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Technologiemanagement

Leitfaden
Kabeltiefbauplanung

Version: 4.0

Status: Entwurf

Ersteller: DB E&C Region Süd


Änderungsmanagement

Historie Änderungen

Version geändert Beschreibung Datum Genehmigt

0.1 DBPB, NRE, OJ 1. Entwurf 10.03.2013

1.1 DBPB, NRE, OJ 2. Entwurf 29.08.2013

1.3 DBPB, Latko 3. Entwurf 29.10.2014

1.4 DBPB, Latko 4. Entwurf 11.01.2015

1.5 Anmerkungen: OLA, 50 Hz, LST 5. Entwurf 03.04.2015

1.6 Anmerkungen VA 6. Entwurf 29.04.2015

2.0 Anhang Schnittstellenpapier 7. Entwurf 20.07.2015

3.0 Anmerkungen AGL‘s 8. Entwurf 01.12.2015

3.1 Überarbeitung Kabelquer. Bahn 9. Entwurf 13.01.2016

4.0 Überarbeitung, Aktualisierung 10. Entwurf 14.08.2017


Anhänge

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Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen und Geltungsbereich 6

1.1 Allgemeines / Zielsetzung 6

1.2 Zweck und Zielgruppe des Dokumentes 6

1.3 Vorschriften der DB Netz AG und allgemeine Normen 7

2 Begriffe, Abkürzungen 8

2.1 Begriffe 8

2.2 Abkürzungen 12

3 Kabeltiefbau 13

3.1 Mindestabstände zur Gleisachse 13

3.2 Kabelführungssysteme 18
3.2.1 Erdverlegtes Kabel 18
3.2.2 Rohrzugtrasse 19
3.2.3 Betonkabeltrog 22
3.2.4 Aufgeständerter Kabeltrog 25
3.2.5 Polypropylen (PP) – Kabelkanal 26

3.3 Kabelarten 27
3.3.1 Kupferkabel 27
3.3.2 LWL – Kabel 31
3.3.3 Zuständigkeit für Bau und Instandhaltung 32

3.4 Kabeltrassen - Sonderbauten 33


3.4.1 Kabelaufbauschacht 33
3.4.2 Kabelkleinschacht 35
3.4.3 Abzweigkasten 36
3.4.4 Schachtanschlussbausatz 36
3.4.5 Kabelquerung Straße 36
3.4.6 Muffenbausatz 37
3.4.7 Kabelquerung Bahn 38
3.4.8 Mehrlängenbausatz (TK) 40
3.4.9 WHZ – Betonschalthaus 41
3.4.10 BÜ – Betonschalthaus 41
3.4.11 Bahnsteigbereich 42

4 Kabeltiefbauplanung 43

4.1 Abstimmungsfestlegungen 43
4.1.1 Kabel- und Leitungsbestände 44

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4.2 Zuarbeiten der jeweiligen Fachgewerke 45
4.2.1 Leit- und Sicherungstechnik (LST) 45
4.2.2 Elektrische Energieanlagen (EEA) 45
4.2.3 Telekommunikation (TK) 45
4.2.4 Oberleitungsanlagen (OLA) 45
4.2.5 S-Bahnstromanlagen (BS) 45
4.2.6 Bahnübergänge (BÜ) 45
4.2.7 Maschinentechnische Anlagen (MTA), Heizung/Lüftung/Sanitär (HLS) 45
4.2.8 Bahnerdung / Erdung 46
4.2.9 Verkehrsanlagen (VA) 46

4.3 Ergebnisse und Liefergegenstände der Kabeltiefbauplanung 47


4.3.1 Lph 1/2 – Grundlagenermittlung und Vorplanung 47
4.3.2 Lph 3 – Entwurfsplanung 47
4.3.3 Lph 4 – Genehmigungsplanung 48
4.3.4 Lph 5 – Ausführungsplanung 48
4.3.5 Lph 6/7 – Vergabeplanung und Leistungsverzeichnis (LV) erstellen 49
4.3.6 Lph 8/9 – Bauüberwachung / Dokumentation / Objektbetreuung 49

5 Verzeichnisse 50

5.1 Abbildungsverzeichnis 50

6 Anlagen – Beispiele 51

6.1 Legende Kabeltiefbau VA (Symbole gemäß Ril 885.1101A02) 51

6.2 Legende Kabellageplan LST (Symbole gemäß Ril 819.9002) 52

6.3 Legende Kabel und Leitungen (DBPB200.CTB / DBPB300.CTB) 53

6.4 IVL-Plan 54

6.5 Lageplan 55

6.6 Koordinierter Kabellageplan 56

6.7 Signal- und Kabellageplan 57

6.8 Kabelschachtbelegungsplan 58

6.9 Kabelbelegung Übersicht 59

7 Anhänge 60

7.1 Abkürzungen der Kabelarten 60


7.1.1 Kurzzeichen Kennzeichnung der Anwendungsbereiche 60
7.1.2 Kurzzeichen zur Kennzeichnung der Aufbauelemente 60
7.1.3 Kurzzeichen zur Kennzeichnung der Betriebskapazität 63
7.1.4 Besondere Kurzzeichen 64
7.1.5 Farbe Isolierung und / oder des Mantels 64

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7.2 Schnittstellen zwischen VA und bahntechnischer Ausrüstungstechnik 65

7.3 Kabeldurchmesse – Mindestbiegeradius - Schachtgröße 66

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1 Grundlagen und Geltungsbereich

1.1 Allgemeines / Zielsetzung

Ziel des vorliegenden Planungsleitfadens ist:

 die Vereinheitlichung der Projektabwicklung für gleichartige Anlagen


 die Verkürzung der Projektlaufzeit durch vereinfachte und standardisierte
Prozesse
 die Definition einheitlicher Planungsunterlagen für die Grundlagenermittlung, die
Vorplanung, die Entwurfsplanung, die Genehmigungsplanung, die
Ausführungsplanung und die Ausschreibung
 die Verbesserung der Abstimmung zwischen parallel laufenden Bauvorhaben
 die Verringerung der Baukosten durch einheitliche Planungs- und Ausschrei-
bungsunterlagen
 die durchgehende einheitliche Projektdokumentation in der Bauakte

Der Leitfaden ist von allen Bereichen, die Aufgaben, Verantwortung und Befugnisse für
die Planung, Errichtung und Abnahme von Kabeltrassenanlagen wahrnehmen, anzuwen-
den.

Bei allen künftigen Baumaßnahmen ist bei nachfolgenden Hinweisen auf Regelwerke und
sonstige Vorschriften zu beachten, dass dabei der zum Zeitpunkt der Ausführung gelten-
de Stand heranzuziehen ist.

1.2 Zweck und Zielgruppe des Dokumentes

Durch die fehlende Kommunikation zwischen den Planern der beteiligten Fachbereiche
wurde in der Vergangenheit häufig eine zum Teil mit Mängeln behaftete Kabeltiefbaupla-
nung erstellt, die bei der Ausführung als nicht ausreichend erachtet wurde.

Dieser Leitfaden stellt die Grundlage und den Rahmen für die Planung einer koordinier-
ten Kabeltrassenanlage auf einem Bahnkörper dar.

Die Kabeltrassenplanung wird von dem Gewerk Verkehrsanlagen koordiniert.

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1.3 Vorschriften der DB Netz AG und allgemeine Normen

Der vorliegende Planungsleitfaden ergänzt die derzeit gültigen Planungsrichtlinien in ihrer


aktuellen Version:

 Richtlinie 800.0130 – Netzinfrastruktur Technik entwerfen; Streckenquerschnitte


auf Erdkörpern
 Richtlinie 804.9030 – Bauteile für massive (Eisenbahn-) Brücken
 Richtlinie 813.0440 – Personenbahnhöfe planen – Anlagentechnik
 Richtlinie 813.0501 – Personenbahnhöfe planen – Beleuchtungsanlagen
 Richtlinie 819.2101 – Kabel; Planung von Kabeltrassen
 Richtlinie 819.2102 – Kabel; Planung von Signalkabelanlagen
 Richtlinie 819.9002 – Symbole für sicherungstechnische Pläne
 Richtlinie 836.2001 – Erdbauwerke – Einwirkung und Widerstände
 Richtlinie 836.4101 – Erdbauwerke – Planung
 Richtlinie 836.4304 – Erdbauwerke – Randwegkonstruktionen
 Richtlinie 836.4305 – Erdbauwerke – Temporäre Gleissicherung
 Richtlinie 836.4501 – Erdbauwerke – Querungen; Grundsätze
 Richtlinie 836.4502 – Erdbauwerke – Querungen, Durchlässe und Rohrleitungen
 Richtlinie 836.4505 – Erdbauwerke – Querungen
 Richtlinie 836.4602 – Erdbauwerke – Entwässerungsanlagen
 Richtlinie 885.1101A02 – Legende des Ivl-Plans
 Richtlinie 892.9122 – LST Anlagen montieren und instand halten; Grundsätze; Bau
von Signalkabelanlagen
 Richtlinie 892.9222 – LST Anlagen montieren und instand halten; Arbeitsinformati-
on; Bau von Signalkabelanlagen
 Richtlinie EBA „Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes an Planung,
Bau und Betrieb von Schienenwegen nach AEG“

 DS 899/4 – Richtlinien für den Bau von Fernmelde-, Signal- und Starkstromkabel-
Anlagen

 Technische Anweisung „AT–TA–28“ Planung und Bau von Kabelanlagen und


Trassen Teil 1: Planung von Kabelanlagen und Trassen
 Technische Anweisung „AT–TA–29“ Planung und Bau von Kabelanlagen und
Trassen Teil 2: Genehmigungsverfahren von Kabelanlagen und Trassen
 Technische Anweisung „AT–TA–30“ Planung und Bau von Kabelanlagen und
Trassen Teil 3: Bau von Kabel-, Rohr- und Trogtrassen
 Technische Anweisung „AT–TA–31“ Planung und Bau von Kabelanlagen und
Trassen Teil 4: Legung und Montage von Erdkabelanlagen

o Technische Mitteilung „TM 2013-084 I.NVT 2“


o Technische Mitteilung „TM 2011-217 I.NVT 2“

 VV Bau (Verwaltungsvorschrift)
 VV Bau-STE (Signal-, Telekommunikation- und Elektrotechnische Anlagen)
 GUV-R 2150 Sicherungsmaßen bei Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen

und die allgemein anerkannten Regeln der Technik, u.a. EN- und DIN-Normen.

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2 Begriffe, Abkürzungen

2.1 Begriffe

Begriff (Gewerk) Erklärung_________________________________________

Abzweigkabel (TK) Das von einem LWL - Stammkabel spleißtechnisch abgehen-


de Kabel mit dem ein Teil der LWL unmittelbar kommend oder
gehend an den LWL- Kabelabschluss geführt wird (vergleiche
Stichkabel).

Aufteilkabel (TK) Bei Cu-Kabeln bilden die Aufteilkabel in der Kabelanlage die
Verbindung zwischen Aufteilmuffe und Endverschlüssen.

Bewehrung Schutzelement, welches für Kabel mit besonderen Einsatzbe-


dingungen verwendet wird, z. B. für Kabel mit Nagetierschutz.
Sie ist zwischen dem Kabelmantel und der Schutzhülle ange-
ordnet.

Biegeradius Minimal zulässiger Radius bei mehrmaligem Biegen bzw. Bie-


gung in der endgültigen Lage.

Crimpen (LST) Unter Crimpen versteht man ein Fügeverfahren, bei dem zwei
Komponenten durch plastische Verformung miteinander ver-
bunden werden, beispielsweise durch Bördeln, Quetschen,
Kräuseln oder Falten.

Endverschluss Garnitur zum mechanischen und elektrischen Abschluss von


Cu- Kabeln und Leitungen.

Erdverlegbares Besteht aus mehreren Rohren, i.d.R. sind es drei PE-HD


Mehrfachrohr Kabelrohre, die mit einem Filmscharnier als eine
(EVMR) Längsverbindung verbunden sind.

Garnitur Die Garnitur ist ein Gebilde zum Schutz gegen die Beeinträch-
tigung der
 elektrischen Funktion
 optischen Eigenschaften
an den Enden oder Verbindungsstellen von Kabeln und/oder
zur Gewährleistung bestimmter Betriebsbedingungen.

Kabelanlage Eine Kabelanlage ist ein Gebilde aus Cu- und/oder LWL - Ka-
beln, Garnituren sowie Elementen zur Gewährleistung be-
stimmter Betriebsbedingungen, das zur Übertragung von In-
formationen, Leistungen und elektrischer Energie geeignet ist.
Jede Kabelanlage ist durch eine eigenständige Kabelnummer
gekennzeichnet.

Kabelabschluss Stelle der Kabelanlage, an der ein LWL - Kabel mechanisch


und optisch abgeschlossen wird und mit einem LWL - Stecker

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in einer LWL - Kupplung endet bzw. ein Cu-Kabel mechanisch
und elektrisch abgeschlossen wird.

