg Fried­rich Händel brachte
hier seine erste Oper zur Auf­führung. Ein berühmter Sohn Hamburgs ist der
Komponist Johannes Brahms. In Hamburg gibt es drei Staats­theater und 35
Privattheater, die erfolgreiche Aufführungen auf die Bühne bringen. Besonders
bekannt und beliebt sind die Musicals «Cats» und «Das Phantom der Oper».
Eine bedeutende Gemäl­desammlung be­sitzt die
Hamburger Kunsthalle. Die Stadt ist auch eine
Medienmetropole. Hier haben viele Zeitungs- und Zeitschriftenverlage,
zahlreiche Hörfunk- und Fernsehanstalten ihren Sitz.
Weiter fliegen wir mit der «Lufthansa» nach Bremen. Wir landen in
Bremerhaven, das 65 km entfernt von Bremen liegt. Bremen und Bremer-
haven bilden zusammen das Bundesland Bremen. Die Stadt Bremen
wurde 787 als Bischofssitz gegründet, und 1358 trat sie der Hanse bei. Seit
1802 nennt man Bremen Freie Hansestadt. Zu den Sehenswürdigkeiten
dieser Stadt gehören der gotische St.-Petri-Dom, das prachtvolle Renais-
sance-Rathaus1 mit seinem Weinkeller, die weltberühmte Böttcherstraße
und der Bremer Frei­markt. Hier befindet sich das Stadtmusikanten-
Denkmal — Tierfiguren nach dem Märchen der Brüder Grimm. Es ist
ein Wahrzeichen von Bremen. Diese schöne Stadt bietet den Besuchern
an, die Kunsthalle, das Gerhard-Marcks-Haus, das Theater am Goethe-
Platz und das jährliche Musikfest zu besichtigen. Bremen ist auch ein
wichtiges Industriezentrum. Hier entwickeln sich Schifffahrt, Schiffsbau,
Elektrotechnik, Flugzeug- und Raumfahrtindustrie. Der 148 Meter hohe
Fallturm ist Symbol für Bremer Kompetenz im High-Tech-Bereich2.
Unser Spaziergang durch die deutschen Städte geht weiter nach
Hannover, das wichtige Industrie- und Dienstleistungszentrum des
Landes Niedersachsen, Sitz der größten In­dustriemesse und der be-
deutendsten Messe für Computertechnik und Telekommunikation.
Jährlich kommen Tausende von Firmen und Fachleuten aus fast allen
Staaten der Welt nach Hannover,
um an diesen Messen teilzu­
nehmen und die neuesten Ent­wicklungen zu präsentieren.
2000 fand hier die Weltausstellung «EXPO 2000» unter dem
Motto «Mensch — Natur  — Technik» statt. Aber Hannover
ist auch die Stadt der Wissenschaft mit ihrer Universität,
zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Hier
gibt es viele Museen, Galerien und Theater, die berühmten
Herrenhäuser und Gärten. Hannover ist auch als Sitz des Rats
der Evangelischen Kirche in Deutschland bekannt.
Lektion  6 Die Städte Deutschlands 33

Übungen 1. Finde die richtige Variante.


1) Die größte Messe für Computertechnik und Telekommunikation
findet in ... statt.
A. Köln B. München C. Hannover
2) ...ist ein Wahrzeichen von Bremen.
A. Der Fernsehturm
B. Das Stadtmusikanten-Denkmal
C. Das Opernhaus
3) Hamburg ist die ... Stadt Deutschlands.
A. kleinste B. zweitgrößte C. größte
4) In Hamburg wurde ... gegründet.
A. die erste ständige Oper
B. das erste deutsche Theater
C. die erste Universität Deutschlands
5) In ... kann man den prachtvollen gotischen St.-Petri-Dom und
das schöne Renaissance-Rathaus bewundern.
A. Hamburg B. Köln C. Bremen
6) Die Weltausstellung «EXPO 2000» fand in ... statt.
A. Bremen B. Hannover C. Nürnberg
7) Hamburg und Bremen bekamen als Mitglieder ... eine große
Entwicklung­.
A. der Luftverkehrsgesellschaft «Lufthansa»
B. des Handelsbundes der «Hanse»
C. der Evangelischen Kirche
8) Im Hamburger Seehafen kann man ... sehen.
A. den größten Karneval
B. die größte Industriemesse
C. Schiffe aus aller Welt
9) Hannover ist ... des Landes.
A. der wichtigste Seehafen und der größte Außenhandelszen-
trum
B. der Sitz der größten Buchmesse
C. das wichtigste Industrie- und Dienstleistungszentrum
10) ... bildet mitten in der Stadt zwei Seen.
A. Die Elbe B. Die Alster C. Der Main
2. Mit welchen Wörtern kannst du diese Städte charakterisieren?
● Hamburg ● Bremen ● Hannover

Die Städte Deutschlands


Und jetzt fahren wir nach Sachsen-Anhalt und besuchen die Landes­hauptstadt Magdeburg,
die an der Elbe liegt. Magdeburg ist die Stadt mit dem ersten gotischen Dom auf deu­t­schem Boden,
die Stadt, wo Luther wirkte. Hier beginnt und endet die «Straße der Romantik», eine beliebte
touristische Attraktion, die an mehr als 70 Denkmälern des Landes vorbeiführt. Magdeburg ist in
Grün gebettet. Seit 1823 wurden hier viele großzügige Parks angelegt. Die Stadt ist auch durch den
Naturforscher, Bürgermeister und Diplomaten Otto von Guericke berühmt, der im 17. Jahrhun-
dert seine Experimente zu Luftdruck und Vakuum demonst­rierte und das Prinzip der Luftpumpe
entdeckte. Die jüngste Hochschule Deutschlands liegt in Magdeburg und trägt den Namen dieses
hervorragenden Wissenschaftlers — die Otto-von-Guericke-Universität.

1
Renaissance — lies: [r3n*’s‹.s]
2
High-Tech-Bereich — lies:[’ha)it*kb3,ra)ec,]
34 Die Städte Deutschlands Lektion  6

Jetzt sind wir in München, in der Haupt­stadt Bayerns. Diese Stadt


hat eine eigenartige Atmosphäre. Als eine alte Stadt ist sie wenig charak­
teristisch, alles ist hier groß und breit. Man fühlt, wie überall das Leben
pulsiert. München besitzt eine Universität und viele Hoch­schulen, das Max-
Planck-Institut, eine der größten Bibliotheken in Europa — die Bayerische
Staatsbibliothek, zahlreiche Museen wie die Alte und Neue Pinakothek1,
das Deutsche Museum mit der weltgrößten Sammlung zur Geschichte der
Naturwissenschaften und der Technik. München ist an architektonischen
Denkmälern wie z. B. das Rathaus am Marienplatz und die gotische Frau-
enkirche reich. Im Hofbräuhaus kann man gemütlich Bier trinken. Es hat
bis zu 30 000 Gästen pro Tag.
Unsere Rundfahrt geht weiter, und wir kommen nach Frankfurt am
Main. Diese Stadt ist besonders durch den Dom und den Römerberg mit
seinen historischen Häusern bekannt. Im Dom wurden die deutschen
Könige gekrönt und im «Römer» feierte man diese Krönungen. Der
«Römer» ist heute der Sitz des Stadtparla­ments.Von nationaler Bedeutung
ist die Frankfurter Paulskirche. Hier wurde 1848/49 das ers­te deutsche
Parlament versammelt. In Frankfurt liegt «Deutschlands größter Bücher-
schrank» — die Deutsche Bibliothek. Hier wird auch die größte Buchmesse
der Welt durchgeführt. Den Besuchern steht das Goethe-Haus zur Verfü-
gung, wo Goethe seinen «Faust» begann. Man kann auch das Frankfurter
Museums­ufer mit einer Vielzahl von verschiedenartigen Häusern besichtigen.
Zuletzt besuchen wir eine römische «Colonia», die heutige Domstadt. Natürlich ist das Köln.
Es liegt am Rhein und ist die größte Stadt des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Heute ist Köln
durch seinen gotischen Dom und die romanischen Kirchen berühmt. Der Bau des wunderschönen
Doms wurde 1248 angefangen, und erst 1880 war er fertig. Von 1560 bis 1842 wurde er aber nicht
gebaut. Der Kölner Dom ist das Wahrzeichen des gotischen Bauwerks in Deutsch­land. Köln ist
einer der führenden Messeplätze in Europa und Übersee.
Die Kölnmesse hat sich erfolgreich auf weltweit bedeu-
tende Fachmessen spezia­lisiert. Zahlreiche Unternehmen
haben hier ihren Sitz. Die Kölner Versicherungsunterneh-
men stehen an erster Stel­le in Deutschland. Man sagt,
dass die drei «K» Köln berühmt gemacht haben: Kirchen,
Kneipen, Karnevals. Am Rosenmontag findet hier der
größte Karneval Europas statt. In Köln wurde auch das
Eau de Cologne2 erfunden.

Übungen 1. Stell dir vor, dass du Reiseleiter bist. Wähle eine der Städte, über
die du gelesen hast, und mache eine Rundfahrt durch diese Stadt.
Deine Mitschüler sind Touristen, die an dich Fragen stellen. Diese
Fragen helfen dir.
Wodurch ist die Stadt bekannt? Was für ein Gebäude ist das? Woran
sind wir eben vorbeigefahren? Welche Theater und Museen gibt es
in der Stadt? Wie alt ist die Stadt/das Gebäude? Finden hier Mes-
sen und Ausstellungen statt? Welche Menschen haben die Stadt
berühmt gemacht? Wodurch? Wer hat die Stadt gegründet? Welche
Geschichte hat die Stadt?

1
die Pinakothek — eine Gemäldegalerie, z. B. die Alte und Neue Pinakothek in München
2
Eau de Cologne — lies: [od3ko’l1nj(3)]
Lektion  6 Die Städte Deutschlands 35

2. Fülle die Lücken aus.


1) Die Domstadt Köln war _______________________________________.
2) Die «Straße der Romantik» geht an ______________________________
vorbei. 3) Das Hofbräuhaus besuchen ______________________________
___________________, die hier gemütlich Bier trinken. 4) Frankfurt am
Main ist durch _________________ berühmt. 5) Die jüngste Hochschule
Deutschlands trägt den Na­men________________________________.
6) München besitzt __________________________________, das Max-
Planck-Institut, __________________________________. 7) Die größte
Stadt Nordrhein-Westfalens ist _______________________________.
8) In Magdeburg wurde ____________________________________ er­
richtet. 9)  Die drei «K» haben Köln berühmt gemacht: __________
_______________________________. 10) Der hervorragende Natur-
forscher Otto von Guericke demonstrierte ______________________
und entdeckte ____________________________. 11) «Deutschlands
größter Bücherschrank» — _______________________________ — befind-
et sich in Frankfurt am Main. 12) München ist an den archi­tektonischen
Denkmälern wie ________________________________ reich. 13) In Köln
findet _________________________________ Europas statt. 14) 1848/49
wurde in der Frankfurter Paulskirche ____________________________
______________ versammelt.

Hörtext 1. Höre dir den Dialog zwischen zwei Studenten aus der Ukraine an.
Fülle die Lücken aus.
Serhij: Guten Tag, Oleh! Wo bist du gewesen?
Oleh: ______________________________________________________________
____________________________________________________________(1)
S: Super! ____________________________________________________(2)?
O: Ich bin in den Städten am Rhein: Köln, Bonn und Mainz gewesen.
S: Womit bist du gefahren?
O: ________________________________________________________(3).
S: Hast du den Kölner Dom besucht?
O: _____________________________(4). Er ist wunderschön. Ich habe auch
erfahren, dass Köln ________________________________(5).
S: _______________________________________________________________
__________________________(6)?
O: Ja, sehr gut. Bonn ist eine moderne Stadt. Es ist __________ _______
__________________________(7).
36 Die Städte Deutschlands Lektion  6
S: Was kann man sich in Bonn ansehen?
O: _______________________________________________________________
__________________________(8).
S: _______________________________________________________________
__________________________(9)?
O: Mainz ist vor allem die Stadt des Erfinders des Buch­drucks Johannes
Gutenberg. Es war im Mittelalter ________________________________
_______________________________________________________(10).
S: _______________________________________________________________
________________________(11)?
O: 5 Tage habe ich in den Rheinstädten verbracht, und 3  Tage _______
__________________________(12).
S: Hast du die berühmte Gemäldegalerie besucht?
O: ____________________(13)! Die Galerie Alte Meister besitzt ________
__________________________(14).
S: Was befindet sich noch im Zwinger?
O: _______________________________________________________________
_________________________(15).
S: _______________________________________________________________
________________________(16)?
O: Die barocke Frauenkirche, das italienische Dörfchen, die Semper-
oper.
S: War die Semperoper ___________________________________________
________(17) errichtet worden?
O: Ja. Woher weißt du das?
S: ________________________________________________(18). Ich träume,
________________________(19).
2. Beantworte die Fragen.
Wo ist Oleh gewesen? Welche Städte hat er besucht? Welche Se-
henswürdigkeiten hat er sich angesehen? Was Neues und Interes-
santes hat er erfahren?

Diskussion Gestaltet einen Dialog. Sprecht über:


1) die Hansestädte Hamburg und Bremen;
2) München;
3) Frankfurt am Main.
Lektion Die
7 Sehenswürdigkeiten
Deutschlands

Alles, was du denkst und sinnest,


Was du der Natur und Kunst
Mit Empfindung abgewinnest,
Drückst du aus durch Musengunst.
Farbe her! Dein Meisterwille
Schafft ein sichtliches Gedicht...
J. W. von
Goethe

Vorübungen 1. Welche Assoziationen lösen bei dir diese Wörter aus?

Sehenswürdigkeiten Baustil Sakralbauten

A B C

2. Nenne die Stadt, wo diese Sehenswürdigkeit ist.

Leipzig der «Römer» der Kölner Dom Berlin


die Thomaskirche der Alex das Hofbräuhaus
Hamburg die Semperoper die Kirche St. Michaeli Bremen
die Bayerische Staatsbibliothek
Köln der Zwinger der größte Seehafen Weimar
das Stadtmusikanten-Denkmal
München das Goethe-Museum die Paulskirche Frankfurt
das Brandenburger Tor am Main
Dresden

3. Lies den Text und ergänze danach die Reihe.


 Kirchengebäude: der Kölner Dom — _______________________
_________________________________________________________
 Moderne architektonische Bauten: Fachwerkhäuser — _____
_________________________________________________________
 Denkmäler: das Kyffhäuser-Denkmal — ___________________

37 стр.
38 Die Sehenswürdigkeiten Deutschlands Lektion  7

Was ist in Deutschland sehenswert?


Die besten Sehenswürdigkeiten sind nicht jene, die in der Gegend
herumstehen und die Patina des Vergessens ansetzen. Besser sind
jene, die ein Erlebnis im Gedächtnis wachhalten, mit einer Legende
verbunden oder selbst eine Legende geworden sind.
In Deutschland sind eigentlich alle architektonischen Stile ver-
treten. Beim Wort “Gotik” erinnert sich jeder gebildete Mensch an den
Kölner Dom, der als Wahrzeichen des gotischen Bauwerks weltberühmt
ist. Die gotische Architektur aus Backstein, die für die alten Hanse­
städte wie Rostock, Wismar und Greifswald kennzeichnend ist, lockt
die Touristen nach Meck­lenburg-
Vorpommern. Perlen des Ba-
rocks und des Rokokos sind die
Frauenkirche in Dresden, die Kirchen von den Klöstern Banz
und Ettal, die Basilika Vierzehn­heiligen bei Steingaden. Die
UNESCO nahm die Basilika Vierzehn­heiligen und die Klöster
Banz und Ettal in die Liste der Weltkulturschätze auf. Die
spätbarocke Kirche St. Michaeli in Hamburg nennen die
Einheimi­schen zärtlich «Michel».
Aber nicht nur Kirchengebäude sind sehenswert. Bezau­
bernd schön sind die deutschen Fachwerkhäuser, die die Benennung einer Architekturrichtung
gaben. Von bunten Blumen geschmückt, bilden sie eine Attraktion besonderer Art im Sommer
und im Winter.
Die Geschichte und die Kultur des deutschen Volkes sind eng miteinander verflochten. Das
Herz jedes Deutschen erwärmt das Kyffhäuser-Denkmal im Kyffhäusergebirge im Harz, das auch
die Ausländer gleichgültig nicht lassen kann. Von der Höhe des Denkmals kann man die Harzer
Landschaft bewundern. Nicht weniger interessant ist das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, das
an die gemeinsame Ge­schichte des Kampfes gegen Napoleon erinnert. An dieser Schlacht nahmen
in der Anti-Napoleon-Koalition preußische, russische, österrei­chische und englische Soldaten teil.
Das heutige Aussehen deutscher Städte ist eine harmonische Mi­schung von historischen Bauten
und modernen Gebäuden. Alte Baudenkmäler und große Geschäfts- und Bürohäuser werden im
Stadtpanorama zu einem einheitlichen Ganzen. Höchst originell
sehen die Zylinderform der Hauptverwaltung der Autofirma
BMW in München, das Gebäude des  Landtags  von  Nord­rhein-
Westfalen  und  das Dreischeiben-Hochhaus in Düsseldorf
sowie die Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt
am Main aus. Ein einzigartiges
Denkmal ist der Park San­ssouci in
Pots­dam mit allen sei­nen wunder-
schönen Schlössern, Terrassen
und Prunkgebäuden.
Deutschland bietet den Gäs­ten eine Vielzahl von Museen. Es gibt
über 3000 Landes-, Stadt- und Privatmuseen, dazu kommen auch Dom-
und Schlossmuseen, Schatzkammern und Freilichtmuseen. Um nur
einige der reichsten Museen Deutschlands zu erwähnen, kann man die
«Kunst– und Ausstellungshalle der BRD» in Bonn, das Germanische
Nationalmuseum in Nürnberg, die Dresdener Gemäldegalerie Alte
und Neue Meister, das Römisch-Germanische Zentralmuseum und die
Alte und Neue Pinakothek in München nennen. Das Deutsche Schiff-
fahrtsmuseum in Bremerhaven bietet eindrucksvolle Sammlungen
Lektion  7 Die Sehenswürdigkeiten Deutschlands 39

aus allen Zeiten der Seefahrt und Schiffsveteranen in einem


Museumshafen. Die Schätze, die in Berliner Museen aufbewahrt
werden, sind kaum zu beschrei­ben. Zum Beispiel befinden sich
im Berliner Museum für Natur­kunde interessante Exponate wie
Urvögel und Saurier und das weltgrößte Brachiosaurus-Skelett.
In Weimar kann man das Goethe-Haus und in Mainz das Guten-
berg-Museum besuchen.
Für jeden Liebhaber gibt es in Deutschland das, was seinen
Aufenthalt in diesem alten und schönen Land markant und
unvergesslich macht. Es gibt keine kulturelle «Provinz». Jede Stadt besitzt etwas, was sie unter
anderen deutschen Städten attraktiv und einzigartig macht.

Übungen 1. Bestimme, ob die Aussagen richtig («+») oder falsch («–») sind.
1) Kleine Städte besitzen keine bedeutenden Sehenswürdig-
keiten.
2) In Deutschland sind alle Baustile vertreten.
3) Es gibt in Deutschland über 3000 Landes- und Stadtmuseen,
dazu kommen Dom- und Schlossmuseen, Schatzkammern und
Freilichtmuseen.
4) Alte Städte haben keine modernen großen Geschäfts- und Büro-
häuser.
5) Die deutschen Fachwerkhäuser sind zerstörte Ruinen und nur
für die Historiker attraktiv.
6) Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig symbolisiert den Kampf
preußischer, russischer, englischer und österrei­chischer Sol-
daten gegen Napoleon.
7) Die gotische Architektur aus Backstein kennzeichnet hessische
Städte.
8) UNESCO nahm die spätbarocke Kirche St. Michaeli in Hamburg
und die Basilika Vierzehnheiligen bei Steingaden in die Liste
der Weltkulturschätze auf.
9) Die besten und interessantesten Sehenswürdigkeiten sind jene,
die mit einer Legende verbunden sind.
10) Das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven präsen­tiert
Schiffsveteranen aller Zeiten in seinem eigenen Hafen.
2. Besprich mit den Mitschülern folgende Fragen.
 Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Deutschland?
 Welche deutschen Museen kannst du nennen?
 Welche architektonischen Bauten Deutschlands kennst du?
 Welche Sehenswürdigkeiten sind deiner Meinung nach die
schöns­ten?
 Was möchtest du dir mit eigenen Augen ansehen?
3. Stell dir vor, dass du schon einige deutsche Sehenwürdigkeiten
besichtigt hast. Erzähle darüber deinen Mitschülern.
4. Sprich zum Thema «Die Sehenswürdigkeiten Deutschlands».
40 Die Sehenswürdigkeiten Deutschlands Lektion  7
Hörtext 1. Höre dir den Text an und finde die Antworten auf die folgenden
Fragen:
 Wann entstanden die Dresdener Kunstsammlungen?
 Wer hat sie gegründet?
 Was gehört zu den Dresdener Kunstsammlungen?
 Wo werden sie heutzutage ausgestellt?
2. Fülle die Lücken aus.
1) Die Dresdener Kunstsammlungen sind _________________ alt.
2) Die sächsischen Fürsten sammelten ___________________________
__________, ______________________________________________.
3) 1560 schuf der Kurfürst August der Starke _____________________,
die wegen ihrer Schätze ____________________________________
genannt wurde.
4) Die weltbekannte Gemäldegalerie in Dresden besitzt ___________
_________________________________________________________.
5) Im «Grünen Gewölbe» befinden sich ________________________ ,
___________________________ .
6) Im Zwinger liegen ________________________________________,
_________________________________________________________.
7) Das Albertinum stellt die Sammlungen von _________________,
_____________________________________________________ dar.
8) Dresden ist ein beliebtes Reiseziel für viele Touristen dank ______
_________________________________________________________.
3. Erzähle über die Dresdener Kunstsammlungen.

