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Heft5 Konzepteeines

Herausgeber
zeitgemäßen
G. Falkund
F. Herrmann Physikunterrichts

Institur
fur Didoktikder physik KlassischeMechanik
derUniversif<it
Kcrrfsrrhä""' in moderner Darstellung
"- 75 KorlsruhsI
Kolse5y{e t2, physikhochhour
TctefonUmtiEgq

T P7 5

Schroedel Schulbuchverlag
fl

Die Schriftenreihe KonzepteeineszeitgemäßenPhysikunterrichts wendet sich an Naturwissenschaftler,


insbesonderean Physiker,deren Aufgabe die Vermittlung physikalischenWissensist. Anders als eine
Zeitschrift dient diese Reihe nicht der Veröffentlichung voneinander unabhängiger Einzelbeiträge, son-
dern der Vorstellung inhaltlich und didaktisch neuer Konzepte des Physikuntenichts. In erster Linie ist
dabei an den Physikunterricht in den verschiedenenSchularten gedacht, aber auch an die Lehre im Fach Ütcntcl'
Physik an den Universitäten.
JedesHeft ist der DarlegungeineseinzigenderartigenKonzeptsoder Teilen davon gewidmet.Dabei soll
klar werden,welchemZweck dasKonzept dient, welcheinhaltlichen und didaktischenVorteile esgegen-
über herkömmlichenVerfahrensweisenhatoder zumindest,welche Anderungen espropagiert,und wie
es sich, möglichst in Beispielen,realisierenläßt - kurz, es sollte seinewissenschaftlichewie didaktische
Tragfähigkeit sichtbar werden.

v-
tX.:
G.r*

ISSN 0722-7744
ISBN 3-507-76085-l

@ 1982SchroedelSchulbuchvedagGmbH, Hannover

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rü.
Satz:Bauer & Bökeler Filmsatz GmbH, Denkendorf
Druck und Einband: Konkordia GmbH für Druck und Verlag,Bühl/Baden 8210
[trissenschaftler, Inhaltsverzeichnis
L Anders als eine
blbeiträge, son-
l In ersterLinie ist
die lehre im Fach Übersicht

ridmet. Dabeisoll
r Vorteile esgegen- G. Falk
topagiert, und wie Der Impuls alscharakteristischeGtöße der Mechanik
hc wie didaktische
F. Herrmann
Derlmpulsstrom t9

F. Herrmann
Stromrichtung und Vorzeichen der Stromstärke . 26

F. Herrmann und P. Schmälzle


Impulsströmein statischenAnordnungen 34

W. Stößel
Die Rolle der Energiein der Mechanik 42

G. Falk, G. Heiduck und G. Bruno Schmid


Impulsströme'imelektromagnetischenFeld... ... . 53

F. Herrmann
Mechanik im Schulunterricht 65

lZdchnungenist -
Anschrift der Autoren:
ll! 53,54URG-
fiüältigung durch
L Bänder,Platten, hof. Dr. G. Falk, G. Heiduck, hof. Dr. F. Hermann, P. Schmtilzle, Dr. G. Bruno Schmid
Institut für Didaktik der Phvsik.
hof. Dr. W. Stößel
Institut für Angewandte Physik,
8210 Universität Karlsruhe, Kaiserstraße12,7 500Karlsruhe 1, Physikhochhaus
Übersicht t)en sind, die beide eine fundamentale Rolle in
der ganzen Physik spielen. Trotzdem werden
noch heute beide Größen auf andere,scheinbar
fundamentalere(wie Geschwindigkeitund Mas-
Noch heute wird Mechanik im wesentlichenso
se) zurückgeführt. Die Quantentheorie hat
gelehrt,wie sie seit mehr als 150 Jahrengelehrt
schließlich gezeigt, daß Energie, Impuls und
wird, nämlich in der Form, wie sie von Galilei.
Drehimpuls auch im Mikroskopischen eine fun-
Descartes,Huygens, Leibniz und vor allem von
damentalere Bedeutung haben als etwa die Be-
Newton,Lagrangevnd Hamilton entwickelt wur-
griffe Geschwindigkeit,Ort oder Bahn.
de. Liegt dasetwadaran,daß die Mechanik in die-
ser Form schlechthinvollendetist, also keinebe- Im vorliegendenHeft wird eine Neudarstellung
griffliche Verbesserungzuläßt?Zumindest gibt es der Mechanik vorgestellt,die dieseEntwicklun-
bis heute keine Formulierung,die es in Brauch- gen berücksichtigt.In ihr spielendie mengenarti-
barkeit mit der traditionellen aufnehmenkönnte. gen Größen Impuls und Energiedie wichtigste
und daher sieht es so aus,a1skönnten wir allen Rolle: der Impuls als die die Mechanikcharakte-
Grund haben, mit dieser Tradition zufrieden zu risierendeGrößeund die Energiealseinein allen
sein. Dennoch: Sollten 150 Jahre physikalische Teilgebietender Physik gleichermaßenwichtige
ForschungkeinenwesentlichenBeitragauch zur Variable.
Frageder begrifflichenDarstellungder Mecha- BeideGrößen werden als mengenartigeGrößen
nik geleistethaben?In dieserZeitspannewurden behandelt.d. h. so-wie man es in der traditionel-
nicht nur in anderenGebietender Physik Fort- len Physikvon der Masseund der elektrischenLa-
schritte erzielt,eswurden auch Entdeckungenge- dung gewohntist.Zu jeder mengenartigen Größe
machtund Theorienaufgestellt,die die Mechanik gibt es einen Strom.Demnachfolgen die Strom-
unmittelbarbetreffen,wie Relativitätstheorieund stärkenvon Impuls- und Energiestromin ihrer
Quantenmechanik. Daß auchder Einfluß derbei- Wichtigkeit gleich nach Impuls und Energie
den letztgenannten Theorienauf die Darstellung selbst.
der Mechaniksogeringwar, liegtwohl daran,daß
beideAussagenmachenüber Systemein Zustän- DieseDarstellungist zum traditionellenAufbau
den,die wir alsextremempfinden,nämlichin Zu- insofern äquivalent,als es keine Fragestellung
ständen mit hohen Geschwindigkeiten,hohen gibt, die in dieserneuenDarstellunggelöst,in der
Massendichten, kleinenAusdehnungen. alten aber nicht gelöstwerden kann und umge-
kehrt; denn in der mathematischen Fassungun-
Bereits die Elektrodynamik hätte einen Ein- terscheidensich die beiden Darstellungennicht.
fluß auf die Strukturder Mechaniknehmenkön- Sie unterscheidensich dagegenin der verbalen
nen,wennauchnicht in unmittelbarpraktischem, Beschreibungund in den der Beschreibungzu-
sondernmehr in begrifflichemSinn.Die Elektro- grundeliegendenBildern, ohne die ja keine Be-
dynamik war nicht nur historischdie ersteNahe- schreibungauskommt. Die Vorteile der neuen
w'irkungstheorie,sie ist bis heute das Vorbild aller Darstellungsind typischdidaktischerArt.
physikalischerNahewirkungs-oder Feldtheorien
geblieben.Die Mechanik hätte von ihr lernen
können. Schließlichhatte Newton selbst schon Welchessind dieseVorteile?
seineFernwirkungsformulierung der Gravitation - Die Neudarstellungist eine Formulierungim
als Provisoriumempfunden.In einem Brief an Sinn einer Nahewirkungstheorie.Felder er-
Bentleyschreibter: ,,Die Behauptung,die Mate- scheinennicht als Hilfsmittel, um Kraftwir-
rie besitzeeine ei4geborene,inhärenteund we- kungen auf Körper zu beschreiben,sondern
sentlicheSchwerkraft,so daß der eine Körper als physikalischeSysteme,die genauso real
eineFernwirkungaufden anderenausübenkann, sindwie die Körper selbst.
und zwar durch ein Vakuum, ohne die Vermitt- * Da die Mengenartigkeit des Impulses (und
lung von irgendetwas,durch welchesihre Wir-
auch der Energie) von Anfang an offensicht-
kung und Kraft vom einen zum anderenfortge-
lich wird, wird die Beschreibungphysikali-
pflatzt werdenkönnte, ist für mich eine derartige
scher Vorgänge eint'acher,bildhafter und da-
Absurdität, daß sie meinesErachtenseinem fähi-
durch durchsichtigerals in der traditionellen
gen Philosophenniemals in den Sinn kommen
Mechanik. MechanischeVorgänge werden
kann."[1].
daherin weit größeremMaße alsgewohntmit
Seit der Relativitätstheoriewissen wir, daß Ener- dem Vokabular der normalen Umgangsspra-
gie wd Impuls eigenständigemengenartigeGrö- che beschreibbar. Mit den Wörtern Impuls
mein genug ist. Im zweiten Aufsatz wird gezeigt, G. Fai\:
und Impulsstrom (: Kraft) geht man genauso
um wie etwa mit den Wörtern Wasser und daß die Größe Kraft identisch ist mit der Strom-
Wasserstrom. Insbesondere kommenBezeich- stärke eines Impulsstroms.Mit dieser Einsicht D e rI m p u
nungen, die zum Vokabular einer Fernwir- werden die Aussagen der NewtonschenAxiome
kungstheoriegehören, nicht vor (wie z. B. nicht nur sehreinfach,siewerdenzum Teil fasttri-
Kraft, Arbeit, Leistung, Austausch,Wechsel- vial.
wirkung). Die Transparenzder Beschreibung l. DieStellu
Der ganze dritte Aufsatz behandelt Votzeichen-
führt dazu,daß der Lernendesehrfrüh Fragen fragen. Daß das notwendig ist, liegt nur insofern
stellt,die bei traditionellerSprechweisenicht an unsererNeudarstellung,alsin ihr Vorzeichen-
naheliegen. Soliegtdie Fragenachder Impuls- fragen klarer formuliert werden können und da-
stromverteilungetwa zwischenzwei elektrisch durch bewußtwerden.Jedesdort angesprochene
geladenenKörpern auf der Hand, wogegen Problemhat aber sein Analogon in der traditio-
dieselbeFragein der Spracheder traditionel- nellenMechanik.
len Mechanik formuliert (als Frage nach dem
,,spannungszustanddes Raums" zwischen Der vierteAufsatzbehandeltstatischeTragwerke'
den Körpern)sichkaumvon selbststellt. Die bekannte Regel vom Kräftedreieck erweist
sich als eirc ,,KirchhoffscfreKnotenregel" für Im-
- Die hier vorgestellteMechanikist in ihrer for- pulsströme.Die Frage,welchenWeg Impulsströ-
malen StrukturanderenTeilgebietender Phy- me in Tragwerkennehmen,führt zu interessanten
der
sik sehrähnlich,z. B. der Elektrizitätslehre, Einsichten.Die BehandlungdieserFrageist der
Thermodynamikund der Chemie [2]. Diese BehandlungeineseinfachenSonderfallsdesme-
Tatsachemacht die Physik nicht nur ästethi- chanischenSpannungstensors äquivalent. Der
scher,siemachtdas Erlernender Physikauch Aufsatzführt einesehranschaulicheDarstellung
ökonomischer. diesesTensorsein,die im sechsten Aufsatzwieder
aufgegriffenwird.
Das vorliegendeHeft kann kein Lehrbuch der
Mechanik ersetzen. Die Darstellungen sind Der fünfte Aufsatzbehandeltdie Rolle der Ener-
.1,.: K
gie in der Mechanik. Die Energiewird konse-
zwangsläufigknapp und setzeneinegute Kennt-
quentalsmengenartige Größebehandelt.Eswird
nis der Mechanik voraus. Auf die Darstellung
mancher Teilgebieteder Mechanik mußte aus die Unzweckmäßigkeitder Bezeichnung,,poten-
Platzgründenverzichtetwerden,so etwa auf die tielle EnergieeinesKörpers" begründet.
Mechanik der Drehbewegungen, also des Dreh- Im Aufsatz6 werdenImpulsstromverteilungen in
impulses,oder auf die Mechanikder materiellen elektromagnetischen Feldernuntersucht'Dieses
Kontinua. Themaerscheintin seinertraditionellenForm als
rechtschwierig.Hier dagegenstellensichImpuls-
Das vorliegendeKonzeptwurde auf verschiede-
nen Niveauserprobt. Eine Version,die sich auf stromdichten(:,,mechanische Spannungen")
Drehbewegungenund Drehimpulsströmungen alsetwassehrnatürlichesdar. Die benutztegrafi-
beschränkt,wurde mit sehr gutem Erfolg in sche Darstellungdes Impulsstromdichtetensors
erprobt [3]. gestattetes, zu einer anschaulichenVorstellung
Schulklassender Orientierungsstufe
Nach der im letzten Aufsatz des vorliegenden dieserStrömezu gelangen.
Heftesvorgeschlagenen Versionwurde von den Im siebentenAufsatzschließlichwird ein Unter-
Herren Fleig und Plappertan zwei Schulenin elf- richtsgangfür die Schule skizziert.Dieser setzt
ten Klassenunterrichtet.Wir dankenbeiden für sehrwenig Mathematik voraus.Es wurde dabei
ihre fruchtbarenBemerkungen, die wir in diesem an einen Unterricht in Klasse 1l gedacht.Eine
Heft verwendenkonnten.In ausführlicherForm Anpassungan die Mittelstufe dürfte aber keine
wurde dieseMechanik schließlichin der Anfän- großenSchwierigkeiten bereiten.
gervorlesungExperimentalphysikI an der Uni-
versitätKarlsruhevorgestellt.
Literatur
Nun zum Inhalt desvorliegendenHeftes: Im er-
sten Aufsatz wird der Impuls als eigenständige, lll H. W. Tumbull:,,TheCorrespondence of IsaacNeMon"
fundamentaleGröße eingeführt,für die Bezie- Newton to Bentley(1692) Volume III, UniversityPress, \t
Cambridge196l (5. 253/ 254)
hungengelten,die zu denender elektrischenLa-
l2l G. Falk, F. Hermann: ,,KonzepteeineszeitgemäßenPhy-
dung analogsind.Es wird gezeigt,daß eineDefi- sikunterrichts",Heft 3, SchroedelVerlag,Hannover I 979
nition des Impulsesals Produkt aus Masseund l3l G. Falk, F. Herrmann: NEUE PHYSIK, ,,Das Energie-
Geschwindigkeitweder vorteilhaft noch.allge- buch",Schroedel Verlag,HannoverI 98I

6
I wird gezeigt, G. Falk
lir mit der Strom-
ß dieser Einsicht Der Impuls als charakteristischeGröße der Mechanik
nntschen Axiome
lcn zum Teil fast tri-

ndelt Vorzeichen- 1. Die Stellung der Mechanik in der Physik Physik,in das die Mechanik nicht hineinspielt,in
dem ihre Kenntnis nicht zumindest von Vorteil,
I lieXl nur insofern
rin ihr Vorzeichen- wenn nicht gar Voraussetzungist. Es sieht so aus,
ta können und da- Jeder,der Physikunterrichtgehabthat, weiß, daß als wäre ihre Stellung am Anfang jedes Physikun-
btangesprochene die Physikmit der Mechanik beginnt.Danach fol- terrichts unausweichlich.
;m in der traditio- gen - oft in wechselnderReihenfolge- Wärme- Dennoch hai diese Antwort, so einleuchtendsie
lehre, Elektrizität und Optik, schließlichmodeme scheint,einenoffensichtlichenHaken. Wir haben
llischeTragwerke. Gebiete wie Atom- und Kernphysik. Auffallend uns nämlich mit unserem Kriterium auf die gängi-
Sedreieck erweist sind dabeizwei Dinge. Einmal sind die einzelnen gen Lehrbücherder Physikgestützt,d. h. aufeben
Eeruegel" für Im- Gebieterelativ scharf gegeneinanderabgegrenzt, jene Bücher, die selbstdie Mechanik an den An-
!n Weg Impulsströ- sowohl durch die in ihnen behandelten Gegen- fang stellen. Selbstverständlichgeht jedes Lehr-
irtzu interessanten stände und Vorgänge als auch durch die Art und buch - nicht nur der Physik,sondemjedes Faches
Weise,wie diesebegrifflich erfaßt werden. Zum - so vor, daß es schon Gelerntes,in unseremFall
ücser Frage ist der
zweitenstehtdie Mechanik am Anfang, während also die Mechanik, für die folgenden Lemschritte
loderfalls des me-
I äquivalent. Der bei den übrigen Gebieten Vertauschungender zu nutzen sucht,oftmals sogarum den Preis,gan-
Reihenfolgedurchausvorkommen. Beruht diese ze Fragenkomplexe,bei denen das nicht gelingt,
didte Darstellung
EAufsatzwieder Vorzugsstellung der Mechanik auf logischem fortzulassen.Als Beispiel aus der Physik erwäh-
Zwang oderhandelt essichum nichtmehrals eine nen wir nur die Rolle chemischerReaktionenbei
eingefahreneGewohnheit? elektrischenVorgängen,die z. B. in Batterienoder
öc Rolle der Ener- in Lebewesenablaufen. Obwohl die elektrische
ugie wird konse- Zur Klärung dieserFragewerfen wir einenkunen
Blick auf die Beziehungder einzelnenGebieteder Batteriezu den technischenDingen gehört,dieje-
rbchandelt.Eswird des Kind kennt, sucht man ihre sachgemäßeBe-
Physik untereinander. Eine besonderseinfache
Fichnung,poten- handlungvergeblichin dem Bereich,den die Phy-
Beziehungist z. B. folgende: Ist die Kenntnis ei-
lcaründet. nes GebietesA ein ausgesprochener Vorteil oder sik als ,,Elektrizitätslehre"anbietet- einfach weil
@verteilungenin gar notwendige Voraussetzungzum Verständnis es schwer gelingt, Batterien mit den gängigen
rüersucht. Dieses eines GebietesB oder ist das nicht der Fall? Ist elektromagnetischenBegriffen zu behandeln.
Fbnellen Formals beispielsweisedie Kenntnis der Wärmelehrevon Vielleicht wird man sich zur Begründungder Son-
Vorteil oder gar Voraussetzungzum Verständnis derstellungder Mechanik berufen auf die histori-
der Elektrizitätslehre?Nimmt man zur Entschei- sche Entwicklung und die gem als psychologi
dung dieser Frage die gängigen Lehrbücher der sche Wahrheit ausgegebeneBehauptung, die
Physikzur Hand, so genügteine relativ oberfläch- historische Vorgehensweisesei auch didaktisch
liche Durchsicht, um sie klar mit nein zu beant- die beste.Aber auch das zieht nicht! Geschichtli-
worten. Ebensowenigist -nach diesenVerfahren che Entwicklungen folgen, im Rückblick gese-
wird ein Unter- geurteilt - die Kenntnis der Elektrizitätslehrevon hen, seltengeradenWegen.Was einerZeit höchst
ausgesprochenem Vorteil für ein Verständnisder naheliegendund einleuchtenderscheint,braucht
!. Es wurde dabei Wärmelehre.Fragtmandagegen,ob die Kenntnis für einespätereGenerationkeineswegsmehr die-
I ll gedacht. Eine der Mechanikvon Vorteil istzumVerständnis der senVorzug zu genießen.
Wärme- oder Elektrizitätslehre,so fällt die Ant-

r'
l&fte aber keine Die Aufsätze dieses Heftes wollen klarmachen,
wort in beiden Fällen positiv aus: Ein Großteil
daß nach unseren heutigen Einsichten die Vor-
der Wärmelehrebestehtgewöhnlichauseinerein-
machtstellung,die die Mechanik traditionell be-
gehenden Schilderung des mechanischen Gas-
t modells; in der Elektrizitätslehrewerden sowohl
sitzt, keineswegsnotwendig, ja nicht einmal be-
rechtigt ist. Didaktisch ist sie sogarvon Nachteil.
Ladungen als auch Felder durch Kraftwirkungen
IsaacNewton" Der Grund liegt darin, daß die Begriffe,mit denen
L auf Körper nachgewiesen,die als mechanische
lll, " UniversitVPress, die NewtonscheMechanik Vorgänge beschreibt,
Massenpunktebehandeltwerden.
I nicht auf andere Gebiete der Physik übertragbar
f& Phy-
zeitgemäßen Diese wenigen Beispiele genügen bereits, um sind. Infolgedessenverhindert eine allzu große
!ü3Hannover1979 klarzumachen, warum die Mechanik am Anfang Betonungder Mechanik einebegriffliche Verein-
lItlSlK -Das Energie-
steht: Es gibt scheinbarso gut wie kein Gebiet der heitlichung der Physik,wie siemit Hilfe der men-
l"'
I
I
I
t.
genartigenGrößengelingt[1]. Hat man sich aber und bei jeder Geschwindigkeitu einen Wert L i e n\ l l t h e i : : . , : . . .
die SichtweisedieserVereinheitlichungeinmalzu F(r,u,t), der durch alle übrigen Objekte der Welt, .Tlhrhunder..:
eigengemacht,so erkenntman, daß die Mecha- also alle anderenMassenpunktein der Welt, be- n e n m i t d : r -K : . , .
nik schwierigerist als manchesandereTeilgebiet stimmtist. Auf welcheWeiseFdas Schicksaldes k e n .\ r r c j l l . l -
der Physik,insbesondere schwierigeralsdie Elek- Massenpunktes. also die zeitlichenAnderungen g r c A i n d e : rR . r :-
trizitätslehre.Daher ist es in keinem Fall ratsam, seinesOrts r und seinerGeschwindigkeitu fest- :3 )f1h)t\ r-lii-:l .l
: Li:
die Mechanik an den Anfang des Physikunter- legt, regelt das2. NewtonscheAxiom Jr-:.i.1fld .r :

richts zu stellen. ::: dje \1r-.:..,:'


du d(mu1 F /r, .-n \ r ,. t r . . t , , .
p-
m-:-=;--: f . 1r,
ctl Clr ' - - :
L - . - . -

Nebenden Größenr,u,mund Fgibt esin der Me- : . , .- . '


t : r e i g :4
- : r r e i l r ' i : .I ) . ' - : -
2. Die traditionelle Aufbauweise der chanikzwar noch weiterephysikalischeGrößen,
aber im Crunde sind dieseüberflüssig,denn die ' ! . t 1 :- f ' .- ; - -
-
Mechanik - . ; . -
Bewegungist durch die angegebenen,,primären" ' - - . . . 1
1 . . : . j

Größen r,u,mund Fbereits vollständigerfaßt. .l::. 1alllf -:l::'. i


' :::l..,:l]' :l.-.,
Um die Mechanikmit anderenCebietender Phy- Alle weiterenphysikalischen Größenhabendem-
sik,insbesondere der Elektrizitätslehre zu verglei- gemäßden Anstrich sekundärerWichtigkeit,sie .--.. .-- - t.
l l . !
,-
- 1 , . ' - -

habenden Charaktervon ,,Hilfsbegriffen".Dem- . - - . . r :i : : - : : : :


chen,rufen wir uns ihre gewohnteAufbauweise :'-

kurz ins Gedächtnis.Gegenstandder Mechanik gemäßwerden sie auch mit Hiife der primären - I
t t . ,
\l
! \ :
':-::.it:.:'..:.:--,
ist das Problem der Bewegung'In enger Anleh- Größen,r,o,m,F definiert.So sind der Impulsp,
nung an unserunmittelbaresEmpfindendessen, die kinetischeEnergie811n,die potentielleEnergie -,:'.::'. R:.,r.:
-
was ,,sichbewegen"heißt,geht die Mechanik so Ep.terklärtdurch die Beziehungen ,.:;..:t,.: i,-

vor, daß sie unsereintuitive Vorstellungvom be- : -! rft lat. ir-, -


.1._..,.;-1
p: m n , E y i n : \ m t t 2 , En.t(r) Q)
wegungsfähigen, individuellenObjekt in abstrak- r( - -: -if..: .,-

te Begriffeumsetzt.Zentral ist dabei der Begriff ' - ' - - --. ':' : : ' -. - - '
Die Summe
desbeweglichen,stetigverfolgbarenPunkts.Die Epnt (3) ' :'_ :
E: C1;n *
mechanischen PntzesseeinesObiektes,einesKör- l-r .:: - : ''1.
pers,alsodas,waswir seineBewegungen nennen, wird die Ges(tmtenergie des Massenpunktsge-
werdenbeschriebendurch die Angabe der Grö- nannt. Siebehältbei ,,ungestöfien"Bewegungen \\ ..
Ilen Ort r(t)und Geschwindigkeit tt(t): drldtdes ihren Wert bei, siebleibt,wie man kurz sagt,kon-
:_
den Körper repräsentierenden i'unkts als Funk- stant. -: :l .l-:. -J'-...

tionen der Zeit l. Durch die Angabeder Massem Wir fügennoch zwei Bemerkungenan. Zunächst
t - . . . . I . . _ : . -

desObjektswird der Punktzum ,,Massenpunkt". (2) nur erklärbar,wenn das Kraft- ..


,/ :-...-,.
ist Epotgemä13
Zwar wird die Massem als physikalische Grölle feld F(r) die Eigenschafthat,konservativzusein. -': \i.:-.,'-'-..

bezeichnet,aber operativ wird sie doch wesent- Nun sind aber alle Reibungskräftenicht-konser-
lich andersgehandhabtals beispielsweise die vativ, so daß sich bei Berücksichtigung der in der '-li---llr. '
-'

Größen r und u. Währendr und u nämlich ihre physihalischen Realitätüberallund immerauftre-


'I
... .- \

Werteändernkönnen,ohneden Massenpunktals tendenReibungEpntund damit auchdie Gesamt- . : i : . . : l - - ' - J , '

Individuumin Fragezu stellen,bildeteineAnde- energieEnach (2) und (3) strenggenommengar . - - - : ' . . , J :

rung von n ein (zumindestpsychologisches) Pro- nicht definierenlassen.Das gelingtnur in einem


'
- ' \ - : . 1 r -

blem: Im Gegensatz zum realenObjekt,bei dem idealen, reibungsfreienAbbild der Welt. Vom . : : l : . , . . - : .

eineAnderungseinerMassekeineswegs die Auf- Standpunktder Mechanik,d. h. der Beziehungen ' : - ! - - . - i \

gabeder Individualitätbedeutet(sonstdürftenie- (2) und (3) ausbetrachtet, könnendemnachdie ' .---..- I .-

mand mehrseinGewichtändern),bleibtder Mas- Größen Epntund Egar keinenmit Fvergleichba- . . : - - : ' . : : . : :\:
senpunkt- schondeshalb,weil nach Auffassung ren Fundamentalitätsanspruch erheben.Vermut- - i.., :.,:lr-:- , '-

der Mechanikdie Massedie einzigeEigenqualität lich ist daseinerder Gninde, warum bis zur Mitte : ... r_ \- r -

ist, die er besitzt- nicht derselbe.Der Wert m der des vorigenJahrhundertsweder die GröfJeEpot
Massehaftet dem Massenpunktan wie ein we- noch die Gesamtenergie Eexplizit in der Mecha- ( J :
j . ' J . : : ' '
'

sensbestimmender Name, wie ein Symbolseiner nik auftraten.Dabei war -Eals ,,Integralder Be- \ l : , : t . , : ' ., . . : -
l- individuellenEinmaligkeit. wegung"in konservativenIfuaftfelderndurchaus ,':. .i.-- -: ,

Das Schicksaldes ObjekrDarstellers,,Massen- bekannt.Daß diesesIntegralin der Himmelsme- -:ir:,-::::-.,:-


\
punkt", d. h. seineBewegungen - denn diesesind chanik praktischsehrnützlichist, die Ifuäfteder : ' , . 1 - . \ : : 1 . . : . ,. -.
in der MechanikseineinzigesSchicksal- wird be- Himmelsmechanikalso hinreichendkonservativ - l : : x : : : ' : . , :-
: - -
stimmt durch die ,,auf ihn wirkende KraJt F* - sind, schienallerdingsnicht viel mehr zu seinals , -1 : -_ ! --: - ---- -

ein Glücksfall.Jedenfallskam eskeinemder gro- t ) ; t c i . : ; . . ^ " ,,


Diesehat in jedem Augenblickt, an jedem Ort r

R
D einen Wert ßen Mathematiker und Physiker des 18. und 19. ist nicht sehr gegenständlich gemeint. Man frage
Hlbjekte derWelt, Jahrhunderts in den Sinn, in diesem Integral ei- nur, ob und wo bei einem Bewegungsvorgangder
lin der Welt, be- nen mit der Kraft ranggleichen Begriff zu erblik- Impuls lokalisiert ist, genauer:Wie seinemomen-
'fu Schicksaldes ken. Noch 1847stieß Helmholtz,als er die Ener- tane räumliche Verteilung jeweils aussieht und
Anderungen gie Ein den Rang erhebenwollte, den wir für heu- wie ervon Ort zu Ort gelangt.Man wird schnellei-
indigkeit u fest- te selbstverständlich zubilligen, zunächst auf Wi- qesanderenbelehrt werden: Der Impuls ist nichts
püürt derstand vor allem von Seiten der Physiker, für als das Produkt muund dem Objekt nur im Sinn
die die Mechanik das maßgeblicheVorbild des- einer mathematischen Konstruktion zugeordnet.
(l) sen war, was Physik eigentlich ist. Tatsächlich ist Er ist nichts, was eine anschaulichegegenständli-
eslogischunmöglich, die fundamentaleRolle der che Vorstellung rechtfertigt. Aturtictr steht es mit
)gibtesinderMe-
Energie E alleinvon Seiten der Mechanik her zu der kinetischen Energie, obwohl man ihr viel-
üischeGrößen, begreifen. Daher ist diese Reaktion der mecha- leicht etwasrnehrbildhafte Realität zuzugestehen
üssig,denn die nisch geschultenPhysikerkein Wunder; ebenso- bereit ist. Jedoch nur wenige werden sich soweit
n,,primären" wenig ist es verwunderlich, daß die Entdeckung hinreißen lassen, der kinetischen Energie eine
ändigerfaßt. der zentralen Rolle der Energie vor allem mit Na- räumliche Verteilung und damit eine Dichte mit
habendem- men von Physikern verknüpft ist, die sich weniger realer physikalischerBedeutungzuzubilligen, so
Wichtigkeit, sie mit mechanischen als mit anderen naturwissen- wie man das mit der Massd eanz selbstverständ-
iffen". Dem- schaftlichen Problemstellungen beschäftigten: lichtut.
b der primären mit der Wärme (Carnot, Mayer, Joule), der Elek- Dieser etwasdistanzierteUmgang mit den physi-
id der Impulsp, tizität und deren Zusammenhang mit chemi- kalischen Größen äußert sich auch in der Ge-
tielle Energie schen Reaktionen (Joule, Helmholtz), oder mit wohnheit, potentielle und kinetische Energie
biologischenPhänomenen(Mayer). sprachlich gleich zu behandeln,also von der po-
J
-lF(r') dr'. (2) Die zweite Bemerkung betrifft den Fernwirkungs- tentiellen Energie einesMassmpunkts oder eines
a charakter der Mechanik, vor allem einige daraus Körpers ebensozu sprechenwie von seinerkineti-
resultierendepsychologischeGewohnheiten im schenEnergie.Würde manden Größenin (2)und
(3) Umgang mit physikalischen Größen. Die Kraft (3) wirklich mehr physikalischeBedeutungzuge-
F(r), die ein Massenpunktder Masse z am Ort r stehenals bloße ,,Zuordnung" zu dem betrachte-
punkts ge-
erfährt, wird, dajain der Mechanik die ganzema- ten Massenpunld bzw. dem durch den Massen-
Bewegungen
terielle Welt in Massenpunkte'aufgelöst wird, von punkt repräsentierten Objekt, so wäre diese
kurz sagt, kon-
allen übrigen Massenpunkten in der Welt be- sprachlicheGewohnheit bei der sonstin der Phy-
stimmt, genauer von ihren Orten 4, ihren Ge- sik üblichen wissenschaftlichen Strenge nicht
an. Zunächst schwindigkeitenu;und ihren Massen rn;.Wie von möglich. Da F(r) die von der Außenwelt auf das
venn das Kraft- Zauberhand geleitet stellt sich, wenn irgendwel- Objekt ausgeübte Kraft repräsentiert, kann, wie
vzu seln. che Massenpunktein der Welt ihre Werte r;,ui,tni das Integral in (2) unmittelbar deutlich macht,
nicht-konser- ändern, die auf den am Ort rbefindlichen Mas- 4ot Barkeine EigenschaftdesObjektsallein sein.
der in der senpunkt wirkende l(-raft F(r) auf den richtigen Vielmehr ist Epotseiner Konstruktion nach so-
inmerauftre- Wert ein. Das ist nicht nur im Newtonschenretar- wohl durch das Objekt als auch durch die ganze
die Gesamt- dierungsfreien Gravitationsgesetzso, es bleibt Außenwelt, also alle anderenObjekte in der Welt
gat auch so, wenn man die Ret-ardierungberücksich- bestimmt.Daher ist von vornhereinklar, daß sich
nur ln elnem tigt. Nach wie vor bleibt nämlich der mysteriöse Epotgar nicht im Bereich desbetrachteten Objekts
Welt. Vom (wenn auch eventuell mit Verzögerung wirksam lokalisieren lassen kann. Bei der kinetischen
Beziehungen werdende) Automatismus des aus der Feme ge- Energie ist die Situation völlig anders. Wie (2)
deinnach die steuerten Einstellens von F(r) auf den jeweils deutlich zeigt, werden zur Bildung von Elin nur
Fvergleichba- I
,,richtigen" Wert bestehen.DiesesBild vom phy- Größen des durch den Massenpunkt repräsen-
Vermut- sikalischenGeschehenhat nun einigerecht subti- tierten Objekts selbstbenutzt, dagegenkeine Grö-
t /
bis zur Mitte t/ le und schwer erkennbareFolgen in der Vorstel- ßen der restlichenWelt. Wenn trotzdem Physikel
/
die Größe Epot lung, die man mit dem Begriff der physikalischen vom Rang eines Helmholtz (der aus der ,oKraft-
/ i
in der Mecha- / t Größe verbindet. So haben in der traditionellen funktion" oder dem ,,Potential" der Mechanik
I der Be- Mechanik die,,sekundären"physikalischenGrö- den Begriff der potentiellen Energiegemachthat)
durchaus ßen, wie die unter (2) und (3) genannten,keine und einesJacobivon derpotentiellenEnergie,,ei-
Himmelsme- sehr greifbare Existenz. Sie sind dem Massen- nes Massenpunkts" ebenso sprechen wie von
die Kräfte der punkt nur,,zugeordnet" und zwar in einem Sinn, n,seiner"kinetischenEnergie,so beweistdas nur,
konservativ der keine anschauliche Seite besitzt. Zwar sag! daß dieseGrößennicht alslokalisierteGrößenge-
rehrzu seinals man, das durch den Massenpunkt repräsentierte sehen,sondernabstraktaufgefaßtund ebensoab-
tcinem {er gro- Objekt habe einen bestimmten Impuls, aber das strakt dem durch den Massenpunkt repräsentier-
ten Objekt ,,zugeordnet"wurden. Das beweist Nichts und sie verschwindetauch nicht einfach, sen.so dlL' :,-
abergleichzeitigauch,wie wenig naheliegendes ohne Spurenzu hinterlassen;sie wird im Raum -schreibung:
Me-
offenbar ist, auf dem Weg det Newtonscl'ten nur hin- und hergeschoben. Struktur:ci: ::
chanik (d. h. auf einem Weg, der heute noch \lathemrt::;:
Allerdingshat die ,,Substanz"Ladung eine Be-
durchweg in den Lehrbüchern beschrittenwird) : i k a l i s c hz u . : -
sonderheit,die denUmgangmitihretwaskompli-
eine gegenständlicheAnschauungvon den men- ziertermacht, als man im erstenMoment denkt: In den .\ul'-.,:-
genartigenphysikalischenGrößenzu bekommen Sie kann nicht nur positive, sondernauch negati- die Formei:: -
und Vertrauenin ihre einfacheHandhabungzu ve Wertehaben.Das Zufließenvon positiverLa- . i n d e r : l e . ! ' : -. .
eewinnen. dungund dasAbfließenvon negativerLadungist z * l r l u i t : : ' . ' :t
daher derselbeVorgang. Es kann außerdempas- rnzit.rtslehr
sieren, daß die Ladung in einem Gebiet des : . r t : l e h r :i . , - . :
Raums insgesamtden Wert Null hat, ohne daß ;rit-tliche:::.- '.
3. Der traditionelle Aufbau der das bedeutet,es könne dann auch keinen Strom : - : - k e n n t ' , 1 :. : ,
Elektrizitätslehre geben.Es gibt auch die Möglichkeit, ,,Substanz
aus dem Nichts zu erzeugen", nämlich die
Ladung Null in ebensovielpositivewie negative
behandeltenProzes-
Die in der Elektrizitätslehre Ladungzu trennen.
se, nämlich die elektromagnetischen Vorgänge Das Beschreibungsverfahren der Elektrizitätsleh-
werdenmit Hilfe von Crößenbeschrieben, die an re ist typisch für eine Nahewirkungsauffassung
jedem Ort rund zu jedem Zeitpunkt I einenbe- der Naturvorgänge,genauerfür eine lokaleBe-
stimmtenWert haben. Die Werte der einzelnen schreibung, die sichnur desZusammenhangs von
Größensindjedoch nicht völlig unabhängigvon- Werten physikalischer Größen am selben Orr
einander,sonderndurch Relationenmiteinander (undz:urselbenZeit) bedient,nicht aberdie Werte
verknüpft. Eine dieserRelationenist der als la- von Größen an unterschiedlichenStellen des
dungserhaltungbekannte Zusammenhangzwi- Raumes(und zu unterschiedlichen Zeiten). Die
schender Anderungder in einemräumlichenGe- anschauliche FassungdesInhaltsvon (4) bzw.(5)
biet / enthaltenenLadung Qund dem durch die macht das unmittelbarklar: Wenn sich die in ei-
Oberfläche des Gebiets / herausfließenden nem räumlichenGebiet@enthalteneLadungän-
Strom 1: dert (etwaverringert),so geschiehtdas dadurch,
daß ein Strom durch die OberflächedesGebiets i

*d t* , : r . (4) fließt. Was außerhalbdes Gebiets/ geschieht,


wird in der Beschreibungnicht explizit benutzt, :.i':f-.i:..:-
Verwendetman stattder Ladung Q die Ladungs- sondernwird nur wirksamdurch den Strom,der
dichtep und stattdesStromsl die Stromdichtei durch die Oberflächevon / fließt. Analogesgilt
so nimmt dieserZusammenhang die Gestaltder auch für die übrigen Größen der Elektrizitäts-
an
,,Kontinuitätsgleichung" lehre.
äp (5)
+ divj: 0.
at
(4) ist alsodie integraleForm von (5). Für den ma-
thematischweniger Geübten ist (4) sicher eine 4. Mengenartige Größen
leichterfaßbareForm der Ladungserhaltung als i
-i.
, I \ '.
I : -. -

(5). Noch einfacheraberist es,dieserBeziehung .::::: I),, .: -


einen anschaulichen, jedermannverständlichen Die kurze Übersichtüber die Art und Weise,wie ::-,: .'i:'.: :::-

und trotzdem nicht wenigerexaktenInhalt zu ge- in der Mechanik einerseitsund in der Elektrizi- -'i:'..i:1.::: .'

ben: Man stellesichdie LadungalseineArt Sub- tätslehre andererseitsNaturvorgängebeschrie- . , :l'::'. I): ^ :


stanzvor - und jeder Physikertut dasl -, dann ben werden,bringt noch einmal zu Bewußtsein, .:::.:.:::-.\\ :
kann dieseSubstanznur dadurchirgendwoange- was jedem Physikergeläufigist: Mechanik und Jr: \1':.:-..,::
häuft werden,daß aus der UmgebungSubstanz Elektrizitätslehreverwendenganz unterschiedli- ' _ :'^ _ -
hinzuströmt.Analoggilt natürlich,daß eineloka- che mathematischeHilfsmittel. Daraus wird Ja: I'l:r. ,.:
le Verminderungder Substanznur dadurchmög- meistder Schluß gezo1en,es gehein beidenGe- . :. ^ ;--
! - : - , .

lich ist, daß Substanzvon der betreffendenStelle bieten eben um ganz unterschiedlicheZüge der
in die Umgebung abfließt. Die Größe Ladung Natur. Das aberist ein Fehlschluß! Ein und der-
verhältsichso,wie man esvon einerordentlichen selbe Erfahrungsbereichläßt sich nämlich be-
Substanz erwartet: Sie entsteht nicht aus dem Mitteln erfas-
grifflich mit ganzunterschiedlichen

10
nicht einfach, sen, so daß man aus Unterschieden in der Be- kinetische Energie, ja die Energieiberhaupt. Die
wird im Raum schreibung nicht einfach auf Unterschiede in der Art und Weise,wie dieseGrößen abertraditionell
Struktur schließen darf [2]. In anderen Worten: in der Mechanik eingeführt werden, macht ihre
ladung eine Be- Mathematische Relationen sagennie, wie siephy- Mengenartigkeit allerdings nur schwer erkenn-
sikalischzu lesensind. bar.
etwaskompli-
Moment denkt: In den AufsätzendiesesHeftes wird gezeigt,daß Man ist weder gewohnt, von der Impulsdichte
auch negati- die Formeln und Sätze der Mechanik sich auch noch von der Impulsstromdichte zu sprechen
rcn positiver La- anderslesenlassen,als man es gewohnt ist, und (ebenso nicht von der Energiedichte und der
Ladung ist zwar auf eine Weise, die unmittelbar an die Elek- Energiestromdichte). Energiedichte und Energie-
außerdempas- trizitätslehre erinnert. Mechanik und Elektrizi- stromdichte sind zwar bekannt, aber mehr durch
Gebiet des tätslehre lassen sich so darstellen, daß eine be- ihr Auftreten in der Elektrodynamik als aus der
hat, ohne daß griffliche Strukturverwandtschaft zwischen ihnen Mechanik. Tatsächlich ist es auch nicht nahelie-
keinen Strom erkennbarwird. gend,aus(2) und (3) die fraglichen Dichten zu bil-
it, ,,Substanz den (und noch weniger die Stromdichten). Zwar
, nämlich die Die ldee, die den folgenden Betrachtungenzu-
grunde liegt, stützt sich auf die Erkenntnis, daß ist esdurchauseinleuchtend,der Größe,,Massen-
dichte. Geschwindigkeit" den Namen Impuls-
die mengmartigen Größen in der Physik eine ge-
wisseSonderstellunggenießeninsofem, als sieei- dichte zu geben, aber es ist nicht leicht zu erken-
Elektrizitätsleh- ne Beschreibung physikalischer Vorgänge erlau- nen,wozu diesegut seinsoll. Analogesgilt für die
kinetischeEnergiedichte.
ben, die in allen Gebieten der Physik, ja in der
€ne lokaleBe- ganzen Naturwissenschaft von derselben forma-
von Ernsthafte Schwierigkeiten bereitet es dagegen,
len Struktur ist []. Eine Größe heißt dabei men- zu der potentiellen Energie eine Dichte zu bilden,
tm selbm Ort
genartig, wenn sie im Raum verteilt sein kann,
aberdie Werte denn in der Definition (2) der potentiellen Ener-
oderwissenschaftlichgenauer,wenn eszu ihr eine gie tritt gar kein Faktor auf, zu dem eseine Dichte
Stellen des
Dichte und eine Stromdichte gibt. Die elektrische gibt. Man wird daher ernsthafte Zweifel am Sinn
Zeiten). Die
Ladung isteine mengenartigeGröße, was manim einesBegriffs wie ,,Dichte der potentiellen Ener-
von(4)bzw.(5) Auftreten der Ladungsdichte q und der Strom-
sich die in ei- gie" haben, und da die Energie selbstin der Me-
dichte jin der Theorie erkennt. Die Elektrizitäts- chanik gemäß(3) als Summevon kinetischerund
Laduneän- lehre wird also bereits traditionell so formuliert,
das dadurch, potentieller Energie erklärt ist, übertragen sich
daß eine mengenartigeGröße, nämlich die La- diese Zweifel zwangsläufigauf die Energie. So-
desGebiets dung, eine fundamentale Rolle in ihr spielt. lange man die Energiedurch (3) definiert, ist der
fr geschieht,
crplizit benutzt, Wie steht esaber mit der Mechanik? Gibt es auch Sinn einesBegriffswie ,,Energiedichte"in derTat
den Strom. der in ihrmengenartigeGrößen,und spielensieeben- nicht zu rechtfertigen. Infolgedessen kann sich
Analogesgilt falls eine fundamentale Rolle? Die im 2. Ab- auch kein überzeugendesBild der Mengenartig-
Elektrizitäts- schnitt sLizziefte Aufbauweise der Mechanik keit der Energie in der Mechanik einstellen. Auch
zeigt, daß von den traditionell als ,,primär", also die als,,Energieerhaltung" bezeichnetezeitliche
als fundamerttal betrachtetenGrößen r,o,m vnd Konstanzder Größe in (3) bei mechanischenVor-
Fnur die Masseru mengpnartigist. Zu ihr gibt es gängenkann daran nicht sehr viel ändem.
eine Dichte, die Massenelichte, und ebenfallseine
In krassem Gegensatz zu den Komplikationen
Stromdichte, riamtictr die Massenstromdichte.
und Zweifeln, die in dertraditionellen Mechanik
L,etzterewird allerdings nicht sehr häufig verwen-
im Zusamnenhang mit den Begriffen Impuls und
det. Die übrigen Größen r,u,.Fsindnicht mengen-
Energie verbunden sind, steht die fundamentale
artig. Da die Masse aber, wie wir schon sagten,
Weise,wie Rolle dieserbeiden Größenin der modernenPhy-
nur sehr eingeschränkt als veränderliche Größe
h der Elektrizi- sik. Nicht von Geschwindigkeit und Kraft ist in
behandelt wird - denn in den meisten mechani-
beschrie- der Quantenmechanikdie Rede,sondernvon den
schen Problemen hat sie einen festen, unverän-
zr Bewußtsein, mengenartigenGrößen Impuls und Energieund
derlichen Wert -, tritt in der traditionellen Form
Mechanikund von deren Erhaltung. Daher liegt wohl nichts nä-
der Mechanik der Begriff der mengenartigenGrö-
untenchiedli- her alszu fragen,wie sich denn die klassischeMe-
ße gar nicht hervor; daher hat er im Bewußtsein
Daraus wird chanik darstellt, wenn man auch in ihr Impuls
der Physiker auch nicht den Platz, der ihm eigent-
in beidenGe- und Energie als Fundamente benutzt, diese Grö-
lich gebührt.
üe Züge der ßen also nicht als ,,sekundäre"oder,,abgeleitete"
Ein und der- Das bedeutetjedoch nicht, daß es in der Mecha- Größen betrachtet, sondem als ,,primäre" Grö-
nämlich be- nik gar keine mengenartigen Größen gibt. So ist ßen einftihrt, deren Mengenartigkeit von Anfang
Miüelnerfas- zum Beispiel der Impulsmengenartig,ebensodie an unterstellt wird.

