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Ziegenzucht in der

Bundesrepublik Deutschland

- Rasse- und Zuchtzielbeschreibungen

Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter e. V. (BDZ)


Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: 030 31904 542 Fax: 030 31904 549
E-Mail: s.voell@bauernverband.net
www.ziegen-sind-toll.de
Herausgegeber:
Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter e. V. (BDZ)
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
Tel.: (030) 319 04 544
Fax: (030) 319 04 549
E-Mail: s.voell@bauernverband.net
www.ziegen-sind-toll.de

Verantwortlich: Dr. Stefan Völl


Redaktion: Fr. Dr. Regina Walther, Herr Müller-Braune und Herr Wulff mit
Unterstützung der BDZ-Mitgliedsverbände

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Einverständnis des Herausgebers unter


entsprechender Quellenangabe.
Inhaltsverzeichnis: Seite

Vorwort 1

Zahlen und Fakten zur deutschen Ziegenzucht 2

• Bunte Deutsche Edelziege (BDE) 5


• Weiße Deutsche Edelziege (WDE) 6
• Burenziege (BUZ) 7
• Thüringer Waldziege (TWZ) 8
• Toggenburger Ziege (TOZ) 9
• Walliser Schwarzhalsziege (WSZ) 10
• Anglo-Nubier-Ziege (ANZ) 11
• Angoraziegen (AGZ) 12
• Holländer Schecken (HOS) 13
• Bündner Strahlenziege (BSZ) 14
• Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege (BSL) 15
• Dänische Landziege (DLZ) 16
• Girgentana-Ziege (GIZ) 17
• Kaschmirziege (KAZ) 18
• Ovamboziege (OVZ) 19
• Pfauenziege (PFZ) 20
• Pinzgauer Ziege (PIZ) 21
• Roveziege (RVZ) 22
• Saanenziege (SAZ) 23
• Tadschikenziege (TAZ) 24
• Tauernschecke (TAS) 25
• Westafrikanische Zwergziege (WAZ) 26

Adressen der BDZ-Mitgliedsverbände 28


Vorwort

Die in dieser Broschüre zusammengetragenen Rasse-


und Zuchtzielbeschreibungen wurden anlässlich der
Mitgliederversammlung des Bundesverbands Deutscher
Ziegenzüchter e. V. (BDZ) beschlossen.

Es handelt sich dabei um Empfehlungen, die von den


Landes- und Ziegenzuchtverbänden im Haupt- wie auch
im Ehrenamt bei den vielfältigen Zuchtentscheidungen
angewandt werden und so Orientierung geben.

Diese auf föderalen Strukturen basierende Zuchtarbeit hat sich seit Jahrzehnten
bewährt. Sie ist letztendlich nicht nur Grundlage für die Sicherstellung von
leistungsstarken, vitalen und fruchtbarer Ziegen entsprechend ihrer rassetypischen
Eigenschaften. Sie ermöglicht auch die biologische Vielfalt bei den Ziegen
einschließlich des Schutzes der gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten
Rassen. Mit der zentralen Herdbuchdatenbank „OviCap“ wurde seitens des BDZ mit
seinen Mitgliedsverbänden eine zentrale Plattform zur Herdbuchführung geschaffen.

Die züchterische Arbeit mit ihren höchst engagierten Züchterinnen und Züchtern ist
Grundlage für eine verlässliche Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln wie
Ziegenmilch und -fleisch einschließlich der Dienstleistung Landschaftspflege.
Tierzucht ist folglich angewandter Verbraucher-, Natur, Landschafts- wie auch
Tierschutz. Es bleibt daher zu hoffen, dass die Ziegenzucht auch weiterhin von der
Bundes- wie auch den Landesregierungen die dringend notwendige Unterstützung
erfährt.

Ich wünsche Ihnen beim Studium der nachfolgenden Rasse- und


Zuchtzielbeschreibungen, dass Sie diese besonderen Tiere mit ihren
beeindruckenden Eigenschaften begeistern werden.

Ihre Ulrike Höfken, MdB

BDZ-Vorsitzende

1
Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ)
Haus der Land- und Ernährungswirtschaft, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin,
Tel. 030 319 04-542, Fax 319 04 – 549
E-Mail: s.voell@bauenverband.net www.ziegen-sind-toll.de

Zahlen und Fakten zur deutschen Ziegenzucht

Tabelle 2 Herdbuchbestände (Zusammenfassung)

Tabelle 2.1 Herdbuchbestände


der Bundesrepublik Deutschland
Jahr 2005 2006 2007 2008
Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl
Ziegen Böcke Züchter Ziegen Böcke Züchter Ziegen Böcke Züchter Ziegen Böcke Züchter
WDZ Weiße Deutsche Edelziege 3881 213 155 3182 212 161 3235 226 148 4576 249 142
BDZ Bunte Deutsche Edelziege 5296 320 210 5110 322 218 4983 294 193 5203 268 190
TWZ Thüringer Waldziege 761 129 108 850 139 112 927 157 120 1137 164 120
TOZ Toggenburger Ziege 553 49 47 504 58 46 452 49 42 511 59 37
BUZ Burenziege 2194 393 191 2543 473 224 2774 505 213 2725 442 218
ZWZ Zwergziegen 128 23 14 141 34 14 140 26 11 149 29 13
ANZ Anglo-Nubier-Ziege 168 36 32 266 43 34 439 33 33 494 40 33
AGZ Angoraziege 67 15 7 69 15 8 72 19 8 45 13 6
HOS Holländer Schecken 57 9 12 59 9 10 51 7 9 48 9 8
BSZ Bündner Strahlenziege 44 5 2 37 5 4 44 6 5 47 6 7
WSZ Walliser Schwarzhalsziegen 304 64 37 307 67 49 319 68 45 378 79 49
OVZ Ovambo-Ziege 8 5 3 8 5 3 8 5 3 8 5 3
HZZ Harzer Ziege 301 16 14 301 14 13 234 15 11 272 17 10
weitere nicht benannte
SON Rassen 282 80 43 273 80 48 332 96 47 294 89 49