Diskussion Sprich mit deinen Mitschülern über die Kunststadt Dresden.


Benutze folgende Stichwörter:
der Barockpalast Zwinger die Semperoper
die Gemäldegalerie die herrliche Architektur
das Albertinum das «Grüne Gewölbe»
wertvolle Kunstsammlungen die barocke Frauenkirche
die «Elbflorenz» weltbekannte italienische Maler
das Barocktheater-Museum
die Staatliche Porzellansammlung
Benutze folgende Aussagen:
Ich weiß, dass... Ich glaube, dass...
Meiner Meinung nach ist... Ich möchte sagen, dass...
Hast du gehört/ gelesen, dass...?
Lektion Berühmte
8 Menschen
Deutschlands

Ich bin ein deutscher Dichter,


Bekannt im deutschen Land;
Nennt man die besten Namen,
So wird auch der meine genannt.
H. Heine.
Wenn ich an deinem Hause...

Vorübungen 1. Betrachte die Bilder, lies die Kurzinformationen über diese


Menschen.
Finde, was zusammenpasst.

A B C

D E F

1) Dieser große Wissenschaftler gilt mit Recht als Vater der mo­
dernen Physik. Er ist der Schöpfer der Relativitätstheorie. Für
seine Arbeiten wurde er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
2) Dieser Mensch ist ein berühmter Dichter Deutschlands. Er
schrieb Gedichte und Lieder. Viele lyrische Werke stammen aus
seiner Feder.
3) Dieser Mensch war Begründer der deutschen Reformation.
Dieser große Reformator übersetzte die Bibel in die deutsche

41 стр.
42 Berühmte Menschen Deutschlands Lektion  8
Sprache, damit wurde eine gemeinsame Hochsprache verbrei­tet.
1996 beging Deutschland seinen 450.Todestag.
4) Dieser Komponist hat viele musikalische Werke für die Orgel
geschrieben, darunter Fugen, Kantaten, Oratorien. Er war ein
bedeutender Leiter des Thomanerchors in Leipzig.
5) Das ist eine schöne Frau. Sie ist Filmstar. Sie ist eine Le­gende
der deutschen Kinokunst. Mit ihrer Rolle im Film «Der blaue
Engel» wurde sie weltberühmt.
6) Dieser Mensch ist ein begabter Dichter. Er ist Lyriker, Drama-
tiker, Schriftsteller, Kritiker und Gelehrter. Sein Schaffen ist
reich. Das bedeutendste Werk ist sein «Faust». 1999 wurde im
ganzen Deutschland sein 250. Geburtstag gefeiert.
2. Nenne, wie diese Personen heißen.
A. ________________________ ; D. _________________________ ;
B. ________________________ ; E. _________________________ ;
C. ________________________ ; F. _________________________ .
3. Sage, wann diese Persönlichkeiten geboren wurden und wann sie
gestorben sind.
M u s t e r: Johann Wolfgang Goethe 1749—1832
Johann Wolfgang Goethe wurde 1749 (siebzehnhundertneunund-
vierzig) geboren und ist 1832 (achtzehnhundertzweiunddreißig)
gestorben.
1) Ludwig van Beethoven 1770—1827
2) Martin Luther 1483—1546
3) Gotthold Ephraim Lessing 1729—1781
4) Konrad Duden 1829—1911
5) Johannes Gutenberg 1397—1455
6) Robert Koch 1843—1910
7) Friedrich I. Barbarossa 1125—1190
8) Johann Sebastian Bach 1685—1750
4. Lies die Texte und finde Antworten auf die Fragen.
 Was erfand Johannes Gutenberg? .
 Was druckte er mit Hilfe seiner Erfindung? .
 Welche musikalischen Werke schuf Ludwig van Beethoven?

 Welche Neuerung brachte er in seine Symphonien?
.
 Was erforschte Alexander von Humboldt? .
 Welche wissenschaftlichen Werke stammen aus seiner Feder?
.
 Was schrieb Erich Kästner? .
 Warum war sein Schaffen von den Zeitgenossen nicht anerkannt?
.
Lektion  8 Berühmte Menschen Deutschlands 43

Johannes Gutenberg
(1397—1455)

Johannes Gutenberg ist der Erfinder des Buchdrucks. In seiner Heimat­


stadt Mainz wurden diesem großen Erfinder zu Ehren das Gutenberg-
Museum und das Gutenberg-Denkmal errichtet.
Johannes Gutenberg lebte in der Epoche des Mittelalters. Das war eine
Epoche des mangelnden Wissens. Die Bücher entstanden in mühsamer
Arbeit in Klosterschreibstuben. Sie waren echte Kunstwerke, aber nur für
wenige Gelehrte zugänglich. Gutenberg wollte die Situation ändern. Er
baute die Druckerpresse und führte mit ihrer Hilfe die ersten Experimente
durch. Und schon 20 Jahre später druckte der Erfinder mit beweglichen
Lettern eine zweibändige Bibel. Als das große Werk vor der Vollendung
stand, verlor Gutenberg seine Werkstatt und die fast beendigte Bibel, weil
er die geliehene Summe mit Zinsen nicht zurückzahlen konnte.
Aber Gutenbergs Gehilfen vollendeten sein Lebenswerk. Der Buchdruck nahm seinen Weg. Im
Jahre 1500 gab es schon 9 Millionen gedruckte Bücher. Die Veränderung im Le­ben der Menschen
durch das Buch war wichtig. Die Erfindung von Gutenberg war für die Mensch­heit unschätzbar.

Ludwig van Beethoven (1770—1827)

Ludwig van Beethoven ist einer der bedeutendsten Komponisten der Welt.
SeinSchaffenistvielfältig.EsbestehtausSymphonien und Konzerten, Streich­
quartetten und Klavierso­naten, Liedern und einer Oper. Diese unsterbli-
chen Werke werden heutzutage auf vielen Bühnen der Welt aufgeführt.
Ludwig van Beethoven wurde in Bonn geboren. Sein Vater war
Musiker und wollte aus seinem Sohn ein Wunderkind machen. Schon
als Achtjähriger spielte Ludwig in öffentlichen Konzerten, und als er 11
Jahre alt war, erschienen seine ersten Kompositionen.
Im Alter von 22 Jahren fuhr er nach Wien und nahm dort bei Joseph
Haydn Unterricht. In der Musikmetropole entstanden seine wichtigen
Werke wie die Oper «Fidelio» und 9 Symphonien, darunter die Sechste,
die Pastorale, wo Beethovens Liebe zur Natur zum Ausdruck kommt. Beethoven brachte Neuerungen
in seine Symphonien: er änderte die alte Struktur der Symphonien, ersetzte das Menuett durch
ein Scherzo1, vergrößerte das Orchester und vertiefte durch starke Kontraste den emotionalen
Gehalt.
Dieser talentierte Mensch hatte einen starken Willen. In den letzten Jahren seines Le­bens
war er völlig taub. Aber er komponierte und dirigierte seine Werke weiter. Dieser große Komponist
widmete sich ganz der Musik.

Alexander von Humboldt (1769—1858)


Alexander von Humboldt — Naturforscher von universa­ler Bildung — wurde in Berlin geboren.
Er studierte die Staat­s­wissenschaftslehre und trat nach dem Abschluss des Studiums auf Wunsch
seiner Mutter in den preußischen Staatsdienst.

1
Scherzo — lies: [’sk*rtso•]
44 Berühmte Menschen Deutschlands Lektion  8

Sein Traum war die Erforschung der tropischen Länder. Er unter-


nahm seine «Westindische Reise» und kehrte mit rei­chen Erfahrun-
gen und naturkundlichen Sammlungen nach Europa zurück. Fast 30
Jahre arbeitete Alexander am 30-bändigen Reisewerk, an dem auch
zahlreiche Gelehrte mitwirkten. Der «wissenschaftliche Entdecker
Amerikas» wurde zum Begründer der klimatologischen und plastischen
Geographie, der Physik des Meeres und der Pflanzengeographie. Ge-
ologie und Astronomie, Mineralogie und Völkerkunde erfuhren dank
ihm wissenschaftliche Berei­cherungen.
Die letzten drei Jahrzehnte seines Lebens schrieb dieser große Wis-
senschaftler ein Werk, in dem er das gesamte zeitgenössische Wissen
von der Natur darstellte. Er nannte es «Kosmos, Entwurf einer physischen Weltbeschreibung».
Der «Kosmos» wurde in mehrere Sprachen übersetzt und war damals das meistgelesene Buch
neben der Bibel.

Erich Kästner (1899—1947)

Erich Kästner war mehr als ein Kinderbuchautor. Neben den


erfolgreichen Kinderbüchern wie «Emil und die Detektive» reimte er
auch lyrische Gedichte, schrieb bissige politische Verse und verschieden­
artigste Romane. Er schuf auch heitere und böse Thea­terstücke für
die Bühne und witzige Film-Drehbücher.
Erich Kästner wurde in Dresden geboren. Er studierte Germanis-
tik, Geschichte, Theaterwissenschaft und Philosophie. Er wurde zum
Doktor der Philosophie. Das Schaffen dieses talen­tierten Menschen
war zu seiner Zeit nicht anerkannt. Die Nazis verbrannten seine
Bücher, und die Gestapo verhaftete ihn zweimal. Trotzdem blieb
Erich Kästner in Deutschland und schrieb unter Pseudonym. 1942
erschien sein Drehbuch für den Hans-Albers-Film «Münchhausen».
Nach dem Krieg gründete Kästner das Feuilleton ([f/j3't18] ) «Neue Zeitung». Dieser hervorragende
Dichter wurde mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
1999 feierte man in Deutschland seinen 100. Geburtstag. Und seine Anhänger waren froh, dass
man einiges zu seinen Ehren getan hatte.

Übungen 1. Bezeichne mit dem «+» richtige und mit dem «–» falsche
Behauptungen.
1) Johannes Gutenberg wohnte längere Zeit in Wien und schrieb
dort seine berühmten 9 Symphonien.
2) Alexander von Humboldts Traum war die Erforschung der tro-
pischen Länder.
3) Beethoven schuf seine ersten Kompositionen, als er 11  Jahre
alt war.
4) Das Schaffen von Erich Kästner war von seinen Zeitgenossen
anerkannt.
5) In den letzten Jahren seines Lebens verzichtete Beethoven auf
die Musik, weil er taub war.
Lektion  8 Berühmte Menschen Deutschlands 45

6) Erich Kästner war nicht nur ein Kinderbuchautor, sondern er


schrieb auch politische Verse und verschiedene Romane, witzige
Theaterstücke und Film-Drehbücher.
7) Das große wissenschaftliche Werk «Kosmos, Entwurf einer phy-
sischen Weltbeschreibung» von Humboldt war nur in Deutsch­
land bekannt.
8) Johannes Gutenberg baute eine Druckerpresse und druckte mit
ihrer Hilfe eine zweibändige Bibel.
9) Die Nazis verbrannten Kästners Bücher, und er musste unter
Pseudonym schreiben.
10) Gutenbergs Lebenswerk blieb unvollendet.

2. Binde die Sätze zusammen.


1) Johannes Gutenberg war A. zum Doktor der Philosophie.
2) Alexander von Humboldt wurde B. in einer Epoche des mangelnden Wissens.
3) Erich Kästner wurde C. im preußischen Staatsdienst.
4) Beethoven fuhr nach Wien D. mit dem Großen Bundesverdienstkreuz aus­
5) Nach dem Abschluss des Studiums arbeitete gezeichnet.
Humboldt auf Wunsch seiner Mutter E. Erfinder des Buchdrucks.
6) In der Musikmetropole entstanden Beethovens F. im Alter von 22 Jahren.
7) Johannes Gutenberg lebte G. in Berlin geboren.
8) Der hervorragende Dichter Erich Kästner wur- H. Oper «Fidelio» und 9 Symphonien.
de
1 2 3 4 5 6 7 8

3. Fülle die Lücken aus.


1) Alexander von Humboldt unternahm ________________________
und kehrte mit reichen Erfahrungen und _________________________
nach Europa zurück. 2) Beethoven brachte Neuerungen in seine Sym­
phonien: er änderte ________________________, ersetzte ____________
_______, vergrößerte _______________________________. 3) Nach dem
Krieg gründete Kästner ____________________. 4) In der Epoche des
Mittelalters entstanden die Bücher ________________________, und
sie waren echte ____________________. 5)  Beethovens unsterbliche
Werke werden _________________________________ aufgeführt. 6)
Erich Kästner schuf nicht nur ___________________________, sondern
auch lyrische Gedichte, __________________________, verschiedenartige
Romane und _________________________________. 7) Fast 30 Jahre
arbeitete Humboldt an _________________________, an dem auch _____
___________________ mitwirkten. 8) In den letzten Jahren seines Leb-
ens ________________________ und _______________________________
Beethoven seine Werke weiter, obwohl er ____________________ war.
9) In Mainz stehen ____________________ und _______________________
46 Berühmte Menschen Deutschlands Lektion  8
diesem großen Erfinder zu Ehren. 10) Erich Kästners Schaffen wurde
zu seiner Zeit nicht _________________________. 11) Humboldt wurde
zum Begründer _________________________, der Physik des Meeres und
_______________________________. 12)  Das Schaffen von Beethoven
besteht aus _______________________ und ____________________, St-
reichquartetten und _________________________________, Liedern und
___________________________________.

Hörtext 1. Höre dir den Text an, finde und bezeichne mit dem «+», welche
Aussagen dazu gehören.
1) Sein Vater war Komponist.
2) Er wurde am 6. Januar 1822 geboren.
3) Er machte eine erfolgreiche Karrie­re1 eines Kaufmannes.
4) Von Kindheit an träumte er Russisch zu erlernen, um in Russland
leben zu können.
5) Seine Familie war reich, und er bekam eine glänzende Bildung.
6) Er finanzierte die Ausgrabungen in Klein­asien und nahm daran
teil.
7) Er erlernte nach seiner eigenen Methode 14 Sprachen und konn­
te auch Russisch sprechen.
8) Sein Vater erzählte ihm oft die klassischen Sagen über Ho­mers
Helden.
9) Sein Traum ging nie in Erfüllung, die Existenz der Stadt Troja
war nur eine Legende.
10) Ein großes Teil seiner archäologischen Schätze wird in Berliner
Museen aufbewahrt.
2. Beantworte folgende Fragen.
 Wie heißt dieser Forscher?
 Wann wurde er geboren?
 Welchen Traum hatte er von Kindheit an?
 Welche Karriere1 machte er?
 Welche besonderen Begabungen hatte er?
 Wie ging sein Traum in Erfüllung?
3. Erzähle über den Altertumsforscher Heinrich Schliemann.
Beginne so:
«Am ... ist ... in ... geboren. Sein Vater interessierte sich für ... und
erzählte dem Sohn über... . Von Kindheit an träumte ... von ...»

Diskussion 1. Besprich mit deinen Mitschülern folgende Fragen:


 Welche Persönlichkeiten haben Deutschland berühmt gemacht?
Wodurch? Was kannst du über sie erzählen?
 Welche Tatsachen aus dem Leben dieser Menschen kennst
du?
 Was Neues hast du über die bekannten Menschen Deutschlands
erfahren?
1
Karriere — lies: [ka’ri*:r3]
Lektion  8 Berühmte Menschen Deutschlands 47

2. Bereite eine Mitteilung über eine der berühmten deutschen


Persönlichkeiten der Gegenwart vor.

Freie Aufgabe Löse das Kreuzworträtsel.


w a a g e r e c h t:
1) Die zwei Brüder sind her- 1 2
vorragende Wissenschaftler. 3
Alexander war Naturforscher.
4 5
Und Wilhelm beschäftigte sich
mit den Geistes­wissenschaften 6

und reformierte die deutschen 7


Universitäten. Die Universität
zu Berlin trägt ihren Namen.
4) Erfinder des Buchdrucks, 8 9

dem zu Ehren das Museum in 10


Mainz errichtet wurde. 7) Ein
berühm­ter Autorennfah­rer,
mehrma­liger Weltmeister. 11 12 13

8) Dieser Historiker war ein


berühmter Altertumsforscher 14 15
und fand die altgriechische
16
Stadt Troja. 10) Dieser bedeu-
tende Erfinder schuf einen
verbesserten Motor, der nach 17 18
ihm benannt war. 11) Nach
dem Bau­plan dieses Architek-
ten ist in Dresden die welt-
bekannte Oper errichtet worden. 13) Dieser große Dichter Deutschlands hat viele Dramen und Balladen
geschrieben. Sein Volksdrama «Wilhelm Tell» hat er während seines Aufenthaltes in Weimar geschaffen.
14) Dieser prominente Gelehrte entdeckte die Strahlen, die nach ihm benannt und für die Medizin sehr
wichtig und nützlich wurden. 16) Eine weltbekannte Tennisspielerin, Wimbledon-1 und Olympiasiegerin.
17) Ein großer deutscher Reformator, Begründer der gemeinsamen Hochsprache. 18) Ein bekannter deut-
scher Philosoph.

s e n k r e c h t:
2) Ein talentierter Ingenieur und einer der ersten Autobauer der Welt. 3) Dieser hervorragende Wissen-
schaftler erforschte Infektionskrankheiten und schuf die Grundlagen für die moderne Bakteriologie. 4) Den
250. Geburtstag dieses größten deutschen Dichters feierte man 1999 in der ganzen Welt, besonders in
Weimar, wo er längere Zeit weilte. 5) Die zwei Brüder sind durch ihre Märchen weltweit bekannt. 6) Ein
großer deutscher Lyriker. 9) Der bedeutende Vertreter der deutschen Aufklärung, dessen Schaffen Fabeln,
Gedichte, dramatische und kunstkritische Werke umfasst. Weltbekannt ist sein Drama «Emilia Galotti».
10)  Eine schöne Filmschauspielerin. 12) Dieser Komponist brachte seine erste Oper «Almira» auf die Bühne
des ersten ständigen Opernhauses Deutschlands. 15) Dieser Komponist war ein bedeutender Leiter des
Leipziger Thomanerchors.
1
Wimbledon — lies: [’wimb3ld3n oder ’wimbld3n]
Lektion
9 Bildung und Kultur

Wie die Pflanzen zu wachsen belieben,


Darin wird jeder Gärtner sich üben;
Wo aber des Menschen Wachstum ruht,
Dazu jeder selbst das Beste tut.
Willst du dir aber das Beste tun,
So bleib nicht auf dir selber ruhn,
Sondern folg eines Meisters Sinn;
Mit ihm zu irren ist dir Gewinn.
J. W. von Goethe

Vorübungen 1. Was weißt du über das Schul- und Ausbildungssystem in der


Ukraine?
Erzähle deinen Mitschülern über das Schulleben in deinem Land.
Die folgenden Redemittel können dabei hilfreich sein:
alt, neu, aufmerksam, langweilig, komisch, lebendig, laut, mo­
dern, neugierig, streng, Reihe, Schulzimmer, Erziehung, Fehler,
Freund­schaft, Freunde, antworten, aufpassen, rechnen, bestrafen,
analy­sieren, loben, schimpfen, stören, etwas nicht kapieren (ver-
stehen), sich mit dem Mitschüler unterhalten, mehr Gruppenarbeit
fordern, praktische Fragen stellen, pünktlich zur Schule kommen,
selbständig arbeiten, die anderen für dumm halten, sich interes-
sieren für...
2. Lies den Text und ermittele, welche Lehranstalten es in Deutsch­land
gibt.