11
weisein Anlehnung an die Art und Weisevorneh- keine allge;:-
5. Der Impuls als charakteristische Größe
men, wie die Ladung gewohnheitsgemäß in die dank der C.'r
der Mechanik
Elektrizitätslehre eingebautwird. Überhauptist ein alsme:r:
es vorteilhaft, sich beim Neuaufbau der Mecha- z i e h u n gQ :
Betrachtet manmit dieserAbsichtdie Grundrela- nik an gewohntenDenk-und Vorstellungsweisen irurin be:i::.
tionen der Mechanik, so fällt auf, daß das 2. der Elektrizitätslehre zu orientieren. c h u n g ,G , i n - '
,iem Tmnr'.
NewtonscheAxiom (l') formal analog gebaut ist
wie die integraleForm (4) der Ladungserhaltung. Zunächstbedeutetdas, daß der Impuls p nicht .tl: /tiU fil.lrLi

Setztman nämlich as : pvnd F: - I* so lautet wie gewöhnlich als Produkt zweier anderer Grö- P : n t ue i : : : '
(1) ßen,nämlichder Massemund derGeschwindig- t r s eB e z i e h , :
keit u eingeführt wird, sondern- wie die Ladung .ic rn.ihni:.
-d; - p+ r., : U ' in der Elektrizitätslehre - von vornhereinals ei- . : . t :e t n Z U . : i .
(6)
dt genständigemengenartige Größe.Stehtdie Men- : e n a u e rt i r c \
Genaugenommensind dasdrei Gleichungenfür genartigkeiteiner neuen Größe nämlich genü- . ' . e i l l .d . r t r ; :
die drei Komponenten des Impulses und der gend stark im Vordergrund der Anschauung,so F e l d r . iu m r : ":
Kraft bzw.der GrößeIo.(6) hat offensichtlichdie- ist z. B. ihre ErhaltungkeineÜberraschung. son- iichte .'r ;
selbeGestaitwie (4). Daherliegt esnahe,sieauch dern wird von vornhereinerwartet- ähnlich wie .':rtf:-..
sozu lesen,wie man (4) zu lesengewöhntist,näm- in der Elektrizitätslehredie Erhaltungder Ladung H berechrr:
lich als (lokale) Erhaltung des Impulses: Die zeit- keine überraschendeErkenntnis darstellt; son- .r;ch iü:- c::r
liche Zunahme dp/dt des in einem räumlichen dern die Erfüllung einer Erwartung. Entspre- : . r : . i m l i c -h. : : 1
Gebiet / enthaltenenImpulsesp ist gleich der chendwird im Aufbau der Elektrizitätslehre von / ' r ; p ; 1 1 ' 1 j 1i.; - .

Stärke/e desdurch die OberflächedesGebietes/ der Ladungserhaltungauch recht wenig Aufhe- .,-. I- unc H
in das Innere von / hineinströmendenImpuls- bensgemacht.
stroms.Irist alsodie Stärkedeslmpulsstromsund Daß es mit der Impulserhaltungim herkömmli- i:- r . 'r
@ das Gebiet,das von dem jeweils betrachteten chenAufbau der Mechanikanderssteht,liegtdar-
Körper eingenommen wird. Der Vergleichvon (6) an, daß der Impuls dort nicht primär alsmengen-
I):': F.rri,: I
mit ( I ) zeigt,daßbei dieserInterpretationdes 2. ( i.::.:::::.
artige Größe konzipiert,sondern mit Hilfe der
Newtonschen Axiomsdas,was üblicherweisedie Größenm und u definiertwird. SeinMengencha-
:.r. .]:t [:.::
auf einen Körper wirkende Kraft genanntwird, -.::r: F-:..:,
rakter ist aus der Definition mD trur schwerer- . : -.
identischist mit dem durch die Oberflächedes kennbar.Demgemäßwird seineErhaltungauch
-1 . -- ! -l-- \ '

Körpers fließendenImpulsstrom.So betrachtet nicht erwartet.Sieist vielmehrdas Resultateiner


. :: :--'.c : . :'. : J

entpuppensich die Newtonschen Axiome ledig- relativlangen,auf den Newtonschen Axiomenba- l)..: \/.:r,,,.
lich alseinekomplizierte,schwerdurchschaubare sierendenSchlußkette.Tatsächlichmuß, wenn l',:'.jp:"r
Fassungder einfachenFeststellung,daß Bewe- man den Impuls durch das Produkt mu erklärt, \1.:...:1,::,
gungsvorgängeso beschriebenwerden können, seineErhaltungalsein merkwürdiges,nur schwer i:'.:::..:J,:
daß die mengenartigeGröße Impuls von einer durchschaubares Zusammenspielder Größen rt -; :::-.::: :: :-
StelledesRaumszur anderen(oderwie wir lieber und u erscheinen. -'...:.:
sagen,von einemObjekt zum anderen)strömt-
:. ii--
. ;.., _ I ..
analog der BeschreibungelektdscherVorgänge, Die Mengenartigkeitdes lmpulsesaus dem Pro-
daß nämlich die mengenartigeGröße Ladung dukt rnu abzulesen,entsprächeder Aufgabe,die i.J::-:l J.i

von einer Stelledes Raums zur anderenströmt Mengenartigkeitder Ladung aus dem Produkt :::::'.::::. i::'.:i:

(oder wie es auch hier meist lieber ausgedrückt CL/ zubegreifen,wobei Cdie Kapazitätund {./ \';ai-:-lL: i '
^::--::i:.: -l
wird, von einemKörper zum anderen). die Spannungbezeichnet.Da nämlich im Ver- ii

gleich von Mechanik und Elektrizitätslehreder ::,::l:.'-:\i

Im restlichenTeil diesesAufsatzessowie in den Impuls p und die Ladung Q in Analogiestehen, J, .:..rl.:.':. I

folgendenAufsätzenwird im Einzelnengezetgl, ^ .i':::::.,.-


entsprechen sichdie Beziehungen
daß diese Auffassungder Mechanik nicht nur
I).: .i.-:1.
durchführbar,sondernsogarvon großemVorteil p: mu* Q: CU. (7)
ist. Die Mechanikwird dadurchnicht nur den an-
deren Gebieten der Physik ähnlicher, sie wird Daß dieseBehauptungzutrifft, erkenntman auch . ' , ,. : F . i :
auchdurchsichtiger und damit einfacher.Der Im- daran,daß Uebensodie zu Q gehörigeintensive
puls spielt,wie die bisherigenBetrachtungener- Variableist wie u die zu p gehörige. J;: L-1i-:.:
.\:. J.:Jrf,::.
warten lassen,für die Mechanik dabei eine ähn- Der Vergleich(7) reicht sogarso weit, daß auch
:. .l -:. :. ::
lich charakteristische Rolle wie die Ladung für die Begrenzungder Anwendbarkeitder beiden
:::l: r- .:i: i
die Elektrizitätslehre.Den Einbau des Impulses GleichungenParallelenaufweist.Bei der Ladung
:-::li:^::-
in die Mechanikwird man daherzweckmäßieer- weißjeder Physiker,daß die Gleichung Q : CU

t2
undWeisevorneh- keine allgerrieingültige Relation ist. Er weiß es wie die Ladung; daher ist es geradezugeboten,
ß in die dank der Gewohnheit, die Ladung von vornher- ihn als mengenartige Größe primdrzu konzipie-
wird. ist ein als mengenartigeGröße anzusehen.Die Be- ren. Nur so kann sich eine einfache Anschauung
u der Mecha- ziehung Q: CUwnd dadurch automatischeine und ein Gefühl für seineHandhabung bilden.
Vorstellungsweisen nur in bestimmten Situationen brauchbare Glei-
Es sei übrigens noch erwähnt, daß nach Einsteins
chung. Ganz anders verhält es sich dagegen mit
allgemeiner Relativitätstheorie der Impuls mit
dem Impuls. Dank seinergewohnten Definition
der Impuls p nicht der Ladung sogardie Eigenschaft gemeinsamhat,
als lzumachtbeim Impuls die Einsicht, daß auch
ryeier anderer Grö- p : mu einespezielleund keineswegsimmer gül- Quelle eines Feldes zu sein. So wie die Ladung
ud der Geschwindig- nämlich Quelle des elektrischenFeldesist, bildet
tige Beziehungist, geradezuMühe. Tatsächlichist
- wie die Ladung danach der Impuls, zusammenmit der Energie,
sie in ähnlichem Sinn speziell wie Q : CU.lJm
Frcn vornhereinals ei- die Quelle desGravitationsfeldes.In den uns ver-
das einzusehen,hilft wieder die Elelxrizitätslehre,
trauten Beispielen der Gravitation dominiert die
tsGö߀. Stehtdie Men- genauerdie MarwellscheTheorie.JederPhysiker
I Gö߀ nämlich genü- Energie dabei allerdings so sehr, daß der Einfluß
weiß, daß die Energie im elektromagnetischen
der Anschauung, so des Impulsesgewöhnlich unerwähntbleibt.
Feld räumlich verteilt ist, also durch eine Energie-
Uberraschung, son- dichte ö(r) beschrieben wird, die sich gemäß
crxrartet - ähnlich wie 6: 1egU2+ p,oIP)/2 aus den Feldstärken.Eund
Ertaltung der Ladung .EI berechnet.Weniger vertraut ist, daß analoges
darstellt; son- auch für den Impuls gilt. Auch der Impuls ist 6. Die unmittelbare Anschaulichkeit des
Erwartung. Entspre- räumlich verteilt und wird demgemäß durch eine Impulses
Elelrrizitätslehrevon Impulsdichte fi(r/ beschrieben, die sich ebenfalls
recht wenig Aufhe- aus .Ound -Elberechnenläßt, nämlich
1 Derunmittelbaren, alsoprimären Einführung des
im herkömmli- F : =L@
'
|z'
x H). (e) Impulses steht die herkömmliche Überzeugung
steht, liegt dar- entgegen,daß der Impuls eine unanschauliche
primärals mengen- Der Faktor E x H auf der rechten Seite dieser und deshalbschwierigeGröße sei. Im Gegensatz
mdem mit Hilfe der Gleichung ist als Poynting-Vektorfeld bekannt, dazu gilt der Impulsstrom, nämlich die Kraft, als
Sein Mengencha- das die Energiestromdichte im elektromagneti- einfache,manchmal geradezuals ,,natürlich" ge-
mD nur schwer er- schen Feld angibt. Die Impulsdichte ist also bis priesene Größe. Angeblich haben wir für die
eine Erhaltung auch auf den konstanten Faktor l/ c2 mit der Energie- Kraft, also den Impulsstrom, ein intuitiv ausge-
das Resultat einer stromdichteidentisch. prägtes Gefühl. Was hier als Brücke eines intuiti-
Axiomenba- ven Verstehenswirkt, ist wohl nichts anderes als
Ue MaxwellscheTheoriekennt weder die Bezie- die schlichteTatsache,daß das Wort,,Kraft" zur
muß, wenn hung p : mu noch F : rhu; in ihr gibt es keine
Produkt mu erKärt, Umgangssprachegehört. Demgemäßstellensich
Massendichte.Zwarwird man vermuten,daß die mit ihm Assoziationenein, von denen die eine
nurschwer Energiedichteä nun die Rolle der Massendichte
der Größen z oder anderebrauchbargenugist, um den physika-
übernimmt, aber das trifft nicht zu, jedenfalls lischen Kmftbegriff, also den Impulsstrom, als
nicht in dem Sinn, daß die Beziehung,,Impuls-
,,anschaulich"zu empfinden.Ahnlich stehtesmit
aus dem Pro- dichte : Energiedichte./c2. Geschwindigkeit,., der Anschaulichkeit der beiden anderen bevor-
dcr Aufgabe, die die nun die Rolle dsr Gleichung F: rhu iber- zugtenGrößen der Mechanik, nämlich derMasse
ls dem Produkt nimmt, generell richtig wäre. Die relativ geringe
und der Geschwindigkeit. Auch hier ist es kein
&K^paatht und U Vertrautheitvon (9) führt allerdingsleichtdazu, in ZufalT,daß beide Wörter ebenfalls zur Umgangs-
ft nämlishim Ver- ihr mehr eine mathematischeKuriosität als eine sprache gehören. Auch sie lösen Assoziationen
Elclrrizirtätslehreder realephysikalischeAussagezu sehen.Daß dasje- aus,von denen sich einige didaktisch gut nutzen
in Analogie stehen, doch keineswegsso ist, müssenwir hier im Augen- lassen.
blick einfach hinnehmen (vgl. dazu z. B. [3]).
Tatsächlichwird der Impuls eineebensoanschau-
(7) Die wichtigste Schlußfolgerung für uns ist die, liche Größe, wenn man ihn mit dem ,,richtigen",
daß die gewohnte Zerlegung des Impulses p in d. h. mit einem aus der Umgangssprachevertrau-
crtenntmanauch zwei Fakloren mund u durchaus analogen Be- ten Wort bezeichnet. Wir wählen dafür dasjeder-
@gehörige intensive schränkrrngen unterworfen ist wie die Zeilegung mann geläufigeWort Wucht(oderschwung).Die
der Ladung Qin die Faktoren Cund U. Logiscfi physikalischeGröße Impuls p ist nichts anderes
so weit, daß auch wie didaktisch bildet die Einführung des Impul- als einquantitatives Maß dafür, was man mit dem
der beiden sesdurch das Produkt mu daher eine Klippe, die Wort Wucht auszudrücken sucht. Jedem ist intui-
ist Bei der Ladung eine klare Einsicht nur erschwert. Der Impuls ist tiv klar, daß die Wucht eines Körpers mit zwei
GfeichungQ: Ca eine ebensoeigenständige,mengenartigeGröße Dingen zusammenhängt:mit der Masse(im Sinn

t3
schesAnalogon: Kann die LadungeinesKör- E r n) :
der Umgangssprache alsodem Gewicht)und mit
der Geschwindigkeit des Körpers. Daß der Zu' persnicht abfließen(und fließt auch keine zu),
sobleibt die Ladung desKörpers unverändert. ; l l e . ' ; : :, .
sammenhangmit der Massedabeilinear,alsoei- .....

Daraus resultiertdie Einsicht: Was für eine


L

ne Proportionalitätist, wird jeder als selbstver-


ständlichempfinden: Daß zwei gleicheKörper, elektrischeAnordnung eine geringeLeitfähig- - l - L : : ' -

die sichmit derselbenGeschwindigkeitbewegen, keit (gute Isolierung) ist, ist für eine mechani-
zusammengenommen die doppelteWucht haben sche eine geringeReibung.Reibung,ja jede ..'.:
wiejedereinzelne,ist so evident,daßjedes,,erklä- Verbindung zwischenKörpern, ist ,,Wuchtlei-
rende" Wort hier eherverwirrend wirkt. tung", oder physikalischgesprochenImpuls-
leitung.Die Impulsleitungist um so besser,je : - : : - : . :-
Wasman hingegenlernenund übenmuß,bis sich größerdie Reibung,je festerdie Verbindung :_--.:::;
ein gewissesVertrauen einstellt, ist, daß die ist. Eine starrreVerbindung ist eine ideal gute
Wucht nicht etwasungreifbarWesenloses ist,son- Impulsleitung.Das LuftkisseneinesGleiters,
dernetwas,dasein Körper im wahrstenSinnedes : . - ,-
Räderund Rollen dienendazu,schlechteIm- t _ . -
: ' "

Wortes enthrilt: Wucht ist mengenartig. Die pulsleitungen,also,,Wuchtisolation" herzu-


Wucht einesKörpersvergrößern(etwadurch Er- stellen. :l J ;l r-l

höhen seiner Geschwindigkeit)bedeutet, daß u. . ---


- Die Erde ist bei allen Vorgängen,bei denen
Wucht in den Körper hineinfließt. Wird seine J::'. \'
'

Wucht, etwa durch Abbremsen,verkleinert,so Wuchtaustauscheine Rolle spielt, beteiligt,


fließt Wucht ausihm heraus.Die Wucht läßt sich wenn sie über einen Wuchtleitermit dem be-
wie die elektrischeLadung behandeln,ja sie ist trachtetenKörper verbundenist. Ein starrmit -:
.:t---
-:

geradezueineArt,,Ladung". Wie die Ladunghat der ErdeverbundenerKörper ist,,Wucht-geer-


sieauchpositiveund negativeWerte,waszur Fol- det", er hat die Wucht Null, er ruht. Elektri- . .. \:
ge hat, daß das Hineinfließen von positivet schesAnalogon: ElektrischeErdung.
Wucht dasselbeist wie dasHerausfließenvon ne- - Die MasseeinesKörpersist ein Maß für sein
gativer.All diesmachtmansich(und anderen)am ,,Fassungsvermögen fürWucht", sieist die Im-
' _ '
j \

bestenklar, wennmanzunächstnur lineareBewe- pulskapazitätdes Körpers: Um einen Körper


gungen,also Bewegungenlängs einer Geraden auf eine vorgegebeneGeschwindigkeitzu
betrachtetund die WuchteinesbewegtenKörpers bringen,ist um so mehr Wucht erforderlich,je
jeweilsdurcheinenPfeilin RichtungderGeraden größerdie Massedes Körpersist, genaudop-
repräsentiert;positive (negative) Werte durch pelt(dreimal,.. .) sovielWucht,wenndie Mas-
Pfeile,die nachrechts(links)gerichtetsind.Bewe- sedoppelt(dreimal,.. .) sogroßist.Die Wucht
gungenin2bzw.3 Dimensionenwendetman sict einesKörpersmit doppelterMasseist nämlich
zweckmäßigerweise erstzu,wenn die Idee,Bewe- dieselbewie die von zwei Körpern einfacher
gungen durch die Wucht und Bewegungsände- Masse,die dieselbeGeschwindigkeithaben.
runsen durch das Zu- und Abfließenvon Wucht Die Impulskapazitätder Erdeist sehrgroßver-
zu beschreiben,zur Überzeugunggewordenist glichenmit der ImpulskapazitätsonstigerKör-
und Fuß gefalSthat. per unsererUmgebung.ElektrischesAnalo-
gon:Um einenKörperaufdieselbeSpannung
Die Behauptung,daß man mit der Wucht umge-
(gegenErde) zu bringen,ist um so mehr La-
hen kann wie mit der elektrischenLadung,also
dung erforderlich,je größerdie Kapazitätdes
wie mit einerArt Substanz, derenjeweilsin einem
Körpersist.
KörperenthaltenerBetragdie WuchtdesKörpers
mißt, stößtzunächstvermutlichauf Skepsis.Um - Um die Wucht einesKörpersvom Wert Null
so wichtigerist es,die RichtigkeitdieserBehaup- (Ruhe)aufeinenvon Null verschiedenen (2.B.
tung an der eigenen Erfahrung und deren logi- positiven)Wert zu also
bringen, den Körper zu
scherVerarbeitungeinzusehen.Auch hier dient beschleunigen,bedarf es stets eines zweiten
die Elektrizitätslehrezweckmäßigerweise wieder Körpers, dessenWucht dabei um den entge-
als Orientierungsmittel.Wichtige Schritte des gengesetztgleichen Betrag geändert wird.
Einsichtsprozesses sind dabeifolgende: QualitativerAusdruck dieserAussageist die
Alltagserfahrung:Einen Körper in Bewegung
- Was man herkömmlich das Trägheitsgesetz zu setzengelingtnur, wenn ein zweiterda ist,
nennt, ist nichts anderesals die Feststellung: der als Widerlagerdienenkann. Elektrisches
Kann die Wucht einesKörpersnicht abfließen Analogon:Wird ein Körper geladen,so erhält
(und fließt auchkeinezu),sobleibtdie im Kör- gleichzeitigein andererKörper eineentgegen-
per enthalteneWucht unverändeft. Elektri- gesetzteLadunggleichenBetrags.

t4
einesKör- - Ein Stoßzwischenzwei Körpern, bei dem die gestellt,entwederden Impuls zu begünstigenund
lhdung
l0ießt auch keine zu), Wucht nur zwischen diesen beiden Körpem damit gleichzeitig eine anschauliche Vorstellung
ilörpen unverändert. fließen kann (nicht jedoch auch in einen drit- der kinetischenEnergiezu erschweren(denn das
hicht: Was für eine ten Körper, zum Beispiel die Erde), ist nichts Wort ,,Wucht" ist dann vorstellungsmäßigauf
rbgeringe Leitfähig- anderesalseine Neuaufteilung der Summeder den Impuls fixiert), oder umgekehrt der kineti-
Li[ für eine mechani- Anfangswucht der beiden Körper: 4(An- schenEnergieden Vorzug zu gebenund damit die
!g Reibung, ja jede fang) * Pr(Anfang): P1(Ende)* P2@nde). Vorstellung vom Impuls zu blockieren. Von der
ftpern, ist ,,Wuchtlei- Man beachte.daß Stößenicht frontal zu erfol- Physikhergesehenist die Entscheidunghier aller-
I grsprochen Impuls- gen brauchen, die Körper können sich auch dings rasch gefällt und zwar ztr Gunsten des Im-
13 ist um so besser,je parallel aneinandervorbeibewegenund dabei pulses: Der Impuls ist eine fundamentale,gene-
ftler die Verbindung mittels einer impulsleitenden Verbindung relle Größe der Physik, die kinetische Energie
hg ist eine ideal gute Wucht aufeinander übertragen. Das elektri- hingegeneine Größe, die nur einen beschränkten
llissen eines Gleiters, sche Analogon ist die Umverteilung der La- Anwendungsbereich hat (nämlich für körperarti
tl dazu, schlechte Im- dung zweier Körper, wie sie z. B. bei der elek- ge physikalischeSysteme).
hchtisolation" herzu- trischen Schwingungerfolgt, wenn man diese
in einem beliebigen Zeitpunkt unterbricht.
Hält man die leitende Verbindung zwischen
Yorgängen,bei denen den Körpern hinreichend lange aufrecht, so 7. Werte des Impulses
lolle spielt, beteiligl, stellt sich elektrischesGleichgewicht ein: Die
rütleiter mit dem be- Spannung (: Potentialdifferenz) zwischen
den ist. Ein starr mit beiden Körpern wird Null. Das mechanische Die Tatsache, daß in unserem Neuaufbau der
lrpcr ist,,Wucht-geer- Analogon diesesVorgangsist dertotal inelasti Mechanik der Impuls eineprimäre Größe ist,läßt
Null, er ruht. Elektri- scheStoß: Die beiden stoßenden,d. h. impuls- es geboten erscheinen, ihm auch eine eigene
rücErdung. umverteilendenKörper haben dabei am Ende Einheit zu geben. Wir wählen dazu das Hy :
Huygensund setzendieseEinheit - um sie in das
rr ist ein Maß für sein dieselbeGeschwindigkeit,oder andersgesagt,
Sl-Einheitensystemeinzupassen- so fest,daß ein
illrcht", sieistdieIm- ihre Geschwindigkeitsdifferenzist Null.
Körper der Masse I kg, der sich mit einer Ge-
3c: Um einenKörper Die Einsichten,die sich in den genanntenSchrit- schwindigkeitvon I m/s bewegt,den Wucht- also
Gcschwindigkeitzu
ten gewinnenlassen,reichenvom erstenqualitati- den Impulsbetrag I Hyhat.
Wtrchterforderlich,j e
ven Erfassen der Idee, Bewegungenüberhaupt
lrycrs ist, genaudop- mit Hilfe dermengenartigenGröße Wucht : Im-
Die Proportionalität der Wucht, also des Impul-
tlbcht,wenn dieMas- puls zu beschreiben,bis hin zur Messung dieser
seszur Masse liefert sofort die Aussage,daß ein
ogroßist. DieWucht Größe. Didaktisch wichtig ist dabei, daß am An-
Mensch von 75 kg, der sich mit einer Geschwin-
bMasseistnämlich digkeit von I m,/s :3,6 l<rn/h bewegt, den Im-
fang unbedingt das gefühlsmäßigeErfassender pulsbetrag75 Hy hat, und ein Auto von I 000 kg
ti Körpem einfacher Größe Impuls und ihrer Mengenartigkeit stehen
digkeit haben. bei derselbenGeschwindigkeit1000Hy : I kHy
muß. Dazu sind qualitative Einsichtenzu vermit-
Erdeist sehrgroßver- (Kilohuygens).
teln, die zeigen, daß diese Beschreibungüber-
;nität sonstigerKör- haupt funktionieren kann. Die quantitative Ver- Wieviel Huygenshat aber ein Auto von 1000kg,
Elcktrisches Analo- das mit 100kmlh : 27,8m/ sfährt? Diese Frage
schärfung der Größe Impuls dadurch, daß man
dicselbe Spannung läßt sich nur experimentell beantworten. Zwar
ihre Werte in einer bestimmtenSituation (in phy-
kl um so mehr La- sagt die Anschauung des Begriffs ,,Wucht", daß
sikalischer Ausdruckswäise also in einem-Zü-
die Kapazität des der Impuls p zur Masse rn proportional ist, aber
stand) miß4 ergibt sich dann ganzvon selbst mit
dem Bedürfnis einer genaueren Nachprüfung wie p von der Geschwindigkeit u abhängt, läßt
!1ns vom Wert Null dieserArt und Weise,Bewegungsvorgänge zu be- sich nicht von vomherein sagen.Man weiß nur,
lwrschiedenen (2.B. schreiben. daß eseine Beziehungder Form p : mf(u)o gibt,
ln'dso denKörperzu worin f(u) eine noch zu bestimmendeFunktion
ht srer eineszweiten Mancher Leser mag das Wort Wucht (oder von I u I ist. Wie sieht nun ein Experiment aus,
Schwung)gewohnheitsmäßigvielleicht lieber mit
ldrb€i um den entge- das diese Funktion liefert? Man kann sich dazu
der kinetischen Energie verbinden als mit dem
f,eg geändertwird. alle möglichenAnordnungen ausdenken.Eine re-
fßcr Aussageist die Impuls. Es ist ja durchaus möglich, dieselben lativ einfache ist die folgende: Man läßt unter
sprachlichenAssoziationenzur Bildung einerAn-
lßörper in Bewegung möglichsterReibungsausschaltung einen Körper
b ein zweiterda ist, schauung von gar\zunterschiedlichen physikali der Masse mlvnd der Geschwindigkeitu1,die ir-
le tao". Elektrisches schen Größen auszunutzen.Im Fall der Bewe- gendwelchevorgegebenenWerte, 2.8.0,5 m/s,
gung und der Ausnutzung des Wortes ,,Wucht*
f,crgeladen,soerhält 2 m/s, ... hat, so gegeneinen zweiten ruhenden
prpcreine entgegen- stehenz. B. die Größen muund mü /2inKonkur- Körper der Massem2stoßen,daß beim Stoßzwi-
bEcrrass. renz. Man sieht sich deshalbvor die Altemative schenbeiden Körpern einefesteVerbindung (ide-
t -
I l5
I
I
I
aleImpulsleitung)hergestellt wird, sodaßsicham l01am: 1011 km Längeenthältalso I Hy Impuls.
Ende beide Körper mit derselbenGeschwindig- Da dasLicht etwa 4 Tagebraucht,um dieseStrek-
keit weiterbewegen(total inelastischerStoß)^Bei ke zurückzulegen,erhält ein Körper, der das La-
festgehaitenenWerten Yotr tr\ und u1verändert serlicht vollständig absorbiert,pro Stunde von
man nun die Massem2(etwadurch Aufsetzenvon dem Licht etwa0,01Hy. Da Sonnenlichtnur eine
Zusatzgewichtenauf den zweiten Körper) so lan- EnergiestromdichteI kW,/m2: 10-a kW,/cm2
ge,bis die Endgeschwindigkeit beiderKörper zu- hat, müßte bei gleichem Strahlquerschnitt der
sammenI m/s beträgt.Der Körper mit der Masse Lichtstrahl 10amallänger sein als der zuvor be-
m1 vnd der Geschwindigkeitu1 hatte dann vor trachtete Laserstrahl,um ebenfalls I Hy Impuls
dem Stoß den Impulsbetragl(m1+ m2)/kglHy. zu enthalten.Bei der Absorption einesderartigen
Das Experiment liefert f(u) : I, alsop : ry11. Sonnenstrahlsbekommt ein Körper entspre-
chend 10-a mal wenigerImpuls pro Stundeals
Damit können wir unsereEingangsfragebeant-
durch das Laserlicht.
worten: Ein 1000kg-Auto, das mit 100km/h :
27,8 m/s fährt, hat einenImpuls von 27,8kHy. Schließlichseiennoch ein paar Vergleichswerte
von Impulsdichtenangegeben.Da die Massen-
Wenn die Beziehungp: mu für beliebigeWerte dichte von kondensierterMaterie Werte der Grö-
der Geschwindigkeitzuträfe,hätteein Körper mit ßenordnungI bis l0 g,/cm3,also 103bis l}akg/m3
derMassem : 0,1g : 10-akg,dersichmit Licht- hat,findet man für die Impulsdichtevon konden-
g e s c h w i n d i g k eci t: 3 . 1 0 8 m / s b e w e g t ,e t w a
sierterMaterie,die sich mit 1 m,/sbewegt,Werte
denselbenImpulsbetragwie das 1000kg-Autobei der Größenordnung 103bis l0aHy /m3.In einem
100km/h. DieserSchlußtrifft indessen, wiejeder
Körper wie der Erde,die sichmit 30 km,/sauf ih-
weiß, nicht zu. Die bei relativkleinenGeschwin- rer Bahn bewegt,ist die Impulsdichtesomit von
digkeitenexperimentellgefundeneAbhängigkeil der Größenordnung108Hy / m3. Dasauf die Erde
des Impulses von der Geschwindigkeitbesagl fallendeSonnenlichthat dagegen,wie wir schon
nämlichnicht, daß auchfür beliebiggroßeWerte angegebenhaben, nur eine Impulsdichte von
der Geschwindigkeitf(u): I resultierenwürde. l0-r4Hylm3. DieseZahlenmachendeutlich,wie
Überhaupt führen Betrachtungen,die von der ungleichförmigder Impuls gewöhnlichim Raum
Geschwindigkeit ausgehenund damitvon derim- verteiltist. Normalerweiseist er außerordentlich
pliziten Annahme,daßjeder beliebigvorgegebe-
hoch konzentriertdort, wo Materie ist, so daß
ne Wert derGeschwindigkeitauchrealisierbarist, man nur zu leicht den Eindruck gewinnenkann,
logischleicht in die Irre. Die Voranstellungder Impuls seiallein ein Kennzeichenvon Materie.
Geschwindigkeitliefert nicht den geringstenAn-
halt oder gar ein näheresVerständnisfür die
merkwürdigephysikalische Tatsache,daßdie Ge-
schwindigkeitnicht beliebiggroßeWerteanneh- 8. Der Vektorcharakter des Impulses
men kann, sonderndaß eseineprinzipielleobere
Grenzefür sie gibt, nämlich die Lichtgeschwin-
digkeit c. Tatsächlichist ja f(u) : l/ll-Grü . In der Physikist esüblich,die Größenin Skalare,
DieseBeziehungbesagt,daß mit unbegrenztzu- Vektoren,Tensoren(2. Stufe) usw. einzuteilen-
nehmenden Werten des Impulses, also der Diese Einteilung erfolgt nach der Anzahl der
Wucht, die Geschwindigkeit u keineswegs belie- Zahlangaben,die man zur FestlegungeinesWer-
big große Werte annimmt, sondern gegenden tesder Größebraucht,sowienachdem Verhalten
Wert c seht.Hierin offenbartsichwiederdie Selb- dieser Zahlangabengegenüber3dimensionalen
ständig-keit und Überlegenheit desImpulsbegriffs Transformationen.Meist beschränktman sich
gegenüberdem der Geschwindigkeit:Während dabeiauf die 3dimensionalenDrehspiegelungen,
der WertevorratdesImpulseskeinerleiBeschrän- da diesezur gewünschtenEinteilungbereitsaus-
kungenunterworfenist, ist der Wertebereichder reichen. Nach dieser Einteilungsweisegehören
Geschwindigkeitauf ein endlichesIntervall be- Masseund Ladungzu den Skalaren,währendIm-
s c h r ä n k t : 0l us l < c . puls und Geschwindigkeitzu den Vektorenzäh-
die Impulswerteder Kör- len.
Es ist noch interessant,
per unsererAlltagsumweltmit dem Impuls von In der Mathematik dagegen werden Vektoren
Licht zu vergleichen.Laserlichtmit einerEnergie- ganzanderserklärt,nämlichals ,,Elementeeines
stromdichtevon I kW,/cm2hat nach (9) eine Im- Vektorraums". Hier steht der Begriff desVektor-
pulsdichtevon (1 kW,zcm2)/c2: l0-10Hy/m3. raums im Vordergrund,d.h. einer Gesarntheit
Ein Strahl von 1 cm2 Querschnitt und von Dingen (diese werden dann Vektoren ge-

l6
i

[f Hylmpuls. nannt), die zwei Operationen unbeschränkt aus- Der Impuls einesauszwei Objekten I und 2 beste-
"fr.l
bch,umdiese Strek- zuführen gestatten: die Addition der Dinge und henden Gesamtsystems ist immerpl * p2, gleich-
hXOrper,der dasLa- rhre Multiplikation mit Zahlm. gültig, ob p1 und p2 durch zwei sich langsambe-
firt, pro Stundevon Zunächst ist festzustellen,daß es sich bei diesen
wegendeKörper großer Masserealisiert werden
lSonnenlicht nur eine beiden Erklärungen keineswegsum unterschied-
oder durch Körperkleiner Masse,die sich fastmit
Vd: l0-a kW,/cm2 Lichtgeschwindigkeitbewegen,oder schließlich
liche Fassungen derselben Definition handelt,
iirehlquenchnitt der sondern um ganz verschiedene Begriffsbildun-
sogardurch zwei Lichtbündel mit den Impulswer-
lin als der zuvor be- gen.So kann einephysikalischalsVektor klassifi-
ten p1 und p2. Diese Feststellung gilt nicht nur,
lcafalls I Hy Impuls zierte Größe auch der mathematischenDefinition
wenn die Impulsepl undp2 parallel sind, also bei
flbneines derartigen nach ein Vektor sein,eskann aberauchpassieren,
ldimensionalen Bewegungen,sondern bei belie-
l-t Körper entsPre- daß esnicht so ist. Impuls pund Geschwindigkeit
biger Richtung von p1 und p2. Es ist auch gleich-
lpuls pro Stundeals ubilden hierfür Beispiele.Der Impuls ist nämlich
gültig, ob p1und p2 die Impulse von zwei simultan
betrabhtetenObjekten sind, oder ob es sich um
ein Vektor auch im Sinn der Mathematik, die Ge-
Impulswerte handelt, die dasselbeObjekt nach-
f par Vergleichswerte schwindigkeit dagegen nicht. Letzteres folgt ein-
einander bekommt. Erhält also ein Körper zu-
f,cn. Oa die Massen- fach aus der relativistischen Erkenntnis, daß der
nächstden Impuls p1und dann den Impuls p2, so
lrerie Werteder Grö- Wertebereich der Geschwindigkeit beschränkt
ist der Körper im selben Zustand, als wenn er
frbo tO:Uis1Q+lag/mz ist. Die Summe zweier (physikalisch möglicher)
zuerstden Impuls p2 und dann den Impuls p1 er-
tdichte von konden- Geschwindigkeitenist nicht in jedem Fall wieder
hält: Er ist im Zustand mit dem Impuls h * pz.
I I m/s bewegt,Werte eine (physikalisch mögliche) Geschwindigkeit,
Wieder ist es dabei gleichgültig,ob es sich bei p1
lüHy/n3.In einem und ebensoist nicht jedesZahlvielfacheeinerGe-
mit 30 km/s auf ih' und p2 um kleine oder große Impulswerte han-
schwindigkeitwieder eine Geschwindigkeit.Phy-
.ichtesomit von delt, und natürlich ist es auch gleichgültig, wie
sikalischeGeschwindigkeitenkönnen ebennicht
y'd. Dasauf dieErde diese Impulswerte realisiert werden. Wichtig ist
unbeschränkt addiert und mit Zahlen multipli-
allerdings, daß alle Impulswerte im sehm Be-
Bn, wie wir schon ziert werden und dabei physikalischeGeschwin-
Impulsdichte von zugssystemzu nehmen sind, also zwischen zwei
digkeiten bleiben. Gewöhnlich wird diese Fest-
nachen deutlich, wie Impulsübertragungenkein Bezugssystemwechsel
stellung so umschrieben,daß für die Geschwin-
stattfindet.
3cnöhnlichim Raum digkeiteneinbesonderes,sonstin der Physiknicht
I er außerordentlich übliches,,Additionstheorem" gilt. Um sich den Vorteil dieser einfachen Regel für
Materie ist, so daß den Impuls vor Augen zu führen, braucht man
gewinnenkann, Dessen Besonderheitliegt darin, daß zwei Ge- nur danach zlftagen, ob es entsprechendeRe-
schwindigkeiten D1und u2 zw&t eine dritte Ge- geln für die Geschwindigkeitgibt und wie diese
benvon Materie.
schwindigkeit bestimmen, daß diese dritte aber eventuelllauten. Dabei stößtman von vomherein
nicht einfach die Summeu1* D2ist, sonderneine
auf begriffliche Schwierigkeiten,die daher rüh-
komplizierte Funktion von D1und u2,die nur im
ren, daß die Geschwindigkeitkeine mengenarti-
Impulses Fall I q l/ c < lund I u2l/ c < lgegen die Summe ge, sondern eine intensive Größe ist. So können
geht.
Summenwertenicht durch Bezugnahmeauf Ope-
Im Gegensatzzur Geschwindigkeitist der Impuls rationen der Systern-Zusammensetzung oder des
G'rößenin Skalare, auch ein Vektorim Sinn der Mathematik. Das ist Nacheinanderzuführenserklärt werden.Tatsäch-
usw. einzuteilen. für die Beschreibungvon 2- und 3dimensionalen lich handelt das Einsteinsche Additionstheorem
der Anzahl der Bewegungsvorgängen vön grundlegenderBedeu- auch gar nicht von der Addition von Geschwin-
ng einesWer- tung. Schon bei der ldimensionalen Bewegung digkeitswertenim selbenBezugssystem, sondern
necü demVerhalten haben wir ganz selbstverständlichvon dem ma- gibt die Geschwindigkeitswerteu und D' an, die
3dimensionalen thematischenVektorcharakler des Impulses Ge- derselbeKörper in zwei mit einer Geschwindig-
man sich
brauch gemacht. Die Konzeption des Impulses keit ZgegeneinanderbewegtenBezugssystemen
Drehspiegelungen, als primäre, mengenartigeGröße - und nicht als hat. Es gibt also an, wie sich Geschwindigkeits-
bereitsaus- Produkt zweier Faktoren - ist nämlich gleichbe- werte bei Bezugssystemwechsel transformieren,
gehören
deutenddamit, daß allein die Werte desImpulses nicht aber, wie sie sich addieren.Wir wollen hier
währendlm-
von Bedeutungsind, nichtjedoch, ob ein derarti- nicht weiter in Details und damit in weitere Ver-
dcn Vekloren zäh- ger Wert durch großesz und kleines u oder klei- wicklungen eindringen,die nur zur ständigenEr-
nes lz und großes u zustandekommt.Das ganze härtung der Feststellung führen, daß die Ge-
werden Vekloren Konzept der grundlegendenRolle mengenartiger schwindigkeit als Fundamentalbegriff der Physik
eb -Elemente eines Größen und ihrer Bilanzen in der Physik funktio- nicht geeignetist. Die Formeln, die die Beziehun-
l Begriff des Vektor' niert überhaupt nur, wenn es gleichgültig ist, auf gen zwischen den Komponenten des Impulses
L einer Gesamtheit welche Weiseein bestimmterWert einer mengen- p*p,p"und den Komponenten der Geschwindig-
denn Velloren ge- artigen Größe zustandekommt. keit u,,u,u nämlich
"beschreiben,
I7
hängt und da umgekehrt entspiechendesgilt, er.
gibt sich folgende logische Alternative: Gelten flir
den Impuls einfache Additionsregeln, so können
t"kOUv
für die Geschwindigkeit keine einfachen Regeln
T : " -' existieren und umgekehrt. Da der Impuls aber
1ll-@,,+u,r+fi)/ c2 einfachen Additionsgesetzen genügt, ist damit
das Urteil über die Geschwindigkeit gesprochen.
bzw.

