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Stichwort mit Fa|ser, die; -, -n [zu mhd.

vase = loser Faden,


Franse, Saum, ahd. faso, fasa, eigtl. = im Winde
Fluch, der; -[e]s, Flüche [mhd. vluoch, ahd. fluoh,

rückgeb. aus ↑ fluchen]: 1. im Zorn gesproche-
Betonungsangabe wehender Faden]: 1. feines, dünnes fadenähnli- ner Kraftausdruck: ein derber, [gottes]lästerli-
( _ = lang, . = kurz) ches Gebilde, das aus einem pf lanzlichen od. cher F.; einen kräftigen F. ausstoßen. 2. böse
tierischen Rohstoff besteht od. synthetisch Verwünschung; Wunsch, dass jmdm. ein Unheil
und möglicher erzeugt ist [u. als Ausgangsmaterial für Garne widerfahren soll: der F. erfüllte sich nicht; einen
Trennstelle ( | ) u. Gewebe dient]: lange, elastische, brüchige, Bedeutungs- F. gegen jmdn. ausstoßen. 3. 〈o. Pl.〉 Strafe,
haltbare -n; -n verspinnen; ein Gewebe aus syn- Unheil, Verderben [das durch einen Fluch (2)
thetischen -n;  mit allen -n, mit jeder F. [seines angaben bedingt ist]: ein fürchterlicher F. liegt auf dem
Herzens] (geh.; sehr, außerordentlich stark) an Haus; R das ist der F. der bösen Tat (das ist die
jmdm., etw. hängen. 2. lang gestreckte Zelle des verhängnisvolle Folge; nach Schiller, Piccolo- Verweise auf
menschlichen, tierischen od. pflanzlichen mini, V, 1).
Gewebes: die -n eines Muskels. Angabe des Artikels fluch|be|la|den 〈Adj.〉 (geh.): unter einem andere Stichwörter

Fa|ser|dämm|stoff, der (Technik): aus pf lanzli-
chen od. synthetisch hergestellten Fasern beste-
Zuordnung zu sowie der Flexions-
Fluch (3) stehend: ein -es Geschlecht. (durch Angabe
flu|chen 〈sw. V.; hat〉 [mhd. vluochen, ahd. fluoh-
hender Dämmstoff in Form von Matten, Filzen Bereichen u. Fach-/ formen von Genitiv  ‹n, eigtl. = mit der Hand auf die Brust schla-
ho des Unterpunktes
o. Ä. Sondersprachen Singular und
gen (diese Bewegung hat wohl die Verwün- in Klammern)
Variante außerhalb fa|se|rig, fasrig 〈Adj.〉: 1. zum großen Teil aus
[sich leicht ablösenden] Fasern (1) bestehend;
schung begleitet; vgl. aengl. flo‹can = schla-
Nominativ Plural gen)]: a) im Zorn, in ärgerlicher Erregung Flü-
der alphabetischen voller Fasern (1): -es Holz, Papier. 2. (bes. Koch- che, Kraftausdrücke gebrauchen, ausstoßen:
Reihenfolge kunst) viele Fasern (2) enthaltend, voller laut f.; unflätig fluchend verließ sie das Büro;
Fasern (2): das Fleisch ist f. b) in großer Erregung u. unter Verwendung von
fa|sern 〈sw. V.; hat〉: 1. Fasern (1) verlieren: das Kraftausdrücken heftig auf jmdn. od. etw.
Gewebe, das Papier fasert zu sehr. 2. (Koch- schimpfen: er fluchte auf das Wetter.
1
kunst) Fasern (2) enthalten, sich in Fasern (2) Flucht, die; -, -en [mhd. vluht, ahd. fluht, zu ↑ flie-
auf lösen: das Rindfleisch faserte nicht. ˙
hen]: 1. a) 〈o. Pl.〉 das Fliehen, Flüchten: sie
Fa|ser|pflan|ze, die: Pf lanze, deren Fasern bei wurde auf der F. erschossen; er ist auf der F. vor
der Herstellung von Spinnerei- u. Seilereipro- der Polizei; er konnte sich durch schnelle F. [ins
grammatische dukten, von Gef lechten, Besen, Pinseln o. Ä. ver- Freie] retten; sie jagten in wilder F. davon; * die
Angaben wendet werden. Anwendungs- F. ergreifen ([vor etw., jmdm.] davonlaufen; f lie-
Fa|ser|plat|te, die: Platte, die aus Fasern, bes. beispiele hen: vor dem Hund ergriff der Dieb die F.);
Holzfasern, u. entsprechenden Bindemitteln jmdn. in die F. schlagen ( jmdn. durch Andro- Bedeutungs-
hergestellt wird. hung von Gewalt od. durch Gegenwehr dazu
fa|ser|scho|nend 〈Adj.〉: so beschaffen, dass die bringen zu f liehen); b) das unerlaubte u. heimli- angaben bei
Fasern eines Gewebes, Stoffes nicht od. nur che Verlassen eines Landes, Ortes: die F. aus idiomatischen
wenig angegriffen werden: das Mittel wäscht dem Gefängnis gelang; seine F. vorbereiten; an
besonders f. zusätzliche seiner F. arbeiten (ugs. scherzh.; im Begriff sein, Wendungen
Fa|ser|stoff, der: aus pf lanzlichen, tierischen, sich [heimlich] zu entfernen, wegzugehen).
mineralischen od. synthetisch hergestellten Bedeutungsangabe 2. 〈o. Pl.〉 das Ausweichen aus einer als unange-
Ausspracheangabe in Fasern bestehender textiler Rohstoff. bei bestimmten nehm empfundenen od. nicht zu bewältigenden
Fa|se|rung, die; -, -en: faserige Beschaffenheit, [Lebens]situation: die F. in die Anonymität, in
internationaler Oberf läche. typischen Verwendungs- die Krankheit; die F. nach vorn antreten (durch
Lautschrift Fa|shion [’f“”n, engl.: ’fæ”(—)n], die; - [engl.
• facon, ↑ 1 Fasson]: a) Mode;
weisen eine entsprechende Handlung, durch risikorei-
fashion < (a)frz. che Aktivitäten aus einer misslichen Lage
b) Vornehmheit; gepf ¸ legter Lebensstil. herauszukommen suchen).
fa|shi|o|na|bel [fa”io’naœbl] 〈Adj.; ...bler, -ste〉, 2
Flucht, die; -, -en [aus dem Niederd., niederd.
› • ] 〈Adj.; -r, ...belste〉 ˙
Variante des Stich- fa|shio|na|ble [’fæ”(—)n—bl
•
flugt = zusammen fliegende Vogelschar, zu
worts innerhalb
[engl. fashionable] (bes. bildungsspr.): modisch- stilistische ↑ fliegen (nach der geraden Linie, in der z. B. die
elegant; in Mode [seiend]. Wildgänse hintereinanderfliegen)] (Bauw.):
der alphabetischen Fas|ler usw.: ↑ Faseler usw. Zuordnung 1. Reihung in gerader Linie, bes. vertikale
Fa s|nacht usw.: ↑ Fastnacht usw. Ebene, die auf einer Seite den Abschluss von
Reihenfolge fa˙ s|rig: ↑ faserig. Verweis auf die heu |er 〈Adv.〉Innenräumen
Gebäuden, od. Bauteilen
[mhd. hiure, ahd. bildet:
hiuru, zusgez.
Fa ss, das; -es, Fässer (als Maßangabe auch: Fass) die F.hiu
aus: derja
Fenster, der Arkaden;
ru = in diesem die Häuser
Jahr] (südd., ste-
österr., regionale
Angaben zur ˙[mhd., ahd. vaŸ = Behälter, Gefäß, urspr. = Hauptform hen alle indieses
schweiz.): einer F.Jahr,
(in einer Linie).
in diesem 2. (geh.)
Jahr[e]: h.
geflochtenes Behältnis]: 1. größeres, zylindri- des Stichworts () Reihe von
haben wir nebeneinanderliegenden
ein zeitiges Frühjahr; seinZimmern,
Geburtstag und nationale
Wortherkunft sches, oft bauchig geformtes hölzernes, aus die durch
jährt Türen
sich h. zummiteinander
150. Mal. verbunden sind: Zuordnung
(Etymologie) |er,F.der;
1
Dauben zusammengesetztes u. von Reifen eine
Heu von -s,Gemächern. 3. senkrecht
- [mhd. höuwer] u. waage-
(landsch.): Heu-
zusammengehaltenes od. aus Metall beste- Hochzahlen kenn- recht geradliniger Verlauf einer Mauer: die
macher.
hendes Behältnis, das der Aufnahme, Aufbe- 2
Heu |er, die;
Mauer in die F. [mniederd.
-, -n 1
bringen. hu
re, zu ↑ heuern]
wahrung meist ganz od. teilweise flüssiger Sub- zeichnen gleich- (Seemannsspr.): 1. Lohn eines Seemannes: die
stanzen, Materialien, Nahrungsmittel usw. lautende, aber H. ausbezahlen, nicht bekommen. 2. Anstellung
dient: drei schwere Fässer aus Eichenholz; drei eines Seemanns auf einem Schiff: eine H.
Fässer/F. Bier; ein F. mit Heringen; ein F. [Bier] etymologisch oder suchen.
anstechen, anzapfen; der Wein schmeckt nach grammatikalisch Heu|er|bü|ro, das (Seemannsspr.): Stellenver-
[dem] F.; Bier vom F.; er ist so dick wie ein F., ist mittlungsbüro für Seeleute.
ein richtiges F. (ugs.; ist sehr dick); er trinkt, unterschiedliche heu|ern 〈sw. V.; hat〉 [mhd. hu
ren = mieten, H. u.]
säuft wie ein F. (salopp; unmäßig viel); R das
Wörter (Seemannsspr.): 1. (seltener) anheuern: die Angaben
Redewendungen schlägt dem F. den Boden aus ( jetzt ist es aber Besatzung für ein Schiff h.; er ließ sich bei der
zur Gebrauchs-
genug; mehr kann man sich nicht gefallen las- Hochseefischerei h. 2. (veraltet) (ein Schiff) mie-
sen; das ist der Gipfel); * ein F. ohne Boden sein ten, chartern. häufigkeit
(so geartet, beschaffen sein, dass vergeblich
immer wieder neue Mittel investiert werden idiomatische
müssen); ein F. aufmachen (ugs.: 1. eine ausge- Wendungen
lassene Feier, Party veranstalten; etw. –bermü-
tiges tun: wir sollten mal wieder ein F. zusam-
men aufmachen. 2. viel Aufhebens machen; eine Ausführliche Hinweise zur Wörterbuch-
Auseinandersetzung beginnen: es ist nicht
meine Art, wegen Kleinigkeiten ein F. aufzuma- benutzung und Erläuterungen
zeitliche Zuordnung chen). 2. (Jugendspr. veraltet) hervorragender zu Anlage und Aufbau der Einträge
Könner, Fachmann.
finden sich auf S. 8–27.

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Duden Deutsches Universalwörterbuch

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Duden
Deutsches
Universalwörterbuch
9., vollständig überarbeitete
und erweiterte Auflage

Herausgegeben
von der Dudenredaktion

Dudenverlag
Berlin

DDUW_Aufl9_Titelei_g_if.indd 3 12.08.19 15:12


Redaktionelle Bearbeitung
Dr. Melanie Kunkel (Projektleiterin),
Dr. Franziska Münzberg, Ursula Kraif, Dr. Ralf Osterwinter,
Carsten Pellengahr, Prof. Dr. Jan Georg Schneider, André Zimmermann
unter Mitarbeit von Dr. Laura Sturm und Lena Wagner
Susanne Jung (»Sprache in Zahlen«)
Prof. Dr. Rudolf Hoberg, Dr. Ursula Hoberg, Jürgen Folz, Anna Speiser
(»Kurze Grammatik der deutschen Sprache«)
Thorsten Frank, Anna Konovalova (computerlinguistische Arbeiten)
Unter Mitwirkung des österreichischen und des schweizerischen Dudenausschusses
Herstellung Ursula Fürst

Die Duden-Sprachberatung beantwortet Ihre Fragen zu Rechtschreibung,


Zeichensetzung, Grammatik u. Ä. montags bis freitags zwischen 09:00 und 17:00 Uhr.
Aus Deutschland: 09001 870098 (1,99 € pro Minute aus dem Festnetz)
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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
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Das Wort Duden ist für den Verlag Bibliographisches Institut GmbH
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in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren),
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Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.

© Duden 2019 D C B A
Bibliographisches Institut GmbH, Mecklenburgische Straße 53, 14197 Berlin
Typografisches Konzept Farnschläder & Mahlstedt, Hamburg
Umschlaggestaltung Tom Leifer Design, Hamburg
Satz Sagittarius-A GmbH, Hirschberg

ISBN 978-3-411-91287-2 (E-Book)


ISBN 978-3-411-05509-8 (Buch)
www.duden.de

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Inhalt

Vorwort 7

Zur Wörterbuchbenutzung 8

Auswahl der Stichwörter 12


Wie kommen die Wörter in den Duden? 12

Anlage und Aufbau der Artikel 13


Anordnung der Stichwörter 13
Struktur der Einträge 13
Schreibungen 14
Aussprache der Stichwörter 15
Grammatische Informationen 16
Herkunft der Stichwörter 16
Stilistische, regionale, zeitliche und andere
Markierungen 17
Bedeutungsangaben 21
Anwendungsbeispiele und Phraseologie 23

Abkürzungen im Wörterverzeichnis 24

Kurze Grammatik der deutschen Sprache 28


Wörter und Wortarten 28
Das Verb 30
Das Substantiv 46
Das Adjektiv 56
Das Adverb 61
Die Präpositionen 63
Die Konjunktionen 65
Die Interjektionen 65
Der Satz 66

Sprache in Zahlen 73

Wörterverzeichnis A–Z 81
Wörter und Unwörter des Jahres
▶ hinterer Einbanddeckel innen

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Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

das »Deutsche Universalwörterbuch« des Dudenverlags bietet seit seiner


ersten Auflage aus dem Jahr 1983 eine umfassende und kompakte Darstel-
lung des allgemeinen Wortschatzes der deutschen Gegenwartssprache.
Für die 9. Auflage dieses Standardwerks haben wir alle Einträge überprüft
und in vielen Fällen überarbeitet. Dabei haben wir den Stichwortbestand
gründlich aktualisiert und erweitert, wobei das Dudenkorpus, eine umfang-
reiche digitalisierte Textsammlung mit derzeit rund 5,2 Milliarden laufenden
Wortformen, mithilfe modernster elektronischer Abfragetechnik ausgewer-
tet wurde.
Das Universalwörterbuch ist ein Nachschlagewerk für alle, die sich im
Rahmen ihrer Aus- und Weiterbildung, aus beruflichen oder privaten Grün-
den in besonderem Maße für die deutsche Sprache interessieren. Das schließt
professionell Schreibende, Lehrende und Lernende, Nutzerinnen und Nutzer
mit Deutsch als Muttersprache wie auch Deutschlernende anderer Her-
kunftssprachen ein.
Hauptanliegen ist es, Fragen zur Bedeutung und Verwendung von Wörtern
und Wendungen im konkreten sprachlichen Gebrauchszusammenhang  –
wie sie sowohl beim Verfassen als auch beim Lesen und Hören deutschspra-
chiger Texte immer wieder auftauchen – umfassend und verlässlich zu be-
antworten. Darüber hinaus bietet das Wörterbuch eine Fülle von Angaben
zur Rechtschreibung, Aussprache, Herkunft und Grammatik der Stichwörter.
Neu aufgenommen haben wir über tausend Wörter und Wendungen, die
entweder in jüngerer Zeit erst entstanden sind oder in den letzten Jahren zu-
nehmend geläufiger und gebräuchlicher wurden (z. B. Filterblase, leerziehen,
Lieferdrohne, Mehrwegbecher, Saugroboter, alternative Fakten, Ehe für alle), da-
zu zahlreiche neue Wortbedeutungen (z. B. bei dampfen, Kachel, toxisch).
Sehr herzlich danken wir allen Benutzerinnen und Benutzern früherer
Auf lagen, die durch ihre Rückmeldungen und Anregungen zur Optimierung
des »Deutschen Universalwörterbuchs« beigetragen haben.

Berlin, im Oktober 2019


Die Dudenredaktion

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8

Zur Wörterbuchbenutzung

1. a) Die Stichwörter sind alphabetisch angeordnet. Dabei auf|klapp|bar ...


werden die Umlaute ä, ö, ü wie die ihnen auf|klap|pen ...
zugrunde liegenden Vokale a, o, u behandelt. auf|kla|ren ...
Ziffern folgen nach dem Buchstaben z; dies gilt auf|klä|ren ...
jedoch nicht für Indizes und Exponenten. by|zan|ti|nis|tisch ...
b) Jedes Stichwort, auch eine Wortzusammensetzung, By|zanz ... ˙
erhält einen eigenen Eintrag, d. h. , jedes Stichwort bz ...˙
beginnt auf einer neuen Zeile. Bz. ...
Nur einige Ableitungen und Zusammensetzungen, bzw. ...
die dem zugehörigen Stichwort unmittelbar alpha- B2B ...
betisch folgen und keine eigene Bedeutungserläu- B2B-Ge|schäft ...
terung haben, beginnen keine neue Zeile. c ...
dif|fe|ren|ziert ... Dazu: Dif|fe|ren|ziert|heit ...

2. Hat das Stichwort eine im Alphabet unmittelbar ab|schwat|zen, (bes. südd.:) ab|schwät|zen 〈sw. V.; hat〉
˙ (ugs.) ... ˙
folgende Variante, erscheint diese, durch Komma ge-
trennt, ebenfalls halbfett. Zusatzangaben zur
Variante stehen in runden Klammern davor.
Handelt es sich um rein rechtschreibliche Varianten, ken|nen|ler|nen, ken|nen ler|nen ...
˙ ˙
steht die Schreibweise, die von der Dudenredaktion
empfohlen wird, an erster Stelle.

3. Folgt die Variante eines Stichworts alphabetisch nicht Fo|to|syn|the|se, Photosynthese ...

unmittelbar der Hauptform, wird sie dort trotzdem,
aber nur in gewöhnlicher Schrift gezeigt. An ihrer
alphabetischen Stelle erscheint sie halbfett als Stich- Pho|to|syn|the|se: ↑ Fotosynthese.

wort mit Verweis auf die Hauptform.

4. Bei Schreibvarianten, die an unterschiedlichen Stellen Del|phin, Del|phi|na|ri|um usw.: ↑ Delfin, Delfinarium usw.
¯ 
des Alphabets stehen, verweist ein senkrechter Pfeil
auf die Schreibung, unter der sich der Haupteintrag be-
findet.

5. Hochgestellte Ziffern vor dem Stichwort differenzieren 1


Band, das; -[e]s, Bänder u. -e ...
˙
zwischen gleich geschriebenen, aber semantisch 2
Band, der; -[e]s, Bände ...
oder grammatikalisch völlig unterschiedlichen ˙
3
Band [bnt, engl.: bænd], die; -, -s ...
Wörtern.

6. Die vertikalen Striche (|) im Stichwort geben die Mög- hi|n|ein|ge|hen


lichkeiten der Worttrennung am Zeilenende Kas|ten
˙
ma|g|ne |tisch
an.
rümp|fen
˙
7. Ein unter den Vokal gesetzter Punkt gibt betonte ab|be|din|gen 〈st. V.; hat〉 (Rechtsspr.): ...
˙
Kürze, ein Strich betonte Länge an. Aben|teu|er ...

8. Mit dem Zeichen Y am Ende eines Stichwortes werden JeepY [dip], der; -s, -s ...
Namen und Bezeichnungen kenntlich gemacht, die als
eingetragene Marken geschützt sind. Aus dem Fehlen
dieses Zeichens darf jedoch nicht geschlossen werden,
dass das Stichwort als Handelsname frei verfügbar ist.
9 Zur Wörterbuchbenutzung

9. Die Aussprache folgt dem Stichwort und steht in ecki- Tat|too [ttu], ...
gen Klammern. Sie steht nur bei Wörtern oder Worttei-
len, deren Aussprache Schwierigkeiten bereiten kann.
Gleich gebliebene Teile einer vorhergehenden Eta|ge [eta , österr. meist ...
] ...
Ausspracheangabe oder unproblematische Wortteile Eta|gen|bett [etan...], ...
werden durch drei Punkte wiedergegeben.

10. Grammatische Angaben folgen – außer beim ab|brau|chen 〈sw. V.; hat〉: ...
˙
Substantiv – dem Stichwort in Winkelklammern. Sie aus|schrei|ten 〈st. V.〉 (geh.): 1. 〈hat〉 ... 2. ... 〈ist〉
können jedoch auch unter einzelnen Bedeutungspunk-
ten stehen, sofern sie nur an dieser Stelle relevant
sind.
Beim Substantiv stehen die Angaben des Genus Ana|nas, die; -, - u. -se: ...
˙
(Geschlechts) mit der, die, das und die Endungen des Du|pli|kat, das; -[e]s, -e: ...
Genitivs Singular und des Nominativs Plural nicht in 
Winkelklammern. Fakultative Wortbestandteile sind in
eckige Klammern gesetzt.

11. Angaben über die Herkunft der Wörter folgen auf die Hap|tik, die; - [zu griech. háptein = heften, berühren,
˙
grammatischen Angaben in eckigen Klammern. Sie angreifen] ...
können jedoch auch unter einzelnen Bedeutungspunk- Ku|ckuck, der; -s, -e: 1. [aus dem Niederd.-Md. < mniederd.
ten stehen, sofern sie sich nur auf diese Lesart bezie- ˙
kukuk; lautm.] ... 2.[iron. Bez. für den früher auf
hen. das Siegel aufgedruckten Wappenadler] ...

12. Stilistische Bewertungen, räumliche und zeitliche Schwarz|ma|le|rei, die (ugs.) ...
Zuordnungen, Zuordnungen zu Bereichen sowie Kö|ter, der; -s, - [aus dem Niederd.; urspr. lautm.] (ab-
Fach- und Sondersprachen folgen den gramma- 
wertend) ...
tischen und etymologischen Angaben in runden
Klammern.

13. Bedeutungsangaben werden mit einem Doppelpunkt ab|bie|gen 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 sich von einer eingeschlagenen
˙
angekündigt, sind kursiv gedruckt und werden mit ara- Richtung entfernen, eine andere Richtung einschlagen:
bischen Ziffern und (bei enger zusammengehörenden ich, das Auto bog [von der Straße, nach links] ab;
Bedeutungen) mit Kleinbuchstaben gegliedert. die Straße biegt [nach Norden] ab. 2. 〈hat〉 a) in eine
andere Richtung biegen: einen Finger nach hinten a.;
b) (ugs.) einer Sache geschickt eine andere Wendung
geben u. dadurch eine unerwünschte Entwicklung
verhindern: sie bog das Gespräch ab; er hat die
Sache noch einmal abgebogen (mit Geschick abge-
wendet).

14. Bedeutungsnuancen, Kontextbedeutungen und die 1


Fut|ter, das; -s, - 〈Pl. selten〉 [mhd. vuoter, ahd. fuotar,
˙
Bedeutungen der idiomatischen Ausdrücke stehen verw. mit lat. pascere, ↑ Pastor]: Nahrung für [Haus]tiere:
in runden Klammern hinter dem betreffenden Wort dem Hund, den Hühnern [das] F. geben; dieses F. (sa-
oder der betreffenden Fügung und sind kursiv lopp: Essen) passt dir wohl nicht?; der Mitarbeiter
gedruckt. braucht neues F. (ugs.; neue Arbeit); * gut im F. sein/
stehen (ugs.; gut genährt sein).
Zur Wörterbuchbenutzung 10
Zur Wörterbuchbenutzung

15. Die Beispiele sind grob nach eigentlichem und über- ab|wra|cken 〈sw. V.; hat〉: (bes. Schiffe) zerlegen u. verschrot-
˙
tragenem Gebrauch gegliedert. Beispiele für den ten: ein Schiff a.; ein abgewrackter Komiker.
eigentlichen Gebrauch stehen vor den Beispielen für
den übertragenen Gebrauch. Diese werden durch
 (= bertragung) angekündigt. In den Beispielen
und den idiomatischen Ausdrücken wird das Stichwort
im Allgemeinen mit dem Anfangsbuchstaben oder mit
der Beugungsendung abgekürzt.
Adjektive und Substantive sind zusätzlich nach herr|lich 〈Adj.〉 [mhd., ahd. he rlich, zu: he r, ↑ hehr]: 1. in ei-
˙nem so hohen Maße gut, schön, dass es sich nicht
syntaktischen Gesichtspunkten gegliedert. Bei
Adjektiven ist die Reihenfolge attributiv, prädikativ, besser, schöner denken lässt: ein -er Tag, Abend; eine -e
adverbial, gegebenenfalls auch substantiviert. Ver- Aussicht; -e Stoffe, Kleider; sie war eine -e Frau;
wendungsweisen, die in runden Klammern erklärt der Urlaub war h.; der Kuchen schmeckt einfach h.; sie
werden (Kontextbedeutungen o. Ä.), erscheinen lebten h. und in Freuden; -stes Winterwetter;
gewöhnlich am Ende der attributiven, prädikativen 〈subst.:〉 bei dieser Hitze ist Wasser etwas Herrliches.
bzw. adverbialen Beispiele. Beim Substantiv erscheint 2. 〈intensivierend bei Adjektiven〉 sehr, überaus:
das Stichwort zunächst in der Subjektrolle, dann – be- die Couch ist h. bequem.
ginnend mit dem Akkusativobjekt – in der Objektrolle Arm ...: kräftige, behaarte -e; ihr linker A. ist steif; die -e
˙
und schließlich als Bestandteil präpositionaler Verbin- aufstützen, [nach jmdm.] ausstrecken, [über der Brust]
dungen. Kontextbedeutungen o. Ä. werden gewöhn- kreuzen; jmds. A. nehmen ( jmdn. unterhaken); im Krieg
lich der syntaktischen Reihenfolge entsprechend auf- hatte er einen A. verloren; sie schlang ihre -e um seinen
geführt. Hals; beide -e voll haben (bepackt sein u. daher nichts
anderes mit den Armen machen können); wir können
hier noch zwei starke -e ( jmdn., der kräftig zupacken,
helfen kann) gebrauchen; ich habe mir den A. gebrochen;
er nahm, packte ihn am/beim A.; ein Kind auf den A.
nehmen; sie riss sich aus seinen -en [los]; jmdn. in den A.
nehmen (umarmen); jmdn. im A., in den -en halten; A. in
A. mit jmdm. gehen; sie lagen sich gerührt in den -en;
den Mantel über den A. nehmen, über dem A. tragen; er
nahm die Mappe unter den A.; der A. (die Reichweite)
des Gesetzes; ...

16. Idiomatische Ausdrücke (feste Verbindungen und Arm ... * jmds. verlängerter Arm sein (im Auftrag u.
˙
Wendungen) werden bei der Bedeutung aufge- anstelle von jmdm. handeln, dessen Anliegen zu
führt, zu der sie gehören, und stehen dort immer am erfüllen suchen); ...
Ende aller Beispiele. Sie erscheinen halbfett gedruckt,
wobei der erste idiomatische Ausdruck mit einem * ge-
kennzeichnet wird.

17. Bei Ländernamen, die mit dem Artikel gebraucht wer- Schweiz, die; -: Staat in Mitteleuropa ...
den, steht der Artikel vor dem Genitiv. Bel|gi|en; -s: Staat in Westeuropa.
Bei artikellos gebrauchten Ländernamen, die generell ˙
Neutra sind, wird nur der Genitiv aufgeführt.
Die Definitionen (Erklärungen) von Namen sind im Ge- To|kio: Hauptstadt Japans.
gensatz zu den Bedeutungsangaben nicht kursiv ge- 
Ös|ter|reich; -s: Staat im südlichen Mitteleuropa.
setzt. Einwohnerbezeichnungen werden nicht 
definiert, sondern durch Ew. gekennzeichnet. Ös|ter|rei|cher; der; -s, -: Ew. ...

11 Zur Wörterbuchbenutzung

18. Abkürzungen werden gewöhnlich nach einem Gleich- B. A. = Bachelor of Arts.


heitszeichen nur mit ihrer einfachen Auflösung regis- BBC [bibisi], die; - [Abk. für: British Broadcasting
triert. Wird die Bedeutung aus der bloßen Auflösung Corporation]: britische Rundfunkgesellschaft.
nicht ersichtlich, werden die Abkürzungen definiert
und mit Ausspracheangabe, Artikel und Genitivangabe
versehen. Die Auflösung erscheint in diesen Fällen wie
eine etymologische Angabe.

19. Verweise auf einen anderen Wörterbucheintrag wer- Klang, der; -[e]s, Klänge [mhd. klanc, zu ↑ klingen]: ...
˙
den in der Regel durch einen nach oben gerichteten konn|te: ↑ können.
Pfeil (↑) angezeigt, der vor dem Wort steht, auf das ˙
Leh|re|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Lehrer.
verwiesen wird. Wenn erforderlich, ist ergänzend der 
relevante Unterpunkt in runden Klammern angegeben. phra|sie|ren 〈sw. V.; hat〉 [zu ↑ Phrase (2 b)] ...

Innerhalb einer Bedeutungsangabe erfolgt ein Verweis Leib|schmerz, der ...: Schmerz im Bereich des Leibes (2).
auf einen anderen Begriff lediglich durch Angabe des Lei|chen|fled|de|rei, die ...: das Fleddern (a) einer Leiche.
relevanten Bedeutungspunkts in runden Klammern
hinter dem betreffenden Wort.
Mit vgl. wird innerhalb des Wörterbuches auf den Ein- Nord|wes|ten, der; ... 2. vgl. Norden (2 a).
trag eines inhaltlich oder formal eng verwandten Be- ˙
vier 〈Kardinalzahl〉 ...: vgl. acht: ...
griffs verwiesen, der wichtige ergänzende Angaben
zur Herkunft, Bedeutung, Grammatik o. Ä. enthält.
Verweise auf andere Einträge mit s. (siehe) erfolgen in be|kannt ge|ben, be|kannt|ge|ben: s. bekannt (2).
˙ ˙
Fällen, in denen bei bestimmten Varianten der Ge-
trennt- und Zusammenschreibung die gesuchte Infor-
mation zu finden ist.
12

Auswahl der Stichwörter

Wie kommen die Wörter in den Duden?


Das Deutsche Universalwörterbuch will den aktuellen Wortschatz des modernen Deutsch möglichst um-
fassend darstellen, wobei sich Verlag und Bearbeiter der Tatsache bewusst sind, dass Vollständigkeit bei
geschätzten 500 000 Wörtern der Alltagssprache und einer nach oben unbegrenzten Zahl von fachsprach-
lichen, regionalen und heute nicht mehr sehr gebräuchlichen Bezeichnungen schlechterdings unmöglich
ist.
Das Deutsche Universalwörterbuch verzeichnet zusätzlich zum zentralen Wortschatz des Deutschen,
der mit rund 70 000 Wörtern zu veranschlagen ist, auch Wörter außerhalb des sprachlichen Kern-
bereiches, soweit es der begrenzte Raum eines einbändigen Wörterbuches zulässt. Es handelt sich dabei
durchaus auch um Wörter aus Fachsprachen (achtern), aus vom Standard abweichenden Sprachebenen
(rotzen), aus unterschiedlichen Sprachregionen (Rundstück) und Wörter, die veraltet sind, also sprachhis-
torischen Wert besitzen (dünken).
Aufgenommen wurden auch gängige Abkürzungen (GmbH) und Kurzwörter (Kripo), ebenso wichtige
geografische Begriffe (Bosporus), die Namen von Institutionen und Organisationen (Greenpeace) sowie Ei-
gennamen aus Astronomie (Andromeda), Mythologie (Hephaistos) und Ethnologie (Etrusker).
Personennamen oder Warenzeichen fanden nur Aufnahme, wenn sie als Gattungsbezeichnungen oder
wie Wörter der natürlichen Sprache gebraucht werden, z. B. Blaubart oder JeepY.
Berücksichtigt wurden zudem produktive Wortbildungselemente des Deutschen, wie etwa a-, super-,
-abel oder -trächtig. Die Darstellung der Wortbildungselemente vermittelt zum einen ein Bild vom Auf-
bau des modernen Wortschatzes und hilft so, die in ihrer Zahl ständig zunehmenden Ad-hoc-Bildungen
zu verstehen, zum andern gibt sie ein »Werkzeug« an die Hand, selbst produktiv mit dem Deutschen um-
zugehen.
In den letzten Jahren fand in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens eine rasante Entwicklung statt,
die sich im Wandel der Sprache spiegelt. Daher wurde in dieser Neubearbeitung des Deutschen Univer-
salwörterbuchs eine Vielzahl an Neuwörtern (Neologismen) – darunter CO2-Zertifikat, Foodsharing, Inklu-
sionsklasse – aufgenommen, bei denen aufgrund der Belegstellenlage die realistische Annahme zu recht-
fertigen ist, dass es sich dabei nicht nur um kurzlebige Momentprägungen handelt.
Die Basis für die lexikografische Erfassung und Bearbeitung des deutschen Wortschatzes war für die
früheren Auflagen dieses Wörterbuchs unsere über Jahrzehnte bewährte, seit 1998 elektronisch gepflegte
Sprachkartei mit ihren etwa drei Millionen Belegen. Heute nutzt die Dudenredaktion in erster Linie das
2001 begründete und seither kontinuierlich wachsende Dudenkorpus. Diese digitale Volltextsammlung
umfasst nach heutigem Stand rund 5,2 Milliarden mit sprachbezogenen Informationen versehene Wort-
formen aus Texten, die eine große Zahl unterschiedlicher Textsorten (Romane, Sachbücher, Zeitungs-
und Zeitschriftenjahrgänge u. a.) repräsentieren. Darüber hinaus werden auch die Möglichkeiten genutzt,
die das Internet für die Recherche nach Wörtern, Wortformen und Wortbedeutungen bietet. So steht
dem Bearbeitungsteam des Duden-Universalwörterbuchs heute eine Vielzahl von Quellen zur Verfügung,
um verlässliche Informationen zum aktuellen Stand der deutschen Sprache zu gewinnen.
13

Anlage und Aufbau der Artikel

Anordnung der Stichwörter


Jeder Stichworteintrag beginnt auf einer neuen Zeile; das heißt, dass auch zusammengesetzten Wörtern
(Komposita) und Ableitungen (Derivaten) in der Regel Stichwortstatus eingeräumt wird. So werden um-
fangreiche »Wortnester« vermieden, die in Ihrer Komplexität das schnelle Auffinden des gesuchten Wor-
tes erschweren.
Abi|tur ... Abi|tur|klas|se ...
 
Abi|tu|ri|ent ... Abi|tur|no|te ...
˙ 
Abi|tu|ri|en|tin ... Abi|tur|prü|fung ...
˙ 
Die Stichwörter sind alphabetisch angeordnet. Dabei werden die Umlaute ä, ö und ü – anders als in Tele-
fonbüchern – wie die ihnen zugrunde liegenden Vokale a, o und u behandelt. Ziffern wurden dem Buch-
staben z nachgeordnet; dies gilt allerdings nicht für Indizes und Exponenten.
Rau|cher|ecke ... For|mel|spra|che ...
˙
Rau|che|rei ... For|mel|zei|chen ...
˙
Räu|che|rei ... For|mel-1-Ren|nen ...
Rau|cher|ent|wöh|nung ...
Räu|cher|fisch ...
Räu|cher|ge|fäß ...
Rau|cher|hus|ten ...

Struktur der Einträge


Grundsätzlich weisen die Einträge folgende Struktur auf:
An erster Stelle steht in halbfetter Schrift das Stichwort. In mehrsilbigen Wörtern sind durch vertikale
Striche die Stellen angegeben, an denen ein Wort am Zeilenende getrennt werden darf.
In Stichwörtern ohne eigene Lautschriftangabe werden durch unter dem Wort platzierte Punkte
(kurze Silbe) bzw. Striche (lange Silbe) Hinweise zur Betonung gegeben.
Gegebenenfalls steht nach dem Stichwort in eckigen Klammern die Angabe der Aussprache unter Ver-
wendung des Zeichensystems der International Phonetic Association (IPA).
Es folgen die grammatische Information und gegebenenfalls die etymologischen Angaben, sodann die
Zuordnung des Wortes nach Sprachebene, Fachgebiet und regionalem Ursprung.
Zentral in jedem Eintrag ist die genaue Bestimmung des Bedeutungsgehalts des Stichworts. Den typi-
schen Gebrauch eines Wortes zeigen Anwendungsbeispiele und idiomatische Wendungen.
Angaben, die nicht das gesamte Stichwort betreffen, sondern etwa nur eine Unterbedeutung, werden
an der betreffenden Stelle angeführt.
Ohne Bedeutungserläuterung bleiben nur einige Ableitungen und Zusammensetzungen, die einem
Stichwort, aus dem sie sich leicht erklären lassen, unmittelbar alphabetisch folgen (und keine neue Zeile
erfordern).
an|wend|bar ... Dazu: An|wend|bar|keit, die; -.
˙ ˙
Schreibungen 14
Anlage und Aufbau der Artikel

Schreibungen
Ein Stichwort wird im Allgemeinen in seinen möglichen Schreibweisen gezeigt; an jeweils erster Stelle ist
diejenige Variante angeführt, die der Rechtschreibduden empfiehlt:
Or|tho|gra|fie, Orthographie, die . . .
po|ten|zi|ell, potentiell 〈Adj.〉 . . .
˙
Kaf|fee-Er|satz, Kaf|fee|er|satz, der . . .
Feed|back, Feed-back [fidbk], das . . .

Aus Platzgründen wird bei Doppelschreibungen, die an verschiedenen Alphabetstellen stehen, der
Haupteintrag nur an der Stelle gezeigt, an der die von der Dudenredaktion empfohlene Schreibweise zu
finden ist. An der anderen Alphabetstelle ist ein Verweisartikel angesetzt:
Jacht, Yacht, die . . .
˙
Yacht usw.: ↑ Jacht usw.
˙
Wenn für eine Wortverbindung Getrennt- und Zusammenschreibung korrekt ist, wird entweder das
Stichwort zweimal angesetzt oder es wird auf den Stichwortartikel zum Erstglied verwiesen oder die
Schreibweisen werden in typischen syntaktischen Kontexten an verschiedenen Stellen gezeigt:
Soft|drink, der; -s, -s, Soft Drink, der . . .
zu|grun|de, zu Grun|de 〈Adv.〉: in den Verbindungen . . .
˙ ˙
be|kannt ma|chen, be|kannt|ma|chen: s. bekannt (2).
˙ ˙
Auf|se|hen, das . . . ein [viel, großes] A. erregender Film . . .
auf|se|hen|er|re|gend, Auf|se|hen er|re|gend 〈Adj.〉: . . . seine wissenschaftlichen Arbeiten waren äußerst
a. . . .
Varianz in der Groß- und Kleinschreibung eines nicht substantivischen Stichworts wird nur gezeigt,
wenn dessen Gebrauch als Substantiv oder als Benennungseinheit naheliegend ist:
kurz 〈Adj.〉 . . . *binnen Kurzem/kurzem (innerhalb kurzer Zeit)
˙
ein 〈Kardinalz.; betont〉 . . . der -e oder/und [der] andere . . . <subst.:> es gibt nur den Einen (Gott)
groß 〈Adj.〉 . . . eine Große/große Koalition (Politik; Koalition der [beiden]

zahlenmäßig stärksten Parteien im Parlament)
Für Schreibungen unterhalb der Stichwortebene – also in den etymologischen Angaben, Definitionen,
Anwendungsbeispielen usw. – ist durchgehend die Empfehlungsschreibung der Dudenredaktion ge-
wählt:
Mel|tau, der; -[e]s [urspr. identisch mit ↑ Mehltau, dann orthografisch geschieden]: Honigtau.

kund|ge|ben 〈st. V.; hat〉 (geh.): bekannt geben; mitteilen . . .
˙
neu|lich 〈Adj.〉 [mhd. niuwelı̄che]: . . . vor Kurzem, kürzlich.

Neben orthografischen Doppelformen werden auch Wortbildungsvarianten eines Stichwortes gezeigt:


mo|de|rig, modrig 〈Adj.〉 . . .

Zau|be|rer, (selten:) Zaubrer, der; -s, - . . .
15 Aussprache der Stichwörter

Aussprache der Stichwörter


Die Angaben zur Aussprache erfolgen bei Wörtern oder Wortteilen, deren Aussprache Schwierigkeiten
bereiten könnte. Bei den übrigen Stichwörtern – und dies sind die meisten – werden auf die oben be-
schriebene Weise Hinweise zur Betonung gegeben.
Die folgende Tabelle zeigt Lautzeichen und Lautzeichenkombinationen, wie sie im Wörterbuch Ver-
wendung finden. In der ersten Spalte steht das Lautzeichen bzw. die Lautzeichenkombination, in der
zweiten Spalte ein dazu passendes Beispiel, in der dritten Spalte dessen korrekte Aussprache.

a hat hat halte halt o Moral moral t Tal tal


 
a Ba˙ hn ban ˙
grüezi ry tsi o Boot bot ts Zahl tsal
 
 Gi tter t f Fass fas o loyal loajal t

Matsch mat

˙ ˙ st    ˙ nt
 Uhr u  Ga ast ˜ Fondue f˜dy u kula kulant
  
˜ engagieren ˜air n h ha˙ t hat ˜ Chanson
˜s˜ u Hut˙ hut
˙ l 
˜ Chance 
˜s i vita vital  Post pst u Linguistik lustk
 ˙  
a weit vat i viel fil ø Ökono m økonom  Pult ˙ plt
   ˙s
a Haut hat i Studie 
tudi ø Öl øl v wa vas
     
b Ball bal  Birke brk œ göttlich œtlc x Ba˙ch bax
˙ ˙ ˙ ¸ ˙ k
c ich c j ja ja œ̃ chacun à
akœ̃asõu y Physi fyzik
¸ ˙dann ¸  ¯
d dan k kalt kalt son goût y Rübe ryb

d Jo˙b dp l La˙ st last œ̃ Parfum parfœ̃ y̆ Nouvelle nuvl
e ˙
Metha n metan l Na˙ bel nabl  Heu h Cuisine ky̆izin
m  
e Beet

bet Mast

mast p Pakt pakt  füllen fl n
 hätte ht m gro ˙ ßem rosm pf Pfa˙ hl pfal z ˙ se
Ha haz
 wä ˙ hlen vl n n Naht

nat r Rast

rast  
Genie eni
 
˜ timbrieren t˜brir n n baden badn s Ha˙ st hast
˜ Timbre t˜br  
lang la
˙ l
scha
al
˙ 

Die folgende Tabelle zeigt Lautzeichen, wie sie im Englischen verwendet werden, teilweise aber auch in
deutschen Fremdwörtern. Die Diphthonge werden im Deutschen etwas anders ausgesprochen als im
Englischen.
 Sergeant engl. sd nt  mailen ml n  Thriller rl
 
æ Acid engl. æsd  Show
 w Tweed engl. twid
 
 Trucker trk  on the rocks engl. n  rks

Sonstige Lautschriftzeichen:
 Der Stimmritzenverschlusslaut (»Knacklaut«) im Deutschen, wie z. B. in CO-Test [tseo...], wird vor
Vokalen, die am Wortanfang stehen, weggelassen. Die Lautschrift zum Stichwort Effet erscheint also
als [fe] und nicht als [fe].
 Das Längezeichen bezieht sich auf den unmittelbar davor stehenden Vokal, wie etwa in Chrom [krom].
~
Die hochgestellte Tilde über Lauten kennzeichnet deren nasalierte Aussprache, z. B. in Fond [f˜].
 Das Betonungszeichen steht unmittelbar vor der betonten Silbe: Exposé [kspoze].
 Das Zeichen für silbische Konsonanten steht unmittelbar unter diesen, wie in 2han|deln [hndln].
ø].
˘ Unter- oder übergestellte Halbkreise kennzeichnen unsilbische Vokalbildung, wie in Milieu [mili
 
Grammatische Informationen 16
Anlage und Aufbau der Artikel

Grammatische Informationen
Zu jedem Stichwort werden die erforderlichen grammatischen Informationen gegeben – mit Ausnahme
bei denjenigen Stichwörtern, von denen aus lediglich auf einen anderen Eintrag verwiesen wird.
knif|fe|lig: ↑ knifflig.
˙
Bei Substantiven steht im Allgemeinen der bestimmte Artikel mit den Deklinationsendungen für Genitiv
Singular und Nominativ Plural. Substantivkomposita erhalten in der Regel nur die Artikelangabe, sofern
die Deklinationsendungen von Zusammensetzung und Grundwort übereinstimmen.
Tisch, der; -[e]s, -e ...
˙
Aber nur:
Schreib|tisch, der ...

Die Verben werden als schwache, starke oder (im engeren Sinne) unregelmäßige gekennzeichnet; außer-
dem erhalten sie eine Angabe zur Perfektbildung mit »haben« (hat) oder »sein« (ist).
lau|ern 〈sw. V.; hat〉 ...
sin|gen 〈st. V.; hat〉 ...
˙
vor|her|ge|hen 〈unr. V.; ist〉 ...

Bei Präpositionen wird der von ihnen regierte Kasus angegeben.
nach 〈Präp. mit Dativ〉 ...

per 〈Präp. mit Akk. od. Dativ〉 ...
˙
Die übrigen Stichwörter sind meist nur ihrer Wortart zugeordnet.
be|reits 〈Adv.〉 ...
hei 〈Interj.〉 ...
li|be|ral 〈Adj.〉 ...

weil 〈Konj.〉 ...

Herkunft der Stichwörter


Jedes Wort hat seine Geschichte – und darüber geben die etymologischen Angaben Auskunft. Sie gehen,
was die rein grammatische Form angeht, nicht über das Althochdeutsche hinaus. Was die Bedeutung an-
belangt, wird bei sogenannten »wichtigen« Wörtern die ursprüngliche und damit eigentliche Bedeutung
angegeben, um das Verständnis der heutigen Verwendung zu unterstützen. Die Entwicklung von Lehn-
oder Fremdwörtern wird gewöhnlich bis in die Ursprungssprache zurückverfolgt.
Das Deutsche Universalwörterbuch erfüllt damit eine doppelte Funktion. Es dokumentiert den Ist-
zustand der deutschen Sprache (synchroner Ansatz) und liefert zusätzlich Informationen zur Sprach-
geschichte (diachroner Ansatz).
Die etymologischen Angaben folgen in eckigen Klammern nach den grammatischen Angaben oder,
sofern sie sich nur auf eine von mehreren Lesarten beziehen, unmittelbar nach der halbfetten arabischen
Ziffer:
Ei|nig|keit, die: - [mhd. einecheit = Einigkeit; Einzigkeit: ahd. einigheit = Einzigkeit, Einsamkeit] . . .
Flo|rist, der; -en, -en: 1. [zu ↑ 1Flora] Kenner u. Erforscher einer 1 Flora (1). 2. [zu lat. flos (Gen.: floris) =
˙
Blume] Blumenbinder (Berufsbez.).
17 Stilistische, regionale, zeitliche und andere Markierungen

Bei allen deutschen Grundwörtern werden die mittelhochdeutschen (mhd.) wie auch die althochdeut-
schen (ahd.) Formen angeführt, wenn sie belegt sind. Der mhd. Form folgt nach einem Komma die ahd.
Form, wenn sich die Bedeutungen entsprechen: Bad, das; -[e]s, Bäder [mhd. bat, ahd. bad] ... Sind sowohl
Bedeutung wie Schreibung identisch, wird der Einfachheit halber zusammengefasst: 1Bank, die; -, Bänke
[mhd., ahd. banc ...].
Bei den etymologischen Angaben zu Lehn- und Fremdwörtern werden bedeutungsgleiche Entlehnun-
gen in anderen Sprachen durch das Zeichen < verbunden: Bar|bier ... [mhd. barbier < frz. barbier < mlat.
barbarius ...]; But|ter, die: - [mhd. buter, ahd. butera, über das Vlat. < lat. butyrum < griech. boútyron, ...
eigtl. = Quark aus Kuhmilch]. Gehört die Wurzel eines Wortes einer anderen Wortart an, steht die Prä-
position »zu«: ba|sie|ren ... [frz. baser, zu: base < lat. basis, ↑ Basis] ... Der Verweispfeil zeigt hier an, dass
weitere Angaben zur Etymologie unter dem Stichwort Basis zu finden sind.
Komposita erhalten nur dann etymologische Angaben, wenn die Wortteile oder ein Wortteil als solche
nicht im Wörterbuch vorkommen (Manuskript) oder wenn sie durch ihre sprachgeschichtliche Entwick-
lung hindurch stets als Einheit interpretiert wurden (Maulwurf). Auch wenn die Kompositumbildung eine
besondere semantische Qualität aufweist, werden die etymologischen Angaben angeführt (Weißbuch).

Stilistische, regionale, zeitliche und andere Markierungen

a) Stilangaben
Es unterliegt meist dem individuellen Sprachgefühl, in welcher Qualität Wörter wie »Scheiße«, »blöd«,
»Dreckspatz«, »saukalt«, »affengeil« oder »beölen« wahrgenommen werden. Was manchen Benutzern
standardsprachlich – weil dem eigenen vertrauten Lebens- und Sprachalltag entstammend – erscheint,
ist für andere schon »ugs.« (= umgangssprachlich), ja gar »derb« oder sogar »vulg.« (= vulgär). Ähnlich
verhält es sich mit Bewertungen wie »geh.« (= gehoben) oder »fachspr.« (= fachsprachlich).
Angaben zum Sprachstil, zur Sprachebene, sind immer wertend und damit oft subjektiv. Dies gilt bis
zu einem gewissen Grad auch für dieses Wörterbuch, obgleich es sich auf eine Fülle statistisch ausgewer-
teten Materials berufen kann und so mit empirisch abgesicherten Daten die Ebene der rein subjektiven
Bewertung hinter sich lässt.
Im Stichwortartikel folgen die stilistischen Angaben in runden Klammern auf die etymologischen Hin-
weise (falls vorhanden) bzw. direkt auf die grammatikalischen Informationen oder, wo sie sich nur auf
eine Bedeutungskategorie beziehen, unmittelbar hinter der halbfetten arabischen Ziffer; auch idiomati-
sche Wendungen werden gegebenenfalls entsprechend markiert:
Ant|litz, das; -es, -e 〈Pl. selten〉 [mhd. antlitze, ahd. antlizzi ...] (geh.) ...
˙
Af|fe, der; -n, -n [...] 1. (zu einer Unterordnung der Primaten gehörendes) Säugetier ...
˙
2. (derb) a) dummer Kerl ...
Fuß, der; -es, Füße [...] 1. ... * wie eingeschlafene Füße schmecken (salopp; ...) ...

Standardsprachliche Wörter werden nicht besonders gekennzeichnet. Sie bilden im Sinne der oben ange-
deuteten Wertungsskala den statistischen Durchschnitt und haben vor allem den bei Weitem größten
Anteil am Gesamtwortschatz. Oberhalb dieser Schicht ist eine Ausdrucksweise angesiedelt, die mit ge-
wissen überdurchschnittlichen Kenntnissen bzw. einer höheren als der durchschnittlichen Bildung zu-
sammenhängt. Sie wird oft mit »bildungsspr.« (= bildungssprachlich) markiert. Es handelt sich dabei
meist um Fremdwörter, die weder einer Fachsprache noch der Umgangssprache angehören, etwa Affront,
homogen oder nobilitieren.
Daran angrenzend trifft man auf Wörter, wie sie bei feierlichen Anlässen und gelegentlich in der Lite-
ratur verwendet werden. Diese gehobene (»geh.«) Ausdrucksweise, zu der Wörter wie Augurenlächeln,
Stilistische, regionale, zeitliche und andere Markierungen 18
Anlage und Aufbau der Artikel

sich befleißigen oder emporlodern gehören, wirkt im sprachlichen Alltag mitunter übertrieben, zumindest
feierlich.
Verwandt damit sind veraltete Wörter, wie sie eigentlich nur noch in literarischen Texten vorkommen,
wie Azur, beglänzen oder Odem. Diese werden mit »dichter.« (= dichterisch) markiert.
»Unterhalb« des angenommenen sprachlichen Durchschnitts trifft man auf eine größere Vielfalt an
Stilebenen. Die mit der Abkürzung »ugs.« markierte »Umgangssprache« ist der Sprachstil, wie man ihn
im alltäglichen »Umgang« zwischen den Menschen – vor allem – h ö r t bzw. dort liest, wo individuelle Ab-
weichungen von der Norm der Standardsprache üblich sind, etwa in persönlichen Briefen und elektro-
nisch versandten (Kurz)nachrichten. Umgangssprachliche Ausdrücke dieser Art sind z. B. abknapsen,
quietschgrün oder chillen.
Die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der Massenmedien während der letzten Jahrzehnte hat un-
sere Gesellschaft auf den Weg zu einer Multimediagesellschaft gebracht, die prägend in den täglichen
Umgang der Menschen miteinander eingreift und damit auch auf die »Umgangssprache« ausstrahlt.
Stellvertretend dafür sei das Präfix Mega- genannt, dessen ursprüngliche Bedeutung als Maßbezeichnung
für eine Million, wie in Megavolt oder Megabyte, erweitert wurde zur Funktion eines Steigerungselements
wie in Megahit oder Megastar.
So gesehen, beginnt die Markierung »ugs.« zunehmend die negative Aura zu verlieren, die ihr traditio-
nell in Wörterbüchern anhaftet. Sie beschreibt eher einen Umgang mit der Sprache, der zwar von der
Sprachnorm abweicht, jedoch eine hohe Frequenz wie auch eine breite Akzeptanz aufweist.
Anders verhält es sich mit den folgenden stilistischen Markierungen. Recht nachlässige und oft auch
negativ motivierte und verwendete Wörter wie abmurksen, Aufreißer oder bekloppt werden als »salopp«
eingestuft. Noch stärker negativ besetzte Begriffe wie Arsch, furzen oder Fresse gelten als »derb«. Die Mar-
kierung »vulg.« (= vulgär) erhalten Wörter, die eindeutig sexuell-obszön sind, wie Fotze oder Ficker.
Eine eigene Gruppe bilden diejenigen Wörter oder Wendungen, die man für gewöhnlich nur im enge-
ren Freundeskreis oder innerhalb der Familie antrifft, da sie nur verwendet werden, wenn ein besonderer
Grad an Vertrautheit gegeben ist. Sie werden im Wörterbuch mit »fam.« (= familiär) markiert und zu ih-
nen gehören z. B. Bäuerchen, einkuscheln, Dummerchen oder die Wendung bitte, bitte machen unter dem
Stichwort bitte.
Wörter, die zwar im alltäglichen Gebrauch nachgewiesen sind, jedoch nur selten verwendet werden,
erhalten die entsprechende Markierung »selten«, wie einkeilen oder Rüdheit.
Zu diesen stilistischen Bewertungen wie zu den standardsprachlichen Wörtern und Verwendungen
können Informationen zum Gebrauch bzw. zur Sprechintention treten. Es handelt sich um Angaben wie
»scherzhaft, spöttisch, ironisch, abwertend, nachdrücklich, gespreizt, verhüllend, Schimpfwort« etc.

b) Regionale bzw. zeitliche Zuordnung


Wörter und Wendungen, die nicht im gesamten Verbreitungsgebiet der deutschen Sprache Bestandteil
des Standardsprachlichen sind, sondern nur regional Verwendung finden, werden entsprechend mar-
kiert.
Eine räumliche Zuordnung findet sich wie eine stilistische Markierung in runden Klammern hinter ei-
ner etymologischen Angabe – sofern vorhanden – oder unmittelbar im Anschluss an eine halbfette arabi-
sche Ziffer:
Kas|sier, der; -s, -e [ital. cassiere, zu: cassa, ↑ Kassa] (südd., österr., schweiz.): ...
büt|zen 〈sw. V.; hat〉 ... (rhein.): ...
˙
2
Hei|de, die; -, -n: 1. ... 2. ... 3. (nordd., ostmd.) ...

Ein Brötchen wird so in einem Teil des deutschen Sprachgebiets zum Rundstück ... (nordd.), in einem an-
deren Teil zum Weck ... (bes. südd.). Und was dem einen sein Hendl ... (bayr., österr.), ist dem andern sein
19 Stilistische, regionale, zeitliche und andere Markierungen

Broiler ... (regional). Für Tomate wird in Österreich das Wort Paradeiser ... (österr.) verwendet, in der
Schweiz sagt man Saaltochter ... (schweiz.), wenn man Bedienung meint.
Lässt sich ein nur regional verwendetes Wort bzw. eine Wendung nicht eindeutig einer bestimmten
Region zuordnen, wird die Markierung »landsch.« (= landschaftlich) verwendet.
Die sprachlichen Eigenheiten der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik werden mit
»DDR« gekennzeichnet, wenn es sich um Dinge, Einrichtungen, Organisationen usw. handelt, die nach
der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nicht mehr existieren, etwa Abschnittsbevollmäch-
tigter, FDJ oder Volkskammer. DDR-typische Wörter und Verwendungsweisen, die auch nach der Vereini-
gung in den neuen Bundesländern weiterhin üblich sind, erhalten die Markierung »regional« (siehe oben
Broiler oder auch Feinfrost, Plaste etc.).
Die zeitliche Zuordnung von Wörtern oder Verwendungsweisen kennzeichnet sprachliche Elemente,
die nicht mehr zum aktuellen Wortschatz gehören.
So bedeutet die Markierung »veraltend«, dass das damit bezeichnete Wort nicht mehr zur allgemein
benutzten Gegenwartssprache gehört, sondern, wie etwa Aussteuer oder deinethalben, meist bzw. aus-
schließlich von der älteren Generation verwendet wird.
Wörter, die allenfalls noch in älteren literarischen Texten zu finden sind, ansonsten aber nicht mehr
oder wenn, dann mit ironischer oder scherzhafter Absicht verwendet werden, erhalten die Markierung
»veraltet«, wie supplieren, Brachet, Muhme oder Gevatter.
Mit »(Geschichte)« werden Wörter markiert, die etwas bezeichnen, was einer bestimmten vergange-
nen historischen Epoche angehört, z. B. Absolutismus, Gegenreformation oder Doge.
Wörter, die mit »nationalsoz.« (= nationalsozialistisch) markiert sind, gehören zum typischen Voka-
bular der nationalsozialistischen Ideologie und des auf ihr basierenden staatlichen und gesellschaftlichen
Systems, z. B. BDM, Rassenschande oder Sturmbann.
Die Angabe »früher« steht bei Wörtern, die Sachen oder Sachverhalte beschreiben, die es so nicht
mehr gibt, wie Hungerturm, Leibeigenschaft, Lehrherr oder 3Regal.

c) Zugehörigkeit zu Fach- und Sondersprachen


Die rasante Entwicklung von Wissenschaft und Technik und das rasche Fortschreiten der damit in Ver-
bindung stehenden gesellschaftlichen Veränderungen hat eine Fülle von sprachlichen Elementen in die
Alltagssprache einfließen lassen. In gleichem Maße gewinnt die Kompetenz hinsichtlich fachsprachli-
cher Termini zunehmend an Bedeutung, nicht nur beruflich, sondern auch in der täglichen Kommunika-
tion mit anderen Menschen und im Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Medien.
Das Wörterbuch grenzt daher das Allgemeinsprachliche vom Fachsprachlichen ab und kennzeichnet
genau die semantischen Bereiche, in denen die jeweiligen Wörter verwendet werden:
Tho|rax, der; -[es], -e, Fachspr. ...aces ... (Anat.): ...

Bin|der, der; -s, -: ... 3. (Bauw.) ...
˙
Ozon|schicht, die (Meteorol.): ...

Wörter, deren Sachgebietszugehörigkeit aus der Bedeutungserklärung bzw. Definition eindeutig ablesbar
ist, werden nicht besonders markiert, etwa Esche oder Fasan.
Sondersprachen sind etwa die spezifisch kindlichen Äußerungen wie Muhkuh oder Pipi bzw. der spe-
zielle Jargon bestimmter Personengruppen, wie der Jäger (2Losung, Löffel 2.).
Auch hier werden die jeweils zutreffenden Zuordnungen vorgenommen, im ersten Fall durch die Mar-
kierung »Kinderspr.«, im zweiten Fall durch »Jägerspr.«.
Stilistische, regionale, zeitliche und andere Markierungen 20
Anlage und Aufbau der Artikel

Die in diesem Wörterbuch vorkommenden Sachgebiete und deren Fach- und Sondersprachen:
Akustik Funkwesen Metallurgie Sprengtechnik
Amtssprache Gartenbau Meteorologie Statistik
Anatomie Gastronomie Militär Steuerwesen
Anthropologie Gaunersprache Mineralogie Stilkunde
Arbeitsrecht Genealogie Mode Straßenbau
Arbeitswissenschaft Genetik Münzkunde Studentensprache
Archäologie Geografie Musik Tabakindustrie
Architektur Geologie Mythologie Technik
Astrologie Geometrie Nachrichtentechnik Telefonie
Astronomie Gerberei Naturwissenschaften Textilindustrie
Bäckerei Geschichte Optik Theater
Bakteriologie Gießerei Pädagogik Theologie
Ballett Handarbeiten Paläontologie Tiermedizin
Ballistik Handwerk Parlamentssprache Tierzucht
Bankwesen Hauswirtschaft Pharmazie Tischlerei
Bautechnik Heraldik Philatelie Touristik
Bauwesen Hochschulwesen Philosophie Uhrmacherei
Bergbau Holzverarbeitung Physik Verfassungswesen
Bergmannssprache Hotelwesen Physiologie Verhaltensforschung
Biochemie Hüttenwesen Politik Verkehrswesen
Biologie Imkersprache Polizeiwesen Verlagswesen
Bodenkunde Informationstechnik Postwesen Vermessungswesen
Börsenwesen Jagdwesen Prähistorie Versicherungswesen
Botanik Jägersprache Psychoanalyse Verslehre
Böttcherei Jugendsprache Psychologie Verwaltungssprache
Buchbinderei Kartenspiel Raumfahrt Viehzucht
Buchführung Kaufmannssprache Rechtssprache Völkerkunde
Bürowesen Kerntechnik Religion Völkerrecht
Chemie Kfz-Technik Rentenversicherung Volkskunde
Dichtkunst Kfz-Wesen Rundfunk Waffentechnik
Diplomatie Kindersprache Rundfunktechnik Wasserbau
Druckersprache Kino Schiffbau Wasserwirtschaft
Druckwesen Kirchensprache Schifffahrt Weberei
Eisenbahn Kochkunst Schneiderei Werbesprache
Elektronik Kommunikations- Schriftwesen Winzersprache
Elektronische Daten- forschung Schülersprache Wirtschaft
verarbeitung Kosmetik Schule Zahnmedizin
Elektrotechnik Kunsthandwerk Seemannssprache Zahntechnik
Fernsehen Kunstwissenschaft Seewesen Zeitungswesen
Fertigungstechnik Kürschnerei Sexualkunde Zimmerei
Film Kybernetik Soldatensprache Zollwesen
Finanzwesen Landwirtschaft Sozialpsychologie Zoologie
Fischereiwesen Literaturwissenschaft Sozialversicherung
Fliegersprache Malerei Soziologie
Flugwesen Mathematik Sport
Forstwirtschaft Mechanik (Boxen, Fußball,
Fotografie Medizin Reiten usw.)
Frachtwesen Meereskunde Sportmedizin
Funktechnik Metallbearbeitung Sprachwissenschaft
21 Bedeutungsangaben

Bedeutungsangaben
Wir können uns sprachlich verständigen, weil wir von Kindheit an lernen, bestimmten lautlichen oder
schriftlichen Zeichen Bedeutungen zuzuordnen. In der Muttersprache geschieht dies im Prozess der
Erziehung bzw. Sozialisation, bei Fremdsprachen sind dafür unter Umständen spezielle Hilfsmittel
(Wörterbücher etc.) oder gezieltes Training erforderlich. Die Bedeutungen, die semantische Dimension
menschlicher Äußerungen, machen das Wesen, den Kern jeglicher auf Sprache basierenden Kommuni-
kation aus. Ohne die Kompetenz, sie lautlich wie schriftlich zu realisieren, ist Kommunikation mittels
Sprache unmöglich.
Daher gilt das Hauptaugenmerk des »Deutschen Universalwörterbuchs« neben der grammatikali-
schen Einordnung der Wörter der möglichst genauen, das jeweilige semantische Spektrum abdeckenden
Bedeutungsbeschreibung. (Bei Wörtern, die aus der Fachterminologie in den allgemeinen Wortschatz
übernommen wurden, wird keinerlei enzyklopädische Vollständigkeit angestrebt. Die allgemeinsprach-
liche Bedeutung dieser Wörter kann sich gegenüber der fachlichen verändert haben.)
Auf der Basis umfangreicher Materialsammlungen, besonders des Dudenkorpus, wurden dabei die Be-
deutungsnuancen bis ins Detail analysiert, bewertet und – wo durch aussagekräftige Frequenzbefunde
gerechtfertigt – im Wörterbuch dargestellt.
a) Wörter, die nur eine Bedeutung tragen, die sozusagen »unmissverständlich« sind:

Oxy|mo|ron, das; -s, ...ra [griech. oxýmoron ...] (Rhet., Stilk.): Zusam-
menstellung zweier sich widersprechender Begriffe in einem Kompo-
situm od. in einer rhetorischen Figur (z. B. bittersüß, eile mit Weile!).

b) Vor allem die häufiger gebrauchten Wörter haben meist mehrere, unter Umständen viele Bedeutun-
gen, die von der jeweiligen Situation abhängen, in der sie verwendet werden, oder die von der Sprecher-
intention und anderen Faktoren beeinflusst werden:
zie|hen ... 14. ... c) bewirken, dass sich etw. (als Reaktion auf ein
bestimmtes Verhalten o. Ä.) auf einen bzw. etw. richtet: alle Blicke auf
sich z.; jmds. Unwillen, Zorn auf sich, auf seine Kinder z.; sie versuchte
seine Aufmerksamkeit auf einen anderen Fall zu z.

c) Im Gegensatz zu den Erklärungen in Enzyklopädien, die den Benutzern Informationen zu Dingen, his-
torischen Begebenheiten, Personen etc. (also: Sachinformationen) bieten, findet man in einem Wörter-
buch üblicherweise Informationen zur Sprache und ihren Bedeutungen. In bestimmten Fällen, z. B. bei
Namen, werden allerdings auch in diesem Nachschlagewerk Sachinformationen zu finden sein:
Ku|ba; -s: Inselstaat im Karibischen Meer.

Zeus: (griech. Myth.) höchster Gott.

Doch ist die Darstellung der sprachlichen Bedeutungsstrukturen das eigentliche Anliegen dieses Wör-
terbuchs.

d) Die Bedeutungsangaben enthalten im Allgemeinen nur Wörter, die der standardsprachlichen Ebene
angehören und in der Regel im Wörterbuch selbst als Stichwörter erscheinen, also erklärt werden. Sie
sind leicht verständlich formuliert und erlauben es den Benutzern damit auch, die Bedeutung des
Stichworts nachzuvollziehen, wenn es in Redewendungen bzw. Sprichwörtern oder übertragenen An-
wendungsbeispielen gebraucht wird.
Steu|er|be|ra|ter, der: staatlich zugelassener Berater u. Vertreter in
Steuerangelegenheiten (Berufsbez.).
Bedeutungsangaben 22
Anlage und Aufbau der Artikel

Wo es angebracht ist, kann die Bedeutungsangabe auch aus einem Synonym bestehen.
ab|nib|beln, ab|nip|peln 〈sw. V.; ist〉 ...: sterben: ich nibb[e]le bald ab.
˙ ˙
e) Mitunter werden situations- bzw. kontextabhängige Zusatzinformationen in eckigen Klammern ge-
geben:
Ar|beits|tref|fen, das: [informelles] Treffen zur gemeinsamen Arbeit an
˙
einer Aufgabe.
Je nach Situation und Kontext kann ein Arbeitstreffen also informell sein oder auch nicht, stets ist es
jedoch ein Treffen zur gemeinsamen Arbeit an einer Sache.
Ist die Benutzung eines Wortes nur in Bezug auf bestimmte Lebewesen oder Objekte möglich, werden
diese in runden Klammern mit angegeben:
ko|a|lie|ren 〈sw. V.; hat〉 ... (von Bündnispartnern, bes. Parteien) sich zu
einer Koalition zusammenschließen, -geschlossen haben; eine Koalition
bilden: mit einer Partei k.; die beiden Parteien wollen k.
Ebenfalls in runden Klammern innerhalb der Bedeutungsangabe stehen Sach- und Zusatzinformatio-
nen, die über die reine Bedeutungserklärung hinausgehen, sie präzisieren oder besser verständlich ma-
chen:
Bocks|bart, der: ... 2. (Bot.) (zu den Korbblütlern gehörende) Pflanze mit
˙
schmalen, hellgrünen Blättern u. großen, gelben, strahlenförmigen
Blüten.
Mar|gi|na|lie, die; -, -n: ... b) auf den Rand einer [Buch]seite gedruckter
Verweis (mit Quellen, Zahlen, Erläuterungen o. Ä. zum Text) ...

f) Die Bedeutungsangaben stehen nach einem Doppelpunkt und erscheinen in kursivem Druck. Bei
Wörtern mit mehreren Unterbedeutungen werden sie mit arabischen Ziffern untergliedert. Wo
Unterbedeutungen semantisch eng verwandt sind, wird mithilfe von Kleinbuchstaben unterschieden:
ab|ko|chen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (seltener) bis zum Garsein kochen: Futter-
˙
kartoffeln, Eier für den Salat a.; b) durch Kochen keimfrei machen:
wir mussten das Trinkwasser a.; c) durch Kochen einen Extrakt aus etw.
gewinnen: [Heil]kräuter a. ...

g) Die Erklärungen zu bestimmten Nebenbedeutungen, die sich nur aus konkreten Kontexten ergeben
bzw. in idiomatischen Wendungen zutreffen, werden in runden Klammern hinter dem entsprechen-
den Wort oder der Redewendung angegeben:
Gras, das; -es, Gräser [mhd., ahd. gras, eigtl. = das Keimende, Hervor-
stechende]: ... 2. ... R wo der hinhaut/hintritt/hinfasst, da wächst kein
G. mehr (ugs.; er ist in seinem Tun ziemlich grob, hat eine ziemlich grobe
Art); * das G. wachsen hören (ugs. spött.; an den kleinsten od. auch an
eingebildeten Anzeichen zu erkennen glauben, wie die Lage ist od. sich
entwickelt) ...
23 Anwendungsbeispiele und Phraseologie

Anwendungsbeispiele und Phraseologie


Die Anwendungsbeispiele in diesem Wörterbuch zeigen den Gebrauch der Stichwörter im Textzusam-
menhang. Damit leisten sie sowohl beim (passiven) Verstehen wie auch beim (aktiven) Verfassen von Tex-
ten wertvolle Hilfestellung.

a) Die Beispiele, die die konkrete Bedeutung zeigen, stehen an erster Stelle. Ihnen folgen, üblicherweise
mit »« angekündigt, die Beispiele mit übertragener Bedeutung:
Spi|ra|le, die; -, -n [...]: 1. a) sich um eine Achse windende Linie: das

Flugzeug fliegt, beschreibt eine S.;  die S. (wechselseitige Steigerung)
der Gewalt, der Rüstungsanstrengungen; b) ...

b) Bei Adjektiven werden die Beispiele in der Regel so angegeben, dass der attributive Gebrauch vor dem
prädikativen steht und beide vor dem adverbialen Gebrauch gezeigt werden:
brav 〈Adj.〉 [...]: 1. (von Kindern) sich so verhaltend, wie es die Erwach-
senen erwarten od. wünschen; gehorsam; artig: ein -es Kind; sei b. !; b.
sitzen bleiben. 2. ...

c) Substantive werden in der Regel zunächst als Subjekt (mit vorangestelltem oder folgendem Attribut)
gezeigt, dann in ihrer Funktion als Akkusativobjekt und schließlich als Teil präpositionaler Wendun-
gen. Der Gebrauch als Teil einer Redensart folgt danach und wird mit einem »R« signalisiert:
Bein, das; -[e]s, -e [...]: 1. zum Stehen u. Forbewegen dienende Glied-
maße bei Mensch u. Tier (die beimWirbeltier u. beim Menschen vom
Hüftgelenk bis zu den Zehen reicht): das rechte, linke B. ...; die -e
spreizen ...; sich mühsam auf die -e stellen; R auf einem B. kann man
nicht stehen (ein Glas Alkohol genügt nicht; bei der Aufforderung od.
dem Wunsch, ein zweites Glas zu trinken); ...

d) Bestimmte Wendungen erlangen als semantische Einheit eine Bedeutung, die mehr ist als die Summe
der Einzelbedeutungen der die Wendung ausmachenden Wörter, etwa *den Löffel sinken lassen/fallen
lassen/hinlegen/wegwerfen/wegschmeißen/abgeben (salopp; sterben). Diese idiomatischen Wendungen
stehen am Ende der Anwendungsbeispiele und werden mit dem Zeichen »*« markiert:
Ori|ent [auch: orint], der; -s [...]: 1. vorder- u. mittelasiatische Länder:

den O. bereisen; * der Vordere O. (der Nahe Osten). 2. (veraltet) Osten.