Bildung in Deutschland

Das Grundgesetz gibt jedermann das Recht, seine Persönlichkeit frei zu


entfalten und Schule, Ausbildungsstätte sowie Beruf frei zu wählen. Daher
werden in Deutschland hohe Geldsummen in die Bildung investiert. Mit
Beginn des Schuljahres 1992/93 wurde das gegliederte Schulwesen in den
fünf neuen Ländern eingeführt.
Die Schulpflicht besteht vom vollendeten 6. bis zum 18. Le­­bensjahr, also für
12 Jahre. Der Besuch aller öffentlichen Schulen ist kostenlos. Die Lernmittel,
vor allem Schulbücher, werden den Schülern zum Teil kostenlos überlassen,
teils ausgeliehen. Zurzeit gibt es in Deutschland auch eine Menge von privaten Schulen. Immer
mehr Schüler in Deutschland besuchen diese Privatschulen. Dann besuchen 44 % der Privatschüler
ein Gymnasium, 13% eine freie Waldorfschule und 10 % private Sonderschulen.
Der Kindergarten gehört nicht zum staatlichen Schulsystem, sondern zum Bereich der Jugend­
hilfe. Etwa 80 % aller Kinder zwischen 3 und 6 Jahren besuchen einen Kindergarten. Kindergärten
werden von der Kirche, von der örtlichen Gemeinde und auch von Privatpersonen unterhalten. Der
Kindergarten soll die Erziehung in der Familie unterstützen. Die Kinder lernen vor allem spielerisch
und werden hier auf den Schulbesuch vorbereitet.
Lektion  9 Bildung und Kultur 49

Mit sechs Jahren kommen die Kinder in die Grundschule,


die im Allgemeinen vier Jahre umfasst. In den meisten Ländern
er­halten die Kinder in den beiden ersten Schuljahren noch keine
Zensuren. Nach der Grundschule besuchen die Schüler eine an-
dere allgemeinbildende Schule im Sekundarbereich I. Die Klassen
5 und 6 bilden eine Phase besonderer Beobachtung und Orien-
tierung über den weiteren Bildungsweg. Ein Viertel der Kinder
besucht die Hauptschule. Nach 5 oder 6 Jahren kann man die Hauptschule verlassen und eine
Berufsausbildung beginnen. Der erfolgreiche Abschluss der Hauptschule wird zur Aufnahme einer
dualen Berufsausbildung genutzt und öffnet den Weg zu vielen Ausbildungsberufen in Handwerk
und Industrie. Die Hauptschule vermittelt ihren Schülern eine grundlegende allgemeine Bildung.
Die Realschule steht zwischen Hauptschule und Gymnasium und vermittelt ihren Schülern
eine erweiterte allgemeine Bildung. Sie umfasst in der Regel sechs Jahre von der 5. bis zur 10.
Klasse und führt zu einem mittleren Schulabschluss.
Das neunjährige Gymnasium (5. Klasse — 13. Klasse) vermittelt seinen Schülern eine vertiefte
allgemeine Bildung. Die gymnasiale Oberstufe umfasst die Jahrgangsstufen 11—13. Den Abschluss
der gymnasialen Oberstufe bildet die Abiturprüfung, die in vier Fächern stattfindet. Mit der Abi­
turprüfung wird das «Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife» nach 13 Schuljahren erworben. Es
berechtigt zum Studium aller Fachrichtungen an den Hochschulen.

Übungen 1. Bilde zusammengesetzte Wörter mit dem Wort «Schule»:


Realschule
Schulbücher

2. Erzähle kurz über:
1) die Kindergärten in Deutschland; 2) die Grundschule; 3) die
Hauptschule; 4) die Realschule; 5) das Gymnasium.
3. Betrachte die Bilder und lies die Kurzinformationen zu diesen Bil­
A
dern. Finde, was zusammenpasst, und sage, wie diese Lehr­an­stalten
heißen.
1) Diese Anstalt besuchen die Kinder zwischen 3 und 6 Jahren.
2) An dieser Anstalt studieren die Studenten.
B 3) Nach dem Abschluss dieser Anstalt haben die Schüler die Möglich­
keit, Ausbildungsberufe in Handwerk und Industrie zu erlernen.
4) An dieser Anstalt erlernen die Menschen Berufe in Handwerk
und Industrie.
1 2 3 4
4. Lies die Information über Unterrichtsfächer am Gymnasium und
C
Zeugnisnoten in Deutschland.
Religionslehre Mathematik Zeugnisnoten:
Deutsch Physik 1 (die Eins) = sehr gut
Erdkunde Chemie 2 (die Zwei) = gut
Weltkunde Biologie 3 (die Drei) = befriedigend
Geschichte Sport 4 (die Vier) = ausreichend
D Gemeinschafts­ Musik 5 (die Fünf) = mangelhaft
kunde/Sozialkunde Bildende 6 (die Sechs) = ungenü-
Englisch/Französisch Kunst gend
E Latein/Griechisch Technik
50 Bildung und Kultur Lektion  9
5. Besprich mit deinen Mitschülern folgende Fragen:
1) Welche Fächer werden im Gymnasium gelernt?
2) Welche Fächer lernen die ukrainischen Schüler? Gibt es Unter-
schiede?
3) Welche Zensuren gibt es in Deutschland?
4) Unterscheidet sich das deutsche Bewertungssystem von dem
ukrainischen?
6. Betrachte die Tabelle «Schul- und Ausbildungssystem in
Deutsch­land».
Grundstruktur des BildungswesenS in der Bundesrepublik Deutschland

bildung
Weiter-
Weiterbildung
(allgemeine und berufsbezogene Weiterbildung in vielfältigen Formen)

Berufsqualifizierender Studienabschluss (Diplom, Magister,


Staatsexamen)
Abschluss zur Universität

Tertiärer Bereich
beruflichen Allgemeine Hochschule Technische Universität/Techn. Hochschule
Weiterbildung Gesamthochschule
Pädagogische Hochschule
Abendgymnasium/ Kunsthochschule/Musikhochschule
Fachschule Fachhochschule
Kolleg
Verwaltungsfachhochschule
Fachhoch- Allgemeine Hochschule 19

Sekundarbereich II
13 Berufsqualifizierender Abschluss
schulreife Gymnasiale Oberstufe 18
12 (Gymnasium, Berufliches 17
Berufsausbildung in Berufsschule und Berufs- Fachober- Gymnasium/Fachgymnasium,
11 Betrieb (Duales System) fachschule schule Gesamtschule) 16
Berufsgrundbildungsjahr, schulisch oder
10 15
kooperativ
Mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) nach 10 Jahren
16
10 Erster allgemeinbildender Schulabschluss (Hauptschulabschluss) nach 9 Jahren

Sekundarbereich I
10. Schuljahr 15
9 Real- 14
Haupt- Gymnasium Gesamtschule
8 schule 13
Sonder- schule
7 12
schule
6 11
(schulartabhängige oder schulartunabhängige Orientierungsstufe)­
5 10
4 9
3 Sonder- 8
Grundschule Primär-
2 schule 7 bereich
1 6
5
Elementar-
Jahrgangs-

Sonder- 4
Kindergarten
kinder-
bereich

(freiwillig) 3
garten
stufe

Alter

Beantworte die Fragen mit Hilfe der Tabelle:


1) Wie alt sind die Kinder der ersten Klasse in Deutschland?
2) Welche Möglichkeiten gibt es für die Schüler nach der Grund­
schule?
3) Wie lange lernt man in der Hauptschule, Realschule und im
Gymnasium?
4) Kann man nach der Realschule auf die Universität gehen?
Lektion  9 Bildung und Kultur 51

7. Vergleiche die Schulsysteme Deutschlands und der Ukraine. Fülle


die Tabelle aus.
ähnlich unterschiedlich
1) 1)
2) 2)
3) 3)
4) 4)
5) 5)

Hochschule

Das Abiturzeugnis ist Voraussetzung, aber keinesfalls


eine Garantie für einen Studienplatz an einer Hochschule.
In Deutsch­land muss man oft auf den gewünschten Ausbil-
dungs- und Studienplatz warten. In manchen Fächern gibt
es einen Numerus clausus, das ist eine Beschränkung für die
Studienplätze. Die Be­werber mit besserem Notendurchschnitt
im Abitur­zeugnis haben dann den Vorrang.
Das Studium ist in Deutsch­land kostenlos, aber die Stu-
denten bekommen normalerweise kein Stipendium. Nur Studenten aus Familien mit niedrigem
Einkommen bekommen eine Unterstützung vom Staat.
Drei Jahre nach Abschluss der Ausbildung müssen sie diese «Schulden» zurückzahlen. Im Moment
muss man nur die Hälfte zurückzahlen (Gesetz von 1992). Viele Studenten müssen deshalb abends
und in den Semesterferien arbeiten. Das Studium mit Diplomabschluss dauert an einer Universität
oder Fachhochschule gewöhnlich zehn/elf Semester. Die Studenten in Deutschland bleiben aber im
Durchschnitt dreizehn Semester an der Uni.

Übungen 1. Beantworte die Fragen.


 Warum ist das Abiturzeugnis keine Garantie für einen
Studienplatz an einer Hochschule?
 Wer hat den Vorrang für einen Studienplatz?
 Wer finanziert das Studium in Deutschland?
 Wie lange dauert das Studium für viele deutsche Studenten?
2. Bezeichne mit dem «+» richtige und mit dem «–» falsche
Behauptungen.
1) Das Abiturzeugnis ist eine Garantie für einen Studienplatz an
einer Hochschule.
2) Auf den gewünschten Ausbildungsplatz muss man oft warten.
3) Den Vorrang haben die Bewerber mit schlechterem Durchschnitt
im Abiturzeugnis.
4) Das Studium in Deutschland ist kostenlos, und die Studenten
bekommen normalerweise ein hohes Stipendium.
5) Viele Studenten müssen abends und in den Ferien arbeiten, um
das Studium an der Uni zu bezahlen.
6) Das Studium an der Universität oder Hochschule dauert gewöhn-
lich 8 Semester.
52 Bildung und Kultur Lektion  9
Diskussion Vergleiche die Ausbildungssysteme in Deutschland und in der Ukraine.
Äußere deine Meinung dazu. Führe eine Diskussion zu diesem Thema
mit deinen Mitschülern.
Redemittel zur Diskussion
Nach Meinung fragen Meinung äußern
Was meinst du? Ist das richtig? Ich meine (denke, glaube), das ist (nicht ganz) richtig (falsch)/das
Stimmt das? stimmt (doch gar nicht).
Wie findest du? Hat er Recht? Meiner Meinung nach... Ich finde, er hat (nicht) Recht.
Glaubst du das auch? Findest du Das finde (glaube) ich nicht. Nein, da bin ich anderer Meinung...
das auch? Das kann man auch anders sehen... Ich gebe dir Recht, aber...
Bist du auch der Meinung? Bist Nicht ganz... Das sehe ich etwas (völlig) anders.
du einverstanden?

Kulturelles Leben in Deutschland

Die föderale Struktur äußert sich in der Vielfalt auf dem


Gebiet des kulturellen Lebens. Die Grundlage dieser Vielfalt
waren die Kulturzentren, die die Residenzen jedes Fürstentums
darstellten. Man wetteiferte in jedem der Fürstentümer darum,
eine wertvollere Bibliothek zu sammeln oder eine interessantere
Gemäldegalerie zu schaffen. Das war das Bestreben nicht nur
der Staatsmänner, die dafür verantwortlich waren oder über
Machtbefugnisse verfügten. Das war auch das Bestreben der
einfachen Bürger, die in ihrer Stadt die Künste und Wissenschaften förderten. Jetzt werden die meisten
kulturellen Einrichtungen in der BRD von den Städ­ten und Gemeinden unterhalten. Diese Arbeit wird
von der Stän­digen Konferenz der Kultusminister der Bundesländer koordi­niert.
Die bloße Aufzählung der Namen der deutschen Schrift­steller (Thomas und Heinrich Mann,
Hans Fallada, Lion Feuchtwanger und viele andere) zeugt davon, dass die Literatur in Deutschland
auch weiter florieren wird. Zu den herausragenden Autoren gehören Botho Strauss, Heinrich Böll,
Günter Grass, Arno Schmidt, Paul Celan, Wolfgang Koeppen, Siegfried Lenz und viele andere mit
ihren Erzählungen, Romanen, Theaterstücken, Poesien. Die Aufgabe, das deutschsprachige Schrift-
tum zu sammeln und aufzubewahren, erfüllt «Die Deutsche Bibliothek», die 1990 zwei Bibliotheken
vereinigt hat: die Deutsche Bücherei in Leipzig und die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main:
Ihr Gesamtbestand beträgt zurzeit rund 14 Millionen Bände.
Eine wesentliche Rolle im Prozess der Entwicklung der bildenden Künste spielten verschiedene
Gruppen, die in ihrer Zusammensetzung teilweise interna­tional sind. Das sind «COBRA», «Zen 49»,
«Quadriga» und andere. Es ent­wickelten sich einige Richtungen, die das künstle­rische Spektrum
bereicherten. Man kann Karl Otto Götz, Georg Karl Pfahler, Lothar Quinte und andere nennen. Auch
die neuen Medien Video, Computer, Telekommunikation werden für künstlerische Zwecke eingesetzt.
Und die Architektur von heute zeigt sich vielfach in großräumiger, lichtdurchfluteter Eleganz.
Unterschiedliche musikalische Formen finden ihr Pub­likum: von Beethoven bis Stockhausen, von
Anne-Sophie Mutter bis Albert Mangelsdorff, vom Volkslied bis zu den «Scorpions», von der «Zauberflöte»
bis zu «Cats»1. Fast jede Stadt kann sich des eigenen Orchesters oder Opernhauses erfreuen. Konzerte
finden auf vielen Bühnen statt. Etwa jeder vierte deutsche Jugendliche spielt ein Musikinstrument
oder singt im Chor. Das Bild ergänzt die deutsche Theaterlandschaft. Man kann rund 160 öffentliche
Thea­ter, also Stadt– und Staatstheater, etwa 50 Kul­turorchester und Landesbühnen nennen. Hinzu
kommen rund 190 Privattheater und mehr als 30 Festspiele. Außerdem gibt es eine unüberschaubare
Anzahl freier Gruppen und Amateurtheater.

1
Cats – lies: [k*ts]
Lektion  9 Bildung und Kultur 53

Übungen 1. Beschreib die Bilder, die das kulturelle Leben in Deutschland


illustrieren.
2. Arbeitet paarweise. Gestaltet einen Dialog zum Thema «Ein Kino­
besuch», «Ein Theaterbesuch».

Hörtext 1. Höre dir den Text an und finde, welche Musik die unten gegebenen
Gruppen machen:
a) Die Ärzte —
b) Blümchen —
c) Dune1 —
d) TicTacToe —
2. Der Text enthält einige Wörter und Ausdrücke, die für die
Jugendsprache typisch sind. Unten die Erklärungen. Bestimme, was
zusammenpasst.

1) Lee2 und Ricky legen im A. Sie machen Musik, die


Freestylerap3 los. absolut allen gut gefällt.
2) Blümchen geht voll aus B. Sie fangen an spontan zu
sich heraus. singen.
3) Sie machen abgefahrene C. Sie sind sehr selbstbe-
Musik. wusst.
4) In den Songs4 von Dune D. Die Lieder sind schnell
geht es ab. und dynamisch.
5) Die Ärzte klopfen E. Sie hat keine Hem-
Sprüche. mungen.

Diskussion Äußere deine Meinung über diese Musikgruppen. Stelle klar, ob sie
deinen Mitschülern gefallen. Beginne so: «Mir gefällt..., denn... . Gefällt
dir diese Gruppe?»

Freie Aufgabe Schreibe einen Brief an deinen Freund. Erzähle ihm über die
Musikrichtungen und Musikgruppen, die du dir gern anhörst.

1
Dune — lies: [dju:n]
1
Lee — lies: [le:]
2
Freestylerap —lies: [’fri:sta))elr*p]
3
Songs — lies: [s18s]
Lektion
10 Feste und Bräuche

Im Karneval, im Karneval
tut jeder, was er kann.
Bruno Horst Bull

Vorübungen 1. Beantworte die folgenden Fragen.


 Welche Feiertage gibt es in deinem Heimatland?
 Wann werden sie gefeiert? Was weißt du davon?
 Betrachte die Bilder und sage, welche Feste hier dargestellt
sind.
2. In Deutschland gibt es viele Feste und Feiertage. Das sind religiöse
und weltliche Feiertage, die im ganzen Land gefeiert werden, und
regionale Feiertage, die man nicht in allen Bundesländern feiert.
Betrachte die Tabelle und sage:
1) Welche Feiertage werden im ganzen Land gefeiert?
2) Welche Feiertage feiert man nur in einigen Bundesländern?
 — Feiertag in Orten mit überwiegend katholischer
Bevölkerung.

Erntedankfest
Weihnachten
Neujahr (Sil-

Allerheiligen
Christi Him-
Nikolaustag

Heilige Drei

Mariä Him-

Oktoberfest
Maifeiertag

Nationaler

Mutterfest
Karfreitag

Pfingsten
melfahrt

melfahrt

Feiertag
Könige

Ostern
vester)

Baden-Württemberg • • • • • • • • • • • •
Bayern • • • • • • • •  • • • • •
Berlin • • • • • • • • • •
Brandenburg • • • • • • • •  • •
Bremen • • • • • • • • • •
Hamburg • • • • • • • • • •
Hessen • • • • • • • • • •
Mecklenburg-Vorpom-
• • • • • • • •  • •
mern
Niedersachsen • • • • • • • • • •
Nordrhein-Westfalen • • • • • • • • • • •
Rheinland-Pfalz • • • • • • • • • • •
Saarland • • • • • • • • • • • •
Sachsen • • • • • • • •  • •
Sachsen-Anhalt • • • • • • • •  • •
Schleswig-Holstein • • • • • • • • • •
Thüringen • • • • • • • •  • •
Lek tion  10 Feste und Bräuche 55

1 2 3 4

3. Was passt zusammen? Trage unten ein.


a) Nikolaustag d) Fasching (Karneval)
b) Ostern e) Silvester (das Neujahr)
c) Weihnachten
1 2 3 4 5
5

4. Möchtest du etwas über Feste und Bräuche in Deutschland erfahren?


Hier ist der Kalender.

Februar
Januar 14. Februar — Valentinstag März
6. Januar — Drei-König-Fest Ende Februar — Karneval 19. März — Sankt Joseph
(Fasching)
Mai
April
1. Mai — Maifeiertag Juni
1. April — Narrentag
erster Sonntag im Mai — Christi Himmelfahrt
Karfreitag
Läuferbier Pfingstsonntag
Ostersonntag
zweiter Sonntag im Mai — Pfingstmontag
Ostermontag
Muttertag
Oktober November
3. Oktober — Tag der Deutschen 1. November — ein Festtag Aller-
August Einheit
heiligen
15. August — Mariä Himmelfahrt Anfang Oktober — Oktoberfest
11. November — Sankt Martin
(Bayern) in München
der erste Sonntag im Okto- letzter Sonntag — Christkönigs-
ber — Erntedankfest fest/Totensonntag

Dezember

2 2
4. Dezember — Fest der Hl.
Barbara
6. Dezember — Nikolaustag
24. Dezember — Heiligabend
25. Dezember — Weihnachten
31. Dezember — 1. Januar —
Silvester
56 Feste und Bräuche Lek tion  10
5. Lies den Text. Was ist typisch für das jeweilige Fest? Schreib
Schlüsselwörter heraus.
Name des Festes Merkmale/Traditionen

Winterfeste

Der Winter bringt den Deutschen viel Freude, weil gerade im Winter
die wichtigsten Feste gefeiert werden.
Vier Wochen vor dem Weihnachtsfest (25.12.) fängt die Adventszeit
an. Das Wort «Advent» kommt aus der lateinischen Sprache und heißt
«Ankunft». Zur Adventszeit sind die Straßen hell mit Lichterketten be-
leuchtet. Ein typisches Symbol der Adventszeit ist der Adventskranz, der
aus grünen Tannenästen gebunden ist. Darauf stecken vier Kerzen. Die
vier Sonntage vor Weihnachten sind die Adventssonntage. An jedem die-
ser Sonntage wird eine weitere Kerze angezündet. Wenn alle vier Kerzen
brennen, dann ist es bald Weihnachten. Dazu singen die Kinder:
«Advent, Advent, ein Lichtlein brennt,
erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier;
dann steht das Christkind vor der Tür».
Viele Kinder basteln in der Adventszeit Weihnachtssterne für den Christbaum oder als Schmuck
in der Wohnung und an den Fenstern. Fast jedes Kind in Deutschland hat im Dezember einen
Adventska­lender. Die Formen sind verschieden. Es gibt fertige Adventskalender zu kaufen, man
kann sie aber auch selbst basteln. Wichtig ist nur, dass die Kinder jeden Tag ein «Türchen» auf­
machen können, um die Wartezeit bis Weihnachten zu überbrücken. Hinter den «Türchen» finden
sie Schokoladenstückchen, Kekse oder auch ganz kleine Spielsachen. Das letzte «Türchen» wird
am Morgen des Heiligabends geöffnet.
Am 6. Dezember wird der Heilige Nikolaus gefeiert. Am Abend des 5. Dezember stellen
kleine Kinder ihre Schuhe vor die Tür. In der Nacht, so glauben sie, kommt der Nikolaus und
steckt kleine Geschenke hinein. Der Nikolaus kommt persönlich, lobt brave Kinder und bringt
Äpfel, Nüsse, Lebkuchen oder kleine Spielsachen. Dann singen ihm die Kinder Nikolauslieder
vor oder sagen Gedichte auf. Der Nikolaus ist entweder als Bischof gekleidet, oder er trägt einen
roten Mantel mit weißem Besatz. Immer hat er einen weißen Bart. In verschiedenen Gegenden
wird der Nikolaus oft vom «Knecht Ruprecht» begleitet. Er ist dunkel gekleidet und hat eine Rute
für böse Kinder dabei.
Weihnachten ist das größte Familienfest in Deutschland. Am Nachmittag des
24. Dezember, «Heiligabend», wird der Christbaum geschmückt. In vielen Familien dürfen die
Kinder dabei nicht mithelfen und das Zimmer so lange nicht betreten, bis das «Christkind»
gekommen ist. Am frühen Abend findet die Bescherung statt: Meist ist eine Krippe aufgestellt,
Geschenke liegen unter dem Christbaum und die Kerzen am Baum sind angezündet. Die Familie
versammelt sich um den Christbaum und singt Weihnachtslieder. Nachher werden die Geschenke
ausgepackt. Viele Familien gehen noch am gleichen Abend in die Kirche. Andere gehen am Mor-
gen des 1. Weihnachtsfeiertags, am 25. Dezember, in die Kirche. Nachher trifft sich die ganze
Fami­lie zum traditionellen Weihnachtsessen, meist Gans, Ente oder Truthahn.
Lek tion  10 Feste und Bräuche 57

Silvester (das Neujahr) wird ganz laut und lustig gefeiert. Man feiert es gewöhnlich außer
Haus. Vom Morgen bis zum Abend knallen Knallbonbons. Um Mitternacht am 31. Dezember läuten
die Glocken, alle erheben Gläser mit Sekt und sagen zueinander «Glückliches Neues Jahr» oder
«Prosit Neujahr!» Das festliche Feuerwerk erhellt den Himmel über den Städten und Dörfern. Es
wird viel gegessen, getrunken, gespielt und um den Tannenbaum getanzt.
Neujahrsgeschenke sind auch dabei.