Dr:
Literatur

Pv lll G. Faik, F. Herrmann:,,Konzepte eineszeitgemäßenPhy-


t\'::'... sikunterrichts", Hefte 1-4, Schroedel Verlag, Hannover
tl*?+ (p2,+
p]+ plltcz ' 1977-1981

zeigendeutlich eine Art gegenseitigenAusschlus- l2l G. Fatk: ,,Die begriflliche Struktur der Physik". Heft 3 der
,,Konzepte eines zeitgemtißen Physikunterrichts", Schroe-
ses,was die Einfachheit angeht.Da nämlich jede del Verlag, Hannov er 1979
Komponente von 4 etwa ur, nicht allein von der
l3l'R. P. Feyman, R. B. Leighan, M. Sazd.s.'Feynman-Vor-
korrespondierenden Komponente von p, also lesungen über Physik, Band ll, l7 - 4, 26-2, R. Oldenbourg
nicht allein von po sondernauch von prund p, ab- Verlag, München-Wien 197I

l8
lsprechendes gilt, er- F, Herrmann
llcmative: Geltenfür
insregeln, so können Der Impulsstrom
ir einfachen Regeln
Da der Impuls aber
cn genügt, ist damit
idigkeit gesprochen.
1. Einleitung 2. Die Übertragung von Impuls

Die traditionelle Darstellungsweiseder Mecha- Abb. I zeigt ein für die Demonstration der Über-
nik zeigtmehr die Denkweiseder Physikerdes 18. tragungvon Impuls typischesExperiment in zwei
p eines zeitgemäßen Phy-
und 19.Jahrhundertsals die der heutigenPhysik. Phasen:Ein bewegterKörper stößt gegeneinen
Loodcl Verlag, Hannover
Ein imaginärer WissenschaftlerunsererZeit, der ruhenden. Nach dem Stoß hat auch derjenige
zwar die Physik, aus irgendeinem Grunde aber Körper einenvon Null verschiedenenImpuls, der
lr der Physik". Heft 3 der
lbsikunterrichts", Schroe- nicht die Mechanik gelernt hat, würde, wenn er vorher ruhte, es ist Impuls übertragenworden.
die Mechanik zu erfinden hätte,auf Grund seiner
t lJ. SanÄ; Feynman-Vor- heutigen wissenschaftlichenErfahrungen sicher
, 17-1, 26-2, R. Oldenbourg einenganzanderenals den traditionellen Aufbau
wählen. Ein derartigerAufbau wird im vorliegen-
den Heft vorgestellt.Es wird für den Leser nicht
garuleicht sein, sich dieseneue Mechanik zu ei-
gen zu machen, denn er muß die Mechanik von
Grund auf neu lernen - und das ist um so mühsa-
mer,je besserer siebereitskennt.
Daß das Umlernen schwer ist. ist um so überra-
Abb. I Vor dem Stoß (oben) hat nur der linke Körper Impuls;
schender,als die hier vorgeschlagenenAnderun- nach dem Stoß (unten) haben beide Körper Impuls. Es ist Im-
gen scheinbar minimal sind. Sie lassen sich in puls übertragen worden.
zwei Forderungenzusammenfassen :
- Man nehme den Impuls als eigene Größe
emst. Das Experimentist so angelegt,daß die Aufmerk-
samkeit auf den Zustand vor und den Zustand
- Man ersetzedas Wort Kraft überall durch das
nach dem Stoßgelenktwird. Man möchteden Be-
Wort Impulsstromstärke. trachter dazu anhalten. Bilanzen zu machen,
Abgesehenvon den genanntenSchwierigkeiten, indem man den Übertragungsvorgangselbst so
die der Lesermöglicherweiseeinfach deshalbhat, undurchschaubarmacht, daß man gar nicht erst
weil dasGelernteneu ist, kann man sagen,daß die darauf kommt, die Frage zu stellen: ,,Wie wftd
hier dargestellteMechanik zugleich leichter und denn der Impuls übertragen?"Die Dauer desSto-
schwererist als die traditionelle Mechanik. ßesist so kurz und der Bereich,in dem die Impuls-
übertragung vor sich geht, ist so klein, daß der
Sie ist leichter, weil ihre Fundamentalgrößen
Eindruck entsteht,über den zeitlichenund räum-
mengenartigeGrößen sind. Das Operieren mit
lichen Ablaufdes Stoßesließesich gar nichts aus-
solchenGrößen ist sehrbequem.Sieist auch des-
sagen.
halb leichter, weil sie in ihrer Struktur anderen
großenTeilgebietender Physik,insbesondereder Genau dieser Übertragungsvorgangist aber das
Thermodynamik und der Elektrodynamik ver- Thema diesesAufsatzes.Wir ändern das Experi-
wandt ist. ment deshalb so, daß der Übertragungsvorgang
besserdurchschaubarwird.
Sie ist schwieiger,weil ihr Aufbau so durchsichtig
ist, daß der Lernende in die Lage versetztwird, Zunächst modifizieren wir dazu den Stoßprozeß
Fragen zu stellen, die er bisher nicht stellte und so, daß der Impuls bei der Übertragungeine län-
die nicht immer leicht zu beantworten sind. Der gereStreckedurchlaufenmuß, Abb. 2. DiesesEx-
verbaleApparat der traditionellen Mechanik, der periment gestattetuns zu sagen,welchenWeg der
viele vage, unanschaulicheTermini enthält, hin- Impuls bei der Übertragungnimmt: Er gehtdurch
dert ihn einfach daran, eine Reihe fundamentaler die Stangehindurch. Wir schließendaraus, daß
Fragenzu stellen. StangenImpuls übertragenkönnen.

l9
@4
Abb. 2 Der Impuls durchläuft bei der Übertragungeinelängere A b b . 5 D i e e l e k t r i s c hLea d u n gd u r c h l ä u ibt e id e r Ü b e r t r a g u n g
Strecke. einelänsereStrecke.

@ @ \.
Abb.3 Der Übertragungsvorgang
dauertlängereZeit. Abb.6 Der Übertra g u n g s v o r g a n gd a u e n l ä n g c r eZ e i t .

Aber auch das abgeänderte Experiment(Abb. 2) über eine längere Strecke hinweg übertragen
l ä u l t n o c hs o s c h n e lal b , d a ß m a n d e n Ü b e n r a - wird: Wir verbindendie Körper mit Hilfe eines
gungsvorgangzeitlichnicht auflösen kann. Wir Drahts, Abb. 5, und lernen dabei, daß Drähte
machenihn nun dadurch langsam,daß wir statt elektrischeLadungübertragen.Schließlichbauen
der StangeeineweicheFederzwischendie Kör- wir in einem dritten Experiment zwischendie
per einbauen,Abb. 3. Man siehtjetzt beim Stoß, KörpereineSpuleein,Abb. 6. Die Ladungdesei-
daß der Impuls des einen Körpers langsamab- nen Körpersnimmt nun langsamab und die des
und der des anderenlangsamzunimmt. Außer- anderenlangsamzu.
d e m s i e h tm n n .d a ß w ä h r e n dd e s Ü b e r r r a g u n g s - .:. Dit \lrr:un!l
Dem Leserwird aufgefallensein,daß wir zur Be-
vorgangs die Federverformtist.
schreibungdieserelektrischenVorgängeeine in
Wir habenfür die Beschreibung der drei Versio- der Elektrizitätslehre unüblicheSpracheverwen- \ j :
nen des Stoßexperiments bisherabsichtlichein det haben. Normalerweisespricht nämlich der \ ,
1 . . .
Vokabulargewählt,das für die traditionelleMe- Physiker nicht davon, daß Ladung übertragen . , - . :/ , : : . . ' - :
chaniktypischist. Der in der Einleitungerwähnte wird, er sagtvielmehr,die LadungflieJltvom ei-
Physiker, derdie PhysikdesI 9. und 20.Jahrhun- nen zum anderenKörper. Er stellt sich den Vor- '
-l-'- \i:-r -
deftskennt,aberbeimStudiumdie Mechanikver- gangvor wie einenStromvon Wasser.Das Wort
säumthat,würdesichaber,wenner die drei Expe-
--- : : \- -
,,Strom"erzeugtdabeiein gegenständliches Bild . - - - - . . r " l -
rimente beschreibensollte, vermutlich anders des Vorgangs.Dieses Bild hat sich als sehr
, ' r " \ . - - . : : : : r
ausdrücken. Um dasdeutlichzu machen.wollen b r a u c h b aur n d t r a g f ä h i e
gr w i e s e n . --
l,- --'---i'.:l
wir die Stoßexperimente zunächstin ihre elektri-
Dieselbe,für den heutigenPhysikernatürliche
schen Analoga übersetzen,aber diese zunächst - . J . \ ; i l - - r '
Betrachtungsweise wollen wir auch für die Stofl-
auchin der Spracheder Mechanikbeschreiben. - - - j \ : : ' ' - ' - ,

experimenteder Abb. l-3 adoptieren:Der lm-


Wir betrachtenzwei Metallkörper,von denender pulsdesjeweilslinkenKörpersnimmtab und der
eineelektrischgeladenist. In der erstenVersion desrechtenzu,weilzwischen denbeidenKörpern
desExperiments bringenwir diebeidenKörperin ein Impulsstrom.fließt.
Der Impulsstromfließt in
Berührung,Abb. 4. Dabei wird elektrischeLa- Abb. 2 durchdie Stangeund in Abb. 3 durchdie
d u n g ü b e r t r a g e n .D r ' r Ü b e r t r a g u n gosr\g a n g Feder.Der Federsiehtman an, wenn sievon Im-
selbstbleibtundurchsichtig. Wir modifizieren da- puls durchflossenwird: Je stärkerder Impuls-
her den Vorgangso, daß die elektrischeLadung stromist,destostärkerist sieverformt.
Abb. 7 zeigtschliefllichnoch ein Experiment,bei
dem einzeitlichkonstanterImpulsstromrealisiert

@ @ wird: An einemGleiterauf derLuttkissenbahn ist


rechtsein Seilbefestigt.An dem Seilwird sogezo-
gen, daß die Auslenkung der Feder konstant
bleibt.Durch dasSeilfließt damit einzeitlichkon-

@ @ stanterlmpulsstromzum Körper. Als Folge da-


von nimmt der lmpuls desKörpersmit konstanter
Ratezu.
Abb. 4 Vor der Berührung(oben)hat nur die linke Kugel elek-
trische Ladung; nach der Berührung(unten) haben beide Wir haben gezeigt,daß durch eine ausgelenkte,
KugelnelektrischeLadung. d. h. einegestauchte
oder gedehnteFederImpuls

20
Abb.7 An dem Seil wird so gezogen,daß die Auslenkung der
Feder konstant bleibt. Durch Seil und Feder fließt ein zeitlich
konstanterImDulsstrom.

fließt. Aus der Tatsache,daß man der Feder den Abb. Ea Durch die zu eichendeFederfließendrei Impulsstrom-
nr längere Zeit.
Impulsstrom allein an der Auslenkung ansieht, stärke-Einheiten,
folgt, daß auch durch solcheausgelenkteFedern
Impuls fließt, derenbeide Enden ruhen. Oder all-
hinweg übertragen gemeinerausgedrückt:Durch jede unter mecha-
tper mit Hilfe eines nischer Spannung stehendeAnordnung fließen
dabei, daß Drähte Impulsströme, auch wenn alle Teile der Anord-
n Schließlichbauen nung ruhen,wenn essichalsoum einesogenannte
iment zwischen die statischeAnordnung handelt.
i- Die tadung desei-
Fam ab und die des

rin, daß wir zur Be- 3. Die Messung der Impulsstromstärke


n Vorgängeeine in
üc Spracheverwen- Als Nebenprodukt der Betrachtungendes vori-
pricht nämlich der
gen Abschnitts haben wir ein Meßgerät für die
ladung übertragen StärkeIo des Impulsstromsgefunden: die Feder.
üuog flieJJtvom ei- Das Ausmaß der Verformung einer Feder hängt '.
.r.t,..,: , .l:.
.rt. .'
,,.,.1.r,:
., ;i'
- ,.,,. i,i . :. ..' iltl.:,i

r gellt sich den Vor- von der Stärke des Impulsstroms ab, der sie Abb. 8b Durch daszu eichendeAmperemeterfließen drei Ein-
n Wasser.Das Wort durchfließt. Kehrt der Impulsstrom seine Rich- heitender elektrischenStromstärke.
lenständliches Bild tung um, so ändert die Verformung ihr Vorzei-
hat sich als sehr chen: Aus der Kompression wird eine Dehnung Feder oderjedes beliebige andere elastischeGe-
icscn. oder umgekehrt. bilde, also etwa auch einen Gummifaden eichen"
Physiker natürliche d. h. wir können daran eine Skala anbringen,mit
DiesesMeßgerätwird genausoangeschlossen wie der die StärkedesImpulsstroms,der durch die Fe-
bauch für die Stoß- andere Strommeßgeräte auch: Die Leitung, der bzw. den Gummifaden hindurchfließt, abge-
@ieren: Der Im- durch die der Strom fließl, wird durchgetrennt,
rs nimmt ab und der lesenwerden kann.
und die beiden neu entstandenenLeitungsenden
&nbeiden Körpem werden mit den beiden Anschlüssendes Strom- Der Leserhat wahrscheinlichlängstbemerkt,daß
4ulsstrom fließt in meßgerätsverbunden, so.daß der Strom durch das Gerät, das hier als Impulsstromstärke-Meß-
in Abb. 3 durch die das Meßgeräthindurchfließen muß. gerät vorgestelltwurde, normalerweisedazu be-
[r w€nn sievon Im- nutzt wird, Kräfte zu messen.Wenn nun aber die
Iirker der Impuls- Damit die Feder zum Meßgerät wird, muß sie Werte von zwei Größen nach demselbenVerfah-
wrformt. noch geeicht werden. Dazu benutzen wir eine ren gewonnen werden, so muß man schließen,
,,Einheitsfeder", d.h. eine bestimmte Feder, daß es sich hier gar nicht um zwei verschiedene
c'n Experiment,bei durch die, wenn sie um einen bestimmtenBetrag Größen handelt, sondern um ein und dieselbe
Tulsstrom realisiert ausgelenkt ist, die Stromstärke-Einheit fließt,
r l,uftkissenbahnist Cröße. ImpulsstromstärkeI, (oder etwas unge-
Abb. 8a.Um andereStromstärkewertezu realisie- nauer: Impulsstrom) und Kraft Fsind lediglich
n S€il wird so gezo- ren, braucht man nun nur mehrereEinheitsfedern
ler Feder konstant zwei Namen für dieselbeSache:
parallel zu schalten. Genauso wie n parallelge-
nit ein zeitlich kon- schalteteAmperemeter,von denen jedes lA an- Io= F. (l)
lrpcr. Als Folge da- zeigt, insgesamtvon einem Strom von nA durch- Im Prinzip hätten wir die ImpulsstromstärkeIo
rpcrs mit konstanter flossenwerden (Abb. 8b), fließt durch n parallele auch mit der negativen Kraft -F identifizieren
Fedem,von denenjede um eine Stromstärke-Ein- können. Warum wir (l) den Vorzug geben,wird
ü cine ausgelenkte, heit ausgelenktist, das nfache der Impulsstrom- im nächstenAufsatz zusammenmit anderenVor-
lchnte FederImpuls stärke-Einheit.Wir können damit jede beliebige zeichenfragendiskutiert.

21
4. Die Übersetzung von Lehrsätzen der zen.Es wird sichzeigen,daß die Inhalteder Sätze
Mechanik dadurch leichter begreifbarwerden. Der Inhalt
mancherSätzewird sich als so selbstverständlich
offenbaren,daß man siegar nicht mehr als Lehr-
Es wird sich im Verlauf diesesAufsatzesund der sätzeempfindet.
folgenden Aufsätze zeigen,daß das Ersetzendes
Wortes Kraft durch das Wort Impulsstromstärke Das2. Newtonsche
Axiom
weitreichendeKonsequenzenhat. Den Wörtern
Kraft und Impulsstromliegenganzunterschiedli- BisherigeFassung:
cheAuffassungender Mechanikzu Grunde.Man
siehtdasbereitsdeutlichdaran,daß dasErsetzen DiezeitlicheAnderungdp/dtdes Impulsesei-
deseinenWortesdurch dasanderezur Folgehat, nesKörpersist gleichder auf den Körper wir-
daß man auchVerbenund Präoositionenändem kendenItuaft 4 alsFormel:
muß. dp
r : --- (2)
Statt ,,Eine Kraft wirkt auf einen Körper, oder dt

wird auf ihn ausgeübt"heißtes,,Ein Impulsstrom Die Übersetzunglautetetwa:


fließtin den Körper", oderaucheinfach,,Esfließt
Die zeitlicheAnderungdp,rdtdesImpulsesei-
Impuls in den Körper" (genausowie man sowohl
nesKörpersist gleichder StärkeIodesImpuls-
sagenkann ,,Das Wasserfließt" als auch ,,Der
stroms,der in den Körper fließt:
Wasserstromfließt"). Statt ,,Ein Körper übt auf
einen andereneine Kraft aus" heißt es ,,Vom ei- , d p
' o t (3)
nen zum anderenKörperfließt Impuls".Stattzu
sagen,,ln einemSeilherrschteineKraft" heißtes
Formulierung,daß
Man siehtan der übersetzten
,,Durch das Seil fließt Impuls", oder ,,Im Seil das2. NewtonscfteAxiom dasist.wasman in mo-
fl ießtein lmpulsstrom".
dernererAusdrucksweiseeine Kontinuitätsglei-
Die Formulierungen,bei denen das Wort Kraft chung(in ,,integraler"Formulierung)nennt.Es
gebrauchtwird, lassendeutlichdie Auffassungei- Da die
ist damit Ausdruckder Impulserhaltung.
ner Fernwirkungerkennen:Die Betonungliegt Gültigkeitder Gesetzeder Mechaniknicht auf
auf den beiden Körpern. Bei der Impulsstrom- Körper beschränktist, können wir die verbale
Formulierungdagegenwird die Aufmerksamkeit Formulierungvon (3) noch etwasverallgemei-
auchaufden Raumzwischenden beidenKörpem nern:
gelenkt.Auch das Wort ,,Wechselwirkung"ge-
Die AnderungdesImpulsinhalts einesRaum-
hött zu den Wörtern,die durch die Fernwirkungs-
bereichsistgleichderStärkedesImpulsstroms
auffassunggeprägtwurden.Esist deshalbratsam,
durch die BegrenzungsflächedesBereichs.
auchdiesesWort zu vermeiden.
Nur in der Mechanikwird die WirkungeinesSy-
stemsauf ein anderesohne Zuhilfenahmevon Das 3. NewfonscieAxiom
Strömenbeschrieben.Wenn die Temperaturei-
Wir gebenzunächstdrei Formulierungenwieder,
nesSystems zu- und die einesanderenabnimmt,
wie siewörtlich in Lehrbüchernzu finden sind:
schließt man auf einen Wcirme,strom. Man sagt
nicht etwa,dasersteSystemübe auf daszweiteei- Die Wirkung ist stets der Gegenwirkung
ne ,,thermischeWirkung" aus.Wenn das elektri- gleich.
schePotentialeinesKörpersabnimmtund dasei- Jede Kraft erzeugteine gleich große Gegen-
nes anderen,der mit dem ersten durch einen kraft.
Draht verbundenist, zunimmt, schließtman auf Wirktein KörperA auf einenKörperB mit der
einen elektrischenStrom und nicht auf eine elek- Ikaft 4 so greift B an A mit der gleichgroßen,
trischeFernwirkung.Wenn die Konzentrationei- aberentgegengesetzt gerichtetenKraft -Fan.
nesStoffesan einerStelleab- und an einerande- Man nennt siedie reactiooder Gegenkraftzu
ren zunimmt, schließtman auf einen Stolfstrom. fl, Kräfte tretenalsoimmer paarweiseauf.
Der Chemiker sagt nicht, hier werde Stoff ver- EineformaleÜbersetzung der erstenoderzweiten
nichtet,um gleichzeitigdort neu zu entstehen. Versionin die SprachedesImpulsstromsläßt zu-
Wir wollen nun daran gehen, die wichtigsten nächstgar nicht erkennen,was gemeintist. Die
Lehrsätzeder Mechanik aus der Spracheder Übersetzungder zweitenVersionwürdeetwalau-
Fernwirkungin die der Nahewirkungzu überset- ten:

22
üc Inhalte der Sätze Jeder Impulsstrom erzeugt einen Gegenim- leicht mit den beiden Kräften, die manchmal an
rrden. Der Inhalt pulsstrom der gleichenStärke. einund demselbenKörper angreifenund sich das
p selbstverständlich Gleichgewicht halten. Nachdem wir aber Kraft
Aber was ist die Bedeutungvon ,,Gegenimpuls-
dtüt mehr als Lehr- strom"? Einen Hinweis darauf gibt uns die dritte und Gegenkraft entlarvt haben als Stärkedessel-
Version.Wir versuchen.siezu übersetzen: ben Stromsan zwei verschiedenenStellen,würde
dieserSatzin seinerÜbersetzungso trivial, daß er
Fließt in einen Körper B ein Impulsstrom der eher verwirrend wirkte.
StärkeIe hinein, der vom Körper A kommt, so
flieBt in den Körper A ein gleichgroßer,entge-
gengesetztgerichteterImpulsstrom hinein, der Der Satz vom Kräftegleichgewicht
/drdes Impulsesei- von B kommt. Man nennt ihn den Gegenim- BisherigeFormulierung z. B. so:
anf den Körperwir- pulsstrom zu Io. Impulsströmetreten also im-
{: merpaarweiseauf. Wirken auf ein und denselbenKörper zwei
entgegengesetztgerichtete Kräfte ,F1und ,Q
(2) Selbst in dieser Formulierung ist es nicht ganz von gleichem Betrag (\: -Fz), so bleibt der
leicht, zu erkennen, daß hier einfach die Stärke Körper in Ruhe. An ihm herrscht Kräfte-
ein und desselbenStroms an zwei unterschiedli- gleichgewicht.
y'drdes Impulsesei- chen Stellenverglichenwird: Dort, wo er in den
In der Übersetzunglautet dieserSatz:
Sirte IodesImpuls- Körper B eintritt, und dort, wo er den Körper A
'lließt: verläßt. Daß die Stromstärkebei A das entgegen- Fließen auf ein und denselbenKörper zwei
gesetzteVorzeichenvon der bei B hat, liegt daran, Impulsströme der Stärken lp,r und lp,z vom
(3) . daß man nicht sagt:,,Der Impulsstrom, der Aver- gleichen Betrag, aber entgegengesetztenVor-
löJJt",sondem,,DerImpulsstrom,derin A hinein- zeichen (Ip;: -Ip,), so bleibt der Körper in
fließt'\. Ruhe. An ihm herrscht Impulsstromgleichge-
r Formulierung, daß
wicht.
rftil, wasman in mo- Wir wollen den Satznun noch einmal so formulie-
r Kontinuitätsglei- ren, daß man leichter erkennt, was er aussagen Weniger wörtlich, dafür aber sinngemäßbesser
nlierung) nennt. Es soll: übersetztlautet der Satz:
tberhaltung. Da die Fließt in einen Körperein Impulsstrom hinein
Mcchanik nicht auf Fließt ein Impulsstrom von einem Körper A
nach einen Körper B, so ist die Stromstärke und aus dem Körper ein Impulsstrom dersel-
n wir die verbale ben Stärke heraus,so ändert sich der Impuls
I Gtw:rsverallgemei- beim Verlassenvon A dieselbewie die beim
Eintrittin B. des Körpers nicht.

In dieser Formulierung ist der Satz allerdings Auch dieserSatzist wieder nur ein Spezialfalldes
inhalts eines Raum- Impulserhaltungssatzes. Wieder drückt er in un-
bdes Impulsstroms kaum noch wert, festgehaltenzu werden, ist er
doch nur einetriviale Folge der Impulserhaltung, serer Darstellung etwas aus, was jedermann als
hhc des Bereichs. Selbstverständlichkeitempfindet. Man erkennt
die wir ja mit dem 2. NewtonschenAxiom bereits
in voller Allgemeinheitausgesprochenhaben.Be- das übrigensauch daran, daß man den analogen
sonderskurios erscheintin diesemLicht die Defi- Satz der Elektrizitätslehre in keinem Lehrbuch
nition des,,Gegenimpulsstroms" bzw. der,,Ge- findet.
Dlierungen wigder, genkraft". Man zeichnet zwei Stellen auf dem
:mzu finden sind: Weg des Stroms aus und gibt ihm hier unter-
dcr Gegenwirkung schiedliche Namen: Kraft und Gegenkraft. Ge-
5. Leiter und Nichtleiter des Impulsstroms
nausogutkönnte man ihm auch in der Mitte oder
jcicfi große Gegen- an irgendeiner anderen Stelle seinesWegs einen
speziellenNamengeben,z. B. die Halbwegskraft.
Wir habenbei unsererDarstellung der Mechanik
aKörperBmitder Zur Erklärung des 3. NewtonschenAxioms wird bereits mehrfach die Elektrizitätslehre zum Ver-
I der gleichgroßen, manchmal ein Satz etwa in folgender Formulie- gleich herangezogen;und wir werden weiterhin
bLaen Kraft-Fan. rung ausgesprochen: von diesem Vergleich profitieren. Die Möglich-
Dodcr Gegenkraftzu keit diesesVergleichsberuht auf einersehrweitge-
prpaarweiseauf. Kraft und Gegenkraft greifen stets an ver-
henden Strukturverwandtschaft dieser beiden
schiedenenKörpern an.
icrsten oderzweiten Gebiete. Ahnliche Analogien existierenauch zu
lFrlsstroms läßt zu- Dieser Satzist sichernützlich für den. der mit der anderenTeilgebietender Physik. Siewurden aus-
ir gemeint ist. Die Mechanik in ihrer traditionellen Darstellung ope- führlich in Heft 3 dieserSchriftenreihebehandelt.
ünwärdeetwalau- riert. Schließlichverwechseltman Kraft und Ge- Grundlage der Analogie zwischen Elektrizitäts-
genkraft im 3. Newtonschen Axiom nur allzu lehreund Mechanik bildet eineEntsprechungder

23
mengenartigen Größen elektrische Ladung Q $ü€n
und Impuls p sowie der intensiven Größen elek- * tGrpcr
trisches Potential E und Geschwindigkeit u. Zu
vielen Beziehungen,in denendie Größen Qoder C..sc sind
rp auftreten, gibt es struklurgleiche mechanische
Beziehungen,also solche,in denen p oder uvor-
kommen.
Im 1. Aufsatz dieses Heftes wurden bereits die
beiden Gleichungen
Abb. 9 Der Stoßdämpfer ist das mechanische Analogon zum
Q : C U u n d 'p : at) Objekt,,elektrischerWiderstand".

gegenübergestellt.Dem elektrischen Konden-


sator entspricht also das mechanischeGebilde
Für einen homogenen elektrischen Leiter der
Massenpunkt. Im vorliegenden Aufsatz haben
Länge /und der QuerschnittsflächeI gilt die ein-
wir(in Abschnitt 2) andeutungsweise
auf die Ana-
facheBeziehung(Abb. l0a):
logie zwischendem elektrischenBauelementSpu-
le und dem mechanischenBauelementFederhin-
gewiesen. Wir wollen nun einen weiteren Fall
^':I)
analogerBeziehungenbetrachten. wobei o die elektrischeLeitfähigkeit ist. Auch die-
Fließt durch einen Gegenstand ein stationärer se Gleichung hat ihr mechanischesAnalogon,
elektrischerStrom, so bestehtzwischen den En- dennesgilt(Abb.l0b):
den des Gegenstandeseine Potentialdifferenz
p - ' 1: l
oder eineelektrischeSpannung.Ob bei gegebener "o- n A'
Spannungdie elektrischeStromstärkeklein oder
groß ist, kommt im elektrischenWiderstand R9
Hier ist 4 die Viskosität des Mediums, durch das
desGegenstandes zum Ausdruck, der definiert ist
der Impulsstrom fließt. Je höher die Viskositätei-
als
nesMediums ist, destobesserleitetesalsoden Im-
tl puls. Da die Viskositätvon Festkörpern,undzwar
R-o :r* . e (4)
nicht nur von starren, sondern auch von elasti-
Die hierzu analogenmechanischenAussagener-
hält man durch sinngemäßes,,Übersetzen"der
vorangehendenSätze:
Fließt durch einen Gegenstand ein stationärer
Impulsstrom, so ,,bestehtzwischen den Enden
des Gegenstandeseine Geschwindigkeitsdiffe-
renz" (d. h. die Enden bewegen sich mit unter- Abb. 10o Der elektrische Widerstand hängt ab von Länge /und
schiedlicherGeschwindigkeit).Ob bei gegebener Querschnitt I des elektrischen Leiters sowie von der elektri-
Geschwindigkeitsdifferenzdie Impulsstromstär- schen Leitfähigkeit o des Materials.
ke klein oder groß ist, kommt im Impulswider-
stand Ro des Gegenstandeszum Ausdruck, der
definiert ist als

R,:H (s)
Man erkennt,daß hiermit den Gegenständenkei.
ne Federn gemeint sind, denn die Stärkedes Im-
pulsstromsdurch eine Feder hängt von der Aus-
lenkung Ax der Feder ab, nicht aber vom Ge-
schwindigkeitsunterschied Au der beiden Feder-
enden. (5) definiert vielmehr einen Impulswider-
stand für viskoseGegenstände. Ein dem elektri- Abb. 10b Der Impulsstrom-Widerstand hängt ab von Länge /
schenBauelement,,Widerstand"entsprechendes und Querschnitt I des Impulsleiters sowie von der Viskosität 4
mechanischesGerät ist der Stoßdämpfer,Abb. 9. des Materials.

24
schenFestkörpern,unendlich groß ist, habendie- ist gar nicht zu erwarten,daß dieseStrömeunse-
se Körper den Impulswiderstand Null, sie sind rem Bild vom Strom so entsprechen,daß sich in-
Impuls-Supraleiter. dividuell verfolgbare Portionen der dem Strom zu-
geordnetenphysikalischen Größe angebenlassen.
Gase sind wegen ihrer geringen Viskosität gute
Impulsisolatoren.Man nützt das aus bei Luftkis- Man macht sich das am besten dadurch klar, daß
senfahrzeugen.Hier soll möglichst wenig Impuls man versucht, die Geschwindigkeit einiger in der
zur Erde abfließen. Man isoliert deshalb das Physik etablierter Ströme anzugeben:
Fahrzeug gegendie Erde durch eine Luftschicht. * elektrischer Strom in einem Metall :
- elellrischer Stromin einemp-Halbleiter;
- elektrischelSuprastrom;
6. WelcheGeschwindigkeit
hat ein - Entropiestrombeim Licht;
Fischen Leiter der Impulsstrom? - Entropiestrom in einem ,,wärmeleitenden"
flcüe ,{ gilt die ein- Kupferstab.
i
Auf die Frage nach der Geschwindigkeit des Im-
Zum Schluß wollen wir eine Wamung geben: pulsstromsin einemruhendenfestenKörper wol-
I Wir haben gezeigt,daß es möglich und sinnvoll
len wir mit einem Zitatvon Ostwald antworten:
ist, die Übertragungvon Impuls von einem Kör-
llleit ist.Auchdie- per A auf einen Körper B dadurch zu beschrei- ,,Um seinen Zustand mittels des mechanischen
lisches Analogon, ben, daß ein Impulsstrom zwischenden Körpern
Denkmaterials beschreibenzu können, muß man
ihm eine Bewegungandichten,undzwa4 da man
fließt. Indem wir sagen,zwischen den Körpern
sie nicht sehenkann, eine unsichtbare.Einejede
fließe ein Strom,machenwir uns ein Bild von dem
Bewegung hat bestimmte Richtungen und Ge-
Raum zwischenden Körpem. Wir sagen,derZu-
schwindigkeiten; man muß also weiter der nicht
stand diesesRaumeshabe etwasgemeinsammit
sichtbaren Bewegung gewisse Richtungen und
durch das den Gebilden, die unsere anschaulicheVorstel-
Geschwindigkeitenandichten,und da man diese
die Viskositätei- lung von Strömengeprägthaben,z. B. mit einem
nicht nachweisenoder messenkann, so entsteht
esalsoden Im- Wasserstrom.
dasProblem,welchesdieseBewegungensind und
,undzwar wie man sie bestimmenkann. Wie man erkennt,
auch von elasti- Dafür, daß wir den Zustand mit dem Wort Strom
beschreiben,habenwir zwei Argumente: ist diesesProblem gar nicht aus der Beschaffen-
- Die Beschreibunggibt das Verhalten der Kör- heit der darzustellendenErscheinungherausent-
standen,denn diesekann man, da siekeine Bewe-
per, zwischen denen der Strom fließt, richtig
gungzeigl, ohne alle Rüöksicht auf den Begriff
wieder, nämlich die Tatsache,daß der Impuls
der Bewegung darstellen. Das Problem ist viel-
von A um denselbenBetrag abnimmt, um den
mehr nur aus der willkürlichen Annahme entstan-
dervonBzunimmt.
den, daß die nichtmechanischeErscheinungeine
- Das Gebiet zwischen den Körpern erfährt eine mechanischesei. Es ist ganz und gar ein Schein-
beobachtbareVeränderung. Im Fall, daß die problem, nach dem zutreffenden Ausdruck von
Körper durch ein Seil verbunden sind, ist dies E. Mach." []
die Verlängerungdes Seils.
Wir wollen aus Ostwalds Bemerkungen aller-
Weitere Gründe für unsere Annahme eines dings nicht den Schluß ziehen,daß man die Be-
Stromsgibt esnicht. Es ist wichtig, sichdasklanu- schreibungder Übertragungeiner mengenartigen
machen, denn das Wort ,,Strom" im normalen Größe durch Ströme lieber aufgeben sollte. Es
Sprachgebrauch,etwa im Sinn eines Wasser- war ja gerade dasZiel diesesAufsatzeszu zeigen,
stroms, beinhaltet viel mehr: In diesem Sinn wie gut diesesBild ist. Esist aberwichtig, daß man
drückt das Wort Strom nämlich eine Bewegung begreift, daß es ein Bild ist, und daß man esnicht
aus.Voraussetzungfür eineBewegungist aberdie mit der Wrklichkeit verwechselt.
Zerlegbarkeit dessen,was strömt, in individuell
verfolgbare Teile.
Bei den StrömendesPhysikershandelt essich nie
um Strömevon Stoffen oder Gegenständen,son- Literatur
dern stetsum StrömephysikalischerGrößen, wie
z. B. um einen Strom von Masse,von elektrischer lll W. Ostwald: ,,Die Energie", S. 93, Verlag von Johann Am-
Ladung, von Entropie oder von Drehimpuls. Es brosius Barth, Leipzig 1908
F. Herrmann und P. Schmdlzle hen. betrachten wil
lätslehre bekannte
Impulsströmein statischenAnordnungen einem elektriscbca
einem sogenannta
gilt der Satz:
Die Stärke des,
1. Einleitung nung?" Es wird sich zeigen, daß die Beantwor-
schlosseneFlid
tung dieser Frage für dasVerständnis der betrach- Null.
teten Anordnung sehrhilfreich sein kann.
Eine statische mechanischeAnordnung ist da- Dies ist die r(fu
durch gekennzeichnet,daß sich sämtliche Teile wird siein der Fom
n
der Anordnung relativ zueinanderin Ruhe befin- :0.
z ra(k)
den. In einem Bezugssystem, in dem einTeilden 2. Das Laternenproblem in alter und in t:l
Impuls Null hat, haben auch alle anderen Teile neuer Darstellung angeben,wobei Ig
der Anordnung den Impuls Null. Ferner bleibt Stromsist, der im I
der Wert des Impulses zeitlich konstant, so daß seneFlächefließt,,
alle Impulsänderungen dp/dt gleich Null sind. Ein Standardproblem,das man gewöhnlich mit gelegthat.
Hieraus folgt jedoch keineswegs,daß in einer sol- Hilfe des Kräftedreiecks löst, stellt die an zwei Die Kirchhoffsche)
chen Anordnung keine Impulsströme fließen. Seilen aufgehängteStraßenlatemedar, Abb. l. der Kontinuitätsgl
Man kann daraus lediglich folgern, daß die Im- Bei gegebenemGewicht der Lateme wird nach dung
pulsströme so verteilt sind, daß nirgendwo Im- Betrag und Richtung der Kräfte in den Seilen I
puls angehäuft wird oder abnimmt. Es gibt also und 2 gefragt.Die Lösung erhält man durch Kon- d Q ,
'o'
keine Quellen und keine Senkenfür den Impuls- struktion des Kräftedreiecks.Die Gewichtskraft 7|t:
strom. Die Kontinuitätsgleichung ,F(3) der Laterne muß durch die beiden Kräfte Sie bringt die Erh
d p t .F(l) und F(2) kompensiertwerden: schenLadung Qz
dt: + Knotenpunkt gelq
r(r) + r(2): -r(3) i rGl: o. ne Quellen oder g
vereinfachtsich daherzu j: I
der Wert der Laü
Ip: 0, Man darf dieseKonstruktion des Kräftedreiecks schlossenen Rauq{
zum Auffinden der Lösung benutzen,weil Kraft-
wobei Io die Gesamtstärke des Impulsstroms vektorenin Seilenparallel zur Seilrichtungliegen. -d*o: U.
durch einebeliebigegeschlossene
Fläche ist. dt
Das Lösungsverfahrenim Rahmen unsererDar-
Aus derTatsache,daß der Impuls überall Null ist, stellungder Mechanik ist hiermitidentisch,nurist Wegen der Konti
folgt ferner, daß alle auftretendenImpulsströme seineInterpretation eine andere.Das, was in der auch die Stärkedc
Supraströmesind, denn ein Normalstrom (d. h. gewöhnlichenDarstellungdie Regelvom Kräfte- Fläche Sden Wert
ein Nicht-Suprastrom)fließt nur dann durch ei- dreieck ist, erweist sich als eine ,,Kirchhoffsche
nen Leiter, wenn zwischenden Enden desLeiters
Io:o.
Knotenregel" für Impulsströme.Um daseinzuse-
eine Geschwindigkeitsdifferenzliegt. Die Kirchhoffsüe
gewinnt man hierr
Die Problemstellung statischer Anordnungen
strom durch S in I
wird in diesem Aufsatz an Hand von zwei typi-
Zerlegungbietet sir
schenBeispielenerörtert. Das ersteund leichtere
wohldefinierten Kr
ist die bekanntean zwei SeilenhängendeStraßen-
flächen der Drähtc
laterne. Das zweite, etwas kompliziertere ist der
S - in den Raurnl
AuslegereinesBaukrans.BeideProblemewerden
hinein- und ausih
üblicherweisemit Hilfe des Kräftedreiecks oder
desKräftevielecksgelöst.Wir werdenzeigen,daß Die Kontinuitär.l
die Regel vom Kräftevieleck identisch ist mi1 nimmt, wie wir in I
einer,,KirchhoffschenKnotenregel" für Impuls- für statischeAnonü
ströme. Ip: 0
Bei der LösungstatischerProblemein der Impuls- an. Dergesamteh
stromdarstellungtritt eine neue Frage auf, eine sene Fläche S mul
Frage, deren Analogon in der Kräftedarstellung Wenn der Impub I
nicht auf der Hand liegt: ,,WelchenWeg nimmt Abb. 1 Die Gewichtskraftin Seil3 ist gegeben,die Kräfte in den len.etwain Seileno
der Impulsstrom durch die statische Anord- Seilen I und 2 sind zu berechnen. strömt,kannmand
34
hen, betrachten wir zunächst die aus der Elektrizi- (l), auch in der Form schreiben:
tätslehrebekannte analoge Situation. Treffen in n
einem elektrischen Netzwerk mehrere Drähte in z r p( k) :0.
k: I
(2)
einem sogenanntenKnotenpunkt zusammen,so
gilt der Satz: Diese Gleichung wollen wir Kirchhoffsche Kno-
Die Stärke des Gesamtstromsdurch eine se- tenregelfiir Impulsströme nennen. Dabei verste-
ö db Beantwor- schlosseneFläche Sum den Knotenpunkt-ist hen wir hier in der Mechanik unter einemKnoten-
derbetrach- Null. punLrt eine Stelle, an der mehrere Impulsströme
tlnn. zusammenkommen-wie etwaim Falle desLater-
Dies ist die Kirchhoffsche Knotmregel. Meisl nenproblemsder Punkt, an dem sich die drei Seile
wird siein der Form treffen. Während die elektrische Kirchhoffiche
n
L lok\:0. (l) Knote-nregelbesagt, daß eine Summe von skala-
ren Größen gleich Null wird, wird hier die ent-
angeben,wob ei lq(k) die Stärkedes elektrischen sprechendeAussageüber eine Vektorsummege-
Stromsist, der im ken Draht durch die geschlos_ macht. Der Vektor Io (k) gibt dabei die Stärkedes
seneFlächefließt, die man um den Knotenpunkt Impulsstromsan, derim ken Seilbzw. Stabdurch
gelegthat. die um den Knotenpunkt gelegteFläche strömt.
;nöhnlich mit
ü öc an zwei Die Kirchhoffsche Knotenregel ist ein Spezialfall Bei einem Seil oder einem nur auf Zug oder
drr, Abb. 1. der Kontinuitätsgleichung für die elektrische La_ Druck beanspruchten Stabliegt dabei Io (k) paral-
wird nach dung lel zur Seil- bzw. Stabrichtung.Mit Hilfe der am
hdcn Seilen I Ende des vorigen Aufsatzesformulierten Regel
örchKon- d Q r kann man für diesen Fall auch die Orientierune
Ggrichtskraft E:'o' von Io (k) angeben.Ist die um den Knotenpunki
bciden Kräfte Sie bringt die Erhaltungseigenschaftder elektri- gelegteFläche nach innen orientiert, so folgt aus
schen Ladung QrumAusdruck. Da die um den dieserRegel:
Kaotenpunkt gelegtegeschlosseneFläche ,Skei- Bei Zugspannungim kten Seil bzw. Stabweist
fF)-e. ne Quellen oder Senkeneinschließt,ändert sich Io (k) vom Knoten weg, bei Druckspannung
der Wert der Ladung innerhalb des von S um- zum Knoten hin.
klftcdreiecks schlossenenRaumbereichszeitlich nicht :
weil Ikaft- Mit Hilfe dieses Resultats wollen wir nun den
liegen. -dfo: U . Ilisungsgang des Latemenproblems in der Im-
OT pulsstromdarstellung noch einmal zusammen-
Gcr€r Dar-
nurist Wegen der Kontinuitätsgleichung muß dann hängend darstellen.Um die Stromstärkenanee-
Dl,was in der auch die Stärke des GesamtstromJIo durch die ben zu können,legenwir um den Knotenpunkiei
rm Kräfte- Fläche ^SdenWert Null haben: ne geschlossene,nach innen orientierte Fläche"
4tbb.2a.Die drei Seilesind auf Zug beansprucht,
-ßirühoffsche Io:0.
lhdaseinzuse- so daß jeder der drei Vektoren Ie (k), k: 1,2,3
Die KirchhoffscheKnotenregel in der Form (l) parallel zu einem Seil verläuft und vom Knoten
gewinnt man hieraus, indem man den Gesamt_ wegweist. Die Masse m der l-ateme ist bekannt
strom durch S in Tö:ilströme zerleg!. Eine solche
Zerlegungbietet sich an, wenn die Ladung nur in
wohldefinierten Kanälen - nämlich den Schnitt_
fIächen der Drähte mit der geschlossenen Fläche
S - in den Raumbereichum den Knotenpunkt
hinein- und ausihm herausfließenkann.
Kontinuitätsgleichung für den Impuls
?i"
nimmt, wie wir in der Einleitung gezeigtha6en,
für statischeAnordnungen die FöÄ
Ip: 0
an. Der gesamteImpulsstrom durch die geschlos_
sene Fläche ^Smuß also die Stärke Nuil haben.
Wenn der Impuls nur in wohldefinierten Kanä_
Xräfteinden len, etwain Seilenoder Stäbendurch S hindurch- Abb. 2 a) Um den Knotenpunkt wird die nach innen orientierte
Fläche Sgelegt. b) Die Summe der Stromstärkevektoren ist der
strömt,kann man dieseGleichung,in Analogiezu Nullvettor.