Summe 14044 1357 875 13650 1476 944 14010 1506 888 15887 1469 885

Tabelle 2.2 Herdbuchbestände


nach Landesverbänden
Jahr 2005 2006 2007 2008
Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl
Ziegen Böcke Züchter Ziegen Böcke Züchter Ziegen Böcke Züchter Ziegen Böcke Züchter
SN Sachsen 2002 69 47 1823 106 55 2199 91 48 2504 96 44
NS Niedersachsen 1264 165 141 1400 168 146 1303 175 131 1499 173 128
BY Bayern 3670 176 125 3012 168 117 3253 175 117 3295 149 117
HE Hessen 996 171 147 1002 179 155 1158 195 152 1152 214 153
TH Thüringen 967 99 52 950 86 45 733 80 46 845 87 54
WF Westfalen-Lippe 1041 129 146 1062 151 136 1017 124 108 1162 130 115
RP Rheinland-Pfalz 682 100 68 672 112 63 719 125 63 565 77 46
SH Schleswig-Holstein 217 32 37 215 34 40 200 35 37 146 34 38
BW Baden-Wüttemberg 1806 279 0 2109 328 80 2127 350 83 2004 315 84
RH Rheinland 304 58 38 331 67 36 343 79 34 359 91 37
SR Saarland 258 26 23 303 24 26 291 18 19 294 19 16
BB Berlin-Brandenburg 327 18 18 248 14 12 223 16 20 241 15 19
SA Sachsen-Anhalt 406 24 23 377 20 22 298 23 20 1556 40 23
MV Mecklenburg-Vorpommern 104 11 10 146 19 11 146 20 10 265 29 11

Summe 14044 1357 875 13650 1476 944 14010 1506 888 15887 1469 885

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Herdbuchbestände Deutschland 2000-2008

18000

16000 14994 15887


14044
14000 14010
13891 13650
13584
12000 12597
11973
10000
Ziegen

8000 Böcke
Züchter
6000

4000
1476 1506 1469
2000 1017 1083 1038 906 874 1357

1071 888 885


0 1088 1046 872 921 944
875
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008

Herdbuchbestände Ziegen nach Rassen 2000-2008

18000

16000

14000
SON
12000
ZWZ
10000 BUZ
TOZ
8000 TWZ
BDZ
6000
WDZ
4000

2000

0
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008

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Herdbuchbestände Ziegen 2000-2008 nach Verbänden


MV
SA
BB
SR
RH 2008
BW 2007
SH 2006
RP 2005
WF 2004

TH 2000

HE
BY
NS
SN

0 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500 4000

Herdbuchbestände Ziegen 2008 nach Rassen

ANZ
3%
ZWZ WSZ HZZ SON
1% 2% 2% 3% WDZ
29%
BUZ
17%

TOZ
3%
TWZ
7%
BDZ
33%

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Bunte Deutsche Edelziege (BDE)

Die Bunte Deutsche Edelziege entstand 1928 aus den


Herkunft und Verbreitung verschiedenen Farbvarianten brauner Ziegen aus allen Gebieten
Deutschlands.
Beschreibung Die Bunte Deutsche Edelziege ist eine hochproduktive Milchziege.
Die Farbe reicht von hellbraun bis schwarzbraun, mit schwarzem
Aalstrich auf dem Rücken, Gesichts-, Bauch- und Beinfarbe variiert
von hell bis dunkel.
• Mittlerer bis großer Rahmen, hornlose und gehörnte Tiere,
kurze und glatt anliegende Behaarung,
• Saisonale Brunst, Frühreife, Erstzulassung mit sieben bis
neun Monaten,
• Fest ansitzendes, drüsiges Euter mit ausgeprägtem
Zentralband, Bauch- und Schenkeleuter, klar abgesetzte,
mittellange Striche, leichte Melkbarkeit.
Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 70 - 90 80 - 100
Gewicht (kg) 55 - 75 70 - 100

Milchmenge 850 bis 1200 kg Milch, 3,2 bis 3,5 % Fett, 2,8 bis 3,0 % Eiweiß/ 240-
Inhaltsstoffe Tage Laktation.
Leistungen
Fruchtbarkeit Erste Ablammung bis zum Alter von 15 Monaten, eine Ablammung
pro Jahr, 1,8 bis 2,0 geborene Lämmer pro Jahr.

Zuchtziel Angestrebt wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige


Ziege mit großer Wirtschaftlichkeit auf Grund hoher Fett- und
Eiweißmengenleistungen sowie ihrer Eignung zur Landschaftspflege.
Der Rücken sollte möglichst straff sein, mit breit angelegtem, nicht zu
stark abfallendem Becken. Das Fundament soll trocken und nicht zu
fein, die Beinstellung korrekt sein. Gefordert wird ein gleichmäßiges,
geräumiges, drüsiges und fest angesetztes Euter, das weit nach
vorne und im Schenkelbereich hinauf reicht. Die gleichermaßen für
das Hand- und Maschinenmelken gut geeigneten , leicht melkenden
Striche sollen mittig unter den Hälften angesetzt, senkrecht nach
unten weisen, mittellang, gleichförmig und klar abgesetzt sein.

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Weiße Deutsche Edelziege (WDE)

Die Weiße Deutsche Edelziege ging aus weißen Schlägen heimischer Ziegen
Herkunft und Verbreitung hervor, die mit Schweizer Saanenziegen veredelt wurden, Sie wurde bis 1928 auch
als Saanenziege bezeichnet.
Die Weiße Deutsche Edelziege ist eine hochproduktive Milchziege, sie hat eine
Beschreibung weiße Farbe, leichte Pigmentflecken an Nase, Ohren und Euter sind zulässig.
• Mittlerer bis großer Rahmen, hornlose und gehörnte Tiere.
• Kurze und glatt anliegende Behaarung.
• Saisonale Brunst, Frühreife, Erstzulassung mit sieben bis neun Mo-
naten.
• Fest ansitzendes, drüsiges Euter mit ausgeprägtem Zentralband,
Bauch- und Schenkeleuter.
• Klar abgesetzte, mittellange Striche, leichte Melkbarkeit.

Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 65 - 75 75 - 90
Gewicht (kg) 65 - 75 90 - 100
Milchmenge
850 bis 1200 kg Milch, 3,2 bis 3,5 % Fett, 2,8 bis 3,0 % Eiweiß/ 240-Tage Laktation. Bei
Inhaltsstoffe entsprechender Haltung und Fütterung höhere Leistungen möglich.
Leistungen
Fruchtbarkeit Erste Ablammung bis zum Alter von 15 Monaten, eine Ablammung pro Jahr, 1,8
bis 2,0 geborene Lämmer pro Jahr.
Angestrebt wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige Ziege mit
Zuchtziel großer Wirtschaftlichkeit auf Grund hoher Fett- und Eiweißmengenleistungen und ihrer
Eignung zur Landschaftspflege. Der Rücken sollte möglichst straff sein, mit breit
angelegtem, nicht zu stark abfallendem Becken. Das Fundament soll trocken und
nicht zu fein, die Beinstellung korrekt sein. Gefordert wird ein gleichmäßiges,
geräumiges, drüsiges und fest angesetztes Euter, das weit nach vorne und im
Schenkelbereich hinauf reicht. Die gleichermaßen für das Hand-und
Maschinenmelken gut geeigneten, leicht melkenden Striche sollen mittig unter den
Hälften angesetzt, senkrecht nach unten weisen, mittellang, gleichförmig
und klar abgesetzt sein.

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Burenziege (BUZ)

Die Burenziege wurde 1930 in Südafrika aus vorhandenen Ziegenschlägen


heraus-gezüchtet. Hierbei kreuzte man auch Ziegenrassen aus Botswana und
Namibia ein. 1959 wurde die "Goat Breeder´s Assodation" in Eastern Cape in
Herkunft und Südafrika gegründet. Hiermit begann eine starke, kontinuierliche Selektion der
Burenziege, bis zum heutigen Typ hin.
Verbreitung Nach Deutschland kam die Burenziege im Rahmen der Verdrängungskreuzung
zum Aufbau der Fleischziegenzucht. Die ersten Tiere kamen zufällig lebendig
über die Universität Gießen und 1978/1979 über den Zoo "Wilhelma" nach
Deutschland. Dieses geschah dann später über Sperma und auch durch
Embryonen.
Die Burenziege ist eine mittel - bis großrahmige, gehörnte Fleischziege, mit
langem Rumpf, breiten und gut bemuskelten Körperpartien, ausgeprägter
Rippenwölbung und guter Bekeulung. Sie ist kurzhaarig, hat eine weiße
Grundfarbe, einen rot-braun bis hellbraun gezeichneten Kopf, dessen Zeichnung
bis zum Hals und Brustbereich reichen kann. Eine weiße geschlossene Blesse
ist wünschenswert. Nicht erwünscht eine bis in den Nacken durchgehende
Beschreibung Blesse sowie weiße Ohren. Pigmentflecken am Körper werden bis zu einer
Größe von 10 cm Durchmesser toleriert. Ein einfarbig rotbrauner Farbschlag ist
auch zugelassen. Die Hörner beider Geschlechter sollten nicht zu flach gestellt
sein, um den Hautkontakt insbesondere bei Böcken zu vermeiden. Geknickte,
längsgefaltete oder verdrehte Ohren sind abzulehnen. Der Kopf der Burenziege
sollte eine konvexe Form aufweisen mit leichter Ramsnase. Da diese bei älteren
Tieren ausgeprägter wird kann es zu einem Überbiss kommen. Hier sind bis zu 5
mm bei einem ausgewachsenen Tier tolerierbar.

Ziegen Böcke
Maße und
Widerristhöhe (cm) 65 - 80 80 - 95
Gewichte Gewicht (kg) 70 -85 90 –120
Optimal ist bei Jungziegen eine Rumpftiefe von 50 %, bei älteren Ziegen von 60 %
bezogen auf die Körperhöhe.
Die Burenziege ist asaisonal. Bei gutem Management sind dreimalige
Ablammungen in zwei Jahren möglich. Mittelrahmige, tiefe Ziegen sind für die
Fleischproduktion besonders geeignet, wobei die Lämmer sehr frohwüchsig sind
und eine gute Bemuskelung an Keule, Rücken und Schulter entwickeln.
Leistungen 1,8 – 2,0 geborene Lämmer/Lammung. Drillingsgeburten kommen auch häufiger
vor! Die täglichen Zunahmen der Lämmer liegen im Bereich von 200 250 g.
Einzeltiere erreichen auch weit höhere Zunahmen. Die Ziege zeigt ein ruhiges
Temperament bei guter Muttereigenschaft, einschließlich hoher Milchleistung am
Anfang der Säugeperiode. Beste Eignung in der Landschaftspflege!
Eine voll bemuskelte, kräftige, breite und tiefe Ziege mit langem Rücken und
breiten, nicht zu stark abfallenden Becken, einer korrekten Beinstellung mit fester,
nicht zu langer Fesselung. Angestrebt wird eine gute Ausbildung des Euters mit
Zuchtziel nicht zu dicken Strichen. Beistriche sind nicht gewünscht, aber tolerierbar.
Angestrebt werden Tiere, die auch bei extensiver Haltung und in der
Landschaftspflege gute Zunahmen aufweisen.

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Thüringer Waldziege (TWZ)

Herkunft und Verbreitung Die Thüringer Wald Ziege entstand Anfang des 20. Jahrhundert in
Thüringen aus regionalen Thüringer Landschlägen, in die über einen
begrenzten Zeitraum Schweizer Toggenburger Ziegen eingekreuzt
wurden. Die Rasseanerkennung erfolgte 1935. Die Rasse verteilt sich
über das gesamte Bundesgebiet, das Hauptverbreitungsgebiet ist
Thüringen.
Beschreibung Die Thüringer Wald Ziege ist eine mittelrahmige Milchziege. Es treten
sowohl gehörnte als auch hornlose Tiere auf. Das Haarkleid ist kurz und
glatt anliegend. Die Farbe erstreckt sich von hell- bis
dunkelschokoladenbraun. Vereinzelt treten auch schwarze Tiere auf. Ein
Aalstrich ist nicht vorhanden. Die typische Kennzeichnung kommt zum
Ausdruck durch die ausgeprägte Gesichtsmaske mit den von der
Überaugengegend bis zur Oberlippe reichenden weißen Streifen. Das
Maul und die Ohren sind weiß gesäumt, Spiegel und Unterbeine weiß.
Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 65 - 75 88 - 90
Gewicht (kg) 40 - 70 70 - 100

Milchmenge 700 – 1000 kg Milch mit durchschnittlich 3,5 % Fett und über
Inhaltsstoffe 3,00 % Eiweiß / 240-Tage Laktation
Leistungen
Fruchtbarkeit Erste Ablammung bis zum Alter von 15 Monaten, eine Ablammung pro
Jahr, 1,8 bis 2, geborene Lämmer pro Ablammung, saisonale Brunst.

