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Georg-August-Universität Göttingen

Materialien zu den Begleitkollegs


Strafrecht I

Fall 14 – „Die Liebesfessel“

A bemüht sich, K für sich zu gewinnen und dessen bisherige Freundin Z von
seiner Seite zu verdrängen. Aufgrund der Rivalität der beiden Frauen kommt
es zwischen ihnen wiederholt zu Auseinandersetzungen. Eines Nachts, als K
schläft, entwickelt sich unerwartet eine erotische Situation zwischen den
Frauen. Es kommt zu sexuellen Handlungen. Inmitten dieser droht Z damit,
allen zu erzählen, dass A bisexuell veranlagt sei, verspricht schließlich aber,
es doch nicht zu tun. Die noch im „Sexualmodus“ befindliche A sieht sich
veranlasst, Z für ihre ungezogene Verlautbarung zu bestrafen und sie – auch
zur Erhöhung des sexuellen Lustgewinns – mit einer sog. Liebesfessel zu ver-
sehen.
Einige Zeit später erst realisiert A die Möglichkeit, dass Z ihre „Drohung“
schlimmstenfalls tatsächlich in die Tat umsetzen könnte. Im Verlauf eines in-
sofern aufflammenden Streits fasst A aus Wut, Zorn und Eifersucht sowie in
der Erkenntnis, dass sich Z gefesselt nicht wehren kann, den Entschluss, ihre
Rivalin mit einem Kopftuch zu erwürgen. Die gefesselte Z erkennt diese Ab-
sichten, als A zur Vorbereitung in aller Ruhe das Kopftuch faltet, und ruft in
Todesangst um Hilfe. A nähert sich der auf einer Matratze hockenden Z von
vorn und erdrosselt sie.

Hat A sich wegen Tötungsdelikten strafbar gemacht?