Kabelabschluss- Eine Garnitur zum mechanischen und optischen Abschluss


gestell von LWL - Kabeln, die das Auftrennen, Verteilen und wahlwei-
se Umschalten von LWL - Übertragungswegen gestattet. Für
die Cu-Kabel siehe Endverschluss.

Kabeleinführung siehe Teileinführung, Volleinführung (TK) und Zwischeneinfüh-


rung

Kabelmantel Hülle des Kabels, welche die darunter liegenden Aufbauele-


mente umschließt und gegen Feuchtigkeit und andere schädi-
gende Einflüsse von außen schützen.

Kabelleerrohr Rohr, das für das Einziehen von Kabeln verlegt wird.

Kabelkanalrohr Besteht aus zwei oder mehr Rohren, die mindestens auf einer
Seite in einem Kabelschacht oder Abzweigkasten enden und
mit Abstandhaltern versehen sind.

Kabelredundanz Unter Kabelredundanz versteht man zwei voneinander physi-


kalisch unabhängige Kabel in LWL oder Kupferausführung
zwischen Standorten oder auch innerhalb von Technikräumen
eines Standortes, die jeweils dieselbe Funktion übernehmen
können.

Kabelschutzrohr Rohr, das zum Schutz des Kabels (z.B. vor Druckbelastung)
verlegt wird, meist bauzeitlich oder provisorisch.

Kabeltrassenredundanz Unter Trassenredundanz versteht man zwei räumlich getrenn-


te Kabeltrassen zwischen Standorten mit zwei voneinander
unabhängigen Gebäudeeinführungen und disjunkter Wegefüh-
rung. Grundsätzlich gilt, die Trassen sind soweit wie möglich
voneinander räumlich getrennt zu führen aber mindestens in
einem Abstand von 5 m zueinander. Bei paralleler Wegefüh-
rung übereinander ist ein Leerrohr DN 100 (mit Mehrfachrohr-
system) in einer Tiefe von 0,80 m zu verlegen. Ein zweites
Leerrohr DN 100 (mit Mehrfachrohrsystem) muss einen Min-
destabstand von 0,40 m zum oberen Leerrohr haben. Verle-
geart ist Trogkanal, Erdverlegung, Schutzrohr (PVC) oder
Luftkabelmontage.

Kupferkabel Gebilde aus einem oder mehreren voneinander isolierten Kup-


ferleitern mit einem Schutz gegen die Beeinträchtigung der
elektrischen Funktionen vor, während und nach dem Verlegen.

Legelänge Kabellänge, die ggf. in einem Stück unter Beachtung der zu-
lässigen Zugkraft eingezogen bzw. eingeblasen werden darf.

Lichtwellenleiter Der Lichtwellenleiter ist ein dielektrischer Wellenleiter, dessen


Kern aus optisch transparentem Material geringer Dämpfung

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und dessen Mantel aus optisch transparentem Material niedri-
gerer Brechzahl als der des Kernes besteht. Er dient zur Über-
tragung von Signalen elektromagnetischer Wellen im Bereich
optischer Frequenzen. Der LWL ist im Allgemeinen mit einer
Primärbeschichtung versehen. LWL wird auch als Faser be-
zeichnet.

Muffe Eine Garnitur zum Schutz der Verbindungsstellen von Kabeln


gegen Feuchtigkeit und mechanische Beschädigungen bzw.
zur Gewährleistung bestimmter Betriebsbedingungen.

Passlänge (TK) Projektabhängige Kabellänge, die gelegt werden soll.

Planum Eine ebene ggf. verfestigt oder verbessert hergestellte Ober-


fläche, auf der weitere Baumaßnahmen stattfinden.

Regellieferlänge (TK) Kabellänge, die im Pflichtenheft für den jeweiligen Kabeltyp


festgelegt ist.

Regenerator-/ Abschnitt einer Kabelanlage, an dessen Ende das zu


Verstärkerabschnitt (TK) übertragende Signal regeneriert/verstärkt wird.

Schutzhülle Ein Aufbauelement eines Kabels, welches das darunter lie-


gende Aufbauelement gegen schädigende Einwirkungen
schützt.

Schutzrohr siehe Kabelschutzrohr

Stammkabel Das von der Volleinführung des A-Ortes abgehende und bis
zur Volleinführung des E-Ortes reichende Kabel mit der größ-
ten ausnutzbaren Anzahl von Aderpaaren/Fasern der Kabelan-
lage.

Stichkabel Das von einem Stammkabel abgehende Kabel, mit dem einen
Teil
 der Cu-Adern
 der Aderpaare (TK)
 der LWL
unmittelbar kommend und gehend an den Kabelabschluss ge-
führt wird. (siehe auch Abzweigkabel (TK))

TK: spleißtechnisch z.B. mit Abzweigmuffen, Aufteilungsmuf-


fen
LST: mit einem Verteiler (z.B. SKV oder KVz)

Spleißen (TK) Am Kabelende die Adern an der Verbindungsstelle übereinan-


der legen, bzw. die Ader zwei- bis dreimal umeinander schlin-
gen.

Teileinführung LWL- oder Cu-Kabeleinführung über Stichkabel- oder Ab-


zweigkabel

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Trasse Ein im Gelände oder auf einem Plan festgelegter Weg, auf
dem eine Kabelanlage verläuft.

Umlenkradius Minimal zulässiger Radius bei dem das Kabel mit zulässiger
Zugbelastung im Bogen gezogen werden darf.

Verbindungskabel (TK) Beidseitig mit Stecker konfektioniertes Ein - Faser LWL – Ka-
bel; auch Patchkabel genannt.

Volleinführung (TK) Kabeleinführung, an der sämtliche


 Cu - Aderpaare
 LWL
des Stammkabels in ein Gebäude eingeführt werden und bei
 Cu-Kabel auf einem Endverschluss
 LWL auf einem Kabelabschluss (LWL – Stecker)
enden.

Zugentlastungselement Aufbauelement des Kabels zum Schutz der Verseilelemente


gegen mechanische Beschädigungen und zur Aufnahme von
Zugkräften, die in Richtung der Längsachse wirken.

Zwischeneinführung (TK) Einführung des LWL-Kabels in einem Standort mit Übertra-


gungstechnik bzw. in einen Kabel-Schaltpunkt, bei dem ein
Teil der Fasern des ankommenden und abgehenden LWL-
Kabels (Stammkabel) auf eine LWL- Kabelabschlusseinrich-
tung geführt wird und der verbleibende Teil der Fasern durch
gespleißt werden.

Das Durchspleißen kann an zwei verschiedenen Punkten er-


folgen:
 am Ort der Umsetzung von Außenkabel auf Innenkabel
 am Ort des Kabelabschlusses (d. h. im Gestell bzw.
Schrank, in dem die Fasern des Kabels auf Stecke ge-
führt werden).

Volleinführung bei Cu-Kabel, bei dem ein Teil der Aderpaare


direkt (auf demselben Endverschluss) oder mit Schaltleitungen
(zwischen zwei Endverschlüssen) durchgeschaltet wird.

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2.2 Abkürzungen

ABS Ausbaustrecke
AEG Allgemeines Eisenbahngesetz
BSH Betonschalthaus
BTS Base Transceiver Station
BVB Bauvorlageberechtigter
Bw Bauweise
BÜ Bahnübergang
CAD computer-aided design
Cu Kupfer
DN Nominal Diameter (Nenndurchmesser)
EEA elektrische Energieanlage
EBA Eisenbahn-Bundesamt
EBO Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung
EIU Eisenbahninfrastrukturunternehmen
ESTW Elektronisches Stellwerk
ETSI European Telecommunication Standards Institut
EV Endverschluss
F-Kabel Streckenfernmeldekabel (Telekommunikationskabel)
FB-Kabel Bahnhofsfernmeldekabel
FTZ Fernmeldetechnische Zentralamt
GFK glasfaserverstärkten Kunststoff
GSM-R Global System Mobilcommunication – Railway
HOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure
HVt Haupt-Verteiler
iF innenliegender Falz
Ivl Ingenieurvermessung Lage
KAE Kabelabschlusseinrichtung
KVz Kabelverzweiger
Lph Leistungsphase nach HOAI
LST Leit- und Sicherungstechnik
LV Leistungsverzeichnis
LWL Lichtwellenleiter
MBS Muffenbausatz
MLBS Mehrlängenbausatz
NBS Neubaustrecke
OLA Oberleitungsanlagen
OK Oberkante
PP Polypropylen
Ril Richtlinie
SKV Signalkabelverteiler
TK Telekomunikation
VA Verkehrsanlage
WHZ Weichenheizung
XRef externe Referenz (CAD)

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3 Kabeltiefbau

3.1 Mindestabstände zur Gleisachse

Die Kabelführungssysteme jeglicher Art müssen außerhalb des Gefahrenbereichs nach


EBO liegen. Der Mindestabstand zur Gleismitte ist in Abhängigkeit von der Streckenge-
schwindigkeit gemäß GUV-R 2150 und den Lichtraumprofilen zu ermitteln.

Abbildung 1: Gefahrenbereiche nach Geschwindigkeiten gemäß GUV-R 2150

Die Lichtraumprofile werden in folgende Breiten unterschieden:

 Lichtraumprofilbreite gemäß EBO Bild 1:


2,50 m bei Hauptgleisen
 Lichtraumprofilbreite GC gemäß Ril 800.0130 Bild 1 / DIN EN 152673-3 :
2,50 m bei r ≥ 250 m
 Lichtraumprofilbreite gemäß Ril 800.0130 Bild 2:
2,40 m bei S-Bahnen mit r ≥ 250 m

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Abbildung 2: Regellichtraum gemäß EBO Bild 1

Werden die Kabeltrassen innerhalb der Bahnanlage vorgesehen, so sollen sie als Trog-
oder Rohrzugtrassen in den Rand- und Zwischenwegen angeordnet werden. Bei Bahn-
anlagen mit einer Streckengeschwindigkeit von ve ≤ 160 km/h und bei S-Bahn-Strecken
ist dies aus Platzgründen in der Regel nicht möglich, daher müssen gegebenenfalls die
Rand- und Zwischenwege entsprechend verbreitert werden, gemäß Ril 800.0130 Kapi-
tel 6, Abs. (1).

In Abhängigkeit von der Streckengeschwindigkeit sind die Abstände zwischen Gleismitte


und Vorderkante Kabeltrasse an der Bogenaußenseite zu vergrößern.

Falls Kabeltrassen in Rand- und Zwischenwegen geführt werden, sollen sie außerhalb
des Druckbereiches der Eisenbahnverkehrslasten angeordnet werden. Der Druckbereich
verteilt sich näherungsweise von Schwellenkopfunterkante unter einem Winkel von 45°
zur Horizontale ins Erdbauwerk. Die genauere Unterscheidung in inneren und äußeren
Druckbereich ist in der Ril. 836.2001 Kapitel 6, Abs. (4), Bild 1 zu finden.

Der Abstand des Kabeltroges in Randwegen von der Gleismitte mit 3,25 m ist ein Richt-
wert und gilt bei einem Gefahrenbereich von 3,00 m, der für Zuggeschwindigkeiten von
160 km/h < ve ≤ 280 km/h vorgesehen ist. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten und/oder in
örtlich begründeten Fällen darf davon abgewichen werden. Als Mindestmaß von der
Gleismitte sollen 2,20 m nicht unterschritten werden (Ril 819.2101, Kapitel 3, Abs. (10)).
Dieser Abstand ist nur bei durchgehendem Schotterbett bzw. mit Auffüllung mit durchläs-
sigem Material bis Schwellenoberkante möglich. Von dem Mindestmaß 2,20 m darf bei

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beengten örtlichen Verhältnissen abgewichen werden, solange der Trog nicht im Vor-
Kopf-Schotterbereich der Schwellen liegt (Ril 819.2101, Kapitel 3, Abs. (18)).

Abbildung 3: Abstände Kabeltrog bei Gefahrenbereich 3,00 m (Ril 819.2101, Bild 2)

Kabeltröge sollen 0,25 m vom Schotterfußpunkt entfernt liegen. Die (rechnerische) Lage
des Schotterfußpunktes wird gemäß Anlage 2 der Ril. 800.0130 ermittelt.
Zwischen Kabeltrog und Planumskante sollen 10 cm Abstand eingehalten werden. Es
sind 5 cm horizontale Einbautoleranz zu berücksichtigen.

Die Breite des erforderlichen Planums eines Streckenquerschnittes hängt ab von:


1. Der Regelbreite gemäß Ril. 800.0130, Tabelle 7, unter Beachtung von Überhöhungen.
2. Der Erfordernis eines Randweges gem. Ril. 800.0130, Kap. 4: mind. 0,55 m Breite ne-
ben dem Schotterfußpunkt UND mind. 0,80 m Breite neben dem Gefahrenraum.
3. Der Erfordernis eines Rettungsweges (an Stelle eines Randweges): 0,80 m Breite ne-
ben dem Schotterfußpunkt.
4. Dem Einbau eines Kabeltroges.