Zuchtziel Ziel ist der Erhalt, der in ihrem Bestand gefährdeten Rasse. Gefordert
wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige Ziege mit hoher
Wirtschaftlichkeit. Der Rücken sollte möglichst straff sein, mit breit
angelegtem, nicht zu stark abfallendem Becken. Das Fundament soll
trocken und nicht zu fein, die Beinstellung korrekt sein. Ein Das Euter
sollte gleichmäßig, geräumig, drüsenreich und fest angesetzt sein, das
weit nach vorn reicht. Die mittellangen, gleichförmigen und klar
abgesetzten Striche sollten sich gut zum Hand- und Maschinenmelken
eignen. In der Fortführung der Rasse ist auf Reinrassigkeit zu achten,
Einkreuzungen sind zu vermeiden.

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Toggenburger Ziege (TOZ)

Herkunft und Verbreitung Die Toggenburger Ziege hat ihren Ursprung in der Schweiz.
Beschreibung Die Toggenburger Ziege wird kurz- und langhaarig gezüchtet, in
hellbrauner bis mausgrauer Färbung. Die Ohren sind hell, ebenso
führen helle Streifen vom Ohrgrund zum Maul. Beine,
Schwanzansatz und angrenzende Körperteile sind hell bis weiß.

• Mittlerer bis großer Rahmen.


• Hornlose und gehörnte Tiere.
• Saisonale Brunst.
• Frühreife, Erstzulassung mit sieben bis neun Monaten.
• Fest ansitzendes, drüsiges Euter mit ausgeprägtem
Zentralband, Bauch- und Schenkeleuter, klar abgesetzte,
mittellange Striche.
• Leichte Melkbarkeit.

Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 68 - 80 75 - 90
Gewicht (kg) 50 - 75 65 - 100

40 kg Fett +Eiweiß, 240-Tage-Milchleistung ca 700 - 800 kg, 4 bis


Milchmenge 5 % Fett, 3 bis 4 % Eiweiß / 240- Tage Laktation. Bei
Inhaltsstoffe entsprechender Haltung und Fütterung sind höhere Leistungen
Leistungen möglich.

Gute Fleischleistungseigenschaften, Frühreife und gute Frucht-


Fruchtbarkeit barkeit, im Durchschnitt zwei Lämmer pro Jahr. Eignung für die
Landschaftspflege.
Zuchtziel Angestrebt wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige
Ziege mit hoher Fett- und Eiweißleistung sowie Eignung zur Land-
schaftspflege. Der Rücken soll möglichst straff sein, das Becken
breit angelegt und nicht zu stark abfallen. Das Fundament soll
trocken und nicht zu fein, die Beinstellung korrekt sein. Gefordert
wird ein gleichmäßiges, geräumiges, drüsiges und fest
angesetztes Euter, das weit nach vorne und im Schenkelbereich
hinauf reicht. Die gleichermaßen für das Hand- und
Maschinenmelken gut ge-eigneten , leicht melkenden Striche
sollen mittig unter den Hälften angesetzt, senkrecht nach unten
weisen, mittellang, gleichförmig und klar abgesetzt sein.

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Walliser Schwarzhalsziege (WSZ)

Herkunft und Die Walliser Schwarzhalsziege stammt aus dem Unter- und später auch
aus dem Oberwallis in der Schweiz. Die als “Gletschergeiß“ bezeichnete
Verbreitung Ziege war lange Zeit die zahlenmäßig kleinste Rasse in der Schweiz. In
Deutschland wird sie seit Anfang der 80er Jahre gehalten.
Die Walliser Schwarzhalsziege ist eine mittelgroße, kräftige
Hochgebirgsrasse mit geradem Rücken und festen Rücken sowie
muskulösen Keulen. Sie hat ein langes und breites, nicht zu stark
abfallendes Becken, sie ist behornt. Die Haare sind lang, tief hängend und
über die ganze Körperlänge verteilt. Eine starke Behaarung ist ebenso an der
Beschreibung Brust, an den Wangen und am Kopf vorhanden. Die vordere Körperhälfte ist
schwarz, die hintere weiß mit einer scharfen Trennungslinie, die hinter den
Schultern den Körper umläuft. Es sollen keine schwarzen Haare im weißen
Teil und ebenso keine weißen Haare im schwarzen Teil vorhanden sein.
Zuchtausschließend sind ebenso dunklen Pigmentflecken mit schwarzen
Haaren.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 70 – 75 75 - 85
Gewicht (kg) 45 – 60 65 –90
• Durchschnittlich 500 kg Milch in 200 Tagen, mit 3,8% Fett und 2,8%
Eiweiß (Schweizer Angaben),
• eine Ablammung pro Jahr, 1,5 geborene Lämmer pro Lammung.
Leistungen Spätreife Gebirgsrasse von großer Genügsamkeit, die sich durch die
Anpassung an Gebirgshaltung besonders zur extensiven Haltung eignet. Die
Lämmer haben gute tägliche Zunahmen von etwa 200 g in den ersten zwölf
Lebenswochen.
Im Zuchtziel steht eine robuste, widerstandsfähige Ziege, die sich bei
Zuchtziel knapper Futtergrundlage durch gute Zunahmen auszeichnet.

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Anglo-Nubier (ANZ)

Herkunft und Die Anglo – Nubier - Ziege ist aus der Kreuzung von englischen Landschlägen
mit aus Afrika und Indien eingeführten Ziegenrassen entstanden. Sie ist
Verbreitung überwiegend in Großbritannien verbreitet.
Die Anglo – Nubier - Ziege ist eine großrahmige, langbeinige Ziege. Typisch für
diese Rasse sind die langen, anliegenden, hängenden Ohren und die
Beschreibung ausgeprägte Ramsnase. Die Tiere sind sowohl gehörnt als auch ungehörnt. Das
Haar ist kurz, glatt und fein. Alle Farbkombinationen von braun, schwarz und
weiß sind möglich.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 80 - 100 ca. 110
Gewicht (kg) 70 - 80 ca. - 100
• 240-Tage-Milchleistung ca 700 - 800 kg,
• 4 bis 5 % Fett, 3 bis 4 % Eiweiß.
Bei entsprechender Haltung und Fütterung sind höhere Leistungen möglich.
Leistungen • Gute Fleischleistungseigenschaften,
• Frühreife und gute Fruchtbarkeit, im Durchschnitt zwei Lämmer pro Jahr,
• Eignung für die Landschaftspflege.