35
und damit auch der Betragvon Ip (3):
ät
lIo(3)l:ms.
Mit Hilfe der KirchhoffscheroKnotenregel
Fi,
t Ip(k): o *'..
k:r b;-.
+::
können nun die Stromstärkevektoren I, (1) und I, ä
(2) bestimmt werden,Abb. 2b.
F.
*--
3-

3. KomponentenweiseBehandlungdes =
i.
Laternenproblems
E
*:i

Mit der im vorigen Abschnitt angegebenenKon-


struktionsvorschrift hat man das Laternenpro-
blem gelöst.In der Fassungdes Problemsmittels
Impulsströmen taucht jedoch nun eine ^ßätzli-
che Frage auf: Wie strömt denn der Impuls in der
gesamten Anordnung? Die Antwort auf diese
Fragekannje nach der Höhe derAnsprüchemehr
oder weniger ausführlich ausfallen.
Eine vollständige Beantwortung würde in der An-
gabedes Stromdichtefeldesbestehen.Wie im vo-
rigen Aufsatz gezeigl wurde, kann man dieses
Tensorfeld durch die Angabe der (vektoriellen) Abb. 3 a) Verzweigter elektrischer Stromkreis. b) Die Strich-
breite ist ein Maß für die Stromstärke, die Pfeile geben die
Stromdichtefelder für x-Impuls, y-Impuls und Stromrichtung an. c) Zerlegung desverzweigten Stromkreisesin
z-Impuls veranschaulichen.Der Verlauf von jo, zwei unverzweigte Stromkreise.
jpuund jo"wirde somit die vollständige Antwort
aüfdie oben aufgeworfeneFrageliefern.
Die zweiteVersion,Abb. 3c, ist zeichnerisch et-
In vielen Fällen wird man sichjedoch mit eineret- was bequemer.Hier wird der Stromzerlegtin rtnom, b) z-
was weniger erschöpfendenAntwort begnügen. überlagerte,unverzweigteStromkreise.Jeder
Kann nämlich der Impuls nur in ganz bestimmten Stromkreiswird durch eine geschlossene Linie
Kanälen (Streben,Stäben,Seilen, ...) fließen, so dargestellt. auf denLiniengeben
Die Pfeilspitzen wie das
ist man oft nur daran interessiert,auf welchem wiederAuskunftüberdie Stromrichtung.Da man sondere
Weg, d.h. durch welche Stäbeoder Seile wieviel einer Linie den Stromstärkebetrag nicht ansieht, tendie
vonjeder der drei Impulssortenströmt.Zu diesem muß dieserzusätzlichfür jede Linie angegeben dern
Zweck braucht .der gendue Verlauf der drei werden.
Stromdichtefelder nicht angegebenzu werden, es lVir wolle,n
DiesebeidenDarstellungsmöglichkeiten sollen demnurx-
genügt eine einfachere Darstellung. Wir wollen
nun auf Impulsströmeübertragenwerden.Bei frhren. Die
diese Darstellung des Impulsstromverlaufs zu-
festemKoordinatensystem stelltjedederdreiIm- Darstellung
nächst wieder für den elektrischenStrorn erläu-
pulskomponentenpx,py,pz eine Erhaltungsgröße wurdeAbb.
tern. Abb. 3azeigl einen verzweigtenStromkreis,
dar- genauwie die elektrische Ladung.Die vek- den
bestehendaus einer Batterie und zwei Lampen.
torielle Kirchhffi cheKnotenregel chenden
Die Abbildungen 3b und 3c zeigenzvreiMöglich- n
keiten, den Vedauf dds elektrischen Stroms in Z re&):o
k:l
Flußbilder
Abb. 3a darzustellen. derzweiten
kann daher als Zusammenfassungder drei skala-
In der erstenVersion, Abb. 3b, wird der Weg des Die
ren Knotenregeln
elektrischen Stroms durch breite Striche darge- Vorzeichen
stellt. Die Breite einesStrichsist ein Maß für den : o, :0, :o
Betrag der Stromstärke. Die Pfeilspitzen geben )1^{*1 of,ro,{o) ri,h"{o) nente von
die Stromrichtung an, d.h. die Richtung der aufgefaßtwerden. Damit läßt sich das Strömenje- rä(l) < 0.
Stromdichtefeldlinien. der der drei Impulssorten genauso beschreiben vehorÄ

36
W, r'i.i
Ip,: Ijp,dA,
r----------'---- s
daßjo, im Seil 1 vom Knoten weg weist.
Man kann die Orientierung der Stromlinien auf
ß ?ÄT noch eineandereWeise.nämlich durch ein einfa-
E
D:
1
l
chesGedankenexperimenterhalten:An die Stelle
E
des Knotens wird ein Körper gesetzt.Dann wer-
den alle Stäbe(oder Seile),die zum Knoten füh-
k
ren, durchgeschnitten,bis auf den, für den die
Stromrichtung bestimmt werden soll. Herrscht
G-r I
nun in diesem übrigbleibenden Stab derselbe
B , - t l SpannungSzustand wie vor unseremEingriff, so
. D , 1 \ wird sich der Impuls des Körpers im Knoten än-
dern. Im Fall von Abb. 6 nimmt derx-Impuls des
Körpers ab, der z-Impulszu. Folglich fließt in Seil
t t t D) I x-Impuls von rechtsunten nach links oben und
w .::..i. z-Impuls in die entgegengesetzteRichtung.
x!

In den Abbildungen 4 und 5 erkenntman, daß der


h z-Impulsvon der Laternedurch dasGravitations-
feld zur Erde fließt. Welchen Weg der Impuls-
strom im Gravitationsfeld nimmt, erfordert um-
fangreichere Überlegungen. Impulsstromvertei-

E.: a)
a:i bt Die Strich-
It ?fcilc geben die
Srromtreises in
L:--*-*-----
tE

I -iünerisch et-
Soo zerlegt in
üeise. Jeder
Abb,4 Impulsströme beim Laternenproblem. a) x-Impuls-
strom, b) z-Impulsstrom.
Y'i l l l
ücscne Linie I
I

b Linien geben I
*nng, wie das Strömenvon elektrischerLaduns. Insbe- . l
Daman
sonderekann man für jede der ImpulskoÄponen- --;;;-**l
lnifi ansieht,
ten die beiden oben erwähntenArten von Flußbil-
lIc angegeben
dem angeben
Wir wollen dies für das Laternenproblem, bei
Fötdrcn sollen dem nur x- und z-Impulsströmeauftreten,durch-
!r rcrrden. Bei
führen. Die Flußbilder für lo,und lr,in der ersten
llbdcrdrei Im- c
Eialtung5g'63s Darstellung zeigt Abb. 4. Die Breite der Linien
ltfuS wurde Abb. 2b entnommen.Sie ist jeweils durch
Dievek-
den Betragder x- und z-Komponenteder entspre-
A chendenVektoren 1o(k)gegeben.Abb. 5 zeigt die
Flußbilder für den x- und den z-Impulsstrom in
der zweiten Darstellung.
;&rdrei skala-
Die Orientierung der Linien erhält man aus dem
a Vorzeichen der x- bzw. der z-Komponente des
t I2'&): o entsprechendenlr-Vektors. So ist die x-Kompo-
l-l
nente von I, (1) negativ (siehe Abb. 2b), d.h.
Abb.5 Impulsströme beim Latemenproblem. a) x-Impuls-
lösStrömenje- Io,(l) < 0. Da außerdemder Flächennormalen- strom, b) z-Impulsstrom. Der verzweigte z-Impulsstromkreis
n beschreiben vektor Ä zum Knotenpunkt hin weist, folgt mit *rrrde in zwei unverzrveigte Stromkreise zerlegt.

J I
lungen in Feldern sind das Thema von Aufsatz 6 Problemswird die
diesesHeftes.Es seiaberhier schonerwähnt,daß betrachtet,und ma
der z-Impulsstromnicht, wie es hier der Einfach- einzelnenStreben
heit halber dargestelltist, aus dem Körper nach wiederholtesAnrr,
unten zur Erde fließt. Er fließt vielmehr nach vieleck.Man darl c
oben weg und im Bogen,sozusagen,,außenher- Tragwerksokonstr
um" in die Erde hinein. Der x-Impuls fließt über nur aufZug oder I
die beiden Seile 1 und 2, die Hauswände und beanspruchtwerde
durch die Erde in einem unverzweigtenStrom- in jeder Strebepa
kreis. Die Erde erfährt dabei eine Druckbean- Man erkennt das
spruchung. chungendaran. d.
Kran fest verschg
tenpunkte durch (
daß sich dadurcha
4. Der Kranausleger etwasverändem* I
Auch bei diesem I
Abb. 6 Um die Stromrichtungin Seil I festzustellen,setztman
in Gedankenin den Knoten einenKörper und trennt die Seile2
weg in der Impuls
Ein etwas komplizierteres Beispiel einer stati dem klassischen Li
und 3 durch. Aus der Impulsänderung des Körpers schließt
man, daß in Seil I x-Impuls von rechtsunten nach links oben schen Anordnung stellt der Kranausleger von terpretationist * ier
fließt und z-Imoulsvon links oben nach rechtsunten. Abb. 7a dar. In der üblichen Darstelluns dieses Lösung,nämlichdi

a)
a)

b)
b)

I
- -!-:

it i
l
l_-_i
Abb. 7 a) Das Gewicht desam KranauslegerhängendenKörpers ist bekannt; Stärkeund Richtung der Impulsströmein den Streben2
bis I I sollenberechnetwerden.b) Aufjeden der Knotenpunkte A bis F wird die KirchhoffscÄe
Krotenregel angewendet. Abb.8 Impulsströme:

38
Thcma r on Aufsatz6 Problemswird die Masse ru der Last als bekannt den Streben2 bis 11, durch mehrfache Anwen-
er shon enr ähnt,daß betrachtet,und man fragt nach den Kräftenin den dung der KirchhoffscherKnotenregel. Man kon-
r<6 hier der Einfach- einzelnenStreben.Die Lösung erhält man durch struiert für sämtliche Knoten das Impulsstrom-
ru-.dem Körper nach wiederholtes Anwenden der Regel vom Kräfte- dreieck bzw. Impulsstromviereck, wobei man
tlrcth rielmehr nach vieleck.Man darf dieseRegelanwenden,weil das rechtsmit Knoten A beginnt und dann Schritt für
ltuäsen ..außenher- Tragwerksokonstruiertist, daß sämtlicheStreben Schritt nach links weitergeht.
r r-lmpulsfließtüber nvr auf Zug oder Druck, nicht aber auf Biegung
DieseKonstruktionen sind in Abb. 7b dargestellt.
dr< Hausuändeund beanspruchtwerden. Daher liegt der Kraftvektor
Die Zahl an jedem Stromstärkevektorgibt an, in
rnrcrz*eigten Strom- in jeder Strebeparallel zum Verlauf der Strebe.
welcher Strebe der entsprechendeImpulsstrom
fier lrne Druckbean- Man erkennt das Fehlen von Biegebeanspru-
fließt. JedeZahl taucht in zwei Impulsstromviel-
chungen daran, daß man die bei einem echten
eckenauf, da jede Strebezwei Knoten miteinan-
Kran fest verschweißtenoder vernieteten Kno-
der verbindet. Die beiden, mit der gleichen Zahl
tenpunkte durch Gelenke ersetzenkann, ohne gekennzeichnetenStromstärkevektorensind stets
daß sich dadurch an der Stabilität desTraewerks
entgegengesetztgerichtet, denn die beiden Flä-
etwasverändem würde.
chen, auf die sich diese Stromstärkevektoren
Auch bei diesem Problem stimmt der Lösungs- beziehen,sind zumjeweiligen Knoten hin und da-
weg in der Impulsstrom-Darstellungformal mit mit entgegengesetztzueinander orientiert. Wir
Bcr'prel einer stati- dem klassischen Lösungswegüberein,nur die In- wollen das Problem nun komponentenweisebe-
r Lr-anausleger von terpretationist wieder eineandere.Man erhält die handeln,da man sobeim Kranauslegerbesonders
:n []antellung dieses Lösung,nämlich die Stärkender Impulsströmein anschaulicheResultateerhält.

a)

b)
qrf

F-?l

l\t

i
I
I
_ _!__
t l
t
t
l
l
t-f -
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l l l l
L---J
l l
L_J
gt.:s<:-i=: in den Streben 2
F rja. andet. Abb. 8 Impulsströmeim Kranausleger.a) z-Impulsstrom,b) x-Impulsstrom

39
Wir beginnen mit dem Strom des z-Impulses.In Die zweiteVersionder Darstellung desx- und des
dem auf Zug beanspruchtenSeil fließt der z-lm- z-ImpulsstromszeigtAbb. 9.
puls in die negativez-Richtung.Da in sämtlichen Der x-Impulsstrom bildet einen Stromkreis,der
waagrechtenStrebendes Auslegersdie z-Strom- durch die Halterung des Auslegers geschlossen
stärkegleich Null ist (sieheAbb. 7b),kann der z- wird. Dies erkenntman besondersgutowenn man
Impuls nur in den Diagonalstrebenfließen, Abb. den symmetrischenKranauslegervon Abb. l0 be-
8a. Da keine Verzweigungenvorhandensind, hat trachtet. Man sieht, daß im Tragwerk x-Impuls-
der z-Impulsstromüberall die gleicheStärke. Kreisströme ,,angeworfen" werden, damit der
Unter Verwendung der in Abschnitt 2 angegebe- durch das Gewicht verursachtez-Impulsstromim
nen Regel über die Orientierung von lo(k/ bei AuslegerdesKrans in x-Richtung fließen kann.
Knoten kann man Abb. 7b den Spannungszu- Abb. 10 Der Kranauslcg
stand aller Strebenentnehmen.Man erkennt ins- .rc-Impulsstrom-Vertei
lung
besondere,daß die oberen waagrechtenStreben
auf Zug und die unteren auf Druck beansprucht
sind. Damit fließt x-Impuls in den unteren Stre- 5. Der auf Biegung beanspruchte Balken
Gewicht bedingte z-
ben nach rechtsund in den oberennachlinks. Für
Richtung fließen, ur
die Angabe des kompletten Flußbildes des x-Im-
pulsstromsfehlen nun nur noch die Beträgeder Betrachtetman anstelledes Kranauslegerseinen im Balken x-Impu
einseitig eingespanntenBalken, an dem ein Ge- werden,Bild 11.Dit
Stromstärkein den einzelnenStreben.Auch diese
kann man aberAbb. 7b entnehmen.Das vollstän- wicht hängt,so kann man den Spannungszustand seitedesBalkensauf
des Balkensdurch die ebenangestelltenÜberle- Zug beanspruchtisr
dige Ergebnisfür den x-Impuls ist in Abb. 8b dar-
gungenverstehen.Auch hier muß der durch das von rechtsnach linl
eestellt.
stärker.
Der Kranauslegerst
a) tes Modell einesho
einfacht deshalb.we
res Stromdichtefeld
fließen durch wohld
ben des Tragwerks)
ein kontinuierliches
t-------- ---__--_ -\ Stromlinien laufen n
richtune.

b)

Abb. 9 Impulsströmeim Kranausleger.a) z-Impulsstrom,b) x-Impulsstrom.

40
unddes ' ' . .:

heis. der
gcschlossen
Itnnman
l0 be-
r-Impuls-
demit der
1m
kann.
Abb.10 Der Kranausleger von Abb. 7a wurde durch einen zweiten. svmmetrischen Ausleger ergänzt. Das Bild zeigt die
r-Impulsstrom-Verteilung.

Belkm
Gewicht bedingte z-Impulsstromim Balken in x-
Richtung fließen, und das ist nur möglich, wenn
elnen im Balken x-Impuls-Kreisströme angeworfen
dcm ein Ge- werden, Bild I I . Dies führt dazu, daß die Unter-
nd seitedesBalkensauf Druckund die Oberseiteauf
Überle- Zug beanspruchtist. Diese Beanspruchungwird
&durch das von rechtsnach links bis zur Auflage hin immer
stärker.
Der Kranauslegerstellt demnach ein vereinfach-
tes Modell eines homogenen Balkens dar - ver-
einfachtdeshalb,weil beim Tragwerk ein singulä-
res Stromdichtefeld vorliegt: Die Impulsströme
fließen durch wohldefinierte ,,Kanäle" (die Stre-
ben des Tragwerks).Der Balken dagegenbesitzt
ein kontinuierliches Impulsstromdichtefeld, die
Abb, 11 In einem auf BiegungbeanspruchtenBalken werden,
Stromlinien laufen nicht nur parallel zur Balken- genausowie im Kranausleger,:c-Impuls-Kreisströme angewor-
richtung. fen. Siesind kontinuierlich über den Balkenverteilt.

-1
I
I
I
J

4l
W. Stöfiel

Die Rolle der Energie in der Mechanik

1. Einleitung von einemeinfachenBeispielausdem Alltag aus.


Eine schwereKiste werde auf horizontalem Bo-
den mit konstanter,Geschwindigkeit gezogen.Die
In den erstenbeidenAufsätzendiesesHefteswur- Erfahrung lehrt, daß dazu Energie notwendig ist.
de gezeigl,daß die Mechanik bei der Wahl der Um den Transport von Impuls und Energie bei Abb.lb ElektriscL
die von einem elclü
Größen Impuls und Impulsstrom als primäre diesemVorgangzu dernonstrieren,ist esnützlich, riezur Lampe.
Größen (anstelleder herkömmlichen Grundgrö- die Energiequelle und den Energieempfänger
ßen Masse, Geschwindigkeit und Kraft) analog deutlich voneinander zu trennen (Abb. 1a). Als
zur Elektrizitätslehre aufgebaut werden kann. Energiequelle dient ein Mensch, der mit Hilfe stromfließenh
Dabei entspricht dem Impuls die elektrischeLa- einer Kurbel ein Seil auf eine Rolle wickelt: das wir sagen,derE
dung, dem Impulsstrom der elektrische Strom. andere Ende des Seils ist an der Kiste befestigt. niger Energieä
Diese Analogie wird auch im folgenden benutzt, Empfänger der Energie ist nicht, wie man im er-
weil sie dem mit der Elektrizitätslehrevertrauten sten Moment glauben könnte, die Kiste - jeden- Welcher Träga
Leserden Zugangzu der neuen und damit unge- falls nicht, wenn sie sich, wie angenommen, die Energie vor
wohnten Darstellungder Mechanik erleichtert. gleichförmig bewegt -, sondern ein dünner Be- tiert? Der Verd
Die Analogie zwischen Mechanik und Elektrizi reich zwischenKiste und Boden. Dieser Bereich len, fällt aufder
tätslehreist allerdings insofern nicht perfekt, als nimmt die Energieauf, was sich dadurchbemerk- Seil eingebarü
der Impuls ein Vekfor, die elektrische Ladung bar macht, daß er erwärmt wird. Man sagt,esent- mehrEnergier
hingegenein Skalar ist. Entsprechendverhält es stehtReibungswärme. kunde abgeben
sich mit der ImpulsstromstärkeI, und der La- Boden eine p\
Die Energiefließt von der Quelleüber dasSeilzur
dungsstromstärkeIg (elektrische Stromstärke). dient als Rüd
Kiste. Die Erfahrung lehrt nun, daß Energie nie
Die Mechanik hat demnach von Natur aus eine Strom ja einen
allein von einem Ort zu einem anderen strömt.
kompliziertere Struktur als die Elektrizitätslehre. solangesich ni
sondern daß stetsmindestenseine weitere men-
In einer Einftihrung, der esnur auf die prinzipiel- genartigephysikalischeGröße gleichzeitigmit ihr also ihre Gesd
len Zusammenhängeankommt, kann man diese puls nicht ändr
fließt. Diese Tatsachegibt Anlaß zu einem an-
Komplikation aberumgehen,indem man sichzu- wirdsichderk
schaulichen Bild des Energietransports[1]: Wir
nächstauf eine der drei KomponentendesImpul- der durch den
sagen,die Energiewird von diesermengenartigen
sesbeschränkt. mendeImpulsl
Größe von einem Ortzum anderengetragen.Die
der Fall, und r
Die Aufsätze I bis 4 befassensich mit dem Impuls gleichzeitigmit der Energieströmendemengenar-
Geschwindigk
und dem Impulsstrom. Es mag den Lesergewun- tige Größe nennenwir deshalbauch den Energie-
dafür wird in A
dert haben, daß in diesen Aufsätzen der Begriff tniger.Daß bei gegebenerStromstärkedes Ener-
Energie überhaupt nicht vorgekommen ist, gieträgersein größereroder ein kleinerer Energie- Abb.lbzeigtd
währendin der herkömmlichepMechanik die Be- Abb. la daqg
griffe Impuls und kinetische Energie fast wie Energiequelle i
Zwillinge erscheinen, die beide mit Hilfe der eine Lampe. D
Grundbegriffe Masseund Geschwindigkeitdefi- giestrom von I
niert werden.Im Gegensatzdazuwird die Energie dungsstrom fli
in dem hier vorgestelltenAufbau der Mechanik pe zurück zur X
analog wie der Impuls als Grundgröße einge-
führt.
Die Energie ist keine spezifisch mechanische 2. Die Stärk
Größe; denn sie spielt in allen Gebietender Phy-
getragelu
sik eine gleichermaßenwichtige Rolle. Hier geht
esum die Rolle der Energiein der Mechanik, ins-
besondere um den Zusammenhang zwischen Abb. la Beim Betätigender Winde fließt En€rgievon der Ener- Mit Hilfe eir
Energiestromund Impulsstrom. giequelle ,,Mensch" durch das Seil in den Energieempfänger
,,Kiste" (strichpunktierte Linie). Diese Energie wird von einem
zeigen,daß di
Um herauszufinden,wie Impuls- und Energie- (geschlossenen) Impulsstromgetragen;seinVerlaufist durch ei- tional ist zur t
strom miteinander zusammenhängen,gehen wir ne gestrichelte Linie angedeutet. stroms. Hierz

42
Alltag aus.
Bo-
gczogen.Die
Uwendigist.
rd Energie bei Abb. lb ElektrischesAnalogonzu Abb. la. Hier fließt Energie,
Abb.2a Die Ströme von .x-Impulsund Energie teilen sich im
die von einem elektrischen Strom getragen wird, von der Batte-
irr esnützlich. rie zur Lampe.
Knotenpunlt Kin zwei gleich starke Ströme aü (Kirchhoffsche
Knotenregel). Daraus schließt man, daß die Stärke des Energie-
(Abb. la). Als stroms der Impulsstromstärke proportional ist.

dcr mit Hilfe


strom fließen kann, drückenwir dadurch aus,daß
wickelt: das
wirsagen,der Energieträgerseimit mehr oderwe- zwei Kisten, deren Zugseile im Knotenpunkt K
Kirle befestigt.
niger Energie beladen. zusammengeführtwerden. Eine Querstange Q
tic man im er-
spreizt die beiden Seile, so daß die Kisten in ei-
Kise - jeden' Welcher Träger hat nun in unserem Experiment
nem festenAbstand parallel zueinanderüber den
Dgenommen, die Energievon der Seilwindezur Kiste transpor-
Boden gezogenwerden können.
cir dünner Be- tiert? Der Verdacht, hier die Trägerrolle zu spie-
f,*x€r Bereich len, fällt auf den Impuls; dennje stärkerdie in das Am Knotenpunkt K venweigen sich die von der
bemerk- Seil eingebaute Federwaagegedehnt ist, desto Winde kommendenStrömedesImpulsesund der
sagt,es gnt- mehr Energiemuß der kurbelnde Menschpro Se- Energie.Da für den Impuls p,und die Energie E
kunde abgeben.In diesemExperiment spielt der Erhaltungssätzegeltenund sich weder p, noch E
Boden eine physikalisch sehr wichtige Rolle: Er im Knotenpunkt anhäufen können, gilt die aus
Seilzur
dient als Rückleitung für den Impuls, dessen der Elektrizitätslehre bekannte Kirchhoffsche
Energienie Knotenregel: Die Summeder Stromstärkender in
-dficn strömt, Strom ja einen geschlossenenKreis bilden muß,
solangesich nirgends Impuls anhäuft, die Kiste den Knoten hineinlaufendenStrömeist gleichder
ldtere men-
also ihre Geschwindigkeit und damit ihren Im- Summe der Stromstärkender aus dem Knoten
mitihr
puls nicht ändert. Beim Betrachten der Abb. la herauskommendenStröme. Das gilt für Impuls-
a anem an-
wird sich der Leservielleichtfragen,ob nicht auch und Energiestrom genausowie für den elektti-
[]: Wir schen Strom. In Abb. 2ahaben sowohl die Im-
igen der durch den Boden zur Seilwinde zurückströ-
mendeImpuls Energiemit sich trägt. Das ist nicht pulsstromstärkenals auch die Energiestromstär-
gaagm.Die
der Fall, und zwar deshalb, weil der Boden die ken in den beiden zu den Kisten laufenden Seilen
mengenar-
Geschwindigkeit I u | :0 hat. Eine Begründung aus Symmetriegründen denselben Wert. Nach
h Energie-
dafür wird in Abschnitt 2 gegeben. der Kirchhoffschen Klotenregel sind dann
des Ener-
Impuls- und Energiestromstärkein dem vom
Energie- Abb. lb zeigtdas elektrischeAnalogon für den in
Knotenpunkt zur Winde führenden Seil genau
Abb. la dargestellten mechanischen Vorgang.
doppelt so groß wie in jedem der zu den l(isten
Energiequelleist hiet' eine Batterie, Empfänger
führenden Seile.Da dieseÜberlegungfürbeliebi-
eine Lampe. Der Ladungsstromträgt den Ener- ge Stärken der beiden Ströme gilt, folgt daraus,
giestrom von der Batterie zur Lampe. Der La-
daß die Energiestromstärkeder Impulsstromstär-
dungsstromfließt durch die ,,Erde" von der Lam-
ke proportional ist:
pe zurückzur Batterie.
In- Ip, (l)
Aus den physikalischenDimensionenvon 1r,und
16siehtman sofort, daß der Proportionalitätsfak-
2. Die Stärke des von einem Impulsstrom tor die Dimension einer Geschwindigkeithaben
getragenen Energiestroms muß. Diese Geschwindigkeit stellt ein Maß dar
für die Beladung des Impulsstromsmit Energie;
denn je größer der Proportionalitätsfaktorin (1)
Mit Hilfe einer Stromverzweigung kann man ist, destogrößerist der von einem gegebenenIm-
zeigen,daß die StärkedesEnergiestromspropor- pulsstrom getrageneEnergiestrom,oder anders
tional ist zur Stärke des ihn tragenden Impuls- ausgedrückt: Desto stärker ist der Impulsstrom
stroms. Hienu betrachtenwir Abb. 2a. Sie zeiet mit Enereiebeladen.

43
3. Energiesp

Bei dem im vor


benen Experim
Übergangvon d
getragene Ener
nämlich auf E
Abb. 2b ElektrischesAnalogon zu Abb. 2a. Wie in der mecha- Abb. 3a Die Kiste wird mit einem Flaschenzugüber den Boden man: ,,Die Ena
nischen Anordnung von Abb. 2a teilen sich der elektrische gezogen.Der Impulsstrom ist nur dann von einem Energiestrom gewandelt". Da
Strom und der Energiestrom am Knotenpunkt K in je zwei begleitet,wenn das Seil,in dem beide Strömefließen,sich (rela- lichkeit, wie ein ,
gleich starke Teilströme auf. tiv zum Beobachter)bewegt.Die Geschwindigkeitdes Seilsist
die ProportionalitätskonstantezwischenEnergie-und Impuls-
Energie loswen
stromstärke. die Energie auc
Abb. 2b zeigt wieder das elektrischeAnalogon.
schenSystemat
Auch hier ist die Energiestromstärke(herkömm-
rend er selbstwl
lich Leistung genannt und mit Pbezeichnet) der
lich, daß derTrä
Trägerstromstärke, nämlich der elektrischen
schen Systemel
Stromstärke, proportional. Das Beladungsmaß
auch der Träge
ist die Spannungzwischenden Leitungenund der
wird.
Erde. Für den Energiestromgilt dann die vertrau-
te BeziehungIr: U IO
Die Feder
Um welche Geschwindigkeithandelt es sich bei
dem Proportionalitätsfaktorin (l)? Um daszu er- Als erstes Beis
kennen, führen wir den Versuch mit der Kiste speichert,betra
noch einmal aus, diesmal aber mit einem die Dehnung e
:'.', " ,.. ,r'LIr{9l'Y ::.=. . . , . : ' .: r . . . . i r : . , . , , r, " , ' Elektromotors r
Flaschenzug.Abb. 3a zeigt die Anordnung mit
Angabe der Impulsstromstärken und der Ge- Abb. 3b ElektrischesAnalogonzu dem in Abb. 3a dargestellten dient. Das recht
schwindigkeiten,mit denen sich die Seile bewe- Flaschenzug.Die Funktion der Rolle übernimmt hier die Kom- schwindigkeit r
gen. Im oberen und im unteren Teil des über die bination Motor-Generator, die die zur Geschwindigkeitder Sei- daslinke Ende r
le des FlaschenzugsanalogeGröße, nämlich die (elektrische) Erde verbunden
Rolle laufenden Seils fließt jeweils ein Impuls- Spannung,um den Faktor 2 herabsetzt;gleichzeitigwird die
strom der Stärke Ie,/2. Beide Ströme vereinigen Stromstärkeum den Faktor 2 vergrößert.Der Energiestromvon der seider Stärt
sich in der Rolle zu einemImpulsstrom der Stärke der Batterie über den Motor und den Generator zur Lampe der durch siehir
Io, (KirchhofßcheKnotenregel),der dann wie im bleibt dabeikonstant. kescheFeder):
erstenExperimentzur Kiste strömtund durch den
Bodenzurückfließt.Im Gegensatzzum erstenEx- Gegenstands ist, in dem dieser Impulsstrom
periment teilt er sich aber im Boden in je Io,/2 fließt. Wenn man das Produkt aus Geschwindig-
auf, um zu den beiden Enden des über die Rolle keitseinheitund Impulseinheit als Energieeinheit
führenden Seilszu strömen. Die Kiste wird, wie wählt" kann man also schreiben:
vorher, mit der Geschwindigkeit u, bewegt. Aus
Io: DJp,. (2)
geometrischenGründen muß'das Seil aber jetzt
mit derGeschwindigkeit2u,auf die Winde gewik- Mißt man die Geschwindigkeitin Meter/Sekun-
kelt werden. Der untere Teil des über die Rolle de, den Impulsstrom in Huygens,/Sekun-
laufendenSeilshat natürlich die Geschwindiekeit de : Newton, so erhält man den Energiestromin
Null. Joule/Sekunde : Watt.
Das an der Kiste befestigteSeil hat die Geschwin- Abb. 3b zeigt wieder das elektrischeAnalogon zu
digkeit D", der in ihm fließende Impulsstrom der Abb. 3a. Die Funktion der Rolle wird von einem
Stärkele,trägt einen Energiestromder StärkeIE. Umformer. nämlich einer Kombination aus Mo-
Das zur Winde führende Seil wird von einem nur tor und Generator übernommen. Er setzt die
halb so starken Impulsstrom 1r,,/2 durchflossen, Spannung 2 U an der Batlerie auf die Spannung U
der aber denselbenEnergiestromträgt, also dop- am Generator herab, vermindert also das Bela- Abb,4 EineFedcrr
pelt so stark mit Energie beladen ist. Die Ge- dungsmaßumeinenFaktor2wie die Rolleimme- wobei ein Impulsor
fließt. Das Diagrar
schwindigkeit diesesSeilsist aber ebenfallsdop- chanischenVersuch.Entsprechendwird die elek-
Impulsstrom geürtl
pelt so groß wie die des an der Kiste befestigten. trische Stromstärke 19 um den Faktor 2 vergrö' weil dort das Encq
Daraussiehtman,daß dasEnergiebeladungsmaß ßert. Die Energiestromstärkebleibt dabei unver- digkeit der Fedcr, I
des Impulsstroms hier die Geschwindigkeit des ändert. (ro : Länge der Frd

44
3. Energiespeicher Ip,(x) : D (x-xs). (3)
Der von rechts in die Feder fließende Impuls-
strom ist mit Energie beladen, nämlich gemäß
Bei dem im vorhergehenden Abschnittbeschrie- seinem Beladungsmaß u,. Er trägt also einen
b.enen Experiment lädt der Impulsstrom beim Energiestromder Stärke In: DJp*in die Feder
Ubergangvon der Kiste zum Boden die von ihm hinein. Der Impulsstrom durchfließt die Feder
getragene Energie auf einen anderen Träger,
und verläßt sie an ihrem linken Ende mit dersel-
nämlich auf Entropie um. Herkömmlich sagt ben Stärke,die er beim Hineinfließen gehabthat.
fugübcrdenBoden man: ,,Die Energie wird in Reibungswärmeum- Jetzt ist der Impulsstrom aber nicht mehr mit
llc[r Energiestrom gewandelt". Das ist aber nicht die einzige Mög- Energiebeladen,denn das Beladungsmaßam lin-
bcflrBcn. sich(rela- lichkeit, wie ein Impulsstromdie ihm aufgeladene
tht4tcir des Seilsist ken Ende der Feder, nämlich die Geschwindig-
r Ercrgic- und Impuls- Energie loswerden kann. Der Trägerstromkann keit, ist dort ja Null. Der von rechtsin die Feder
die Energie auch in einem geeignetenphysikali- hineinfließende Energiestromist im Innern der
schenSystemabladenund darin speichern,wäh- Feder,,versickert";mit anderenWorten: Der Im-
rend er selbstweiterfließt. Schließlichist es möe- pulsstromhat in der Feder die von ihm getragene
lich, daß der Trägerstromselbstin dem physikal, Energie abgeladen; die Feder speichert diese
schen Systemendet, d.h. daß außer der Energie Energie,während der Impulsstrom weiterfließt.
auch der Träger in diesem System gespeichert
wird. Wir fragen nun nach dem quantitativen Zusam-
menhang zwischen der in der gespanntenFeder
gespeichertenEnergieund dem durchfließenden
Die Feder Impulsstrom oder der Dehnung der Feder. Von
Als erstes Beispiel eines Systems,das Energie rechtsfließt nach(2) der Energiestrom
speichert,betrachtenwir eine Feder.In Abb. 4 ist
die Dehnung einer Spiralfeder mit Hilfe eines Ir: DJp,:f,n6-ro1 (4)
Elektromotors dargestellt,der als Energiequelle
lilb -r:darBestellten dient. Das rechteEnde der Federwird mit der Ge- in die Federhinein. Im letztenSchrittvon (4) wur-
brhicrdieKom- schwindigkeit u, nach rechts bewegt, während de (3) benutzt. Dieser Energiestromfihrtzur Zu-
t-*r-d;*eit der Sei_ daslinke Ende der Federruht. weil esfest mit der nahmeAEder Energieder Feder:
E d. telektrische)
t l.-.*l?itiS wird die
Erde verbundenist. Die Dehnung(x-xo) der Fe- t x
l'Dr Erqiesrrom von der seider StärkedesImpulsstromsproportional, LE:lrEdf:l D@-$dr
0 x o
t Gcarror zur lampe der durch siehindurchfließt (,,lineare" od,erHoo-
kescheFeder\: : jD( x.- n ) ' : 1..
(5)
2DIi..
llr lmpulsstrom Die Federnimmt also den Energiebetragauf :
-Geschwindig- (D,
-Eaergieeinheit I V\x-h)', (6a)
l:

(2)
AE:
1', ,,
I zP' n'
(6b)

lL Macr/Sekun- Für ÄE ist der Name ,,Spannungsenergie"ge-


llrygens/Sekun- bräuchlich. Manchmal wird damit die Vorstel-
rErgiestromin lung verbunden,eshandle sich dabei um einebe-
sondereArt gespeicherterEnergie.Das istjedoch
iLAnalogonzu nicht der Fall. Das Wort Spannungsenergiebe-
bütd von einem zeichnet nicht eine besondereArt von Energie -
lirion aus Mo- denn die gibt es gar nicht -, sondem gibt an, daß
E- Er setzt die ein Energiebetragin einem bestimmten physi-
:.,:%.::::fi kalischenSystem,nämlich der Feder,gespeichert
föcSpannung U
rl *o das Bela- ist,demunausgesprochen nurbestimmteZustands-
Abb. 4 Eine Federwird mit Hilfe einesElektromotorssedehnt.
böcRolleimme- wobei ein lmpulsstrom von rechts nach links durch dle Feder änderungen, nämlich Dehnung und Kompres-
dsirddieelek- fließt. Das Diagramm im unterenTeil zeigt,wie der von diesem sion (bei konstanter Temperatur) erlaubt sind.
Impulsstrom getragene Energiestrorn in der Feder versickert,
Frlcor 2 vergrö- weil dort das Energie-Beladungsmaß, Daß die gespeicherteEnergienicht von besonde-
nämlich die Geschwin-
hfrr dabei unver- digkeit der Feder, nach links auf den Wert Null abnimmt. rer Art ist, zeigl sich daran, daß man die durch
(rb : Längeder Federim entspanntenZustand) Spanneneiner FederzugeführteEnergieauch auf

45
t t Ä v
andere als ,,mechanische"Art, etwa durch Tem- A E : J r -E d f : 1 r , " # d f :Io,x, (7) Die Spule
pern oder Auflösen in Säure, der Feder wieder ö ö "st
Ebensowie &
entziehenkann. DieseTatsacheläßt sich am Kon- ein Energiesp
wobei .x den zur Zeit I erreichten Plattenabstand
densator,dem nächstenBeispiel für einen Ener- Verwendung I
bezeichnet.Erweitert man die rechteSeitevon (7)
giespeicher,einfacherund deutlicherzeigen.Des- genschaftgew
mit dem FlächeninhaltI der Plattenund beachtet
halb wird hier nicht näher daraufeingegangen. gedrängtdurd
man, daß A .x : Z das Volumen des von den
PlattenbegrenztenRaumstücksist, so besagt(7), sipierten Ener
daß drücken und d
Der Kondensator Energiespeich
t
LE:+V: i,_V, (8) muß man sid
Auch der Kondensator ist ein Energiespeicher. A J l x '
nen. Mit eine
Ihm kann die Energie nicht nur ,,elektrisch", d.h. im Raum Zwischenden Platten ist die Im- Überlegungen
nämlich mit dem Träger Ladung zugeführt und pulsstromdichtej o,- die,,Zugspannung"im elek- lich wiederhol
entzogenwerden, sondern auch ,,mechanisch", trischen Feld - gleich der Energiedichte. (8) halten,betracü
nämlich wie der Federmit dem Träger Impuls. macht eine weitere sehr anschaulicheAussage: dem so gebau
Wir denken uns einen Plattenkondensator.des- Die beim Auseinanderziehender Platten in den beim Strom Ig
senmit * Qund - Q geladenePlatten einen sehr Kondensator strömende Energie wird immer Nun hat ein su
kleinen Abstand haben. Die Ladungen befinden gerade in dem hinter der bewegten Platte neu schaft. den m
sich räumlich sozusagenam selben Ort, so daß erzeugtenRaumstück gespeichert,während die ihn, d.h. dieA
kein elektrischesFeld .Evorhandenist. Nun mö- bereits vorher vorhandene Energiedichte nicht faßten,B-Linie
gen mit einer Anordnung, wie Abb. 5 siezeigt,die geändertwird: Die Energiewird im neu geschaf- Folge, daß be
Plattenmit der Geschwindigkeitu, auf den endli- fenen Feld deponiert. Spulenteileda
chen Abstand x auseinandergezogenwerden. klein ist gege
Ganz anders ist es dagegenbei der Hookeschm
Während diesesganzenVorgangs fließt ein Im- bleibt auch de
Feder: Bei ihrwird die zu jederweiterenDehnung
pulsstrom vom Motor durch die mechanische Impulsstromd
aufgewendete Energie immer wieder über die
Verbindungzur rechtenKondensatorplatte,dann zum Kondensr
- da sich nirgends Impuls anhäuft - durch das ganze Feder verteilt.
elektrische Feld des Kondensators zur linken Dem Kondensator ist nicht anzusehen,ob die in Ir": ir"A: (i
Platte und von dort durch die Erde zurück zum ihm gespeicherteEnergie in der geschilderten I