Idiomatische Wendungen stehen in der Regel unter dem ersten auftretenden Substantiv, bei Wendun-
gen ohne Substantiv unter dem ersten semantisch signifikanten Wort:
Au|ge, das; -s, -n [...]: 1. Sehorgan des Menschen u. vieler Tiere: blaue,
mandelförmige, tief liegende -n; die -n strahlen, ... *das A. des Gesetzes
(scherzh.; die Polizei); so weit das A. reicht (so weit man sehen kann) ...
dick 〈Adj.〉 [...]: 1. von beträchtlichem, mehr als normalem Umfang;
˙
massig, nicht dünn: ... 2.b) ... *mit jmdm. durch d. und dünn gehen
( jmdm. in allen Lebenslagen beistehen ...); d. auftragen (ugs. abwertend;
übertreiben ...); ...
24

Abkürzungen im Wörterverzeichnis

A Attr. Attribut Dipl. Diplomatie


Ausspr. Aussprache Druckerspr. Druckersprache
Abk. Abkürzung aztek. aztekisch Druckw. Druckwesen
Abl. Ableitung dt. deutsch
adj. adjektivisch
B
Adj. Adjektiv
E
adv. adverbial babyl. babylonisch
Adv. Adverb Bakteriol. Bakteriologie ebd. ebenda
aengl. altenglisch Bankw. Bankwesen EDV Elektronische Daten-
afries. altfriesisch Bantuspr. Bantusprache verarbeitung
afrik. afrikanisch Bauw. Bauwesen ehem. ehemalig
afrz. altfranzösisch bayr. bayrisch Eigenn. Eigenname
ägypt. ägyptisch Bed. Bedeutung[en] eigtl. eigentlich
ahd. althochdeutsch Bergmannsspr. Bergmannssprache eingef. eingeführt
aind. altindisch berlin. berlinisch einschl. einschließlich
air. altirisch Berufsbez. Berufsbezeichnung Elektrot. Elektrotechnik
aisl. altisländisch bes. besonders engl. englisch
aital. altitalienisch best. bestimmt entspr. entsprechend,
Akk. Akkusativ Best. Bestimmungswort entspricht
akkad. akkadisch Bez. Bezeichnung[en] entw. entweder
Akk.-Obj. Akkusativobjekt bibl. biblisch erw. erweitert
alat. altlateinisch bildungsspr. bildungssprach- eskim. eskimoisch
alchemistenlat. alchemisten- lich etw. etwas
lateinisch Biol. Biologie ev. evangelisch
alemann. alemannisch Börsenw. Börsenwesen Ew. Einwohner-
allg. allgemein Bot. Botanik bezeichnung
altgriech. altgriechisch bras. brasilianisch
alttest. alttestamentlich bret. bretonisch F
amerik. amerikanisch Bruchz. Bruchzahl
amtl. amtlich Buchf. Buchführung fachspr. fachsprachlich
Amtsspr. Amtssprache bulgar. bulgarisch Fachspr. Fachsprache
Anat. Anatomie Bürow. Bürowesen fam. familiär
anglofrz. anglofranzösisch byzant. byzantinisch Familienn. Familienname
angloind. angloindisch bzw. beziehungsweise Fantasiebez. Fantasie-
anord. altnordisch bezeichnung
Anthropol. Anthropologie C Fem. Femininum
apoln. altpolnisch Finanzw. Finanzwesen
aprovenz. altprovenzalisch chem. chemisch finn. finnisch
arab. arabisch chin. chinesisch Fischereiw. Fischereiwesen
aram. aramäisch christl. christlich fläm. flämisch
Arbeitswiss. Arbeitswissenschaft Fliegerspr. Fliegersprache
Archäol. Archäologie D Flugw. Flugwesen
Archit. Architektur Forstwirtsch. Forstwirtschaft
dän. dänisch
armen. armenisch Fotogr. Fotografie
DDR Deutsche
Art. Artikel Frachtw. Frachtwesen
Demokratische
aruss. altrussisch fränk. fränkisch
Republik
asächs. altsächsisch fries. friesisch
Demonstrativ- Demonstrativ-
aschwed. altschwedisch frühnhd. frühneuhoch-
pron. pronomen
Astrol. Astrologie deutsch
dgl. dergleichen
Astron. Astronomie frz. französisch
d. h. das heißt
A. T. Altes Testament Funkt. Funktechnik
dichter. dichterisch
attr. attributiv Funkw. Funkwesen
25 Abkürzungen im Wörterverzeichnis

G Indianerspr. Indianersprache kopt. koptisch


Indik. Indikativ korean. koreanisch
gäl. gälisch indon. indonesisch Kosef. Koseform
galloroman. galloromanisch Inf. Infinitiv Kosew. Kosewort
gaskogn. gaskognisch Informationst. Informationstechnik kreol. kreolisch
Gastron. Gastronomie Interj. Interjektion kroat. kroatisch
Gattungsz. Gattungszahl- intr. intransitiv kuban. kubanisch
wort ir. irisch Kunstwiss. Kunstwissenschaft
gaunerspr. gaunersprachlich iran. iranisch Kurzf. Kurzform
Gaunerspr. Gaunersprache iron. ironisch
geb. geboren islamisch
islam. L
geb. gebildet isländ. isländisch
gebr. gebräuchlich, ital. italienisch ladin. ladinisch
gebraucht Lallw. Lallwort
gegr. gegründet landsch. landschaftlich
J
geh. gehoben Landwirtsch. Landwirtschaft
gek. gekürzt Jagdw. Jagdwesen lat. lateinisch
gelegtl. gelegentlich Jägerspr. Jägersprache latinis. latinisiert
gemeingerm. gemeingermanisch jap. japanisch lautm. lautmalend
Gen. Genitiv Jes. Jesaja lit. litauisch
Geogr. Geografie Jh. Jahrhundert Literaturwiss. Literaturwissenschaft
Geol. Geologie jidd. jiddisch L Lehnübersetzung
Geom. Geometrie jmd. jemand luxemb. luxemburgisch
gepr. geprägt jmdm. jemandem
germ. germanisch jmdn. jemanden M
gewöhnl. gewöhnlich jmds. jemandes
Gewerbespr. Gewerbesprache jüd. jüdisch m. männlich
Ggb. Gegenbildung Jugendspr. Jugendsprache ma. mittelalterlich
Ggs. Gegensatz MA. Mittelalter
gleichbed. gleichbedeutend K malai. malaiisch
got. gotisch marx. marxistisch
griech. griechisch kanad. kanadisch Mask. Maskulinum
Kardinalz. Kardinalzahl math. mathematisch
H karib. karibisch Math. Mathematik
katal. katalanisch md. mitteldeutsch
Handarb. Handarbeiten kath. katholisch med. medizinisch
hebr. hebräisch Kaufmannsspr. Kaufmannssprache Med. Medizin
hess. hessisch kaukas. kaukasisch mengl. mittelenglisch
Hochschulw. Hochschulwesen kelt. keltisch Meteorol. Meteorologie
Holzverarb. Holzverarbeitung Kfz-Technik Kraftfahrzeug- Metallbearb. Metallbearbeitung
Hotelw. Hotelwesen technik mex. mexikanisch
hottentott. hottentottisch Kfz-Wesen Kraftfahrzeugwesen mfrz. mittelfranzösisch
H. u. Herkunft ungeklärt Kinderspr. Kindersprache mgriech. mittelgriechisch
Hüttenw. Hüttenwesen kirchenlat. kirchenlateinisch mhd. mittelhochdeutsch
kirchenslaw. kirchenslawisch militär. militärisch
I Kirchenspr. Kirchensprache mind. mittelindisch
kirchl. kirchlich Mineral. Mineralogie
iber. iberisch klass. klassisch mir. mittelirisch
idg. indogermanisch Kommuni- Kommunikations- mlat. mittellateinisch
Imkerspr. Imkersprache kationsf. forschung mniederd. mittelniederdeutsch
ind. indisch kommunist. im kommunistischen mniederl. mittelniederländisch
Indefinitpron. Indefinitpronomen Sprachgebrauch mong. mongolisch
indekl. indeklinabel Komp. Komparativ mundartl. mundartlich
indian. indianisch Konj. Konjunktion Mythol. Mythologie
Abkürzungen im Wörterverzeichnis 26
Abkürzungen im Wörterverzeichnis

N P röm. römisch
roman. romanisch
Nachrichtent. Nachrichten- Päd. Pädagogik rückgeb. rückgebildet
technik Paläontol. Paläontologie rumän. rumänisch
Naturwiss. Naturwissenschaften Papierdt. Papierdeutsch Rundfunkt. Rundfunktechnik
Nebenf. Nebenform Parapsychol. Parapsychologie russ. russisch
Neutr. Neutrum Parlamentsspr. Parlamentssprache
ngriech. neugriechisch Part. Partizip
S
nhd. neuhochdeutsch Perf. Perfekt
niederd. niederdeutsch pers. persisch s. siehe
niederl. niederländisch Personenn. Personenname sächs. sächsisch
nlat. neulateinisch pfälz. pfälzisch sanskr. sanskritisch
Nom. Nominativ Pharm. Pharmazie scherzh. scherzhaft
nord. nordisch Philat. Philatelie schles. schlesisch
nordamerik. nordamerikanisch philos. philosophisch schott. schottisch
nordd. norddeutsch Philos. Philosophie schriftspr. schriftsprachlich
nordostd. nordostdeutsch Physiol. Physiologie Schriftw. Schriftwesen
nordwestd. nordwestdeutsch pik. pikardisch Schülerspr. Schülersprache
norm. normannisch Pl. Plural schw. schwach [gebeugt]
norw. norwegisch polit. politisch schwäb. schwäbisch
nationalsoz. nationalsozia- Polizeiw. Polizeiwesen schwed. schwedisch
listisch poln. polnisch schweiz. schweizerisch
N. T. Neues Testament polynes. polynesisch seem. seemännisch
port. portugiesisch Seemannsspr. Seemannssprache
O Postw. Postwesen Seew. Seewesen
Prähist. Prähistorie semit. semitisch
o. ohne Präp. Präposition serb. serbisch
o. Ä. oder Ähnliche[s], Präp.-Obj. Präpositionalobjekt serbokroat. serbokroatisch
Ähnlichem Präs. Präsens Sg. Singular
o. Art. ohne Artikel Prät. Präteritum singhal. singhalesisch
obersächs. obersächsisch preuß. preußisch slaw. slawisch
Obj. Objekt Pron. Pronomen slowak. slowakisch
od. oder provenz. provenzalisch slowen. slowenisch
o. dgl. oder dergleichen Ps. Psalm Soldatenspr. Soldatensprache
Off. Offenbarung Psychol. Psychologie sorb. sorbisch
Ökol. Ökologie Sozialpsychol. Sozialpsychologie
ökum. ökumenisch (Ökume- R Sozialvers. Sozialversicherung
nisches Verzeichnis Soziol. Soziologie
der biblischen R Redensart span. spanisch
Eigennamen nach Y Warenzeichen
spätahd. spätalthochdeutsch
den Loccumer Richt- (Etwaiges Fehlen die- spätgriech. spätgriechisch
linien. Stuttgart ses Zeichens besagt spätlat. spätlateinisch
1971) nicht, dass ein Wort spätmhd. spätmittelhoch-
o. Pl. ohne Plural von jedermann frei deutsch
Ordinalz. Ordinalzahl benutzt werden spött. spöttisch
Ortsn. Ortsname kann.) Spr Sprichwort
ostd. ostdeutsch Rechtsspr. Rechtssprache Sprachwiss. Sprachwissenschaft
österr. österreichisch refl. reflexiv Staatsphilos. Staatsphilosophie
Österr. Österreich rel. religiös standardspr. standardsprach-
ostfrz. ostfranzösisch Rel. Religion lich
ostmd. ostmitteldeutsch relatinis. relatinisiert Steuerw. Steuerwesen
ostniederd. ostniederdeutsch Rentenvers. Rentenversicherung Studentenspr. Studentensprache
ostpreuß. ostpreußisch rhein. rheinisch st. V. starkes Verb
Rhet. Rhetorik
27 Abkürzungen im Wörterverzeichnis

subst. substantivisch, V Zeitungsw. Zeitungswesen


substantiviert Zollw. Zollwesen
v. a. vor allem Zool. Zoologie
Subst. Substantiv
venez. venezianisch Zus. Zusammen-
südamerik. südamerikanisch
verächtl. verächtlich setzung[en]
südd. süddeutsch
Verbindungsw. Verbindungswesen Zusb. Zusammen-
südtir. südtirolerisch
Verfassungsw. Verfassungswesen bildung[en]
südwestd. südwestdeutsch
Verhaltensf. Verhaltensforschung zusger. zusammengerückt
sumer. sumerisch
verhüll. verhüllend zusgez. zusammengezogen
Sup. Superlativ
Verkehrsw. Verkehrswesen z. T. zum Teil
sw. V. schwaches Verb
Verlagsw. Verlagswesen zw. zwischen
Vermes- Vermessungs-
T sungsw. wesen
Tabakind. Tabakindustrie Versiche- Versicherungs-
tahit. tahitisch rungsw. wesen
tamil. tamilisch verw. verwandt
tat. tatarisch Verwaltungs- Verwaltungs-
techn. technisch spr. sprache
Textilind. Textilindustrie Vgr. Vergrößerungsform
Theol. Theologie viell. vielleicht
thüring. thüringisch Vkl. Verkleinerungsform
tib. tibetisch vlat. vulgärlateinisch
Tiermed. Tiermedizin volksetym. volksetymologisch
tirol. tirolisch volkst. volkstümlich
tr. transitiv Vorn. Vorname
tschech. tschechisch vulg. vulgär
tungus. tungusisch
türk. türkisch W
turkotat. turkotatarisch
w. weiblich
Waffent. Waffentechnik
U
wahrsch. wahrscheinlich
u. und Wasserwirtsch. Wasserwirtschaft
 bertragung weidmänn. weidmännisch
u. a. und and[e]re, Werbespr. Werbesprache
und and[e]res, westd. westdeutsch
unter and[e]rem, westfäl. westfälisch
unter ander[e]n westgerm. westgermanisch
übertr. übertragen westmd. westmitteldeutsch
ugs. umgangssprach- westniederd. westniederdeutsch
lich westslaw. westslawisch
Ugs. Umgangssprache Winzerspr. Winzersprache
ukrain. ukrainisch wiener. wienerisch
umbr. umbrisch Wirtsch. Wirtschaft
unbest. unbestimmt Wissensch. Wissenschaft
unflekt. unflektiert Wissen- Wissen-
ung. ungarisch schaftsspr. schaftssprache
ungebr. ungebräuchlich
unpers. unpersönlich Z
unr. V. unregelmäßiges Verb
Zahlw. Zahlwort
urspr. ursprünglich
Zahnmed. Zahnmedizin
urverw. urverwandt
Zahnt. Zahntechnik
usw. und so weiter
z. B. zum Beispiel
28

Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Wörter und Wortarten

Die Form der Wörter


Neben unveränderlichen Wörtern (und, auf, über, bis ...) gibt es eine große Anzahl von Wörtern, die sich je
nach ihrer Funktion im Satzzusammenhang in ihrer Form verändern können. Diese Formveränderung
nennt man Flexion (Beugung). Die Flexion wird unterteilt in Deklination, Konjugation und Steigerung (Kom-
paration).

Deklination:
Dekliniert werden Substantive, Adjektive, Artikel, das alte Schloss die alten Schlösser
Pronomen nach Geschlecht (Genus: männlich, weiblich, des alten Schlosses der alten Schlösser
sächlich), Zahl (Numerus: Einzahl, Mehrzahl) und Fall dem alten Schloss den alten Schlössern
(Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ). das alte Schloss die alten Schlösser

Konjugation:
Konjugiert werden Verben nach Person, Zahl, Zeit, Aus- ich sage wir werden sagen
sageweise und Handlungsrichtung (Aktiv, Passiv). du sagst ihr sagtet
er/sie/es sagte sie hätten gesagt
es wird gesagt

Steigerung:
Die Steigerung ist eine besondere Art der Formverände- kühl viel
rung bei Adjektiven (und einigen Adverbien). Es gibt drei kühler mehr
Steigerungsstufen: Grundstufe, Höherstufe, Höchststufe. der kühlste [Tag] am meisten

Der Aufbau der Wörter

Vorsilbe(n) Stamm Nachsilbe Flexionsendung


Wörter setzen sich meist aus Wortteilen (Morphemen) un klar
zusammen. Man unterscheidet gewöhnlich: Stamm,
Vorsilbe (Präfix), Nachsilbe (Suffix), Flexionsendung.
Klar heit
Viele Wortteile kommen nicht für sich allein vor; sie haben klär t
aber doch eine eigene Bedeutung, mit der sie zur Gesamt-
bedeutung eines Wortes beitragen. Ver klär ung

un-er klär lich e


29 Wörter und Wortarten

Die Wortbildung
Aus einem Grundbestand aus Wörtern und Wortteilen können nach bestimmten Regeln oder Mustern
neue Wörter gebildet werden. Man unterscheidet zwei Hauptarten von Wortbildung, die Zusammenset-
zung (Komposition) und die Ableitung (Derivation).

1. Zusammensetzung (Kompositum, Pl. Komposita):


Ein zusammengesetztes Wort besteht aus zwei oder mehreren selbstständig Tisch - bein Hunde - futter
vorkommenden Wörtern, gewöhnlich aus einem Grundwort und einem voran- heim - gehen wasser - dicht
gehenden Bestimmungswort.

2. Ableitung (Derivat, Pl. Derivate):


Eine Ableitung besteht aus einem selbstständig vorkommenden Wort (bzw. er - kennen ur - alt
seinem Stamm) und einem oder mehreren unselbstständigen Wortteilen. Mess - ung lieb - lich

Die Wortarten
Wörter lassen sich anhand bestimmter Merkmale in Klassen einteilen, die man Wortarten nennt:

Wortart Merkmale

der Form der Verwendung im Satz der Bedeutung

Verb flektierbar: Rolle: v. a. Prädikat (Satzaussage) Zustände, Vorgänge,


Konjugation Verteilung: in bereinstimmung mit dem Subjekt Tätigkeiten, Handlungen
(Personalform)

Substantiv flektierbar: Rolle: Subjekt (Satzgegenstand), Objekt Lebewesen, Sachen (Dinge),


Deklination (Ergänzung), adverbiale Bestimmung Begriffe (Abstrakta)
(Umstandsangabe), Attribut (Beifügung)
Verteilung: mit Artikel

Adjektiv flektierbar: Rolle: Attribut (Beifügung), adverbiale Be- Eigenschaften, Merkmale


Deklination stimmung (Umstandsangabe)
(Steigerung) Verteilung: mit Substantiv bzw. Verb

Artikel, flektierbar: Rolle: Attribut (Beifügung) oder selbst- Verweis,


Pronomen Deklination ständig nähere Bestimmung
Verteilung: mit Substantiv oder anstelle eines
Substantivs

Adverb, nicht Rolle: Attribut (Beifügung) oder Umstands- nähere Umstände


Partikel flektierbar angabe
Verteilung: mit Substantiv, Adjektiv, Verb

Präposition nicht Rolle: mit Substantiv: Objekt (Ergänzung), Verhältnisse, Beziehungen


flektierbar adverbiale Bestimmung (Umstands-
angabe)
Verteilung: vor/nach Substantiven (Pronomen)

Konjunktion nicht Rolle: Verbindung, Einleitung, Unterordnung Verknüpfung im logischen,


flektierbar Verteilung: zwischen Sätzen, innerhalb von Satz- zeitlichen, begründenden,
gliedern und Attributen modalen u. ä. Sinn

Interjektion nicht gewöhnlich syntaktisch isoliert; dialogsteuernde und Empfindungen, Gefühle,


flektierbar -gliedernde Funktion Stellungnahmen
Das Verb 30
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Das Verb (Tätigkeitswort, Tu[n]wort, Zeitwort)


Neben einfachen Verben (trinken, lesen ...) gibt es viele Verben, die durch Ableitung oder Zusammenset-
zung entstanden sind (be-kommen, teil-nehmen ...). Zusammengesetzte Verben gehören in der Regel zu
den trennbaren Verben (nahm ... teil); Verben mit Vorsilbe sind teils trennbar, teils untrennbar. Nach ihrer
Grundbedeutung unterscheidet man:

1. Zustandsverben; Claudia ist krank. Der Schaden beträgt 3 000 EUR.


2. Vorgangsverben; Ich konnte nicht einschlafen. Er ist spät aufgewacht.
3. Tätigkeitsverben. Die Fahrerin wollte abbiegen. Die Kinder spielen.

Vollverben:
Vollverben sind alle Verben, die allein im Satz vorkommen Sie liebt ihn. Der Fahrer übersah den entgegenkom-
können. menden Bus. Der Unfall forderte zwei Verletzte.

Hilfsverben (haben, sein, werden):


Hilfsverben kommen zusammen mit einem Vollverb vor Die Kinder haben geschlafen/sind aufgewacht, hatten
und dienen dazu, bestimmte Zeitformen (haben, sein: geschlafen/waren aufgewacht, werden schlafen; wer-
Perfekt, Plusquamperfekt; werden: Futur) und das Passiv den/wurden geweckt.
(werden) zu bilden.

Haben, sein und werden können auch selbstständig, als Ich habe keine Zeit. Gestern waren wir im Kino. Sie
Vollverben, auftreten. wird Ingenieurin. Werde bald wieder gesund.

Modalverben:
Modalverben drücken in Verbindung mit einem Vollverb im Können wir uns morgen treffen? Ich muss den Termin
Infinitiv aus, dass etwas möglich, notwendig, gewollt, er- absagen. Wir möchten/wollen ins Kino gehen. Darf
laubt, gefordert ist. ich rauchen? Wir sollen uns gedulden.

Modifizierende Verben:
Modifizierende Verben wandeln in Verbindung mit einem Er drohte (war im Begriff) zu ertrinken. Es schien
Vollverb im Infinitiv mit zu dessen Inhalt ab. (hatte den Anschein) zu glücken. Auf dem Foto war
nichts zu erkennen (konnte man nichts erkennen).
Ich habe noch zu arbeiten (muss noch arbeiten).

Funktionsverben:
Funktionsverben verlieren in Verbindung mit bestimmten zum Abschluss bringen;
Substantiven ihre eigentliche Bedeutung. Die Verbindun- in Brand geraten;
gen mit einem Funktionsverb (Funktionsverbgefüge) zur Anwendung kommen;
stehen gewöhnlich als Umschreibung für ein einfaches in Erwägung ziehen.
Verb: zur Aufführung bringen = aufführen.

Persönliche und unpersönliche Verben:


Persönliche Verben können in allen drei Personen ge- Ich laufe. Du lachst. Sie arbeitet.
braucht werden.
Unpersönliche Verben können nur mit es verbunden wer- Es regnet/nieselt/donnert/blitzt/schneit.
den. Bei übertragenem Gebrauch können sie auch ein Die Küche blitzt vor Sauberkeit.
anderes Pronomen oder Substantiv bei sich haben.
31 Das Verb

Reflexive Verben:
Echte reflexive Verben treten immer mit einem Reflexiv- Ich schäme mich. Freust du dich nicht?
pronomen, das sich auf das Subjekt des Satzes bezieht, auf. Sie kämpfte sich durch den Schneesturm.
Unechte reflexive Verben können statt mit einem Reflexiv- (Reflexiv:) Sie wäscht sich.
pronomen auch mit einem Substantiv oder Pronomen (Nicht reflexiv:) Sie wäscht das Kind/es.
gebraucht werden.

Das Verb und seine Ergänzungen


Jedes Verb fordert (»regiert«) eine bestimmte Anzahl von Ergänzungen. Diesen Sachverhalt bezeichnet
man als Wertigkeit (Valenz) des Verbs. Man unterscheidet:

– Verben, die nur ein Subjekt haben; Das Baby schläft. Die Sonne scheint.
– Verben mit Subjekt und Akkusativobjekt; Er repariert sein Auto. Sie liest einen Roman.
– Verben mit Subjekt und Dativobjekt; Das Buch gehört mir. Sie dankte den Rettern.
– Verben mit Subjekt, Dativ- und Akkusativobjekt; Sie schenkt ihm ein Buch.
– Verben mit Subjekt und Genitivobjekt; Sie gedachten der Toten.
– Verben mit Präpositionalobjekt; Inge achtete auf ihre Schwester.
– Verben mit einem Prädikativ; Das Essen schmeckt gut. Er wird Maurer. Sie ist
intelligent.
– Verben mit Subjekt und Raum-, Zeit- oder Artergänzung. Die Sitzung dauerte zwei Stunden.

Transitive und intransitive Verben:


Verben, die ein Akkusativobjekt haben und von denen in Die Feuerwehr löschte den Brand.
der Regel ein Passiv gebildet werden kann, nennt man (Passiv:) Der Brand wurde von der Feuerwehr gelöscht.
transitive (»zielende«) Verben. Alle anderen Verben nennt
man intransitive (»nicht zielende«) Verben.

Die Konjugation
Die wichtigsten Unterschiede in der Konjugation der Verben bestehen in den Formen des Präteritums
und des Partizips II. Nach den Bildungsweisen dieser beiden Formen unterscheidet man:

Stammformen
1. regelmäßige (»schwache«) Konjugation:
Bei den schwachen Verben bleibt der Stammvokal in allen Infinitiv 1. Pers. Sg. Prät. Partizip II
Formen gleich; das Präteritum wird mit -t- zwischen dem sagen sagte gesagt
Stamm und den Endungen gebildet, das Partizip II mit der
Vorsilbe ge- und mit der Endung -t. lieben liebte geliebt
2. unregelmäßige (»starke«) Konjugation: reiten ritt geritten
Bei den starken Verben wechselt der Stammvokal (Ablaut);
sprechen sprach gesprochen
das Partizip II wird mit der Vorsilbe ge- und mit der Endung
-en gebildet. binden band gebunden
werfen warf geworfen
Bei den im engeren Sinn unregelmäßigen Verben verändert ziehen zog gezogen
sich auch der auf den Stammvokal folgende Konsonant.
stehen stand gestanden
Eine weitere Gruppe der unregelmäßigen Verben hat im brennen brannte gebrannt
Präteritum und Partizip II Vokal- (und Konsonanten)wech-
denken dachte gedacht
sel, wird aber in den Endungen regelmäßig konjugiert.
Man spricht auch von gemischter Konjugation. bringen brachte gebracht
Das Verb 32
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Verbformen
1. Personalform:
Verbformen, die in Person und Zahl mit dem Subjekt übereinstimmen, heißen Personalformen (finite
Verbformen, konjugierte Verbformen). Person und Zahl werden durch Endungen (Personalendungen)
angezeigt, die an den Verbstamm angefügt werden. Die Personalform des Verbs gibt Auskunft über:

1. die Person; 1. , 2. , 3. Person Wer tut etwas?

2. die Zahl (Numerus); Singular, Plural Wie viele tun etwas?

3. die Zeit (Tempus); Präsens, Perfekt, Präteritum, Wann geschieht etwas?


Plusquamperfekt, Futur I/II

4. die Handlungsrichtung (Genus); Aktiv Tut die Person etwas?

Passiv Wird etwas getan?

5. die Aussageweise (Modus). Indikativ neutrale Aussage, die wahr oder falsch
sein kann

Konjunktiv gedachte Aussage, die möglich oder un-


möglich sein kann, oder Aussage einer an-
deren Person

Imperativ Aufforderung, etwas zu tun

2. Infinitiv und Partizip:


Der Infinitiv (Grund- oder Nennform) besteht aus dem Verbstamm und der Endung -en oder (bei Verben
auf -el, -er) -n (komm-en, les-en, dunkel-n, kletter-n). Der Infinitiv steht:

– in Verbindung mit anderen Verben (vor allem mit dem Ich muss abreisen. Er scheint noch nicht ganz wach zu
Hilfsverb werden und Modalverben); sein. Wann werden wir uns wiedersehen?
– als Satzglied oder als Attribut zu einem Substantiv. Satzglied: Reisen bildet den Menschen.
Attribut: Unser Entschluss abzureisen stand fest.
– Hängen von einem Infinitiv andere Wörter oder Wort- Dieses Problem zu lösen ist schwierig. Er nahm sich vor,
gruppen ab, liegt eine Infinitivgruppe (erweiterter Infi- im neuen Jahr ein besserer Mensch zu werden.
nitiv) vor.

Infinitiv oder Partizip II: Das hätte er mir auch schreiben können
Manche Verben, die mit einem anderen Verb im Infinitiv (nicht: gekonnt).
verbunden werden, ersetzen die Form des Partizips II Sie hätte sich besser vorbereiten sollen.
durch den Infinitiv (immer bei Modalverben und brauchen). Wir haben nicht lange zu warten brauchen.

Partizip I (Mittelwort I):


– Bildung: Infinitiv + -d; kommen-d, weinen-d, blühen-d;
– Gebrauch: als Attribut zu einem Substantiv oder als Attribut: ein weinendes Kind;
Prädikativ, Adverbial. Adverbial: Der Sportler lief humpelnd über das Feld.
Prädikativ: Das Kind lief weinend zur Mutter.
33 Das Verb

Partizip II (Mittelwort II):


– Bildung: In der Regel erhält es die Vorsilbe ge-; ge- ent- stellen – gestellt, arbeiten – gearbeitet, brechen – ge-
fällt bei untrennbaren Verben, Verben mit den Endungen brochen, bestellen – bestellt, verarbeiten – verarbeitet,
-ieren, -eien u. a. und bei Zusammensetzungen mit Ver- zerbrechen – zerbrochen, prophezeien – prophezeit,
ben dieser beiden Gruppen. vorbestellen – vorbestellt;
– Bei trennbaren Verben tritt -ge- zwischen Vorsilbe und vorstellen – vorgestellt, anbinden – angebunden;
Verbstamm.
– Gebrauch: hauptsächlich in der Verbindung mit Hilfs- er hat gesagt/er hatte gesagt (Perf./Plusqu.);
verben (Zeitformen und Passiv); er wird gesagt haben/es wird gesagt (Fut. II/Passiv);
als Attribut zu einem Substantiv Attribut: ein geprügelter Hund;
oder als Prädikativ, Adverbial. Adverbial: Sie dachte angestrengt nach.
Partizipien, die nur noch als Adjektive empfunden werden, Partizip I: Die Reise war anstrengender, als ich
können auch Steigerungsformen bilden. dachte.
Partizip II: Er ist gewandter geworden. Du hast immer
die verrücktesten Ideen.

Partizipialgruppe und Partizipialsatz:


Hängen von einem Partizip andere Wörter oder Wortgrup- der dem Prozess (Dativ) vorausgegangene Streit = der
pen ab, liegt eine Partizipialgruppe (ein erweitertes Parti- Streit, der dem Prozess (Dativ) vorausgegangen ist;
zip) vor.
Partizipialgruppen als Artangaben haben fast den Charak- Laut lachend ging er aus dem Zimmer (= Er ging aus
ter eines Nebensatzes (Partizipialsatz). dem Zimmer, indem er laut lachte).

Die sechs Zeitformen im Deutschen und ihr Gebrauch

1. Das Präsens:
Mit dem Präsens kann ausgedrückt werden:
– ein gegenwärtiges Geschehen; Wohin gehst du? Ich gehe nach Hause.
– eine allgemeine Gültigkeit; Zwei mal drei ist sechs.
– ein zukünftiges Geschehen (Zeitangabe); Morgen fliege ich nach Irland. Das bereut er noch.
– ein vergangenes Geschehen (historisches Präsens). Im Jahre 55 v. Chr. landen die Römer in Britannien.

2. Das Präteritum:
Das Präteritum schildert ein Geschehen als vergangen Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter.
oder in der Vergangenheit ablaufend; es dient auch der Im Jahre 44 v. Chr. wurde Cäsar ermordet.
Kennzeichnung unausgesprochener Gedanken (»erlebte Er dachte angestrengt nach. Wie konnte das ge-
Rede«). schehen?

3. Das Perfekt:
Das Perfekt wird gebildet mit den Präsensformen des Hilfs- Intransitive Verben, die einen Zustand oder ein Ge-
verbs sein oder haben und dem Partizip II; die meisten Ver- schehen in seiner Dauer ausdrücken:
ben (alle transitiven) bilden das Perfekt mit haben, intran- Wir haben früher in Bochum gewohnt.
sitive Verben bilden das Perfekt teils mit haben, teils mit Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen.
sein. Im Urlaub haben wir viel geschwommen.
Intransitive Verben, die eine Zustands- oder Orts-
veränderung bezeichnen:
Er ist nach Bochum gefahren.
Erst gegen Morgen bin ich eingeschlafen.
Einmal sind wir bis zu der Insel geschwommen.
Das Perfekt dient der Darstellung eines abgeschlossenen Es hat geschneit.
Geschehens oder eines erreichten Zustandes, gelegentlich Hast du das Buch gekauft?
auch in der Zukunft. Sie sind gestern abgefahren.
Morgen haben wir es geschafft.
Das Verb 34
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

4. Das Plusquamperfekt:
Das Plusquamperfekt wird gebildet mit den Präteritumfor- Ich hatte gespielt.
men des Hilfsverbs haben oder sein und dem Partizip II; es Du warst gekommen.
dient der Darstellung eines abgeschlossenen Geschehens. Er gestand, dass er das Buch gestohlen hatte.
In Verbindung mit dem Präteritum oder dem Perfekt drückt Als er kam, waren seine Freunde schon gegangen.
es aus, dass ein Geschehen zeitlich vor einem anderen liegt Er hatte zwar etwas anderes vorgehabt, aber er hat
(Vorzeitigkeit; Vorvergangenheit). uns trotzdem begleitet.

5. Das Futur I:
Das Futur I wird gebildet mit den Präsensformen des Hilfs- Ich werde lesen. Du wirst kommen.
verbs werden und dem Infinitiv; es drückt aus:
– eine Ankündigung, Voraussage; Nachts wird der Wind auffrischen.
– eine Absicht, ein Versprechen; Ich werde pünktlich da sein.
– eine nachdrückliche Aufforderung; Du wirst das sofort zurücknehmen.
– eine Vermutung. Er wird schon längst in Rom sein.

6. Das Futur II:


Das Futur II wird gebildet mit den Präsensformen des Hilfs- Ich werde abgereist sein.
verbs werden und dem Infinitiv Perfekt; es dient der Dar- Bis morgen werde ich die Aufgabe erledigt haben.
stellung eines Geschehens, das zu einem künftigen Zeit- Du wirst geträumt haben.
punkt beendet sein wird (vollendete Zukunft), oder drückt
eine Vermutung über ein vergangenes Geschehen aus. Es wird schon nicht so schlimm gewesen sein.

Die Aussageweise (Modus, Pl.: Modi)


Im Deutschen gibt es drei Aussageweisen. Sie werden durch bestimmte Verbformen angezeigt:
Indikativ (Wirklichkeitsform), Konjunktiv (Möglichkeitsform) und Imperativ (Befehlsform).

Indikativ:
Der Indikativ ist die Grund- oder Normalform sprachlicher Peter hat das Abitur bestanden und geht jetzt auf die
Äußerungen. Er stellt einen Sachverhalt als gegeben dar. Universität. Schnell sprang das Rotkäppchen aus dem
Bauch des Wolfes und die Großmutter auch.

Konjunktiv:
Nach Bildung und Verwendung unterscheidet man: Indikativ Präsens: er geh-t
– Konjunktiv I, gebildet vom Präsensstamm des Verbs; Indikativ Präteritum: er ging
– Konjunktiv II, gebildet vom Präteritumstamm. Konjunktiv I: er geh-e
Konjunktiv II: er ging-e
Die würde-Form des Konjunktivs ist aus den Konjunktiv-II- er würde gehen/er würde gegangen sein
Formen von werden und dem Infinitiv Präsens bzw. Perfekt
gebildet.
35 Das Verb

Der Gebrauch des Konjunktivs

Konjunktiv I als Ausdruck des Wunsches und der Auf-


forderung:
Selten; gewöhnlich nur noch in festen Formeln und Rede- Dem Himmel sei Dank! Er lebe hoch!
wendungen und kaum noch in Anweisungstexten. Er ruhe in Frieden. Man nehme: ...

Konjunktiv II als Ausdruck der Nichtwirklichkeit:


– drückt aus, wenn etwas nur vorgestellt, nicht wirklich Stell dir vor, es wären Ferien, ...
der Fall (»irreal«) ist;
– besonders häufig in »irrealen Bedingungssätzen«; Wenn er Zeit hätte, käme er mit.
– ebenso in »irrealen Vergleichssätzen«; Er rannte, als wenn es um sein Leben ginge.
– auch in höflichen Aufforderungen (in Form einer Frage) Hätten Sie einen Moment Zeit für mich?
oder vorsichtigen Feststellungen. Ich würde sagen/meinen/dafür plädieren, ...

Der Konjunktiv in der indirekten Rede


Der Konjunktiv ist das Hauptzeichen der indirekten Rede. In der indirekten Rede wird eine Äußerung
vom Standpunkt des berichtenden Sprechers aus wiedergegeben. Sie wird meist durch ein Verb des Sa-
gens (auch Fragens) oder Denkens oder durch entsprechende Substantive eingeleitet.

Konjunktiv I in der indirekten Rede:


Die indirekte Rede sollte immer im Konjunktiv I stehen.
Die indirekte Rede steht immer in derselben Zeit wie die entsprechende direkte Rede.

Direkte Rede: Indirekte Rede:


Kann ich ins Kino gehen? Sie fragt/fragte/wird fragen usw., ob sie ins Kino gehen könne.

Ich habe nichts gesehen./ Er behauptet/behauptete/wird behaupten usw., er habe nichts gesehen.
Ich sah nichts.
Ich werde nicht auftreten. Er erklärt/erklärte/wird erklären usw., dass er nicht auftreten werde.

Konjunktiv II in der indirekten Rede:


Lautet der Konjunktiv I mit dem Indikativ gleich, wird in Der Minister berichtete über den Verlauf der Verhand-
der indirekten Rede der Konjunktiv II verwendet, um Un- lungen: Die Partner hätten intensiv miteinander ge-
klarheiten und Missverständnisse zu vermeiden. sprochen; die Gespräche hätten zu guten Ergebnissen
geführt.

Der Imperativ

Imperativ:
– Drückt eine Aufforderung (Befehl, Verbot, Anweisung, Komm! Kommt! Kommen Sie!
Empfehlung, Rat, Wunsch, Bitte, Mahnung, Warnung) Beeil(e) dich! Putz(e) dir die Zähne!
aus und tritt nur in der 2. Person (Singular und Plural)
und in der Höflichkeitsform mit Sie auf. Er wird gebildet Halte/Halten Sie das bitte fest!
vom Präsensstamm des Verbs und endet im Singular oft Halt das bitte fest!
mit -e, vor allem in der gesprochenen Sprache jedoch
eher endungslos.
– Die 1. Person Plural kann verwendet werden, um eine Reden wir nicht mehr darüber!
Aufforderung an sich und andere zu richten.
– Einige starke Verben, die im Präsens zwischen e und i Sprich (nicht: Sprech) lauter! Lies (nicht: Les) das!
(ie) wechseln, bilden den Imperativ immer endungslos Hilf (nicht: Helf ) mir!
und mit dem Stammvokal i (ie). Aber: Werd (nicht: Wird) endlich vernünftig.
Das Verb 36
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Aktiv und Passiv (Tat- und Leideform; Genus Verbi)


Die Verbformen Aktiv und Passiv drücken eine unterschiedliche Blick- bzw. Handlungsrichtung aus.
Zu allen Verben kann ein Aktiv gebildet werden, nicht jedoch zu allen ein Passiv.

Aktiv:
Im Aktiv wird das Geschehen von seinem Träger (»Täter«) Der Vorstand beschloss den Spielerkauf.
her dargestellt. Die Mitschüler wählten ihn zum Klassensprecher.

Vorgangspassiv (werden-Passiv):
Das Vorgangspassiv wird gebildet mit werden und dem Der Motor wurde von den Mechanikern ausgebaut.
Partizip II des betreffenden Verbs; es stellt den Vorgang Die Fenster sind vom Hausmeister geöffnet worden.
(das Geschehen, die Handlung) in den Vordergrund; der Die Rechnung wurde bezahlt.
Handelnde muss nicht immer genannt werden.

Zustandspassiv (sein-Passiv):
Das Zustandspassiv wird gebildet mit den Formen von sein Das Gelände ist von Demonstranten besetzt.
und dem Partizip II des entsprechenden Verbs; es drückt Die Autobahn ist wegen Bauarbeiten gesperrt.
aus, dass ein Zustand besteht (als Folge eines vorausge- Der Antrag ist bereits abgelehnt.
gangenen Vorganges).

Passivfähige Verben:
– Passivfähig sind die meisten transitiven Verben (= mit Die Behörde lehnte den Antrag ab.
Akkusativobjekt); das Akkusativobjekt des Aktivsatzes Der Antrag wurde von der Behörde abgelehnt.
wird im Passivsatz zum Subjekt; dem Subjekt des Aktiv-
satzes entspricht im Passivsatz ein Satzglied mit einer
Präposition (in der Regel mit von).

– Von einigen Verben, die ein Akkusativobjekt haben, Sie hat eine neue Frisur (nicht möglich: Eine neue
kann kein Passiv gebildet werden (haben, besitzen, Frisur wird von ihr gehabt).
bekommen, kennen, wissen, enthalten usw.).
– Von den intransitiven Verben können nur bestimmte Tä- Damit ist mir auch nicht geholfen.
tigkeitsverben (helfen, lachen, tanzen, feiern, sprechen) Gestern ist bei uns lange gefeiert worden.
ein unpersönliches Passiv bilden. Es wurde viel gelacht.

Andere passivartige Formen:


– bekommen/erhalten + Part. II Sie bekam einen Blumenstrauß überreicht.
(Art des Vorgangspassivs; Dativobjekt des Aktivsatzes Er erhielt ein winziges Zimmer zugeteilt.
entspricht Subjekt der Passivvariante);
– sein + Infinitiv mit zu Der Motor war nicht mehr zu reparieren.
(entspricht Vorgangspassiv für können oder müssen); Das Formular ist mit Bleistift auszufüllen.
– sich lassen + Infinitiv Die Uhr ließ sich nicht mehr aufziehen.
(entspricht Vorgangspassiv für können);
– bestimmte Funktionsverbgefüge werden häufig anstelle Nicht abgeholte Fundsachen kommen zur Versteige-
eines Vorgangspassivs gebraucht. rung.
37 Das Verb

Konjugationstabellen
Konjugationsmuster für das Aktiv

1. regelmäßige (schwache) Konjugation: 2. unregelmäßige (starke) Konjugation:

Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II


ich frag-e ich frag-e ich komm-e ich komm-e
du frag-st du frag-est du komm-st du komm-est
er er er er
sie frag-t sie frag-e sie komm-t sie komm-e
es Ò es Ò es Ò es Ò
Präsens

wir frag-en wir frag-en wir komm-en wir komm-en


ihr frag-t ihr frag-et ihr komm-t ihr komm-et
sie frag-en sie frag-en sie komm-en sie komm-en
ich frag-t-e ich frag-t-e ich kam ich käm-e
du frag-t-est du frag-t-est du kam-st du käm-(e)st
er er er er
sie frag-t-e sie frag-t-e sie kam sie käm-e
Ò Ò Ò Ò
Präteritum

es es es es
wir frag-t-en wir frag-t-en wir kam-en wir käm-en
ihr frag-t-et ihr frag-t-et ihr kam-t ihr käm-(e)t
sie frag-t-en sie frag-t-en sie kam-en sie käm-en
ich habe gefragt ich habe gefragt ich bin gekommen ich sei gekommen
du hast gefragt du habest gefragt du bist gekommen du sei(e)st gekommen
er er er er
sie hat gefragt sie habe gefragt sie ist gekommen sie sei gekommen
es Ò es Ò es Ò es Ò
Perfekt

wir haben gefragt wir haben gefragt wir sind gekommen wir seien gekommen
ihr habt gefragt ihr habet gefragt ihr seid gekommen ihr seiet gekommen
sie haben gefragt sie haben gefragt sie sind gekommen sie seien gekommen
ich hatte gefragt ich hätte gefragt ich war gekommen ich wäre gekommen
du hattest gefragt du hättest gefragt du warst gekommen du wär(e)st gekommen
Plusquamperfekt

er er er er
sie hatte gefragt sie hätte gefragt sie war gekommen sie wäre gekommen
es Ò
wir hatten gefragt
es Ò
wir hätten gefragt
es Ò
wir waren gekommen
es Ò
wir wären gekommen
ihr hattet gefragt ihr hättet gefragt ihr wart gekommen ihr wär(e)t gekommen
sie hatten gefragt sie hätten gefragt sie waren gekommen sie wären gekommen
ich werde fragen ich werde fragen ich werde kommen ich werde kommen
du wirst fragen du werdest fragen du wirst kommen du werdest kommen
er er er er
sie wird fragen sie werde fragen sie wird kommen sie werde kommen
es Ò
wir werden fragen
es Ò
wir werden fragen
es Ò
wir werden kommen
es Ò
wir werden kommen
Futur I

ihr werdet fragen ihr werdet fragen ihr werdet kommen ihr werdet kommen
sie werden fragen sie werden fragen sie werden kommen sie werden kommen
ich werde ich werde ich werde ich werde
du wirst du werdest du wirst du werdest
er Ò
sie wird
gefragt
er Ò
sie werde
gefragt
er
sie
Ò
gekom-
werde men
er
sie werde
Ò gekom-
men
es Ò Ò
wir werden
haben
es Ò Ò
wir werden
haben
es Ò
wir werden
Ò
sein es Ò
wir werden
Ò sein
Futur II

ihr werdet ihr werdet ihr werdet ihr werdet


Ò
sie werden Ò
sie werden sie werden Ò sie werden Ò
Infinitiv Präsens fragen Imperativ Singular frag[e]! Infinitiv Präsens kommen Imperativ Singular komm!
Infinitiv Perfekt gefragt haben Imperativ Plural fragt! Infinitiv Perfekt gekommen sein Imperativ Plural kommt!
Partizip I fragend Höflichkeitsform fragen Sie! Partizip I kommend Höflichkeitsform kommen Sie!
Partizip II gefragt Partizip II gekommen
Das Verb 38
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Lautliche Besonderheiten:
e -Einschub vor der Endung bei Verben, deren Stamm auf d oder t ausgeht: du find-e-st, ihr hielt-e-t, und bei
Verben, deren Stamm auf Konsonant + m oder n (außer lm, ln, rm, rn) endet: du atm-e-st, sie rechn-e-t
(aber: du lern-st, du qualm-st);
s -Ausfall bei Verben, deren Stamm auf s, ß, ss, x oder z endet: reisen – du reist, mixen – du mixt, reizen – du
reizt; das s bleibt erhalten, wenn der Verbstamm auf sch endet: du wäschst, du herrschst;
e -Ausfall bei den Verben auf -eln und -ern in der 1. und 3. Person Plural Präsens: handeln – wir handeln, sie
handeln, ändern – wir ändern, sie ändern; bei Verben auf -eln meist auch in der 1. Person Singular Präsens
und im Imperativ Singular: ich handle, ich lächle; handle!, lächle!; bei Verben auf -ern bleibt das e gewöhn-
lich erhalten: ich ändere, ich wandere; ändere!, wandere!;
Umlaut bei den meisten unregelmäßigen Verben mit dem Stammvokal a, au oder o in der 2. und 3. Person
Singular Präsens: tragen – du trägst, er trägt, laufen – du läufst, er läuft, stoßen – du stößt, er stößt;
e /i -Wechsel bei einer Reihe von unregelmäßigen Verben in der 2. und 3. Person Singular Präsens und im
Imperativ Singular: geben – du gibst, er gibt; gib!, nehmen – du nimmst, er nimmt; nimm!, sehen – du siehst;
er sieht; sieh!

Konjugationsmuster für das Passiv


In den folgenden vereinfachten Mustern ist nur die 3. Person Singular aufgeführt; die übrigen Personal-
formen können leicht ergänzt werden.

1. werden-Passiv: 2. sein-Passiv:

Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II


Präsens er er er er

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
sie wird sie werde sie ist sie sei
es gefragt es gefragt es gefragt es gefragt

Präteritum er er er er

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
sie wurde sie würde sie war sie wäre
es gefragt es gefragt es gefragt es gefragt

Perfekt er ist er sei er ist er sei

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
sie gefragt sie gefragt sie gefragt sie gefragt
es worden es worden es gewesen es gewesen

Plusquam- er war er wäre er war er wäre

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
perfekt sie gefragt sie gefragt sie gefragt sie gefragt
es worden es worden es gewesen es gewesen

Futur I er wird er werde er wird er werde

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
sie gefragt sie gefragt sie gefragt sie gefragt
es werden es werden es sein es sein

Futur II wird werde wird werde


er
sie Ò gefragt
worden
er
sie Ò gefragt
worden
er
sie Ò gefragt
gewesen
er
sie Ò gefragt
gewesen
es
Ò sein es
Ò sein es
Ò sein es
Ò sein
39 Das Verb

Die Konjugation der Verben haben, sein und werden und der Modalverben
Die mehrgliedrigen Verbformen (Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I, Futur II) werden nur beispielhaft (in
der 3. Person Singular) aufgeführt.

1. haben: 2. sein:

Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II


Präsens ich habe ich habe ich bin ich sei
du hast du habest du bist du sei(e)st
er er er er
sie hat sie habe sie ist sie sei
es Ò
wir haben
es Ò
wir haben
es Ò
wir sind
es Ò
wir seien
ihr habt ihr habet ihr seid ihr seiet
sie haben sie haben sie sind sie seien

Präteritum ich hatte ich hätte ich war ich wäre


du hattest du hättest du warst du wär(e)st
er er er er
sie hatte sie hätte sie war sie wäre
es Ò
wir hatten
es Ò
wir hätten
es Ò
wir waren
es Ò
wir wären
ihr hattet ihr hättet ihr wart ihr wär(e)t
sie hatten sie hätten sie waren sie wären

Perfekt er er er er

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
sie hat sie habe sie ist sie sei
es gehabt es gehabt es gewesen es gewesen

Plusquam- er er er er

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
perfekt sie hatte sie hätte sie war sie wäre
es gehabt es gehabt es gewesen es gewesen

Futur I er er er er

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
sie wird sie werde sie wird sie werde
es haben es haben es sein es sein

Futur II er wird er werde er wird er werde

ÒÒ ÒÒ ÒÒ ÒÒ
sie gehabt sie gehabt sie gewesen sie gewesen
es haben es haben es sein es sein

Infinitiv Präsens: haben Imperativ Singular: hab[e]! Infinitiv Präsens: sein Imperativ Singular: sei!
Infinitiv Perfekt: gehabt Imperativ Plural: habt! Infinitiv Perfekt: gewesen sein Imperativ Plural: seid!
haben Höflichkeitsform: haben Sie! Partizip I: seiend Höflichkeitsform: seien Sie!
Partizip I: habend Partizip II: gewesen
Partizip II: gehabt
Das Verb 40
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

3. werden:

Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II Indikativ Konjunktiv I Konjunktiv II


Präsens ich werde ich werde Plus- er war er wäre

ÒÒ ÒÒ
du wirst du werdest quam- sie gewor- sie gewor-
er er perfekt es den es den
sie wird sie werde
es Ò es Ò Futur I er er

ÒÒ ÒÒ
wir werden wir werden sie wird sie werde
ihr werdet ihr werdet es werden es werden
sie werden sie werden
Futur II er wird er werde

ÒÒ
ich wurde ich würde sie gewor- sie gewor-
Präte-
ritum du wurdest
er
du würdest
er
es den sein es Ò den sein

sie wurde sie würde Infinitiv Präsens: werden Imperativ Singular: werd[e]!
es Ò
wir wurden
es Ò
wir würden
Infinitiv Perfekt: (ge)worden sein
Partizip I: werdend
Imperativ Plural: werdet!
Höflichkeitsform: werden Sie!
ihr wurdet ihr würdet Partizip II: (Vollverb:) geworden
sie wurden sie würden Partizip II: (Hilfsverb:) worden

Perfekt er ist er sei


sie
es Ò gewor-
den
sie
es Ò gewor-
den
41 Das Verb

4. Modalverben und wissen:


Die mehrgliedrigen Formen werden mit haben (Perfekt, Plusquamperfekt) bzw. werden (Futur I, Futur II)
gebildet.

dürfen können mögen müssen sollen wollen wissen

Indikativ ich darf kann mag muss soll will weiß


Präsens du darfst kannst magst musst sollst willst weißt
er
sie darf kann mag muss soll will weiß
es
wir
Ò dürfen können mögen müssen sollen wollen wissen
ihr dürft könnt mögt müsst sollt wollt wisst
sie dürfen können mögen müssen sollen wollen wissen

Konjunktiv I ich dürfe könne möge müsse solle wolle wisse


du dürfest könnest mögest müssest sollest wollest wissest
er
sie dürfe könne möge müsse solle wolle wisse
es
wir
Ò dürfen können mögen müssen sollen wollen wissen
ihr dürfet könnet möget müsset sollet wollet wisset
sie dürfen können mögen müssen sollen wollen wissen

Indikativ ich durfte konnte mochte musste sollte wollte wusste


Präteritum du durftest konntest mochtest musstest solltest wolltest wusstest
er
sie durfte konnte mochte musste sollte wollte wusste
es
wir
Ò durften konnten mochten mussten sollten wollten wussten
ihr durftet konntet mochtet musstet solltet wolltet wusstet
sie durften konnten mochten mussten sollten wollten wussten

Konjunktiv II ich dürfte könnte möchte müsste sollte wollte wüsste


du dürftest könntest möchtest müsstest solltest wolltest wüsstest
er
sie dürfte könnte möchte müsste sollte wollte wüsste
es
wir
Ò dürften könnten möchten müssten sollten wollten wüssten
ihr dürftet könntet möchtet müsstet solltet wolltet wüsstet
sie dürften könnten möchten müssten sollten wollten wüssten

Partizip II: gedurft, gekonnt, gemocht, gemusst, gesollt, gewollt, gewusst


Das Verb 42
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben


Verben mit Vorsilbe werden nur in Ausnahmefällen aufgeführt; in der Regel sind ihre Formen unter dem
entsprechenden einfachen Verb nachzuschlagen. Bei der 1. Stammform wird die 2. Person Singular Prä-
sens hinzugesetzt, wenn Umlaut oder e/i-Wechsel auftritt; bei der 2. Stammform wird der Konjunktiv II
angegeben, wenn sich der Stammvokal im Vergleich zum Indikativ Präteritum ändert; bei der 3. Stamm-
form wird deutlich gemacht, ob das Perfekt mit haben oder sein gebildet wird.

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

backen backte/buk hat gebacken dringen drang hat/ist gedrungen


du bäckst/backst büke dränge

befehlen befahl hat befohlen dürfen durfte hat gedurft


du befiehlst beföhle/befähle dürfte

beginnen begann hat begonnen empfangen empfing hat empfangen


begänne/begönne du empfängst

beißen biss hat gebissen empfehlen empfahl hat empfohlen


du empfiehlst empföhle/
bergen barg hat geborgen empfähle
du birgst bärge
erlöschen erlosch ist erloschen
bersten barst ist geborsten du erlischst erlösche
du birst/berstest bärste
erschrecken erschrak ist erschrocken
bewegen bewog hat bewogen du erschrickst erschräke
bewöge
essen aß hat gegessen
biegen bog hat/ist gebogen du isst äße
böge
fahren fuhr hat/ist gefahren
bieten bot hat geboten du fährst führe
böte
fallen fiel ist gefallen
binden band hat gebunden du fällst
bände
fangen fing hat gefangen
bitten bat hat gebeten du fängst
bäte
fechten focht/ hat gefochten
blasen blies hat geblasen du fichtst föchte
du bläst
finden fand hat gefunden
bleiben blieb ist geblieben fände
braten briet hat gebraten flechten flocht/ hat geflochten
du brätst du flichtst flöchte
brechen brach hat/ist gebrochen fliegen flog hat/ist geflogen
du brichst bräche flöge
brennen brannte hat gebrannt fliehen floh ist geflohen
brennte flöhe
bringen brachte hat gebracht fließen floss ist geflossen
brächte flösse
denken dachte hat gedacht fressen fraß hat gefressen
dächte du frisst fräße
43 Das Verb

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

frieren fror hat gefroren heißen hieß hat geheißen


fröre
helfen half hat geholfen
gären gärte/gor hat/ist gegoren du hilfst hülfe/hälfe
gärte/göre
kennen kannte hat gekannt
gebären gebar hat geboren kennte
du gebierst/ gebäre
klingen klang hat geklungen
gebärst
klänge
geben gab hat gegeben
kneifen kniff hat gekniffen
du gibst gäbe
kommen kam ist gekommen
gedeihen gedieh ist gediehen
käme
gehen ging ist gegangen
können konnte hat gekonnt
gelingen gelang ist gelungen könnte
gelänge
kriechen kroch ist gekrochen
gelten galt hat gegolten kröche
du giltst gölte/gälte laden lud hat geladen
genießen genoss hat genossen du lädst lüde
genösse lassen ließ hat gelassen
geschehen geschah ist geschehen du lässt
es geschieht geschähe laufen lief ist gelaufen
gewinnen gewann hat gewonnen du läufst
gewönne/ge- leiden litt hat gelitten
wänne
leihen lieh hat geliehen
gießen goss hat gegossen
gösse lesen las hat gelesen
du liest läse
gleichen glich hat geglichen
liegen lag hat gelegen
gleiten glitt ist geglitten läge
glimmen glomm/glimmte hat geglommen/ lügen log hat gelogen
glömme/ geglimmt löge
glimmte
mahlen mahlte hat gemahlen
graben grub hat gegraben
du gräbst grübe meiden mied hat gemieden

greifen griff hat gegriffen messen maß hat gemessen


du misst mäße
haben hatte hat gehabt
hätte misslingen misslang ist misslungen
misslänge
halten hielt hat gehalten
du hältst mögen mochte hat gemocht
du magst möchte
hängen hing hat gehangen
müssen musste hat gemusst
hauen hieb/haute hat gehauen du musst müsste
heben hob/hub hat gehoben nehmen nahm hat genommen
höbe/hübe du nimmst nähme
Das Verb 44
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

nennen nannte hat genannt schleifen schliff hat geschliffen


nennte
schließen schloss hat geschlossen
pfeifen pfiff hat gepfiffen schlösse
preisen pries hat gepriesen schlingen schlang hat geschlungen
schlänge
quellen quoll ist gequollen
du quillst quölle schmeißen schmiss hat geschmissen
raten riet hat geraten schmelzen schmolz ist geschmolzen
du rätst du schmilzt schmölze
reiben rieb hat gerieben schneiden schnitt hat geschnitten
reißen riss hat/ist gerissen schreiben schrieb hat geschrieben
reiten ritt hat/ist geritten schreien schrie hat geschrien
rennen rannte ist gerannt schreiten schritt ist geschritten
rennte
schweigen schwieg hat geschwiegen
riechen roch hat gerochen
schwimmen schwamm hat/ist
röche
schwömme/ geschwommen
ringen rang hat gerungen schwämme
ränge
schwinden schwand ist geschwunden
rinnen rann ist geronnen schwände
ränne/rönne
schwingen schwang hat geschwungen
rufen rief hat gerufen schwänge
saufen soff hat gesoffen schwören schwor/schwur hat geschworen
du säufst söffe schwüre/schwöre
schaffen schuf hat geschaffen sehen sah hat gesehen
schüfe du siehst sähe
scheiden schied hat/ist geschieden sein war ist gewesen
du bist wäre
scheinen schien hat geschienen
senden sandte/sendete hat gesandt/
scheißen schiss hat geschissen
sendete gesendet
schelten schalt hat gescholten
singen sang hat gesungen
du schiltst schölte
sänge
schieben schob hat geschoben
sinken sank ist gesunken
schöbe
sänke
schießen schoss hat/ist geschossen
sinnen sann hat gesonnen
schösse
sänne
schlafen schlief hat geschlafen
sitzen saß hat gesessen
du schläfst
säße
schlagen schlug hat geschlagen
spalten spaltete hat gespalten/
du schlägst schlüge
gespaltet
schleichen schlich ist geschlichen
speien spie hat gespien
45 Das Verb

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

sprechen sprach hat gesprochen verderben verdarb hat/ist verdorben


du sprichst spräche du verdirbst verdürbe
sprießen spross ist gesprossen vergessen vergaß hat vergessen
sprösse du vergisst vergäße
springen sprang ist gesprungen verlieren verlor hat verloren
spränge verlöre
stechen stach hat gestochen verlöschen verlosch/ ist verloschen/
du stichst stäche du verlischst verlöschte verlöscht
verlösche
stecken stak/steckte hat gesteckt
(= sich in stäke/steckte wachsen wuchs ist gewachsen
etwas befinden) du wächst wüchse
stehen stand hat gestanden waschen wusch hat gewaschen
stünde/stände du wäschst wüsche
stehlen stahl hat gestohlen weben wob/webte hat gewoben/
du stiehlst stähle/stöhle wöbe/webte gewebt
steigen stieg ist gestiegen weichen wich ist gewichen
sterben starb ist gestorben weisen wies hat gewiesen
du stirbst stürbe
wenden wandte/wendete hat gewandt/
stinken stank hat gestunken wendete gewendet
stänke
werben warb hat geworben
stoßen stieß hat/ist gestoßen du wirbst würbe
du stößt
werden wurde/ward ist geworden
streichen strich hat gestrichen du wirst würde
streiten stritt hat gestritten werfen warf hat geworfen
du wirfst würfe
tragen trug hat getragen
du trägst trüge wiegen wog hat gewogen
wöge
treffen traf hat getroffen
du triffst träfe winden wand hat gewunden
wände
treiben trieb hat getrieben
wissen wusste hat gewusst
treten trat hat/ist getreten
du weißt wüsste
du trittst träte
wollen wollte hat gewollt
trinken trank hat getrunken
du willst
tränke
ziehen zog hat/ist gezogen
trügen trog hat getrogen
zöge
tröge
zwingen zwang hat gezwungen
tun tat hat getan
zwänge
täte
Das Substantiv 46
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Das Substantiv (Hauptwort; Nomen, Pl.: Nomina)


Substantive machen den bei Weitem größten Teil des Wortschatzes aus und können auf vielfältige Weise
zu neuen Wörtern zusammengesetzt werden. Wörter aller anderen Wortarten können substantiviert
werden. Substantive haben in der Regel ein festes Geschlecht. Sie verändern sich aber nach Zahl (Nume-
rus) und Fall (Kasus). Man unterscheidet:

1. Gegenstandswörter (Konkreta) Tisch, Lampe; Tulpe, Rose; Auto, Hammer, Werkstatt,


Schiedsrichter.
– Eigennamen; Anna, Neumann, Japan, Rom, Goethehaus, Feldberg.
– Gattungsbezeichnungen; Mensch, Frau, Freund, Katze, Rose, Stern, Haus, Tisch.
– Stoffbezeichnungen. Stahl, Silber, Holz, Leder, Leinen, Wolle, Öl, Fleisch.

2. Begriffswörter (Abstrakta). Mut, Stress, Alter, Torheit, Verstand, Frieden,


Abrüstung.

Die Deklinationsarten
Im Satz treten die Substantive in verschiedenen Fällen auf, und sie können – in der Regel – Einzahl (Sin-
gular) und Mehrzahl (Plural) bilden. Sie werden also nach Fall (Kasus), Zahl (Numerus) und Geschlecht
(Genus) dekliniert. Nach den Formen des Genitivs Singular und der Bildung des Plurals unterscheidet
man starke, schwache und gemischte Deklination:

Starke Deklination Singular männlich weiblich sächlich


Der Genitiv Singular der männlichen und sächlichen Nominativ der Vogel die Nacht das Bild
Substantive endet auf -es/-s. Genitiv des Vogel-s der Nacht des Bild-es
Dativ dem Vogel der Nacht dem Bild(-e)
Akkusativ den Vogel die Nacht das Bild

Es treten verschiedene Pluralformen auf. Nominativ die Vögel die Nächt-e die Bild-er
Genitiv der Vögel der Nächt-e der Bild-er
Dativ den Vögel-n den Nächt-en den Bild-ern
Akkusativ die Vögel die Nächt-e die Bild-er

-es steht:
– bei Substantiven auf -s, -ß, -ss, -x, -z, -tz; des Hauses, des Fußes, des Fasses, des Komplexes,
des Schmerzes, des Gesetzes;
– häufig bei einsilbigen Substantiven mit Konsonant des Bildes, des Raumes, des Buches, des Stuhles;
(Mitlaut) am Ende;
– häufig bei mehrsilbigen Substantiven mit des Betrages, des Besuches, des Arbeitsplanes.
Endbetonung und bei Zusammensetzungen mit
Fugen -s.

-s steht:
– immer bei Substantiven auf -el, -em, -en, -er, des Vogels, des Atems, des Gartens, des Lehrers,
-chen, -lein; des Mädchens, des Bäumleins;
– meist bei Substantiven mit Vokal (+h ) am Ende; des Knies, des Neubaus, des Schuhs;
– meist bei mehrsilbigen Substantiven ohne End- des Monats, des Antrags, des Urlaubs.
betonung.

Dativ-e:
– heute nur noch ganz selten; am nächsten Tag(e), auf dem Weg(e);
– noch in bestimmten festen Wendungen. in diesem Sinne, im Laufe der Zeit, im Grunde.
47 Das Substantiv

Schwache Deklination männlich weiblich

(keine sächlichen Substantive): Nominativ der Mensch die Frau


Der Singular der männlichen Substantive
Genitiv des Mensch-en der Frau
(außer Nominativ) endet auf -en.
Dativ dem Mensch-en der Frau
Akkusativ den Mensch-en die Frau
Im Plural steht nur -en. Nominativ die Mensch-en die Frau-en
Genitiv der Mensch-en der Frau-en
Dativ den Mensch-en den Frau-en
Akkusativ die Mensch-en die Frau-en

Gemischte Deklination Singular Plural

Einige männliche und sächliche Substantive (Auge, Nominativ der Staat die Staat-en
Ohr, Doktor u. a.) werden im Singular stark und im
Genitiv des Staat-(e)s der Staat-en
Plural schwach dekliniert.
Dativ dem Staat(-e)* den Staat-en
Akkusativ den Staat die Staat-en

Die Deklination des Substantivs

Männliche Substantive

Kasus stark schwach gemischt

Nominativ: der Tag der Mensch der Staat


wer oder was?

Genitiv: des Tag-(e)s des Mensch-en des Staat-(e)s


wessen?

Dativ: dem Tag(-e)* dem Mensch-en dem Staat


wem?
Singular

Akkusativ: den Tag den Mensch-en den Staat


wen oder was?

Nominativ: die Tag-e die Mensch-en die Staat-en


wer oder was?

Genitiv: der Tag-e der Mensch-en der Staat-en


wessen?

Dativ: den Tag-en den Mensch-en den Staat-en


wem?
Plural

Akkusativ: die Tag-e die Mensch-en die Staat-en


wen oder was?
Das Substantiv 48
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Merkmale im Genitiv Singular: -(e)s im Singular: im Singular:


im Dativ Plural: -n in allen Fällen außer dem -(e)s
Nominativ -en
Pluralklassen: im Plural: im Plural:
-e: der Tisch, die Tische in allen Fällen -(e)n -(e)n
-e, umgelautet: der Bart,
die Bärte
-er: der Geist, die Geister
-er, umgelautet: der Wald,
die Wälder
- (endungslos): der Balken,
die Balken
- (endungslos) umgelautet:
der Faden, die Fäden
-s: der Uhu, die Uhus

* Die Endung -e der starken männlichen Substantive im Dativ Singular kommt heute nur noch selten vor.

Weibliche Substantive

Kasus stark schwach gemischt

Nominativ: die Mutter die Frau –


wer oder was?

Genitiv: der Mutter der Frau –


wessen?

Dativ: der Mutter der Frau –


wem?
Singular

Akkusativ: die Mutter die Frau –


wen oder was?

Nominativ: die Mütter die Frau-en –


wer oder was?

Genitiv: der Mütter der Frau-en –


wessen?

Dativ: den Mütter-n den Frau-en –


wem?
Plural

Akkusativ: die Mütter die Frau-en –


wen oder was?

Merkmale im Singular: im Singular:


- (endungslos) - (endungslos)
im Dativ Plural: -n im Plural:
-(e)n
Pluralklassen:
-e: die Drangsal,
die Drangsale
-e, umgelautet: die Kraft,
die Kräfte
- (endungslos) umgelautet:
die Tochter,
die Töchter
-s: die Kamera,
die Kameras
49 Das Substantiv

Sächliche Substantive

Kasus stark schwach gemischt

Nominativ: das Jahr – das Ohr


wer oder was?

Genitiv: des Jahr-(e)s – des Ohr-(e)s


wessen?

Dativ: dem Jahr-e* – dem Ohr


wem?
Singular

Akkusativ: das Jahr – das Ohr


wen oder was?

Nominativ: die Jahr-e – die Ohr-en


wer oder was?

Genitiv: der Jahr-e – der Ohr-en


wessen?

Dativ: den Jahr-en – den Ohr-en


wem?
Plural

Akkusativ: die Jahr-e – die Ohr-en


wen oder was?

Merkmale im Genitiv Singular: -(e)s im Genitiv


im Dativ Plural: -n Singular: -(e)s

Pluralklassen: im Plural: -en


-e: das Pferd, die Pferde
-e, umgelautet: das Floß,
die Flöße
-er: das Kind, die Kinder
-er, umgelautet: das Dach,
die Dächer
- (endungslos): das Messer,
die Messer
- (endungslos) umgelautet:
das Kloster, die Klöster
-s: das Echo, die Echos

* Die Endung -e der starken sächlichen Substantive im Dativ Singular kommt heute nur noch selten vor.
Das Substantiv 50
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Zur Deklination der Personennamen vgl. die folgende Tabelle:

ohne Artikel mit Artikel ohne Artikel mit Artikel

ein Name mit -s im Genitiv ohne -s im Genitiv mehrere Der Name wird Nur der 1. Titel
die Rede Meiers die Rede des Meier Titel o. Ä. dekliniert wird dekliniert
+ Name die Rede Direktor die Rede des
mehrere nur der letzte mit ohne -s im Genitiv
Professor Meiers Direktors
Namen -s im Genitiv die Rede
Professor Meier
die Rede des Horst Meier
Horst Meiers Herr wird immer dekliniert
Herr die Rede die Rede des
ein Titel Der Name wird Der Titel wird (+ Titel) Herrn Meiers Herrn Direktor
o. Ä. dekliniert dekliniert + Name Meier
+ Name die Rede die Rede des
Direktor Meiers Direktors Meier Dr. wird nie dekliniert
Doktor (Dr.) die Rede die Rede des
+ Name Doktor Meiers Doktor Meier

Geografische Namen erhalten, soweit sie männlich oder die Einheit Deutschlands, Schwedens Königin, die
sächlich sind, im Genitiv die Endung -s , wenn sie ohne Nationalmannschaft Uruguays, die Geschichte Roms.
Artikel gebraucht werden.

Singular und Plural (Einzahl und Mehrzahl)


Singular: Aufgrund ihrer Bedeutung nur im Singular stehen können:

– viele Abstrakta; Adel, Epik, Hitze, Kälte, Verborgenheit;


– Stoffbezeichnungen (außer in Fachsprachen). Gold, Stahl, Blei (technisch auch: Stähle, Bleie).

Plural: Es gibt im Deutschen verschiedene Arten, den Plural zu bilden. Manchmal kann eine Mehrzahl
allerdings nur durch zusammengesetzte Wörter ausgedrückt werden (z. B. Fleisch – Fleischsorten,
Regen – Regenfälle). Manche Substantive kommen nur im Plural vor (z. B. Einkünfte, Jugendjahre, Kosten).

Mit doppelten Pluralformen werden häufig -en die Frau, der Mensch die Frauen, die Menschen
verschiedene Bedeutungen des Wortes -n der Bote, die Nadel die Boten, die Nadeln
unterschieden, z. B. Bank – Bänke (Sitzgele-
-e der Tag, das Brot die Tage, die Brote
genheiten), Banken (Geldinstitute); beson-
-e + Umlaut die Nacht, der Sohn die Nächte, die Söhne
dere Pluralformen haben viele Fremdwörter
aus dem Griechischen, Lateinischen und – der Zettel, das Segel die Zettel, die Segel
Italienischen (z. B. das Album – die Alben, Umlaut der Vogel, der Garten die Vögel, die Gärten
das Cello – die Celli, das Praktikum – die -er das Bild, das Feld die Bilder, die Felder
Praktika ). -er + Umlaut der Wald, das Haus die Wälder, die Häuser
-s das Auto, der Park die Autos, die Parks
51 Das Substantiv

Das Geschlecht (Genus)


Jedes Substantiv hat ein bestimmtes grammatisches Geschlecht. Es ist entweder männlich (maskulin),
weiblich (feminin) oder sächlich (neutral). Einige Substantive haben schwankendes Geschlecht (z. B. der/
das Barock). Bei manchen Substantiven zeigt verschiedenes Geschlecht unterschiedliche Bedeutung an
(z. B. der Band, die Bände 〈-〉 das Band, die Bänder).