Übungen 1. Was assoziierst du mit dem Nikolaustag, mit dem Neujahr, mit der
Adventszeit, mit den Weihnachten? Die Wörter im Kasten helfen dir.
der Adventskalender, die
Spielsachen, der Sack, viele
Geschenke, die Kerzen, die
Stiefel, der Adventskranz, die
Nikolaustag Neujahr
Bescherung, Sekt trinken, Äp-
fel, Nüsse, Lebkuchen bringen,
Gedichte aufsagen, einen Tan-
nenbaum schmücken, Schuhe
vor die Tür stellen, Christkind,
eine Krippe aufstellen, in die
Kirche gehen, das festliche
Feuerwerk, um den Tannen-
Adventszeit Weihnachten
baum tanzen, «Glückliches
Neues Jahr» wünschen

2. Bestimme, was zusammenpasst.


1) Vier Wochen vor dem Weih­ a) ...ist der Adventskranz.
nachtsfest... b) ...ist Weihnachten.
2) Am frühen Abend... c) ...wird laut und lustig gefei-
3) Am Abend des 5. Dezember... ert.
4) Ein typisches Symbol der d) ...erhellt den Himmel über
Adventszeit... den Städten und Dörfern.
5) Das größte Familienfest in e) ...findet die Bescherung statt.
Deutschland... f) ...stellen kleine Kinder ihre
6) Silvester oder Neujahr... Schuhe vor die Tür.
7) Das festliche Feuerwerk... g) ...fängt die Adventszeit an.
1 2 3 4 5 6 7

3. Finde die Information aus dem Text heraus!


1) Wann beginnt die Adventszeit? ______________________________


2) Was ist typisch für die Adventszeit? _________________________


58 Feste und Bräuche Lek tion  10
3) Wann wird der Heilige Nikolaus gefeiert? ____________________


4) Wie ist der Nikolaus gekleidet? ______________________________


5) Wann kommt «das Christkind» zu den Deutschen? ____________


6) Wie wird Silvester oder Neujahr gefeiert?

Andere Feste und Bräuche

Der Valentinstag wird am 14. Feb- Das Fest Sankt Martin wird am 11. November gefeiert.
ruar gefeiert. Das ist ein Fest für Wenn es dämmert, gehen viele Kinder und ihre Eltern
Verliebte und gute Freun­de. Man mit den leuchtenden Laternen in der Hand durch die
schickt sich offen oder anonym Straßen der Gemeinde. An einem bestimmten Ort
Liebesbotschaften, scherz­hafte treffen sie auf andere Kinder mit Laternen. Das ist ein
Briefe, Blumen und kleine Ge- sehr schönes Bild. Nun ziehen sie gemeinsam im Later-
schenke. Das Fest wird in angel- nenzug durch die Gemeinde. Den Zug führt St. Martin,
sächsischen Ländern, in West­ ein stolzer Reitersmann an. Martins- und Laternen-
europa und regional in Deutsch­­ lieder begleiten den Zug. Am Ende des Weges werden
land gefeiert. Geschichten aus der Martinslegende vorgelesen oder
1
vorgespielt. Alle singen ein heiteres Martinslied,
2 bevor das Martinsfeuer entzündet wird.

Am 6. Januar, dem Dreikönigstag,


ziehen Kinder in der Verkleidung
der Heili­gen Drei Könige, mit dem
goldenen Stern an einer Stange, Ostern ist eines der ältesten Feste der christlichen
singend und um Gaben bittend von Kirche. In vielen Gegenden Deutschlands wird schon
Tür zu Tür. Wochen vorher Holz für das «Osterfeuer» gesammelt
Mit furchterregenden Dämo­ und auf­geschichtet. Das Osterfeuer wird Samstag vor
nenmasken tollen die Läufer und Ostern angezündet. Es soll symbolhaft den Winter
Tänzer durch die Straßen und ver- vertreiben.
treiben mit lautem Lärm die bösen Am Ostersonntag kommt früh der «Oster­hase». Nester
Geister, die in den Rauhnächten seit mit bunten Eiern und Schoko­ladenhasen werden von
dem 25. Dezember durch die Lüfte den Eltern versteckt. Dann dürfen die Kinder die
brausen. Die Sternsinger erzählen Osternester suchen. Zu einem richtigen Osternest
in ihren Liedern die Geschichte von gehören:
den Weisen aus dem Morgenland. • ein Osterhase aus Schokolade;
Manchmal haben sie auch ein • ein aus süßem Teig gebackenes Osterlamm;
kleines Spiel ein­studiert, an dem • ein hart gekochtes, gefärbtes Hühnerei;
die Leute ihre Freude haben. Zum • süße Eier aus Schokolade, Marzipan, Kro­kant oder
Dank erhalten die Königs­kinder Gelee1.
3
Gebäck, Nüsse oder Geld.
4
1
Gelee — lies: [4e’le:]
Lek tion  10 Feste und Bräuche 59
Übungen 1. Rate mal! Was für ein Fest ist das?
1) An diesem Tag bekommt man Blumen und kleine Geschenke, die
von der Liebe zeugen. ____________________________________
2) Die Kinder gehen von Tür zu Tür, singen Lieder und bekommen
Süßigkeiten. _____________________________________________
3) Dieses Fest ist mit leuchtenden Laternen verbunden.
4) Die Merkmale des Festes sind bemalte Eier, Hasen und Lämmer.
_________________________________________________________
2. Suche zu jedem Fest ein Lied.
1) Ostern 2) Sankt Martins Fest 3) Dreikönigstag 4) Nikolaustag
1 2 3 4
A LASST UNS FROH UND MUNTER SEIN

1. Lasst uns froh und munter sein 3. Wenn ich schlaf, dann träume ich:
und uns heut im Herrn erfreun! Jetzt bringt der Niklaus was für mich.
Lustig, lustig, tral-le-ral-la-la,
4. Wenn ich aufgestanden bin,
bald ist Niklausabend da,
lauf ich schnell zum Teller hin.
bald ist Niklausabend da!
5. Niklaus ist ein guter Mann,
2. Dann stellt ich den Teller auf.
dem man nicht genug danken kann.
Nikolaus legt bestimmt was drauf.

B Hier kommen drei Könige mit ihrem Stern

1. Hier kommen drei König mit ihrem Stern, 6. Wir gaben dem Kindlein auch unsre Geschenk’,
sie wollen Gott loben und dienen dem Herrn. dass uns der liebe Gott auch wieder gedenk’.

2. Hier sind die drei Weisen mit ihrem Stern, 7. Ihr habt uns auch eine Verehrung gegeben;
sie loben Gott und dienen dem Herrn. Gott lass euch dies Jahr in Freuden erleben.

8. In Freuden, in Freuden auch immerdar,


3. Wir kamen vor Herodes Tür. das wünschen wir euch fürs ganze Jahr.
Herodes sprach: «Wo wollt ihr hier?»
9. Das wünschen wir Vater und Mutter und Kind
4. «Nach Bethlehem steht uns der Sinn, und allen, die im Hause sind.
nach Bethlehem steht uns der Sinn».
10. Wer auf den lieben Gott vertraut,
5. Wir fanden das Kindlein wohl nackt und bloß der hat auf festen Grund gebaut.
und legten’s Maria wohl auf den Schoß.

C Has, Has, Osterhas


1. Has, Has, Osterhas, Blühkätzchen sitzen um sein Haus.
wir möchten nicht mehr warten. Wann kommst du Frühling feiern?
Der Krokus und das Tausendschön,
Vergissmeinnicht und Tulpe 3. Has, Has, Osterhas,
stehn schon lang in unserm Garten. ich wünsche mir das Beste.
Ein großes Ei, ein kleines Ei,
2. Has, Has, Osterhas, dazu ein lustig didldumdei.
mit deinen bunten Eiern. Und alles in dem Neste.
Der Star lugt aus dem Kasten raus,
60 Feste und Bräuche Lek tion  10
D Sankt Martins Lied

Text: Rolf Krenzer


Musik: Peter Janssens
1. Ein armer Mann, ein armer Mann, Er sieht den Mann im Schnee
der klopft an viele Türen an. und fragt: «Was tut dir weh?»
Er hört kein gutes Wort, und jeder schickt ihn fort. Er sieht den Mann im Schnee
Er hört kein gutes Wort, und jeder schickt ihn fort. und fragt: «Was tut dir weh?»

2. Ihm ist so kalt. Er friert so sehr, 5. Er teilt den Mantel und das Brot
Wo kriegt er etwas Warmes her? und hilft dem Mann in seiner Not
Er hört kein gutes Wort, und jeder schickt ihn fort. so gut er helfen kann.
Er hört kein gutes Wort, und jeder schickt ihn fort. Sankt Martin heißt der Mann.
3. Der Hunger tut dem Mann so weh Er hilft so gut er kann.
und müde stapft er durch den Schnee. Sankt Martin heißt der Mann.
Er hört kein gutes Wort,
und jeder schickt ihn fort. 6. Zum Martinstag steckt jedermann
Er hört kein gutes Wort, leuchtende Laternen an.
und jeder schickt ihn fort. Vergiss den andern nicht,
drum brennt das kleine Licht.
4. Da kommt daher ein Reitersmann, Vergiss den andern nicht,
der hält sogleich sein Pferd hier an. drum brennt das kleine Licht.

Hörtext 1. Höre dir die Geschichte an und bezeichne mit dem «+» richtige und
mit dem «–» falsche Behauptungen.
1) Der heilige Nikolaus kam am 7. Dezember zum großen Peter.
2) Klaus war im letzten Jahr fast immer brav.
3) Klaus konnte kein schönes Gedicht aufsagen.
4) Der Nikolaus schenkte Klaus Äpfel, Nüsse, Mandarinen und
Plätzchen.
5) Nikolaus sollte auch ein schönes Gedicht aufsagen.
6) Klaus und Nikolaus tranken zusammen Wein und tanzten um
den Tannenbaum.
7) Der große Nikolaus ging hinaus in den heißen Tag!
2. Gib den Inhalt des Textes wieder.
Benutze dabei folgende Wörter und Ausdrücke:
ein schönes Gedicht aufsagen; brav sein; j-m etwas schenken; einen
heißen Tee kochen; schön warm werden; j-m für etwas danken;
vorbeikommen; sich beschenken.

Freie Aufgabe Mal eine Postkarte zum Nikolaustag und schreibe darauf einen
Spruch.
Texte zum Hörverstehen

Zur Lektion 1  Als ich ein Türke war


Um selbst zu erleben, was dran ist an der Behauptung, in Luxus-Hotel «Frankfurter Hof» und dem Schau­spielhaus.
der Bundesrepublik mache sich Ausländerfeindlichkeit breit, Ohne Ausländer würde die Stadt im Müll ersti­cken —
habe ich mich in einen Türken verwandelt. Dazu hatte ich mir 95 Prozent der Straßen­kehrer Frankfurts sind Türken.
den blonden Bart, die Augenbrauen und die Haare schwarz Ich habe mich schnell daran gewöhnt, dass ich als Türke
gefärbt und mich im Chic der siebziger Jahre einge­kleidet. wie ein Depp (=Dummkopf) behandelt werde. Im Supermarkt
Die Verwandlung schien gelungen. nimmt mir die Kassiererin beim Be­zahlen einfach das Geld
Das «Operncafé» liegt gleich neben Frankfurts alter Oper. aus der Hand, als könnte ich nicht selbst zählen. In diesen Wo-
Vor drei Wochen war ich ausgesucht freundlich und zuvork- chen ist mir klar geworden, weshalb die Tür­ken am liebsten
ommend (=höflich und liebenswürdig) bedient worden. Doch in türkischen Läden einkaufen: Da werden sie wie normale
heute ist alles anders — weil ich heute ein Tür­ke bin. Ich gehe Menschen behandelt.
ins Lokal (=Café). Es ist fast leer. Während ich mich noch Freitag Abend, Zeit zum Ausgehen. Am liebs­ten würde
umsehe, stellt sich mir eine Kellnerin in den Weg: «Haben Sie ich an diesem Abend mit türkischen Freunden, die ich in-
reserviert?». Ich antworte in jener Sprache, die nach landläu- zwischen gewonnen habe, in eines ihrer Lokale gehen. Da
figer (=allgemein üblicher) Meinung das Deutsch der Türken würden mir die ganzen Demütigungen (=Erniedrigungen)
ist: «Ische nix reserviere. Alles leer, isch eine Kaffee trinke, erspart bleiben.
bitte». Ich setze mich an den nächstbesten leeren Tisch. Mein ...Es ist ganz einfach, wieder als Mensch akzeptiert zu
Kaffee kommt nicht. Ich winke der Kellnerin. Sie reagiert werden  — wenn man kein Türke ist. Ich versuche das Spiel
nicht, sieht durch mich hindurch... im «Operncafé». Bart und Augenbrauen wieder hell, «Frank-
Seit einer Woche lebe ich jetzt schon als Türke in furter Allgemeine» unter dem Arm. Ich setze mich draußen an
Frankfurt. Hier sind fast ein Viertel der Einwohner Aus- den einzigen leeren  Tisch.  Die Kellnerin kommt auf mich zu
länder — einen höhe­ren  Prozentsatz  gibt  es  in kei­ner und lächelt. «Was wünschen der Herr? Ein Kaffee  — kommt
anderen deutschen Groß­­stadt. Jeden Morgen stehe ich sofort».
um 4 Uhr auf. Um 5 beginnt mein Dienst als städtischer Ich lehne mich im Stuhl zurück. Ich bin wieder Deutscher.
Straßen­keh­rer. 8 Stunden fege (=kehre) ich jeden Tag im Eigentlich könnte ich zufrieden sein.
orangenfarbenen Ove­rall in meinem Revier zwi­schen dem (Nach Gerhard Kromschröder)

Zur Lektion 2  Ein Starinterview


K — Korrespondent, M.S. — Miss Steinbach
K: Guten Tag, Miss Steinbach! Ich möchte an Sie nämlich ich diese Stadt  — meine Heimats-
gerne einige Fragen stellen. Sie sind wohl aber tadt  — als Handlungsort vorgeschlagen. Diese
nach dem Flug ermüdet? Gegend passt vorzüglich. Der Film ist ein his-
M. S.: I wo, keine Spur. Stellen Sie ruhig Ihre Fragen. torisches Drama, und hier im Harz gibt es sehr
K: Besuchen Sie Deutschland immer gern? viele Schlösser — in Wernigerode, in Stolberg,
M. S.: Na ja, ich bin doch hier geboren. in Quedlinburg. Man kann sich einfach etwas
K: Kommen Sie diesmal zur Erholung? aussuchen.
M. S.: Aber nein. Man hat mir eine interessante Rolle K: Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Antworten
angeboten. Wir werden hier einen Film drehen. auf meine Fragen und wünsche Ihnen viel Erfolg
Hoffentlich klappt alles. in Ihrer Arbeit. Und auch viel Spaß! Alles Gute
K: Warum haben Sie diese Stadt gewählt? und auf Wiedersehen!
M. S.: Nachdem ich das Drehbuch gelesen habe, habe M. S.: Auf Wiedersehen!

Zur Lektion 3  Im Germanischen Nationalmuseum


M. — Maryna, O. — Oxana, Frau Meyer — Fr. M.
M.: Sag mal, Oxana, wie findest du diesen Aufenthalt M: Sieh mal, die Exkursionsleiterin ist schon da.
in Nürnberg? Mir gefällt die Stadt sehr gut! Gehen wir zu ihr!
Und alle Museen, die wir schon besucht haben, Fr. M.: Grüß Gott, liebe Gäste! Es freut mich sehr, Sie
besonders das Spielzeugmuseum. in unserem Museum zu begrüßen. Das Germa-
O.: Na ja, aber im meinem Gedächtnis haftet auch das nische Nationalmuseum ist eines der reichsten
Lochgefängnis. Die Marterinstrumente sehen so Museen Deutschlands. Das ist das Museum
schrecklich aus! Man kann sich vorstellen, wie ein des germanischen Sprachraumes mit vielen
Henker sein Opfer auf die Folter spannt. Und im Mit- Gegenständen aus verschiedenen Bereichen
telalter war das doch eine ganz gewöhnliche Sache. seines Lebens. Was möchten Sie in erster Linie

61 стр.
62 Tex te zum Hör verstehen

besichtigen? Ich kann mich an Ihren Wünschen Kein Bauer und kein Bürger durfte sich so
orientieren. kleiden wie die Herren. Sie durften keine
M: Gestern haben wir während des Rundganges teuren Stoffe, kei­nerlei Gold, Perlen, Samt,
durch die Stadt viele enge Straßen gesehen. Ich Seide tragen. Die Farbe durfte nur grau, blau
möchte gerne sehen, welche Kleidung zu der Zeit oder braun sein. Sie trugen einen langen Rock
der Entstehung dieser Straßen üblich war. aus Leinen, Stiefel aus grobem Rindsleder
Fr. M.: Gut. Dann beginnen wir mit dem Saal, wo mit- und eine Hose. Auf dem Kopf trug man einen
telalterliche Trach­ten ausgestellt sind. Filzhut und einen Gugel, eine Art Kapuze. Die
O: Erzählen Sie uns gleich darüber! engen Beinkleider der Ritter waren gewöhnlich
Fr. M.: Ja, aber wir kommen sowieso in diesen Saal. rot. Rock und Mantel waren lang, aus teurem
Hier ist er. Die heutigen Kleider unterscheiden holländischem Tuch oder Seide mit Zobel- oder
sich sehr von den mittelalterlichen Trach­ten. Wie Hermelinpelz. Auch die Frauen trugen die
Sie sehen, gibt es keine Knöpfe: Man gebrauchte Kleidung bis zu den Füßen. Gerade die Frauen
Riemen und Bänder, man schloss die Kleider auch hatten Probleme, wenn sie in eine enge Straße
mit einer Nadel. Es gab keine Taschen: Geld trug einbiegen mussten... Bei Festen trug man
man in einem Geldbeutel am Gürtel. Die Hose bunte, reich geschmückte Kleider. Das waren
bestand aus 3 Teilen: 2 Beinkleidern und einer violette, weiße und rote Mäntel, dazu violette,
kurzen Hose. Gestrickte Strümpfe gab es noch grüne, hellbraune oder weiße Röcke. In der
nicht. Man nähte Strümpfe aus Stoff. Fällt ihnen Ausstattung der Kleider gaben die Männer den
etwas auf? Ton an, aber die Frauen standen kaum nach.
M: Diese Trachten sind aus grobem Stoff und sehr O: Die vornehmen Damen trugen ja auch Schmuck.
dunkel. Diese hier aber sind aus dünnem Stoff Könnten Sie uns bitte auch diese Kostbarkeiten
und recht bunt. Sind die ersten für die Arbeit und zeigen?
die zweiten für Feiertage? Fr. M.: Ja, gerne. Dazu gehen wir in einen anderen
Fr. M.: Nein, es gab eine strenge Kleidungsordnung. Saal.

Zur Lektion 4 
Olexij Matschura (O.M.) ist Korrespondent einer ukrai- inte­ressiert, wie Sie verstehen, nicht die genaue
nischen Tageszeitung. Renate Schmidt (R.S.) ist Zahl, sondern die allgemeine Tendenz.
Abgeordnete des Bayerischen Landtags. R. S.: Ja, die Zahl der Frauen im Parlament steigt an.
O. M.: Guten Tag! Ich bin Olexij Matschura. Wir haben Einst waren nur 5 bis 6 Frauen an der Arbeit des
telefonisch ein Gespräch verabredet. Parlaments beteiligt, und jetzt beträgt diese Zahl
R. S.: Grüß Gott! Freut mich, Sie zu sehen! Wie gesagt, mehr als 20 Prozent aller Abgeordneten.
habe ich 15 Minuten Zeit für das Gespräch mit O. M.: Wie wird die Abstimmung getroffen?
Ihnen. Was interessiert Sie also? R. S.: In der Regel wird durch Handzeichen abgestimmt.
O. M.: Sagen Sie bitte, in welchem Alter kann ein Ju- Aufstehen oder Sitzenbleiben ist ebenfalls eine
gendlicher ins Bayerische Parlament wählen und Form der Abstimmung. Im Zweifelsfall kann du-
gewählt werden? rch den so genannten Hammelsprung abgezählt
R. S.: Jeder Staatsbürger kann ab dem 18. Le­bensjahr werden: Dabei verlassen die Abgeordneten den
wählen und ab dem 21.  Lebens­jahr gewählt Plenarsaal und betreten ihn wieder durch die mit
werden. Man wählt dabei Vertreter des Volkes, «Ja» oder «Nein» oder «Enthaltung» bezeichnete
nicht einer Partei. Tür. Bei der namentlichen Abstimmung gibt der
O. M.: Und wie groß ist das Bayerische Parlament? Abgeordnete eine von drei mit seinem Namen
R. S.: Der Landtag besteht aus 204 Abgeordneten des gekennzeichneten Stimmkarten ab. Sie tragen
bayerischen Volkes. Sie bilden 12 ständige Fach- den Aufdruck «Ja» oder «Nein» oder «Ich enthalte
ausschüsse, in denen die Vorlagen ausführlich mich».
beraten werden. Die Fragen der Jugendlichen O. M.: Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Antworten.
zum Beispiel werden im Ausschuss für Bildung, Sie sind für meine Leser höchst interessant. Ich
Jugend und Sport beraten. wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrer Arbeit!
O. M.: Bei uns beteiligen sich immer mehr Frauen am R. S.: Auch ich wünsche alles Gute Ihren Lesern und
politischen Leben. Wie viele Frauen sind Ab- Ihnen. Auf Wiedersehen!
geordnete des Bayerischen Parlaments? Mich O. M.: Auf Wiedersehen!

