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Strukturmodell und SIS Entbürokratisierte Pflegedokumentation


Revolution oder Mogelpackung ?

Conference Paper · May 2015

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1 author:

Klaus Schliz
Private University for Health Sciences, Medical Informatics and Technology GmbH
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Strukturmodell und SIS
Entbürokratisierte Pflegedokumentation

Revolution oder Mogelpackung ?

Doktorand Dipl. Pflegew. (FH) Klaus Schliz


Klaus.Schliz@uni-pflege.de

19.05.2015
Inhalt:
Entwicklung
Zielsetzung und Aufbau des
Strukturmodells
Bisheriges Modell versus Strukturmodell
Implementierungsstrategie
SIS
Entwicklung
Entbürokratisierung der
Pflegedokumentation (Hintergrund)

• Problematik der überbordenden Pflegedokumentation wurde

von der Bundesregierung/BMG lösungsorientiert

aufgenommen

• Das Statistische Bundesamt wurde beauftragt, den

tatsächlichen Aufwand in der Praxis zu messen.

Pflegebedürftige, Angehörige, Pflegeeinrichtungen sowie

Kranken- und Pflegekassen wurden befragt.


Entbürokratisierung der
Pflegedokumentation (Hintergrund)

• Der Erfüllungsaufwand für die Pflegedokumentation beträgt


mittlerweile pro Jahr rund 2,7 Milliarden € (Abschlussbericht
statistisches Bundesamtes zum Erfüllungsaufwand in der Pflege,
2013).
• Das heißt, dass die Pflegedokumentation ein vergleichbares
Volumen von 14 % aller Ausgaben der Pflegeversicherung
ausmacht.
• Davon entfallen 2/3 aller Kosten auf die Leistungsnachweise.
Entbürokratisierung der
Pflegedokumentation – Aufwand in Minuten
Zielsetzung und Aufbau des Strukturmodells
Aufbau des Strukturmodells in Anlehnung an die Ergebnisse aus
einem Forschungsvorhaben des BMAS zur Bedeutung der
Pflegeplanung für die Qualitätssicherung der Pflege (Nr. 261/1996).
Vorschlag der Pflegewissenschaft war, den Pflegeprozess
in vier Schritte zu gliedern (WHO Modell)
Zuerst den Blickwinkel des Klienten abzubilden und

erst dann mit der pflegefachlichen Perspektive zu


verschränken. Diese Grundidee wurde in das
Strukturmodell in Form der SIS aufgenommen.
Ziele

 fachliche und juristische Aussagen zur Dokumentation hinterfragen,

 Kritikpunkte aus der Fachpraxis und von Verbrauchern aufgreifen,

 Bedeutung fachlicher Kompetenz und beruflicher Erfahrung der Pflegenden wieder stärker
herausstellen,

 den zeitlichen Aufwand für die Pflegedokumentation möglichst zu minimieren und

 eine gemeinsame Grundlage für die interne und externe Qualitätssicherung zu schaffen.
 Förderung des Konsens zwischen Heimaufsichten und Kranken-/Pflegekassen und MDK
zur Pflegedokumentation
Aufbau und Umsetzung - Paradigmenwechsel

 Entscheidung, sich in der SIS von etablierten ATL Modellen zu lösen.

 Idee, sich grundsätzlich von schematischen Ankreuzverfahren bei der Maßnahmen- und
Pflegeplanungen zu lösen, sowie

 pflege- und betreuungsrelevante biografische Daten integrativ und zu erfassen.

 kritische Auseinandersetzung mit schematischen Vorgaben des QM zur Risikoeinschätzung


und haftungsrechtlichen Aspekten im Gesamtkontext.
Einschätzung der MDS

• Die vorgeschlagene Grundstruktur der Pflegedokumentation wird als zielführend


eingeschätzt.

• Der Ansatz scheint geeignet, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren und


gleichzeitig die Pflege und Betreuung zu verbessern.

• Der MDK kann seine Qualitätsprüfungen auf der vorgeschlagenen Basis durchführen.

• Die Einigung auf eine einheitliche Grundstruktur der Pflegedoku-mentation schafft


Sicherheit – sowohl für die Pflegeeinrichtungen als auch für die Prüfinstanzen.
Bisheriges Modell versus Strukturmodell
Bürokratismus
Bürokratismus
Übersteigerung der Bürokratie, die zum Selbstzweck wird
und
ihre interne Organisation gegenüber den eigentlichen Zielen und Zwecken in den Vordergrund stellt.

