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E DIN EN 124:2007-09 ²(QWZXUI²

Nationales Vorwort
Der hiermit der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegte europäische Norm-Entwurf ist die Deutsche
Fassung des vom Technischen Komitee CEN/TC 165 „Abwassertechnik“ (Sekretariat: DIN) verabschiedeten
Dokumentes, das nach einem positiven Abstimmungsergebnis innerhalb der CEN-Mitglieder als Europäische
Norm in deutscher, englischer und französischer Sprache herausgegeben wird.

Die nationalen Normenorganisationen sind verpflichtet, die EN dann vollständig und unverändert in ihr
nationales Normenwerk zu übernehmen.

Die vorbereitenden Arbeiten wurden von der Arbeitsgruppe „Abläufe und Abdeckungen“ (WG 4) des
CEN/TC 165 „Abwassertechnik“ durchgeführt.

Für Deutschland war der Normenausschuss NA 119-05-01 AA „Entwässerungsgegenstände“ an der Bearbei-


tung beteiligt.

Angaben über die in Deutschland gebräuchlichen Konstruktionen für die Sicherung von Deckeln und Rosten
im Rahmen sind in DIN EN 1229 enthalten. Diese Norm enthält auch die in Deutschland meist gewählte
Zuordnung der Klassen zu den in Gruppen zusammengefassten Einbaustellen nach Abschnitt 5.

Für die Betonüberdeckung der Stahlbewehrung gelten die Festlegungen nach DIN EN 124, D.2.3.6. Die zum
Einbau in Deutschland vorgesehenen Aufsätze und Abdeckungen müssen die Anforderungen an die
Mindestbetondeckung nach DIN 1045-1:2001-07 in Verbindung mit den Expositionsklassen, bezogen auf die
Umgebungsbedingungen nach DIN EN 206-1:2001-07, Abschnitt 4 und DIN 1045-2:2001-07, Tabelle 1
entsprechend der beabsichtigten Verwendung erfüllen. Danach muss die Mindestbetonüberdeckung bei
Aufsätzen und Abdeckungen, die unter anderem der Klasse XD 3 zuzuordnen sind, bei den mit den
abzuleitenden Medien beaufschlagten Flächen cmin = 40 mm, ansonsten cmin = 25 mm betragen. Bei Verwen-
dung von Beton der Druckfestigkeitsklasse C40/50 und höher nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 darf der
Wert um 5 mm verringert werden. Dabei darf die Mindestbetonüberdeckung cmin jedes Bewehrungsstabes,
auch der Bügel, nach allen Seiten nicht unterschritten werden.

Gegenüber Witterungseinflüssen müssen Produkte nach dieser Vornorm, die in Deutschland verwendet
werden, die Anforderungen nach D.3.6 erfüllen.

2
²(QWZXUI² E DIN EN 124:2007-09

Änderungen

Gegenüber DIN EN 124:1994-08 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Nennwert im Anwendungsbereich hinzugefügt;

b) Definition für „Befestigungsmittel“ hinzugefügt;

c) Definition für „Verschlussvorrichtung“ hinzugefügt;

d) Definitionen für Kunststoffe hinzugefügt;

e) Verbundwerkstoffe, Polypropylen und Polyvinylchlorid hinzugefügt;

f) Anforderungen für Griffigkeit hinzugefügt;

g) Anforderungen für Kindersicherheit hinzugefügt;

h) Konformitätsbewertung überarbeitet;

i) Verfahren der werkseigenen Produktionskontrolle bei Verbundwerkstoffen, PP und PVC-U hinzugefügt


(Tabelle A.6 und A.7);

j) zusätzliche Anforderungen für Abdeckungen aus Verbundwerkstoffen hinzugefügt (Anhang E);

k) zusätzliche Anforderungen für Abdeckungen aus PP und PVC-U hinzugefügt (Anhang F);

l) Beschreibung der Prüfung der bleibenden Verformung nach Anhang G verschoben; Beispiele für die
Prüfung von Abdeckungen und Aufsätzen aus zwei oder drei Teilen hinzugefügt;

m) Beschreibung der Tragfähigkeitsprüfung (Anhang H) nach Anhang G verschoben;

n) Prüfung der Durchbiegung unter Last hinzugefügt (Anhang I);

o) Prüfung der Griffigkeit hinzugefügt (Anhang J);

p) Empfehlungen für die Installation hinzugefügt (Anhang K);

q) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den grundlegenden Anforderungen der EG-
Bauproduktenrichtlinie hinzugefügt (Anhang ZA).

3
E DIN EN 124:2007-09 ²(QWZXUI²

— Leerseite —

4
²(QWZXUI² CEN/TC 165
Datum: 2007-06

prEN 124:2007

CEN/TC 165

Sekretariat: DIN

Aufsätze und Abdeckungen für Verkehrsflächen


Dispositifs de couronnement et fermeture pour les zones de circulation utilisées par les piétons et les véhicules

Gully tops and manhole tops for vehicular and pedestrian areas

ICS:

Deskriptoren

Dokument-Typ: Europäische Norm


Dokument-Untertyp:
Dokument-Stage: CEN-Umfrage
Dokument-Sprache: D
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Inhalt

Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................6
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................7
2 Normative Verweisungen......................................................................................................................7
3 Begriffe ...................................................................................................................................................9
4 Klassifizierung .................................................................................................................................... 14
5 Einbauort ............................................................................................................................................. 14
6 Werkstoffe ........................................................................................................................................... 15
6.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 15
6.2 Abdeckungen und Aufsätze .............................................................................................................. 15
6.3 Roste .................................................................................................................................................... 16
6.4 Beschichtungswerkstoffe .................................................................................................................. 16
6.5 Deckelfüllungen .................................................................................................................................. 16
7 Baugrundsätze .................................................................................................................................... 16
7.1 Lüftungsöffnungen in Deckeln.......................................................................................................... 16
7.2 Lichte Weite von Abdeckungen von Einsteigschächten................................................................ 17
7.3 Einlegetiefe.......................................................................................................................................... 17
7.4 Spaltweite ............................................................................................................................................ 17
7.4.1 Gesamtspaltweite ............................................................................................................................... 17
7.4.2 Spaltbreite um Scharniere ................................................................................................................. 18
7.5 Auflageflächen .................................................................................................................................... 18
7.6 Sicherung des Deckels/Rostes im Rahmen..................................................................................... 18
7.7 Handhabung von Deckeln und Rosten............................................................................................. 19
7.8 Maße der Schlitze von Rosten........................................................................................................... 19
7.9 Schmutzfänger und Eimer ................................................................................................................. 20
7.10 Einlegesicherung für Deckel und Roste........................................................................................... 20
7.11 Ebene Deckel und Roste.................................................................................................................... 20
7.12 Konkave Aufsätze ............................................................................................................................... 20
7.13 Griffigkeit ............................................................................................................................................. 20
7.13.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 20
7.13.2 Griffigkeit von Deckeln....................................................................................................................... 21
7.13.3 Griffigkeit von Rosten ........................................................................................................................ 22
7.13.4 Griffigkeit von Rahmen ...................................................................................................................... 22
7.14 Dichte Abdeckungen .......................................................................................................................... 22
7.15 Rahmenauflage ................................................................................................................................... 22
7.16 Rahmenhöhe ....................................................................................................................................... 22
7.17 Öffnungswinkel von Deckeln und Rosten mit Scharnier................................................................ 22
7.18 Deckel mit Füllung .............................................................................................................................. 23
7.19 Kindersicherheit.................................................................................................................................. 23
8 Leistungsanforderungen ................................................................................................................... 23
8.1 Tragfähigkeit ....................................................................................................................................... 23
8.2 Bleibende Verformung ....................................................................................................................... 23
9 Prüfung ................................................................................................................................................ 24
9.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 24
9.2 Bleibende Verformung (siehe 8.2) ..................................................................................................... 24
9.3 Tragfähigkeit (siehe 8.1) ..................................................................................................................... 24
9.4 Maße..................................................................................................................................................... 24
9.4.1 Lüftungsöffnungen (siehe 7.1)........................................................................................................... 24
9.4.2 Lichte Weite (siehe 7.2)....................................................................................................................... 24
9.4.3 Einlegetiefe (siehe 7.3)........................................................................................................................ 24
9.4.4 Spaltweite (siehe 7.4) .......................................................................................................................... 24
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Seite

9.4.5 Auflageflächen (siehe 7.5)...................................................................................................................25


9.4.6 Sicherung von Deckeln und/oder Rosten im Rahmen (siehe 7.6) ..................................................25
9.4.7 Handhabung von Deckeln und Rosten (siehe 7.7) ...........................................................................25
9.4.8 Maße von Schlitzen (siehe 7.8) ...........................................................................................................25
9.4.9 Eimer und Schmutzfänger (siehe 7.9)................................................................................................25
9.4.10 Einlegesicherung (siehe 7.10) ............................................................................................................25
9.4.11 Ebenheit von Deckeln und Rosten (siehe 7.11) ................................................................................25
9.4.12 Griffigkeit (siehe 7.13)..........................................................................................................................25
9.4.13 Rahmenhöhe (siehe 7.16)....................................................................................................................25
9.4.14 Öffnungswinkel (siehe 7.17) ...............................................................................................................26
10 Kennzeichnung....................................................................................................................................26
11 Konformitätsbewertung ......................................................................................................................26
11.1 Allgemeines .........................................................................................................................................26
11.2 Erstprüfung (en: initial type test (ITT)) ..............................................................................................27
11.2.1 Allgemeines .........................................................................................................................................27
11.2.2 Probenahme.........................................................................................................................................27
11.3 Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) .......................................................................................27
11.3.1 Allgemeines .........................................................................................................................................27
11.3.2 Ausrüstung ..........................................................................................................................................28
11.3.3 Rohwerkstoffe und Bauteile ...............................................................................................................28
11.3.4 Entwicklungsprozess..........................................................................................................................29
11.3.5 Prüfung und Bewertung des Produkts..............................................................................................29
11.3.6 Fehlerhafte Produkte...........................................................................................................................29
Anhang A (normativ) Modellverfahren für die werkseigene Produktionskontrolle ...................................30
Anhang B (normativ) Drittstellenzertifizierung ..............................................................................................37
B.1 Zertifizierung durch eine zugelassene Zertifizierungsstelle...........................................................37
B.2 Durchführung der Überwachung durch eine Drittstelle ..................................................................37
B.2.1 Werke mit Zertifizierung nach EN ISO 9001......................................................................................37
B.2.2 Werke ohne Zertifizierung nach EN ISO 9001 ..................................................................................37
B.2.3 Prüfbericht der Zertifizierungsstelle..................................................................................................38
B.2.4 Fehlerhafte Produkte...........................................................................................................................39
Anhang C (normativ) Zusätzliche Anforderungen an Abdeckungen und Aufsätze aus Stahl und
Aluminiumlegierungen........................................................................................................................40
C.1 Allgemeines .........................................................................................................................................40
C.2 Werkstoffe ............................................................................................................................................40
C.2.1 Walzstahl ..............................................................................................................................................40
C.2.2 Nichtrostender Stahl ...........................................................................................................................41
C.2.3 Aluminiumlegierung............................................................................................................................41
C.2.4 Kombinationen verschiedener Metalle..............................................................................................41
C.2.5 Eines der oben aufgeführten Metalle in Verbindung mit einer Betonfüllung................................42
C.3 Zusätzliche Anforderungen ................................................................................................................42
C.3.1 Herstellung...........................................................................................................................................42
C.3.2 Durchbiegung unter Last....................................................................................................................42
C.3.3 Mindestdicke........................................................................................................................................42
Anhang D (normativ) Zusätzliche Anforderungen an Abdeckungen und Aufsätze aus Stahlbeton........43
D.1 Allgemeines .........................................................................................................................................43
D.2 Anforderungen.....................................................................................................................................43
D.2.1 Anforderungen an den Werkstoff ......................................................................................................43
D.2.2 Anforderungen an Beton ....................................................................................................................43
D.2.3 Anforderungen an Abdeckungen und Aufsätze...............................................................................44
D.3 Prüfverfahren .......................................................................................................................................45
D.3.1 Allgemeines .........................................................................................................................................45
D.3.2 Tragfähigkeit ........................................................................................................................................45
D.3.3 Wasseraufnahme.................................................................................................................................45
D.3.4 Betonfestigkeit.....................................................................................................................................45
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Seite

D.3.5 Kanten- und Kontaktflächenschutz .................................................................................................. 45


D.3.6 Frost-Tau-Wechsel mit Streusalzen.................................................................................................. 45
Anhang E (normativ) Zusätzliche Anforderungen an Abdeckungen aus faserverstärkten
Kunststoffverbundwerkstoffen ......................................................................................................... 46
E.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 46
E.2 Werkstoff ............................................................................................................................................. 46
E.2.1 Faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff, Typ A .................................................................... 46
E.2.2 Faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff, Typ B .................................................................... 47
E.2.3 Zusätzliche Anforderungen und Prüfverfahren für Werkstoffe von Abdeckungen und
Aufsätzen aus Verbundwerkstoffen, Typ A und B .......................................................................... 47
E.3 Zusätzliche Leistungsanforderungen an das Produkt bei Verbundwerkstoffen, Typ A
und B.................................................................................................................................................... 47
E.3.1 Durchbiegung unter Last ................................................................................................................... 47
E.3.2 Kriechverhalten................................................................................................................................... 48
E.3.3 Ermüdungsbeständigkeit................................................................................................................... 48
E.3.4 Schlagfestigkeit .................................................................................................................................. 48
E.3.5 Wärmebeständigkeit........................................................................................................................... 49
E.3.6 Spezifischer Oberflächenwiderstand ............................................................................................... 49
E.3.7 Abriebfestigkeit................................................................................................................................... 50
E.4 Reihenfolge der Prüfungen................................................................................................................ 50
Anhang F (normativ) Zusätzliche Anforderungen für Aufsätze und Abdeckungen aus
Polypropylen (PP) oder Polyvinylchlorid (PVC-U) .......................................................................... 51
F.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 51
F.2 Werkstoffe ........................................................................................................................................... 51
F.2.1 Rohwerkstoffe ..................................................................................................................................... 51
F.2.2 Werkstoffkenngrößen......................................................................................................................... 52
F.2.3 UV-Stabilität (Beständigkeit gegen künstliche Bewitterung)......................................................... 53
F.3 Anforderungen und Prüfverfahren für Abdeckungen und Aufsätze aus PP oder PVC-U........... 54
F.3.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 54
F.3.2 Wärmebeständigkeit........................................................................................................................... 55
F.3.3 Kriechfestigkeit ................................................................................................................................... 56
F.3.4 Ermüdungsbeständigkeit................................................................................................................... 57
F.3.5 Durchbiegung unter Last (DUL) ........................................................................................................ 57
F.3.6 Stoßfestigkeit bei tiefen Temperaturen ............................................................................................ 58
F.4 Zusätzliche Kennzeichnungen .......................................................................................................... 59
Anhang G (normativ) Prüfung der bleibenden Verformung ........................................................................ 60
G.1 Probekörper......................................................................................................................................... 60
G.2 Prüfkraft zur Bestimmung der bleibenden Verformung (Fp).......................................................... 60
G.3 Prüfgeräte ............................................................................................................................................ 60
G.3.1 Prüfpresse ........................................................................................................................................... 60
G.3.2 Prüfstempel ......................................................................................................................................... 60
G.3.3 Messgerät(e)........................................................................................................................................ 60
G.4 Durchführung ...................................................................................................................................... 62
G.4.1 Durchführung der Prüfung von Einzel- und Mehrfachabdeckungen und Aufsätzen .................. 62
G.4.2 Durchführung der Prüfung bei Mehrfacheinheiten ......................................................................... 63
G.5 Beobachtungen und Bericht.............................................................................................................. 63
Anhang H (normativ) Prüfung der Tragfähigkeit .......................................................................................... 64
H.1 Prüfkörper............................................................................................................................................ 64
H.2 Prüfkraft (FT) ....................................................................................................................................... 64
H.3 Durchführung der Prüfung ................................................................................................................ 64
H.4 Beobachtungen und Bericht.............................................................................................................. 64
Anhang I (normativ) Prüfung der Durchbiegung unter Last........................................................................ 65
I.1 Probekörper......................................................................................................................................... 65
I.2 Prüfkraft zur Bestimmung der Durchbiegung (FD) ......................................................................... 65
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Seite

I.3 Prüfgeräte.............................................................................................................................................65
I.3.1 Prüfpresse............................................................................................................................................65
I.3.2 Prüfstempel..........................................................................................................................................65
I.3.3 Messgerät(e) zur Messung der Durchbiegung .................................................................................65
I.4 Durchführung der Prüfung .................................................................................................................65
I.4.1 Prüfung einer aus einem Teil bzw. zwei Dreieckteilen bestehenden Einheit................................65
I.4.2 Durchführung der Prüfung bei Mehrfachabdeckungen oder -aufsätzen.......................................66
I.5 Beobachtungen und Bericht ..............................................................................................................66
Anhang J (normativ) Prüfung zur Bestimmung des Griffigkeitsbeiwertes von unpolierten
Schachtabdeckungen (USRV)............................................................................................................67
J.1 Allgemeines .........................................................................................................................................67
J.2 Prüfgeräte.............................................................................................................................................67
J.3 Kalibrierung des Pendelprüfgerätes .................................................................................................67
J.4 Auswahl der Probekörper...................................................................................................................67
J.5 Prüfverfahren .......................................................................................................................................67
J.5.1 Überprüfung und Vorbehandlung des Pendelprüfgerätes..............................................................67
J.5.2 Durchführung zur Bestimmung des USRV .......................................................................................68
J.6 Berechnung des USRV .......................................................................................................................69
Anhang K (informativ) Empfehlungen für die Installation ............................................................................70
K.1 Allgemeines .........................................................................................................................................70
K.2 Ort und Öffnungsgröße.......................................................................................................................70
K.3 Vorbereitungen vor der Installation...................................................................................................70
K.4 Fertigkeiten der Bau-Facharbeiter, Schulung und Installationsausrüstung.................................70
K.5 Bettungs- und Dichtungsmittel..........................................................................................................71
K.6 Zustand der Tragkonstruktion der Kammer .....................................................................................71
K.7 Befestigung von Abdeckungen oder Aufsätzen ..............................................................................71
K.8 Überprüfung nach der Installation und Reinigung ..........................................................................71
Anhang ZA (informativ) Abschnitte dieser Europäischen Norm, die die Vorschriften der EG-
Bauproduktenrichtlinie betreffen.......................................................................................................73
ZA.1 Anwendungsbereich und relevante Eigenschaften.........................................................................73
ZA.2 Verfahren der Konformitätsbescheinigung von Produkten............................................................74
ZA.2.2 EG-Konformitätszertifikat und EG-Konformitätserklärung.............................................................75
ZA.3 CE-Kennzeichnung und Etikettierung...............................................................................................76
Anhang L (informativ) Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen Norm
und der vorhergehenden Ausgabe....................................................................................................79
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Vorwort
Dieses Dokument (prEN 124:2007) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 165 „Abwassertechnik“
erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten wird.

Dieses Dokument ist derzeit zur CEN-Umfrage vorgelegt.

Dieses Dokument ersetzt EN 124:1994

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EG-
Richtlinien.

Zum Zusammenhang mit EG-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der fester Bestandteil dieses
Dokuments ist.

Anhang L enthält Einzelheiten zu wesentlichen technischen Änderungen zwischen dieser Europäischen Norm
und der vorhergehenden Ausgabe.
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

1 Anwendungsbereich

Diese Norm gilt für Aufsätze und Abdeckungen mit einem Nennwert1) der lichten Weite bis einschließlich
1 000 mm zum Einbau in Flächen, die für Fußgänger- und/oder Fahrzeugverkehr bestimmt sind.

Einschränkungen des Anwendungsbereiches sind in den jeweiligen werkstoffbezogenen Anhängen


angegeben.

Diese Norm gilt nicht für Straßenkappen und die in EN 1253-1 behandelten Abläufe für Gebäude.

Zweck dieser Norm ist die Festlegung von Definitionen, Klassen, Werkstoffen, Bau- und Prüfanforderungen,
der Kennzeichnung und der Qualitätskontrolle für Aufsätze und Abdeckungen.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 59, Glasfaserverstärkte Kunststoffe — Bestimmung der Härte mit dem Barcol-Härteprüfgerät

EN 206-1:2000, Beton — Teil 1: Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität

EN 287-1, Prüfung von Schweißern — Schmelzschweißen — Teil 1: Stähle

EN 287-2, Prüfung von Schweißern — Schmelzschweißen — Teil 2: Aluminium und Aluminiumlegierungen

EN 571, Zerstörungsfreie Prüfung — Eindringprüfung — Teil 1: Allgemeine Grundlagen

EN 1253-1, Abläufe für Gebäude — Teil 1: Anforderungen

EN 1386:1996, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Bleche mit erhabenen Flächen — Spezifikationen

EN 1418, Schweißpersonal — Prüfung von Bedienern von Schweißeinrichtungen zum Schmelzschweißen


und von Einrichtern für das Widerstandsschweißen für vollmechanisches und automatisches Schweißen von
metallischen Werkstoffen

EN 1433, Entwässerungsrinnen für Verkehrsflächen — Klassifizierung, Bau- und Prüfgrundsätze, Kennzeich-


nung und Beurteilung der Konformität

EN 1561, Gießereiwesen — Gusseisen mit Lamellengraphit

EN 1563, Gießereiwesen — Gusseisen mit Kugelgraphit

EN 10056, Gleichschenklige und ungleichschenklige Winkel aus Stahl — Teil 1: Maße

EN 10088-1:1995, Nichtrostende Stähle — Teil 1: Verzeichnis der nichtrostenden Stähle

EN 10130, Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus weichen Stählen zum Kaltumformen — Technische Liefer-
bedingungen

EN 12373-1:2002, Aluminium und Aluminiumlegierungen — Anodisieren

1) Der Nennwert ist eine numerische Bezeichnung der Größe eines Bauteils; ein ganzzahliger Wert, der annähernd dem
Herstellungsmaß in mm entspricht.
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

EN 13036-4, Oberflächeneigenschaften von Straßen und Flugplätzen — Prüfverfahren — Teil 4: Verfahren


zur Messung der Griffigkeit von Oberflächen: Der Pendeltest

EN 13369:2004, Allgemeine Regeln für Betonfertigteile

EN 14598-3, Verstärkte härtbare Formmassen — Spezifikation für Harzmatten (SMC) und faserverstärkte
Pressmassen (BMC) — Teil 3: Spezifische Anforderungen

ENV 12633, Verfahren zur Bestimmung des Griffigkeitsbeiwertes vor und nach Polierung

EN ISO 60, Kunststoffe — Bestimmung der scheinbaren Dichte von Formmassen, die durch einen genormten
Trichter abfließen können (Schüttdichte) (ISO 60:1977)

EN ISO 62, Kunststoffe — Bestimmung der Wasseraufnahme (ISO 62:1999)

EN ISO 175, Kunststoffe — Prüfverfahren zur Bestimmung des Verhaltens gegen flüssige Chemikalien

EN ISO 178:2003, Kunststoffe — Bestimmung der Biegeeigenschaften

EN ISO 306:1997, Kunststoffe — Thermoplaste — Bestimmung der Vicat-Erweichungstemperatur (VST)

EN ISO 527-4, Kunststoffe — Bestimmung der Zugeigenschaften — Teil 4: Prüfbedingungen für isotrop und
anisotrop faserverstärkte Kunststoffverbundwerkstoffe

EN ISO 580, Kunststoff-Rohrleitungs- und Schutzrohrsysteme — Spritzguss-Formstücke aus Thermo-


plasten — Verfahren für die visuelle Beurteilung der Einflüsse durch Warmlagerung (ISO 580:2005)

EN ISO 660-2:1999, Elastische Bodenbeläge — Ermittlung des Verschleißverhaltens — Teil 2: Frick-Taber-


Prüfung

EN ISO 1043-1/A1, Kunststoffe — Kennbuchstaben und Kurzzeichen — Teil 1: Basis-Polymere und ihre
besonderen Eigenschaften; Änderung 1 (ISO 1043-1:2001/DAM 1:2006)

EN ISO 1461:1999, Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken) — Anfor-
derungen und Prüfungen (ISO 1461:1999)

EN ISO 1873-1, Kunststoffe — Polypropylen (PP) Formmassen — Teil 1: Bezeichnungssystem und Basis für
Spezifikationen (ISO 1873-1:1995)

EN ISO 1183-1, Kunststoffe — Verfahren zur Bestimmung der Dichte von nicht verschäumten Kunststoffen —
Teil 1: Eintauchverfahren, Verfahren mit Flüssigkeitspyknometer und Titrationsverfahren (ISO 1183-1:2004)

EN ISO 3166-1, Codes für die Namen von Ländern und deren Untereinheiten — Teil 1: Codes für Länder-
namen (ISO 3166-1:1997)

EN ISO 4892- 3:2006, Kunststoffe — Künstliches Bestrahlen oder Bewittern in Geräten — Teil 3: UV-
Leuchtstofflampen (ISO 4892-3:2006)

EN ISO 6603-1:2000, Kunststoffe — Bestimmung des Durchstoßverhaltens von festen Kunststoffen — Teil 1:
Nicht-instrumentierter Schlagversuch

EN ISO 9001, Qualitätsmanagementsysteme — Anforderungen (ISO 9001:2000)

EN ISO 14125, Faserverstärkte Kunststoffe — Bestimmung der Biegeeigenschaften (ISO 14125:1998)

EN ISO 14554-1, Schweißtechnische Qualitätsanforderungen — Widerstandsschweißen metallischer


Werkstoffe — Teil 1: Umfassende Qualitätsanforderungen (ISO 14554-1:2000)
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

ISO 60, Plastics — Determination of apparent density of material that can be poured from a specified funnel
(ISO 60:1977)

ISO 1268-7, Fibre-reinforced plastics — Methods of producing test plates — Part 7: Resin transfer moulding

ISO 1268-8, Fibre-reinforced plastics — Methods of producing test plates — Part 8: Compression moulding of
SMC und BMC

ISO 2878, Rubber — Antistatic und conductive products — Determination of electrical resistance

ISO 15609, Specification und qualification of welding procedures for metallic materials — Welding procedure
specification — Part 1: Arc welding (ISO 15609-1:2004)

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Ablauf, Straßenablauf
Bauteil, das Oberflächenwasser aufnimmt und es einem Abwasserkanal zuführt

3.2
Schacht
Bauwerk, das den Zugang zu unterirdischen Anlagen ermöglicht

3.3
Aufsatz
oberer Teil eines Ablaufs, der aus Rahmen und Rost mit oder ohne Deckel besteht

3.4
Abdeckung, Schachtabdeckung
oberer Teil eines Schachts, der aus Rahmen und Deckel und/oder Rost besteht

3.5
Rahmen
Teil eines Aufsatzes oder einer Abdeckung zur Aufnahme und Auflage von Rost und/oder Deckel

3.6
Rahmenhöhe
Abstand zwischen Ober- und Bodenfläche des Rahmens

3.7
Rost
bewegliche(r) Teil(e) oder Öffnung innerhalb einer Schachtabdeckung oder eines Aufsatzes, der/die den
Einlauf des Oberflächenwassers in den Straßenablauf oder Schacht ermöglicht bzw. ermöglichen

3.8
Deckel
bewegliche(r) Teil(e) einer Abdeckung oder eines Aufsatzes zum Abdecken der Öffnung eines Schachts oder
eines Ablaufs

3.9
Bauteil
entweder ein Rahmen oder Deckel oder Rost

ANMERKUNG Scharniere, Verschlussvorrichtungen und andere Zubehörteile sind keine Bauteile.


prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

3.10
Lüftungsöffnung
Öffnung im Deckel einer Abdeckung, die der Lüftung dient

3.11
Eimer
herausnehmbarer Teil eines Aufsatzes zum Zurückhalten grober Verunreinigungen

3.12
Schmutzfänger
herausnehmbarer Teil einer Schachtabdeckung zum Zurückhalten grober Verunreinigungen

3.13
Auflagefläche
Fläche, auf welcher der Rost oder der Deckel im Rahmen aufliegt

3.14
Einlegetiefe
A
Maß A, wie in den Bildern 1 und 2 angegeben

ANMERKUNG Die Einlegetiefe wird in Millimeter (mm) angegeben und beinhaltet nicht die erhabene Fläche.