Angestrebt wird eine großrahmige, fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige


Ziege im Zweinutzungstyp mit ausgeprägter Wirtschaftlichkeit auf Grund ihrer
Milch- (sehr hohe Fett- und Eiweißprozente) und Fleischleistung sowie Eignung
zur Landschaftspflege. Der Rücken sollte möglichst straff sein, mit breit
angelegtem, nicht zu stark abfallendem Becken. Das Fundament soll trocken
Zuchtziel und nicht zu fein, die Beinstellung korrekt sein. Gefordert wird ein gleichmäßiges,
geräumiges, drüsiges und fest angesetztes Euter, das weit nach vorn und im
Schenkelbereich hinauf reicht. Die gleichermaßen für das Hand- und
Maschinenmelken gut geeigneten, leicht melkenden Striche sollen mittig unter
den Hälften angesetzt, senkrecht nach unten weisen, mittellang, gleichförmig
und klar abgesetzt sein.

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E-Mail: s.voell@bauenverband.net www.ziegen-sind-toll.de
Angoraziege (AGZ)

Angoraziegen stammen ursprünglich aus der Provinz Ankara in Anatolien,


Türkei. Die nässe-empfindlichen und daher für das mitteleuropäische Klima
wenig geeigneten Ziegen wurden bereits 1838 nach Südafrika und wenige
Jahre später nach Kalifornien exportiert. Bereits 1885 gab es in Kalifornien
einen Bestand von 100.000 Angoraziegen. Nach Deutschland wurden 1768
Herkunft und erstmals fünf Angoraziegen und zwei Böcke gebracht. Sie waren ein
Geschenk des Fürstlich-Liechtensteinschen Intendanten Johann Wengand
Verbreitung an Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein und kamen nach Dossenheim an der
Bergstraße. Bis 1771 hatten sie sich auf 90 Tiere, unter Beigabe weißer
einheimischer Ziegen, vermehrt. Der Schwede Ulmström brachte bereits
1742 die ersten Angoraziegen nach Schweden. Die Tiere haben sich den
Klimabedingungen der Trockensteppen, Wüsten und Gebirgsregionen gut
angepasst. Sie besitzen langes, spiralig bzw. gelockt herabhängendes Haar,
das als Mohair weltweite Bedeutung erlangt hat.
Die Angoraziege ist eine Rasse der Hausziege und zählt zu den
Beschreibung Wollziegenrassen. Die reinweiße Ziege hat langes, seidiges und lockig
herabhängendes Haar; das als Mohair weltweite Bedeutung erlangt hat.
Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 45 - 60 50 - 70
Gewicht (kg) 30- 40 45 - 55
Die Tiere sind spätreif, die Fruchtbarkeit ist mäßig, in der Regel fallen nur
Einlinge. Die Aufzucht der Lämmer ist sehr schwierig, da diese sehr klein
Leistungen geboren werden und die Mutterinstinkte nur gering ausgeprägt sind.
Die Angoraziegen produzieren jährlich 3-6 kg Wolle. Die Tiere werden
jährlich zweimal geschoren bei einer Stapellänge von jeweils 12-15 cm.
Besonders gefragt ist die Wolle von Lämmern bis zum Alter von einem Jahr.
Das Vlies soll am ganzen Körper weiß, glänzend und von ausgeglichener
Faser hinsichtlich Länge und Feinheit sein. Kopf (außer Augen und Maul)
Zuchtziel und Beine sind bewollt. Das Haarkleid sollte möglichst dicht sein.Der
Wollstapel (“Ringellöckchen“) soll gewellt und in sich gedreht sein.
Grannenhaare (Kremps) sind nicht erwünscht.

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Holländer Schecke (HSZ)

Die Holländer Schecken (häufig auch als Bunte Holländer Ziege


bezeichnet) kommen aus den niederländischen Provinzen Südholland und
Zeeland, sie sind heute auch im übrigen Holland und z.T. in Belgien und
Deutschland anzutreffen. Die Rasse ist um die Wende zum 20. Jahrhundert
Herkunft und durch Einkreuzung von Toggenburger, Saanenziegen und Weiße Deutsche
Edelziege in die niederländischen Landziegen entstanden. Um 1920
Verbreitung begannen immer mehr engagierte Ziegenhalter mit der Haltung der
Holländische Schecke, um diese Rasse zu erhalten. Seit 1976 wird sie auch
von der Stiftung für seltene Haustier-Rassen unterstützt und seit 1980 gibt
es ein Herdbuch des holländischen Ziegenzuchtverbandes
(http://www.geiten.org). Seit dieser Zeit hat sich die Holländer Schecke
immer mehr in Holland und dessen Nachbarländern verbreitet.
Mittelgroße, langbeinige schwarz-, grau- bzw. braunweiß gescheckte
Beschreibung kurzhaarige Ziegen mit langem Rupf, tiefer, breiter Brust und kurzem Becken.
Meist gehörnt, es kommen aber auch hornlose vor.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 70 - 75 75 - 85
Gewicht (kg) 50- 70 80- 100
- 600 bis 850 kg Milch
- 3,0 bis 3,2 % Fett
- 2, % bis 2,8 % Eiweiß
Leistungen - anspruchslos und widerstandsfähig
- wenig Krankheitsanfällig
- frühreif
- fruchtbar

Erhalt der Rasse sowie Erhalt ihrer Robustheit und Widerstandsfähigkeit


Zuchtziel

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Bündner Strahlenziege (BSZ)

Herkunft und
Die Bündner Strahlenziege wurde im Kanton Graubünden (Schweiz)
Verbreitung gezüchtet.