Motor. Die Stärke 1o, dieses Impulsstroms ist ,,mechanischen"Weisezugeführt wurde oder ob DabeimAusei
unabhängig von ,r, solange der Abstand x der das ,,elektrisch" geschehenist, indem man die Impuls angehä
Platten klein ist gegendie Ausdehnung der Plat- Kondensatorplattenmit einer Batterieverbindet. nen geschloss
ten senkrechtzu x. Mit dem Impulsstrom fließt In diesem Fall ist die Ladung der Energieträger, ten Spule durd
ein Energiestrom Is : u,Ip, vom Motor zum der im Gegensatzzum Impuls ebenfalls gespei- und von dort t
Kondensator. Im Kondensator wird die Energie chert wird. Geschiehtletzteresbei x: const., so zurück zum M
abgeladen,da die linke Platte des Kondensators findet man LE : QU/2, wobei Udie elektrische der Geschwin
die GeschwindigkeitNull hat, der dort fließende Spannungzwischenden Plattenist. Mit Hilfe der Impulsstrom
Impulsstrom also keine Energie trägt. Der im durch C : Q/U defrnierten Kapazität eines Kon- IB: Urlorvom
Kondensator gespeicherteEnergiebetragist so- densatorskann man dieseFormel in einevertrau- spulenbesteh
mit tere Gestaltbringen:

(Q2 (9a)
2:
^E:)
(eb)
li,u,
Die Betrachtungenzqigen,daß man der in einem
Kondensator gespeichertenEnergie nicht anse-
hen kann, wie, d. h. mit welchemTrägersiein den
Kondensatorgelangtist. Wenn man trotzdemvon
,,elektrischer"Energiespricht,so läßt sich dasnur
dadurchrechtfertigen,daß ,,elektrisch"nicht eine
besondereEnergie bezeichnet,sondern nur den Abb.6 Die Auftn
Abb,5 Ein Kondensator mit variablem Plattenabstand.Die
Anordnung gestattet,dem elektrischen Feld zwischen den Kon-
Namen desjenigenSystems,in dem die Energie anderbeweglicL'l
densatorplatten Energie mit dem Träger Impuls zuzuführen. gespeichertist, nämlich das elektrischeFeld des giemitdemTrä;r
Man beachtedie Analogiezur Federin Abb. 4. Kondensators. in Abb.5 gezeigf

46
. +x, (7) Die Spule nauer: in dem beim Auseinanderziehender bei-
Ebenso wie der Kondensator ist auch die Spule den Spulenteileneu geschaffenenZwischenraum
br Planenabstand ein Energiespeicher.Allerdings wird bei der zwischen den sich voneinander entfernenden
)lücSeitevon(7) Verwendung normalleitenden Drahtes diese Ei- Spulenenden)wird der EnergiebetragA,Egespei
lbundbeachtet genschaft gewöhnlich etwas in den Hintergrund chert:
'r .
h:n
Ftr
dcs von den
(7),
- b€sast
gedrängtdurch denzum BetriebnotwendieJndis-
sipierten Energiestrom. Um letzteren zu-unter-
Ar
u':
l
t*
dx
dr dt': 4*:ffi.a,
drücken und damit die Eigenschaftder Spuleals @2
: _ Y
Energiespeicherdeutlich hervortretenru lasse.r, 2u'oA'"' (l l)
i (8) muß man sich supraleitenden Materials bedie-
Hierin ist @ der (bei dem Vorgang konstant blei_
Len. Mit einer derartigen Spule lassensich die bende) magnetischeFluß. Beachtetman ferner.
lhcn ist die Im- Uberlegungenzum Plattenkondensatorfast wört-
elek- lich wiederholen.Um ein homogenesFeld zu er_ daß der Selbstinduktionskoeffizienteinerlangen
Fpng'im
(S) halten,betrachtenwir einelange Spule,die außer- Spule gegebenist durch L: p,sN2A,4,wobei trf
f:4itdichte.
Aussage: dem so gebaut sei, daß ihr Auseinanderziehen die Windungszahl.Pnd/die Länge der Spule ist,
lrlcbe
l& ?lanen in den beim.Strom1O: 0 keine Energiekostet (Abb. 6). so ergibt sich als Anderung der Selbstinäuktion
wird immer Nunlat ein supraleitenderStromkreisdie Eigen- durch Auseinanderziehen dL: _(1tsN2A/p)d,l
fL : -@,sN2A,/P)x: -(I?/ p,sN2A)x. Somit ist
latca Platte neu schaft, den magnetischenFluß (D : BA dirch
nach(l l)
tst, rährenddie ihn, d.h. die Anzahl dervon dem Stromkreisum-
ts[icdichte nicht faßten ,&Linien, konstant zu halten. Das hat zur
d E :- N # o " ,
!b oeugeschaf- Folge, daß beim Auseinanderziehender beiden (r2)
Spulenteiledas B-Feld konstant bleibt, solangex
oder integriert
iu Hooktrrh* klein ist gegen den Spulendurchmesser.Dimit
irlrtaDehnung
bleibt auch der vom Motor zur Spule fließende
Impulsstrom der Stärkelrrkonstant, denn analog
LE:E-Eo:ry (13)
I *der überdie zum Kondensatorgilt hier Dabeiist .fr dieEnergiederSpulebei@: 0. Ver-
ob die in trauterwird demLeserderAusdrucksein
Io*: jprA: (10)
-r grschilderten *trn.
rurrde oder ob Dabeim Auseinairderuiehender Spulennirgends
rc:)r4z (14)
b man die Impuls angehäuftwird, bildet der Impulsströmei- Füg uns wichtig ist vor allem wieder die Einsicht,
veöindet. nen geschlossenenKreis: Er fließt von der rech_ daß die in einer Spule gespeicherte,,magneti-
Ercrgieträger, tenSpule durch das Magnetfeld zur linken Spule sche" Energiesich nicht nur,,elektrisch...sondern
-dalls gespei- und von dort durch die Halterung und die Erde auch ,,mechanisch" zuführen läßt. Der gespei-
H r- const..so zurück zum Motor. Da die rechte Spule sich mit chertenEnergie ist also auch hier nicht mehian-
tfdc elektrische der Geschwindigkeit Dxbewegt, fließt mit dem zusehen,mit welchemTräger sie in die Spule ge-
Mit Hilfe der Impulsstrom ein Energiestrom der Stärke langt ist. Will man die in einer Spulegespiicherte
eines Kon- Ip: D*IorvomMotor in die aus den beidenTeil- Energie ,,magnetisch'onennen, so läßt sich das
traD€vertrau- spulenbestehendeGesamtspule.In der Spule(ge- wieder nur dadurch rechtfertigen,daß dasAdjek-
liv magnetischdas System,nämlich das Magnet-
feld, bezeichnet,in dem die Energie gespeiöhert
(9a) ist, und nicht etwa eine besondere,,Form., der
Energie.
(eb)
indcrin einem Der bewegteKörper
fr;ie nicht anse- Man kann mit der in einer Feder gespeicherten
tTftcrsieinden Energie einen Körper in Bewegungsetzen,d. h.
Ehtzdemvon die Energie dem Körper zuführen (Abb. 7). Als
lEsichdasnur Träger der Energie dient dabei der fmpulssirom.
Lbcü- nicht eine Der obereTeil der Abb. 7 zeigt einezusämmenge_
üdcrn nur den drückte und in diesem Zustand durch einen Fa-
Abb. 6 Die Auftrennung einer langen Spule in zwei gegenein-
fu die Energie ander beweglicheTeilspulengestattet,einem Magnetfilä Bner_ den fixierte Feder. Der Impulsstrom fließt in der
birüe Feld des giemit demTrägerImpuls zuzuführen.DieseAnoidnung ist Federnachrechts,im Fadennach links und bildet
der
in Abb. 5 gezeigtenvöllig analog. so einen geschlossenen Stromkreis.Wird nun der

47
und nennt die rechte Seite von (17) kinetische wendige Ene
Energie. Mit dem Begriff kinetische Energie wird größere Höh
oft die Vorstellung verbunden, es handle sich um und das Seill
eine bestimmte. von anderen unterschiedliche tor zum Kü
,,Form" der Energie.Das ist ebensowenigder Fall strom in dem
wie bei der ,,spannungsenergie'0,der ,,elektri- wieder ausgo
scheno'oder der ,,magnetischen"Energie. Auch in einergrößt
hier gibt dasWort,,kinetisch" nur die Art desphy- Ruhe. Die il
sikalischen Systemsan, in dem der fragliche Ener- sichinihmd
giebetrag gespeichertist, nämlich im bewegten darin. daß ir
Körper. Die Speicherung der Energie erfolgt hier, überall diesd
im Gegensatzzur Feder,zusammenmit der Spei- heenergie fq
Abb. 7 Beim Entspannen der Feder fließen Energie und Impuls cherung des Impulses, also des Trägers,mit dem ßen, daß diol
in den rechts neben der Feder liegenden Körper; dort häufen die Energie dem Körper zugeführt wurde. tergeflossen
sich äedeGrößen an.
Ein Vergleichvon ( 15)und (17) mit (9a) und (9b) DerBetragd
zeigt,daß die Massefürdenbewegten Körperdie- Erdoberfläd
Faden durchgetrennt, so wird der Impulsstrom- selbeRolle spielt wie die Kapazität für den Kon- tationsfeld I
kreis unterbrochen(unterer Teil der Abb. 7). Da densator. Energie ergl
die Federim erstenMoment nach dem Unterbre- gangs und
chen des Stromkreisessich nach wie vor im zu- Das Gravitationsfeld IB: D"Io":
sammengedrücktenZustandbefindet, fließt in ihr
In jeden Körper, der sich im Gravitationsfeld der t
weiterhin der Impulsstrom nach rechts. Der von LE: I lEa
Erde befindet, fließt ständig ein Impulsstrom.
diesem Strom transportierteImpuls p, häuft sich 0
Diesen Impulsstrom kann man experimentell
in dem rechtsneben der Feder liegendenKörper Der Verglei
leicht nachweisen,indem man den Körper an ei-
an, was sich darin äußert, daß der Körper sich in Kondensatc
Bewegung setzt. Da die Geschwindigkeit des nem Seil aufhän4. Das Koordinatensystemseiso
gewählt, daß die z-Achse senkrecht nach oben Energie(7)l
Körpers von Null verschieden ist, fließt auf ihn feld eine -ß
zeigt. Positiver z-Impuls ist dann ebenfalls nach
neben dem Impulsstrom gleichzeitig auch ein Kondensaü
Energiestromder Stärke Iz: DJp".Dieser Pro- oben gerichtet. Die Tatsache, daß das Seil ge-
spanntist, zeigt an, daß in ihm Impuls 2 nach un- bei der derI
zeß ist zu Ende, wenn die ursprünglich in der Fe- abhängigis
der gespeicherteEnergie ÄE vollständig aus ihr ten strömt. Dieser Impulsstrom fließt von der Er-
de über die Aufhängung upd das Seil in den Kör- Abstand zi
herausgeflossenist. Die Energie des Körpers hat wird.DasJ
per. Wieder schließt man aus der Tatsache,daß
dann von ihrem Anfangswert .ft um den Betrag hederErdd
AEzugenommen: sich nirgendsImpuls anhäuftoaufeinen geschlos-
senenImpulsstromkreis;d.h. auchim Raumzwi- HerkömmE
rc:i4ar:iu*#*,:H (ts) schender Erde und dem Körperfließt ein Impuls-
strom..
speichertc
nannt.
Gleichzeitig hat sich der x-Impuls Experimentell findet man, daß die Impulsstrom- diesen
t
(16) stärke lr,proportional zur Massedes Körpers ist Begriff
P,: I lo,df und daßiin aer Nähe der Erdoberfläche)Io,nicht
von der Höhe über dem Erdboden abhängt,in der der
in demKörperangehäuft.
sich der Körper befindet. Man kann also schrei- Energie
In (15) wurde neben D,: p,/mnoch dp'/dt: Io, ben: Ene
benutzt. Sie drückt die Impulserhaltung aus: Der (l 8) licher
Ir":gm'
Impuls einesKörpers kann sich nur dadurch än- Körper
dern, daß ein Impulsstrom im Körper endet(oder Die Proportionalitätskonstanteghat die Dimen- dem Sinn
beginnt). Die Feder braucht übrigens nicht eine sion einir Beschleunigung und wird unglückli- halten ist
HookscheFederzu sein; der in ihr fließende Im- cherweise meist Schwerebeschleunigung ge- haben,
pulsstromkann beliebigvon der Dehnung (x-xo) nannt. Da dieseKonstante die Impulsstromstärke lisches
abhängen. pro Masse an der Oberfläche der Erde darstellt,
Im Elementarunterricht verwendet man an Stelle ist die Bezeichnung Gravitationsfeldstärkevorar Stelle der
von (15) für die in einembewegtenKörpergespei- ziehen.
cherteEnergieAEmeist die Gleichung Um einen Körper von der Erdoberfläche hoch- gung
zuheben, ist Energie erforderlich. Wie in den vor- eines
a,n:lmu2 (17) angegangenenBeispielensoll ein Motor die not-

48
E (17) kinetische wendige Energie liefern, um den Körper in eine delt es sich um die im elektrischenFeld gespei-
:-öe Energiewird größere Höhe zu heben. Sobald sich der Körper cherteEnergie.Allgemein benutzt man das Wort
]cr handle sich um und das Seil nach oben bewegen,fließt vom Mo- ,,potentiell" immer dann, wenn es sich um die in
t ücrschiedliche tor zum Körper Energie, die von dem Impuls- einem Feld gespeicherteEnergiehandelt.
lrowenigderFall strom in dem Seil getragenwird. Wird der Motor
li-, der ,,elektri- wieder ausgeschaltet, so befindet sich der Körper Bemerkungüber den Betrag gespeicherterEnergie
lrr- Encrgie. Auch in einergrößerenHöhe über der Erdoberflächein
l-dicArtdesphy- Ruhe. Die in den Körper geflosseneEnergie hat JederGegenstand,ja jedes Volumen, das wiruns
lüfraeliche Ener- sich in ihm aber nicht angehäuft.Das äußertsich in Gedanken abgegrenztdenken und das mit ir-
tso im bewegten darin, daß in einem Gravitationsfeld ein Körper gendwelchenGegenständenund Substanzenafl-
f,:ryicerfolgt hier, überall dieselbeMassem und damit dieselbeRu- gefüllt ist, hat einenbestimmtenEnergieinhalt;es
-amitderSpei- heenergieEo: mc2hat Daraus muß man schlie- enthält.zu jedem Zeitpunkt einen bestimmten
bTrigcrs, mit dem ßen, daß die Energiein das Gravitationsfeld wei- n,Vorrat"an Energie,der einenpositivenWert hat.
Fnvurde- tergeflossenund dort gespeichertworden ist. Im Prinzip ist essehrleicht möglich, diesenEner-
Der Betragderbeim HebeneinesKörpers von der giebetragzumessen,nämlich durch eineMessung
llDJ(ea)und(eb)
Erdoberflächez : 0 auf die Höhe zin das Gravi- der Masse z des fraglichen physikalischen Sy-
t-gFKörperdie-
Kon- tationsfeld fließenden und dort gespeicherten stems;denn seineEnergieist ja E: mc2.Diein
Fll-urden
Energieergibt sich wieder aus der Dauer desVor- den vorangegangenenAbschnitten betrachteten
I gangs und der Stärke des Energiestroms
Is; u.Ir,:
Energiespeicherenthalten vor der Speicherung
bereitsdie Energie ,Ee,die dann beim Füllen des
Speichersmit zusätzlicherEnergieum den Betrag
eld der t t Äz AEerhöht wird.
är lmpulsstrom. ^E: J I -E d t ' : J f i m g d t ' : m g z . (19)
ö öot In realen Experimenten - im Gegensatzzv Ge-
cxpcrimentell
Der Vergleich dieserBeziehungmit der in einem dankenexperimenten- ist A-Emeistsehrklein ge-
Körper an ei-
Kondensator oder in einer Spule gespeicherten gen Es. Als Beispiel möge ein Auto der Masse
selso
Energie(1)bzw. (11) zeigt,daß dasGravitations- tz : 1000kg dienen,dasmit der Geschwindigkeit
nach oben
feld eine ,,Feder" vom gleichen Typ ist wie der u :72lun/h: 20 m/s fährt. Die in ihm gespei
cbcnfalls nach
Kondensatorbzw. die Spule,nämlich eine Feder, chertekinetischeEnergie 6g: /rmu2: 200 kJ
-8 das Seil ge-
prnachun- bei der der Impulsstrom (die Rückstellkmft) un- ist verschwindendklein gegenüberseiner Ruhe-
von der Er- abhängigist von der Dehnung, die hier durch den energieEo: mc2: 9 ' 1016 kJ. Die relativeEner-
Abstand zwischen Erde und Körper gemessen gieänderungA E/Eskannman deshalbleicht mit
in den Kör-
wird. Das gilt natürlich nur in hinreichenderNä- einer Genauigkeitvon 10-16messen,was sonstin
Tesache. daß
'cinogeschlos- he der Erdoberfläche. der Physik nur bei wenigen Größen und mit gro-
ßem experimentellenAufwand möglich ist. Vor-
imRaumzwi- Herkömmlich wird die im Gravitationsfeld ge-
in Impuls- aussetzungdafür ist allerdings,daß die Ruhemas-
speiche.rteEnergie (19) ,,potentielle" Energiege- sesehrgenaukonstantbleibt. Schoneinezusätzli-
nannt. Uberdiesbenutztman unglücklicherweise che Mücke der MasseLm: I mg an der Wind-
lnpulsstrom- diesenBegriff in derselbenArt und Weisewie den schutzscheibebewirkt eine Anderung von .äeum
Körpersist Begriff kinetische Energie; man spricht von der 9.t07kJ!
Io,nichl potentiellen Energie'desKörpers ebensowie von
in der der kinetischen Energie des Körpers. Potentielle Ganz andersliegendie Verhältnissejedoch, wenn
dso schrei- manbeim SpeichemvonEnergiein einemelektri-
Energiewird deshalboft fälschlicherweiseals ein
Energiebetragangesehen,den ein Körper in ähn- schenFeld die experimentellenHilfsmittel, näm-
lich die zum räumlichen Fixieren der Ladungen
(18) licher Weise besitzt wie kinetische Energie. Ein
als Quellen des Feldes notwendigen Konden-
Körper kann aber niemals potentielle Energie in
hrdie Dimen- satorplatten,nicht mit zu dem physikalischenSy-
dem Sinn besitzen,daß diese Energiein ihm ent-
stem,,elektrischesFeld" rechnet.Dann kann man
halten ist. Tatsächlichbedeutet,wie wir gesehen
Eo < AEleicht erreichen.
haben,das Wort ,,potentiell" wieder ein physika-
lisches System,in dem dieser Energiebetragge-
speichertist,nämlich dasGravitationsfeld.An die
Stelledes Gravitationsfeldeskann auch das elek- 4. Freier Fall
I
tromagnetischeFeld treten; denn bei der Bewe-
Scrfläche hoch- gung eineselektrischgeladenenKörpers im Feld In dem Abschnitt über das Gravitationsfeld als
lLwieindenuot- eines anderen spricht man oft ebenfallsvon der Energiespeicherhaben wir gezeigt,daß in einen
f - Motordienot- potentiellen Energie des Körpers. Hierbei han- an einem Seil aufgehängtenKörperaus dem Gra-
vitationsfeld ein Impulsstrom fließt, derüber Seil, StärkeI lp"l: gmwie im erstenExperiment,Fall-
Aufhängung und Erde einen geschlossenen schirm und Kugel sinken aber jetzt mit konstan-
Stromkreis bildet. Wird das Seil ntr Zeit t:0 tem Impuls zur Erdoberfläche. Der Wert dieses
durchgetrennt, so häuft sich Impuls in dem Kör- Impulses hängt von der Größe des Fallschirms
per an, weil der Impulsstromkreis unterbrochen ab; er liegt in der Größenordnung von etwa
wordenist. Die Erfahrungzeigt,daß sichdie Stär- 1000 Ns : I kHy. Die konstante Sinkgeschwin-
ke des Irnpulsstromsin den Körper während des digkeit lu):lp)/m:10 m/s ist also zehnmal
Fallens nicht ändert. Das schließt man aus der kleiner als die Aufschlaggeschwindigkeit,die die
Tatsache,daß beim reibungsfreienFallen der Im- Kugel ohne Fallschirm erreicht.
puls ll, des Körpers - und wegenPz: rrtDz&uah Beim Vergleich dieserbeiden Experimentesollte
seineGeschwindigkeit u"- linear mit der Zeitzu- sich der Leser vor allem vergegenwärtigen,daß
nehmen: die Impulsströmg die ausdem Schwerefeldin die
p"(t): Io"t:-gmt:ffiD". (20) Kugel fließen, in beiden Fällen dieselbe Stärke
haben. Da die am Fallschirm hängende Kugel
In diesemspeziellenFall hat die Beschleunigung
desKörpers geradeden Wert g. sehr viel länger unterwegsist, fließt auf sie viel
mehrlmpuls als auf die ohne Schirmfallende Ku-
MitderÄnderung desImpulsesdesKörpersbeim gel. Wo bleibt dieserImpuls? Die straff gespann-
Fallen vom Wert Null auf den Wert p, muß sich ten Schnüre,an denen die Kugel am Fallschirm
auch seineEnergieändern,und zwaqgemäß(15) häng!, zeigen an, daß der Impulsstrom nicht in
um den Betag p!/2mvergrößern. Diese Energie der Kugel endet, sondem weiter zum Fallschirm Abb.8 DerlmpuL
fließt aus dem Gravitationsfeld in den Körper. fließt. Von dort fließterin die Luftund schließlich gemeinsamen Scüü
Anders ausgedrückt: Beim freien Fall werden zurück zur Erde. nichtvoneiremfu
recht zu dem in ihnl
zwei Energiespeichermiteinander gekoppelt,der
Der Impulsstrom auf die Kugel ist natürlich mit
bewegteKörper und das Gravitationsfeld der Er- tung (oder in G
Energie beladen, und zwar fließt ein Energie-
de. Aus dem Speicher ,,Gravitationsfeld" fließt
stromderStärkeIE : u,Ir,aufdie amFallschirm stärkevektors h
Energie in den Speicher,,bewegterKörper", die untersuchen,w
hängende Kugel. Diese'ijnergie wird während
Summe der Energien beider Speicherbleibt bei wenn sich der I
desFallensmit konstanterGeschwindigkeitnicht
diesemVorgang konstant: fließendenImg
in der Kugel gespeichert,sondernfließt durch die
o-2
(21) Aufhängeschnürein den Fallschirm und schließ-
ffi+ mgz: O, lich in die Luft. Dort wird die Energie dissipiert,
Dazu betrachtq
deneKugeln"di
wenn man den Nullpunkt der z-Achsein den Aus- d. h. unter Erzeugungvon Entropie in der Luft ge- punkt kreisen (/
gangspunktder Fallbewegunglegt, wo der Kör- speichert.
per vor dem Experiment in Ruhe war.
Beim Fallen einesKörpers in einem Gas (oder ei-
Bisher wurde der EinfluJJder I'uft auf das Fallen ner Flüssigkeit) wird demnach noch ein dritter
des Körpers ignoriert. DiesesVorgehenliefert ei Energiespeicherangekoppelt,ebendiesesGas.In
ne quantitativ gute Beschreibung des Fallvor- einererstenPhaseder Fallbewegung,solangeihre
gangs,solange die Fallgeschwindigkeitnicht zu Beschleunigungnoch merklich von Null verschie-
groß ist. Leider gibt es kein einfachesKriterium den ist, wird die aus dem Gravitationsfeld in den
Fallgeschwindigkeit;ihr Wert
für eine ,,kritischeoo Körper fließende Energiezum Teil in diesemge-
hängt vielmehr in komplizierter Weise von der speichert,zumTeil fließt sieweiterin dasGas und
Gestaltund der Oberflächenrauhigkeitdesfallen- wird dort gespeichert.Während des Fallens mit
den Körpers ab. Man erkennt diesenSachverhalt konstanter Geschwindigkeit wird der Energie-
am bestendurch den Vergleichvon zwei Experi- speicher,,bewegterKörper" nicht weiter gefüllt,
menten. söndem die Energie fließt vollständig weiter in
Eine Metallkugel mit der Massem: 100kg wer' das Gas.
devon einemFlugzeugauseinerHöhevon 500m
abgeworfen. In die Kugel fließt ein konstanter
Impulsstromder StärkeI Io,l: gz= 1000N.
z-Impulshäuft sich auf der Kugel an, undbis zum 5. Energie- und Impulsströme in drei
Aufschlag auf der Erdoberfläche gilt in guter Nä- Dimensionen
herungp": Ip" t. Die Geschwindigkeitbeim Auf-
schlaghat urigefährden Wert luo"l : lpo,l/* Abb.9 Bewegq{
= 100 m,/s. Hängt die Kugel dagegenan einem Die bisherigen habensichauf den
Betrachtungen derZeichnungfl
Fallschirm, so hat der Impulsstrom zwar dieselbe Fallbeschränkt,daßderKörpersichin derRich- Gravitationddd{
j
50 I
rperiment, Fall- fließt in ihm ein Impulsstrom. Dieser Impuls-
ta mit konstan- strom ändert zwar nicht den Betragdes Impulses
h l'\'ert dieses derbeidenKugeln,wohl aberdessen Richtungim
dcs Fallschirms Raum. Während einer halben Periodeder Kreis-
tune von etwa bewegungfließt x-Impuls von der Kugel I zur Ku-
rSinkgeschwin- gel 2, während der nächstenHalbperiode in um-
t also zehnmal gekehrter Richtung. Der 7-Impuls verhält sich
digteit, die die ;::1:,::t;:tl :l:i'l. ebenso,nur ist dessenOszillation zwischen den
,'::af:.:,:.
beiden Kugeln um eineViertelperiodephasenver-
l : schoben.
pcrimentesollte lirirtrilt.t::.r,ir
::.i::,:r',r::.
trr::i I t,rr,,,.i.,,,:r,,,,.
r:I.I r::iI : rt::rl:Ir'i
nr'änigen, daß lr ,..i:ll.r:ilr'::l' Fürunser Problem sind zwei Tatsachenwichtig:
hnerefeldin die
- Die Energie der Kugeln bleibt während ihrer
dieselbe Stärke
-ngende Kugel Kreisbewegung konstant. Deshalb fließt
rl}t auf sie viel durch dasSeilkein Energiestrom:16: Q.
i.',lri'l-"\ ---/ - Die Geschwindigkeit u, mit der sich das Seil
rm fallendeKu- "i'"..',,\,,",.
'*raffgespann- bewegt, steht stets senkrechtauf dem Strom-
\ - - - * - - -- - - /
am Fallschirm stärkevektor 1o des Impulsstroms, der durch
sgrom nicht in das Seil fließt. Die Impulsstromstärkeist ein
arm Fallschirm Abb, 8 Der Impulsstromdurch das Seilzwischenden um ihren Vektor, desseneineKomponente die Stärke1r,
und schließlich gemeinsamenSchwerpunktS rotierenden Kugeln I und 2 ist desp"-Stromsist und dessenanderedie Stärke
nichtvoneinem Energiestrombegleitet,weil das Seil sich senk- 1r"despr-Stroms.
recht zu dem in ihm fließendenImpulsstrombewegt.
sr natürlichmit Es liegt deshalb nahe, zur mathematischenBe-
I ein Energie- tung (oder in Gegenrichtung) des Impulsstrom- schreibungdes ZusammenhangszwischenEner-
r am Fallschirm stärkevektorsbewegt. Es bleibt noch der Fall zu gie-und ImpulsstromstärkedasSkalarproduktzu
rird während untersuchen,welcheStärkeder Energiestromhat, verwenden:
rindigkeit nicht wenn sich der Körper senkrechtzu dem in ihn
flicßt durch die fließenden Impulsstrom bewegt. Is: DJp,* urlr+ DJp": o. Ip. (22)
m und schließ- Dazu betrachtenwir zwei durch ein Seil verbun- Die Aussagevon(22) soll am Beispiel der Kepler-
erg:iedissipiert, deneKugeln, die um ihren gemeinsamenSchwer- Bewegungdemonstriertwerden. Abb. 9 zeigt die
e in der Luft ge- punkt kreisen(Abb. 8). Das Seil ist gespannt,also Bewegungder beiden Sterneeines Doppelstern-

m Gas(oderei-
pclr ein dritter Inl> o
ndiesesGas.In
ry solangeihre
l !iull verschie-
irnsfeld in den
il in diesemge-
'in dasGasund
lcs Fallens mit Aphel Aphel
I der Energie- Ier:o Perihel
!i I a,z'*O
t reiter gefüllt,
indig weiter in

Q,'>o
h drei
+ I, i Ip; (r)- - Ip,2(t) lo;:{:0 mr:2mz

Abb. 9 Bewegungder beiden SterneeinesDoppelsternsystems auf zwei geometrischähnlichen Kepler-Ellipsen.Um der Deutlichkeit
cn sichaufden der Zeichnung willen wurden die Vektoren u und Io in der Perihelstellungweggelassen.lgist die Stärkedes Energiestromsaus dem
cü in der Rich- Gravitationsfeldin einen Stem.

51
systems auf zwei geometrisch ähnlichen Kepler- Hälfte der Umlaufdauer ist der Wiirkel zwischen G. Falk, (
Ellipsen; der Schwerpunkt S der beiden Sterne u und I, stets größer als 90o, der Energiestrom
f?illtmitje einemBrennpunkt derbeiden Ellipsen- fließt aus den Sternenzurück in das Gravitations- Impuls
Bahnen zusammen. Die Masse von Stern I sei feld.
doppelt so groß wie die von Stern2; dann durch-
läuft der ersteSterneine halb so großeEllipse wie
der zweite, und die Geschwindigkeiten u1und r4 6. Zusammenfassung 1. Einlcl
derbeiden Sternean entsprechendenPunkten ih-
resellipischen Umlaufs stehenim selbenVerhält-
nis I u1| :l q I : I :2. Fürdrei willkürlichheraus- In diesemHeft wird die Mechanik im Sinneeiner Wie in dc
gegriffene Zeiten sind die Positionen der beiden Nahewirkungstheoie (Feldtheorie) dargestellt. wurde, ll
Sterne auf ihrer Bahn, ihre Geschwindigkeitsvek- Demgemäßwird die Anderung der Energieeines Körpers d
tgren und die Stromstärkevektorendes aus dem physikalischen Systemsdurch das Ein- und Aus- beschr,eih
Gravitationsfeld auf die Sterne fließenden Im- strömen von Energie durch die Begrenzung des puls, also
pulsstromseingezeichnet. Systemsbeschrieben.Ein Energiestromist stets verbundct
vom Strom mindestenseiner weiterenmengenar- gendereR
Wenn beide Stemeim Aphel (oderim Perihel)ste-
hen, ist nur die x-Komponente der Impulsstrom- tigen Größe begleitet, dem Träger der Energie. Mengeu
stärkevon Null verschieden.Diese ist für Stem 2 Bei Vorgängen,die traditionell ,,mechanisch"ge- einenSir
negativ,alsofließt im Aphel negativerx-Impulsin nannt werden, spielt der Impuls die Rolle des Augenblir
den Stern 2; sein x-Impuls wechseltim Aphel ge- Energieträgers;wir sagen,die Energie wird von wegten Ki
rade sein Vorzeichen von negativenzu postiven einemImpulsstromvon einemphysikalischenSy- der Imp{
Werten. Auch in den anderen Punkten der Bahn stem in ein anderesgetragen.Die Stärke der Bela- genTeild
kann man sich die anschaulicheBedeutung der dung desImpulsstromsmit Energieist proportio- geradevc
Impulsstromstärke entsprechend durch Zerlegen nal zur Geschwindigkeit des Mediums, in dem Mitdeml
in x- und y-Komponenten klarmachen. Die der Impulsstrom fließt, genauer: Die Energie- ße, nämli
Stromstärkender in die beiden Sternefließenden stromstärke ist das Skalarprodukt dieser Ge- läßt sich r
Impulsströme sind übrigens zu jeder Znit entge- schwindigkeitmit der Impulsstromstärke. lung des I
gengesetztgleich. Das Gravitationsfeld ändert Die von einem Impulsstrom in ein physikalisches enge Zru
seinenImpuls also nicht. SystemgetrageneEnergiekann auf verschiedene pulsstrur
Weisein diesemSystemgespeichertwerden: lokaler R
Im Aphel stehen die Vektoren u (Geschwindig-
keit) und Io (Impulsstromstärke) beider Sterne - Der Impulsstrom lädt Energie ab unä fließt Raumbea
dadurch I
senkrechtaufeinander,also fließt gemäß (22)in mit weniger Energie beladen wieder aus dem
demR{
diesem Zeitpunkt kein Energiestrom aus dem Energiespeicherhinaus.
des Impi
Gravitationsfeld in die Steme. Im weiteren Ver- - Der Impulsstrom endet wie der Energiestrom pro Zstll
laufder Bewegungdurchläuft der Stern I die un-
in dem Speicher,d.h. der Träger Impuls wird derKörg
tere Hälfte der kleineren"Stern2 die obereHälfte
ebenfallsgespeichert. Die Stäü
der größeren Ellipse. Dabei werden für beide
Sterne die Winkel zwischen u und In kleiner als Diese Möglichkeiten der Speicherungvon Ener- perbegir
90', also fließtjetzt ein (pbsitiver) Energiestromin gie wurden an Beispielenerläutert.Obwohl die in man hcd
die Sterne: Der Impulsstrom trägt Energie aus verschiedenen Systemen gespeicherte Energie Körperl
dem Gravitationsfeld in die Sterne.Aus derAbb. physikalisch nicht unterscheidbar ist, wird sie tra- somit4
9 kann man ablesen,in welchem Verhältnis die ditionell mit verschiedenenNamen belegt. Es einervq
Stärken der Energieströmein die beiden Sterne wurde gezeigt,daß diese Bezeichnungenfür ge- um Ein{
stehen:Wie oben gezeigtwurde, ist lr4l doppelt so speicherteEnergienur sinnvoll sind,wenn man in werden I
groß wie Iu1l,die Beträgeder Impulsstromstärken ihnen eine Benennung des Speicherssieht und gewohfl
sind gleich, die Winkel zwischenden beiden Vek- nicht eineUnterscheidungverschiedener,,Arten" und
toren ebenfalls, weil die Ellipsen ähnlich sind. von Energie. frr d€o
Daraus folgt, daß der Energiestrom in den Stern 2
doppelt so stark ist wie der in den Stern I .
Laufen die Steme auf das Perihel zu, so vergrö- Die
Literatur die
ßert sich der Winkel zwischenuund I, wieder,der
Energiestromin die Sternewird kleiner (obwohl ändüt
{ll G. Falk, F. Herrmann: ,,Konzepte eines zeitgemäßen Phy- aucü
die Beträgevon u und 1, wachsen!)und erreicht sikuntenichts", Heft 3, Aufsatz 2 und 3, Schroedel Verlag,
im Perihel den Wert Null. Während der zweiten Hannover l98l ders

52
fiikel zwischen G. Falk, G. Heiduck und G. Bruno Schmid
r Energiestrom
rs Gravitations- Impulsströme im elektromagnetischenFeld

l. Einleitung: Impuls und Impulsstrom wegungszustandeinesKörpers ändert - nämlich


dannowenn er im Körper beginnt oder endet -
stelltja geradedie Aussagedes Impulssatzesdar.
.im Sinneeiner Wie in den vorangegangenenAufsätzen gezeigt Daß der Impulsstrom etwasmit Verformungenzu
c) dargestellt. wurde, läßt sich der Bewegungszustandeines tun hat, findet seinenAusdruck dain, daß Zug-
r Energieeines Körpers durch die mengenartigeGröße Impuls oder Druckspannungenin einemMedium gleich-
Ein- und Aus- beschreiben.Diese Beschreibungweist dem Im- bedeutenddamit sind, daß diesesvon einem Im-
cgrenzungdes puls, also der mit der Bewegungeines Körpers pulsstrom durchflossen wird. Wie im zweiten
:strom ist stets verbundenen Wucht eine physikalisch grundle- Aufsatz diesesHeftesgezeigtwurde, ist die elasti-
rEn mengenar- gendereRolle zu alsder Geschwindigkeit.Mit der scheFederdirekt ein Impulsstrom-Meßgerät:Die
r der Energie. Mengenartigkeitdes Impulsesist gemeint,daß es Längenänderungder Feder gegenüberihrer Län-
echanisch"ge- einen Sinn hat zufragen,wie der Impuls in jedem ge im unverspannten Zustand gibt den Betrag
die Rolle des Augenblick im Raum verteilt ist. Bei einem be- (einschließlich des Vorzeichens),ihre Richtung
rgie wird von wegtenKörper sieht dieseVerteilung so aus,daß die Richtung des sie durchfließenden Impuls-
dtalischen Sy- der Impuls in jedem Augenblick nur in demjeni- stromsan.
tirke der Bela- genTeil desRaumesvon Null verschiedenist, der
; is proportio- geradevon dem Körper eingenommenwird. Im Fall zeitlicher Stationarität bedeutet die Im-
pulserhaltung, daß ein Impulsstrom nirgendwo
liums, in dem
Mit dem Impuls eng verknüpft ist eine Stromgrö- anfangen und enden kann. Wird die Impuls-
Die Energie-
ße, nämlich der Impulsstrom. Mit seiner Hilfe stromdichtedurch Feldlinien dargestellt,sind die-
I dieser Ge-
läßt sich ausdrücken,wie die räumliche Vertei- sealso geschlossen.
stärke. lung des Impulses sich mit der Zeit ändert. Der
üysikalisches Im folgenden werden wir zeigen, daß auch in
enge Zusammenhangzwischen Impuls und Im-
'verschiedene elektrischenund magnetischenFeldern Impuls-
pulsstrom manifestiertsich im Impulssatz,der in
I werden: lokaler Formulierung besagt,daß der in einem strömefließen. Genauergilt: überall dort, wo die
elektrische oder die magnetische Feldstärke E
eb und fließt RaumbereichenthalteneImpuls seinenWert nur
bzw. H einen von Null verschiedenenWert ha-
eder aus dem dadurch ändem kann, daß ein Impulsstrom in
ben, hat auch die Impulsstromdichte einen von
dem Raumbereichbeginnt oder endet.Die Stärke
Null verschiedenenWert. Diesen Zusammen-
des Impulsstroms gibt dabei an, wieviel hhpuls
Energiestrom pro Zeit die Oberfläche des Raumbereichs.den hang werdenwir audqualitativenAnfängen bis in
r Impuls wird quantitative Einzelheitenhinein verfolgen.
der Körper einpimmt, durchströmt.
Die Stärke des Impulsstroms,der in einem Kör-
og von Ener- per beginnt oder endet,ist identischmit dem, was
)bwohl die in man herkömmlich die Kraft nennt" die auf den 2. Impulsströme im Kondensatorfeld
crte Energie Körper wirkt. Impulsstromstärkeund Kraft sind
I wird sietra- somit zwei Namen für dieselbeSache.Daher ist
n belegt. Es einer von beiden überflüssigund sollte, wenn es Wir betrachten einen geladenen Kondensator
mgen für ge- um Einfachheit und Klarheit geht, fortgelassen und fragen, ob und gegebenenfallswie Impuls-
rennmanin werden. Im Gegensatzzur traditionellen Sprach- strömein ihm fließen. Da die geladenenPlattenin
rs sieht und gewohnheitlassenwir hier dasWort ,,Kraft.. weg gewohnterphysikalischerSprache,,sich anzie-
cner,,Arten" u,ndsprechen - von gelegentlichenErklärungei hen" oder ,,eine Kraft aufeinander ausüben",
für den an den herkömmlichen Sprachgebraüch muß zwischen ihnen ein Impulsstrom fließen.
gewöhnten Leser abgesehen- nur vom Impuls- Um diesenImpulsstrom in Stärkeund Richtung
strom und seinerStärke. nachzuweisen,denken wir uns eine Anordnung,
wie sie schematischin Abb. I dargestelltist. Die
Die physikalischenCharakteristikader Kraft. wie Dehnung der die Platten auf Distanz haltenden
die, daß sieden Bewegungszustand von Körpern Federn zeigt an, daß in den Federn ein Impuls-
iScoäßen Phy-
ändert oder Körper verformt, treffen natürlich strom fließt, und zwar - wenn wir uns der in den
üocdel Verlag, auch für den Impulsstrom zu. Nur wird das an- vorangegangenenAufsätzengetroffenenFestset-
ders ausgedrückt.Daß ein Impulsstrom den Be- zungen anschließen- von rechts nach links. Da

53
Faraday hat überdies erkannt, daß auch senk- stelltenImPui.':'
rechtzu den,O-Linienein Impulsstromfließt.Die- pulsströmesr'i.:-
serist sogerichtet,daßman,flösseer in einemela- A b b . 4 e sv e r A r ' .
stischen Material, gewohntermaßenvon einer Das Beispield:'
Druckspannung sprechenwürde. DieserImpuls- typische,zunrt.:
stromwäreuns in ähnlicherWeisedirekt bewußt schaftvon lmf ,.
wie der, der sichin der Anziehungder Plattenäu- deutlich,nämlr' ;'
ßert,wenndie PlattendesKondensatorsnicht aus schenStrom - :'
festem Material bestünden, sondern in der gibt,sondemc:.
Plattenebenedeformierbar wären. Die Platten zensind.Dash.,:
würdendann die Tendenzzeigen,ihren Flächen- puls ein Vektor
inhalt mit wachsenderE-Feldstärkezu vergrö- die Aufsätze.1i.:
ßern.Abb. 3 zeigteineAnordnung,nämlicheinen
Abb. l Kondensator.dessenPlattendurch Joch und Fedem Kondensator mit teleskopartigverschiebbaren
auf Distanzeehaltenwerden. Platten,bei dem dieseTendenzzur Vergrößerung
des Flächeninhaltsder Plattenund damit der be- 3. Die Impuls.t
haupteteImpulsstromquer zur fuchtung des E- Feld, trIarxr
Feldesin derZugbeanspruchung dereingebauten
Federnsichtbarwird. Außerdemin Abb. 2 darse-
Da der Impu1.p
durch die Artg.r- .
E der drei Kontp
c>( p wird demen:-:
o( '
c cl i,Q,t), i,.(r.r,.
O( ge ImPulsstrrttt. .
CI
c O( Zeit tist dartl :
C
o(
O trischer Telr\L
OI
c cr und z-Richttn-
O(
O(
k ö m m l i c ha l ' r '
Abb.2 Geschlossener x-lmpulsstrom, der in den Federn und
O(
im Kondensatorfeld cin Zug-lmpulsstrom, im unteren Teil des c o'( Für unsere Zt', .-
O
Jochs ein Druck-lmpulsstrom ist. a( natenachsenri ,-'
Ol
OI d e E i n h e i t s ic l .
die ganzeAnordnungzeitlichstationärist, kann stimmt ie cler I
der durchdie Federnf'ließende Impulsstromnir- Abb. 3 Die Spannung der Federn, die in die teleskopartig incin- damit eine K, :
ander verschicblichen Platten eincs Kondensators eingebaut drei Komport.
gendwoendenoder anfangen,seineFeldlinien
sind. zeigt einen Zug-lmpulsstrom an.
müssenalsogeschlossen sein,qualitativsomitdie clrei Komport.
in Abb. 2 skizzterleCestalthaben. z u e i n e m. . \ c . 1
stromdichtc :-,
Für unswichtigistvor allemdie Einsicht,dafJder
stromdichtef'.'
Impulsstromnicht nur in den materiellen Teilen c i i ez u E i n h e i : -
des Kondensators fließt, sondernauch in dem s e n k r e c h st t . l t !
von Materie freien Gebietzwischenden platten.
Wie Abb. 2zeigt,ist seineRichtungdort ebenfalls In Anwendur,-
von rechtsnachlinks,alsodieselbe wie in den Fe- ne der Einhr';:.
dern. Die Stärkedes Impulsstromshängt offen- zu den Kott.t.'
sichtlich von der elektrischenFeldstärkeE ab, chend zwei .r,.
denn wenn Egroße Wertehat, werdenauch die parallel zu rir:
Federnstärkergedehnt;das wiederumzeigt an, pulsstromdielr: -
daß der Impulsstromstärker ist. Der von dem Problemsdie R
elektrischenFeld erfüllte Raum zwischen den
i o 1: . i t a t '
Kondensatorplatten verhältsichalso ähnlichwie
ein unter ZugspannungstehendesMedium: Es D a d i e I m p 1 .-
herrschtin ihm, wie Faraday,der Urheberdieser pulsstrom. .r-.
y-Impulsstrom,derim Kondensatorfeld
Abb. 4 Geschlossener
Betrachtungsweise esausdrückte,in Richtungder P l a t t e ): t K :
ein Druck-Impulsstrom,
im Innernder Plattenein Zug-Impuls-
E- Linien eine Zugspannung. strom ist. te) ist, fragen