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/buerokratismus.html
Beispiel AEDL
AEDL- Strukturmodell

1. Kommunizieren
2. Sich bewegen
3. Vitale Funktionen des Lebens aufrecht
erhalten
4. Sich pflegen
5. Essen und Trinken
+ Biografie
6. Ausscheiden +
7. Sich kleiden +
8. Ruhen und schlafen
9. Sich beschäftigen
10. Sich als Mann oder Frau fühlen und
verhalten
11. Für eine sichere Umgebung sorgen
12. Soziale Bereiche des Lebens sichern
13. Mit existentiellen Erfahrungen des
Lebens umgehen
Bisheriges Modell/ Beispiel AEDL

13 AEDLs

6 Phasen Pflegeprozess (13 x 6 =78)

Plus Biografie (78 + 1 = 79)

Plus Risikoassessments (z.B. 8 Expertenstandards) (79 + 8 = 87)

Bei 100 Klienten = 87 x 100 =

8700 Arbeitsschritte
Neues Modell der SIS

1. Kognition und Kommunikation

2. Mobilität und Bewegung

3. Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen

4. Selbstversorgung

5. Leben in sozialen Beziehungen

6. A. (ambulant) Haushaltsführung

7. B. (stationär) Wohnen/ Häuslichkeit


Vier Elemente des Strukturmodells

1. Einstieg in den
Pflegeprozess mit SIS

4. Evaluation mit
Fokus a.d. 2. Individuelle
Erkenntnissen d. Maßnahmenplanung
SIS, a.d. Grundlage SIS
Maßnahmenplan
ung & Berichten
3. Berichteblatt mit
Fokus auf
Abweichungen von
regelmäßig
wiederkehrenden
Abläufen (Immer-So)
Vier Elemente des Strukturmodells

1. Einstieg in den
Pflegeprozess mit SIS

4. Evaluation mit
Fokus a.d. 2. Individuelle
Erkenntnissen d. Maßnahmenplanung
SIS, a.d. Grundlage SIS
Maßnahmenplan
ung & Berichten
3. Berichteblatt mit
Fokus auf
Abweichungen von
regelmäßig
wiederkehrenden
Abläufen (Immer-So)
Neue Grundstruktur der Pflegedokumentation

Individuelle
Stammdatenblatt Maßnahmenplanung Keine Einzelleistungsnachweise
(Grundpflegerische Versorgung für Grundpflege
und Betreuung) (Verfahrensanleitungen
hierfür im QM-Handbuch
Strukturierte hinterlegt; MA haben Kenntnis)
Informationssammlung
6 Themenfelder [Perspektive Berichteblatt Erkenntnisse aus
Pflegebedürftiger, biografische beschreibt Abweichung und Fallbesprechungen/
Erkenntnisse, fachliche Setzung ggf. Evaluation Übergaben etc. fließen bei
Pflegefachkraft und Bedarf mit ein
Risikoeinschätzung]

Behandlungspflege Einzelleistungsnachweis
nach Durchführung
Pflegeprozess separate Dokumentation

Zusatzdokumente im Entscheidung durch PFK:


Rahmen des • nicht regelhaft/schematisch
Risikomanagements • Evaluationsdatum
(Trink-, Ernährungsprotokoll, • Enge zeitliche Befristung
Bewegungsprotokoll • Eintragung/Abzeichnung
Scalen/Assessments etc.) nach Durchführung

Pflegeprozess 4-phasig; nach Wipp/Beikirch


Neues Strukturmodell/ SIS

6 Themenfelder

4 Phasen Pflegeprozess (4 x 6 =24)

Integrierte Biografie

Risikoassessments (z.B. 8 Expertenstandards) nach pflegefachlicher Expertise,

ca 50% weniger (24 + 4 = 28)