Das Geschlecht wird durch den bestimmten Artikel männlich (maskulin): der Baum, der Apfel, der Ball;
(der, die, das) angezeigt. weiblich (feminin): die Tanne, die Birne, die Uhr;
sächlich (neutral): das Holz, das Obst, das Blei.

Die Wortbildung des Substantivs

1. Substantivierungen:
– des Verbs; das Rauschen des Flusses;
– des Adjektivs; das Blau des Himmels; alles Liebe zum Geburtstag;
– von unflektierbaren Wörtern. vergiss das Gestern.

2. Zusammensetzungen:
– Das Geschlecht des Grundwortes legt das Geschlecht Substantiv + Substantiv: Haus-tür, Hof-hund;
des ganzen zusammengesetzten Substantivs fest (z. B. Verb + Substantiv: Kehr-woche, Mal-kasten;
die Haustür ). Adjektiv + Substantiv: Hoch-altar, Blau-licht;

Bestimmungswort und (seltener) Grundwort können Um welt schutz organisation


mehrgliedrig sein;

Bei einem Teil der Zusammensetzungen werden zwischen -(e)s Geburtstag, Liebesdienst, Arbeitsplatz;
die Bestandteile bestimmte Laute bzw. Buchstaben ein- -e Hundehütte, Mauseloch, Lesebuch,
gefügt (Fugenelement). Wartesaal
-(e)n Nummernschild, Taschentuch,
Strahlenschutz;
-er Wörterbuch, Kindergarten, Rinderbraten.

3. Ableitungen:
– mithilfe von Vorsilben (Präfixen) aus Substantiven; Miss-erfolg, Un-sinn, Anti-teilchen, Ex-kanzler,
Poly-gamie, Pseudo-krupp;
– mithilfe von Nachsilben (Suffixen) aus anderen Wörtern. landen →Landung, retten → Rettung;
schön →Schönheit, heiter → Heiterkeit;
reiten →Reiter, bohren → Bohrer;
Lehrer →Lehrerin.

4. Kurzformen von Substantiven sind:


– Kurzwörter; Rad H Fahrrad; Krimi H Kriminalroman;
– Silbenkurzwörter; Kripo H Kriminalpolizei; Juso H Jungsozialist;
– Buchstaben-/Initialkurzwörter. Ufo H (unbekanntes Flugobjekt);
ADAC H Allgemeiner deutscher Automobil-Club.
Das Substantiv 52
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Die Apposition (Beisatz)


Als Attribut (Beifügung) zu einem Substantiv oder Pronomen kann ein Substantiv (oder eine Substantiv-
gruppe) treten, das (oder die) in der Regel im gleichen Fall wie das Bezugswort steht.

– Vornamen, Beinamen, Bezeichnungen des Berufs, Titel Peter Müller; er spricht über Karl den Großen;
u. Ä. sind Appositionen; Direktor Dr. Schmidt; mein Onkel Theo;
– nähere Bestimmungen für Mengen. ein Glas Wein; mit einer Tasse Kaffee; mit einem Pfund
Nüssen.
– Appositionen können vor- oder nachgestellt sein; Peter hat Herrn Müller, seinen Klassenlehrer, auf der
Straße gesehen.
– Appositionen ähnlich sind mit wie und als angeschlos- Unternehmungen wie einen Ausflug schätzt er nicht.
sene Attribute. Ihm als dem Kapitän des Schiffes ist zu vertrauen.

Begleiter und Stellvertreter des Substantivs


Der bestimmte Artikel (der, die, das) tritt mit Substantiven auf; er bezeichnet in seinen deklinierten
Formen deren Geschlecht, Zahl und Fall.

Singular Plural

Nom. der Stuhl die Lampe das Bild die Stühle, Lampen, Bilder
Gen. des Stuhles der Lampe des Bildes der Stühle, Lampen, Bilder
Dativ dem Stuhl der Lampe dem Bild den Stühlen, Lampen, Bildern
Akk. den Stuhl die Lampe das Bild die Stühle, Lampen, Bilder

Der unbestimmte Artikel (ein, eine, ein) tritt mit Substantiven auf, jedoch ohne Pluralform.

Nom. ein Stuhl eine Lampe ein Bild


Gen. eines Stuhles einer Lampe eines Bildes
Dativ einem Stuhl einer Lampe einem Bild
Akk. einen Stuhl eine Lampe ein Bild

Ohne Artikel stehen häufig:


– Abstrakta; Widerstand ist zwecklos. Ende der Woche.
– Stoffbezeichnungen; Er trinkt gern Wein. Gold ist ein Edelmetall.
– Substantive in festen Fügungen oder in Aufzählungen; Fuß fassen, Widerstand leisten, Frieden schließen,
an Bord gehen, bei Tisch.
– Substantive in verkürzten Äußerungen; Fraktion fordert Mitspracherecht.
– Personennamen. Johann Wolfgang von Goethe starb in Weimar.
– Geografische Namen stehen teils ohne, teils mit Artikel. Deutschland, Frankreich, die Niederlande;
Namen von Bergen, Gebirgen, Flüssen, Seen und Mee- der Königstuhl, das Riesengebirge, der Rhein,
ren stehen mit Artikel. der Bodensee
53 Das Substantiv

Das Personalpronomen bezeichnet den Sprecher (1. Person), den Angesprochenen (2. Person), die Person
oder Sache, über die man spricht (3. Person). Nur in der dritten Person steht es stellvertretend für das
Substantiv.

Singular Plural

Nom. ich du er sie es wir ihr sie

Gen. meiner deiner seiner ihrer seiner unser euer ihrer

Dativ mir dir ihm ihr ihm uns euch ihnen

Akk. mich dich ihn sie es uns euch sie

Das Reflexivpronomen bezieht sich gewöhnlich auf das Subjekt des Satzes und stimmt in Person und Zahl
mit ihm überein. Der Fall hängt vom Verb ab.

– Für die 3. Person hat es die Form sich. (Dativ Singular:) Damit schadet er sich nur.
(Akkusativ Singular:) Sie schminkt sich.
(Dativ Plural:) Sie haben sich viel erzählt.
(Akkusativ Plural:) Die Gäste begrüßten sich.
– Für die 1. und 2. Person werden die entsprechenden Ich langweile mich. Damit schadest du dir nur.
Formen des Personalpronomens verwendet. Wir haben uns sehr über die Geschenke gefreut.
Ihr werdet euch wundern!

Das Possessivpronomen gibt ein Besitzverhältnis an, drückt aber auch eine Zugehörigkeit, Zuordnung
oder Verbundenheit aus. Es kann Begleiter oder Stellvertreter des Substantivs sein; seine Form richtet
sich nach der Person, auf die es sich bezieht; es stimmt in Fall, Zahl und Geschlecht mit dem Substantiv
überein, vor dem es steht. Das Possessivpronomen lautet im Singular und Plural in der ersten Person
mein/unser, in der zweiten Person dein/euer und in der dritten Person (männlich; weiblich; sächlich) sein;
ihr; sein/ihr.

Singular Plural

Nom. mein Sohn mein-e Tochter mein Kind mein-e Söhne/Töchter/Kinder

Gen. mein-es Sohnes mein-er Tochter mein-es Kindes mein-er Söhne/Töchter/Kinder

Dativ mein-em Sohn(e) mein-er Tochter meinem Kind(e) mein-en Söhnen/Töchtern/Kindern

Akk. mein-en Sohn mein-e Tochter mein Kind mein-e Söhne/Töchter/Kinder

Steht das Possessivpronomen stellvertretend für ein Mein Mantel ist zerrissen und deiner auch.
Substantiv, hat die männliche Form im Nominativ Singular Ich habe genug Geld, du kannst dein(e)s behalten.
die Endung -er, die sächliche im Nominativ und Akkusativ
Singular die Endung -(e)s.
Das Substantiv 54
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Das Demonstrativpronomen weist auf etwas hin, was entweder bereits bekannt oder im Folgenden näher
zu bestimmen ist. Es richtet sich in Geschlecht, Zahl und Fall nach dem Substantiv, bei dem es steht oder
das es vertritt.

Singular Plural

männlich weiblich sächlich


Dieser und jener kommen sowohl als Beglei- Nom. dies-er dies-e dies(-es) dies-e
ter wie als Stellvertreter des Substantivs vor.
Gen. dies-es dies-er dies-es dies-er
Dabei weist dieser auf etwas Näheres, jener
auf etwas Entfernteres hin. Dativ dies-em dies-er dies-em dies-en
Akk. dies-en dies-e dies(-es) dies-e

Derjenige kann bei einem Substantiv oder an Nom. der-jenige die-jenige das-jenige die-jenigen
der Stelle eines Substantivs stehen.
Gen. des-jenigen der-jenigen des-jenigen der-jenigen
Derselbe/der gleiche wird wie derjenige Dativ dem-jenigen der-jenigen dem-jenigen den-jenigen
dekliniert.
Akk. den-jenigen die-jenige das-jenige die-jenigen

Das Demonstrativpronomen der als Stellver- Nom. der die das die
treter des Substantivs ist vom Artikel der (als
Gen. dessen deren/derer dessen deren/derer
Begleiter des Substantivs) zu unterscheiden.
Es ist im Allgemeinen voraus- und zurück- Dativ dem der dem denen
weisend.
Akk. den die das die

Die Indefinitpronomen

jemand – niemand – etwas – nichts


Mit jemand werden ganz allgemein und unbestimmt Lebewe- jemanden/etwas loben, jemandes gedenken,
sen bezeichnet, mit etwas Dinge, Sachverhalte u. Ä. ; etwas und jemandem etwas schenken, jemanden an jeman-
nichts können nur im Nominativ, im Akkusativ oder nach Prä- den verweisen.
positionen gebraucht werden. Etwas ist geschehen. Ich weiß davon nichts.
Ich habe etwas darüber gehört. Daraus wird nichts.

alle – jeder – kein


Alle bezeichnet eine Gesamtheit und wird im Allgemeinen wie Sie haben allen Schülern etwas geschenkt.
ein Adjektiv dekliniert, das vor einem Nomen steht; jeder be- Alles Hoffen/Alle Mühe war umsonst.
zieht sich dagegen auf die einzelnen Teile oder Glieder dieser Jeder Schüler wurde aufgerufen.
Gesamtheit; es wird im Allgemeinen wie ein Adjektiv dekliniert, Jeder musste ein Gedicht vortragen.
das vor einem Nomen steht; kein ist das Gegenwort zu jeder. Sie habe jedem dasselbe Buch geschenkt.
Ich habe keinen Hund besessen. Ich habe keinen.

manche – mehrere – einige


bezeichnen eine unbestimmte Anzahl; sie werden im Allgemei- Manche kamen nie an. Mehreren von ihnen dau-
nen wie ein Adjektiv vor einem Nomen dekliniert. erte es zu lang. Einige sind gegangen.

man
Mit man wird ganz unbestimmt von einer Person gesprochen; Man sagt, er gehe oft ins Theater.
es hat nur diese Form und wird nur im Nominativ Singular Man hat ihn gestern im Theater gesehen.
gebraucht.
55 Das Substantiv

Die Interrogativpronomen

Das Fragepronomen wer/was wird als Stellvertreter des Nom. Wer kauft ein? | Was ist das?
Substantivs gebraucht; es hat nur Singularformen und
unterscheidet nur zwischen Person (wer) und Sache bzw. Gen. Wessen Hemd ist das? | –
Sachverhalt (was). Dativ Wem gehört das Hemd? | –

Akk. Wen sehe ich da? | Was sehe ich da?

Das Fragepronomen welcher, welche, welches kommt als Welches Kleid soll ich nehmen (– das blaue oder das
Begleiter und als Stellvertreter des Substantivs vor, fragt schwarze)? Welches steht mit besser?
nach Personen oder Sachen, und zwar auswählend aus Welche Partei wählt er eigentlich?
einer bestimmten Art oder Menge; es wird wie dieser (Ich hätte gern 100 g Schinken.) Welcher darfs denn
dekliniert. sein?
Mit welchem Zug kommst du?
Welche von diesen Sachen sollen wir aufheben, welche
können weggeworfen werden?
Mit was für ein(er) fragt man nach der Art, Beschaffenheit Was für ein Mensch ist das eigentlich? – Was für einer
von Personen oder Sachen; was bleibt immer unverändert; ist das eigentlich? Was für einen Wein möchten Sie
nur ein(er) wird dekliniert. (– einen trockenen oder einen lieblichen)?

Die Relativpronomen der, die, das und das wenig gebräuchliche welcher, welche, welches leiten einen
Nebensatz (Relativsatz) ein. In Geschlecht und Zahl richten sie sich nach dem Bezugswort im übergeord-
neten Satz; der Fall ist dagegen abhängig vom Verb (oder einer Präposition) des Relativsatzes selbst (z. B.
Ich sah den Mann, der den Brief eingeworfen hat. Er begrüßt die Frau, welche ihn eingeladen hat. Wer ist
der Mann, dem ich das Paket geben soll?).

Das Relativpronomen wer/was bezeichnet allgemein eine Wer nicht hören will, muss fühlen. Ich kann mir
Person oder eine Sache bzw. einen Sachverhalt. Es leitet denken, wen/was du meinst. Mach, was du willst.
einen Nebensatz ein, der eine Ergänzung des übergeord-
neten Satzes vertritt.
Das Adjektiv 56
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Das Adjektiv (Eigenschaftswort)


Man unterscheidet im Allgemeinen drei Arten von Adjektiven:

Eigenschaftswörter im eigentlichen Sinne:


Sie beschreiben/bewerten, wie jemand oder etwas Rote Rosen sind seine Lieblingsblumen. Es war ein kal-
beschaffen ist (Farbe, Form, Ausdehnung, Qualität), ter Winter. Mit großer Freude haben wir von ihrem
wie etwas vor sich geht. guten Examen erfahren.

Beziehungsadjektive:
Sie drücken eine bestimmte Beziehung zwischen Personen Urheber: polizeiliche Maßnahmen,
oder Gegenständen oder eine Zugehörigkeit aus. ärztliche Hilfe;
Raum/Zeit: die finnischen Seen,
der gestrige Tag;
Bezugspunkt/Bereich: wirtschaftliche
Zusammenarbeit,
technischer Fortschritt.

Zahladjektive:
Adjektive sind alle Zahlwörter, die als Beifügung (Attribut) die erste Gruppe; mit fünf Punkten; am zweiten April;
zu einem Substantiv stehen können:
– Grundzahlen; ein(s), zwei, siebzehn, achtundachtzigtausend;
– Ordnungszahlen; der/die/das Erste, Dritte, Siebenundzwanzigste;
– Bruchzahlen; halb, drittel, achtel, zwanzigstel, hundertstel;
– Vervielfältigungszahlwörter; dreifach, fünffach, tausendfach;
– unbestimmte Zahladjektive. ganz, viel, wenig, zahllos, sonstig.

Die Deklination des Adjektivs


Fast alle Adjektive werden, wenn sie als Attribut (Beifügung) vor einem Substantiv stehen, in berein-
stimmung (Kongruenz) mit dem Substantiv nach Geschlecht, Zahl und Fall dekliniert. Nach den Wort-
formen, die in einer Substantivgruppe vor dem Adjektiv stehen können, unterscheidet man die Deklina-
tion des Adjektivs:

ohne Artikel (starke Deklination): Singular


ebenso nach:
Nom. hell-er Tag hell-e Nacht hell-es Licht
– endungslosen Zahladjektiven (z. B.
Gen. hell-en Tages hell-er Nacht hell-en Lichtes
Er sah zwei helle Lichter.);
Dativ hell-em Tag(e) hell-er Nacht hell-em Licht
– manch, solch, welch, viel, wenig (z. B.
Akk. hell-en Tag hell-e Nacht hell-es Licht
bei solch schönem Wetter;
welch herrlicher Blick); Plural
– etwas und mehr (z. B. mit etwas gutem
Willen; ich brauche mehr helles Licht); Nom. hell-e Tage/Nächte/Lichter
– deren/dessen (z. B. der Libero, von Gen. hell-er Tage/Nächte/Lichter
dessen überlegtem Spiel alle begeistert Dativ hell-en Tagen/Nächten/Lichtern
waren). Akk. hell-e Tage/Nächte/Lichter
57 Das Adjektiv

nach dem bestimmten Artikel Singular


(schwache Deklination):
Nom. der hell-e Tag die hell-e Nacht das hell-e Licht
ebenso nach den Pronomen dieser,
Gen. des hell-en Tages der hell-en Nacht des hell-en Lichtes
jener, derselbe, derjenige, jeder,
Dativ dem hell-en Tag(e) der hell-en Nacht dem hell-en Licht
welcher.
Akk. den hell-en Tag die hell-e Nacht das hell-e Licht

Plural
Nom. die hell-en Tage/Nächte/Lichter
Gen. der hell-en Tage/Nächte/Lichter
Dativ den hell-en Tagen/Nächten/Lichtern
Akk. die hell-en Tage/Nächte/Lichter

nach dem unbestimmten Artikel Singular


(gemischte Deklination):
Nom. ein hell-er Tag eine hell-e Nacht ein hell-es Licht
ebenso nach den Pronomen mein,
Gen. eines hell-en Tages einer hell-en Nacht eines hell-en Lichtes
dein, sein, ihr usw.
Dativ einem hell-en Tag(e) einer hell-en Nacht einem hell-en Licht
Akk. einen hell-en Tag eine hell-e Nacht ein hell-es Licht

Plural
Nom. keine hell-en Tage/Nächte/Lichter
Gen. keiner hell-en Tage/Nächte/Lichter
Dativ keinen hell-en Tagen/Nächten/Lichtern
Akk. keine hell-en Tage/Nächte/Lichter

– Mehrere Adjektive vor einem Substantiv werden Es geschah an einem schönen, sonnigen Morgen.
parallel dekliniert. Er besitzt ein altes, klappriges Auto.
– Nach Personalpronomen wird das (substantivierte) Ich altes Kamel; du armer Junge; du lieber Himmel;
Adjektiv im Allgemeinen stark dekliniert. du Guter (männlich), du Gute (weiblich).
– Bei mir, dir, wir und ihr wird das Adjektiv meist schwach Mir alten, erfahrenen Frau; dir jungen Kerl (neben:
dekliniert. dir jungem Kerl); wir alten Freunde.

Bei unbestimmten Pronomen (alle, manche usw.) und unbestimmten Zahladjektiven (viele, wenige usw.)
schwankt die Deklination des Adjektivs:

schwach parallel
(wie nach der ) (gleiche Endung)
all- • Bei allem guten Willen, das geht entschieden zu weit.
Aller guten Dinge sind drei.
ander- • Man hat noch anderes belastendes Material gefunden.
Es gibt noch andere fähige Leute.

beide • Die Vorsitzenden beider großen Parteien sind an-


wesend. Beide kleinen Mädchen weinten.

einig- • Wir haben noch einiges französisches Geld übrig.


Ich greife einige wichtige Punkte heraus.

etlich- • Im Keller stand etliches altes Gerümpel.


Der Betrieb hat etliche alte Mitarbeiter entlassen.
Das Adjektiv 58
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

schwach parallel
(wie nach der ) (gleiche Endung)
folgend- • • Die Maschine arbeitet nach folgendem einfachen Prin-
(im Sing.) (im Plur.) zip. Der Test hat folgende neue Erkenntnisse gebracht.

manch- • Wir haben manches freie Wochenende dort verbracht.


Man trifft dort manche interessanten Leute.

mehrere • Er hat mehrere folgenschwere Fehler gemacht.


Er steht wegen mehrerer kleiner Vergehen vor Gericht.

solch- • Solches herrliche Wetter hatten wir lange nicht mehr.


Sie sagt immer solche merkwürdigen Sachen.

viel- • Das hat er in vieler mühsamer Kleinarbeit gebastelt.


Sie haben viele schöne Reisen zusammen gemacht.

wenig- • Die Flüsse führen nur noch weniges trübes Wasser.


Er hat nur wenige gute Freunde.

stark schwach
Substantivierte Adjektive: Vorsitzender ist Herr Müller. Der Vorsitzende heißt Müller.
Substantivierte Adjektive werden Ich wünsche dir nur Gutes. Ich wünsche dir alles Gute.
dekliniert wie attributive (bei einem Liberale und Grüne stimmten Die Liberalen und die Grünen
Substantiv stehende) Adjektive, also dagegen. stimmten dagegen.
stark, wenn sie ohne Artikel oder nach Mein Bekannter ist Angestellter Die Angestellten der Bank sind
endungslosen Wörtern stehen, und bei der Bank. unsere Bekannten.
schwach, wenn sie nach Wörtern mit Reisende ohne Gepäck bitte zu Die Reisenden nach Hongkong bitte
Endung stehen. Schalter 3. zur Abfertigung.
Im Westen nichts Neues. Hast du schon das Neueste gehört?

Adjektive ohne Deklinationsformen:


– Grundzahlwörter ab zwei; sieben Raben; die sieben Raben; von sieben Raben
– Ableitungen von Orts- und Ländernamen; die Türme des Ulmer Münsters;
– Adjektive wie super, fit, egal, klasse; nur wenige von ein super Essen; ein klasse Auto.
ihnen können als Beifügung stehen;
– Farbadjektive wie rosa, lila, orange. Er packt das Buch in rosa Geschenkpapier.
59 Das Adjektiv

Die Steigerung des Adjektivs


Viele Adjektive können Vergleichs- oder Steigerungsformen bilden. Man unterscheidet: Grundstufe (Posi-
tiv: schnell), Höherstufe (Komparativ: schneller) und Höchststufe (Superlativ: am schnellsten). An -er und
-st treten die üblichen Endungen, wenn das Adjektiv attributiv bei einem Substantiv steht.

Gebrauch der Vergleichsformen:


– Positiv: Eine Eigenschaft ist bei den verglichenen Perso- Klaus ist so alt wie Peter.
nen oder Gegenständen in gleichem Maße vorhanden;
– Komparativ: drückt den ungleichen (höheren oder nied- Maria ist älter als Claudia.
rigeren) Grad einer Eigenschaft aus;
– Superlativ: drückt den höchsten Grad einer Eigenschaft Er ist der jüngste von drei Brüdern.
aus oder, wenn kein Vergleich zugrunde liegt, ganz all- Das ist das Neueste, was es auf dem Markt gibt.
gemein einen sehr hohen Grad (Elativ). Der Betrieb arbeitet mit modernsten Maschinen.

Bei manchen Adjektiven werden durch die Steigerung -er, -st tief tiefer tiefste
lautliche Veränderungen bedingt; gut bildet die -er, -st, Umlaut warm wärmer wärmste
Höher- und Höchststufe in einem anderen Wortstamm -er, -st, Umlaut und hoch höher höchste
(gut, besser, best). Konsonantenwechsel nah näher nächste
-er, -st, e-Ausfall dunkel dunkler dunkelste
-er, -est heiß heißer heißeste
-er, -est, Umlaut kalt kälter kälteste

Adjektive ohne Vergleichsformen:


Bei vielen Adjektiven ist eine Steigerung nur »absolute« Adjektive tot, lebendig, stumm, blind,
möglich, wenn sie in übertragener Bedeutung zur kinderlos
Kennzeichnung einer Eigenschaft (z. B. das Adjektive, die bereits einen maximal, minimal, optimal, total,
lebendigste Kind = das lebhafteste Kind) oder in höchsten Grad ausdrücken absolut, erstklassig
bestimmten Kontexten umgangssprachlich Formadjektive rund, viereckig, quadratisch,
gebraucht werden (z. B. Das neue Programm ist kegelförmig
noch optimaler als der Vorgänger ). Beziehungsadjektive karibisch, wirtschaftlich, dortig,
jetzig
Zahladjektive drei, halb, siebenfach, ganz, einzig

Die Wortbildung des Adjektivs


Die weitaus meisten Adjektive sind abgeleitete (un-schön, berg-ig, zeit-lich) oder zusammengesetzte (hell-
rot, stein-hart, bären-stark) Adjektive. Daneben gibt es solche, die aus Fügungen »zusammengebildet«
sind (ein viertüriges Auto = ein Auto mit vier Türen).

1. Ableitungen von Adjektiven:


– mithilfe von Vorsilben (Präfixen); atypisch, intolerant, unzufrieden, erzkonservativ, uralt;
– mithilfe von Nachsilben (Suffixen). dehnbar, hölzern, seiden, fehlerhaft, sandig, italienisch, gewerblich,
reparabel, katastrophal, formell, intensiv.
Das Adjektiv 60
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

2. Zusammensetzungen:
– Sie bestehen aus zwei (selten mehr) Wör- Verb + Adjektiv: röst-frisch, koch-fertig, denk-faul;
tern, wovon das zweite immer ein Adjektiv Adjektiv + Adjektiv: hell-rot, bitter-böse, nass-kalt;
(oder Partizip) ist. Substantiv + Adjektiv: stein-hart, wetter-fest;
– Meist wird der zweite Bestandteil (das steinhart = hart wie Stein, kochfertig = fertig zum Kochen,
Adjektiv) durch das vorangehende Wort denkfaul = faul im Denken;
näher bestimmt.
– Bei einigen Adjektiv-Adjektiv-Zusammen- nasskalt (= nass und kalt), taubstumm, dummdreist, feuchtwarm,
setzungen sind die Teile einander gleich- wissenschaftlich-technisch.
geordnet.

Steigerung zusammengesetzter Adjektive:


– Der erste Teil (Bestimmungswort) wird gesteigert, eine leicht verdauliche Speise – eine noch leichter ver-
wenn beide Glieder noch ihre Bedeutung tragen. dauliche Speise – die am leichtesten verdauliche
In diesen Fällen wird getrennt geschrieben. Speise;
– Das Grundwort wird in die Steigerungsform gesetzt, in altmodischster Kleidung; die weittragendsten Ent-
wenn die Zusammensetzung einen einheitlichen, neuen scheidungen; die hochfliegendsten Pläne; zartfühlen-
Begriff bildet. der sein.

Die Verwendung des Adjektivs im Satz


Adjektive können als Beifügung zu einem Substantiv (attributiv), in Verbindung mit sein, werden und
ähnlichen Verben (prädikativ) und in Verbindung mit anderen Verben (adverbial) gebraucht werden.

Als Attribut steht das Adjektiv


– in der Regel vor dem Substantiv und wird dekliniert; ein trockener Wein; die bunten Bilder; blaue Augen;
– gelegentlich hinter dem Substantiv und undekliniert. Whisky pur; Röslein rot.

Adjektive in Verbindung mit sein, werden und


ähnlichen Verben:
– Das Adjektiv ist ein Prädikativ und wird nicht dekliniert. Sie ist neugierig. Es wird dunkel. Er blieb freundlich.
– Bei Adjektiven in der Höchststufe wird das Adjektiv Die Westküste ist die schönste. Dieses Foto ist das
dekliniert und mit Artikel gebraucht. neueste.

Adjektive bei anderen Verben:


– Das Adjektiv ist eine adverbiale Bestimmung und wird Der Vater liest laut vor. Sie spricht leise. Sie hatte ihn
nicht dekliniert. sehnsüchtig erwartet. Sie lag ohnmächtig da.

Adjektive können oder müssen in Verbindung mit bestimmten Verben eine Ergänzung (Objekt oder Ad-
verbiale) zu sich nehmen. Man unterscheidet:

– Adjektive mit einem Genitivobjekt; einer Sache schuldig, bewusst, eingedenk, gewiss sein;
– Adjektive mit einem Dativobjekt; jemandem behilflich, bekömmlich, ähnlich,
bekannt sein;
– Adjektive mit einem Akkusativobjekt; eine Sache wert sein; jemanden leid sein;
– Adjektive mit einem Präpositionalobjekt; auf etwas angewiesen, gespannt sein; bei jemandem
beliebt sein; für jemanden nachteilig sein;
– Adjektive mit einer Adverbiale des Raumes. irgendwo wohnhaft, beheimatet, tätig sein.
61 Das Adverb

Das Adverb (Umstandswort)


Adverbien beziehen sich auf einzelne Wörter, Wortgruppen oder auf den ganzen Satz. Sie bezeichnen die
Umstände eines Geschehens. Adverbien gehören grundsätzlich zu den nicht flektierbaren Wortarten;
nur einige wenige Adverbien können jedoch gesteigert werden. Adverbien können Satzglied sein, d. h. al-
lein vor dem finiten Verb stehen. Dahingehend unterscheiden sie sich von den Partikeln, die den Adver-
bien ähnlich, aber nicht satzgliedfähig sind (z. B. nicht, eben, halt, etwa, sehr, fast). Je nach Satz kann ein
Wort auch Adverb oder Partikel sein. Die wichtigsten Arten von Adverbien sind:

Lokaladverbien/ wo? wohin? da, daher, dorthin, hierher, drinnen, innen,


Umstandswörter des Ortes woher? vorn, links, oben, unten, vorwärts, unterwegs ...

Temporaladverbien/ wann? seit wann? jetzt, nie, jemals, niemals, bald, stets, immer,
Umstandswörter der Zeit bis wann? wie lange? einst, bisher, neuerdings, allezeit, heute, mor-
gen, winters, zeitlebens, jahrelang, vorher ...

Modaladverbien/ wie? wie sehr? allein, zusammen, umsonst, beinahe, fast,


Umstandswörter der Art und auf welche Art und Weise? genau, gewiss, nur, gern, durchaus, leider, mög-
Weise licherweise, etwa, wohl, kopfüber ...

Kausaladverbien/ warum? weshalb? daher, darum, deswegen, demzufolge, folglich,


Umstandswörter des Grundes wozu? wodurch? worüber? dadurch, deshalb ...

Die Wortbildung des Adverbs

1. Ableitung:
mithilfe von Nachsilben (Suffixen). morgens, abends, anfangs, frühestens; ostwärts,
talwärts; glücklicherweise, seltsamerweise; zugegebe-
nermaßen.

2. Zusammengesetzte Adverbien:
Größte Gruppe sind die Adverbien, die aus da, hier, wo daran, dabei, dahinter, danach, darüber, dazwischen;
und einer Präposition gebildet sind. Beginnt die Präposi- hierauf, hierdurch, hierfür, hiermit, hierunter, hiervor;
tion mit einem Vokal, wird an da und wo ein r angefügt. voraus; wobei, worin, worüber, wovon, wozu.

Die Pronominaladverbien (Präpositionaladverbien)


Pronominaladverbien wie darauf, hierüber etc. werden häufig wie bestimmte Pronomen stellvertretend
für eine bestimmte Substantivgruppe (mit Präposition) gebraucht. Man unterscheidet:

Pronominaladverb (Bezug auf Sachen): Präposition + Pronomen (Bezug auf Personen):


Wir diskutieren gerade über die Pausenregelung. Wir sprechen gerade über den neuen Chef.
Wissen Sie etwas Genaueres darüber? Wissen Sie etwas Genaueres über ihn?
Kann ich mich darauf verlassen, dass die Arbeit Er ist eine gute Kraft. Auf ihn kann man sich verlassen.
morgen fertig ist?
Hiermit will ich nichts zu tun haben. Mit dem/ihm/denen ... will ich nichts zu tun haben.
Das Adverb 62
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Die Steigerung von Adverbien

Nur einige wenige Adverbien haben oft öfter am öftesten/häufigsten


Steigerungs- oder Vergleichsformen. bald eher am ehesten
Meist werden die Höher- und die Höchst- gern lieber am liebsten
stufe von einem anderen Wortstamm als sehr mehr am meisten
dem der Grundstufe gebildet. wohl (= gut) besser/wohler am besten/wohlsten

Die Verwendung des Adverbs und der Partikel im Satz

– als selbstständiges Satzglied (adverbiale Bestimmung), Hier entstehen fünf Neubauten. Gestern hat es
wenn es sich auf das Verb oder den ganzen Satz bezieht; geregnet.
Ich konnte leider nicht kommen.
Warum sagst du mir das jetzt?
– als Attribut, wenn es einzelnen Wörtern oder Wort- Sie ist sehr nett. Bald nach dem Vorfall ist sie weggezo-
gruppen zugeordnet ist; gen. Die Läden schließen hier schon um 18 Uhr.
– als Attribute können Adverbien und Partikeln vor- oder So einfach ist das nicht. Die Vorstellung gestern war
nachgestellt werden. ausverkauft. Die zweite Straße links führt zum Bahn-
hof. In dem Haus dort haben wir früher gewohnt.
– Bei Präpositionalgruppen, die eine Zahlangabe enthal- Ich bin spätestens in zwei Tagen/in spätestens zwei
ten, können Gradpartikeln auch innerhalb der Fügung, Tagen zurück. Sie kommt frühestens in zwanzig Minu-
d. h. hinter der Präposition, stehen. ten/in frühestens zwanzig Minuten zurück.
63 Die Präpositionen

Die Präpositionen (Verhältniswörter)


Präpositionen sind ihrer Form nach unveränderlich. Sie treten immer mit einem anderen Wort, in der
Regel einem Substantiv oder Pronomen, auf, dessen Fall sie bestimmen (»regieren«). Viele Präpositionen
können auch zwei Fälle »regieren«. Präpositionen stehen meist vor dem regierten Wort. Zusammen mit
diesem bilden sie die Präpositionalgruppe. Man kann vier Hauptbedeutungsgruppen unterscheiden:

1. Ort (lokal): an (der Grenze), auf (dem Hof), aus (Frankreich), in (der Stadt),
neben (dem Haus), über (den Wolken), vor (der Baustelle);
2. Zeit (temporal): an (diesem Tage), in (der nächsten Woche), seit (zwei Jahren),
um (12 Uhr), während (des Krieges);
3. Grund, Folge, Zweck u. a. (kausal): wegen (Bauarbeiten), dank (seiner Hilfe), aus (Mitleid), durch (Neu-
gierde), zu (Ihrer Information);
4. Art und Weise (modal): ohne (mein Wissen), mit (ihrer Zustimmung), gemäß (den Vorschrif-
ten), gegen (seinen Rat).

Die wichtigsten Präpositionen und ihre Rektion

ab Dat./Akk. bis Akk. inklusive Gen./Dat. um – willen Gen.


abseits Gen. dank Gen./Dat. inmitten Gen. ungeachtet Gen.
abzüglich Gen./Dat. diesseits Gen. innerhalb Gen./Dat. unter Dat./Akk.
an Dat./Akk. durch Akk. jenseits Gen. unterhalb Gen.
angesichts Gen. einschließlich Gen./Dat. kraft Gen. von Dat.
anhand Gen. entgegen Dat. längs Gen./Dat. vor Dat./Akk.
anlässlich Gen. entlang Gen./Dat./Akk. laut Gen./Dat. während Gen./Dat.
(an)statt Gen./Dat. entsprechend Dat. mangels Gen./Dat. wegen Gen./Dat.
anstelle Gen. exklusive Gen./Dat. mit Dat. wider Akk.
auf Dat./Akk. für Akk. mittels Gen./Dat. zeit Gen.
aufgrund Gen. gegen Akk. nach Dat. zu Dat.
aus Dat. gegenüber Dat. neben Dat./Akk. zufolge Gen./Dat.
ausschließlich Gen./Dat. gemäß Dat. oberhalb Gen. zuliebe Dat.
außer Dat. halber Gen. ohne Akk. zu(un)gunsten Gen.
außerhalb Gen./Dat. hinsichtlich Gen./Dat. seit Dat. zuzüglich Gen./Dat.
bei Dat. hinter Dat./Akk. trotz Gen./Dat. zwischen Dat./Akk.
bezüglich Gen./Dat. in Dat./Akk. über Dat./Akk.
binnen Gen./Dat. infolge Gen. um Akk.

Präpositionen mit unterschiedlicher Rektion

lokal: mit Dativ (Ort, wo?) Das Bild hängt an der Wand. an, auf, hinter, in, neben, über,
mit Akkusativ (Richtung, wo- Sie hängt das Bild an die Wand. unter, vor, zwischen.
hin?)

lokal: mit Dativ ab unserem Werk; ab.


temporal: mit Dativ oder Akkusativ ab erstem/ersten Juli;

im Allgemeinen mit Genitiv; abzüglich der bezahlten Kosten; abzüglich, zuzüglich, ausschließ-
mit Dativ, wenn Wortformen nicht als abzüglich Steuerfreibeträgen; lich, einschließlich, außerhalb,
Genitiv erkennbar sind oder die während Herrn Meiers langem innerhalb, mangels, mittels, trotz,
Präpositionalgruppe einen weiteren Vortrag. während, wegen.
Genitiv enthält.
Die Präpositionen 64
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

– Präpositionen, die den gleichen Fall regieren, können Sie suchte in und unter dem Schrank. Vor, hinter und
gereiht und auf ein Substantiv oder Pronomen bezogen neben dem Minister drängten sich die Reporter.
werden. Diesseits und jenseits der Grenze herrschte reger Ver-
kehr.
– Bei unterschiedlicher Rektion wählt man den Fall der Kommt ihr mit oder ohne (+ Akk.) Kinder?
zuletzt stehenden Präposition. Sie kommen teils ohne, teils mit (+Dat.) Kindern.

Die Stellung der Präposition

– Die meisten Präpositionen stehen vor dem regierten für mich, nach Feierabend, im Auto;
Wort.
– Einige Präpositionen können vor oder hinter dem regier- wegen der Kinder/der Kinder wegen, nach meiner
ten Wort stehen. Meinung/meiner Meinung nach, entlang dem Fluss/
des Flusses (Dativ/Gen.)/den Fluss entlang (Akk.);
– Einige wenige Präpositionen werden nur nachgestellt; dem Pressesprecher zufolge, der Wahrheit halber;
»Doppelpräpositionen« umschließen das regierte um des lieben Friedens willen, von morgen an.
Element.

Verschmelzung von Präposition und Artikel

– Einige Präpositionen können mit Formen des Artikels zu an/in + dem → am/im, bei + dem → beim, an/
einer Wortform verschmelzen. in + das → ans/ins, von + dem → vom, zu + dem/
der → zum/zur;
– In vielen Fügungen und festen Wendungen sind nur die am schönsten sein, zum Tanzen auffordern, im Juli
verschmolzenen Formen möglich. beginnen, aufs Ganze gehen, hinters Licht führen.
65 Die Konjunktionen

Die Konjunktionen (Bindewörter)


Konjunktionen gehören zu den unveränderlichen Wörtern. Sie verbinden Sätze und Teile von Sätzen mit-
einander. Es gibt nebenordnende Konjunktionen (und, oder, aber, denn) und unterordnende Konjunktio-
nen (weil, obwohl, dass, ob). Konjunktionen stellen eine bestimmte inhaltliche Beziehung zwischen den
verbundenen Sätzen bzw. Satzteilen her. Neben einfachen Konjunktionen wie oder, aber, ob gibt es mehr-
teilige wie z. B. sowohl – als auch, entweder – oder.

Nebenordnende Konjunktionen (s. o.) verbinden:


– gleichrangige Haupt- und Nebensätze; Es klingelte an der Tür, aber sie machte nicht auf.
Wir hoffen, dass es dir gut geht und (dass) dir der
Aufenthalt gefällt.
– Wortgruppen; Sowohl in Rom als auch in Paris; durch List oder durch
Gewalt;
– Wörter; auf und ab; arm, aber glücklich; rechts oder links;
– Wortteile. West- und Osteuropa; be- oder entladen.
Zu den nebenordnenden Konjunktionen gehören als und wie, Er ist ein besserer Schüler als sein Freund.
wenn sie bei den Vergleichsformen des Adjektivs stehen. Heute ist das Wetter nicht so schön wie gestern.

Unterordnende Konjunktionen:
– Unterordnende Konjunktionen wie dass, weil, nachdem, Er konnte nicht glauben, dass das schon die Ent-
bis schließen immer einen Nebensatz an einen überge- scheidung gewesen sein sollte. Es dauerte lange,
ordneten Satz (meist Hauptsatz) an; bis das nächste Tor fiel.
– um zu, ohne zu, (an)statt zu leiten Nebensätze ein, Die Mannschaft kämpfte, um das Spiel herum-
in denen das Verb im Infinitiv steht. zureißen. Sie kämpfte, ohne zum Erfolg zu kommen.

Bei den nebenordnen- Reihung, Zusammenfassung: und, (so)wie, sowohl – als/wie, sowohl – als auch/
den Konjunktionen wie auch;
unterscheidet man vier verschiedene Möglichkeiten: oder, entweder – oder, bzw. (= beziehungsweise);
Bedeutungsgruppen:
Gegensatz, Einschränkung: aber, (je)doch, allein, sondern;
Grund: denn.
Die wichtigsten Zeit (temporal): als, nachdem, bis, während, ehe, bevor, sobald, solange,
Bedeutungsgruppen der wenn;
unterordnenden Grund (kausal): weil, da, zumal;
Konjunktionen sind:
Zweck (final): damit, dass, um zu;
Bedingung (konditional): wenn, falls, sofern, soweit;
Gegensatz (konzessiv): obwohl, obgleich, obschon, wenn auch;
Art und Weise (modal): indem, wie, als ob, ohne dass;
ohne eigene Bedeutung: dass, ob.

Die Interjektionen (Ausrufe-, Empfindungswörter)


Interjektionen stellen eigene, selbstständige Äußerungen dar und stehen im Satz isoliert. Sie kommen vor
allem in gesprochener Sprache vor und drücken oft eine Empfindung oder eine Haltung des Sprechers aus
( berraschung, Freude, berlegen, Zögern, Schreck). Man unterscheidet:

– Empfindungswörter; ach, ah, au, hurra, igitt, oh;


– Aufforderungswörter; hallo, he, heda, tschüs, dalli, hü, pst;
– Lautnachahmungen; haha, hatschi, miau, kikeriki, peng, klirr;
– Gesprächswörter; hm, ja, aha, genau, richtig, bitte?, was?;
– Antwortpartikel. ja, nein.
Der Satz 66
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Der Satz
Sätze sind selbstständige sprachliche Einheiten, aus denen Texte bestehen. Nach Form und Äußerungs-
absicht unterscheidet man:

Aussagesätze:
In Aussagesätzen steht die Personalform des Verbs an Wir fahren heute Nachmittag nach Frankfurt.
zweiter Stelle. Stephan kommt heute aus Rostock zurück.
Das ist ja toll!
Fragesätze:
– Entscheidungsfragen (Antwort: ja/nein) beginnen mit Fährst du zum Zoo? Kann ich auch mitkommen?
der Personalform des Verbs;
– Ergänzungsfragen (Antwort: Einzelheiten zu einem Womit fahrt ihr denn? ber wen sprecht ihr?
Sachverhalt) beginnen mit einem Fragewort.

Aufforderungssätze:
– Sie beginnen mit der Befehlsform (Imperativ) des Verbs. Fahr doch endlich! Seid möglichst pünktlich!
– Siezt der Sprecher die angesprochene Person oder be- Seien Sie unbesorgt! Seien wir doch ganz ehrlich!
zieht er sich in die Aufforderung mit ein, steht das Verb
im Konjunktiv I Präsens.
– Bei allgemeinen Aufforderungen steht das Verb meist im Vor Gebrauch schütteln!
Infinitiv.

Gesamtsatz und Teilsatz


Der Sprecher kann in einfachen Sätzen (Einzelsätzen) oder aber in zusammengesetzten Sätzen sprechen,
wenn er komplizierte Zusammenhänge (z. B. Begründung für ein Geschehen) ausdrücken will. Diese
Gesamtsätze bestehen aus Teilsätzen (Hauptsatz und Nebensatz [Gliedsatz]).

Nebensätze sind durch Wörter wie weil, als, nachdem an a) Er kam nach Mannheim zurück,
einen anderen Satz gebunden oder gefügt; die gebeugte nachdem er drei Wochen in Rom gewesen war.
Form des Verbs (Personalform) steht am Satzende. Sie b) Nachdem er drei Wochen in Rom gewesen war,
können nicht ohne den Hauptsatz, an den sie gebunden kam er nach Mannheim zurück.
sind, gebraucht werden. Der Nebensatz kann dem Haupt- c) Er kam, nachdem er drei Wochen in Rom gewesen
satz nachgestellt (a), vorangestellt (b) oder in ihn ein- war, nach Mannheim zurück.
geschoben sein (c).

Bauteile des Satzes


Ein Satz besteht aus Bauteilen (Satzgliedern), die in bestimmter Weise zusammengefügt sind. Die Satz-
glieder kann man mit der Verschiebeprobe oder der Umstellprobe ermitteln. Satzglieder sind in der Regel
diejenigen Teile des Satzes, die man innerhalb des (Aussage)satzes als selbstständige Teile oder Blöcke
verschieben kann. Sie sind mit Wörtern und Wortgruppen austauschbar, die im Satz an derselben Satz-
gliedstelle gebraucht werden können (Ersatzprobe). Sie bestehen aus Einzelwörtern oder Wortgruppen.

Verschiebeprobe: Nach einer Weile kommt Pauls Schwester.


Pauls Schwester kommt nach einer Weile.
Ersatzprobe:
Die Ersatzprobe zeigt, dass ein Satzglied immer nur durch Pauls Schwester kommt nach einer Weile.
ein Satzglied der gleichen Art ersetzt werden kann. Elke kommt später.
Sie kommt in einer Stunde.
67 Der Satz

Die Satzaussage (Prädikat)


Der Satzteil, der durch die Personalform des Verbs vertreten wird und bei der Verschiebeprobe seinen
festen Platz behält, heißt Satzaussage (Prädikat). In der Prädikatsrolle stehen Verben, die nach Person und
Zahl mit dem Satzgegenstand (Subjekt) übereinstimmen (grammatische Kongruenz). Die Personalform
des Verbs drückt aus, was in der Prädikatsrolle geschieht (geschehen ist/wird/soll etc.), was jemand tut.

Personalform Restform
(Infinitive/Verbzusatz)
Das Prädikat kann einteilig oder mehrteilig sein. hilft –
Ò hat Ò ------------------------

------------------------
Ò geholfen.
Peter
Ò will
pflegt
Ò seinem Vater
------------------------ Ò helfen.
zu helfen.
------------------------

Ò hilft
Ò Ò aus.

Der Satzgegenstand (Subjekt)


Mit dem Prädikat wird etwas über denjenigen Teil des Satzes ausgesagt, der auf die Frage wer?/was?
antwortet. Die Wer?/Was?-Rolle heißt Satzgegenstand (Subjekt).

Das Subjekt kann aus einem Nomen, Pronomen oder Der Lehrer/Er/Sie/Man
einer Substantivgruppe bestehen. Ein erkälteter Mensch Ò
Ein Mensch, der Schnupfen hat, niest.
Der Leiter der Schule
Jeder in der Klasse
Ò
Das Subjekt kann auch aus einem ganzen Satz beste-
hen (Subjektsatz).
Ob sie kommt/Dass sie kommt, Ò
Wann sie kommt, interessiert uns nicht.
Wen sie besuchen will,
ÒÒ
Das Prädikat und seine Ergänzungen
Die Satzglieder, die Subjekt und Prädikat zu einem Satz vervollständigen, nennt man Ergänzungen.
Grundsätzlich hängt es vom Verb ab, wie viele und welche Ergänzungen nötig sind, damit ein vollständi-
ger Satz entsteht. Verben ohne Ergänzungen nennt man absolute Verben, Verben mit einer oder mehreren
Ergänzungen nennt man relative Verben, Verben mit Akkusativergänzung nennt man transitiv, alle ande-
ren intransitiv.

Akkusativobjekt
(Fragewort: wen?/was?):
Als Akkusativobjekt kommen vor allem Substantiv- Der Junge ruft den Hund/die Kinder/ihn.
gruppen und Pronomen vor, bei bestimmten Verben Ich weiß, dass er teilnimmt/was los ist.
auch Nebensätze. Einige subjektlose Verben können Mich friert. Es ekelt ihn.
nur mit einem »persönlichen« Akkusativobjekt stehen.

Dativobjekt
(Fragewort: wem?):
Als Dativobjekt kommen fast nur Substantivgruppen Sie hilft ihrem Freund/den wilden Tieren/ihm.
und Pronomen vor.
Der Satz 68
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Dativ- und Akkusativobjekt:


Das Akkusativobjekt ist in einem Satz mit mehreren
Frank das Buch.
Ergänzungen notwendiger Bestandteil. In Sätzen mit
Akkusativ- und Dativobjekt kann mitunter auf das
Dativobjekt verzichtet werden.
Peter zeigt (wem?)
Ò dem Vater
ihm/ihr
(was?)
Ò
--------------------
das Bild.
den Bären.
--------------------

Genitivobjekt
Ò seiner Klasse
Ò Berlin.

(Fragewort: wessen?):
Nur wenige Verben stehen mit einem Genitivobjekt. Wir gedenken unserer Verstorbenen/seiner.
Als Genitivobjekt kommen Substantivgruppen und Sie enthielt sich eines Urteils.
Pronomen vor, selten auch Nebensätze (Infinitiv- Er befleißigt sich liebenswürdig zu sein.
sätze).

Präpositionalobjekt
(Präposition + Fragewort):
Als Präpositionalobjekt kommen vor allem Die Spieler warten auf den Anpfiff.
Präpositionalgruppen und Pronominaladverbien Er begnügt sich damit, dass er schweigt. Können wir uns
vor. Bei einigen Verben steht es dem Sprecher frei, darauf verlassen?
ob er das Objekt mit oder ohne Präposition anschlie- Er beginnt mit der Arbeit/die Arbeit.
ßen will. Sie vertraut auf ihn/ihm.

Prädikativ
(prädikativer Nominativ, prädikativer Akkusativ, Lena ist (bleibt/wird ...) Vorsitzende. Lena nennt den Vorsit-
Adjektivwortgruppen) (Fragewort: was?): zenden einen klugen Mann. Lena ist sehr nett.
Adverbiale Ergänzungen:
– Raumergänzungen (Fragewort: wo?, wohin?, Sein Onkel wohnt in Bremen/fährt nach Hamburg/kommt
woher?); aus München.
– Zeitergänzungen (Fragewort: wann?); Das Unglück geschah frühmorgens.
– Artergänzungen (Fragewort: wie?). Die Lage ist ernst.

Angaben (Umstandsangaben/adverbiale Bestimmungen)


Die Sprechenden können in einen Satz, in dem alle notwendigen Rollen besetzt sind, zusätzlich Angaben
einfügen, die das Verb oder den ganzen Satz genauer bestimmen. Im Gegensatz zu den adverbialen Er-
gänzungen, die vom Verb gefordert werden und notwendige Satzglieder sind, handelt es sich bei den ad-
verbialen Angaben um freie Satzglieder. Man unterscheidet vier Hauptgruppen von Angaben:

Raum- Ort wo? Sie traf ihn auf dem Markt.


angaben Richtung wohin? Sie verschwand ins Freie.
Herkunft woher? Er kam aus der Dunkelheit zurück.
Entfernung wie weit? Er ist den ganzen Weg zu Fuß gegangen.

Zeit- Zeitpunkt wann? Eines Tages stand sie einfach vor der Tür.
angaben Wiederholung wie oft? Er läuft jeden Tag diese Strecke.
Erstreckung wie lang?/seit/bis wann? Sie arbeitet ein ganzes Jahr/seit einem Jahr/
bis 16 Uhr.
69 Der Satz

Angaben Grund/Ursache warum? Er tötete sie aus Eifersucht. Er starb an seinen


des Verletzungen.
Grundes Bedingung in welchem Fall?/unter Bei Regen/Unter diesen Umständen kommt sie
welcher Bedingung? nicht.
Folge mit welcher Folge?/ Er weinte zum Steinerweichen.
mit welchem Ergebnis?
Folgerung aufgrund welcher Angesichts des Wetters gehen wir nicht. Bei sei-
Prämisse? nem Einkommen kann er sich das leisten.
Zweck wozu?/in welcher Wir fahren zur Erholung ans Meer.
Absicht?
(wirkungsloser) mit welcher Einräu- Trotz/Ungeachtet des Regens kam er.
Gegengrund mung?/trotz welchen
Umstands?

Angaben Beschaffenheit wie? Wir gingen sehenden Auges ins Unglück.


der Art und Quantität wie viel? Otto arbeitet genug/zu wenig.
Weise Grad/Intensität wie sehr? Er peinigt mich bis aufs Blut.
graduelle Differenz um wie viel? Der Index ist um fünf Punkte gestiegen.
stoffliche Beschaf- woraus? Sie schnitzt aus Holz eine Figur.
fenheit
Mittel/Werkzeug womit/wodurch? Er schneidet das Brot mit dem Messer.
Begleitung mit wem? Sie fährt mit ihrem Mann nach Hamburg.

Die Wortstellung
Die Bedeutung eines Satzes ergibt sich aus seinen einzelnen Teilen und ihrer Anordnung (Wortstellung).
Damit ist nicht die Stellung einzelner Wörter, sondern die Satzgliedstellung und die Stellung des Prädikats
gemeint.

Im Unterschied zu anderen Sprachen hat das Deutsche eine Heute liefert die Spedition die neuen Möbel an.
relativ freie Wortstellung. Die Spedition liefert heute die neuen Möbel an.
Die Spedition liefert die neuen Möbel heute an.

Die Stellung des Prädikats und die Satzklammer


Im einfachen Aussagesatz steht als zweites Satzglied die Personalform (finite Form) des Verbs. Ändert
man die Zweitstellung der Personalform des Verbs im Satz, verändert sich auch die Satzart.

Fragesatz Aussagesatz Gliedsatz


Aufforderungssatz

Spitzenstellung Kommt Elke später?


Komm später, Elke!

Zweitstellung Elke kommt später.

Endstellung (Ich vermute,) dass Elke


später kommt.

Man nennt die auseinandertretenden Prädikatsteile die Ist sie heute wieder nicht erschienen?
Satzklammer (Verbklammer). In den Nebensätzen ... weil sie heute wieder nicht erschienen ist.
besteht sie aus der einleitenden Konjunktion und dem
Prädikat.
Der Satz 70
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Nebensätze
Nebensätze sind Sätze, die einen Satzteil eines anderen Satzes vertreten. Sie können nicht für sich allein
stehen, sind dem Hauptsatz untergeordnet und bilden mit ihm zusammen eine Äußerung. Nach der
Form (abhängend vom Einleitungswort des Nebensatzes) unterscheidet man Konjunktionalsätze, Rela-
tivsätze, indirekte Fragesätze und Infinitiv- und Partizipialsätze. Je nachdem, welchen Teil des Hauptsat-
zes die Nebensätze vertreten, unterscheidet man Subjekt- und Objektsätze, Adverbialsätze und Attribut-
sätze.

Konjunktionalsätze, Relativsätze, Fragesätze, Infinitiv- und Partizipialsätze

– Konjunktionalsatz (Einleitungswort: Konjunktion); Es ist nicht sicher, ob er spielen kann.


– Relativsatz (Einleitungswort: Relativpronomen); Siehst du die Frau, die dort arbeitet?
– indirekter Fragesatz, w -Satz (Einleitungswort: w -Wort); Ich habe alles gesagt, was ich weiß. Weiß jemand, wo die
Küche ist?
– Infinitivsatz; Vater werden ist nicht schwer. Ich freue mich, euch
wiederzusehen.
– Partizipialsatz. Vor Anstrengung keuchend konnte er nichts sagen.

Subjekt- und Objektsätze


Diese stehen anstelle eines notwendigen Satzgliedes im Hauptsatz. Am häufigsten kommen Objektsätze
anstelle eines Akkusativobjekts vor.

– Subjekt (wer oder was?); Dass du mich besuchen willst, freut mich. Ob er kommt,
ist völlig ungewiss.
– Akkusativobjekt (wen oder was?); Er sagt, dass er krank sei. Ich weiß, wo sie wohnt.
Sie beschloss, eine Pause zu machen. Er sagte, Peter
sei krank. Ich glaube, sie wohnt in Berlin.
– Genitivobjekt (wessen?); Peter rühmt sich, dass er unschlagbar sei. Peter rühmt
sich unschlagbar zu sein.
– Dativobjekt (wem?); Sie hilft nur, wem sie helfen will.
– Präpositionalobjekt; Er kümmert sich darum, dass nichts verloren geht.
– Prädikativ. Peter ist [das], was er schon immer war.

Adverbialsätze
Ein Adverbialsatz liegt vor, wenn eine Adverbialbestimmung in Form eines Satzes auftritt. Man unter-
scheidet:

Temporalsätze:
Zeitform des Verbs und bestimmte Konjunktionen zeigen
an, ob das Geschehen des Nebensatzes
– vor dem Hauptsatzgeschehen liegt (Vorzeitigkeit: nach- Nachdem sie die Bestellung zusammengestellt hat,
dem, als, seit[dem] ); füllt sie den Lieferschein aus.
– parallel zum Hauptsatzgeschehen abläuft (Gleichzeitig- Als er das Fenster öffnete, verursachte er einen
keit: als, während, wenn, wie, sobald, solange ); gewaltigen Durchzug.
– nach dem Hauptsatzgeschehen abläuft (Nachzeitigkeit: Bevor wir verreisen, müssen wir noch manches
bevor, ehe, bis ). erledigen.
71 Der Satz

Kausalsätze (Begründungssätze):
– Kausalsätze werden mit weil oder da eingeleitet. Sie kann nicht kommen, weil sie keine Zeit hat.
Da er verreist war, konnte er nicht kommen.

Konditionalsätze (Bedingungssätze):
– Konditionalsätze werden vor allem mit wenn und falls Wenn das wahr ist, dann müssen wir uns beeilen.
eingeleitet. Falls die Tür geschlossen ist, geh durch den Hof.

Konzessivsätze (Einräumungssätze):
– Konzessivsätze werden mit obwohl, obgleich, obschon, Obwohl/Obgleich er nur wenig Zeit hatte, kam er.
wenn auch eingeleitet. Sie geht ins Büro, obwohl/obgleich sie krank ist.

Konsekutivsätze (Folgesätze):
– Konsekutivsätze stehen immer hinter dem Hauptsatz; Sie sangen, dass sie heiser wurden. Die Sonne blendete
einleitende Konjunktion ist vor allem (so)dass. ihn, sodass er nichts sah.

Finalsätze (Absichtssätze):
– Finalsätze werden meist mit damit oder um zu + Infini- Er beeilte sich, damit er pünktlich war.
tiv eingeleitet.

Modalsätze:
– Modalsätze sind Nebensätze, die die Art und Weise, Er begrüßte ihn, indem er sich verbeugte. Sie machte
auch das Mittel oder die Begleitumstände einer Hand- sich bemerkbar, indem (dadurch, dass) sie schrie.
lung erläutern; die typische Konjunktion ist indem. Zu Er ist so groß, wie sein Vater ist.
den Modalsätzen zählen auch Vergleichssätze.

Attributsätze
Ein Attributsatz ist ein Nebensatz, der nicht ein ganzes Satzglied, sondern nur einen Teil, und zwar ein
Attribut (Beifügung), vertritt.

Relativsatz:
Der Relativsatz ist die wichtigste Form des Attributsatzes; Ich der (Subjekt) dort steht.
er wird durch ein Relativpronomen eingeleitet, das in
Geschlecht und Zahl mit der Beifügung des Hauptsatzes
übereinstimmt und sich im Fall (Kasus) nach dem Verb des
kenne
den Ò dem (Dativergänzung) Gaby gerade zulächelt.
den (Akkusativergänzung) du mir gezeigt hast.
Mann
Relativsatzes richtet; der Relativsatz steht unmittelbar
hinter dem Bezugswort.
nicht,
Ò mit dem (Präpositionalergänzung) Eva spricht.

Wir wollten unsere Lehrerin besuchen, die aber nicht


Manche Relativsätze drücken einen neuen Gedanken aus,
der sich auf den gesamten im Hauptsatz genannten Sach- zu Hause war. Ich komme aus der Stadt, wo ich Zeuge
verhalt bezieht (weiterführender Relativsatz). eines Unglücks gewesen bin.

Andere Arten des Attributsatzes:


– legen den Inhalt des Bezugswortes dar; Bezugswort ist Mein Entschluss, das Spiel abzubrechen, stand fest.
oft eine Substantivbildung von einem Verb. Die Vermutung lag nahe, dass der Spion zu den engsten
Mitarbeitern des Ministers gehörte. Ihre Behauptung,
sie sei zu Hause gewesen, trifft nicht zu.
Der Satz 72
Kurze Grammatik der deutschen Sprache

Die Verknüpfung von Sätzen


Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Satzverknüpfung: die nebenordnende und die unter-
ordnende.

– Nebenordnung; Ich wollte gehen, da schaltete die Ampel auf Rot.


Sie war krank, deswegen konnte sie nicht kommen.
– Unterordnung. Ich bin gegangen, als die Ampel auf Rot schaltete.
Weil sie krank war, konnte sie nicht kommen.

Satzreihe:
Eine Satzreihe besteht aus zwei oder mehreren Haupt- Am Sonntag fuhren wir nach Frankfurt, denn wir woll-
sätzen. ten zum Flughafen. Wir kamen um 15 Uhr an und
gerade landete die Maschine aus München. Vertrauen
ist gut, Kontrolle ist besser.
– Satzteile, die den aneinandergereihten Sätzen gemein- Er geht auf das Gymnasium und sein Bruder geht auf
sam sind, können im angeschlossenen Satz (manchmal die Realschule. – Er geht auf das Gymnasium und sein
auch im ersten Satz) weggelassen werden. Bruder auf die Realschule.

Satzgefüge:
Ein Satzgefüge besteht aus einem Hauptsatz und mindes- Am Sonntag fuhren wir nach Frankfurt, weil wir zum
tens einem Nebensatz. Flughafen wollten.
– Kommen mehrere Nebensätze im Satzgefüge vor, kann Der Fahrer des Unfallwagens hatte zu spät gebremst,
es verschiedene Stufen und Grade der Unterordnung weil er glaubte, dass er Vorfahrt vor dem Wagen,
geben. der von links kam, hätte.
– Dem Hauptsatz können auch zwei oder mehrere gleich- Sie ging nach Hause, weil es schon spät war und weil
rangige Nebensätze untergeordnet sein. sie noch zu tun hatte.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten der Stellung von Nebensätzen im Verhältnis zum Hauptsatz:

– vorangestellt; Wer einmal hier gewesen ist, kommt immer wieder.


– nachgestellt; Ich will wissen, was hier gespielt wird.
– eingeschoben. Die Platte, die du mir geschenkt hast, gefällt mir.
73

Sprache in Zahlen

Sprachliche Rekorde und Phänomene


Aus wie vielen Buchstaben besteht das längste deutsche Wort? Wie umfangreich ist der deutsche Wort-
schatz? Und welcher Buchstabe kommt eigentlich am häufigsten in deutschen Wörtern vor?
Die Dudenredaktion erreichen seit vielen Jahren Fragen nach dem längsten Wort, dem Umfang des
deutschen Wortschatzes, nach den häufigsten Wörtern oder Buchstaben im Deutschen.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die Entwicklung der deutschen Sprache und ihre Beson-
derheiten. Weil sich Sprache immer in einem lebendigen, kreativen Prozess entwickelt, ist oft mehr als
eine Antwort möglich.

Die Grundlage der Zahlen: Duden-Universalwörterbuch und Dudenkorpus


Wie werden Sprachrekorde und Phänomene ermittelt, die als repräsentativ für »die deutsche Sprache«
angesehen werden können?
Bislang gibt es die »eine« deutsche Text- bzw. Sprachbasis zur Erforschung der deutschen Sprache
nicht. Doch dank großer elektronischer Textdatenbanken und moderner computerlinguistischer Metho-
den in der Wörterbucharbeit sind Antworten als Momentaufnahmen heute recht zuverlässig möglich.
Die hier vorliegenden Grafiken und Tabellen resultieren aus Untersuchungen der Dudenredaktion auf
der Basis ihrer eigenen Datenbanken: Eine Datenbank stellt das vorliegende Werk, das Universalwörter-
buch, selbst dar. Es verzeichnet in dieser Auflage rund 140 000 Stichwörter. Die zweite Datenbank ist das
Dudenkorpus. Das ist eine elektronische Volltextdatenbank, die seit 1995 existiert, ständig erweitert wird
und inzwischen mehr als 5,2 Milliarden Wortformen (Stand Juni 2019) umfasst. Das Dudenkorpus ent-
hält sehr große Mengen journalistischer und belletristischer Texte sowie Sach-, Fach- und Gebrauchs-
texte in elektronischer Form. Für die Suche nach neuen Wörtern »durchkämmt« die Redaktion das Kor-
pus mithilfe von Computerprogrammen auf bislang unbekannte Wörter. Wenn diese in einer gewissen
Häufung und einer bestimmten Streuung über verschiedene Texte hinweg erscheinen, werden sie zu Neu-
aufnahmekandidaten für die Wörterbücher.

Grundformen (Stichwörter) und Wortformen


Das Universalwörterbuch selbst und das Dudenkorpus bilden also die Grundlagen für die Rekorde und
Phänomene, die hier präsentiert werden.
Wichtig für die Interpretation der Zahlen ist die Unterscheidung in Grundformen und Wortformen: Im
Dudenkorpus sind sowohl Wortformen, wie sie in einem normalen Text (Fließtext) vorkommen, als auch
ihre Grundform enthalten.
Eine Wortform ist ein Wort genau so, wie es in einem Fließtext vorkommt; je nach Wortart steht es dort
entweder in der Grundform oder in einer grammatisch angepassten Wortform. Der Satz Sie wählte den
schnellsten Weg beispielsweise besteht aus den Wortformen »Sie«, »wählte«, »den«, »schnellsten« und
»Weg«.
Die Grundform eines Wortes ist z. B. bei Verben der Infinitiv, bei Substantiven, Adjektiven und Artikeln
normalerweise der Nominativ Singular, bei Adjektiven zudem die nicht gesteigerte Form. Die Grundfor-
men zu dem oben angeführten Beispiel lauten also »sie«, »wählen«, »der«, »schnell«, »Weg«.
Der Umfang des deutschen Wortschatzes 74
Sprache in Zahlen

Wortform im Korpus Grundform im Korpus / Stichwort im Duden


Sie sie
wählte wählen
den der
schnellsten schnell
Weg Weg

Diese Grundformen sind auch die Stichwörter, die in einem Wörterbuch verzeichnet sind. Die Stichwörter
sind fett gedruckt, wie »wählen« im folgenden Stichwortartikel:
wäh|len 〈sw.V.; hat〉 . . . sie wählte den schnellsten Weg . . .

In einem Wörterbuch kommt jedes Stichwort, also die Grundform eines Wortes, normalerweise nur ein-
mal vor.
Die Wortformen hingegen können in einem Text mehrmals vorkommen, so z. B. in dem Satz:
Wer täglich das tut, was täglich getan werden muss, hat viel zu tun.
Aus wie vielen Wörtern besteht dieser Satz?
Das kommt auf die Zählweise an. Beim einfachen Zählen kommt man auf 13; zählt man hingegen nur
die verschiedenen Wörter, sind es lediglich 12, denn »täglich« kommt zweimal vor. Reduziert man aber
alle Wörter auf ihre Grundform und zählt nur diese, dann lautet das Ergebnis 10, denn die Grundform »tun«
kommt dreimal (in den Wortformen »tut«, »getan«, »tun«) vor.
Wenn es in diesem Kapitel um Wortformen und Grundformen geht, ist mit Wortformen immer die erste
Zählweise (13), mit Grundformen immer die letzte Zählweise (10) gemeint.

Der Umfang des deutschen Wortschatzes


Wie umfangreich ist der aktuelle deutsche Wortschatz? Wie viele Wörter benutzt ein deutscher Durch-
schnittssprecher?
Der Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache wird im Allgemeinen zwischen 300 000 und
500 000 Wörtern (Grundformen) angesetzt. Ein deutscher Durchschnittssprecher benutzt etwa 12 000 bis
16 000 Wörter, darunter sind rund 3 500 Fremdwörter. Verstehen kann er aber sehr viel mehr: Mit mindes-
tens 50 000 Wörtern ist sein passiver Wortschatz um ein Vielfaches größer.
Diese Zahlen kann man allerdings nur schätzen: Weil Wörter neu gebildet und aus anderen Sprachen
entlehnt werden, verändern sich die Angaben ständig. So wächst der deutsche Wortschatz kontinuierlich
und er wird beispielsweise in Literatur-, Medien- und Wissenschaftssprache stetig ausgebaut. Aber auch
Situations- oder Gelegenheitsbildungen, wie etwa »Parkplatzglück« in dem Satz Mit etwas Parkplatzglück
können Sie Ihr Auto in den Parkbuchten vor unserem Restaurant kostenfrei abstellen, machen exakte An-
gaben über den Umfang unmöglich.
Schwierig zu entscheiden ist, welche fachsprachlichen Begriffe noch zum Umfang des Wortschatzes
der Gegenwartssprache gerechnet werden. »Bypass« aus der medizinischen Fachsprache ist noch relativ
allgemein bekannt, wie sieht es hingegen mit »Kryästhesie« (Kälteempfinden) aus? Und in welchem Um-
fang werden mundartliche Ausdrücke berücksichtigt? Die »Gaudi« ist auch außerhalb Bayerns geläufig,
was aber ist mit »Schmicke«, dem in der Eifel verwendeten Wort für Peitsche?
Da es die deutsche Sprache schon seit mehreren Jahrhunderten gibt, stellt sich ebenfalls die Frage, ob
aus dem Gebrauch verschwundene Begriffe wie »Bdellometer« (Gerät zum medizinischen Schröpfen) bei
einer Umfangzählung noch eine Rolle spielen sollen.
75 Die häufigsten Wörter in deutschsprachigen Texten

Das Universalwörterbuch in der vorliegenden, aktuellen 9. Auflage enthält rund 140 000 Stichwörter
(Grundformen), das »Deutsche Wörterbuch« (1852–1971) von Jacob und Wilhelm Grimm hingegen etwa
350 000, viele davon sind aber längst nicht mehr in Gebrauch. Das Dudenkorpus hat nach heutigem Stand
(Juni 2019) einen Umfang von rund 17,4 Millionen unterschiedlichen Wörtern (Grundformen).
Wie erklärt sich diese enorme Diskrepanz zwischen Wörterbuch und Korpus?
Sehr viele Wörter im Dudenkorpus kommen nur einmal bzw. wenige Male vor und sind wegen man-
gelnder Häufigkeit keine Aufnahmekandidaten für ein Wörterbuch.
Es handelt sich dabei oft um Namen oder mehrteilige Zusammensetzungen, z. B. »Vampirdarstellerin«
oder »Vogelschutzgutachten«. Deren Bedeutung erschließt sich aus den einzelnen Bestandteilen, die
möglichst lückenlos in einem Wörterbuch verzeichnet sein sollten. Die vielfältigen Zusammensetzungen
jedoch, die im Deutschen möglich sind, können – schon aus Platzgründen – niemals vollständig in einem
gedruckten Wörterbuch abgebildet werden.

