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Indien stellt der Einwohnerzahl nach die größte Demokratie der Welt dar, fest konsolidiert, seit 50

Jahren funktionierend. Angesichts der Zersplitterung des Landes nach Sprachen, Religionen, Kasten,
angesichts des Entwicklungsstandes des Landes, der sozialen Gegensätze und der verbreiteten Armut
scheint das an ein Wunder zu grenzen. Doch der Erfolg der Demokratie in Indien ist durchaus erklärbar.

Wichtige, oder nach Auffassung mancher Beobachter, unverzichtbare Ausgangs und


Rahmenbedingungen erfolgreicher Demokratisierung scheinen also in Indien zu fehlen: Die frühe
Durchsetzung einer staatlichen Einheit und die Entstehung eines starken Territorialstaates, das Ideal der
religiösen oder sozialen Gleichheit, die Erfahrung und das Prinzip der Säkularisierung, die Durchsetzung
einer einheitlichen Volkssprache und -literatur und schließlich die Existenz einer von Industrie- und
Stadtkultur geprägten und modernisierten Bevölkerungsmehrheit. Ist diese in mehrfacher Hinsicht
größte Demokratie der Erde deshalb einzigartig und zugleich unerklärbar? Ein Geheimnis ist noch kein
Wunder.

Die indische Regierung hat das Internet in verschiedenen Teilen des Landes abgeschaltet; die
Sicherheitslage hat sich verschärft. Insbesondere der nördliche Bundesstaat Uttar Pradesh ist betroffen.
Die Regierung befürchtet eine neue Welle von Protesten gegen Änderungen am Staatsbürgerrecht, die
am 11. Dezember in Kraft getreten sind. Es ist ein Rückschlag für die indische Regierung: Eine
monatelange Internet-Blockade in Kaschmir muss aufgehoben werden, urteilte das Oberste Gericht.

Vollsperrung des Internets in Kaschmir ist rechtswidrig.

Die Jawaharlal-Nehru-Universität in Delhi ist berühmt für ihr liberales Weltbild und kritischen Geist. Der
Angriff auf Studenten ist ein weiterer Versuch, säkulare Kräfte zum Schweigen zu bringen

Es ist alarmierend zu beobachten, wie an den indischen Universitäten ein ideologischer Konflikt
ausgetragen wird, bei dem rechte Gruppen immer häufiger Nationalismus nutzen, um Widerspruch zu
ersticken.

Die monatelange Blockade des Internets in der mehrheitlich muslimischen Region Kaschmir hat das
Oberste Gericht in Indien für verfassungswidrig erklärt. Die Regierung wurde von den Richtern dazu
aufgerufen, diese Vollsperrung des Internets auf unbestimmte Zeit nun zu überprüfen. Das berichtet die
Zeitung "Indian Express". Eine Abschaltung des Internets dürfe nur eine außergewöhnliche Maßnahme
sein, der Zugang zum weltweiten Netz sei Teil des Rechts auf Presse- und Meinungsfreiheit, die von der
indischen Verfassung garantiert werde.

Das alles macht inzwischen ein modernes, fortschrittliches Lehren und Lernen unmöglich.
Mahatma Gandhis Reden über zivilen Ungehorsam, Michel Foucaults Texte über Disziplin und
Partha Chatterjees Vorträge über guten und schlechten Nationalismus klingen in diesem Umfeld
nur noch hohl. Die Kluft zwischen Gebildeten und den Massen wächst rapide in Indien. Die
freiheitlichen Werte des Landes und der unbedingte Vorrang des Rechtes geraten immer stärker
unter Druck.

Es irritiert, dass die anti-muslimischen Maßnahmen seitens der Regierung nicht allein Zuspruch
bei hinduistischen Rassisten finden, sondern auch von einer wachsenden Zahl an Menschen aus
der "gemäßigten" bürgerlichen Mitte befürwortet werden.
Man darf nicht vergessen, dass die demokratische Tradition des Landes bis ins Jahr 1951 zurückgeht. Der
indische Staat hat also mittlerweile eine langjährige Erfahrung darin, Wahlen zu organisieren und die
auftretenden Missstände zu reduzieren – auch in diesen Dimensionen.

Im Einzelfall entspricht vielleicht nicht alles unseren westlichen Vorstellungen. Die Wahlen werden aber
meist von allen beteiligten Parteien als demokratisch anerkannt. Bei allen Missständen, die es geben
mag, empfinde ich das als ein sehr gutes Zeichen.