• gehörnt
• glattes, kurzes Haar
• schwarz mit weißen Abzeichen in Form von Streifen vom Horn
Beschreibung zum Maulwinkel (Strahlen), weißer Spiegel, weiße Stiefel, weiße
Abzeichen am Schwanz
• dunkle Bauchdecke
• mittelgroße, lange Tiere mit guter Flankentiefe

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 70- 80 75 - 85
Gewicht (kg) 45 - 50 65
Leistungen 450 – 600 kg Milch / 245 Tage, 3,40 % Fett und 3,00 % Eiweiß

Zuchtziel Im Zuchtziel steht eine robuste, widerstandsfähige Ziege, die für extensive
Haltung geeignet und marschfähig ist, bei einer akzeptablen Milchleistung.

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Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege (BSL)

Die Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege stammt


Herkunft und ursprünglich aus Bulgarien und geht auf den dort nur noch vereinzelt
anzutreffenden alten Landschlag zurück. Im Jahre 1968 wurde eine
Verbreitung Zuchtgruppe in den Erfurter Zoopark eingeführt, auf welche die heute in
Deutschland anzutreffenden Tiere zurückgehen.
Mittelrahmige Ziege mit langem, bis zu den Sprunggelenken reichendem
Haarkleid. Männliche Tiere tragen imposante, weit ausladende und
korkenzieherartig zur Seite reichende Hörner. Die Hörner der weiblichen
Beschreibung Tiere sind bei gleicher Form etwas kleiner, wobei sichelförmig nach
hinten gebogene Hörner vorkommen können. Die Fellfarbe hat eine
große Variationsbreite und reicht von ganzfarbig schwarz über braun bis
grauweiß sowie gescheckt in diesen Farben.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 65 - 75 70 – 80
Gewicht (kg) 45 - 50 60 –70
Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziegen werden als
Fleischziegen im Herdbuch geführt. Für die Fleischleistungsprüfung
werden das Geburtsgewicht sowie das Gewicht am 42. und 100.
Lebenstag durch Wiegen ermittelt und daraus die täglichen Zunahmen
bis zum 42. bzw. 100. Lebenstag berechnet. Da die Rasse in ihren
Leistungen Ursprungsgebieten auch als Milch- und Wollrasse gehalten wird und um
diese Nutzungsrichtung nicht völlig zu verdrängen wird die
Berücksichtigung von Milch- sowie Wollleistung und -ausgeglichenheit
bei der Selektion empfohlen.
Die Exterieurbeurteilung der weiblichen und männlichen Tiere erfolgt für die
Merkmale Typ, Form und Bemuskelung.
Zuchtziel ist eine mittelrahmige, robuste und widerstandsfähige Ziege mit
Zuchtziel guter Mastleistung unter extensiven Haltungsbedingungen.
Auf Grund des geringen Populationsumfanges in Europa ist das
Primärziel der Erhalt der Rasse.

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Dänische Landziege (DLZ)

Die Dänische Landziege stammt aus Dänemark.


Anfang des 19. Jahrhunderts gab es Versuche die dänische Landrasse
Herkunft und hinsichtlich der Milchleistung zu veredeln, wozu Saanen, Harzer und
norwegische Ziegen zum Einsatz kamen, der Einfluss dieser Rassen blieb
Verbreitung aber gering.
Anfang der 80er Jahre war die Rasse am Rande der Ausrottung und es waren
nur noch wenige rassetypische Tiere übrig.
Tiefe und geräumige milchtypische Ziege, mittelgroß mit lang gestrecktem
Körper, gutem Stand mit guter Winkelung und starkem Fundament. Ihr
Temperament ist lebhaft und ihr Gesamteindruck harmonisch.
Eigenschaften der Landrasse sind vor allem gute Produktionseigenschaften,
gekoppelt an Widerstandsfähigkeit, Krankheitsresistenz sowie einer guten
Raufutterverwertung.
Die meisten Tiere sind kurzhaarig, jedoch gibt es auch Tiere mit längerem
Beschreibung Fell. Farblich werden im dänischen Standard sieben verschiedene Varianten
unterschieden: wildfarbig, schwarz-wildfarbig, harzfarbig, schwarz, weiß, blau
und gescheckt.
In der Regel sind sie gehornt, jedoch gibt es vereinzelt auch einige hornlose
Exemplare. Es handelt sich um sehr robuste und wetterfeste Tiere. Sie
können durchaus das ganze Jahr im Freien gehalten werden, sofern ihnen
mindestens im Winter Zugang zu einem trockenen Lager geboten wird. Die
Geburten verlaufen in der Regel problemlos.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 75- 80 85 - 95
Gewicht (kg) 45 - 65 70 - 90
Aufgrund der hohen genetischen Variabilität und der unterschiedlichen
Leistungen Haltungsbedingungen gibt es verschiedene Angaben zum Leistungsvermögen.
In Dänemark erreichten die Ziegen in einem sehr guten Betrieb im Jahr 2005 im
Mittel über 700 kg Milch in 300 Tagen bei 4,28 % Fett und 3,18 % Eiweiß.
Zuchtziel ist eine mittelrahmige, robuste und widerstandsfähige Ziege mit guter
Zuchtziel Raufutterverwertung und guter Milchleistung. Aufgrund des geringen
Populationsumfanges in Europa ist das Primärziel der Erhalt der Rasse.

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Girgentana-Ziege (GIZ)