Bei 100 Versicherten (28 x 100) =

2800 Arbeitsschritte
Wirtschaftsfaktor ?

25 50 100 150 200

Altes Modell 2175 4350 8700 13050 17400

Neues Modell 700 1400 2800 4200 5600

 1475 2950 5900 8850 11800

Anzahl der versorgten Klienten in Abhängigkeit der Prozessarbeitsschritte


Zuordnung und Umdenken
Von den AEDL zur SIS
AEDL- Strukturmodell

1. Kommunizieren
Ganzheitlich/
2. Sich bewegen
aktivierende
3. Vitale Funktionen des Lebens aufrecht
pflegerelevante
erhalten Kontextkategorien
4. Sich pflegen
5. Essen und Trinken 1. Kognitive und kommunikative
Fähigkeiten
6. Ausscheiden
2. Mobilität und Beweglichkeit
7. Sich kleiden 3. Krankheitsbezogene
Anforderungen und Belastungen
8. Ruhen und schlafen
4. Selbstversorgung
9. Sich beschäftigen 5. Leben in sozialen Beziehungen
6. Haushaltsführung
10. Sich als Mann oder Frau fühlen und
verhalten
11. Für eine sichere Umgebung sorgen
12. Soziale Bereiche des Lebens sichern
13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens
umgehen
Die SIS ist kein Formular sondern ein
wissenschaftsbasiertes KONZEPT zum
Einstieg in den Pflegeprozess
Durch diese Fragestellungen kann das Gespräch sowohl eröffnet als auch geschlossen werden.
Bei stark kognitiv beeinträchtigten Personen kann dieses Gespräch auch stellvertretend mit den Angehörigen und/oder mit dem Betreuer/der Betreuerin geführt
werden. Dies wird entsprechend vermerkt.
Entscheidend ist, dass hier tatsächlich der wörtliche Originalton ungefiltert wiedergegeben wird, den die pflegebedürftige Person zur eigenen Einschätzung
der Situation äußert.

Positive Effekte: sowohl bei der pflegebedürftigen Person/Angehörigen, als auch bei der PFK im Hinblick auf individuelle Wünsche, die gegenseitige
Wahrnehmung zur Situation und zur Gestaltung der Pflege und Betreuung als Ausdruck der Selbstbestimmung.
- Direkte Zitate und wortgetreue Informationen von dem Pflegebedürftigen werden hier dokumentiert!
- Die Angaben des Pflegebedürftigen zu seinen Hauptproblemen, seinen Wünschen und Unterstützungsbedarf aus seiner Sicht!
- Kennt oder sieht der Pflegebedürftige Risiken bei sich selber?
- Ergänzend können in diesem Bereich Informationen von Angehörigen und Betreuern erfasst werden.
Die Themenfelder 1–6 dienen der Dokumentation der pflegefachlichen Einschätzung und
Beobachtung zum Unterstützungsbedarf der pflegebedürftigen Person im Zusammenhang
mit dem häuslichen Umfeld, den Ressourcen, der Thematisierung möglicher Risiken und der
Erfassung pflegerelevanter biographischer Informationen.

Die Erkenntnisse aus den Themenfeldern haben einen unmittelbaren Bezug zu der
Risikomatrix (C2) und werden deshalb in dieser erneut aufgeführt (Kontextkategorien).

Wenn aus fachlicher Sicht in einem der 5 Themenfelder ein Risiko angesprochen wird,
welches die pflegebedürftige Person anders einschätzt oder mit den Vorschlägen zur
Risikobegrenzung nicht einverstanden ist, ist dies zu vermerken. Dies gilt auch, wenn ein
Themenbereich nicht benötigt wird oder auf Grund einer besonderen Situation nicht
angesprochen werden kann.

Im Feld C1 wird in der Regel im Themenfeld 6 die jeweilige Zusammenarbeit zwischen


Pflegedienst und der Familie festgehalten.
(Achtung: Abweichung stationär/ambulant)
Themenfeld 1: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Leitfrage

Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich zeitlich, persönlich und örtlich zu orientieren und zu interagieren sowie
Risiken und Gefahren, auch unter Beachtung von Aspekten des herausfordernden Verhaltens, zu erkennen?

Leitgedanke:

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung, inwieweit die pflegebedürftige
Person in der Lage ist, sich zeitlich, persönlich und örtlich zu orientieren, zu interagieren sowie Risiken und Gefahren zu erkennen.
Hier ist auch das Auftreten von herausfordernden Verhaltensweisen wie z.B. nächtlicher Unruhe, Umherwandern (Weglaufen) oder
aggressiv-abwehrendes Verhalten zu beschreiben.
Die Pflegefachperson sollte möglichst prägnant diesbezüglich die pflegerische Situation mit Handlungs- und Gestaltungsräumen der
pflegebedürftigen Person, ihren Kompetenzen, Gewohnheiten, Risiken und fachlichen Erfordernissen festhalten.
Themenfeld 2: Mobilität und Beweglichkeit

Leitfrage

Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich frei und selbständig innerhalb und außerhalb der Wohnung, bzw. des
Wohnbereichs, auch unter Beachtung von Aspekten des herausfordernden Verhaltens, zu bewegen?

