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c/o Oswald Greim

Mitglied im LAG B&G


LandessprecherInnenrat
Gebhard-Ott-Str. 7
90443 Nürnberg
E-mail: Greim.Oswald@t-online.de

DIE LINKE.Bayern, LAG B&G, Schwanthalerstr. 91, 80336 München

Solidarität mit den Beschäftigten der defacto call center GmbH

Die Mitgliederversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft Bayern (LAG


B&G) hat am 04.12.2010 nachstehende Solidaritätserklärung einstimmig beschlossen.
Diese Erklärung wurde bereits am Vortag, dem 03.12. 2010 auch von Kreisverband Nürnberg-Fürth
der Partei DIE LINKE beschlossen.

Die Mitgliederversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft (LAG B&G)


solidarisiert sich mit den von Massenentlassung betroffenen Beschäftigten der defacto call center
GmbH Erlangen-Nürnberg und bietet den Initiatoren der Betriebsratswahl die volle Unterstützung an.

Die Mitgliederversammlung LAG B&G Bayern fordert den Verein Metropolregion Nürnberg e. V. auf,
den an defacto ausgegeben Preis „JobStar“ zurückzufordern. Der Bundestag wird aufgefordert, eine
Änderung im Betriebsverfassungsgesetz vorzunehmen, wonach es zur Pflicht wird, in allen
Betrieben einen Betriebsrat zu wählen. Anderenfalls ist dies mit drakonischen Strafen zu belegen.
Bis zur Gesetzesänderung sind die Behörden, öffentlichen Institutionen und Unternehmen, die im
Kommunal-, Landes- und Bundeseigentum sind, aufgefordert das Vorhandensein eines Betriebsrats
zum Qualitätskriterium für die Auftragsvergabe zu machen. Die Mandatsträger unserer Partei und
der Linken Liste Nürnberg sind aufgefordert entsprechende Anträge in die jeweiligen Parlamente
einzubringen.

Begründung:
1. Am Freitag, den 26.11.2010 wurden von einer Minute auf die andere 60 Kolleginnen und
Kollegen, die teilweise schon über 10 Jahre bei defacto beschäftigt sind, gekündigt. Als Grund für
die Massenentlassung wurde Wegfall von zwei großen Projekten angegeben. Eines davon wurde
lediglich in ein Tochterunternehmen nach Amberg verlagert um weitere Lohnkosten zu sparen. Bei
dem weiteren Projekt wurde angeblich keine Einigung über Fortlauf erzielt.

2. Bereits seit Oktober gibt es bei defacto Bestrebungen erstmalig einen Betriebsrat zu wählen. Die
dazu organisierte Versammlung zur Wahl des Wahlvorstands im Nürnberger DGB-Haus musste
wegen von der Geschäftsleitung organisierter massiver Störung abgebrochen werden. Alle dort
anwesenden Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht gegen die Wahl eines Wahlvorstands
aussprachen wurde nun im Zuge einer Massenentlassung gekündigt mit sofortiger Freistellung und
beaufsichtigter Begleitung ans Betriebstor.

3. Dieses Vorgehen stellt einen eklatanten Verstoß gegen die Rechte der Arbeitenden dar. Die
Gewerkschaft ver.di prüft bereits strafrechtliche Schritte und hat die Einsetzung eine Wahlvorstands
durch das Arbeitsgericht beantragt. Den gekündigten Kolleginnen und Kollegen gewährt ver.di
Rechtschutz.

4. Die Vorgehen zeigt einmal mehr, dass entscheidende Veränderungen im


Betriebsverfassungsrecht notwendig sind und solchen Unternehmen, wie defacto, bei der
Auftragsvergabe durch Behörden, öffentliche Institutionen und Unternehmen im öffentlichen
Eigentum die „rote Karte“ zu zeigen und von der Auftragsvergabe auszuschließen, bis ein
Betriebsrat gewählt ist und ungehindert arbeiten kann.