Herkunft und Verbreitung Die Girgentana - Ziege ist eine alte Landziegenrasse, die ihren Namen
der Provinz Agrigento auf Sizilien verdankt. Vermutet wird, dass diese
Ziege aufgrund ihres "Korkenziehergehörns“ vom asiatischen Falconi
oder Markhor abstammt. Die Girgentana - Ziege bekam in den 70er
Jahren zunehmend Konkurrenz von Hochleistungsmilchrassen, so dass
ihr Bestand stark eingebrochen ist. Die Stiftung SAVE, die europäische
Dachorganisation zur Erhaltung alter Nutztierrassen und Kultur-
pflanzensorten mit Sitz in der Schweiz, versucht seit Anfang der 90er
Jahre den Bestand dieser Ziegenrasse zu sichern. Es gelang ihr die noch
bestehenden Zuchtlinien in Italien zu koordinieren (damaliger Bestand
200 Tiere) Dem Bestand in Deutschland kam dabei große Bedeutung zu,
da einige italienische Zuchttiere in den 80er Jahren nach Deutschland
importiert wurden.
Beschreibung Die Girgentana-Ziege ist anspruchslos und widerstandsfähig, sie wird
vornehmlich zur Milchgewinnung, aber auch zur Fleischerzeugung
gehalten.
• Zwei Farbschläge: weiß oder rot-braun. Der Kopf ist sehr fein und
edel und im Übergang von der Stirn zum Maul konkav geformt. Der
Körperbau ist grazil, lang und schmal. Die Kruppe fällt recht steil
nach hinten ab.
• Die Ziege hat immer längliche Glöckchen. Das besondere
Kennzeichen dieser Rasse, die „Korkenzieher-Hörner“, müssen mit
Innendrehung senkrecht nach oben wachsen. Beim
ausgewachsenen Bock können die Hörner bis zu 60 cm und bei der
Ziege gut 40 cm hoch werden.
• Langhaarziege mit mehr oder weniger langem Fell und kaum
Unterwolle. Am Kopf und Hals ist das Fell kurz und glatt.
Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 60 - 80 80 - 90
Gewicht (kg) 40 - 50 60 - 80
Milchmenge
300-490 Liter Milch in 180 Tagen. Die Milchinhaltsstoffe liegen bei 4,7 %
Inhaltsstoffe Fett und 4,2 % Eiweiß. Im
Leistungen
Fruchtbarkeit Durchschnitt werden zwei Lämmer je Lammung geboren.

Zuchtziel Zuchtziel ist eine anspruchslose, widerstandsfähige Ziege mit akzeptabler


Milchleistung. Auf Grund des geringen Populationsumfanges in Europa
ist das Primärziel der Erhalt der Rasse.

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Kaschmirziege (KAZ)

Der Ursprung der Kaschmirziegen liegt in den ariden Hochgebirgssteppen


Zentralasiens. Vor gut 200 Jahren wurden erste Tiere in Europa eingeführt.
Herkunft und Die meisten Tiere leben heute in der Volksrepublik China und der Mongolei.
Nach 1970 wurden in Australien und Neuseeland große Kaschmirziegen-
Verbreitung Farmen aufgebaut. Im Jahre 1989 zogen die USA nach. In Europa finden sich
Kaschmirziegen hauptsächlich in Schottland. Im Ursprungsgebiet gehören
Kaschmirziegen nicht einer einzelnen Rasse an, sondern bilden eine
Rassegruppe mit dem gemeinsamen Merkmal der feinen Unterwolle.
Klein- bis mittelrahmige, gehörnte Ziege mit hängenden Ohren. Böcke tragen
lange, nach außen drehende Hörner, Ziegen kleine sichelförmige. Das
Beschreibung Haarkleid ist lang-haarig herabhängend mit einer feinen dichten Unterwolle.
Es gibt weiße, graue, schwarze und braune Farbschläge. In Europa gibt es
vorwiegend weiße und einige schwarzbraune Tiere.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 5 0- 60 60 - 70
Gewicht (kg) 30 – 40 50 –60
Kaschmirziegen sind vorwiegend Wolllieferanten, mit einer guten Eignung für
Leistungen die Landschaftspflege. Die zu verarbeitende Unterwolle wird mehrmals pro
Jahr ausgekämmt, gewaschen und versponnen. Die Ziegen sind asaisonal
und weisen geringe Fruchtbarkeit auf.
Als Zuchtziel wird eine robuste und widerstandsfähige, klein- bis mittelrahmige
Zuchtziel Ziege mit guter Wollleistung von ausgeglichener Qualität angestrebt.

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OVAMBOZIEGE (OVZ)

Herkunft und
Die Rasse Ovambo stammt aus Westafrika und ist nur in geringer Stückzahl in
Verbreitung unseren Breiten zu finden.

Die Ovambo-Ziege ist eine mittelrahmige, gehörnte Ziege sowie mit lang
herabhängenden Ohren. Die Hörner sind aufwärts nach außen gedreht oder
liegen sichelförmig am Kopf an. Sie können eine Länge von bis zu 30cm
Beschreibung aufweisen.
Es handelt sich bei der Rasse um anspruchslose, ruhige Ziegen, die den
Fleischziegen zuzuordnen sind.
Das Fell kann einfarbig oder gescheckt in den verschiedensten Farben mit
teilweise längerer Behaarung sein. Es weist im Winter eine feine Unterwolle auf.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 60 -75 70 - 85
Gewicht (kg) 40 - 50 70 - 80
• eine Ablammung pro Jahr,
• durchschnittlich 1,5 geborene Lämmer pro Ablammung,
Leistungen • tägliche Zunahme in den ersten Wochen liegt bei 200g/Tag.

Zuchtziel Im Zuchtziel steht eine robuste, wiederstandsfähige Ziege, die sich durch gute
Zunahmen und beste Fleischqualität auszeichnet.

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Pfauenziege (PFZ)