Kabeltröge sind somit teilweise mit den oben genannten Einbaubedingungen im geplan-
ten Planum integrierbar, teilweise muss die Planumsbreite vergrößert werden, um Kabel-
tröge regelkonform einbauen zu können.

Im Bestandsstreckengleis kann für die Herstellung der erforderlichen Planumsbreite der


Einbau einer Randwegkonstruktion gemäß Ril 836.4304 erforderlich werden. Bis zu einer
Höhe von 0,60 m der Randwegkonstruktion ist keine Rückverankerung erforderlich.

Außerdem muss geprüft werden, ob für den Kabeltrogeinbau im Bestandsgleis eine tem-
poräre Schotterhalterung gemäß Ril 836.4305, Bild 3 vorzusehen ist.

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Bei wesentlichen baulichen Änderungen ist außerdem die Richtlinie „Anforderungen des
Brand- und Katastrophenschutzes an Planung, Bau und Betrieb von Schienenwegen
nach AEG“ des Eisenbahn-Bundesamtes zu berücksichtigen. (Erhältlich auf der Internet-
seite des EBA, Fachthema: Infrastruktur, IOH-Anlagen). Hierbei muss ein Rettungsweg
von einer Breite von 80 cm frei von Einbauten und ebenerdig hergestellt werden. Dieser
sollte unmittelbar am Gefahrenbereich liegen.

Abbildung 4: Anwendungsbereich der Richtlinie „Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes“

Beispiel:
Bei der Annahme eines Regelquerschnittes ohne
Überhöhung mit einer Geschwindigkeit
ve ≤ 160 km/h kann sich die Planumsbreite ab
Gleisachse mit den Rettungswegekonzept aus
folgenden Kriterien zusammensetzen:

2,75 m Abstand Schotterbettfußpunkt von


Gleisachse (Ril 800.0130 Anhang 2)
 0,25 m Zwischenraum zwischen Schotterbett-
Fußpunkt und Kabeltrog
(Ril 819.2101, Kapitel 3, Abs. (16),
2. Anstrich)
 0,40 m Breite Kabeltrog Gr. II
 0,05 m Einbautoleranz (Ril 819.2101,
Kapitel 3, Abs. (16), Bild 2)
 0,10 m hinter Kabeltrog (Ril 836.4101,
Kapitel 6.2, Abs. (7), Bilder 1 bis 3)
= 3,55 m Planumsbreite

Abbildung 5: Regelquerschnitt mit ve ≤ 160 km/h

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Dies ergibt eine Übereinstimmung mit der EBA Brandschutzrichtlinie 2,75 m (bis Schot-
terfußpunkt) mit 0,80 m Rettungsweg = Planumsbreite von 3,55 m

Das Abrückmaß auf der Bogenaußenseite bei Überhöhungen muss bei allen Abstands-
maßen berücksichtigt werden.

Des Weiteren ist bei der Lage der Kabeltrasse die Entwässerung unter dem Randweg bei
beengten Verhältnissen zu beachten. Hierbei ist es ungünstig, wenn die Tiefenentwässe-
rung (TE) direkt unter dem Kabeltrog liegt. Meist wird an Bestandstrecken die TE unter
dem Randweg angeordnet, siehe Ril 836.4602, Kapitel 3.1, Abs. (3), Bild 9.

Abbildung 6: TE unter dem Randweg bei beengten Verhältnissen (Ril 836.4602, Bild 9)

In Zwischenwegen mit Mastgassen bei durchgehendem Schotterbett können Kabeltras-


sen ohne Vergrößerung des Gleisabstands mit einem Mindestabstand von Kabeltrogvor-
derkante zur Gleismitte von 2,20 m eingebaut werden.

Abbildung 7: Kabeltrog im Zwischenweg (Ril 819.2101, Bild 3)

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Kabel sind auf Brücken vorzugsweise in Kabeltrögen zu verlegen, je nach Bedarf ein-
oder beidseitig. Wenn nicht anders möglich, ist auch ein oberirdisches Schutzrohr zuläs-
sig. Kabelquerungen auf Brücken sind zu vermeiden. Neben dem aufgesetzten Kabeltrog
auf der Brückenkappe muss ein 80 cm breiter Randweg vorgesehen werden. Dies ist in
der Ril 804.9030 mit einer Richtzeichnung „M-RKP 1604“ vorgegeben. Aufgrund des Ret-
tungswegkonzeptes muss die aktuelle Richtzeichnung angepasst werden, da der Ret-
tungsweg 80 cm breit und ebenerdig sein muss. Diese Anpassung ist in der folgenden
Abbildung dargestellt.

Abbildung 8: Kabeltrog auf Brückenkappe

3.2 Kabelführungssysteme
Die Kabel können auf verschiedene Arten verlegt werden:

 Erdverlegtes Kabel
 Rohrzugtrasse
 Betonkabeltrog
 Aufgeständerter Kabeltrog
 Polypropylen (PP) - Kabelkanal

3.2.1 Erdverlegtes Kabel

Bei dieser Form der Verlegung werden keine Leerrohre, Kabeltröge bzw. Kabelschächte
benötigt. Diese Kabel werden direkt in einem Sandbett verlegt. Der Kabelgraben soll
0,40 m breit sein und ist so tief auszuheben, dass die Kabel eine Überdeckung von
0,80 m bis zur Geländeoberkante besitzen.

Bei der Erdverlegung ist ein visueller Warnschutz vorzusehen. Die Kabelwarnbänder sind
nach dem Verfüllen der Leitungszone in der Regel 30 cm über dem Kabel zu verlegen.

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Bei schwierigem Baugrund (Fels) darf die Überdeckung der Kabel bis auf 0,40 m verrin-
gert werden. Die Kabel sind mit Abdeckhauben oder Platten zu schützen. Zur Auflage der
Kabel muss eine Sandschicht mit einer Korngröße bis höchstens 2 mm verwendet wer-
den. Die Sandschicht ist im unverdichtetem Zustand mind. 10 cm dick.

[1]
Abbildung 9: erdverlegte Kabel

Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass das Nachziehen oder das Austauschen von Ka-
beln immer mit umfangreichen Erdarbeiten verbunden ist. Zum Auffinden von Leitungen
sind Suchgräben herzustellen oder Ortungsgeräte einzusetzen. Im vermuteten Leitungs-
bereich wird in Handschachtung gearbeitet.

3.2.2 Rohrzugtrasse

Die Verlegung der Kabel erfolgt in Kunststoffleerrohren, in Abhängigkeit von der Anzahl
der zu führenden Kabel, einlagig oder in mehreren Lagen neben- und untereinander. Als
zweckmäßig haben sich Rohre mit einem Außendurchmesser von 110 mm (DN110) er-
wiesen.

Rohrzugtrassen sind bei folgenden Situationen vorzusehen, außer es sind andere Kabel-
führungssysteme vorgesehen:

 unter Straßen 1,0 m bis 1,5 m über die Gehweg- und Fahrbahnbreite hinaus
 bei Rohrleitungsquerungen (Wasser, Gas, Strom, Öl, usw.)
 im Tunnel
 im Bereich von Fundamenten
 unter Gleisen
 in befestigten Bahnsteigen
 auf Bauwerken

[1]
Quelle: http://www.bgbau-medien.de/html/bausteine/d_152/3.gif

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 19 von 66


Abbildung 10: Rohrzugtrasse im Tunnel

Zum nachträglichen Einziehen oder zum Austausch von Kabeln sind Kabelziehschächte
erforderlich, die je nach Geradlinigkeit der Trasse in der Achse der Rohrzüge angeordnet
werden (max. 50 m Abstand).

Die Mindestüberdeckung der Rohrzüge beträgt gem. Ril 819.2101, Kapitel 3, Abs. (12)
0,80 m (bei anstehendem Fels darf sie auf 0,40 m verringert werden). In Gehwegen be-
trägt die Mindestüberdeckung 0,50 m, in Rand- und Zwischenwegen 0,30 m und außer-
halb von Rand- und Zwischenwegen 0,80 m.
Die Grabenbreite richtet sich nach der Anzahl der zu verlegenden Rohrzüge.

Es ist ein visueller Warnschutz vorzusehen. Die Trassenwarnbänder sind nach dem Ver-
füllen der Leitungszone in der Regel 30 cm über dem Rohrscheitel zu verlegen.

Im Graben verlegte Kunststoffrohre müssen einen Abstand zueinander haben, der eine
einwandfreie Verdichtung des Bodens um das Rohr zulässt.

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 20 von 66


Abbildung 11: Rohrzüge im Randweg gemäß Ril 819.2101, Bild 1

Die Anzahl der Rohrzüge richtet sich nach der Anzahl und dem Durchmesser der zu
verlegendem Kabel. Als Reserve soll ein Viertel der Zahl der benötigten Rohrzüge vorge-
sehen werden, mindestens ein Rohrzug und maximal zehn Rohrzüge. Für Stichkabel ist
kein Reserverohr vorzusehen.

Die Rohrzüge sollen möglichst gerade verlegt werden. Jedoch können durch Biegen der
Rohre, kleine Hindernisse umgangen werden und Richtungsänderungen ohne Einsatz
von Formstücken durchgeführt werden. Hierbei sind jedoch die von der Rohrtemperatur
abhängigen Mindestbiegeradien nach der Abbildung 12 sowie die Herstellerangaben der
Rohre zu beachten. Bei Biegen der Rohre müssen die Biegeradien der Kabel berücksich-
tigt werden.

[2]
Abbildung 12: Kaltbiegen von Schutzrohren

[2]
https://www.rehau.com/download/713550/rehau-telekommunikation-gesamtkatalog.pdf

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 21 von 66


3.2.3 Betonkabeltrog

Die Verlegung und Führung der Kabel erfolgt meist in Betonkabeltrögen, die für die Auf-
nahme und Führung von Kabeln neben dem Gleiskörper konstruiert und bemessen sind.
Die Abdeckung dieser Kabeltröge ist ebenerdig und stellt somit kein Hindernis dar. Sie
sind so dimensioniert, dass sie begehbar sind und somit optimal in Randwege, Rettungs-
wege, Rangiererwege und Zwischenwege eingebaut werden können. Damit der Deckel
fixiert wird besitzt der Betonkabeltrog einen innenliegenden Falz (iF).

Die Betonkabeltröge sind in verschiedenen Größen lieferbar, von Größe I bis IV.

[3]
Abbildung 13: lichte Abmessungen vom Betonkabeltrog mit innenliegendem Falz (iF)

Der Trog besitzt keine Bewehrung und eine Druckfestigkeitsklasse gemäß DIN 1045-1
von C30/37. Die Deckel mit einer Dicke von 6 cm sind ab der Größe II bewehrt. Die
Bruchlast bei einer punktförmigen Belastung ist größer als 10 kN.

Des Weiteren gibt es folgende Bauteile für Umfahrungen und Höhenänderungen:


 Umleitungsbausatz 15°
 Umleitungsbausatz 30°
 Anhebungsbausatz 30°
 Absenkungsbausatz 30°

Die verschiedenen Bausätze mit den jeweiligen Einzelteilen sind in den folgenden Abbil-
dungen beschrieben.

[3]
Abbildung 14: lichte Abmessungen Umleitungsbausatz 15°

[3]
Quelle: http://www.beweka.de/fileadmin/pdf/Betonkabelkanaele.pdf

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 22 von 66


[3]
Abbildung 15: lichte Abmessungen Umleitungsbausatz 30°

[3]
Abbildung 16: lichte Abmessungen Anhebungs- und Absenkungsbausatz 30°

Die äußeren Maße und das Gewicht pro Stück der Betonkabeltröge sind in der folgenden
Abbildung beschrieben.

Abbildung 17: äußere Abmessungen und Gewicht

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 23 von 66


Die Kabeltröge, die nicht nach Ril 836 im Randweg verlegt werden, sondern neben der
Strecke im Gelände, sind auf tragfähigem Grund bzw. auf einer Kiessohle zu verlegen
(Ril 819.9222, Kapitel 5, Abs. (1)).

Ebenso gibt es die Möglichkeit eines Betonkabeltroges mit aufliegendem Deckel und ei-
nem Trennsteg. Dieser Steg dient zum Beispiel für die Trennung der einzelnen Gewerke
LST, BS, EEA oder TK. Diese Art von Kabeltrog mit aufliegendem Deckel, sollte bei Ka-
beltrassen verwendet werden, die im Bestand ausgetauscht oder ergänzt werden.

Um den betriebsgefährdenden Missbrauch der Kabel zu erschweren, müssen Kabeltröge


grundsätzlich mit innenliegenden Deckeln verwendet werden (Ril 819.9122, Kapitel 5,
Abs. (3)).

