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Händel – Der Messias

- Oratorium, Uraufführung 1742 in Dublin


- Komponiert für einen Auftrag in 24 Tagen
- Besteht aus 3 Teilen (auf Bibelwort direkt zurückzuführen, keine freie Nachdichtung)
o 1. Weihnachten / Menschwerdung
o 2. Kreuzigung / Tod Jesu und dadurch die Vollendung des Menschen
o 3. Jüngstes Gericht
- Instrumentierung: Viel kleiner Besetzt als WO, nur Streicherstimmen+Trompete+Pauken,
keine obligaten Oboenstimmen
- Trompete wird nur bei einzelnen Stücken besetzt (insgesamt nur 4)
- Solisten in SATB besetzt, im Chor ca. 20 Leute inklusive der Solisten
- Werk wurde begeistert aufgenommen -> sehr volle Kirche bei Generalprobe und Konzert

Besonderheiten + Unterschiede zum WO


- Keine Choräle, aber große Chöre, Arien + Rez (secc+acc) (Choral bedeutet, dass immer eine
Kirchenmelodie zugrunde liegt)
- Chorwerk überwiegt, wenig Solo viel Chor
- Eröffnung mit Instrumentalstück (Fuge)
- Viel ruhigeres harmonisches Tempo
- Viel melodischer, mehr Phrasenbildung
- Pragmatisch an Musik herangegangen (beide)

Nach InstrumentalOuvertüre folgt:


- Acc. Rezitativ + Arioso (in E-Dur, keine schöne Tonart damals) -> Missetat/Sünde ähnlich
behandelt wie Bach -> durch Tonartencharakteristik darstellen
Nr. 4 „Glory of the Lord“ 1. Choreinstieg
- A-Dur
- Bei „together“ Vereinigung zu Gesamtklang
- Plagalschluss -> typisch für Händel
- Wie bei Bach -> einzelne Einwürfe ohne Chor + Hemiolen in Schlussbildung
- Phrasenbildung in Taktart
- Rhetorische Figuren: Quintsprung am Anfang
- Einfacherer harmonischer Rhythmus als WO
Arioso / Accompagnato Rezitativ
- Rhetorische Figuren gleich -> Stilo Concitato etc.
- Anfang: punktierter Rhythmus -> Herrscher-Figur (Wie in Ouvertüre) Anders als Bach!

Messias gibt es in vielen verschiedenen Fassungen aufgrund von fehlender Besetzung etc. Wenn kein
Sopran da war, wurde Arie von Alt gesungen -> Pragmatisch behandelt!

Vergleich Engelsszene/Pifa Nr. 12 (Hirtenmusik)


- Stück hat 11 Takte -> Später in Endfassung 32 Takte
- 1.,2. Geige spielen das gleiche, Bratsche auch nur 1 Okt. tiefer
- In WO nur Acc. Rez. -> hier: 2 Acc. Rez + 2 Secc. Rez (4Teile)
- Engelsszene ganz anders gelöst als bei Bach
- Blockhafter Satz, leicht verständlich, Wortausdeutung, quasi Tutti, da lontano = aus der Ferne
Arie Nr. 16
- Beginn Figura Corta + Circulatio
- In UA ursprünglich als 12/8 Takt geschrieben (Pastorale/Weihnachtstaktart)
Arie Nr. 17
- 12/8 Takt Hirten weiden Schafe
- Keine Modulation, endet in F-Dur und geht ohne Mod!!! weiter in B-Dur

2. Teil – Nr. 19 „We hold the lamb of God“


- Anfang wie Ouvertüre, punktierter Rhythmus

Arie Nr. 20 – „He was despised“


- Es-Dur (nicht schöne Tonart)
- Wurde gepeitscht -> entfernte Tonarten
Nr. 22 Fuge (Chorfuge) – 1. Vokalfuge
- „and with bis stripes (Wunden)“ = überm. Septime nach unten
-> Kyrie-Thema aus Mozart-Requiem
- Sehr chromatisch (f-Moll) -> keine gute Stimmung
- Keine selbstständige Orchesterführung, spielen accompagnato
- Doppelter Kontrapunkt
Nr. 23 „den Schafen gleich, verirrten wir uns“
- Auf Verirren starker Textbezug, auch sonst im Stück viel Textbezug
Nr. 24 – Zorn, Vertrauen in Gott nicht erfüllt
- Zorn: Concitato-Figur
Nr. 26 – „They Rebuke“ = „Die Schmach, sie brach ihm das Herz…schaute umher nach Mitleid aber
keiner tröstete ihn“
- Acc. Rez 18 Takte lang
- Mod in sehr fremde Tonarten, z.B. Von A-Dur nach Es-Dur, Kadenz mündet in Dv!!!, Ende in
H-Dur
Nr. 33 Chorus – „Groß war die Menge der Boten“ (frohe Botschaft verbreiten)
Nr. 39 – Hallelujah – „Wie schön leuchtet der Morgenstern“