Bild 1 — Beispiel 1 Bild 2 — Beispiel 2


3.15
Gesamtspaltweite
a
Summe der größten einzelnen Spaltweiten zwischen den in den Bildern 1, 2, 3, 4 und 5 dargestellten, neben-
einander liegenden Bauteilen von Rahmen und Rost oder Deckel

ANMERKUNG Die Gesamtspaltweite wird in Millimeter (mm) angegeben.

a = al + ar a = al + ac1 + ac2 + ar a = al + ac + ar

Bild 3 — Beispiel 1 Bild 4 — Beispiel 2 Bild 5 — Beispiel 3

Legende
al Spaltweite links ac Spaltweite Mitte ar Spaltweite rechts
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

3.16
Rahmenauflage
Fläche auf der Unterseite des Rahmens, die auf der den Rahmen unterstützenden Struktur aufliegt

ANMERKUNG Die Rahmenauflage wird in Quadratmillimeter (mm2) angegeben.

3.17
lichte Weite
LW
Durchmesser des größten Kreises, der der lichten Fläche (3.18) des Rahmens einbeschrieben werden kann,
wie in den Bildern 6 bis 11 dargestellt

ANMERKUNG Die lichte Weite wird in Millimeter (mm) angegeben.

Bild 6 — Beispiel 1 Bild 7 — Beispiel 2 Bild 8 — Beispiel 3

1 Fest eingebaute Träger

Bild 9 — Beispiel 4 Bild 10 — Beispiel 5 Bild 11 — Beispiel 6

3.18
lichte Fläche
freie Fläche zwischen den Auflageflächen, die in den Bildern 12 bis 14 schattiert dargestellt ist

ANMERKUNG Die lichte Fläche wird in Quadratmeter (m2) angegeben.

Bild 12 — Beispiel 1 Bild 13 — Beispiel 2 Bild 14 — Beispiel 3


prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

3.19
Eintrittsquerschnitt
Gesamtfläche aller Schlitze sowie der Schlitze in Rosten innerhalb der lichten Fläche oder andere Einlass-
öffnungen eines Abwasserkanals in Bordrinnen
[EN 1433]

ANMERKUNG Der Eintrittsquerschnitt wird in Quadratmillimeter (mm2) angegeben.

3.20
Befestigungsvorrichtung
entweder in Rahmen oder Abdeckung(en)/Rost(e) eingebaute oder als Teil des Herstellungsprozesses in der
Fertigungsstätte installierte Vorrichtung, um Abdeckung(en)/Rost(e) gegenüber den am Einbauort
auftretenden Verkehrsbedingungen zu sichern und um signifikante Bewegungen der Abdeckung(en)/ Rost(e)
sowie zufälliges Anheben, Öffnen und Herausschleudern zu verhindern

3.21
flächenbezogene Masse
Quotient aus der Gesamtmasse des Deckels oder des Rostes in kg und der lichten Fläche in m2

ANMERKUNG Die flächenbezogene Masse wird in kg/m2 angegeben.

3.22
dämpfende Einlage
in Rahmen, Rost oder Deckel befestigte elastische Einlage, um eine stabile und ruhige Lage im Gebrauch
herzustellen

3.23
Prüfkraft
FT
Kraft, die auf Aufsätze oder Abdeckungen für die Bestimmung der Tragfähigkeit aufgebracht wird

ANMERKUNG Die Prüfkraft wird in Kilonewton (kN) angegeben.

3.24
Prüfkraft für bleibende Verformung
FP
Kraft, die auf Aufsätze oder Abdeckungen für die Bestimmung der bleibenden Verformung aufgebracht wird
(FP = 2/3FT)

3.25
Prüfkraft für Durchbiegung
FD
Kraft, die auf Aufsätze oder Abdeckungen für die Bestimmung der Durchbiegung unter Last aufgebracht wird
(FD = 1/3FT)

3.26
Fußgängerzonen
Bereich, der dem Fußgängerverkehr vorbehalten ist und nur zum Zweck der Versorgung oder Reinigung oder
in einem Notfall gelegentlich befahren wird

3.27
Fußgängerstraßen
Bereich, in dem der Fahrverkehr zu bestimmten Zeiten untersagt ist (z. B. Fußgängerbereich während der
Geschäftszeit, sonst üblicher Fahrverkehr)
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

3.28
Herstellung
Herstellung von Produkten durch Kaltumformung oder Verschweißen von Bauteilen aus Metall-
platten, -bändern oder -stäben oder durch Walzen oder Strangpressen von Metallprofilen zur Herstellung
eines Produkts (siehe Anhang C)

3.29
Gussputzen
Entfernen von allen scharfen Kanten, Spitzen und überschüssigem Werkstoff, z. B. von Schweißspritzern
eines Werkstoffes durch Schleifen oder Anwendung anderer Mittel

3.30
Verschlussvorrichtung
zusätzliches Bauteil zur Verhinderung unbefugten Anhebens, Öffnens oder Entfernens der Abdeckung oder
des Rostes

3.31
faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff
Werkstoff mit einer Struktur aus Verstärkungsfasern, die in eine wärmehärtbare Harzmatrix eingebettet und
als eine monolithische Struktur geformt sind (siehe Anhang E)

3.32
Rücklaufwerkstoff
Werkstoff mit festgelegter Zusammensetzung und frei von Verunreinigung und Zersetzung aus unbenutzten
Bauteilen, einschließlich Produktionsabfall, der aus derselben Fertigungsstätte stammt, in der er zuvor
stranggepresst wurde

3.33
Polypropylen-(PP)-Rezyklat
Polypropylen, das aus gereinigten und gemahlenen Gegenständen, die der Entsorgung zugeführt wurden,
hergestellt wird

3.34
Polypropylen-(PP)-Neumaterial
Polypropylen in Form von Pellets, Granulat, Pulver, Flocken usw., das nur in der zur eigenen Herstellung
vorgeschriebenen Weise verwendet oder verarbeitet werden darf

3.35
Polypropylen mit veränderter Rezeptur
wiederverwertetes/wiederaufbereitetes Polypropylen, das durch die Verwendung von Zusatzstoffen und
Verarbeitungsverfahren in seiner Rezeptur verändert wurde, um einer vereinbarten Spezifikation zu genügen.
Die verwendeten Zusatzstoffe wären üblicherweise Weichmacher, UV-Stabilisatoren, Pigmente usw. Der
neuentwickelte Werkstoff liegt in der Form von homogenen Pellets, Granulat, Pulver, Flocken usw. vor, und
die herstellte Charge hat gleichbleibende physikalische Eigenschaften

ANMERKUNG Diese Definition wird üblicherweise als wiederverwertet bezeichnet. In den Unterlagen der Hersteller
darf sie als allgemeinere Bezeichnung verwendet werden.

3.36
Polyvinylchlorid-(PVC-U)-Neumaterial
PVC-U-Werkstoff in Form von Pellets, Granulat, Pulver usw., das nur in der zur eigenen Herstellung vorge-
schriebenen Weise verwendet oder verarbeitet werden darf

3.37
Rezeptur
Gemisch aus Rohwerkstoffen, einschließlich PVC-U-Harz und anderen Bestandteilen, die in kontrollierten
Verfahren gemischt werden, um einen Werkstoff herzustellen, der für die Fertigung von Aufsätzen und/oder
Abdeckungen geeignet ist. Die Zubereitung muss bei Spritzguss-Bauteilen mindestens 85 % (Massenanteil)
PVC-U enthalten
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

3.38
Stammspezifikation
elektronisches oder anderes Dokument, das eindeutige Einzelheiten der verschiedenen Bestandteile der
Zusammensetzung für die Fertigung von Aufsätzen und/oder Abdeckungen, einschließlich des Mischungs-
verhältnisses, enthält. Die Spezifikation muss genügend Einzelheiten enthalten, um die Herstellung der
Zubereitung auf regelmäßige und wiederholbare Weise zu ermöglichen. Die Stammspezifikation muss
darüber hinaus Angaben enthalten, die die spezifischen, einzuhaltenden Mindesteigenschaften oder den
einzuhaltenden Bereich einer Eigenschaft beschreiben.

4 Klassifizierung
Bei Übereinstimmung mit den zutreffenden Baugrundsätzen nach Abschnitt 7 und Leistungsanforderungen
nach Abschnitt 8 dieser Europäischen Norm ist, ein Aufsatz oder eine Abdeckung in eine der folgenden
Klassen einzuordnen:

A 15, B 125, C 250, D 400, E 600 und F 900.

5 Einbauort
Dieser Abschnitt enthält Empfehlungen für den Einbauort verschiedener Klassen von Abdeckungen oder
Aufsätzen.

Die zur Verwendung geeignete Klasse von Abdeckungen oder Aufsätzen richtet sich nach dem Einbauort. Die
verschiedenen Einbauorte wurden, wie unten aufgeführt, in Gruppen mit den Nummern 1 bis 6 eingeteilt. Die
Bilder 15 und 16 zeigen die Lage einiger dieser Gruppen in einer Straße. Für jede Gruppe ist in Klammern die
empfohlene Mindestklasse angegeben. Die Wahl der geeigneten Klasse und des Werkstoffes liegt in der
Verantwortung des Planers. Im Zweifelsfall ist die nächst höhere Klasse zu wählen.

Gruppe 1 (mindestens Klasse A 15): Flächen, die ausschließlich von Fußgängern und Radfahrern
benutzt werden können.

Gruppe 2 (mindestens Klasse B 125): Gehwege, Fußgängerzonen und vergleichbare Flächen, PKW-
Parkflächen oder PKW-Parkdecks.

Gruppe 3 (mindestens Klasse C 250): Für Aufsätze im Bordrinnenbereich von Straßen (Bild 15), der,
gemessen ab Bordsteinkante, höchstens 0,5 m in die Fahrbahn und höchstens 0,2 m in den Gehweg
hineinreicht.

Gruppe 4 (mindestens Klasse D 400): Fahrbahnen von Straßen (auch Fußgängerstraßen), Seiten-
streifen von Straßen (Bild 16) und Parkflächen, die für alle Arten von Straßenfahrzeugen zugelassen
sind:

Gruppe 5 (mindestens Klasse E 600): Flächen, die mit hohen Radlasten befahren werden, z. B.
Dockanlagen, Flugbetriebsflächen.

Gruppe 6 (mindestens Klasse F 900): Flächen, die mit besonders hohen Radlasten befahren werden,
z. B. Flugbetriebsflächen.

Mangels ausreichender Erfahrungen im Langzeitbetrieb sind nicht alle Werkstoffe für alle Gruppen der
Einbauorte geeignet. Werkstoffbezogene Anhänge für Aufsätze und Abdeckungen aus Verbundwerkstoffen
(siehe Anhang E) und thermoplastischen Kunststoffen (siehe Anhang F) sind zu berücksichtigen.
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Legende
1 Gruppe 1
2 Gruppe 2
3 Gruppe 3
4 Gruppe 4

Bild 15 — Typischer Querschnitt einer Straße mit Darstellung der Lage der Gruppen

Legende
1 Gruppe 1
4 Gruppe 4
a Fahrbahn
b Befestigter Seitenstreifen

Bild 16 — Typische Detailansicht eines Seitenstreifens mit Darstellung der Lage der Gruppen

6 Werkstoffe

6.1 Allgemeines

Wird einer der nachfolgenden Werkstoffe in Kombination miteinander oder mit Werkstoffen für Verbindungen
zwischen Teilen eines Bauteils verwendet, muss elektro-chemische oder galvanische Korrosion vermieden
werden. Werden Deckel, Roste oder Rahmen aus unterschiedlichen Werkstoffen hergestellt, ist jeder einzelne
entsprechend dem zutreffenden werkstoffbezogenen Anhang zu prüfen. Für die Klassifizierung der
Abdeckung oder des Aufsatzes gilt die niedrigere Klasse entsprechend dem werkstoffbezogenen Anhang.

ANMERKUNG Abdeckungen und Aufsätze entsprechend dieser Europäischen Norm sind mindestens für den Einsatz
unter „nassen, selten trockenen" Umgebungsbedingungen und chemisch schwach angreifenden Umgebungsbedingungen
geeignet, d. h unter normalen Bedingungen für Haushaltabwasser und aufbereitetes gereinigtes Industrieabwasser und für
die meisten natürlichen Böden und Grundwasser. (Umgebungsbedingung „nass, selten trocken" von Betonoberflächen,
die Langzeiteinwirkung von Wasser ausgesetzt sind, sowie Umgebungsbedingung „chemisch schwach angreifend" sind in
EN 206-1:2000 als Klassen XC2 bzw. XA1 festgelegt. Aggressivere Umgebungsbedingungen sind ebenfalls festgelegt.)
Wenn aggressivere Umgebungsbedingungen zu erwarten sind, können zusätzliche Anforderungen an den Korrosions-
schutz erforderlich werden.

6.2 Abdeckungen und Aufsätze

Abdeckungen und Aufsätze, mit Ausnahme von Rosten, sind herzustellen aus:

a) Gusseisen mit Lamellengraphit nach EN 1561;

b) Gusseisen mit Kugelgraphit nach EN 1563;


prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

c) Walzstahl, nichtrostendem Stahl, Aluminium nach Anhang C;

d) einem der Werkstoffe a) bis c) in Verbindung mit Beton;

e) Stahlbeton nach Anhang D;

f) faserverstärktem Kunststoffverbundwerkstoff nach Anhang E;

g) Polypropylen (PP) nach Anhang F;

h) Polyvinylchlorid (PVC-U) nach Anhang F;

und müssen den in den Anhängen C bis F festgelegten Anforderungen in Abhängigkeit des zur Herstellung
verwendeten Werkstoffs entsprechen.

6.3 Roste

Roste sind herzustellen aus:

a) Gusseisen mit Lamellengraphit nach EN 1561;

b) Gusseisen mit Kugelgraphit nach EN 1563;

c) Walzstahl, nichtrostendem Stahl, Aluminium nach Anhang C;

d) Polypropylen (PP) nach Anhang F;

e) Polyvinylchlorid (PVC-U) nach Anhang F;

und müssen den in Anhängen C und F festgelegten Anforderungen in Abhängigkeit des zur Herstellung
verwendeten Werkstoffs entsprechen.

6.4 Beschichtungswerkstoffe

Abdeckungen und Aufsätze aus Gusseisen dürfen unbeschichtet oder beschichtet geliefert werden.
Werkstoffe für die Beschichtung müssen den Umwelt- und/oder den toxikologischen Vorschriften am
Einsatzort entsprechen.

ANMERKUNG 1 Verzinken nach Anhang C wird als Korrosionsschutzsystem und nicht als ästhetische Beschichtung
betrachtet.

ANMERKUNG 2 Im Allgemeinen dienen Beschichtungen ausschließlich ästhetischen Zwecken und werden nicht als
Korrosionsschutzsystem betrachtet. Der Planer darf bei Bedarf eine dauerhaftere Beschichtung fordern.

6.5 Deckelfüllungen

Deckelfüllungen sollten aus Beton oder anderen für den Einbauort geeigneten Werkstoffen bestehen. Für
Deckel mit Betonfüllung ist für den Beton eine Mindestfestigkeit von C 35/45 nach EN 206-1:2000 erforderlich.

7 Baugrundsätze

7.1 Lüftungsöffnungen in Deckeln

Deckel können mit oder ohne Lüftungsöffnungen ausgeführt werden. Für Deckel mit Lüftungsöffnungen muss
der Mindestlüftungsquerschnitt Tabelle 1 und deren Maße Tabelle 2 entsprechen.
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Für Deckel mit Lüftungsöffnungen können Schmutzfänger erforderlich sein.

Tabelle 1 — Mindestlüftungsquerschnitt

Lichte Weite (LW) Mindestlüftungsquerschnitt (cm2)


600 mm 5 % der Fläche des Kreises mit dem Durchmesser der lichten Weite
> 600 mm 140

Tabelle 2 — Maße von Lüftungsöffnungen in Deckeln von Abdeckungen

Maße von Schlitzen


(mm) Lochdurchmesser
Klasse
(mm)
Länge Breite
A 15 und B 125 170 18 bis 25 18 bis 38
C 250 bis F 900 170 18 bis 32 30 bis 38

ANMERKUNG Der Anwender oder die zuständige Behörde sollten bei der Ausschreibung oder Erteilung des Auftrags
an den Hersteller mitteilen, ob Deckel mit Lüftungsöffnungen benötigt werden, und ob Schmutzfänger oder Eimer
erforderlich sind.

7.2 Lichte Weite von Abdeckungen von Einsteigschächten


Die lichte Weite von Abdeckungen von Einsteigschächten muss den am Einbauort geltenden Sicherheits-
anforderungen entsprechen.

ANMERKUNG In einigen Mitgliedsstaaten wird eine lichte Weite von mindestens 600 mm gefordert. In anderen
Mitgliedsstaaten sind größere Öffnungen erforderlich.

7.3 Einlegetiefe
Aufsätze und Abdeckungen der Klassen D 400, E 600 und F 900 müssen eine Einlegetiefe A (siehe Definition
3.14) von mindestens 50 mm haben.

Diese Anforderung gilt nicht, wenn die Deckel oder Roste in ihrer Position gegen Lageveränderungen infolge
des Verkehrs durch eine Befestigungsvorrichtung gesichert sind. Derartige Vorrichtungen sind jedoch nicht in
dieser Norm beschrieben.

7.4 Spaltweite

7.4.1 Gesamtspaltweite

Die Gesamtspaltweite zwischen den verschiedenen Teilen von Aufsätzen und Abdeckungen ist in 3.16
definiert. Das Maß b darf nicht größer als das Maß al sein (siehe 3.14, Bild 2). Die Spaltweite kann zu einem
Spiel in horizontaler Richtung zwischen Deckel oder Rost und dem Rahmen führen. Um das Spiel zu
begrenzen, muss die Gesamtspaltweite a folgende Anforderungen erfüllen:

a) bei Deckeln oder Rosten, bestehend aus einem oder zwei Teilen:

! lichte Weite 400 mm; a 7 mm;


! lichte Weite > 400 mm: a 9 mm;

b) bei im Rahmen befestigten Deckeln oder Rosten aus drei oder mehr Teilen, darf jeder einzelne Spalt (al,
ac, ar) nicht breiter als 5 mm sein;

c) bei nicht im Rahmen befestigten Deckeln oder Rosten aus drei oder mehr Teilen darf die Gesamt-
spaltweite a, die sich aus dem Spiel aller Teile ergibt, 15 mm nicht überschreiten.
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

7.4.2 Spaltbreite um Scharniere

Wenn Deckel oder Roste mit Scharnier an der Seite mit dem Scharnier eine abgerundete Kante haben, muss
die Rundung so sein, dass die in Bild 17 dargestellte Prüflehre mit den Maßen 170 mm 60 mm 16 mm
nicht mehr als 13 mm ihrer 60-mm-Kante in den Spalt zwischen Rahmen und abgerundeter Kante des
Deckels oder Rostes eindringt. Dabei ist die Prüflehre senkrecht mit ihrer 60-mm-Kante parallel zur
gerundeten Kante zu halten.

Maße in Millimeter

Legende
1 Rahmen
2 Prüflehre
3 Deckel oder Rost

Bild 17 — Prüflehre

Wenn Deckel oder Roste mit zwei Scharnieren auf derselben Seite eine an der Seite mit den Scharnieren
abgerundete Kante haben, muss die Rundung so beschaffen sein, dass eine Prüflehre mit den Maßen
170 mm 60 mm 16 mm nicht mehr als 13 mm ihrer 170-mm-Kante in den Spalt zwischen dem
benachbarten Rahmen und der an den Scharnieren abgerundeten Kante des Deckels oder Rostes sowie in
den Bereich zwischen den Scharnieren hineinpasst.

7.5 Auflageflächen

Aufsätze und Abdeckungen sind so herzustellen, dass die jeweiligen Auflageflächen aufeinander abgestimmt
sind.

Bei den Klassen D 400 bis F 900 sind diese Auflageflächen so auszuführen, dass im Einsatz eine stabile,
ruhige Lage sichergestellt ist.

ANMERKUNG Dies kann durch mechanische Bearbeitung der Kontaktflächen, dämpfende Einlagen, Dreipunkt-
auflagerung oder andere geeignete Verfahren erzielt werden.

7.6 Sicherung des Deckels/Rostes im Rahmen

Der Deckel/Rost muss entsprechend den Verkehrsbedingungen, die für den vorgesehenen Einbauort nach
Abschnitt 5 bestimmend sind, im Rahmen gesichert sein.

Dies ist durch eine der folgenden Methoden zu erreichen:

a) eine Befestigungsvorrichtung;

b) eine ausreichende flächenbezogene Masse;

c) eine spezifische Bauform.


²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Diese Verfahren sind so zu gestalten und vom Hersteller zu validieren, dass ein Öffnen von Deckeln oder
Rosten mit üblichem Werkzeug möglich ist.

Sofern es durch spezielle Vorschriften am Ort der Verwendung gefordert wird, müssen die Methoden zur
Sicherung des Deckels/Rostes mit diesen Vorschriften übereinstimmen.

ANMERKUNG Für Zwecke wie das Verhindern von unbefugtem Entfernen oder Anheben von Deckeln/Rosten und
Vandalismus kann der Auftraggeber zusätzliche Verschlussvorrichtungen fordern. Die Auswahl der geeigneten
Verschlussvorrichtung liegt in der Verantwortung des Auftraggebers.

7.7 Handhabung von Deckeln und Rosten

Es müssen Maßnahmen dafür getroffen werden, dass Deckel und Roste wirksam gelöst und geöffnet werden
können. Sofern durch Sicherheitsmaßnahmen am vorgesehenen Einsatzort erforderlich, sind zusätzliche
Hebevorrichtungen und/oder -einrichtungen bei der Konstruktion von Abdeckungen und/oder Aufsätzen
vorzusehen.

7.8 Maße der Schlitze von Rosten

Bei allen Klassen von A 15 bis F 900 ist bei der Auswahl der Maße von Schlitzen in Rosten auf ausreichendes
Schluckvermögen des Rostes zu achten. Die Schlitze müssen gleichmäßig über die lichte Fläche verteilt sein.
Der Eintrittsquerschnitt muss mindestens 30 % der lichten Fläche betragen und in den Herstellerkatalogen
angegeben sein.

Die Maße der Schlitze in Rosten müssen Tabelle 3 entsprechen. Die Maße der Schlitze für die Klassen C 250
bis F 900 müssen in Abhängigkeit von der Ausrichtung der Längsachse der Schlitze zur Fahrtrichtung mit
Tabelle 3 und Bild 18 übereinstimmen.

ANMERKUNG Die Maße des Eintrittsquerschnitts und der Öffnungen seitlicher Einläufe oder Bordrinnen sind in diesem
Dokument nicht festgelegt.