[3]
Abbildung 18: Abmessungen vom Betonkabeltrog mit aufliegendem Deckel und Trennsteg

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 24 von 66


3.2.4 Aufgeständerter Kabeltrog

Dieses System besteht zum einen aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK) -
Kabelkanal und zum anderen aus mehreren IPE-Profil-Ständern, die in das Erdreich ge-
rammt werden. Die hohe Festigkeit bei geringem Gewicht, elektrische Isolation, Dauer-
beständigkeit und eine leichte Verarbeitung sind ausschlaggebend für einen weitreichen-
den und flexiblen Einsatz. Die GKF-Kabelkanäle können bis zu 6 m frei überspannen.

Der Einsatz dieser Bauart ist in Tunnelbaubauwerken nicht erlaubt. Die Länge der Stän-
der, die Einrammtiefe, die Länge der aus dem Erdreich herausragenden Teile sowie das
Einbringen im Böschungsbereich, sind abhängig von den örtlichen Verhältnissen und we-
sentlich für eine fachgerechte dauerhafte Aufständerung. In Gebieten mit sehr hohen
Schneelasten ist es sinnvoll, diesen Ständer alle 3 m zu setzen. Der Stoß der Kanäle
(nicht der Deckel) ist mittig auf den Ständern mit einer Dehnungsfuge von 3-5 mm vorzu-
sehen. Bei besonderen Geländeverhältnissen (z. B. sumpfigem oder felsigem Unter-
grund, Beengungen und dgl.) dürfen zugelassene und freigegebene aufgeständerte Ka-
belkanäle verwendet werden, gemäß Ril 819.9122, Kapitel 5, Abs. 5.

Die GFK-Kabeltröge kommen auch bei der Überquerung von Bestandsbrücken zum Ein-
satz. Für die Befestigung sind die Statik der vorhandenen Brücke bzw. des Brückenge-
länders und die Einbauanweisungen des Herstellers zu beachten.

Eine Änderung im Höhenverlauf des Kabelkanals ist beispielsweise mit 15° oder 30°
möglich. Die Bauteile eignen sich auch für Schrägabgänge in den Boden.

Ebenfalls lässt sich eine Richtungsänderung beim System „Aufgeständerter Kabeltrog“


mit Bogenstücken von 15° oder 30° bewerkstelligen. Die Richtungsänderungen sind
meist durch Oberleitungsmaste, Lärmschutzwände oder Brückenbauwerke bedingt.

Das Verschließen der Kanäle nach dem Einlegen bzw. Einziehen der Kabel erfolgt mit
6 m langen Deckeln, die mittels Deckelklammern auf dem Kanal zu befestigen sind.

Diese Variante mit dem GFK-Kabeltrog sollte mit dem Anlagenverantwortlichen, bzw. mit
den Bauherren abgeklärt werden.

Die Vorteile bei diesem System sind die schnelle Bauausführung und der flexible Einsatz.
Der Nachteil dieser Aufständerung ist, dass es ein Hindernis der Geländeoberfläche dar-
stellt und es beispielsweise zu Schwierigkeiten bei Maschinen des Vegetationsrück-
schnittes kommt.

[4]
Abbildung 19: aufgeständerter Kabeltrog

[4]
Quelle: http://www.castioni-kabelkanal.com/de/

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 25 von 66


3.2.5 Polypropylen (PP) – Kabelkanal

Der PP-Kabelkanal ist für temporäre Bauzustände ideal. Der Einsatz von gewichtsspa-
rendem Kunststoff schafft vielfältige Vorteile vom kostengünstigen Transport über das
vereinfachte Verbauen ohne Transport- und Hebewerkzeug. Die trittfesten, verschließba-
ren Deckelelemente der Kunststoff-Kanäle sind leicht zu öffnen. Somit lassen sich Kabel
und Leitungen schnell nachverlegen oder kontrollieren. Zudem ist der Kunststoff-
Kabelkanal problemlos zu demontieren und wiederverwendbar.

Abbildung 20: temporäre Verlegung des PP-Kabelkanals

Die Kabelkanäle aus PP werden in den Größen 1 und 2 geführt. Die Elemente sind je-
weils einen Meter lang und der Kanal mit der Größe 1 wiegt ca. 4,5 kg und die Größe 2
besitzt ein Gewicht von ca. 8,4 kg.

Abbildung 21: Abmessungen Größe 1 und 2

Diese Kabelkanäle besitzen eine selbstlöschende Qualität (K1 nach DIN 53438 Teil 2)
mit einer halogenfreien Verarbeitung. Die selbstlöschende und halogenfreie Qualität ist
im Hinblick auf Brandfolgeprodukte wie Toxizität und Dichte der Rauchgase wichtig. Der
PP-Kabelkanal ist mit einem sehr guten UV-Schutz ausgestattet.

[4]
Abbildung 22: PP-Kabelkanal

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 26 von 66


3.3 Kabelarten

3.3.1 Kupferkabel

Als Kabel wird allgemein ein mit Isolierstoffen ummantelter ein- oder mehradriger Ver-
bund von Adern (Einzelleitungen) bezeichnet, welcher der Übertragung von Energie oder
Information dient. Als Isolierstoffe kommen üblicherweise unterschiedliche Kunststoffe zu
Verwendung, welche die als Leiter genutzten Adern umgeben und gegeneinander isolie-
ren. Elektrische Leiter bestehen meist aus Kupfer, seltener aus Aluminium oder geeigne-
ten Metalllegierungen.

Zweck/Verwendung des Kabels:


Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikationstechnik, Bahnstromversor-
gung- und Bahnerdungsanlagen, Bahnübergangs-Sicherungsanlagen, Betriebsleit- und
Rangieranlagen, Elektronische Stellwerke (ESTW), Sicherungstechnische Informations-
anlagen und Zugbeeinflussung (Indusi, PZB, LZB).
Auf die spezielle Verwendung für die jeweiligen Gewerke LST, OLA, EEA und TK wird im
nächsten Abschnitt hingewiesen.

Verschiedene Außendurchmesser:
Die Außendurchmesser betragen ca. 12 mm – 80 mm je nach Größe (adrig, paarig).

Zulässige Biegeradien:
 einadrige Kabel (mehrmalig/einmalig): (15/7,5) x Außendurchmesser
 mehradrige Kabel (mehrmalig/einmalig): (12/6) x Außendurchmesser

Weitere Hinweise zum Biegeradius sind unter dem jeweiligen Datenblatt oder unter fol-
gendem Link zu finden: http://www.bayerische-kabelwerke.de/

Gewicht der Kabel :


Die Einheit ist kg pro km, je nach Größe, Bewehrung, Induktionsschutz

Temperaturbereich für Verlegung und Montage:


 Kabel mit PVC-Mantel: -5°C
 Kabel mit PE-Mantel: -20°C

Oberleitungsanlagen (OLA):
Für die Speisung von Oberleitungsanlagen werden einadrige Mittelspannungskabel vom
Typ N2XS2Y 1 x 240 RM / 50 oder 70 18/30 kV verwendet. Der Außendurchmesser liegt
bei 45 mm. Der Mindestbiegeradius beträgt 675 mm. Als Regelwert ist ein Biegeradius
von 20 x Durchmesser vorzusehen. Die Kabel dürfen in Luft, in Innenräumen, in Erde und
in Wasser verlegt werden. Sie eignen sich für alle gängigen Verlegemethoden und sind
kompatibel zu den handelsüblichen Garnituren. Die Kabelenden sind gegen das Eindrin-
gen von Feuchtigkeit mit Kappen zu schützen. Da Kabel mit PE-Mantel nicht flammwidrig
gemäß DIN VDE 0472 Teil 804 Prüfart B sind, sind bei Verlegung in Luft und in Innen-
räumen Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes erforderlich.

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 27 von 66


Für elektrische Schalterantriebe und zur Kurzschlussortung durch Kurzschlussmelde-
wandler sind Kupfer-Kabel NYY-0 gemäß DIN VDE 0276-603 und DIN VDE 0276-627
einzusetzen. Kabel des Typs NYY-J sind, soweit wirtschaftlich günstiger, ebenfalls zuläs-
sig. Die Messleitung zwischen Kurzschlussmeldewandler und Kurzschlussmelderelais ist
gemäß Ebs 09.31.18 auszuführen. Die Messleitung zum Wandler muss nach
Ril 997.9118 vom Typ NYY-O 4x2,5 sein.

Abbildung 23: OLA – Mittelspannungskabel N2XS2Y

Abbildung 24: OLA – Steuerkabel NYY-O

Die Kabel der elektrischen Schalterantriebe und zu den Kurzschlussmeldewandler dürfen


ohne besondere Vorkehrungen und ohne Einschränkung gemeinsam mit Fernmelde- und
Signalkabeln in denselben Gräben, Schächten, Trögen und Rohrzügen verlegt werden.
Es gelten die Festlegungen der Ril 819.2101 und Ril 892.9122.

Elektrische Energieanlagen (EEA):

Im Bereich der EEA (50Hz) werden Niederspannungskabel (< 1kV) eingesetzt um diverse
Anlagen mit Strom zu versorgen:
 Bahnsteigbeleuchtung
 Bahnsteigausstattung
 Gleisfeldbeleuchtung
 Weichenheizungsanlagen
 Stromversorgung (z.B. ESTW, BÜ)

Dabei werden hauptsächlich zwei Kabeltypen verwendet, die folgende Kabeleigenschaf-


ten besitzen:
 Kabeldurchmesser im Bereich von ca. 13-35 mm
 Biegeradius mindestens 12xKabeldurchmesser
 Verlegetemperatur zwischen -5°C und +50°C"

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 28 von 66


Abbildung 25: Energiekabel NYY-J

Abbildung 26: Energiekabel NYY-O

Telekommunikation (TK):
Im TK-Bereich wird zwischen Streckenfernmeldekabel (Cu) und Bahnhofsfernmeldekabel
unterschieden. Das Streckenfernmeldekabel wird für Weitverkehrsverbindungen genutzt
und das Bahnhofsfernmeldekabel für Nahbereichsverbindungen bzw. Bahnhofsbereich.
Die Kabelnummern in den Plänen oder Unterlagen sind für das Streckenfernmeldekabel
(Cu)F4xxx xx“ (mehrstellig numerisch und mit 4 beginnend) und für das Bahnhofsfern-
meldekabel Fbxxx xx“ mit Angabe der Anzahl der Aderpaare (xx“). In TK-Kabeln (Stre-
ckenfernmeldekabel Cu) sind Adern/Aderpaare für den LST-Bereich reserviert, der soge-
nannte Streckenblock.

Abbildung 27: TK Streckenfernmeldekabel– Cu-Kabel: AJ-02YSTF(L)2YDB2Y mit Induktionsschutz TNP02

Abbildung 24: TK Bahnhofsfernmeldekabel Cu-Kabel: A-2Y(L)2Y ... STIII ...x2x0,6 nach DIN VDE 0816

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 29 von 66


Leit- und Sicherungstechnik (LST):

Grundsätzlich werden Signalkabel nach folgenden Kriterien unterschieden: Adrige


(siehe Abbildung 28) und im Sternvierer verseilte (siehe Abbildung 29) Kabel. Weitere
Unterscheidungen bestehen im Aufbau des Kabel wie z.B. mit (AJ-xxx) und ohne
Stahlbewehrung (A-xxxx) oder mit/ohne Quer- und Längswasserschutz (OF).

Die adrigen Signalkabel werden zur Anschaltung von Signalen, Lichsperrsignalen,


Weichenantrieben, etc. verwendet.

Abbildung 28: Signalkabel Typ AJ-2YOF(L)2YDB2Y

Die sternvierer-verseilten Kabel kommen zur Übertragung von Achszähl- und


Dateninformationen zum Einsatz.

Abbildung 29: Signalkabel Typ A-2Y(L)2YB2Y

Die max. Verlegelänge der Signalkabel ist begrenzt und in den Planungsrichtlinien der
jeweiligen Stellwerkshersteller (Siemens, Thales, etc.) festgelegt.
Die Kabel der Signaltechnik können ohne Einschränkung mit Niederspannungs- und
Telekommunikationskabeln verlegt werden.

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 30 von 66


3.3.2 LWL – Kabel

Die Lichtwellenleiter bestehen aus Kunststoff- oder Quarzglasfasern, weshalb in diesem


Zusammenhang auch von Glasfaserkabeln gesprochen wird. Dreidimensional betrachtet
folgt das Kabel einer meist zylindrischen oder ähnlichen Geometrie und kann im Ge-
samtaufbau noch weitere Mantellagen aus isolierendem Material oder metallische Folien
bzw. Geflechte zum Zweck der elektromagnetischen Abschirmung oder als mechanischer
Schutz enthalten. Die Übertragung von Informationen erfolgt mittels modulierten Licht-
strahls (Laser).