54
f, daß auch senk- stellten Impulsstrom fließen also auch noch Im- densatorplatten sich anziehen. Diese erhält man
bom fließt. Die- pulsströme senkrecht zur Richtung von E, wie z. B. durch Ableitung der Energie des Konden-
becrin einemela- Abb. 4 esveranschaulicht. satorsnach dem Plattenabstandx.'
nScn von einer Das Beispieldes Plattenkondensatorsmacht eine a (Q',\
t Deser Impuls- typische, zunächstbefremdlich wirkende Eigen- Kraft : Impulsstromstärke : -
ax\2cl
bic direkt bewußt schaft von Impulsströmenund ihrer Darstellung
;dcr Plattenäu-
batonnichtaus
deutlich, nämlich daß es- andersalsbeim elektri- : -t*(ffi):
-?(#)"^:
-|ne
schen Strom - nicht ein einziges Feldlinienbild
mdem in der gibt, sondern drei, die alle gleichzeitigzu benut-
l:n- Die Platten Somit ist die Impulsstromdichte gleich- e6E / 2.
zen sind. Das hängt damit zusammen,daß der Im-
Fl ihren Flächen- Damit lautet (l) also
puls ein Vektor ist und kein Skalar (siehehierzu
blrte zu vergrö- die Aufsätze3 und 4 diesesHeftes). -\'z'at.
ir: (2)
;oämlicheinen
I verschiebbaren Das negativeVorzeichendrückt aus, daß a1und
rVergrößerung die a1-ImpulsstromdichteentgegengesetzteRich-
rd damit der be- 3. Die Impulsstromdichte im elektrischen tung haben. Das bedeutet, daß es sich um eine
I lärtung des -U- Feldo Maxwellsche Spannungen ,,Zugspannung"handelt. Wir sprechenkurz von
ldcreingebauten einem,,Zug-Impulsstrom'0.
rhAbb.2darge-
Wegen der Symmetrie der Kondensatoranord-
Da der Impuls p ein Veklor ist, sind seineWerte nung muß ferner alles, was sich über das Strom-
durch die Angabevon drei Zahlen festgelegt,etwa dichtefeld ja2aussagen läßt, sinngemäßauch für
der drei Komponentenpo py,p". Die Impulsdichte j,, zutreffen. Es genügtdaher,einesvon beiden zu
f wird dementsprechenddurch drei Funktionen betrachten.Wir wählen j,r. Die Anordnung der
p,(r,t), fr(r,t), p"(r,t) repräsentiert.Die zugehöri- Abb. 3 zeigt, daß der Impulsstrom durch die
ge ImpulsstromdichteanjedemOrt rund zu jeder Federn (d.h. die Kraft, mit der die Federn die
Zeit tist dann ein von rund labhängiger symme- Plattenzusammenhalten)berechnetwerdenkann
trischer Tensorjp: jw, wobei i,k für die x-, y- gemäß
und z-Richtung stehen.Dieser Tensor wird her- ,r
kömmlich als Sp annungstensor b ezeichnet. : - L*(ffi
Impulsstromstärke
Für unsere Zweckeist es vorteilhaft, die Koordi-
natenachsendurch aufeinandersenkrechtstehen- : - : '
de Einheitsvektorena1,a2,asfestzulegen: Nun be- ) ;\ffi)\xz):
W\2eozy ZL'\xz)
stimmt jeder Einheitsvektora eine Richtung und Die Variable y mißt dabei die Ausdehnung der
ld:r&opanig inein- damit eine Komponente der Impulsdichte sowie Platten in a2-Richtung.Die Impulsstromdichte
brors eingebaut drei Komponenten der Impulsstromdichte.Diese ist, wie man sieht, gleichexP/2, so daß
drei Komponenten denken wir zusammengefaßt . €o-. . tn-
zu einem ,,Vektoro'7u,
den wir kurz die a-Impuls- i"2: |E2a2, i4: |E2ay (3)
stromdichte nennen. Der Tensor der Impuls-
stromdichtebestehtaus drei derartigenVektoren, Damit ist das zweile FaradayscfteResultatbewie-
die zu Einheitsvektorengehören,die aufeinander sen: Der Impulsstrom quer zum 4Feld ist ein
senkrechtstehen. ,,Druck-Impulsstrom", d. h. der Einheitsvektor a
und die zugehörigeImpulsstromdichtehabendie-
In Anwendung aufdas Kondensatorfeldbezeich-
selbeRichtung.
ne der Einheitsvektor a1die Richtung senkrecht
zu den Kondensatorplatlen, a2 und a3 entspre- Die Stromdichte des Impulses einer beliebigen,
chend zwei aufeinander senkrechteRichtungen durch den Einheitsvektor
parallel zu den Kondensatorplatten. Die a1-Im-
a: cxtat* a2a2I a3a3, a1 + q4 + al : I
pulsstromdichteT,,hat wegender Symmetriedes
Problemsdie Richiung von a1selbst,d. h. esist gegebenenRichtung ist somit gegebendurch
iq:Lar. (l)
i;r_:?vv"1av * a2',2t a3a3l
Da die Impulsstromdichtej : (Stärke des Im-
pulsstroms auf die Platte)/(Flächeninhalt der i 1;9gz1ara1r u2a2I a3a3l-esPa1a1
rL Koodensatorfeld
ts cin Zug-Impuls- Platte; : (Kraft auf die Platte),2(Flächeder Plat-
te) ist, fragenwir nach der Kraft, mit der die Kon- :\fra-es(E' a)E. (4)

55
Im letzten Schritt haben wir dabei Gebrauch (5) gilt für beliebigezeitabhängigeoder zeitunab-
gemachtdavon, daß a1und,Edieselbe Richtung hängige Felder ^Ound -EIsowie beliebig vorgege-
haben,d.h. E.a: E(ar a) : Eq. bene Richtungen a. Wir beschränkenuns hier
jedoch auf elektrostatischeund magnetostatische
Obwohl wir zur Herleitung dieserGleichung das
hoinogene Kondensatorfeld benutzt haben, gilt Felder,d. h. auf die Fälle, in denen(4) giltbzw. die
dieseBeziehungfürjedes elektrischeFeld E Das Gleichung,die aus(4) dadurch hervorgeht,daß -U
liegt einfach daran, daß(4) eine lokale Beziehung durch .Elund eedurch po ersetrtwerden. Dann
ist:7,(at) ist nur von der Feldstärke-Eander Stelle gelten,wie man aus (4) abliest,folgende Regeln:
r abhängig,nicht aber von den Werten, die ,Uin Der Betragder Impulsstromdichte7, ist unab-
der Nachbarschaftvon rhat. Also ist esgleichgül- hängig von a und an jeder Stelle rgleich der
tig, wie das .&Feld in der Nachbarschaft von i Energiedichtean dieserStelle:
aussieht,ob eshomogenist oder nicht. la(r) | : eoü(i)/2 bzw. 17,(r)l: F,sIP(r)/z.
Die Impulsstromdichten(4) werdenin der Litera- Überall, wo .Ebzw. .Elparallel oder antiparal-
tur als "Maxwellsche Spannungen" bezeichnet, lel zu asind, ist der a-Impulsstromein Zug-Im-
well Maxwell sie als mechanischeSpannungen pulsstrom,d. h. esist dort
eines den Raum erfüllenden physikalischen j, : -(eoP /2)a bzw. j, : - QtsIP /2)a.
Systems,,Ather" zu deuten versuchte.Wie man
erkennt, handelt es sich dabei um die in einem Überall, wo -Ubzw.-Elsenkrechtauf a stehen,
elektrischenFeld fließenden Impulsströme. ist der a-Impulsstromein Druck-Impulsstrom,
d. h. esist dort
Analoge Überlegungen mit dem Magnetfeld ,EI j": r(esP/2)abzw. j": * QtsII?/2)a.
liefem entsprechendeAusdrücke,in denennur -O
durch -EIund es durch p,s ersetrtwerden. Insge- Überall, wo Ebzw. Hmit a einen Winkel von
samt ist die a-Impulsstromdichteim elektromag- w/4 oder3n/4bilden, (d.h. t .a: + E/112
netischenFeld somit gegebendurch bzw. H . a: H/112),stehtT,senkrechtauf a. =

i":l\u' + f nz)a-eo(n.
a)E-p,o(H'
a)H. Mit diesenRegeln läßt sich für ein gegebenes.4
oder II-Feld relativ leicht ein Eindruck vom Ver-
())
lauf der a-Impulsstromliniengewinnen.Die Abb.
5a und 5b zeigenBilder von a-Impulsstromlinien \
4. Feldlinien des Impulsstroms

Wir wenden uns nun der Frage zu, wie die For-
meln des letzten Abschnitts in Form von Feld-
für das .4Feld einer Punktladung und unter-
schiedliche Richtungen a. Auf den ersten Blick
mag überraschen,daß die Feldlinien der Impuls-
stromdichte nicht dieselbeSymmetriehaben wie
die des E-Feldes. Das ist aber durchaus nicht
II
linienbildem der Impulsstromdichte zu ver- überraschendodenn jedes Feldlinienbild einer
anschaulichensind. Zunächstgibt esfürjede fest- Impulsstromdichte7, gehört ja zu einer vorgege-
gehaltene Richtung a, also jeden Impuls fester benen Richtung a, und diesebestimmt ihrerseits
Richtung a, ein eigenesVektorfeld der Impuls- die Symmetriedes Feldlinienbildesnatürlich mit.
stromdichten und damit ein eigenesStromlinien- Die Zentralsymmetriedes.&Feldesin den Abbil-
bild. Es ist daher angebracht,in einem7,-Linien- dungen 5 äußertsich darin, daß die Orientierung
der a-Impulsstromlinienrelativ zur a-Richtungin ä
bild die zugehörigeRichtung a stets mit zu ver-
merken. Das kann zum Beispiel so geschehen, beiden Abbildungen dieselbe ist: Abb. 5b geht ä

t?
daß man den Veklor a unter dem Stromlinienbild aus 5a einfachdurch eine Drehung um die Punkt-
angibt, oder, wie wir estun wollen, die Richtung a ladung hervor. Die Feldlinien der Impulsstrom-
ä
als Scharparalleler Geraden in das;,-Linienbild dichte 1, sind übrigens Kreise, die alle durch die
selbsteinzeichnet.Aus einem derartigenBild läßt punktförmige Quelle des.&Feldeslaufen und de-
sich folgendessofort ablesen:überall, wo j, die- ren Mittelpunkte auf einer Geraden liegen, die
selbe Richtung hat wie a, ist der a-Impulsstrom ebenfallsdurch die Quelle läuft und senkrechtauf
ein Druck-Impulsstrom, wo .1r,entgegengesetzte a steht.
Richtung hat wie a einZug-Impulsstrom. Im all- Es ist bemerkenswert,daß die Feldlinien der Im-
gemeinen hat 6 weder dieselbenoch die entge- pulsstromdichte(im Gegensatzzu den Feldlinien
gengesetzteRichtung wie a. Wichtig für uns ist, des .DFeldes) ganzim Endlichen verlaufen. Ihre
daß dieTr-Linienangeben,wie a-Impuls im Raum Quellen und Senken liegen also stets im Endli- Abb.S a-Impulsa
strömt. chen. Daß das durch (4) erklärte keine pulsstromdichte ll
";,-Rld
56
rder zeitunab-
icbig vorgege-
üen uns hier
Fetostatische
f)giltbzw. die
orgeht,daß.8
rcrrden.Dann
lde Regeln;
lc1, ist unab-
e rgleich der

- pslP(r)/2.
ler antiparal-
leinZug-Im- ,
i:
P/2)a.
auf a stehen,
lmpulsstrom, --,

6IF/2)a.
I Winkel von
t: + E/tD
rcchtaufa.

gebenes E
ld vom Ver-
ca. Die Abb.
rgromlinien
und unter-
enren Blick
der Impuls-
c habenwie
cbaus nicht
nbild einer
Er vorgege-
n ihrerseits
üärlich mit.
I den Abbil-
Lientierung
Lichrungin
tlb. 5b geht
ldie Punkt-
rpulsstrom-
b durch die
fcn und de-
licgen, die
ntrechtauf

ian der Im-


tFeldlinien
nfen. Ihre
r im Endli- Abö.5 a-Impulsstromlinien(durchgezogen)und elektrischeFeldlinien (gestrichelt)einer Punktladung.Das Feldlinienbild der Im-
Feld keine pulsstromdichtejrhängt abvonderRichtung des Einheitsvektorsa. 4

57
geschlossenenFeldlinien (wie die Abb. 5 es sug- Sprache: Die rechte Kugelhälfte würde sich in
geriert), sondern Quellen und Senkenhat, ist in Richtung von a, also nach rechts,die linke entge-
Abb. 6 deutlich gemacht.Diese Abbildung zeigt gen a, also nach links in Bewegungsetzen.
die j,-Linien einer oberflächengeladenenKugel. Die Abb. 6 stellt nicht nur die Feldlinien des7,-
Außerhalb der Kugel ist das EFeld und damit und des 4Feldes einer kugelförmigen Ladungs-
auch das Feld der a-Impulsstromlinienidentisch verteilung dar, sondern auch die einer Oberflä-
mit dem der Abb. 5a.Innerhalb einerKugel ist da- chenladung auf einem dicken Draht. Liest man
gegenE: 0, was nach (4) j": 0 liefem würde. Abb. 6 in dieserWeise,so zeigendie Abb. 6 und 7
Demgemäßbefinden sich auf der linken Kugel- zwei Beispiele,in denen die Feldlinien des.y,-Fel-
hälfte Quellen, auf der rechtenSenkender durch des dieselbeGestalt haben.sich aberin der Rich-
(4) erklärtenImpulsstromdichteT,.Da Kugel und tung (1, also im Vorzeichen)unte;scheiden.Das
elektrischesFeld aber eine zeitlich stationäreAn- wird durch -& und -El-Felderbewirkt, derenFeldli-
ordnung bilden, müssen die Feldlinien des Im- nien orthogonaleKurvenscharenbilden: In Abb.
pulsstromsgeschlosseneLinien sein. Die Feldli- 6 liegt, wie gesagt,das zylindersymmetrische.&
nien der Impulsstromdichtedes elektrischenFel- Feld (gestrichelt) eines oberflächengeladenen
des7,(Feld),wie siedurch (4) definiertwird, müs- dicken Drahtesvor, in Abb. 7 das ebenfallszylin-
sen deshalbim Innern der Kugel fortgesetztwer- dersymmetrische,zu den .&Linien der Abb. 6
den durch die Feldlinien einesImpulsstromdich- überall orthogonale II-Feld eines Oberflächen-
tefeldesT"(Materie), dasdort, wo";,(Feld) Senken stromslängsdesselbenDrahtes (der supraleitend
hat, Quellen besitzt und umgekehrt. Der Verlauf zu denken ist, denn im Suprazustandfließt der
der Feldlinien der Impulsstromdichte im mate- Strom nur auf der Oberfläche). Ahnlich wie in
riellen Inneren der Kugel ist in Abb. 6 eingezeich- Abb. 6 offenbarensich auch in Abb. 7 die Quellen
netfürden Fall, daß die Kugel materiell homogen und Senkender Impulsstromdichte7, (Feld) ; letz-
ist. Würde man die Kugel durch einen vertikalen terewird fortgesetztdurch die Impulsstromdichte Abb.7 a-Impuls
Schnitthalbieren,sobedeutetedaseine Unterbre- (Materie) im Innem des Drahtes. chenstromdurchl
chung des Impulsstroms,als dessenFolge in der "y, im Richtungssin
schenin Abb. 7 b
rechtenKugelhälfte der a-Impuls zunehmenund Die Abb. 8 zeigtdiey,-Feldlinienund die 4Feldli-
in der linken abnehmen würde, in gewohnter nien zweier gleichnamig geladener Drähte und
\
\
\
\

f
/

Abb. 6 a-Impulsstromlinien(durchgezogen)und elektrischeFeldlinien (gestrichelt)eineroberflächengeladenen Kugel. Im Gebietau-


ßerhalbder Kugel sind die a-Impulsstromlinienidentischmit denenin Abb. 5, im Kugelinnem repräsentierensiedie Zugspannungim Abb.8 a-Impuk
homogenenKugelmaterial. zwei parallelenf

58
*urde sich in
ie linke entge-
seuen.
dliniendes7"-
gen Ladungs-
liner Oberflä-
lrt. Liestman
: Abb. 6 un<i7
Liendesj,-Fel-
:r in der Rich-
;cheiden.Das
- derenFeldli-
lden:In Abb.
nmetrische,G
rengeladenen
>enfallszylin-
r der Abb. 6
Oberflächen-
: supraleitend
rnd fließt der
hnlich wie in
-
dieQuellen
j, r Feld);letz-
lsstromdichte Abb. 7 a-Impulsstromlinien(durchgezogen)und magnetischeFeldlinien (gestrichelt)einesdicken Drahtes,der von einem Oberflä-
chenstromdurchflossenwird (magnetischesAnalogon zu Abb. 6). Die Impulsstromlinienunterscheidensichvon denenderAbb.6 nur
im Richtungssinn.Das Drahtinneresteht demgemäßunter Druckspannung.Die elektrischenFeldlinien in Abb. 6 und die magneti-
schenin Abb. 7 bilden zusammenein orthoeonalesLiniennetz.
I die E-Feldli-
r Drähte und

pi [mGebietau-
Zuaspannung
im Abb- 8 a-Impulsstromlinien(durchgezogen)und elektrischeFeldlinien (gestrichelt)zweiergleichnamigerOberflächenladungenauf
zwei parallelenDrähten. Die Drähte werden durch das elektromagnetische
Feld voneinandeiweggezogen.

59
Abb. 9 das korrespondierende Feldlinienbild zeigtjedoch, daß die beiden Drähte nicht abgesto-
zweiervon StrömengleicherStärkeund Richtung tJen, sondem vom elektromagnetischen Feld
durchflossenerparallelerDrähte. Wieder erkennt auseinandergezogen werden. Die Anzahl der a-
man die Gestaltgleichheitder in diesen Impulsstromlinien, die die vertikale Symmetrie-
";,-Linien
Beispielenund die Gegensätzlichkeitihrer Rich- ebenezwischenden beiden Drähten durchsetzen,
tungen. also der Fluß desVektorfeldes,y,(Feld) durch die-
se Fläche,ist der gesamte,von einem Draht zum
Auf der Oberflächedeslinken Drahtes in Abb. 8
anderendurch das elektromagnetischeFeld flie-
entspringenmehr Feldlinien von.y,(Feld), alsdort
ßendea-Impulsstrom(in gewohnterSprache:die
enden.Die überzähligendieserFeldlinien laufen
a-Komponente der Kraft, die ein Draht auf den
vom linken zum rechten Draht, so daß auf der
anderenausübt).
Oberflächedes rechten Drahtes mehr Feldlinien
vonj, (Feld) endenalsentspringen.Das bedeutet: Für die in Abb. 9 dargestellteAnordnung gelten
Entweder wird im linken Draht a-Impuls abge- garu analogeFeststellungen,es müssennur alle
baut und im rechtenangehäuft,der linke Draht al- die Richtung der a-Impulsstromlinienbetreffen-
so in zu a entgegengesetzte Richtung und der den Aussagenumgekehrt werden. Von gleichge-
rechtein a-Richtungin Bewegunggesetzt,oder - richteten Strömen durchflosseneDrähte ziehen
wenn das verhindert werden soll - es müssendie sich demgemäßnicht an, sondern werden vom
beiden Drähte durch einen Stab verbunden sein, elektromagnetischenFeld arfeinander zu ge-
über den die vom linken zum rechten Draht lau- drückt.
fenden a-Impulsstromlinien des elektromagneti-
schenFeldesgeschlossen werdenkönnen.In dem DieAbb. l0und I I zeigendieAnalogazudenbei
Stabfließt dann ein Zug-Impulsstrom.In diesem den vorangegangenenAbbildungen, wenn die
Impulsstrom äußert sich die vertraute ,,Absto- Ladungen der beiden Drähte entgegengesetztes
f3ung"derbeidenDrähte.Die Richtungder Feld- Vorzeichen und die Ströme entgegengesetzte Äbb. 10 a-Impuls
linien von 7, (Feld) an der Oberflächeder Drähte Richtung haben.Auch jetzt ist ein Staboder eine den durchdasele\

;üi
iii'
. {tü

ffi,
'.$
it'

I
I

Abb. 9 a-Impulsstromlinienund magnetischeFeldlinien gleichgerichteterOberllächenströmeauf zwei parallelenDrähten (magneti- Abb.11 aJmpu


schesAnalogon zu Abb. 8). Die Impulsstromlinienunterscheidensichvon denender Abb. 8 nurim fuchtungssinn.Die beidenDrähte pulsstromlinienr
werdendurch das elektromagnetische Feld aufeinanderzu gedrückt. Feld voneinand

60
didrl. abgesto-
lischen Feld
tmahl der a- :t:,,/,

r Slmmetrie-
durchsetzen,
ld) durch die-
n Draht zum
üc Feld flie- e
Sprache:die
)raht auf den

ünung gelten
rscn nur alle
ca betreffen-
/qr SJeichge-
rähte ziehen
rerden vom
nder zu ge-

pzu denbei-
q *'enn die
tcnSesetztes
Etcargesetzte Abb. 10 a-Impulsstromlinienund elektrischeFeldlinienzweierentgegengesetzter
Oberflächenladungenauf Drähten.Die Drähtewer-
rb oder eine den durch das elektromagnetischeFeld aufeinander zu gezogeu

ücn tmagneti- Abb. 11 a-Impulsstromlinienund magnetischeFeldlinien entgegengesetzter Oberflächenströmeaufzwei Paralleldrähten.Die Im-


rl:iden Drähte pulsstromlinienunterscheidensich von denen der Abb. l0 nur im Richtungssinn.Die Drähte werden Curchdas elektromagnetische
Feld voneinanderweggedrückt.

61
Feder nötig, wenn die Drähte ruhen bleiben sol- nämlich desSystems,,Elektromagnetisches Feld"
len und die in Abb. l0 vom rechten zum linken und des Systems,,Materie". Diese beiden Syste-
und in Abb. I I vom linken zum rechtenDraht lau- me stehenmiteinanderso in Kontakt, daß der Im-
fenden Feldlinien von j, (Feld) durch die Materie pulsstromvon dem einenabgegebenund von dem
des Stabswieder zurückgeführt werden müssen. anderen aufgenommen wird. Unter stationären
Im erstenFall wird der Stabvon einemDruck-Im- Bedingungenhat der Impulsstrom des einen Sy-
pulsstrom,im zweiten von einem Zug-Impuls- stemsdeshalbdort Quellen, wo der des anderen
strom durchflossen.Diesmal werden die beiden Senkenhat und umgekehrt. Die Kontaktstellen,
entgegengesetzt geladenenDrähte - in Überein- an denender Impulsstrom vom System,,Elektro-
stimmung mit der gewohntenSprechweise- vom magnetischesFeld" an das System,,Materie" ab-
elektromagnetischenFeld tatsächlich aufeinan- gegebenwird oder umgekehrtvon der Materie an
der zu gezogen,während die von entgegengesetz- das elektromagnetischeFeld, werden durch die
ten StrömendurchflossenenDrähte voneinander Ladungen und Ströme (sowie die Quellen und
weggedrücktwerden, so daß sie sich, ebenfallsin Senken von Polarisation und Magnetisierung)
Übereinstimmungmit der gewohntenSprechwei- dargestellt.In diesemanschaulichenSinn haben
se,tatsächlichabstoßen. Ladungen und Ströme also die Bedeutung von
Impulsstrom-Kopplungsstellender beiden Syste-
me,,Elektromagnetisches Feld" und,,Materie".
DiesesBild der beiden miteinander gekoppelten Abb.13 Anged
5. Das physikalische System Systemewollen wir anhandder Abb. 6 noch etwas nesZylindertd
,,Elektromagnetisches Feld" konkretermachen.Dazu verändernwir Abb. 6 zu-
nächstinsofern, als wir statt des einzelnenDrah- stromvomelc
Die Beispieleder Abb. 6 bis I I machendeutlich, tes einen Zylinderkondensator betrachten,Abb. terie über und
daß die Formel (4) - wie auch die allgemeinere 12. Das EFeld ist dadurch auf e'inenendlichen daß die Matct
Formel (5) - nur einenTeil desgesamtenImpuls- Raumbereich beschränkt, allerdings um den Zylinders etu
stromdichtefeldesliefert, nämlich nur den Teil, Preis,daß nun nicht nur Ladungen auf der Ober- scheFeld drm
der von den FeldstärkenEund .Efabhängt.Dane- fläche des inneren Zylinders, sondem entgegen- mechanischc
gesetzteLadungen auch auf der Innenseite des zen, wie es A
ben tritt, wie wir gesehenhaben, ein zweiter,von
der Materie abhängiger Teil, der nur dort von Außenzylindersauftreten.An den Stellen,wo die verlaufenden
Null verschiedenseinkann, wo Materie ist. In den Ladung sitzt,also in der Grenzzonezwischenden Zentralzylifr
Abbildungen sind der Einfachheit wegendie Be- metallischen Elektroden und dem vom BFeld fläche desAul
dingungenmöglichst so gewählt,daß im Inneren eingenommenenRaumstück, geht der Impuls- desZentralztl
der Materie E : 0 und H : 0 ist, so daß die bei- nung, dort i
den AnteileT, (Feld) und7, (Materie) der Impuls- dieselbewiei
stromdichtegetrenntenRaumbereichenzugeord- Wand des äd
net werden. Das ist natürlich nur ein Sonderfalll imZylinderk
im allgemeinenwerden auch im Inneren der Ma- Das j,-Feldi
terie die Feldstärken.Eund,Elvon Null verschie- sichvondem
den sein. Ebensowenigwird sich die Materie im- Druck-Impul
mer auf einen abgegrenzten,endlichen Raumbe- äußeren Zyli
reichbeschränkenlassen,so daß auchy,(Materie) zu den .&[ir
im ganzenRaum von Null verschiedenseinkann. Kondensatod
Im allgemeinentreten die beiden Teile j, (Feld) te man in AH
und 7" (Materie) der Impulsstromdichte also Radialfedem
durchausan denselbenStellendes Raumesauf. nung stehen-
Für uns wichtig ist die Einsicht, daß die Formel Auch diejtni
(4)bzw. (5) keineswegsdie ganze Impulsstrom- magnetischcr
verteilung im Raum beschreibt,sondem nur den Felder nenr
,,elektromagnetischen",nämlich von .E und -EI dargestelltt
abhängigen Anteil /r (Feld). Dazu tritt immer für ein Kocri
noch ein zweiter AnteilT, (Materie), den wir kurz rung von Aü
den,,materiellen" Impulsstrom nennen wollen. schnitts. Itft
Abb. 12 Zylinderkondensator: a-Impulsstromlinien und elek-
Diesebeiden Anteile desgesamtenImpulsstroms trische Feldlinien im Raum zwischen den Elektroden, sowie die stromlinien d
sind Außerungen zweier verschiedenerSysteme, a-Impulsstromlinienim Innem der Elektroden. Richtung. Il

62
AaischesFeld" 13, in der die Radialfedem unter Zugspannung
: beiden Syste- stehen.hat man sich die Federn nun also unter
üL daß der Im- Druckspannungstehendvorzustellen.Siewerden
cnundvondem also jetzt von einem Druck-Impulsstrom durch-
lcr stationären flossen. Entsprechendhenscht auch im Innern
r des einen Sy- des Zentraldrahtes ein Druck-Impulsstrom und
kr des anderen im äußerenMantel des Kabels wie auch in even-
Ksttaktstellen, tuell kreisförmig angebrachtenFedern ein Zug-
trtcm,,Elektro- Impulsstrom. Der Zentraldraht eines Koaxialka-
r -Materie" ab- bels steht somit unter Druckspannung,der Man-
t&r Materie an tel desKabels unter Zugspannung.
rfu durch die
c Quellen urul Die wenigen Beispiele machen bereits deutlich,
l4netisierung) daß das elektromagnetischeFeld mit demselben
a Sinn haben Recht ein physikalisches System genannt wird
fodeutung von wie wir materielleKörper als physikalischeSyste-
lbeiden Syste- me bezeichnen.Was wir -&Felder oder.El-Felder
ad -Materie". oder auch kombinierte E-,EI-Feldernennen. sind
nichts anderesals unterschiedlicheZuständedie-
lr gekoppelten
Abb. 13 AngenäherteRealisierungder a-Impulsstromlinienei sesSystems,,Elektromagnetisches Feld" - so wie
b.6nochetwas nesZylinderkondensatorsmittelsmechanischerFedem. auch Zugspannungs-oder Druckspannungsver-
rrirAbb.6zu-
teilungen in einem materiellen Medium nur un-
iclnen Drah-
strom vom elektromagnetischenFeld auf die Ma- terschiedlicheZusländesind. in die das Medium
lnchten, Abb. gebracht werden kann, und zwar dadurch, daß
terie über und umgekehrt.Wir können nun, ohne
in endlichen
daß die Materie desinneren als auch desäußeren unterschiedlicheImpulsströme von anderen Sy-
hgs um den
Zylinders etwasdavon spürt, das elektromagneti- stemenauf das Medium übergehen.Gewöhnlich
l eufder Ober-
scheFeld durch ein anderesSystem,nämlich das spricht man in diesemZusammenhangbei mate-
fun entgegen-
mechanischeSystem,,elastischeFedern" erset- riellen Medien wie auch beim elektromagneti-
lmcnseite des
zen, wie es Abb. 13 veranschaulicht.Die radial schen Feld von unterschiedlichen..Randbedin-
$cllen. wo die gungen".
verlaufenden Federn ziehen die Oberfläche des
czrischen den
Zentralzylindersnach außenund die innereOber-
l vom BFeld Obwohl sich eine Reihe von Zuständen des Sy-
fläche desAußenzylindersnach innen. Im Innern
I der Impuls- stems,,ElektromagnetischesFeld", wie wir gese-
desZentralzylindersherrschtsomit eineZugspan-
nung, dort ist also die Zug-Impulsstromdichte hen haben, näherungsweisedurch mechanische
dieselbewie in der Anordnung der Abb. 12.In der Felder analogisierenlassen,kann keine Rede da-
Wand des äußerenZylinders fließt ebenfallswie von sein,daß esgenerellmöglich ist, ein mechani-
im Zylinderkondensatorein Druck-Impulsstrom. schesSystemzu finden, dashinsichtlich der mög-
Das 7,-Feldlinienbild der Abb. 12 unterscheidet lichen Impulsstromverteilungenim Raum diesel-
sichvondemderAbb. 13allerdingsdarin,daßder ben Eigenschaftenhat wie das System,,Elektro-
Druck-Impulsstrom nicht nur in der Materie des magnetischesFeld". Diese Tatsache hat histo-
äußerenZylinders fließt, sondem auch senkrecht risch eine große Rolle gespielt. Faraday und
zu den &Linien, also im Gebiet zwischen den Maxwellhalten klar erkannt,daß daselektromag-
Kondensatorflächen.Um das darzustellen.müß- netischeFeld ein physikalischeigenständigesSy-
te man in Abb. 13 noch Federn senkrechtzu den stem ist, das Energie und Impuls ganz ähnlich
Radialfedern einbauen, die unter Druckspan- aufzunehmen,abzugebenund zu transportieren
nung stehen. vennag wie die Materie. A7sMaxwell auch noch
das Licht in die Theorie des Elektromagnetismus
Auch diejenigenZuständedes Systems,,Elektro- einbezogenhatte,war esfürihn sehrnaheliegend,
magnetischesFeld", die wir gewohntermaßen,EI- dem System,,Elektromagnetisches Feld" den ä1-
Felder nennen, können durch ein Feder-Modell teren Namen,,Ather" zugeben,nämlich den Na-
dargestelltwerden.Besonderseinfach gelingt das men, den man bereits einige Jahrzehnte zuvor
für ein Koaxialkabel, das heißt für die Reduzie- dem Träger der Lichtwellen gegebenhatte. Max-
mng von Abb. 7 auf ein Gebiet endlichen Quer- well hat lange versucht, eine mechanischeKon-
schnitts. Man erhält dann wieder die Impuls- struktion zu finden, die die gleichenImpulsstrom-
tien und elek-
btdcn, sowie die stromlinien der Abb. 12, wr mit umgekehrter Verteilungen,also die gleichen Spannungenauf-
I Richtung. Im Gegensatzzum Beispiel der Abb. weisen sollte wie die ,,MaxwellschenSpannun-

63
gen" des Systems ,,Ather". DesO Bemühungen absolutes Bezugssystemim Raum abgeben. Als
bliebenjedoch ohneErfolg; heutewissenwir, daß die Unhaltbarkeit eines solchen Bezugssystems
sie ohne Erfolg bleiben mußten. Noch Drudes durch die Relativitätstheorie offenbar wurde, ge-
khrbuch der Elektrodynamik von 1894trägt den riet atich das Wort ,,Ather" in Vemrf und als Fol-
Titel ,,Physik des Athers". Gemeint waren die ge davon leider auch die Einsicht, daß es gleich-
physikalischen Eigenschaften des Systems,,Elek- zeitig der Name eines physikalischen Systems
tromagnetisches Feld". UnglücHicherweise hat war, das nicht weniger Existenzberechtigung hat
sich mit dem Namen ,,Ather" gleichzeitig aber die als jedes materielle Gebilde, das ganz selbstver- Einleitung
Vorstellung verknüpft, dieses System müsse ein ständlich einen eigenen Namen trägt.

lndiesem
fänger
und
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in der die

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len, daß
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InTeilII

gen für
selbst
durch

64
$geben. Als F. Herrmann
lcatgssystems
nr wurde, ge-
fund als Fol-
Mechanik im Schulunterricht
deß es gleich-
then Systems
ccütigung hat
mz selbstver- Einleitung Teil I
*

In diesemAufsatzwird ein Mechanikkurs fürAn- 1. Die Stellung der Mechanik im


fänger vorgestellt und begründet. Differential- Physikkurs
und Integralrechnungsind für den Kurs nicht er-
forderlich. Wasan Vektorrechnungbenötigtwird,
kann im Physikunterricht selbst erarbeitet wer- Es ist üblich, die Mechanik an den Anfang des
den. Physikunterrichtszu setzen.Die Gründe hierfür
Wegender Knappheit desRaumesmußte auf die wurden im ersten Aufsatz dieses Heftes analy-
Darstellung der Mechanik der Drehbewegungen, siert.Wir empfehlendagegen,die Mechanik nqch
in der die mengenartigeGröße Drehimpuls die der Elektrizitätslehre zu unterrichten, denn die
entscheidendeRolle spielt,verzichtetwerden. Elektrizitätslehreist ausmehrerenGründen leich-
ter als die Mechanik:
Die Darstellung einesphysikalischenSachgebie-
tes für den Unterricht ist einer strengen Bedin- - Die charakteristischemengenartigeGröße der
gung unterworfen: Da der Unterricht eindimen- Elektrizitätslehre,die elektrischeLadung Q ist
sional abläuft, muß das komplizierte, vieldimen- ein Skalar,die der Mechanik, nämlich der Im-
sionale Netzwerk der physikalischen Beziehun- pulsp, ist ein Veklor.
gen in eine eindimensionale,logisch zusammen- - Der Impuls hat keine der Anziehung und Ab-
hängende Kette aufgelöstwerden. Daher ist die stoßung zwischen Ladungen analoge Eigen-
Neudarstellung eines physikalischen Gebietes schaft (wenigstensist solch eine Eigenschaft
ein komplizierteskombinatorischesProblem.Die nichtmeßbar).
traditionelle Schulmechanikhat ihre jetzige Form - Im einzigenFall, in dem der Impuls im Anfän-
erhaltenin einemjahrzehnte-,ja jahrhundertelan-
gen Frozeßdesvorsichtigen,stetigenVerändems gerunterricht von Bedeutung ist, gilt p: mu.
DieseTatsacheist hinderlich bei dem Versuch,
und Optimierens.Jeder,der eine größereVerän-
eineeigeneAnschauungvon pzu bilden.
derung dann zu machen versucht,wird feststel-
len, daß er schnellin logischeSchwierigkeitenge- - Dapein Vektorist, derim Ortsraumoieniert
rät. ist, stellt die Impulsstromrichtung (: Krafc
richtung) ein schwierigeresProblemdar als die
Viele Entscheidungenüber die Anordnung der
elektrischeStromrichtung. Man bringt leicht
Teile des hier vorliegenden Kurses wurden auf
die Stromrichtung mit der Richtung der strö-
Grund solcher K.onsistenz:Forderungengetrof-
fen. Die wichtigsten dieser Entscheidungenwer- mendenGröße durcheinander.
den in Teil I diesesAufsatzeserläutert.Außerdem Da die Mechanik in der hier dargestelltenForm
enthält dieser Teil andere, den ganzen Kurs be- dieselbeStruktur hat wie die Elektrizitätslehre(so
treffende Bemerkungen. wie sie traditionell unterrichtet wird) und zudem
die Elektrizitätslehreleichter begreifbarist als die
In Teil II wird der Ablauf desKursesbeschrieben.
Mechanik, stellt die Elektrizitätslehreeinehervor-
Gelegentlichwerden auch hier noch Begründun-
gen für das Vorgehen gegeben.Sie sind nicht ragende Vorbereitung für den Mechanikunter-
selbst Themen des Unterrichts und sind daher richt dar.
durch Kursivdruck gekennzeichnet.

2. ImpulsoderImpulsstrom
zuerst?

Bevorman die Elektrizitätslehreim Unterricht be-


handelt, muß man sich entscheiden,womit man

65
4. Verallgct
beginnt: mit der elektrischenLadung, alsomit der siegemeinsameinführen. Die Vorstellungenvom
Elektrostatik, oder mit dem elektrischenStrom. einen und vom anderen bilden und stützensich
Keiner dieser beiden Wege hat entscheidende dabei gegenseitig.
Bei derAnord
Vorteile gegenüberdem anderen.Im Schulunter- Wir machen von diesem Vorteil in dem hier be- nikwurde sq
richt bevonugt man heute, mit dem elektrischen
schriebenenMechanikkurs Gebrauch: Eine gan- zip angewca
Stromzu beginnen,da die elektrischenPhänome- ze Reihe von Eigenschaftenvon Impulsströmen dann eing$
ne, die uns am häufigstenbegegnen,mit fließen-
werdenbehandelt,bevor in Abschnitt 8 geschlos- braucht.Das
der und nicht mit gespeicherterLadung zusam-
seneStromkreiseeingeführt werden. Der Impuls dimensionab
menhängen.
fließt zunächst einfach von einem Reservoir werden. Die \
Man könnte meinen,beim Unterricht der Mecha- durch eine Leitung in ein anderes. sionenbegim
nik steheman vor derselbenAlternative: Soll man 15 Abschnit!
beginnen mit angehäuftemImpuls, also mit sich miteinemSkt
bewegendenKörpern, oder mit Impulsstromkrei- in ihrer Strul
sen, also Anordnungen, in denen ein Impuls- 3. Die Rolle des ImPulssatzes der Elektrizid
strom fließt, aber kein Impuls angehäuft wird.
Tatsächlichsind das abernicht die einzigenMög- Welche Rolle soll der Impulssatz im Unterricht
lichkeiten. zwischen denen man wählen kann. spielen?Diese Fragekann man nurbeantworten,
Man könnte nämlich außerdemnoch so verfah- 5. Die Roll
wenn man entschiedenhat, wie man überhaupt
ren, daß man die gespeichertemengenartigeGrö- mit dem Impuls umgehenwill:wie üblich als Ab-
ße gleichzeitigmitihrem Strom einführt. Wir wol- kürzung für das Produkt lau oder als selbständige Bei der Behar
len zunächstzeigen,warum man diesen3. Weg in Größe mit eigenenEigenschaften. nikkurs ist au
der Elektrizitätslehrenicht geht. - Es darf ni
Im ersten Fatl ist der Impulssatz etwas Überra-
Die Experimente der Elektrostatik beruhen dar- schendes.Er ist Ausdruck der sonderbarenBeob- aber leidc
auf, daß sich geladeneKörper anziehenoder ab- achtung, daß die Größen mund D geradeso zu- ne für dic
stoßen.Die Ladung der Körper beträgt in diesen sammenspielen,daß ihr Produkt konstant bleibt. so daß il
Experimenten größenordnungsmäßig l0rC. In dieser Darstellung der Mechanik erscheinen physikali
Größere Ladungen sind experimentell kaum zu der Impulssatzund damit auch die Newtonschen chanisch
realisieren,da man weder die Spannungnoch die Axiome als eine interessante,nicht von vornher- rückgegri
Kapazität der verwendeten Geräte wesentlich er- ein zu erwartendeErfahrung. - Impuls u
höhen kann. Die Experimente mit fließender hängenbt
elektrischerLadung beruhen auf Wirkungen des Hat man dagegenden Impuls eingeführt als eine
eigenamengenartigeGröße in derselbenArt, wie des Körp
Stroms, die in deutlich sichtbarer Weise bei und Eri'
Stromstärkender Größenordnungvon I A auftre- man es mit der elektrischenLadung zu tun ge-
wohnt ist, so ist die Impulserhaltung etwas, das da sienrl
ten. Ein auf 10-5CgeladenerKörper kann aberei- kalischcn
nen Stromvon I A nur I 0-5slang liefern. Es ist da- vom Lernendenals Selbstverständlichkeiterwar-
tet wird. Daß nicht nur Schüler, sondern auch nureinefl
her praktisch unmöglich, die Erscheinungender samtencq
Elektrostatik und die der fließenden Ströme ge- Lehrer so denken, sieht man daran, daß in den
Lehrbüchern die Erhaltung der elektrischenLa- Was einl
meinsamzu untersuchen.Man behandeltdeshalb auszeicL
beide Bereiche zunächst gefrennt und schafft dung kaum einer Bemerkunggewürdigtwird.
nichtuob
dann auf recht kümmerliche Weise,nämlich mit Natürlich kann und sollte man trotzdem den Tank nrh
Hilfe der bekannten Glimmlämpchenversuche, Schülem bewußt machen, daß die Impulserhal- dasfahru
eineVerbindung zwischenbeiden. tung keine Selbstverständlichkeitist - man sollte
dasselbeaberauchmit der Ladungserhaltungund - Physikali
Bei der Mechanik sind wir in einer glücklicheren chern. E
Lage. In typischenExperimentenmit gespeicher- der Massenerhaltungtun.
wenn ml
tem Impuls, also in Stoßexperimenten,beträgt Da wir in unseremKurs besondereSorgfalt dar- tionsfeld
der Impuls der Körper größenordnungsmäßig auf legen, den Impuls als eigene mengenartige Energig
I Ns. Läßt man diesenImpuls abfließen,so kann Größe einzuführen,werden wir die Impulserhal- entfernt
marrz.B. ls lang einen Impulsstrom von I N er- tung genausohandhabenwie Ladungs-oder Mas- erkentrt I
halten. Dieser Strom ist genügend stark und er senerhaltung: Wir gehen mit dem Impuls von wasindc
fließt genügendlange,um seineWirkungen deut- vornherein so um wie mit einer Erhaltungsgröße. le dassd
lichzu erkennen.Wirbrauchen alsobeim Mecha- Damit sind aber auch die NewtonscherAxiome le Eneqi
nikunterricht die mengenartigeGröße und den kein wesentlichesUnterrichtsziel mehr. Mit die- ten odcr,
Strom dieserGröße nicht in garz getrenntenEr- ser Entscheidungist für den Aufbau des Mecha- angeben
scheinungsbereichen zu untersuchen,wir können nikkursesviel Freiheit qewonnen.