Legende
1 Anordnung Nr. 1
2 Anordnung Nr. 2
3 Fahrtrichtung

Bild 18 — Anordnung der Schlitze in Rosten


prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle 3 — Maße der Schlitze

Breite Länge
Öffnungen Klasse
(mm) (mm)
8 bis 18 Keine Begrenzung
Nr. 1 und Nr. 2 A 15 und B 125
> 18 bis 25 170
Anordnung
Gerade
nach Nr. 1 C 250 bis F 900 16 bis 32 170
Schlitze
Bild 18
C 250 16 bis 42 Keine Begrenzung
Nr. 2
D 400 bis F 900 20 bis 42 Keine Begrenzung
Gekrümmte Schlitze dürfen bei Klassen A 15 und B 125 eine Breite von 25 mm und bei
Klassen C 250 bis F 900 eine Breite von 42 mm nicht überschreiten. Sie sind so auszuführen,
Gekrümmte
dass die 170-mm-Länge der Messlehre 170 mm ! 60 mm ! 16 mm nicht in den Schlitz
Schlitze
eingeführt werden kann. Die Messlehre ist senkrecht mit ihrer 170-mm-Kante parallel zur
Rostoberfläche zu halten.
ANMERKUNG In Fußgängerzonen/-straßen darf die Schlitzgröße nach Ermessen des Planers auf 5 mm verringert
werden.

Der Schlitz unmittelbar neben der Rostseite mit Scharnier, der zur Öffnung des Rostes gehört, ist von den
Anforderungen dieser Tabelle ausgenommen (siehe 7.4.2).

7.9 Schmutzfänger und Eimer

Bei Verwendung von Schmutzfängern oder Eimern muss sichergestellt sein, dass Abfluss und Lüftung auch
bei gefülltem Schmutzfänger oder Eimer sichergestellt sind.

7.10 Einlegesicherung für Deckel und Roste

In Fällen, in denen der Deckel oder Rost in einer bestimmten Lage im Rahmen liegen muss, ist dies durch
eine geeignete Konstruktion sicherzustellen.

7.11 Ebene Deckel und Roste

Bei Rosten und Deckeln der Klassen D 400 bis F 900 muss die Oberfläche innerhalb einer Toleranz von 1 %
der lichten Weite, höchstens jedoch 6 mm, eben sein.

7.12 Konkave Aufsätze

Aufsätze mit einer Oberflächenkrümmung von mehr als 6 mm werden als konkav bezeichnet. Die Einbauorte
derartiger Aufsätze müssen auf die folgenden vorgesehenen Einsatzorte begrenzt werden (siehe Abschnitt 5):

" Gruppen 1, 2 und 3;

" Gruppe 4 nur für Parkflächen.

7.13 Griffigkeit

7.13.1 Allgemeines

Für sämtliche Produktklassen (und alle Einbauorte) sind Angaben zur Griffigkeit des Produktes vorzusehen.
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

7.13.2 Griffigkeit von Deckeln

Der Begriff „zufriedenstellend" ist anzugeben, wenn das Produkt hergestellt ist aus:

a) Beton mit zufriedenstellender Griffigkeit, unter der Voraussetzung, dass die obere Fläche des Deckels
nicht geschliffen und/oder poliert worden ist; oder

ANMERKUNG Zusätzliche Maßahmen können erforderlich sein, um Rutschen auf Betondeckeln oder mit Beton
gefüllten Deckeln zu verhindern, z. B. bei Kalkstein-Feinzuschlägen.

b) Gusseisen mit einer festgelegten erhabenen Fläche. Die erhabene Fläche des Deckels muss bei Klassen
A 15, B 125 und C 250 eine Höhe von 2 mm bis 6 mm und bei Klassen D 400, E 600 und F 900 eine
Höhe von 3 mm bis 8 mm haben. Die erhabene Fläche muss durchdacht auf der Oberfläche des Deckels
angeordnet sein und die ebene Fläche muss mindestens 10 % und höchstens 70 % der Deckeloberfläche
einnehmen (für die Berechnung der erhabenen Fläche siehe Bild 19). Die erhabene Fläche eines Bauteils
muss derart ausgeführt sein, dass ein freies Abfließen/Verteilen von Wasser möglich ist. Teile eines den
Anforderungen an die Höhe entsprechenden Logos werden als Teil der erhabenen Fläche angesehen.

Legende
An Oberfläche einer einzelnen erhabenen h1 Mindesthöhe der erhabenen Fläche der jeweiligen
Fläche Klasse
AT Gesamtoberfläche des Deckels Y Länge der erhabenen Fläche
h Höhe der erhabenen Fläche X Breite der erhabenen Fläche

Bild 19 — Beispiel für die Berechnung einer erhabenen Fläche

ANMERKUNG Die Festlegungen in a) und b) haben aufgrund von Langzeiterfahrungen im Einsatz eine
zufriedenstellende Griffigkeit nachgewiesen.

c) Erfüllt der Deckel die Anforderungen nach a) und b) nicht, ist eine Prüfung nach Anhang J durchzuführen
und das Ergebnis anzugeben.
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

7.13.3 Griffigkeit von Rosten

Roste, die den Anforderungen von 7.8 entsprechen, sind hinsichtlich der Griffigkeit als zufriedenstellend
anzusehen. Roste dürfen mit einer erhabenen Fläche ausgestattet sein. Ist eine solche vorhanden, muss sie
für die Klassen A 15, B 125, C 250 eine Höhe von 2 mm bis 6 mm und für die Klassen D 400, E 600 und
F 900 eine Höhe von 3 mm bis 8 mm haben.

7.13.4 Griffigkeit von Rahmen

Hat ein Rahmen oder dessen Teile eine sichtbare waagerechte Breite von mehr als 80 mm, gelten die
Anforderungen nach 7.13.2

7.14 Dichte Abdeckungen

Abdeckungen können widerstandsfähig gegen Druck von aufsteigendem Wasser (Überlastung) ausgelegt
werden. In einem derartigen Fall sind im Rahmen zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um eine sichere
Verankerung zu erzielen.

Abdeckungen können ebenfalls ausgelegt sein, um Folgendes zu verhindern oder zu begrenzen:

das Entweichen von Geruch durch die Abdeckung (drucklos); oder

das drucklose Eindringen von Oberflächenwasser (Regenwasser).

ANMERKUNG Ausführung und Funktionsweise derartiger Abdeckungen nach diesem Abschnitt werden in dieser Norm
nicht behandelt.

7.15 Rahmenauflage

Die Rahmenauflage muss so beschaffen sein, dass der Auflagedruck 7,5 N/mm2 bei Einwirkung der Prüfkraft
nicht überschreitet und sie zu einer ausreichenden Stabilität unter Einsatzbedingungen beiträgt.

7.16 Rahmenhöhe

Die Gesamthöhe des Rahmens von Abdeckungen und Aufsätzen der Klassen D 400, E 600 und F 900 muss
mindestens 100 mm betragen. Die Rahmenhöhe für Klasse D 400 darf bis auf 75 mm reduziert werden,
sofern:

a) der Rahmen mit Verankerungsvorrichtungen ausgestattet ist;

b) der Betonring, sofern industriell in Beton gegossen, eine Druckfestigkeit von mindestens von C 35/45
aufweist, so dass eine Verbindung zwischen dem Metallteil und dem Beton besteht.

ANMERKUNG Der Planer kann einen Rahmen mit einer Tiefe von mehr als 100 mm fordern, der für bestimmte
Eigenschaften des Verkehrsflusses geeignet ist.

7.17 Öffnungswinkel von Deckeln und Rosten mit Scharnier

Der Öffnungswinkel von Deckeln oder Rosten mit Scharnier muss, soweit nicht zusätzliche Zuklapp-
sicherungen vorgesehen sind, mindestens 100 ° zur Waagerechten betragen.

ANMERKUNG Zusätzliche Maßnahmen können erforderlich sein, um zu verhindern, dass sich Deckel/Rost
unbeabsichtigt schließen, z. B. Bedingungen für Einbauort und Einsatz.
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7.18 Deckel mit Füllung

Werden Deckel werksseitig ohne Füllung geliefert, muss der Füllwerkstoff 6.5 entsprechen. Andere Füllstoffe,
die für den Einbauort geeignet sind, dürfen verwendet werden. In allen Fällen muss der Planer die Dauer-
haftigkeit der Füllung berücksichtigen.

7.19 Kindersicherheit

Wenn es besondere Vorschriften am vorgesehenen Einsatzort erfordern, sind Einrichtungen und/oder


Vorrichtungen für die Kindersicherheit in die Ausführung von Abdeckungen und/oder Aufsätzen einzu-
beziehen.

Die Widerstandsfähigkeit von Deckeln oder Rosten gegen das Entfernen durch Kinder kann durch eine der
folgenden Vorkehrungen erfüllt werden:

a) Masse des einzelnen Deckels oder Rostes; oder

b) Verschlussvorrichtung oder anderer Befestigungsmechanismus.

Bei Vorkehrung b) muss die Verschlussvorrichtung oder der andere Befestigungsmechanismus so ausgeführt
sein, dass der Deckel oder Rost nicht einfach mit Gegenständen geöffnet werden kann, die für Kinder leicht
zugänglich sind.

8 Leistungsanforderungen

8.1 Tragfähigkeit

Bei der Prüfung nach 9.3 müssen Aufsätze und Abdeckungen mit einer lichten Weite (LW) von 250 mm für
jede Klasse der Prüfkraft nach Tabelle 4 standhalten, unabhängig vom Werkstoff. Wenn die lichte Weite (LW)
weniger als 250 mm beträgt, ist die Prüfkraft nach Tabelle 4 zu wählen und mit LW/250 zu multiplizieren; sie
darf jedoch nicht geringer als das 0,6fache der Prüfkraft nach Tabelle 4 sein.

Bauteile aus Werkstoffen nach 6.1 a), b), c), e), f), g) und h) sowie 6.3 dürfen während der Prüfung keine
Risse oder Schichtablösung aufweisen (siehe auch werkstoffbezogene Anhänge).

Tabelle 4 — Prüfkräfte

Klasse A 15 B 125 C 250 D 400 E 600 F 900


FT in kN 15 125 250 400 600 900

8.2 Bleibende Verformung

Bei der Prüfung nach 9.2 darf die bleibende Verformung des Deckels oder Rostes nach Aufbringen von FP
(2/3 der Prüfkraft FT) die in Tabelle 5 angegebenen Werte nicht überschreiten.

Bauteile aus Werkstoffen nach 6.1 a), b), c), e), f), g) und h) sowie 6.3 dürfen während der Prüfung keine
Risse oder Schichtablösung aufweisen (siehe werkstoffbezogene Anhänge).
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle 5 — Zulässige bleibende Verformung

Klasse Zulässige bleibende Verformung


LW a
A 15 und B 125
100
LW b LW c
C 250 bis F 900 300 500
Wenn nach 7.6 a) oder 7.6 c) gesichert Wenn nach 7.6 b) gesichert
a LW/50 für LW < 450 mm mit höchstens 6,5 mm
b höchstens 1 mm, wenn LW < 300 mm
c höchstens 1 mm, wenn LW < 500 mm

9 Prüfung

9.1 Allgemeines
Aufsätze und Abdeckungen sind als vollständige, gebrauchsfertige Einheiten zu prüfen, ausgenommen
Deckel mit Füllung, die ungefüllt geliefert werden, die der Belastungsprüfung ohne die Füllung zu unterziehen
sind. Nach jeder Prüfung sind alle Produkte durch Sichtprüfung ohne optische Vergrößerung auf Fehler zu
überprüfen, die die Gebrauchstauglichkeit des Produkts beeinträchtigen würden.

Soweit in dieser Norm kein detailliertes Prüfverfahren zum Nachweis von Anforderungen angegeben ist (z. B.
7.10, 7.14), muss der Hersteller in seinen Unterlagen angeben, auf welche Weise ein derartiger Nachweis
erbracht wird.

9.2 Bleibende Verformung (siehe 8.2)


Die bleibende Verformung des Deckels oder Rostes ist nach Anhang G nach Aufbringen von FP = 2/3FT
entsprechend Tabelle 4 ohne Vorbelastung zu bestimmen. Die bleibende Verformung ist auf 0,1 mm zu
messen.

9.3 Tragfähigkeit (siehe 8.1)


Unmittelbar nach der Prüfung nach 9.2 ist für alle Aufsätze und Abdeckungen die Tragfähigkeit nach
Anhang H mit den Prüfkräften FT entsprechend 8.1, Tabelle 4 zu prüfen.

9.4 Maße

9.4.1 Lüftungsöffnungen (siehe 7.1)

Lüftungsschlitze und -löcher sind auf 1 mm zu messen. Die Fläche der Lüftungsöffnungen ist auf 100 mm2 zu
berechnen.

9.4.2 Lichte Weite (siehe 7.2)

Die Maße der lichten Weite (LW) sind auf 1 mm zu messen.

9.4.3 Einlegetiefe (siehe 7.3)

Für die Klassen D 400 bis F 900 ist die Einlegetiefe (A) auf 1 mm zu messen.

9.4.4 Spaltweite (siehe 7.4)

Die Spaltweiten zwischen Deckeln bzw. Rosten und Rahmen sind auf 0,5 mm zu messen und die Gesamt-
spaltweite (a) ist zu berechnen. Die Spaltweite um ein Scharnier ist mit einer Prüflehre mit den Maßen
170 mm 60 mm 16 mm zu prüfen.
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

9.4.5 Auflageflächen (siehe 7.5)

Die Abstimmung der Auflageflächen zur Sicherstellung einer stabilen Lage des Deckels oder Rostes in
seinem Rahmen ist entsprechend der Herstellerspezifikation zu prüfen.

9.4.6 Sicherung von Deckeln und/oder Rosten im Rahmen (siehe 7.6)

Wenn die Sicherung durch die flächenbezogene Masse erreicht wird [siehe 7.6 b)], ist der Deckel und/oder
der Rost auf 1 % zu wägen und die lichte Fläche auf 100 mm2 zu berechnen.

Wenn die Sicherung durch ein Befestigungsmittel oder eine spezielle Bauform [siehe 7.6 a) oder 7.6 c)]
erreicht wird, ist diese durch Sichtprüfung zu prüfen.

9.4.7 Handhabung von Deckeln und Rosten (siehe 7.7)

Die Einrichtungen zum Lösen und Öffnen von Deckeln und Rosten sind entsprechend den
Herstelleranweisungen zu prüfen, unter Verwendung von Werkzeugen, die gewöhnlich für das Öffnen dieser
Einrichtung eingesetzt werden.

9.4.8 Maße von Schlitzen (siehe 7.8)

Die gleichmäßige Verteilung der Schlitze über die lichte Fläche ist einer Sichtprüfung zu unterziehen. Der
Eintrittsquerschnitt auf 100 mm2 zu berechnen.

Die Maße der geraden Schlitze sind auf 1 mm zu messen. Die Maße von Schlitzen mit anderen als geraden
Formen sind mit einer Prüflehre mit den Maßen 170 mm 60 mm 16 mm mit ihrer 170-mm-Kante zu prüfen.

9.4.9 Eimer und Schmutzfänger (siehe 7.9)

Der Schmutzfänger/Eimer ist einer Sichtprüfung zu unterziehen, um sicherzustellen, dass sowohl Abfluss als
auch Lüftung weiterhin möglich sind.

9.4.10 Einlegesicherung (siehe 7.10)

Die geeignete Bauform, die eine bestimmte Ausrichtung des Deckels oder Rostes im Rahmen sicherstellt, ist
auf Gebrauchstauglichkeit zu untersuchen (siehe 9.1).

9.4.11 Ebenheit von Deckeln und Rosten (siehe 7.11)

Die Ebenheit ist auf 0,5 mm zu messen.

9.4.12 Griffigkeit (siehe 7.13)

Die Griffigkeit der Deckeloberfläche ist wie folgt zu bestimmen:

a) bei Beton nach 7.13.2 a) ist nachzuweisen, dass der Werkstoff keine Kalkstein-Feinzuschläge enthält und
den Vorschriften nach 6.2 d) und e) für den jeweiligen Werkstoff entspricht;

b) bei einer bestimmten erhabenen Fläche nach 7.13.2 b) ist die Höhe dieser erhabenen Fläche auf 0,5 mm
zu messen. Die Gesamtgröße der erhabenen Fläche von Deckel und Rahmen ist entweder anhand von
Zeichnungen und nachfolgender Sichtprüfung oder durch Bestimmen der Maße der Oberfläche der
erhabenen Flächenteile auf 100 mm2 zu bestimmen. Der prozentuale Anteil der erhabenen Fläche an der
Gesamtfläche ist zu berechnen;

c) bei Produkten, die 7.13.2 a) und 7.13.2 b) nicht entsprechen, ist die Oberflächenbeschaffenheit nach
Anhang J zu messen.

9.4.13 Rahmenhöhe (siehe 7.16)

Die Höhe des vollständigen Rahmens ist auf 1 mm zu messen.

25
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

9.4.14 Öffnungswinkel (siehe 7.17)

Der Öffnungswinkel ist auf 5 ° zu messen. Wenn ein Deckel oder ein Rost mit Scharnier mit einer
abgerundeten Kante ausgeführt ist, muss die Rundung mit einer Prüflehre mit den Maßen
170 mm 60 mm 16 mm geprüft werden; die Eindringtiefe ist auf 1 mm zu messen.

10 Kennzeichnung
Alle Roste, Deckel und Rahmen sind wie folgt zu kennzeichnen:

a) Nummer dieser Norm, d. h. EN 124 (nur wenn alle Anforderungen dieser Norm erfüllt sind);

b) zugeordnete Klasse (z. B. D 400);

c) Name und/oder Kennzeichen des Herstellers und Herstellungswerk, gegebenenfalls verschlüsselt;

d) Herstellungsland, gegebenenfalls nach EN ISO 3166-1 verschlüsselt;

e) Herstellungswoche und dem Herstellungsjahr (wahlweise verschlüsselt);

f) bei Abdeckungen aus Beton: Kennzeichnung hinsichtlich der Beständigkeit gegen Frost-Tau-Wechsel
(+R), sofern zutreffend;

und dürfen gekennzeichnet sein mit:

g) zusätzlichen Kennzeichnungen zum vorgesehenen Verwendungszweck durch den Anwender;

h) dem Kennzeichen einer Zertifizierungsstelle, sofern zutreffend (siehe Anhang B);

i) der Produktkennzeichnungen (Bezeichnung und/oder Katalognummer);

j) dem Gewicht in Kilogramm (kg).

ANMERKUNG Wenn die Anforderungen an die Kennzeichnung nach ZA.3 dieselben Angaben wie dieser Abschnitt
erfordern, werden die Anforderungen dieses Abschnitts erfüllt.

Alle Kennzeichnungen von Deckeln, Rosten und Rahmen müssen deutlich, dauerhaft und ein fester Bestand-
teil davon sein. Die Kennzeichnung darf nicht durch Nieten, Schrauben, chemische Klebstoffe oder
Schweißen angebracht werden. Kennzeichnungen müssen nach Einbau der Einheit möglichst auf der
Oberseite (von der Verkehrsfläche aus) sichtbar sein. Ist dies nicht möglich, dürfen sie auf der Unterseite des
Deckels angebracht werden.

Ist das oben beschriebene Verfahren nicht praktisch anwendbar, müssen Betonbauteile deutlich lesbar und
unauslöschlich durch Stempeln, Eingießen oder Einprägen gekennzeichnet werden.

11 Konformitätsbewertung

11.1 Allgemeines

Die Übereinstimmung von Aufsätzen und Abdeckungen mit den Anforderungen dieser Norm und mit den
angegebenen Werten (einschließlich Klassen) ist nachzuweisen durch:

! Erstprüfung;

! Werkseigene Produktionskontrolle, einschließlich Produktbewertung.

26
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

ANMERKUNG Die Zuweisung von Aufgaben für die zugelassene(n) Stelle(n) und den Hersteller ist in Anhang ZA,
Tabelle ZA.3 aufgeführt

Ist für alle Anforderungen der gesamten Norm eine Drittstellenzertifizierung des Produktes erforderlich, muss
diese nach Anhang B erfolgen.

11.2 Erstprüfung (en: initial type test (ITT))

11.2.1 Allgemeines

Die Erstprüfung ist durchzuführen, um die Konformität mit dieser Norm nachzuweisen. Prüfungen, die vorher
in Übereinstimmung mit den Festlegungen dieser Norm durchgeführt wurden (gleiches Produkt, Eigen-
schaft(en), Prüfverfahren, Probenahmeverfahren, System der Konformitätsbescheinigung usw.) dürfen
berücksichtigt werden.

Zusätzlich ist die Erstprüfung bei Aufnahme der Produktion einer neuen Bauart von Aufsätzen und
Abdeckungen oder bei Einführung eines neuen Produktionsverfahrens durchzuführen, wenn dieses die
angegebenen Eigenschaften beeinflussen kann.

Für Produkte mit CE-Kennzeichnung nach Anhang ZA darf angenommen werden, dass sie die angegebene
Gebrauchstauglichkeit besitzen, dies entbindet den Anwender jedoch nicht von der Verantwortung, sicher-
zustellen, dass der Aufsatz oder die Abdeckung richtig installiert wird und die verwendeten Bauteile (Rahmen,
Rost und Deckel) die notwendigen Leistungskennwerte haben.

Alle Eigenschaften entsprechend den Abschnitten 6, 7, 8 und 10 sowie den zutreffenden Anhängen sind in die
Erstprüfung einzubeziehen.

Tritt in der Konstruktion, dem Rohwerkstoff (d. h. wenn der Rohwerkstoff nicht in einer Europäischen Norm
festgelegt ist) oder dem Bauteillieferanten oder dem Produktionsprozess eine Veränderung auf, die eine oder
mehrere der Eigenschaften wesentlich verändern würde, sind die Erstprüfungen für die betreffende(n)
Eigenschaft(en) zu wiederholen.

11.2.2 Probenahme

Vor Aufnahme der Produktion müssen drei Probekörper jedes Produkts, das für die normale Produktion
repräsentativ ist stichprobenartig ausgewählt und geprüft werden, um nachzuweisen, dass sie die
entsprechenden Anforderungen erfüllen. Jeder Probekörper muss alle Anforderungen der Abschnitte 6, 7, 8
und 10 sowie der zutreffenden Anhänge erfüllen.

Die Ergebnisse aller Erstprüfungen sind aufzuzeichnen und vom Hersteller mindestens 5 Jahre aufzube-
wahren.

11.3 Werkseigene Produktionskontrolle (WPK)

11.3.1 Allgemeines

Der Hersteller muss ein WPK-System einrichten, dokumentieren und aufrechterhalten, um sicherzustellen,
dass die Produkte, die auf den Markt gebracht werden, mit den angegebenen Leistungsmerkmalen
übereinstimmen. Die werkseigene Produktionskontrolle muss aus Verfahren zur regelmäßigen Inspektion,
Prüfungen und/oder Bewertungen des Produktionsprozesses und des Produktes sowie aus der Einbeziehung
der Ergebnisse aus der Kontrolle der Rohwerkstoffe und anderer eingehender Werkstoffe oder Bauteile und
Ausrüstungen bestehen.

Ein WPK-System, das den Anforderungen von EN ISO 9001 entspricht und an die Anforderungen dieser
Norm angepasst wurde, erfüllt die oben genannten Anforderungen.

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prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Die Ergebnisse von Inspektionen, Prüfungen oder Bewertungen, die Maßnahmen erfordern, müssen mit allen
ergriffenen Maßnahmen aufgezeichnet werden. Die im Fall der Nichtkonformität mit Kontrollwerten
oder -kriterien zu ergreifenden Maßnahmen sind aufzuzeichnen.

Die WPK muss mindestens die in Anhang A aufgeführten spezifischen Hauptpunkte umfassen und zu diesem
Zweck muss der Hersteller:

eine dokumentierte Struktur mit einem benannten Beauftragten der obersten Leitung;

ausgebildetes Personal;

alle erforderlichen Kontroll- und Prüfmittel sowie Prüfeinrichtungen;

zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus muss der Hersteller einen Qualitätssicherungsplan festlegen und aufrechterhalten, in dem
Prozess- und Abschlussinspektionen sowie Prüfungen aufgeführt sind. Die Qualitätssicherungspläne müssen
das Verfahren und die Häufigkeit der Inspektion und die erforderliche Dokumentation enthalten.

Die Produktionskontrollverfahren und die Dokumentation müssen die Eigenschaften aller Produktionsschritte
vom Rohwerkstoffeingang bis zur Auslieferung des fertigen Produkts erfassen. Die Dokumentation muss so
aufbewahrt werden, dass sie z. B. 1 bis 5 Jahre für die Inspektion durch den Prüfer einer Drittstelle (sofern
zutreffend) zur Verfügung steht, wie in den Tabellen A.1 bis A.8 angegeben.

Schließlich muss der Hersteller in schriftlicher Form Verfahren erstellen und aufrechterhalten für:

die Lenkung von Dokumenten;

die Lenkung fehlerhafter Produkte, Lagerung, Verpackung, Handhabung und Kennzeichnung;

die Behandlung von Kundenbeschwerden;

die Kalibrierung und die Kontrolle der Mess- und Prüfmittel.

ANMERKUNG Wenn die Angaben in ZA.2.2 die Angaben enthalten, die in diesem Abschnitt gefordert werden, sind die
Anforderungen dieses Abschnitts erfüllt.

11.3.2 Ausrüstung

11.3.2.1 Prüfung

Alle Wäge-, Mess- und Prüfmittel sind entsprechend den dokumentierten Verfahren, Häufigkeiten und
Kriterien zu kalibrieren und regelmäßig zu überprüfen.