Leitgedanke:

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung, inwieweit die pflegebedürftige
Person in der Lage ist, sich frei und selbstständig innerhalb und außerhalb der Wohnung bzw. des Wohnbereichs zu bewegen.
Wichtig ist dabei, die fachliche Einschätzung/Beschreibung der Möglichkeiten des Pflegebedürftigen, sich durch Bewegung in
angemessenem Umfang Anregung verschaffen zu können, sowie an der Alltagswelt teilzuhaben und teilzunehmen.
Der Aspekt des herausfordernden Verhaltens muss dabei berücksichtigt werden.
Themenfeld 3: Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen

Leitfrage

Inwieweit liegen krankheits- und therapiebedingte sowie für Pflege- und Betreuung relevante Einschränkungen bei der pflegebedürftigen
Person vor?

Leitgedanke:

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung, inwieweit die pflegebedürftige Person
durch ihre gesundheitliche Situation/ihre Einschränkungen und Belastungen und deren Folgen, einen pflegerisch fachlichen
Unterstützungsbedarf benötigt.
Insbesondere sind die individuellen Belastungsfaktoren, die therapeutischen Settings, die Compliance oder der Handlungsbedarf und die
eventuellen Unterstützungsbedarfe bei der Bewältigung von Risiken und Phänomenen z. B. Schmerz, Inkontinenz oder deren Kompensation
zu beschreiben und hinsichtlich ihrer krankheits- und therapiebedingten Anforderungen einzuschätzen.
Es geht nicht um die ausschließliche Aufzählung von Diagnosen und ärztlichen Therapien/Medikamente, die bereits in anderer Weise erfasst
und dokumentiert sind.
Themenfeld 4: Selbstversorgung

Leitfrage

Inwieweit ist die Fähigkeit der pflegebedürftigen Person zur Körperpflege, zum Kleiden, zur Ernährung und zur Ausscheidung eingeschränkt?

Leitgedanke:

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung, inwieweit die pflegebedürftige Person in der
Lage ist, z. B. Körperpflege, Ankleiden, Ausscheidung, Essen und Trinken etc. selbstständig/mit Unterstützung zu realisieren.
Ziel ist die Unterstützung größtmöglicher Autonomie, Selbstverwirklichung und Kompetenz.
Eventuelle (fachliche und ethische) Konflikte zwischen den obengenannten Werten und die Verständigungsprozesse sind nachvollziehbar zu
beschreiben.
Themenfeld 5: Leben in sozialen Beziehungen

Leitfrage

Inwieweit kann die pflegebedürftige Person Aktivitäten im näheren Umfeld und im außerhäuslichen Bereich selbst gestalten?

Leitgedanke:

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung, inwieweit die pflegebedürftige Person
Aktivitäten im näheren (häuslichen) Umfeld und im außerhäuslichen Bereich selbstständig/mit Unterstützung gestalten kann und wer sie ggf.
dabei unterstützt (privates Umfeld).
Themenfeld 6:Haushaltsführung

Leitgedanke:

In diesem Themenfeld geht es um die individuelle, situationsgerechte Erfassung und Beschreibung, inwieweit die pflegebedürftige Person ihren
eigenen Haushalt noch selbst oder mit Unterstützung organisieren und bewältigen kann.
Es erfolgen Hinweise zur Abstimmung mit den Angehörigen über ein arbeitsteiliges oder aufgabenorientiertes Vorgehen in der Versorgung der
pflegebedürftigen Person.
Hierbei geht es auch um die nachvollziehbare Beschreibung von Konflikt-, Risiko- und Aushandlungssituationen, die sich z. B. infolge psychischer
und sozialer Pflege-, Wohn und Lebenssituationen ergeben.
Effekte des Strukturmodells

 Rückbesinnung auf die fachliche Kompetenz der Pflegenden

 Konzentration auf die Perspektive der pflegebedürftigen Person

 Übersichtliche Erfassung pflegerischer Risiken und Phänomene

 Breiter fachlicher Konsens der am Prozess Beteiligten zu sechs Themenfeldern für die fachliche
Einschätzung