66
vom
4. Yerallgemeinerungauf drei Dimensionen Teil II
sich
Bei der Anordnung der Einzelthemen der Mecha. l. Impuls: Schwung
hier be- nik wurde soweit wie möglich das folgende Prin-
zip angewendet: Komplikationm werden erst
dann eingefi)hrt, wenn man sie unbedingt In den Abschnitten I bis4 werdenKüper, die Im-
braucht.Das bedingt 2.8., daß zunächstnur ein- puls haben, und tJbertragungsvorgängeyon Im-
Impuls dimensionale Bewegungsvorgänge betrachtet puls qualitativ untersucht. In diesen Abschnitten
Reservoir werden. Die Verallgemeinerungauf drei Dimen- soll bei den Schülern die Vorstellung vom Impuls
sionen beginnt erst in Abschnitt I 6. In den ersten als von etwas Menganartigern gebildet werden.
15 Abschnitten wird mit dem Impuls daher wie Man sollte hier 4uf keinm Fall schon die Bezie-
mit-einemSkalaroperiert,so daß dieseAbschnifie hung p: m D erarbeitm. Sie wird noch nicht ge-
in ihrer Struktur und im Schwierigkeitsgrad mit braucht und sie ßt bei der Bildung einer Vorstel-
der Elektrizitätslehre vereleichbar sind. lung vom Impuls aß einer eigmen mengenartigen
Gröfie eher hinderlich.
Damit der Impuß auch wirHich als mmgmartige
5. Die Rolle der Energie Grötle begriffm wird, ßt es wichtig, datS man
rupt nicht sagt, Impuls werde von einernKörper auf ei-
als Ab- nen anderen übertragen, sondern ,,Der Impuls
Bei der Behandlungder Energiein einem Mecha-
flWt vom einen zum anderen Körper".
nikkurs ist auf drei Dinge zu achten:
Ein Körper, der sich bewegt, hat Wucht, oder
überra- - Es darf nicht der Eindruck entstehen(wie es Schwung, oder (wie der Physiker sagt) Impuls.
Beob- aber leider meistgeschieht),die Energiesei ei- Man betrachtet ein möglichst großes fahrendes
&sozu- ne für die Mechanik charakteristischeGröße. Objekt, das ohne Antrieb fährt, ohne merklich
ntbleibt. so daß immer, wenn die Energie in anderen langsamer zu werden, etwa einen Radfahrer
rüeinen physikalischen Bereichen auftritt, auf eine me- (wenn der Platz im Klassenraum reicht). Das
funschen chanische Anschauung von der Energie zu- Fahrzeug hat Schwung oder Impuls. Wenn es gut
Yomher- rückgegriffen wird. gelagertist,behält esihn auch. Man betrachtetein
- Impuls und kinetische Energie eines Körpers besondersgut gelagerteso,Fahtzeugo': einen Glei-
hängenbeidevon Masseund Geschwindigkeit ter auf der Luftkissenbahn. Einmal angestoßen
als eine
Art, wie des Körpers ab. Von den Relationen p: rrl11 .behält er seinenImpuls über die ganzeBahnlän-
und E6n : mu2/2 ist die erstedie wichtigere, ge.Manvermeidezunächst,,Reflexionen'o an den
ge-
da sie rn und u mit einer fundamentalenphysi- Enden der Bahn.
das
erwar- kalischen Größe verknüpft. Eki, hingqgen ist Impuls kann von einemKörper auf einenanderen
auch nur einervon mehrerenmöglichenvon der Ge- übergehen, er kann von einem zum anderen Kör-
in den samtenergieabspaltbarenAnteile. per fliefim. Auf der Luftkissenbahn werden ver-
La- Was ein fahrendes Auto vor einem ruhenden schiedeneStoßexperimentegemacht, bei denen
auszeichnet,ist vor allerq sein Impuls und einer der Gleiter vor dem Stoß ruht: Stößezwi-
nicht unbedingtdie Energie.Das mit gefülltem schengleichschwerenund verschiedenschweren
r den
Tank ruhende Auto hat viel mehr Energie als Gleitern, elastische,halbelastischeund inelasti-
erhal-
dasfahrendeAuto, dessenTankleerist. scheStöße.In jedem Fall fließt Impuls von einem
sollte
sund - PhysikalischeSystemekönnen Energie spei- Körperzum anderen.
chem. Ein Körper speichert z. B. Energie, Impuls kann von einem auf einen
wenn man ihm Impuls zuführt. Das Gravita- anderen Körper fließen.
dar-
tionsfeld zwischen zwei Körpern speichert
Energie, wenn man die Körper voneinander Man läßt einen Gleiter einmal von links nach
entfernt. An den Ausdruckenf /2mund ghm rechts und einmal von rechts nach links gleiten.
Mas- Worin unterscheidensich die Impulse in den bei-
erkennt man, wie voll die Speichersind. Das,
von den Fällen? Wir sagen, der Impuls ist positiv,
was in {en Speichernsteckt,ist aberbeide Ma-
le dasselbe:Energie.Kinetischeund potentiel- wenn sich der Körper von links nach rechts be-
Axiome wegt, und negativ, wenn er sich von rechts nach
le Energie sind nicht irgendwelche Energiear-
l[it die- links bewegt.Er ist Null, wenn der Körper ruht.
ten oder -formen; sie sind nur Ausdrücke, die
angeben,wie voll ein Energiespeicherist. Es gibt positiven und negativenImpuls.

67
Man macht einen total inelastischenStoß zwi- Solange sich die Körper nicht berühren, fließt 4. DieYei
schenzwei gleichen Körpern, die sich mit entge- kein Impuls. Luft leitet den Impuls also nicht, InpEE
gengesetztgleicherGeschwindigkeitaufeinander oder allgemeiner:
zu bewegen.Die beiden Körper kommen zur Ru-
Gase leiten den Impuls nicht.
he. Der Reue,aus beiden Einzelkörpern zusam- Man bescül
mengesetzteKörper hat den Impuls Null. Man befestigtan 2 Gleiternje einenMagnetenso, den befesig
daß sichgleichePolegegenüberstehen, und macht man am Fd
Positiver und negativer Impuls heben sich auf.
einen Stoßversuch.Offenbar befindet sich zwi der Erde du
Das ist genauso,wie sich positivesund negatives schenden Magnetenetwas,dasden Impuls leitet: durchdenFl
Geld, nämlich Schuldenund Guthaben,oder po- Wir nennenesein Magnetfeld. den genatE
sitive und negative elektrische Ladung zu Null an. daß errt
Magnetfelder leiten den Impuls. den ist gespr
addierenkönnen.
Spannung r
Wir kennzeichnen den Impuls eines Körpers Die Feststellungen über die Leitföhigkeit haben
Will man d
durch einen Pfeil, der in die Bewegungsrichtung ihre Grenzen.Gase, die in einem Zylinder mit be-
man eine Yc
desKörpers weist. weglichemKolben eingeschlossensind, leiten dm
als ein ger
Impuls. Man wird aber auf solche hobleme hier
Gummibar
noch nicht eingehen. Bei der Betrachtung der
dem Gumn
elektrischenLeitftihigkeit beginnt manja auch mit
Impulsstrul
2. Leiter und Isolatoren Aussagen, die nur in begrenztein MatJ zutreffm
Dehnungü
(2.B. Luft ist ein Nichtleiter).
oder schwt
ne Stromstl
Bei einem Stoß fließt Impuls von einem Körper
zum anderen.Wie muß eine Leitung beschaffen Ein elastid
sein, durch die der Impuls fließen kann? Welche 3. Der Impulsstrom
zur Erde formt, je d
Gegenständeleiten Impuls, welche Gegenstände ihn hindurd
leiten ihn nicht?
Man läßt bei einem Stoß den Impuls durch eine
dünne Stangefließen, Abb. l, und stellt fest:
Feste, steife Gegenständeleiten den Impuls.
Man läßt einen Gleiter einen total inelastischen
Stoß mit einem Ende der Luftkissenschienema-
chen. Wo ist nun der Impuls geblieben? Die
Schienemuß ihn bekommenhaben.Steckter aber
(a,
I
jetzt in der Schiene? Hat die Schienejetzt Wucht?
Nein, siehat siean die Erde weitergegeben.
Man schaltetdas Luftkissen ab. während sich ein
Gleiter auf der Schienebewegt. Der Gleiter hält
an. Wo ist seinImpuls geblieben?Vorher war zwi- :yÄ --s
schenKörper und Schienekeine leitendeVerbin-
dung. Luft ist ja für Impuls ein Isolator. Nach > 1

dem Abschaltenist eine leitendeVerbindung her-


gestellt. Der Impuls ist in die Schieneund von
Abb.3 Zehr
Abb. I Durch den an 2 FädenaufgehängtenStabfließt ein Im- dort in die Erde abgeflossen.Dieser Vorgang hat Stabin denGl
pulsstromvom linken zum rechtenGleiter.
seinAnalogon in der Elektrizitätslehre:Verbindet
man eine elektrisch geladene Kugel über einen
Man verbindet 2 Gleiter mit einem durchhänsen- Draht mit der Erde, so fließt die Ladung von der {a,
den Fadenund macht einen Stoß,Abb. 2. Kugel in die Erde.
Seile leiten den Impuls nur in einer Richtung. Wo bleibt der Impuls einesbremsendenAutos?
Er fließt in die Erde. Die RädereinesWagenssind
dazu da, den Wagen von der Erde zu isolieren. ä
Beim Bremsen soll aber ein Impulsstrom zwi-
schenWagenund Erde fließen. Die Isolation, die
man durch die Radlager erreicht, wird mit der f.)5
Bremse,,überbrück1".
Räder sind dazu da, daß kein Impuls vom Fahr- ]
Abb.2 Sobald der Faden gespanntist, fließt ein Impulsstrom zeag zar Erde fließt. Beim Bremsen eines Fahr- Abb.4 Di€d
vom rechtenzum linken Gleiter. zeugsfließt der Impuls des Fahrzeugsin die Erde. vomGleitcu

68
icht benihren, fließt 4. Die Verformung eines Körpers durch den Ziehtman an dem Faden nach rechts,so nimmt
r Impuls also nicht, Impulsstrom der positive Impuls des Körpers zu. Durch die
Leitung (den Faden) fließt also positiver Impuls
von rechts nach links, Abb. 3a. Drückt man von
Man beschleunigteinen Gleiter, an dem ein Fa- links mit Hilfe einesStabes,so nimmt der positive
c einenMagnetenso, den befestigt ist, auf der Luftkissenbahn,indem Impuls desKörpers auchzu. Durch den gedrück-
rntehen, und macht man am Faden zieht. Der Impuls fließt jetzt von ten Stab fließt positiver Impuls von links nach
rr befindet sich zwi- der Erde durch den Körper dessen,der zieht, und rechts,Abb.3b.
lasden Impulsleitet: durch den Fadenzum Gleiter. Wir wollen den Fa-
Durch einegedehnteImpulsleitungfließt positiver
d. den genauerbetrachten.Siehtman esdem Faden
Impuls von rechts'nach links, durch eine ge-
an, daß er von Impuls durchströmtwird? Der Fa-
rb. stauchte von links nach rechts.
den ist gespannt.Im Prinzip wird er als Folge der
Spannung sogar eine ganz kleines Stück länger. Wir können aber auch genausogut sagen:Durch
Leir.fcihigkeithabm
Will man diese Dehnung bessersehen,so muß eine gedehnteImpulsleitung fließI negativerIm-
nen Zylinder mit be-
man eine Verbindung nehmen, die dehnbarerist puls von links nach rechts,Abb.4a, und durch ei-
*sen sind, leiten dm
als ein gewöhnlicher Faden, etwa ein dünnes ne gestauchtevon rechts nach links, Abb. 4b.
solchehobleme hier
Gummiband. Macht man das Experiment mit Wenn wir in Zukunft von Impuls sprechen,ohne
ler Betrachtung der
dem Gummiband, so sieht man deutlich, ob ein eines der Adjektive ,,negativ" oder ,,positiv" an-
innt manja auch mit
Impulsstrom fließt oder nicht. Man sieht an der zufügen,someinenwirpositivenImpuls,genauso
stenr MatJ zutreffen
Dehnung des Gummibandes,ob der Strom stark wie man positiven Geldwert meint, wenn man
oder schwachist, d. h., ob er einegroßeoderklei- einfach von Geld und nicht von Guthaben oder
ne Stromstärkehat. Schuldenspricht.
Ein elastischerKörper wird um so stärker ver- l. Der in Abb. 3a dargestellteSachverhaltwird
rde formt, je stärker der Impulsstrom ist, der durch durch den Satz ..Die Stiirke des Stroms durch ei
ihn hindurchfließt. ne nach links orientierteFlöche istpositiv" genau-

n total inelastischen
ftkissenschiene ma-
uls geblieben?Die (a)
raben.Steckteraber ---+*---{-
ichienejetzt Wucht?
reitergegeben. f
rb. * ährendsichein
f,1. Der Gleiter hält
cn'l Vorherwarzwi-
ine leitendeVerbin-
ein Isolator.Nach
rdeVerbindungher-
c Schieneund von
Abb. 3 Zieht man an dern Faden(a) oder drückt gegenden Stab(b), so fließt (positiver)Impuls von der Hand durch den Fadenbzw
Deser Vorganghat Stabin den Gleiter.
tätslehre:Verbindet
: Kugel über einen
die L^adung von der (a)

rrcmsendenAutos?
reinesWagenssind
r Erde zu isolieren.
Impulsstromzwi-
n. Die Isolation,die
ncht. wird mit der

r lmpuls vom Fahr-


Irms€n eines Fahr- Abb. 4 DieselbeSituationwie in Abb. 3 wird hier andersbeschrieben:Durch den Faden (a) und den Stab(b) fließt negativerImpuls
lzeugs in die Erde. vom Gleiter zur Hand.

69
so gut beschrieben wie durch ,,Die Stärke des (ohne dabei das garue Gerät umzudrehen), so
6. Die Ar
Stroms durch eine nach rechts orimtierte Fkiche fließt der Strom andersherum durch das Gerät
Rich-
konste
ßt negativ". Wir drücken diesen Sachverhalt aber hindurch, esschlägtin die entgegengesetzte
hier auf eine wenigerformal wirkendeArt aus ,,Es tung aus,Abb. 6.
fliefit positiver Impuls von rechts nach linl<s" oder Die Stärke eines Impulsstroms kann man mit Läßt man
hierzu dquivalmt ,,Es flieJ|t negativer Impuls von
einer Federwaage messen. Die Maßeinheit der Igr,z.B.ei
links nach rechts". Beim Strom einer Gröfie, die
Impulsstromstärke ist das Nervton. einen Behi
nur positive Werte annehmen kann, würde die
geimBehä
letzte Formulierung sehr unnatürlich wirken (,,ne- Leider gestatten die handelsüblichen Federwaa- de sind 2 Lr
gatives Wasserflietlt rheinaufwdrts"). Bei Grö- gen dieses Umpolm nicht. Man kqnn die An- ter usw. Fü
t|en, die zweierlei Vorzeichenfdhig sind (wie der schlüssenur dadurch vertauschen,dafi man das
elektischen Ladung) oder die sogar unendlich ganze Gercit umdreht. Vertauschm und Umdre- lll: Iw L
viele Richtungen annehmenkönnen (wie dem Im- hen zusammen bewirkm aber, datJ der Impuls- Man kann
puls) ist sie dagegensehr zweckmdtlig. strom durch die Feder wieder in der ursprüngli- machen: lV
Die gestrichelteLinie in Abb. 3 und Abb. 4 gibt chm Richtung flietJt. Stärke /, ir
nicht, wie im 3. Aufsatz dieses Heftes, die Körperzur
Richtung des Stromdichtefeldes an, sondem die
P: Ipt.
Richtung orientierter Fldchen, auf die sich der
Stromsttirkevektor neben der Leitung bezieht. Als Maßeü
sekunde (l
2. Das, was in der Elektrizitdtslehre gewöhnlich Namen eir
unter dem Thema ,,die Wirkungm des elektrt-
schm Stroms" betrachtet wird, hat seine Entspre- lNs:II
chung bei den Impulsströmen. Dem Magnetfeld
beim elektrßchen Strom entspricht beim Impuls-
strom die Verformung. Beide Erscheinungenwer-
den zur Messung der entsprechendenStröme her-
m
I ool
Damit kar
stärkeaud
I Newton
angezogen. ,/"+ { Für die Dr
ein konstr
D er sogenannten Wärmewirkung des elektrischen
fließt, gibt
Stroms entspricht beim Impulsstrom die Wdr-
meerzeugung durch Reibung. Auf die Reibung - Manhä
kommen wir späternoch zu sprechen. bahn ei
Ende s
beimZ
Abb. 5 Um eineStromstärkezu messen.schneidetman die Lei-
tung, durch die der Strom fließt, durch und verbindetdie beiden
- Man ül
5. Impulsstrommesser neu entstandenenEnden mit den beidenAnschlüssendes Meß- auf ein
geräts. soaml
stantbl
Man kann dehnbare elastischeKörper als Im- - M a n t
pulsstromstärkemesser,oder kurz Impulsstrom- (a) Energir
messerverwenden. Die Federwaageist ein Im- kissenb
pulsstrommesser.Der dehnbare Körper ist hier Quelle
eine Feder. Die Maßeinheit der Stromstärkeist krafsu
das Newton. Kästch
Man geht mit einem Impulsstrommesserum wie kissenb
mit anderenStrommessernauch, Abb. 5. Wie ein heraus
Amperemeter oder ein Wasserstrommesserhat Kästch
der Impulsstrommesser2 Anschlüsse.Zum Mes- dabei s
den ur
sentrennt man die Leitung, durch die der Impuls
hindurchströmt, durch, so daß zwei neue Enden und I
Fadenc
entstehen.Diese Enden verbindet man mit den Abb.6 (a) Impulsstrommesser,den man umpolen kann. (b)
Anschlüssen des Impulsstrommessers.Der Im- Der Impulsstromfließt rechtsam äußerenAnschluß in das Ge-
rät hinein und links am inneren Anschluß heraus.(c) Der Im-
pulsstrom muß jetzt durch das Meßgerät hin- pulsstrom fließt rechts am inneren Anschluß hinein und links * Eine impd
durchfließen. Vertauscht man die Anschlüsse am äußerenheraus. von der Fa- I

70
qrdrehen), so
6. Die Anhäufung von Impuls bei
rcü das Gerät
konstantem Strom
lesetzte Rich-

I man mit Läßt man einen Wasserstromkonstanter Stärke Abb. 7 Eine impulsstromstabilisierte Quelle ist im Prinzip ein
Ueinheit der Iry,z.B. einen Strom von 2 Liter pro Sekunde,in Kästchen, das einen Faden aufröllen kann. Ein Mechanismus
einen Behälterfließen, so nimmt die Wassermen- im Kästchen sorgt für einen konstanten Impulsstrom im Faden.
geim Behältergleichmäßigzu. Nach einer Sekun-
an Fedemtaa- de sind 2 Literim Behälter,nach 2 Sekunden4 Li-
konn die An- Die Gleichungp: +t ist ein Spezialfallder Kon-
ter usw. Für die WassermengeW gilt also tinuitdtsgleichungfi)rdm Impuls. Sie enthdlt da-
fu$ man das
t und Umdre- W: Iwt. mit eine Konvention über das Vorzeichen der
E der Impuls- Stromstdrke des Stroms durch eine geschlossene
Man kann dasselbeExperiment mit dem Impuls
b ursprüngli- Fläche. In der TheoretischenPhysik ßt es üblich,
machen: Man läßt einen Impulsstrom konstanter
die Kontinuitdtsgleichung der ErhaltungsgrötJeX
StärkeIe in einen Körper fließen. Dann ist die im
in integraler Form so zu schreiben:
Körper zur Zeit lenthaltene Impulsmenge
dX
P- Ipt. tx:u '
Vr+
Als Maßeinheit desImpulsesergibt sich Newton-
sekunde (Ns). Hierfür führen wir einen neuen Diese Schreibweßebeinhaltet, dqß St/öme durch
Namen ein: eine geschlossmeFldche positiv gezöhlt werden,
wenn sie von innen nach aufien fließm - in an-
I Ns : I Huygens(Hy). deren Wortm, datJ der Fldchennormalenvektor
Damit kann man die Einheit der Impulsstrom- nach außen weist. Hält man sich an dieseKonven-
stärkeauch schreiben: tion, so ist in unseremFall nicht p: Iot, sondem
p : - Ipt. In dieser Form macht die Gleichung ei-
I Newton : I Huygenspro Sekunde.
ne Aussage über Impuls, der vom Körper weg-
Für die Durchführung des Experiments,bei dem und nicht zum Körper hinflieJ|t, und gibt dadurch
ein konstanter Impulsstrom auf einen Körper leicht Anlafi zu physikalßch unergiebigen Dislcns-
fließt, gibt esverschiedeneMöglichkeiten: sionenüber Vorzeichen.
- Man hängtan einenGleiter auf der Luftkissen- Wir legen deshalbfest, daß ein Strom positiv zu
bahn eine Federwaageund zieht am anderen zählen ist, wenn er in eine geschlossme Fläche
Ende so, daß der Ausschlagder Federwaage hineinlließt. Fkichennormalenvektoren weisen
beim Ziehen konstantbleibt. nach dieser Festlegungbei geschlossmenFldchm
ib man die Lei- nach innen.
- Man überträgt über einen Expander Impuls
bdetdiebeiden
h<endes Meß- auf ein Fahrrad (mit Fahrer).Dabei zieht man
so am Expander,daß dessenAuslenkungkon-
stantbleibt.
- Man benutzt eine irBpulsstromstabilisierte
7. Die Impulskapazität
Energiequelle;um einen Gleiter auf der Luft-
kissenbahnmit Impuls zu laden.* Eine solche Die Impulsmenge,die ein bestimmterKörper ent-
Quelle (in herkömmlicher Sprechweise:ein hält, hängt mit seiner Geschwindigkeit zusam-
kraftstabilisierter Antrieb) ist im Prinzip ein men. Je größer die Geschwindigkeit u ist, desto
Kästchen. das man an einem Ende der Luft- mehr Impuls pbesitzt der Körper. Wie ist aberder
kissenbahnbefestigt,und aus dem ein Faden genaue Zusammenhangzwischenp und u? Bei
herauskommt, Abb. 7. Ein Mechanismus im den folgenden Experimentenwerden total inela-
Kästchen kann den Faden aufrollen. Er zieht stische Stöße zwischen identischen Körpern
dabei so, daß der Impulsstrom durch den Fa- durchgeführt. Die Geschwindigkeitender Stoß-
den unabhängig von Ort, Geschwindigkeit partnerwerdenvorund nach dem Stoßgemessen,
und Beschleunigung des herausragenden Abb.8.
plcn kann. (b) Fadenendes ist.
:Iuß in das Ge-
Ein Luftkissen-Gleiterstößtgegeneinen anderen
x. (c) Der Im- ruhenden Gleiter. Der ursprüngliche Impuls p6
l:in und links * Eine impulsstromstabilisierte Energiequelle wird demnächst des ersten Gleiters ist nach dem Stoß auf beide
von der Fa. Phywe,Göttingen, angeboten. Körper gleichmäßigverteilt,jeder Körper hat also

71
Die MasseeinesKörpers hat also die Bedeutung
eines Fassungsvermögensdes Körpers für Im-
puls. Wirbezeichnendaherdie Masseauch alsdie
Impulskapazität des Körpers. Wir fassendie bei-
den Beziehungenp - uund p - mzusammenzv
p-mv.
Abb.9 M
Die Maßeinheitenvon Impuls und Impulsstrom- vomMannü
stärkesind geradeso gewählt,daß das Proportio- zumMann-D
stroms an. Di
nalitätszeichen durch das Gleichheitszeichen er-
setztwerdenkann. Es gilt also
P:mu. ,,im Kreisl
I. Wir wollm noch eine andere Möglichkeit der nirgends t
Herleitung der Beziehungp: mu andeuten.Die- Abb.9 zeit
se ist gedanHich einfacher als die oben dargestell- Mann zieü
te, aber technßch etwas schwieriger. Sie erfordert digkeitübt
Abb. 8 (a) Der Impuls p9 des linken Körpers vor dem Stoß ver-
teilt sich beim Stoß zu gleichen Teilen aufbeide Körper. (b) Der eine impulsstromstabilisierte Energiequelle, die DaßImpu
Impuls p6 verteilt sich zu gleichen Teilen auf die drei Körper. man über ein deJiniertesZeitintervall einschalten dern. Die t
kann. Abb. 7. Seil fließtt
Man stellt an der Quelle eine bestimmte Impuls- Mannzurl
den Impuls p: po/2, Abb. 8a. War die Ge- stromstärke Io ein und Wt den Strom über einm istgestaud
schwindigkeitvorher Ds,soist sienachher,wie die Faden während eines wohldeJinierten Zeitinter- zurückzul
Messungergibt us/2. Stößtein Gleiter mit pe und vallsLt auf einm Gleiterflieum. Auf den Gleiter sind nur d
D6gegenzwei fest aneinandergekoppelteruhen- damit ein deJinierter Impulsbetrag fließt. Sie
flWt
de Gleiter, so ist der Impulspe nach dem Stoßauf p: Ip'\,t. Man macht diesesExperimentmit die Erde.I
drei Gleiter gleichmäßigverteilt. Nach dem Stoß Gleitern verschiedmerMasse und aus verschipde- befänden,
hat alsojeder Gleiterps/3, Abb. 8b. Die Messung nen Mateialien, und man varüert den Impußbe- de geschk
der Geschwindigkeitergibt in diesem Fall us/3. trag, etwa indem man L,t verändert. Aus diesen auchmafl
Wir schließen,daß der Impuls einesKörpers pro- Experimmtm schlietlt man leicht auf p - mu. Es werdc
portional zu seinerGeschwindigkeitist.
2. Es wtire logisch einfacher, die Masse als Im- chen, etsl
Der Impuls eines Körpers ist proportional zu sei- pußkapazität zu deJinierm, statt, wie es hier ge- lift oderh
ner Geschwindigkeit:p- u. schieht, die Tatsache, datJ Masse gleich Impuls- Fließt Iq
VerschiedeneKörper können bei gleicher Ge- kapazittit ist, als Erfahrung darzustellen. Wir nes Kör1a
schwindigkeit verschieden viel Impuls haben. glaubm aber, es wäre unaffichtig, hier nicht an senenSEt
Zwei gleichartigeKörper, die sich mit derselben die Erfahrung oder Überzeugungder Schüler an-
Der Kr4
Geschwindigkeit bewegen, kann man als einen zulmüpfen, datSein Körper eine Eigenschaft hat,
ein Beiqt
einzigen Körper auffassen. Der Impuls dieses die man in kg milStund die unverrinderlich ist, die
lereis.Frt
großen Körpers ist selbstverständlichdoppelt so er aßo z. B. auch dann noch hat, wenn man ihn
der Imfl
groß wie der eineseinzelnen. auf den Mond bringt.
ma einq r
Es liegt nahe zu vermuten, daß der Impuls eines Daß die Wirkung, an der der Schüler dieseEigm-
Körpers einfach von seinerMasseabhängt,nicht schaft erkmnt, ndmlich der Impulsstrom zur Erde
aber etwa von seiner chemischenZusammenset- (die Gewich*lcraft), gar nicht unveränderlich ßt,
zung. Wenn das zutrifft, muß bei einem total ela- wird später (in Abschnitt 11) behandelt.
stischenStoß einesKörpers gegeneinen anderen
ruhenden gleichschweren,aber aus einem ande-
ren Stoff bestehendenKörper die Geschwindig- 8. Impulsstromkreise
keit desweglaufendenKörpers gleich der desan-
kommendenvor dem Stoßsein,und der stoßende
Körper muß nach dem Stoß ruhen. Experimente Die bisherbetrachtetenImpulsströmewaren stets
zeigen,daßdas der Fall ist. so beschaffen,daß Impuls von einem Körper auf
Ein Körper enthält bei einer bestimmten Ge- einen anderenfloß. Vor Ablauf des betrachteten Abb.10 Gl
schwindigkeit um so mehr Impuls, je größer seine Vorgangs steckte Impuls im ersten Körper, da- vom Dierd
Masseist: p- m. nachim zweiten.Man kann nun aberImpuls auch zumGed

72
b Bedeutung 9. ImpulsstromundEnergiestrom
pers für Im-
eauchalsdie
lsen die bei- In den Beispielendesvorigen Abschnittsfloß au-
lsemmenzu ßer dem Impulsstrom noch ein Energiestrom.
Energie und Impuls gehen aber nur auf einem
Abb.9 GeschlossenerImpulsstromkreis. Der Impuls fließt Teil ihres Wegesgemeinsam.In Abb. 9 etwa be-
mpulsstrom- vom Mann durch das Seil zur Kiste und durch das Brett zurück ginnt die Energie ihren Weg in den Muskeln des
s Proportio- zum Mann. Die Federn zeigen Stärkeund Richtung des Impuls-
stroms an. Die Rollen isolieren den Stromkreis gegendie Erde.
Mannes. Siefließt zusammenmit dem Impuls bis
tszeichen er- zur Kiste, genauer:bis zur Unterseiteder Kiste.
Wir sagenauch,der Impuls trägt die Energievom
Mann zur Kiste. Der Impuls ist hier der Energie-
,,im Kreis herum" fließen lassen,also so, daß er
nirgends abnimmt und sich nirgends anhäuft. trciger.
lglichkeit der
dcuten. Die- Abb.9 zeigt einen solchenImpulsstromkreis.Ein Beim Rutschen der Kiste auf dem Brett werden
n dargestell- Mann zieht eine Kiste mit konstanterGeschwin- Brett und Kiste erwärmt. Hier trennen sich die
Sie edordert digkeit über den Boden. Wegevon Energieund Impuls. Der Impuls fließt
kryuelle, die Daß Impuls fließt, erkenntman an den beidenFe- ohne Energiedurch das Brett zurück zum Mann,
J einschalten dern. Die obere Feder ist gedehnt.In ihr und im die Energiefließt mit einem anderenTräger, der
Seil fließt also Impuls von rechtsnach links, vom Entropie, in die verschiedenstenRichtungen.
tnte Impuls- Mann zur Kiste. Die Federzwischenden Brettern Ganz ähnlich steht es bei der Anordnung von
süber einm ist gestaucht.In ihr fließt der Impuls von der Kiste Abb. 10.Der Impuls fließt durch den gespannten
a Zeitinter- zurück zum Mann. Die Rollen unter den Brettern Teil des Treibriemens zusammen mit Energie
f dcn Gleiter sind nur dazu da, daß kein Impuls zur Erde ab- vom Dieselmotor zum Generator. Von hier aus
hrptlsbetrag fließt. Sie isolieren den Impulsstromkreis gegen fließt der Impuls durch die Fundamentezurück
viment mit die Erde. Wenn sich Mannund Kiste auf derErde zum Motor, während die Energie durch das
t venchiede- befänden,wäreder Impulsstromkreisüber die Er- Kabel wegfließt.
n Impulsbe- de geschlossen(elektrische Stromkreisewerden
Ersetztman den Generatordurch etwas,daskeine
, Aus diesen auch manchmalüber die Erde geschlossen).
Energie verbraucht, z.B. einfach ein frei laufen-
tP- ^u.
Es werden andere Impulsstromkreise bespro- des Rad, so fließt auch kein Impuls mehr. Der
w als Im- chen, etwa beim Treibriemen,Abb. 10,beim Ski- Treibriemenbewegtsich, aber er ist entspannt.
s a hier ge- lift oder beim Dampfpflug.
't*fi Damit durch ein Seil Energie fließt, muß
Impuls- Fließt Impuls, ohnedaß sich der Impuls irgendei- - Impuls durch das Seil fließen
dlen. Wir nes Körpers ändert, so muß er in einem geschlos- - sich das Seil bewegen.
b nicht an senenStromkreis fließen.
Htüler an- Wir untersuchen,wie Impulsstromstärke1, und
dtaft hat, Der Kran, der eine Last trägt oder hebt, ist auch Energiestromstärke.Is miteinander zusammen-
tMt ist, die ein BeispielJür einm geschlossenenImpulsstrom- hängen.Man sieht leicht, daß die Energiestrom-
tt man ihn kreß. Er wird aber hier noch nicht besprochen,da stärke zur Impulsstromstärke proportional ist.
der Impulsstrom durch das -Gravitationsfeld The- Man braucht dazu nur die Anordnung von Abb.
mq eines anderen Unten'ichtsabschnittsßt. 10 zweimal nebeneinanderaufzubauen.Es fließt
be Eigen-
st nr Erde dann doppelt soviel Impuls wie bei einereinzigen
üerlich ßt, Anordnung, aberauch doppelt soviel Energie.Es
gilt also:
J.
In- Ip.
Wir habenschonbemerkt,daß die Energiestrom-
stärkevon der GeschwindigkeitdesSeilsabhängt.
Je größerdie Geschwindigkeitist, destogrößerist
auch die Energiestromstärke.Wie lpgenau von u
lwarenstets abhängt, sieht man, wenn man das Experiment
Körperauf von Abb. I I macht. Die Kiste wird mit einemFla-
:trachteten Abb. 10 GeschlossenerImpulsstromkreis. Der Impuls fließt
schenzugüber den Boden gezogen.Die Feder-
Körper, da- vom Dieselmotor durch den gespanntenTeil des Treibriemens waagenin den Seilen I und 2 zeigendie5elbeIm-
hpulsauch zum Generator und von dort durch die Erde zurück zum Motor. pulsstromstärkean. Der Impulsstrom in Seil 3

73
Abb. 12 zeigt einen Impulsstromkreis, in dem der
Impuls ohne Antrieb fließt. Daß er fließt, erkennt
man an den beiden Federn: Die obereist gedehnt,
die untere gestaucht. Hier fließt also ein Impuls- afur
strom, obwohl der Impuls selbstüberall im Strom-
kreis den Wert Null hat. Aus der Tatsache, daß den.
der Impuls in Abb. 12 ohne Antrieb fließt, folgem
Ind
wir, daß die Leitungen dem Impulsstrom keinen
und
Abb. 11 Durch Seil I und 2 fließen gleichstarke Impulssträme Widerstand entgegensetzen.Man sagt auch, die
nach links. Sie vereinigen sich in der Rolle zu dem Strom in Iritungen haben für den lmpuls keinen Wder-
Seil 3. Die Energie fließt vom Mam durch Seil I und dann
durch Seil 3 zur Kiste. Durch Seil 2 fließt keine Energie.
stand.
Da sich keine der Leitungen bewegt, also überall h
u: 0 ist, fließt nirgends im Stromkreis Energie.
kommt alsozu gleichenTeilenausSeil I und aus
HaE
Seil2:
Db
ht: In: In/2. wd|
GeometrischeBetrachtungenzeigen,daß ande-
rerseitsdie GeschwindigkeitvonSeil I doppeltso In
großist wie dievon Seil3.
Die Energiefließt vom Mann zur Kiste zuerst
durchSeil 1, danndurchSeil3. Damit Iq: Iaz
ist, muß also Is - u/, sein.Die Maßeinheitder
Energieist so gewählt,daß dieseBeziehungals Abb.12 In dieser Anordnung fließt ständig ein Impulsstrom
Gleichunggeschrieben werdenkann: ohne Antrieb.

