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Die Herausbildung der Gattung Oper um 1600

Die Herausbildung der Gattung Oper um 1600 „lag in der Luft“. Was hatte direkten Einfluss darauf?

Madrigal- Florentiner Wandlung des


Intermedien Geistliche Oper
Komödie Camerata Madrigalstils

Intermedien: Im Italien des 16. Jahrhunderts wurden


fünfaktige Dramen aufgeführt; zwischen den Akten, außerdem
oft vor- und hinterher gab es ein Intermedium (eine instrumentale
oder vokale Zwischenaktmusik), welches inhaltlich nicht direkt
mit dem Drama zu tun haben musste.
„Hauptstadt“ der Intermedien war Florenz. Die Finanziersfamilie
Medici wollte durch Kunst ihren Rang anheben und förderte die
Intermedien, welche immer zu fürstlichen Hochzeiten aufgeführt
wurden (1539, 1579 und 1589).
Gegen 1600 wurden die eigentlichen Dramen immer kürzer, um
mehr Zeit für die Intermedien zu haben.
In den Intermedien standen Figuren im Mittelpunkt, bei denen
die Musik wichtig war (Orpheus, Apoll...). Zeichnung zu den Intermedien von 1589

Florentiner Camerata: In Florenz trafen sich von ca. 1585 bis


1600 kunstinteressierte Bürger im Hause des Grafen Bardi, um über
die Wiederbelebung der antiken Kunst zu diskutieren. Ergebnis ihrer
Bemühungen war die Monodie (der generalbassbegleitete Sologesang)
und schließlich die Oper. Dem Kreis gehörten unter anderem Jacopo Peri
und Guiliano Caccini an, die wichtigsten Komponisten der Intermedien
von 1589 und der ersten Oper (1598).

Orpheus bezähmt mit seiner Musik wilde Tiere

Allegorie
der
Musik

Geistliche Oper: Emilio de Cavalieri (Ende des 16.


Jh. künstlerischer Oberleiter am Florentiner Hof) greift die
Tradition der geistlichen Mysterienspiele auf und setzt als
einer der ersten die Idee der Monodie in die Praxis um. Im
Vorwort zu seiner „Rappresentatione“ (1600 in Rom urauf-
geführt) gibt er Hinweise auf die richtige Art des Gesangs:
„Der Sänger muss eine schöne Stimme haben, von guter
Intonation und Tragfähigkeit. Er soll ausdrucksvoll singen,
leise und laut, ohne Passagenwerk. Vor allem soll er die Worte gut artikulieren, dass sie verstanden werden,
sie mit Bewegungen und Gesten untermalen, die er nicht nur mit den Händen, sondern auch mit Schritten
vollführt – sie sind sehr wertvolle Mittel zur Erregung des Affekts.“

Madrigalkomödie: Eine thematisch zusammenhängende Folge mehrerer Madrigale wird zu einer


Komödie. Die Madrigale werden vor der Bühne gesungen, auf der Bühne erfolgt dazu pantomimische
Darstellung.