Zur Lektion 5  Die Geschichte der Stadt und ihre Zeugen


Alexanderplatz, Reichstag, Brandenburger Tor, «Unter 1237 erwähnt. Die beiden wuchsen in eine Siedlung zusam-
den Linden», Berliner Ensemble1, Kurfürstendamm... Diese men. Damals war das eine Händ­ler- und Fischersiedlung. An
Begriffe sind jedem bekannt. Und jeder erinnert sich gleich: diese Zeit erinnern die Doppeltürme der Nikolaikirche: Sie
Aha, man spricht über Berlin, diese alte, sogar sehr alte Stadt. ist ungefähr so alt wie die Stadt Berlin selbst.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre Die Lage an der Kreuzung vie­ler Handelswege verhalf der
1244. Es gab aber auch eine Zwil­lingsstadt, Cölln, erstmals Blüte, dem Wachstum des Ortes und seinem Werden zum
1
Ensemble — lies: [‹’s‹·b3l] oder [a8’sa:mb3l]
Tex te zum Hör verstehen 63

Zent­rum Preußens. Wie jede Etappe im Leben der Haupt- Fa­schismus waren etwas später zu spüren. 1948 wurde die
stadt hat auch diese ihre baulichen Zeugen: Das berühmte Stadt Berlin in die Haupt­stadt der DDR und West-Berlin
Brandenburger Tor, eines der Wahrzeichen der Stadt, wurde geteilt. Als Folge dieser Teilung wurde 1961 die Berliner
1791 errichtet. Mauer gebaut. Sie fiel erst nach fast dreißig Jahren, 1989,
Ende des 19. Jahrhunderts war Deutschland ein und 1990 erfolgte die Vereinigung der BRD und der DDR.
Kaiserreich geworden, und seit 1871 wurde Berlin zu Heute ist Berlin wieder die Hauptstadt des einheitlichen
seiner Hauptstadt. In dieser Zeit baute man «Unter deut­schen  Staates.  Als  Zentrum des politischen Lebens
den Linden» nach dem Vorbild der Champs-Elysees1 als glimmt die neue futuristische Glaskuppel des Parlaments-
Prachtstra­ße aus. gebäudes, des Reichs­tags. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtni-
Das traurige Symbol des Mach­t­­antritts der National- skirche, die im 2. Welt­k­rieg ebenfalls zerstört wurde, ist
Sozialisten (kurz «Nazis» genannt) war der Reichstags- zur Mahnung teilweise als Ruine bewahrt. So mischen
brand 1933. Im 2. Welt­krieg wurde Berlin sehr stark sich Altes und Neues in einer Ausdrucksweise, die für
zerstört. Die Auswirkungen der Niederlage des deutschen diese Stadt spezifisch ist.

Zur Lektion 6  S. — Serhij, O. — Oleh


S: Guten Tag, Oleh! Wo bist du gewesen?Ich habe dich das Gutenberg-Museum besichtigt. Mainz ist eine
lange nicht gesehen. Stadt mit Ge­schichte. Früher siedelten hier die Kelten
O: Hallo, Serhij! Ich bin nach Deutschland gefahren und und Römer. Im Mittel­alter war es die Metropole der
habe eine Reise durch die deutschen Städte unternom- deutschen Kirche.
men. S: Wie interessant! Ich habe davon nicht gewusst. Wie
S: Wirklich? Prima! Welche Städte hast du besucht? lange hat deine Reise gedauert?
O: Ich bin in den Städten am Strom, Köln, Bonn und O: In den Rheinstädten habe ich 5 Tage verbracht, und
Mainz, gewesen. Ich bin auf dem Rhein mit einem dann bin ich 3 Tage in Dresden zu Besuch bei meinem
Schiff gereist. Ich bin auch an Worms und Speyer Freund Michael gewesen. Michael hat mir diese
vorbeigefahren, ich hatte leider nicht genug Zeit, um wunderschöne Stadt gezeigt.
diese Städte zu besuchen. S: Hast du die berühmte Dresdener Gemäldegalerie
S: Hast du den schönen Kölner Dom gesehen? besichtigt?
O: Aber natürlich! Er ist wirklich herrlich. Sein Bau O: Und ob! Sie befindet sich im prachtvollen Barockpalast
wurde im 13. Jahrhundert begonnen. Ich habe auch Zwinger. Die Galerie Alte Meister besitzt wertvolle
erfahren, dass Köln das Karneval-Mekka ist. Hier Kunstwerke, darun­ter sind Gemälde der großen itali-
finden die fröhlichsten und lustigsten Karnevals in enischen Meister, auch die «Sixtinische Madonna» von
Europa statt. Raffael. Im Zwinger liegen noch das Barocktheater-
S: Und Bonn? Hat dir die ehemalige Hauptstadt ge- Museum, die Staatliche Porzellansammlung, das
fallen? Museum für Tierkunde.
O: Ja, das ist eine moderne Stadt. Sie ist ein wich- S: Was hast du noch besichtigt?
tiges politisches und wissenschaftliches Zentrum des O: Die barocke Frauenkirche, das italienische Dörfchen.
Landes. Am Abend sind wir in die Oper gegangen.
S: Was kann man sich in Bonn ansehen? S: Bist du in der Semperoper gewesen, die nach dem
O: Bonn bietet den Touristen das Beethovenhaus, Entwurf von dem berühmten Architekten Gottfried
zahlreiche mittel­alterliche Kirchen und die Bonner Semper errichtet worden ist?
Museumsmeile. Die Universität zu Bonn lockt auch O: Gewiss. Aber woher weißt du das?
viele Besucher, die hier studie­ren möchten. S: Ich habe darüber gelesen. Ich träume, Dresden zu
S: Und wodurch ist Mainz bekannt? besuchen.
O: Oh, Mainz ist vor allem als die Stadt des Erfinders des O: Es hat auf mich einen großen Eindruck gemacht. Nicht
Buchdrucks Johannes Gutenberg berühmt. Ich habe umsonst nennt man diese Stadt «Elbflorenz».

Zur Lektion 7  Die Dresdener Kunstsammlungen


Die Dresdener Kunstsamm­lungen sind vierhundert Jahre mälde von Tizian, Corregio, Rembrandt und von anderen
alt, und sie haben den sächsischen Fürsten ihre Entstehung bedeutenden Malern aller Epochen. An der Spitze steht
zu verdanken. Sachsen war ein reiches Land. Die Fürsten natürlich Raffaels «Sixtinische Madonna». Der wunder-
führ­ten ein sorgenlo­ses Leben. Sie ver­anstalteten Feste und schöne Barockpalast und die Schatzkammer das «Grüne
Turniere. Um ihren Reichtum zu zeigen, kauften die säch- Gewölbe» bewahren die fürstlichen Sammlungen auf. Im
sischen Fürsten Kost­barkeiten und prachtvolles Geschirr. «Grünen Gewölbe» befinden sich eine Gemäldegalerie und
Sie sammelten wertvolle Kunstwerke, verschiedene Waf­ ein ma­thematisch-physikalisches Ka­binett. Hier kann
fen und Handwerkszeug. 1560 schuf der Kurfürst August man auch das Museum für Mineralogie besu­chen. Der
der Starke in seinem Schloss eine Kunstkammer. Wegen Zwinger lockt die Besucher nicht nur mit der weltbekann­
ihrer Schät­ze wurde sie «die Wunder­­kammer» genannt. In ten Galerie, sondern auch mit dem Barocktheater-Museum.
dieser Zeit kaufte man für die Galerie eine große An­zahl an Die Staatliche Porzel­lansamm­lung und die Zinnsamm­lung
Bildern. Heute besitzt die berühm­te Dresdener Galerie Ge­ stellen auch viele interessante Exponate aus. In der Nähe
1
Champs-Elysees — lies: [6‹zeli’ze:]
64 Tex te zum Hör verstehen

vom Zwinger liegt das Albertinum, wo man sich silberne ihrer wertvollen Kunstsammlungen und ihrer herrlichen
Becher und Teller und zahlreiche Erzeugnisse aus Gold, Architek­tur ist diese schöne Stadt an der Elbe ein beliebtes
Silber, Edelsteinen und Elfenbein ansehen kann. Dank Reiseziel für die Touristen.

Zur Lektion 8  Ein Kindertraum geht in Erfüllung


Der berühmte deutsche Altertumsforscher Heinrich erlernte auch Russisch, und das Schicksal brachte ihn nach
Schliemann wurde am 6. Januar 1822 in einer Pfarrerfamilie Sankt Petersburg, wo er seine eigene Fir­ma gründete. Erst als
geboren. Sein Vater interessierte sich für die Geschichte des Heinrich Schliemann ein großes Vermögen verdiente, konnte
Altertums und erzählte seinem Sohn oft die klassischen Sagen er sich dem Studium der Antike widmen.
über Ho­mers Helden. Von Kindheit an träumte Heinrich, die Schliemann unternahm eine Reise nach Klein­asien. Er
altgriechische Stadt Troja zu entdecken. finanzierte Ausgrabungen und nahm daran auch teil. Er
Aber er musste einen langen Weg zur Erfüllung seines grub an meh­reren Stellen, doch er fand nichts. Aber als er
Trau­mes gehen. Als er vierzehn Jahre alt war, musste er das auf dem Hügel von Hissarlik zu graben begann, war­tete auf
Gym­­na­sium verlassen und viel arbei­ten, weil seine Familie ihn ein großer Erfolg. Nicht weniger als neun Städte lagen 
sehr arm war. Dank seiner Hartnäckig­keit und seinem übereinander,  darunter auch Troja. Schliemann meldete
Fleiß machte Heinrich  Schliemann  erfolgreich Kar­riere als seine Ent­deckung. Seine Tätigkeit wurde in der ganzen Welt
Kaufmann. Er wurde als Sprachgenie bekannt, er erlernte anerkannt. Dieser große Wissenschaftler verdiente seinen
nach seiner eigenen Methode 14 Sprachen. Er machte keine Ruhm. Schliemann starb am 26. Dezember 1890. Ein großer
Übersetzungen, sondern las viel laut und lernte täglich je Teil seiner archäologischen Schätze wird in Berliner Museen
zwanzig Seiten auswendig aus einem Buch. Schliemann aufbewahrt.

Zur Lektion 9  Jugendmusikgruppen in Deutschland


Wie werden Musikgruppen erfolgreich? Immer noch Ricky und die 18-jährige Lee, lernten sich zufällig auf einem
hören die meisten Jugendlichen in Deut­schland Musik Hip-Hop-Treffen kennen. Dort legten Lee und Ricky im
mit engli­sch­sprachigen Texten, aber in der letzten Zeit Freestylerap los, Jazzy sprang spontan auf die Bühne und
sind auch Gruppen, die auf Deutsch singen, populär die drei bekamen sofort einen Plattenvertrag angeboten!
geworden. Besonders gern hören viele Jugendliche im Ihr derzeitiger Hit: «Ich find dich scheiße».
Moment TicTacToe, Blümchen, Dune oder die Ärzte. Wer Die Punkdoktoren [pa8k] sind die Sieger im Konzert-
verbirgt sich hinter diesen Namen? Welche Musik machen marathon! Sie können mehr als nur freche Sprü­che klopfen.
diese Gruppen? Ein Superspektakel und abgefahrene Musik lassen die
Blümchen heißt eigentlich Jas­­min Wagner und wurde Ärzte alle Rekorde brechen. Und eines ist sicher: Jeder
von ih­rer Mutter so genannt, weil sie als kleines Mädchen Song ist ein absoluter Knaller!
immer Blumen pflückend durch die Wie­sen rannte. Auf Dune macht Songs, in denen es ziemlich abgeht. Trotz-
ihren Konzerten geht sie voll aus sich heraus. Mit ihrem dem kommt die Romantik in den Texten nicht zu kurz!
neuen Rave-Techno-Style [’r*iv t*kn1 sta)el] ist die 15-jäh- Oliver Froning und Verena von Strenge (alias Dune) legen
rige im Moment zum Vorzeige-Girl [g3:l] geworden. großen Wert auf ihr Outfit [a)utfit]: Er ein Blondschopf, sie
TicTacToe, das heißt die 18-jäh­rige Jazzy, die 17‑jährige sexy mit Engelshaar.

Zur Lektion 10  Die Geschichte vom beschenkten Nikolaus


Einmal kam der heilige Ni­kolaus am 6. Dezember zum «So ziemlich», antwortete der Nikolaus.
klei­nen Klaus. Er fragte ihn: «Bist du im letzten Jahr auch Da fragte Klaus: «Kannst du mir auch ein schönes
brav gewe­sen?» Klaus antwortete: «Ja, fast immer». Gedicht aufsagen?»
Der Nikolaus fragte: «Kannst du mir auch ein schönes «Ja», sagte der Nikolaus.
Gedicht aufsagen?» «Ja», sagte Klaus. «Liebes, gutes, braves Kind,
«Lieber, guter Nikolaus, draußen geht ein kalter Wind,
du bist jetzt bei mir zu Haus, koch mir einen Tee geschwind,
bitte leer die Taschen aus, dass ich gut nach Hause find».
dann lass ich dich wieder raus». «Wird gemacht», sagte Klaus.
Der Nikolaus sagte: «Das hast du schön gemacht». Er kochte dem Nikolaus einen heißen Tee. Der Nikolaus
Er schenkte Klaus Äpfel, Nüsse, Mandarinen und schlürfte ihn und aß dazu Plätzchen. Da wurde ihm schön
Plätzchen. warm. Als er fertig war, stand er auf und ging zur Türe.
«Danke», sagte Klaus. «Danke für den Tee», sagte er freundlich.
«Auf Wiedersehen», sagte der Nikolaus. Er drehte sich «Bitte, gerne geschehen», sagte Klaus. «Und komm
um und wollte gehen. auch nächstes Jahr vorbei, dann beschenken wir uns
«Halt», rief Klaus. wieder».
Der Nikolaus schaute sich erstaunt um: «Was ist?» «Natürlich, kleiner Nikolaus», sagte der große Nikolaus
frag­te er. und ging hinaus in die kalte Nacht.
Da sagte Klaus: «Und was ist mit dir? Warst du im Alfons Schweiggert
letzten Jahr auch brav?»
Hauslektüre
Zur Lektion 1
Jugend — aus der Sicht des Gesetzgebers
Sven Müller wohnt mit seiner Da die Vorstellungen auch in der auch mal am Geldautomaten,
Familie in Neustadt. Sven ist mit Woche bis 22 Uhr dauern, ist es denn ab und zu gewinnen sie da
seinen 15 Jahren das mittlere von manchmal  richtig  schwer,  am ganz gut. Sven findet Spielhallen
drei Kindern. Sein Bruder Johan- näch­sten Tag wieder ausgeschla­ dagegen langweilig — er trifft
nes ist 17 Jahre alt und seine fen in der Schule zu sein! sich außerhalb der Disko lieber
Schwester Nina ist 12 Jahre alt. Johannes  ist  dagegen  ein  richti- mit seinen Freunden am Abend in
Die drei gehen sehr unterschied- ger Tanzmuffel — er besucht lie- der Kneipe. Auch nutzt er seinen
lichen Freizeitaktivitäten nach. ber die Filmnächte des Programm­ Einkaufsdienst und zweigt bei den
Sven ist ein wahrer Raver und kinos, wo schon mal die ganze Zigaretten– und Bierkäufen für
verpasst keine Techno-Party in Nacht hindurch Filme gezeigt die Eltern auch etwas für sich ab.
den Discos der Stadt. Auch Nina werden. Ansonsten trifft er sich Dann geht er mit den Freunden
tanzt gerne, allerdings Ballett mit seinen Freunden in der Spiel- in den Park, wo sie es sich so rich-
und zwar so gut, dass sie auch halle nebenan, um Billard oder tig gemütlich machen. Nur das
schon mal mit ihrer Kinderbal- Computerspiele zu spielen. Wenn «Babysitting» der Schwester Nina
lettgruppe in den Abendvorstel- die Clique gerade Taschengeld ist dann lästig, aber die kann er
lungen des Stadttheaters auftritt. erhalten hat, probieren sie sich ja zum Glück ins Kino schicken.

Zur Lektion 2
Von der See zu den Alpen

Loch, wo sie immer zusammenka- — Aber was ist denn das:


men. «eine Grenze»? — unterbrach das
— Na, meine Lieben, hört Mäuschen Mimi wieder.
und merkt euch was aus meiner — Das ist die Schwelle deines
Erzählung. Jetzt weiß ich ganz Loches. An der Grenze muss
genau: Eine belehrte Maus ist man vorsichtig sein: Dort kann
keine dumme Maus. Eines Ta­ ja eine Katze auf dich warten.
ges roch ich etwas Schmackhaf­ Dann ist die Grenze zu. Diese
tes, verließ mein Loch und genoss Menschen aber wollten in ein
ein gutes Mittagessen. Ich war anderes Land fahren. Sie sagten:
unvorsichtig und schlief gleich Die Grenze in die Länder der EU
ein. Ich erwachte vom Schaukeln, ist auf. Aber frage nicht, mein
verließ meinen Tisch mit den Kleines, «Was ist die EU?», ich
Resten meines Mittagessens weiß das nicht. Von der Ostsee
und fand mich plötzlich in einem bis zu den Alpen erstreckt sich
— Mimi, ich habe dich so Wagen. Im Wagen saßen lustige Deutschland auf einem Territo-
lange nicht gesehen! Wo warst Menschen, sie sangen oder spra­ rium von rund 357 000 km2. Vom
du denn? — fragte eine alte Maus chen, und aus den Gesprächen er- nördlichen Grenzpunkt List auf
unsere Mimi. — Ach, liebe Nach- fuhr ich alles. Etwas sah ich auch. der Insel Sylt, wo sich auch unser
barin, das, was mit mir geschehen Sie reisten durch Deutschland. Loch befindet, bis zum äußer-
ist, muss uns eine Lehre sein: Vor- — Was ist Deutschland? — un- sten Grenzpunkt im Süden, das
sicht, Vorsicht und noch einmal terbrach sie ein kleines Mäuschen. ist das bayerische Oberstdorf,
Vorsicht! Rufe das ganze Mäu- — Das ist ein großes Land. Hier beträgt die Ausdehnung in der
sevolk, ich erzähle euch alles. leben sehr viele, auch wir finden Luftlinie 876 km. Von dem säch-
In wenigen Minuten versam- hier unseren Käse. Deutsch­land sischen Deschka im Osten bis
melten sich alle in einem großen grenzt an 9 Staaten. Selfkant (Nordrhein-Westfalen)

65 стр.
66 Hauslektüre

im Westen ist die Ausdehnung — Was heißt hier “wirtschaftli- mir die Wälder. Fast ein Drittel der
640 km. Wir waren überall. Es che Kontakte?” — fragte nun Fläche von Deutschland bedecken
gibt hier weite, offene Ebenen Onkelchen Axel-Maus. sie. Nicht nur Holz bekommt man
und Berglandschaften. Hügel- — Siehst du, Onkelchen, du hast daraus, durch die Zunahme des
landschaften im Norden enden in deinem Loch Vorrat. Du kannst Laub- und Mischwaldes konnte man
mit Seelandschaften. Reizvoll ihn selbst essen, dann ist das deine eine höhere Widerstandsfähigkeit
sind die Förden in Schleswig-Hol- eigene Wirtschaft. Aber du kannst der Wälder gegen schädliche Umwel­
stein und die Strand­seeküste in ihn jemand geben oder umtauschen, teinflüsse erreichen.
Mecklenburg-Vorpommern. Ich dann ist das schon Außenhan- — Ich weiß, ich weiß,— rief
wollte auch unsere Artgenossen del, oder, anders ge­sagt, deine ein kleines Mäuschen.— Der Um­
kennen lernen, aber ich hatte “wirtschaftlichen Kontakte”. Ich welteinfluss ist eine Falle, in die
große Angst, ich konnte dann erzähle weiter. Große Temperatur- meine Tante geraten ist!
ja meinen Wagen verpassen schwankungen waren eine Selten- — Auch das, mein Liebes, aber
und nicht mehr nach Hause zu­ heit. Mich fröstelte nur manchmal. auch Luft, Boden, Wasser, also
rückkehren. Wir fuhren viele Bald regnete es, bald schneite es, alles, was uns umgibt, und was
große und kleine Flüsse entlang, bald schneeregnete es auch, aber kli- wir auch für unsere nächsten
einige mussten wir auch über- matisch ist die Lage Deutschlands Generationen erhalten müssen.
queren. Sie sind wichtige Trans­ günstig. Das kann ich mit vollem So endete Mimi ihre Erzählung,
portlinien  und  gewährlei­sten Recht sagen. Eine Ausnahme bildete niemand klatschte Beifall, aber
man­nigfaltige, in erster Linie der Harz mit seinen rauhen Winden, alle waren durch die Wichtigkeit
aber wirtschaftliche Kontakte kühlen Sommern und schneerei­ der neuen Information stark be­
Deutsch­lands. chen Wintern. Beson­ders gefielen eindruckt.