In: olp.
Nicht nur Impulsströmekönnen ohne Antrieb
DieseGleichungwird auf Hebelund komplizier- fließen.Ein Reifen,den manin denleerenWelt-
tere Flaschenzügeangewendet.Für Hebel und raumgebrachtund in Drehungversetzthat,dreht
Flaschenzügeist die St?irkedeshineinfließenden
sich andauerndweiter. Er stellt einen Massen-
Energiestromsgleichder desherausfließenden.
stromdar,der ohneAntriebfließt. Bei sehrtiefen
Ein- und Ausgangunterscheiden sichdagegenin
Temperaturenkann manaucherreichen,daßein
der Stromstärke/odesEnergieträgers. Hebelund
elektrischerStromohneAntrieb andauernfließt'
Flaschenzughabendamit eine zum elektrischen
Der Leiter, durch den er fließt, hat den elektri-
Transformator analoge Funktion. Auch beim
schenWidentand Null. Man nenntihn einenSu-
Transformatorsindhinein-und herausfließender praleiter.
Energiestromgleichstark,währendderStromdes
Energieträgers,d. h. der elektrischeStrom, an Wasbeim Massen-und beim elektrischenStrom
Ein- und Ausgangverschiedenist. die Ausnahmeist, ist beim Impulsstromdie Re-
.: gel: Impulsströmensetzenallefesten,elastischen
MaterialienkeinenWiderstandentgegen.
10. Impulsströme ohne Anhieb Auch der Stromkreisvon Abb. 9 bestehtzum
größtenTeil ausImpuls-Supraleitern. Die beiden
einzigenStellen,an der ein Widerstandfür den
Der Impulsstromim Stromkreisvon Abb. 9 fließt Impuls auftritt, sind die Berührungsflächezwi
nicht von allein.Er brauchtalsAntrieb eineEner- schenKiste und Brett und das Innere desMan-
giequelle,genausowie Wasser,das durch ein nes.
Rohr strömensoll, zum Antreiben eine Pumpe Festeund elastischeStoffe habenfür denImpuls
oder wie der elektrischeStromeine ,,Stromquel- keinenWiderstand.Aus ihnenkann man Strom-
le" braucht.Der Mannin Abb.9 ist alsoeine,,Im- kreiseaufbauen,in denenein Impulsstromohne
pulspumpe". Ein Antrieb wird gebraucht,weil Anhieb andauerndfließt.
der Stromkreisoderein Teil davondemStromei-
nen Widerstandentgegensetzt, Einen Impulswi- 1. Der Impulswiderstandwird hier nur als Er-
derstandstellt in Abb. 9 die Berührungsfläche scheinung,nichtaberaß physikalßcheGröJJe ein-
zwischenKisteund Bodendar. Cefuhrt.Als Gröfie würdeman ihn, in Analogie
74
dr, in dem der zum elektischen Widerstand, ak Rr: A,ts/Ip de-
[ießt" erkennt Jinierm. Diese Gröfie charalderßiert das, was wir
leistgedehnt, Reibung nennen. Wir Jühren Ro im Unterricht
nein Impuls- aber nicht als GröJle ein, da sie nur eine geinge
lellimStrom- praktische Bedeutunghat. Wir wollen das begrün-
Tisache, daß dm.
rOießt,folgern
In der Elektrizittitslehre gibt es ein sehr wichtiges
rtrom keinen
und sehr hduJig verwendetesBauelement, dessen
lgt auch, die
idnen Wider- Widerstand ungleich Null und ungleich unendlich
ist: das Objekt ,,Widerstand". Ein entsprechendes
Objekt der Mechanik ßt etwa der Stofiddmpfer.
f, also überall Es wäre nicht gerechtfertigt, diesernim Untenicht Abb. 13 a) Von der Erde fließt ein Impulsstrom durch das Gra-
lrreis Energie. einen dem elektrßchm Widerstand vergleichbaren vitationsfeld zum Körper. Durch die Aufhängung fließt er wie-
der vom Körper ab. b) Von der Erde fließt ein Impulsstrom
Platz einzurdumm. durch die Feder in die {ufhängung.
Die GröfieR: U/Igist auch deshah bernerkens-
wert, weil sieJür viele Materialim ndherungsweise stromleiter nicht in Betracht, denn der Impuls-
unabhringig von der elektrßchen Stromsttirke ist. strom in der Aufhängung fließt auch dann noch,
In der Mechanik dagegensind die technßch inte- wenn die Luft entfernt würde. Wir schließen da-
ressanten Widerstände sehr stark geschwindig- her, daß sich in diesemRaum etwasbefindet, das
keitsabhängig- etwa die Luftreibung einesAutos. zwar unsichtbar ist, aber Impulsströme leiten
2. DaJJdie Muskeln des Mannes einm Impulswi- kann. Wir nennen dieses Etwas ,,Gravitations-
derstand haben, der grötJer als Null ßt, erkennt feld". Das Gravitationsfeld verhält sich ähnlich
man daran, daß der Mann Eneryie braucht, wie einezwischenKörperund Erde gespannteFe-
wenn er an einem Seil zieht. das an einer lland der, Abb. l3b.
befestigt ist. Es fließt dann durch das Seil zwar Daß man von der Existenz eines Dinges über-
fue Antrieb ein Impulsstrom, aber kein Energiestrom. Die zeugt ist, das man nicht sehenkannoist nicht über-
llceren Welt- Energie wird in dm Muskeln des Mannes dissi- raschend.Auch Luft, o-Strahlen,in Tee gelöster
lzlhat, dreht piert. Man erhält die analoge elektrische Situa- Zucker oder Radiowellen sind unsichtbar,haben
b Massen- tion, wenn man eine Batteie htrzschlieut. Im äu- aber durchaus bemerkbare Wirkungen. In Ab-
tsehrtiefen tlerm Teil des Stroml<reisesflietJt dann zwar ein schnitt 2 hatten wir auch schon gesehen, daß
!ücn, daß ein elektrßcher Strom, aus der Batterie fliel|t aber durch den ,,leeren Raumoozwischen zwei Ma-
lhrem fließt. kein elektrßcher Energiestrom heraus. Es wird gneten, also durch das Gebilde Magnetfeld, ein
I &n elektri- aber Eneryie am Innenwiderstand der Batterie Impulsstrom fließt.
arn einen Su- dßsipiert.
Statt zu sagen, ein Körper hat Gewicht, können
wir also auch sagen,esfließt ein Irnpulsstromvon
Lcüen Strom der Erde zum Körper, Es wird festgestellt,daß die
Fom die Re- 11. DasGewicht Stärke 1odieses Impulsstroms proportional zur
Irclastischen >
Masse des Körpers ist. Im Gegensatzzu einer
FFn.' Federist sieunabhängigvon der Entfemungmi-
bcsteht zum JederKörper hat,,Gewicht". Umgangssprachlich schen Körper und Erdoberfläche,wenigstensso
rDiebeiden meint man damit, daß er auf seine Unterlage lange man nicht zu weit von der Erdoberfläche
hd für den drückt oder an seiner Aufhängung zieht, Abb. weggeht:
;dläche zwi- l3a. Daß der Körper in Abb. l3a an seinerAuf- Io- m'
rt des Man- hängung zieht, bedeutet, daß durch die Aufhän-
gung ein Impulsstrom vom Körperweg durch die Der Proportionalitätsfaklor beträgt, wie man
Aufhängung fließt. leicht feststellenkann,
t len Imputs N
I ren Strom- Da der Körper selbstin Ruhe bleibt, sein Impuls e : 9 . 8 1. .
sich also nicht ändert, muß ein gleichstarker Im- KS
lüom ohne
I pulsstrom in ihn hineinfließen. Nun ist einezwei- Also gilt
t7 te Leitung für diesen zum Körper hinfließenden
n, ol, E - Strom nicht sichtbar. Es fließt also ein Impuls- Io: gm .
p Gräfieein- strom von der Erde zum Körper durch den Bringt man denselbenKörper mit derselbenMas-
I b Analogie ,,leeren" Raum. Die Luft kommt hier als Impuls- se auf den Mond, so fließt ein Impulsstrom vom

75
FfuI
Mond zum Körper. Dieserist aber kleiner als der
Impulsstrom auf der Erde. Der Körper ist auf Man
dem Mond leichter als auf der Erde. Auf dem schrc
Mond ist Ip : g' mmit g' : 1,62N.zkg. IP: ,
Man kann somit die Masse mit Hilfe eines Den
Impulsstrommessers,also zum Beispielmit einer derk
Federwaagemessen.Nur muß man aufpassen,
Abb.14 Durch die rechte Feder fließt ein Impulsstrom von AIs z
wenn man die Wägung auf dem Mond durch-
rechts nach links. Im ,,Knotenpunkt" A verzweigt er sich. Die ein G
führt: Um hier die Masse zu bekommen, muß beidenTeilströmefließen im Punkt B wiederzusammen. datd
man die Impulsstromstärkemit einem anderen
Proportionalitätsfaktormultiplizieren. fan n
W e n n z . B .I p r : - 5 N u n d l o , : - 5 N i s t , s o m u ß
Unter dem Gewicht eines Körpers versteht man
In: l0 N sein. Das Experimentbestätigtdiese
die Stärke des Impulsstroms, det von der Erde in
Regel. 13. l
den Körper fließt (oder auch vom Mond in den
Körper). Die Summe der Stromstärken aller Ströme, die
zu einem Knoten hinfließen, ist Null. Stromstär-
ken von Strömen, die zum Knoten hinfließen, In dt
1. Ein wichtiges Anliegen dieses Kurses ist es, dü,
Felder aß physikalische Systeme und nicht, wie zählt man positiv.
gie,
sonst üblich, als mathernatischeBeschreibungei- Diese Knotenregel ßt ein Sonderfall des Impuls- Ma
ner Eigenschaft des Raumes einzufi)hren. satzes. Wie die anderen Fonnulierungen des Im- M6
2. lYir haben hier wieder eine Konvention getrof- pulssatzes ist sie intuitiv sofort einleuchtend und wetd
fen, die allgemein unüblich ist: Wir hqben nach braucht eigmtlich gar nicht als gesonderterLehr- andc
unten weisendenImpuls positiv geztihlt. Verfiihre satzformuliert zu werden. wetd
man umgekehrt, so wäre der Impulsstrom, der in Unter Verwendungder Knotenregelwird ein Im- gesP
den Körper hineinflieJSt,negativ, was ein Minus- pulsstrommessergeeicht.Als Impulsstrommesser fur d
zeichm an vielen anderen Stellen zur Konsequenz nimmt man zum Beispielein dickesGummiband. umt
hätte. Als Einheit wird ein um einenbestimmtenBetrag schir
3. Der Impulsstom flietJt in Abb. I3a nicht, wie gedehnterdünner Gummiring verwendet.Paral- ,,Eru
lelschaltenvon zwei, drei usw. solcher,,Einheits- FdIh
man annehmen ldnnte, auf dem kürzesten Weg
von der Erde zu dem aufgehdngten Körper. Er gummiringe" liefert den doppelten, dreifachen drei
usw.Impulsstrom,Abb. 15. gesp
flie$t vielmehr im weiten Bogen von oben her in
den Körper hinein. kalie
Auf dieselbeArt wird auch eine Federgeeicht.Es
nur l
wird festgestellt,daß für die Feder die Auslen-
ßt, a
kung xproportional zur StärkedesImpulsstroms
ldar:
.I, ist. Diesen Zusammenhang nennt man das
mal r
12. Ver2:rueigte
Impulsstromkreise HookescheGesetz.
in eh
gen
des S
Wie für den elektrischenStrom kann man auch gibt r
für den Impulsstrom kompliziertere,nämlich ver- genq
zweigteStromkreiseaufbauen,Bild 14. gibt i
Im oberenTeil desBildesist der Impulsstrom von chen
rechtsnach links gerichtet.Im,,Knotenpunkt" A men'
teilt er sich, im Knotenpunkt B kommen die bei- Fließ
den Teilströmewieder zusammen.Man macht für und I
einen der Knotenpunkte, etwa für Punkt A eine schw
Strombilanz.Dabei zählen wir Stromstärkenvon giesU
Strömen,diezum Knoten hinfließen, positiv, und
von solchen,die vom Knoten wegfließen,negativ. It:
Abb. 15 Das Gummiband links wird geeicht, damit es als Im-
1o,ist also positiv, Iorund Io, negativ. Für den pulsstrommesserbenutzt werden kann. Jederder Gummiringe Esw
Knotenpunkt muß gelten im rechten Teil der Abbildung wird, wenn er um einen definier- trach
ten Betragausgelenktist,von der Impulsstromeinheitdurchflos- Seil I
In+ Ip2I Ior:9. sen.

76
) Für Federn ist Io - x.
Man kann diese Beziehungauch als Gleichung
; schreiben:
Io: D *'
Den Proportionalitätsfaktor nennt man die Fe-
derkonstanteder Feder.
c- lmpulsstrom von Als zu eichendesImpulsmeJJgerritwird als erstes
ruveigt er sich. Die ein Gummibandund nicht eine Federgenommen,
*ransammen. damit deutlich wird, daß I, - x nicht der Regel-
fall ßt.
' -5 N ist,somuß
rl bestätigtdiese
13. Mechanische Energiespeicher
k Shöme, die
illl. Stromstär-
ltr hinfließen, In dm Abschnitten13 und 14 wird das abgehan-
delt, was unter den Stichwörtern kinetische Ener-
gie, Spannungsenergie und potentielle Energie
tftll des Impuls- bekannt ist. Um die Gemeinsamkeit der drei
bugm des Im- Möglichkeitm des Energiespeichemszu betonen,
futchtend und werdensie in Abschnitt 13 zunrichst alle nebenein-
prderter Lehr- ander qualitativ behandelt. Erst in Abschnitt 14
Abb.16 Die durch das Seil vom Elellromotor wegfließende
werden quantitative Ausdrückefi)r die Menge der Energiewird gespeichert:a) in einem Körper, der Impuls hat;
pl wird ein Im- gespeichertm Energie hergeleitet. Eigene Namen b) in einer ausgelenktenFeder; c) im Gravitationsfeld.
plsstrommesser Jür diese Energieanteile werden nicht eingeJührt,
bsGummiband. um nicht den Eindruck zu erwecken,es gebe ver-
timmtsn lslmg schiedeneArtm oder gar physikalßche Gröfien Energie?Keine der Anordnungenhat einensicht-
:rsendet. Paral- ,,Energie". Der Unterschied zwischen den drei baren Ausgangfür Energie.Sie muß also gespei-
lcher ,,Einheits- Fällm besteht einfach darin, daJJdie Energie in chert werden.Jededer 3 Anordnungen erfährt ei-
bq dreifachen drei unterschiedlichen physikalischm Systemm ne Veränderung, während die Energie hinein-
gespeichertßt. Daß man ein und derselbm physi- fließt. An dieser Veränderung erkennt man, ob
kalischen Gröfie nicht verschiedeneNamm gibt, viel oder wenig Energiegespeichertist;
fodcrgeeicht.Es nur weil sie in verschiedenenSystemengespeichert
ü die Auslen- Im Fall von Abb. l6a nimmt der Impuls desKör-
ist, macht man sich leicht an folgendem Beispiel pers zu. Je mehr Impuls ein Körper hat, desto
tr Impulsstroms Iclar: Ein Gas, zum Beispiel Sticl$toff, werde ein-
trnnt man das mehr Energiemuß er also auch haben.Daß er die
mal in einem Plastiksack gespeichertund einmal Energiewirklich hat, kann man daran erkennen,
in einer Drucffiasche. Im ersten Fall ist die Men- daß er, sobald man ihm den Impuls wegnimmt,
ge n des Sticl<st_offsproportional zum Volumen auch Energie abgibt. Wird zum Beispiel ein rol-
des Saclrs,in zweiten zum Druck. Im ersten Fall lendesAuto (dessenMotor ausgekuppeltist) ge-
gibt aßo das Volumen an, wie voll der Stoffmen- bremst,d. h. nimmt man ihm seinenImpuls ab, so
genspeicherist, im zweiten der Druck. Trotzdem gibt es gleichzeitig Energie ab. Das erkennt man
gibt man der Stoffmenge n keine unterschiedli- daran, daß seineBremsenwafin werden. ZurEr-
chen Namen. Man spricht nicht yon ,,Stoffipor- wärmung braucht man bekanntlich Energie.
men".
In einem Körper, in dem Impuls gespeichert ist,
Fließt durch ein Seilein Impulsstromder S tärkeI, ist auch Energie gespeichert. Läßt man den
und bewegtsich das Seil gleichzeitigmit der G+ Impuls herausfließen, so fließt auch die Energie
schwindigkeit u, so fließt durch das Seil ein Ener- heraus.
giestromder Stärke
Bei der Anordnung von Abb. l6b wird eine Feder
h: ulp. gespannt,wenn der Motor das Seil aufwickelt. In
damit es als Im-
dcr Gumrniringe Es werden die Anordnungen von Abb. 16 be- die Feder fließt Energieund Impuls hinein. Der
einen definier- trachtet. Injedem der drei Fälle fließt durch das Impuls fließt am linken Ende wieder aus der Fe-
Seil Energieweg vom Motor. Wohin fließt diese der heraus. Wir betrachten die Feder senauer.
Rechtsfließt ein Energiestromder StärkeI t : DIo 1. Im Fall desSpeichersvon Abb. l6a stellenwir
hinein. Links ist der Energiestrom0 . 1,: 0. Die uns vor, daß während einesdefiniertenZeitinter-
Mitte der Federbewegtsichmit der Geschwindig- valls Ät durch das Seil ein Impulsstrom konstan-
keit D/2, also ist hier Is: u/2 Ir. Die Energie ter Stärkegeschicktwird, Abb. 17a.Dabei nimmt
,,versickert"also in der Feder,sie wird über die die Energie im Speicherzu. Welcher Energiebe-
ganze Feder gleichmäßig verteilt oder ,,abgela- trag stecktnach Ablauf von Atim Speicher?
gert". Daß die Energie in der gespanntenFeder
Fließt in den Körper ein konstanterImpulsstrom,
wirklich drinsteckt,sieht man daran. daß man sie
so nimmt der Impuls des Körpers, und wegen
wieder herauslassenkann. Durch Entspannen
p : m u auchseineGeschwindigkeitgleichmäßig Abb. lt Dic I
der Feder kann man etwas in Bewegungverset-
zu, Abb. l7b. Nach Ablauf der Zeit Arbeträgt der speicherteEr
zen,erwärmen,odermankanneinen Dynamo an- und Ar.
Impuls desKörpers
treiben.
In einer ausgelenktenFeder ist P: Ip r\t .
Energie gespeichert. Wegen Io: DIpnimmt damit auch der Energie-
strom gleichmäßig zu, Abb. l7c. 16 ist also in MitHilfcr
Wir betrachten schließlich Abb. 16c. Durch das jedem Augenblick bekannt. gie geradc
Seil fließt Energiezum Körper. Wir können auch ist.Inunsc
Was wir suchenist aber nicht der Energiestrom, se Flächer
hier die Energie leicht zurückbekommen,indem
sondern die Energie selbst. Wäre der Energie- lich
wir den Körper zum Beispiel über eine Rolle ei-
strom konstant, wie in Abb. 18, so könnten wir
nen Dynamo antreibenlassen. I
den Energieinhalt des Speichersleicht angeben. E:tIEL
Wo genau steckl hier aber die Energie?An dem Nach Ablauf der ZeitAtwäre :
Körper selbst hat sich durch das Speichern der wobei /6 r
E: IBLt.
Energie nichts verändert. Das Einzige, was sich Zeitintern
geändert hat, ist seine Lage in Bezug auf seine
Umgebung.Wir habeneshier wieder mit dem un- Wir setzen
sichtbarenDing zu tun, das sich zwischenKörper a) I
und Erde befindet, dem Gravitationsfeld. Die E--;tEÄ.]
Energie wird hier gar nicht im Körper gespei-
* l
chert.Der Körper gibt vielmehr die Energie,die er u: ruo'
über das Seil bekommt, gleich weiter an das Gra-
vitationsfeld. Das Gravitationsfeld können wir Mitp:111
uns vorstellenwie eineunsichtbareFeder,die den I
Körper nach unten ziehenmöchte. E::nf
z
Im Gravitationsfeld ist Energie gespeichert. Die h)
Energie fließt heraus, wenn sich der Körper der oder
Erde nähert. n f
zn
DieseCilc
14. Wieviel Energie in einem Speicher 2. Für&
steckt Rechnuq
c) laden dcs
stimmtan
Den drei Energiespeichernvon Abb. 16siehtman zieht, Abl
leicht an, ob sieviel oder wenig Energieenthalten. der Fedcr
Der Körper in Abb. l6a enthält viel Energie, Impulsstt
wenn sein Impuls pgroß ist. Die Federin Bild l6b Abb. lft
enthält viel Energie,wenn sie stark ausgelenktist, Auslenh
wenn also xgroß ist, und das Gravitationsfeld in
Abb. 16centhält viel Energie,wenn sich der Kör- x:uAJ,
Abb. l7 Auf den Körper der Abb. I 6a fließt während der Zeit
per in großemAbstand ft von der Erde befindet. Äl ein konstanter Impulsstrom (a). Dabei nimmt seine Ge- Da Ip- 1
Es wird nun ausgerechnet,wie die gespeicherte schwindigkeitgleichmäßigzu (b). WegenIE: u1, nimmt auch gleichmtl
Energie E quantitativ von p, xbzw. h abhängt,
der Energiestrom gleichmäßig zu (c). Die dreieckige Fläche un- wie vorüc
ter der lE-l-Kurve stellt die Energiedar, die nach der Zeit Ltim I
und wovon sienoch abhänet. Körper steckt. E:;IE^

78
>. l6a stellenwir
üertenZeitinter-
sstrom konstan-
ta. Dabei nimmt
cher Energiebe-
t Speicher?
,erImpulsstrom,
cn. und wegen
icit gleichmäßig Abb. 18 Die Flächeunter der 16-l-Kurve stellt die gesamtege- b)
rt -\tbeträgtder speicherteEnergiedar. Sie ist hier gleich dem Produkt aus 16
undAt.

ch der Energie-
:- /5 ist also in Mit Hilfe von Abb. 18erkenntman, daß die Ener-
gie geradegleich der Flächeunter der 16(/)-Linie
ist. In unseremBeispiel,Abb. I 7c,könnenwir die-
r Energiestrom, se Fläche aber auch leicht angeben.Hier ist näm- c)
re der Energie- lich
so könnten wir
leicht angeben. I
E:;IELt,
z
wobei Is die Energiestromstärke am Ende des
Zeitintervalls Är ist.
Wir setzen nun ein:
t l l Abb. 19 Das Ende der Feder der Abb. l6b wird während der
n : )' 2t ," t t : ! u tf" L , t :i u l t t . Zeit A/ mit konstanterGeschwindigkeitbewegt(a). Dabei neh-
2 2 Lt men Impulsstrom und Energiestromzur Federgleichmäßigzu
t (b und c).
I I
I E: *up .
I
1
I
I Mit p : m u erhäft man hieraus
I
1 Wir setzenwieder ein:
E:2mtP
z
z : l 2r -,"n t : !2u nP n : I z{\ t o * n .
oder
I
P, g: )Dx2 .
', -_ z
2m'
DieseGleichungenwerden diskutiert. 3. Die BerechnungdesEnergieinhaltsdesdritten
Speichers,Abb. 16c,istleichter.Wirladenihn, in-
2. Für den zweiten Speicherin Abb. 16 wird die dem wir am Seil während einesZeitintervalls Ar
Rechnungam bequemsten,wenn man zum Auf- mit konstanter Geschwindigkeit u : h,/Lt zie-
laden des Speichersam Seil während einer be- hen,Abb. 20 a.Die Beziehung
stimmtenZeit ^tmit konstanterGeschwindigkeit
zieht, Abb. l9a. Damit nimmt die Auslenkung x Io:gm
der Federund wegen 1p: Dxauch die Stärkedes sagt uns, daß dabei auch die Impulsstromstärke
Impulsstroms durch die Feder gleichmäßig zu, konstantist, Abb. 20b. Wegen16: Dloistdamit
Abb. 19b. Nach Ablauf d,erZeit Arbeträst die auch die Energiestromstärkewährend desZeitin-
Auslenkung tervallsÄlkonstant, Abb.20c, so daß E: InA;
-l
x: u Lt. ist. Durch Einsetzenfindet man
I r ährendder Zeit E: ulpLt
r rummt seineGe- Da It: ulo isI, nimmt auch der Energiestrom
t - t /o nimmt auch gleichmäßigzu, Abb. l9c. Dieselbe Überlegung h
:*SmL't'
ackige Flächeun- wie vorher führt auf
nachderZeitAlim I
E:;IpLt . g:ghm.
L

79
mehrann
gie ausdrt
benutzt, d
fließt alsoi
Beim fiü
tationdcl
bung vo{
Abb. 21 a) Der Impuls eines frei fallenden Körpers nimmt Feld übtrr
gleichmäßig zu. b) Fällt der Körper in Luft, so gibt er mit zu- die Luft rrr
nehmender Geschwindigkeit immer mehr von dem aufgenom-
menenImpuls an die Luft weiter.SeinImpuls nimmt schließlich L Wirh
gar nicht mehr zu. matisdte
Statt zu t
Bei einem frei fallenden Körper nehmen Impuls sagen vi
und Geschwindigkeitgleichmäßigmi p: p g 1 gleichnQl
u n du : g / .
2. Man h
Wir habenbisherso getan,als müssesich der gan- ,,Ein Kö4
ze von der Erde kommende Impuls im Körper nen PlaE t
ansammeln.Tatsächlich fließt aber, sobald sich lich sehr t
der Körper bewegt, Impuls an die Luft ab. Man ebenso eü
sagt,esgebeLuftreibung. Je höher die Geschwin- Erde flicfi
digkeit ist, desto stärker ist dieseran die Luft ab- per, do In
fließende Impulsstrom. Bei hinreichend großer ser zweite ,
Geschwindigkeit fließt der ganzeImpulsstrom, ner Nahvi
der von der Erde kommt, vom Körper in die Luft
Abb.20 Der Körperin Abb. l6cwird mitkonstanterGeschwin- ab, so daß der Impuls desKörpers nicht weiter zu- 3. Im Z
digkeit nach oben bewegt (a). Dabei fließt durch das Seil ein nimmt. Der Körper wird nicht mehr schneller, wurden di
konstanter Impulsstrom (b) und ein konstanter Energiestrom Höhe wd
(c). Abb. 2 lb. Das siehtman besondersgut bei großen
leichten Gegenständen,zum Beispiel bei einem handeh. I
mit Luft gefüllten Ballon: Läßt man ihn los, so schaulidr I
nimmt sein Impuls zunächstzu, nähert sich aber Geschwind
bald einem Grenzwert. Energie d
plizierter. t
15. Freies Fallen und Fallen mit Reibung Ein Fallschirmspringerhat kurz vor dem öffnen
des Fallschirms einen großen Impuls. Nachdem
der Fallschirm geöffnet wurdeofließt ein Impuls-
In den aufgehängtenKörper in Abb. 13 a fließt strom an die Luft ab. Dieserist größerals der, der
ein Impulsstrom hinein, dervon der Erde kommt. von der Erde nachkommt. Der Impuls des Fall- 16. InF
Durch die Aufhängung fließt dieser Impuls wie- schirmspringersnimmt daher ab. Das bedeutet,
der aus dem Körper heraus. Schneidetman die daß seineGeschwindigkeitgeringerwird. Damit
Aufhängung durch, so kann-der Impuls nicht nimmt aberauch die Luftreibung, d. h. der abflie- Bei den H
mehr abfließen. Der Impulsstrom von der Erde ßendeImpulsstrom ab. Diese Abnahme hört auf, ven und I
zum Körper hält aberan. Der Impuls desKörpers wenn zu- und abfließender Impulsstrom gleich auf einegt
muß daher zunehmen- und das beobachtetman stark sind. betrachtcl
auch: Der Körper fällt nach unten. 60km/hir
Wirbetrachten noch die Energieströmebeim Fal- Richtungt
Der Impulsstrom von der Erde zum Körper hat len. Solangesich ein Körper in großer Höhe be- ben Impd
die Stärke Io: g m, ist also zeitlich konstant. Da- findet, ist viel Energieim Gravitationsfeldgespei- zwar dcü
her ist der Impuls des Körpers p : Ipt: m g t . chert. Beim Fallen fließt diese Energie aus dem schiedec'
Feld in den Körper. Die Energie des Körpers Impulscd
Der Impuls des Körpers nimmt also gleichmäßig
nimmt zu. Das sieht man daran, daß der Impuls gen. Um i
zu, Abb. 2la. Damit nimmt auch die Geschwin-
größerwird. Der Inhalt deseinenSpeichers,näm- reicht es d
digkeit gleichmäßigzu:
lich desGravitationsfeldes,nimmt ab. Dafürwird erhat.I||l
t): P :YEJ der andereSpeicher,der Körper, gefüllt. geben.*l
m m negativel I
Im Fall, daß Reibung vorliegt, nimmt der Impuls
o: g t. und damit auch die Enereie schließlich nicht Es gibt E

80
mehr zu. Trotzdem fließt weiterhin ständig Ener-
gie ausdem Feld heraus.Diese Energiewird dazu
benutzt, die Luft beim Fallen zu erwärmen, sie
fließt also in die Luft.
Beim freien Fallen fließt Energie aus dem Gravi-
tationsfeld in den fallenden Körper. Wenn Rei-
bung vorliegt, fließt ein Teil der Energieaus dem
b Körpers nimmt Feld über den Körper in die Luft. Dadurch wird
lr gibt er mit zu- die Luft erwärmt. Abb. 22 Die Impulse der Autos sind vom gleichen Betrag, die
Pdem aufgenom- Impulsrichtungen sind verschieden.
)rimmt schließlich 1. l(ir haben vermieden, die komplizierte kine-
matische GröJle Beschleunigung einzuJühren.
Statt zu sagen, die Beschleunigung ist konstant, gen auch, es gibt verschiedeneImpulssorten.Be-
tsmen Impuls sagen wir lieber: Die Geschwindigkeit nimmt sondersbequem läßt sich der Impuls eines Kör-
fI:P:mgt gleichmdJJigzu. persgeometrischdurch einen Pfeil darstellen.Als
Pfeilrichtung nimmt man die Bewegungsrichtung
2. Man könnte bedauern, dafi hier ein Satz wie
lesich dergan- des Körpers, die Pfeillänge stellt den Impulsbe-
,,Ein Körperföllt, weil ihn die Erde anzieht", kei- trag dar. PhysikalischeGrößen, die man wie den
rh im Körper nen Platz mehr hat. Dieser Satz ist doch schliefi-
:r, sobaldsich Impuls durch Richtung und Betrag beschreiben
lich sehr einleuchtend. l[/ir glauben aber, es ist
r IJft ab. Man kann, nennt man Vektoren.
ebensoeinleuchtend,wenn man sagt: ,,Von der
tdieGeschwin- Erde fliefit Impuls (oder Schwung) auf den Kör- Der Impuls ist ein Vektor. Er kann durch einen
o die Luft ab- per, der Impuls des Körpers nimmt also zu". Die- Pfeil dargestellt werden.
fcüend großer ser zweite Satz ßt eine Formulierung im Sinne ei-
! Impulsstrom, Stoßen zwei Körper mit unterschiedlichemIm-
ner Nahwirlatngstheorie, nicht aber der erste.
rpcrin die Luft puls zusammen,so ist der Impuls nach dem Stoß
tchtweiterzu- 3. Im Zusammenhang mit dem freien Fall andersauf die Körper verteilt, alser esvorher war.
Er schneller, wurden die gespeicherteEnergie als Funktion der
Haben die Impulspfeile der Körpervorund nach
lgutbeigroßen Höhe und der Impuls als Funktion der Zeit be-
dem Zusammenstoßdieselbe oder entgegenge-
handelt. Beide Beziehungensind linear und qn-
;*{ bei einem setzteRichtung, so ist die Summeder Impulswer-
P ihn los, so schaulich leicht zu fassen. Der Impuls oder die
te vor dem Stoßgleichder Summeder Impulswer-
lbrt sichaber Geschwindigkeitals Funktion der Höhe und die
te nach dem Stoß. Impulse einer gemeinsamen
Energie als Funktion der Zeit dagegensind kom-
Richtung werden addiert wie Zahlen. Was pas-
plizierter. Sie wurden deshalb vermieden.
lrdem öffnen siert aber,wenn zwei Körper mit ganzverschiede-
lrb. Nachdem nen Impulssortenzusammenstoßen ?
ptein Impuls- Wir betrachten zunächst zwei Körper, die nach
lcrals der,der dem Stoßzusammenkleben- etwazwei Stabmag-
16. Impuls in drei Dimensionen
lpuls desFall- nete, die an zwei Fäden aufgehängtsind. Nach
i lles bedeutet, dem Stoßbilden die beiden Körper einen neuen,
!wird. Damit großen Körper, Abb. 23. Dieser große Körper
Lh. derabflie- Bei den bisherigen Betrachtungengab es positi-
ttme htirt auf, ven und negativenImpuls. Dabei haben wir uns
lrtrom gleich auf eine ganzbestimmteRichtung festgelegt.Wir
betrachtennun zwei gleiche Autos, die beide mit
60 kmlh in zwei senkrechtaufeinanderstehenden
FebeimFal- Richtungenfahren, Abb. 22. Habenbeide densel-
Icr Höhe be- ben Impuls? Sicher nicht. Die Impulse haben
bld gespei- zwar denselbenBetrag, aber da die Autos ver-
ie aus dem schiedeneRichtungenhaben,sagenwir, auch die
des Körpers Impulse der Autos haben verschiedeneRichtun-
der Impuls gen. Um den Impuls eines Körpers anzugeben,
ichers.näm- reicht es also nicht, anzugeben,wieviel Huygens
. Dafürwird er hat. Man muß zusätzlichnoch die Richtung an-
geben.Wir sehen,daß esnicht nur positiven und Abb.23 Zwei aus verschiedenenRichtungenkommende Kör-
per stoßenzusammenund bleiben aneinanderhängen.Der so
der Impuls negativenImpuls einesbestimmten Betragsgibt. entstandenegroße Körper bewegt sich langsamer als jeder der
lich nicht Es gibt Impuls jederbeliebigen Richtung. Wirsa- beiden Einzelköroervon dem Stoß.

8l
fliegt nach rechts weg, und zwar bewegt er sich
langsamerals die beiden Einzelkörper vor dem
Stoß. Es ist leicht, den Impuls diesesKörpers zu
konstruieren:Man setztdie Impulspfeile der Ein-
zelkörper aneinanderund verbindet den Anfang
des einen mit dem Ende des anderen.Der so er-
haltene Pfeil ist der Impuls des großen Körpers
nach dem Stoß.
Was wir hier getan haben, nennt man Vektoraddi-
tion. Wir haben die Impulsvekloren der Körper
vor dem Stoß addiert, um den Impulsveklor des
Körpers nach dem Stoßzu erhalten.Für den Fall,
daß alle beteiligten Körper vor und nach dem
Stoß nur Impuls einer Sortehaben,geht die Vek-
toradditionsregelüber in die Regelfür die Addi-
tion von gewöhnlichenZahlen oder Skalaren,wie Abb. zt I
Richtuqtl
man sagt.Läßt man zwei Körper gegeneinander Richtuql
stoßen,ohne daß sie nach dem Stoß aneinander- nicht nurl
hängen, so muß die Vektorsumme der Impulse spruchrL
vor dem Stoßgleich der Vektorsummeder Impul-
senach dem Stoßsein.
Es werden verschiedeneBeispieleuntersucht,et- Abb. 24 In allen vier Teilbildern fließt (nach rechts weisender) zeigt. Sie
Impuls in eine Kugel hinein. Die gestrichelte Linie deutet den hindurct
wa drei Körper, die ausdrei symmetrischenRich- WegdesfließendenImpulsesan. Derdicke Pfeil nebenjederder
tungen mit dem gleichen Impuls aufeinanderzu Leitungen ist der Impulsstromstärkevektor.SeineRichtung ist nehmenI
kommen und aneinander hängen bleiben (zum die Richtung des fließenden Impulses, seine Uinge gibt die den ImF
Beispiel zwischendrei an der Decke aufgehäng- Stromstärke an. auch lfiri
ten Sandsäckchen). Durch Sl
Als konkrete Beispiele werden Autozusammen- Falls in den impulsstromführenden Bauteilen fließel, r
stößeund das Billardspiel diskutiert. kein Platz für diese Linie ist, wird sie ganz dicht bzw. dic
danebengezeichnet.
Zwei Vektoren werden addiert, indem man das InAbb.2
Ende des zrveitenan die Spitze des ersten hängt. Außerdemwird nebenden Weg ein Pfeil gezeich-
senen $
Die Summeist der Pfeil, der vom Ende desersten net, dessenRichtung und Länge Richtung und fließt, al
zur Spitze des nveiten läuft. Betrag des Impulsstromvektors angibt. Dieser
nahme c
Pfeil stellt wieder einen Vektor dar. Wir nennen
nungsztl
ihn den Impulsstromstärkevektor.
Die Impulsstromstärke ist ein Vektor.
17. Der Impulsstrom
alsVektor In Abb. 24f-ließtin allen vier dargestelltenFällen
nach rechtsgerichteterImpuls durch die Leitung
in den Körper. Deshalb nimmt auch der nach
Aus der Tatsache,daß esverschiedeneImpulssor- rechts gerichtete Impuls des Körpers zu. Man
ten gibt, folgt, daß es auch verschiedeneSorten sieht, daß Leitungen, durch die der Impuls quer
von Impulsströmen gibt. Zu jeder Impulssorte zu seiner eigenen Richtung fließt, unter Biege-
gibt es eine Impulsstromsorte.Abb. 24zeigt,wie spannungstehen.
man einen Impulsstrom bildlich darstellenkann, Stattzu sagen,durch die Leitungenin Abb. 24 flie-
so daß man sieht ße nach rechts gerichteterImpuls in die Körper
- wasfürlmpulsfließt, hinein, kann man auch sagen,nach links gerichte-
terfließt ausden Körpern heraus(siehedazuauch
- wieviel Impuls pro Sekundefließt,
die Abb.3 und 4).
- welchen Weg der Impuls fließt.
Durch die Leitungen in Abb. 25 fließen Impulse
Der Weg ist dem Impulsstrom durch die Anord- verschiedenerRichtungen.
nung vorgegeben.Wir stellen ihn durch eine mit Wir erkennen jetzt, daß uns eine Feder nicht nur Äll.r q
einer PfeilspitzeversehenegestrichelteLinie dar. die Impulsstromstärkeund die Stromrichtungan- pulsrrlf

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a) c) 1. Die zeichnerischeDarstellung wurde bereits
früher erlriutert: Die orientiertegestrichelteLinie
gibt an, wie die Fleichenorientiert sind, auf die
sich der Stromstrirkevektorbezieht.

@ 2. In der herkömmlichenDarstellungder Mecha-


nik spricht man yon Krriften, die auf einen Körper
wirken. Die Aussage,,auf einen Körper" ist dqui-
valentzum Festlegeneiner oientierten Fkiche um
den Körper herum, sie legt daher das Vorzeichen

lll'
der Kraft eindeutigfest. Die ebenfallsanzutref-
fende Formulierung ,,in dem Seil herrscht eine
Kraft von 100 N" dagegenlegt das Vorzeichen
der Kraft niehtfest.

Äbb. 25 In den Teilbildern a) und b) fließt Impuls anderer


tuchtungenalsin Abb. 24. In c) fließt Impuls, der nicht dieselbe
Richtunghat wie die Leitung.Man beachte, daßdie Leitunghier
18. Noch einmal Yerzweigte
)
I nicht nur auf Druck oder Zug, sondem auch auf Biegungbean-
spruchtist.
Impulsstromkreise

l*
In Abschnitt l2 wurden bereitsverzweigteIm-
-.1'nder) zeigt.Siesagtuns auch,was für Impuls durch sie pulsstromkreise diskutiert.Allerdingsfloß dort in
- . r c rd e n hindurchfließt.Da siekeine Biegespannung allen LeitungenImpuls derselbenSorte.Abb. 27
':\lefOef auf-
' : : u n gi s t nehmenkann, zeigtder Vektor desdurchfließen- zeigt nun eine Anordnung, bei der in jeder Lei-
-. :rbt die den Impulsesparallel zur Feder. Dasselbegilt tung Impuls einer anderenRichtung,also einer
auchfür Seile. anderenSorte fließt. Daß das so sein muß, er-
Durch Seile und Federnkann nur solcher Impuls kenntman daran,daß die Lampean Seilenhängt:
1 . rJ t e i l e n fließen, der dieselbeRichtung hat wie das Seil Durch Seilekann nur solcherImpuls fließen,der
,::z dicht bzw. die Feder. dieselbeRichtung hat wie das Seil. In unserem
Beispielfließt von der Erdenachuntenweisender
In Abb. 26 ist der Impulsstromin einemgeschlos- Impuls zur Lampe und von dort zum Knoten-
::zeich-
senen Stromkreisdargestellt.Was für Impuls punkt.
-::s und
fließt, erkenntman hier nicht an der lmpulszu- Im Knoten passiertnun etwasähnlicheswie bei
I)reser
' :".:'nnen nahme eines Körpers, sondernallein am Span- einemStoß,bei dem Körper 3 gegenzweiruhende
nungszustand der Leitungen. Körper I und 2 so stößt,daßder stoßendeKörper

F.illen
. :ttung
l:: lläCh
\tan
'-.. quer
- 13rege-

- I I tlie-
' Körper
- ::i chte-
-:-'i ilUCh

i'-'nrrlse

Abb. 27 Durch das Gravitationsfeldfließt ein Impulsstromzur


Lampeund von dort weiterzum Knotenpunkt. Hier verteilt sich
. .ht nur Abb. 26 GeschlossenerImpulsstromkreis.Der strömendeIm- der Stromauf die beidenSeileI und 2. In jedemder drei Seile
. :j n g a n - puls weistnach rechtsoben. fließt aber Impuls einer anderenfuchtung.

83
nach dem Stoß ruht, Abb. 28. Der Impuls von puls im Knotenpunkt an, und in jeder Sekunde die
Körper 3 hat sich auf die Körper I und 2 verteilt. fließt durch die SeileI und 2 einebestimmteMen- von dcrl
ge Impuls vom Knoten weg. Da sich im Knoten tationfr
Ein ähnlicherVorgangspielt sich auch in Abb. 29
ab. Drei auf den Boden liegende Körper, etwa kein Impuls anhäuft, muß der durch Seil 3 zuflie- als ufu
Holzklötze, sind durch Bindfäden miteinander ßende Impuls gleich der Summe der durch die schesS
verbunden, Körper 3 wird angeschubst.Sobald Seile I und 2 wegfließendenImpulse sein. Weil nursold
Impulsmenge pro Zeit: Impulsstromstärkeist, dungslir
sich alle 3 Seilestraffgezogenhaben,fließt durch
gilt das Entsprechendeauch für die Stromstärken 3l.ImG
die Seile Impuls von Körper 3 auf die Körper I
und 2. Da ein Seil nur solchenImpuls übertragen der drei Impulsströme. Wir können daher die
kann, der dieselbeRichtung hat wie das Seil,be- Regel der Vektoraddition gleich auf die Strom-
wegen sich die beiden Körper I und 2 nach dem stärkenanwenden.Abb. 30.
Stoß in Richtung der Seile, an denen sie ange-
hängt sind. Daß alle Körper nach dem Übertra-
gungsvorgangsehr schnell zur Ruhe kommeno
liegt an der Reibung: Der Impuls fließt schnellin
die Erde ab. Der Impuls, der von Körper 3 durch
das Seil zum Knotenpunkt geflossenist, hat sich
im Knotenpunkt auf die beiden Seile I und 2 ver-
teilt. Diese Aufteilung geschiehtselbstverständ-
lich nach den Regelnder Vektoraddition.
Im Fall der aufgehängtenLampe, Abb. 27, pas- A!I3T T
siertnungenaudasselbe,nurhört hier der Impuls- tatiodd
strom nicht wieder aufzu fließen. Injeder Sekun- Ricüqa
de kommt durch Seil 3 einebestimmteMense Im-
Abb. 30 Die Impulsstromstärkevektoren der Impulsströme, die
in einem Knoten zusammenfließen"addieren sich zum Null-
vektor.

Man sieht an dem Bild, daß man, wenn man die


drei Seilrichtungenund einen der Stromstärkebe-
träge kennt, die beiden anderen Stromstärkebe-
trägeberechnenkann.
Die Vektorsummeder Stromstärken der in einen
Knotenpunkt hineinfließenden Impulsströme ist
Abb.28 Bei dem dargestelltenStoßtretendrei Impulsvektoren gleich der Vektorsumme der Stromstärken der
auf. Jederder drei Impulse hat eine andereRichtung. herausfließendenStröme.

19. Die Planetenbewegung

Zwischen zwei Körpern der Massen m1 und m2


fließt ein Impulsstrom.Jegrößerdie Massensind,
desto größer ist die Stromstärke.Zwischen zwei
gewöhnlichen Körpern auf der Erde ist der Im-
pulsstromso klein, daß man ihn nicht bemerkt.Ist
abereinerderbeiden Körper die Erde selbst,so ist
der Impulsstrom beobachtbar:Er äußert sich im
Gewicht.
Abb. 29 Schubstman Körper 3 an, so spannensich die Seile
Noch viel stärker ist der Impulsstrom zwischen
und esfließt Impuls von Körper 3 über den Kloten zu den Kör-
pern 1 und 2. Der fließende Impuls hat dieselbeRichtung wie der Sonneundjedem der Planeten.Erhatzur Fol-
das entsprechendeSeil. ge, daß sich der Planetaufeiner Ellipsenbahnum

84
I
I

lcr Sekunde die Sonnebewegt. Das Gebilde, das den Impuls der Impuls aber nicht nur entlang der Verbin-
fumteMen- von der Sonne zum Planeten leitet, ist das Gravi- dungslinie. Das Stromlinienfeld erstreckt sich
lim Knoten tationsfeld. Das Gravitationsfeld verhält sich so. vielmehr über den garrzenRaum. In Abb. 3l ist
lScil3 zuflie- als wäre zwischen Soinneund Planet ein elasti- auch der Impuls des Planeteneingezeichnet.
F durch die schesSeil gespannt.Durch das Seil fließt nämlich
Wenn nun ständig Impuls, dessen Pfeilspitze
b sein.Weil nur solcher Impuls, der die Richtung der Verbin-
nach innen, zur Sonnehin zeigt,aufden Planeten
lstärke ist, dungslinie zwischenSonneund Planet hat, Abb.
fließt und sich zu dem Impuls desPlanetenhinzu-
bromstärken 3 l. Im GegensatzztreinemgespanntenSeil fließt
addiert, so beschreibtder Planet eine zur Sonne
I daher die
hin gekrümmteBahn, eine Ellipse. Durch diesen
f die Strom-
Impulsstrom ändertsich nichtnur ständigder Im-
puls des Planeten, sondern in demselben Maß
auch der Iinpuls der Sonne.Auch die Sonnebe-
wegt sich daher auf einer Ellipse. Da die Masse
der Sonneaberviel größerist als die desPlaneten,
bewirkt dieselbeImpulsänderungbei der Sonne
eine viel kleinere Geschwindigkeitsänderung,so
daß die Ellipse, die die Sonnebeschreibt,viel klei-
nerist als die des Planeten.
Zwischen zwei Körpern fließt ständig ein Impuls-
strom. Er ist um so stärker, je größer die Massen
Abb. 31 Von der Sonnefließt ein Impulsstrom durch das Gravi- der beiden Körper sind. Der lließende Impuls hat
tationsfeld zu einem Planeten. Der fließende Impuls hat die die Richtung der Verbindungslinie der beiden
Richtung der Verbindungslinie zwischen Sonne und Planet.
Körper.

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