Die LWL-Kabel werden überwiegend dem Gewerk TK zugeschrieben, wobei die einzel-
nen Fasern nach vorgeschriebenem Fasermanagement je nach Bedarf einzelner Techni-
ken und der EIU genutzt werden können. Der Eigentümer ist die DB Netz AG.
Durch Umstrukturierungen im Laufe der Jahre im DB-Konzern gibt es LWL, die sich im
Eigentum der Vodafone AG (ehemals ARCOR) befinden. Die Kabelnummer in den Plä-
nen oder Unterlagen sind für das Streckenfernmeldekabel (LWL) F7xxx xx‘(mehrstellig
numerisch und mit 7 beginnend) mit Angabe der Faseranzahl (xx‘). In TK-Kabeln (LWL-
Kabel) sind Fasern/Faserpaare z.B. für den LST-Bereich reserviert.

Zweck/Verwendung des Kabels:


LWL-Außenkabel mit nichtmetallenem Nagetierschutz, als Anschluss- und Verbindungs-
kabel in Weitverkehrs- und Ortsnetzen, in Nebenstellenanlagen, zum Fernsprechen und
zur Übertragung von Daten in der Ausführung.

Verschiedene Durchmesser:
12mm - 20mm

Biegeradius der Kabel:


Pauschal wird 20 x Durchmesser gerechnet, genauere Angaben sind dem jeweiligen Da-
tenblatt zu entnehmen.

Gewicht der Kabel:


90 bis 295 kg pro km

Abbildung 26: LWL-Kabel A-DF(ZN)2Y(SR)2Y gemäß DB Dlk 1.011.003y

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 31 von 66


3.3.3 Zuständigkeit für Bau und Instandhaltung

Die Zuständigkeit für den Bau und die Instandhaltung von Trögen, Rohrzügen und
Schächten ist in der DS 899/4 (Seite 63) wie folgt geregelt:

Kabelarten Zuständiger Fachdienst


Fall F FB S St TK- Signal- Elektro-
Dienst Dienst Dienst
1 X X
2 X X
3 X X
4 X X
5 X X X
6 X X X
7 X X X
8 X X X
9 X X X
10 X X X
11 X X X X
12 X X X X
13 X X X X
14 X X X X
15 X X X X X

F – Fernmeldekabel (Strecke)
FB – Fernmeldekabel (Bahnhof)
S – Signalkabel
St – Starkstromkabel

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 32 von 66


3.4 Kabeltrassen - Sonderbauten

3.4.1 Kabelaufbauschacht

Kabelschächte sind vorzusehen:


 bei Einführungen von der Kabeltrasse in Gebäude (wenn mehrere Kabel aus
verschiedenen Richtungen eingeführt werden müssen)
 am Anfang und Ende von Rohrzug- und Trogtrassen und ggf. zur Unterbringung
von Muffen
 an Winkelpunkten der Trasse
 aus legetechnischen Gründen
 bei technologisch bedingten Mehrlängen
 ggf. bei KVz-Schränken

Es ist für alle Schächte ein statischer Nachweis vorzulegen (Typenzulassungen sind vom
EBA grundsätzlich abgeschafft worden. Noch nicht ausgelaufene Typenzulassungen
werden jedoch i.d.R. übergangsweise vom EBA akzeptiert, insbesondere, wenn eine ent-
sprechende TM durch die DB Netz AG ausgestellt wurde). Die Schächte müssen mindes-
tens eine Tiefe von 1,80 m haben, wenn sie nicht vollständig aufdeckbar sind.

Die Kabelschächte vor Gebäuden müssen einen Deckel haben, der von innen gegen
Ausheben gesichert ist. Im Gegensatz zu Kabelschächten, die keinen Deckel besitzen,
diese müssen vom Gebäudeinneren aus zugänglich sein.

Bei der Wahl der Größe vom Kabelschacht müssen folgende Punkte beachtet werden:

 Biegeradien der verschiedenen Kabel (siehe Anhang 7.3)


 Anzahl der Kabeleinführungen
 Verwendung des Schachtes
 Ort und Lage des Schachtes

Das Diagramm im Anhang 7.3 ist ein Hilfsmittel für die Dimensionierung von Kabelauf-
bauschächten anhand von Kabelbiegeradien. Da das Diagramm nur eine theoretische
und rein geometrische Analyse ist, können für die Planung auch die folgenden realisti-
scheren und baupraktischeren Werte angenommen werden (DB E&C, Region West).

Rahmengröße Mindestbiegeradius [mm].


V 0-400
VII 401-600
IX 601-750
X 751-…

Für Kabelschächte mit einer lichten Weite von über 0,65 x 0,65 m sind die typengeprüften
Kabelaufbauschächte aus Betonfertigteilen zu verwenden.

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 33 von 66


Abbildung 27: Kabelaufbauschächte Größe II bis X

[5]
Abbildung 30: Abmessungen Kabelaufbauschächte Größe II und V

[5]
Quelle: http://www.bauerbeton.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Broschueren/BB_Kabelschaechte_0513.pdf

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 34 von 66


Zu den Schächten gehört folgende Ausstattung:
 wasserdichte Schachtabdeckungen
 Steigeisen / Schachtleitern
 Ankerschienen / Kabelhalter
 Kabeleinführungssysteme
 Muffentragewannen
 Schmutzfänger, Deckelausheber

Die Schachtabdeckungen werden nach der gültigen DIN-Norm EN 124 in die Belas-
tungsklassen A (begehbar, 15 kN) bis F (Schwerlast, 900 kN) unterschieden.

[6]
Abbildung 31: Klassifizierung von Schachtabdeckungen nach Belastungsklassen nach DIN EN 124

3.4.2 Kabelkleinschacht

Für Kabelschächte mit einer geringeren lichten Weite als die Kabelaufbauschächte sind
die typengeprüften Kabelkleinschächte zu verwenden. Diese Kleinschächte sind in ver-
schiedenen Ausführungen, die sich in der Tiefe unterscheiden, zu erhalten.

[5]
Abbildung 29: Abmessungen Kabelkleinschacht

[6]
http://www.moenninghoff.net/fileadmin/produktpdfs/UEbers_Belastungsklassen.pdf

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 35 von 66


3.4.3 Abzweigkasten

Die Abzweigkästen sind nicht so tief wie die Schächte und dienen in erster Linie der Ab-
zweigung von Kabeln, aber nicht für Kabelquerungen.

Bei den Abzweigkästen gibt es ebenfalls mehrere Fertigbetonteile. Die lichten Weiten
sind beispielsweise 65/40 cm, 65/60 cm, 80/40 cm oder 110/80 cm.

[5]
Abbildung 30: Abzweigkasten 65/60 cm mit Kabeleinführungsplatten

3.4.4 Schachtanschlussbausatz

Zwischen dem Kabelschacht und den Kabeltrog werden Schachteinführungen nötig, die
mit Schachtanschlussbausätzen ausgeführt werden. Je nach Größe bzw. Tiefe des
Schachtes gibt es hierbei mehrere Ausführungen.

Abbildung 31: Schachtanschlussbausätze für Betonkabeltröge

3.4.5 Kabelquerung Straße

Die Kabelquerungen bei einer Straße sollten in einem frostsicheren Bereich von mindes-
tens 80 cm Tiefe verlegt werden. Wie tief und wie weit voneinander die verschiedenen
Leitungen unter dem Straßenkörper verlegt sein müssen, regelt die DIN 1998 „Unterbrin-
gung von Leitungen und Anlagen in öffentlichen Flächen“.

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 36 von 66


3.4.6 Muffenbausatz

LST/OLA/EEA:
Hierbei sind in der Regel keine separaten Muffenbausätze nötig. Die Signalkabel werden
meist mit einer Länge von 500 m bzw. 1000 m geliefert oder wie bestellt. Sie erhalten
eine Kunststoffmuffe, damit werden die Kabel 1,5-mal bis 2-mal so dick, je nach Anzahl
der Adern. Gemufft werden darf nur im Kabeltrog oder in Schächten. In Kabelschutzroh-
ren wird nicht gemufft.

TK:
Für das Fachgewerk TK sind beim Muffen die Muffenbausätze für die Telekommunikati-
onskabel vorzusehen und zwar nach der gelieferten Werkslänge. Die Kupferkabel wer-
den meist mit einer Werkslänge von 425 m geliefert. Es müssen beidseitig mind. 5,0 m
für das Spleißen berücksichtigt werden. Die LWL-Kabel werden mit einer Werkslänge von
2000 m geliefert.

Abbildung 33: Abmessungen Muffenbausatz TK

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 37 von 66


Abbildung 32: Muffenbausatz TK

3.4.7 Kabelquerung Bahn

Hierbei gelten insbesondere folgende Richtlinien: Ril 836.4501, Ril 836.4502 und
Ril 836.4505.

Kabeltrassen quer zu den Gleisen müssen die Gleise möglichst rechtwinklig kreuzen. Sie
sollen nicht unter Weichen (Kreuzungen), Schienenauszügen oder Schienenstößen an-
geordnet werden und auch nicht mit solchen überbaut werden (Ril 836.4501, Abs. 4). Die
Querungen müssen immer mit Kabelaufbauschächten beginnen und enden.

Die Querungen an Signalen sollten nach Möglichkeit immer hinter dem Signal angeord-
net werden, da sich der Anschlusskasten hinten am Signal befindet. Zwischen Querun-
gen und Fundamenten von Oberleitungsmasten soll ein Mindestabstand von 5,0 m ein-
gehalten werden (Ril 836.4501, Abs. 5).

Für Kabelquerungen unter Gleisen sind beispielsweise Kunststoffrohrzüge mit 110 mm


Außendurchmesser vorzusehen. Die Kunststoffrohrzüge dürfen entweder in Stahlschutz-
rohren verlegt werden oder als betonummantelte Kabelbündelungen ausgeführt werden
(Ril 836.4502, Abs. 10). Die betonummantelte Kabelbündelungen können nur in offener
Bauweise hergestellt werden. Für aufeinanderfolgende Querungen sind deren maximale
Anzahl und Mindestabstände nach Tabelle 1 (Ril 836.4502, Kapitel 2, Abs. (1)) einzuhal-
ten.

Es ist zu beachten:
 Kabelquerungen in Schutzrohren müssen mindestens eine Überdeckung von
hü = 1,50 m von Schwellenoberkante der nicht überhöhten Schiene besitzen.
 Bahneigene Kabel dürfen mit einer Überdeckung von 1,00 m nur mit Zustimmung
des Anlagenverantwortlichen, gemäß Ril. 836.4502, Kap. 2, Abs. 4 verlegt werden.
 Muss die Kabeltrasse im Randweg geführt werden, sind an den Abzweigpunkten
der Querungen Kabelschächte vorzusehen.
 Für Kabelquerungen unterhalb von Weichen ist vsl. eine UiG erforderlich.

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 38 von 66


Abbildung 32: Kabelquerung unter Gleisen (Ril 819.2101, Bild 4 & Ril 836.4502, Bild 1)

Beispielrechnung :

Von der Fränkische Rohrwerke GmbH & Co. KG gibt es eine Verlegeanleitung. In dieser
Anleitung wird darauf hingewiesen, dass bei der Belegung eines Rohres mit mehreren
Kabelsträngen folgende Dimensionierungsformel zu beachten ist. [7]

Die Dimensionierungsformel setzt sich aus der Füllfaktorkonstante „a“ und den verschie-
denen Kabelaußendurchmessern „dn“ zusammen.

Dgesamt = a x √(𝑑1 2 + 𝑑2 2 + … + 𝑑𝑛 2 )

Es werden 4 Füllfaktorenkonstanten vorgegeben:

Füllfaktor Konstante „a“


20 % 2,24
25 % 2,00
30 % 1,83
35 % 1,70

Zum Beispiel bei fünf Kabeln mit den Durchmessern 30 mm, 18 mm, 22 mm, 15 mm und
17 mm und dem Füllfaktor 2,0 berechnet sich nach der Formel folgender erforderliche
Gesamtdurchmesser:

Dgesamt = 2,00 x √(302 + 182 + 222 + 152 + 172 ) = 2,00 x √2222 = 94,276 mm

Da ein Rohr 94 mm Innendurchmesser hat, bräuchte man für diese fünf Kabel zwei Roh-
re DN 110.

Des Weiteren soll bei der Anzahl der Rohre DN 110 soll eine Reserve von einem Viertel
der Zahl der benötigten Rohre vorgesehen werden, mindestens ein Rohr, max. zehn
Rohre (Ril 819.2101, Abs. 10). Hierbei wird empfohlen, die Leerrohre maximal bis zur
Hälfte zu befüllen. Insgesamt werden drei Rohre erforderlich.

[7]
http://www.fraenkische.com/de/Downloads-1126.html

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 39 von 66


3.4.8 Mehrlängenbausatz (TK)

Die Mehrlängenbausätze sind bei Bedarf, wie bei korrespondierenden Maßnahmen, Brü-
ckenneubau oder unter der Angabe des Gewerkes TK einzubauen.