Zur Lektion 3
Die Stadt in der Landschaft
Unser Touristenbus nähert Blumenkästen vor den Fenstern.
sich dem Harz von Halberstadt Alle tragen die Merkmale einer
her, und wir können schon von vergangenen Zeit. Neben dem
weitem das malerisch gelegene Rathaus, einem Kleinod mittel­
Wernigerode am Nordrande des alterlicher Baukunst, ragen die
Gebirges erkennen. Südlich der Türme der Kirchen und des Wes­
Stadt steigen die Berge an, dunk­ terntores über die roten Dächer
le  Fichten  krönen  sie.  Nach hinaus. Über allem thront auf
Westen erhebt sich der Hochharz hohem Berge das Schloss. Einst
mit dem Brocken. der Sitz eines Gra­fengeschlechtes,
Die Stadt bietet viel Sehens­­ heute Feudalmuseum, ist es das
wertes. Da sind die bunten Ziel eines jeden Urlaubers und
Fachwerkhäuser, kleine und zi- Besuchers von Wernigerode. Alle
erliche, große und breite, mit diese Zeugnisse einer längst ver-
gangenen Zeit verleihen der Stadt
jenen romantischen Zauber, der die inte­ressierten Wanderer. Der
Besucher in seinen Bann zieht. Harz ist ein Rest jenes großen
Es fällt nur schwer, die Pflan- Faltengebir­ges des ausgehenden
zenwelt in ihrer Eigenart und in Erdaltertums, das ganz West- und
ihren Besonderheiten zu charak- Mittel­europa durchzog.
terisieren. Die ganze Umgebung Die Gründung der Stadt liegt
steht unter Landschaftsschutz. im Dunkel. Die erste Nachricht
Zahlreiche Wanderwege führen überlieferte eine Urkunde aus dem
von Wernigerode aus in die schöne Jahre 1229, mit der dem Ort das
Umgebung. Besonders reizvolle Stadtrecht verliehen wurde. Vor
Einblicke in die Erdgeschichte tausend Jahren aber bestanden
bie­ten sich hier dem geologisch hier einzelne Siedlungen. Hier
Hauslektüre 67

wohnten einst die Cherusker. bert als ihr Nachfolger der Vogt der verbrannte man auf dem Markt
In den Jahren der Unruhe und Klöster Ilsenburg und Drübeck. 32  «Hexen» wegen «Zauberei»,
politischen Unsicherheit erschien Der Ort nahm nach der Ver- nachdem man sie vorher im Keller
Adalbert von Haimar (bei Hil­ leihung des Stadtrechts einen des Rathauses gefoltert hatte.
desheim) als Grundherr am Nord- schnellen Aufstieg. Im 15. und zu Außer dem Feudalmuseum
harzrand und nannte sich seit 1121 Beginn des 16. Jahrhunderts bot haben wir das Harzmuseum
Graf von Wernigerode — nach Wernigerode das Bild einer wohl- besichtigt, eines der schönsten
einem Ort, der schon vorhanden habenden mittelalterlichen Stadt. Rat­häuser Deutschlands, das Rat­
war. Er er­richtete eine Burg. Seine Der Marktplatz war der Mit- haus zu Wernigerode, bewun­dert
Grafschaft war eine «wilde Graf- telpunkt des bürgerlichen Lebens. und durch den Tiergarten gebum-
schaft». Das heißt, sie war ohne Vor dem Rathaus wurde Gericht melt. Wir waren von der Fülle des
königlichen Lehnsbrief gebildet. gehalten. Mitten auf dem Markt Gesehenen tief be­eindruckt und
Als die Edelherren von Vecken­ standen der Schandpfahl und der nahmen ein echtes Erlebnis aus
stedt 1126 aus­starben, wurde Adal- Galgen. Zwischen 1521 und 1601 dem Harz mit.

Zur Lektion 4
Maximilianeum

Das Maximilianeum ist zu tinnen. Die Stipendiaten wohnen 17 sind in den Räumen der Stiftung
einem Begriff von dreifacher im Maximilianeum. untergebracht. Das Kolossalgemäl-
Bedeutung geworden. Erstens Das Maximilianeum als Ge- de «Seeschlacht bei Salamis 480 v.
ist das die Studienstiftung, die bäude ist der zweite Begriff. Der Chr.» von Wilhelm von Kaulbach
der König Max II. gegründet Bau dauerte vom Jahre 1857 bis hat eine Größe von 69 Metern.
hat. Diese Stiftung ist in ihrer zum Jahre 1874. Das Gebäude bil- Es ist im Plenarsaal des heutigen
Art einmalig und beispielhaft. det den repräsentativen Abschluss Landtags hinter einem Schal-
Sie ergänzt die vor­handenen der Münchner Maximi­lianstraße. vorhang aufgehängt. Das Gemälde
Unterrichtsanstal­ten. Jeder Das Maximilianeum steht auf «Kaiserkrönung Karls des Großen»
Bayer kann in diese Anstalt dem hohen Ufer des Flusses Isar. von Friedrich Kaulbach hängt
eintreten. Hier können sie bis Unter dem leuchtend blauen Him- im Steinernen Saal. Diesem Bild
heute ohne materielle Sorgen mel wirkt es monumental. Max II. gegenüber ist die «Kaiserkrönung
studieren. Freies Studium er- erlebte das Ende des Baus nicht Ludwigs des Bayern in Rom» von
möglicht die Stiftung Maximi­ mehr, sein Sohn Ludwig II. ließ die August von Kreling zu sehen.
lianeum hochbegabten Abiturien­ Arbeiten fortsetzen. Im Krieg war das alte Gebäude
ten und seit 1980 auch Abiturien- Zur Galerie des Maximiliane- des Bayerischen Landtags in der
ums gehörten 30 Ölgemälde und Prannerstraße den Bomben zum
eine Sammlung von 24 Marmor- Opfer gefallen, und Anfang 1949
büsten bedeutender histo­rischer zogen der Bayerische Landtag
Persönlichkeiten. Diese Galerie und der Bayerische Senat in das
fand in 3 Sälen Platz. 13 Gemälde renovierte Maximilianeum ein.
verbrannten 1943. Die vorhandenen Seitdem ist das Maximilia­neum
zu einem dritten Begriff geworden.
Wer heute Maximi­lia­neum sagt,
meint in erster Linie das Baye­
rische Parlament. Die Abgeord-
neten des Bayerischen Landtags
und die Senatoren arbeiten und
entscheiden in einem der schönsten
Parlamentsgebäu­de Europas.
Das Gebäude gehört nach wie
vor der Stiftung Maximilianeum,
und die Mieteinnahmen dienen
der Finanzierung der Stiftung und
ihrer Aufgaben.
68 Hauslektüre

Zur Lektion 5
Eine kostbare Schatztruhe
Man sagt, dass Berlin aus dem
Wasser entstanden ist. Die Spree,
die in der Oberlausitz entspringt,
durchfließt Berlin auf einer Län­ge
von 45 Kilometern. Ihr silbri­ges
Band erstreckt sich zum Ost­hafen
und wird vom Rummels­burger
See sichtlich angerei­chert. Die
Stadt ist von Kanälen durchzo-
gen, die die Spree mit der Havel Zum Bahnhof Friedrichstraße
verbinden. Die Insel im Kern der verdichtet sich die Lädenkette.
Stadt wird von der Spree und dem Hinter der Bahnhofs­brücke liegt
Kupfergraben umflossen. Ihre der geschäf­tigsten Plätze der der Admirals­palast.
Nordspitze nimmt die eigentliche Reichshaupt­stadt. In der Mitte des Der Name der Stadt stammt
Museumsinsel ein, die in Europa Platzes befinden sich der Brunnen vom Wort «Bär», und alle kön-
einzigartig ist. Hier befinden sich der Völ­kerfreundschaft und die nen die Berliner Wappentiere
das Alte Museum mit Sammlun- Weltzeituhr. Der Brunnen ist nach beim Besuch des Bärenzwingers
gen des Herrscherhauses und das wie vor ein beliebter Treffpunkt. bewundern, wo diese Tiere in der
Neue Museum, das ein Schatz­haus Die nächste U-Bahn-Station freien Natur zu beobachten sind.
der Ägyptischen Sammlungen ist. liegt in der Friedrichstraße. Sie Und überhaupt liegt die ganze
Vor der (Alten) Nationalgalerie ist auf der ganzen Länge der Stadt im Grünen. Besonders
reitet der Musenkönig Friedrich Fried­richstraße vom Oranien- anschaulich sieht man das im
Wilhelm IV. (1840—1861) auf burg zum Checkpoint Charlie1 Tiergarten. Hier gibt es zahlreiche
dem Schlachtross (Bronze von nicht weniger sehenswert. In Tiergehege, aber auch weite Park­
A. Candrelli). Hier befinden sich der Gründerzeit entwickelte anlagen. Man bummelt im Schat-
auch das Pergamon- und das sich die Friedrichstraße zu einer ten der Bäume, rudert mit dem
Bode-Museum mit allen ihren Geschäfts-, Amüsier- und Luxus­ Boot auf dem Neuen See. Kinder
weltberühmten Schätzen und straße. 1825 eröffnete der Wiener spielen mit dem Ball, Erwachsene
Kostbarkeiten. Konfiseur (Süßwarenherstel­ler) plaudern auf der Café-Terrasse.
Eine Kostbarkeit anderer Art Johann Georg Kranzler sein Heute nennt man Berlin den
stellt der Alexanderplatz dar. legendäres Café. (Das Kranz­ größten Bauplatz Europas, da
Seinen Namen verdankt der ler am Ku’damm ist 100 Jahre in der Stadt überall gebaut
Platz dem russischen Zaren. jünger.) Zwischen den Linden wird. Vor allem ist Berlin im
Dank  den  Verkehrslinien  ent- und der Behrenstraße wurde Umbruch, aber doch schön, alt,
wickelte sich der Platz zu einem 1873 die «Kaisergalerie» eröffnet. aber auch jung.

1
Checkpoint Charlie — lies: [’t6ek,p1int t6a:rli·]
Hauslektüre 69

Zur Lektion 6
Nürnberg
Nürnberg ist eine alte Stadt Lorenzkirche Stadtmusiker aus waren Pilger, die von weither
voller Geschichte. Die mächtige allen Ecken des Landes und gleich zum Grab des wundertätigen
Burg war über Jahrhunderte neben Dürers Wohnhaus tref- Heiligen Sebaldus strömten.
hinweg eine beliebte Residenz fen sich an Sommerabenden die Kaiser Karl IV. hielt sich in
aller deutschen Kaiser, wie zum Künst­ler von heute. Und gerade seiner Lieb­lings­stadt, die er die
Beispiel Friedrich Barbarossa das stellt den Reiz von Nürnberg Stadt der Kaiser nannte, 40-mal
und Karl IV. Mit seinen prächti- dar: das harmonische Nebenein- auf. Im 14. Jahr­hundert erließ
gen gotischen Sakralbauten wie ander von Neuem und Altem, von er das Reichs­ge­setz «Goldene
Lorenz- und Sebal­duskirche, Heutigem und Historischem. Bulle». Nach diesem Gesetz soll-
den  stolzen  Patrizierhäusern, Diese Stadt ist auch durch ihre ten die sieben Kurfürsten — die
Brücken und Brunnen, Denk- Menschen berühmt. Hier erfand Erzbischöfe von Mainz, Köln und
mälern berühmter Söhne der Peter Henlein die erste Taschen­ Trier, der König von Böhmen, der
Stadt und der eindrucksvollen, uhr. Martin Behaim fertigte den Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog
fünf Kilometer langen Stadtmau- ersten Globus. Auch der Fingerhut, von Sachsen und der Markgraf
er galt Nürnberg zur Zeit Richard die Klarinette und die Drehbank von Brandenburg — den neuen
Wagners und der Romantik als haben der Findigkeit von Nürn- Kaiser wählen und jeder neu-
gewählte Kaiser sollte seinen
ersten Reichstag in Nürnberg
abhalten. Die herr­liche Frauen-
kirche mit ihrer Kunstuhr am
Gipfel erinnert täglich an die
«Goldene Bulle». Um 12 Uhr
spielt das «Männleinlaufen»: Auf
das Signal der Fanfarenbläser
huldigen die sieben Kurfürsten
ihrem Kaiser Karl IV. durch
dreimaliges Umschreiten.
Hier gibt es viele Sehenswür-
digkeiten. Der Schöne Brunnen
auf dem Hauptmarktplatz sieht
wie eine gotische Kirchturm-
spitze aus. Nicht weniger als
40 Statuen in 4 Ebenen schmü­
cken d ie Br un nensäu le. Im
Germa­nischen Nationalmuseum
kann man sich mit der deut-
des «Reiches Schatzkästlein». Und bergern zu verdanken. Ein echter schen Kultur und Kunst von der
auch heute noch bezaubert diese Nürnberger, der überall auf der Frühzeit bis zum 20. Jahrhun-
Altstadt mit ihrer Schönheit. Welt zu Hause ist, ist der Bleistift. dert vertraut machen. Das Stadt-
Das heutige Nürnberg, das Der Fabrikant Lotkar von Faber museum Fembohaus bietet die
vor 950 Jahren gegründet wurde, aus Stein bei Nürnberg war der Möglichkeit, Altes Nürnberger
ist eine moderne Halbmillionen- Erste, der in Deutschland moderne Patrizierhaus, Entwicklungsge-
Stadt. Es besitzt ein Messe­gelände Herstellungstechniken einsetzte schichte und Wohnkultur der
und große Industriebetriebe, ei­ und den Bleistift zum Allgemein- Stadt kennen zu ­ lernen. Man
nen Autobahnanschluss und einen gut machte. Bekannte Firmen wie kann auch das Albrecht-Dürer-
Flughafen, moderne Ringstraßen Faber-Castell, Staedt­ler und Lyra Haus besuchen, das 1509—1528
und eine U-Bahn. Es ist ein pul- haben ihren Sitz in Nürnberg. von Dürer bewohnt wurde. Hier
sierendes Einkaufs­zentrum und Schon im 11. Jahrhundert liegen auch das Spielzeugmu-
Sitz der Bundesanstalt für Ar- war Nürnberg ein verlockendes seum mit Spiel­zeug vom Mitte-
beit. Da spielen im Schatten der Reiseziel. Die ersten Touristen lalter bis zur Neuzeit aus Europa
70 Hauslektüre

und Übersee, das Schulmuseum, Fürsten Bismarck präsentiert. Wissenschaft und Forschung,
das über die Schulgeschichte Einige Säle sind dem Tunnel- Umweltschutzprobleme und
vom Mittelalter bis heute berich- und Brückenbau, dem Gleisbau Gesundheitswesen. Enge Verbin­
tet, und das älteste deutsche und der Signal- und Fernmelde- dungen haben auch zahlreiche
Verkehrsmuseum mit seinen technik gewidmet. Hochschulen. Ein Beispiel ist die
Fahrzeugen, zahlrei­chen Origi- Charkiw und Nürnberg sind Zusammenarbeit und die Freund­
nal-Lokomotiven und dem Damp- Partnerstädte. Die Hauptrich- schaft der Friedrich-Alexander-
fmaschinenhaus. Hier sind auch tungen der Zusammenarbeit sind Universität Erlangen-Nürnberg
die Salonwagen des bayerischen Wirtschaft und Technologien auf und der Nationalen Karasin-Uni-
Märchenkönigs Ludwig und des allen Sektoren der Industrie, versität Charkiw.

Zur Lektion 7
Das Kyffhäuser-Denkmal
Im Kyffhäusergebirge liegt die Heutzutage ist Kyffhausen ein
Burgruine, die sich fast 300 m hoch architektonisches Denkmal, das bei
über dem Tilledaer Tal erhebt. Die jedem Deutschen sehr beliebt ist.
günstige Lage des Kyffhäuser- Es wurde zum Symbol des Kampfes
berges wurde schon früh­zeitig um die natio­nalstaatliche Einigung
bekannt. Im 4. Jahrhundert v.u.Z. Deutschlands. Dazu trug die Sage
(vor unserer Zeit) siedelten hier vom wiederkehrenden Kaiser
die Kelten. Dafür sprechen die Fried­rich I. sehr stark bei. Im 14.
gefundenen vorge­schichtlichen Jahrhundert glaubte man, dass
Wälle, Gräben und Tongefäße. der Kaiser Friedrich I. Barbarossa
Die Burgruine Kyffhausen nicht gestorben ist und zuweilen
stammt aber aus dem 11. Jahr- in der alten Burg erscheint. Die
hundert. Die Burg wurde als eine Figur des Sagenkaisers war für
Festung zum Schutz der Macht das Volk mit Frieden und Ord-
der Sachsenkönige erbaut. Sie nung verbunden. Die Sage ist im
war die größte und die stärks­ Barbarossa-Denkmal dargestellt:
te Burg Thüringens und eine der schlafende Kaiser, dessen Bart
der größten deutschen Burgen. durch den Tisch gewachsen ist, und
Kyffhausen war der Zeuge der den die Raben immer wieder erin-
deu­t­schen Geschichte. Es erlebte nern, dass noch keine Einigkeit auf
die Trennung des Landes und die deutschem Boden erzielt ist.
Feh­den des Stammadels. Die mit­ Mehr als 400 000 Gäste be- bewundert den aus dem Turm
telalterliche Burg sah Zerstörung sichtigen jährlich das Kyffhäu­ herausreitenden Wilhelm I. Ihm
und Wie­deraufbau. In der Mitte ser-Denkmal. Den Besuchern zur Seite sitzen eine allegorische
des 12. Jahrhunderts wurde sie stehen die Unter-, Mittel- und Kriegerfigur als Symbol militä­
unter dem Kaiser Friedrich I., der Oberburg sowie das Barbarossa- rischer Macht und eine Frau als
mehr als Barbarossa bekannt ist, Denkmal zur Verfügung. Die Verkörperung der Ge­schichte.
gründlich ausgebaut. Vor allem schöne Kapelle, alte Mauern, der Die Frau reicht Wi­l­helm  I. den
die Oberburg wurde ergänzt und 176 m tiefe Burgbrunnen, Wälle Lorbeerkranz. Von den meh­reren
die Kapelle der Unterburg neu und Gräben,  herrliche  Tore  und Terrassen und Aussichtsplattfor-
erbaut. Bis zum 15. Jahrhundert Brücken locken viele Touristen men des Turmes kann man die
wechselten einander die Herr­ hierher. Hier kann man sich auch unvergesslichen Landschaften
scher von Kyffhausen. Be­reits das Wilhelm-Denkmal an­sehen, des Harzes und Nordthüringens
im 15. Jahrhundert begann der das ihm zu Ehren im 19. Jahr­ genießen.
Verfall der Burg. hundert errichtet worden ist. Man
Hauslektüre 71

Zur Lektion 8
Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm
Die Brüder Grimm sind in der Am 17. November 1837 nah-
ganzen Welt bekannt. Viele Men­ men die beiden Brüder an dem
schen bringen ihren Namen mit Protest der «Göttinger Sieben»
der Sammlung der «Kinder- und teil, der Professoren der Univer-
Hausmärchen» in Verbindung. sität, die sich der Aufhebung der
Diese Sammlung enthält über gültigen Verfassung durch den
200 Märchen aus den verschie­ König von Hannover widersetz-
denen Landschaften Deutsch- ten. Wie ihre Kollegen, verloren
lands, vornehmlich aus Hessen die Grimms ihre Ämter. Sie fuh­
und Westfalen; sie ist die Erb- ren nach  Kassel  zu  ihrem  Bru­
schaft des deutschen Volkes. Die der Ludwig und weilten dort ei­
Grimm’schen Märchen wandern nige Jahre. Hier bekamen sie ein
durch alle Länder der Erde. Sie Angebot von der Weid­mannschen
werden wie in Europa, so in Asi­en Buchhandlung in Leipzig, ein
und in den Ländern Amerikas ge- deutsches Wörterbuch zu schrei­
lesen. Sie werden in verschiedene ben. Das war ein Riesenwerk,
Sprachen der Welt übersetzt. das nach dem Willen seiner
Diese Märchen lesen sowohl die Gründer aus sieben Bänden
Kinder als auch die Erwachsenen. auf die perspektivische Lauf- bestehen und den gesam­ten
Aber wenige Menschen wissen, bahn eines Staatsmanns und deutschen Wortschatz in der Zeit
dass die Brüder Grimm auch Diploma­ten und fuhr nach Kas- von Luther bis Goethe umfassen
zu der Sprachwissenschaft sehr sel, um dort als Bibliothekar zu sollte. Dieses Werk wurde das
viel beigetragen haben. Ihre wis- arbeiten und sich dem Studium «Deutsche Wörterbuch von Jacob
senschaftlichen Werke umfassen des vaterländischen Altertums und Wilhelm Grimm» ge­nannt.
Grammatik, Phonetik, Mytholo- zu widmen. Wilhelm folgte dem Der jüngere Bruder Wilhelm
gie, Geschichte und den Wort­ Bruder. Sie konnten ihren liebs­ bearbeitete den Wortschatz mit
schatz der deutschen Sprache. ten Wunsch verwirklichen, ein dem Buchstaben D. Und Jacob
Die Brüder Jacob und Wilhelm gemeinsames Amt zu haben. Hier forschte den mit den Buchstaben
Grimm wurden in der hessischen in Kassel arbeitete Jacob Grimm A, B, C, E; beim Wort «Furcht»
Stadt Hanau am 4. Januar 1785 an seiner deutschen Grammatik, nahm der Tod die Fe­der aus sein-
und am 24. Februar 1786 geboren. die aus vier Teilen bestand. Die er Hand. 1861 wurde das Werk
Ihr Vater war Jurist. Sehr früh fundamentale Grammatik von der Brüder Grimm vollendet, es
fand er den Tod und ließ seine Jacob Grimm und viele andere hat 32 Bän­de mit rund 35 000
Frau mit sechs Kindern zurück. seine Werke sind auch den Drucksei­ten. Dieses Werk ist das
Hier in Hanau verbrachten die heutigen Sprachforschern un- größte Druckwerk in deu­t­scher
Brüder die Schul­zeit und die entbehrlich. Jacobs Hauptwerke Sprache.
entscheidenden Jahre ihres sind die «Deutsche Grammatik», Das Verdienst der Brüder
Le­bens. Sie teilten das Brot die «Deutsche Mythologie», Grimm ist unbestritten, beson­
und das Bett, die Schule und die «Geschichte der deutschen ders auf dem Gebiet der Sprach-
die Universität, den Bibliothek­ Sprache». Und dem zweiten wissenschaft. Sie sind Begründer
dienst und die Leidenschaft Bruder, Wilhelm, der mehr zur der deutschen Sprachkunde und
für die poetischen und sprach- Poesie neigte, verdan­ken wir der deutschen Altertumswissen-
lichen Altertümer. Ab 1802 die poetischen Werke wie «Die schaften. Unverändert lebendig
studierten sie in Marburg Rechts­ deutsche Heldensage», «Zur Ge- bleiben auch ihre Märchen, sie
wissenschaften. Als Jacob 31 schichte des Reims», das «Roland­ sind das Geschenk der Brüder an
Jah­re alt war, verzichtete er lied», der «Rosengarten». Kinder und Eltern.
72 Hauslektüre