Die häufigsten Wörter in deutschsprachigen Texten


Von den rund 17,4 Millionen unterschiedlichen Wörtern (Grundformen), die im Dudenkorpus enthalten
sind, kommen die folgenden am häufigsten vor:

Rang Wort Rang Wort Rang Wort

1. der, die, das 18. auch 37. noch


[bestimmter Artikel] 19. er 38. über
2. in 20. als 39. nur
3. sein 21. bei 40. vor
4. und 22. aus 41. sagen
5. ein 23. sie 42. müssen
6. zu 24. dies 43. sollen
7. von 25. können 44. geben
8. haben 26. dass 45. man
9. werden 27. ihr 46. bis
10. mit 28. nach 47. oder
11. an 29. viel 48. all
12. für 30. wie 49. neu
13. auf 31. um 50. wollen
14. sich 32. Jahr
15. es 33. ich
16. nicht 34. aber
17. der, die, das 35. wir
[Relativpronomen] 36. so

Erstaunlicherweise machen die 100 häufigsten Wörter fast die Hälfte aller Wörter in den Texten des Du-
denkorpus aus. Mit den häufigsten 2 556 Wörtern deckt man schon 75 % der Texte ab, die restlichen 25 %
ergeben sich aus der Differenz zu den oben erwähnten rund 17,4 Millionen Grundformen. Das bedeutet
ganz allgemein formuliert: Es gibt in deutschen Texten relativ wenige Wörter, die sehr oft vorkommen,
und umgekehrt relativ viele Wörter, die sehr selten vorkommen.
Ebenfalls bemerkenswert: Unter den 70 häufigsten Wörtern tauchen nur 3 Substantive auf: »Jahr« (auf
Rang 32), »Uhr« (Rang 63) und »Euro« (Rang 65).
Die häufigsten Buchstaben in deutschen Wörtern 76
Sprache in Zahlen

Schlüsselt man die häufigsten Wörter des Dudenkorpus nach Wortarten auf, so ergeben sich diese
Rangfolgen:

Im gesamten Dudenkorpus

Rang Die Die Die Rang Die Die Die


häufigsten häufigsten häufigsten häufigsten häufigsten häufigsten
Substantive Adjektive Verben Substantive Adjektive Verben

1. Jahr neu sein 11. Million letzt. . . gehen


2. Uhr groß haben 12. Frau alt machen
3. Euro erst. . . werden 13. Stadt hoch stehen
4. Prozent viel können 14. Mann jung lassen
5. Mensch ander. . . sagen 15. Ende einig sehen
6. Tag deutsch müssen 16. Woche zweit. . . finden
7. Zeit weit sollen 17. Unter- vergangen bleiben
8. Deutsch- gut geben nehmen
land 18. Berlin lang liegen
9. Kind klein wollen 19. Foto nahe zeigen
10. Land eigen kommen 20. Ander. . . wenig dürfen

Wie die Liste der häufigsten Substantive deutlich zeigt, ist das Korpus stark durch Zeitungstexte geprägt.
Betrachtet man andere Textgattungen wie Romane oder Sach- und Fachtexte, verändert sich die Rang-
folge und es erscheinen neue Wörter in der Liste. Die folgenden Substantive, Adjektive und Verben kom-
men in deutschsprachigen Romanen am häufigsten vor:

In Romanen des Dudenkorpus

Rang Die Die Die Rang Die Die Die


häufigsten häufigsten häufigsten häufigsten häufigsten häufigsten
Substantive Adjektive Verben Substantive Adjektive Verben

1. Mann ander. . . sein 11. Vater weit machen


2. Frau klein haben 12. Kind viel geben
3. Hand groß werden 13. Haus einig lassen
4. Tag erst. . . können 14. Blick jung sollen
5. Auge gut sagen 15. Leben nahe stehen
6. Zeit alt sehen 16. Mensch gerade wissen
7. Jahr ganz müssen 17. Tür eigen fragen
8. Kopf lang wollen 18. Ander. . . spät tun
9. Gesicht letzt. . . kommen 19. Wort einzig nehmen
10. Mutter neu gehen 20. Stimme lieb hören

Die häufigsten Buchstaben in deutschen Wörtern


»e« weit vorne, gefolgt von »n«, »i« und »r«: Die folgende Grafik veranschaulicht, welche Buchstaben in
allen Wortformen des Dudenkorpus am häufigsten vorkommen. Groß- und Kleinbuchstaben sind jeweils
zusammengefasst.
77 Die längsten Wörter im Dudenkorpus

16%

14%

12%

10%

8%

6%

4%

2%

0%
e n i r t s a d h l u g m o c b f k w z p v ü ä j ö ß y x q

Vorkommenshäufigkeit

Die längsten Wörter im Dudenkorpus


»Rinderkennzeichnungsfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz«: 79 Buchsta-
ben hat das längste Wort in der elektronischen Datenbank, im Dudenkorpus, das mit einer verlässlichen
Häufigkeit vorkommt: Die vorliegende Auswertung beschränkt sich auf Wörter, die mindestens 5-mal im
Korpus erscheinen. Mit 58 Buchstaben liegt auf Platz 4 ein echter Zungenbrecher: »Llanfairpwllgwyngyll-
gogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch« ist eine Gemeinde im Süden der Insel Anglesey im Nordwes-
ten von Wales.
Individuelle, kreative Augenblicksbildungen wie »Schauspielerbetreuungsflugbuchungsstatisterielei-
tungsgastspielorganisationsspezialist« (85 Buchstaben) oder ausgeschriebene Zahlwörter, z. B. »[Das]
Neunmilliardeneinhundertzweiundneunzigmillionensechshunderteinunddreißigtausendsiebenhundert-
siebzigfache« (104 Buchstaben) hingegen kommen in der Regel nur einmal vor und sind deshalb keine
Aufnahmekandidaten für das Wörterbuch.
Die Spitzenreiter auf der Liste der längsten Wörter (Grundformen) mit mindestens 5 Vorkommen im
Dudenkorpus stammen meist aus der Rechts- und Verwaltungssprache. Diese »Bandwurmwörter«, die
aus mehreren Substantiven zusammengesetzt sind, zeigt die folgende Tabelle.

Rang Wort im Dudenkorpus Anzahl


(Grundformen, mindestens 5-mal belegt) der Buchstaben

1. Rinderkennzeichnungsfleischetikettierungsüberwachungs- 79
aufgabenübertragungsgesetz
2. Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung 67
3. Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz 63
4. Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch 58
5. Straßenentwässerungsinvestitionskostenschuldendienstumlage 55
6. Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung 51
7. Unterhaltungselektroniktelefonverarbeitungspartner 50
8. Arzneimittelversorgungswirtschaftlichkeitsgesetz 48
9. Erdachsendeckelscharnierschmiernippelkommission 47
Investitionsverwaltungsentwicklungsgesellschaft 47
Die Verteilung der Artikel (Genusangabe) im Duden-Universalwörterbuch 78
Sprache in Zahlen

Die Verteilung der Wortarten im Duden-Universalwörterbuch


Wie die Grafik zeigt, stellen die Substantive mit 72,8 % Adverbien 1,4 % Sonstige 0,8 %
die größte Gruppe der im Universalwörterbuch verzeich-
neten Stichwörter. Mit großem Abstand folgen die
Adjektive (14,1 %), dann die Verben (10,9 %). Adverbien Verben
10,9 %
machen lediglich 1,4 % der Stichwörter aus, sonstige
Wortarten 0,8 %.
Adjektive
14,1 %

Substantive
72,8 %

Die Verteilung der Artikel (Genusangabe) im Duden-Universalwörterbuch


Vor welchen Substantiven können »der«, »die«, »das«,
also alle drei Artikel, gebraucht werden?
Mit 98,6 % wird die überwältigende Mehrheit der
deutschen Substantive von nur einem Artikel begleitet,
neutral
z. B. der Bumerang« (maskulin), »die Untersuchung« 20 %
(feminin) oder »das Gewinnspiel« (neutral). Die
Grafik zeigt, wie sie sich innerhalb der Gruppe der feminin
Substantive mit lediglich einem Artikel mengenmäßig 46 %
verteilen:
Auf 34 Substantive im Wörterbuch passen alle drei
maskulin
Artikel. Das ist ein sehr geringer Anteil von nur 0,04 %. 34 %
Hierzu zählen z. B.:
der, die oder das Joghurt
der, die oder das Spam
der, die oder das Triangel
Wenige Substantive werden ganz ohne Artikel gebraucht, z. B. »Aids«, »Allerheiligen«, »Donnerlittchen«
oder »Fernost«. Sie machen im Wörterbuch knapp 0,1 % der verzeichneten Substantive aus.
Für rund 1,3 % der Substantive sind zwei Artikel möglich, wobei einer oft nur selten, regional begrenzt
oder fachsprachlich gebraucht wird:
Maskulin/neutral ist die häufigste Kombination von Substantiven mit zwei Artikeln (71,2 %), z. B. bei
der oder das Alcopop
der oder das Barock
der oder das Virus
79 Die Verben im Duden-Universalwörterbuch

An zweiter Stelle steht die Kombination feminin/neutral (14,6 %), z. B. bei


die oder das Aerobic
die oder das Consommé
die oder das E-Mail
Mit 14,2 % steht die Kombination maskulin/feminin an letzter Stelle, z. B. bei
der oder die Appendix
der oder die Fussel
der oder die Salbei

Zusammengesetzte Substantive im Duden-Universalwörterbuch


Ein großer Teil des deutschen Wortschatzes besteht aus Zusammensetzungen (Komposita). Was im
Französischen »brosse à dents« heißt, ist auf Deutsch die »Zahnbürste«, und englischen Benennungen
wie »peace negotiations« oder »computer game« stehen im Deutschen »Friedensverhandlungen« und
»Computerspiel« gegenüber.
Insgesamt sind etwas mehr als die Hälfte aller in diesem Wörterbuch verzeichneten Substantive Zu-
sammensetzungen. Die meisten werden durch einfache Kombination der Bestandteile gebildet: Aus
»Computer« und »Spiel« wird »Computerspiel«. Oft tritt aber zwischen die Einzelwörter noch ein so-
genanntes Fugenzeichen, wie beispielsweise der zusätzliche Buchstabe »s«: Aus »Frieden«, »s« und
»Verhandlungen« wird »Friedensverhandlungen«. Andere häufige Fugenzeichen sind »n« (»Nummern-
schild«) und »en« (»Präsidentenwahl«). Umgekehrt können bei der Zusammensetzung auch bestimmte
Endbuchstaben des ersten Wortbestandteils wegfallen: Aus »Grenze« und »Bezirk« wird »Grenzbezirk«,
aus »reiten« und »Turnier« entsteht »Reitturnier«.
Bei den gut 56 000 Substantivkomposita im Universalwörterbuch finden sich die folgenden Arten der Zu-
sammensetzung:
59,3 % ohne Fugenzeichen und ohne Wegfall von Buchstaben
16,3 % mit Fugen-s
8,0 % mit Fugen-n
6,2 % mit getilgtem -en
2,3 % mit getilgtem -e
2,0 % mit getilgtem -n
5,9 % entfallen auf sonstige Bildungen.

Die Verben im Duden-Universalwörterbuch


Die deutschen Verben lassen sich nach der Art ihrer Konjugation in schwache, starke und unregelmäßige
Verben einteilen. Die schwachen Verben bilden die Vergangenheitsformen ohne Wechsel des Vokals und
in der dritten Person Präteritum mit -te, das 2. Partizip endet auf -t (»kaufen, kaufte, gekauft; informieren,
informierte, informiert«). Die starken Verben haben bei sonst gleich bleibenden Wortstämmen wech-
selnde Vokale und bilden das 2. Partizip mit ge- und -en (»laufen, lief, gelaufen«). Unregelmäßige Verben
passen nicht vollständig in eines der beiden Muster und zeigen oft noch zusätzliche Veränderungen
Die Verben im Duden-Universalwörterbuch 80
Sprache in Zahlen

(»denken, dachte, gedacht«). Einige Verben können sowohl stark als auch schwach gebeugt werden
(»glimmen, glomm, geglommen; glimmen, glimmte, geglimmt«).
Von den knapp 15 000 Verben im Universalwörterbuch sind:
76,7 % schwache Verben
17,2 % starke Verben
5,6 % unregelmäßige Verben
0,5 % starke/schwache Verben
»Haben« oder »sein«? Die deutschen Verben bilden die zusammengesetzten Zeitformen der Vergangen-
heit meistens mit dem Hilfsverb »haben« (»ich habe gelacht, hatte gelacht«), aber auch häufig mit dem
Hilfsverb »sein« (»wir sind gekommen, waren gekommen«): Rund 81,6 % der Verben in diesem Wörter-
buch bilden das Perfekt und Plusquamperfekt mit einer Form von »haben«, gut 10,4 % mit einer Form von
»sein«, rund 7,7 % können es sowohl mit »haben« als auch mit »sein« bilden.
81 a – abarbeiten
aa|len, sich 〈sw. V.; hat〉 [eigtl. = sich winden wie Aas|kä|fer, der: Käfer, der sich von Aas (1 b)
ein Aal] (ugs.): sich behaglich ausgestreckt aus- nährt. A
ruhen: sich am Strand, in der Sonne a. Aas|krä|he, die: Rabenvogel (Nebelkrähe u.
Aal|fang, der 〈o. Pl.〉: das Fangen von Aalen: die Rabenkrähe), der u. a. Aas (1 b) frisst.
Männer sind alle beim A. Aas|sei|te, die (Gerberei): Fleischseite der tieri-
aal|glatt 〈Adj.〉: 1. (selten) überaus glatt: -e Griffe. schen Haut.
˙
2. (abwertend) schwer zu fassen; fähig od. geeig- Aast, das; -[e]s, Äster (landsch.): Aas (2).
net, sich aus jeder Situation herauszuwinden: Aas|vo|gel, der: Vogel, der sich von Aas (1 b)

A ein -er Typ; mit -em Charme.


Aal|korb, der: einem Korb ähnliches Gerät zum
Aalfang.
Aal|lei|ter, die: Fischpass für Aale.
Aal|mut|ter, die 〈Pl. -n〉 [nach der Ähnlichkeit
1
ernährt.
ab 〈Präp. mit Dativ〉 [mhd. ab(e), ahd. ab(a), verw.
˙ mit griech. apó = von, ab]: 1. 〈räumlich〉 (bes.
Kaufmannsspr., Verkehrsw.) von ... an, von ...
weg: [frei] ab Werk; ab [unserem] Lager; wir
a, A [a], das; - (ugs.: -s), - (ugs.: -s) [mhd., ahd. a]: der Jungen mit jungen Aalen]: (in kalten Mee- fliegen ab allen deutschen Flughäfen. 2. 〈zeit-
1. erster Buchstabe des Alphabets: ein kleines a, ren, teilweise in großen Tiefen lebender) Fisch, lich; bei artikellosen Substantiven mit adj.
ein großes A; eine Broschüre mit praktischen der lebende Junge zur Welt bringt. Attribut gelegtl. auch mit Akk.〉 von ... an: ab
Hinweisen von A bis Z (unter alphabetisch Aal|quap|pe, die [nach dem aalförmigen Körper]: dem 35. Lebensjahr; Jugendliche ab 18 Jahren/
angeordneten Stichwörtern); R wer A sagt, 1. Rutte. 2. (bes. nordd.) Aalmutter. (auch:) Jahre; ab kommendem/(auch:) kom-
muss auch B sagen (wer etwas beginnt, muss es Aal|rau|pe, die [2. Bestandteil (in Anlehnung an menden Montag; ab Mai; ab 1990; ab heute
fortsetzen u. auch unangenehme Folgen auf sich ↑ Raupe) mhd. ruppe, rutte < mlat. rubeta < lat. [Nacht]; ab morgen wird gefastet. 3. 〈bei artikel-
nehmen); * das A und O, (seltener:) das A und rubeta = Kröte]: Rutte. losen Substantiven mit adj. Attribut gelegtl.
das O (die Hauptsache, Quintessenz, das Aal|reu|se, die: Reuse für den Aalfang. auch mit Akk.〉 bei einer Reihenfolge, Rangfolge
Wesentliche, Wichtigste, der Kernpunkt; Aal|speer, der: einem Speer ähnliches Gerät mit o. Ä.; von ... an: die Dienstgrade ab Unteroffi-
urspr. = der Anfang und das Ende, nach dem mehreren Zinken zum Aalstechen. zier; ab nächster/(auch:) nächste Ausgabe.
ersten [Alpha] und dem letzten [Omega] Buch- Aal|ste|chen, das; -s, -: das Fangen von Aalen 2
ab 〈Adv.〉 [vgl. 1 ab]: 1. weg, fort, entfernt: gleich
staben des griech. Alphabets); von A bis Z (ugs.; durch Stechen mit dem Aalspeer. ˙ hinter der Kreuzung links ab; nicht sehr weit ab
von Anfang bis Ende, ganz und gar, ohne Aus- Aal|strich, der [nach der schmalen, länglichen vom Weg liegen; die Hütte soll weit von jeder
nahme; nach dem ersten u. dem letzten Buch- Form] (Zool.): längs über die Rückenmitte ver- menschlichen Behausung ab sein; zwei Kilome-
staben des dt. Alphabets). 2. 〈das; -, -〉 (Musik) laufender dunkler Streifen im Fell von [Wildfor- ter ab [von dieser Stelle]; (Verkehrsw.:) Darm-
sechster Ton der C-Dur-Tonleiter: der Kammer- men von] Pferden, Rindern, Eseln, Ziegen u. stadt ab 7:30; Bayrischer Bahnhof ab, ab Bayri-
ton a, A. anderen Säugetieren. scher Bahnhof; (oft in Aufforderungen:) los, ab
ä, Ä [], das; - (ugs.: -s), - (ugs.: -s) [mhd. æ]: Aal|sup|pe, die: deftige, reichhaltige Suppe mit ins Bett!; (als Bühnenanweisung:) ab (geht ab,
Buchstabe, der für den Umlaut aus a steht. Stücken vom Aal u. Gemüse. soll abgehen); * ab trimo/trümo (landsch.; weg,
1
a = a-Moll; Ar. Aal|tier|chen, das: Älchen (2). ab; verschwinde! ; H. u.).2. a) herunter,
 hinunter,
2
a 〈Präp.〉 [ital. a < lat. ad = zu]: auf, mit, zu (in ital. a. a. O. = am angeführten, angegebenen Ort. nieder (gewöhnlich in militär. Kommandos):
Fügungen, z. B. a conto, a tempo). Aar, der; -[e]s, -e [mhd. ar(e), ahd. aro, daneben Gewehr ab!; Helm ab zum Gebet!; b) losgelöst,
a. = am (bei Ortsnamen, z. B. Frankfurt a. Main); mhd., ahd. arn, verw. mit griech. órnis = Vogel] abgetrennt, abgegangen: der Knopf wird bald ab
alt (schweiz.; vor Amts- u. Berufsbezeichnun- (dichter. veraltet): Adler. sein; die Farbe ist fast ganz ab. 3. * ab und zu
gen, z. B. a. Bundesrat). Aa|r|au: Hauptstadt des Kantons Aargau. Dazu: (1. gelegentlich; von Zeit zu Zeit. 2. veraltend;
a. = anno. Aa|r|au|er, der; -s, -; Aa|r|au|e|rin, die; -, -nen. [in Bezug auf eine Bewegung] weg u. wieder
A = A-Dur; Ampere; Autobahn. Aa|re, die; -: Fluss in der Schweiz. herbei; aus u. ein: die Bedienung ging ab und
Aar|gau, der; -[e]s: Schweizer Kanton. Dazu: Aar- zu); ab und an (bes. nordd.; gelegentlich; von
a- [griech. a- = nicht, un-]: verneint in Bildun- gau|er, der; -s, -; Aar|gau|e|rin, die; -, -nen. Zeit zu Zeit: er kommt ab und an mal vorbei).
gen mit Adjektiven deren Bedeutung: apoli- Aas, das; -es, -e u. Äser [im nhd. Wort sind AB [abe], der; -[s], -s, selten -: Anrufbeantworter:
tisch, asinnlich, atypisch. zusammengefallen mhd., ahd. a z = Essen, eine Nachricht auf den AB sprechen, auf dem
Speise; Futter u. mhd. a s = Fleisch # zur Fütte- AB hinterlassen.
a, A: ↑ Alpha. rung der Hunde u. Falken, Aas; beides zu ↑ essen A. B. = Augsburger Bekenntnis.
à [a] 〈Präp.〉 [frz. à < lat. ad = zu]: 1. (Kaufmanns- u. eigtl. = Essen, Fraß]: 1. a) 〈Pl. Aase〉 [verwe- Aba, die; -, -s [arab. $aba ’]: weiter, kragenloser
spr., ugs.) [das Stück] zu: zehn Marken à 45 sende] Tierleiche, Kadaver; b) 〈o. Pl.〉 Fleisch 
Mantel der Araber mit angeschnittenen
Cent. 2. nach, um (in formelhaft gebrauchten verendeter Tiere: A. fressende Tiere. 2. 〈Pl. Äser〉 Ärmeln.
frz. Fügungen, z. B. à la carte, à tout prix). (ugs. abwertend, oft als Schimpfwort) a) durch- Aba|ka [abaka], der; -[s] [span. abaca < Tagalog
Å, (früher auch:) A, ÅE = Ångström. triebener, gemeiner, niederträchtiger Mensch:  Sprache auf den Philippinen) abaká]:
(eine
n [t; urspr. auf amerik. Schreibmaschinentasta- so ein A.!; sie ist ein freches, raffiniertes, faules Manilahanf.
turen das Zeichen für »(commercial) at« = à]: A.; (mitleidig:) du armes A.!; (mit dem Unterton Aba|kus [a()baks], der; -, -se u. ...ki [lat. abacus
1. meist als trennendes Zeichen in E-Mail- widerstrebender Anerkennung:) ein tolles A.; < griech. ábax (Gen.: ábakos); H. u.]: 1. a) Re-
Adressen verwendetes Symbol. 2. in Bezug auf * ein A. auf der Bassgeige sein (salopp; chen- od. Spielbrett der Antike; b) Rechengerät,
(bes. in E-Mails, Chatrooms o. Ä.): n Schweine- ↑ Ass 2 a); kein A. (ugs.; kein Mensch, niemand: bei dem die Zahlen durch auf Stäben verschieb-
grippe: sehe ich genauso ... 3. Zeichen, das eine kein A. ist gekommen); b) widerspenstiges bare Kugeln dargestellt werden. 2. (Archit.)
einzelne Person aus einer Gruppe mehrerer [Haus]tier: das A. hat mich gebissen. obere Platte auf dem Säulenkapitell.
Adressaten adressiert (in E-Mails o. Ä.). Aas|blu|me, die: Blume mit nach Aas (1) riechen- Aba|lo|ne, die; -, -n [engl. abalone, zu gleichbed.
a. a. = ad acta. der Blüte, die Aasfliegen anzieht (z. B. Aronstab, span. (nordamerik.) abulones, Pl. von: abulón,
1
Aa [aa], das; -[s] [lautm.] (Kinderspr.): feste Stapelie u. a.). aus einer Indianerspr. des südöstl. Nordame-
menschliche Ausscheidung, Kot: Aa machen aa|sen 〈sw. V.; hat〉 [zu ↑ Aas] (landsch.): (mit etw.) rika] (Gastron.): eine essbare Meeresschnecke.
(seine große Notdurft verrichten); musst du Aa verschwenderisch umgehen: mit dem Geld, mit ab|än|der|bar 〈Adj.〉: sich abändern lassend: -e
[machen]? seinen Kräften a. ˙ Entscheidungen; a. sein. Dazu: Ab|än|der|bar-
2
Aa, die; -: Name europäischer Flüsse u. Bäche. Aa|ser: ↑ Aser. keit, die; -. ˙
AA = Auswärtiges Amt; Anonyme Alkoholiker. Aas|flie|ge, die: größere Fliege, deren Weibchen ab|än|dern 〈sw. V.; hat〉: 1. ein wenig, in Teilen
Aa|chen: Stadt in Nordrhein-Westfalen. die Eier an Aas (1) ablegt u. deren Larve von ˙ ändern: das Testament, den Antrag, Beschluss,
1
Aa|che|ner, der; -s, -: Ew. Aas lebt. das Programm a. 2. (Biol.) (durch Mutation od.
2
Aa|che|ner 〈indekl. Adj.〉: A. Printen. aas|fres|send, Aas fres|send 〈Adj.〉: sich von Umwelt) in den Artmerkmalen variieren, sich
Aa|che|ne|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ 1 Aache- Aas (1 b) ernährend: -e Tiere. wandeln: die Farben der Blüten ändern stark ab.
ner. Aas|fres|ser, der: Tier, das sich von Aas (1 b) Ab|än|de|rung, die; -, -en: das Abändern.
Aal, der; -[e]s, -e [mhd., ahd. a l; H. u.]: in Süßwas- ernährt (z. B. Hyäne). ˙Ab|än|de|rungs|an|trag, der (Parlamentsspr.):
ser u. Meer lebender, schlangenförmiger Fisch Aas|gei|er, der: 1. von Aas (1 b) lebender Geier. ˙ Antrag auf Abänderung eines Gesetzentwurfs
mit schlüpfriger Haut: A. grün (Kochkunst; 2. (ugs. abwertend) Mensch, der darauf aus ist, o. Ä.
gedünsteter Aal); A. blau (Kochkunst; gekochter, sich [am Unglück anderer] zu bereichern. Aban|don [ab ˜d˜], der; -s, -s [frz. abandon <
durch bergießen mit heißem Essigwasser blau Aas|ge|ruch, der: Geruch von Aas (1). afrz. a bandon = zur freien Verfügung] (Rechts-
verfärbter Aal); -e fangen, stechen; * glatt wie aa|sig 〈Adj.〉: 1. vom Aas (1) herrührend, faulig: spr.): (bes. bei Gesellschaftsverhältnissen, in der
ein A. sein (abwertend; nicht zu fassen sein, ein -er Hauch. 2. von Niedertracht, Infamie Seeversicherung, auch im Börsenwesen) Ver-
sich aus jeder Situation geschickt herauszuwin- erfüllt; gemein: ein -es Lächeln. 3. 〈intensivie- zicht auf ein Recht zugunsten einer Gegenleis-
den verstehen); sich [drehen und] winden, rend bei Verben u. Adjektiven〉 (landsch.) über tung.
krümmen wie ein A. (sich aus einer unan- alles Maß, sehr: es war a. kalt; a. frieren. ab|ar|bei|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch eine
genehmen, schwierigen Lage zu befreien Aas|jä|ge|rei, die; - (abwertend): unweidmänni- ˙ Arbeitsleistung nach u. nach abtragen, tilgen:
suchen). sches Jagen. Schulden, einen Vorschuss, das Essen a.;
Abarbeitung – Abbildung 82
b) durch Arbeiten erledigen; als Arbeitszeit hin- 2. 〈o. Pl.〉 Herabsetzung, Senkung: ein A. von Pri- a.; jmdn. von etw. a. lassen; ihm wurde von
A ter sich bringen: sein Pensum, die Wochentage vilegien, Rückständen, Vorurteilen; dem sozia- einem Hund ein Ohr abgebissen; du hast dir
a. 2. a) durch schwere körperliche Arbeit stark len A. (der Verschlechterung der Lebensbedin- wieder einen Fingernagel abgebissen; * einen a.
beanspruchen: du hast dir die Finger abgearbei- gungen) entgegenwirken. 3. 〈o. Pl.〉 allmähliche (landsch., bes. nordd.; ein Glas eines alkoholi-
tet; 〈oft im 2. Part.:〉 abgearbeitete Hände; völlig Beseitigung, Auflösung: der A. der Müllhalde. schen Getränks trinken; eigtl. = ein Glas abtrin-
abgearbeitet aussehen; b) durch Arbeit [mit 4. 〈o. Pl.〉 Verringerung im Bestand, in der Zahl ken).
einem Gerät] fortschaffen, beseitigen: die vor- der Personen: ein A. der Verwaltung, von Beam- ab|bei|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. (Farbe o. Ä.) mit einem
stehenden Enden a. 3. 〈a. + sich〉 längere Zeit ten, von Lehrstellen, Arbeitsplätzen, Planstel- ˙ chemischen Lösungsmittel entfernen: den alten
im bermaß arbeiten; sich abplagen: ich len. 5. 〈o. Pl.〉 (Chemie, Biol.) Zerlegung komple- Anstrich, die Farbe a. 2. mit einem chemischen
arbeite mich ab, und du schaust zu; sich an xer Moleküle, Strukturen in einfachere: A. von Lösungsmittel (von Farbe o. Ä.) befreien, reini-
einem Problem a. (sich damit abmühen). Traubenzucker, von Eiweiß, Stärke; der A. des gen: ich habe die Tür abgebeizt.
Ab|ar|bei|tung, die; -, -en: das Abarbeiten. Alkohols im Blut. 6. (Bergbau) a) 〈o. Pl.〉 Förde- Ab|beiz|mit|tel, das: Mittel zum Abbeizen.
A˙ b|art, die; -, -en (bes. Biol.): ähnliche, sich nur rung, Gewinnung von Erzen u. Mineralien im a˙ b|be|kom|men 〈st. V.; hat〉: 1. sein Teil von etw.
˙ durch wenige Merkmale unterscheidende Art; Tief- od. Tagebau: der A. von Kohle; der A. (das ˙ bekommen: [die Hälfte von] etw. a.; nichts von
Spielart; Varietät: das Tannhörnchen ist eine A. Ausbeuten 1 a) der Flöze; Kali in A. nehmen dem Erbe a. 2. a) der Einwirkung von etw. (Posi-
des Eichhörnchens. (abbauen); b) 〈Pl. -e〉 Ort des bergmännischen tivem) unterliegen: nicht genug Sonne a.;
ab|ar|tig 〈Adj.〉: 1. (häufig diskriminierend) (bes. Abbaus (6 a): ältere -e. 7. 〈o. Pl.〉 a) Rückgang b) (einen Schaden) davontragen, (etw. Nachteili-
˙ in sexueller Hinsicht) vom als normal Empfun- (von Kulturpflanzen) im Ertrag u. in der Quali- ges) hinnehmen müssen: der Wagen hat nichts
denen abweichend: -e Neigungen, Vorlieben tät, Schwund: die Weizensorte unterliegt dem abbekommen (ist nicht beschädigt worden).
haben; auf etwas a. reagieren; sich a. verhalten. A.; b) Schwund, Rückgang von Kräften: ein bio- 3. etw. fest Haftendes, fest Aufgeschraubtes o. Ä.
2. (ugs. emotional verstärkend) (auf absurde logischer A.; der körperliche A. im Alter. 8. 〈Pl. lösen: die Farbe nicht von den Fingern a.; den
Weise) unangemessen, merkwürdig: einen a. -ten〉 (landsch., bes. nordostd.) abseits der übri- Deckel nicht a.
hohen Preis für etw. verlangen. gen Gebäude liegendes Anwesen, Einzelgehöft, ab|be|ru|fen 〈st. V.; hat〉: zum Zwecke der Amts-
das zu einer größeren Siedlung gehört. ˙ enthebung od. Versetzung von seinem Posten
Die Verwendung des Wortes abartig in Bezug auf ab|bau|bar 〈Adj.〉: sich biologisch abbauen las- zurückrufen: einen Botschafter [von seinem
Menschen od. auf sexuelle Praktiken u. Verhaltens- ˙ send: leicht, schwer -e Stoffe. Dazu: Ab|bau|bar- Posten] a.;  Gott hat ihn [aus diesem Leben, in
weisen ist stark diskriminierend. keit, die; -. ˙ die Ewigkeit] abberufen (geh. verhüll.; er ist
ab|bau|en 〈sw. V.; hat〉: 1. Aufgebautes unter gestorben). Dazu: Ab|be|ru|fung, die; -, -en.
Ab|ar|tig|keit, die; -, -en: Abnormität, Widerna- ˙ Erhaltung des Materials zwecks Wiederverwen- ab|be|stel|len 〈sw. V.;˙ hat〉: 1. eine Bestellung,
˙ türlichkeit. dung in seine Einzelteile zerlegen: Gerüste, ˙ einen Auftrag zurücknehmen, widerrufen: die
ab|äsen 〈sw. V.; hat〉 (Jägerspr.): a) durch Äsen Zelte, Maschinen, Fabrikanlagen a.;  (Kunst- Zeitung, ein Hotelzimmer a. 2. eine Person, die
˙ kahl fressen: das Reh äste die ganze Stelle ab; kraftsport:) eine Pyramide a. 2. herabsetzen, jmd. wegen einer auszuführenden Arbeit zu sich
b) äsend fressen, abfressen: Blätter a. senken: die Gehälter, Löhne, Preise a. 3. a) all- bestellt hat, nicht kommen lassen: den Klemp-
ab|as|ten, sich 〈sw. V.; hat〉 [zu ↑ asten] (salopp): mählich beseitigen, abschaffen: Steuervergüns- ner a.
˙ sich [schwer tragend] längere Zeit hindurch tigungen wieder a.; Vorurteile, Feindbilder a.; Ab|be|stel|lung, die; -, -en: das Abbestellen.
sehr mit etw. abplagen: ich astete mich mit dem Ängste, Schuldgefühle, Aggressionen a.; b) 〈a. + a˙ b|bet|teln 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): durch Betteln od.
Koffer ab; * sich einen a. (ugs.; sich mit etwas sich〉 allmählich verschwinden, sich auflösen: ˙ drängendes Bitten von jmdm. erlangen: der
Schwerem abplagen: ich habe mir mit der Kiste die Vorurteile bauen sich immer stärker ab. Mutter Geld für ein Eis a.
einen abgeastet). 4. (in der Personenzahl) verkleinern, verrin- ab|beu|teln 〈sw. V.; hat〉 (bayr., österr.): abschüt-
ab|äs|ten 〈sw. V.; hat〉: einen Baum von [überflüs- gern: die Firma baut Personal ab. 5. (Bergbau) ˙ teln.
˙ sigen] Ästen befreien: einen gefällten Baum a. a) (Erze, Mineralien) fördern, gewinnen: Erze, Ab|be|vil|li|en [ab vli˜], das; -[s] [nach dem
Aba|ta [a()...]: Pl. von ↑ Abaton. Kohle, Schiefer a.; b) ausbeuten (1 a): die Flöze frz. Fundort Abbeville]: früheste Kulturstufe der
1
Aba|te, der; -[n], -n u. (ital.:) ...ti [ital., span. abate wurden im Tagebau abgebaut. 6. a) (Chemie, Altsteinzeit in Westeuropa.
<spätlat. abbas, ↑ Abt]: Weltgeistlicher in Italien Biol.) komplexe Moleküle, Strukturen in einfa- ab|be|zah|len 〈sw. V.; hat〉: 1. (eine geschuldete
u. Spanien. chere zerlegen: Kohlehydrate zu Milchsäure a.; ˙ Summe) in Teilbeträgen zurückzahlen: seine
2
Aba|te, die; -, -[n], Aba|te|bir|ne, die [eigtl. b) 〈a. + sich〉 in niedrige Bauelemente zerfallen: Schulden [in Raten] a. 2. (eine Ware) in Teilbe-

Abate Fetel, nach dem frz. Abt Fétél]: größere, der Stoff baut sich nur langsam ab. 7. (Land- trägen bezahlen: den Fernseher a.
überwiegend gelbe Birne von länglicher Form wirtsch.) (von Kulturpflanzen) im Ertrag u. in Ab|be|zah|lung, die; -, -en: das Abbezahlen.
mit aromatischem süßem Fruchtfleisch. der Qualität zurückgehen: diese Kartoffelsorte ˙ab|bie|gen 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 sich von einer einge-
ab|at|men 〈sw. V.; hat〉 (Med.): durch Atmen hat [infolge einer Viruskrankheit] abgebaut. ˙ schlagenen Richtung entfernen, eine andere
˙ abgeben, ausatmen: Kohlendioxid a. Dazu: Ab- 8. in der Leistung nachlassen, an Kraft, Konzen- Richtung einschlagen: ich, das Auto bog [von
at|mung, die; -, -en 〈Pl. selten〉. ˙ tration verlieren: einige Zuhörer bauten stark der Straße, nach links] ab; die Straße biegt
Aba|ton [a()batn], das; -s, Abata [griech. ába- ab; im Alter körperlich und geistig a. [nach Norden] ab. 2. 〈hat〉 a) in eine andere
ton, zu: ábatos = unzugänglich] (Rel.): Allerhei- Ab|bau|er|schei|nung, die: Anzeichen, Merkmal, Richtung biegen: einen Finger nach hinten a.;
ligstes (1), bes. der Altarraum in den Kirchen ˙ das ein Abbauen (7, 8) erkennen lässt. b) (ugs.) einer Sache geschickt eine andere Wen-
mit orthodoxem Ritus. Ab|bau|feld, das (Bergbau): Bereich des dung geben u. dadurch eine unerwünschte Ent-
a batt. = a battuta. ˙ Abbaus (6 b). wicklung verhindern: sie bog das Gespräch ab;
a bat|tu|ta [ital., zu: battuta = das Schlagen (mit Ab|bau|ge|rech|tig|keit, die (Rechtsspr.): Recht er hat die Sache noch einmal abgebogen (mit

dem Taktstock)] (Musik): (wieder streng) im ˙ zum Abbau (6 a) von Mineralien auf fremdem Geschick abgewendet).
Takt (Abk.: a batt.). Grundstück. Ab|bie|ger, der; -s, -: a) Verkehrsteilnehmer, der
ab|ät|zen 〈sw. V.; hat〉: a) durch ätzende Mittel Ab|bau|pro|dukt, das: durch Abbau (5) entste- ˙ mit einem Fahrzeug abbiegt (1); b) Fahrzeug,
˙ entfernen: den Lack a.; b) durch ätzende Mittel ˙ hendes Produkt. das abbiegt (1).
reinigen: den Marmor a. Ab|bau|pro|zess, der: Prozess des Abbau- Ab|bie|ge|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abbie-
Abb. = Abbildung (2). ˙ ens (3–8). ˙ ger (a).
Ab|ba [spätlat. abba(s) < spätgriech. abba(s) < Ab|bau|recht, das (Rechtsspr.): Abbaugerechtig- Ab|bie|ge|spur, die: Spur einer Fahrbahn, die für
˙ aram. ab a’ = Vater; Lallw.]: 1. Anrede Gottes ˙ keit. ˙ das Links- bzw. Rechtsabbiegen bestimmt ist.
im N. T. 2.˙ (früher) Anrede von Geistlichen der Ab|bau|stel|le, die (Bergbau): Stelle des Ab|bie|gung, die; -, -en: 1. das Abbiegen (1).
Ostkirche. ˙ Abbaus (6 a); Abbauort. ˙ 2. Stelle, an der ein Weg, eine Straße die Rich-
ab|ba|cken 〈unr. V.; bäckt ab/backt ab, backte/ ab|bau|wür|dig 〈Adj.〉: würdig, lohnend, berg- tung ändert.
˙ (veraltend:) buk ab, hat abgebacken〉: durch ˙ männisch abgebaut zu werden. Ab|bild, das; -[e]s, -er: getreues Bild, genaue Wie-
Backen fertigstellen: Kuchen, Plätzchen bei Ab|bé [abe], der; -s, -s [frz. abbé < spätlat. abbas, ˙ dergabe, Spiegelbild: ein getreues A. der Natur;
mittlerer Hitze a. ↑ Abt]: Weltgeistlicher in Frankreich.  ein verklärtes A. der Wirklichkeit.
ab|bag|gern 〈sw. V.; hat〉: mit dem Bagger beseiti- ab|be|din|gen 〈st. V.; hat〉 (Rechtsspr.): durch ab|bild|bar 〈Adj.〉: sich abbilden lassend. Dazu:
˙ gen: eine Sandbank a. Dazu: Ab|bag|ge|rung, ˙ Vertrag außer Kraft setzen: diese Vorschriften ˙ Ab|bild|bar|keit, die; -, -en 〈Pl. selten〉.
die; -, -en. ˙ können nicht abbedungen werden. Dazu: Ab- ab˙|bil|den 〈sw. V.; hat〉: nachbildend, bildlich dar-
ab|bal|gen 〈sw. V.; hat〉 (Jägerspr.): einem Tier be|din|gung, die; -, -en. ˙ ˙ stellen, nachgestalten: jmdn., einen Gegenstand
˙ den Balg abziehen: einen Hasen a. ab|bee|ren 〈sw. V.; hat〉 (landsch.): a) Beeren von naturgetreu a.; er ist auf dem Titelblatt abgebil-
ab|bal|lern 〈sw. V.; hat〉 (salopp): abschießen, nie- ˙ den Stielen lösen: Johannisbeeren a.; b) von Bee- det (dargestellt).
˙ derschießen: im Computerspiel Monster a. ren leer pf lücken: wir haben den letzten Strauch Ab|bil|dung, die; -, -en: 1. 〈Pl. selten〉 das Abbil-
ab|bal|zen 〈sw. V.; hat〉 (Jägerspr.): (vom Feder- noch nicht abgebeert. ˙ den; bildliches Darstellen: sich nicht für eine A.
˙ wild) die Balz beenden: der Hahn balzt ab. ab|be|hal|ten 〈st. V.; hat〉: die Kopfbedeckung eignen;  die Erkenntnis beruht auf der A.
Ab|bau, der; -[e]s, -e u. -ten: 1. 〈o. Pl.〉 Zerlegung ˙ nicht wieder aufsetzen: den Hut a. (Widerspiegelung) der objektiven Realität im
˙ von Aufgebautem in seine Einzelteile; Abbruch: ab|bei|ßen 〈st. V.; hat〉: (ein Stück von etw.) mit Bewusstsein des Menschen. 2. das Abgebildete,
der A. von Gerüsten, Baracken, Ständen. ˙ den Zähnen abtrennen: einen Bissen vom Brot bildliche Wiedergabe, einem Buch- od. Zeit-
83 Abbildungsfehler – Abbruchsarbeit
schriftentext beigegebene bildliche Darstellung, Ab|blen|dung, die; -, -en: das Abblenden. herunterbrennen: das Feuer brennt langsam ab;
die im Text Behandeltes veranschaulicht; Bild a˙ b|blit|zen 〈sw. V.; ist〉 [urspr. = (vom Pulver) wir-
˙ kungslos von der Pfanne des Gewehrs abbren-
die Kerzen sind abgebrannt; (Kernt.:) abge- A
(Abk.: Abb.): das Lexikon enthält viele -en. brannte (verbrauchte) Brennstäbe, Brennele-
3. (Math.) Zuordnung, durch die für jedes Ele- nen] (ugs.): mit etw. abgewiesen werden, keine mente; c) 〈hat〉 durch Feuer von etw. befreien,
ment einer Menge x genau ein zugeordnetes Gegenliebe finden: bei jmdm. mit einer Bitte a.; reinigen, säubern: Felder, Wiesen, ein Moor a.;
Element einer Menge y festgelegt wird: eine A. f er ist bei ihr abgeblitzt. Geflügel a. (absengen); d) 〈hat〉 durch Feuer
der Menge A in die Menge B. ab|blo|cken 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (bes. Boxen, Vol- beseitigen, entfernen: Benzinreste a.; e) 〈hat〉
Ab|bil|dungs|feh|ler, der (Optik): Fehler bei der ˙ ley-, Basket-, Handball) (einen gegnerischen anzünden u. verbrennen, explodieren lassen:
˙ Abbildung eines Gegenstandes durch ein opti- Angriff, Schlag, Wurf, Schuss) durch Blo- ein Feuerwerk a. 2. 〈hat〉 (österr. ugs. veraltend)
sches System. cken (3 a) abwehren: den Ball am Netz, den lin- bräunen: sich [von der Sonne] a. lassen. 3. 〈ist〉
Ab|bil|dungs|frei|heit, die: Freiheit der Presse, ken Haken a.; b) (Ballspiele) (einen gegnerischen a) durch Brand zerstört werden, niederbrennen:
˙ Abbildungen bekannter Persönlichkeiten zu Spieler) an einer beabsichtigten Aktion hindern: die Gebäude sind bis auf die Grundmauern
veröffentlichen. als er zum Wurf ansetzen wollte, wurde er abge- abgebrannt; b) (ugs.) durch Brand geschädigt
ab|bin|den 〈st. V.; hat〉: 1. etw., was gebunden od. blockt. 2. abrupt, ungerührt abwehren, verhin- werden, Hab u. Gut verlieren: wir sind schon
˙ angebunden ist, losbinden, lösen, abnehmen: dern: Fragen, Forderungen, Initiativen a. zweimal abgebrannt; * abgebrannt sein (ugs.;
die Schürze, das Kopftuch a. 2. a) abschnüren: ab|blü|hen 〈sw. V.; hat/ist〉 (geh.): aufhören zu kein Geld mehr haben: ich bin völlig abge-
eine Arterie a.; die Nabelschnur a.; das verletzte ˙ blühen, verblühen: die Rosen haben/sind abge- brannt).
Bein wurde abgebunden (an einer Stelle mit blüht. Ab|bre|vi|a|tur, die; -, -en [wohl zu ↑ abbreviie-
einer Schnur fest umwickelt, um das Blut am ab|bö|schen 〈sw. V.; hat〉: mit einer Böschung ver- 
ren; mlat. abbreviatura = kurze Notariatsauf-
Ausfließen zu hindern); ein Kind a. (bei der ˙ sehen: das Ufer a. zeichnung] (bildungsspr.): abgekürztes Wort in
Geburt abnabeln); b) zubinden, zusammenbin- Ab|bö|schung, die; -, -en: 1. das Abböschen. Schrift u. Druck; Abkürzung [in der Noten-
den: Wurstenden, Äste a.; das Haar am Hinter- ˙ 2. Böschung; abgeböschte Stelle. schrift].
kopf a. 3. a) (Zimmerei) (Bauhölzer) durch Ab|brand, der; -[e]s, Abbrände: 1. (selten) das ab|bre|vi|ie|ren 〈sw. V.; hat〉 [spätlat. abbreviare,
Bearbeiten passend machen u. probeweise ˙ Abbrennen, Verbrennen. 2. (Kernt.) Umwand- zu lat. brevis = kurz] (veraltet): (bes. ein Wort)
zusammenfügen, verbinden: den Dachstuhl a.; lung der spaltbaren Atomkerne im Reaktor. [mit einem Zeichen] abkürzen.
b) (Böttcherei) (Fässer) durch Reifen zusam- 3. (Hüttenw.) a) Metallverlust durch Oxidation ab|brin|gen 〈unr. V.; hat〉: 1. dazu bringen, von
menbinden: das Fass muss neu abgebunden u. Verflüchtigung beim Schmelzen; b) Rück- ˙ etw. od. jmdm. abzulassen od. von etw. abzuge-
werden. 4. (Gastron.) (mit einem Bindemittel) stand nach dem Rösten sulfidischer Erze. hen: jmdn. von einem Weg, von einer Richtung
verdicken: die Suppe mit Mehl a. 5. (bes. Bauw.) 4. (Raketentechnik) das Abbrennen fester Treib- a.; er ist durch nichts von ihr, von seinem Plan
(von bestimmten Stoffen) hart werden: der stoffe. abzubringen. 2. (ugs.) (Anhaftendes) von etw.
Beton hat noch nicht abgebunden; der Mörtel, ab|brau|chen 〈sw. V.; hat〉: durch ständigen lösen: bringst du den Flecken vom Tischtuch
Gips, Kalk bindet gut, schlecht ab. ˙ Gebrauch abnutzen: 〈meist im 2. Part.:〉 abge- nicht ab? 3. (Seemannsspr.) (ein auf Grund
Ab|bin|dung, die; -, -en: das Abbinden (2, 3, 5). brauchte Münzen. gelaufenes od. gestrandetes Schiff) wieder f lott-
A˙ b|biss, der; -es, -e (Jägerspr.): a) vom Wild durch ab|brau|sen 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 mit der Brause machen: mit zwei Schleppern konnte der Tan-
˙ Abbeißen beschädigte Stelle an Pf lanzen; ˙ abspülen; duschen: den Salat a.; ich habe mich, ker abgebracht werden.
b) vom Wild abgebissener Pf lanzentrieb: das Kind abgebraust. 2. 〈ist〉 (ugs.) geräuschvoll ab|brö|ckeln 〈sw. V.〉: 1. 〈ist〉 sich brockenweise, in
Abbisse von Fichten bedecken den Boden. u. rasch davonfahren: das Motorrad brauste ab. ˙ Bröckchen lösen u. abfallen: der Verputz war
Ab|bit|te, die; -, -n 〈Pl. selten〉: ( förmliche) Bitte ab|bre|chen 〈st. V.〉: 1. 〈hat〉 a) (einen Teil von abgebröckelt; abgebröckeltes Erdreich. 2. 〈ist〉
˙ um Verzeihung: jmdm. A. leisten, schulden; ˙ etw.) brechend lösen, abtrennen: einen Zweig, (Börsenw.) (von Kursnotierungen) leicht zurück-
öffentlich A. tun. [sich] einen Stock a.; den Stiel von etw. a.; (mit gehen: die Notierungen bröckeln überwiegend
ab|bit|ten 〈st. V.; hat〉: jmdn. ( für ein zugefügtes der Nebenvorstellung des Unabsichtlichen:) ich leicht ab.
˙ Unrecht) förmlich um Verzeihung bitten: ich habe mir den Fingernagel abgebrochen; * sich Ab|bruch, der; -[e]s, Abbrüche: 1. 〈o. Pl.〉 das
habe ihm vieles abzubitten. 〈Dativ〉 einen a. (ugs.: 1. sich bei etw. sehr unge- ˙ Abbrechen (1 b), Zerlegen in einzelne Teile: der
ab|bla|sen 〈st. V.; hat〉: 1. a) durch Blasen entfer- schickt anstellen. 2. sich übermäßig anstrengen. A. der Zelte, des Lagers. 2. 〈o. Pl.〉 das Abbre-
˙ nen; wegblasen: den Staub von etw. a.; b) durch 3. übertrieben vornehm tun); b) (etw. Aufgebau- chen (1 c), Abreißen: der A. des alten Hauses;
Blasen von Staub o. Ä. reinigen: Bücher, den tes) in seine Einzelteile zerlegen: ein Gerüst, die der Bau ist reif für den A., zum A.; * etw. auf A.
Tisch a. 2. (Technik) a) (unter Druck Stehendes) Zelte a.; c) ab-, niederreißen: ein altes Haus a.; verkaufen (ein abbruchreifes, für den Abbruch
aus einem Behälter entweichen lassen: Dampf  die Brücken zur Vergangenheit a. 2. 〈hat〉 vorgesehenes Gebäude zum entsprechenden
a.; b) (eine [industrielle] Feuerungsanlage) unvermittelt, vorzeitig beenden; mit etw. aufhö- Gegenwert verkaufen). 3. a) 〈Pl. selten〉 das
außer Betrieb setzen: einen Hochofen a. 3. a) (Jä- ren: die diplomatischen Beziehungen zu einem Abgebrochen-, Beendetwerden; plötzliche, uner-
gerspr., Militär) durch Blasen eines Signals Staat, ein Experiment, Verhandlungen a.; seinen wartete oder vorzeitige Beendigung: mit dem A.
beenden: die Jagd, ein Manöver a.; b) (ugs.) (von Urlaub a.; (Med.:) eine Schwangerschaft a.; der der diplomatischen Beziehungen drohen; der A.
geplanten, angekündigten od. angelaufenen Kampf musste in der 3. Runde abgebrochen des Studiums; (Boxen:) durch A. unterliegen;
Aktionen) absagen, abbrechen: sie haben das werden; abgebrochene (halb unterdrückte, * auf A. heiraten (ugs. scherzh.; in Erwartung
ganze Unternehmen abgeblasen. unzusammenhängende) Sätze. 3. 〈ist〉 sich bre- des baldigen Todes des Ehepartners heiraten);
ab|blas|sen 〈sw. V.; ist〉 (geh.): blass, farblos wer- chend lösen, durch einen Bruch entzweigehen: b) Kurzf. von ↑ Schwangerschaftsabbruch.
˙ den; [ver]bleichen: die Farben blassen ab. der Henkel, das Stuhlbein brach ab; der Absatz 4. a) das Abbrechen (3); [Los]lösung: der A. von
ab|blät|tern 〈sw. V.〉: 1. (von Pf lanzen, Blüten) ist [mir] abgebrochen; der Bleistift ist abgebro- Eis bei einem Gletscher; b) bei einem
˙ einzelne Blätter verlieren: die Rosen sind abge- chen (die Spitze des Bleistifts ist durch einen Abbruch (4 a) abgebrochenes Stück: an dieser
blättert. 2. 〈ist〉 sich in Blättchen lösen u. abfal- Bruch entzweigegangen). 4. a) 〈hat〉 in, mit etw. Stelle muss ein A. niedergegangen sein. 5. 〈o. Pl.;
len: die Farbe, der Bewurf blättert ab. 3. 〈hat〉 unvermittelt, vorzeitig aufhören, in einer Tätig- nur in Verbindung mit Verben〉 Beeinträchti-
(landsch.) (die Blätter) von etw. entfernen: die keit nicht fortfahren: sie lachte laut, brach aber gung, Schaden: etw. erfährt, erleidet durch etw.
Rüben a. mitten im Lachen ab; b) 〈ist〉 unvermittelt auf- [keinen] A.; das Regenwetter tat ihrer Fröhlich-
ab|blei|ben 〈st. V.; ist〉 (ugs., bes. nordd.): sich an hören, enden, ein plötzliches, nicht erwartetes keit keinen A. (beeinträchtigte sie nicht).
˙ einem nicht bekannten Ort auf halten, befinden, Ende haben: die Unterhaltung, der Brief, die Ab|bruch|ar|beit, (österr.:) Abbruchsarbeit, die
zurückbleiben: wo mag er nur abgeblieben sein? Verbindung brach ab; die Musik brach nach ˙ 〈meist Pl.〉: bei einem Abbruch (2) anfallende
Ab|blen|de, die; - (Film): allmählicher bergang wenigen Takten ab. 5. 〈ist〉 (von Erhebungen, Arbeit.
˙ von normaler Belichtung zu völliger Schwärze. Aufragendem) [steil] abfallen: der Felsen bricht Ab|bruch|bir|ne, die (seltener): Abrissbirne.
ab|blen|den 〈sw. V.; hat〉: 1. a) eine Lichtquelle fast senkrecht ab. A˙ b|bruch|fir|ma, die: Firma, die Abbrüche (2)
˙ (mit einer Blende) verdecken, möglichst Ab|bre|cher, der; -s, -: jmd., der eine Ausbildung, ˙ ausführt.
unsichtbar machen; abschirmen, abdunkeln: ˙ eine Therapie o. Ä. vorzeitig abbricht. Ab|bruch|ge|län|de, das: ↑ Gelände (b), dessen
die Lampe, Laterne, die Fenster a.; b) (Ver- Ab|bre|che|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abbre- ˙ Bebauung abgebrochen (1 c) wird oder zum
kehrsw.) die Abstrahlung von Scheinwerfern so ˙ cher. Abbruch vorgesehen ist.
einstellen, dass Entgegenkommende nicht Ab|bre|cher|quo|te, die: Prozentsatz der eine Ab|bruch|ge|neh|mi|gung, (österr.:) Abbruchs-
geblendet werden: die Scheinwerfer a.; ich blen- ˙ Ausbildung, Therapie o. Ä. vorzeitig Abbrechen- ˙ genehmigung, die: Genehmigung zum
dete sofort ab. 2. a) (von Lichtquellen) verlö- den. Abbruch (2).
schen, abgeschaltet werden: die Scheinwerfer ab|brem|sen 〈sw. V.; hat〉: die Geschwindigkeit Ab|bruch|haus, das: Haus, das zum Abbruch (2)
blendeten ab; b) (Fotogr.) die Öffnung der ˙ [von etw.] herabsetzen, [bis zum Stillstand] ver- ˙ vorgesehen ist, abgerissen wird.
Blende kleiner stellen u. dadurch den Eintritt ringern: die Fallgeschwindigkeit auf 400 km/h Ab|bruch|ma|te|ri|al, das: durch einen
des Lichts durch die Linse verringern: zu stark a.; der Fahrer konnte gerade noch a. Dazu: Ab- ˙ Abbruch (2) angefallenes Material.
a.; c) (Film) eine Aufnahme, Einstellung be- brem|sung, die; -, -en. ˙ ab|bruch|reif 〈Adj.〉: (von Bauwerken) in einem
enden: bitte a.! ab|bren|nen 〈unr. V.〉: 1. a) 〈hat〉 durch Brand zer- ˙ Zustand, der einen Abbruch (2) nötig macht,
Ab|blend|licht, das: abgeblendetes (1 b) Schein- ˙ stören, niederbrennen: eine alte Baracke a.; nötig erscheinen lässt.
˙ werferlicht bei Kraftfahrzeugen: mit A. fahren. ganze Dörfer wurden abgebrannt; b) 〈ist〉 Ab|bruchs|ar|beit: ↑ Abbrucharbeit.
˙
Abbruchsgenehmigung – abdrücken 84
Ab|bruchs|ge|neh|mi|gung: ↑ Abbruchgenehmi- rialien od. Baumaßnahmen] gegen das Eindrin- ab|ding|bar 〈Adj.〉 (Arbeitsrecht): durch (abwei-
A ˙ gung. gen von etw. (z. B. Wasser, Lärm) od. das Ent- ˙ chende) freie Vereinbarung ersetzbar: -e Ver-
Ab|bruch|sieg, der (Boxen): Sieg durch weichen von etw. (z. B. Wasser, Wärme) schüt- tragsteile. Dazu: Ab|ding|bar|keit, die; -.
˙ Abbruch (3) des Kampfes. zen: Hauswände, einen Teich a. Dazu: Ab|däm- ab|do|cken 〈sw. V.;˙ hat〉 (Raumfahrt): sich [im
Ab|bruch|un|ter|neh|men, das: Abbruchfirma. mung, die; -, -en. ˙ ˙ Weltall] abkoppeln: das Shuttle hat von der
a˙ b|brü|hen 〈sw. V.; hat〉: durch Brühen mit Ab|dampf, der; -[e]s, Abdämpfe (Technik): in Raumstation abgedockt.
˙ kochendem Wasser zur Weiterverarbeitung ˙ einem Arbeitsvorgang bereits genutzter [abge- Ab|do|men, das; -s, - u. ...mina [lat. abdomen,
vorbereiten: Tomaten, ein geschlachtetes leiteter] Dampf. viell. zu: abdere = verbergen u. eigtl. = Verbor-
Schwein a. ab|damp|fen 〈sw. V.〉: 1. a) 〈ist〉 Dampf abgeben: genes, nicht Sichtbares]: 1. (Med.) Körperbe-
ab|brum|men 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): a) eine Freiheits- ˙ die heiße Flüssigkeit a. lassen; b) 〈ist〉 (Chemie) reich zwischen Brustkorb u. Becken (Bauch u.
˙ strafe in einer Haftanstalt verbüßen: eine drei- als Dampf, Gas abgeschieden werden: Alkohol Unterleib): akutes A. (plötzlich auftretende hef-
jährige Strafe, fünf Jahre a.; b) (Sport) eine Zeit- dampft ab; c) 〈hat〉 (Chemie) das Lösungsmittel tige Schmerzen im Bauch). 2. (Zool.) Hinterleib
strafe, Wettkampfsperre o. Ä. verbüßen: eine einer Lösung durch Erhitzen u. Verdampfen bes. der Gliederfüßer.
Zwei-Minuten-Strafe, eine Rote Karte a. vom gelösten Stoff trennen: das Wasser a. und ab|do|mi|nal 〈Adj.〉: 1. (Med.) das Abdomen (1)
ab|bu|chen 〈sw. V.; hat〉 (Bankw.): von der Haben- dadurch das Salz gewinnen. 2. 〈ist〉 [urspr. mit betreffend, von ihm ausgehend. 2. (Zool.) das
˙ seite eines Kontos wegnehmen: die Bank buchte dem Dampfschiff od. mithilfe der Dampfloko- Abdomen (2) betreffend, von ihm ausgehend.
den Betrag von meinem Konto ab. motive] (ugs.) abfahren, abreisen; sich entfer- ab|drän|gen 〈sw. V.; hat〉: von einer Stelle, aus
Ab|bu|chung, die; -, -en (Bankw.): 1. das Abbu- nen: die Urlauber sind heute abgedampft. ˙ einer eingeschlagenen Richtung drängen: sich
˙ chen. 2. abgebuchter Betrag. ab|dämp|fen 〈sw. V.; hat〉: 1. [in seiner Wirkung] nicht von seinem Platz abdrängen lassen.
ab|bü|cken 〈sw. V.; hat〉 (Turnen): mit einer Bücke ˙ mildern: den Schall durch Isolierung a.; einen ab|dre|hen 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 a) durch Drehen einer
˙ vom Gerät abgehen, einen bungsteil mit einer Aufprall a. 2. abdampfen (1 a) lassen: Kartof- ˙ entsprechenden Vorrichtung ausschalten,
Bücke abschließen: vom Reck, aus dem Hand- feln, Gemüse a. abstellen: das Radio, den Heizofen, die Lampe
stand a. Ab|dampf|scha|le, die (Chemie): flaches Gefäß, a.; den Wasserhahn a. (zudrehen); b) durch Dre-
ab|bü|geln 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): [umstandslos] ˙ in dem flüssige Stoffe abdampfen können. hen einer entsprechenden Vorrichtung die
˙ ablehnen, zurückweisen: einen Antrag, eine Ab|dampf|wär|me, die: 1. (Technik) im Zufuhr von etw. unterbinden: den Strom, das
Beschwerde, unzufriedene Kunden a. ˙ Abdampf enthaltene Wärme. 2. (Chemie) zum Gas, das Wasser a. 2. 〈hat〉 durch eine drehende
ab|bum|meln 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): (geleistete unbe- Abdampfen eines Stoffes aufzuwendende Wär- Bewegung von etw. abtrennen, lösen: den Stiel
˙ zahlte Mehrarbeit) durch Freistunden, Freizeit memenge. vom Apfel, einen Knopf vom Mantel a. 3. 〈hat〉
ausgleichen: berstunden a. ab|dan|ken 〈sw. V.; hat〉: 1. von einem Amt wegdrehen, abwenden: das Gesicht a.; er hatte
ab|bürs|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. a) mit einer Bürste ˙ zurücktreten: der König dankte ab (verzichtete sich halb abgedreht. 4. 〈hat〉 (einen Film, Film-
˙ von etw. entfernen: jmdm., sich die Fusseln von auf den Thron); der Minister hat freiwillig abge- szenen) [ fertig] drehen: einen Spiel-, Dokumen-
der Jacke a.; b) mit der Bürste säubern: ich habe dankt. 2. (veraltet) (bes. Soldaten u. Dienstbo- tarfilm a.; die bereits abgedrehten Passagen.
[ihm] den Mantel, habe ihn abgebürstet. ten) verabschieden, aus dem Dienst entlassen: 5. 〈ist/hat〉 eine andere Richtung einschlagen,
2. (ugs.) in scharfer, unfreundlicher Form 〈nur noch im 2. Part.:〉 abgedankte Offiziere. einen anderen Kurs nehmen: das Flugzeug, das
zurechtweisen, schelten: einen Untergebenen a. 3. (schweiz., sonst landsch.) die kirchliche Trau- Schiff dreht [nach Osten] ab. 6. 〈ist〉 (ugs.) sich
ab|bus|seln 〈sw. V.; hat〉 (ugs., bes. österr.): abküs- erfeier halten. aufregen, die Beherrschung verlieren: wenn ich
˙ sen. Ab|dan|kung, die; -, -en: 1. a) das Zurücktreten so was höre, könnte ich a.
ab|bü|ßen 〈sw. V.; hat〉: 1. (bes. Rel.) büßend wie- ˙ von einem Amt, Rücktritt: seine A. erklären, ab|dre|schen: ↑ abgedroschen.
˙ dergutmachen: eine Schuld a. 2. (bes. Rechts- vollziehen; b) (veraltet) Entlassung: die A. des ˙Ab|drift, die; -, -en 〈Pl. selten〉 (bes. Seemanns-
spr.) eine Straftat sühnen, die Strafe dafür auf Generals. 2. (schweiz., sonst landsch.) Trauer- ˙ spr., Fliegerspr.): durch Wind od. Strömung her-
sich nehmen u. voll ableisten: eine lange Frei- feier. vorgerufene Abweichung bes. eines Schiffes,
heitsstrafe a. Ab|deck|creme, Ab|deck|crème, die: Creme zum Flugzeugs von seinem Kurs, von der eingeschla-
Abc [a()be()tse], das; -[s], -[s] 〈Pl. selten〉 [mhd. ˙ Abdecken (2) von ˙ Hautunreinheiten u. Ä. genen Richtung: eine starke A.
a be ce , abc, nach den ersten drei Buchstaben des ab|de|cken 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (etw. Bedeckendes) ab|drif|ten 〈sw. V.; ist〉: Abdrift erleiden, vom
Alphabets]: 1. festgelegte Reihenfolge aller ˙ von etw. weg-, herunternehmen: die Bettdecke ˙ Kurs, von der eingeschlagenen Richtung abwei-
Buchstaben der deutschen Sprache, Alphabet: a.; b) von etw. Bedeckendem, darauf Befindli- chen: das Boot driftete ab;  die Partei ist nach
das A. lernen, aufsagen. 2. Buch mit alphabe- chem frei machen: das Bett a.; den Tisch a. rechts abgedriftet; die Jugendlichen waren in
tisch geordneten Stichwörtern. 3. Anfangs- (abräumen); der Sturm hat viele Dächer abge- den Radikalismus abgedriftet (hatten sich radi-
gründe; Grundlage: dieses Wissen gehört zum deckt (die Ziegel, Teile des Daches f logen kalisiert); die Diskussion, der Vortrag ist völlig
Abc der Wirtschaft. herunter). 2. [zum Schutz] mit etw. Bedecken- abgedriftet (vom Thema abgekommen).
ABC-Ab|wehr, die [ABC = Abk. für atomar, bio- dem versehen; zudecken, bedecken, verdecken: ab|dros|seln 〈sw. V.; hat〉 (Technik): a) im
logisch, chemisch]: Abwehr gegen ABC-Kampf- ein Grab mit Zweigen a.; einen Schacht [mit ˙ Zustrom hemmen, die Zufuhr von etw. verrin-
mittel. Brettern] a. 3. (Sport) schützen, abschirmen: gern od. ganz unterbinden: den Dampf a.;  den
ABC-Alarm, der: bei Einsatz von ABC-Kampfmit- den Ball mit dem Körper, den linken Torpfosten Verkehr a.; b) durch Drosseln des Betriebsstoffes
teln ausgelöster Alarm. a.; (Schach:) die Dame durch, mit dem Turm a. verlangsamen od. ganz zum Stillstand bringen:
ab|ca|shen [...k
n] 〈sw. V.; hat〉 [zu engl. cash, 4. (Sport) decken (8): die gegnerischen Stürme- den Motor a.; c) so weit schließen, dass der
˙ ↑ Cash] (ugs., bes. österr.): [in rücksichtsloser od. rinnen a. 5. (bes. Kaufmannsspr.) ausgleichen, Zustrom von etw. aufhört: den Gashahn a.
fragwürdiger Weise] Geld [von jmdm.] kassie- tilgen, bezahlen: bestehende Verpflichtungen a. 1
Ab|druck, der; -[e]s, -e: 1. 〈o. Pl.〉 das Abdrucken,
ren: mit einem neuen Tarifsystem ordentlich a. 6. befriedigen (1 a): Bedürfnisse a. 7. vollständig ˙ Abgedrucktwerden: der A. des Romans beginnt
Ab|cha|si|en [apxa...]; -s: autonome Republik umfassen, erfassen, ausfüllen, einnehmen: der im nächsten Heft. 2. etw. Abgedrucktes: von
innerhalb Georgiens. Dazu: Ab|cha|si|er, der; -s, gesamte Bereich, das ganze Spektrum des dem Bild wurden mehrere -e hergestellt.
 |sisch
-; Ab|cha|si|e|rin, die; -, -nen; ab|cha Impressionismus wird in dieser Ausstellung 2
Ab|druck, der; -[e]s, Abdrücke: 1. 〈o. Pl.〉 das
〈Adj.〉.   abgedeckt; die Firma deckt mit ihren Produkten ˙ Abdrücken (5 a): der A. in Wachs dauert nicht
ab|che|cken 〈sw. V.; hat〉: a) nach einem bestimm- ein Drittel des Marktes ab. lange. 2. etw. Abgedrücktes; durch Eindrücken
˙ ten Verfahren o. Ä. prüfen, kontrollieren: Funk- Ab|de|cker, der; -s, - (veraltend): jmd., der veren- od. Berühren auf od. in etw. hinterlassene Spur:
tionen a.; b) die auf einer Liste aufgeführten ˙ dete Tierkörper verwertet und beseitigt. Abdrücke ihrer Finger, ihrer Füße im Sand.
Personen usw. kontrollierend abhaken: die Pas- Ab|de|cke|rei, die; -, -en (veraltend): Arbeits- ab|dru|cken 〈sw. V.; hat〉: in einer Zeitung, Zeit-
sagiere a.; c) (ugs.) überprüfen, klären: hast du stätte des Abdeckers, der Abdeckerin. ˙ schrift gedruckt erscheinen lassen, edieren: etw.
abgecheckt, wann der Film anfängt? Ab|deck|pla|ne, die: Plane, mit der sich etw. gekürzt, unverändert, wörtlich, in der Zeitung
ABC-Kampf|mit|tel 〈Pl.〉: ABC-Waffen. ˙ abdecken (2) lässt. a.; ein Gedicht, einen Roman a.; die hier abge-
Abc-Schüt|ze, der [veraltet Schütze = junger Ab|deck|plat|te, die: Platte (1) zum Abde- druckten Bilder.
Schüler, nach lat. tiro = Rekrut, Anfänger]: ˙ cken (2). ab|drü|cken 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Drücken,
Schulanfänger. Ab|deck|stift, der: getönter Stift zum Abde- ˙ Zudrücken o. Ä. im Zuströmen hemmen: sie
Abc-Schüt|zin, die: w. Form zu ↑ Abc-Schütze. ˙ cken (2) von Hautunreinheiten. umarmte ihn so stürmisch, dass es ihm fast die
ABC-Staa|ten 〈Pl.〉 [nach den Anfangsbuchstaben Ab|de|ckung, die; -, -en: das Abdecken (2, 4, 5, 6). Luft abdrückte; b) etw. so drücken, dass der
der drei Staatennamen Argentinien, Brasilien u. a˙ b|dich|ten 〈sw. V.; hat〉: dicht, undurchlässig Zustrom von etw. gehemmt wird; abpressen: ich
Chile]: aus Argentinien, Brasilien u. Chile beste- ˙ machen: ein Leck a.; etw. mit Filz, Kitt, Hanf a.; habe [mir] die Ader abgedrückt. 2. drückend
hende Staatengemeinschaft. Wände gegen Feuchtigkeit a. von etw. entfernen; wegdrücken: er drückte das
ABC-Waf|fen 〈Pl.〉 [ABC = Abkürzung für ato- Ab|dich|tung, die; -, -en: 1. 〈o. Pl.〉 das Abdichten: Boot mit dem Fuß vom Ufer ab. 3. a) den Abzug
mar, biologisch, chemisch]: atomare, biologi- ˙ die A. der Rohre war nicht einfach. 2. etw., was einer Schusswaffe betätigen, um den Schuss
sche, chemische Waffen. etw. abdichtet: die A. hält das Grundwasser auszulösen: das Gewehr a.; der Verbrecher
ABC-Waf|fen-frei 〈Adj.〉: von ABC-Waffen frei: fern. drückte sofort ab; auf jmdn. a.; b) den Auslöser
eine -e Zone schaffen. ab|die|nen 〈sw. V.; hat〉: (eine vorgeschriebene beim Fotoapparat betätigen: aufs Display
ab|däm|men 〈sw. V.; hat〉: [durch geeignete Mate- ˙ Dienst-, Ausbildungszeit o. Ä.) voll ableisten. schauen und a. 4. (ugs.) im berschwang heftig
˙
85 abducken – Abenteuer
an sich drücken u. küssen: die Kinder wurden Abend|aka|de|mie, die: Abendkurse anbietendes Abend|mahl|fei|er: ↑ Abendmahlsfeier.
von Oma und Opa abgedrückt. 5. a) durch Ein-  Lehrinstitut, oft an Volkshochschulen. A bend|mahl|ge|mein|schaft: ↑ Abendmahlsge-
 meinschaft.
A
drücken in eine weiche Masse nachbilden: Abend|an|dacht, die: Andacht (2) am Abend.
Zähne in Gips, einen Schlüssel in Wachs a.; A bend|an|zug, der: Gesellschaftsanzug. Abend|mahl|ge|rät: ↑ Abendmahlsgerät.
b) 〈a. + sich〉 sich abzeichnen: die Spur hatte A bend|aus|ga|be, die: abends erscheinende A bend|mahl|got|tes|dienst: ↑ Abendmahlsgot-
sich im Erdboden abgedrückt. 6. (ugs.) (eine  [Ausgabe einer] Zeitung.  tesdienst.
Geldsumme) bezahlen: mein Alter hat 100 Abend|blatt, das: Abendzeitung. Abend|mahl|kelch: ↑ Abendmahlskelch.
Mäuse abgedrückt. A bend|brot, das 〈Pl. selten〉 [mhd. a bentbro t]: A bend|mahls|brot, Abendmahlbrot, das 〈Pl. sel-
ab|du|cken 〈sw. V.; hat〉 (Boxen): dem Schlag  abends eingenommenes [bescheideneres]  ten〉 (ev. Kirche): den Leib Christi symbolisieren-
˙ eines Gegners durch Ducken ausweichen: er Essen, zumeist mit Brot: das A. machen, richten; des Brot, das beim Abendmahl (3) verteilt wird.
duckte blitzschnell ab. zum A. bleiben; möchtest du mit uns A. essen?; Abend|mahls|fei|er, Abendmahlfeier, die (ev.
Ab|duk|ti|on, die; -, -en [spätlat. abductio = das was gibts heute zum A.?  Kirche): Feier des heiligen Abendmahls.
Wegführen]  (Med.): das Bewegen eines Körper- Abend|brot|tisch, der 〈Pl. selten〉: für das Abend- Abend|mahls|ge|mein|schaft, Abendmahlge-
teils von der Körperachse weg.  brot gedeckter Tisch.  meinschaft, die (christl. Kirche): Teilnahme von
Ab|duk|tor, der; -s, ...oren (Med.): Muskel, mit Abend|däm|me|rung, die: Dämmerung am Angehörigen verschiedener Kirchen am gemein-

dem˙ eine von der Mittellinie des Körpers weg-  Abend. samen Abendmahl (3) bzw. Beteiligung von
führende Bewegung (z. B. Spreizen der Finger) aben|de|lang 〈Adj.〉: sich über mehrere Abende Geistlichen verschiedener Kirchen an der Lei-
ausgeführt werden kann.  hinziehend: -e Gespräche. tung des Gottesdienstes od. an der Austeilung
ab|dun|keln 〈sw. V.; hat〉: a) gegen den Einfall od. Abend|emp|fang, der: Empfang (3 b), den jmd. des Abendmahls (3).
˙ die Aussendung hellen Lichts abschirmen: die  am Abend gibt. Abend|mahls|ge|rät, Abendmahlgerät, das (ev.
Positionslaternen a.; abgedunkelte Fenster; abend|es|sen 〈unr. V.; hat; nur im Inf. u. 2. Part.〉  Kirche): Karaffe, Kelch u. Teller, die beim
b) (bes. eine Farbe) dunkler machen: das Weiß  (österr.): zu Abend essen: wir gehen a.; habt ihr Abendmahl (3) verwendet werden.
zu einem Hellgrau a. schon abendgegessen? Abend|mahls|got|tes|dienst, Abendmahlgottes-
Ab|dun|ke|lung, Ab|dunk|lung, die; -, -en: 1. das Abend|es|sen, das [mhd. a benteen]: abends  dienst, der (christl. Kirche): Gottesdienst mit
˙ Abdunkeln, Abgedunkeltwerden.
˙ 2. Vorrichtung  eingenommene Mahlzeit: das A. zubereiten, ser- Feier des heiligen Abendmahls.
zum Abdunkeln (a). vieren; jmdn. zum A. einladen. Abend|mahls|kelch, Abendmahlkelch, der (ev.
ab|du|schen 〈sw. V.; hat〉: durch Duschen der [rei- Abend|frie|de, Abend|frie|den, der 〈o. Pl.〉  Kirche): Kelch, mit dem der Wein beim Abend-
˙ nigenden] Wirkung des Wassers aussetzen: wir  (geh.): abendlicher
 Friede (2 c). mahl (3) ausgeteilt wird.
duschten uns, die Kinder warm ab. abend|fül|lend 〈Adj.〉: (von Darbietungen) den Abend|mahls|wein, Abend|mahl|wein, der 〈Pl.
ab|dü|sen 〈sw. V.; ist〉 (ugs.): sich rasch [mit einem  ganzen Abend ausfüllend: ein -er Film; ein -es  selten〉 (ev. Kirche): Wein,
 der bei der Abend-
˙ Fortbewegungsmittel] entfernen: in den Urlaub a. Thema; * nicht a. sein (ugs.; eher langweilig mahlsfeier verwendet wird.
ab|eb|ben 〈sw. V.; ist〉: mit der Zeit an Intensität sein, auf die Dauer wenig Interessantes bieten: Abend|mahl|zeit, die: am Abend eingenommene
˙ verlieren; abnehmen: der Lärm, der Sturm, die Wiederholung alter Witze ist nicht a.).  Mahlzeit.
seine Erregung ebbt langsam ab. Abend|gar|de|ro|be, die: Garderobe (1) für festli- Abend|mes|se, die (kath. Kirche): Feier der
Abe|ce: ↑ Abc.  che od. offizielle Anlässe; Gesellschaftskleidung.  Eucharistie am Abend.
ab|eg|gen 〈sw. V.; hat〉 (Landwirtsch.): 1. mit der Abend|ge|bet, das: Gebet vor der Nachtruhe. Abend|mu|sik, die: kleines Konzert am Abend
˙ Egge entfernen: er eggte das Kartoffelkraut ab. A bend|ge|sell|schaft, die: vgl. Abendempfang.  [mit geistlicher Musik].
2. etw. in seiner Länge mit der Egge bearbeiten: A bend|got|tes|dienst, der: vgl. Abendandacht. Abend|nach|rich|ten 〈Pl.〉: von Rundfunk u. Fern-
den Acker a. A bend|gym|na|si|um, das: Abendschule, die  sehen am Abend gesendete Nachrichten.
 berufstätige Erwachsene zum Abitur führt. Abend|öff|nung, die: Öffnung eines Geschäfts,
-a|bel [frz. -able < lat. -abilis]: drückt in Bil- Abend|hauch, der (dichter.): kühler Abendwind.  eines Museums o. Ä. in den Abendstunden.
 dungen mit Verben (Verbstämmen) die
A bend|him|mel, der: Himmel zur Zeit des Son- Abend|pro|gramm, das: abendliches [Rund-
Möglichkeit oder Bereitschaft aus, etw. zu  nenuntergangs.  funk-, Fernseh]programm.
machen: akzeptabel, spendabel, transporta- Abend|kar|te, die: 1. verbilligte Eintrittskarte, Abend|ro|be, die: vgl. Abendgarderobe.
bel.  die erst für die Abendstunden gültig ist. 2. (Gas- A bend|rot, das; -s, Abend|rö|te, die 〈o. Pl.〉: rote
tron.) Speisekarte für das Abendessen im Res-  Färbung des westlichen
 Himmels durch den
Abel|mo|schus [auch: abl...], der; -, -se [nlat. taurant. Sonnenuntergang.
˙
abelmoschus < arab. abu ’l-misk = Vater des Abend|kas|se, die (bes. Theater, Kino): unmittel- abends 〈Adv.〉: zur Zeit des Abends (Abk.: abds.):
Moschus]: (zu den Malvengewächsen gehö-  bar vor einer Abendvorstellung geöffnete Kasse:  a. um 8 [Uhr]; von morgens bis a.; dienstags a.
rende) Pflanze mit nach Moschus duftenden es gibt noch Karten an der A. Abend|schu|le, die: Bildungsstätte, an der sich
Samenkörnern, die zum Räuchern dienen. Abend|kleid, das: [bodenlanges] festliches Kleid  bes. berufstätige Menschen im Abendunterricht
Abend, der; -s, -e [mhd. a bent, ahd. a band,  für den Abend. weiterbilden.
 eigtl. = der hintere od. spätere Teil des Tages, Abend|klei|dung, die: festliche Kleidung für Abend|se|gen, der [mhd. a bentsegen]: kurze
wahrsch. verw. mit ↑ After]: 1. Tageszeit um die  abendliche Veranstaltungen.  Abendandacht.
Dämmerung, das Dunkelwerden vor Beginn der Abend|kurs, Abend|kur|sus, der: abends (meist Abend|son|ne, die: abendliche Sonne.
Nacht: ein warmer, kühler, klarer, sommerlicher  für berufstätige
 Erwachsene) stattfindender A bend|spa|zier|gang, der: Spaziergang am
A.; der letzte, folgende A.; heute, gestern, mor- Kurs.  Abend.
gen A.; es wird A.; es ist schon später A. (die Abend|land, das 〈o. Pl.〉 [zu Abend (3)]: durch Abend|stern, der; -[e]s: als auffallend hell leuch-
Nacht hat bereits begonnen, es ist schon Nacht);  Antike u. Christentum geformte kulturelle Ein-  tender Stern erscheinender Planet Venus am
es war gestern ein langer A. bei euch (es dauerte heit der europäischen Völker; Europa; Alte westlichen Himmel nach Sonnenuntergang.
bis [tief ] in die Nacht); der A. kommt, naht, Welt; Okzident. Dazu: Abend|län|der, der; -s, -; Abend|stim|mung, die: abendliche Stim-
bricht herein; jeden, keinen A., alle -e fernsehen; Abend|län|de|rin, die; -, -nen.  mung (2).
viele -e warten; wie hast du den A. verbracht?; 
abend |län|disch 〈Adj.〉: das Abendland betref- Abend|stun|de, die: Zeit, Stunde am Abend.
die Bedienung hat ihren freien A.; des -s (geh.;  fend: das -e Denken; die -e Kultur, Kunst, Tradi- A bend|un|ter|hal|tung, die: am Abend stattfin-
abends); eines [schönen] -s; am A. [vorher]; am tion; -er Geist.  dende, Unterhaltung (5 a) bietende Veranstal-
frühen, späten, gestrigen, gleichen A.; am A. des Abend|läu|ten, das; -s: abendliches Läuten der tung.
31. März; es geht dem A., auf den A. zu; bis  Kirchenglocke[n]. Abend|un|ter|richt, der: abends (meist für
heute, morgen A.!; A. für A.; gegen A.; vom Mor- abend|lich 〈Adj.〉 [mhd. a bentlich, ahd. a bandlı̄h]:  Berufstätige) stattfindender Unterricht.
gen bis zum A.; während des -s; R je später der  in die Abendzeit fallend; abends stattfindend, Abend|ver|an|stal|tung, die: abendliche Veran-
A., desto schöner die Gäste (höflich-scherzhafte auftretend, erscheinend; für den Abend charak-  staltung.
Begrüßung eines später hinzugekommenen teristisch: das -e Bad; -e Kühle, Stille; -e Gäste; Abend|vor|stel|lung, die: Aufführung eines
Gastes); * Guten/guten A. (Grußformel: hallo zu -er Stunde.  Theaterstücks o. Ä. am Abend.
und Guten/guten A. allerseits!; [zu] jmdm. Abend|licht, das 〈o. Pl.〉: abendliches, während Abend|wind, der: abends auf kommender Wind.
Guten/guten A. sagen); zu A. essen (die Abend-  der Dämmerung herrschendes Licht (1 a). A bend|zeit, die 〈o. Pl.〉: die Abendstunden umfas-
mahlzeit einnehmen); der Heilige A. ([Tag u.] Abend|luft, die 〈Pl. selten〉: abendliche Luft.  sende Zeit: ein Spaziergang in der A., zur A.
Abend des 24. Dezember); er usw. kann mich A bend|mahl, das [mhd. a bentma l]: 1. (geh. veral- Abend|zei|tung, die: abends erscheinende Zeitung.
am A. besuchen (salopp; er usw. soll mich in  tend) Abendessen. 2. 〈o. Pl.〉 Abschiedsmahl A bend|zug, der: abends verkehrender Eisen-
Ruhe lassen). 2. [geselliges] Beisammensein am Christi mit seinen Jüngern in der Passahnacht.  bahnzug.
Abend: ein gemütlicher A.; der musikalische A. 3. 〈o. Pl.〉 (ev. Kirche) Sakrament, bei dem mit Aben|teu|er, das; -s, - [mhd. a bentiure, a ventiure
(die musikalische Soiree) beim französischen Bezug auf Jesu Abendmahl (2) für den Gläubi-  < afrz. aventure, über das Vlat. zu lat. advenire,
Botschafter; * bunter A. (veraltend; Abendver- gen Christus in Brot u. Wein gegenwärtig ist: ↑ Advent]: 1. mit einem außergewöhnlichen,
anstaltung mit heiterem, abwechslungsreichem das A. empfangen, nehmen; am A. (an der erregenden Geschehen verbundene gefahrvolle
Programm). 3. 〈o. Pl.〉 (veraltet, noch altertü- Abendmahlsfeier) teilnehmen; zum A. gehen. Situation, die jmd. zu bestehen hat: A. bestehen,
melnd) Westen: der Wind weht von A. her. Abend|mahl|brot: ↑ Abendmahlsbrot. suchen; sich in ein gefährliches A. stürzen.