11.3.2.2 Herstellung

Alle während des Herstellungsprozesses verwendeten Ausrüstungsteile müssen regelmäßig überprüft und
gewartet werden, um sicherzustellen, dass Gebrauch, Abnutzung oder Ausfall keine Unregelmäßigkeiten im
Herstellungsprozess verursachen. Überprüfung und Wartung sind entsprechend den schriftlichen Verfahren
des Herstellers durchzuführen und zu dokumentieren und die Aufzeichnungen sind für den in den WPK-
Verfahren des Herstellers festgelegten Zeitraum aufzubewahren.

11.3.3 Rohwerkstoffe und Bauteile

Es sind die Spezifikationen aller eingehenden Rohwerkstoffe und Bauteile sowie deren Inspektionspläne zu
dokumentieren, damit ihre Konformität gesichert ist.

28
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

11.3.4 Entwicklungsprozess

Das werkseigene Produktionskontrollsystem muss die verschiedenen Stufen der Entwicklung der Produkte
dokumentieren. Die Überprüfungsverfahren und die Personen, die für alle Stufen der Entwicklungsphase
verantwortlich sind, müssen angegeben werden.

Während des Entwicklungsprozesses selbst ist eine Aufzeichnung von allen Überprüfungen, deren
Ergebnissen und allen Korrekturen zu führen. Um nachzuweisen, dass alle Stufen der Entwicklungsphase und
alle Überprüfungen zufriedenstellend durchgeführt worden sind, muss diese Aufzeichnung ausreichend
detailliert und genau sein.

11.3.5 Prüfung und Bewertung des Produkts

Der Hersteller muss Verfahren einführen, um sicherzustellen, dass die angegebenen Werte aller Eigen-
schaften eingehalten werden. Die Eigenschaften und Kontrollmittel sind in Anhang A angegeben.

11.3.6 Fehlerhafte Produkte

Alle fehlerhaften Produkte sind auszusondern und von der Auslieferung auszuschließen und Anweisungen für
die weitere Handhabung/Verwaltung sind anzugeben (Lagerung, Kennzeichnung).

Wenn während der werkseigenen Produktionskontrolle des Herstellers fehlerhafte Produkte nachgewiesen
werden, muss der Hersteller die Ursache für den Fehler ermitteln und geeignete Korrekturmaßnahmen
ergreifen, z. B. Unterbrechung der fehlerbezogenen Produktion und/oder Sperren des fehlerhaften Produktes.

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prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Anhang A
(normativ)

Modellverfahren für die werkseigene Produktionskontrolle

ANMERKUNG Siehe 11.3.1 und 11.3.5.

Tabelle A.1 — Eingangskontrolle und -prüfung für Gusseisen mit Lamellengraphit [siehe 6.2 a) und
6.3 a)] sowie Gusseisen mit Kugelgraphit [siehe 6.2 b) und 6.3 b)]

Aufbewahrungsdauer
Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit
der Aufzeichnungen
— Rohwerkstofflager Sichtprüfung Jede Lieferung —
— Eisenerz Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
— Roheisen Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
— Gussbruch/Stahl-
Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
schrott (von Dritten)
— Gussbruch/Stahl-
schrott als Rücklauf- Eigenüberwachung Jede Lieferung 1 Jahr
werkstoff (Hersteller)
Zuschlagstoffe Gemäß Bestellung Jede Lieferung 1 Jahr
Schmelzenergie:
— Elektrischer Strom — — —
Regelmäßig/
— Gas Dokument des Lieferantena 1 Jahr
bei Änderung
— Koks Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
— Sand für Formen/ Dokument des Lieferantena und
Jede Lieferung 1 Jahr
Kerne Siebanalyse
— Dämpfende
Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
Einlagen
— Elastomere für
Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
dämpfende Einlagen
— Dichtwerkstoff Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
a (EG-)Konformitätserklärung des Lieferanten:
— Lieferungen von Lieferanten mit zertifiziertem Qualitätssicherungssystem sind stichprobenartig zu prüfen;
— Lieferungen von Lieferanten ohne zertifiziertes Qualitätssicherungssystem sind einer systematischen Prüfung
jeder Lieferung zu unterziehen.

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²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Tabelle A.2 — Fertigungskontrolle für Gusseisen mit Lamellengraphit [siehe 6.2 a), 6.3 a)]
sowie Gusseisen mit Kugelgraphit [siehe 6.2 b) und 6.3 b)]

Aufbewahrungs-
Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit dauer der Auf-
zeichnungen
Formsandeigenschaften Labor einmal je Schicht 1 Jahr
Zuschlagstoffe für Gusseisen mit
Gewicht/Messen jede behandelte Charge 1 Jahr
Kugelgraphit
Schmelztemperatur in jede Gießpfanne/jeder
Pyrometer 1 Jahr
Gießpfanne/Schmelzofen behandelte Ofeninhalt
Zusammensetzung des Metalls/
Analyse:
— Gießpfanne Labor jede Gießpfanne 5 Jahre
— Kontinuierliches Vergießen Labor einmal je 3 t 5 Jahre
Mechanische Eigenschaften:
— Zugfestigkeit 6.2 a), b) und 6.3 a), b) 6.2 a), b) und 6.3 a), b) 5 Jahre
— Dehnung % 6.2 a), b) und 6.3 a), b) 6.2 a), b) und 6.3 a), b) 5 Jahre
— Nodularität 6.2 a), b) und 6.3 a), b) 6.2 a), b) und 6.3 a), b) 5 Jahre

Tabelle A.3 — Endkontrolle und Endprüfung der Produkte (alle Werkstoffe nach Abschnitt 6)

Ab- Aufbewahrungs-
Prüf-
schnitt Zu prüfende Punkte Prüfverfahren dauer der Auf-
häufigkeit
Nr. zeichnungen
Allgemeines
9.1 Sichtprüfung jede Einheit —
— Fehlerfreiheit
7.1 Lüftungsöffnungen Messen 1:5 000 mina
7.2 Lichte Weite Messen 1:5 000 mina 5 Jahre

7.3 Einlegetiefe und Spaltweite a2 a1 Messen 1:5 000 mina 5 Jahre

7.4 Spaltweite Messen 1:5 000 mina 5 Jahre


Auflagefläche
7.5 Montage/Messen
— Passfähigkeit, Stabilität 1:5 000 mina 5 Jahre
D.2.3.2 Dicke des Kantenschutzesb Messen 1:5 000 mina 5 Jahre

Sicherung von Rost oder Deckel im


Rahmen
7.6 a) Befestigungsvorrichtung Sichtprüfung/Messenb
Typprüfung 5 Jahre
b) Masse Gewicht
regelmäßig 5 Jahre
c) spezifische Ausführung Sichtprüfung/Messenb Typprüfung 5 Jahre
Maße der Einlassöffnungen
7.8
— Größe, Lage Messen 1:5 000 mina 5 Jahre
Eimer oder Schmutzfängerb
7.9
— Sicherstellen von Abfluss/Lüftung Sichtprüfung Typprüfung —

31
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle A.3 (fortgesetzt)

Ab- Aufbewahrungs-
Prüf-
schnitt Zu prüfende Punkte Prüfverfahren dauer der Auf-
häufigkeit
Nr. zeichnungen
Korrekte Ausrichtung von Deckeln/
7.10 Rosten
Sichtprüfung Typprüfung —
— Ausführung

7.11 Ebenheit Messen 1:5 000 mina 5 Jahre

Griffigkeitb
7.13 Messen 1:5 000 mina 5 Jahre
— Höhe der erhabenen Fläche
7.15 Rahmenauflagefläche Messen Typprüfung 5 Jahre
7.16 Rahmenhöhe Messen 1:5 000 mina 5 Jahre
Öffnungswinkel von Rosten/
7.17 Messen 1:5 000 mina 5 Jahre
Deckeln mit Scharnier
10 Kennzeichnung Sichtprüfung jede Einheit —
Belastungsprüfung
4 Klassifizierung 1:5 000 mina 5 Jahre
(siehe Abschnitt 9)
a Erstes Produkt und einmal je 5 000 hergestellte Teile, mindestens einmal alle zwei Monate (d. h. ein
Monat = 20 aufeinander folgende Produktionstage).
b Sofern zutreffend.

Tabelle A.4 — Walzstahl, nichtrostender Stahl und Aluminiumlegierung [siehe 6.2 c) und 6.3 c)]

Aufbewahrungs-
Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit dauer der
Aufzeichnungen
Eingangskontrolle und –prüfung von
Tabelle A.1 Tabelle A.1 Tabelle A.1
Werkstoffen und Verbrauchsstoffen
Dokument des
— Walzstahl jede Lieferung 1 Jahr
Lieferantena
Dokument des
— nichtrostender Stahl jede Lieferung 1 Jahr
Lieferantena
Dokument des
— Aluminiumlegierung jede Lieferung 1 Jahr
Lieferantena
Fertigungskontrolle Tabelle A.2 Tabelle A.2 Tabelle A.2
Endkontrolle und -prüfung der Produkte Tabelle A.3 Tabelle A.3 Tabelle A.3
Einmal je Stunde oder
— Schweißenb
Anhang C, Messen nach Dokument des 1 Jahr
— Korrosionsschutz
Lieferantena
Kontroll- Mess- und Prüfmittel Tabelle A.8 Tabelle A.8 Tabelle A.8
Handhabung, Lagerung, Verpackung
Tabelle A.8 Tabelle A.8 Tabelle A.8
und Auslieferung
Lenkung fehlerhafter Produkte Tabelle A.8 Tabelle A.8 Tabelle A.8
a Siehe Fußnote a), Tabelle A.1.
b Bei Fehlen einer Europäischen Norm gelten die in dem Mitgliedsstaat des vorgesehenen Einsatzortes gültigen
Normen. Verfügt der Mitgliedsstaat nicht über derartige Normen für das Schweißen, gilt die nationale Norm des
Herstellerlandes.

32
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Tabelle A.5 — Stahlbeton [siehe 6.2 e)]


Aufbewahrungs-
Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit dauer der Auf-
zeichnungen
Eingangskontrolle:
Dokument des Lieferantena
Zemente und andere oder Übereinstimmung mit Alle 1 000 Tonnen, jedoch mindestens
zementartige Werkstoffe festgelegten Anforderungen zweimal je Monat
für Festigkeit und
Abbindezeit
Dokument des Lieferantena jede Lieferung
oder Sichtprüfung
a) 1. Anlieferung von einer neuen
Quelle
Zuschläge Siebanalyseprüfung
b) Im Zweifelsfall mit Sichtprüfung
c) Einmal wöchentlich 1 Jahr
Prüfung auf organische a) 1. Lieferung von einer neuen
Verunreinigungen oder Quelle
Schalengehalt b) Im Zweifelsfall mit Sichtprüfung
Zusätze Dokument des Lieferantena jede Lieferung
oder Sichtprüfung
Zusatzstoffe Dokument des Lieferantena jede Lieferung
oder Sichtprüfung
Pigmente Dokument des Lieferantena jede Lieferung
oder Sichtprüfung
Träger mit Stahlbewehrung Dokument des Lieferantena jede Lieferung
oder Sichtprüfung
Wasser:
Öffentliches Leitungsnetz Sichtprüfung Regelmäßig
Die Festigkeit von Beton-
oder Zementmörtelblöcken,
die mit diesem Wasser 1 Jahr
a) 1. Lieferung von einer neuen
Offener Wasserlauf oder hergestellt werden, muss
Quelle
Bohrloch mindestens 90 % der
b) Dreimal jährlich
Festigkeit derjenigen mit ent-
ionisiertem Wasser
hergestellten entsprechen.
Fertigungskontrolle:
Mischer Sichtprüfung Wöchentlich
Formen Sichtprüfung Täglich
Füllung Sichtprüfung Täglich
Einmal monatlich und je Beton-
Wasseraufnahme D.2.2.6
familie/Prozess
5 Jahre
Frost-Tau-Wechsel-
Einmal jährlich und je Betonfamilie/
beständigkeitb (nur für D.2.3.4
Prozessc
Produkte „Güte +R“)
Erstes Produkt und 1 je 5 000 min,
Tragfähigkeit Abschnitt 9 jedoch mindestens einmal alle 2
Monate
a Siehe Fußnote a), Tabelle A.1.
b Besitzen Produkte durch Nachweis aus früheren Prüfungen die Güte +R, dürfen sie der Wasseraufnahmeprüfung mit einem
Mittelwert von < 5 % unterzogen werden, wobei kein Einzelergebnis > 6 % ist (statt der Typprüfung auf Beständigkeit gegen Frost-
Tau-Wechsel).
c Ist für eine Betonfamilie das Ergebnis einer Typprüfung geringer als 50 % des geforderten Wertes, darf die in dieser Tabelle
angegebene Prüfhäufigkeit auf einmal jährlich herabgesetzt werden, solange diese Bedingung erfüllt wird. Besteht diese
Betonfamilie weiterhin die Wasseraufnahmeprüfung mit einem Mittelwert < 5 %, und kein Einzelergebnis ist > 6 %, dann darf die in
dieser Tabelle angegebene Prüfhäufigkeit halbiert werden.

33
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle A.6 — Faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff [siehe 6.2 f)]

Aufbewahrungs-
Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit dauer der Auf-
zeichnungen
Eingangskontrolle:
Harz Zertifikat des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
Styrol Zertifikat des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
Beschleuniger Zertifikat des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
Härter Zertifikat des Lieferantena Jede Lieferung 1 Jahr
Zertifikat des Lieferantena und
Zusatzstoffe (Füllstoffe) Jede Lieferung 1 Jahr
Siebanalyse, Feuchtegehalt
Zertifikat des Lieferantena und
Pigmente Jede Lieferung 1 Jahr
Sichtprüfung
Fertigungskontrolle:
3 Proben je Verarbeitungs-
Werkstoffprüfung 11.3 maschine alle zwei 5 Jahre
Herstellungswochen
Formenkontrolle Sichtprüfung Regelmäßig —
Füllen Sichtprüfung 1 je 1 000 Teileb —
Pressen Sichtprüfung 1 je 1 000 Teileb —
Endformen Sichtprüfung 1 je 1 000 Teileb —
Herstellung der Presslinge Sichtprüfung 1 je 1 000 Teileb —
Typprüfung:
Wärmebeständigkeit E.3.5
Alle für die Typprüfung und
Kriechverhalten E.3.2 für jede Veränderung von
5 Jahre
Schlagfestigkeit E.3.4 Werkstoff oder Ausführung
erforderliche Prüfung
Ermüdungsbeständigkeit E.3.3
Durchbiegung unter Last E.3.1
Endprüfung und End-
Tabelle A.3 Tabelle A.3 Tabelle A.3
kontrolle der Produkte
a Siehe Fußnote a), Tabelle A.1.
b Erstes Produkt und einmal je 1 000 Produkte, jedoch mindestens einmal alle zwei Monate (d. h. ein
Monat = 20 aufeinander folgende Produktionstage).

34
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Tabelle A.7 — Polypropylen (PP) [siehe 6.2 g) und 6.3 d)]


und Polyvinylchlorid (PVC-U) [siehe 6.2 h) und 6.3 e)]

Aufbewahrungs-
Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit dauer der Auf-
zeichnungen

Eingangskontrolle nach
Tabelle F.1 Dokument des Lieferantena Jede Lieferung 5 Jahre

Fertigungskontrolle:
Prüfung der Übereinstimmung der
Kontrolle des Gemisches Charge mit der Jede Charge 5 Jahre
Stammspezifikation
Prozessbedingungen Sichtprüfung des Produktes Alle 4 Stunden 5 Jahre
Siehe Tabelle A.3, Endkontrolle Bei Anlauf und Ende der
Formbedingungen 5 Jahre
und Endprüfung der Produkte Fertigungsstrecke
Bei Anlauf und Ende der
Maßprüfungen Sichtprüfung des Produktes 5 Jahre
Fertigungsstrecke
Kennzeichnung Sichtprüfung, siehe F.4 Täglich 5 Jahre
UV-Stabilität Typprüfung der Jede Änderung der
5 Jahre
(siehe F.2.3) Stammspezifikation Stammspezifikation
Vicat-Erweichungstemperatur Typprüfung der Jede Änderung der
5 Jahre
(siehe F.2.2.1) Stammspezifikation Stammspezifikation
Wärmebeständigkeit Typprüfung der Jede Änderung in der
5 Jahre
(siehe F.3.2) Stammspezifikation Stammspezifikation
Kriechfestigkeit Typprüfung der Jede Änderung in der
5 Jahre
(siehe F.3.3) Stammspezifikation Stammspezifikation
Schlagfestigkeit bei niedrigen Jede Änderung in der
Typprüfung der
Temperaturen Stammspezifikation/Typ- 5 Jahre
Stammspezifikation
(siehe F.3.6) zulassung
Jede Änderung in der
Typprüfung der
Ermüdung (siehe F.3.4) Stammspezifikation/Typ- 5 Jahre
Stammspezifikation
zulassung
Durchbiegung unter Last Typprüfung der
(siehe F.3.5) Stammspezifikation 1 je 5 000 minb 5 Jahre

Endkontrolle und Endprüfung


Tabelle A.3 Tabelle A.3 Tabelle A.3
der Produkte
a Siehe Fußnote a), Tabelle A.1.
b Erstes Produkt und einmal je 5 000 Produkte, jedoch mindestens einmal alle zwei Monate (d. h. ein Monat = 20 aufeinander
folgende Produktionstage).

35
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle A.8 — Kontroll-, Mess- und Prüfeinrichtung, Handhabung, Lagerung, Verpackung und
Auslieferung — Lenkung fehlerhafter Produkte

Aufbewahrungs-
Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit dauer der Auf-
zeichnungen
Kontroll-, Mess- und Prüfmittel:
— Zugfestigkeitsprüfmaschine Kalibrierzertifikata Einmal jährlich 5 Jahre
— Druckfestigkeitsprüfmaschine Kalibrierzertifikata Einmal jährlich 5 Jahre
Entsprechend dem Gerät,
der Messausrüstung und
— Andere Messausrüstung Kalibrierzertifikatb 5 Jahre
den Empfehlungen des
Herstellers
Handhabung, Lagerung,
Sichtprüfung Regelmäßig —
Verpackung und Auslieferung
Lenkung fehlerhafter Produkte:
— Aussondern Entsprechend den
anerkannten Unter-
— Zurückweisen — 5 Jahre
lagen des
— Nacharbeiten/ Herstellers
Wiederholungsprüfung
a Dies muss von einer zuständigen Behörde durchgeführt werden
b Darf vom Hersteller mit kalibrierten Prüflehren durchgeführt werden

36
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Anhang B
(normativ)

Drittstellenzertifizierung

ANMERKUNG Siehe Abschnitt 10 und 11.1.

B.1 Zertifizierung durch eine zugelassene Zertifizierungsstelle


Zweck der Zertifizierung durch eine zugelassene Zertifizierungsstelle ist:

sicherzustellen, dass das Qualitätsniveau des Produkts entsprechend den Anforderungen dieser Norm
ständig aufrecht erhalten wird; und

eine unabhängige Zertifizierung der Produkte durchzuführen.

B.2 Durchführung der Überwachung durch eine Drittstelle

B.2.1 Werke mit Zertifizierung nach EN ISO 9001

Werke mit Zertifizierung nach EN ISO 9001 müssen die Anforderungen von Anhang A erfüllen.

Die Überwachung durch eine Drittstelle muss bestehen aus:

der Gültigkeitsüberprüfung der Genehmigung, die dem Hersteller hinsichtlich Übereinstimmung seines
Qualitätssicherungssystems mit EN ISO 9001 erteilt wurde;

der Überprüfung der Ergebnisse der Eigenüberwachung des Herstellers auf Übereinstimmung mit den
Anforderungen dieser Norm;

dem unabhängigen Prüfen der fertigen Produkte.

Die Inspektion durch die Drittstelle muss ohne Vorankündigung mindestens zweimal jährlich in regelmäßigen
Abständen erfolgen.

B.2.2 Werke ohne Zertifizierung nach EN ISO 9001

Werke ohne Zertifizierung nach EN ISO 9001 müssen die Anforderungen von Anhang A erfüllen. Die
Inspektion der Überwachung durch die Drittstelle ist ohne Vorankündigung mindestens 6mal jährlich in
regelmäßigen Abständen durchzuführen.

Die Inspektionsverfahren müssen umfassen:

die Beurteilung der erforderlichen Einsatzfähigkeit von Personal und Ausrüstung für eine kontinuierliche
und ordnungsgemäße Fertigung;

Nachweis, dass die Typprüfungen nach den Anforderungen dieser Norm (siehe 11.2) zufriedenstellend
durchgeführt worden sind;

Nachweis, dass die Qualitätssicherung unabhängig von der Fertigung ist; und

Feststellung, ob alle WPK-Prüfungen durchgeführt worden sind.

37
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Die Inspektionen dürfen auf 4mal jährlich verringert werden, wenn die unabhängige Zertifizierungsstelle sich
davon überzeugt hat, dass:

das Eigenüberwachungssystem des Herstellers angemessen ist;

die Überwachungen über drei Jahre hinweg kontinuierlich, wirksam und ordnungsgemäß durchgeführt
worden sind; und

die Ergebnisse den Anforderungen von Tabelle ZA.1 entsprechen.

Diese reduzierte Prüfhäufigkeit darfbeibehalten werden, solange keine fehlerhaften Produkte festgestellt
werden.

Die Drittstelle muss sicherstellen, dass die Kontrollen und Prüfungen durch den Hersteller in Überein-
stimmung mit dieser Norm ausgeführt worden sind, und dass auch die erzielten Ergebnisse den
Anforderungen entsprechen (siehe Anhang A).

Die zu prüfenden Punkte der Überwachung durch die Drittstelle sind in Tabelle B.1 angegeben.

Tabelle B.1 — Überwachung durch die Drittstelle

Art der Doku-


Zu prüfende Punkte Prüfverfahren Prüfhäufigkeit
mentation
Eingangskontrolle Tabellen A.1 und A.5 Bei jedem Besuch Schriftlich
Fertigungskontrolle Tabellen A.2, A.4 und A.5 Bei jedem Besuch Schriftlich
Endkontrolle und -prüfung von
Tabelle A.3 Bei jedem Besuch Schriftlich
Produkten
3 unterschiedliche
Abdeckungen Abschnitt 9 vollständige Baueinheiten je Schriftlich
Besuch
3 unterschiedliche
Aufsätze Abschnitt 9 vollständige Baueinheiten je
Besuch
Kontroll-, Mess- und Prüfmittel Tabelle A.8 Bei jedem Besuch Schriftlich
Handhabung, Lagerung,
Tabelle A.8 Bei jedem Besuch Schriftlich
Verpackung und Auslieferung
Lenkung fehlerhafter Produkte Tabelle A.8 Bei jedem Besuch Schriftlich
Qualitätsaufzeichnungen Sichtprüfung Bei jedem Besuch Schriftlich

B.2.3 Prüfbericht der Zertifizierungsstelle


Die Ergebnisse der Überwachung durch die Drittstelle sind in einem schriftlichen Bericht auszuweisen. Der
Hersteller muss diesen Bericht unterschreiben. Sofern der Hersteller mit dem Bericht nicht einverstanden ist,
muss er darüber mit dem Prüfer sprechen. Kann keine Einigung erzielt werden, muss der Hersteller den
Bericht unterzeichnen und seine Vorbehalte darin vermerken.

Der Prüfbericht muss mindestens folgende Angaben enthalten:

Name des Herstellers;

Name und Ort des Werks;

Ort, Datum und Unterschrift des Herstellers;

Unterschrift des Prüfers.

38
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Er muss ferner enthalten:

a) für Werke mit Zertifizierung nach EN ISO 9001 Angaben bezüglich:

der Gültigkeit des Zertifikats für das Qualitätssicherungssystem; und


der Konformität der Produkte.

b) für Werke ohne Zertifizierung nach EN ISO 9001 eine Angabe zu den Ergebnissen der Inspektion
hinsichtlich:

Personal;
Ausrüstung;
Konformität der Produkte;
Eigenüberwachung.

Innerhalb von 3 Wochen nach der Inspektion ist von der für die Überwachungsstelle der zuständigen,
unabhängigen Drittstelle ein offizieller Prüfbericht an den Hersteller zu senden.

B.2.4 Fehlerhafte Produkte

Wenn während der Inspektion durch die Drittstelle eine Baueinheit versagt, sind drei weitere Baueinheiten des
gleichen Typs zu prüfen. Sofern eine von diesen versagt, ist die mit dem(den) Fehler(n) in Verbindung
stehende Produktion bis zum Abschluss einer nachfolgenden Untersuchung von der Lieferung auszu-
schließen. Innerhalb von 4 Wochen oder in einer zu vereinbarenden Zeitspanne hat beim Hersteller eine
Wiederholungsprüfung durch die Drittstelle bezüglich des fehlerhaften Produkts stattzufinden, wobei 6 dieser
Baueinheiten zu prüfen sind. Nach zufriedenstellender Prüfung dieser 6 vollständigen Einheiten darf die
Auslieferung wieder beginnen.

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prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Anhang C
(normativ)

Zusätzliche Anforderungen an Abdeckungen und Aufsätze aus Stahl und


Aluminiumlegierungen

ANMERKUNG Siehe 3.29, 6.2, 6.3 und 6.4.

C.1 Allgemeines
Dieser Anhang legt zusätzlich zu den in den Abschnitten 6 bis 10 angegebenen, weitere Anforderungen und
Prüfverfahren für Abdeckungen und Aufsätze aus Walzstahl, nichtrostendem Stahl oder Aluminium entweder
allein oder in Verbindung mit jedem von diesen oder mit Beton fest.