Indien rutscht in einen immer tieferen Sumpf, weil die regierende BJP den weltlichen Charakter
des Landes aushöhlt. Möglich wird das, weil in den vergangenen Jahren bei vielen Menschen die
Skepsis gegenüber dem Säkularismus gewachsen ist. Den Nährboden hierfür haben die fehlende
intellektuelle Kultur und zahllose Angriffe auf den politischen Anstand bereitet.

In einem so großen Land wie Indien kann man Wahlen nicht an einem Tag durchführen. Dass sich der
Vorgang über so viele Wochen zieht, hängt aber vor allem mit den Sicherheitsproblemen in einigen
Teilen des Landes zusammen. Die Sicherheitskräfte müssen verlegt werden, was in einem Land von der
Größe Indiens seine Zeit dauert.

In einigen Regionen gibt es militante Gruppen, die die Wahl verhindern wollen. Zwischen den
Kandidaten der Parteien und ihren Anhängern kann es zu Ausschreitungen kommen beziehungsweise
sie versuchen, die Bürger einzuschüchtern und zu manipulieren. Besonders der ländliche Raum ist
hiervon betroffen.

Ausländische Wahlbeobachter sind in Indien nicht zugelassen. Es gibt aber eine Wahlkommission, die in
den vergangenen Jahren immer unabhängiger auftritt. Die Kommission gibt zum Beispiel einen
Verhaltenskodex für die Wahl heraus und kontrolliert auch, ob gegen diesen Kodex verstoßen wird.
Zudem gibt es eine Reihe von zivilgesellschaftlichen Gruppen, die die Wahl verfolgen.

Die bundesdeutsche Wählerschaft lässt sich – je nach Sichtweise – mit etwa zehn soziokulturellen
Milieus abbilden. Das funktioniert in Indien nicht. Man kann aber sagen, dass die Wahl auf dem Land
entschieden wird. Dort leben 70 Prozent der Menschen. Dieser Punkt wird gerne übersehen.
Medien
Die Einführung von Computersystemen und die damit einhergehende Digitalisierung hat einen massiven
Wandel in der modernen Medienlandschaft ausgelöst. Analoge Medien verloren angesichts der digitalen
Leichtigkeit zunehmend ihre Metropolstellung in der Informationsübertragung. Schallplatten, Filmrollen
und VHS-Kassetten wurden immer mehr zur Fossilien ihrer Zeit und durch diverse Dateiformate ersetzt.
Mail-Adressen werden zur bevorzugten Anschrift für Freunde und Familie, Bibliotheken wirken im
Vergleich zu riesigen E-Book Onlineverzeichnissen zunehmend uninteressanter, das Fernsehen
konkurriert mit sogenannten "Online-Streams" und das traditionelle Brettspiel mutiert zum
Herumgeklimper auf Tastatur und Maus. Durch die stark vorangeschrittene Digitalisierung haben
Computersysteme eine zentrale Rolle im Leben vieler eingenommen und üben einen stetigen Einfluss
auf den Alltag aus.

Ein Verzicht auf die digitale Speicherung, Bearbeitung und Übertragung von Informationen ist für viele
Bereiche unserer heutigen Gesellschaft undenkbar.

Die Digitalisierung bildet die Grundlage für die moderne Medienrevolution. Durch sie können
Medieninformationen mit Datenverarbeitungssystemen wie Computern be- und verarbeitet werden. Bei
der Digitalisierung werden kontinuierliche analoge Größen in Folgen diskreter Werte überführt (vgl.
Precht/Meier/Tremel, 2004, S. 27). Dies erfolgt durch technische Geräte wie Scanner, Digicams oder
Mikrofone. Als Ergebnis erhält man hier eine binär codierte Folge von Zahlen, welche vom
Computersystem entsprechend interpretiert wird. Ist ein Inhalt erstmal digitalisiert, kann man diesen
mit entsprechenden Programmen beliebig oft verändern und wiedergeben. Durch Datenträger wie USB-
Sticks oder anderen externen Festplatten, lassen sich Dateien problemlos teilen und sicher verwahren.
Vor allem in Verbindung mit dem Internet ist dem Teilen translokal keine Grenzen gesetzt. Durch
genormte Formate sind Dateien dann hier auch meist unter allen Computersystemen kompatibel.