 Wiedererkennungswerte zum NBA


Effekte des Strukturmodells

 Stärkung und konsequente Beachtung von Individualität und Selbstbestimmung der


pflegebedürftigen Person

 Verständigung zu individuellen Leistungen und Wünschen + entsprechende


Dokumentation des Konsens

 Anerkennung der Fachlichkeit der Pflegekräfte, Erkennen von Optimierungs- und


Schulungsbedarf

 Begrenzung der schriftlichen Darstellung des Pflegeprozesses auf vier Schritte,


ohne wesentliche Aspekte der Qualitätsdarlegung zu vernachlässigen
Effekte des Strukturmodells

 Pflegerelevante biografische Informationen werden im Regelfall in der SIS und nicht separat
erfasst

 Verwendung einer systematisch strukturierten Informationssammlung (SIS) als Einstieg in den


Pflegeprozeß

 Gesonderte Risikomatrix in der SIS dient der Erfassung der häufigsten Risiken und
Phänomene

 Veränderter praktischer Umgang mit dem Berichteblatt durch den Fokus auf Abweichungen

 Verstärkung der Bedeutung der Evaluation aufgrund der Beobachtung und fachlicher
Erkenntnisse
Graue Theorie oder Praxis?
 Die Dokumentation ist individuell, aktuell aussagekräftig, praxisbezogen und bildet den individuellen Pflegeprozess
authentisch ab.

 Ca. 30 – 40 % Zeitgewinn (Ergebnis des Praxistests 2014).

 Einheitliches Verständnis aller Beteiligten (u.a. MDK, Heimaufsicht, Pflegekassen) zum Strukturmodell,
gemeinsame Implementierung ab 01.01.2015.

 Rechtssicherheit – Verzicht auf das Abzeichnen von Einzelmaßnahmen in der Grundpflege auf der Basis von
Abweichungen von den Verfahrensanweisungen.

 Verfahren zum sicheren, zielgerichteten und rationalen Umgang mit der Risikoeinschätzung pflegesensitiver
Themen.

 Mitarbeiter betrachten die Dokumentation wieder als sinnvolles Instrument zur Abbildung des Pflegeprozesses und
nutzen es aktiv.

 Zufriedenheit und aktive Arbeit mit dem Strukturmodell und der SIS als ein eigenes Arbeitsmittel der Pflegenden.
Implementierungsstrategie (IMPS)
Beschluss des Lenkungsgremiums

Das Lenkungsgremium hat den Abschlussbericht am 16.12.2014 zustimmend zur Kenntnis


genommen und sich einvernehmlich u.a. auf folgende Punkte verständigt:

Implementierungsphase von zwei Jahren ab 01.01.2015


kurzfristige Erarbeitung von allgemeinen Verfahrenshinweisen und
Erläuterungen
Förderung ist verbunden mit der Erwartung, dass sich mindestens
25% ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen beteiligen
Ziele der IMPS und der Evaluation

• Dauerhafte und bundesweite Verstetigung von fachlicher Expertise auf der Grundlage der
Erkenntnisse aus dem Praxistest

• Förderung flächendeckender Akzeptanz bei Einrichtungs- / Kostenträgern & Prüfinstanzen


auf Bundes-/ Landesebene

• Konzepte zur inhaltlichen und technischen Umsetzung durch die Institutionen der Aus,
Fort- und Weiterbildung sowie der Dokumentationsbranche liegen vor
• Bundesweit einheitlich festgelegte Schulungsmaterialien, Konzept und Instrumente sowie
einheitliche Schulungsanforderungen für Trainer liegen vor

• Qualitätsgesicherte Unterstützung der Pflegeeinrichtungen bei der Umstellung ihrer


Pflegedokumentation auf das Strukturmodell unter Aspekten der Effektivität und Effizienz;
(Förderung der Fachlichkeit, QS, Zeitersparnis)
Implementierung

Nach Eingang der Anmeldung der teilnehmenden


Pflegeeinrichtungen erhält jede einzelne Einrichtung eine
Bestätigung zur Teilnahme vom Projektbüro und praktische Hinweise,
was aus den bisherigen Erfahrungen zur organisatorischen
Vorbereitung bei der Umstellung im Einzelnen zu bedenken ist, bevor
der eigentliche Start der Implementierung beginnen kann.
Implementierung

Zusätzlich wird über den Zeitraum des Beginns der praktischen


Umsetzung informiert und ab wann ein geschulter Multiplikator des
eigenen Verbandes zur Beratung und Schulung vor Ort zur
Verfügung steht.