Die Verwendung von Walzstahl, ausgenommen für Kontakt- und Kantenschutz nach C.2, ist nur zulässig,
wenn ausreichende Korrosionsbeständigkeit sichergestellt werden kann. Dies kann durch Feuerverzinken auf
einer sauberen Oberfläche nach EN ISO 1461 erfolgen (siehe auch 6.4).

C.2 Werkstoffe
Abdeckungen und Aufsätze nach diesem Anhang sind aus folgenden Werkstoffen herzustellen:

Walzstahl nach EN 10130 oder EN 10056;

nichtrostendem Stahl nach EN 10088-1;

Aluminiumlegierungen nach EN 1386;

jedem der oben genannten Werkstoffe in Verbindung mit Eisen oder Beton.

C.2.1 Walzstahl

Abdeckungen und Aufsätze aus Walzstahl müssen korrosionsbeständig sein. Vor dem Aufbringen eines
Korrosionsschutzsystems auf eine Oberfläche sind Abdeckungen und Aufsätze zu putzen.

C.2.1.1 Feuerverzinken

Korrosionsbeständigkeit kann durch Feuerverzinken nach EN ISO 1461 erreicht werden (siehe auch 6.4). alle
durch das Verzinken entstandenen scharfen Kanten sind zu entfernen.

Nach dem Feuerverzinken einer Abdeckung oder eines Aufsatzes und vor dem Einpassen des Deckels der
Abdeckung oder des Rostes des Aufsatzes in seinen Rahmen, darf sie/er nachgerichtet werden, um
Verformungen zu beseitigen. Ein derartiges Nachrichten darf die Unversehrtheit der Verzinkung oder der
Struktur von Abdeckung oder Aufsatz nicht beeinträchtigen.

ANMERKUNG Auf die feuerverzinkte Oberfläche dürfen weitere ergänzende Überzüge aufgebracht werden, z. B.
Beschichtungs- oder Farbsysteme.

40
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

C.2.1.2 Weitere Korrosionsschutzsysteme

Andere Korrosionsschutzsysteme als Feuerverzinken müssen einen Korrosionsschutz sicherstellen, der dem
des Feuerverzinkens gleichwertig ist. Der Hersteller muss als Teil des werkseigenen Produktionskontroll-
systems Aufzeichnungen führen, mit denen nachgewiesen werden kann, auf welcher Grundlage die
Korrosionsbeständigkeit als gleichwertig nachgewiesen wurde.

C.2.2 Nichtrostender Stahl

Abdeckungen und Aufsätze aus nichtrostendem Stahl für den Einsatz unter normalen Umgebungsbedin-
gungen (siehe 6.1) müssen aus austenitischem Stahl der Güte 1.4301 oder 1.4571 nach EN 10088-1:2005,
hergestellt werden.

Für normale Umgebungsbedingungen ist kein Korrosionsschutzsystem für die Oberfläche erforderlich. Es
können geeignete Oberflächenvergütungsprozesse nach der Herstellung erforderlich werden, z. B. sind
Schweißverbindungen durch einen Beizpassivierungsprozess oder durch Strahlreinigen zu behandeln.

ANMERKUNG 1 Korrosionsschutz oder ein nichtrostender Stahl mit einer anderen Güte wird erforderlich, wenn die
Abdeckung oder der Aufsatz aggressiveren Umgebungsbedingungen ausgesetzt wird, z. B. in einer besonders
aggressiven chemischen Umgebung.

ANMERKUNG 2 Abdeckungen und Aufsätze aus nichtrostendem Stahl dürfen mit ästhetischen Oberflächen-
behandlungen geliefert werden, z. B. Polieren oder Glasperlstrahlen.

C.2.3 Aluminiumlegierung

Für den Einsatz unter normalen Umgebungsbedingungen sind Abdeckungen und Aufsätze aus Aluminium
nach EN 1386:1996, Güte EN-AW 5052 oder aus meerwasserbeständigem Aluminium nach EN 1386:1996,
Güte EN-AW 5086 herzustellen.

Unter normalen Umgebungsbedingungen:

ist für meerwasserbeständiges Aluminium der Güte EN-AW 5086 nach EN 1386:1996 kein zusätzlicher
Korrosionsschutz erforderlich;

ist für Aluminium der Güte EN-AW 5052 nach EN 1386 ein Korrosionsschutz erforderlich.

Korrosionsschutz kann durch Anodisieren nach EN 12373-1:2001, Klasse 25, erreicht werden.

Andere Korrosionsschutzsysteme als Anodisieren müssen einen Korrosionsschutz bewirken, der dem des
Anodisierens gleichwertig ist. Der Hersteller muss als Teil des werkseigenen Produktionskontrollsystems
Aufzeichnungen führen, mit denen nachgewiesen werden kann, auf welcher Grundlage die Gleichwertigkeit
nachgewiesen wurde.

Korrosionsschutz oder eine andere Güte von Aluminium kann erforderlich werden, wenn die Abdeckung oder
der Aufsatz aggressiveren Umgebungsbedingungen ausgesetzt ist, z. B. in einer besonders aggressiven
chemischen Umgebung.

C.2.4 Kombinationen verschiedener Metalle

Werden Bauteile aus verschiedenen Metallen in einem Produkt verwendet, ist besonderes Augenmerk darauf
zu legen, dass bestimmt wird, ob elektrochemische Korrosion die Tragfähigkeit der Einheit beeinträchtigt. Als
Teil des werkseigenen Produktionskontrollsystems müssen Aufzeichnungen über die Grundlage geführt
werden, auf der die Übereinstimmung nachgewiesen worden ist.

Wenn die Verwendung von ungleichartigen Metallen die Tragfähigkeit beeinflussen könnten, muss ein
Trennmedium verwendet werden, um den Kontakt der Metalle zu verhindern. Aufzeichnungen, die die dauer-
hafte Eignung des Trennmediums nachweisen, sind zu führen.

41
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

C.2.5 Eines der oben aufgeführten Metalle in Verbindung mit einer Betonfüllung

Beton zum Füllen von Deckeln muss den Anforderungen von Anhang D (Betondeckel) und 7.18 entsprechen.
Betonfüllungen müssen 6.5 und 7.18 entsprechen.

Gelangen Abdeckungen aus Aluminium in Kontakt mit Beton oder einer Betonfüllung, ist die Aluminium-
oberfläche mit einem zusätzlichen Korrosionsschutz zu versehen, um zu verhindern, dass der Beton in
direkten Kontakt mit dem Aluminium gelangt.

C.3 Zusätzliche Anforderungen

C.3.1 Herstellung

Spezifikation und Zulassung von Schweißverfahren für Abdeckungen und Aufsätze müssen EN ISO 15609
entsprechen. Die Herstellung von Schmelzschweißverbindungen von Bauteilen einer Abdeckung oder eines
Aufsatzes ist durch einen Schweißer mit Zulassung nach den Verfahren in EN 287-1 oder EN 287-2
durchzuführen. Die Herstellung von Verbindungen von metallischen Bauteilen für Abdeckungen und Aufsätze
durch Widerstandsschweißen muss den Qualitätsanforderungen von EN ISO 14554-1 entsprechen.
Zulassungsprüfungen für Schweißer hinsichtlich Schmelzschweißen und Einrichtern für das Widerstands-
schweißen für vollmechanisches und automatisches Schweißen metallischer Werkstoffe müssen EN 1418
entsprechen. Die Schweißnähte sind in Übereinstimmung mit EN 571 zu prüfen.

C.3.2 Durchbiegung unter Last

Bei Prüfung nach Anhang I und bei Belastung mit der Kraft FD = 1/3FT darf bei anderen spröden Werkstoffen
als Beton die maximale Durchbiegung der damit gefüllten Deckel von LW/360 nicht überschritten werden.
Bei Deckeln mit Betonfüllung muss die maximale Durchbiegung unter Last LW/250 sein. Für alle anderen
Deckel nach diesem Anhang muss die maximale Durchbiegung unter Last Tabelle C.1 entsprechen.

Tabelle C.1 — Maximale Durchbiegung unter Last

Klasse Durchbiegung
A 15 LW/50
B 125 LW/100
C 250 bis F 900 LW/200

C.3.3 Mindestdicke

Die Mindestdicke von Stahl oder Aluminium muss 2,75 mm betragen.

42
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Anhang D
(normativ)

Zusätzliche Anforderungen an Abdeckungen und Aufsätze aus


Stahlbeton

ANMERKUNG Siehe 6.2.

D.1 Allgemeines
Dieser Anhang legt, zusätzlich zu denen der Abschnitte 6 bis 10, Werkstoff- und Produktanforderungen sowie
Prüfverfahren für Abdeckungen und Aufsätze aus Stahlbetonfertigteilen mit oder ohne Kanten- und Kontakt-
flächenschutz fest.

D.2 Anforderungen

D.2.1 Anforderungen an den Werkstoff

Für allgemeine Merkmale sowie Ausgangsstoffe für Beton und Stahlbeton gilt EN 13369:2004, 4.1.

D.2.2 Anforderungen an Beton

D.2.2.1 Allgemeines

Die Betongüte einer Einheit muss dicht und homogen sein und den folgenden Anforderungen entsprechen.

D.2.2.2 Festigkeit

Die vom Hersteller in den Werksunterlagen angegebene Festigkeitsklasse darf nicht geringer als C35/45 nach
EN 206-1 sein.

D.2.2.3 Wassergehalt von Beton

Das Verhältnis von Wasser zu Zement mit puzzolanischem Zusatz oder gebundenem hydraulischem Zusatz
darf in vollständig verdichtetem Zustand nicht größer als 0,5 sein.

D.2.2.4 Zementgehalt von Beton

Beton muss so zusammengesetzt sein, dass der Mindestgehalt an Zement mit gebundenem puzzolanischem
Zusatz in vollständig verdichtetem Zustand die Bedingungen nach D.2.3.4 erfüllt.

D.2.2.5 Chloridgehalt von Beton

Der maximale Anteil an Chloridionen im Beton muss durch Berechnung bestimmt werden. Für den berech-
neten Anteil an Chloridionen im Beton gilt EN 206-1:2002, 5.2.

D.2.2.6 Wasseraufnahme von Beton

Die Wasseraufnahme des Betons ist nach D.3.3 zu prüfen und darf einen Massenanteil von 6 % nicht
überschreiten.

43
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

D.2.3 Anforderungen an Abdeckungen und Aufsätze

D.2.3.1 Allgemeines

Abdeckungen und Aufsätze müssen bei Auslieferung den folgenden Anforderungen entsprechen.

D.2.3.2 Kanten- und Kontaktflächenschutz für Abdeckungen und Aufsätze

Wird bei Abdeckungen und Aufsätzen ein Kanten- und Kontaktflächenschutz zwischen Rahmen und Deckel
vorgeschrieben, muss er entweder aus Gusseisen oder feuerverzinktem Stahl bestehen. Die Mindestdicke
von Gusseisen mit Lamellengraphit, Gusseisen mit Kugelgraphit oder Stahl ist in Tabelle D.1 angegeben. Die
Dicke des Kanten- und Kontaktflächenschutzes muss nach D.3.5 gemessen werden.

Tabelle D.1 — Dicke von Kanten und Kontaktflächenschutz

Mindestdickea
Klasse mm
Kanten von Verkehrsflächen und Kontaktflächen
A 15 2
B 125 3
C 250 5
D 400 6
Entsprechend jeder Ausführung, jedoch nicht weniger, als für Klasse D 400
E 600 und F 900
gefordert
a Ohne die Dicke des zusätzlichen Korrosionsschutzes bei Stahl.

D.2.3.3 Bleibende Verformung und Tragfähigkeit von Abdeckungen und Aufsätzen aus Beton

Bei Prüfung nach Anhang G darf die bleibende Verformung der Abdeckung oder des Aufsatzes nach
Aufbringen von FP = 2/3FT die in Tabelle 5 angegebenen Werte nicht überschreiten. Nach dieser Prüfung
dürfen Risse von höchstens 0,2 mm Breite im Beton auftreten. Die Rissbreiten sind auf der Oberfläche optisch
mit einem Vergrößerungsglas oder einem gleichwertigen Hilfsmittel zu messen.

Abdeckungen und Aufsätze müssen der Mindestprüfkraft FT nach Tabelle 4 standhalten, wenn nach
Anhang H geprüft wird.

D.2.3.4 Witterungsbeständigkeit

Abdeckungen und Aufsätze, die dieser Europäischen Norm entsprechen, sind für die Verwendung unter
feuchten Umgebungsbedingungen und leicht aggressiven chemischen Umgebungsbedingungen geeignet.
Werden schärfere Bedingungen erwartet, erfordert hauptsächlich der Betonzuschlagstoff Zement mit
puzzolanischem oder gebundenem hydraulischem Zusatz besondere Beachtung.

ANMERKUNG Die Begriffe „chemisch schwach" und „schärfere chemische Umgebung“ können nationalen Normen für
Beton entnommen werden.

Wenn Abdeckungen und Aufsätze in besonderen Umgebungsbedingungen verwendet werden (häufiger


Kontakt der Oberfläche, die teilweise oder vollständig aus Beton besteht, mit stehendem tausalzhaltigem
Wasser unter Frostbedingungen), darf der Beton bei Prüfung nach D.3.6 keinen mittleren Masseverlust von
mehr als 1,5 kg/m2 aufweisen, wobei kein Einzelergebnis höher als 2,0 kg/m2 sein darf. Produkte, die diesen
Anforderungen entsprechen, dürfen mit „+R“ gekennzeichnet werden.

44
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

D.2.3.5 Bewehrung

Anordnung, Abstände und Verbindungen der Bewehrung müssen der konstruktiven Ausführung entsprechen.

D.2.3.6 Betonüberdeckung

Für die Betonüberdeckung der Stahlbewehrung gelten die Anforderungen des vorgesehenen Einsatzortes
(speziell für Schachtabdeckungen oder, wenn nicht vorhanden, dürfen diese von ähnlichen Produkten, wie
z. B. Entwässerungsrinnen, Rohren oder Schächten, übernommen werden).

Bestehen für den Einsatzort keine Anforderungen, darf die Betonüberdeckung der Bewehrung nicht kleiner
sein als die maximale Größe eines Zuschlagstoffs, auf allen Seiten mindestens 20 mm, und bei höheren
Werten den am Einsatzort gültigen Anforderungen entsprechen. Ist Frost-Tau-Wechsel oder chemischer
Angriff auf Beton zu erwarten, ist der Zusammensetzung des Beton besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

ANMERKUNG Betonüberdeckungen nach den obigen Anforderungen sind üblicherweise für derartige Situationen
ausreichend.

D.3 Prüfverfahren

D.3.1 Allgemeines

D.3.1 bis D.3.4 gelten für alle Abdeckungen und Aufsätze. Die Maße der Betonüberdeckung müssen
gemessen und der Mindestwert auf 1 mm aufgezeichnet werden. Die Betonüberdeckung muss dann auf
Konformität mit D.2.3.6 bewertet werden.

D.3.2 Tragfähigkeit

Die Tragfähigkeit ist nach Anhang H zu bestimmen.

D.3.3 Wasseraufnahme

Die Wasseraufnahme ist nach EN 13369:2004, 5.1.2, zu bestimmen.

D.3.4 Betonfestigkeit

Die Druckfestigkeit ist nach EN 13369:2004, 5.1.1, zu bestimmen.

D.3.5 Kanten- und Kontaktflächenschutz

Die Dicke des Kanten- und Kontaktflächenschutzes ist auf 0,1 mm zu messen. Die Dicke der Feuerverzinkung
ist auf 5 µm zu messen.

D.3.6 Frost-Tau-Wechsel mit Streusalzen

Die Beständigkeit gegen Frost-Tau-Wechsel mit Tausalzen ist nach EN 1433:2002, Anhang C, zu bestimmen.

45
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Anhang E
(normativ)

Zusätzliche Anforderungen an Abdeckungen aus faserverstärkten


Kunststoffverbundwerkstoffen

ANMERKUNG Siehe 3.3.2, Abschnitt 5, 6.2 f) und 6.3 d).

E.1 Allgemeines
Dieser Anhang legt, zusätzlich zu denen der Abschnitte 1 bis 10, Anforderungen und Prüfverfahren für
Abdeckungen fest, die in geeigneten überwachten automatischen Prozessen aus faserverstärkten
Kunststoffverbundwerkstoffen gefertigt und als Einzelteil geformt werden und nicht aus mehreren, miteinander
verbundenen Teilen bestehen.

Handgefertigte Produkte, fallen nicht in den Anwendungsbereich dieser Norm, da keine ausreichende
Reproduzierbarkeit vorhanden ist.

Dieser Anhang gilt für Verbundwerkstoffe vom Typ A, für die Klassen A 15 bis C 250. Für Verbundwerkstoffe
vom Typ B gilt er ausschließlich für die Klassen A 15 und B 125.

Für Anwendungen bei konstanten Temperaturen oberhalb 120 °C ist ein geeignetes Harzsystem zu
verwenden.

E.2 Werkstoff

E.2.1 Faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff, Typ A

E.2.1.1 Allgemeines

Ein faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff vom Typ A muss eine belastbare Schichtenstruktur


aufweisen. Das tragfähigkeitsrelevante Bauteil aus Verbundwerkstoff muss aus Langfasern mit einem
Faservolumenanteil von 40 % bis 60 % bestehen, die in eine warmhärtbare Harzmatrix als Einzelstruktur
eingebettet ist. Metallische Innenkerne (z. B. Stäbe oder Platten usw.) sind unzulässig. Um zusätzliche
Eigenschaften zu erreichen, wie z. B. einen geringen spezifischen Oberflächenwiderstand und Griffigkeit,
dürfen zusätzliche Werkstoffe in das Formteil auf der Oberfläche des tragfähigkeitsrelevanten Bauteils aus
faserverstärktem Kunststoffverbundwerkstoff eingebettet werden. Bauteile, wie Aushebeöffnungen, dürfen
während des Formprozesses in die Struktur eingebettet werden.

Die Verstärkungsfaser muss eine Glasfaser vom Typ E, C, R oder S oder eine Kohlenstofffaser sein. Das
Matrixharz darf auf einem Polyester, Methacrylat-, Epoxid-, Phenol- oder Polyurethan-Harzsystem aufgebaut
sein.

ANMERKUNG Weder das Harz noch die Fasern sind in Europäischen Normen festgelegt. Eine zufriedenstellende
Gebrauchstauglichkeit der Werkstoffe wird durch Erfüllung der Prüfanforderungen nach E.2 und E.3 sichergestellt.

E.2.1.2 Dehngrenze und Zugspannung

Der Wert der Zugspannung f muss mindestens 222 MPa, und der Wert des Zugmoduls Ef muss mindestens
15 GPa betragen, wenn nach EN ISO 527-4 geprüft wird.

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²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Proben müssen aus einer Abdeckung oder einem Aufsatz geschnitten werden und den festgelegten Prüf-
parametern für die spezifische Prüfung entsprechen, für die sie vorgesehen sind. Für jede Prüfung sind zwei
Proben im Winkel von 90 ° zueinander aus Flächen der Abdeckung zu schneiden, die keinen zusätzlichen
Werkstoff für Griffigkeit enthalten. Kann keine geeignete Probengeometrie bei der Abdeckung oder dem
Aufsatz erzielt werden, oder sind Proben als Teil der werkseigenen Produktionskontrolle erforderlich, dürfen
Prüfkörper mit derselben Werkstoffzubereitung nach ISO 1268-7 oder ISO 1268-8 hergestellt werden, die
auch für das Endprodukt verwendet wird.

E.2.2 Faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff, Typ B


Faserverstärkter Kunststoffverbundwerkstoff vom Typ B, bekannt als faserverstärkte Formmassen. Ein
massives Produkt, bestehend aus zwei oder mehr einzelnen Phasen einschließlich eines Bindemittels
(Matrix), einer teilchenförmigen Verstärkungsfaser, die unterbrochen, oder eine Kombination aus
durchgehend und unterbrochen sein kann.

Der Verbundwerkstoff muss EN 14598-3, Typ UP-GF 30 entsprechen.

E.2.3 Zusätzliche Anforderungen und Prüfverfahren für Werkstoffe von Abdeckungen und
Aufsätzen aus Verbundwerkstoffen, Typ A und B

E.2.3.1 Wasseraufnahme

Die Wasseraufnahme muss bei der Prüfung nach EN ISO 62, Verfahren 1 geringer als 70 mg sein.

E.2.3.2 Härte

Die mittlere Barcol-Härte muss bei der Prüfung nach EN 59 mindestens 35 betragen. Proben sind aus der
Fläche der Abdeckung zu schneiden, die kein zusätzliches Oberflächenmaterial enthalten.

E.2.3.3 Beständigkeit gegen Brennstoffe für Fahrzeuge

Gilt ausschließlich für Typ A. Bei Vergleich mit den Ausgangseigenschaften darf die Masseänderung nicht
größer als 0,5 %, die Änderung der Biegefestigkeit nicht größer als –20 % und die Änderung des Biegemoduls
nicht größer als –30 % sein.

Die Proben sind nach EN ISO 175 vorzubehandeln und hinsichtlich der Masse nach EN ISO 175 und
hinsichtlich der Biegeeigenschaften nach EN ISO 14125 zu prüfen. Die Proben sind aus einer Abdeckung zu
schneiden und entweder in einem Gemisch (aus 60 % Toluol und 40 % n-Heptan) oder Diesel (168 2) h bei
(23 2) °C vorzubehandeln.

E.3 Zusätzliche Leistungsanforderungen an das Produkt bei Verbundwerkstoffen,


Typ A und B

E.3.1 Durchbiegung unter Last


Bei Prüfung nach Anhang I und bei Belastung mit der Kraft FD = 1/3FT dürfen die in Tabelle E.1 angegebenen
Höchstwerte der Durchbiegung unter Last der Abdeckungen nicht überschritten werden.

Tabelle E.1 — Maximale Durchbiegung unter Last

Klasse Durchbiegung
A 15 LW/50
B 125 LW/100
C 250 LW/200

47
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

E.3.2 Kriechverhalten

Bei der Verwendung des Prüfgerätes nach Anhang G muss das Kriechverhalten von Abdeckung und Rahmen
die in Abschnitt 8, Tabelle 5 festgelegten Anforderungen für die bleibende Verformung erfüllen.

Eine Abdeckung, die vorher noch keiner Belastungsprüfung unterzogen wurde, ist über eine Dauer von
60 01 Minuten der in 8.2 festgelegten Kraft zur Bestimmung der bleibenden Verformung auszusetzen. Nach
0,5
Entfernen der Kraft muss die Abdeckung 5 0 Minuten ruhen. Die Messung ist nach Anhang G durchzu-
führen.

E.3.3 Ermüdungsbeständigkeit

Nach der in Tabelle E.2 festgelegten Anzahl von Zyklen muss die Abdeckung den Anforderungen der in 8.2,
Tabelle 5 festgelegten bleibenden Verformung entsprechen sowie der Prüflast nach 8.1, Tabelle 4 wider-
stehen.

Vollständige Abdeckungen sind in dem Zustand, in dem sie an den Endverbraucher ausgeliefert würden,
unter Verwendung des Prüfgerätes nach Anhang G zu prüfen und entsprechend dem in diesem Abschnitt
angegebenen Verfahren dürfen keinerlei sichtbare Anzeichen eines Risses auftreten.

Für die Prüfung ist ein geeigneter Prüfaufbau zu verwenden, der für die Aufnahme des Produktes oder der
Installation geeignet und in der Lage ist, eine Lastwechselbeanspruchung auf die Mitte der Abdeckung mit
einer Rate zwischen 1 kN/s und 3 kN/s aufzubringen. Der Prüfstempel muss Anhang G entsprechen.

Die Prüflast FF ist mit der geeigneten Rate aufzubringen und anschließend mit der gleichen Rate zu
entfernen.

Tabelle E.2 — Anzahl der Zyklen für die Ermüdungsprüfung

Prüflast, FF Rate der Lastaufbringung


Klasse Anzahl der Zyklen
kN/s
A 15 1 000 1 bis 5
B 125 10 000 1/3FT 5 bis 10
C 250 50 000 28 bis 56

E.3.4 Schlagfestigkeit

Bei der Prüfung nach dem folgenden Verfahren dürfen an den Proben keine sichtbaren Risse auftreten.

Eine vollständige Abdeckung, die zuvor noch keiner Belastungsprüfung ausgesetzt wurde, ist in dem Zustand,
in dem sie an den Endverbraucher ausgeliefert würde, 30 Tage bei (60 ! 2) °C vorzubehandeln. Sie ist bei
Umgebungsbedingungen mindestens 2 Stunden abzukühlen und danach bei einer Temperatur von
(-20 ! 2) °C mindestens 4 Stunden vorzubehandeln. Auf den geometrischen Mittelpunkt der Abdeckung ist
eine Masse von (4,5 ! 0,1) kg mit ihrem halbkugelförmigen Ende mit einem Durchmesser von (50 ! 1) mm
aus einer Höhe von (2 000 ! 10) mm fallen zu lassen.

Der Probekörper sollte während der Prüfung auf eine Weise abgestützt werden, die der vorgesehenen
Einbaulage vor Ort entspricht. Eine Mörtelbettung wird nicht immer möglich sein (z. B. um den äußeren
Flansch).