Abenteuerbuch – Abfahrttafel 86
2. außergewöhnliches, erregendes Erlebnis: die Aber|glau|be, der; -ns, (seltener:) Aber|glau- ab|fahr|be|reit 〈Adj.〉: bereit zum Abfahren (1 a):
A Fahrt war ein A. 3. (auch abwertend) riskantes  ben, der; -s [zu ↑ 1 aber in der veralteten
 Bed. ˙ die -en Gäste; der Zug ist a.
Unternehmen: wir beschlossen, uns auf das A. »falsch, schlecht«; Abersinn, Aberwitz] (abwer- ab|fah|ren 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 a) (von Personen od.
Hausbau einzulassen. 4. Liebesabenteuer: ein tend): als irrig angesehener Glaube an die ˙ Fahrzeugen) einen Ort zu einer bestimmten Zeit
flüchtiges, erotisches A. Wirksamkeit übernatürlicher Kräfte in fahrend verlassen; weg-, davonfahren: der Zug,
Aben|teu|er|buch, das: Buch, in dem Aben- bestimmten Menschen u. Dingen: ein verbreite- der Bus fährt gleich ab; ich fahre in ein paar
 teuer (1) geschildert werden. ter, dummer, törichter A.; einem Aberglauben Tagen ab; b) durch Einschlagen einer anderen
Aben|teu|er|film, der: vgl. Abenteuerbuch. anhängen; aus Aberglauben. Richtung fahrend verlassen: an der nächsten
A ben|teu|er|ge|schich|te, die: vgl. Abenteuer- aber|gläu|big 〈Adj.〉 (seltener; meist von Perso- Ausfahrt von der Autobahn a.; c) abwärtsfah-
 buch.  nen): abergläubisch. ren, bes. auf Skiern: ins Tal a.; d) [wohl urspr.
Aben|teu|e|rin: ↑ Abenteurerin. aber|gläu|bisch 〈Adj.〉: im Aberglauben befangen; Fechterspr., eigtl. = mit der Klinge abgleiten
A ben|teu|er|land, das 〈Pl. selten〉: 1. Land (3, 5),  dem Aberglauben entspringend: -e Scheu; er ist lassen] (salopp) abgewiesen werden (oft in Ver-
 in dem man Abenteuer erleben kann. 2. Spiel-, ein -er Mensch; vorzeitige Glückwünsche lehnt bindung mit »lassen«): er war auf blamable Art
Vergnügungspark mit Attraktionen, die ein sie a. ab. abgefahren; sie ließ ihn a. 2. a) 〈hat〉 mit einem
Gefühl von Abenteuer (1) vermitteln. Aber|hun|dert, aber|hun|dert 〈unbest. Zahlw.; Fahrzeug abtransportieren: Müll, Bauschutt a.
aben|teu|er|lich 〈Adj.〉: 1. Abenteuer (1, 2) ent-  indekl.〉 [zu ↑ 1 aber]
 (geh.): viele Hundert: A. [lassen]; b) 〈hat/ist〉 an etw., jmdm. zum Zweck
 haltend: -e Geschichten erzählen. 2. (gelegtl. Lichter. der Besichtigung od. Kontrolle entlang fahren;
abwertend) gewagt; riskant: ein -es Unterneh- Aber|hun|der|te, aber|hun|der|te 〈Pl.〉 (geh.): von einem Fahrzeug aus besichtigen, absuchen:
men, Vorhaben. 3. ungewöhnlich, seltsam, fan-  viele Hunderte: vor  -n von Jahren. die Beamten haben/sind die nähere Umgebung
tastisch, malerisch, bizarr: ein -er Hut; in -er ab|er|ken|nen 〈unr. V.; erkennt ab/(bes. abgefahren; c) 〈ist〉 (ein Gelände) abwärtsfah-
Vermummung; auf der Reise ging es recht a. zu. ˙ schweiz.:) aberkennt, erkannte ab/(bes. ren: einen steilen Hang a.; d) 〈hat〉 durch An-,
Aben|teu|er|lich|keit, die; -, -en: 1. 〈o. Pl.〉 aben- schweiz.:) aberkannte, hat aberkannt〉: ( jmdm. berfahren abtrennen, abreißen: ich fuhr mit
 teuerliche Art. 2. (selten) abenteuerliches Vor- etw.) [durch einen (Gerichts)beschluss] abspre- dem Wagen ein Stück von der Mauer ab; e) 〈hat〉
kommnis. chen: jmdm. die bürgerlichen Ehrenrechte a. durch vieles Fahren abnutzen: die Reifen a.;
Aben|teu|er|lust, die 〈o. Pl.〉: Verlangen, Aben- Dazu: Ab|er|ken|nung, die; -, -en. f) 〈a. + sich; hat〉 sich durch vieles Fahren
 teuer zu erleben; Lust am Abenteuer. aber|ma˙|lig 〈Adj.〉: erneut, nochmalig: eine -e abnutzen: der rechte Hinterreifen hat sich, ist
aben|teu|er|lus|tig 〈Adj.〉: von dem Verlangen  Verlängerung der Dienstzeit; ein -er Versuch. am stärksten abgefahren; g) 〈hat〉 (ugs.) (eine
 erfüllt, Abenteuer zu erleben; voller Lust am aber|mals 〈Adv.〉: von Neuem, wieder[um]: er ver- zum [mehrmaligen] Fahren berechtigende
Abenteuer.  lor a. Karte) aufbrauchen: hast du deine Mehrfahr-
aben|teu|ern 〈sw. V.; ist〉: auf Abenteuer (1, 2) Aber|mil|li|ar|den 〈Pl.〉 [zu ↑ 3 aber] (geh.): viele tenkarte schon abgefahren?; abgefahrene
 ausgehen, -ziehen: durch die Welt a.  Milliarden. (benutzte) Fahrscheine; h) 〈hat〉 (Film, Fernse-
Aben|teu|er|ro|man, der: [volkstümlicher] Aber|mil|li|o|nen 〈Pl.〉 [zu ↑ 3 aber] (geh.): viele hen, Rundfunk, veraltend) [zu] spielen [begin-
 Roman, in dem der Held viele Abenteuer zu  Millionen. nen]: die Sendung a. 3. 〈ist〉 (ugs.) von jmdm.,
bestehen hat. ab|ern|ten 〈sw. V.; hat〉: a) in seiner Gesamtheit etw. persönlich besonders stark beeindruckt
Aben|teu|er|spiel|platz, der: Spielplatz, der ˙ ernten: man erntete das Getreide ab; b) durch sein, sich angesprochen fühlen: auf eine Musik,
 nicht mit den üblichen Geräten o. Ä. ausgestat- Ernten der Frucht völlig leer machen: das Feld a. auf eine Band a.; die meisten Jungs sind auf die
tet ist, sondern auf dem sich die Kinder mit zur Ab|er|ra|ti|on, die; -, -en [lat. aberratio = Abwei- neue Mitschülerin sofort voll abgefahren.
Verfügung gestelltem Material selbstständig 
chung]: 1. (Biol.) [starke] Abweichung von der Ab|fah|rer, der; -s, - (ugs.): Abfahrtsläufer.
bauend usw. betätigen können. normalen Art durch strukturelle Änderung ˙Ab|fah|re|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abfahrer.
Aben|teu|er|ur|laub, der: [von einem Reiseunter- eines Chromosoms od. der Chromosomenzahl. A˙ b|fahrt, die; -, -en: 1. das Abfahren (1 a): die A.
 nehmen organisierte] Urlaubsreise mit 2. (Astron.) scheinbare Ortsveränderung eines ˙ verzögert sich; die A. des Zuges ist um 8.11 Uhr.
bestimmten, von den normalen touristischen Gestirns in Richtung der Erdbewegung: tägliche, 2. (Ski, Rodeln) a) abwärtsführende Fahrt; Lauf:
Angeboten abweichenden [nicht alltäglichen] jährliche A. 3. (Optik) Abweichung der Strahlen die A. war gefährlich; in der A. (im Abfahrts-
Unternehmungen. vom idealen Bildpunkt eines optischen Instru- lauf) ist er stärker als im Riesenslalom;
Aben|teu|rer, der; -s, - (abwertend): jmd., der das ments: sphärische, chromatische A. 4. (Med.) b) abwärtsführende Strecke: der Berg mit sei-
 Abenteuer (1–3) liebt; Glücksritter. Lage- od. Entwicklungsanomalie (von Organen nen steilen -en; c) Ort, Stelle, wo abgefahren
Aben|teu|re|rin, (auch:) Abenteuerin, die; -, od. Gewebe). 5. (Med.) Abweichung von der wird: zur A. der Rodelbahn hinaufgehen.
 -nen: w. Form zu ↑ Abenteurer. Norm. 3. (Amtsspr.) Abtransport, Abfuhr: die A. von
1
aber 〈Konj.〉 [mhd., ahd. aber, aver, eigtl. = weiter Aber|sinn, der; -[e]s [vgl. Aberglaube] (selten, Holz, Sperrmüll. 4. Autobahnausfahrt: die A.
 weg; später; noch einmal wieder]: 1. a) drückt  altertümelnd): Widersinn, Aberwitz. Dazu: [nach] Wiesbaden.
einen Gegensatz aus; [ je]doch, dagegen: heute aber|sin|nig 〈Adj.〉. ab|fahrt|be|reit 〈Adj.〉: zur Abfahrt (1) bereit;
nicht, a. morgen; er schlief, sie a. wachte;  |tau|send, aber|tau|send 〈unbest. Zahlw.;
Aber ˙ abfahrbereit.
b) drückt aus, dass etw. der Erwartung nicht  indekl.〉 [zu ↑ 3 aber]
 (geh.): viele Tausend: A. Ab|fahrt|gleis (fachspr.), Ab|fahrts|gleis, das:
entspricht; indessen, [ je]doch: es wurde dunkel, Lichter. ˙ Gleis, auf dem ein Zug o.˙ Ä. abfährt.
a. wir machten kein Licht. 2. a) drückt eine Ein- Aber|tau|sen|de, aber|tau|sen|de 〈Pl.〉 (geh.): Ab|fahrt|si|g|nal: ↑ Abfahrt[s]signal.
schränkung, einen Vorbehalt, eine Berichti-  viele Tausende: A.  von Menschen. A˙ b|fahrts|lauf, der (Ski): das Abfahren (1 d) als
gung, Ergänzung aus; doch, jedoch, allerdings: Aber|witz, der; -es [vgl. Aberglaube] (geh.): ˙ Disziplin des alpinen Skilaufs.
arm, a. nicht unglücklich; b) drückt die  Unsinnigkeit, Wahnwitz: welch ein A.! Ab|fahrts|läu|fer, der: jmd., der Abfahrtslauf
Anknüpfung, die Weiterführung aus; jedoch: als aber|wit|zig 〈Adj.〉 (geh.): unsinnig; wahnwitzig: ˙ betreibt.
es a. dunkel wurde, machten sie Rast. 3. drückt  ein -er Mensch, Plan. Ab|fahrts|läu|fe|rin, die: w. Form zu ↑ Abfahrts-
einen Einwand, eine Entgegnung aus: einer von ab|er|zie|hen 〈unr. V.; hat〉: jmdm. etw. durch ˙ läufer.
uns muss es a. gewesen sein; a. warum denn?; ˙ erzieherische Maßnahmen abgewöhnen: einem Ab|fahrts|pis|te, die: Piste, die für Abfahr-
»Es wird schon klappen.« »A. wenn es doch Kind eine Unart a. ˙ ten (2 b) vorgesehen ist.
schiefgeht?«. ab|es|sen 〈unr. V.; hat〉: 1. a) von etw. herunter-, Ab|fahrts|ren|nen, das (Ski): Rennen im
2
aber 〈Partikel; unbetont〉 [vgl. 1 aber]: a) dient ˙ wegessen: wer hat die Streusel vom Kuchen ˙ Abfahrtslauf.
 dazu, einer Äußerung, besonders einer Erwide- abgegessen?; b) [säuberlich] leer essen: den Tel- Ab|fahrt[s]|si|g|nal, (fachspr.:) Abfahrtsignal,
rung, Nachdruck zu verleihen: a. ja; a. gern; ler a.; c) (ugs.) (einen für den Verzehr bestimm- ˙ das: Zeichen zur Abfahrt (1).
alles, a. auch alles würde er tun; verschwinde, a. ten Geldbetrag) auf brauchen: die hundert Euro Ab|fahrts|stre|cke, die (Ski): Strecke für den
dalli!; a. hallo!; a. geh! (österr.; abweisende For- kann man hier gar nicht a. 2. 〈meist nur in den ˙ Abfahrtslauf.
mel, mit der etwas nicht ernst Genommenes Vergangenheitsformen〉 die Mahlzeit [durch Ab|fahrts|ta|fel, (fachspr.:) Abfahrttafel, die:
abgeschüttelt wird); b) nur emphatisch zur Verzehr des Essens] beenden: wir hatten gerade ˙ Tafel mit den Abfahrtszeiten der Züge.
Kennzeichnung der gefühlsmäßigen Anteil- abgegessen; es ist abgegessen;  das Thema ist Ab|fahrts|ter|min, (fachspr.:) Abfahrttermin, der:
nahme des Sprechers, der Sprecherin und zum längst abgegessen (nicht mehr aktuell, erledigt). ˙ vgl. Abfahrtszeit.
Ausdruck von Empfindungen: du spielst a. gut!; Abes|si|ni|en; -s: 1. ältere Bez. für ↑ Äthiopien. Ab|fahrts|trai|ning, das (Ski): Training für den
die sind a. dick!; a., meine Herrschaften; a., a.! ¯ scherzh., veraltet) Nacktbadestrand.
2. (ugs.  Abfahrtslauf.
(nicht doch!, was soll das?); a. ich bitte dich! ab|fa|ckeln 〈sw. V.; hat〉: 1. (Technik) nicht ver- Ab|fahrts|welt|cup, der (Ski): Wettbewerb im
3
aber 〈Adv.〉 [vgl. 1 aber] (veraltet): wieder[um] ˙ wertbare od. überschüssige Gase durch Abbren- ˙ Abfahrtslauf, der nach den Platzierungen in
 (noch in festen Wortverbindungen): a. und nen beseitigen od. unschädlich machen: Gas, mehreren Einzelwettbewerben einer Saison ent-
abermals (immer wieder). Kohlenwasserstoffe über den Schornstein a. schieden wird.
Aber, das; -[s], -[s]: 1. Einwand, Bedenken: kein 2. (ugs.) abbrennen, niederbrennen: unbe- Ab|fahrts|zei|chen, (fachspr.:) Abfahrtzeichen,
 A.!; er hat sich dafür entschieden ohne jedes kannte Täter haben versucht das Haus abzufa- ˙ das: Abfahrtssignal.
Wenn und A. 2. bedenklicher Punkt; beein- ckeln. Ab|fahrts|zeit, (fachspr.:) Abfahrtzeit, die: Zeit-
trächtigende Gegebenheit, Schwierigkeit; Ab|fa|cke|lung, Ab|fack|lung, die; -, -en: das ˙ punkt der Abfahrt (1).
Haken: die Sache hat ihr A. ˙ Abfackeln. ˙ Ab|fahrt|ta|fel: ↑ Abfahrtstafel.
˙
87 Abfahrttermin – Abflug
Ab|fahrt|ter|min: ↑ Abfahrtstermin. seine Gewalt bringen]: einen Brief, eine Nach- abgefertigt. 5. (österr.) abfinden: bei seinem
A˙ b|fahrt|zei|chen: ↑ Abfahrtszeichen. richt, einen Agenten a.; b) jmdn., auf den jmd. Ausscheiden hat man ihn abgefertigt. A
A˙ b|fahrt|zeit: ↑ Abfahrtszeit. gewartet hat, aufhalten, um sich wegen etw. an Ab|fer|ti|gung, die; -, -en: 1. das Abfertigen, das
A˙ b|fall, der; -[e]s, Abfälle: 1. Reste, die bei der ihn zu wenden; abpassen: den Briefträger a.; ˙ Abgefertigtwerden. 2. (österr.) Abfindung.
˙ Zubereitung od. Herstellung von etw. entstehen; c) (Sport) jmdn. ein- u. überholen u. dadurch Ab|fer|ti|gungs|ge|bäu|de, das: Gebäude, in
unbrauchbarer berrest: Kübel mit übel rie- seinen Sieg verhindern: jmdn. erst auf den letz- ˙ dem Reisende, Gepäck, Fracht abgefertigt (1)
chendem A.; radioaktive Abfälle. 2. 〈o. Pl.〉 (bes. ten zwanzig Metern a.; d) einen Gegner, etw. von werden.
Rel., Politik) Lossagung von einem Glauben, ihm Ausgehendes auf halten, abwehren: den Ab|fer|ti|gungs|hal|le, die: Halle, in der Rei-
einem Bündnis, einer bestehenden Bindung; Vorstoß des Feindes, den Feind a.; (Sport:) den ˙ sende, Gepäck, Fracht abgefertigt (1) werden.
das Abtrünnigwerden gegenüber jmdm., etw.: Gegner, einen Angriff a.; e) (Bauw., Technik) Ab|fer|ti|gungs|schal|ter, der: Schalter in einer
ein A. von Gott, vom Glauben, von der Partei. etw., was durch sein Gewicht drückt, durch Bal- ˙ Abfertigungshalle o. Ä.
3. 〈Pl. selten〉 Abnahme, Rückgang: der A. seiner ken u. a. abstützen: bei dem Umbau der unteren ab|feu|ern 〈sw. V.; hat〉: a) (eine Feuerwaffe)
Leistungen, in seiner Leistung ist unverkenn- Stockwerke müssen die oberen abgefangen wer- ˙ abschießen: eine Kanone a.; b) (ein Geschoss)
bar. den; f) wieder unter Kontrolle [u. in die normale abschießen: eine Rakete, Salutschüsse a.
Ab|fall|be|häl|ter, der: Behälter für Abfälle (1). Richtung od. Lage] bringen: die Maschine, einen ab|fie|seln 〈sw. V.; hat〉 [zu veraltet fiseln =
˙Ab|fall|be|sei|ti|gung, die (Fachspr.): Gesamt- schleudernden Wagen, sich a. 2. [zu weidmänn. ˙ nagen]: 1. (südd., österr. ugs.) abnagen: einen
˙ heit der Maßnahmen u. Methoden zur Verrin- Fang = Stoß] (Jägerspr.) angeschossenem Wild Knochen a. 2. (ugs.) deutlich, vernichtend besie-
gerung, Ablagerung, Umwandlung od. Weiter- mit dem Hirschfänger den Fang (3) geben. gen: im Hinspiel hatten sie den Erzrivalen mit
u. Wiederverwendung von festen, flüssigen u. Ab|fang|jä|ger, der (Militär): Jagdflugzeug der 5 : 1 abgefieselt.
gasförmigen Abfallstoffen. ˙ großräumigen Luftverteidigung mit bes. großer ab|fil|men 〈sw. V.; hat〉: auf Film aufnehmen [u.
Ab|fall|con|tai|ner, der: Container für Steig fähigkeit, das gegen feindliche Bomben- ˙ damit dokumentieren]: alte Fotos a.; eine
˙ Abfälle (1). flugzeuge eingesetzt wird. Demonstration, ein Konzert, ein Theaterstück
Ab|fall|ei|mer, der: Eimer für den Abfall (1). Ab|fang|ra|ke|te, die (Militär): der Luftverteidi- a.; sie hatte den Alltag dieser Menschen abge-
a˙ b|fal|len 〈st. V.; ist〉: 1. a) jmdm. nebenher als ˙ gung dienende Rakete, die gegen feindliche filmt.
˙ Anteil, Gewinn zufallen: wenn er mir beim Ver- Flugzeuge u. Raketen eingesetzt wird. ab|fin|den 〈st. V.; hat〉: 1. durch eine einmalige
kaufen hilft, fallen auch ein paar Euro für ihn ab|fär|ben 〈sw. V.; hat〉: 1. die eigene Farbe (uner- ˙ Geldzahlung, Sachleistung für etw. [teilweise]
ab; b) (veraltend) bei der Zubereitung od. Her- ˙ wünscht) auf etw. anderes übertragen: der entschädigen: jmdn. großzügig a. 2. 〈a. + sich〉
stellung von etw. übrig bleiben: in der Küche blaue Pyjama färbte beim Waschen ab, färbte a) sich einigen, vergleichen: ich fand mich mit
fällt immer viel ab; beim Zuschneiden ist auf die andere Wäsche ab. 2. Einfluss auf jmdn., den Gläubigern ab; b) sich mit jmdm., etw.
kaum Stoff abgefallen. 2. sich von etw. loslö- etw. ausüben: der schlechte Umgang färbt auf zufriedengeben; sich in etw. fügen: sich mit den
send herunterfallen, sich lösen: der Mörtel fällt den Jungen ab. Gegebenheiten a.; ich fand mich mit meinem
[von der Wand] ab;  all seine Hektik war von ab|fas|sen 〈sw. V.; hat〉 (veraltend): 1. einen Text Schicksal ab; schließlich hat er sich abgefunden.
ihm abgefallen. 3. (bes. Rel., Politik) sich von ˙ in einer bestimmten Art verfassen, formulieren: Ab|fin|dung, die; -, -en: 1. das Abfinden (1): die
jmdm., etw. lossagen; jmdm., einer Sache ein Testament a.; ein teils deutsch, teils franzö- ˙ A. der Gläubiger. 2. zum Abfinden (1)
gegenüber abtrünnig werden: von Gott, vom sisch abgefasster Brief. 2. (ugs.) [bei etw. Verbo- bestimmte Summe: er hat eine einmalige A. von
Glauben, von der Partei a. 4. schräg nach unten tenem] abfangen (1 a), ergreifen: einen Dieb a. 50 000 Euro bekommen.
verlaufen: das Gebirge fällt nach Osten ab; Ab|fas|sung, die; -, -en (veraltend): das Abfas- Ab|fin|dungs|an|spruch, der: Anspruch (1, 2) auf
abfallende Wege, Dächer, Schultern. 5. a) an ˙ sen (1). ˙ eine Abfindung.
Intensität, Leistung o. Ä. verlieren, abnehmen: ab|fau|len 〈sw. V.; ist〉: sich durch Fäulnis[einwir- Ab|fin|dungs|sum|me, die: Abfindung (2).
der Wasserdruck, die Leistung des Motors fiel ˙ kung] lösen: die Blätter, die Wurzeln faulen ab. a˙ b|fin|gern 〈sw. V.; hat〉: überall mit den Fingern
ab; b) (bes. Sport) im Vergleich zu anderen ab|fe|dern 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (einen Stoß, eine ˙ betasten: Münzen, Geld a.
zurückbleiben, schwächer werden, einen ˙ Erschütterung, ein Gewicht, Hindernis) federnd ab|fi|schen 〈sw. V.; hat〉: (ein Gewässer) leer
schlechteren Eindruck machen: der Läufer fällt abfangen: jede Bodenwelle a.;  soziale Härten, ˙ fischen: den Teich a.
ab; gegen seinen Freund fiel er sehr ab. 6. (See- die Folgen der Arbeitslosigkeit a. (abmildern); ab|fla|chen 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 f lach[er] machen: die
mannsspr.) den Kurs so ändern, dass der Wind b) (Sport, bes. Turnen) mit Armen od. Beinen ˙ Seitenkanten der Steine a. 2. 〈a. + sich; hat〉
voller (mehr von hinten) in das Segel fällt; vom federn, um aus der nach unten gerichteten a) f lacher werden: die Schwellung flachte sich
Kurs nach Lee abgehen. Bewegung eine nach oben gerichtete einzulei- langsam ab; 〈häufig im 2. Part.:〉 abgeflachte
Ab|fall|ent|sor|ger, der: Unternehmen o. Ä., das ten: mit den Beinen vom niederen Holm a.; Gebirgszüge; b) an Quantität verlieren, abneh-
˙ Abfälle entsorgt. c) (Leichtathletik) nachfedern. 2. (Technik) mit men: der Zuwachs der Produktion wird sich
Ab|fall|ent|sor|gung, die: Entsorgung von einer Federung versehen: man hat die Achsen weiter a. 3. 〈ist〉 im Niveau sinken: die Unterhal-
˙ Abfall (1). schlecht abgefedert. tung flachte später merklich ab.
Ab|fall|gru|be, die: Erdgrube zur Aufnahme von Ab|fe|de|rung, die; -, -en: das Abfedern (1 a, 2). Ab|fla|chung, die; -, -en 〈Pl. selten〉: das Abfla-
˙ Abfallstoffen. a˙ b|fe|gen 〈sw. V.〉: 〈hat〉 (bes. nordd.) a) durch ˙ chen.
Ab|fall|hau|fen, der: aus Abfällen (1) beste- ˙ Fegen entfernen; 2 abkehren (a): den Schnee ab|flan|ken 〈sw. V.; hat〉 (Turnen): mit einer
˙ hender Haufen: etw. auf den A. werfen. [vom Geländer] a.; der Hirsch fegt den Bast ab ˙ Flanke (vom Gerät) abgehen: vom Reck a.
ab|fäl|lig 〈Adj.〉 [wohl als Gegenwort zu ↑ beifällig (Jägerspr.; streift ihn vom Geweih durch Reiben ab|flau|en 〈sw. V.; ist〉: 1. allmählich schwächer
˙ geb.]: (in Bezug auf Äußerungen) ablehnend, an Baumstämmen od. Ästen ab); b) durch Fegen ˙ werden, nachlassen: der Wind war abgeflaut.
missbilligend, abschätzig: eine -e Bemerkung; reinigen; 2 abkehren (b): den Flur, die Fenster- 2. geringer werden, sinken: die Begeisterung,
sich a. über jmdn., etw. äußern. bank a. der Verkehr, das Geschäft flaute ab; 〈subst.:〉 das
Ab|fäl|lig|keit, die; -, -en: abfällige Bemerkung, ab|fei|ern 〈sw. V.; hat〉: 1. (Jargon) (Mehrarbeit) Interesse an der Ausstellung war schon im
˙ Haltung. ˙ durch Freistunden, Freizeit ausgleichen: ber- Abflauen.
Ab|fall|korb, der: meist im Freien aufgestellter stunden a. 2. (ugs.) ausgiebig feiern [und tan- ab|flie|gen 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 a) (von Vögeln) weg-,
˙ [korbartiger] Behälter für Abfälle (1). zen]: die Besucher des Klubs haben ordentlich ˙ davonfliegen: die Taube flog ab; b) (von Flug-
Ab|fall|kü|bel, der (bes. österr.): Abfalleimer. abgefeiert. zeugen u. Personen) seinen Ort zu einer
A˙ b|fall|pro|dukt, das: 1. aus Abfällen hergestell- ab|fei|len 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Feilen beseiti- bestimmten Zeit f liegend verlassen: er, seine
˙ tes Produkt. 2. bei der Herstellung zusätzlich ˙ gen: ich feilte die scharfen Zacken ab; b) durch Maschine fliegt noch in der Nacht Richtung
abfallendes Produkt. Feilen [von etw.] entfernen: er feilte die Kram- Berlin ab. 2. 〈hat〉 a) [aus einer bedrohlichen
Ab|fall|stoff, der (Fachspr.): Abfall (1), Rück- pen [von der Kiste] ab; c) durch Feilen glätten: Situation] mit dem Flugzeug wegbringen: man
˙ stand (1), der bei Produktion, Konsum od. Ener- ich feilte [mir] den eingerissenen Fingernagel flog die Verwundeten [aus dem Kessel] ab;
giegewinnung entsteht u. gelegentlich auch als ab; d) durch Feilen verkürzen: ich habe den b) zum Zweck der Besichtigung od. Kontrolle
Nebenprodukt genutzt wird. Schlüsselbart ein Stück abgefeilt. 2. (ugs.) überfliegen: die Front a.
Ab|fall|ton|ne, die: vgl. Abfalleimer. abschreiben (1 c): bei der Klassenarbeit a.; er hat ab|flie|ßen 〈st. V.; ist〉: 1. a) herab-, herunterf lie-
˙Ab|fall|ver|mei|dung, die 〈Pl. selten〉: das Ver- ganze Passagen abgefeilt. ˙ ßen: der Regen fließt vom Dach ab; b) sich flie-
˙ meiden des Entstehens überflüssiger ab|fer|keln 〈sw. V.; hat〉 (Landwirtsch.): fer- ßend entfernen, weg fließen: das Wasser im
Abfälle (1). ˙ keln (1): die Sau hat abgeferkelt. Waschbecken fließt nicht, nur langsam ab; aus
Ab|fall|ver|wer|tung, die: Recycling. ab|fer|ti|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. zur Beförderung, der Wunde floss Eiter ab; das Regenwasser ist
˙Ab|fall|wirt|schaft, die: Abfallbeseitigung [u. ˙ zum Versand, zur Fahrt fertig machen: Briefe, nicht abgeflossen (versickert);  der Verkehr
˙ -verwertung]. Pakete a. 2. jmdn. bedienen: die Kunden der fließt schlecht ab; das Geld fließt ins Ausland
ab|fäl|schen 〈sw. V.; hat〉 (Ballspiele, Eishockey): Reihe nach a.; die Reisenden [am Schalter] a. ab (wird ins Ausland transferiert). 2. sich durch
˙ den Ball, die Scheibe durch [unabsichtliche] (ihre Formalitäten erledigen). 3. (ugs.) jmdn., Abfließen (des Wassers) leeren: die Wanne
Berührung aus einer vorgegebenen Richtung der ein Anliegen hat, unfreundlich behandeln: fließt sehr schlecht ab.
lenken: einen Schuss, den Ball [zur Ecke] a. jmdn. kurz, schroff, an der Tür a.; er wollte mich Ab|flug, der; -[e]s, Abflüge: 1. 〈o. Pl.〉 das Weg-,
ab|fan|gen 〈st. V.; hat〉: 1. a) nicht sein Ziel, sei- mit 20 Euro a. (abspeisen). 4. (Sport) überlegen ˙ Davonfliegen: der weiche A. der Eule. 2. Start
˙ nen Bestimmungsort erreichen lassen [u. in schlagen: die Gastmannschaft wurde klar 6 : 1 eines Flugzeugs: der A. verzögert sich; den A.
Abflughafen – abgeben 88
einer Maschine bekannt geben; * einen A. abbringen: dieser Weg führt uns von unserem Bühne); der von Beifall umrauschte A. des
A machen (ugs.; fortgehen, verschwinden: sei so Ziel ab;  dieser Gedankengang führt nur vom berühmten Schauspielers; * einen A. machen
gut und mach ’nen A.). Thema ab; d) von etw. abzweigen: an dieser (ugs.; fortgehen, verschwinden); sich einen
Ab|flug|ha|fen, der: Flughafen, von dem ein Stelle führt der Weg von der Hauptstraße ab; guten o. ä. A. verschaffen (beim Weggehen
˙ Flugzeug startet. e) Gelder an jmdn., etw. abliefern, zahlen: Steu- einen guten Eindruck hinterlassen); b) das Ver-
Ab|flug|hal|le, die: Halle eines Flughafens, in der ern an das Finanzamt a. 2. a) den Stuhlgang för- lassen eines Wirkungskreises, das Ausscheiden:
˙ die abfliegenden Passagiere abgefertigt werden. dern: Rhabarber führt ab; abführende Mittel; nach dem A. von der Schule; der A. des Minis-
Ab|flug|zeit, die: Zeitpunkt des Abflugs (2). b) den Darm leeren: sie konnte schon drei Tage ters aus seinem Amt; c) jmd., der ausscheidet,
A˙ b|fluss, der; -es, Abflüsse: 1. 〈o. Pl.〉 das Abflie- nicht a. 3. (Schrift- u. Druckw.) (einen Satz, einen Wirkungskreis verlässt: an unserer Schule
˙ ßen (1 b): den A. des Wassers erleichtern. Textteil) mit einem schließenden Anführungs- haben wir 5 Abgänge; d) (bes. Militär, Med.)
2. Stelle, an der etw. abfließt: der A. der Bade- zeichen versehen. 4. (Jägerspr.) zum Jagdhund Todesfall, Tod: es gab viele Abgänge. 2. (veral-
wanne ist verstopft. ausbilden. tend) Abfahrt: kurz vor A. des Zuges, Schiffes,
Ab|fluss|ka|nal, der: Kanal, durch den etw. Ab|führ|mit|tel, das: den Stuhlgang förderndes Flugzeuges. 3. 〈o. Pl.〉 Absendung: der A. der
˙ abf ließen kann. ˙ 1 Mittel (2 a). Post, der Waren. 4. (Turnen) das Abgehen von
Ab|fluss|loch, das: vgl. Abflusskanal. Ab|füh|rung, die; -, -en: das Abführen. einem Turngerät: die Riesenfelge am Reck mit
A˙ b|fluss|re|gime, das (Geogr.): das vom Klima A˙ b|füll|an|la|ge, die: technische Anlage zum gegrätschtem A. 5. a) 〈o. Pl.〉 Ausscheidung: das
˙ abhängige, auf ein monatliches Mittel umge- ˙ Abfüllen von Stoffen. Mittel befördert den A. der Steine; b) (Med.)
rechnete Auftreten von Hoch- u. Niedrigwasser ab|fül|len 〈sw. V.; hat〉: a) [im Rahmen eines Tot-, Fehlgeburt, 2 Abort: einen A. haben;
eines Flusses während eines Jahres. ˙ Gewerbebetriebs] (Gefäße nacheinander) fül- c) (salopp) [unwillkürlicher] Samenerguss:
Ab|fluss|rohr, das: vgl. Abflusskanal. len: man füllte die Flaschen [mit Apfelwein] ab; einen A. haben, kriegen. 6. Nachgeschmack,
˙Ab|fluss|ven|til, das: Absperrventil für Abwasser.  er hat ihn in eine Bar geschleppt und abgefüllt bes. von Weinen: große, ausgereifte Weine
a˙ b|foh|len 〈sw. V.; hat〉 (Landwirtsch.): fohlen. (ugs.; betrunken gemacht); b) aus einem größe- haben immer einen lange anhaltenden A.
A˙ b|fol|ge, die; -, -n: Aufeinander-, Reihenfolge: ren Behälter in kleinere füllen: Wein a.; in Glä- 7. 〈o. Pl.〉 (Kaufmannsspr.) Absatz (3): diese
˙ die A. der Ereignisse; in chronologischer, ser abgefülltes Gelee. Ware hat, findet reißenden A. 8. 〈Pl. selten〉
rascher, logischer A. Ab|fül|lung, die; -, -en: 1. das Abfüllen. 2. etw. (Kaufmannsspr., sonst veraltet) Weg fall, Ver-
ab|for|dern 〈sw. V.; hat〉: von jmdm. nachdrück- ˙ Abgefülltes. lust: der A. muss wieder ersetzt werden; beim
˙ lich fordern; jmdm. abverlangen: jmdm. höhere 1
ab|füt|tern 〈sw. V.; hat〉: a) die Fütterung von Tie- Obsthandel gibt es viel A. 9. (österr. Amtsspr.)
Leistungen, mehr Konzentration a.; der End- ˙ ren vornehmen: ich füttere [das Vieh] ab; Fehlbetrag: den A. von 10 Euro musste die Kas-
spurt hatte ihr alle Kraft abgefordert; dem b) (salopp) (Menschen in der Gruppe) zu essen siererin ersetzen.
Händler wurden hohe Schutzgelder abgefor- geben: die Kinder waren schon abgefüttert. Ab|gän|ger, der; -s, - (bes. Amtsspr.): Schüler, der
dert. 2
ab|füt|tern 〈sw. V.; hat〉: (ein Kleidungsstück) mit ˙ von der Schule abgeht.
ab|for|men 〈sw. V.; hat〉: durch Eindrücken in eine ˙ Futterstoff versehen: einen Rock a. Ab|gän|ge|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abgän-
˙ weiche Masse, durch Formen einer weichen 1
Ab|füt|te|rung, die; -, -en: das 1 Abfüttern. ˙ ger.