Zur Lektion 9
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Die älteste deutsche Hoch­ Universität am 4. November des Abiturs — und das Schulsys-
schule, die Universität Heidel- 1743 eröffnet. tem wurde einheitlich gegliedert.
berg, wurde 1386 gegründet. Im 18. Jahrhundert waren Wie in allen deutschen Univer-
Mehrere andere Universitäten die Universitäten vor allem Aus- sitäten lässt sich auch in Erlangen
haben bereits ihre Fünfhundert- bildungsanstalten für nützliche der «Fortschritt der Wissenschaft»
jahrfeier hinter sich, darunter die Staatsdiener kleiner Territorial­ zu einem Großbetrieb beobachten.
traditionsreichen Universitäten staaten.Weder für die Qualifi- Bis zum Ende des 19.  Jahrhun-
von Leipzig (gegründet 1409) zierung der Professoren noch für derts entstanden zahlreiche wis-
und Rostock (gegründet 1419). die Zulassung zum Studium gab senschaftliche Institute, die das
Da­neben bestehen auch ganz es feste und einheitliche Regeln. Stadtbild bis heu­te prägen.
junge Universitäten — mehr als Der Unterrichtsbetrieb vollzog Über 28 000 Studenten/innen,
20 sind erst nach 1960 gegründet sich vor allem als Diktat aus verteilt auf 250 Lehrstühle, stu­
worden. anerkannten Lehrbüchern, wäh­ dieren heute an der Universität
Als Markgraf Friedrich von rend die Forschung noch weitge- Erlangen-Nürnberg, also sieben-
Brandenburg-Bayreuth 1743 die hend in enzyklopädischem Sam- mal so viel wie noch vor 40 Jah­
Universität Erlangen gründete, meln und Klassifizieren bestand. ren. Ein gewaltiges Anwachsen
konnte er auf mehrere Hoch­ Der Unterricht fand vielfach im der Studentenzahlen begann
schul- und Akademieprojekte in Hause des Professors statt, des- mit der Bildungsreform der 60er
den brandenburgischen Fürsten­ sen Lehr­befugnis sich oft auf Jahre. In Erlangen kamen die
tümern Ansbach und Bayreuth mehrere Fächer erstreckte. Angliede­rung der Nürnberger
zurückblicken. Das kaiserliche Das 19. Jahrhundert brachte Hochschule für Wirtschafts- und
Privileg, das für die Gründung dann vor allem eine zunehmende Sozialwissenschaften und der
der Universität erforderlich war, Differenzierung der Wissenschaf- dortigen Pädagogischen Hoch­
war für die Friedrichsakademie ten, die Spezialisierung des Uni- schule so­wie die Gründung einer
in Bayreuth vorgesehen. Wegen versitätsprofessors und die Pro- technischen Fakultät hinzu.
häufigen Feindseligkeiten zwi­ fessionalisierung von Ausbildung Was dem Bürger der Univer-
schen Bür­gern, Soldaten und und Qualifikation. Gleichzeitig sitätsstadt Erlangen besonders zu
Studenten wurde diese jedoch wurden die Zulassungsbedingun- Gute kommt, ist die umfassende
bereits im folgenden Jahr nach gen strenger reglementiert — be­ me­dizinische Versorgung durch
Erlangen verlegt und dort als i­spielsweise mit der Einführung zahlreiche Universitäts­kliniken.

Zur Lektion 10
Der Stollen
Der Stollen oder die Stolle? Weih­nachten 2 Stollen überbrin- Fruchtbarkeit) dar, schön fest
Die Benennung spielt eigentlich gen. Jeder war 36 Pfund (mehr gewickelt, denn die festen Bänder
keine Rolle. Wie der «richtige» als 15 kg) schwer und anderthalb sollten dem Kind eine aufrechte
Name auch ist, Hauptsache Meter lang. Beim Stollenbacken in Gestalt geben. Bei einem «richti-
bleibt: Das Produkt ent­spricht Freiburg musste man den 20. Teil gen» Stollen bedeutete die dicke
den Forderungen, die wir an das seines Preises zum Dombau jähr- Schicht Puderzucker ein weißes
beste Festgebäck stellen. lich zahlen. Die Bürger murr­ten, Wickeltuch. Auch die Zutaten
Die Geschichte des Stollens lässt aber zahlten, denn auf den Stollen sind ein für allemal festgelegt. Es
sich über 500 Jahre zurückverfol- zu Weihnachten wollte keiner gibt verschiedene Stollenrezepte.
gen. Erstmals erwähnt wurde er verzichten. Früher waren sie Geheimsache
1329. Damals forderte der Bischof Wodurch unterscheidet sich jeder Haus­frau und übergingen
Heinrich zu Naumburg den Stol- der Stollen von anderen Arten auf die Toch­ter über, aber in
len als Tribut für seinen Hof. Bis der Kuchen? Sein Äußeres muss der Grundzusam­menstellung
ins 19. Jahrhundert mussten die immer dasselbe sein. Eine andere ähneln sie sich alle. Butter spielt
Dresdener Bäcker (8 Meister und Form war nie ein Stollen. Seine die Hauptrolle. Die modernen
8 Gesellen) ihrem Landesherrn zu Form stellt das Kind (Symbol der fett- und kalorienarmen pflanzli-
Hauslektüre 73

chen Fette eignen sich ganz und ihm zuzusehen, in Wirklichkeit ihm den Freunden an. Er bleibt
gar nicht. aber, um ein Tütchen aus der lange frisch, wenn wir ihn am
Den Stollen darf man nie zu Tasche zu nehmen und unbeo- kühlen Ort wohlverpackt aufbe­
klein backen. Erst von einer bachtet eine Prise in den Teig zu wahren. Zu Ostern über­rascht
gewissen Größe an entfaltet er streuen. War es Muskatblüte? Es manche Gastgebe­rin noch mit
voll seinen Geschmack und sein gab kleine Geheimnisse, die man einem Stück Stol­len. Mit Recht
Aroma. Außerdem garantiert ein nicht preisgab. darf sie stolz darauf sein: Sie be-
großer Stollen weit mehr seine weist damit, dass sie mit Zutaten
Frischhaltung als ein kleiner, nicht ge­geizt und das Gebäck
der viel schneller austrocknet. fachkundig aufbewahrt hat.
Alle Zutaten werden etwa 12 bis Heute kennt nahezu alle Welt
24 Stunden vor der Teigzuberei- den Dresdner Stollen. Und wenn
tung an einem warmen Ort bereit­ ein gebür­tiger Sachse in frühe­ren
gestellt. In dieser Zeit baden die Zeiten fern von zu Hause war,
Rosinen, fest zugedeckt, in Rum, wartete er auf die unentbehrliche
den sie bis zur Verarbeitung voll Festgabe von seinen Verwand­
aufsaugen. Stollenteig darf auf ten, denn ohne Stollen war für
keinen Fall «erschrecken»: Wir Wo nahm man das Geld für ihn  ein  Weihnachtsfest  nicht
dürfen ihm nicht etwas kühles den Kauf der köstlichen Zutaten? so freudenvoll. Die «Frem­de» lag
Mehl  oder  eine andere nicht Manche aßen doch Fleisch nur oft ganz nah, in der Fremde war
gleichmäßig warme Zutat beifü- 2 oder 3-mal im Jahre! Trotzdem jeder außerhalb des Familienkrei­
gen. «Erschreckt» werden kann er kam der Stollen zu Weih­nachten ses. Heute ist der Stollen zu
auch durch Luft- oder Gegenzug, in jedes Haus. Wenn das Neujahr Weihnachten in jeder Bäckerei
davon erholt er sich nicht wie­der. vorbei war, sparte die Hausfrau zu kaufen. Er ist auch kein all­zu
Also Türen und Fenster muss wieder jeden Groschen, der zum teures Gebäck mehr. Wir brau­
man geschlossen halten. Grundstock  für  den  nächsten chen für ihn nicht das ganze
Bei der Zubereitung helfen Stollen wurde. Jahr hindurch zu sparen. Rezep­
selbst die Kinder gern. In frühe­ Beim Essen dieses gehaltvol- te zu seiner Zubereitung stehen
ren Zeiten mussten sie unentwegt len Gebäcks muss man Maß in jedem  Kochbuch.  Aber  keine
Weihnachts- oder Loblieder sin- hal­ten. Vom Stollen verzehrt Hausfrau bäckt ihn in einem
gen. Das geschah aus der Über- man nicht  wie  beim  Kuchen  ein elekt­rischen oder Gasherd. Sie
legung: Wessen Mund singt, der Stück nach dem anderen. Man ge- kauft ihn in einer Bäckerei, und
kann nicht gleichzeitig naschen. nießt ihn mit Verstand und unter er schmeckt uns noch genauso
Die Kinder mussten die Mandeln Zurückhaltung. Man bietet von gut.
abziehen, Zitronat oder Orangeat
schneiden. Es gab Arbeiten, die
man zu Hause erledigte. Dann
ging die sächsische Ha­usfrau zum
Stollenbacken zum Bäcker, bei
dem sie ihren Termin hatte. Sie
hielt dort ein gutes Auge darauf,
dass ihre Zutaten in den Teig
ka­men, denn neben ihr saßen ihre
Nachbarinnen, die auf ihren Ter-
min warteten. Wie leicht konnte
es ein Verwechseln geben! Beim
Kneten näherte sich die Hausfrau
dem Bäcker scheinbar nur, um
Zeittafel zur Geschichte
Deutschlands

6.—5. Jh. v. Ch. — Siedlungen der alten Germanen


9 n. Chr. — die Teutoburger Schlacht
6.—8. Jh. — das Frankenreich
843 — das Ostfrankenreich
962 — das Heilige Römische Reich deutscher Nation
12.—17. Jh. — die Existenzzeit der Hanse
1237 — die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung Cölln, der Ber-
liner Zwillingssiedlung
1244 — die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung Berlin
1524—1526 — der Bauernkrieg
1618—1648 — der Dreißigjährige Krieg
1815 — der Wiener Kongress
1848—1849 — die bürgerlich-demokratische Revolution
1866 — der Norddeutsche Bund
1870—1871 — der Deutsch-Französische Krieg
1871 — die Ausrufung des Deutschen Reiches
1918 — die Novemberrevolution
1919 — der Versailler [v*rsa:j3r] Friedensvertrag
1933 — der Machtantritt Hitlers
1938 — der Anschluss Österreichs
1939 — der Beginn des II. Weltkrieges
1941 — der Überfall auf die Sowjetunion
1945 — die Potsdamer Konferenz
September 1949 — die Gründung der BRD
Oktober 1949 — die Gründung der DDR
Oktober 1990 — die Vereinigung der BRD und der DDR
Wör ter und Wendungen
Zur Lektion 1
Abgrenzung, f, = — розмежування Nachfahren, pl — нащадки
ausländerfreundlich — дружелюбний у відношенні Sorbe, m, -n, -n — лужичанин
до іноземців sparsam — економний
besiedelt — населений Stamm, m, -(e)s (Stämme) —плем’я, рід
Bibelübersetzung, f, =, -en — переклад Біблії stammen (te, t) aus (Dat.) — походити з
Eigenschaft, f, =, -en — властивість unterschiedlich — різний
Feindlichkeit, f — ворожість verpflichten, sich (te, t) zu (Dat.) —
gastfreundlich — гостинний зобов’язуватися, брати на себе зобов’язання
im Wesentlichen — суттєво, переважно verschlossen — відлюдний
Mehrheit, f, =, -en — більшість verwandeln, sich (te, t) — перетворюватися
Minderheit, f, =, -en — меншість wiedervereinigt — возз’єднаний
Mundart, f, =, -en — діалект zusammenwachsen (u, a) — зростатися, зливатися

Zur Lektion 2
ausreichend — достатній Mittelgebirgsstufenland, n, -(e)s — середньогір’я
bestehen (a, a) aus (Dat.) — складатися з складчатого рельєфу
betragen (u, a) — становити Platte, f, =, -n — плато
Ebene, f, =, -n — рівнина prägen (te, t) — накладати відбиток
Flächenraum, m, -es (...räume) — площа, територія Rand, m, -es (Ränder) — край
Flecke, f, =, -n — пляма Schwelle, f, =, -n — поріг
Geest, f, =, -en — пісок Tal, n, -(e)s (Täler) — долина
ins Auge fallen — впадати в очі Tiefland, n, -es (...länder) — низина
Kupfer, n, -s — мідь unterscheiden, sich (ie, ie) — відрізнятися
Lehm, m, -(e)s, -e — глина Zinn, n, -(e)s — олово
Mittelgebirgsschwelle, f, = — поріг середньовисоких
гір

Zur Lektion 3
aneignen, sich (te, -t) — засвоїти locken (te, t) — заманити
Anhänglichkeit, f, =, -en — відданість Marter f, =, -n — катування, тортури
auf die Folter spannen — піддавати катуванню Metallhelm, m, -(e)s, -e — металевий шолом
Behendigkeit, f, =, -en — спритність, вправність, Nachwuchs, m, -es — молодь, зміна
вдалість niederlassen, sich (ie, a) — оселитися
Benehmen, n, -s — поведінка Obhut, f, = — догляд, нагляд
Betragen, n, -s — поведінка Page, m, -n, -n — паж
Brustlatz, m, -es (...lätze) — нагрудник Pfad, m, -es, -e — стежка, стежина
Bucheinband, m, -es (...bände) — оправа книги, rächen, sich (te, t) — помститися
палітурка Ritter, m, -s, = — лицар
einweihen (te, t) — відкривати, втаємничувати Schild, m, -es, -e — щит
erben (te, t) — наслідувати Streben, n, -s — намагання
gelten (a, o) — вважатися Tracht, f, =, -en — одяг, костюм
Gestaltung, f, =, -en — оформлення unterliegen (a, e) — отримати поразку
Harnisch, m, -(e)s, -e — панцир Visier, n, -s, -e — забрало
Henker, m, -s, = — кат vortäuschen (te, t) — симулювати
im Gedächtnis haften — запам’ятатися Waffenträger, m, -s, = — зброєносець
Kemenate, f, =, -n — жіноча половина (у замку) zu Hilfe rufen — кликати на допомогу
Lanze, f, =, -n — спис, піка Zusammenkunft, f, = (...künfte) — зустріч
Lochgefängnis, n, -ses, -se — середньовічна zustande bringen — здійснити
в’язниця-музей у  Нюрнберзі

75 стр.
76 Wör ter und Wendungen

Zur Lektion 4
Abgeordnete m, f — депутат, депутат (жінка) Gemeinwesen, n, -s, = — колектив, громадськість,
Angelegenheit, f, =, -en — діло спільність
Ausführung, f, =, -en — виконання Geschäftsbereich, m, -(e)s, -e — сфера діяльності
Behörde, f, =, -en — влада, орган влади Gesetzgebung, f, =, -en — законодавство
bei (Dat.) Beschwerde einlegen — подавати скаргу Gewalt ausüben — мати владу
кому-н.,куди-н. Gewerbe, n, -s, = — промисел, ремесло
Bewahrung, f, =, -en — збереження Hammel, m, -s, = — баран
Einhaltung, f, =, -en — додержання Kreis, m, -es, -e — район (у Німеччині)
Entfaltung, f, =, -en — розвиток, розквіт; прояв verabreden (te, t) — домовлятися про щось
Fachausschuss, m, -ses (...schüsse) — спеціальний Vereinbarkeit, f, =, -en — сумісність
комітет Verfassungsgericht, n, -(e)s — конституційний суд
Förderung, f, =, -en — сприяння, допомога Verordnung, f, =, -en — розпорядження
für (Akk.) zuständig sein — належати до чиєїсь Verwaltung, f, =, -en — керівництво
компетенції Vorlage f, =, -en — проект, пропозиція
Gemeinde, f, =, -en — громада, муніципалітет, Würde, f, =, -en — гідність
магістрат Zelle, f, =, -en — клітина
Gemeinschaft, f, =, -en — суспільство, співдружність Zweifelsfall, m, -s (...fälle) — сумнівний випадок

Zur Lektion 5
ansehnlich — важливий, видатний, істотний Linde, f, =, -en — липа
bergen (a, o) — ховати, укривати, зберігати Machtantritt, m, -(e)s, -e — прихід до влади
bewahren (te, t) — берегти, зберігати Mahnmal, n, -s (...mäler) — пам’ятник, що нагадує
Brand, m, -(e)s (Brände) — пожежа про якусь подію (яка не повинна повторитися)
Brunnen, m, -s, = — колодязь, фонтан Neue Wache, f — Нова варта
drehbar — обертовий Niederlage, f, =, -n — поразка
Eckhaus, n, -es (...häuser) — наріжний будинок Säule, f, =, -n — колона
erfolgen (te, t) — статися, відбуватися Turm, m, -(e)s (Türme) — башта, вежа
Erwähnung, f, =, -en — згадка urkundlich — документальний
Gemach, n, -(e)s (...mächer) — покій, кімната verbleiben (ie, ie) — перебувати, залишатися
gemeinhin — звичайно, взагалі verhelfen (a, o) — сприяти, допомагати
glimmen (te, t) — тліти Wahrzeichen, n, -s, = — прикмета, ознака
Gründerzeit, f — час грюндерства, гарячки Wüste, f, =, -n — пустеля
підприємництва Zeuge, m, -en, -en — свідок
Kunstgewerbe, n, -s — прикладне мистецтво, Zeughaus, n, -es (...häuser) — цейхгауз, арсенал
художнє ремесло Zwilling, m, -s, -e — близнюк
Kuppel, f, =, -n — баня, склепіння

Zur Lektion 6
Attraktion, f, =, -en — визначне місце Hörfunk- und Fernsehanstalt, f, =, -en — теле–
Außenhandelszentrum, n, -s (...zentren) — центр і радіокомпанія
зовнішньої торгівлі Luftdruck, m, -(e)s — тиск повітря
Bischofssitz, m, -es, -e — резиденція єпископа Luftpumpe, f, =, -n — повітряний насос
Dienstleistungszentrum, n, -s (...zentren) — центр Pinakothek, f, =, -en — пінакотека
побутового обслуговування Rosenmontag, m, -(e)s, -e — понеділок перед
Fallturm, m, -(e)s (...türme) — парашутна башта карнавалом (під час Масної)
Forschungseinrichtung, f, =, -en — дослідницький Toleranz, f, =, -en — терплячість
заклад Übersee, f (вжив. без артикля) — трансатлантичні
Herrenhaus, n, -es (...häuser) — панська садиба країни
High-Tech-Bereich, m, -(e)s, -e — галузь високих Versicherungsunternehmen, n, -s, = — страхова
технологій компанія
Hofbräuhaus, n, -es (...häuser) — пивоварня zur Verfügung stehen — бути у розпорядженні
Wör ter und Wendungen 77

Zur Lektion 7
aufbewahren (te, t) — зберігати Hauptverwaltung, f, =, -en — головне управління
Basilika, f, = (...ken) — базиліка kennzeichnend — характерний, типовий
Dreischeiben-Hochhaus, n, -es (...häuser) — markant — видатний, примітний
висотний будинок, що складається з трьох секцій Patina, f, = — патина
Einheimische, m, f, — місцевий житель (місцева Prunkgebäude, n, -s, = — пишна, розкішна будівля
жителька) Saurier, pl — ящури
Fachwerkhaus, n, -es (... häuser) — фахверковий Urvogel, n, -s (...vögel) — археоптерікс (викопний птах)
будинок verflechten (o, o) — сплітати, переплітати
Freilichtmuseum n, -s (...museen) — музей просто Völkerschlachtdenkmal, n, -s (...mäler) —
неба пам’ятник на честь Битви народів
Geschäfts- und Bürohäuser, pl — адміністративні wachhalten (ie, a) — зберігати
будівлі, де розташовуються фірми та офіси Weltkulturschätze, pl — скарби світової культури