48
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Der folgende Prüfaufbau muss für die Prüfung vorhanden sein:

Eine Schlagsäule mit Schienenführung, ähnlich wie in EN ISO 6603-1 beschrieben;

Ein Schlagkörper, bestehend aus einem Zylinder mit 50 mm Breite und einem Radius von (25 ! 1) mm.
Die Gesamtmasse von Schlagkörper und Trägervorrichtung beträgt:

(1 ! 0,05) kg für Klasse A 15;


(3,75 ! 0,05) kg für Klasse B 125;
(4,5 ! 0,05) kg für Klasse C 250;

eine Kühlvorrichtung, die (–20 ! 3) °C aufrechterhalten kann.

Prüfaufbau und Auflage sind so aufzustellen, dass eine minimale Zeitspanne zwischen dem Entfernen des
Produktes aus der Kühlvorrichtung und Prüfbeginn sichergestellt werden kann. Die Längsachse des
Schlagkörpers ist im rechten Winkel zur Produktkante auszurichten.

Das Produkt ist 4 h bei (–20 ! 3) °C vorzubehandeln, aus der Kühlvorrichtung herauszunehmen und auf
Auflage zu legen. Danach die Schlagfestigkeitsprüfung innerhalb von 30 s aus einer Höhe von 2 m
durchzuführen.

Der Schlagkörper ist auf die Stellen zu richten, die bei normaler Einbaulage frei liegen würden. Die
Schlagprüfung ist an 7 Punkten mit gleichmäßigem Abstand, wovon mindestens 4 Punkte auf dem Umfang
liegen müssen, zu wiederholen. Zwischen den einzelnen Schlägen ist das Produkt für 10 min bis 15 min
erneut in der Kühlvorrichtung zu konditionieren.

Nach Durchführung der Schlagprüfung bei niedrigen Temperaturen dürfen keinerlei sichtbare Risse auf dem
geprüften Deckel auftreten. Nur die nach dem Einbau normalerweise freiliegenden Stellen sind ohne optische
Vergrößerung zu untersuchen, um das Prüfergebnis zu bestätigen.

E.3.5 Wärmebeständigkeit

Bei der Prüfung nach dem folgenden Verfahren dürfen an den Proben keinerlei sichtbare Fehler, Blasen-
bildung, Risse oder Schichtablösung auftreten, wenn sie bei geeigneter Beleuchtung mit 4facher
Vergrößerung untersucht werden, um das Prüfergebnis zu bestätigen.

Eine Abdeckung oder ein Aufsatz, die der Schlagfestigkeitsprüfung nach E.3.4 unterzogen wurde, ist in einem
auf (150 ! 5) °C vorgeheizten Wärmeschrank vorzubehandeln. Die Prüfung ist mit einer Dauer von
60 0"1 Minuten durchzuführen, wobei die Zeitmessung beginnt, wenn der Wärmeschrank die Prüftemperatur
erreicht hat. Nach Ende der Prüfdauer ist die Abdeckung zu entnehmen und bei Umgebungstemperatur
abkühlen zu lassen.

E.3.6 Spezifischer Oberflächenwiderstand

Ist aus Sicherheitsgründen erforderlich, dass eine Abdeckung eine statische elektrische Ladung zerstreuen
kann, muss der spezifische Oberflächenwiderstand weniger als 1 # 108 Ohm/Square betragen.

Die Außenfläche einer Abdeckung wird an einer Stelle geprüft, die eine ebene Fläche mit ausreichender
Oberfläche besitzt, um Sonden nach ISO 2878 anbringen zu können.

ANMERKUNG Eine typische Anwendung ist der Vorhof einer Tankstelle.

49
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

E.3.7 Abriebfestigkeit

Bei der Prüfung nach EN ISO 660-2 muss der mittlere Volumenverlust der drei Probekörper weniger als
2 mm3 betragen. Drei Probekörper mit einem Durchmesser von etwa 100 mm sind aus der dem Verkehr
ausgesetzten Oberfläche der Abdeckung zu entnehmen und nach EN ISO 660-2 vorzubehandeln. Nach der
Vorbehandlung ist die Dichte der einzelnen Probekörper zu bestimmen und sie sind der Abriebprüfung nach
EN ISO 660-2 zu unterziehen. Nach der Abriebprüfung ist der mittlere Volumenverlust der drei Probekörper zu
berechnen.

E.4 Reihenfolge der Prüfungen


Abdeckungen und Aufsätze aus Verbundwerkstoff vom Typ A und B müssen mit den Eigenschaften,
Prüfverfahren und Prüfreihenfolgen nach Tabelle E.3 übereinstimmen:

Tabelle E.3 — Eigenschaften und Prüfreihenfolge

Prüfreihen Anzahl der


Eigenschaft Abschnitt Prüfung nach Probekörper
folge Probekörper
EN ISO 62,
1. Probe Wasseraufnahme E.2.3.1 Prüfkörper 3
Verfahren 1
Prüfkörper oder
Abrieb E.3.7 E.3.7 3
Produkt
Härte E.2.3.2 EN 59 Prüfkörper 3

Beständigkeit gegen EN ISO 175 und


E.2.3.3 Prüfkörper 1
Brennstoffe für Fahrzeuge EN ISO 14125
Dehngrenze und Zugspannung E.2.1.2 EN ISO 527-4 Prüfkörper 2
Spezifischer
E.3.6 – Prüfkörper
Oberflächenwiderstand
2. Probe Durchbiegung unter Last (DUL) E.3.1 Anhang I Neues Produkt 3
Gleiches
Ermüdung E.3.3 E.3.3 3
Produkt
Gleiches
Bleibende Verformung 8.2 Anhang G 3
Produkt
Gleiches
Lastprüfung 8.1 Anhang H 3
Produkt
3. Probe Kriechverhalten (nur B 125) E.3.2 E.3.2 Neues Produkt 3
Gleiches
Bleibende Verformung 8.2 Anhang G 3
Produkt
Gleiches
Lastprüfung 8.1 Anhang H 3
Produkt
4. Probe Schlagfestigkeit E.3.4 E.3.4 Neues Produkt 3
Gleiches
Wärmebeständigkeit E.3.5 E.3.5 3
Produkt

50
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Anhang F
(normativ)

Zusätzliche Anforderungen für Aufsätze und Abdeckungen aus


Polypropylen (PP) oder Polyvinylchlorid (PVC-U)

ANMERKUNG Siehe Abschnitt 5, 6.2 g), 6.2 h) und 6.3 d).

F.1 Allgemeines
Dieser Anhang legt, zusätzlich zu denen der Abschnitte 1 bis 10, Anforderungen und Prüfverfahren für
Abdeckungen und Aufsätze aus PP oder PVC-U fest, die durch Formen oder Strangpressen hergestellt
werden.

Dieser Anhang gilt für Abdeckungen und Aufsätze aus PP und PVC-U der Klassen A 15 und B 125 mit lichten
Weiten bis einschließlich 500 mm ausschließlich für die Anwendung in den Gruppen 1 und 2.

Aufsätze und Abdeckungen, die diesem Anhang entsprechen, müssen für die Verwendung bei Temperaturen
zwischen -20 °C und 75 °C geeignet sein. Die Verwendung in Kontakt mit Werkstoffen für Straßenoberflächen
mit Temperaturen von über 150 °C ist unzulässig.

Produkte, die diesem Anhang entsprechen, sind nicht für die Verwendung auf Hauptstraßen oder auf
Vorhöfen von Garagen oder Reparaturwerkstätten geeignet, speziell wenn statische Elektrizität auftreten
könnte oder andere Anforderungen gelten könnten.

Abdeckungen aus einer Kombination von PP oder PVC-U und anderen Werkstoffen fallen ebenfalls in den
Anwendungsbereich dieses Anhangs, vorausgesetzt, dass jedes der Bauteile aus einem einzelnen in 6.2 und
6.3 aufgeführten Werkstoff besteht und weiterhin die Anforderungen nach den Abschnitten 6 bis 10 erfüllt.

F.2 Werkstoffe

F.2.1 Rohwerkstoffe

F.2.1.1 Polypropylen (PP)

Für die Herstellung von Abdeckungen aus Polypropylen ist entweder Neumaterial oder Polypropylen mit
veränderter Rezeptur verwendet werden. Es muss nach EN ISO 1873-1 bezeichnet werden

Die Verwendung von wiederverwertetem oder wiederaufbereitetem Polypropylen ist nicht zulässig. Die
Beimengung von sauberem, direkt aus eigener Produktion abfallendem, wiederverarbeitbarem Polypropylen
von Abdeckungen ist zulässig (z. B. Angüsse, Angussverteiler, nicht ausgeformte Formteile usw.).

Der Rohwerkstoff (die Zubereitung) muss Tabelle F.1 entsprechen.

51
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle F.1 — Anforderungen an Rohwerkstoffe bei Polypropylen (PP)

Eigenschaft Wert Einheit Prüfverfahren


Spezifisches Gewicht 0,9/0,95 g/cm3 EN ISO 1183-1
Vicat-Erweichungstemperatur > 80 °C EN ISO 306
Zugspannung > 20 N/mm2 EN ISO 527
Dehngrenze > 1 200 N/mm2 EN ISO 527
Biegefestigkeit > 35 N/mm2 EN ISO 178
Biegemodul >1 000 N/mm2 EN ISO 178

F.2.1.2 Polyvinylchlorid (PVC-U)

Bei der Herstellung von Abdeckungen muss entweder PVC-U-Neumaterial oder aus eigener Produktion
abfallender, wiederverarbeitbarer Werkstoff verwendet werden. Eine zulässige Zubereitung ist zu entwickeln
indem sichergestellt wird, dass das für Formmassen verwendete PVC-U-Gemisch die Nachweisstufen nach
Tabelle F.2 durchläuft. Der Hersteller muss die im Fertigungsprozess verwendete Zubereitung kontrollieren,
indem er sicherstellt, dass zugelassene Werkstoffe in den korrekten Anteilen und ordnungsgemäß vermischt
für die Herstellung der Aufsätze oder Abdeckungen verwendet werden. Eine Zubereitung darf, wenn sie
einmal zugelassen ist, für mehr als eine Art Aufsatz oder Abdeckung verwendet werden.

Tabelle F.2 — Anforderungen an Rohwerkstoffe bei Polyvinylchlorid


(PVC-U)

Eigenschaft Wert Einheit Prüfverfahren


Rohdichte 0,55/0,63 kg/dm3 EN ISO 60
Spezifisches Gewicht 1,37/1,48 g/cm3 EN ISO 1183-1
Vicat-Erweichungstemperatur > 78 °C EN ISO 306
Zugspannung > 42 N/mm2 EN ISO 527
Dehngrenze > 2 700 N/mm2 EN ISO 527
Bruchdehnung > 100 % EN ISO 527
Biegefestigkeit > 65 N/mm2 EN ISO 178
Biegemodul > 2 500 N/mm2 EN ISO 178

F.2.2 Werkstoffkenngrößen

F.2.2.1 Vicat-Erweichungstemperatur

Bei Durchführung des in Tabelle F.3 festgelegten Prüfverfahrens unter Anwendung der angegebenen
Parameter muss die Vicat-Erweichungstemperatur des jeweiligen Werkstoffs den Anforderungen in
Tabelle F.3 entsprechen.

Die Werkstoffkenngrößen sind an Prüfkörpern zu prüfen, die aus einem Produktionsstück entnommen
wurden.

52
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Tabelle F.3 — Vicat-Erweichungstemperatur


Werk-
Eigenschaft Anforderungen Prüfparameter Prüfverfahren
stoff
Aufgebrachte Kraft (10 1) N
Heizgeschwindigkeit (120 5) °C/h
Prüfkörper EN ISO 306:1997,
PP VST ! 80 °C Größe des Probekörpers nach Verfahren A120
EN ISO 306
Anzahl der Probekörper 3
Wärmebadmedium Siliciumöl
Vicat-
Erweichungs- Aufgebrachte Kraft (50 1) N
temperatur (50 5) °C/h
(VST) Heizgeschwindigkeit
Prüfkörper
EN ISO 306:1997,
PVC-U VST ! 78 °C Größe des Probekörpers nach
Verfahren B50
EN ISO 306
3
Anzahl der Probekörper

Wärmebadmedium Siliciumöl

F.2.3 UV-Stabilität (Beständigkeit gegen künstliche Bewitterung)


UV-Stabilität ist nach Tabelle F.4 durch Messung der Biegefestigkeit von Prüfkörpern zu bestimmen, die
entweder Rohwerkstoffplatten oder Fertigprodukten entnommen wurden. Proben aus der gleichen
Herstellungs-Charge müssen für alle Prüfungen verwendet werden. Die Biegefestigkeit von Prüfkörpern muss
bestimmt werden, nachdem diese UV-Licht ausgesetzt waren. Diese Werte sind mit den Werten der
Biegefestigkeit von unbeanspruchten Prüfkörpern zu vergleichen.

Das Verhältnis ist wie folgt zu berechnen:

" f(aQUV)
R#
" f(wQUV)

Dabei ist

R ist das Verhältnis der Rest-Biegefestigkeit;

"f(aQUV) die Biegefestigkeit nach Einwirkung von UV-Licht;

"f(wQUV) die Biegefestigkeit ohne Einwirkung von UV-Licht.$

ANMERKUNG Der Mindestwert von R beträgt 0,75.

FT
FTM # (2)
R

Dabei ist

FTM die Prüflast, mit der thermoplastische Deckel beansprucht werden, die abhängig ist von der
Rest-Biegefestigkeit des thermoplastischen Werkstoffes, der der UV-Prüfung unterzogen wurde;

FT die Prüflast nach 8.1.

Proben mit einer Abnahme der Biegefestigkeit von mehr als 25 % müssen eine Zurückweisung der
betreffenden Zubereitung zur Folge haben.

53
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle F.4 — UV-Stabilität (Beständigkeit gegen künstliche Bewitterung)


von PP- und PVC-U-Werkstoffen

Eigenschaft Anforderungen Prüfparameter Prüfverfahren


Prüfgeschwindigkeit 10 mm/(60 12) s
Biege-
festigkeit vor !fM EN ISO 178, 6.1.2
Probekörpera EN ISO 178
Einwirkung Wert ohne Einwirkung oder 6.1.3
von UV-Licht
Anzahl der Probekörper 5
Einwirkungszeit mit
1 600 h
UVA-351-Lampe
Die Biegefestigkeit der Bestrahlung 6 h bei (50 2) °C
künstlich bewitterten
Probekörper muss Kondensation 2 h bei (40 2) °C
EN ISO 4892-3
UV-Stabilität mindestens 75 % der Rohwerkstoffplatten
Biegefestigkeit der oder Fertigprodukten (QUV-Prüfung)
unbeanspruchten Probekörperb mit der gleichen
Probekörper betragen Zusammensetzung
nach EN ISO 4892-1
Anzahl der Probekörper 5
Biege- Prüfgeschwindigkeit 10 mm/(60 12) s
festigkeit !fM Größe des EN ISO 178, 6.1.2
nach EN ISO 178
Einwirkung Wert nach Einwirkung Probekörpersc oder 6.1.3
von UV-Licht Anzahl der Probekörper 5
a Der Probekörper muss aus der gleichen Zubereitung bestehen, wie für die Herstellung von Abdeckungen oder
Aufsätzen verwendet und in Abhängigkeit von der Anwendung entweder aus Rohwerkstoffplatten oder
Fertigprodukten gefertigt sein. Gekrümmte Probekörper müssen so auf Auflagen aufgebracht werden, dass die
Krümmung konkav zur Richtung der Krafteinwirkung ist. Probekörper, bei denen ein Bruch außerhalb des mittleren
Drittels ihrer Länge auftritt, sind auszusondern und stattdessen neue Probekörper zu prüfen. Der Prüfbericht muss
die in EN ISO 178:2003, Abschnitt 11 aufgeführten Angaben und Beobachtungen enthalten.
b Dieselbe, in Fußnote a) erwähnte Rohwerkstoffplatte ist der UV-Beständigkeitsprüfung zu unterziehen. Die
Rohwerkstoffplatten sind so im Prüfaufbau zu befestigen, dass eine der Oberflächen während des gesamten Zyklus
der künstlichen Bewitterung UV-Licht ausgesetzt ist. Während der künstlichen Bewitterung ist ausreichend
Werkstoff dem UV-Licht auszusetzen, damit mindestens 5 Probekörper für den Biegeversuch hergestellt werden
können.
c Bei der Herstellung von Probekörpern aus der künstlich bewitterten Platte für die Prüfung der Biegefestigkeit nach
Einwirkung von UV-Licht sind die unbeanspruchten äußeren Enden der Platte auszusondern, um sicherzustellen,
das eine Fläche des Probekörpers für den Biegeversuch vollständig dem Zyklus der künstlichen Bewitterung
ausgesetzt worden ist. Der Prüfbericht über die künstlich bewitterten Probekörper muss die in EN ISO 178:2003,
Abschnitt 11 aufgeführten Angaben und Beobachtungen enthalten.

F.3 Anforderungen und Prüfverfahren für Abdeckungen und Aufsätze aus PP oder
PVC-U

F.3.1 Allgemeines

Abdeckungen und Aufsätze aus PP oder PVC-U müssen mit den Eigenschaften nach Tabelle F.5 überein-
stimmen:

54
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Tabelle F.5 — Eigenschaften und Prüfreihenfolge

Am gleichen Probekörper durchzuführende Prüfungen


Anzahl der
1. Prüfung 2. Prüfung Probekörper
Eigenschaft Werkstoff Abschnitt Eigenschaft Abschnitt Prüflast
Wärmebeständigkeit F.3.2 – – – 1
Kriechverhalten
F.3.3
(nur B 125)
PP und 8.2
Ermüdung PVC-U F.3.4 Bleibende FTM
und 3
Verformung
DUL F.3.5 Anhang H

Schlagfestigkeit F.3.6

F.3.2 Wärmebeständigkeit

Ganze Deckel, Roste oder Rahmen sind entsprechend Tabelle F.6 zu prüfen. Nach der erforderlichen
Heizdauer ist die Auflage mit dem Probekörper zu entfernen und auf Umgebungstemperatur abzukühlen. Der
Probekörper ist einer Sichtprüfung ohne optische Vergrößerung entsprechend den Anforderungen nach
Tabelle F.6 zu unterziehen.

Tabelle F.6 — Wärmebeständigkeit

Eigenschaft Werkstoff Anforderung Parametera Prüfverfahren


Prüftemperatur (120 2) °C EN ISO 580,
PP Sieheb
Heizdauer 60 min Verfahren A

Wärme- Prüftemperatur (150 2) °C


beständigkeit
Heizdauer: EN ISO 580,
PVC-U Siehec
Probendicke ! 10mm 30 min Verfahren A

Probendicke > 10mm 60 min


a Nachdem der Wärmeschrank auf die erforderliche Temperatur vorgeheizt wurde, ist die für den Probekörper
vorgesehene Auflage großzügig mit Talkum oder einem ähnlichen Stoff zu bestäuben, um ein Aneinanderhaften zu
verhindern. Die Auflage für den Probekörper sollte eine flache, biegesteife Metallkonstruktion mit Perforation oder
Schlitzen für Be- und Entlüftung sein.
b Die Oberflächen der Abdeckungen und Aufsätze aus PP werden vor und nach dem Erwärmen untersucht und
jegliche Risse, Blasen, Schichtablösung oder Öffnungen von Schweißnähten werden gemessen und als Prozentsatz
der Wanddicke angegeben. Schweißnähte und Messmarken von Rippen können etwas eingefallen und stärker
hervorgehoben sein, stellen aber keinen Fehler dar, sofern keine Spaltbildung auftritt.
c Innerhalb eines Radius vom 15fachen der Wanddicke um den Einspritzpunkt darf die Tiefe von Rissen,
Schichtablösung oder Blasen 50 % der Wanddicke an diesem Punkt nicht überschreiten. Innerhalb eines Abstands
vom Membranbereich, der dem 10fachen der Wanddicke entspricht, darf die Tiefe von Rissen, Schichtablösung oder
Blasen 50 % der Wanddicke an diesem Punkt nicht überschreiten. Innerhalb eines Abstands von der Ringöffnung,
der dem 10fachen der Wanddicke entspricht, darf die Länge von Rissen 50 % der Wanddicke an diesem Punkt nicht
überschreiten. Die Schweißnahtöffnung darf nicht mehr als 50 % der Wanddicke an der Schweißnaht betragen. Bei
allen anderen Teilen der Oberfläche darf die Tiefe von Rissen, Schichtablösung oder Blasen 30 % der Wanddicke an
diesem Punkt nicht überschreiten. Die Länge von Blasen darf das 10fache der Wanddicke nicht überschreiten. Nach
dem Durchtrennen des Formstücks dürfen auf den Schnittflächen bei Sichtprüfung ohne optische Vergrößerung
keine Fremdstoffe erkennbar sein.

55
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

F.3.3 Kriechfestigkeit

F.3.3.1 Anforderungen

Für Klasse A 15 ist kein Kriechversuch erforderlich. Für Klasse B 125 sind Abdeckungen und Aufsätze aus PP
und PVC-U nach F.3.3.2 zu prüfen. Nach Durchführung des Kriechversuchs nach F.3.3.2 müssen die
Abdeckungen und Aufsätze entsprechend Anhang H geprüft werden und bei 2/3FTM die Anforderungen an die
bleibende Verformung nach 8.2 erfüllen.

F.3.3.2 Prüfung

F.3.3.2.1 Probekörper

Vollständige Abdeckungen und Aufsätze sind in dem Zustand, in dem sie an den Endverbraucher ausgeliefert
würden, zu prüfen.

F.3.3.2.2 Prüfgerät

Das Prüfgerät muss Anhang I entsprechen. Höhe und räumliche Anordnung des Prüfgerätes sollten das
stoßfreie Aufbringen der statischen Kraft ermöglichen.

F.3.3.2.3 Prüfstempel

Die Größe des Prüfstempels muss im Verhältnis zur lichten Weite der Prüfstempel für die Belastungsprüfung
nach Anhang G stehen.

F.3.3.2.4 Prüfverfahren

Die Prüflast von 1/3FTM ist entsprechend F.3.1 für eine Dauer von (60 1) min aufzubringen. Anfangs- und
Enddurchbiegung sind aufzuzeichnen sowie die Durchbiegung in Abständen von 10 min. Die Beanspruchung
ist zu beenden und nach (5 1) min ist eine Prüfung der bleibenden Verformung nach Anhang G
durchzuführen.

F.3.3.3 Messungen und Beobachtungen

Der Mittelpunkt ist auf die lichte Fläche bezogen definiert. Bei Mehrfachdeckeln, die am Mittelpunkt
miteinander verbunden sind, ist die Durchbiegung an beiden Deckeln unabhängig voneinander, aber
gleichzeitig zu prüfen (d. h. 2 Messuhren). Dieser Prüfaufbau kann den Einsatz von Klammern oder Platten
erfordern, die an den Deckeln befestigt sind, um zu verhindern, dass die Messuhren sich gegenseitig
beeinträchtigen.

Der Mittelwert der beiden Durchbiegungsmessungen ist als das Ergebnis aufzuzeichnen. Die Durchbiegungen
infolge Kriechens sind auf 0,5 mm aufzuzeichnen.

Der Höchstwert der Durchbiegung aus der Kriechbeanspruchung ist zu verwenden, um sicherzustellen, dass
Produkt-Tragrahmenaufbau eine ausreichende Spaltweite aufweist, um die Einbettung der Prüfpresse nicht zu
beeinträchtigen.

Die Ergebnisse der Prüfung der bleibenden Verformung sind nach Anhang G zu bestimmen und als „Ergebnis
aus Kriechtest – Bleibende Verformung“ der bleibenden Kriechverformung aufzuzeichnen.

56
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

F.3.4 Ermüdungsbeständigkeit

F.3.4.1 Anforderungen

Bei der Prüfung nach F.3.4.2 dürfen Abdeckungen und Aufsätze aus PP und PVC-U keinerlei (ohne optische
Vergrößerung) sichtbare Anzeichen für Risse aufweisen.

Nach Durchführung der Ermüdungsprüfung entsprechend F.3.4.2 müssen Abdeckungen und Aufsätze aus PP
und PVC-U bei 2/3FTM nach F.3.1 die Anforderungen an die bleibende Verformung nach 8.2 erfüllen.

F.3.4.2 Prüfung

F.3.4.2.1 Probekörper

Vollständige Abdeckungen sind in dem Zustand, in dem sie an den Endverbraucher ausgeliefert würden, zu
prüfen.

F.3.4.2.2 Prüfgerät

Für die Prüfung ist ein geeigneter Prüfaufbau zu verwenden, der für die Aufnahme des Produktes oder der
Installation geeignet und in der Lage ist, eine Lastwechselbeanspruchung auf die Mitte der Abdeckung oder
des Aufsatzes aufzubringen. Die Rate der Lastaufbringung muss Tabelle F.7 entsprechen.

Der Prüfstempel muss Anhang G entsprechen.

F.3.4.2.3 Prüfverfahren

Der Probekörper ist auf die Prüfpresse aufzubringen und ein geeigneter Prüfstempel ist zwischen Lastquelle
und Mittelpunkt der zu prüfenden Probe zu platzieren. Die Höchstlast bei der Ermüdungsprüfung muss 1/3FTM
betragen. Zyklen und Raten der Lastaufbringung für Deckel der Klassen A15 und B 125 sind in Tabelle F.7
angegeben. Abschließend ist die Prüflast nach 8.1, Tabelle 4 aufzubringen.