Als digitale Medien werden zum einen Medien bezeichnet die zur Kommunikation von digitalen Inhalten
dienen, zum anderen fasst der Begriff alle technischen Geräte mit ein, die zur Digitalisierung,
Speicherung, Bearbeitung und Darstellung von digitalen Inhalten dienen. Hierbei stellen Bits
(Maßeinheit für Datenmengen) die Grundessenz aller Inhalte dar und werden in Rahmen eines
bestimmten Formates von Datenverarbeitungssytemen interpretiert. Mit der Zeit haben sich bestimmte
Standartformate etablieren können: bei Audiodaten sind beispielsweise MP3 und WAV-Formate beliebt,
bei Videodaten ist es AVI und MPEG, bei Bildern JPEG und PNG und bei Textdateien PDF und DOCX.
Diese Standardisierung beugt Kompatibilitätsproblemen vor und macht es möglich, dass Software-
Entwickler Programme auf den Markt bringen, welche alle mit den selben Dateiformaten arbeiten.
Formate dienen aber auch zu Komprimierung von Dateien.

Vorteile:

Die Digitalisierung ist eine Entwicklung, die viele Vorteile und Nachteile birgt. Digitalisierung wirkt sich
auf das ganze Leben aus und betrifft Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung und Kultur. Wir wägen einige Vor-
und Nachteile dieses Wandels für Sie ab.

Digitale Medien haben unser Leben nachhaltig verändert.

 Die digitale Erzeugung von Medien ist meistens leichter und kostengünstiger als mit
analogen Mitteln: Musikproduktion und Komposition am Computer sind oft einfacher
und billiger als im analogen Tonstudio, Digitalkameras benötigen keine Filmentwicklung
mehr, Blogs, Youtube-Channels und Websites können viel einfacher betrieben werden,
als Printmedien und Fernsehsender.
 Auch die Distribution digitaler Medien, wie E-Books, MP3-Files, Online-Zeitschriften
und Digitalfotos, ist in der Regel um ein Vielfaches einfacher und kostengünstiger.
 So können mehr Inhalte erzeugt werden, denn jeder hat mit wenig Aufwand die
Möglichkeiten, Inhalte zu erzeugen und zu verbreiten.
 Dies ermöglicht Underdogs das Interesse der ganzen Welt auf sich lenken, und ein
fleißiger Künstler und Geschäftsmann kann quasi im Alleingang Musik komponieren,
produzieren, vermarkten und verkaufen, ohne sich den politischen und wirtschaftlichen
Interessen von Labels oder Werbeträgern unterzuordnen.
 Die Verbreitung von Internet-Inhalten erreicht fast den gesamten Planeten, während
Gemälde, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften seltener in ärmliche Regionen und
Haushalte vordringen.
 So können Informationen, Bildung, Kunst und Kultur schnell die gesamte Welt erreichen.
 Informationen im Internet sind nicht nur ständig abrufbar, sondern können regelmäßig
aktualisiert werden, ohne Neuauflage.
 Da heutige digitale Datenträger extrem kompakt sind und sich verlustfrei vervielfältigen
lassen, sorgt die Digitalisierung dafür, dass mehr Informationen generiert, gespeichert
und verarbeitet werden als jemals zuvor. Das führt zu einer schnelleren Entwicklung der
Forschung und Technologie und somit einem besseren Lebensstandard.
Nachteile
Die Digitalisierung hat natürlich auch Schattenseiten.

 Um eine analoge Aufzeichnung verlustfrei zu digitalisieren, müssen räumliche und


zeitliche Signal-Auflösung so gut sein, wie das Original. Dies führt mitunter zu riesigen
Dateien.
 Häufig ist daher verlustbehaftete Kompression bei der Digitalisierung akzeptiert. Dann
sind räumliche und zeitliche Auflösung kaum wahrnehmbar schlechter, obwohl starke
physikalische Unterschiede zum analogen Original bestehen, wie etwa bei JPEG-Bildern
sowie AAC- und MP3-Dateien.
 Bei verlustbehafteter Kompression geht ein Großteil der Signal-Information aus dem
Original verloren. Dies ist zwar kaum wahrnehmbar, aber zum Beispiel bei langsamerem
Abspielen, beim Zoomen bei vielen Analysemethoden und Signalverarbeitungs-Schritten
ein merkliches Defizit.
 Neben Profis erzeugen und verbreiten im digitalen Zeitalter zunehmend Laien und
Anfänger Inhalte. Dadurch gibt es zwar mehr Auswahl, aber auch eine wesentliche
Zunahme von qualitativ schlechten Inhalten. Kurz: Masse statt Klasse.