Die Ablage von Mehrlänge im durchgängigen Trogkanal ist nicht zulässig. Das Ablegen
von Mehrlängen erfolgt in Schächten (Beton oder Kunststoff), Muffenbausätzen, Mehr-
längenbausätzen oder bei beengten Platzverhältnissen in Kabelverzweigschränken
(KVz). Hierbei ist bei jedem Kabel der zulässige minimale Biegeradius ist zu beachten

Abbildung 35: Mehrlängenbausatz - Skizzen

Abbildung 36: Mehrlängenbausatz

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 40 von 66


3.4.9 WHZ – Betonschalthaus

Im Allgemeinen soll vor den 50Hz-Anlagen ein Kabelschacht Gr. V vorgesehen werden,
welches zur besseren Einführung und Verteilung in Gebäude sowie einer einfacheren
Instandhaltung dient.

Bei Weichenheizungsbetonschalthäusern (WHZ-BSH) besteht die Möglichkeit, den


Schacht Gr. V an Stelle der Eingangspodestplatte vor der Tür zu platzieren. Bei Wei-
chenheizungen mit Unterbringung des Transformators im Betonschalthaus (BSH) wird
das Mittelspannungskabel vom Mastschalter bis zum Transformator im Leerrohr DN110
verlegt.

Abbildung 37: Weichenheizstation gemäß Richtzeichnung „2Elh 00.05.04“

3.4.10 BÜ – Betonschalthaus

Im Allgemeinen soll neben dem BÜ - BSH ein Kabelschacht Gr. VII vorgesehen werden,
welches zur besseren Einführung und Verteilung im Gebäude sowie einer einfacheren
Instandhaltung des BÜ dient. Der Kabelschacht Größe VII ist stets auf derjenigen Seite
des BSH anzubringen, die bei Betreten des BSH auf der linken Seite liegt. Die Eingangs-
türe ist immer nach „rechts“ zu öffnen.

Abbildung 33: BÜ-Betonschalthaus

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 41 von 66


Auf beiden Seiten einer Gleis- oder Straßenquerung sollen Kabelaufbauschächte Grö-
ße V verwendet werden, um die Biegeradien der BÜ-Kabel einhalten zu können. Auch
beim Übergang von einer Querung auf einen Betontrog ist ein Schacht Größe V vorzuse-
hen.

Wichtig ist bei der Planung der Lage der Querungen, dass keine Rohrzüge im Bereich
der Fundamente von Lichtzeichen und Schrankenantrieben vorgesehen werden. Die Ka-
beltrasse ist stets um diese Einrichtungen herum zu führen.

Die Kabelquerungen unter der Eisenbahn und der Straße sind im Kapitel 3.4.7 und 3.4.5
zu finden.

3.4.11 Bahnsteigbereich

Bei der Planung der Kabel- und Leitungstrassen im Bahnsteigbereich für die Bahnsteig-
beleuchtung und die Bahnsteigausstattung sind vor allem folgende Richtlinien zu beach-
ten:

 Ril 813.0440 Kapitel 4, Abs. 3 (Kabel- und Leitungstrassen) und


 Ril 813.0440 Kapitel 4 Abs. 16 (Kabeltrassen) und
 Ril 813.0501 Kapitel 3, Abs. (3), (4) und (5) (Maste und Leitungsführung, Verle-
gung der Kabel, Kabeltröge)

Wichtig hierbei ist, dass auf dem Bahnsteig in der Nähe der Beleuchtungsmaste je ein
Kabelabzweigkasten gemäß der FTZ-Norm (Fernmeldetechnische Zentralamt) zu platzie-
ren ist. Ggf. sind weitere Schächte in der Nähe von Ausstattungselementen, wie z.B. be-
leuchteten Vitrinen, Fahrkartenautomaten, Uhren, usw. erforderlich. Im Abstand von ca.
50 m sind Kabelziehschächte vorzusehen, die aus wirtschaftlichen Gründen möglichst
gleichzeitig Verteilerschächte für die o.g. Fälle sein sollten. Die Kabelschachtdeckel sol-
len nicht im Leitstreifen liegen. Wenn sich dies nicht vermeiden lässt, darf der Leitstreifen
durch Schachtdeckel nicht unterbrochen werden (Deckel entsprechend auspflastern).

Abbildung 34: Rohrzugtrasse im Bahnsteigbereich

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 42 von 66


4 Kabeltiefbauplanung

4.1 Abstimmungsfestlegungen

Die Kabeltiefbauplanung wird vom Gewerk Verkehrsplanung erstellt.

Die wichtige Grundlage zur koordinierten Kabeltrassenplanung ist eine definierte Aufga-
benstellung zu den Trassenbelangen aller Fachgewerke.

Die Planungen dürfen ausschließlich auf Bestandsunterlagen, deren Übereinstimmung


mit der Örtlichkeit vom Anlagenverantwortlichen bestätigt ist, erfolgen. Sollten diese nicht
vorhanden sein, sind zusätzliche Mittel (außerhalb des Honorars) zur Schaffung gleich-
wertiger Grundlagen ggf. durch den Bauherren bereitzustellen.

Der Verkehrsanlagenplaner erstellt in Zusammenarbeit mit dem CAD-Verantwortlichen


des jeweiligen Projektes Grundpläne, die von den Planern der Ausrüstungsgewerke als
Grundlage für ihre Bearbeitung zu verwenden sind.

Diese Grundpläne enthalten die durch den Auftraggeber bereitgestellten IVL-Pläne (In-
genieurvermessung-Lage) und einer Gleistrassierung mit dem Lösungsvorschlag der
Vorplanung.

In den Grundplänen werden einheitliche Layouts mit entsprechenden Blattschnitten und


zugehörig definierten Benutzerkoordinatensystemen und Schriftfeldern eingerichtet. Die
Grundplandateien sind als Original im Vorlagenverzeichnis des „_Basis“ Verzeichnisses
abzulegen. Aus diesem Verzeichnis heraus sind sie zur Bearbeitung in die CAD-
Verzeichnisse der Fachgewerke unabhängig der Plotstiltabellen zu kopieren.

Somit sind in den Grundplänen folgende Dateien enthalten:


 IVL-Plan (Bestandslageplan)
 ggf. neue Bestandvermessung
 ggf. neues Kataster
 ggf. neue Trassierung
 Plankopf mit Schriftfeld

Die Bearbeitungsdaten sind als Referenzen eingebunden und befinden sich im


„DB_REF“ Koordinatensystem.

Als Grundlage für die Kabeltrassenplanung werden jeweils separate DWG-Dateien je


Fachgewerk gemäß CAD-Anwenderhandbuch bereitgestellt, die dann in der Verkehrsan-
lage zusammenlaufen.

Voraussetzung für die Kabeltrassenplanung sind folgende Randbedingungen:


 Oberleitungsmaststandorte
 Signalstandorte
 zu berücksichtigende Gebäude, Betonschalthäuser, Einspeisungen, usw.
 Eisenbahntrassierung
 neue Straßentrassierungen
 Schallschutzwände
 aktuelle Grundstücksgrenzen

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 43 von 66


Von den zu berücksichtigenden Fachbereichen wird eine Kabelliste bzw. ein schemati-
scher Kabellage-/Kabelübersichtsplan mit den benötigten Kabeln und Angaben (ggf.
Schätzungen zur sicheren Seite) zu Durchmesser, Biegeradius, Querungen, Anfang und
Endpunkt an den Verkehrsanlagenplaner übergeben.

Ein Kabeltrasse ist vorrangig auf bahneigenen Grund zu planen. Muss die Trasse über
Grundstücke Dritter geführt werden, so ist deren rechtsverbindliche Zustimmung einzuho-
len.

Es ist eine gemeinsame Kabeltrassenplanung für Signal-, Fernmelde-, und Starkstromka-


bel einvernehmlich zwischen den beteiligten Fachlinien (auch Vermessung) durchzufüh-
ren. Werden Starkstromkabel mit Betriebsspannungen > 1000 V gemeinsam mit Signal-
und Fernmelde-Kabeln in Trögen oder Gräben verlegt, so ist ein mechanischer Wärme-
schutz (Zwischenlage aus nicht brennbaren Materialien) erforderlich. Sie dürfen nicht mit
Signal- und Fernmeldekabeln in den gleichen Schächten oder dem gleichen Rohrzug ver-
legt werden.

Eigene Trassen für einzelne Fachgewerke sind nur zulässig, wo sie unvermeidlich sind.
Die 15-kV-Einleiterkabel (16,7 Hz) dürfen grundsätzlich nicht gemeinsam in einer Trasse
mit Signal- und/oder Fernmeldekabeln verlegt werden. Weitere Bemerkungen sind dem
Kapitel 4.2.4 Oberleitungsanlagen zu entnehmen.

Wenn eine Elektrifizierung der Strecke oder Änderungen an der bestehenden Oberlei-
tungsanlage vorgesehen sind, kann es zu neuen Maststandorten kommen. Diese müs-
sen in die Planung der Kabeltrasse einbezogen und ggf. von dieser umfahren werden.
Wie diese Umfahrungen der verschieden Kabelführungssysteme im Detail zu planen
sind, wird im Kapitel 3.2 beschrieben.

Die geplante Kabeltrasse soll auf dem Kabellageplan in einem geeigneten Maßstab
1:500 nach Ril 819.0102 dargestellt werden, bzw. im Kabeltrassenplan im Maßstab 1:500
oder 1:1000.

Die Kabeltrasse ist an der Bahnseite zu planen, auf der die meisten Einführungsstellen
liegen. Davon darf nur abgewichen werden, wenn es das Gelände erfordert, die Verle-
gung so wirtschaftlicher ist oder Auflagen von der DB Netz AG gestellt werden. Die Ka-
belzuführung zu einem Signal soll nach Möglichkeit von der Rückseite geplant werden,
da sich der Signalschaltkasten dort befindet (siehe Ril 819).

Die notwendigen Querprofile von Bau- und Erdbauwerken, an zu beplanenden Querun-


gen und neuralgischen Punkten der Trassenführung werden auf Anforderung des Auf-
tragnehmers durch den Auftraggeber bereitgestellt.

4.1.1 Kabel- und Leitungsbestände

4.1.1.1 Bahneigene Kabel- und Leitungsbestände


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.2.1“

4.1.1.2 Kabel- und Leitungsbestände Dritter


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.2.2“

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4.2 Zuarbeiten der jeweiligen Fachgewerke

siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.1 (Allgemeines)“

Das führende Gewerk koordiniert die zeitgerechte Zuarbeit der Fachplaner. Die notwen-
digen Meilensteine (u.a. Redaktionsschluss als letztmögliche Eingabe zur Kabeltrassen-
planung) werden zu Planungsbeginn festgelegt.

Die Darstellung der Kabel/Signalen soll in Layern und einer XRef (DB_REF Koordinaten-
system) der jeweiligen Fachgewerken gemäß CAD-Handbuch mit Plotstiltabellen
„DBPB200.CTB“ erfolgen. Diese DWG-Datei muss im Projektverlauf stetig angepasst und
ebenso müssen die Änderungen kommuniziert werden.

Veränderungen der Anforderungen der Fachgewerke können nur vor dem o.g. Stichtag
berücksichtigt werden.

4.2.1 Leit- und Sicherungstechnik (LST)


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.1 (LST)“

4.2.2 Elektrische Energieanlagen (EEA)


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.1 (EEA)“

4.2.3 Telekommunikation (TK)


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.1 (TK)“

4.2.4 Oberleitungsanlagen (OLA)


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.1 (OLA)“

4.2.5 S-Bahnstromanlagen (BS)


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.1 (BS)“

4.2.6 Bahnübergänge (BÜ)


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.2“

4.2.7 Maschinentechnische Anlagen (MTA), Heizung/Lüftung/Sanitär (HLS)


siehe Anlage „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.4“

Bei der Planung einer Hebeanlage für Abwasser im Außenbereich sind die Schnittstellen
wie folgt gegeben. Die Verkehrsanlage plant:
siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.4““

Die MTA/HLS planen:


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.4““

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 45 von 66


4.2.8 Bahnerdung / Erdung

4.2.8.1 Bahnerdung gemäß Ril 997 ff


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.3“

4.2.8.2 Erdung gemäß Ril 954


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.3“

4.2.9 Verkehrsanlagen (VA)


siehe Anhang „Schnittstellenpapier Kapitel 4.3.5“

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4.3 Ergebnisse und Liefergegenstände der Kabeltiefbauplanung

Die Ergebnisse der Kabeltiefbauplanung werden zusammen mit allen anderen Planungs-
unterlagen dem Auftraggeber übergeben.

Welche Unterlagen erstellt werden, kann exemplarisch an folgender Liste ausgewählt


werden und ist mit dem Auftraggeber abzustimmen.