Tabelle F.7 — Rate der Lastaufbringung und Anzahl der Zyklen für die
Ermüdungsprüfung von Abdeckungen und Aufsätzen aus PP
und PVC-U

Anzahl der Rate der Lastaufbringung


Klasse Prüflast
Zyklen kN/s
A 15 1 000 1 bis 5
1/3FTM
B 125 10 000 5 bis10

F.3.4.2.4 Messungen und Beobachtungen

Nach Abschluss der zyklischen Ermüdungsbeanspruchung ist der Probekörper ohne optische Vergrößerung
zu untersuchen. Der Probekörper muss den Anforderungen nach F.3.4.1 entsprechen.

F.3.5 Durchbiegung unter Last (DUL)

Vollständige Abdeckungen und Aufsätze aus PP und PVC-U sind nach Anhang I zu prüfen. Bei Belastung mit
1/3 der Prüflast FTM (FD = 1/3FTM) muss die maximale Durchbiegung unter Last bei Deckeln der Klasse
A 15 LW/50 und der Klasse B 125 LW/100 sein.

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prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Nach der Prüfung der Durchbiegung unter Last nach Anhang I müssen Abdeckungen und Aufsätze aus PP
und PVC-U und bei 2/3FTM die Anforderungen an die bleibende Verformung nach 8.2 erfüllen.

F.3.6 Stoßfestigkeit bei tiefen Temperaturen

F.3.6.1 Anforderungen

Ziel dieser Prüfung ist es, sicherzustellen, dass bei Abdeckungen und Aufsätzen bei extrem niedrigen
Temperaturen keine Versprödung auftritt. Bei der Prüfung nach F.3.6.2 dürfen Abdeckungen und Aufsätze
aus PP und PVC-U ohne optische Vergrößerung keinerlei sichtbare Anzeichen für Risse aufweisen.

Nach Durchführung der Prüfung bei niedrigen Temperaturen entsprechend F.3.6.2 müssen Abdeckungen und
Aufsätze aus PP und PVC-U bei 2/3FTM die Anforderungen an die bleibende Verformung nach 8.2 erfüllen.

F.3.6.2 Prüfung

F.3.6.2.1 Probekörper

Vollständige Abdeckungen und Aufsätze mit tragfähigkeitsrelevanten Bauteilen in dem Zustand, in dem sie an
den Endverbraucher ausgeliefert würden. Der Probekörper sollte bei der Prüfung so aufgenommen werden,
dass die vorgesehene Installation vor Ort nachgebildet wird. Die Verwendung einer Mörtelbettung wird nicht
immer möglich sein (zum Beispiel um den äußeren Flansch).

F.3.6.2.2 Prüfgerät

Der folgende Prüfaufbau muss für die Prüfung vorhanden sein:

Eine Schlagsäule mit Schienenführung, ähnlich wie in EN ISO 6603-1 beschrieben;

Ein Schlagkörper, bestehend aus einem Zylinder mit 50 mm Breite und einem Radius von (25 ! 1) mm.
Die Gesamtmasse von Schlagkörper und Trägervorrichtung beträgt:

(1 ! 0,05) kg für Klasse A 15; und


(3,75 ! 0,05) kg für Klasse B 125;

eine Kühlvorrichtung, die (–20 ! 3) °C aufrechterhalten kann;

eine geeignete Auflage für das Produkt.

F.3.6.2.3 Prüfverfahren

Prüfaufbau und Auflage sind aufzustellen, um eine minimale Zeitspanne zwischen dem Entfernen des
Produktes aus der Kühlvorrichtung und Prüfbeginn sicherzustellen. Die Längsachse des Schlagkörpers ist im
rechten Winkel zur Produktkante auszurichten.

Das Produkt ist 4 h bei (–20 ! 3) °C vorzubehandeln. Danach der Kühlvorrichtung zu entnehmen und auf die
Auflage zu legen. Die Schlagprüfung ist innerhalb von 30 s aus einer Höhe von 2 m durchzuführen.

Der Schlagkörper ist auf die Stellen zu richten, die bei normaler Einbaulage freiliegen würden. Die
Schlagprüfung ist an 7 Punkten mit gleichmäßigem Abstand, wovon mindestens 4 Punkte auf dem Umfang
liegen müssen, zu wiederholen. Zwischen den einzelnen Schlägen ist das Produkt für 10 min bis 15 min
erneut in der Kühlvorrichtung zu konditionieren.

58
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

F.3.6.2.4 Messung und Beobachtung

Nach Durchführung der Schlagprüfung bei niedrigen Temperaturen muss der geprüfte Deckel die
Anforderungen nach F.3.6.1 erfüllen. Nur die nach dem Einbau normalerweise freiliegenden Stellen sind einer
Sichtprüfung ohne optische Vergrößerung zu unterziehen, um das Prüfergebnis zu bestätigen.

F.4 Zusätzliche Kennzeichnungen


Zusätzlich zu den Anforderungen an die Kennzeichnung nach Abschnitt 10 müssen Abdeckungen und
Aufsätze aus PP und PVC-U, die diesem Anhang entsprechen, auch mit den Symbolen für PP oder PVC-U
versehen sein, sowie mit dem Symbol der Wiederverwendbarkeit nach DIN EN ISO 1043-1/A1, sofern
zutreffend.

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prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Anhang G
(normativ)

Prüfung der bleibenden Verformung

ANMERKUNG Siehe 9.2.

G.1 Probekörper
Aufsätze und Abdeckungen sind als vollständige gebrauchsfertige Einheit zu prüfen, ausgenommen Deckel
mit Füllung, die ungefüllt geliefert werden, die der Prüfung ohne Füllung zu unterziehen sind. Zu prüfende
Einheiten müssen neue Einheiten sein, die vorher noch keiner anderen Belastungsprüfung unterzogen
worden und als Stichprobe zu entnehmen sind.

G.2 Prüfkraft zur Bestimmung der bleibenden Verformung (Fp)


Jede Klasse ist für alle lichten Weiten mit einer Prüfkraft FP = 2/3FT zu belasten, wobei FT die in 8.1, Tabelle 4
angegebene Prüfkraft ist.

G.3 Prüfgeräte

G.3.1 Prüfpresse

Die Prüfpresse, vorzugsweise eine hydraulische Prüfpresse, muss so ausgelegt sein, dass die
aufzubringende Kraft für die Klassen A 15 bis D 400 um mindestens 25 % und für die Klassen E 600 und
F 900 um mindestens 10 % über der entsprechenden Prüfkraft liegt.

Eine Toleranz von 3 % der Prüfkraft ist einzuhalten.

Die Maße des Pressentischs müssen größer als die Rahmenauflage der zu prüfenden Einheit sein, unter
Ausnahme von Mehrfacheinheiten.

G.3.2 Prüfstempel

Die Maße und Formen der Prüfstempel müssen Tabelle G.1 entsprechen.

G.3.3 Messgerät(e)

Messgerät(e) muss/müssen einen Messbereich von mindestens 10 mm bei einer Auflösung von mindestens
0,01 mm und eine maximale Gesamtgenauigkeit von 5 % haben.

60
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Tabelle G.1 — Maße der Prüfstempel


Maße in Millimeter

Lichte Weite Form des Aufsatzes oder der Abdeckung Maße der Prüfstempel

300 < LW 1 000

200 LW 300

200 LW 300

LW < 200

LW < 200

61
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

G.4 Durchführung

G.4.1 Durchführung der Prüfung von Einzel- und Mehrfachabdeckungen und Aufsätzen

Der Probekörper ist auf der Prüfpresse anzubringen. Er muss so auf dem Pressentisch gelagert werden, dass
sichergestellt ist, dass bei Durchbiegung des Deckels oder des Rostes unter der Prüfkraft die Lagerung der
Prüfkraft nicht entgegen wirkt und der Probekörper nicht auf dem Pressentisch aufsetzt. Der Deckel oder Rost
des Probekörpers muss sich üblicherweise in seinem Rahmen befinden.

Die Prüfstempelachse muss senkrecht zur Oberfläche des Probekörpers angeordnet sein und genau mit der
Lage von Deckel oder Rost übereinstimmen (Beispiele siehe Bild G.1). Bei Deckeln oder Rosten aus zwei
Dreieckteilen muss der Prüfstempel auf den geometrischen Mittelpunkt, wie in den Bildern G.1, G.2 und G.3
angegeben, aufgebracht werden.

Bild G.1 — Beispiel für die Prüfung von Abdeckungen und Aufsätzen aus einer Einheit

Bild G.2 — Beispiel für die Prüfung von Abdeckungen und Aufsätzen aus zwei Einheiten

Bild G.3 — Beispiel für die Prüfung von Abdeckungen und Aufsätzen aus drei Einheiten

Die Prüfkraft ist gleichmäßig über die gesamte Oberfläche des Prüfstempels zu verteilen, und Unebenheiten
sind durch Zwischenlagen aus z. B. Weichholz, Holzfaserweichplatten, Filz oder ähnlichem Material zwischen
Deckel oder Rost und Prüfstempel auszugleichen. Die Maße der Zwischenlage dürfen nicht größer sein als
die des Prüfstempels. Eine gleichartige Zwischenlage darf nach Wahl des Herstellers auch zwischen Pressen-
tisch und Rahmenauflage der zu prüfenden Probe angeordnet werden.

Bei der Prüfung von Aufsätzen oder Abdeckungen mit einer unebenen Oberfläche muss die Druckfläche des
Prüfstempels so geformt sein, dass sie dem Rost oder Deckel angepasst ist. Eine Strukturierung von
Oberflächen nach 7.13 sowie geringe Abweichungen von einer ebenen Fläche erfordern keine geformte
Druckfläche des Prüfstempels.

Die Messung der bleibenden Verformung ist auf der Oberseite von Rosten für Abläufe oder Deckeln für
Schachtabdeckungen in der gleichen Ebene, in der die Prüfkraft aufgebracht wurde, durchzuführen.
Messgerät(e) muss/müssen so dicht wie möglich am Mittelpunkt der Krafteinwirkung angeordnet werden. Ist
der Prüfstempel über zwei benachbarten Deckeln oder Rosten angebracht, muss die bleibende Verformung
an beiden Deckeln/Rosten so dicht wie möglich am Mittelpunkt der Krafteinwirkung gemessen werden.

62
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Legende
1 Rahmen
2 Deckel oder Rost
3 Geometrischer Mittelpunkt
4 Tisch der Prüfpresse
5 Messgerätträger
6 Messgerät

Bild G.4 — Messung der bleibenden Verformung

Bevor die erste Last ohne Vorbelastung aufgebracht wird, ist eine Nullmessung im geometrischen Mittelpunkt
des Deckels oder Rostes durchzuführen.

Die Kraft ist mit einer Rate von 1 kN/s bis 5 kN/s bis auf 2/3 der Prüfkraft (FP = 2/3FT) zu steigern; danach ist
der Probekörper zu entlasten. Dieser Vorgang ist fünfmal durchzuführen. Danach erfolgt die Endmessung im
geometrischen Mittelpunkt.

Anschließend ist die bleibende Verformung als Differenz der Messwerte vor der ersten und nach der fünften
Belastung nach Bild G.4 zu ermitteln.

G.4.2 Durchführung der Prüfung bei Mehrfacheinheiten

Bei Mehrfacheinheiten ist jede einzelne Einheit und jedes tragfähigkeitsrelevante Zwischenbauteil nach
Bild G.4 zu prüfen. Die Lage von Prüfstempel und Messgeräte(n) muss Bild G.2 und Bild G.3 entsprechen.

G.5 Beobachtungen und Bericht


Alle Messwerte sind aufzuzeichnen. Die Unterschiede zwischen den „Bezugswerten“ und den
entsprechenden „Messwerten nach Aufbringung der fünften Last“ sind zu bestimmen. Es ist ein Vergleich
zwischen diesen Unterschieden und den Anforderungen dieser Norm durchzuführen und ein entsprechender
Bericht anzufertigen.

63
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Anhang H
(normativ)

Prüfung der Tragfähigkeit

ANMERKUNG Siehe 9.3.

H.1 Prüfkörper
Aufsätze und Abdeckungen sind als vollständige, gebrauchsfertige Einheit zu prüfen, ausgenommen Deckel
mit Füllung, die ungefüllt geliefert werden, die der Prüfung ohne Füllung zu unterziehen sind. Diese Prüfung
ist unmittelbar nach der Prüfung der bleibenden Verformung an der gleichen Probe durchzuführen.

H.2 Prüfkraft (FT)


Prüfkraft FT muss für jede Klasse, alle lichten Weiten und alle Werkstoffe 8.1, Tabelle 4 entsprechen.

H.3 Durchführung der Prüfung


Gerät, Prüfpresse, Prüfstempel, Messgeräte und Aufbringung der Prüfkraft müssen Anhang G entsprechen.
Unmittelbar nach der Prüfung nach 9.2 und Anhang G ist die Prüfkraft bis zum Erreichen ihrer vollen Höhe mit
2
der in Anhang G angegebenen Rate aufzubringen. Die Prüfkraft muss (30 0) s aufrechterhalten werden.

H.4 Beobachtungen und Bericht


Der Zustand der Abdeckung oder des Aufsatzes nach Entfernen der Prüfkraft ist aufzuzeichnen und ein
entsprechender Bericht anzufertigen.

64
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Anhang I
(normativ)

Prüfung der Durchbiegung unter Last

ANMERKUNG Siehe C.3.2, E.3.1 und F.3.5.

I.1 Probekörper
Aufsätze und Abdeckungen sind als vollständige, gebrauchsfertige Einheit zu prüfen, ausgenommen Deckel
mit Füllung, die ungefüllt geliefert werden, die der Prüfung ohne Füllung zu unterziehen sind. Zu prüfende
Einheiten müssen neue Einheiten sein, die vorher noch keiner anderen Belastungsprüfung unterzogen
worden sind. Sie sind als Stichprobe zu entnehmen.

I.2 Prüfkraft zur Bestimmung der Durchbiegung (FD)


Für jede Klasse ist für alle lichten Weiten eine Prüfkraft FD = 1/3FT aufzubringen, wobei FT die in Tabelle 4
angegebene Prüfkraft ist.

I.3 Prüfgeräte

I.3.1 Prüfpresse

Die Prüfpresse, vorzugsweise eine hydraulische Presse, muss so ausgelegt sein, dass die aufzubringende
Kraft für die Klassen A 15 bis D 400 um mindestens 25 % und für die Klassen E 600 und F 900 um mindes-
tens 10 % über der entsprechenden Prüfkraft liegt. Eine Toleranz von 3 % der Prüfkraft ist einzuhalten. Die
Maße des Pressentischs müssen größer als die Rahmenauflage der zu prüfenden Einheit sein, unter
Ausnahme von Mehrfacheinheiten.

I.3.2 Prüfstempel

Die Maße und Formen der Prüfstempel müssen Tabelle G.1 entsprechen.

I.3.3 Messgerät(e) zur Messung der Durchbiegung

Messgerät(e) zur Messung der Durchbiegung muss/müssen einen Messbereich von mindestens 10 mm bei
einer Auflösung von mindestens 0,01 mm und eine maximale Gesamtgenauigkeit von 5 % haben.

I.4 Durchführung der Prüfung

I.4.1 Prüfung einer aus einem Teil bzw. zwei Dreieckteilen bestehenden Einheit

Der Probekörper ist auf der Prüfpresse anzubringen. Er muss so auf dem Pressentisch gelagert werden, dass
sichergestellt ist, dass bei Durchbiegung des Deckels oder des Rostes unter der Prüfkraft die Lagerung der
Prüfkraft nicht entgegen wirkt und der Probekörper nicht auf dem Pressentisch aufsetzt. Der Deckel oder Rost
des Probekörpers muss sich üblicherweise in seinem Rahmen befinden.

Die Prüfstempelachse muss senkrecht zur Oberfläche des Probekörpers angeordnet sein und genau mit dem
geometrischen Mittelpunkt des Deckels oder Rostes übereinstimmen (siehe z. B. Bild G.1). Bei Deckeln oder

65
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Rosten aus zwei Dreieckteilen muss der Prüfstempel auf den geometrischen Mittelpunkt, wie in den
Bildern G.1, G.2 und G.3 angegeben, aufgebracht werden.

Die Prüfkraft ist gleichmäßig über die gesamte Oberfläche des Prüfstempels zu verteilen, und Unebenheiten
sind durch Zwischenlagen aus z. B. Weichholz, Holzfaserweichplatten, Filz oder ähnlichem Material zwischen
Deckel oder Rost und Prüfstempel auszugleichen. Die Maße der Zwischenlage dürfen nicht größer sein als
die des Prüfstempels.

Bei der Prüfung von Aufsätzen oder Abdeckungen mit einer unebenen Oberfläche muss die Druckfläche des
Prüfstempels so geformt sein, dass sie der Form des Rostes oder Deckels angepasst ist. Eine Strukturierung
von Oberflächen nach 7.13 sowie geringe Abweichungen von einer ebenen Fläche erfordern keine geformte
Druckfläche des Prüfstempels.

Die Durchbiegung ist auf der Unterseite des Rostes für Abläufe oder des Deckels für Schachtabdeckungen,
wie in Bild I.1 dargestellt, an derselben Stelle, an der die Prüfkraft aufgebracht wurde, zu messen.
Messgerät(e) zur Messung der Durchbiegung muss/müssen innerhalb von 5 % des geometrischen
Mittelpunkts der lichten Weite von Deckel oder Rost angebracht sein. Bei Deckeln oder Rosten, bei denen
jede Einheit aus zwei Dreieckteilen besteht, ist die Durchbiegung an beiden Teilen zu messen.

Legende
1 Rahmen
2 Deckel oder Rost
3 Geometrischer Mittelpunkt
4 Tisch der Prüfpresse
5 Messgerätträger
6 Messgerät

Bild I.1 — Messung der Durchbiegung unter Last

Eine Kraft von maximal 1/3FD darf zur Vorbelastung aufgebracht werden, damit sich das System setzen kann;
nach Belastung von höchstens 5 s muss vollständig entlastet werden. Danach ist/sind vor Belastung mit FD
das/die Messgerät(e) zur Messung der Durchbiegung in Kontakt mit der Unterseite der Abdeckung oder des
Aufsatzes zu bringen und (ein) Messwert(e) aufzunehmen. Die Kraft FD ist mit einer Rate von 1 kN/s bis
5 kN/s bis auf 1/3FT zu steigern und 30 s beizubehalten. Messgerät(e) zur Messung der Durchbiegung ist/sind
innerhalb der nächsten 10 Sekunden erneut abzulesen. Danach darf entlastet werden.

I.4.2 Durchführung der Prüfung bei Mehrfachabdeckungen oder -aufsätzen

Bei Mehrfachabdeckungen oder -aufsätzen ist jede einzelne Einheit und jedes tragfähigkeitsrelevante
Zwischenbauteil nach I.4.1 zu prüfen. Die Lage von Prüfstempel und Messgerät(en) zur Messung der Durch-
biegung muss Bildern G.2 und G.3 entsprechen.

I.5 Beobachtungen und Bericht


Alle Messwerte sind aufzuzeichnen, und die Unterschiede zwischen den „Bezugswerten“ und den
entsprechenden „Messwerten unter Last“ sind zu bestimmen. Es ist ein Vergleich zwischen diesen
Unterschieden und den Anforderungen dieser Norm durchzuführen und ein entsprechender Bericht
anzufertigen.

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²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Anhang J
(normativ)

Prüfung zur Bestimmung des Griffigkeitsbeiwertes von unpolierten


Schachtabdeckungen (USRV)

ANMERKUNG Siehe 7.13.2 c) und 9.4.11 c).

J.1 Allgemeines
Die Messung des Griffigkeitsbeiwerts eines unpolierten Probekörpers wird mit einem Pendelprüfgerät
durchgeführt, um die Reibungseigenschaften des Probekörpers zu bewerten. Das Pendelprüfgerät enthält
einen federbelasteten Gleitkörper aus Normgummi, der am Ende des Pendels befestigt ist. Beim Schwingen
des Pendels wird die Reibungskraft zwischen Gleitkörper und der Oberfläche des Probekörpers durch
Messung der Verkürzung der Schwingungslänge mit Hilfe einer kalibrierten Skala ermittelt.

J.2 Prüfgeräte
Das Prüfgerät muss bestehen aus:

Einem Pendelprüfgerät nach Anhang A von ENV 12633:2003;

Trinkwasser.

J.3 Kalibrierung des Pendelprüfgerätes


Das Pendelprüfgerät ist mindestens einmal jährlich einer Nachkalibrierung zu unterziehen. Dies muss durch
eine anerkannte Kalibrierungsstelle nach EN 13036-4 erfolgen.

J.4 Auswahl der Probekörper


Probekörper müssen Schachtabdeckungen oder Rahmen sein, die als Stichprobe einem Lagerbestand an
Abdeckungen des Herstellers entnommen wurden. Eine repräsentative Probe jeder Ausführung eines
Oberflächenprofils und jedes Herstellungswerkstoffes, die frei von zeitweiligen Überzügen ist, noch nicht
eingesetzt wurde und korrosionsfrei ist, muss ausgewählt und geprüft werden.

Dieses Verfahren gilt auch, wenn das Oberflächenprofil nachfolgend verändert wurde.

J.5 Prüfverfahren

J.5.1 Überprüfung und Vorbehandlung des Pendelprüfgerätes

Der Zustand des Pendelprüfgerätes ist nach dem Verfahren für die Überprüfung des Zustands eines
Pendelprüfgerätes nach ENV 12633:2003, Anhang B, zu validieren. Wenn die Ergebnisse der Validierung
außerhalb des Bereichs der Normoberfläche liegen, ist der verwendete Gleitkörper nach ENV 12633:2003,
A.2.1.10, vorzubehandeln.

Liegen die Ergebnisse der Validierung noch immer außerhalb des Bereichs der Normfläche, muss das
Prüfgerät nach der Vorbehandlung untersucht werden, und es kann eine Neukalibrierung erforderlich sein.

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prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Das Pendelprüfgerät muss mindestens 30 Minuten vor Prüfbeginn vorbehandelt werden. Prüfgerät, Probe-
körper und Gleitkörper sowie das Wasser sind während dieser Zeit auf einer Temperatur von (20 5) °C zu
halten.

J.5.2 Durchführung zur Bestimmung des USRV

J.5.2.1 Herstellung der Probe

Vor der Prüfung sind Oberflächenfehler (z. B. Gussmängel usw.), Staub oder andere Verunreinigungen von
der zu prüfenden Probe zu entfernen.

J.5.2.2 Lage der Prüfflächen

Die Prüfung muss nach Möglichkeit innerhalb eines Gitters mit einem Querschnitt von 0,5 m ! 0,5 m nach
Bild J.1 stattfinden. Wenn offensichtlich ist, dass sich das Oberflächenprofil über die Prüffläche ändert,
können zusätzliche Prüfungen notwendig werden, um dies zu berücksichtigen.

Legende
1 Prüfort 1
2 Prüfort 2
3 Prüfort 3
Bild J.1 — Prüforte

Die Prüfung ist an den drei in Bild J.1 dargestellten Prüforten durchzuführen, d. h. zwei Prüforte müssen
parallel zur Hauptachse des Deckels und ein Prüfort muss in einem Winkel von 45 ° zur Hauptachse
verlaufen. Ist der Probekörper kleiner als 500 mm ! 500 mm, ist ein ähnliches Prüfmuster zu wählen.

J.5.2.3 Aufbau

Der Aufbau des Pendels, seine Nullstellung und das Messverfahren müssen ENV 12633 entsprechen.
Zusätzlich muss die Grundplatte des Pendelprüfgerätes mit einem geeigneten Material mit einer Masse > 6 kg
und < 10 kg beschwert werden, um eine mögliche Bewegung während der Prüfung zu verhindern.

J.5.2.4 Überprüfung der Reiblänge

Kann wegen des Oberflächenprofils des Deckels eine Reiblänge von 126 mm nicht erreicht werden (d. h.
Gleitkörper zu Beginn und am Ende der Reiblänge in Kontakt mit dem Deckelwerkstoff), darf eine Länge von
weniger als 126 mm gewählt werden. In diesem Fall ist die tatsächliche Reiblänge aufzuzeichnen, und die
nach der Prüfung erzielten Werte sind mit einem Korrekturfaktor zu modifizieren. Der Korrekturfaktor ist durch
Vergleich mit Normprüfwerkstoffen zu ermitteln. Derartige Bezugswerkstoffe sind mit derselben Reiblänge zu
prüfen wie die Probe, und es ist ebenfalls der Normabstand von 126 mm zu verwenden. Der Korrekturfaktor
muss das Verhältnis aus beiden Ergebnissen sein.

68
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

ANMERKUNG Geeignete Bezugswerkstoffe sind Floatglasplatten und wasserdichtes Siliziumcarbidpapier mit der
Körnung 300.

J.5.2.5 Messen der Werte jedes einzelnen Probekörpers

Die Höhe des Pendelarms muss überprüft und so eingestellt werden, dass der Gleitkörper beim Überstreichen
des Probekörpers diesen über die gesamte Breite des Gleitkörpers und über die festgelegte Schwinglänge
berührt. Die Oberflächen des Probekörpers und des Gummigleitkörpers sind dann unmittelbar vor jedem
Schwingen des Pendels direkt vor der Mitte des Prüforts mit einer Wassermenge von 3 l/Minute zu
befeuchten, wobei darauf zu achten ist, dass die eingestellte Lage des Gleitkörpers nicht verändert wird.

Pendel und Zeiger sind dann aus der waagerechten Lage freizugeben, und der Pendelarm wird beim
Zurückschwingen festgehalten, bevor er den Probekörper ein zweites Mal berührt. Die Zeigerstellung auf der
Skala ist aufzuzeichnen. Dies ist der Pendelprüfwert. Dieser Vorgang ist fünfmal an jedem der drei in Bild J.1
dargestellten Orte zu wiederholen, wobei der Probekörper jedes Mal erneut befeuchtet wird. Für jeden Prüfort
sind die letzten drei der fünf Messwerte aufzuzeichnen.