Zur Lektion 8
Anhänger, m, -s, = — прихильник leihen (ie, ie) — давати в борг
beweglich — рухомий Naturforscher, m, -s, = — природознавець
bissig — кілкий, уїдливий naturkundlich — природознавчий
Buchdruck, m, -(e)s — книгодрук plastische Geographie, f — наочна географія
Bundesverdienstkreuz, n, -es, -e — Хрест за Staatswissenschaftslehre, f — економіка (наукова
заслуги перед ФРН (орден) дисципліна)
Entwurf, m, -(e)s (...würfe) — ескіз Streichquartett, n, -(e)s, -e — струнний квартет
Erneuerung, f, =, -en — оновлення Völkerkunde, f — етнографія
Gefühlsinhalt, m, -(e)s, -e — чуттєвий зміст Werkstatt, f, = (...stätten) — майстерня
Klaviersonate, f, =, -n — соната для фортепіано Zinse, pl — відсотки
Klosterschreibstube, f, =, -n — монастирська
канцелярія
Zur Lektion 9
Abiturzeugnis, n, -ses, -se — атестат зрілості Erziehung, f, =, -en — виховання
Abschluss, m, -es (...schlüsse) — закінчення, Fach, n, -es (Fächer) — предмет, спеціальність
завершення Grundschule, f, =, -n — початкова школа
ausleihen (ie, ie) — надавати в тимчасове Machtbefugnis, f, =, -se — влада, правомочність
користування Notendurchschnitt, m, -(e)s, -e — середній бал
Beschränkung, f, =, -en — обмеження Schrifttum, n, -(e)s — письменство, література
Bestreben, n, -s — старання, намагання Schulpflicht, f, =, -en — обов’язкове шкільне
Bildungsweg, m, -(e)s, -e — процес отримання навчання
освіти unterhalten (ie, a) — утримувати, містити
Bühne, f, =, -n — сцена unterstützen (te, t) — підтримувати
dauern (te, t) — тривати vermitteln (te, t) — передавати (досвід, знання),
einführen (te, t) — вводити знайомити
Einrichtung, f, =, -en — установа Vielfalt, f, = — різноманітність
eintreten (a, e) — входити, вступати Voraussetzung, f, =, -en — припущення, передумова
erfreuen, sich (te, t) (Gen.) — користуватися, мати wetteifern (te, t) — змагатися

Zur Lektion 10
Advent, m, -(e)s, -e — передріздвяний час (4 тижні Knallbonbon, m/n, -s, -s [...bõ´bõ:] — хлопавка
перед Різдвом) Krippe, f, =, -en — ясла
Adventskranz, m, -es (...kränze) — різдвяний вінок Laternenzug, m, -(e)s (...züge) — процесія з
Allerheiligen, n, = — Свято всіх святих різнокольоровими ліхтарями
Bescherung, f, =, -en — роздавання різдвяних Lichterkette, f, =, -n — гірлянда
подарунків Mariä Himmelfahrt, f, = — Перша Пречиста
Bischof, m, -s (Bischöfe) — єпископ Ostern, n, =, = — Великдень
Christi Himmelfahrt, f, = — Вознесіння Христа Pfingsten, n, =, = — Трійця, Зелені свята
Christkind, n, -(e)s — немовля Христос Rute, f, =, -en — різка, лозина
Dreikönigsfest, n, -(e)s — Водохрещі, Хрещення Sekt, m, -(e)s, -e — шампанське
Glocke, f, =, -n — дзвін Stiefel, m, -s, = — чобіт
Heiligabend, m, -s, -e — Святий вечір Weihnachten, pl — Різдво
Kerze, f, =, -n — свічка
Lösungen
Zur Lektion 1
S. 4, Üb. 1 S. 5, Üb. 3
Die Region Berlin umfasst 5,5 Millionen Men- 1) wird, bewohnt; 2) wesentlich dichter besiedelt,
schen. Über 100 000 Einwohner bedeuten eine der Osten; 3) Dörfern, Kleinstädten; 4) ist, zusam-
Großstadt. 27 % der Ausländer sind schon mengewachsen; 5) unterschiedliche; 6) gelten
20 Jahre oder länger hier. 81,8 Millionen als; 7) Die Schwaben; 8)  ist, verwandt; 9) ist
Menschen leben in Deutsch­land. 7,2 Millionen reich; 10) dem Dialekt, der Aussprache, Gegend;
Ausländer leben in Deutschland. Mehr als 11) integ­rierte Volksgruppen; 12) ein, Land;
100  Mil­lionen Menschen sprechen Deutsch als 13) sind Türken.
Muttersprache.
S. 6, Üb. 2
1b; 2c; 3d; 4a; 5e.

Zur Lektion 2
S.10, Üb. 3 S. 10, Üb. 5
357 000 — die Fläche Deutschlands 1) Länder; 2) liegt; 3) Grenzen; 4) 357 000 km2;
865 — die Länge des Rheins 5) Deutsch­land; 6) 5; 7) Nordsee; 8) Ostsee;
2 962 — die Höhe der Zugspitze 9) deutschen.
700 — die Länge der Elbe
S. 11, Üb. 8
2 713 — die Höhe des Watzmanns
1b — «Tausend Seen» in Mecklenburg-Vorpom-
686 — die Länge der Donau
mern. Das Norddeutsche Tiefland.
1 493 — die Höhe des Feldbergs
2e — Die Mittelgebirgsschwelle.
524 — die Länge des Mains
3d — Das Süddeutsche Mittelgebirgsstufenland.
1 456 — die Höhe des Großen Arbers
Pfälzer Wald: Der Teufelstisch bei Hinterwei-
440 — die Länge der Weser
denthal. Ein Naturdenkmal.
1 215 — die Höhe des Fichtelbergs
4c — Das Süddeutsche Alpenvorland.
382 — die Länge der Spree
5a — Die Bayerischen Alpen.
1 142 — die Höhe des Brockens
242 — die Länge der Mosel S. 12; üb. 1
(Die Länge der Flüsse bezieht sich nur auf das 1) an, Fragen stellen; 2) Ich; 3) kommen;
Territorium Deutschlands.) 4) drehen; klappt; 5) Warum; 6) vorzüglich; his-
torisches; gibt es; 7) bedanke mich bei; für.
S. 10, Üb. 4
1) Polen; 2) Österreich; 3) Frankreich; 4) Bel­gien;
5) Tsche­chien; 6) Lu­xemburg; 7) Deutschland;
8) Dänemark; 9) Niederlande; 10) Schweiz.

Zur Lektion 3
S. 13, Üb. 6 S. 14, Üb. 2
1) Buchdruck — Johannes Gutenberg; 2) Erdglo- 1–; 2+; 3–; 4+; 5+; 6–; 7–.
bus — Martin Behaim; 3) Quantentheorie — Max
S. 18, Üb. 4
Planck; 4) Die Röntgen- Strahlen — Wilhelm
w a a g e r e c h t: 1) Harnisch, 2) Schild,
Konrad Röntgen; 5) Neue Richtung in der Malerei:
3) Brustlatz, 4) Metallhelm, 5)  Lanze, 6) Visier.
die Verbindung der Kunst und der Naturwissen-
s e n k r e c h t: Ritter.
schaft  — Marie Sybille Merian.
Lösungen 79

S. 19, üb. 1 brauchte; 13) die Kleider; 14) Kleidungsordnungen;


1) Pass auf; 2) sehr gut; 3) das Spielzeugmuseum; 15) Kein Bauer; 16) kein Bürger; 17) grau; 18) blau;
4) haftet; 5) Die Gästeführerin; 6) Kommen; 19) braun; 20) Auf dem Kopf; 21) Beinkleider;
7) Grüß Gott; 8) freut; 9) zu begrüßen; 10) Ger- 22) waren; 23) trugen; 24) gaben; 25) standen;
manisches Nationalmuseum; 11) zeige; 12) ge- 26) zurück; 27) Ihnen, 28) für Ihre Erzählung.

Zur Lektion 4
S. 22, Üb. 2
In den Jahren 1972—1986 und 1998 bis heute hat die SPD regiert, sonst war die regierende Partei die
CDU/CSU.
S. 23, Üb. 3
Verfassungsorgane

S. 25, üb. 1
1) an; 2) Fragen stellen; 3) Grüß Gott; 4) interessiert; 5) Sagen; 6) bitte; 7) in welchem Alter; 8) wählen;
9) gewählt werden; 10) 18. Lebensjahr; 11) 21. Lebens­jahr; 12) Bayerische Parlament; 13) 204 Abgeord-
neten; 14) bilden; 15) Bildung; 16) Jugend; 17) Sport; 18) Abgeordnete; 19) beträgt; 20) Abgeordneten;
21) bei; 22) für; 23) wünsche; 24) alles Gute; 25) Ihnen; 26) Auf Wiedersehen.

Zur Lektion 5
S. 28, Üb. 3 S. 29, Üb. 7
1+; 2–; 3–; 4+; 5–; 6–; 7+. A. Viele Touristen besichtigen in Berlin histo­
rische Kulturstätten und Sehenswürdigkeiten.
S. 28, Üb. 4
B. Die 75 m hohe Siegessäule erhebt sich in der
1) Fußgängerzone; 2) Museumsinsel; 3) «Unter
Mitte des Tiergartens.
den Linden»; 4) Tiergarten; 5) Kriegsruine und
C. Der Alexanderplatz mit seinem Brunnen und
Mahnmal; 6) Theater, Pavillon.
seiner Weltzeituhr wurde zu einer beliebten
S. 29, Üb. 5 Touristenattraktion.
w a a g e r e c h t: 1) Neptunbrunnen, 2) Tiergarten,
S. 30, üb. 1
3) Reichs­tag, 4) Ale­xanderplatz, 5) Museumsinsel,
1) Rathaus, Brandenburger Tor, «Unter den
6) Fern­sehturm.
Linden», Fernsehturm, Rotes Rathaus, Kur-
s e n k r e c h t: Berlin.
fürstendamm; 2) 1244; 3) Zwillingssiedlung;
4)  Siedlung; 5) Fischersiedlung; 6) Nikolaikirche;
80 Lösungen

7) Handelswege, Zentrum; 8) Brandenburger Haupt­stadt, West-Berlin; 14) Teilung, Berliner


Tor; 9) Kaiserreich, Hauptstadt; 10)  «Unter den Mauer; 15) 1990; 16) des einheitlichen deutschen
Linden»; 11) Berlin; 12) Niederlage; 13) 1948, Staates.

Zur Lektion 6
S. 31, Üb. 2 rische Staatsbibliothek, zahl­rie­che Museen, das
In Sachsen liegen Dresden, Leipzig und andere Deutsche Museum; 7) Köln; 8) der erste gotische
Städte. In Nord­rhein-Westfalen gibt es viele Dom auf deutschem Boden; 9) Kirchen, Kneipen,
Städte wie Düsseldorf, Essen, Dortmund. Karnevals; 10) Experimente zu Luftdruck und
Die Hauptstadt von Bayern ist München. Vakuum, das Prinzip der Luftpumpe; 11) die
Hannover ist die Hauptstadt von Niedersach- Deutsche Bibliothek; 12) das Rathaus am Marien-
sen. platz; 13) der größte Karneval; 14) das erste
Mainz liegt an dem Rhein. deutsche Parlament.
Am Rhein liegen Duisburg, Köln, Bonn und andere
S. 35, Üb. 1
Städte.
1) Hallo, Serhij! Ich bin nach Deutschland ge-
Die Spree fließt durch die Stadt Berlin.
fahren; 2) Welche Städte hast du besucht; 3) Ich
Der größte Seehafen Deutschlands ist Ham-
bin mit einem Schiff gereist; 4) Aber natürlich;
burg.
5) das Karneval-Mekka ist; 6) Hat dir Bonn ge-
An der Grenze liegen Frankfurt an der Oder,
fallen; 7) ein politisches und wissenschaftliches
Eisenhüttenstadt, Passau, Saarbrücken, Aachen,
Zentrum des Landes; 8) Das Beethovenhaus,
Nordhorn.
mittelalterliche Kirchen und die Museumsmeile;
S. 31, Üb. 3 9) Wodurch ist Mainz bekannt; 10) die Metropole
1C; 2D; 3B; 4F; 5A; 6E. der deutschen Kirche; 11) Wie lange hat deine
Reise gedauert; 12) bin ich in Dresden bei meinem
S. 33, Üb. 1
Freund Michael gewesen; 13) Und ob; 14) wertvolle
1C; 2B; 3B; 4A; 5C; 6B; 7B; 8C; 9C; 10B.
Kunstwerke; 15) Das Barocktheater-Museum, die
S. 35, Üb. 2 Staatliche Porzellansammlung, das Museum
1) eine römische “Colonia”; 2) mehr als 70 Denk- für Tierkunde; 16) Was hast du noch besichtigt;
mälern des Landes; 3) bis zu 30 000 Gästen pro 17) nach dem Entwurf vom berühmten Architek-
Tag; 4) den Dom; 5) des Wissenschaftlers Otto ten Gottfried Semper; 18) Ich habe darüber ge-
von Guericke; 6) eine Universität, die Baye­ lesen; 19) Dresden zu besuchen.

Zur Lektion 7
S. 37, Üb. 1 Frankfurt am Main: der «Römer», die
A. Denkmal, Museum, Schloss, Ausstellung, Paulskirche;
Messe, architektonische Bauten, Kirche, Dom Dresden: der Zwinger, die Semperoper;
B. Gotik, Barock, Rokoko, Renaissance-Stil, Weimar: das Goethe-Haus.
romanischer Stil
S. 39, Üb. 1
C. Kirche, Dom, Kathedrale, Münster, Kloster
1–; 2+; 3+; 4–; 5–; 6+; 7–; 8–; 9+; 10+.
S. 37, Üb. 2
S. 40, Üb. 2
Hamburg: die Kirche St. Michaeli, der größte
1) 400 Jahre; 2) wertvolle Kunstwerke, verschiedene
Seehafen;
Waffen und Handwerkszeug; 3) eine Kunstkammer;
Leipzig: die Thomaskirche;
die «Wunderkammer»; 4) Gemälde von bedeutenden
Berlin: der Alex, das Brandenburger Tor;
Malern aller Epochen; 5) eine Gemäldegalerie, ein
Bremen: das Stadtmusikanten-Denkmal;
mathematisch-physikalisches Kabinett; 6) das
Köln: der Kölner Dom;
Barocktheater-Museum, die Staatliche Porzel-
München: das Hofbräuhaus, die Bayerische
lansammlung; 7) Geschirr, Erzeugnissen aus Gold
Staatsbibliothek;
und Silber; 8) ihrer wertvollen Sammlungen.
Lösungen

Zur Lektion 8
S. 41, Üb. 1 S. 45, Üb. 2
A4; B3; C1; D6; E5; F2. 1E; 2G; 3A; 4F; 5C; 6H; 7B; 8D.
S. 42, Üb. 2 S. 45, Üb. 3
A — Johann Sebastian Bach; B — Martin 1) seine «Westindische Reise», naturkundlichen
Luther; Sammlungen; 2) die alte Struktur, das Menuett
C — Albert Ein­stein; D — Johann Wolfgang durch ein Scherzo, das Orchester; 3) das Feuil-
Goethe; leton „Neue Zeitung“; 4) in Klosterschreibstuben,
E — Marlene Dietrich; F — Heinrich Heine. Kunstwerke; 5) auf vielen Bühnen der Welt;
6) Kinderbücher, politische Verse, Film-Dreh-
S. 42, Üb. 3
bücher; 7) dem 30-bändigen Reisewerk, viele
1) siebzehnhundertsiebzig —
Gelehrte; 8) komponierte, dirigierte, völlig taub;
achtzehnhundertsieben­undzwanzig;
9) das Gutenberg-Museum; das Gutenberg -Denk-
2) vierzehnhundertdreiundachtz-
mal; 10) anerkannt; 11) der klimatologischen
ig — fünfzehnhundertsechsund­vierzig;
Geographie, der Pflanzengeographie; 12) Sympho-
3) siebzehnhundertneunundzwan-
nien, Konzerten, Klaviersonaten, einer Oper.
zig — siebzehnhunderteinund­achtzig;
4) achtzehnhundertneunundzwanzig — S. 46, Üb. 1
neunzehnhundertelf; 5) dreizehn­ 1–; 2+; 3+; 4–; 5–; 6+; 7+; 8+; 9–; 10+.
hundertsiebenundneunzig — vier­
S. 47, Kreuzworträtsel
zehnhundertfünfundfünfzig; 6) achtzehnhun-
w a a g e r e c h t: 1) Humboldt. 4) Gutenberg.
dertdreiundvierzig — neunzehnhundertzehn;
7) Schumacher. 8) Schliemann. 10) Diesel.
7) elfhundertfünfundzwanzig — elfhundertne-
11) Semper. 13) Schil­ler. 14) Röntgen. 16) Graf.
unzig; 8) sechzehn­hundertfünfundachtzig —
17) Luther. 18)  Hegel.
siebzehnhundertfünfzig
s e n k r e c h t: 2) Benz. 3) Koch. 4) Goethe. 5) Grimm.
S. 44, Üb. 1 6) Heine. 9) Les­sing. 10) Dietrich. 12) Händel.
1–; 2+; 3+; 4–; 5–; 6+; 7–; 8+; 9+; 10–. 15) Bach.

Zur Lektion 9
S. 49, Üb. 3 S. 53, Üb. 1
1) A, D — der Kindergarten; 2) C — die Hoch- a) Punk-Musik; b) Rave-Techno-Style; c) Roman-
schule; 3) B — die Hauptschule; 4) E — die tische Musik; d) Hip-Hop.
Berufsschule.
S. 53, Üb. 2
S. 51, Üb. 2 1B; 2E; 3A; 4D; 5C.
1–; 2+; 3–; 4–; 5+; 6–.

Zur Lektion 10
S. 55, Üb. 3 S. 59, Üb. 2
1a; 2c; 3d; 4e; 5b; 1C; 2D; 3B; 4A.
S. 57, Üb. 2 S. 60, Üb. 1
1g; 2e; 3f; 4a; 5b; 6c; 7d. 1–; 2+; 3–; 4+; 5+; 6–; 7–.
S. 59, Üb. 1
1 — der Valentinstag; 2 — Dreikönigstag; 3 — das
Fest Sankt Martin; 4  — Ostern.

3 стр. обл.
УДК 908 (363)(075.3) = 112.2
ББК 74.261.7Нім 
Г 96

Рекомендовано Міністерством освіти і науки України


(Лист № 1/11-2061 від 23.05.2003 р.)

Рецензенти:
Абрахам Я. П., магістр філології, лектор Німецької служби академічних обмінів,
доцент Харківського державного педагогічного університету ім. Г. С. Сковороди;
Маєвська Л. Д., кандидат філологічних наук, доцент кафедри німецької та французької мов
Харківського національного університету ім. В. Н. Каразіна

Г 96 Гусєва П. Т., Гоголєва Г. В., Корогодіна С. Ф.


Streiflichter aus Deutschland. Ein Lehrbuch für Schüler. (Стисло про Німеччину. Посібник для
учнів).— Х.: Веста: Вид-во «Ранок», 2006.— 80 с.
ISBN 966-679-139-0.
Посібник спрямований на розвиток навичок говоріння німецькою мовою на матеріалах про німецькомовні країни
з  використанням нових методичних підходів до вивчення іноземної мови.
Призначений для учнів старших класів загальноосвітніх і спеціалізованих шкіл. Може бути використаний
абітурієнтами під час підготовки до вступних іспитів до вищих навчальних закладів, а також всіма, хто вивчає німецьку
мову.
Компакт-диск із записами текстів для аудіювання та деякими текстами для читання можна замовити у
видавництві.

УДК 908 (363)(075.3) = 112.2


ББК 74.261.7Нім
Навчальне видання

ГУСЄВА Поліна Тимофіївна


ГОГОЛЄВА Ганна Володимирівна
КОРОГОДІНА Світлана Федорівна

Streiflichter aus Deutschland


Ein Lehrbuch für Schüler
Редактор О. Ю. Щербак
Технічний редактор C. Я. Захарченко
Ілюстрації О. В. Шевченко
Дизайн обкладинки О. Б. Черкасова
Коректори О. Г. Неро, С. М. Корінь
Підписано до друку 12.10.2008. Формат 60х90/8. Папір друкарський.
Гарнітура Шкільна. Друк офсетний. Умов. друк. арк. 20.

Видано за ліцензією ТОВ Видавництво «Ранок».


ТОВ «Веста». Свідоцтво ДК № 500 від 21.06.2001.
61157 Харків, вул. Власенка, 22, к. 213.
Для листів: 61045 Харків, а/с 3355. E-mail: office@ranok.kharkov.ua
Тел. (057) 719-48-65, тел./факс (057) 719-58-67.
З питань реалізації: (057) 712-91-46, 712-91-47. E-mail: commerce@ranok.kharkov.ua
«Книга поштою»: (057) 717-74-55. E-mail: pochta@ranok.kharkov.ua
www.ranok.com.ua

© П. Т. Гусєва, Г. В. Гоголєва, С. Ф. Корогодіна, 2006


© О. В. Шевченко, іл., 2006
ISBN 966-679-139-0 © ТОВ Видавництво «Ранок», 2006

2 стр. обл.