4.3.1 Lph 1/2 – Grundlagenermittlung und Vorplanung


 fehlende Bestandsunterlagen erstellen lassen ........................................ ja /nein
 Grundpläne erstellen .............................................................................. ja /nein
 Teilnahme an örtl. Begehungen zur Klärung von Bestandsplanlü-
cken ........................................................................................................ ja /nein
 Erfassung der verlegten Kabel je Fachgewerk ........................................ ja /nein
 Erfassung der Leitungen Dritter durch führendes Gewerk ..................... ja /nein
 Variantenuntersuchungen ...................................................................... ja /nein
 Erfassung von Kabelmerksteinen zu erdverlegten Kabelanlagen je
Fachgewerk ............................................................................................ ja /nein
 Lagepläne mit Kabeltrassenplanung durch VA ....................................... ja /nein
 in der Baubetriebsplanung ist die Darstellung der Kabeltrassen für
die einzelnen Bauphasen notwendig ...................................................... ja /nein
 Erläuterungsbericht ................................................................................ ja /nein
 Kostenschätzungen zu den Lösungsvarianten je Fachgewerk ............... ja /nein
 termingerechte Zuarbeit aller Gewerke zum Vorplanungsheft ............... ja /nein
 grobe Kostenstruktur (z. B. mit Software iTWO) .................................... ja /nein

4.3.2 Lph 3 – Entwurfsplanung


 Lösungsvorschlag im Zwischen- und Endzustand planen ...................... ja /nein
 Erläuterungsbericht ................................................................................ ja /nein
 Beeinflussungsberechnung durchführen ................................................ ja /nein
 Koordinierte Kabellage-/ Kabelübersichtspläne ...................................... ja /nein
 Querprofile Engstellen ............................................................................ ja /nein
 separater Kabel- und Leitungsbestandsplan Dritter ............................... ja /nein
 Kostenberechnung/ Kostenanschläge .................................................... ja /nein
 Bauphasenplanung/ Baubetriebsplanung ............................................... ja /nein
 Mitwirkung bei der Abstimmung zur Baubetriebsplanung und Be-
rücksichtigung der erforderlichen Bauphasen/-zustände auf Belange
der Kabeltrasse ...................................................................................... ja /nein
 Bestelländerungen und ggf. daraus resultierende zusätzliche Varian-
ten sind Gegenstand des Änderungsverfahrens (ÄVL nach Hand-
lungsanweisung PZK) ............................................................................ ja /nein
 alle Querungen der Hauptkabeltrasse vom Startschacht zum Ziel-
schacht sowie Kabeltrassenstiche und deren Schachtanbindungen
zu den Einzelanlagen der Fachgewerke festlegen ................................. ja /nein
 Machbarkeitsüberprüfungen basierend auf den übergebenen Unter-
lagen und den daraus zu erkennenden neuralgischen Punkten ............. ja /nein

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 47 von 66


 erforderliche Grundlagen (Statiken, Baugrunduntersuchungen…)
werden durch den Auftraggeber auf Anforderung des Auftragneh-
mers beigestellt ...................................................................................... ja /nein
 Auswirkungen der abgestimmten Lösungen zur Trassenplanung
werden vom Verkehrsanlagenplaner eigenständig übernommen .......... ja /nein
 Kostenberechnung/ Kostenanschläge mit Zuordnung der Finanzie-
rung (z. B. mit Software iTWO) ............................................................... ja /nein
 Plausibilitätsüberprüfung der Kabeltrassenplanung und Aufzeigen
von Unstimmigkeiten zur Durchführbarkeit ............................................. ja /nein
 Darstellung der Linienführung der aufgenommenen Kabeltrassenan-
lagen innerhalb eines Lageplanes als digitale Datenerfassung mit
ergänzenden Detailunterlagen ............................................................... ja /nein
 Einmessung zu festen Einbauten, Vermaßung von Gleisabständen ...... ja /nein
 Systemskizzen zur Kabellegung im Kabelkanal mit Kabelbezeich-
nung, Fachrichtung, Durchmesser, Trennstegen, Diebstahl- und
Brandschutz, Nagetierschutz, Veränderungen durch Zu- und Ab-
gänge von Kabeln als zusätzliche Skizze ............................................... ja /nein

4.3.3 Lph 4 – Genehmigungsplanung


 Genehmigungsunterlagen gemäß Planfeststellungsrichtlinie ................. ja /nein
 separater Kabel- und Leitungsbestandsplan Dritter ............................... ja /nein
 Planung der Hauptkabeltrassen und deren Querungen für alle End-
und Zwischenzustände mit Angaben zum Kabeltrassenführungssys-
tem ......................................................................................................... ja /nein
 Darstellung der End- und Bauzwischenzustände erfolgt in den jewei-
ligen dafür zur Verfügung gestellten IVL- Plänen mit Unterscheidung
zwischen Bestand, Neubau und Rückbau (schwarz, rot, gelb) .............. ja /nein

4.3.4 Lph 5 – Ausführungsplanung


 Endgültige Kabeltrassendimensionierung festlegen ............................... ja /nein
 Kabellage- und Kabelübersichtspläne gemäß Vergabeeinheiten an-
passen .................................................................................................... ja /nein
 statische Nachweise ............................................................................... ja /nein
 Bauablaufplanung .................................................................................. ja /nein
 Bauart der Kabelschutzanlage, baulicher Zustand der Kabelschutz-
anlage, lichte Abmessungen und Außenmaße, Sonderbauformen,
Absenkbausätze, Muffenbausätze, Angaben zu Boden- und Deckel-
öffnungen, Ab- und Zuführung von erdverlegten Kabeln in flexiblen
Schutzrohren .......................................................................................... ja /nein
 (besondere Leistung) Erstellung von Schachtbelegungsblättern in
zweidimensionaler Darstellung mit Angaben zu:
 Bauart, Zustand, lichte Abmessungen und Außenmaße, Verma-
ßung zu Gleisanlagen, Angaben zu Bauteilen im Druckbereich
von Verkehrslasten ........................................................................... ja /nein
 Ausrüstung im Schacht, Schachtentwässerung, OK Schachtde-
ckel zum Geländeverlauf, Angaben zum Verschluss und zum
Öffnungswerkzeug für Schachtdeckel ............................................... ja /nein

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 Anordnung der Rohrzüge und Dimensionierung mit Darstellung
der Kabelbelegung (Kabelbezeichnung, Fachrichtung, Durch-
messer) ............................................................................................. ja /nein
 Prüfung der Leerrohre auf Durchgängigkeit bis zum nächsten
Schachtanschluss ............................................................................. ja /nein

4.3.5 Lph 6/7 – Vergabeplanung und Leistungsverzeichnis (LV) erstellen


 Ausschreibungsplanung unter Berücksichtigung der Auflagen aus
der Planfeststellung und firmenabhängiger Kabellage- und Kabel-
übersichtspläne erstellen ........................................................................ ja /nein
 gemäß vorhandenen Musterleistungsverzeichnissen ausschreiben ...... ja /nein
 Randbedingungen für Baustellenorganisation ausweisen ...................... ja /nein

4.3.6 Lph 8/9 – Bauüberwachung / Dokumentation / Objektbetreuung


 revidierte Planunterlagen für IZ-Plan / DB-GIS und Anlagenverant-
wortlichen bereitstellen ........................................................................... ja /nein
 Zuständigkeiten gemäß DS 899/4 oder siehe Kapitel 3.3.3
„Zuständigkeit für Bau und Instandhaltung“ ............................................ ja /nein

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5 Verzeichnisse

5.1 Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gefahrenbereiche nach Geschwindigkeiten gemäß GUV-R 2150 .............. 13


Abbildung 2: Regellichtraum gemäß EBO Bild 1 .............................................................. 14
Abbildung 3: Abstände Kabeltrog bei Gefahrenbereich 3,00 m (Ril 819.2101, Bild 2) ..... 15
Abbildung 4: Anwendungsbereich der Richtlinie „Anforderungen des Brand- und
Katastrophenschutzes“ .................................................................................................... 16
Abbildung 5: Regelquerschnitt mit ve ≤ 160 km/h ............................................................. 16
Abbildung 6: TE unter dem Randweg bei beengten Verhältnissen (Ril 836.4602, Bild 9) 17
Abbildung 7: Kabeltrog im Zwischenweg (Ril 819.2101, Bild 3) ....................................... 17
Abbildung 8: Kabeltrog auf Brückenkappe ....................................................................... 18
Abbildung 9: erdverlegte Kabel ........................................................................................ 19
Abbildung 10: Rohrzugtrasse im Tunnel .......................................................................... 20
Abbildung 11: Rohrzüge im Randweg gemäß Ril 819.2101, Bild 1 .................................. 21
Abbildung 12: Kaltbiegen von Schutzrohren .................................................................... 21
Abbildung 13: lichte Abmessungen vom Betonkabeltrog mit innenliegendem Falz (iF) ... 22
Abbildung 14: lichte Abmessungen Umleitungsbausatz 15° ............................................ 22
Abbildung 15: lichte Abmessungen Umleitungsbausatz 30° ............................................ 23
Abbildung 16: lichte Abmessungen Anhebungs- und Absenkungsbausatz 30° ............... 23
Abbildung 17: äußere Abmessungen und Gewicht .......................................................... 23
Abbildung 18: Abmessungen vom Betonkabeltrog mit aufliegendem Deckel und
Trennsteg ......................................................................................................................... 24
Abbildung 19: aufgeständerter Kabeltrog ......................................................................... 25
Abbildung 20: temporäre Verlegung des PP-Kabelkanals ............................................... 26
Abbildung 21: Abmessungen Größe 1 und 2 ................................................................... 26
Abbildung 22: PP-Kabelkanal .......................................................................................... 26
Abbildung 23: OLA – Mittelspannungskabel N2XS2Y...................................................... 28
Abbildung 24: OLA – Steuerkabel NYY-O ....................................................................... 28
Abbildung 25: Energiekabel NYY-J .................................................................................. 29
Abbildung 26: Energiekabel NYY-O ................................................................................. 29
Abbildung 27: TK Streckenfernmeldekabel– Cu-Kabel: AJ-02YSTF(L)2YDB2Y mit
Induktionsschutz TNP02 .................................................................................................. 29
Abbildung 28: Signalkabel Typ AJ-2YOF(L)2YDB2Y ....................................................... 30
Abbildung 29: Signalkabel Typ A-2Y(L)2YB2Y ................................................................ 30
Abbildung 30: Abmessungen Kabelaufbauschächte Größe II und V ............................... 34
Abbildung 31: Klassifizierung von Schachtabdeckungen nach Belastungsklassen nach
DIN EN 124 ...................................................................................................................... 35
Abbildung 32: Muffenbausatz TK ..................................................................................... 38
Abbildung 33: BÜ-Betonschalthaus ................................................................................. 41
Abbildung 34: Rohrzugtrasse im Bahnsteigbereich ......................................................... 42

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6 Anlagen – Beispiele

6.1 Legende Kabeltiefbau VA (Symbole gemäß Ril 885.1101A02)

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6.2 Legende Kabellageplan LST (Symbole gemäß Ril 819.9002)

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6.3 Legende Kabel und Leitungen (DBPB200.CTB / DBPB300.CTB)

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6.4 IVL-Plan

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6.5 Lageplan

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6.6 Koordinierter Kabellageplan

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6.7 Signal- und Kabellageplan

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6.8 Kabelschachtbelegungsplan

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6.9 Kabelbelegung Übersicht

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7 Anhänge

7.1 Abkürzungen der Kabelarten

Bei den Abkürzungen mit kursiver und grauer Schriftfarbe handelt es sich um die alten
Bezeichnungen.