Der Multiplikator bleibt i.d.R. für die Pflegeeinrichtung während des


gesamten Verlaufs der feste Ansprechpartner
Aktuelles zum Projekt
Phase 3 (ab 5/2015):

 Volle Phase der Implementierung unter Festlegung von entsprechenden Startterminen.

 Interne Schulungen in den Pflegeeinrichtungen und praktische Umsetzung des Strukturmodells


in mehreren Schritten.

 Durchführung von Reflexionstreffen vor Ort (Verbände) und in den Regionen


(Projektkoordinatoren).

 Beginn der externen Evaluation und der wissenschaftlichen Begleitung im Projekt. Überprüfung
der Zielerreichung und ggf. Nachsteuerung
Phasen der Abschluss des Projekts

Phase 5 (bis 12/2016):

 Auswertung der Ergebnisse zu fachlichen, technischen, juristischen und sonstigen


Fragestellungen im Rahmen der Implementierung sowie der wiss. Begleitung;

 Festlegung, inwieweit Korrekturbedarf der Handlungsanleitung und der Schulungsmaterialien


und ggf. Erstellung Version 2.0 zur Freigabe.

 Fertigung Abschlussbericht und Erörterung in den Gremien. Zentrale Abschlussveranstaltung


Was kommt auf die Dienste bei Teilnahme zu ?

Mit der Anmeldung zur Teilnahme erklärt sich die Pflegeeinrichtung zu Folgendem bereit:

 Benennung einer verantwortlichen Person als internen und externen Ansprechpartner für die
Phase der Teilnahme

 Ausschließlich die zentral vom Projektbüro erarbeiteten bundeseinheitlichen


Schulungsmaterialien zur Grundlage des internen Schulungsprogramms werden verwendet

 Beteiligung an der Evaluation

 Beteiligung an regionalen verbandlichen Reflexionstreffen


… und

 Konzept und Ausrichtung der SIS unverändert umzusetzen und Hinweise zur praktischen
Anwendung zu beachten

 Die SIS nur von hierin geschulten Pflegefachkräfte anzuwenden und

 Bei Bedarf Vorschläge zur Veränderung an dem Konzept der SIS oder zum Strukturmodell
selbst, über die Multiplikatoren der Verbände einzubringen.
Rahmenbedingungen zur Umstellung

 Ist die Pflegeeinrichtung derzeit überhaupt belastbar?

 Nimmt sie gerade an anderen Projekten oder der Erprobung von Konzepten teil?

 Finden innerbetriebliche Umstellungen in der Administration statt?

 Soll zunächst bei Neuaufnahmen oder einer Tour das Modell erprobt werden?
Grundvoraussetzungen für die Umsetzung

Die Entscheidung des Trägers zur Einführung der neuen Pflegedokumentation setzt eine
positive Haltung des Pflege- und Qualitätsmanagements und die Bereitstellung der
erforderlichen Ressourcen voraus.

Sie erfordert Grundsatzentscheidungen des Trägers zur Absicherung des


Gesamtvorhabens, die für alle Mitarbeiter nachvollziehbar sein sollten wie:
Ressourcen
Ziel ist es…

die Dokumentationspraxis im Sinne der Zufriedenheit von Mitarbeitenden fachlich wie organisatorisch
neu zu bewerten und auszurichten.

Durch systematisches Handeln im Qualitätsmanagement unter Berücksichtigung von Potenzialen der


Mitarbeitenden, ressourcenschonender Organisation sowie einer konsequenten Ausrichtung der
Pflege- und Betreuungsleistung an den Bedarfen, Bedürfnissen und Wünschen der pflegebedürftigen
Personen,

die Pflegedokumentation zukunftssicher auszugestalten.


Warum ist mitmachen so wichtig?

Wird das Ziel, mindestens 25% aller Pflegeeinrichtungen und Dienste für die Implementierung
zu begeistern, nicht erreicht, ist jede weiterführende Diskussion zur Neustrukturierung und
Endbürokratisierung von Pflegedokumentation unglaubwürdig!

Damit wäre eine bisher einmalige historische Chance, in dieser Dimension etwas für Pflege zu
verändern, vertan!
Verfahren zur Anmeldung

www.ein-step.de
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

www.ein-step.de

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