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Georg-August-Universität Göttingen

Materialien zu den Begleitkollegs


Strafrecht I

Fall 13 – „Der Pöbler und der Polizist“

Bei ihrem nächtlichen Streifengang durch die Fußgängerzone der Universi-


tätsstadt G stießen die Polizeibeamten P und K auf den T, der sich auf dem
Rückweg von einer Feier befand. Aufgrund seiner Alkoholisierung grölte die-
ser lautstark herum und bepöbelte vorbeigehende Passanten. Als er sich
schließlich auf die Straße setzte und eine Zigarette anzündete, erteilten ihm P
und K einen Platzverweis. Diesen ignorierte er, erhob sich und torkelte auf
eine verkehrsreiche Straßenkreuzung zu. Daraufhin entschlossen sich die bei-
den Polizeibeamten, den T zur Ausnüchterung in Gewahrsam zu nehmen. Da
er sich weigerte mitzukommen, wollen sie ihm zu diesem Zweck die Hände
fesseln. T versuchte sich der Festnahme zu entziehen, schlug dabei um sich
und erwischte P im Gesicht.
Nachdem er erfolgreich zu Boden gebracht und gefesselt worden war, gab er
seinen Widerstand auf. Aus Wut über die nächtlichen Ausschreitungen ge-
genüber der Polizei trat ihn P ohne Absprache mit K mehrfach mit seinem
Fuß, an dem er einen Dienstschuh trug, nicht bloß leicht, sondern durchaus
heftiger in die Bauchgegend, wobei dieser jeweils kurz aufschrie.

Wie hat sich P nach dem StGB strafbar gemacht?

Bearbeitervermerk: Es ist davon auszugehen, dass das Verhalten des P nach


der Fesselung des T nicht mehr von öffentlich-rechtlichen Zwangsbefugnissen
oder anderen Erlaubnissätzen gedeckt ist.