Masse nachbilden: jmds. Züge in Gips a. Ab|füt|te|rung, die; -, -en: das 2 Abfüttern. ab|gän|gig 〈Adj.〉: 1. (landsch.) überzählig, über-
Ab|for|mung, die; -, -en: 1. das Abformen. 2. etw. ˙
Abg. = Abgeordnete[r]. ˙ flüssig, weil unbrauchbar: es wurden meist -e
˙ Abgeformtes. Ab|ga|be, die; -, -n: 1. 〈o. Pl.〉 das Abgeben (1 a): alte Kühe geschlachtet. 2. (Amtsspr., bes.
ab|fo|to|gra|fie|ren 〈sw. V.; hat〉: durch Fotogra- ˙ die A. der Stimmzettel, der Prüfungsarbeiten; österr.) (von Personen) nicht mehr vorhanden;
˙ fieren abbilden, eine Fotografie von jmdm., etw. gegen A. der Coupons. 2. 〈meist Pl.〉 einmalige vermisst, verschollen: es werden alle -en Perso-
machen: die Familie a.; abfotografiertes Thea- od. laufende Geldleistung an ein öffentlich- nen registriert.
ter. rechtliches Gemeinwesen; Steuer: hohe, jährli- Ab|gangs|ent|schä|di|gung, die (bes. schweiz.):
Ab|fra|ge, die: a) Ermittlung (a) bestimmter che, soziale -n; -n entrichten. 3. (Wirtsch.) Ver- ˙ Abfindung (2).
˙ Informationen durch eine Anfrage, Umfrage, kauf: größere -n an der Börse. 4. (Ballspiele, Ab|gangs|klas|se, die: Klasse der Schulabgänger.
statistische Erhebung o. Ä.: eine automatische, [Eis]hockey) a) das Abgeben (4), Abspielen: er A˙ b|gangs|zeug|nis, das: Zeugnis, das ein Schüler
elektronische, richterlich angeordnete Abfrage; hat mit der A. [des Balles] an den Linksaußen zu ˙ ohne Schulabschluss statt eines Abschlusszeug-
b) (EDV) Gewinnung von Daten aus einem lange gezögert; b) abgespielter Ball: der gegneri- nisses erhält.
Datenspeicher od. Feststellung von Informatio- sche Läufer konnte die A. erlaufen; c) Verlust: Ab|gas, das; -es, -e 〈meist Pl.〉: bei technischen od.
nen auf bestimmten Speicherplätzen. die A. eines Satzes, Punktes, Titels. 5. 〈o. Pl.〉 das ˙ chemischen Prozessen (bes. bei Verbrennungs-
ab|fra|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. jmds. Kenntnisse durch Abgeben (5), Abfeuern: bei der A. eines Schus- prozessen) entstehendes, meist nicht mehr
˙ Fragen [über]prüfen: ich fragte ihn/ihm lateini- ses. 6. das Abgeben (6), Ausströmen, Ausstrah- nutzbares Gas: die -e der Motoren.
sche Vokabeln ab; das Einmaleins a.; der Lehrer len: unter A. von Wärme, Energie. 7. das Abge- ab|gas|arm 〈Adj.〉: (von Kraftfahrzeugen) nur
hat mich abgefragt. 2. (Elektrot., EDV) [ermit- ben (7), Äußern: die A. einer Erklärung, eines ˙ noch wenig [schädliche] Abgase produzierend:
teln, feststellen und] sich geben lassen: Informa- Urteils. -e Autos, Fahrzeuge.
tionen, den Kontostand über den Computer a. Ab|ga|be|druck, der (Börsenw.): (bei Wertpapie- Ab|gas|emis|si|on, die: Emission, Ausstoß von
ab|frä|sen 〈sw. V.; hat〉: mit einer Fräse, einem ˙ ren) sich durch die Situation des Marktes erge- ˙ Abgasen.
˙ Fräser entfernen: den Asphalt von der Fahrbahn bender Druck, der Anleger zum Verkauf drängt. ab|gas|frei 〈Adj.〉: a) frei von Abgasen, keine
abfräsen. Ab|ga|ben|be|hör|de, die (österr. Amtsspr.): ˙ Abgase enthaltend: -e Luft; b) keine Abgase pro-
ab|fres|sen 〈st. V.; hat〉: a) von etw. weg fressen: ˙ Finanzbehörde: die Entscheidung der A.; duzierend: ein -es Auto.
˙ die Hasen fraßen den Kohl (die Kohlblätter) ab; Betriebsprüfungen durch die -n; Geld an der A. Ab|gas|grenz|wert, der: Abgaswert (b).
(derb, meist abwertend von Menschen:) wer hat vorbei (unversteuert) verdienen. A˙ b|gas|ka|ta|ly|sa|tor, der: Katalysator (2), mit
die Streusel [vom Kuchen] abgefressen?; b) kahl Ab|ga|ben|er|hö|hung, die: Erhöhung der Abga- ˙ dessen Hilfe die Abgase von Kraftfahrzeugen
fressen: die Vögel fressen die Holundersträu- ˙ ben (2). entgiftet werden.
cher ab. ab|ga|ben|frei 〈Adj.〉: frei von Abgaben (2), keine Ab|gas|norm, die: die zulässigen Abgaswerte
ab|frie|ren 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 durch Frost absterben ˙ Abgaben erfordernd. Dazu: Ab|ga|ben|frei- ˙ festlegende Norm (1 c).
˙ [und abfallen]: die Knospen froren ab; die heit, die; -. ˙ Ab|gas|rei|ni|gung, die: Verminderung der
Ohren waren [ihm] abgefroren. 2. 〈a. + sich; Ab|ga|ben|last, die: Belastung durch Steuern, ˙ Emission von Schadstoffen in Abgasen durch
hat〉 (ugs. übertreibend) an einer Körperstelle ˙ Sozialabgaben o. Ä. technische Maßnahmen u. Vorrichtungen wie
Frost bekommen: wir werden uns hier noch die Ab|ga|ben|ord|nung, die (Rechtsspr.): grundle- Katalysator (2) oder Filter.
Füße a.; * sich 〈Dativ〉 einen a. (ugs.; sehr frie- ˙ gendes, die Steuern betreffendes Gesetzeswerk Ab|gas|tur|bi|ne, die: Turbine, die mit Abgasen
ren: ich habe mir bei der Warterei [ganz schön] (Abk.: AO). ˙ getrieben wird.
einen abgefroren). ab|ga|ben|pflich|tig 〈Adj.〉: verpflichtet, Abga- Ab|gas|un|ter|su|chung, die: Kraftfahrzeugun-
ab|früh|stü|cken 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): erledigen: ˙ ben (2) zu entrichten. ˙ tersuchung, bei der der Gehalt an Kohlenmono-
˙ das Thema ist längst abgefrühstückt. Ab|ga|ben|quo|te, die (Wirtsch.): Verhältnis von xid im Abgas bei Leerlauf des Motors gemessen
Ab|fuhr, die; -, -en: 1. Abtransport: die A. von ˙ Steuern u. Sozialabgaben zur gesamten Wirt- wird (Abk.: AU).
˙ Müll, Sperrgut, Holz. 2. [nach dem »Abführen«, schaftsleistung. Ab|gas|wert, der 〈meist Pl.〉: a) gemessener Wert
d. h. der vorzeitigen Niederlage eines Teilneh- Ab|ga|ben|sen|kung, die: das Senken von Abga- ˙ der Abgase in der Luft: eine berprüfung der -e
mers bei einer Mensur (2)] a) entschiedene ˙ ben (2). eines Fahrzeugs; b) zulässiger Grenzwert für
Abweisung: jmdm. eine A. erteilen; sich eine A. ab|ga|be|pflich|tig 〈Adj.〉: 1. (Wirtsch.) zur Abgase: Personenwagen auf die vorgeschriebe-
holen; b) (Sport) [hohe] Niederlage: sich eine ˙ Abgabe (3) verpflichtet. 2. ↑ abgabenpflichtig. nen -e einstellen.
schwere A. holen. Ab|ga|be|preis, der: Preis, zu dem eine Ware od. Ab|gas|wol|ke, die: Wolke (2) von Abgasen.
ab|füh|ren 〈sw. V.; hat〉: 1. a) jmdn., der ergriffen ˙ Dienstleistung angeboten wird. a˙ b|gau|nern 〈sw. V.; hat〉 (ugs. abwertend): jmdm.
˙ wurde, weg führen; bes. jmdn., der festgenom- Ab|ga|be|ter|min, der: Termin der Abgabe (1). ˙ etw. durch Gaunerei[en] abnehmen: jmdm. etw.
men wurde, in polizeilichen Gewahrsam brin- A˙ b|gang, der; -[e]s, Abgänge: 1. a) 〈o. Pl.〉 das a.
gen: die Gangster wurden abgeführt; b) ablei- ˙ Weg-, Fortgehen: Sie dürfen den A. vom Schalter ab|ge|ar|bei|tet: ↑ abarbeiten.
ten: Abgase, Abwärme a.; c) von etw. weg führen, nicht behindern; ein dramatischer A. (von der ˙ab|ge|ben 〈st. V.; hat〉: 1. a) etw. dem zuständigen
˙
89 abgeblasst – Abgesang
Empfänger [od. jmdm., der es an den Empfän- nen, einen Schauplatz verlassen: er drehte sich sich wegwenden]: in der Verbindung jmdm.,
ger weiterleitet] geben, übergeben, aushändi- um und ging schimpfend ab; (Theater:) ... geht einer Sache a. sein ( jmdm., einer Sache gegen- A
gen: einen Brief, ein Geschenk [persönlich, über den Korridor nach links ab; b) an jmdm., über ablehnend eingestellt sein: einem Plan,
eigenhändig], den Stimmzettel, die Klassenar- etw. prüfend o. ä. entlanggehen; bei einem Bündnis a. sein; nicht a. sein, etwas zu tun; er
beit a.; er gab die Waren beim Nachbarn für Rundgang besichtigen: einen Weg noch einmal zeigte sich [nicht] a.; 〈auch attr.:〉 die der moder-
mich ab;  die bearbeiteten Daten werden per a.; der Bahnwärter geht die Strecke ab; c) aus nen Literatur -en Leser).
Mausklick an den Zentralspeicher abgegeben; einem Wirkungsbereich ausscheiden; eine Aus- Ab|ge|neigt|heit, die; -: das Abgeneigtsein.
b) zur Aufbewahrung geben: den Mantel in der bildungsstätte, bes. eine Schule, verlassen: nach a˙ b|ge|nu|delt: ↑ abnudeln (2).
Garderobe a. 2. a) mit jmdm. teilend freiwillig der zehnten Klasse a. 2. einen Platz, Ort, eine a˙ b|ge|nutzt: ↑ abnutzen.
überlassen, abtreten: er hat mir die Hälfte des Stelle [ fahrplanmäßig] verlassen (um irgend- A˙ b|ge|ord|ne|te, die/eine Abgeordnete; der/ei-
Kuchens, vom Kuchen abgegeben; er gibt von wohin zu gelangen): das Schiff, der Zug geht ˙ ner Abgeordneten, die Abgeordneten/zwei
seinem Verdienst keinen Cent an den Haushalt gleich ab. 3. abgeschickt werden: das Schreiben Abgeordnete [zu ↑ abordnen]: vom Volk für eine
ab; b) jmdm. etw. od. jmdn. [gezwungenerma- ist abgegangen; die Waren werden mit dem festgelegte Zeit in eine parlamentarische Insti-
ßen] überlassen, abtreten: die Leitung, den Vor- nächsten Schiff a. 4. (Turnen) ein Gerät mit tution gewählte Vertreterin; Deputierte, Dele-
sitz a.; Personal, Mitarbeiter a. müssen; (Sport:) einem Schwung, Sprung o. Ä. verlassen u. damit gierte (Abk.: Abg.): eine neue A.; einige, mehrere
die Spitze, zwei Punkte a. 3. verkaufen: Obst, eine bung beenden: mit einem Grätschab- A.; viele A. (selten: viele -n); beide -n (seltener:
Eier a.; gebrauchter Kinderwagen günstig abzu- schwung vom Reck a. 5. a) von etw. ausgehen, beide A.); alle -n (selten: alle A.); sie ist als A.
geben. 4. (Ballspiele, [Eis]hockey) (den Ball abzweigen: der Weg geht von der Hauptstraße gewählt worden; der Wahlkreis der [Frau] -n
o. Ä.) an einen Mitspieler geben; abspielen: den ab; b) in anderer Richtung verlaufen: der Weg Müller; Frau -r (auch: Frau -n) Müller das Wort
Ball an den Verteidiger a.; er muss schneller a. geht dann links, nach Norden ab. 6. sich erteilen; der -n Müller; genannter -n (veraltet:
5. (einen Schuss) abfeuern: einen Warnschuss a. lösen (1 b): hier ist der Putz, die Farbe abgegan- genannter -r) wurde ein Vorwurf gemacht; ihr
6. von sich geben; ausströmen, ausstrahlen: der gen; mir ist ein Knopf abgegangen; der Fleck als -r (auch: als -n); an Frau A. Müller; sie sprach
Ofen gibt genügend Wärme ab; das Blut gibt geht nicht ab (lässt sich nicht entfernen). 7. aus- mit Frau -r (auch: Frau -n) Müller; der Besuch
Kohlensäure ab. 7. verlauten lassen, äußern: geschieden, abgesondert werden: die Würmer von -r (= der Abgeordneten) Müller; sie ist A.;
sein Urteil, eine Erklärung, ein Statement a.; das gehen mit dem Stuhlgang ab; * jmdm. geht (österr.:) A. zum Nationalrat, Bundesrat, Land-
U-Boot hatte einen Funkspruch abgegeben; einer ab (salopp; jmd. hat [ohne Geschlechts- tag, Gemeinderat.
seine Stimme [bei der Wahl] a. (abstimmen, verkehr auszuüben] einen Samenerguss). Ab|ge|ord|ne|ten|bank, die 〈Pl. ...bänke〉: Platz
wählen). 8. (ugs.) a) eine bestimmte Rolle auf 8. (von einem Schuss) sich lösen (6 b): plötzlich ˙ für Regierungsmitglieder mit Sitz im Parlament.
der Bühne spielen; jmdn. darstellen, geben: den ging ein Schuss ab. 9. Absatz finden: die Ware Ab|ge|ord|ne|ten|di|ä|ten 〈Pl.〉: Diäten.
Wilhelm Tell a.; b) jmdn. darstellen, als jmd., geht reißend ab. 10. abgezogen, abgerechnet A˙ b|ge|ord|ne|ten|haus, das: 1. Körperschaft der
etw. figurieren: einen guten Familienvater a.; werden: von dem Gewicht geht noch die Verpa- ˙ Abgeordneten. 2. Tagungsgebäude der Abgeord-
c) die Grundlage für etw. bilden; 1 ergeben (1): ckung ab. 11. (veraltend) jmdm. fehlen, man- neten.
den Rahmen, den Hintergrund für etwas a. 9. 〈a. geln: jmdm. geht der Humor, jedes Taktgefühl Ab|ge|ord|ne|ten|kam|mer, die: vgl. Abgeordne-
+ sich〉 (meist abwertend) a) sich mit etw., ab. 12. von etw. Abstand nehmen: von einer ˙ tenhaus.
jmdm. beschäftigen, befassen: sich mit Garten- Gewohnheit, einem Grundsatz a. 13. in einer Ab|ge|ord|ne|ten|man|dat, das: Mandat eines
arbeit a.; sich viel mit kleinen Kindern, mit Tie- bestimmten Weise ablaufen (5 c): es ist noch ˙ od. einer Abgeordneten.
ren a.; damit gebe ich mich nicht ab; b) mit einmal glimpflich, ohne Geschrei abgegangen. Ab|ge|ord|ne|ten|sitz, der: 1. Abgeordneten-
jmdm. Umgang pflegen; sich mit jmdm. einlas- 14. (ugs.) sich abspielen; los sein: er ist überall ˙ bank. 2. Abgeordnetenmandat.
sen: sich mit Prostituierten, mit Ganoven a. zu finden, wo etwas abgeht. Ab|ge|ord|ne|ter, der Abgeordnete/ein Abgeord-
ab|ge|blasst: ↑ abblassen. ab|ge|ho|ben: ↑ abheben (4). ˙ neter; des/eines Abgeordneten, die Abgeordne-
a˙ b|ge|brannt: abbrennen (3 b). a˙ b|ge|hun|gert: ↑ abhungern (3). ten/zwei Abgeordnete [↑ Abgeordnete]: vom
a˙ b|ge|braucht: ↑ abbrauchen. a˙ b|ge|kämpft: ↑ abkämpfen (2). Volk für eine festgelegte Zeit in eine parlamen-
a˙ b|ge|bro|chen: ↑ abbrechen (2). a˙ b|ge|kar|tet: ↑ abkarten. tarische Institution gewählter Vertreter; Depu-
a˙ b|ge|brüht 〈Adj.〉 [zu ↑ abbrühen, eigtl. = mit a˙ b|ge|klärt 〈Adj.〉: aufgrund von Lebenserfah- tierter, Delegierter (Abk.: Abg.): ein neuer A.;
˙ heißem Wasser übergossen] (ugs.): [zynisch] ˙ rung über den Dingen stehend; ausgeglichen einige, mehrere Abgeordnete; viele Abgeordnete
abgestumpft, unempfindlich gegen etw.: ein -er und weise; voller Besonnenheit; eine entspre- (selten: viele Abgeordneten); beide Abgeordne-
Bursche; du scheinst ja ziemlich a. zu sein. chende Geisteshaltung erkennen lassend: ein ten (seltener: beide Abgeordnete); alle Abgeord-
Dazu: Ab|ge|brüht|heit, die; -. -er Mensch; ein -es Urteil; a. über etw. sprechen. neten (selten: alle Abgeordnete); er ist als A.
˙
ab|ge|dankt: ↑ abdanken (2). Ab|ge|klärt|heit, die; -, -en: abgeklärtes Wesen; gewählt worden; der Wahlkreis des [Herrn]
˙ab|ge|dreht 〈Adj.〉 [2. Part. von ↑ abdrehen] (ugs.): ˙ besonnene Ruhe: die A. des Alters. Abgeordneten Müller; Herrn Abgeordneten
˙ absonderlich, skurril, verrückt, überspannt: ein ab|ge|la|gert: ↑ ablagern (2). Müller das Wort erteilen; dem Abgeordneten
total -er Typ. a˙ b|ge|lau|fen [zu ↑ ablaufen (6)] (ugs.): mit über- Müller; genanntem Abgeordneten (veraltet:
ab|ge|dro|schen 〈Adj.〉 [zu veraltet abdreschen, ˙ schrittenem Verfallsdatum versehen: -e Milch; genanntem Abgeordnetem) wurde ein Vorwurf
˙ eigtl. = leer wie ausgedroschenes Getreide] die Konserve war längst a. gemacht; ihm als Abgeordnetem (auch: als
(ugs.): bis zum berdruss gebraucht, phrasen- Ab|geld, das (Bankw.): Disagio. Abgeordneten); an Herrn Abgeordneten Müller;
haft: -e Redensarten; diese Ausdrücke sind ˙ab|ge|lebt 〈Adj.〉 (geh.): 1. vom langen Leben ver- er sprach mit Herrn Abgeordneten Müller; der
schon sehr a. ˙ braucht, entkräftet; alt u. kraftlos: -e Greise. Besuch von Abgeordnetem (= dem Abgeordne-
Ab|ge|dro|schen|heit, die; -: das Abgedroschen- 2. überlebt, überholt, altmodisch: eine -e Moral, ten) Müller; er ist A.; (österr.:) A. zum National-
˙ sein. Tradition. rat, Bundesrat, Landtag, Gemeinderat.
ab|ge|fah|ren 〈Adj.〉 [zu ↑ abfahren (3)] (ugs.): Ab|ge|lebt|heit, die; -: das Abgelebtsein. ab|ge|plat|tet: ↑ abplatten.
˙ a) beeindruckend, hervorragend, begeisternd: ˙ab|ge|le|dert 〈Adj.〉 [zu ↑ abledern (1)] (landsch.): ˙ab|ge|ra|ten 〈st. V.; ist〉 (veraltend): sich, ohne es
eine -e Rockband; b) außergewöhnlich, unkon- ˙ abgerissen (1 a). ˙ zu merken, von etwas entfernen; abkommen: sie
ventionell: -e Klamotten. ab|ge|le|gen 〈Adj.〉: abseits, entfernt liegend: ein waren vom Weg abgeraten.
ab|ge|feimt 〈Adj.〉 [zu veraltet abfeimen, eigtl. = ˙ -es Dorf; der Ort ist sehr a.; a. wohnen. Dazu: ab|ge|rech|net: ↑ abrechnen.
˙ von unreinem Schaum befreit u. dadurch gerei- Ab|ge|le|gen|heit, die; -. a˙ b|ge|ris|sen 〈Adj.〉: 1. zerlumpt: -e Kleidung.
nigt, zu ↑ 1 Feim]: in allen Schlichen u. Schlech- ab˙|ge|lei|ert: ↑ ableiern (2). ˙ 2. unzusammenhängend, zusammenhanglos: -e
tigkeiten erfahren, in unmoralischer Weise ˙ab|gel|ten 〈st. V.; hat〉: [pflicht-, ordnungsgemäß] Sprachfetzen, Gedanken; a. (abgehackt, stoß-
schlau: ein -er Schurke; eine -e Bosheit. ˙ ausgleichen; eine empfangene Leistung durch weise) sprechen.
Ab|ge|feimt|heit, die; -, -en: 1. 〈o. Pl.〉 abgefeimte eine gleichwertige andere ersetzen: mit dieser Ab|ge|ris|sen|heit, die; -: das Abgerissensein.
˙ Art, Handlungsweise. 2. abgefeimte Handlung. Zahlung sind alle Ansprüche abgegolten; eine a˙ b|ge|run|det: ↑ abrunden.
ab|ge|fuckt [...fakt] 〈Adj.〉 [zu engl. to fuck = Schuld in Devisen a. Dazu: Ab|gel|tung, die; -, A˙ b|ge|sand|te, die/eine Abgesandte; der/einer
˙ koitieren (wohl nach dem Muster von »abge- -en. ˙ ˙ Abgesandten, die Abgesandten/zwei Abge-
wichst«)] (derb): in üblem Zustand, herunterge- Ab|gel|tungs|steu|er, Ab|gel|tung|steu|er, die sandte: weibliche Person, die mit einem
kommen: ein -er Typ; ein -es Hotel; total a. sein. ˙ (Steuerw.): auf die einen˙ bestimmten Freibetrag bestimmten Auftrag, mit einer [offiziellen] Bot-
ab|ge|grif|fen: ↑ abgreifen (1 a). überschreitenden Zinserträge erhobene pau- schaft zu jmdm. geschickt wird.
a˙ b|ge|hackt 〈Adj.〉 [2. Part. von ↑ abhacken]: (in schale Steuer, durch deren Entrichtung die Steu- Ab|ge|sand|ter, der Abgesandte/ein Abgesand-
˙ Bezug auf Sprechweise, Bewegungen o. Ä.) nicht erpf licht erlischt. ˙ ter; des/eines Abgesandten, die Abgesandten/
f ließend, sondern ständig stockend, für einen ab|ge|macht: ↑ abmachen (2). zwei Abgesandte: Person, die mit einem
Augenblick aussetzend: a. sprechen. ˙ab|ge|ma|gert: ↑ abmagern (1). bestimmten Auftrag, mit einer [offiziellen] Bot-
ab|ge|half|tert: ↑ abhalftern (2). a˙ b|ge|mel|det: ↑ abmelden (3). schaft zu jmdm. geschickt wird: die Abgesand-
a˙ b|ge|han|gen: ↑ 1 abhängen (1). a˙ b|ge|mer|gelt: ↑ abmergeln. ten des Königs.
a˙ b|ge|härmt: ↑ abhärmen. a˙ b|ge|mes|sen 〈Adj.〉 (geh.): gleichmäßig, ruhig, Ab|ge|sang, der; -[e]s, Abgesänge: 1. (Verslehre)
a˙ b|ge|här|tet: ↑ abhärten. ˙ gemessen: sich a., in -em Schritt bewegen. ˙ abschließender, dritter Teil der Strophe in den
a˙ b|ge|hen 〈unr. V.; ist〉: 1. a) sich gehend entfer- ab|ge|neigt 〈Adj.〉 [zu veraltet sich abneigen = Liedern des Minne- u. Meistersangs: der A. folgt
˙ ˙
abgeschabt – abgucken 90
auf Stollen und Gegenstollen. 2. (geh.) Aus- ab|ge|wöh|nen 〈sw. V.; hat〉: jmdn., sich dazu tropischen Amerika lebende) meist dunkel-
A klang, [wehmütiger] Abschied: das ist der A. des ˙ bringen, eine [schlechte] Gewohnheit abzulegen: braun gefleckte Riesenschlange.
Herbstes;  die Ode ist der A. des greisen Dich- jmdm. das Fluchen a.; ich habe mir das Rauchen ab|gra|ben 〈st. V.; hat〉: 1. mit dem Spaten o. Ä.
ters auf sein Jahrhundert. abgewöhnt; 〈subst.:〉 einen noch zum Abgewöh- ˙ abtragen: er grub das Erdreich ab. 2. durch Gra-
ab|ge|schabt: ↑ abschaben (2). nen (scherzh.; noch ein letztes alkoholisches ben, durch Gräben ableiten: Wasser a.
a˙ b|ge|schie|den 〈Adj.〉 [mhd. abegescheiden = Getränk); * zum Abgewöhnen (ugs.; sehr ab|gra|sen 〈sw. V.; hat〉: 1. Gras, Kräuter o. Ä. von
˙ zurückgezogen] (geh.): 1. entlegen, einsam, schlecht u. daher keinen Reiz mehr bietend: sie ˙ etw. abfressen; abweiden: das Vieh graste die
abgelegen: ein abgeschiedenes Dorf; das Gehöft sahen Fußball zum A). Böschung ab;  dieser Themenkreis ist schon
ist, liegt a. 2. verstorben, tot: -e Seelen (die See- ab|ge|wohnt: ↑ abwohnen (1). abgegrast (ugs.; bietet keine Möglichkeiten mehr
len Verstorbener). ˙ab|ge|wrackt: ↑ abwracken. für eine Bearbeitung). 2. (ugs.) eine Gegend,
Ab|ge|schie|den|heit, die; -: das Abgeschieden- a˙ b|ge|zählt: ↑ abzählen (a). Haus für Haus o. Ä. nach etw. absuchen, wegen
˙ sein: sie lebten in der A. einer sommerlichen a˙ b|ge|zehrt: ↑ abzehren. etw. aufsuchen: die ganze Umgebung a.
Idylle. a˙ b|ge|zir|kelt: ↑ abzirkeln. ab|grät|schen 〈sw. V.; ist〉 (Turnen): mit einer
ab|ge|schlafft: ↑ abschlaffen (b). a˙ b|ge|zockt 〈Adj.〉 (salopp): kaltschnäuzig, routi- ˙ Grätsche vom Gerät abgehen: er grätschte [vom
˙ab|ge|schla|gen 〈Adj.〉: 1. (bes. Sport) vom Sieger ˙ niert; nur schwer zu überraschen od. zu überlis- Barren] ab.
˙ hinter sich gelassen, klar besiegt: der weit -e ten: eine -e Profimannschaft. Dazu: Ab|ge- ab|grei|fen 〈st. V.; hat〉: 1. a) durch häufiges
Favorit; sie landete a. auf dem letzten Platz. zockt|heit, die; -. ˙ ˙ Anfassen abnutzen: viele Finger haben den
2. (landsch.) ermattet, erschöpft: einen -en Ein- ab|gie|ßen 〈st. V.; hat〉: 1. a) einen Teil einer Flüs- alten Einband abgegriffen; ein abgegriffener
druck machen; ich bin völlig a. 3. (von Geschirr) ˙ sigkeit, der als zu viel erscheint, aus einem Türknauf; b) 〈a. + sich〉 durch häufiges Anfas-
mit kleinen Beschädigungen: -e Tassen. Gefäß heraus-, weggießen: gieß Wasser [aus sen abgenutzt werden: die Farbe greift sich
Ab|ge|schla|gen|heit, die; -: das Abgeschlagen- dem Eimer] ab!; b) durch das Herausgießen von rasch ab. 2. greifend abtasten: die Ärztin griff
˙ sein (2): die Erkältung ging mit Kopfschmerzen Flüssigkeit den Inhalt eines Gefäßes verringern: die Körperstelle, den Knochen ab. 3. [greifend
und A. einher. den Eimer a. 2. a) von etwas gießen, weggießen: zwischen zwei Finger o. Ä. nehmen und
ab|ge|schlif|fen: ↑ abschleifen. das Wasser von den Nudeln a.; b) etw. Gekochtes dadurch] messen, ausmessen: ich griff die Ent-
a˙ b|ge|schlos|sen 〈Adj.〉: 1. abgesondert, isoliert, vom Kochwasser befreien: die Kartoffeln a. fernung mit dem Zirkel ab. 4. (Elektrot., Elek-
˙ von der Welt getrennt: ein -es Leben führen; 3. (bild. Kunst; Gießerei) durch einen Guss for- tronik) feststellen; wahrnehmen: eine Spannung
mein Leben ist still und a. 2. in sich geschlossen men, nachbilden: eine Büste a. 4. (Gießerei) a.; ein Signal a. 5. (salopp) ohne Skrupel neh-
[u. deshalb für Fremde nicht ohne Weiteres (eine Form) mit f lüssigem Metall füllen: eine men, sich bedenkenlos geben lassen: wer
zugänglich]: eine -e Anlage, Wohnung. 3. abge- Form a. Umsatz machte, konnte hohe Prämien a.
rundet, durchgestaltet, in sich vollendet: ein -es Ab|glanz, der; -es: 1. (veraltet) Ref lex glänzender ab|grenz|bar 〈Adj.〉: sich abgrenzen lassend: klar
Werk. ˙ Lichter, Farben; Widerschein: der A. der Abend- ˙ -e Teile eines Ganzen.
Ab|ge|schlos|sen|heit, die; -: das Abgeschlossen- röte. 2. etw., worin etwas anderes von gleicher ab|gren|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. von etw. durch eine
˙ sein (1, 3). Wesensart noch spürbar ist; Nachklang: ein ˙ Grenze abtrennen: einen Garten vom Nachbar-
ab|ge|schmackt 〈Adj.〉 [zu gleichbed. veraltet schwacher, matter A. vergangener Pracht. grundstück [mit einem Zaun, einer Hecke] a.
˙ abgeschmack; vgl. Geschmack; schmecken]: Ab|gleich, der; -[e]s, -e 〈Pl. selten〉: 1. a) das 2. etw., sich durch genaue Bestimmung von etw.,
dem Empfinden zuwider; fade, geistlos, töricht, ˙ Abgleichen (2 a): ein Programm für den flexi- jmdm. trennen, absetzen: die Aufgabengebiete
albern: -e Reden, Komplimente; seine Worte blen Abgleich von PC und Mobilgerät; b) das sind genau abgegrenzt. 3. 〈a. + sich〉 sich dis-
waren äußerst a.; etw. a. finden. Dazu: Ab|ge- Abgleichen (2 b). 2. (Funkt., Elektronik) das tanzieren, von jmdm., einer Sache absetzen:
schmackt|heit, die; -, -en. ˙ Abgleichen (3). sich von Terror und Gewalt a.
ab|ge|schnit|ten: ↑ abschneiden (1, 2, 3). ab|glei|chen 〈st. V.; hat〉: 1. (Bauw., Handwerk) in Ab|gren|zung, die; -, -en: das Abgrenzen.
A˙ b|ge|schnit|ten|heit, die; -: das Abgeschnitten- ˙ der Höhe, im Verlauf gleichmachen: den Beton A˙ b|gren|zungs|kri|te|ri|um, das: Kriterium für
˙ sein. a. 2. a) (Fachspr.) vergleichend auf etw. abstim- ˙ eine Abgrenzung.
ab|ge|se|hen: ↑ absehen (4). men: die Maße der einzelnen Module a.; b) ver- Ab|gren|zungs|pro|b|lem, das: Schwierigkeit,
˙ab|ge|son|dert: ↑ absondern (1). gleichen, um Abweichungen od. bereinstim- ˙ etw. od. sich von etw. od. jmdm. abzugren-
a˙ b|ge|spannt 〈Adj.〉 [urspr. vom Bogen oder von mungen zu erkennen: den Istbestand mit dem zen (2, 3).
˙ Saiteninstrumenten, deren Spannung nachge- Sollbestand a.; per Computer werden die Passa- Ab|griff, der; -[e]s, -e (Elektrot., Elektronik):
lassen hat]: (nach großer körperlicher od. geisti- gierlisten mit Fahndungslisten abgeglichen. ˙ 1. 〈o. Pl.〉 das Abgreifen (4): die Geschwindigkeit
ger Anstrengung) angegriffen, müde, erschöpft: 3. (Funkt., Elektronik) Spulen, Kondensatoren des -s. 2. Vorrichtung zum Abgreifen (4): pneu-
einen -en Eindruck machen; er sieht a. aus, ist auf den richtigen Wert einstellen, um die Eigen- matische -e, fotoelektrische -e.
sehr a. Dazu: Ab|ge|spannt|heit, die; -. frequenzen von Schwingkreisen in bereinstim- Ab|grund, der; -[e]s, Abgründe [mhd., ahd.
ab|ge|speckt: ↑˙ abspecken (2). mung zu bringen: einen Rundfunkempfänger a. ˙ abgrunt, eigtl. = abwärtsgehender (Erd)boden]:
a˙ b|ge|spielt: ↑ abspielen (1 b). 4. (Optik) (zwecks richtiger Brillenbestimmung) 1. unermessliche, gefährliche Tiefe: ein A. tat
a˙ b|ge|stan|den 〈Adj.〉 [zu veraltet, noch landsch. die Sehschärfen beider Augen einander anpas- sich vor mir auf; in den A. stürzen. 2. (geh.)
˙ abstehen = schal, schlecht werden; zugrunde sen. a) 〈häufig Pl.〉 unergründlicher Bereich: die
gehen]: 1. a) durch langes Stehen schal gewor- Ab|glei|chung, die; -, -en: das Abgleichen. Abgründe der menschlichen Seele; b) unvorstell-
den: -er Kaffee; das Bier ist, schmeckt a.; ˙ab|glei|ten 〈st. V.; ist〉 (geh.): 1. die Haftung, den bares Ausmaß von etw.: ein A. von Gemeinheit;
b) nicht mehr frisch, verbraucht: -e Luft; die ˙ Halt verlieren u. von etw. unbeabsichtigt seit- c) Untergang, Verderben: am Rande des -s; an
Wärme, der Geruch war a. 2. fade, nichtssa- wärts [und nach unten] gleiten: sie glitt vom den Rand des -s geraten; das Volk in den A. füh-
gend: -e Phrasen. Beckenrand ab. 2. a) von etw. abirren, abschwei- ren; d) unüberbrückbare Kluft, Gegensatz: einen
ab|ge|stimmt: ↑ abstimmen (2). fen: ihre Gedanken glitten immer wieder ab; A. zwischen Ost und West aufreißen.
˙ab|ge|stor|ben: ↑ absterben (1 a, 2). b) (unbeabsichtigt) allmählich in einen schlech- ab|grund|häss|lich 〈Adj.〉 (emotional): überaus
a˙ b|ge|stumpft: ↑ abstumpfen (2). teren Zustand geraten: das Land drohte in ˙ hässlich. ˙
A˙ b|ge|stumpft|heit, die; -: das Abgestumpftsein. Anarchie abzugleiten. ab|grün|dig 〈Adj.〉 (geh.): 1. geheimnisvoll, rätsel-
a˙ b|ge|ta|kelt 〈Adj.〉 (salopp abwertend): vom ab|glie|dern 〈sw. V.; hat〉: [sich] als Teil eines ˙ haft [u. gefährlich] in seiner Unergründlichkeit:
˙ Leben mitgenommen; verlebt, ausgedient, ˙ Ganzen räumlich abgrenzen, absondern: die ein -es Geheimnis; a. lächeln. 2. abgrundtief: -e
heruntergekommen: ein -er Showstar. Essecke ist vom Wohnbereich abgegliedert. Wut; eine -e Verachtung.
ab|ge|tan: ↑ abtun (3). Dazu: Ab|glie|de|rung, die; -, -en. Ab|grün|dig|keit, die; -: abgründige Art.
˙ab|ge|tra|gen: ↑ abtragen (3). Ab|gott,˙ der; -[e]s, Abgötter [mhd., ahd. abgot, a˙ b|grund|tief 〈Adj.〉 (emotional): (meist in Bezug
a˙ b|ge|tre|ten: ↑ abtreten (4). ˙ wahrsch. zu einem alten Adj. mit der Bed. »gott- ˙ auf negative Empfindungen) unermesslich
a˙ b|ge|trie|ben: ↑ abtreiben (4). los« (vgl. got. afguÞs, das griech. asebé s = gott- [tief ]: -er Hass; jmdn. a. verachten.
a˙ b|ge|wetzt: ↑ abwetzen (1 b). los wiedergibt)]: 1. (veraltet) falscher Gott; ab|grup|pie|ren 〈sw. V.; hat〉: in eine niedrigere
a˙ b|ge|wichst 〈Adj.〉 (salopp): in üblem Zustand, Götze: sie umtanzen ihren hölzernen A. 2. ver- ˙ Lohn- od. Gehaltsgruppe einstufen: jmdn. [in
˙ heruntergekommen: ein -er Typ. göttertes Wesen; etw. leidenschaftlich Verehrtes: eine niedrigere Lohnstufe] a. Dazu: Ab|grup-
ab|ge|win|nen 〈st. V.; hat〉: a) von jmdm. im Spiel dieses Kind ist der A. seiner Eltern. pie|rung, die; -, -en. ˙
˙ oder [Wett]kampf als Gewinner, Sieger erlan- Ab|göt|tin, die; -, -nen: 1. w. Form zu ↑ Abgott (1). ab|gu|cken 〈sw. V.; hat〉: 1. (ugs.) durch genaues
gen: sie hat ihm [im Kartenspiel] viel Geld abge- ˙ 2. abgöttisch geliebte weibliche Person. ˙ Hinsehen von jmdm. lernen, übernehmen: bei
wonnen; b) abnötigen, abringen; durch inten- ab|göt|tisch 〈Adj.〉: 1. (veraltend) götzendiene- wem hast du dir denn das abgeguckt?; jmdm.
sive Bemühungen entlocken: dem Meer Land a.; ˙ risch: ein hölzernes Bild a. verehren. 2. 〈intensi- ein Kunststück, einen Trick a. 2. (Schülerspr.)
jmdm. ein Lächeln abzugewinnen versuchen; vierend bei Adjektiven u. Verben〉 jedes normale (in der Schule, bei einer Prüfung) unerlaubt von
c) etw. Gutes, Positives an einer Sache finden: Maß übersteigend; wie einen Abgott: -e Liebe, jmdm. abschreiben: sie ließ nur ihre Freundin
diesem Vorschlag kann ich nichts a. Verehrung; jmdn. a. lieben. a.; darf ich bei dir, von dir a.? 3. * jmdm. nichts
ab|ge|wirt|schaf|tet: ↑ abwirtschaften. Ab|gott|schlan|ge, die; -, -n [die Schlange genoss a. (ugs.; in Aufforderungen, sich beim Ausziehen
˙ab|ge|wo|gen: ↑ abwägen. ˙ in ihrer Heimat, bes. in Mexiko, wegen ihrer nicht zu genieren: du brauchst keine Angst zu
A˙ b|ge|wo|gen|heit, die; -: das Abgewogensein. Stärke und Schönheit göttliche Verehrung]: (im haben, ich guck dir nichts ab!).
˙
91 Abguss – abhocken
Ab|guss, der; -es, Abgüsse: 1. (landsch.) Ausguss. [in entspannter Atmosphäre] seine Freizeit ver- abgehauen. 2. 〈nur: haute; hat〉 [eigtl. = flüchtig
˙ 2. (bild. Kunst) durch Gießen hergestellte Nach- bringen: im Urlaub einfach nur a. herunterhauen, vgl. abschmieren (2 a)] (Schü- A
bildung: der A. einer Büste; einen A. in Gips, in 2
ab|hän|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. von einem Haken, lerspr. veraltet) (in der Schule, in einer Prüfung)
Bronze anfertigen. 3. (Gießerei) Gussstück im ˙ Nagel [ab-, herunter]nehmen: ich hängte das unerlaubt [schnell u. nicht sauber] abschreiben:
Rohzustand. Bild ab. 2. aus der Verbindung mit etw. lösen: er haute die Rechenaufgaben [von mir] ab.
Abh. = Abhandlung (2). der Speisewagen wird in München abgehängt. 3. 〈nur: haute; ist〉 [zu veraltet hauen = eilen,
ab|ha|ben 〈unr. V.; hat〉 (ugs.): 1. 〈meist im Inf.〉 3. a) (salopp) jmdn. loswerden, die Bindung zu laufen, vom Einhauen der Sporen in die Wei-
˙ (einen Teil von etw.) erhalten: willst du was a.? ihm lösen: sie hat ihn einfach abgehängt; chen des Pferdes] (ugs.) sich davonmachen, ver-
2. abgenommen, abgezogen haben: er hatte den b) (ugs., bes. Sport) jmdn. abschütteln, hinter schwinden: er haute mit dem ganzen Geld ab;
Schlips, den Hut, die Brille ab. 3. (etwas fest Haf- sich lassen: er hat alle Konkurrenten abgehängt. Mensch, hau bloß, endlich ab!; sie sind über die
tendes) gelöst, entfernt haben: hast du den 4. (veraltet) den Telefonhörer auflegen u. damit Grenze abgehauen; von zu Hause a.
Fleck, den Verschluss ab? das Gespräch beenden: der Teilnehmer hat ab|häu|ten 〈sw. V.; hat〉: einem Tier die Haut
ab|ha|cken 〈sw. V.; hat〉: einer Sache od. jmdm. abgehängt. 5. (Bauw.) die Decke eines Raumes ˙ abziehen: einen Hasen, ein Lamm a.
˙ [einen Teil von] etw. mit einem scharfen Werk- niedriger machen: eine Decke a. ab|he|ben 〈st. V.; hat〉: 1. a) anheben u. entfernen;
zeug abschlagen, abtrennen: sie hackte dem ab|hän|gig 〈Adj.〉: 1. a) durch etw. bedingt, ˙ ab-, herunternehmen: den Deckel, den Hörer a.;
Huhn den Kopf ab; beinahe hätte ich mir den ˙ bestimmt; von etw. entscheidend beeinf lusst: Karten [von einem Kartenspiel] a.; eine Masche
Daumen abgehackt; (emotional:) eher lasse ich das ist von den Umständen a.; der Ausflug ist a. (Stricken; durch berziehen einer Masche
mir die Hand a., als dass ich mich dafür hergebe. vom Wetter a.; etw. von einer Bedingung a. über die davorliegende die Gesamtmaschen-
ab|ha|ken 〈sw. V.; hat〉: 1. von einem Haken machen ( für etw. eine bestimmte Bedingung zahl um eins reduzieren); du musst noch a. (vor
˙ abnehmen, aus einer Öse o. Ä. loshaken: den stellen); b) auf jmdn. od. etw. angewiesen, an Spielbeginn einen Teil der [bereits gemischten]
Tragriemen von der Tasche a.; die Fensterläden jmdn. od. etw. gebunden: von den Eltern [finan- Karten vom Stapel herunternehmen u. die übrig
a. 2. als erledigt, ausgeführt, zur Kenntnis ziell] a. sein; von einem Land wirtschaftlich a. gebliebenen obenauf legen); b) 〈a. + sich〉 sich
genommen mit einem Haken (1 b) kennzeich- sein; c) in krankhafter Weise körperlich stark ablösen: die Kruste hebt sich ab. 2. [für älter:
nen: die Namen in einer Liste, eine Liste a.; an Genuss-, Rauschmittel o. Ä. gebunden, heben, nach ital. levare] sich etw. auszahlen las-
 die Streitfragen in der Sache waren rasch darauf angewiesen: er ist vom Alkohol, von sen: Geld [vom Konto] a. 3. a) 〈a. + sich〉 gegen-
abgehakt (erledigt). Drogen a. 2. unselbstständig: in -er Stellung über einem Hinter-, Untergrund, seiner Umge-
ab|half|tern 〈sw. V.; hat〉: 1. (selten) einem Zug- sein; a. Beschäftigte, Erwerbstätige (Amtsspr.; bung deutlich unterscheidbar hervortreten: die
˙ tier das Halfter abnehmen: ich halfterte das Personen, die nicht selbstständig, sondern als Bäume hoben sich vom/gegen den Abendhim-
Pferd ab. 2. (ugs.) aus seiner Stellung entfernen, Angestellte, Beamte, Arbeiter od. Auszubil- mel ab; b) etw. optisch gegenüber etw. hervortre-
seines Postens, Einflusses berauben: man hat dende arbeiten); (Sprachwiss.:) -er (untergeord- ten lassen: etw. unterstreichen und es dadurch
sie einfach abgehalftert; ein abgehalfterter neter) Satz (Neben-, Gliedsatz), -e (indirekte) von seiner Umgebung a. 4. (Fliegerspr.) (von
(abwertend; heruntergekommener) Rockstar. Rede, -er (obliquer) Fall. 3. (veraltet) abfallend, Flugzeugen, Raketen) sich in die Luft erheben:
ab|hal|ten 〈st. V.; hat〉: 1. a) in Händen Gehalte- geneigt: ein -es Gelände. die Rakete hat von der Startrampe abgehoben.
˙ nes von jmdm., sich od. etw. weg-, entfernt hal- 5. [übertr. zu 4] den Bezug zur Realität verlie-
ten: die Zeitung beim Lesen weiter [von sich] a.; -ab|hän|gig 〈drückt in Bildungen mit Sub- ren: er ist Realist geblieben, hat innerlich nicht
b) (ein Kind) so halten, dass es seine Notdurft stantiven eine Abhängigkeit aus〉: 1. durch abgehoben. 6. [wohl aus der Schützensprache]
verrichten kann: der Vater hielt die Kleine ab. etw. bestimmt, von etw. entscheidend beein- auf etw. nachdrücklich Bezug nehmen, in einem
2. a) nicht herankommen od. eindringen lassen; flusst: konjunktur-, leistungs-, zeitabhängig. gegebenen Zusammenhang hinweisen: die
abwehren: das Netz soll die Fliegen von dem 2. körperlich und psychisch von etw. abhän- Fraktionsvorsitzende hat bewusst auf die
schlafenden Säugling a.; die Scheibe hält den gend, auf etw. angewiesen: heroin-, rausch- Gewissensentscheidung jedes und jeder einzel-
Wind ab; b) von etw. zurückhalten; an etw. hin- gift-, tablettenabhängig. nen Abgeordneten abgehoben.
dern: jmdn. von einer unüberlegten Handlung ab|he|bern 〈sw. V.; hat〉 (bes. Chemie): eine Flüs-
a.; die Kinder vom Lernen a.; sie hielt ihn davon Ab|hän|gi|ge, die/eine Abhängige; der/einer ˙ sigkeit aus etw. mit einem Heber entnehmen.
ab, noch mehr zu trinken. 3. eine Veranstal- ˙ Abhängigen, die Abhängigen/zwei Abhängige: Ab|he|bung, die; -, -en: das Abheben (2).
tung, Zusammenkunft durchführen: eine Konfe- weibliche Person, die von jmdm. oder etw. a˙ b|hef|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. etw. in einen Hefter ein-
renz, eine Versammlung a.; Wahlen a. 4. (See- abhängig (1) ist. ˙ ordnen: Rechnungen in einem Ordner a. 2. etw.
mannsspr.) a) den Kurs so ändern, dass er von Ab|hän|gi|ger, der Abhängige/ein Abhängiger; mit Heftstichen befestigen: sie hefteten die Fal-
etwas weg führt; wegsteuern: das Schiff hat von ˙ des/eines Abhängigen, die Abhängigen/zwei ten ab.
der Klippe abgehalten; b) abfallen (6): die Jolle Abhängige: jmd., der von jmdm. oder etw. Ab|hef|tung, die; -, -en: das Abheften.
hält [vom Wind] ab. abhängig (1) ist. ˙ab|hei|len 〈sw. V.; ist〉: verheilen [u. verschwin-
Ab|hal|tung, die; -, -en: 1. Verhinderung: ich Ab|hän|gig|keit, die; -, -en: 1. das Abhängig- ˙ den]: der Ausschlag heilte [nicht] ab; gut abhei-
˙ hatte eine dringende A. 2. Durchführung: die A. ˙ sein (1 b): die wirtschaftliche, politische A. von lende Wunden.
von Wahlen. einem anderen Land; jmdn. seine A. fühlen las- Ab|hei|lung, die; -, -en: das Abheilen.
ab|han|deln 〈sw. V.; hat〉: 1. jmdm. nach längerem sen; in A. von jmdm. geraten. 2. das Abhängig- ˙ab|hel|fen 〈st. V.; hat〉: eine Notlage, ein bel
˙ Handeln abkaufen: sie hat ihm die alte Uhr sein (1 a, 2). ˙ beheben; sich einer Sache annehmen u. den
schließlich für die Hälfte abgehandelt;  ich Ab|hän|gig|keits|ge|fühl, das: Gefühl des Grund zur Unzufriedenheit o. Ä. beseitigen:
lasse mir von meinem Recht nichts a. 2. [wissen- ˙ Abhängigseins. einem bel, einem Missstand, berechtigten
schaftlich] darstellen, gründlich behandeln: ein Ab|hän|gig|keits|ver|hält|nis, das: Verhältnis, Beschwerden a.; dem ist leicht abzuhelfen.
Thema, einen Gegenstand a. ˙ bei dem jmd. von einem andern abhängig ist: in ab|het|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. (Wild, Pferde, Hunde)
ab|han|den|kom|men 〈st. V.; ist〉 [eigtl. = von ein A. geraten. ˙ durch ständiges Antreiben erschöpfen: er hat
den˙ Händen weg kommen]: verloren gehen: mir ab|har|ken 〈sw. V.; hat〉 (nordd.): a) mit der Harke die Pferde abgehetzt. 2. 〈a. + sich〉 sich bis zur
ist meine Brieftasche abhandengekommen; die ˙ entfernen: Laub a.; b) mit der Harke säubern: Erschöpfung beeilen: ich habe mich so abge-
abhandengekommene Brieftasche. den Rasen a. hetzt, um den Zug noch zu erreichen; abgehetzt
Ab|hand|lung, die; -, -en: 1. das Abhandeln (2). ab|här|men, sich 〈sw. V.; hat〉 (veraltet): sich aussehen.
˙ 2. schriftliche [wissenschaftliche] Darstellung; ˙ jmds., einer Sache wegen stark härmen: ich ab|heu|ern 〈sw. V.; hat〉: 1. (Seemannsspr.) aus
längerer Aufsatz (Abk.: Abh.): eine A. über die härmte mich seinetwegen/um ihn ab; 〈oft im ˙ dem Dienst auf einem Schiff entlassen: ein
einheimische Fauna; eine A. verfassen, schrei- 2. Part.:〉 abgehärmt aussehen. Besatzungsmitglied a. 2. (Seemannsspr.) den
ben. ab|här|ten 〈sw. V.; hat〉: an Beanspruchungen Dienst auf einem Schiff aufgeben; abmustern:
Ab|hang, der; -[e]s, Abhänge: sich neigende Seite ˙ durch raues Wetter, Kälte, Entbehrungen der zweite Steuermann hat abgeheuert. 3. (ugs.)
˙ einer Bodenerhebung, eines Gebirges: ein gewöhnen u. dadurch widerstandsfähig [ jmdm.] jmdn. abwerben: [einem Unterneh-
schroffer A.; den A. hinunterrutschen. machen: seinen Körper durch Sport a.; sich men] Arbeitskräfte a.
1
ab|hän|gen 〈st. V.; hat; südd., österr., schweiz.: gegen Erkältungen a.; die Kinder sind abgehär- Ab|hieb, der; -[e]s (Forstwirtsch.): 1. das
˙ ist〉: 1. (bes. von Schlachtfleisch) durch längeres tet;  abgehärtet und gleichgültig wirken. ˙ Abhauen, Fällen von Bäumen: vor dem A. des
Hängen mürbe werden: der Hase kann mehrere Ab|här|tung, die; -, -en: das Abhärten. Bestandes. 2. Stelle, an der ein Baum abge-
Tage a.; 〈meist im 2. Part.:〉 gut abgehangene a˙ b|has|peln 〈sw. V.; hat〉: 1. [von einer Rolle, hauen worden ist: drei Meter über A.
Steaks. 2. (selten) a) herunterhängen; b) abfal- ˙ Winde] abwickeln, abspulen: ich hasp[e]le den Ab|hil|fe, die; -, -n: das Abhelfen: A. versprechen,
len (4): ein nach Osten abhängendes Gelände. Faden ab. 2. hastig, ohne rechte Betonung auf- ˙ schaffen; auf A. sinnen; für A. sorgen.
3. a) durch etw. bedingt sein; jmds. Willen od. sagen, vortragen: eine Rede, einen Vortrag a. ab|ho|beln 〈sw. V.; hat〉: 1. mit dem Hobel glätten:
Macht unterworfen sein: etw. hängt von den 3. 〈a. + sich〉 (landsch.) sich abhetzen. ˙ die Kanten von etw. a. 2. mit dem Hobel entfer-
Umständen, vom Wetter, vom Zufall ab; ihre ab|hau|en 〈unr. V.; haute/(geh.:) hieb ab, abge- nen: ich hob[e]le noch 1 cm vom Brett ab. 3. mit
Zukunft hing von dieser Entscheidung ab; ˙ hauen/(bayr., österr.): abgehaut〉: 1. 〈hat〉 dem Hobel dünner, kleiner machen: die Tür-
b) auf jmdn. od. etw. angewiesen, von jmdm. od. a) abschlagen: die Maurer hauten den Putz ab; kante a.
etw. abhängig sein: viele Studierende hängen b) abtrennen: ich hieb/(ugs.:) haute die Äste mit ab|ho|cken 〈sw. V.; ist〉: 1. (Turnen) mit einer
finanziell von ihren Eltern ab. 4. (Jugendspr.) der Axt ab; beinahe hätte er sich den Daumen ˙ Hocke vom Gerät abgehen: in den Stand a.
abhold – abkleben 92
2. (Ski) in die Hocke gehen: vor dem Sprung tief abio|tisch [auch: a...] 〈Adj.〉 (Fachspr.): die unbe- Umwelt absondern, abschließen: ich kaps[e]le
A a.  Natur betreffend; leblos.
lebte mich gegen meine Umwelt, von der Welt ab;
ab|hold [auch: ap...] 〈Adj.〉 [mhd. abholt = feind- ab|ir|ren 〈sw. V.; ist〉 (geh.): von der Richtung abgekapselt leben.
lich˙ gesinnt, aus ↑ 1 ab u. ↑ hold]: in der Verbin- ˙ abkommen: in der Dunkelheit vom Weg a.; ihr Ab|kap|se|lung, (selten:) Ab|kaps|lung, die; -,
dung jmdm., einer Sache a. sein (geh.; jmdm., Blick, ihre Augen irrten ab;  ihre Gedanken irr- ˙ -en: das Abkapseln. ˙
einer Sache abgeneigt sein: großen Worten a. ten immer wieder ab. ab|kar|ren 〈sw. V.; hat〉: mit der Karre abtranspor-
sein; er war dem Alkohol nicht a.; 〈auch attr.:〉 Ab|ir|rung, die; -, -en: das Abirren. ˙ tieren: Sand, Steine a.
ein allen Phrasen -er Politiker). a˙ b|iso|lie|ren 〈sw. V.; hat〉 (Fachspr.): die Isolie- ab|kar|ten 〈sw. V.; hat〉 [eigtl. = die Karten nach
ab|ho|len 〈sw. V.; hat〉: 1. (Bereitliegendes) sich ˙ rung von einem Kabelende entfernen. ˙ heimlicher Verabredung einsehen] (ugs.): zum
˙ geben lassen u. mitnehmen: ein Paket auf der Ab|iso|lier|zan|ge, die: besondere Zange zum Nachteil eines anderen heimlich verabreden:
Post, Theaterkarten an der Kasse a. 2. jmdn. an ˙ Entfernen der Isolierung von einem Kabelende. die Sache war abgekartet; 〈häufig im 2. Part.:〉
einem vereinbarten Ort treffen u. mit ihm weg- Ab|i|tur, das; -s, -e 〈Pl. selten〉 [zu nlat. abiturire, ein abgekartetes Spiel.
gehen: jmdn. zum Spaziergang a.; sie holte mich 
↑ Abiturient]: a) Abschlussprüfung an einer ab|kas|sie|ren 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): Geld von jmdm.
am Bahnhof, von der Bahn ab. 3. (ugs. verhüll.) höheren Schule; Reifeprüfung: das, sein A. ˙ kassieren: die Fahrgäste a.; die Bedienung hat
verhaften: jmdn. nachts a. 4. (bes. Kaufmanns- machen; das A. bestehen, nachholen; durchs A. [alle Tische, die Getränke] bereits abkassiert;
spr.) auf jmdn. zugehen u. [in direkter Anspra- fallen; b) höherer Schulabschluss; Berechtigung,  bei den Kunden, den Bürgern a. (zu hohe
che] als Interessenten für ein Produkt, eine an einer Hochschule zu studieren: [das, kein] A. Gebühren verlangen).
Dienstleistung o. Ä. zu gewinnen suchen: wir haben. ab|kau|en 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch ständiges
müssen die Kunden dort a., wo sie sind. Ab|i|tu|ri|ent, der; -en, -en [nlat. abituriens ˙ Beknabbern, Kauen verunstalten, hässlich aus-
Ab|ho|ler, der; -s, -: Person, die etw. abholt (1). ˙
(Gen.: abiturientis), 1. Part. von: abiturire = sehen lassen: Nägel a.; abgekaute Bleistifte;
˙Ab|ho|le|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abholer. (von der Schule) ab-, weggehen werden, zu lat. b) durch häufiges Beißen abnutzen: das Mund-
A˙ b|hol|markt, der: Verkaufsstelle, bei der die abire = abgehen]: Schüler kurz vor, im u. nach stück der Pfeife a.; abgekaute Zähne. 2. (vulg.)
˙ Käufer[innen] Waren, die sonst üblicherweise dem Abitur. fellationieren: jmdm. einen a.
geliefert werden, selbst abholen. Ab|i|tu|ri|en|tin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abitu- ab|kau|fen 〈sw. V.; hat〉: von jmdm. kaufen: jmdm.
Ab|ho|lung, die; -, -en: das Abholen. rient. ˙ ˙ ein altes Radio a.; er kaufte ihr einen Blumen-
˙ab|hol|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. (Bäume) in einem Ab|i|tur|klas|se, die: Schulklasse, die das Abitur strauß ab;  was du da sagst, kauft dir keiner ab
˙ Gebiet fällen: Bäume, Wälder a. 2. ein Gebiet  oder [gerade] hinter sich hat.
vor sich (ugs.; glaubt dir niemand).
durch Kahlschlag seines Baumbestandes berau- Ab|i|tur|no|te, die: Gesamtnote im Abitur (a). Ab|kehr, die; -: Abwendung von jmdm., etw.: eine
ben: die Hänge waren teilweise abgeholzt. Ab|i|tu r|prü|fung, die: Abitur (a). ˙ A. von der bisherigen Politik.
Ab|hol|zung, die; -, -en: das Abholzen. Ab|i|tu r|zei|tung, die: von Abiturienten in Form 1
ab|keh|ren 〈sw. V.; hat〉: abwenden: sie kehrte ihr
˙Ab|hör|an|la|ge, die: vgl. Abhörgerät: eine A. einer Zeitung zusammengestellte Beiträge, in ˙ Gesicht ab; ich kehrte mich von ihr, vom Fens-
˙ installieren. denen humorvoll an Personen und Ereignisse ter ab; die uns abgekehrte Seite des Mondes;
ab|hor|chen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) mit dem Ohr auf des zurückliegenden Schullebens erinnert wird.  sich von der Welt a.
˙ Geräusche prüfen: den Boden a.; b) durch Prü- Ab|i|tur|zeug|nis, das: Zeugnis, mit dem Abitu- 2
ab|keh|ren 〈sw. V.; hat〉 (bes. südd.): a) durch
fen bestimmter Geräusche im Körper untersu- 
rientinnen u. Abiturienten nach bestandener ˙ 2 Kehren [von etw.] entfernen; abfegen (a): ich
chen: das Herz, die Lunge a. 2. (selten) heimlich Reifeprüfung die höhere Schule verlassen; Reife- kehrte den Schmutz [von der Treppe] ab;
überwachen, mit anhören: Telefongespräche a. zeugnis. b) durch 2 Kehren säubern; abfegen (b): die
Ab|hör|ein|rich|tung, die: vgl. Abhörgerät. ab|ja|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. jmdm. etw. nach länge- Treppe a.
˙ab|hö|ren 〈sw. V.; hat〉: 1. jmdn. etw. Gelerntes ˙ rer Verfolgung entreißen, abnehmen: die Polizei ab|ket|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. von der Kette lösen: ich
˙ ohne Vorlage aufsagen lassen, um festzustellen, konnte den Dieben die Beute noch rechtzeitig ˙ kettete den Hund ab. 2. (Maschen) zu einem
ob er es beherrscht: die Schülerinnen u. Schü- a.; der Stürmer jagte ihm wieder den Ball ab; festen Rand verbinden.
ler/den Schülerinnen u. Schülern die Vokabeln  jmdm. Kunden a. 2. a) durch ständiges ab|kip|pen 〈sw. V.〉: 1. a) 〈hat〉 kippend nach
a.; jmdn., einander, sich [gegenseitig] a.; der Antreiben erschöpfen: die Pferde a.; b) 〈a. + ˙ unten fallen lassen: die Bordwand des Lieferwa-
Lehrer hat die Vokabeln abgehört. 2. abhor- sich〉 (ugs.) sich abhetzen (2): sie hatte sich gens a.; b) 〈ist〉 nach unten fallen, abrutschen:
chen (1 b), auskultieren: die Lunge a.; die Ärztin abgejagt, um den Zug noch zu erreichen. der Balken kippte plötzlich ab;  die Maschine
hörte den Kranken ab. 3. zur berprüfung, zum Abk. = Abkürzung. ist abgekippt (Fliegerspr.; ist aus der normalen
Wissenserwerb, zum Vergnügen o. Ä. anhören: ab|ka|cken 〈sw. V.〉 (derb): 1. 〈hat〉 [schnell] seine Fluglage gekippt). 2. 〈hat〉 [Müll o. Ä.] abladen,
den Anrufbeantworter, eine Aufnahme a.; hast ˙ große Notdurft verrichten. 2. 〈ist〉 [plötzlich] beseitigen: Müll, Sand, Säure a.
du deine Mailbox noch nicht abgehört? 4. heim- völlig versagen: ihm ist der Motor abgekackt; ab|klap|pen 〈sw. V.; hat〉: 1. nach unten klappen:
lich überwachen, mit anhören: die Telefonlei- die beiden Angeber sind am Ende total abge- ˙ die Seitenwände a. 2. (von Müll o. Ä.) abladen,
tung, ein Gespräch a.; sie (ihre Gespräche) wur- kackt. beseitigen.
den abgehört. 5. wegen eines Verbots heimlich ab|kal|ben 〈sw. V.; hat〉 (Landwirtsch.): kalben. ab|klap|pern 〈sw. V.; hat〉 [viell. nach dem Klap-
hören, um sich zu informieren: ausländische a˙ b|kal|ten 〈sw. V.; hat〉 (Kochkunst schweiz.): kalt ˙ pern der Holzpantoffeln von Hausierern, die
Sender a. ˙ stellen, abkühlen [lassen]: den Topf vom Herd ihre Kunden abgingen] (ugs.): (eine Anzahl Per-
Ab|hör|ge|rät, das: hochempfindliches, mit nehmen und a. lassen; die Waffeln werden abge- sonen, Orte) der Reihe nach aufsuchen: Kunden
˙ Mikrofon u. Sender ausgestattetes Gerät zum kaltet in eine Blechdose gegeben. a.; er hatte die halbe Stadt [nach einem Zim-
Abhören von [Telefon]gesprächen. ab|käm|men 〈sw. V.; hat〉: 1. mit dem Kamm [aus mer] abgeklappert.
ab|hör|si|cher 〈Adj.〉: gegen Abhören (4) gesi- ˙ dem Haar] entfernen. 2. systematisch absuchen: ab|klä|ren 〈sw. V.; hat〉: völlig klären:  einen
˙ chert: -e Telefone. Dazu: Ab|hör|si|cher|heit, ein Waldstück [nach einem Sträfling] a. ˙ Sachverhalt, Tatbestand a.
die, -. ˙ ab|kämp|fen 〈sw. V.; hat〉: 1. (veraltend) jmdm., Ab|klä|rung, die; -, -en (bes. schweiz.): das Abklä-
Ab|hö|rung, die; -, -en: das Abhören. ˙ sich abringen: ich habe ihm seine Zustimmung ˙ ren.
A˙ b|hör|wan|ze, die (Jargon): Abhörgerät in Form mit großer Mühe abgekämpft. 2. 〈a. + sich〉 sich Ab|klatsch, der; -[e]s, -e: a) (Kunstwiss.) Nachbil-
˙ eines kleinen Senders, der in einem Raum ver- bis zur Erschöpfung anstrengen: die Raufenden ˙ dung, Negativ einer Vorlage: der A. eines
steckt angebracht wird. haben sich abgekämpft; abgekämpft sein. Reliefs; b) (abwertend) bloße, minderwertige
ab|hot|ten 〈sw. V.; hat〉 [zu ↑ Hot] (salopp): sich ab|kan|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. scharfe Kanten bei etw. Nachahmung eines Vorbildes; Kopie.
˙ tanzend austoben. ˙ beseitigen: ein Brett a. 2. die Kante von etw. ab|klat|schen 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Klatschen in
Ab|hub, der; -[e]s (veraltend abwertend): umbiegen: die Bleche sind abgekantet worden. ˙ die Hände jmdn., der gerade mit einem andern
˙ Abschaum: jmdn. zum A. der Gesellschaft erklä- 3. mit einer Kante versehen: einen Stein scharf tanzt, für sich als Tanzpartner[in] erbitten u.
ren. a. 4. über die Kante abladen: Geräte vom erhalten: sie klatschte mehrmals den Tanzpart-
ab|hun|gern 〈sw. V.; hat〉: 1. 〈a. + sich〉 sich durch Wagen a. ner ihrer Freundin ab. 2. (Theater, Film) durch
˙ Hungern absparen, ermöglichen: ich habe mir ab|kan|zeln 〈sw. V.; hat〉 [urspr. = jmdn. von der Klatschen in die Hände jmdn. in etw. unterbre-
das Geld dazu, die Reise abgehungert. 2. durch ˙ Kanzel (1) herab rügen] (ugs.): (bes. einen chen: die Akteure bei der Probe a.; der Regisseur
Hungern bewirken, dass das Körpergewicht Untergebenen) betont unhöflich, scharf tadeln: musste mehrmals a. 3. (Ballspiele) (einen Ball)
geringer wird: ich habe [mir] fünf Kilo, einige er musste sich vor allen Anwesenden a. lassen. mit f lachen Händen abwehren, zurückschlagen:
Pfunde abgehungert. 3. 〈a. + sich〉 sehr hungern; Ab|kan|ze|lung, (seltener:) Ab|kanz|lung, die; -, den Ball a. 4. (Sport) (zur Aufmunterung, als
sich durch Hunger entkräften: er hat sich im ˙ -en (ugs.): das Abkanzeln. ˙ Zeichen der Anerkennung o. Ä.) die Handflä-
Lager abgehungert; abgehungert aussehen. ab|kap|pen 〈sw. V.; hat〉 [zu ↑ kappen]: 1. die chen gegen die eines Mitspielers, Mannschafts-
ab|hus|ten 〈sw. V.; hat〉: durch Husten Schleim ˙ Spitze von etw. abschneiden: die oberen Zweige kameraden o. Ä. schlagen: jmdn. a. 5. a) (Kunst-
˙ aus der Lunge entfernen: ich kann nicht a.; du a. 2. kappen (1): er kappte das Tau ab. wiss.) in einem Abklatsch (a) nachbilden: ein
musst erst einmal ordentlich [den Schleim] a. ab|kap|seln 〈sw. V.; hat〉: 1. a) in einer Art Kapsel Relief a.; b) (abwertend) kopieren (4); unverar-
Abi, das; -s, -s 〈Pl. selten〉 (Schülerspr.): kurz für ˙ dicht abschließen: die Krankheitserreger a.; beitet, unreflektiert wiedergeben: in seinen
˙ ↑ Abitur (a). b) 〈a. + sich〉 sich in einer Art Kapsel dicht Romanen klatscht er das Leben nur ab.
Abi|d|jan [abidan]: Regierungssitz der Elfen- abschließen: die Würmer kapseln sich in der ab|kle|ben 〈sw. V.; hat〉: mit Klebeband o. Ä. abde-
beinküste. Muskulatur ab. 2. 〈a. + sich〉 sich gegenüber der ˙ cken.
93 abklemmen – Ablagerung
ab|klem|men 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Klemmen ab-, Garsein kochen: Futterkartoffeln, Eier für den den). 3. etwas Haftendes, Festsitzendes mit
˙ durchtrennen: das Telefon [von der Leitung] a.; Salat a.; b) durch Kochen keimfrei machen: wir Mühe lösen können, losbekommen: den Deckel A
(mit der Nebenvorstellung des Unabsichtlichen) mussten das Trinkwasser a.; c) durch Kochen nicht a.
ich hätte mir beinahe einen Finger abgeklemmt. einen Extrakt aus etw. gewinnen: [Heil]kräuter ab|ku|cken (nordd.): ↑ abgucken.
2. a) [mit einer Klemme] zusammenpressen: a. 2. (salopp) ( jmdn.) zermürben, erledigen, fer- ˙ab|küh|len 〈sw. V.; hat〉: 1. auf eine niedrigere
eine Ader, die Nabelschnur a.; b) von einer tigmachen: sich nicht a. lassen. 3. (salopp) ˙ Temperatur bringen: die Milch a.; ich habe mich
Klemme, von Klemmen lösen: die Verteiler- schröpfen, ausnehmen: sie haben ihn beim Skat vor dem Schwimmen rasch abgekühlt;  das
kappe a. ganz gehörig abgekocht. 4. (Sportjargon) vor Erlebnis hat seine Liebe abgekühlt. 2. 〈a. + sich〉
Ab|klem|mung, die; -, -en: das Abklemmen. einem Kampf [durch Schwitzen] sein Körperge- kühl[er] werden, an Wärme verlieren: nach dem
˙Ab|kling|be|cken, das (Reaktortechnik): durch wicht in kurzer Zeit verringern [um für eine Regen hat es sich stark abgekühlt; das Badewas-
˙ dicke Betonschichten abgeschirmtes Wasserbe- bestimmte Klasse zugelassen zu werden]: eine ser hat sich inzwischen, ist nun abgekühlt;
cken, in dem Brennelemente aus Reaktoren Woche vor dem Fight musste der Europameis- 〈auch ohne »sich«:〉 der Motor, die Suppe muss
nach dem Ausbau gelagert werden, bis ihre ter noch [2 Kilo] a. noch a.;  ihre Beziehungen kühlten [sich] ab.
Radioaktivität auf einen bestimmten Wert ab|kom|man|die|ren 〈sw. V.; hat〉 (meist Militär): Ab|küh|lung, die; -, -en 〈Pl. selten〉: 1. das Abküh-
gesunken ist. ˙ dienstlich zur Erfüllung einer besonderen Auf- ˙ len, Sichabkühlen. 2. Temperaturrückgang.
ab|klin|geln 〈sw. V.; hat〉 (veraltet): 1. (ugs.) an gabe entsenden; abstellen, abordnen: jmdn. an ab|kün|di|gen 〈sw. V.; hat〉 (Kirche): von der Kan-
˙ mehreren Haus-, Wohnungstüren nacheinander die Front, für etw., nach Südamerika, zum ˙ zel herab bekannt geben: der Pfarrer kündigte
klingeln: alle Haustüren, die ganze Straße a. Ölschaufeln an der Küste a. die Brautpaare ab.
2. (landsch.) durch Klingeln das Zeichen zur Ab|kom|man|die|rung, die; -, -en: das Abkom- Ab|kün|di|gung, die; -, -en: das Abkündigen.
Weiterfahrt geben: die Schaffnerin klingelte ab. ˙ mandieren. ˙Ab|kunft, die; - [zu ↑ 1 abkommen; 2. Bestandteil
ab|klin|gen 〈st. V.; ist〉: 1. in der Lautstärke Ab|kom|me, der; -n, -n [zu veraltet abkommen = ˙ veraltet Kunft, mhd. kunft, kumft, ahd. chumft,
˙ abnehmen, leiser werden: der Lärm klingt ab. ˙ abstammen] (veraltet): Nachkomme: er ist ein ↑ 1 künftig]: Abstammung, Herkunft: ein Dichter
2. weniger werden; schwinden, nachlassen: die direkter A. des Kurfürsten. indischer A.; bescheidener, bürgerlicher A. sein.
Erregung, das Fieber klingt ab. 3. (Physik) in der ab|kom|men 〈st. V.; ist〉: 1. a) sich, ohne es zu ab|kup|fern 〈sw. V.; hat〉 [eigtl. = einen Kupfer-
radioaktiven Strahlung nachlassen. ˙ merken, ohne es verhindern zu können, von ˙ stich vervielfältigen] (ugs. abwertend): uner-
ab|klop|fen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Klopfen ent- einer eingeschlagenen Richtung entfernen: vom laubt übernehmen, abschreiben: einen Artikel
˙ fernen: den Putz von den Wänden, den Schnee Weg[e], vom Kurs, bei Glatteis von der Fahr- aus einem Lexikon a.; bei jmdm., von jmdm. a.
vom Mantel a.; b) durch Klopfen säubern: ich bahn a.; b) abschweifen (2): vom Thema a.; ab|kup|peln 〈sw. V.; hat〉: abkoppeln (2).
klopfte [mir] den Mantel ab, klopfte mich ab. c) etw. aufgeben: von einem Plan wieder a. a˙ b|kür|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. räumlich kürzer
2. klopfend liebkosen: das Pferd a. 3. (bes. Med.) 2. a) (Sport) einen Wettkampf, eine sportliche ˙ machen: einen Weg a.; [den Weg] ein Stück a.;
durch Klopfen untersuchen, prüfen; perkutieren: bung in bestimmter Weise beginnen: der in abgekürztem (verhaltenem) Trab. 2. in seiner
die Ärztin klopft den Patienten, die Brust des Springer ist gut [von der Sprungschanze] abge- Zeitdauer beschränken; vorzeitig beenden: eine
Patienten [mit dem Finger] ab; Fässer a.;  eine kommen; b) (Schießen) bei der Abgabe des Rede, ein Verfahren a.; er hatte seinen Besuch
Aussage auf ihre Glaubwürdigkeit a. 4. (vorge- Schusses eine bestimmte Zielrichtung haben: er abgekürzt. 3. (in Sprache u. Schrift) kürzer aus-
tragene Musik) durch Klopfen mit dem Takt- ist zu tief, ist 8 hoch links abgekommen. drücken, in einer verkürzten Form wiedergeben:
stock auf das Dirigentenpult unterbrechen: der 3. 〈meist im Inf.〉 eine Tätigkeit unterbrechen: ein Wort, einen Namen a.
Dirigent klopfte nach den ersten Takten ab. für ein paar Stunden [vom Dienst] a. können. Ab|kür|zung, die; -, -en: 1. das Abkürzen, Verkür-
5. [nach dem Klopfen an die Haustür] (ugs.) 4. außer Gebrauch, aus der Mode kommen: ˙ zen. 2. eine Entfernung, Wegstrecke abkürzen-
(Orte, Gebäude u. Ä.) der Reihe nach aufsuchen: diese Sitte ist heute ganz abgekommen. der Weg: eine A. kennen, nehmen. 3. abgekürz-
die Nachtlokale a. Ab|kom|men, das; -s, - [zu veraltet abkommen = tes Wort, abgekürzte Folge von Wörtern (Abk.:
ab|klop|pen 〈sw. V.; hat〉 (landsch. salopp): ˙ zu einer Abmachung kommen, mhd. abeko- Abk.): die A. Lkw bedeutet Lastkraftwagen.
˙ abklopfen (5). men = (von einer Schuld) durch eine Abma- Ab|kür|zungs|ver|zeich|nis, das: Verzeichnis, in
ab|knab|bern 〈sw. V.; hat〉 (ugs., fam.): 1. in klei- chung loskommen]: [vertragliche] bereinkunft ˙ dem Abkürzungen (3) aufgeführt u. erklärt wer-
˙ nen Bissen abbeißen: ich knabbere gern die [bes. zwischen Staaten, wirtschaftlichen Insti- den.
knusprige Brotrinde ab. 2. leer knabbern; abna- tutionen o. Ä.]: ein geheimes A. zwischen zwei Ab|kür|zungs|wort, das: Kurzwort, Buchstaben-
gen (2): einen Knochen a. Staaten; ein A. [mit jmdm., über etw.] treffen, ˙ wort, verkürztes Wort.
ab|knal|len 〈sw. V.; hat〉 (salopp abwertend): hem- schließen. Ab|kür|zungs|zei|chen, das: Sigel.
˙ mungslos, kaltblütig niederschießen: jmdn. eis- ab|kömm|lich 〈Adj.〉: imstande, sich von einer a˙ b|küs|sen 〈sw. V.; hat〉: oft u. heftig küssen: sie
kalt a. ˙ Tätigkeit frei zu machen; entbehrlich: ich bin im ˙ küsst den Jungen ab; sie küssten sich [gegensei-
ab|knap|pen 〈sw. V.; hat〉 (landsch.): abknapsen. Moment nicht, schlecht a. Dazu: Ab|kömm|lich- tig] ab.
˙ab|knap|sen 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): (einen Teil von keit, die; -. ˙ ab|la|chen 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): ausgiebig u. herz-
˙ etw.) wegnehmen: für den Urlaub knapst sie Ab|kömm|ling, der; -s, -e: 1. [vgl. Abkomme] ˙ haft lachen.
jeden Monat ein paar Euro vom Haushaltsgeld ˙ (bes. Rechtsspr.) Nachkomme: der A. einer alten ab|la|den 〈st. V.; hat〉: 1. a) von einem Transport-
ab. Familie. 2. (Chemie) abgeleitete Verbindung; ˙ mittel laden: das Gepäck, Fässer [vom Wagen]
ab|knei|fen 〈st. V.; hat〉: (mit einer Zange, mit den Derivat. a.;  wo kann ich Sie a.? (ugs. scherzh.; abset-
˙ Fingernägeln) abtrennen. ab|kön|nen 〈unr. V.; hat; meist verneint〉 (bes. zen); seinen Kummer im Wirtshaus a. (loswer-
ab|knib|beln 〈sw. V.; hat〉 (landsch. ugs.): mit den ˙ nordd. ugs.): a) leiden können, ertragen können: den); die Schuld auf einen anderen a. (abwäl-
˙ Fingerspitzen entfernen, ablösen: ein Etikett a. den, das kann ich einfach nicht ab; b) aushal- zen); b) durch Herunternehmen der Ladung leer
ab|kni|cken 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 nach unten knicken ten, vertragen: ein Glas wirst du doch noch a.; es machen: einen Lastwagen, Waggon a. 2. (Seew.)
˙ [u. abtrennen]: einen Stiel, dünne Zweige a. ist unglaublich, was der alles abkann. ein Schiff mit Waren beladen: Schiffe a.
2. 〈ist〉 einen Knick machen, bilden: in der Hüfte ab|kop|peln 〈sw. V.; hat〉: 1. (ein Tier) von der Ab|la|ge, die; -, -n: 1. 〈o. Pl.〉 das Ablegen: das
a. (bei der Gymnastik); abknickende Vorfahrt ˙ 2 Koppel (3) losmachen: ich kopp[e]le die Hunde ˙ Weibchen wurde bei der A. der Eier gestört;
(Verkehrsw.; Vorfahrt einer nach rechts od. ab. 2. (einen Wagen o. Ä. von einem anderen) Akten zur A. geben; A. machen (Bürow.; Schrift-
links abbiegenden Straße). durch Lösen der Kupplung (2) trennen: den stücke o. Ä. zur Aufbewahrung in einen Ordner
Ab|kni|ckung, die; -, -en: 1. das Abknicken. Anhänger, die Mondlandefähre [von der Kom- legen). 2. Raum, Stelle, Vorrichtung, wo etw.
˙ 2. abgeknickte Stelle. mandokapsel] a. abgelegt wird: Akten in die A. bringen; * Ablage
ab|knip|sen 〈sw. V.; hat〉: 1. (etwas Dünnes, Klei- Ab|kop|pe|lung, Ab|kopp|lung, die; -, -en: das rund; Ablage P (ugs. scherzh.; Papierkorb: die
˙ nes mit einer Schere, Zange o. Ä.) abtrennen: ˙ Abkoppeln. ˙ Briefe landeten ungelesen in der Ablage P).
eine Blüte, das Ende der Zigarre a. 2. (ugs.) foto- ab|kra|gen 〈sw. V.; hat〉 [zu ↑ Krage] (Bauw.): 3. 〈meist Pl.〉 (selten) abgelegtes Schriftstück.
grafieren (1 c). ˙ (einen Stein) abschrägen: ein nach unten abge- 4. (schweiz.) Annahme-, Zweigstelle: den Toto-
ab|knöp|fen 〈sw. V.; hat〉: 1. (Angeknöpftes) kragter Stein. schein zur A. bringen. 5. das Ablagern; Ablage-
˙ abnehmen: dem Kind, sich die Kapuze von der ab|krat|zen 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 a) durch Kratzen von rung (3).
Jacke a. 2. [viell. mit Bezug auf Wertsachen, die ˙ etw. entfernen: das Preisschild, alte Farbe a.; ab|la|gern 〈sw. V.; hat〉: 1. a) sich absetzen,
(wie z. B. Uhren) am Knopfloch befestigt waren] b) durch Kratzen reinigen: die Schuhe a. 2. 〈ist〉 ˙ ansammeln lassen: der Fluss lagert hier viel
(ugs.) jmdm., ohne dass er sich dagegen recht [urspr. mundartl. = weggehen (u. dabei einen Geröll ab; b) 〈a. + sich〉 sich absetzen, ansam-
wehren, sträuben kann, einen Geldbetrag Kratzfuß machen)] (derb) sterben: er wird wohl meln: der Stoff lagert sich im Bindegewebe ab.
abnehmen: jmdm. beim Kartenspielen 5 Euro bald a. 2. durch (längeres) Lagern an Qualität gewin-
a.; du hast dir für den gebrauchten Wagen zu ab|krie|gen 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): 1. abbekom- nen: das Holz muss a., hat abgelagert; 〈meist im
viel a. lassen. ˙ men (1): ein Stück, nichts a.; keine [Frau], kei- 2. Part.:〉 abgelagerte Weine. 3. etw. zur Lage-
ab|knut|schen 〈sw. V.; hat〉 (salopp, oft abwer- nen [Mann] a. (unverheiratet, Single bleiben). rung geben, deponieren: Fässer a.
˙ tend): jmdn. unter Umarmungen fortgesetzt 2. in einer gefahrvollen Situation einen Scha- Ab|la|ge|rung, die; -, -en: 1. a) das Ablagern (1);
küssen: er knutschte sie, sie knutschten sich im den erleiden: das Schiff hatte zwei Torpedo- ˙ b) etw. Abgelagertes, Anhäufung fester Stoffe:
Hausflur ab. treffer abgekriegt; ich habe etwas abgekriegt eiszeitliche -en. 2. das Ablagern (2), Lagerung.
ab|ko|chen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (seltener) bis zum (ugs.; ich bin in Mitleidenschaft gezogen wor- 3. das Abladen, Deponieren.
˙
ablammen – Ablenkungsmanöver 94
ab|lam|men 〈sw. V.; hat〉 (Landwirtsch.): lammen. des Gegners, die abgleitet, ohne zu verwunden); für) eine geschuldete Summe hinlegen
A a˙ b|lan|dig 〈Adj.〉 (Seemannsspr.): (vom Land
˙ weg) seewärts gerichtet: -er Wind; die Strö-
b) durch das Ablaufen des Wassers trocken wer- (= bezahlen)] vollziehen, leisten, machen: eine
den: die Weintrauben müssen noch a.; das Prüfung a. (machen); einen Eid a. (schwören);
mung ist a. Geschirr a. lassen. 4. 〈ist〉 a) (Eisenbahn) den die Beichte a. (geh.; beichten); ein Gelübde a.
Ab|lass, der; -es, Ablässe [mhd. apla , ahd. abla ] Ablaufberg hinunterfahren: in 24 Stunden bis (geloben); ein Geständnis a. (gestehen); ein
˙ (kath. Kirche): Nachlass von auferlegten Stra- zu 5 000 Waggons a. lassen; b) (Seemannsspr.) Bekenntnis [über etwas] a. ([etw.] bekennen);
fen, die von dem Sünder nach seiner Umkehr vom Stapel laufen: das Schiff seitlich a. lassen. für jmdn. od. etw. Zeugnis a. ( für jmdn. zeugen,
noch zu verbüßen sind. 5. 〈ist〉 a) sich (von Anfang bis Ende) abrollen, etw. bezeugen); Rechenschaft [über etwas] a.
Ab|lass|brief, der (MA.): Urkunde über erteilten abwickeln: das Kabel ist [von der Trommel] (geben); einen Beweis [für etwas] a. ([etw.]
˙ Ablass. abgelaufen; das Tonband, den Film a. lassen; beweisen). 4. (veraltet, noch landsch.) es auf
ab|las|sen 〈st. V.; hat〉: 1. a) abfließen, herauslau- b) mechanisch zu Ende laufen u. dann stehen etw. anlegen, absehen. 5. (Seemannsspr.) vom
˙ fen lassen: das Öl [aus dem Motor] a.; Wasser bleiben: die Uhr ist abgelaufen; c) in bestimmter Kai o. Ä. weg fahren: das Schiff hatte in der
aus der Wanne a.; b) ausströmen, entweichen Weise vonstattengehen, vor sich gehen, verlau- Nacht abgelegt.
lassen: Dampf ablassen; die Luft aus einem Rei- fen: alles ist gut, glimpflich abgelaufen; wie ist Ab|le|ger, der; -s, - [eigtl. = Trieb, der vom Baum
fen a.;  seinen Ärger, seinen Frust a.; (ugs.:) die Diskussion abgelaufen? 6. 〈ist〉 zu Ende ˙ abgemacht u. in die Erde gelegt wird]: 1. a) vor-
Sprüche a.; c) durch Ablassen (1 a) entleeren: gehen; zu bestehen, zu gelten auf hören: die jähriger Trieb, der zwecks vegetativer Vermeh-
einen Teich a.; die Kessel müssen vor der Repa- Frist, die Amtszeit läuft am 1. Januar ab; das rung in ganzer Länge waagerecht in eine Rille
ratur abgelassen werden. 2. sich in Bewegung Visum, der Pass, der Ausweis ist abgelaufen; gelegt u. festgehakt wird; b) Steckling. 2. Zweig-
setzen lassen: Brieftauben a.; einen Zug a. 3. aus wann läuft der Vertrag ab? 7. 〈ist〉 (selten) abge- stelle: der deutsche A. des amerikanischen Kon-
Gefälligkeit abgeben: jmdm. die Hälfte seiner hen, abzweigen: von der Landstraße läuft ein zerns.
Portion a. 4. [ jmdm.] einen bestimmten Preis- Weg ab. 8. 〈ist/hat〉 a) an etw. zum Zweck der ab|leh|nen 〈sw. V.; hat〉: 1. (Angebotenes) nicht
nachlass gewähren: er lässt [ihr] von dem Preis Besichtigung od. Kontrolle entlanggehen, -lau- ˙ annehmen: jmds. Einladung a.; ein Geschenk a.;
15 % ab. 5. (ugs.) nicht [wieder] befestigen, nicht fen: den ganzen Weg a.; b) der Reihe nach nach er hat die Wahl abgelehnt. 2. einer Forderung
[wieder] anlegen: das Schildchen a. 6. a) von jmdm., etw. absuchen: alle Läden, Lokale, Kun- o. Ä. nicht stattgeben: einen Antrag a.; die Zah-
etw. absehen u. es nicht weiterverfolgen, von den a.; ich habe/bin die ganze Gegend (Haus für lung von tausend Euro a. 3. nicht gelten lassen,
etw. abgehen u. sich nicht mehr daran halten: Haus) abgelaufen. 9. 〈hat〉 a) durch vieles nicht gutheißen; missbilligen: jede Gewalt a.; die
von einem Vorhaben a.; b) sich nicht mehr mit Gehen, Laufen abnutzen: du hast die Absätze moderne Malerei a.; er lehnt seinen Schwieger-
jmdm. befassen: von dem Unterlegenen a. schon wieder ganz abgelaufen; b) 〈a. + sich〉 sohn ab. 4. [eigtl. = die Lehne (= Stütze) von
Ab|lass|schrau|be, die: Schraube an einem sich durch vieles Gehen, Laufen abnutzen: die etw. wegnehmen] als nicht in Betracht kommend
˙ Behälter, die dazu dient, etw. abzulassen. Sohlen haben sich schnell abgelaufen. zurückweisen: ich muss jede Verantwortung a.;
Ab|la|tiv [ab..., ap...], der; -s, -e [lat. (casus) abla- Ab|lauf|plan, der: Plan, nach dem ein bestimm- jmdn. als Zeugen a. 5. sich weigern, etw. zu tun;
tivus = die Trennung ausdrückend(er Fall), zu: ˙ tes Programm ablaufen soll. verweigern: die Ausführung eines Befehls a.; er
ablatum, 2. Part. von: auferre = wegnehmen] Ab|lauf|rin|ne, die: Rinne, durch die eine Flüssig- lehnte es ab, einen mitzutrinken; eine ableh-
(Sprachwiss.): 1. Kasus in bestimmten Spra- ˙ keit ablaufen kann. nende Antwort; sich ablehnend verhalten.
chen, der einen Ausgangspunkt, eine Entfer- ab|lau|gen 〈sw. V.; hat〉: a) mit Lauge behandeln, ab|leh|nend 〈Adj.〉: abweisend, reserviert: eine -e
nung oder Trennung angibt (Abk.: Abl.). 2. Wort ˙ reinigen: die Tür a.; b) mit Lauge entfernen: die ˙ Reaktion; eine -e Haltung einnehmen.
im Ablativ. Farbe a. Ab|leh|nung, die; -, -en: das Ablehnen.
Ab|la|ti|vus ab|so|lu|tus [auch: ...tivs -], der; - Ab|lau|gung, die; -, -en: das Ablaugen. A˙ b|leh|nungs|front, die: Front (3), die etw. ent-
˙ -, ...vi ...ti [↑ Ablativ, ↑ absolut] (Sprachwiss.): (in ˙ab|lau|sen 〈sw. V.; hat〉: 1. (ugs.) jmdm. die Läuse ˙ schieden ablehnt: gegen dieses Vorhaben hat
der lat. Sprache) syntaktisch einem Nebensatz ˙ absuchen: der Affe laust die Jungen, dem Jungen sich eine breite A. gebildet.
gleichwertige Ablativkonstruktion. den Kopf ab. 2. (salopp) listig [Stück für Stück] ab|lei|ern 〈sw. V.; hat〉 (ugs. abwertend): 1. (etw.
ab|lat|schen 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 (ugs.) (Schuhwerk) abnehmen, ablisten: sie haben sich ihre Millio- ˙ auswendig Gelerntes, einen Text) eintönig vor-
˙ [durch nachlässigen Gang] abnutzen: seine nen a. lassen. tragen: ich leiere das Gedicht ab. 2. (anderen
Schuhe a.; abgelatschte Stiefel. 2. 〈ist/hat〉 (ugs.) Ab|laut, der; -[e]s, -e 〈Pl. selten〉 (Sprachwiss.): bereits Bekanntes) immer wieder vorbringen:
a) (eine Entfernung) zu Fuß zurücklegen; ablau- ˙ gesetzmäßiger Vokalwechsel in der Stammsilbe 〈meist im 2. Part.:〉 abgeleierte Phrasen.
fen (8 a): viele Kilometer a.; b) (eine Anzahl Per- etymologisch verwandter Wörter. ab|leis|ten 〈sw. V.; hat〉: [voll u. ganz, bis zum
sonen, Orte) der Reihe nach aufsuchen; ablau- ab|lau|ten 〈sw. V.; hat〉 (Sprachwiss.): Ablaut auf- ˙ Ende] leisten: den Wehrdienst, ein Probejahr,
fen (8 b): alle Geschäfte, Kunden a. ˙ weisen: wie lautet dieses Verb ab?; ablautende ein Praktikum a.
ab|lat|zen 〈sw. V.; hat〉 (salopp emotional): bezah- Verben. Ab|leis|tung, die; -, -en: das Ableisten.
˙ len: in der City muss man fürs Parken ordent- ab|läu|ten 〈sw. V.; hat〉: a) (bes. Sport) durch Läu- ˙ab|lei|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. in eine andere Richtung
lich a. ˙ ten beenden: eine Runde a.; b) (ugs.) durch Läu- ˙ leiten: den Rauch [durch den Schacht] a.; einen
Ab|lauf, der; -[e]s, Abläufe: 1. 〈o. Pl.〉 (Sport) ten das Zeichen zur Weiterfahrt geben: der Bach a.; der Blitz wurde abgeleitet. 2. a) von etw.
˙ Startplatz, Start: sich am A. einfinden; die Schaffner läutete ab. od. jmdm. herleiten: einen Anspruch, ein Vor-
Pferde am A. versammeln; an den A. gehen. ab|le|ben 〈sw. V.〉 (veraltend): 1. 〈hat〉 einen Zeit- recht aus seiner Stellung a.; ein Wort a. (Sprach-
2. a) 〈o. Pl.〉 das Ablaufen (2): für schnellen A. ˙ raum (bis zu Ende) leben, durchleben: er lebte wiss.; zu einem anderen Wort bilden); eine For-
des Wassers sorgen; b) Stelle, an der etw. die restlichen Jahre im Exil ab. 2. 〈ist〉 (geh.) mel a. (entwickeln); eine Gleichung a. (Math.;
abläuft: den A. mit einem Tuch verstopfen. sterben: in dem Jahr, als sie abgelebt ist. ermitteln); b) auf jmdn., etw. als seinen
3. (Seemannsspr.) Stapellauf. 4. a) Verlauf: der Ab|le|ben, das; -s (geh.): Tod: das frühe A. des Ursprung zurückführen: seine Herkunft von den
A. der Ereignisse, des Programms; die ˙ Staatsoberhauptes. Einwanderern a.; c) 〈a. + sich〉 sich herleiten (b):
geschichtlichen Abläufe; b) (Rundfunk, Fernse- ab|le|cken 〈sw. V.; hat〉: a) durch Lecken entfer- der Anspruch leitet sich aus ererbten Privilegien
hen) Abfolge von Programmpunkten. 5. 〈o. Pl.〉 ˙ nen: das Blut mit der Zunge a.; b) durch Lecken ab; (Sprachwiss.:) das Wort leitet sich aus dem
Beendigung einer Zeit, Erlöschen einer Frist: säubern; an jmdm., etw. leckend entlang fahren: Griechischen ab.
nach, vor A. der gesetzten Frist. 6. (Leichtathle- mit der Zunge die Zähne a.; der Hund hat mich Ab|lei|tung, die; -, -en: 1. das Ableiten (1, 2).
tik) Start des den Stab übernehmenden Läufers abgeleckt. ˙ 2. abgeleitetes Wort: »hämmern« ist eine A. von
bei Staffelwettbewerben. ab|le|dern 〈sw. V.; hat〉: 1. (veraltend) einem Tier »Hammer«.
Ab|lauf|berg, der (Eisenbahn): (auf Verschiebe- ˙ das Fell abziehen. 2. (landsch.) heftig verprü- Ab|lei|tungs|mor|phem, das (Sprachwiss.): der
˙ bahnhöfen) Gefällstrecke mit Gleisverzweigun- geln: jmdn. a. 3. (ugs.) etw. mit einem Ledertuch ˙ Bildung neuer Wörter dienendes Morphem.
gen, auf der Waggons zur Zusammenstellung trocken wischen u. blank putzen: das gewa- ab|len|ken 〈sw. V.; hat〉: 1. in eine andere Rich-
von Güterzügen ablaufen (4 a) können. schene Auto a. ˙ tung lenken: den Ball [zur Ecke] a.; die Licht-
Ab|lauf|da|tum, das (bes. österr.): Verfallsda- ab|le|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (ein Kleidungsstück strahlen werden abgelenkt. 2. a) von etw.
˙ tum (1 a). ˙ o. Ä.) ausziehen, abnehmen: den Mantel a.; abbringen, wegbringen: jmdn. [von der Arbeit]
ab|lau|fen 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 a) (selten) sich laufend willst du nicht a.?; b) (bes. Kleidung) nicht mehr a.; jmds. Aufmerksamkeit a.; vom Thema a. (die
˙ von einer Stelle entfernen: alle liefen rasch ab tragen: die Trauerkleidung a.; abgelegte Sachen; Aufmerksamkeit auf etw. anderes [weniger
von dem Platz; b) (Sport) starten: das Feld der  seinen Namen a.; alte Gewohnheiten a. (sie Heikles] lenken); er versuchte, den Verdacht von
Marathonläufer lief ab; c) (Seemannsspr.) einen aufgeben); sie hatte ihre Nervosität, Scheu abge- sich abzulenken; b) auf andere Gedanken brin-
[anderen] Kurs nehmen; abdrehen. 2. 〈ist〉 legt (sich davon frei gemacht). 2. a) an einen Ort gen; zerstreuen: jmdn., sich mit etw. abzulenken
a) ab-, weg fließen: das Wasser aus der Wanne a. legen: den Hörer a.; den Schriftwechsel a. versuchen; sie blätterte in einer Zeitschrift, um
lassen; ablaufendes Wasser bei Ebbe; b) abflie- (Bürow.; zur Aufbewahrung in einen Ordner sich abzulenken; c) das Gesprächsthema wech-
ßen (2): die Badewanne läuft schlecht ab. 3. 〈ist〉 o. Ä. legen); die Daten in einem Speicher a. seln: er lenkte schnell ab.
a) von etw. herab-, herunterfließen, -rinnen: der (EDV; speichern); Herzass a. (Kartenspiele; bei- Ab|len|kung, die; -, -en: 1. das Ablenken (1): die
Regen läuft [am Mantel, vom Schirm] ab;  an seitelegen, weil die Karte nicht mehr benötigt ˙ A. der Magnetnadel. 2. Zerstreuung: das ist eine
ihm läuft alles ab (alles lässt ihn gleichgültig); wird); b) (bes. Jägerspr.) (einen Hund) sich nie- willkommene A.; A. brauchen, suchen.
* jmdn. a. lassen (ugs. selten; kühl ab-, zurück- derlegen u. warten lassen. 3. 〈in Verbindung mit Ab|len|kungs|ma|nö|ver, das: Maßnahme,
weisen; wohl aus der Fechterspr., von der Klinge bestimmten Substantiven〉 [urspr. = (das Geld ˙ Handlung, die jmdn. geschickt, unauffällig von
95 ablesbar – abmühen
etw. ablenken, seine Aufmerksamkeit, Konzen- eine Rente a. (durch eine Abfindung mit einer cken: die Soldaten sind abmarschiert; b) (ugs.)
tration o. Ä. auf etw. anderes lenken soll. bestimmten Summe ersetzen); b) (österr.) eine weggehen, sich entfernen; aufbrechen (3): er ist A
ab|les|bar 〈Adj.〉: sich 2 ablesen (2, 3) lassend: auf, Ablöse (2 b) zahlen: beim Kauf der Wohnung beleidigt abmarschiert. 2. 〈ist/hat〉 zur Kontrolle
˙ an etw. a. sein. löste er die Küche ab. [marschierend] abgehen: das ganze Gebiet a.
1
ab|le|sen 〈st. V.; hat〉: a) [ein]sammelnd einzeln Ab|lö|se|sum|me, die (Berufssport): Geldsumme, ab|meh|ren 〈sw. V.; hat〉 [vgl. Mehr (2)] (schweiz.):
˙ von etw. abnehmen: er liest Kartoffelkäfer ab; ˙ die dem Verein, den ein Berufssportler verlässt, ˙ durch Handzeichen (1 b) über etw. abstimmen,
b) durch 1 Ablesen (a) von etwas leer, frei von dem neuen Verein, zu dem er überwechselt, etw. beschließen: eine Vorlage, den Antrag a.
machen: Kartoffelpflanzen a. gezahlt wird. ab|mei|ern 〈sw. V.; hat〉 [zu ↑ Meier] (Geschichte):
2
ab|le|sen 〈st. V.; hat〉: 1. nach einer schriftlichen Ab|lö|sung, die; -, -en: 1. das Ablösen (1 a). ˙ jmdm. das Pachtgut, den Erbhof entziehen: man
˙ Vorlage sprechen: seine Rede [vom Blatt] a.; der ˙ 2. a) das Ablösen (2); b) Person, die jmdn. meierte die Pächter ab. Dazu: Ab|mei|e|rung,
Redner liest ab. 2. a) den Stand eines Messgerä- ablöst; ablösende Personengruppe: wann die, -, -en. ˙
tes feststellen: den Stromzähler a.; b) die ver- kommt unsere A.? 3. (Geldw.) Tilgung, Abgel- ab|mei|ßeln 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Meißeln entfer-
brauchte Menge, die [zurückgelegte] Entfernung tung einer Schuld: die A. einer Rente, einer ˙ nen: ich meiß[e]le die scharfe Kante ab. 2. durch
o. Ä. an einem Messgerät feststellen: Strom, die Hypothek. Meißeln kleiner machen: einen Stein stück-
Entfernung a. 3. a) [bei jmdm. od. etw.] durch Ab|lö|sungs|sum|me, die (Berufssport): Ablöse- chenweise a.
genaue Beobachtung erkennen: jmdm. jeden ˙ summe. ab|mel|den 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (bes. Militär) den
Wunsch von den Augen a.; b) aus etw. erschlie- ab|luch|sen 〈sw. V.; hat〉 (salopp): 1. durch berre- ˙ Weggang ordnungsgemäß melden: sich, die
ßen: die Bedeutung des Ereignisses kann man ˙ dung von jmdm. erhalten; ablisten: sie hat dem Kameraden bei seinem Kommandeur a.; b) die
daran a., dass alle erschienen waren. Großvater wieder Geld abgeluchst. 2. durch auf- Aufgabe des Wohnsitzes bei der dafür zuständi-
Ab|le|ser, der; -s, -: Person, die etw. 2 abliest (2). merksame Beobachtung von jmdm. erfahren: gen Stelle melden: hast du dich, deine Familie
˙Ab|le|se|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Ableser. jmdm. ein Geheimnis a. schon [bei der Gemeindeverwaltung] abgemel-
A˙ b|le|sung, die; -, -en: das 2 Ablesen (2). Ab|luft, die; -, Ablüfte (Technik): 1. 〈o. Pl.〉 ver- det?; c) das Ausscheiden bei der zuständigen
a˙ b|leuch|ten 〈sw. V.; hat〉: a) mit einer Lichtquelle ˙ brauchte Luft, die aus Räumen abgesaugt wird: Stelle melden: seinen Sohn von der Schule, sich
˙ absuchen: ich habe mit der Taschenlampe den Reinigung der A. 2. von einem Industrieunter- bei seinem Verein a.; sich beim, vom Amt a.
Hof [nach ihm] abgeleuchtet; b) (Berg- nehmen o. Ä. in die Außenluft abgegebene Luft. (ugs.; der Agentur für Arbeit mitteilen, dass
mannsspr.) die Luft in einer Grube (3 a) auf Ab|luft|trock|ner, der: Wäschetrockner (1), der man nicht mehr arbeitslos ist); d) der zuständi-
Methangehalt untersuchen. ˙ die feuchte Abluft über einen Schlauch ins Freie gen Stelle melden, dass etw. nicht mehr benutzt
ab|leug|nen 〈sw. V.; hat〉: mit großem Nachdruck leitet. wird, nicht [mehr] in Betrieb ist: das Fernsehge-
˙ leugnen: seine Schuld a. ab|lut|schen 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): a) durch Lutschen rät, das Auto a.; e) (EDV) sich ausloggen; eine
Ab|leug|nung, die; -, -en: das Ableugnen. ˙ entfernen: er hat die Marmelade [von den Fin- Community im Internet [dauerhaft] verlassen:
a˙ b|lich|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. fotokopieren: er lich- gern] abgelutscht; b) durch Lutschen von etw. dieser Nutzer, Teilnehmer hat sich von unserem
˙ tete die Buchseite ab. 2. (ugs.) fotografieren. säubern, befreien: Pflaumenkerne a.;  ein Forum abgemeldet. 2. (Sportjargon) seinen Geg-
Ab|lich|tung, die; -, -en: 1. das Ablichten. 2. Foto- abgelutschtes Thema; c) durch Lutschen ver- ner nicht zur Entfaltung kommen lassen, ihn
˙ kopie: eine A. machen, anfertigen. zehren: der Bonbon war schon zur Hälfte abge- beherrschen: der Verteidiger hatte den eng-
ab|lie|fern 〈sw. V.; hat〉: 1. pflichtgemäß [einem lutscht. lischen Linksaußen völlig abgemeldet. 3. * [bei
˙ zuständigen Empfänger] übergeben, aushändi- ABM [abem], die; -, -[s] = Arbeitsbeschaf- jmdm.] abgemeldet sein (ugs.; nicht mehr [von
gen: Waren bei der Firma a.;  sie hat eine fungsmaßnahme. jmdm.] beachtet werden, seine Gunst verloren
bemerkenswerte Show abgeliefert (präsentiert, ab|ma|chen 〈sw. V.; hat〉: 1. (ugs.) von etw. loslö- haben).
dargeboten). 2. (ugs.) an einen vereinbarten Ort ˙ sen u. entfernen: den Rost a.; das Schild [von der Ab|mel|dung, die; -, -en: das Abmelden (1).
bringen, einer zuständigen Stelle übergeben: die Tür] a. 2. vereinbaren: einen neuen Termin a.; a˙ b|mel|ken 〈st. u. sw. V.; melkt/(veraltet:) milkt
Kinder bei den Eltern a. wir hatten abgemacht, dass jeder die Hälfte ˙ ab, melkte/(veraltend:) molk ab, hat abgemelkt/
Ab|lie|fe|rung, die; -, -en: das Abliefern. zahlen soll; 〈häufig im 2. Part.〉 (bekräftigend, (häufiger:) abgemolken〉 (Landwirtsch.):
˙Ab|lie|fe|rungs|ter|min, der: Termin für die zustimmend in Bezug auf den Abschluss einer 1. a) (bes. einer Kuh) durch Melken Milch
˙ Ablieferung von etw. Vereinbarung:) abgemacht! 3. (in bestimmter abnehmen: der Kuh ein wenig Milch a.; b) (bes.
ab|lie|gen 〈st. V.; hat〉: 1. (von etw.) entfernt lie- Weise) klären, ins Reine bringen: etwas gütlich eine Kuh beim Trächtigsein) bis zum letzten
˙ gen: der nächste Ort liegt drei Kilometer [weit] a.; wir wollen die Sache unter uns a.; das musst Tropfen melken: das Tier ist abgemolken (steht
ab. 2. 〈ist〉 (südd., österr.) durch längeres Liegen du mit dir selbst a. (du musst selbst sehen, wie trocken). 2. das Melken beenden.
mürbe werden, an Qualität gewinnen: das du damit fertig wirst). 4. (ugs.) ableisten, hinter Ab|melk|wirt|schaft, die; -, -en (Landwirtsch.):
Fleisch ist noch nicht [lange genug] abgelegen. sich bringen: seine Dienstzeit abgemacht ˙ 1. 〈o. Pl.〉 Rinderhaltung nur zur Milchgewin-
ab|lis|ten 〈sw. V.; hat〉: jmdn. mit List dazu brin- haben. nung. 2. Betrieb mit Abmelkwirtschaft (1).
˙ gen, etw. herzugeben: jmdm. sein Geld a. Ab|ma|chung, die; -, -en: Vereinbarung: mit ab|mer|geln, sich 〈sw. V.; hat〉 [↑ ausmergeln]
ab|lo|cken 〈sw. V.; hat〉: 1. [durch Schmeicheln, ˙ jmdm. [über etw.] eine A., -en treffen; sich nicht ˙ (landsch.): sich durch übermäßige Arbeit u.
˙ berreden] abgewinnen, ablisten: etw. lockt an die -en halten. ständige Sorge erschöpfen: ich merg[e]le mich
jmdm. Bewunderung ab; er hat mir 50 Euro ab|ma|gern 〈sw. V.〉: 1. 〈ist〉 mager werden: sie ist ab; 〈meist im 2. Part.:〉 abgemergelte Gesichter.
abgelockt. 2. weglocken: jmdn. vom Weg a. ˙ [bis auf die Knochen, zu einem Skelett] abgema- ab|mes|sen 〈st. V.; hat〉 [vgl. abgemessen]: 1. nach
ab|lö|schen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (einen Brand) gert. 2. 〈hat〉 das Volumen, den Gehalt von ˙ einem bestimmten Maß (Länge, Größe, Umfang
˙ löschen: das Feuer konnte erst am Morgen etwas verringern: eine abgemagerte Ausstat- o. Ä.) bestimmen: eine Strecke a.;  das Aus-
abgelöscht werden; b) (Kochkunst) einer Sache tung. maß eines Schadens noch nicht a. (abschätzen,
kalte Flüssigkeit zusetzen: das angebratene Ab|ma|ge|rung, die; -, -en: das Abmagern. beurteilen) können. 2. messend abteilen u. weg-
Fleisch mit einem Glas trockenem Weißwein a. A˙ b|ma|ge|rungs|kur, die: Kur, die der Verringe- nehmen: einen Meter Stoff [vom Ballen] a.
2. mit einem Löschblatt trocknen: die Tinte a. ˙ rung des Körpergewichts dienen soll. Ab|mes|sung, die; -, -en: 1. das Abmessen (1).
Ab|lö|se, die; -, -n: 1. (selten) Ablösung (2 a). ab|mä|hen 〈sw. V.; hat〉: 1. mit der Sense, Mähma- ˙ 2. [Aus]maß, Dimension: einheitliche -en; die
˙ 2. a) (Jargon) Kurzf. von ↑ Ablösesumme; ˙ schine abschneiden: das Gras a. 2. (eine Wiese -en des Schrankes.
b) (österr., sonst ugs.) Summe, die an den Vor- o. Ä.) durch Mähen von hohem Gras frei ab|mil|dern 〈sw. V.; hat〉: abschwächen: den Auf-
mieter oder Verkäufer für übernommene Ein- machen: eine abgemähte Wiese. ˙ prall a.; etw. in seinen Folgen abzumildern ver-
bauten, Einrichtungsgegenstände o. Ä. gezahlt ab|mah|nen 〈sw. V.; hat〉 (Rechtsspr.): zu vertrags- suchen.
wird. ˙ od. gesetzesgemäßem Verhalten auffordern, Ab|mil|de|rung, die; -, -en: das Abmildern.
ab|lö|se|frei 〈Adj.〉: a) (Berufssport) nicht die eindringlich [er]mahnen: die Firma ist vom ˙ab|mi|schen 〈sw. V.; hat〉 (Film, Rundfunk, Fern-
˙ Zahlung einer Ablösesumme erfordernd; Bundeskartellamt abgemahnt worden. ˙ sehen): mischen (6): den Sound, ein Album a.
b) (österr.) nicht die Zahlung einer Ablöse (2 b) Ab|mah|nung, die; -, -en: (Rechtsspr.) a) das Ab|mo|de|ra|ti|on, die (Rundfunk, Fernsehen):
erfordernd. ˙ Abmahnen; b) Schreiben, das eine Abmah- ˙ das Abmoderieren: die A. machen.
ab|lo|sen [...lu...] 〈sw. V.; hat〉 [zu engl. to lose = nung (a) enthält: die A. ist bereits abgeschickt. ab|mo|de|rie|ren 〈sw. V.; hat〉 (Rundfunk, Fernse-
˙ verlieren] (salopp): versagen, keinen Erfolg ab|ma|len 〈sw. V.; hat〉: 1. malend genau wieder- ˙ hen): als Moderator[in] einer Sendung die
haben. ˙ geben, genau nach der Vorlage malen: ich habe abschließenden Worte sprechen: [eine Sen-
ab|lö|sen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) von seinem Unter- das Haus abgemalt; sich a. lassen. 2. 〈a. + sich〉 dung] a.
˙ grund lösen; abmachen: die Briefmarke behut- (geh.) sich in etw. widerspiegeln, zum Ausdruck ab|mon|tie|ren 〈sw. V.; hat〉: [einen Teil von] etw.
sam a.; er löste das Fleisch von den Knochen ab; kommen: in seinem Gesicht malte sich Verle- ˙ mit technischen Hilfsmitteln entfernen: ein Rad
b) 〈a. + sich〉 sich lösen: die Sohle hat sich abge- genheit ab. [vom Auto], eine Antenne a.
löst. 2. die Tätigkeit, den Dienst, die Stellung Ab|marsch, der; -[e]s, Abmärsche 〈Pl. selten〉: das ABM-Stel|le, die: Stelle (4), die im Zuge einer
von jmdm. [im Wechsel] übernehmen: einen ˙ Abmarschieren: Vorbereitungen für den A. tref- Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geschaffen
Kollegen [bei der Arbeit] a.; der Vorsitzende fen. wird.
muss abgelöst (verhüll.; aus seinem Amt ent- ab|marsch|be|reit 〈Adj.〉: zum Abmarsch bereit. ab|mü|hen, sich 〈sw. V.; hat〉: sich (mit etw.,
fernt) werden. 3. a) (Geldw.) durch eine einma- ˙ab|mar|schie|ren 〈sw. V.〉: 1. 〈ist〉 a) (Militär) in ˙ jmdm.) bis zur Erschöpfung mühen: sich an
lige Zahlung tilgen, abgelten: eine Hypothek a.; ˙ Formation u. im Gleichschritt abziehen, abrü- einer Aufgabe, mit jmdm., etw. a.
abmurksen – abpacken 96
ab|murk|sen 〈sw. V.; hat〉 [urspr. Studentenspr., zu ihm den Führerschein abgenommen (hat ihn fung, Aufhebung] (Rechtsspr.): Niederschla-
A ˙ niederd. murken = töten < mniederd. mor- beschlagnahmt); b) im Spiel oder Wettkampf gung eines Strafverfahrens vor seinem rechts-
ken = zerdrücken] (ugs.): 1. umbringen: jmdn. abgewinnen: jmdm. beim Skat viel Geld a. kräftigen Abschluss.
a.; bei dem berfall wurde das ganze Dorf abge- 7. jmdm. abkaufen: der Händler will uns die Abon|ne|ment [abn m ˜, schweiz. auch:
murkst (wurden alle Dorfbewohner getötet); alten Sachen a. 8. [übertr. zu 7] (ugs.) für wahr ... mnt, auch, österr. meist: abnm˜], das; -s,
 den Motor a. (durch unsachgemäßes Schalten halten, glauben: diese komische Geschichte -s, schweiz. auch: -e [frz. abonnement, zu: abon-
od. Bremsen zum Stillstand bringen). 2. 〈a. + nehme ich ihm nicht ab. 9. von einem Original ner, ↑ abonnieren]: für eine längere Zeit verein-
sich〉 (veraltend) sich (mit etw.) abmühen. übertragen: Fingerabdrücke a. 10. (Handarb.) barter und deshalb meist verbilligter Bezug von
ab|mus|tern 〈sw. V.; hat〉 [eigtl. = aus der Muster- Maschen zusammenstricken, um ihre Zahl zu Zeitungen, Zeitschriften, Eintrittskarten, Mit-
˙ rolle gestrichen werden] (Seemannsspr.): a) aus verringern: ich muss jetzt [Maschen] a. 11. an tagessen o. Ä.: das A. des »Sprachspiegels«/(bes.
dem Dienst auf einem Schiff entlassen: den Körpergewicht verlieren: ich muss noch einige schweiz.:) auf den »Sprachspiegel« beginnt,
Schiffskoch a.; b) den Dienst auf einem Schiff Pfund a.; sie hat in der letzten Zeit sehr, stark endet, erlischt am 1. Januar; ein A. haben; sein
aufgeben: ich kann morgen schon a. abgenommen. 12. an Größe, Umfang, Substanz, A. (Anrecht) für die Oper erneuern, verlängern.
Ab|mus|te|rung, die; -, -en: das Abmustern. Stärke o. Ä. verlieren; sich verringern: die Abon|ne|ment|preis, Abonnementspreis, der:
˙ABM-Ver|trag [bim...], der [ABM = Abk. für Geschwindigkeit, die Helligkeit nimmt ab; die Preis für ein Abonnement.