7.1.1 Kurzzeichen Kennzeichnung der Anwendungsbereiche

Kurzzeichen Bedeutung
A- Außenkabel
AB- Außenkabel mit Blitzschutzaufbau
AD- Außenkabel für Netzschutz (z.B. Differentialschutzkabel)
AJ- Außenkabel mit Induktionsschutzaufbau
FL- Flachleitung mit Vollleiter
FLi- Flachleitung mit Litzenleiter
G- Grubenkabel
GJ- Grubenkabel mit Induktionsschutzaufbau
I- Installationskabel
L- Leitung
M Sonderkabel
S- Schaltkabel
S Eisenbahnsignalkabel
Si Kabel für industrielle Elektronik

7.1.2 Kurzzeichen zur Kennzeichnung der Aufbauelemente

Kurzzeichen Bedeutung
AlCu Aluminium-Kupfer-Verbundleiter
(….Al)… Gesamtquerschnitt des Aluminiumschirmes in mm²
b Bewehrung
B Backbar bei Lackdrähten
Bewehrung
(1B…) Eine Lage Stahlband; Dicke des Stahlbandes in mm
(2B…) Zwei Lagen Stahlband; Dicke des Stahlbandes in mm
Bz II Bronzeleiter
c Äußere Schutzhülle aus Jute und Masse
c-K Verstärkte äußere Schutzhülle aus Papierband, Jute und Masse
C Schirm aus Kupferdrahtgeflecht
(C) Schirm aus Kupferdrahtgeflecht über einem einzelnen Verseilelement
(z.B. Ader)
Cu Kupferdraht
(…Cu)…. Gesamtquerschnitt des Kupferschirmes in mm²
D Schirm aus Kupferdrahtbespinnung (konzentrischer Schirm)
(D) Schirm aus Kupferdrahtbespinnung über einem einzelnen Verseilele-
ment (z.B. Ader)
Da Schirm aus Aluminiumdrahtbespinnung
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e Kupferbeidraht
E Schutzhülle mit eingebetteten Kunststoffband
f feindrähtig
(fA) Längsaufgebrachtes Aluminiumband, nur in Verbindung mit (St)
(fK) Längsaufgebrachtes Kupferband, nur in Verbindung mit (St)
F Folienisolierung
(F…) Flachdraht; Dicke des Flachdrahtes in mm
(F…Gbvzk…) Flachdraht: verzinkt; Durchmesser des Flachdrahtes in mm, mit Ge-
genwendel aus Stahlband; ….Zugfestigkeit in daN/mm²
Fe Stahldraht
G Isolierung aus Naturkautschuk (NR) oder
Isolierung aus Styrolbutadien-Kautschuk (SBR)
2G Isolierung aus Silikonkautschuk (SJR)
3G Isolierung aus Isobuthylen-Isopren-Kautschuk (IR) oder
Isolierung aus Äthylenpropylen-Kautschuk (EPR)
4G Isolierung aus Äthylenvinylacetar (EVA)
5G Isolierung aus Chloropren-Kautschuk (CR)
6G Isolierung aus chlorsulfoniertem Polyäthylen (CSM)
7G Isolierung aus Fluorelastomeren
8G Isolierung aus Nitrilkautschuk (NBR)
Gs Glasseidenbespinnung oder
Glasseidenbeflechtung
2Gs Zwei Lagen Glasseidenbespinnung oder
Zwei Lagen Glasseidenbeflechtung
H Aderisolierung aus flammwidrigen Polyäthylen (FR-PE)
Mantel aus Naturkautschuk (NR) oder
Mantel aus Styrolbutadien-Kautschuk (SBR)
2H Mantel aus Silikonkautschuk (SJR)
3H Mantel aus Isobuthylen-Isopren-Kautschuk (IIR) oder
Mantel aus Äthylenpropylen-Kautschuk (EPR)
4H Mantel aus Äthylenvintylacetat (EVA)
5H Mantel aus Chloropren-Kautschuk (CR)
6H Mantel aus chlorsulfoniertem Polyäthelyn (CSM)
7H Mantel aus Fluorelastomeren
8H Mantel aus Nitrilkautschuk (NBR)
(hS) Halbleitende Schicht
I Isolationswiderstandsgewährleistung bei Lackdrähten
-I Internationaler Schutzleiter
(IfA) Innenmantel und längsaufgebrachtes Aluminiumband, nur in Verbin-
dung mit (St)
…iMF Einzelne Verseilelemente (z.B. Paare = PiMF oder Adern = AiMF) in
Metallfolie oder
Einzelne Verseilelemente in Metallpapier und Beidraht
iMF Mehrere Verseilelemente (z.B. Verseillagen) in Metallfolie
Mehrere Verseilelemente in Metallpapier und Beidraht
kf… Kältefeste Ausführung bis minus …. °C
K Längsaufgebrachtes, glattes Kupferband verschweißt
(K) Innenmantel und längsaufgebrachtes Kupferband
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Kh Hartkupferleiter
L Glatter Aluminiummantel
(L) Schirm aus kunststoffbeschichtetem Aliminiumband
(L)2Y Al-Schichtenmantel
LD Aluminium-Wellmantel oder Aluminium-Außenleiter gewellt
Li Litzenleiter
(LA) Lackader
(LP) Lackpaar
(LV) Lackvierer
2L Doppellackisollierung
M Bleimantel
(mS) Magnetischer Schirm
Mz Bleimantel mit Erhärtungszustand (z.B. Antimon)
N Normale Beanspruchung (bei Lackdrähten)
ö Ölfest
P Papierisolierung
Ps Polyäthylenscheiben bie Koaxialpaaren
Pu Mantel aus Polyurethan (PUR)
Pw Polyäthylenwendel bei Koaxialpaaren
r Gerillt (z.B. Rohrdrahtaußenleiter
(R…) Runddraht; Durchmesser des Runddrahtes in mm
(R…Gbvzk… Runddraht; verzinkt; Durchmesser des Runddrahtes in mm, mit Ge-
) genwendel aus Stahlband; … Zugfestigkeit in daN/mm²
RCu Gefalztes Kupferband als Außenleiter
Rfe Gefalztes Stahlband (Rohrdraht)
S Seidenbespinnung
2S Zwei Lagen Seidenbespinnung
(St) Statischer Schirm aus Metallband oder
Statischer Schirm aus kunststoffkaschierte Metallfolie
Staku Stahl-Kupfer-Leiter
T Tragorgan aus Stahl, Textil oder Kunststoff
Tk Außenleiter aus Kupfer /rohförmig, Bezeichnung vereinzelt Tubenka-
bel)
(TR…) Tragorgan aus Runddraht; … Drahtdurchmesser in mm
trop Tropenbeständige Masse in den Schutzhüllen
U Umflechtung aus Textilfäden
V Direkt verzinnbar (bei Lackdrähten)
V Verzinnter Kupferleiter
vs Versilbert
vzk Verzinkt
vzn Verzinnt
W Erhöht wärmebeständig (bei Lackdrähten) Stahlwellmantel
Wk Mantel, Schirm oder Außenleiter aus geschweißtem, gewelltem Kup-
ferband
Y Aderisolierung aus Polyvinylchlorid (PVC)
Mantelisolierung aus Polyvinylchlorid (PVC)
Schutzhülle aus Polyvinylchlorid (PVC)
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YV Verstärkte Mantelisolierung aus Polyvinylchlorid (PVC)
2Y Aderisolierung aus Polyäthylen (PE)
Mantelisolierung aus Polyäthylen (PE)
Schutzhülle aus Polyäthylen (PE)
2YV Verstärkte Mantelisolierung aus Polyäthylen (PE)
02Yho Polyäthylenhohlraumisolierung
2Yn Isolierung aus Niederdruck-Polyethylen
02Y Aderisolierung aus verzelltem Polyethylen (Zell-PE)
02YS Aderisolierung aus verzelltem Polyäthylen und Polyäthylen (Foam-
Skin)
3Y Isolierung aus Polystyrol
Mantelisolierung aus Polystyrol
4Y Isolierung aus Polyamid
Mantelisolierung aus Polyamid
5Y Isolierung aus Polytetrafluoräthylen
Mantelisolierung aus Polytetraflouräthylen
6Y Isolierung aus Perfluoräthylen-Propylen (FEP)
Mantelisolierung aus Perfluoräthylen-Prpylen (FEP)
7Y Isolierung aus Äthylentetrafluoräthylen (ETFE)
Mantelisolierung aus Äthylentetrafluoräthylen (ETFE)
8Y Isolierung aus Polyimid (PI)
Mantelisolierung aus Polyimid (PI)
9Y Isolierung aus Polypropylen (PP)
Mantelisolierung aus Polypropylen (PP)
10Y Isolierung aus Polyvenylidenfluorid (PVDF)
Mantelisolierung aus Polyvenylidenfluorid (PVDF)
11Y Isolierung aus Polyurethan (PUR)
Mantelisolierung aus Polyurethan (PUR)
12Y Isolierung aus Polytereftalsäureester
Mantelisolierung aus Polytereftalsäureester
(Z) Zugfestes Geflecht aus Stahldrähten
(ZN) Zugfestes Geflecht aus Polyamid
-Z Zahlenbedruckt

7.1.3 Kurzzeichen zur Kennzeichnung der Betriebskapazität

Kurzzeichen Bedeutung
Bd Bündelverseilung
BD Bündelverseilung
DM Dieselhorst-Martin-Verseilung bzw. Vierer
F Sternvierer mit Phantomausnutzung für Streckenfernmeldekabel der
Eisenbahn (Farbkennzeichnung Stamm I a- und b-Ader gelb; Stamm II
a- und b-Ader rot)
Flache Ausführung bei Installationsleitungen
(H…) Höchstwert der Betriebskapazität in nF/Km
(M…) Mittelwert der Betriebskapazität in nF/Km
Lg Lagenverseilung
LG Lagenverseilung
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P Paare verseilt
Pa Paare verseilt
(r…/…) Max. zulässiger Reflextionsfaktor in … % bei … MHz
(…RP)… Anzahl der Reservepaare
(S…) Sollwert der Betriebskapazität in nF/Km
(SR) Stahlrillmantel (kunststoffkaschierte Stahlfolie)
St Sternvierer in Phantomausnutzung
ST Sternvierer in Phantomausnutzung
StI Sternvierer in Streckenfernmeldekabel
STI Sternvierer in Streckenfernmeldekabel
StIII Sternvierer in Fernmeldekabeln (Ortskabel)
STIII Sternvierer in Fernmeldekabeln (Ortskabel)
steg Flachleitung mit steg
TF Trägerfrequenzkabel oder Trägerfrequenzvierer
Z Zwillingsleitung
(Z…/…) Max. zulässige Wellenwiderstandsabweichung in … % bei … MHz

7.1.4 Besondere Kurzzeichen

Kurzzeichen Bedeutung
F Längswasserdicht durch kontinuierliche Füllung (Füllmasse / Petrolat)
OF Füllung mit kapazitätsarmer Füllmasse / Petrolat
TF Längswasserdicht durch trockene Füllung (Kombination quellfähige
Materialien
h Erhöhte Wärmebeständigkeit
lId Längsluftdicht (bei Drähten für Sperrstopfen)
O Ohne Kunststoffband zwischen Adern und Schirm (bei Schaltdrähten)
perf Perforiert

7.1.5 Farbe Isolierung und / oder des Mantels

Kurzzeichen Bedeutung
bl Blau
br Braun
el Elfenbeinfarben
ge Gelb
gn Grün
gr Grau
nf Naturfarben
or Orange
rs Rosa
rt Rot
sw Schwarz
vi Violett
ws Weiß

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 64 von 66


7.2 Schnittstellen zwischen VA und bahntechnischer Ausrüstungstechnik

Ersteller: RB Ost

https://intranet.db-
ec.de/de/fachliches/produktion/planung/val/Tools/1_Fahrbahn_Gleis/Kabeltiefbau/S
chnittstelle_VA_bahntechn_Ausr_V4.pdf

Leitfaden Kabeltiefbauplanung Seite 65 von 66


7.3 Kabeldurchmesser – Mindestbiegeradius - Schachtgröße

Stand: 26.01.2015
Ersteller: Nikolaos Skourtis, DB E&C Region West

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Kabeldurchmesser – Mindestbiegeradius – Schachtgröße

1.400 Faktor 20
Mindestbiegeradius

1.300

1.200
[mm]

1.100
Faktor 15 für einadrige Kabel*
1.000

900
Faktor 12 für mehradrige Kabel*
Gr. X
Bearbeitung + Zeichnung: Skourtis | Mindestbiegeradius.odg | Stand: 26.01.2015

800

700 grüne Eintragungen:


Alle Kabeleinführungen
ermöglichen Biegeradius.
600
Gr. IX
rote Eintragungen:
500 Nur die äußeren Kabeleinführungen
ermöglichen Biegeradius.

400 Gr. VII


*) gemäß DIN VDE 0100-520,
300 Abschnitt 522.8.1.2
Gr. V
Gr. IV
200
Gr. III
Kabel-Außendurchmesser
[mm]
10 15 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70
Kabeldurchmesser – Mindestbiegeradius – Schachtgröße

Größe III Größe IV Größe V Größe VII Größe IX Größe X


min. 125 mm min. 200 mm min. 180 mm min. 380 mm min. 550 mm min. 800 mm
max. 520 mm max. 600 mm max. 580 mm max. 780 mm max. 950 mm max. 1.200 mm

Schacht-Größe kleinste lichte minimaler maximaler


Bearbeitung + Zeichnung: Skourtis | Mindestbiegeradius.odg | Stand: 26.01.2015

Breite Biegeradius * Biegeradius **


[mm] [mm] [mm]
grüne Eintragungen:
III 650 127 523 Alle Kabeleinführungen
ermöglichen Biegeradius.
IV 800 202 598
rote Eintragungen:
V 760 182 578 Nur die äußeren Kabeleinführungen
ermöglichen Biegeradius.
VII 1.160 382 778

IX 1.500 552 948

X 2.000 802 1.198

*) = Breite ∙ 0,5 − 11 − 110 − 22 − 55


**) = Breite ∙ 0,5 + 11 + 110 + 22 + 55