Für jeden Prüfort nach Bild J.1 ist der Mittelwert aus den letzten drei der fünf Messwerte zu bestimmen. Dies
ist der USRV für jeden Prüfort. Der Mittelwert aus den beiden niedrigsten USRV-Werten ist als Griffigkeits-
beiwert zu berechnen.

J.6 Berechnung des USRV


Der USRV ist das Ergebnis des Mittelwertes der drei nach J.5.2.5 geprüften Proben und muss berechnet
werden und als „Griffigkeitsbeiwert von unpolierten Schachtabdeckungen" bezeichnet werden.

ANMERKUNG Bei Verwendung dieses Prüfgerätes für die Bestimmung der Griffigkeitsbeiwerte für Bodenbeläge
wurden die in Tabelle J.1 angegebenen Werte erzielt und können als Richtwerte verwendet werden.

Tabelle J.1 — Richtwerte für die Griffigkeitsbeiwerte

Klassifizierung
(Rutschgefahr) des Griffigkeitsbeiwert 4'S'-Gleiter
Deckels
Hoch < 25
Mäßig 25 bis 35
Gering 35 bis 65
Sehr gering > 65

69
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Anhang K
(informativ)

Empfehlungen für die Installation

K.1 Allgemeines
Der sichere Einsatz von Abdeckungen und Aufsätzen hängt von der richtigen Wahl des Produktes und einem
guten Einbau ab, besonders, wenn sie in Straßen eingebaut sind. Die im Folgenden aufgeführten Kriterien
sollten berücksichtigt werden. Eine dauerhafte Installation in Straßen kann über die gesamte Lebensdauer
von Abdeckungen und Aufsätzen bedeutend zur Kostensenkung beitragen. Die Bedingungen am Einsatzort
können detailliertere Anweisungen erforderlich machen.

K.2 Ort und Öffnungsgröße


Die Hauptverantwortung für den sicheren Standort einer Abdeckung oder eines Aufsatzes liegt beim Planer.

Der unterirdische Schacht mit einer Abdeckung oder einem Aufsatz sollte sich möglichst an einer Stelle
befinden, an der der Verkehr am wenigsten intensiv ist. Der genaue Einbauort liegt unter Berücksichtigung der
künftigen und gegenwärtigen Verkehrsbedingungen in der Verantwortung des Planers. Der Planer sollte
entsprechend den Empfehlungen dieser Norm eine geeignete Klasse für die Einheit, für den Standort des
Schachts und eine geeignete lichte Weite für einen sicheren Zugang auswählen.

K.3 Vorbereitungen vor der Installation


Vor der Installation sollte überprüft werden:

dass die Größe der Abdeckung oder des Aufsatz die Richtige für den Schacht ist;

dass die Abdeckung oder der Aufsatz die geeignete Klasse für den Einbauort besitzt;

ob die Abdeckung oder der Aufsatz in einer besonderen Lage befestigt werden sollte und ob sie/er richtig
ausgerichtet ist;

dass die Abdeckung oder der Aufsatz geeignet gekennzeichnet ist, um Übereinstimmung mit dieser Norm
auszuweisen, und ob sie das Konformitätskennzeichen einer Drittstelle trägt;

dass die Installationsanleitung des Herstellers zur Verfügung steht;

dass Deckel/Rost und Rahmen zueinander passen.

ANMERKUNG Abdeckungen und Aufsätze werden von den Herstellern und den Zertifizierungsstellen als eine Einheit,
d. h. als zueinander passender Aufsatz und Rahmen, geprüft. Im Allgemeinen sollten sie als solche installiert werden. Die
Änderung nur eines Bauteils darf auf Wunsch des Eigners vorgenommen werden.

K.4 Fertigkeiten der Bau-Facharbeiter, Schulung und Installationsausrüstung


Der Einbau von Abdeckungen und Aufsätzen sollte durch geeignet ausgebildete und geschulte Personal mit
der richtigen Ausrüstung ausgeführt werden.

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²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Der Nutzer der Installation sollte sicherstellen, dass das Personal oder Vertragsnehmer (und deren Personal),
die an der Installation der Abdeckung oder der Aufsätze beteiligt sind, für die Ausführung dieser Arbeit
ausreichend kompetent sind.

Der Installateur sollte sicherstellen, dass die verwendete Ausrüstung während der Installation der
Abdeckungen oder Aufsätze:

pfleglich behandelt wird;

für die sichere Installation der Abdeckung oder des Aufsatzes geeignet ist; und

keine Beschädigung an der Abdeckung oder dem Aufsatz verursacht.

K.5 Bettungs- und Dichtungsmittel


Alle Bettungs- und Dichtungsmittel sollten unter strikter Einhaltung der Empfehlungen des Herstellers einge-
setzt werden. Alle derartigen Werkstoffe sollten für den Einsatz bei einer Temperatur geeignet sein, die zum
Zeitpunkt der Installation herrscht.

K.6 Zustand der Tragkonstruktion der Kammer


Vor der Befestigung der Abdeckung oder des Aufsatzes sollte das Personal sicherstellen, dass der Schacht,
auf der sie/er zu installieren ist, sich in einem intakten Zustand befindet und den über die Abdeckung oder den
Aufsatz fließenden Verkehr oder Fußgängerstrom sicher aufnehmen kann. Alle notwendigen Reparaturen
oder Wiederinstandsetzungen der Tragkonstruktion eines bestehenden Schachtes sollten vor der Installation
einer neuen Abdeckung oder eines neuen Aufsatzes ausgeführt werden.

K.7 Befestigung von Abdeckungen oder Aufsätzen


Die Konstruktion des Schachtes und/oder die örtlichen Bedingungen und die Praxis können es erforderlich
machen, dass ein besonderer Rahmentyp und/oder Rahmeneinbau notwendig ist. Es gibt eine Vielzahl von
Rahmenkonstruktionen und Verfahren für die Aufnahme von Rosten und Deckeln. Deshalb sollten die Bau-
Facharbeiter bei der Installation einer Abdeckung oder eines Aufsatzes sicherstellen, dass:

die Abdeckung oder der Aufsatz entsprechend den Empfehlungen des Herstellers befestigt wird;

eine ausreichende Rahmenauflage auf dem Schacht oder auf der Konstruktion der benachbarten
gepflasterten Fläche vorhanden ist (wie nach der örtlichen Praxis erforderlich);

der Rahmen ausreichend verankert ist und intakte Verankerungspunkte hat (sofern festgelegt);

die Oberfläche der Abdeckung oder des Aufsatzes zur benachbarten gepflasterten Fläche zweckgerecht
angepasst ist; und

die Abdeckung oder der Aufsatz solide am Ort befestigt ist und aufliegt, und dass sie/er sich unter der
Verkehrslast nicht bewegt.

K.8 Überprüfung nach der Installation und Reinigung


Nach der Installation der Abdeckung oder des Aufsatzes und vor Inbetriebnahme sollte der Installateur alle
Bauteile der Abdeckungen oder Aufsätze sowie deren Umgebung sorgfältig säubern und überprüfen, um
sicherzustellen, dass die Bestandteile ordnungsgemäß funktionieren.

71
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Insbesondere die folgenden Gesichtspunkte der Installation sollten überprüft/überwacht werden:

ausreichende Aushärtungszeit für alle Bettungsmittel;

sicherer Sitz des Rahmens vor Ort;

stabile Lage von Deckel/Rost im Rahmen, so dass diese durch Verkehr nicht bewegt werden;

kein Auftreten nachteiliger Wechselwirkungen zwischen den Auflageflächen oder Flanschen von Deckel
oder Rost sowie dessen Rahmen;

alle zusätzlichen Bestandteile funktionieren ordnungsgemäß, z. B. Scharniere und Verriegelungen;

alle dämpfenden Einlagen sind ordnungsgemäß am Ort befestigt und funktionieren zufriedenstellend; und

jedes Teil, das den Rost oder den Schacht in geöffneter Stellung verriegelt, funktioniert ordnungsgemäß
und entsprechend den Anweisungen des Herstellers.

Alle außergewöhnlichen Abweichungen sollten korrigiert werden, bevor die Abdeckung oder der Aufsatz der
Verkehrslast ausgesetzt werden.

72
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Abschnitte dieser Europäischen Norm,


die die Vorschriften der EG-Bauproduktenrichtlinie betreffen

ZA.1 Anwendungsbereich und relevante Eigenschaften


Diese Europäische Norm wurde gemäß dem von der Europäischen Kommission und der Europäischen
Freihandelszone an CEN erteilten Mandat M/118 „Produkte für die Abwasserentsorgung und -behandlung“
erarbeitet.

Die in diesem Anhang aufgeführten Abschnitte dieser Europäischen Norm erfüllen die Anforderungen des
Mandats M/118, das auf der Grundlage der EG-Bauproduktenrichtlinie (89/106/EWG) erteilt wurde.

Die Übereinstimmung mit diesen Abschnitten berechtigt zu der Annahme, dass die Bauprodukte, für die
dieser Anhang gilt, für ihren hier angegebenen, vorgesehenen Verwendungszweck geeignet sind; es ist auf
die begleitenden Angaben zum CE-Kennzeichen zu verweisen.

WARNUNG — Für die Bauprodukte, die unter den Anwendungsbereich dieser Europäischen Norm
fallen, können weitere Anforderungen und EG-Richtlinien, welche die Eignung des Produkts für den
vorgesehenen Verwendungszweck nicht beeinflussen, gelten.

ANMERKUNG Zusätzlich zu den konkreten Abschnitten dieser Norm, die sich auf gefährliche Substanzen beziehen,
kann es weitere Anforderungen an die Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, geben (z.B.
umgesetzte europäische Rechtsvorschriften und nationale Gesetze, Rechts- und Verwaltungsvorschriften). Um die
Bestimmungen der EG-Bauproduktenrichtlinie zu erfüllen, ist es notwendig, die besagten Anforderungen, sofern sie
Anwendung finden, ebenfalls einzubeziehen.
ANMERKUNG Eine Informations-Datenbank über europäische und nationale Bestimmungen über gefährliche
Substanzen ist auf der Website der Kommission EUROPA (Zugang über http://ec.europa.eu/enterprise/construction/
internal/dangsub/ dangmain.htm).verfügbar.

Dieser Anhang hat den gleichen Anwendungsbereich wie Abschnitt 1 dieser Norm bezüglich der behandelten
Produkte. Er gibt die Bedingungen für die CE-Kennzeichnung der Aufsätze und Abdeckungen für die nach-
folgend angegeben Verwendungszwecke an und führt die einschlägigen geltenden Abschnitte auf (siehe
Tabelle ZA.1).

Bauprodukt: Aufsätze und Abdeckungen

Vorgesehener Verwendungszweck: Abdeckung von Öffnungen von Abläufen und Schächten in Flächen
für Fußgänger und/oder Fahrzeugverkehr.

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prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Tabelle ZA.1 — Relevante Abschnitte

Abschnitte mit
Stufen
Anforderungen in
Wesentliche Eigenschaften und/oder Anmerkungen
dieser Europäischen
Klassen
Norm
Tragfähigkeit:
— Einlegetiefe 7.3 — Grenzwert, sofern anwendbar
— Belastbarkeit 7.15; 8.1 — Eignungsklassen
— Bleibende Verformung 8.2 — Grenzwerte je Klasse
— Sicherung 7.6 Angegebene(s) Verfahren
— Maximale Durchbiegung
I.3.2, Anhang I — Grenzwerte
unter Last
Entscheidungen können von
Behörden getroffen werden, um den
Einbau von zusätzlichen
Kindersicherheit 7.8 und 7.19 —
Sicherheitsmerkmalen des Produkts,
z. B. Verschlussvorrichtungen, zu
fordern.
Griffigkeit 7.13 — —
6.2; 6.3; 6.4; Anhang C,
Dauerhaftigkeit — —
E und Fa; D.2a
a Verwendung geeigneter Anforderungen der Abschnitte.

Die Anforderung an eine bestimmte Eigenschaft ist in den Mitgliedsstaaten (MSs) nicht anwendbar, in denen
es keine gesetzlichen Anforderungen an diese Eigenschaft für den vorgesehenen Verwendungszweck des
Produkts gibt. In diesem Fall sind Hersteller, die ihre Produkte auf den Markt dieser MSs bringen, nicht
verpflichtet, die Gebrauchstauglichkeit ihrer Produkte bezüglich dieser Eigenschaft zu bestimmen noch sie
anzugeben, und es darf die Option „Keine Leistung festgelegt“ (NPD) in den die CE-Kennzeichnung (siehe
ZA.3) begleitenden Angaben verwendet werden. Die NPD-Option darf jedoch nicht verwendet werden, wenn
die Eigenschaft einem Grenzwert unterliegt.

ZA.2 Verfahren der Konformitätsbescheinigung von Produkten

ZA.2.1 System der Konformitätsbescheinigung

Das System für die Bescheinigung der Konformität von Aufsätzen und Abdeckungen nach Tabelle ZA.1 in
Übereinstimmung mit der Entscheidung des Rates der Kommission 2004/663/EG vom 20.September 2004
(siehe OJEC L 302, 2004-09-29), wie es im Anhang III des Mandats „Produkte für die Abwassertechnik“
vorgegeben wurde, ist in Tabelle ZA.2 für den/die jeweilige(n) vorgesehenen Verwendungszweck(e)
aufgeführt.

74
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Tabelle ZA.2 — Systeme der Konformitätsbescheinigung

System der
Vorgesehene(r) Stufe(n) oder
Produkt(e) Konformitäts-
Verwendungszweck(e) Klasse(n)
bescheinigung
Aufsätze und Abdeckungen für Abdeckungen der Öffnungen von Abläu-
Fahrzeug- und Fußgänger- fen und Schächten in Bereichen für Keine 1
verkehrsflächen Fußgänger- und/oder Fahrzeugverkehr
System 1: Siehe Richtlinie 89/106/EWG (CPD), Anhang III.2.(ii), ohne Stichprobenprüfung

Die Konformitätsbescheinigung der Aufsätze und Abdeckungen nach Tabelle ZA.1 muss auf den Verfahren
zur Konformitätsbewertung nach Tabelle ZA.3. beruhen, die sich aus der Anwendung der dort angegebenen
Abschnitte dieser Europäischer Norm ergibt.

Tabelle ZA.3 — Zuordnung der Aufgaben für die Konformitätsbewertung


von Aufsätzen und Abdeckungen nach System 1

Anzuwendende
Abschnitte zur
Aufgaben Inhalt der Aufgabe
Konformitäts-
bewertung
Parameter, bezogen auf alle
Werkseigene Produktions-
Aufgaben unter maßgebenden Eigenschaften 11.3
kontrolle (WPK)
der Verantwortung nach Tabelle ZA.1
des Herstellers Alle maßgebenden Eigen-
Erstprüfung 11.2
schaften nach Tabelle ZA.1
Alle maßgebenden Eigen-
Erstprüfung 11.2
schaften nach Tabelle ZA.1
Aufgaben unter
Parameter, bezogen auf alle
der Verantwortung Erstinspektion des Werks und
maßgebenden Eigenschaften 11.3
der Zertifizierungs- der WPK
nach Tabelle ZA.1
stelle für das
Produkt Parameter, bezogen auf alle
Laufende Überwachung, Bewer-
maßgebenden Eigenschaften 11.3
tung und Annahme der WPK
nach Tabelle ZA.1

ZA.2.2 EG-Konformitätszertifikat und EG-Konformitätserklärung

Wenn Übereinstimmung mit den Bedingungen dieses Anhangs erzielt worden ist, muss die Zertifizierungs-
stelle eine Konformitätserklärung (d. h. EG-Konformitätserklärung) ausstellen, welche es dem Hersteller
erlaubt, die CE-Kennzeichnung anzubringen.

Das Zertifikat muss Folgendes beinhalten:

Name, Anschrift und Kennnummer der zugelassenen Zertifizierungsstelle;

Name und Anschrift des Herstellers oder seines bevollmächtigten Vertreters im EWR und Herstellungsort
(nicht verschlüsselt);

ANMERKUNG 1 Der Hersteller kann auch dafür verantwortlich sein, das Produkt auf den EWR-Markt zu bringen, wenn
er die Verantwortung für die CE-Kennzeichnung übernimmt.

75
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

Beschreibung des Produkts (Typ, Kennzeichnung, Verwendung...);

Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN);

Besondere Bedingungen für die Verwendung des Produkts (z. B. Bestimmungen für die Verwendung
unter bestimmten Bedingungen);

Nummer des Zertifikats;

gegebenenfalls Bedingungen und Gültigkeitsdauer des Zertifikats;

Name und Funktion der Person, die berechtigt ist, das Zertifikat zu unterzeichnen.

Zusätzlich muss der Hersteller eine Konformitätserklärung (d. h. EG-Konformitätserklärung) verfassen und
aufbewahren, die Folgendes beinhaltet:

Name und Anschrift des Herstellers oder seines bevollmächtigten Vertreters im EWR;

Name und Anschrift der zugelassenen Zertifizierungsstelle;

Beschreibung des Produkts (Typ, Kennzeichnung, Verwendung...) sowie eine Kopie der die CE-
Kennzeichnung begleitenden Angaben;

ANMERKUNG 2 Sind einige der für die Konformitätserklärung erforderlichen Angaben bereits in der CE-Kennzeichnung
enthalten, müssen sie nicht wiederholt werden.

Bestimmungen, denen das Produkt entspricht (d. h. Anhang ZA dieser EN) sowie Verweis auf die
Berichte der ITT und Aufzeichnungen der werkseigenen Produktionskontrolle (sofern zutreffend);

Besondere Bedingungen für die Verwendung des Produkts (z. B. Bestimmungen für die Verwendung
unter bestimmten Bedingungen);

Nummer des begleitenden EG-Konformitätszertifikats;

Name und Funktion der Person, die berechtigt ist, die Erklärung an Stelle des Herstellers oder seines
bevollmächtigten Vertreters zu unterzeichnen.

Das oben genannte Zertifikat und die Erklärung sind in der/den offiziellen Sprache(n) des Mitgliedsstaates
vorzulegen, in dem das Produkt zur Verwendung gelangen soll.

ZA.3 CE-Kennzeichnung und Etikettierung

Der Hersteller oder sein bevollmächtigter Vertreter im EWR ist verantwortlich für das Anbringen der CE-
Kennzeichnung. Das auf dem Aufsatz oder auf der Abdeckung anzubringende CE-Kennzeichen muss der
Richtlinie 93/68/EWG entsprechen (siehe Bild ZA.1). Es muss deutlich sichtbar, dauerhaft und fester
Bestandteil des Deckels, Rostes und Rahmens sein.

76
²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Bild ZA.1 — CE-Kennzeichen

Mit dem CE-Kennzeichen sind die folgenden Angaben auf dem Produkt anzubringen:

die Kennnummer der zugelassenen Zertifizierungsstelle;

die Nummer der EG-Konformitätsbescheinigung;

der Name oder das Bildzeichen des Herstellers oder seines Vertreters im EWR;

die letzten beiden Stellen des Jahres, in dem die CE-Kennzeichnung angebracht wurde.

Das CE-Kennzeichen muss auch auf den begleitenden Handelspapieren oder elektronischen Dokumenten
(z. B. einem Lieferschein oder einer Internetseite, wo derartige Angaben zur CE-Kennzeichnung verfügbar
sind) erscheinen und mit folgenden Angaben versehen sein:

Kennnummer der zugelassenen Zertifizierungsstelle;

Name oder Bildzeichen und registrierte Anschrift des Herstellers oder seines Vertreters im EWR;

den letzten beiden Stellen des Jahres, in dem die CE-Kennzeichnung angebracht wurde;

Nummer des Konformitätszertifikats;

Nummer dieser Norm (d. h. EN 124);

Beschreibung des Produkts: Name, Werkstoff, Maße und Einbauort (Gruppe, siehe Abschnitt 5);

Angaben über die zutreffenden Eigenschaften von Tabelle ZA.1, für die Werte anzugeben sind (Hält
ein Produkt einen vorgegebenen Grenzwert ein, braucht der Hersteller dies nicht zu erklären, aber er
darf es, und er darf auch die über dem vorgegebenen Grenzwert liegende Produktleistung angeben,
wenn er es möchte):
Tragfähigkeit;
Kindersicherheit;
Sicherungsverfahren;
Dauerhaftigkeit (Beschichtung oder Schutz, sofern zutreffend);

„Keine Leistung festgelegt" (KLF), für Eigenschaften, auf die dies zutrifft.

Bild ZA.2 zeigt ein Beispiel für die auf einem Produkt zu machenden Angaben zur CE-Kennzeichnung;
Bild ZA.3 zeigt ein Beispiel für die Angaben zur CE-Kennzeichnung, die auf begleitenden Handelspapieren
anzugeben sind.

77
prEN 124:2007 (D) ²(QWZXUI²

CE Konformitätskennzeichnung, bestehend aus:


„CE-Kennzeichen“ nach der Richtlinie 93/68/EWG.

Kennnummer der zugelassenen


0123
Zertifizierungsstelle
Firma xyz Name oder Kennzeichen des Herstellers
Die letzten zwei Stellen des Jahres, in dem die
08
Kennzeichnung angebracht wurde
0123-BPR-01234 Nummer der EG-Konformitätsbescheinigung

Bild ZA.2 — Beispiel für die Angaben der CE-Kennzeichnung auf dem Produkt

CE Konformitätskennzeichnung, bestehend aus


dem „CE-Kennzeichen“ nach der
Richtlinie 93/68/EWG.

Kennnummer der zugelassenen


0123
Zertifizierungsstelle
Name oder Kennzeichen und registrierte Adresse
Firma xyz, PSF 21, B-1050
des Herstellers
Letzte zwei Stellen des Jahres, in dem die
08
Kennzeichnung angebracht wurde
0123-BPR-01234 Nummer des EG-Konformitätszertifikats
EN 124 Nummer der Europäischen Norm
Aufsätze aus Gusseisen mit Kugelgraphit,
Beschreibung des Produkts und der Installation
550 240 mm, Gruppe 3
Tragfähigkeit Klasse: C 250
Kindersicherheit Verschlussvorrichtung Angaben zu den Eigenschaften, denen das Produkt
Griffigkeit KLF entspricht

Sicherung Angegebenes Verfahren

Bild ZA.3 — Beispiel für die Angaben der CE-Kennzeichnung in den begleitenden Handelspapieren

Zusätzlich zu den oben angegebenen speziellen Angaben zu gefährlichen Stoffen sollten dem Produkt, sofern
erforderlich und in geeigneter Form, Dokumente beigefügt werden, in denen alle übrigen gesetzlichen
Bestimmungen über gefährliche Stoffe aufgeführt werden, deren Einhaltung gefordert wird, sowie alle
Angaben, die auf Grund dieser gesetzlichen Bestimmungen erforderlich sind.

ANMERKUNG 1 Europäische gesetzliche Bestimmungen ohne nationale Abweichungen brauchen nicht angegeben
werden.

ANMERKUNG 2 Das Anbringen der CE-Kennzeichnung bedeutet, dass ein Produkt alle geltenden Richtlinien erfüllt,
wenn es mehreren Richtlinien unterliegt.

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²(QWZXUI² prEN 124:2007 (D)

Anhang L
(informativ)

Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen


Norm und der vorhergehenden Ausgabe

Wesentliche technische Änderungen zwischen dieser Europäischen Norm und der vorhergehenden Ausgabe
sind in der folgenden Tabelle angegeben:

Abschnitt/Absatz/
Änderung
Tabelle/Bild
1 Nennwert hinzugefügt
3.21 Definition für „Befestigungsmittel" hinzugefügt
3.31 Definition für „Verschlussvorrichtung" hinzugefügt
3.32 bis 3.41 Definitionen für Kunststoffe hinzugefügt
6 Verbundwerkstoffe, Polypropylen und Polyvinylchlorid hinzugefügt
7.13 Anforderungen für Griffigkeit hinzugefügt
7.19 Anforderungen für Kindersicherheit hinzugefügt
11 Abschnitte zu Konformitätsbewertung überarbeitet
Anhang A Tabelle A.6 und A.7 hinzugefügt für das Verfahren der werkseigenen Produktions-
kontrolle bei Verbundwerkstoffen, PP und PVC-U
Anhang E Der Anhang wurde hinzugefügt für zusätzliche Anforderungen für Abdeckungen aus
Verbundwerkstoffen
Anhang F Der Anhang wurde hinzugefügt für zusätzliche Anforderungen für Abdeckungen aus PP
und PVC-U
Anhang G Die Beschreibung der Prüfung der bleibenden Verformung wurde nach Anhang G
verschoben; Beispiele für die Prüfung von Abdeckungen und Aufsätzen aus zwei oder
drei Teilen wurden hinzugefügt
Anhang H Die Beschreibung der Tragfähigkeitsprüfung wurde nach Anhang G verschoben
Anhang I Eine Prüfung der Durchbiegung unter Last wurde hinzugefügt
Anhang J Eine Prüfung der Griffigkeit wurde hinzugefügt
Anhang K Empfehlungen für die Installation wurden hinzugefügt
Anhang ZA Für den Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den grundlegenden
Anforderungen der EG-Bauproduktenrichtlinie wurde der Anhang hinzugefügt
ANMERKUNG Die erwähnten technischen Änderungen beinhalten die wesentlichen technischen Änderungen der
überarbeiteten EN, stellen aber keine vollständige Liste aller Änderungen gegenüber der vorhergehenden Ausgabe dar.

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