engl. anti-ballistic-missile = antiballistische Vorräte nehmen ab; seine Kräfte nahmen rasch Abon|ne|ment|ser|vice [...sœvs], der, österr.
Rakete] (Politik): Vertrag über die Begrenzung ab; die Tage nehmen ab (werden kürzer); bei auch: das: a) als Dienstleistung  angebotene
von Raketenabwehrsystemen. abnehmendem Mond (in der Zeit zwischen Möglichkeit, etw. im Abonnement zu beziehen;
ab|na|beln 〈sw. V.; hat〉: 1. (ein neugeborenes Vollmond u. Neumond). b) Abteilung, die Abonnentinnen und Abonnen-
˙ Kind) von der Nabelschnur trennen: ich Ab|neh|mer, der; -s, -: 1. Person, die [als Zwi- ten bedient.
nab[e]le das Neugeborene ab. 2. 〈a. + sich〉 sich ˙ schenhändler] eine Ware kauft. 2. jmd., der etw. Abon|ne|ments|preis: ↑ Abonnementpreis.
von etw. lösen: sich vom Elternhaus a.; 〈auch von einem anderen annimmt: für etw. keinen A. Abon|nent, der; -en, -en: Inhaber eines Abonne-
ohne »sich«:〉 von diesem Traum konnte er nur finden (niemanden finden, der etw. Bestimm- ments:˙ neue -en werben.
schwer a. tes, das jmd. abgeben will, gerne haben Abon|nen|ten|zahl, die: Anzahl der Abonnenten
Ab|na|be|lung, (seltener:) Ab|nab|lung, die; -, möchte). ˙
u. Abonnentinnen.
˙ -en: das Abnabeln, das Sichabnabeln.
˙ Ab|neh|me|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abneh- Abon|nen|tin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Abon-
ab|na|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Nagen entfernen: ˙ mer. nent. ˙
˙ die Maus hat ein Stück [von dem Speck] abge- Ab|neh|mer|land, das 〈Pl. ...länder〉: Land, in das abon|nie|ren 〈sw. V.; hat〉 [frz. s’abonner (à), zu:
nagt. 2. leer nagen: die Knochen sauber a. ˙ Waren aus einem anderen Land exportiert wer- abonner = etw. für jmdn. abonnieren, älter =
ab|nä|hen 〈sw. V.; hat〉: durch eine keilförmige den. eine zeitlich begrenzte Leistung vereinbaren <
˙ Naht, durch das Einnähen einer Falte in den Ab|nei|gung, die; -, -en [vgl. abgeneigt]: deutlich afrz. bonne, Nebenf. von: borne, ↑ borniert]: im
Stoff enger machen: sie nähte den Rock ab. ˙ bewusste Empfindung, jmdn. od. etw. nicht zu Abonnement beziehen: eine Zeitung a.; wir
Ab|nä|her, der; -s, -: keilförmige Naht, eingenähte mögen: gegen jmdn., etw. eine unüberwindliche haben im Theater abonniert; * auf etw. abon-
˙ Falte, mit der ein Kleidungsstück enger gemacht A. haben, empfinden. niert sein (1. etw. abonniert haben; ein Abonne-
wird. ab|nib|beln, abnippeln 〈sw. V.; ist〉 [H. u.; viell. zu ment haben. 2. etw. immer wieder haben,
Ab|nah|me, die; -, -n [2. Bestandteil mhd. na me, ˙ niederd. nibbeln = mit den Lippen, Zähnen bekommen, erringen: auf Erfolg abonniert sein;
˙ ahd. na ma = das (gewaltsame) Nehmen, Ver- kleine Stücke von etw. lösen] (landsch. ugs.): die Mannschaft ist auf Sieg abonniert).
balabstraktum von ↑ nehmen]: 1. das Abneh- sterben: ich nibb[e]le bald ab. ab|oral [auch: ap...] 〈Adj.〉 [zu lat. ab- = weg u. os
men (1), Entfernung: die A. des Kronleuchters, ab|ni|cken 〈sw. V.; hat〉 [eigtl. = mit einem Kopf- (Gen.: oris) = Mund] (Med.): vom Mund ent-
des Verbandes; die A. (Amputation) eines Bei- ˙ nicken zustimmen] (ugs.): [ohne Einwände, Dis- fernt [u. damit zum After hin] liegend od.
nes. 2. Verminderung: eine merkliche A. des kussion, Kritik] genehmigen, befürworten: die gerichtet (von einzelnen Teilen des Verdauungs-
Gewichts. 3. das Abnehmen (7); Kauf: bei A. Geschäftsleitung hat großzügig alle Forderun- traktes im Verhältnis zu anderen od. von Vor-
größerer Mengen gewähren wir Rabatt; * A. fin- gen des Betriebsrats abgenickt. gängen).
den (sich verkaufen lassen: die Ware findet rei- ab|nip|peln: ↑ abnibbeln. ab|ord|nen 〈sw. V.; hat〉 [eigtl. = jmdn. aus einer
ßende A.). 4. 〈Pl. selten〉 das Abnehmen (3): die ˙ab|norm 〈Adj.〉 [lat. abnormis, zu: norma, ˙ Gruppe mit einem Auftrag absondern]: dienst-
A. eines Versprechens. 5. a) das Abnehmen (5): ˙
↑ Norm]: 1. vom Normalen abweichend; krank- lich zur Erfüllung einer Aufgabe entsenden:
die A. der Parade; die A. aller Handwerkerleis- haft: dieser Trieb, diese Veranlagung ist a. 2. das jmdn. nach Berlin, zu einer Konferenz a.
tungen am Bau; b) 〈Pl. selten〉 mit der gewohnte Maß übersteigend, vom blichen Ab|ord|nung, die; -, -en: 1. 〈o. Pl.〉 das Abordnen:
Abnahme (5 a) betraute Personen: die A. hat den abweichend, ungewöhnlich: -e Ausmaße; der ˙ die A. eines Bevollmächtigten befürworten.
Wagen beanstandet. Junge ist a. dick. 2. Gruppe von abgeordneten Personen: eine A.
Ab|nah|me|ga|ran|tie, die: Garantie für die ab|nor|mal 〈Adj.〉 [aus lat. ab- = weg-, ent-, un-, empfangen.
˙ Abnahme (3) von etw. ˙ miss- u. ↑ normal] (bes. österr., schweiz.): nicht 1
Ab|o|ri|gi|ne [b rdini], der; -s, -s [engl. abori-
Ab|nah|me|prü|fung, die: bei einer Abnahme (5) normal: ein -es Kind; sich a. verhalten. gine < lat. Aborigines (Pl.) = Name der Urein-
˙ stattfindende Prüfung. Ab|nor|mi|tät, die; -, -en [lat. abnormitas]: wohner von Latium, zu: ab origine = vom
ab|nehm|bar 〈Adj.〉: sich abnehmen (1) lassend: 1. Abweichung vom Normalen, Fehlbildung: der Ursprung an]: Ureinwohner [Australiens].
˙ -e Ärmel; der Deckel ist leicht a. Psychiater stellte eine A. im Gehirn des Ange- 2
Ab|o|ri|gi|ne, die; -, -s: w. Form zu ↑ 1 Aborigine.
ab|neh|men 〈st. V.; hat〉: 1. von einer Stelle fort-, klagten fest. 2. fehlgebildetes Wesen: früher 1
Ab|ort [auch: abrt, schweiz. nur: abrt], der;
˙ herunternehmen: den Hut a.; den Deckel a.; die stellte man auf Jahrmärkten oft -en zur Schau. ˙ -[e]s, -e [wohl aus dem Niederd., eigtl. = abgele-
Wäsche von der Leine a.; niemand nahm [den ab|nö|ti|gen 〈sw. V.; hat〉 (geh.): bewirken, dass gener Ort] (wird heute standardsprachlich
Hörer] ab (nahm das Telefongespräch entge- ˙ jmd. sich zu einem bestimmten Verhalten o. Ä. gemieden, ist in der Amts- u. Fachspr. aber noch
gen); ich nahm mir den Bart ab (rasierte ihn mir genötigt sieht; zwingend abgewinnen: sein Ver- gebräuchlich): Toilette (2).
ab); Beeren, Äpfel a. (abpf lücken, ernten); das halten nötigt mir Respekt ab. 2
Ab|ort, der; -s, -e [lat. abortus, zu: aboriri, ↑ abor-
Bein musste [ihm] schließlich abgenommen ab|nu|deln 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): 1. völlig ausdrucks- ˙
tieren] (Med.): 1. Fehlgeburt (1). 2. Schwanger-
(amputiert) werden. 2. a) jmdm. helfend etw. ˙ los spielen, vortragen; abspielen: sein Reper- schaftsabbruch.
[Schweres] aus der Hand nehmen: jmdm. die toire, die Nationalhymne a. 2. abnutzen, ver- 3
Ab|ort, der; -s, -s [engl. abort < lat. abortus,
Pakete, die Tasche a.; b) etw., was jmdm. aufge- schleißen: die Reifen durch scharfes Bremsen a.; ˙
↑ 2 Abort] (Raumfahrt): Abbruch eines Raumf lu-
bürdet ist, an seiner Stelle übernehmen. 3. sich eine abgenudelte Filmkopie, Schraube;  ein ges.
etw. von jmdm. geben lassen; etw. von jmdm. abgenudeltes Thema. Ab|ort|gru|be, die: Grube beim Haus, die die
entgegennehmen: dem Briefträger das Päckchen ab|nut|zen, (südd., österr. u. schweiz. meist:) ab- ˙
Fäkalien aus den Toiletten aufnimmt.
a.; sie nahm ihm die Blumen nicht ab;  sie lie- ˙ nüt|zen 〈sw. V.; hat〉: a) durch Gebrauch, Bean- ˙ ab|or|tie|ren 〈sw. V.; hat〉 [zu lat. abortum, 2. Part.
ßen sich [von der Krankenschwester, von der spruchung im Wert, in der Brauchbarkeit min- von: aboriri = (von der Leibesfrucht) abgehen]
Ärztin] Blut a.; jmdm. einen Eid a. ( jmdn. einen dern: die Autoreifen a.; 〈häufig im 2. Part.:〉 ein (Med.): einen 2 Abort haben.
Eid ablegen lassen); jmdm. ein Versprechen a. abgenutzter Teppich; b) 〈a. + sich〉 durch ab|or|tiv 〈Adj.〉 [lat. abortivus] (Med.): 1. (Med.)
(sich von jmdm. ein Versprechen geben lassen); Benutzung an Wert und Brauchbarkeit verlie- ¯ leicht verlaufend (von Krankheiten).
verkürzt,
der Priester nahm ihm die Beichte ab (ließ ihn ren: die Bürste hat sich rasch abgenutzt; 2. (Med.) einen 2 Abort bewirkend; abtreibend.
sie ablegen). 4. von jmdm. für eine Gegenleis-  große Worte nutzen sich ab. 3. (Bot.) auf einer frühen Entwicklungsstufe ste-
tung fordern: er will mir für die Reparatur nur Ab|nut|zung, (südd., österr. u. schweiz. meist:) hen geblieben, fehlgebildet (von Pflanzenteilen).
50 Euro a. 5. nach Fertigstellung, vor der Zulas- ˙ Ab|nüt|zung, die; -, -en 〈Pl. selten〉: das Abnut- Abo|ser|vice [...sœvs], der, österr. auch: das:
sung prüfen, ob alles den Vorschriften ent- ˙
zen. 
˙ kurz für ↑ Abonnementservice (a, b).
spricht; prüfend begutachten: einen Neubau, Ab|nut|zungs|er|schei|nung, (südd., österr. u. ab ovo [ap ovo; lat., eigtl. = vom Ei an] (bil-
ein Fahrzeug a.; die Parade a.; wer hat die Prü- ˙ schweiz. meist:) Ab|nüt|zungs|er|schei|nung, dungsspr.): von Anfang an; von vornherein.
fung abgenommen? 6. a) [widerrechtlich] weg- ˙
die: vgl. Verschleißerscheinung. ab|pa|cken 〈sw. V.; hat〉 (Kaufmannsspr.): (eine
nehmen, entreißen: jmdm. die Brieftasche a.; Abo, das; -s, -s (ugs.): kurz für ↑ Abonnement. ˙ Ware) für den Verbraucher in einer bestimmten
der Mann nahm ihm die Uhr ab; der Polizist hat ˙Ab|o|li|ti|on, die; -, -en [lat. abolitio = Abschaf- Menge verpacken: Zucker a.; abgepackte Waren.

97 abpassen – Abreisetag
ab|pas|sen 〈sw. V.; hat〉: 1. [vgl. aufpassen] a) (den b) (seltener) wischend, bürstend entfernen: die psychische Spannung o. Ä.) durch eine
˙ passenden Zeitpunkt) abwarten: den richtigen Flecken a. 2. verputzen: ein Haus a. 3. (landsch.) bestimmte Reaktion verringern, ableiten, zum A
Zeitpunkt a.; b) auf jmdn. warten u. ihn aufhal- tadeln, zurechtweisen. Verschwinden bringen: Aggressionen, seine
ten, um sich wegen etw. an ihn zu wenden: den ab|quä|len 〈sw. V.; hat〉: 1. a) 〈a. + sich〉 sich so schlechte Laune [an den Kindern] a. 2. 〈a. +
Briefträger a. 2. (veraltend) in Bezug auf etw. ˙ abmühen, dass es einem zur Qual wird: sich sich〉 sich durch eine bestimmte Reaktion beru-
abstimmen u. passend anfertigen: den Rock, lange [mit einer Arbeit] a.; b) sich mühsam higen: nach dem Ärger hat er sich beim Joggen
den Vorhang in der Länge a. abzwingen: ich quälte mir ein Lächeln ab. abreagiert.
ab|pa|t|rouil|lie|ren 〈sw. V.; hat〉: [zum Zweck der 2. (veraltet) quälend erschöpfen: seinen Geist a. Ab|re|ak|ti|on, die; -, -en (Psychol.): a) Beseiti-
˙ berwachung] patrouillierend abgehen, abfah- ab|qua|li|fi|zie|ren 〈sw. V.; hat〉: abfällig beurtei- ˙ gung psychischer Hemmungen u. Spannungen
ren: die Straßen a. ˙ len; in der Qualifizierung herabsetzen: ein durch das bewusste Nacherleben; b) Entladung
ab|pau|sen 〈sw. V.; hat〉: mit Pauspapier übertra- Buch, eine politische berzeugung a.; er hat sie psychischer Spannungen u. gestauter Affekte in
˙ gen: eine Zeichnung a. als Dilettantin abqualifiziert. Handlungen.
ab|pel|len 〈sw. V.; hat〉 (landsch., bes. nordd.): pel- Ab|qua|li|fi|zie|rung, die; -, -en: das Abqualifi- ab|rech|nen 〈sw. V.; hat〉: 1. von einer Summe
˙ len (1 a): Kartoffeln, die Wurst a. ˙ zieren. ˙ abziehen: die Mehrwertsteuer a.;  das abge-
ab|per|len 〈sw. V.; ist〉: (von Flüssigkeit) an etw. in ab|quat|schen 〈sw. V.; hat〉 (salopp): jmdn. über- rechnet (nicht berücksichtigt), bin ich einver-
˙ Perlen herunterrinnen: das Wasser perlt an dem ˙ reden, etw. herzugeben. standen. 2. a) eine Schlussrechnung aufstellen:
Mantel ab. ab|quet|schen 〈sw. V.; hat〉: durch Quetschen die Kasse a.; sie hat schon abgerechnet; b) mit
ab|pfei|fen 〈st. V.; hat〉 (Sport): a) (vom Schieds- ˙ abtrennen: ich habe mir um ein Haar den Finger jmdm. eine Geldangelegenheit in Ordnung brin-
˙ richter bei einem Spiel) durch Pfeifen unterbre- abgequetscht. gen: mit dem Taxifahrer a. 3. sich mit jmdm.
chen: das Spiel wegen Abseits a.; der Schieds- ab|ra|ckern, sich 〈sw. V.; hat〉 (salopp): sich abmü- wegen einer moralischen Schuld auseinander-
richter hatte schon vorher abgepfiffen; b) (vom ˙ hen, abarbeiten: ich rackerte mich [mit dem setzen, jmdn. zur Rechenschaft ziehen: nach all
Schiedsrichter bei einem Spiel) durch Pfeifen schweren Koffer] ab; sich für jmdn. a. diesen Ereignissen werden wir mit denen a.
beenden: die erste Halbzeit a.;  die ganze Ab|ra|ham: in der Wendung wie in -s Schoß Ab|rech|nung, die; -, -en: 1. das Abrechnen,
Aktion wurde wieder abgepfiffen.  (ugs.; sicher u. geborgen; gut aufgehoben; nach ˙ Abzug: nach A. der Unkosten; * etw. in A. brin-
Ab|pfiff, der; -[e]s, -e (Sport): Pfiff als Zeichen Luk. 16, 22). gen (Papierdt.; etw. abziehen); in A. kommen
˙ zur Beendigung eines Spiels. ab|rah|men 〈sw. V.; hat〉: die Fettschicht von der (Papierdt.; abgezogen werden). 2. a) Rechen-
ab|pflü|cken 〈sw. V.; hat〉: a) pf lückend von einer ˙ Milch abschöpfen: die Milch vorher a.;  da hat schaft über Einnahmen u. Ausgaben, Schluss-
˙ Pf lanze, einem Baum entfernen: sie hat die Kir- jemand [alles] abgerahmt (ugs.; das Beste für rechnung: die A. machen; b) Blatt mit einer
schen abgepflückt; b) eine Pflanze, einen Baum sich genommen). Abrechnung (2 a): er hat die A. unterschrieben.
von etw. leer machen: die Stachelbeersträucher Ab|ra|ka|da|b|ra [auch: a...da...], das; -s: 3. a) Vergeltung, Rache: mit jmdm. od. etw. A.
sind alle abgepflückt. 1. 〈o. Art.〉 [spätlat. abracadabra, H. u.] Zauber- halten; b) [abschließende] kritische Auseinan-
ab|pin|nen 〈sw. V.; hat〉 (Schülerspr. veraltend): formel. 2. (veraltend) sinnloses, unverständli- dersetzung (1): das Buch ist eine gnadenlose A.
˙ abschreiben: vom Nachbarn a. ches Gerede. mit dem Regime.
ab|pi|pet|tie|ren 〈sw. V.; hat〉 (Fachspr.): (eine ab|ra|sie|ren 〈sw. V.; hat〉: a) (Haare) mit dem Ab|rech|nungs|stel|le, die: Stelle (4), die Abrech-
˙ Flüssigkeit) mit einer Pipette entnehmen: nach ˙ Rasiermesser, -apparat unmittelbar an der ˙ nungen (2) vornimmt.
dem Zentrifugieren wurde das Blutplasma abpi- Haut abschneiden: ich rasierte [ihm, ihr] die Ab|rech|nungs|sys|tem, das: für die Abrechnung
pettiert. Haare ab; b) (ugs.) dem Erdboden gleichma- ˙ genutztes System (2, 5).
ab|pla|cken, sich 〈sw. V.; hat〉 (landsch.): sich chen: die Luftminen haben ganze Straßenzüge Ab|rech|nungs|ter|min, der: Termin für
˙ abplagen. abrasiert. ˙ bestimmte Abrechnungen (2 a).
ab|pla|gen, sich 〈sw. V.; hat〉: sich mit etw., jmdm. Ab|ra|sio, die; -, ...ones [spätlat. abrasio = Ab|re|de, die; -, -n: 1. 〈Pl. selten〉 (veraltend) Ver-
˙ abmühen, mühselige Arbeit verrichten: sich mit 
Abschabung] Ausschabung der Gebär-
(Med.): ˙ abredung, Vereinbarung: keiner A. bedürfen.
den unartigen Kindern a.; ich habe mich mein mutter; Kürettage. 2. * etw. in A. stellen (bildungsspr.; be-, abstrei-
ganzes Leben lang abgeplagt. Ab|ra|si|on, die; -, -en [spätlat. abrasio = Abscha- ten).
ab|plat|ten 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 platt[er] machen: bung]: 1. (Fachspr.) Abschabung. 2. (Geol.) ab|re|geln 〈sw. V.; hat〉 (Fachjargon): die Leistung
˙ Rundungen a. 2. 〈ist〉 platt[er] werden: die Ober- Abtragung der Küste durch die Brandung. ˙ eines Motors o. Ä. durch Feinabstimmung regu-
fläche plattet ab. 3. (Med.) Abrasio. lieren, begrenzen [u. dadurch der Geschwindig-
ab|plät|ten 〈sw. V.; hat〉 (nordd., md.): durch ab|ra|siv [zu lat. abradere = abkratzen, aus ab = keit eines Fahrzeugs eine Grenze setzen]:
˙ Bügeln auf einen Stoff übertragen: ein Muster a. ¯ u. radere, ↑ radieren] (bes. Technik):
los, weg Ruckeln wird durch das sanft abregelnde Trieb-
ab|plat|zen 〈sw. V.; ist〉: [einen Riss bekommen u.] a) von reibender, schleifender Wirkung u. werk verhindert.
˙ sich ruckartig von etw. lösen: Gips platzt ab; mir dadurch glättend, reinigend od. abnutzend: -e ab|re|gen, sich 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): sich beruhigen:
ist ein Knopf von der Jacke abgeplatzt. Materialien, Feststoffe, Eigenschaften; b) durch ˙ nun reg[e] dich wieder ab!
ab|pols|tern 〈sw. V.; hat〉: (zum Schutz gegen Stoß Reiben, Schleifen bewirkt: -er Verschleiß. ab|reg|nen, sich 〈sw. V.; hat〉: in Form von Regen
˙ od. Schlag, zum Abdämpfen von Geräuschen ab|ra|ten 〈st. V.; hat〉: raten, etw. nicht zu tun: ˙ niedergehen: die Wolken haben sich an der
o. Ä.) mit einer Polsterung versehen: etw. mit ˙ [jmdm.] von der Lektüre eines Buches a.; sie riet Küste abgeregnet; 〈auch ohne »sich«:〉 die Wol-
alten Autoreifen a. ihm [davon] ab, allein dorthin zu gehen; das ken regnen ab.
Ab|prall, der; -[e]s, -e 〈Pl. selten〉: das Abprallen. rate ich dir ab. Ab|re|go, der; -s, -s [span. ábrego < lat. (ventus)
a˙ b|pral|len 〈sw. V.; ist〉: beim harten Auftreffen Ab|raum, der; -[e]s: 1. (Bergbau) [abgeräumte]  africus, eigtl. = afrikanischer (Wind)]: Südwest-
˙ auf etw. [ federnd] zurückgeworfen werden: die ˙ Deckschicht ohne nutzbare Mineralien über wind in Südspanien.
Geschosse prallten an der Mauer ab; der Ball Lagerstätten. 2. (landsch.) Abfall (1). ab|rei|ben 〈st. V.; hat〉: 1. a) durch Reiben entfer-
prallte von der Latte ab;  die Vorwürfe prallten ab|räu|men 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (von einer Oberflä- ˙ nen, beseitigen: den Rost [von dem Metall] a.;
an ihm ab. ˙ che) weg-, herunternehmen [um Platz zu schaf- b) durch Reiben säubern: ich rieb [mir] die
Ab|pral|ler, der; -s, - (Ballspiele): vom Torpfosten, fen]: die Teller, das Frühstück a.; 〈auch ohne Hände an den Hosen ab. 2. a) trocken reiben:
˙ Spieler abprallender Ball: den A. aufnehmen, Akk.-Obj.:〉 der Kellner räumt ab;  sie hat das Kind nach dem Baden a.; die Pferde wurden
einschießen. schon beim ersten Wurf abgeräumt (Kegeln; mit Stroh abgerieben; b) frottieren: jmdn. mit
ab|pres|sen 〈sw. V.; hat〉: 1. herauspressen; unter alle Kegel umgeworfen); b) (Bergbau) (Abraum) einem nassen Handtuch a. 3. durch Reiben
˙ Druck absondern: die Hitze presste ihm man- wegschaffen: die Deckschicht a. 2. durch Abräu- abnutzen: das Polster ist an dieser Stelle stark
chen Schweißtropfen ab. 2. abnötigen, abzwin- men (1 a) von etw. leer machen: den Tisch a. abgerieben; 〈auch a. + sich:〉 der Gummi hat
gen: jmdm. ein Versprechen, ein Geständnis a.; Ab|räu|mer, der; -s, -: 1. (Fußballjargon) Spieler, sich abgerieben. 4. [die Schale von etw.] mit dem
ich presste mir ein Lächeln ab. 3. abschnü- ˙ der [durch kompromisslose Spielweise] das Reibeisen entfernen: eine Muskatnuss a.; abge-
ren (1): diese Vorstellung presste ihm den Atem Spiel der gegnerischen Mannschaft besonders riebene Zitronenschale.
ab. effektiv stört. 2. (ugs.) Person od. Sache, die bei Ab|rei|bung, die; -, -en: 1. das Abreiben (2 b),
Ab|pro|dukt, das (Fachspr.): (bes. in Industrie einer Preisverleihung, einer Verlosung o. Ä. ˙ Frottieren: eine feuchte A. 2. (ugs.) a) [zu
˙ und Landwirtschaft) bei der Produktion entste- einen od. mehrere Preise gewinnt; Gewinner (1). landsch. abreiben = prügeln] Prügel: jmdm.
hende Abfälle. 3. jmd., der in einer Gaststätte für das Abräu- eine A. verpassen; b) scharfe Zurechtweisung.
ab|puf|fern 〈sw. V.; hat〉: abmildern, abfedern: die men (1 a) der Tische zuständig ist. ab|rei|chern 〈sw. V.; hat〉 (Fachspr.): einen Anteil
˙ Auswirkungen von etw. nicht mehr a. können. Ab|räu|me|rin: w. Form zu ↑ Abräumer. ˙ in einem Stoffgemisch o. Ä. verringern.
ab|pum|pen 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Pumpen entfer- ˙Ab|raum|hal|de, die (Bergbau): Halde (2 a). Ab|rei|se, die; -, -n: Aufbruch, Abfahrt zu einer
˙ nen: Öl, Wasser a.; sie pumpt ihre Milch ab und A˙ b|raum|kip|pe, die: Abraumhalde. ˙ Reise: die A. erfolgte, vollzog sich wie vorgese-
füllt sie in ein Fläschchen. 2. (salopp) von jmdm. a˙ b|rau|schen 〈sw. V.; ist〉 (ugs.): a) sich rasch (mit hen; seine A. um einen Tag verschieben.
leihen, borgen. ˙ Auto, Motorrad o. Ä.) entfernen; b) sich auffällig ab|rei|sen 〈sw. V.; ist〉: 1. eine Reise antreten: in
ab|put|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Wischen o. Ä. entfernen: die Diva rauschte ab. ˙ aller Frühe nach München a. 2. die Rückreise
˙ säubern, von etw. den Schmutz entfernen: sich Ab|ra|xas 〈o. Art.〉 [spätgriech. Abráxas, H. u.]: antreten, einen Aufenthalt beenden u. abfahren:
die Hände a.; hast du dir die Schuhe richtig ˙
Zauberformel. ich reise morgen [wieder] ab.
abgeputzt?; das Kind a. (von Kot säubern); ab|re|agie|ren 〈sw. V.; hat〉 (Psychol.): 1. (eine Ab|rei|se|tag, der: Tag der Abreise.
˙ ˙
Abreißblock – absagen 98
Ab|reiß|block, der 〈Pl. ...blöcke u. ...blocks〉: das Ab-, Niederreißen: der A. des Hauses; sorgfältig abgerundet. 2. Landbesitz durch den
A ˙ Schreibblock mit Blättern (2 a), die durch Reißen b) Teil, der von etw. (z. B. von Eintrittskarten) Erwerb angrenzenden Landes vergrößern;
am oberen od. seitlichen Rand leicht entfernt abgerissen werden soll: ohne A. ungültig. 2. (ver- arrondieren: seinen Grundbesitz a. können.
werden können. altet) [Umriss]zeichnung: einen A. von etw. 3. (eine Zahl) durch Abziehen (seltener durch
ab|rei|ßen 〈st. V.〉: 1. 〈hat〉 a) durch [ruckhaftes] machen. 3. knappe Darstellung, bersicht, Hinzufügen) auf die nächste runde Zahl brin-
˙ Reißen [von jmdm., sich od. etw.] lösen, abtren- Zusammenfassung, auch als kurz gefasstes gen: 81,5 auf 81 (seltener: auf 82) a.; eine Summe
nen: ein Kalenderblatt, ein Pflaster, ein Plakat Lehrbuch; Kompendium: der Hauptteil enthält a. 4. a) (eine Sache) durch Hinzufügen von etw.
[von der Hauswand] a.; b) [bei jmdm., sich od. einen A. der Lautlehre. ausgewogener, vollständiger machen: einen
etw.] hastig, mit einem Ruck entfernen: ich riss Ab|riss|ar|bei|ten 〈Pl.〉: Arbeiten, die mit einem Bericht mit etw. a.; Milch oder Sahne runden
[mir] rasch den Kopfhörer ab. 2. 〈ist〉 a) sich ˙ Abriss (1 a) verbunden sind. den Geschmack ab; 〈häufig im 2. Part.:〉 eine sti-
[infolge starker Belastung, Beanspruchung] von Ab|riss|bir|ne, die: beim Abriss von Häusern o. Ä. listisch abgerundete Erzählung; b) 〈a. + sich〉
jmdm. od. etw. ablösen, abgehen; entzweigehen, ˙ verwendete Stahlkugel, die an einem Kran eine abschließende, vervollständigte, ausgewo-
zerreißen: der Schnürsenkel riss ab; ein abgeris- hängt u. durch dessen Bewegung mit Wucht gene Form bekommen: mein Eindruck rundet
sener Knopf; b) plötzlich unterbrochen werden, gegen das Mauerwerk geschleudert wird, das sich allmählich ab.
aufhören: die Funkverbindung riss ab; Kontakte auf diese Weise zum Zusammenstürzen Ab|run|dung, die; -, -en: 1. das Abrunden.
nicht a. lassen; der Strom der Flüchtlinge riss gebracht wird. ˙ 2. abgerundete Form.
nicht ab (nahm kein Ende). 3. 〈hat〉 (ein baufäl- Ab|riss|haus, das: Haus, das abgerissen werden ab|rup|fen 〈sw. V.; hat〉: [auf unachtsame, lieblose
liges od. nicht mehr gebrauchtes Bauwerk) ˙ soll oder wird. ˙ Weise] ruckartig abreißen: Blumen a.
durch Niederreißen beseitigen: ein baufälliges Ab|riss|par|ty, die (ugs.): vor dem Abriss od. ab|rupt 〈Adj.〉 [lat. abruptus, adj. 2. Part. von:
Haus a. [lassen]. 4. 〈hat〉 (salopp) (einen Dienst ˙ Umbau eines Gebäudes stattfindende private ˙
abrumpere = abreißen]: 1. plötzlich und unver-
o. Ä., eine vorgeschriebene [Dienst-, Ausbil- od. öffentliche Abschiedsveranstaltung [bei der mittelt, ohne dass jmd. damit gerechnet hat:
dungs]zeit) lustlos und ohne eigenes Engage- Beschädigungen an Gebäude u. Einrichtung in alles fand ein -es Ende; etw. a. unterbrechen.
ment ableisten: seinen Militärdienst a. Kauf genommen werden]. 2. ohne erkennbaren Zusammenhang: a. ant-
Ab|reiß|ka|len|der, der: Kalender mit Blättern, ab|ro|cken 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): a) mit großer Hin- worten.
˙ die durch Reißen am [oberen] Rand leicht ent- ˙ gabe Rockmusik spielen; b) ausgelassen zu ab|rüs|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. die Rüstung, die Streit-
fernt werden können. Rockmusik u. ä. Musik tanzen. ˙ kräfte vermindern: die Großmächte haben
ab|rei|ten 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 a) weg-, davonreiten: sie ab|rol|len 〈sw. V.〉: 1. a) 〈hat〉 von einer Rolle abgerüstet; 〈seltener mit Akk.-Obj.:〉 die Atom-
˙ sind eben abgeritten; b) (Jägerspr.) (von Auer- ˙ [ab]wickeln: ein Kabel, Tau a.; b) 〈ist〉 sich von waffen a. 2. (Bauw.) von einem Bauwerk das
und Birkwild) weg fliegen: der Auerhahn reitet einer Rolle abwickeln, ablaufen: der Film, die Gerüst wegnehmen: wir haben das Haus schon
ab. 2. a) 〈hat/ist〉 an etw. zum Zwecke der Leine rollt ab. 2. a) 〈hat〉 (mit dem Fuß) eine rol- längst abgerüstet.
Besichtigung od. Kontrolle entlangreiten, etw. lende Bewegung von der Ferse zu den Zehen Ab|rüs|tung, die; -, -en: das Abrüsten (1): eine
bei einem Ritt besichtigen: die Front der ausführen: beim Laufen über den ganzen Fuß ˙ totale, allgemeine, atomare A.
Schwadron, die Posten, Stellungen a.; b) 〈hat〉 a.; b) 〈ist〉 (Turnen) eine Rolle machen: nach Ab|rüs|tungs|kon|fe|renz, die: Konferenz, bei
(ein Pferd) müde reiten; c) 〈hat〉 (Seemannsspr.) vorn, über den rechten Arm a. 3. a) 〈hat〉 ˙ der zwei od. mehrere Staaten über Fragen der
(schlechtes Wetter, raue See) vor Anker liegend (Fachspr.) (Frachtgut mit einem Fahrzeug) Abrüstung beraten.
auf See überstehen: wir müssen den Sturm abtransportieren: Bierfässer a.; der Spediteur Ab|rüs|tungs|ver|hand|lung, die 〈meist Pl.〉: vgl.
draußen a. hat die Kisten abgerollt; b) 〈ist〉 sich (auf ˙ Abrüstungskonferenz.
ab|ren|nen 〈unr. V.〉 (ugs.): 1. 〈hat, seltener: ist〉 Rädern o. Ä.) rollend entfernen: das Flugzeug ab|rut|schen 〈sw. V.; ist〉: 1. abgleiten (1 a),
˙ eine Anzahl Orte od. Personen der Reihe nach rollt zum Start ab. 4. 〈ist〉 ablaufen, vonstatten- ˙ abwärts- od. seitwärtsrutschen: vom Becken-
wegen etw. eilig aufsuchen: alle Läden, die ganze gehen, sich abspielen: das Programm rollt rei- rand a.; das Messer ist mir abgerutscht.
Stadt nach etw. a. 2. 〈a. + sich; hat〉 sich durch bungslos ab; ihr Leben rollte noch einmal vor 2. a) nach unten rutschen: Erdmassen sind
Rennen ermüden: warum rennst du dich so ab? ihren Augen ab. abgerutscht;  der Verein ist auf den letzten
Ab|ri, der; seltener: das; -s, -s [frz. abri = Obdach, ab|rub|beln 〈sw. V.; hat〉 (landsch., bes. nordd.): Tabellenplatz abgerutscht; b) nachlassen,
¯
Schutz, zu afrz. abrier = bedecken < lat. apri- ˙ rubbelnd trocken reiben: ich habe mir nach dem schlechter werden: ihre Leistungen rutschen
cari = sich (in der Sonne) wärmen]: altsteinzeit- Bad den Körper, habe mich abgerubbelt. immer mehr ab; in seinen Leistungen a.;
liche Wohnstätte unter Felsvorsprüngen od. in ab|rü|cken 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 von jmdm., etw. weg- c) [moralisch] herunterkommen: sie ist völlig
Felsnischen. ˙ schieben: ich rückte das Bett [von der Wand] ab. abgerutscht.
ab|rich|ten 〈sw. V.; hat〉: (ein Tier, bes. einen 2. 〈ist〉 sich von jmdm., etw., von seinem Platz Ab|ruz|zen 〈Pl.〉: 1. Gebiet im südlichen Mittelita-
˙ Hund) zu bestimmten Leistungen od. Fertigkei- rückend, ein kleines Stück entfernen: ich rückte lien.˙ 2. Abruzzischer Apennin.
ten erziehen; dressieren: einen Hund [falsch, ein wenig von ihm ab. 3. 〈ist〉 sich von jmdm., Ab|ruz|zi|sche Apen|nin, der Abruzzische Apen-
richtig] a.; er richtete den Falken zur Beize ab. etw. distanzieren, lossagen: er ist von seinen nin;˙ des Abruzzischen¯ Apennins: Teil des Apen-
Ab|rich|tung, die; -, -en: das Abrichten, Dressur. Äußerungen abgerückt. 4. 〈ist〉 (bes. Militär) in nins.
A˙ b|rieb, der; -[e]s, -e: 1. 〈o. Pl.〉 das [Sich]abrei- geschlossener Formation abmarschieren: in die Abs. = Absatz; Absender.
˙ ben: der A. ist bei Winterreifen besonders stark. Quartiere, in die Kaserne a.;  später rückte er ABS [abes], das; -: Antiblockiersystem.
2. etw. Abgeriebenes: der A. von Steinkohle bei heimlich ab (ugs.; ging er heimlich weg). ab|sä|beln 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): [in großen Stücken]
der Aufbereitung; die -e von Gummireifen auf Ab|ruf, der; -[e]s, -e 〈Pl. selten〉: 1. Aufforderung, ˙ ungeschickt, nicht säuberlich abschneiden: ich
der Fahrbahn. ˙ sich von einem Ort, einer Stelle wegzubegeben; säb[e]le [mir] ein Stück von der Wurst ab.
ab|rieb|fest 〈Adj.〉: gegen Abrieb (1) unempfind- Abberufung: sich auf A. ( für die Weisung zu ab|sa|cken 〈sw. V.; ist〉 (ugs.): 1. a) nach unten
˙ lich: -e Reifen, Beläge. kommen) bereithalten. 2. (Kaufmannsspr.) Wei- ˙ sacken: der Boden, das Fundament sackt ab;
ab|rie|geln 〈sw. V.; hat〉: a) mit einem Riegel sung des Käufers an den Verkäufer, eine Ware b) (von Schiffen) sinken, untergehen; c) an Höhe
˙ [ver]sperren: den Stall a.; riegeln Sie bitte die zu einem bestimmten Zeitpunkt zu liefern: eine verlieren: das Flugzeug sackt ab. 2. a) absinken:
Tür ab!; b) den Zugang blockieren, absperren: Ware auf A. kaufen, bestellen; den Käufer zum das Thermometer, sein Blutdruck sackt ab; der
alle Zufahrtswege wurden hermetisch abgerie- A. (zum Abrufen) der Ware auffordern. Umsatz ist abgesackt; b) nachlassen, schlechter
gelt. 3. (Bankw.) Abheben vom Konto: der A. einer werden, abrutschen (2 b): er ist [in seinen Leis-
Ab|rie|ge|lung, Ab|rieg|lung, die; -, -en: 1. das Summe. tungen, in Mathematik] stark abgesackt;
˙ Abriegeln. 2. a) ˙Riegel (1, 2); b) Sperre (1 a). ab|ruf|bar 〈Adj.〉: sich abrufen lassend. c) [moralisch] herunterkommen, abrut-
ab|rin|gen 〈st. V.; hat〉: von jmdm., etw. durch ˙ab|ruf|be|reit 〈Adj.〉: bereit zum Abgerufenwer- schen (2 c): in der Großstadt sackte er völlig ab.
˙ intensive Bemühung erlangen; abzwingen: dem ˙ den. Ab|sa|cker, der; -s, - (ugs.): am Ende eines
Meer neues Land a.; ich habe ihm das Verspre- ab|ru|fen 〈st. V.; hat〉: 1. a) veranlassen, sich von ˙ Zusammenseins oder vor dem Schlafengehen
chen abgerungen, nicht mehr zu rauchen; sich ˙ einem Ort, einer Stelle wegzubegeben: jmdn. aus getrunkenes letztes Glas eines alkoholischen
ein Lächeln a. einer Sitzung a.; b) (seltener) von einem Posten Getränks.
ab|rin|nen 〈st. V.; ist〉: 1. an etw. abwärtsrinnen: zurückrufen, abberufen: einen Funktionär [von Ab|sa|ge, die; -, -n: a) Zurücknahme [eines ber-
˙ das Wasser rann an der, von der Zeltbahn ab. seinem Posten] a. 2. a) (EDV) abfragen (2): ˙ einkommens], ablehnender Bescheid: eine A.
2. rinnend verschwinden: das Regenwasser Informationen, Daten a.; b) (Flugw.) zur Lan- erhalten; b) Ablehnung, Zurückweisung: eine
rinnt nur langsam ab. dung auffordern: eine Maschine a. 3. a) (Kauf- klare A. an totalitäre Politik; jmdm. eine A.
ab|rip|pen 〈sw. V.; hat〉 [nach gleichbed. engl. to mannsspr.) (vom Käufer) den Verkäufer anwei- erteilen.
˙ rip off, eigtl. = klauen]: 1. jmdm. Kleider od. sen, eine bereitgestellte Ware zu liefern: den ab|sa|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. nicht stattfinden lassen:
Wertgegenstände vom Leib reißen, um sie zu Rest einer Ware a.; b) (Bankw.) (Geld von einem ˙ eine Veranstaltung, das Training a. 2. (von
stehlen: beide hatten andere Schüler auf dem Konto) abheben, sich auszahlen lassen: eine einem Vorhaben) mitteilen, dass es nicht statt-
Heimweg mehrfach abgerippt. 2. (bei einem bestimmte Summe vom Konto a.; c) (bes. Sport) findet: seinen Besuch, die Teilnahme a.
Handel) betrügen, übervorteilen: war er abge- zur Wirkung bringen: im richtigen Moment die 3. jmdm. mitteilen, dass etw. Vereinbartes nicht
rippt worden oder hatte er vielleicht sogar ein bestmögliche Leistung a. können. stattfindet: ich habe dem Mann, mit dem ich
Schnäppchen gemacht? ab|run|den 〈sw. V.; hat〉: 1. rund machen, in runde mich treffen wollte, abgesagt. 4. (geh.) etw. auf-
Ab|riss, der; -es, -e [vgl. Reißbrett]: 1. a) 〈o. Pl.〉 ˙ Form bringen: die Ecken a.; alle Kanten sind geben, einer Sache entsagen: dem Alkohol a.
˙
99 absägen – Abschiedskuss
ab|sä|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Sägen entfernen, ab|schaf|fen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) aufheben (3 a), gen; bei, in jmdm. A. erregen; eine [großen] A.
˙ abtrennen: einen Baum, einen Ast a. 2. (ugs.) ˙ außer Kraft setzen, beseitigen, was bisher erregende Handlungsweise; etw. erfüllt jmdn. A
von seinem Posten entfernen, um seine Stellung bestand, üblich war: ein Gesetz, die Todesstrafe mit A.
bringen; jmdm. kündigen: einen Beamten, den a.; b) aus der Welt schaffen: die Autos müssten ab|scheu|ern 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Scheuern
Trainer a. alle abgeschafft werden; c) etw., was jmd. ˙ entfernen: den Schmutz a.; b) durch Scheuern
ab|sah|nen 〈sw. V.; hat〉: 1. (landsch.) den Rahm besitzt, für immer fortgeben: den Hund, sein reinigen: den Fußboden, den Tisch a. 2. durch
˙ von der Milch entfernen: die Milch a. 2. (ugs.) Auto a. 2. 〈a. + sich〉 (südwestd., schweiz.) sich starkes Reiben ablösen: ich habe mir die Haut
sich (etw. Wertvolles, das Beste) [in nicht ganz abarbeiten: du schaffst dich zu sehr ab, bist am Arm abgescheuert. 3. a) durch beständiges
korrekter Weise] aneignen: Bosse, die niedrige abgeschafft. Reiben abnutzen: du hast den rechten Ärmel
Löhne zahlen, selbst aber große Gewinne Ab|schaf|fung, die; -, -en 〈Pl. selten〉: das abgescheuert; b) 〈a. + sich〉 durch beständiges
absahnen wollen; beim letzten Wettbewerb ˙ Abschaffen (1): die A. der Sklaverei, aller Privile- Reiben abgenutzt werden, sich abnutzen: der
sahnte sie den ersten Preis ab. gien. Kragen hat sich abgescheuert.
ab|sam|meln 〈sw. V.; hat〉: 1. Stück für Stück von ab|schä|len 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Schälen von ab|scheu|er|re|gend, Ab|scheu er|re|gend
˙ etw. wegnehmen; 1 ablesen (a). 2. (landsch., bes. ˙ etw. entfernen: die Rinde a.; b) 〈a. + sich〉 sich in ˙ 〈Adj.〉: jmds. Abscheu ˙erregend: eine äußerst -e
südd., österr.) durch Absammeln (1) von etw. kleinen Stücken ablösen: die Haut schält sich Tat; dieser Geruch ist a.
leer machen. ab. 2. durch Schälen von etw. frei machen: einen ab|scheu|lich 〈Adj.〉: a) ekelhaft, widerwärtig: ein
ab|sat|teln 〈sw. V.; hat〉: (einem Pferd) den Sattel Baumstamm a. -er Geruch, Anblick; a. schmecken; ich finde die
˙ abnehmen: das Pferd a.; wir haben schon abge- ab|schal|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Betätigung Umgebung der Stadt a. (hässlich); b) [mora-
sattelt. ˙ eines Schalters unterbrechen, ausmachen: den lisch] verwerflich, schändlich: eine -e Tat; sich
Ab|satz, der; -es, Absätze: 1. erhöhter Teil der Strom a.; er schaltete die Musik ab; b) abstellen, a. benehmen; c) 〈intensivierend bei Adjektiven
˙ Schuhsohle unter der Ferse: flache, hohe, spitze ausschalten: das Radio, den Motor a.; ein Kern- u. Verben〉 (ugs.) sehr, überaus: es ist a. kalt; a.
Absätze; die Absätze (unterste Schicht der kraftwerk, einen Reaktor a. (vorübergehend od. wehtun.
Absätze) ablaufen, schief treten; * sich auf dem endgültig stilllegen). 2. (ugs.) a) nicht mehr kon- Ab|scheu|lich|keit, die; -, -en: 1. 〈o. Pl.〉 das
A. umdrehen, umwenden; auf dem A. kehrt- zentriert auf das achten, was eigentlich die Auf- Abscheulichsein: die A. eines Verbrechens.
machen (sogleich umkehren). 2. a) Unterbre- merksamkeit beansprucht; unaufmerksam, 2. abscheuliche Handlung; abscheuliche Sache:
chung in einem fortlaufend gedruckten od. geistesabwesend sein: einige Zuhörer hatten wir werden die in diesem Krieg begangenen -en
geschriebenen Text (nach der mit einer neuen bereits abgeschaltet; b) Abstand gewinnen, sich nicht vergessen.
Zeile begonnen wird): einen A. machen; entspannen: im Urlaub einmal richtig a.; gut, Ab|schich|tung, die (österr. Amtsspr.): 1. Auftei-
b) Abschnitt eines Textes auf einer gedruckten nicht a. können. ˙ lung der Vermögenswerte einer Gesellschaft auf
od. geschriebenen Seite (Abk.: Abs.): Kapitel III, Ab|schal|tung, die; -, -en: das Abschalten (1). die Gesellschafter. 2. Streichung, Kürzung einer
vorletzter A. 3. (Kaufmannsspr.) Verkauf: der A. a˙ b|schat|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. abschattieren. 2. mit bereits erfolgten Prüfung auf höherer Ebene.
der Waren stockte; reißenden A. finden (gut ˙ Schatten (1 b) versehen, abdunkeln: einen Raum ab|schi|cken 〈sw. V.; hat〉: a) ab-, versenden:
verkauft werden). 4. Unterbrechung einer Flä- a. ˙ Waren, Post a.; b) mit einem bestimmten Auf-
che, von etw. Fortlaufendem: der A. eines Ber- ab|schat|tie|ren 〈sw. V.; hat〉: durch Schattieren trag wegschicken: einen Boten a.
ges, einer Treppe, einer Mauer. 5. 〈Pl. selten〉 ˙ abheben, nuancieren: den Hintergrund eines Ab|schie|be|haft: Abschiebungshaft.
(Geol.) Ablagerung. Bildes a. a˙ b|schie|ben 〈st. V.〉: 1. 〈hat〉 a) von seinem bishe-
Ab|satz|chan|ce, die: Chance, eine Ware abzuset- Ab|schat|tie|rung, die; -, -en: das Abschattieren. ˙ rigen Standort [weg]schieben, schiebend entfer-
˙ zen, zu verkaufen. ˙Ab|schat|tung, die; -, -en: das Abschatten. nen: das Bett von der Wand a.;  die Verantwor-
Ab|satz|flau|te, die (Kaufmannsspr.): Flaute im a˙ b|schätz|bar 〈Adj.〉: sich abschätzen lassend: die tung, die Schuld auf andere abzuschieben
˙ Absatz (3). ˙ Kosten für das Projekt sind nur schwer a. suchen; b) gerichtlich des Landes verweisen;
Ab|satz|för|de|rung, die: Förderung des Absat- ab|schät|zen 〈sw. V.; hat〉: a) (nach Größe, Menge ausweisen u. außer Landes bringen: jmdn. aus
˙ zes (3). ˙ usw.) prüfend schätzen, veranschlagen, taxie- einem Land, über die Grenze, in sein Heimat-
Ab|satz|for|schung, die: den Absatz (3) betref- ren: die Entfernung, die Kosten nicht richtig a. land a.; er wurde ohne genaue Angabe des
˙ fende Forschung. [können]; b) nach bestimmten Gesichtspunkten Grundes abgeschoben; c) (ugs.) jmdn., um ihn
Ab|satz|ge|biet, das (Kaufmannsspr.): Gebiet, in beurteilen: er versuchte sein Gegenüber abzu- seines Einflusses zu berauben od. weil er als läs-
˙ dem etw. abgesetzt (9) wird. schätzen; sie schätzten einander ab, sich tig empfunden wird, aus seiner Umgebung ent-
Ab|satz|ka|nal, der (Kaufmannsspr.): Absatzweg. [gegenseitig] ab. fernen: einen Funktionär [in die Provinz] a.;
A˙ b|satz|markt, der: Markt (3), auf dem Produkte ab|schät|zig 〈Adj.〉 [urspr. schweiz., zu veraltet  man wollte den invalide gewordenen Arbeiter
˙ abgesetzt werden können. ˙ abschätzen = eine Ware als minderwertig beur- in die Frührente a. 2. 〈ist〉 (salopp) weggehen: er
Ab|satz|men|ge, die (Kaufmannsspr.): Menge, teilen]: geringschätzig, abfällig: -e Bemerkun- schob beleidigt ab; schieb ab!
˙ Volumen (2) des Absatzes. gen; die Äußerung ist nicht a. gemeint; sich a. Ab|schie|be|pra|xis, die: Praxis (1 b), übliche
Ab|satz|plus, das 〈o. Pl.〉 (Kaufmannsspr.): Steige- zu etw. äußern. ˙ Vorgehensweise bei Abschiebungen.
˙ rung des Absatzes (3) (gegenüber einem Ver- Ab|schät|zung, die; -, -en: das Abschätzen (a). Ab|schie|be|stopp, der (ugs.): (vorläufiges) Aus-
gleichszeitraum). ˙ab|schau|en 〈sw. V.; hat〉 (bes. südd., österr., ˙ setzen der Abschiebung.
Ab|satz|rück|gang, der: Rückgang beim ˙ schweiz.): absehen (1, 5, 6). Ab|schie|bung, die; -, -en: das Abschieben (1);
˙ Absatz (3); Absatzeinbuße. Ab|schaum, der; -[e]s (abwertend): als minder- ˙ das Abgeschobenwerden.
Ab|satz|schwie|rig|keit, die 〈meist Pl.〉: Schwie- ˙ wertig betrachteter Teil von einer Gesamtheit Ab|schie|bungs|haft, die: vom Richter angeord-
˙ rigkeit, Problem beim Absatz (3). (gewöhnlich von Menschen): A. der Menschheit; ˙ nete Haft, durch die erreicht werden soll, dass
Ab|satz|stei|ge|rung, die: Steigerung des Absat- dieser Kerl ist A. eine Person abgeschoben (1 b) werden kann.
˙ zes (3). ab|schäu|men 〈sw. V.; hat〉 (Kochkunst): den Ab|schied, der; -[e]s, -e [zu ↑ abscheiden]: 1. 〈Pl.
Ab|satz|vo|lu|men, das (Kaufmannsspr.): Volu- ˙ unreinen Schaum von etw. entfernen: die Brühe ˙ geh.〉 Trennung von jmdm., etw.: der erste A. von
˙ men des Absatzes (3); Absatzmenge. a. zu Hause fiel ihm sehr schwer; ein A. für immer;
Ab|satz|weg, der: Form, in der der Absatz (3) ab|schei|den 〈st. V.〉: 1. 〈hat〉 a) (selten) von jmdm. zum A. winken; * A. nehmen (geh.:
˙ eines Produktes stattfindet. ˙ jmdm. absondern, abtrennen: die kranken Tiere 1. sich vor einer längeren Trennung verabschie-
ab|satz|wei|se 〈Adv.〉: in Absätzen (2 b). von den gesunden a.; er scheidet sich von der den: von den Freunden, von der Heimat A. neh-
˙Ab|satz|zahl, die 〈meist Pl.〉: die Höhe des Absat- Gruppe ab; b) (Fachspr.) ausscheiden: die men. 2. einem Toten den letzten Gruß entbieten:
˙ zes (3) angebende Zahl: sinkende, stagnierende, Wunde scheidet Eiter ab; die Lösung hat Salz die Bevölkerung nahm A. von dem Verstorbe-
steigende -en. abgeschieden. 2. 〈ist〉 (geh. verhüll.) sterben: in nen). 2. 〈Pl. selten〉 (veraltet) Entlassung (bes.
ab|sau|fen 〈st. V.; ist〉: 1. a) (salopp) untergehen: Frieden a.; 〈subst.:〉 vor, nach seinem Abschei- von Offizieren, Beamten): den A. erteilen,
˙ der Kutter ist abgesoffen; b) (derb) ertrinken: den. geben; als Major seinen A. nehmen; seinen A.
fünf Matrosen soffen ab. 2. (ugs.) (vom Kfz-Mo- Ab|schei|dung, die; -, -en: das Abscheiden (1 b). (sein Entlassungsgesuch) einreichen.
tor) nicht mehr laufen, weil dem Vergaser zu ˙ab|schen|ken 〈sw. V.; hat〉 (Sportjargon): [ fast] Ab|schieds|brief, der: Brief, in dem jmd. für län-
viel Benzin zugeführt wird: im Leerlauf säuft ˙ ohne Gegenwehr verloren geben: völlig demora- ˙ gere Zeit od. für immer von jmdm. Abschied
der Motor ab. 3. (bes. Bergmannsspr.) sich mit lisiert hatte die Mannschaft das Spiel in der nimmt.
Wasser füllen: die Grube ist abgesoffen. zweiten Halbzeit abgeschenkt. Ab|schieds|fei|er, die: Feier zu Ehren eines
ab|sau|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Saugen entfer- ab|sche|ren 〈st. V.; hat〉: durch 1 Scheren (1 b) völ- ˙ Abschiednehmenden.
˙ nen: die Pumpe saugt das Wasser ab. 2. durch ˙ lig entfernen: den Schafen wurde die Wolle Ab|schieds|ge|schenk, das: a) Geschenk des Ver-
Saugen von etw. frei machen, säubern: den Tep- abgeschoren; ich schor mir den Bart ab. ˙ abschiedenden an den Abschiednehmenden;
pich a. Ab|scheu, der; -s u. die ; - [zu ↑ Scheu]: a) (selten) b) Geschenk des Abschiednehmenden an den
ab|scha|ben 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Schaben ent- ˙ physischer Ekel: sein A. vor Spinnen ist unbe- Verabschiedenden.
˙ fernen: mit einem Spachtel den Putz [von der schreiblich; b) heftiger Widerwille, starke Ab|schieds|gruß, der: Gruß zum, beim
Mauer] a.; b) durch Schaben von etw. frei [moralische] Abneigung: seinen/(auch:) seine ˙ Abschied (1).
machen: die Wand a. 2. abwetzen (1 b): ein A. über, gegen etw. zum Ausdruck bringen; Ab|schieds|kuss, der: Kuss zum, beim
abgeschabter Kragen. vor einem Menschen A. haben; jmds. A. erre- ˙ Abschied (1).
Abschiedsrede – Abschlusszeugnis 100
Ab|schieds|re|de, die: a) Rede des Abschiedneh- lige Fläche, von der aus bei jedem zu spielenden das Zimmer, die Wohnung, den Schrank a.; das
A ˙ menden; b) Rede des Verabschiedenden. Loch mit dem Schlagen des Balles begonnen Auto a.; das Fahrrad a. (mit einem Fahrrad-
Ab|schieds|schmerz, der 〈Pl. selten〉: Schmerz (2) wird: der Golfer ging am ersten A. in Position. schloss gegen Diebstahl sichern); die Tür war
˙ über den Abschied (1) von jmdm. 2. a) (Kaufmannsspr.) Senkung eines Preises, abgeschlossen; 〈auch ohne Akk.-Obj.:〉 du musst
Ab|schieds|spiel, das (bes. Fußball): Spiel, mit Preisrückgang: bei verschiedenen Waren ist ein noch a.; b) (landsch.) wegschließen, verschlie-
˙ dem sich ein Spieler od. Trainer verabschiedet: A. [des Preises] festzustellen; b) Disagio. 3. [zu ßen: Geld a. 2. von etw., jmdm. absondern, tren-
Pelés A. wurde fast in der ganzen Welt übertra- veraltet abschlagen = (ratenweise) abzahlen] nen: etw. luftdicht, hermetisch a. 3. einen
gen. Abschlagszahlung, Teilzahlung, Rate: ein A. auf Abschluss von etw. bilden: das Theater schloss
Ab|schieds|tour|nee, die: Tournee, mit der sich den Lohn; etw. auf A. kaufen, liefern. 4. (Prä- die eine Seite des Platzes ab. 4. beenden, zum
˙ Künstler[innen], Artist[inn]en od. Sportler[in- hist.) als Werkzeug benutzter, von Knollen des Abschluss bringen, zu Ende führen: ein
nen] von ihrem Publikum verabschieden. Feuersteins u. Flussgeröll abgeschlagener Teil: Gespräch, seine Studien, einen Roman a.; die
Ab|schieds|vor|stel|lung, die: letzte Vorstel- herumliegende Abschläge und Knochensplitter. Bücher, ein Konto a. (Kaufmannsspr., Bankw.;
˙ lung (3) eines scheidenden Künstlers. 5. (Fachspr.) Ableitung eines Wasserlaufs. Bilanz ziehen); ihr Rücktritt schloss eine Epo-
Ab|schieds|wort, das 〈Pl. -e〉: Wort[e] zum 6. (Bergbau) freier Raum, der unter Tage che ab; die Reisevorbereitungen sind abge-
˙ Abschied: ich will nicht ohne ein A., ohne -e abschnittweise durch Sprengarbeit entsteht. schlossen; ein abgeschlossenes Universitätsstu-
gehen. 7. (veraltet) abschlägiger Bescheid. dium. 5. a) mit etw. enden, auf hören, seinen
ab|schie|ßen 〈st. V.〉: 1. 〈hat〉 a) losschießen, ab|schla|gen 〈st. V.; hat〉: 1. etw. durch Schlagen Abschluss finden: die Tapete schließt mit einer
˙ abfeuern: einen Pfeil, Torpedo a.;  wütende Bli- ˙ gewaltsam von etw. trennen, abhauen: Äste goldenen Borte ab; der Roman schließt mit dem
cke a.; die Reporter schossen ihre Fragen ab; vom Baum a.; den Putz [von den Wänden] a.; Tod des Helden ab; mit einem Fehlbetrag, mit
b) (eine Schusswaffe) betätigen, abfeuern: ein jmdm. den Kopf a. 2. (landsch.) (Aufgebautes) Gewinn a. (Kaufmannsspr.; Bilanz ziehen);
Gewehr a. 2. 〈hat〉 a) [hinterlistig] durch Schie- in seine Teile zerlegen, auseinandernehmen; b) mit jmdm., etw. zu einem Ende kommen, die
ßen töten: krankes Wild a.; jmdn. kaltblütig aus abbrechen: eine Bude, ein Gerüst a.; sie schlu- Beziehungen zu jmdm., etw. abbrechen: ich
dem Hinterhalt a.; * zum Abschießen ausse- gen die Möbel für den Transport ab. 3. a) (Fuß- habe mit ihr abgeschlossen; mit dem Leben, der
hen, sein (ugs. veraltend; überaus komisch, gro- ball) (vom Torwart) den Ball durch Welt abgeschlossen haben (nichts mehr vom
tesk aussehen); b) (ugs.) aus seiner Stellung ent- Abschlag (1 a) ins Spiel bringen: der Torwart Leben erwarten, resignieren). 6. (durch Vertrag
fernen: den Trainer, einen Politiker a. 3. 〈hat〉 ein schlug [den Ball] weit und genau ab; o. Ä.) vereinbaren: einen Vertrag mit jmdm.,
Kriegsgerät, bes. ein Flugzeug, durch Schießen b) (Hockey) den ins Toraus gegangenen Ball eine Versicherung, Geschäfte a.; eine Wette [mit
kampfunfähig machen, zerstören: einen Panzer, vom Schusskreis durch einen Schlag mit dem jmdm., auf etw.] a. (mit jmdm., in Bezug auf etw.
ein Flugzeug a.; er ist über dem Atlantik abge- Schläger ins Spiel bringen. 4. (bes. Militär) wetten).
schossen worden. 4. 〈hat〉 ein Körperglied mit abwehren, zurückschlagen, -weisen: einen ab|schlie|ßend 〈Adj.〉: letzt..., zum Schluss [erfol-
einem Schuss wegreißen: man hat ihm im Krieg Angriff des Feindes, den Feind a. 5. ablehnen, ˙ gend]: ein -es Urteil; eine -e Bemerkung; ... sagte
beide Beine abgeschossen. 5. 〈ist〉 (südd., verweigern, nicht gewähren: jmdm. eine Bitte a.; er a.
österr.) in den Farben verblassen, verschießen: er hat mein Anliegen glatt, rundweg abgeschla- Ab|schluss, der; -es, Abschlüsse: 1. Verschluss:
der Stoff ist abgeschossen. 6. 〈hat〉 (Ballspiele) gen. 6. 〈a. + sich〉 sich niederschlagen: die ˙ einen luftdichten A. herstellen. 2. abschließen-
einen Ball wuchtig schießen: er schoss aus lin- Feuchtigkeit hat sich an den Scheiben abge- der Teil, Verzierung u. Ä.: der [obere] A. eines
ker Position kraftvoll ab. 7. 〈hat〉 (Boxen) jmdm. schlagen. Kleides, der Tapete. 3. a) 〈o. Pl.〉 Ende, Beendi-
den entscheidenden Schlag versetzen, jmdn. ab|schlä|gig 〈Adj.〉 [zu ↑ abschlagen (5)] gung: der A. der Arbeiten; den A. bilden; in etw.
k. o. schlagen. ˙ (Amtsspr.): ablehnend, verweigernd: eine -e seinen krönenden A. finden; die Verhandlungen
ab|schif|fen 〈sw. V.; ist〉 (ugs.): ein angestrebtes Antwort erteilen; er wurde a. beschieden nähern sich dem A., stehen kurz vor dem A.;
˙ Ziel nicht erreichen, keinen Erfolg haben, schei- (erhielt einen ablehnenden Bescheid); ihre Bitte nach A. des Studiums; zum A. kommen/gelan-
tern: ein Projekt a. lassen; bei, mit etw. a. ist a. beschieden (ist abgelehnt) worden. gen (nachdrückl.; abgeschlossen, beendet wer-
ab|schil|fern 〈sw. V.; ist〉 (landsch.): (besonders Ab|schlags|sum|me, die: Abschlag (3). den); etw. zum A. bringen (nachdrückl.; etw.
˙ von der Haut) sich in kleinen Schuppen ablösen. ˙Ab|schlags|zah|lung, (BGB:) Ab|schlag|zah- abschließen, beenden); b) (Wirtsch., Kauf-
ab|schin|den, sich 〈unr. V.; schindete sich ab, hat ˙ lung, die: (erster) Teil einer zu
˙ leistenden Zah- mannsspr.) Bilanz mit Gewinn-und-Verlust-
˙ sich abgeschunden〉 (ugs.): sich längere Zeit lung; Teilzahlung: eine A. auf sein Gehalt erhal- Rechnung: der A. der Bücher, Konten; c) (Ball-
übermäßig schinden: ich habe mich jahrelang ten. spiele) Beendigung eines Spielzuges durch einen
für den Jungen abgeschunden. ab|schläm|men 〈sw. V.; hat〉: 1. Bodenteilchen Schuss aufs Tor: beim A. Pech haben;
Ab|schirm|dienst, der (Militär): Geheimdienst, ˙ wegspülen und als Schlamm absetzen (6 a). d) Abschlusszeugnis, -examen: keinen A., einen
˙ der mit dem Schutz der eigenen Streitkräfte 2. von Schlamm o. Ä. befreien: Gold a. und so guten A. haben; einen A. anerkennen.
gegen Ausspähung, Sabotage u. Zersetzung vom Gestein trennen. 4. a) 〈o. Pl.〉 das Abschließen, Vereinbaren;
beschäftigt ist. ab|schle|cken 〈sw. V.; hat〉 (südd., österr., abschließende Vereinbarung: der A. eines
ab|schir|men 〈sw. V.; hat〉: 1. a) vor jmdm., etw. ˙ schweiz.): ablecken. Bündnisses, Vertrages; bei den Tarifverhandlun-
˙ schützen, gegen jmdn., etw. absichern: seine ab|schlei|fen 〈st. V.; hat〉: 1. a) durch Schleifen gen kam man zu keinem A.; b) (Kaufmannsspr.)
Augen mit der Hand a.; jmdn. gegen schädliche ˙ (von etw.) entfernen: Unebenheiten a.; ich habe geschäftliche, ein Geschäft abschließende Ver-
Einflüsse a.; sein Privatleben a.; b) isolieren, den Rost [vom Messer] abgeschliffen; b) durch einbarung: einen vorteilhaften A. [über 200
nicht zur Wirkung kommen lassen: der feindli- Schleifen glätten: die Kanten der Bretter a.; das Tonnen Getreide] tätigen.
che Spion wurde von unserem Geheimdienst Parkett a. (glätten u. dabei reinigen). 2. 〈a. + Ab|schluss|ar|beit, die: einen Ausbildungsgang
abgeschirmt. 2. a) (Licht) durch etw. zurückhal- sich〉 durch Reibung abgenutzt werden, nach ˙ abschließende Arbeit (4 a).
ten: das grelle Licht mit einem Tuch, durch ein und nach schwinden: der Belag schleift sich im Ab|schluss|ball, der: 2 Ball, mit dem etw. abge-
Tuch a.; b) etw., was Licht aussendet, mit etw. Laufe der Zeit ab;  seine rauen Seiten werden ˙ schlossen (4) wird.
verdecken, sodass es nicht stört: eine Lampe sich schon noch a. (mildern). Ab|schluss|be|richt, der: abschließender Bericht:
mit einem Tuch a. Ab|schlepp|dienst, der (Kfz-Wesen): Unterneh- ˙ der A. der Forschungsgruppe wird nächste
Ab|schir|mung, die; -, -en: 1. das Abschirmen; ˙ men, das fahruntüchtig (2) gewordene Kraft- Woche veröffentlicht werden.
˙ das Abgeschirmtwerden. 2. etw., was etw. fahrzeuge abschleppt. Ab|schluss|er|klä|rung, die: abschließende
abschirmt. ab|schlep|pen 〈sw. V.; hat〉: 1. a) ein Fahrzeug mit ˙ gemeinsame Erklärung (2) der Teilnehmer einer
ab|schir|ren 〈sw. V.; hat〉: (einem Zugtier) das ˙ einem anderen Fahrzeug irgendwohin ziehen, Konferenz, eines [politischen] Treffens o. Ä.
˙ Geschirr (2) abnehmen: er schirrte das Pferd ab. abtransportieren: ein Auto, ein Schiff a.; ich Ab|schluss|fei|er, die: Feier nach einem
ab|schlach|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. (Tiere [vorzeitig, musste mich a. lassen; b) (salopp scherzh.) ˙ Abschluss (3 d).
˙ notgedrungen]) schlachten: die erkrankten jmdn. (oft wider dessen Willen) irgendwohin Ab|schluss|klas|se, die: letzte Klasse vor dem
Schweine mussten abgeschlachtet werden. bringen: einen Betrunkenen a.; jmdn. noch für ˙ Ende der Schule od. Ausbildung.
2. grausam töten: der Despot hat Tausende a. ein Bier, in eine Kneipe a.; er wollte sie [in seine Ab|schluss|kon|zert, das: eine Veranstaltung
lassen. Wohnung] abschleppen. 2. 〈a. + sich〉 (ugs.) sich ˙ abschließendes Konzert.
ab|schlaf|fen 〈sw. V.〉 (ugs.): a) 〈hat〉 matt, kraft- mit dem Tragen eines schweren Gegenstandes Ab|schluss|kund|ge|bung, die: Kundgebung am
˙ los, schlaff machen: das endlose Gerede hatte abmühen: ich habe mich mit dem Koffer, an ˙ Ende einer Veranstaltung.
ihn abgeschlafft; b) 〈ist〉 müde, erschöpft sein u. dem Koffer abgeschleppt. Ab|schluss|prü|fung, die: 1. letzte Prüfung vor
deshalb matt, kraftlos, schlaff werden, sich ent- Ab|schlepp|seil, das: Seil zum Abschleppen eines ˙ Verlassen einer Klasse, Schule. 2. (Wirtsch.)
spannen: nach einem langen Tag a., endlich a. ˙ Kraftfahrzeugs. Prüfung des Jahresabschlusses.
können;  langsam geistig a.; 〈oft im 2. Part.:〉 Ab|schlepp|wa|gen, der: kleinerer Lastkraftwa- Ab|schluss|trai|ning, das (Sport): letztes Trai-
ein abgeschlaffter Typ (ein energieloser, unent- ˙ gen mit einer Vorrichtung zum Abschleppen von ˙ ning vor einem Wettkampf.
schlossener Mensch, der keine Initiative, Unter- Kraftfahrzeugen. Ab|schluss|ver|an|stal|tung, die: vgl. Abschluss-
nehmungslust hat). ab|schließ|bar 〈Adj.〉: sich abschließen (1, 2, 6) ˙ kundgebung.
Ab|schlag, der; -[e]s, Abschläge: 1. a) (Fußball) ˙ lassend. Ab|schluss|zeug|nis, das: nach Absolvieren eines
˙ Abstoß des Torwarts aus der Hand; b) (Hockey) ab|schlie|ßen 〈st. V.; hat〉: 1. a) (einen Raum o. Ä.) ˙ bestimmten Ausbildungsgangs erworbenes
das Abschlagen (3 b); c) (Golf) kleine rechtwink- ˙ mit einem Schlüssel [ver]sperren, zuschließen: Zeugnis.
101 abschmälzen – Abschuss
ab|schmäl|zen 〈sw. V.; hat〉 (Kochkunst): (eine unter kräftigem Abstoßen vom Boden springen: Äußeres; sie ist a. (sehr, überaus) hässlich; a.
˙ Speise) mit gebräunter Butter [u. gerösteten ich schnellte mich vom Brett ab. 2. 〈ist〉 (sehr, überaus) hohe Steuertarife. A
Zwiebeln od. Bröseln] übergießen: Nudeln a. a) schnellend weg fliegen: der Pfeil schnellte Ab|schre|ckung, die; -, -en: das Abschrecken;
ab|schme|cken 〈sw. V.; hat〉: a) den Geschmack [von der Sehne] ab; b) sich kräftig vom Boden ˙ abschreckende Wirkung.
˙ einer zubereiteten Speise prüfen und danach o. Ä. abstoßend springen: er schnellt [vom Brett] Ab|schre|ckungs|mit|tel, das: Mittel zum
würzen: die Soße [mit Wein] a.; das Essen ist ab. ˙ Abschrecken (1).
gut abgeschmeckt; b) schmeckend prüfen: er ab|schnip|peln 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): [unsachgemäß] Ab|schre|ckungs|stra|fe, die (Rechtsspr.): Strafe,
schmeckt [den Wein] ab. ˙ schnippelnd [in kleinen Stücken] abschneiden: ˙ die abschreckend (1) wirken soll.
ab|schmei|ßen 〈st. V.; hat〉 (ugs.): abwerfen (1 a, b, ich habe [mir] von dem harten Käse mühsam Ab|schre|ckungs|waf|fe, die (Militär): Waffe, mit
˙ 2 a, c). ein paar Stücke abgeschnippelt. ˙ der ein potenzieller Gegner abgeschreckt wer-
ab|schmel|zen 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 (von Eis, Metallen) Ab|schnitt, der; -[e]s, -e: 1. Teil[stück] von etw. den soll.
˙ f lüssig werden u. zerlaufen: das Blei schmilzt ˙ Geschriebenem od. Gedrucktem; Kapitel, Pas- Ab|schre|ckungs|wir|kung, die: abschreckende
ab; Wasser von abschmelzendem Eis. 2. 〈hat〉 sus (Abk.: Abschn.): hier endet der erste A.; die ˙ Wirkung von etw.
(Eis, Metalle) f lüssig machen u. zerlaufen las- Schrift zerfällt in mehrere -e. 2. a) Teil eines ab|schrei|ben 〈st. V.; hat〉: 1. a) (von etw., was
sen: die Hitze schmolz das Blei ab;  der Schul- Gebietes, eines Geländes, eines Weges o. Ä.: ˙ schriftlich od. gedruckt vorliegt) eine Abschrift
denberg muss abgeschmolzen werden. einen A. nicht einsehen können, verteidigen; machen: [sich] eine Stelle aus einem Buch a.;
Ab|schmel|zung, die; -, -en: das Abschmelzen. b) (DDR) [Wohn]bereich, Bezirk. 3. Zeitspanne, b) etw. [was im Konzept vorliegt] ins Reine
a˙ b|schmet|tern 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): entschieden, Periode: ein neuer A. im Leben des Künstlers. schreiben; noch einmal schreiben: das Ganze
˙ schroff ablehnen: einen Antrag, eine Forderung a. 4. a) abgeschnittenes Stück: ein A. Heftpflaster; noch einmal sauber a.; c) (bes. in der Schule)
ab|schmie|ren 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 (Technik) (eine b) abtrennbarer Teil eines Formulars, einer Ein- [unerlaubt] von jmds. Vorlage schreibend über-
˙ Maschine o. Ä. [an den Schmierstellen]) mit Fett trittskarte o. Ä.: der A. der Postanweisung. nehmen: von einem Mitschüler a.; diese Stelle
versehen: die Achsen, das Auto a. 2. 〈hat〉 (Schü- 5. abgegrenzter Teil eines Organs, eines Orga- hat er wörtlich aus dem Buch eines Kollegen
lerspr.) a) etw. unsauber abschreiben; b) uner- nismus o. Ä.: im oberen A. des Darms. abgeschrieben. 2. (Wirtsch.) a) (einen Gegen-
laubt abschreiben. 3. a) 〈intr.; ist〉 (Fliegerspr.) Ab|schnitts|be|voll|mäch|tig|te 〈vgl. Bevoll- stand des bewertbaren Anlagevermögens)
abkippen [u. abstürzen]: das Segelflugzeug ˙ mächtigte〉 (DDR): für einen bestimmten wegen Abnutzung im bilanzmäßigen Wert
schmierte plötzlich in 30 m Höhe ab; b) 〈ist〉 Abschnitt (2 b) zuständige Volkspolizistin (Abk.: herabsetzen: Maschinen a.; b) (einen Betrag)
(ugs.) rapide an Einf luss, Wert o. Ä. verlieren, ABV). streichen, abziehen: ich habe den Betrag [von
einbüßen; abstürzen (1): die Partei, der Sportler, Ab|schnitts|be|voll|mäch|tig|ter 〈vgl. Bevoll- ihrer Rechnung] abgeschrieben. 3. brieflich
der Dax, der Aktienkurs ist abgeschmiert. ˙ mächtigter〉 (DDR): für einen bestimmten absagen: ich muss dir leider a. 4. a) durch Schrei-
ab|schmin|ken 〈sw. V.; hat〉: 1. das Gesicht, sich Abschnitt (2 b) zuständiger Volkspolizist (Abk.: ben abnutzen: einen Bleistift a.; b) 〈a. + sich〉
˙ von Schminke säubern: ich muss [mir] noch das ABV). durch Schreiben abgenutzt werden: der Bleistift
Gesicht a.; ich schminkte mich ab. 2. 〈a. + sich〉 ab|schnitts|wei|se, ab|schnitt|wei|se 〈Adv.〉: in schreibt sich schnell ab. 5. (ugs.) aufgeben, verlo-
(ugs.) etw. aufgeben, auf etw. verzichten: die ˙ Abschnitten: etw. a.˙ gliedern; 〈mit Verbalsub- ren geben; mit jmdm., etw. nicht mehr rechnen:
Reise schminken wir uns besser ab; das kannst stantiven auch attr.:〉 a. Gliederung. den verlorenen Ring kannst du a.; er ist so krank,
du dir gleich a. (das kommt nicht infrage). ab|schnü|ren 〈sw. V.; hat〉: 1. durch festes Zusam- dass ihn schon alle abgeschrieben haben.
ab|schmir|geln 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Schmirgeln ˙ menziehen einer Schnur o. Ä. das Strömen, Zir- Ab|schrei|ber, der; -s, -: 1. jmd., der
˙ glätten, polieren: das Werkstück a. 2. durch kulieren von etw. unterbrechen: jmdm. die Luft ˙ abschreibt (1). 2. (schweiz.) Abschreibung (2).
Schmirgeln entfernen: Unebenheiten a. a.; das Gummiband schnürt [mir] das Blut ab; Ab|schrei|be|rin, die; -, -nen: w. Form zu
ab|schmü|cken 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): den Weih-  Angst und Verzweiflung schnürten ihr die ˙ ↑ Abschreiber (1).
˙ nachtsschmuck entfernen. Kehle ab. 2. den Zugang blockieren, abriegeln: ab|schreib|fä|hig: ↑ abschreibungsfähig.
Abschn. = Abschnitt (1). Panzer schnüren die Ausfallstraßen ab. A˙ b|schrei|bung, die; -, -en (Wirtsch.): 1. das
ab|schnal|len 〈sw. V.; hat〉: 1. durch Öffnen der Ab|schnü|rung, die; -, -en: das Abschnüren. ˙ Abschreiben (2 a). 2. abzuschreibender Betrag.
˙ Schnalle[n], Lösen von Riemen, eines Gurtes a˙ b|schöp|fen 〈sw. V.; hat〉: 1. (etw. oben Befindli- ab|schrei|bungs|fä|hig, (österr.:) abschreibfähig
[mit einer Schnalle] abnehmen: [jmdm., sich] ˙ ches schöpfend von etw.) herunternehmen: ˙ 〈Adj.〉: sich abschreiben (2 a) lassend.
die Ski a. 2. durch Öffnen der Schnalle[n], Lösen Schaum, Fett, den Rahm von der Milch a. Ab|schrei|bungs|mög|lich|keit, die (Wirtsch.):
von Riemen, eines Gurtes [mit einer Schnalle] 2. a) (Wirtsch.) (eine Geldmenge) aus dem Ver- ˙ Möglichkeit, etw. abzuschreiben (2).
befreien; losschnallen: sich im Auto a.; nach der kehr ziehen: Gewinne, Kaufkraft a.; b) (Jargon) ab|schrei|ten 〈st. V.〉 (geh.): 1. a) 〈hat/ist〉 an etw.
Landung schnallte ich mich ab. 3. (ugs.) nicht [Marktanteile, Gewinne, Stimmen] erlangen, ˙ [zur Kontrolle, prüfend o. ä. mit langsamen
mehr mitmachen, nicht mehr [geistig] folgen den Konkurrenten abnehmen: die Strategen Schritten] entlanggehen: der General hat/ist die
können: restlos, völlig a.; R da schnallst du ab wollen bei anderen Parteien Wählerpotenzial a. Front abgeschritten; b) 〈hat〉 mit Schritten
(da bist du fassungslos vor Staunen; das ist 3. (Jargon) sich ( jmdn., etw.) zunutze machen; abmessen: die Entfernung a. 2. 〈ist〉 (geh.) mit
nicht zu glauben). jmdn. aushorchen: sich von einem Spitzel a. las- gemessenen Schritten davongehen.
ab|schnap|pen 〈sw. V.〉: 1. a) 〈ist/hat〉 (selten) sen. Ab|schrift, die; -, -en: etw. Abgeschriebenes; Dop-
˙ plötzlich abbrechen, aufhören: die Musik Ab|schöp|fung, die; -, -en: 1. das Abschöpfen. ˙ pel, Kopie: beglaubigte -en von Zeugnissen und
schnappte ab; b) 〈ist〉 (salopp) sterben: vor einer ˙ 2. (von der EU verordnete) Abgabe auf Waren, Bescheinigungen; eine A. von etw. anfertigen.
Stunde ist er abgeschnappt. 2. 〈hat〉 (ugs. veral- die aus nicht der EU angehörenden Ländern ab|schrub|ben 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): a) mit einer
tend) im letzten Augenblick noch erreichen, eingeführt wurden. ˙ Bürste reinigen: den Fensterrahmen a.; ich
abfangen: ich schnappte ihn an der Haustür ab|schot|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. (bes. Schiffbau) mit schrubbe mich, mir den Rücken mit einer
gerade noch ab. ˙ einem 2 Schott (1), mit Schotten versehen. Bürste ab; b) durch Schrubben von etw. entfer-
ab|schnei|den 〈unr. V.; hat〉: 1. a) durch Schnei- 2. gegen äußere Einflüsse, gegen die Außenwelt nen: den Dreck a.
˙ den von etw. trennen: Stoff [vom Ballen], ein abschließen: jmdn., sich gegen jmdn., von ab|schuf|ten, sich 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): längere Zeit
paar Blumen, ein Stück Brot a.; b) kürzer schnei- jmdm. a. ˙ übermäßig arbeiten u. sich dadurch erschöpfen;
den, bis zum Ansatz wegschneiden: jmdm. die Ab|schot|tung, die; -, -en: das Abschotten. sich abarbeiten: mein ganzes Leben lang habe
Haare, den Bart a.; ich habe mir die Fingernägel a˙ b|schrä|gen 〈sw. V.; hat〉: schräg (1), schräger ich mich [für euch] abgeschuftet.
abgeschnitten. 2. jmdn. [wider seinen Willen] ˙ machen: Balken a.; eine abgeschrägte Wand. ab|schup|pen 〈sw. V.; hat〉: 1. (einen Fisch) von
von jmdm., etw. trennen, isolieren: man lebt hier ab|schrau|ben 〈sw. V.; hat〉: a) etw. (mit einem ˙ Schuppen befreien. 2. (von der Haut) sich in
völlig von der Welt abgeschnitten. 3. (bereits ˙ Gewinde Versehenes) von etw. schrauben, aus Schuppen lösen: die Hautpartikel schuppen ab;
Eingeleitetes) vereiteln, unterbinden, jmdm. etw. herausschrauben: die Kappe [von der 〈auch a. + sich:〉 an dieser Stelle schuppen sich
etw. entziehen: einen Einwurf, das Wort, alle Tube], den Deckel a.; b) etw., was an einer die Hautpartikel vermehrt ab.
Einwände a.; die Möglichkeit zu Auslandsreisen bestimmten Stelle an-, festgeschraubt ist, durch Ab|schup|pung, die; -, -en: das Sichabschuppen.
war abgeschnitten. 4. a) (den Weg) ab-, verkür- Lösen der Schrauben entfernen: das Türschild a. a˙ b|schür|fen 〈sw. V.; hat〉: a) durch Schürfen ver-
zen: dieser Pfad schneidet [den Bogen der ab|schre|cken 〈sw. V.; hat〉: 1. (durch bestimmte ˙ letzen, aufreißen: du hast dir die Haut am Ellbo-
Straße] ab; wir schneiden ab, wenn wir hier ˙ Eigenschaften o. Ä.) vor etw. zurückschrecken gen abgeschürft; b) durch Schürfen an der
gehen; b) (den Weg) [kreuzen u. dadurch] ver- lassen, von etw. zurückhalten, abbringen: der Oberfläche leicht verletzen: ich habe mir bei
sperren: die Autobahn schneidet den Weg ab; hohe Preis, die Kälte, der weite Weg schreckte dem Sturz die Knie abgeschürft.
dem Einbrecher waren alle Fluchtwege abge- ihn ab; er lässt sich durch nichts a. 2. a) (Tech- Ab|schür|fung, die; -, -en: 1. das Abschürfen.
schnitten; * jmdm. den Weg a. (↑ Weg 2 b). nik) (Metall u. Ä.) beschleunigt abkühlen, um ˙ 2. abgeschürfte Stelle, Schürfwunde.
5. [eigtl. wohl = vom Kerbholz abschneiden, bestimmte Eigenschaften zu erzielen: glühen- Ab|schuss, der; -es, Abschüsse: 1. a) das Abschie-
d. h. als Schulden tilgen] in bestimmter Weise den Stahl a.; b) (Kochkunst) nach dem Kochen ˙ ßen (1 a): der A. des Torpedos; b) das Abschie-
Erfolg haben: bei einer Prüfung gut, schlecht a.; mit kaltem Wasser be-, übergießen, in kaltes ßen (1 b): die Abschüsse der Kanonen. 2. das
er hat bei diesem Vergleich nicht gut abge- Wasser tauchen: die gekochten Eier a. Abschießen (2 a): der A. von Wild. 3. das
schnitten. ab|schre|ckend 〈Adj.〉: a) als Warnung dienend, Abschießen (3): der A. eines Flugzeugs. 4. * das
ab|schnel|len 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 a) durch Schnellen ˙ warnend: ein -es Beispiel; die Maßnahmen, die ist der A.! (ugs.; das ist unglaublich, unerhört
˙ weg fliegen lassen: einen Pfeil a.; b) 〈a. + sich〉 Strafen sollen a. wirken; b) abstoßend: ein -es [ frech]).
Abschussbasis – abservieren 102
Ab|schuss|ba|sis, die: Basis (4), von der Raketen ab|schwin|gen 〈st. V.; hat〉: 1. (bes. Turnen) mit ab|sei|tig 〈Adj.〉: a) (geh.) abseitsliegend: eine -e
A ˙ abgeschossen werden. ˙ einem Schwung von etw. (einem Gerät) abge- ˙ Gasse;  er bewegte sich in Gedanken auf -em
ab|schüs|sig 〈Adj.〉 [zu veraltet Abschuss = stei- hen: ich schwang vorwärts in den Stand ab. Terrain; b) dem blichen, Normalen nicht ent-
˙ ler Abhang]: stark abfallend: eine -e Straße, 2. (Ski) mit einem Schwung die Fahrtrichtung sprechend; ausgefallen, abwegig: -e Interessen;
Strecke. ändern [und langsamer fahren]. eine Idee für a. halten; c) in den Bereich der Per-
Ab|schüs|sig|keit, die; -: das Abschüssigsein. ab|schwir|ren 〈sw. V.; ist〉: a) (von Vögeln, Insek- version gehörend: -e Neigungen haben.
A˙ b|schuss|lis|te, die (Jagdw.): Liste, die Art und ˙ ten) schwirrend weg fliegen: die Libelle, der 1
ab|seits 〈Präp. mit Gen.〉 [älter: abseit; ↑ -seits]:
˙ Zahl des innerhalb eines bestimmten Zeitrau- Kolibri schwirrte ab; b) (salopp) weggehen, weg- ˙ (ein wenig) entfernt von etw.: a. des Weges, des
mes erlegten Wildes enthält: geschossenes Wild fahren, sich entfernen: nun schwirrt endlich ab, Verkehrs; sie wohnen a. jeglicher Zivilisation;
in die A. eintragen;  jmdn. auf die A. setzen ihr beide!  er bewegte sich damals a. des Rechts.
(zur Entlassung vorsehen); sie steht auf der A. ab|schwit|zen 〈sw. V.; hat〉: durch Schwitzen das 2
ab|seits 〈Adv.〉: a) beiseite, fern, außerhalb: das
(ihre Entlassung steht bevor). ˙ Körpergewicht verringern: a. müssen; 〈mit ˙ Haus befindet sich etwas a.; a. von jeder
Ab|schuss|ram|pe, die: Gerüst zum Abschießen Akk.-Obj.:〉 er hat Gewicht, die überflüssigen menschlichen Behausung; b) [nach engl. off-
˙ von Raketen. Pfunde abgeschwitzt; * sich einen a. (ugs.; stark side] (Ballspiele) im Abseits (1): a. sein.
Ab|schuss|vor|rich|tung, die: Startvorrichtung schwitzen). Ab|seits, das; -, - (Ballspiele): 1. (beim Fußball)
˙ für Raketen. ab|schwö|ren 〈st. V.; hat〉: 1. sich von jmdm., etw. ˙ regelwidrige Stellung eines Spielers, dem der
ab|schüt|teln 〈sw. V.; hat〉: 1. a) durch Schütteln ˙ (mit einem Schwur) lossagen: seinem Glauben Ball zugespielt wird, wenn er sich näher an der
˙ entfernen, herunterschütteln: den Schnee [von a.;  dem Alkohol a. (ihn aufgeben). 2. (veral- gegnerischen Torlinie befindet als zwei gegneri-
sich, vom Mantel] a.;  ein Joch, die Knecht- tend) ableugnen: eine Schuld a. sche Spieler od. (beim Eishockey) wenn ein Spie-
schaft a. (sich davon befreien); b) durch Schüt- Ab|schwung, der; -[e]s, Abschwünge: 1. (bes. ler vor dem Puck in das Angriffsdrittel gelaufen
teln von etw. säubern: das Tischtuch, die Zelt- ˙ Turnen) das Abschwingen (1): ein A. vom Bar- ist: im A. stehen; ins A. laufen;  im technologi-
plane a. 2. a) sich von etw. frei machen; über- ren. 2. (Ski) das Abschwingen (2): einen A. schen, politischen, gesellschaftlichen A. stehen.
winden: die Müdigkeit, den Ärger, seine Sorgen machen. 3. (Wirtsch.) Rückgang der Konjunk- 2. Verstoß gegen die Abseitsregel: der Schieds-
a.; b) es fertigbringen, jmdn. (dessen Nähe einen tur, Rezession: ein wirtschaftlicher A. droht; das richter pfiff A.
stört, der einem lästig ist o. Ä.) loszuwerden: er Unternehmen, die Konjunktur ist im A. Ab|seits|fal|le, die (Ballspiele): Taktik, mit der
hat den zudringlichen Menschen abgeschüttelt; ab|se|geln 〈sw. V.〉: 1. 〈ist〉 (von Segelschiffen, ˙ die Abwehrspieler den angreifenden Gegner ins
c) durch größere Schnelligkeit, durch geschick- ˙ -booten) sich segelnd entfernen: der Schoner Abseits (1) locken.
tes Taktieren o. Ä. einem Verfolger entkommen: segelte Ende des Monats von Hamburg ab. Ab|seits|po|si|ti|on, die (Ballspiele): Abseitsstel-
seine Verfolger, die Polizei a. 2. 〈hat〉 a) (eine Strecke) segelnd zurücklegen: ˙ lung.
ab|schüt|ten 〈sw. V.; hat〉: 1. a) einen Teil einer [eine Strecke von] 10 000 km a.; b) an etw. mit Ab|seits|re|gel, die (Ballspiele): das Abseits (1)
˙ Flüssigkeit, der als zu viel erscheint, aus einem dem Segelschiff, -boot entlang fahren: die ˙ betreffende Regel.
Gefäß schütten: die Hälfte des Wassers aus dem Küste a. 3. 〈hat〉 (Segeln) zum letzten Mal ab|seits|ste|hen 〈unr. V.; hat; südd., österr.,
Eimer a.; b) durch Herausschütten von Flüssig- gemeinschaftlich in der Saison segeln: wir ˙ schweiz. auch: ist〉: 1. außerhalb, fern, entfernt
keit den Inhalt eines Gefäßes verringern: den haben noch nicht abgesegelt; 〈subst.:〉 morgen von etw. stehen, sich befinden: die Hütte stand
Eimer a. 2. a) von etw. schütten: das Wasser von ist Absegeln. abseits. 2. (Ballspiele) im Abseits (1) stehen: bei
den Kartoffeln a.; b) (etw. Gekochtes) vom Koch- ab|seg|nen 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): die Ausführung diesem Treffer stand der Stürmer abseits.
wasser befreien: die Kartoffeln a. ˙ eines Vorhabens o. Ä. (als höhere Instanz) Ab|seits|stel|lung, die (Ballspiele): Stellung, bei
ab|schwä|chen 〈sw. V.; hat〉: 1. [allmählich] befürworten, genehmigen: das Vorhaben wurde ˙ der ein Spieler im Abseits (1) steht.
˙ schwächer, geringer machen; mildern: die Wir- noch nicht offiziell abgesegnet. Ab|seits|tor, das (Ballspiele): von einem im
kung, einen bestimmten Eindruck von etw. a.; Ab|seg|nung, die; -, -en (ugs.): das Absegnen. ˙ Abseits (1) stehenden Spieler erzieltes, nicht
etw. in abgeschwächter Form wiederholen. a˙ b|seh|bar 〈Adj.〉: sich absehen (2) lassend: die anerkanntes Tor.
2. 〈a. + sich〉 a) schwächer werden, sich mil- ˙ -en Folgen seines Handelns; in -er (nicht zu lan- ab|seits|ver|däch|tig 〈Adj.〉 (Ballspiele): ein
dern: der Lärm schwächte sich ab; b) (Meteo- ger) Zeit; das Ende ist noch nicht a. ˙ Abseits (1) vermuten lassend: ein Tor aus -er
rol.) an Wirkung verlieren: das Hoch über Ost- ab|se|hen 〈st. V.; hat〉: 1. beobachtend, zusehend Position erzielen.
europa schwächt sich ab. ˙ von jmdm. lernen: das Kunststück hat er sei- Ab|sence [aps ˜s], die; -, -n [...sn] [frz. absence <
Ab|schwä|chung, die; -, -en: das [Sich]abschwä- nem Bruder abgesehen. 2. im Voraus erkennen, lat. absentia, ↑ Absenz] (Med.): (bes. bei Epilep-
˙ chen. voraussehen: die Folgen lassen sich nicht a. sie auftretender) kurzer Verlust des Bewusst-
ab|schwat|zen, (bes. südd.:) ab|schwät|zen 3. auf etw. verzichten, von etw. Abstand neh- seins (ohne Sturz); Absenz (d): eine A. haben.
˙ 〈sw. V.; hat〉 (ugs.): von jmdm.˙ durch berredung men: von einer Anzeige, einem Besuch, von Bei- ab|sen|den 〈unr. V.; sandte/(seltener:) sendete ab,
erlangen: er hat ihm 300 Euro abgeschwatzt. leidsbekundungen a. 4. etw. nicht in Betracht ˙ hat abgesandt/(seltener:) abgesendet〉: a) etw.
ab|schwei|fen 〈sw. V.; ist〉: 1. (geh.) den einge- ziehen, außer Acht lassen: wenn man von die- (an einen Empfänger) schicken; abschicken:
˙ schlagenen Weg [vorübergehend] verlassen: sem Einwand absieht; 〈oft im 2. Part.:〉 von weni- eine E-Mail, ein Paket a.; b) jmdn. (mit einem
sie waren vom Weg abgeschweift und hatten gen Ausnahmen abgesehen; abgesehen davon Auftrag) losschicken: einen Boten, einen Fahr-
sich verlaufen. 2. (in Gedanken, in einer Erör- (ungeachtet dessen), dass .... 5. (von Schülern) radkurier a.
terung o. Ä.) [vorübergehend] vom eigentli- unerlaubt vom Heft o. Ä. des Platznachbarn Ab|sen|der, der; -s, -: 1. jmd., der etw. absendet,
chen Ziel, von seinem Thema abkommen: abschreiben: er hat [die Lösung der Aufgabe] ˙ abschickt: er ist der A. des Briefes. 2. (auf einer
jmd. schweift, jmds. Gedanken schweifen bei mir abgesehen. 6. (von Gehörlosen u. Postsendung angegebene) Adresse von jmdm.,
[von etw.] ab. Schwerhörigen) durch Beobachtung der Mund- der etw. absendet, abschickt (Abk.: Abs.): steht
Ab|schwei|fung, die; -, -en: das Abschweifen. bewegungen des Sprechers verstehen: die Kin- ein A. auf dem Brief ?
˙ab|schwel|len 〈st. V.; ist〉: a) (durch Abbau von der lernen a. 7. * es auf etw. abgesehen haben Ab|sen|de|rin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Absen-
˙ Flüssigkeit im Gewebe od. in den Gefäßen) an (etw. als Ziel im Auge haben); es auf jmdn., etw. ˙ der (1).
Umfang abnehmen: das verletzte Knie schwoll abgesehen haben (auf jmdn., etw. begierig sein; Ab|sen|dung, die; -, -en: das Absenden.
ab; b) allmählich auf ein normales Maß jmdn., etw. gerne für sich haben wollen: die Frau a˙ b|sen|gen 〈sw. V.; hat〉: a) durch Sengen entfer-
zurückgehen; abebben: die Flüsse schwellen ab; hat es auf ihn, [nur] auf sein Geld abgesehen); es ˙ nen: die Augenbrauen, Haare an den Ohrmu-
 das Gebrüll schwillt ab (wird leiser). auf jmdn. abgesehen haben ( jmdn. fortgesetzt scheln a.; b) durch Sengen von Resten von
ab|schwen|ken 〈sw. V.〉: 1. 〈ist〉 durch eine schikanieren: der Chef hat es heute auf dich Flaum od. Federn befreien: ein Huhn a.
˙ Schwenkung die Richtung ändern: die Kolonne abgesehen). ab|sen|ken 〈sw. V.; hat〉: 1. 〈a. + sich〉 sich mit
schwenkt links ab;  du bist schon wieder vom ab|sei|fen 〈sw. V.; hat〉: mit [Wasser u.] Seife reini- ˙ einem bestimmten Gefälle senken, neigen: das
Thema abgeschwenkt. 2. 〈hat〉 a) durch Hin- ˙ gen: den Holztisch a.; sie seifte ihm den Rücken Gelände senkt sich zum Fluss hin ab. 2. niedri-
und-her-Schwenken von etw. entfernen: die ab. ger, tiefer legen: das Grundwasser, einen Stausee
Tropfen [von den Gläsern] a.; b) durch Hin-und- ab|sei|hen 〈sw. V.; hat〉: durch ein Sieb gießen [u. a.;  den Verbrauch, die Produktion, die Tempe-
her-Schwenken reinigen: die Gläser a. ˙ dadurch reinigen od. von festen Bestandteilen ratur a.
ab|schwim|men 〈st. V.〉: 1. 〈ist〉 a) sich schwim- befreien]: Milch, Bratensaft a. Ab|sen|kung, die; -, -en: das [Sich]absenken.
˙ mend entfernen, wegschwimmen: er schwamm ab|sei|len 〈sw. V.; hat〉: 1. an einem Seil herunter- ˙ |sent 〈Adj.〉 [lat. absens (Gen.: absentis), 1. Part.
ab
vom Boot ab und winkte noch einmal; ˙ lassen: ich seilte ihn, mich ab. 2. 〈a. + sich〉 von:˙ abesse = abwesend sein] (veraltet): abwe-
b) (landsch.) sich entfernen, weggehen: eben ist (ugs.) weggehen, sich davonmachen, verschwin- send.
er abgeschwommen. 2. 〈hat〉 a) (ugs.) durch den: die Ganoven hatten sich längst mit dem Ab|senz, die; -, -en [lat. absentia]: a) (bildungs-
Schwimmen verlieren: überflüssige Pfunde a.; Schmuck abgeseilt. spr.)˙ das Fehlen, Nichtvorhandensein von etw.:
b) (als bung) eine bestimmte Strecke od. Zeit Ab|sei|te, die; -, -n [eigtl. = Seite, die von etw. die A. von Störungen, von Lärm; eine A. aller
schwimmen: ich hatte meine halbe Stunde ˙ abliegt]: 1. (Textilind.) linke Seite eines Gewe- Werte; b) (bes. österr., schweiz.) das Abwesend-
abgeschwommen. bes. 2. Rückseite: die A. eines Gebäudes. sein von einem Ort bzw. von einer Veranstal-
ab|schwin|deln 〈sw. V.; hat〉: von jmdm. durch 3. abseits gelegener Bereich, abseits liegende tung: sich für seine -en entschuldigen; c) geis-
˙ Schwindelei erlangen: er hat ihr tausend Euro Zone, Schattenseite: eine Wanderung durch die tige Abwesenheit; d) (Med.) Absence.
abgeschwindelt. Pariser -n;  die -n der Psyche, der Gesellschaft. ab|ser|vie|ren 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (gebrauchtes
˙
103 absetzbar – Absonderlichkeit
Geschirr) vom Tisch abräumen: das Geschirr a.; wird, einen sicheren Listenplatz geben); tarif- Gerät) aus dem Sitz in den Stand auf den
〈auch ohne Akk.-Obj.:〉 würden Sie bitte a.; lich abgesicherte (durch einen Tarifabschluss Boden springen: vom Kasten a.; c) (von einem A
b) (einen Tisch) von Geschirr frei machen: den festgelegte, gesicherte) Löhne. 2. untermauern: Fahrzeug) absteigen, abspringen: sie saßen [von
Tisch a. 2. a) (ugs.) seines Einflusses, seiner Wir- eine Methode wissenschaftlich a. 3. 〈a. + sich〉 ihren Rädern] ab. 3. 〈hat〉 von etw. entfernt sit-
kung od. Position berauben; kaltstellen: ich sich bei etw. durch entsprechende Vorkehrun- zen: du sitzt viel zu weit [vom Tisch] ab. 4. 〈hat〉
lasse mich doch nicht so a.; sie hat ihren Freund gen gegen etw. schützen: ich sicherte mich ver- durch vieles Sitzen abnutzen: du hast das Pols-
abserviert; b) (ugs.) unhöflich abweisen, fort- traglich ab. ter bereits abgesessen. 5. 〈ist〉 (schweiz.) sich
schicken: der Vertreter wurde an der Haustür Ab|si|che|rung, die; -, -en: das Absichern; das [hin]setzen, sich niederlassen: sitz doch bitte
abserviert; c) (salopp) ermorden: ein Killer hat ˙ Abgesichertsein. ab!
ihn abserviert. Ab|si|che|rungs|ge|schäft, das (Wirtsch., ab|so|lut 〈Adj.〉 [(frz. absolu <) lat. absolutus, adj.
ab|setz|bar 〈Adj.〉: 1. (Steuerw.) sich von dem zu ˙ Bankw.): Hedgegeschäft. 2. Part. von: absolvere, ↑ absolvieren]: 1. allein
˙ versteuernden Einkommen absetzen (10) las- Ab|sicht, die; -, -en [zu ↑ absehen (7)]: Bestreben; herrschend, souverän; unumschränkt: ein -er
send: die Zinsen sind [steuerlich] a. 2. (Kauf- ˙ Wollen: edle, böse -en haben; das war nie meine Herrscher; die -e Monarchie. 2. unbedingt,
mannsspr.) sich absetzen (9) lassend, verkäuf- A.; es war nicht meine A., das zu tun; ich hatte uneingeschränkt, unangefochten, völlig: -e
lich: leicht -e Ware. 3. (vom Träger eines Amtes nicht die A. (hatte nicht vor), sie zu informieren; Glaubens- und Gewissensfreiheit; hier ist -es
o. Ä.) der Möglichkeit unterliegend, abge- man weiß nicht, welche -en er hegt (was er vor- Halteverbot. 3. vollkommen, in höchster Weise
setzt (7) zu werden: der Papst ist nicht a. hat, plant); die A. (der Plan) besteht allerdings; ideal, ungetrübt, ungestört: die Suche nach dem
Ab|setz|bar|keit, die; -: das Absetzbarsein. jmds. -en erkennen, durchschauen, vereiteln; -en Glück. 4. nicht mehr steigerbar, überbietbar:
a˙ b|set|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. etw., was jmd. auf dem das lag nicht in meiner A. (das wollte ich nicht); eine -e Grenze erreichen; der -e Höhepunkt; -er
˙ Kopf, dem Rücken, auf der Nase trägt, abneh- sie trägt sich mit der A. (geh.; beabsichtigt) zu Nullpunkt (Physik; die tiefste überhaupt mögli-
men, herunternehmen: den Hut, den Rucksack, verreisen; mit A. (absichtlich, vorsätzlich, wil- che Temperatur, —273,15 °C); -e Temperatur
die Brille a. 2. etw. [Schweres], was jmd. in Hän- lentlich); ohne A. (absichtslos); von einer A. weit (Physik; auf den absoluten Nullpunkt bezogene
den hält, auf den Boden, an eine Stelle setzen: entfernt sein; * -en [auf jmdn.] haben (ugs. ver- Temperatur); etw. ist eine -e Notwendigkeit, etw.
das Gepäck, den Koffer a. 3. von einer Stelle altend; jmdn. heiraten wollen: er hat ernste -en besitzt -e Priorität. 5. völlig, gänzlich, vollstän-
wegnehmen u. dadurch etw. unterbrechen od. auf sie). dig: für -e Ruhe, Sicherheit sorgen. 6. (meist Phi-
beenden: das Gewehr, den Geigenbogen, das ab|sicht|lich [nachdrücklich auch: ...zct...] los.) rein, beziehungslos, für sich betrachtet: -es
Glas vom Mund a.; sie trinkt, ohne abzusetzen ˙ 〈Adj.〉: mit Absicht [gezeigt, geschehend ¸ usw.]; Denken; das -e Sein; -e Kunst, Musik. 7. unab-
(in einem Zug). 4. jmdn. an einer bestimmten vorsätzlich: eine -e Kränkung; das hat er a. hängig; ohne Hilfsmittel, Bindungen, Beeinf lus-
Stelle aus einem Fahrzeug aussteigen lassen: getan. sungen [auskommend]: -e Größen. 8. (Natur-
jmdn. in seinem Wagen mitnehmen und am Ab|sicht|lich|keit [auch: ...z...], die; -, -en 〈Pl. wiss.) chemisch [ fast] rein: -er Alkohol, Äther.
Bahnhof a. 5. (Fachspr.) absenden, übermitteln, ˙ selten〉: das Absichtlichsein. 9. 〈intensivierend bei Adjektiven u. Verben〉
von sich geben: einen Notruf a. 6. a) [langsam] Ab|sichts|er|klä|rung, die (Rechtsspr., Wirtsch.): überhaupt, ganz und gar: das ist a. unsinnig;
sinken lassen, ablagern: der Fluss setzte eine ˙ Erklärung, durch die eine spezielle Absicht [offi- das kann ich a. nicht leiden.
Masse Geröll ab; b) 〈a. + sich〉 sich irgendwo ziell] mitgeteilt od. schriftlich dokumentiert Ab|so|lut|heit, die; -, -en: das Absolutsein; abso-
niederschlagen u. dort verbleiben: eine Menge wird: eine A. unterzeichnen, abgeben. lute (2, 6, 7) Beschaffenheit.
Staub hat sich hier abgesetzt. 7. aus Amt od. ab|sichts|los 〈Adj.〉: ohne besondere Absicht; Ab|so|lut|heits|an|spruch, der: Anspruch auf
Stellung entfernen: einen Minister a.; die Regie- ˙ nicht absichtlich; unabsichtlich: er drehte sich absolute Richtigkeit od. Gültigkeit: einen A.
rung wurde abgesetzt. 8. a) (Anberaumtes, ganz a. um. erheben.
Angekündigtes) absagen, nicht stattfinden las- Ab|sichts|lo|sig|keit, die; -, -en 〈Pl. selten〉: das Ab|so|lu|ti|on, die; -, -en [lat. absolutio = das
sen: etw. von der Tagesordnung a.; ein Theater- ˙ Absichtslossein. Freisprechen  (vor Gericht), zu: absolvere,
stück, ein Fußballspiel a.; b) abbrechen, nicht ab|sichts|voll 〈Adj.〉: mit voller Absicht [gesche- ↑ absolvieren] (kath. Kirche): Vergebung von
weiterführen: eine Therapie, Behandlung a.; ˙ hend]: sie sah ganz a. weg, als er vorbeikam. Sünden nach der Beichte: die A. erhalten;
c) nicht weiter einnehmen: ein Medikament, die ab|sie|deln 〈sw. V.; hat〉: 1. 〈hat〉 (Med.) Metasta- jmdm. [die] A. erteilen;  denk nicht, dass wir
Pille a. 9. (Kaufmannsspr.) [in größeren Men- ˙ sen bilden; metastasieren: der Tumor hat Toch- dir für deine Extravaganzen A. erteilen (oft
gen] verkaufen: wir haben alle Exemplare a. tergeschwülste abgesiedelt. 2. (bes. südd., scherzh.; dass wir sie verzeihen).
können. 10. (Steuerw.) etw., was nicht versteu- österr.) a) 〈hat〉 umsiedeln (1): die Bevölkerung, Ab|so|lu|tis|mus, der; - [frz. absolutisme]
ert wird, von der zu versteuernden Summe die Gewerbebetriebe a.; b) 〈ist〉 umsiedeln (2): ˙
(Geschichte): a) Regierungsform, bei der eine
abziehen: die Kosten für etw. [von der Lohn- der Betrieb ist abgesiedelt; c) 〈hat〉 durch Person als Träger der Staatsgewalt eine von
steuer] a. können. 11. a) 〈a. + sich〉 sich abhe- Umsiedeln frei machen: eine Fläche a. anderen Personen od. Institutionen nicht kon-
ben (3 a): das Gebäude setzt sich von der/gegen Ab|sie|de|lung, Absiedlung, die; -, -en: 1. (Med.) trollierte Macht ausübt; b) Epoche des europäi-
die Umgebung ab; b) abheben (3 b), unterschei- ˙ Metastase. 2. (bes. südd., österr.) das Absie- schen Absolutismus im 17. u. 18. Jh.: der aufge-
den: der Grauton setzt die Wand gut ab. deln (2), Abgesiedeltwerden. klärte A.
12. 〈a. + sich〉 ein Stück zwischen sich u. die ab|sin|gen 〈st. V.; hat〉: 1. von Anfang bis Ende Ab|so|lu|tist, der; -en, -en (Geschichte):
Verfolger legen, einen Vorsprung gewinnen: an ˙ singen: alle Strophen eines Liedes a.; 〈subst.:〉 sie a) Anhänger ˙ des Absolutismus; b) Herrscher
der Spitze des Feldes setzte sich die Polin ab. zogen unter Absingen schmutziger Lieder mit unumschränkter Macht.
13. 〈a. + sich〉 abrücken, sich distanzieren, zu (scherzh.; mit großem Hallo, ausgelassen, fröh- Ab|so|lu|tis|tin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Absolu-
jmdm., etw. auf Distanz gehen: sich von der Par- lich [singend]) weiter. 2. vom Blatt singen, ohne tist. ˙
teilinie a. 14. 〈a. + sich〉 a) (ugs.) sich [heimlich] geübt zu haben: sie singt [alle Lieder] vom Blatt ab|so|lu|tis|tisch 〈Adj.〉: a) den Absolutismus
davonmachen: ich hatte mich nach Österreich, ab. betreffend, ˙ auf ihm beruhend: der -e Staat;
ins Ausland, über die Grenze abgesetzt; b) (Mili- ab|sin|ken 〈st. V.; ist〉: 1. a) in die Tiefe, auf Grund b) unumschränkt: ein -er Herrscher.
tär) sich zurückziehen. 15. (Landwirtsch.) (ein ˙ sinken; [im Wasser] versinken: das Boot sank in Ab|sol|vent, der; -en, -en [lat. absolvens (Gen.:
junges Tier) entwöhnen: ein Kalb a. Sekundenschnelle ab; b) sich [allmählich] sen- ˙
absolventis), 1. Part. von: absolvere, ↑ absolvie-
16. a) (Schrift- u. Druckw.) als neue Zeile begin- ken [u. dadurch niedriger werden]: der Wasser- ren]: jmd., der die vorgeschriebene Ausbildung
nen lassen: eine Zeile, die folgenden Zeilen, die spiegel ist abgesunken. 2. a) schwächer, niedri- an einer Schule erfolgreich abgeschlossen hat:
Verse a.; b) (Druckw.) den Drucksatz von etw. ger werden: der Blutdruck, das Fieber, die Tem- die -en der Kunstschule.
anfertigen: ein Manuskript a. lassen. 17. (See- peratur sinkt ab; etw. sinkt um ein Drittel, auf Ab|sol|ven|tin, die; -, -nen: w. Form zu ↑ Absol-
mannsspr.) von der Anlegestelle o. Ä. abstoßen, die Hälfte ab; b) schwächer, geringer werden: vent. ˙
wegdrücken: das Boot von der Brücke, vom das Interesse sinkt weiter ab; c) nachlassen, ab|sol|vie|ren 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (eine Schule o. Ä.)
Schiff a. 18. mit etw. besetzen, verzieren: einen schlechter werden: in seinen Leistungen a.; durchlaufen, [erfolgreich] beenden: das Gymna-
Saum mit einer Borte, eine Täfelung mit einer d) [moralisch] herunterkommen: er sinkt immer sium, einen Lehrgang a.; b) verrichten, bewälti-
Leiste a.; 〈oft im 2. Part.:〉 mit Samt abgesetzte mehr ab. gen, ableisten: einen Achtstundentag a. müs-
Ärmel. 19. (von einem Reittier) den Reiter Ab|sinth, der; -[e]s, -e [frz. absinthe < lat. absin- sen; ein Training, ein anstrengendes Programm
abwerfen: das Pferd setzte ihn ab. ˙ < griech. apsı́nthion = Wermut]: grünli-
thium a.; c) (eine Prüfung) bestehen: hat er sein
Ab|setz|pos|ten, der (Steuerw. österr.): Posten, cher Branntwein aus Wermut mit Zusatz von Examen absolviert? 2. (kath. Rel.) jmdm. Abso-
˙ Betrag, der abzusetzen, abzuziehen ist. Anis u. Fenchel. lution erteilen: jmdn. a.
Ab|set|zung, die; -, -en: das Absetzen (bes. 7, 8); ab|sit|zen 〈unr. V.〉: 1. 〈hat〉 (ugs.) a) (die Zeit an Ab|sol|vie|rung, die; -, -en 〈Pl. selten〉: das Absol-
˙ das Abgesetztwerden. ˙ einem bestimmten Ort) widerwillig, nur durch vieren.
ab|si|chern 〈sw. V.; hat〉: 1. a) (eine Gefahrenstelle sein Anwesendsein hinter sich bringen: er sitzt ab|son|der|lich 〈Adj.〉: vom Gewöhnlichen, bli-
˙ o. Ä.) gegen mögliche Unfälle sichern: eine Bau- in seinem Büro die Dienststunden ab; b) (eine chen˙ abweichend: -e Reaktionen; ein -er
stelle a.; die Unfallstelle mit Warnzeichen a.; Strafe, eine Zeit als Strafe) im Gefängnis o. Ä. Mensch; sein Verhalten wirkte ziemlich a.
b) jmdn., etw. gegen mögliche Gefahren sichern: verbüßen: er hat seine Strafe abgesessen; neun Ab|son|der|lich|keit, die; -, -en: 1. 〈o. Pl.〉 das
gefährdete Personen a.; einen Tresorraum a.; Monate Gefängnis a. 2. 〈ist〉 a) von einem Reit- ˙
Absonderlichsein. 2. absonderliche Sache,
 einen Direktkandidaten auf der Landesliste a. tier steigen: er saß [vom Pferd] ab; (Reitkom- Erscheinung, absonderlicher Vorgang: die -en
(ihm für den Fall, dass er nicht direkt gewählt mando:) abgesessen!; b) (Turnen) (von einem des Lebens.
absondern – Abstammungslehre 104
ab|son|dern 〈sw. V.; hat〉: 1. 〈a. + sich〉 sich von erwartet, abfertigen: jmdn. mit Redensarten, Aussagen offensichtlich miteinander abgespro-
A ˙ jmdm., etw. fernhalten; Kontakte meiden; lieber mit Vertröstungen a.; ich lasse mich nicht mehr chen.
für sich bleiben: sie sonderte sich meist von mit Versprechungen a. ab|spre|chend 〈Adj.〉 (seltener): abfällig, ableh-
ihren Mitschülerinnen ab. 2. isolieren, mit ab|spens|tig [eigtl. = weggelockt, zu älter ˙ nend, tadelnd: ein -es Urteil.
anderen nicht zusammenkommen lassen: die ˙ abspannen = weglocken, zu mhd. spanen, vgl. ab|sprei|zen 〈sw. V.; hat〉: 1. (ein Körperglied) seit-
an Diphtherie Erkrankten a. 3. von sich geben, Gespenst]: in der Verbindung jmdm. jmdn., ˙ wärts wegstrecken: die Arme, den kleinen Fin-
ausscheiden: Gifte a.; Schleim, Schweiß, eine etw. a. machen ( jmdn. dazu bringen, sich von ger a. 2. (Bauw.) (senkrecht verlaufende Bau-
Flüssigkeit a.;  er hat wieder lauter Unsinn, hat einem anderen abzuwenden; jmdn. durch ber- teile) waagrecht gegeneinander abstützen.
zynische Sprüche abgesondert (geredet, geäu- reden dazu bringen, etw., was er besitzt, herzu- ab|spren|gen 〈sw. V.; hat〉: 1. von etw. losspren-
ßert). geben: er hat ihm die Freundin, die Kundschaft, ˙ gen: ein Gesteinsstück, den Hitzeschild a. 2. von
Ab|son|de|rung, die; -, -en: 1. das [Sich]abson- seinen Wagen a. gemacht). einem Ganzen trennen u. isolieren: den äußers-
˙ dern. 2. ausgeschiedener Stoff; Ausscheidung. ab|sper|ren 〈sw. V.; hat〉: 1. (österr., südd., ten rechten Rand der Partei a.; abgesprengte
Ab|sor|bens, das; -, ...benzien u. ...bentia [lat. ˙ westmd.) (einen Raum o. Ä.) mit einem Schlüs- Einheiten.
˙
absorbens, ˙ absorbere, ˙↑ absorbie-
1. Part. von: sel zu-, abschließen: das Zimmer, die Woh- ab|sprin|gen 〈st. V.; ist〉: 1. a) sich aus einem
ren] (Physik, Chemie): absorbierender Stoff. nungstür a.; der Schrank war abgesperrt. 2. (den ˙ Anlauf, dem Stand heraus abdrücken u. sprin-
Ab|sor|ber, der; -s, - [engl. absorber, zu: to Zugang zu etw.) sperren, etw. abriegeln: die gen: sie springt mit dem linken Bein ab; b) von
˙ = auf-, einsaugen < lat. absorbere,
absorb Unglücksstelle hermetisch a. 3. (das Fließen, einem [ fahrenden] Fahrzeug, einem Reittier
↑ absorbieren] (Physik): 1. Absorbens. 2. Vorrich- Strömen von etw.) unterbrechen, abdrosseln: o. Ä. herunterspringen: von der Straßenbahn,
tung zum Absorbieren von Gasen, Strahlen. [jmdm.] das Wasser, das Gas a. vom Pferd a.; der Pilot ist mit dem Fallschirm
ab|sor|bie|ren 〈sw. V.; hat〉 [lat. absorbere = ver- Ab|sperr|git|ter, das: Gitter, das dazu dient, etw. abgesprungen; c) sich plötzlich von etw. lösen:
schlucken; aufsaugen]: 1. (Naturwiss.) aufsau- ˙ abzusperren (2). die Fahrradkette ist abgesprungen; d) von etw.
gen, in sich aufnehmen: Strahlen, Licht a.; Ab|sperr|hahn, der (Technik): Hahn, mit dem abplatzen: an einigen Stellen war der Lack
Schall, Geräusche a. (schlucken). 2. (geh.) in ˙ etw. abgesperrt (3) wird. abgesprungen; e) von etw. abprallen, zurück-
Anspruch nehmen: jmds. Aufmerksamkeit völ- Ab|sperr|ket|te, die: Kette von Menschen, Poli- springen: der Ball sprang vom Pfosten ab.
lig a.; von etw. absorbiert sein. ˙ zisten, die etw. absperren (2). 2. (ugs.) von etw. Abstand nehmen, sich von
Ab|sorp|ti|on, die; - [spätlat. absorptio = das Ab|sper|rung, die; -, -en: 1. das Absperren. etw. unvermittelt zurückziehen; zurücktreten;

Verschlingen]: das Absorbieren. ˙ 2. Sperre, Barriere, durch die ein Bereich abge- sich von etw. lösen: von der Unterzeichnung
Ab|sorp|ti|ons|fä|hig|keit, die 〈o. Pl.〉: Fähigkeit, sperrt (2) wird: die -en durchbrechen. eines Vertrages a.; ein Teil der Kundschaft

etw. zu absorbieren. ab|spie|geln 〈sw. V.; hat〉: a) als Spiegelbild wie- wird a.
ab|sorp|tiv 〈Adj.〉 (Naturwiss.): zur Absorption ˙ dergeben, spiegelnd zurückwerfen: das Wasser ab|sprit|zen 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 a) ( jmdn., sich, etw.)
fähig. ¯ spiegelt den Baum ab; b) 〈a. + sich〉 als Spiegel- ˙ durch Bespritzen mit Wasser nass machen, rei-
ab|spal|ten 〈unr. V.; spaltete ab, hat abgespalten/ bild zu sehen sein: der Baum spiegelt sich [im nigen: ich habe den Wagen abgespritzt; er
˙ (auch:) abgespaltet〉: 1. durch Spalten von etw. Wasser] ab. spritzte sich mit dem Gartenschlauch ab; b) mit-
trennen: ich habe ein Stück Holz abgespalten/ Ab|spiel, das; -[e]s, -e (Ballspiele): 1. das Abspie- hilfe eines Wasserstrahls entfernen: ich werde
(auch:) abgespaltet;  Teilbereiche werden von ˙ len (3): der Verteidigerin unterlief ein schlampi- den Dreck [mit dem Schlauch] a.; c) (Pf lanzen)
der Muttergesellschaft abgespalten/(auch:) ges A. 2. abgespielter Ball: sein schlechtes A. mit einer chemischen Lösung besprühen: die
abgespaltet. 2. 〈a. + sich〉 sich von jmdm., etw. landete beim Gegner. Sträucher a. 2. 〈hat〉 durch eine Injektion töten:
lösen: eine Minderheit hat sich von der Partei ab|spie|len 〈sw. V.; hat〉: 1. a) [von Anfang bis einen Hund vom Tierarzt a. lassen. 3. 〈ist〉 von
abgespalten/(auch:) abgespaltet. 3. (Chemie) ˙ Ende] spielen, ablaufen lassen: eine CD, eine etw. spritzend abprallen: die Wassertropfen
(einen Teil eines Moleküls, Moleküle durch che- Kassette, ein Band a.; die Nationalhymne a.; spritzten von der Scheibe ab. 4. 〈ist〉 (salopp)
mische Reaktion) abtrennen: das Enzym hat b) durch vieles Spielen abnutzen: du hast die eilig davongehen, -fahren: sie spritzte ab.
Phosphat abgespaltet. Videokassette schon ganz schön abgespielt; 5. 〈hat〉 (derb) ejakulieren. 6. 〈hat〉 (Kochkunst)
Ab|spal|tung, die; -, -en: das [Sich]abspalten. 〈meist im 2. Part.:〉 abgespielte Karten, Tennis- mit ein paar Tropfen von etw. würzen, abschme-
˙Ab|spann, der; -[e]s, -e u. ...spänne (Fernsehen): bälle. 2. vom [Noten]blatt spielen, ohne geübt zu cken: den Drink gut gekühlt und abgespritzt
˙ Nachspann. haben: er kann alles vom Blatt a. 3. (Ballspiele) mit frischer Zitrone servieren.
ab|span|nen 〈sw. V.; hat〉: 1. (einem Zugtier, Zug- (den Ball, die Scheibe einem Spieler der eigenen Ab|sprung, der; -[e]s, Absprünge: 1. a) das
˙ tieren) das Geschirr (2) lösen: hast du die Pferde Mannschaft) abgeben, zuspielen: der Verteidi- ˙ Abspringen (1 a): den Körper nach dem A. weit
abgespannt?; den Wagen a. (das Zugtier, die ger muss früher, schneller a.; [den Ball] an den nach vorn werfen; b) das Herunterspringen: A.
Zugtiere vom Wagen nehmen). 2. (selten) sich Linksaußen a. 4. 〈a. + sich〉 (als Vorgang) [in vom Sprungturm. 2. das Sichloslösen; Loslö-
von einer Spannung lösen, entspannen: die Glie- bestimmter Weise] seinen Verlauf nehmen; vor sung: der A. des Sponsors, des Investors, der
der, sich nach einem langen Tag a. 3. (Technik) sich gehen: alles spielte sich rasend schnell, vor Geldgeber bereitete uns Probleme; den A.
(in die Luft Ragendes) mit gespannten Seilen ihren Augen ab; etw. spielt sich hinter den wagen; nach einer langen Drogenkarriere hat er
sichern: einen Pylon mit Schrägseilen a. Kulissen, auf einer anderen Ebene ab; R da/hier den rechtzeitigen A. doch noch geschafft; vor
Ab|spann|seil, das: Seil zum Abspannen (3). spielt sich nichts ab! (ugs.; das kommt nicht dem A. [zum Konkurrenzverein] stehen.
A˙ b|span|nung, die; -, -en: 1. 〈o. Pl.〉 körperliche, infrage, daraus wird nichts). Ab|sprung|bal|ken, der (Leichtathletik): in den
˙ geistige Ermüdung: das Gesicht drückte Ab|spiel|ge|rät, das: Gerät zum Abspielen von ˙ Boden eingelassener Balken, von dem aus beim
äußerste A. aus. 2. a) das Abspannen (3); ˙ CDs, DVDs usw. Weit- u. Dreisprung abgesprungen werden
b) (Technik) Abspannseil; Gesamtheit der ab|split|tern 〈sw. V.〉: 1. 〈hat〉 in Splittern von etw. muss.
Abspannseile: die A. ist gerissen. ˙ ablösen: der Blitz splitterte den Ast ab. 2. 〈ist〉 ab|spu|len 〈sw. V.; hat〉: 1. a) 〈a. + sich〉 sich von
ab|spa|ren, sich 〈sw. V.; hat〉: [unter Entbehrun- sich in Splittern ablösen: der Lack, ein Stück ˙ einer Spule o. Ä. abwickeln: der Faden, das Garn
˙ gen] sparen u. für den Kauf von etw. erübrigen: Knochen ist abgesplittert; abgesplitterte Farbe. spult sich ab; b) von einer Spule o. Ä. abwickeln,
ich habe mir das Geld für das Rad [von meinem 3. 〈a. + sich; hat〉 sich abspalten: die kleine herunterwickeln: das Garn a.; einen Film a. (von
Taschengeld] abgespart; den Pelzmantel musste Gruppe splitterte sich von der Partei ab. der Filmspule abrollen lassen, vorführen).
sie sich regelrecht vom Munde a. (das Geld für Ab|split|te|rung, die; -, -en: das [Sich]absplit- 2. (ugs.) in einfallsloser, immer gleicher Weise
den Pelzmantel musste sie unter großen Ent- ˙ tern. tun, hinter sich bringen: sein übliches Pro-
behrungen zurücklegen). Ab|spra|che, die; -, -n: das [Sich]absprechen (2); gramm, immer die gleichen Sprüche a.
ab|spe|cken 〈sw. V.; hat〉 (salopp): 1. eine Abma- ˙ Vereinbarung: eine A. [mit jmdm.] treffen; ohne ab|spü|len 〈sw. V.; hat〉: a) durch