Über die Herkunft der Pfauenziege ist sehr wenig bekannt. Die ersten
Aufzeichnungen gab es Ende des 19. Jahrhunderts. Selbst die Bedeutung
des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Das Wort Pfauenziege hat nichts
mit dem Vogel Pfau zu tun. Da die Ziege schwarze Flecken und Streifen an
ihren Wangen und Augen hat, nimmt man an, dass diese "Pfaven“ der
Rasse ihren Namen gaben. Die Rasse war Anfang des 20. Jahrhunderts in
Herkunft und Graubünden und im Tessin weit verbreitet. Nachdem sie bei der
Rassenbereinigung für Ziegen in der Schweiz 1938 nicht offiziell anerkannt
Verbreitung wurde, ging ihr Bestand stark zurück. In Deutschland nur vereinzelt
anzutreffen. Auf Initiative der schweizerischen Organisation "Pro Specie
Rara“, die sich für den Erhalt der Vielfalt einheimischer Nutztiere und
Kulturpflanzen einsetzt, schlossen sich die Züchter in einer
Interessengemeinschaft zusammen und bildeten regionale
Zuchtgenossenschaften. Sie konnten die Anerkennung der Rasse
erreichen und den Bestand wieder auf ca. 300 Tiere ausbauen. Verbreitung
Kantone Graubünden und Tessin in der Schweiz.
Großrahmige, eher schwere Ziege mit kurzem bis mittellangem, nicht glattem
Haarkleid. Behornt. Die vordere Körperhälfte ist überwiegend weiß mit
Beschreibung schwarzen Stiefeln. Von den schwarzen Ohrinnenseiten reichen zwei
schwarze Bänder seitlich des Kopfes über die Augen bis zum ebenfalls
schwarzen Maul. Die hintere Körperhälfte ist überwiegend schwarz mit weißen
Oberschenkeln, einem weißen Flankenfleck und weißem Schwanz.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 70 – 80 85 - 95
Gewicht (kg) 50 – 60 75 - 85
Pfauenziegen werden auf Grund ihrer guten Mastfähigkeit als Fleischziegen
im Herdbuch geführt. Für die Fleischleistungsprüfung werden das
Geburtsgewicht sowie das Gewicht am 42. und 100. Lebenstag durch Wiegen
ermittelt und daraus die täglichen Zunahmen bis zum 42. bzw. 100.
Leistungen Lebenstag berechnet. Da die Rasse in ihren Ursprungsgebieten auch als
Milchrasse gehalten wird und um diese Nutzungsrichtung nicht völlig zu
verdrängen, ist die zusätzliche Durchführung der Milchleistungsprüfung
möglich. Die Exterieurbeurteilung der weiblichen Tiere erfolgt für die
Merkmale Typ, Form, Euter und Bemuskelung. Die Exterieurbeurteilung der
männlichen Tiere erfolgt für die Merkmale Typ, Form und Bemuskelung.
Zuchtziel Zuchtziel ist eine großrahmige Ziege mit guter Mastleistung und
rassetypischer Zeichnung.

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Pinzgauer Ziege (PIZ)

Die Pinzgauer Ziege stammt in ihrer Wildform von der Bezoarziege ab, es
handelt sich um eine alteingesessene, am Fundort entstandene Rasse des
Pinzgaus. Die Heimat der Pinzgauer Ziege liegt im Salzburger Land, im
Bereich um den Groß-glockner. Die Ziege wird außerdem im Kärntner Land
Herkunft und sowie auch in Regionen von Niederösterreich und Tirol gehalten.
Der Bestand ging mit der Entwicklung des Tourismus in Österreich Anfang
Verbreitung der 60er bis 80er Jahre drastisch zurück. Der österreichische VEGH
(Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen) ergriff 1988 die Initiative,
suchte die letzten 26 Tiere und koordinierte deren Zucht. Heute ist der
Bestand in Österreich wieder auf über 250 Tiere angewachsen. Es gibt
auch vereinzelte Gruppen in Deutschland.
Die Pinzgauer Ziege ist eine gehörnte, mittelrahmige, besonders robuste,
wider-standsfähige Gebirgsziege. Das Haarkleid ist kurz bis mittellang,
Beschreibung kastanienbraun mit einem schwarzen Aalstrich, schwarzem Bauch und
schwarzen Abzeichen am Kopf. Es treten auch hellere und langhaarige
Typen auf. Die Hörner des Bockes sind säbelförmig und können bis 95 cm
Länge erreichen. Ziegen tragen sichelförmige Hörner bis zu 55 cm Länge.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 70 - 80 80 - 90
Gewicht (kg) 60 - 80 80- 100
Sie wird als Fleischziege und Milchziege genutzt und eignet sich sehr gut in
der Landschaftspflege. Es ist eine frühreife Rasse mit 1 – 2 Lämmer pro
Leistungen Jahr. Die Ablammung geht von Herbst bis ins Frühjahr. Die Milchleistung
liegt bei 500 – 600 kg im Jahr mit hohem Eiweißgehalt. Die Lämmer
erzielen eine tägliche Zunahme von ca.190 bis 210 g/Tag.
Zuchtziel Die Pinzgauer Ziege ist vom Aussterben bedroht. Das Zuchtziel sollte die
Erhaltung dieser ursprünglichen Rasse sein.

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Roveziege (RVZ)

Die Rove Ziege gibt es nachgewiesener Weise seit dem 19. Jahrhundert in
Südfrankreich, genaueres über die Herkunft ist jedoch leider nicht bekannt. Der
Name dieser Rasse ist auf den Namen eines Bergdorfes westlich von
Herkunft und
Marseilles zurückzuführen. 1960 gab es noch ca. 18.000 Tiere.
Verbreitung Danach brach der Bestand stark ein und liegt heute bei ca. 2.000 Ziegen in der
Strauchheide der Provence.Heute ist die Rasse noch in den Regionen
Bouches – du - Rhône und Var in der Provence in Südfrankreich verbreitet.
Die Rove Ziege ist äußerst widerstandsfähig und kann das karge Futter sehr
gut nutzen. Die Farbgebung des Felles ist überwiegend ein rotbraun, es
können aber auch, schwarze, gescheckte, graue und blonde vorkommen,
niemals jedoch gemsfarbig oder weiß. Die Tiere sind gehörnt mit zwei leicht
Beschreibung gedrehten Hörnern, die Länge beträgt bei Böcken bis 90 cm und bei Ziegen bis
30 cm. Hauptsächlich wird die Ziegenmilch zu zahlreichen lokalen Käsesorten
(z.B. Brousse du Rove) verarbeitet.

Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 70 - 80 75 - 90
Gewicht (kg) 50 - 60 80 - 90
Die Milchleistung der Rove - Ziege liegt zwischen 250 kg und 500 kg - je nach
Leistungen Haltung. Die Milch selbst weist einen hohen Fett- und Eiweißgehalt auf.
Zuchtziel ist eine sehr widerstandsfähige Ziege, die sich bei knapper
Zuchtziel Futtergrundlage durch gute Zunahmen auszeichnet. Auf Grund des geringen
Populationsumfanges in Europa ist das Primärziel der Erhalt der Rasse

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Saanenziege (SAZ)

Ursprünglich stammt die Saanenziege aus dem Saanenland und dem


Herkunft und Obersimmental. Jahrzehntelang wurde diese Rasse auf Milchleistung gezüchtet.
Bereits 1890 schlossen sich Züchter zu einer Zuchtgenossenschaft zusammen. Die
Verbreitung Saanenziege galt schon früher als vorzügliche Milchziege und wurde von zahlreichen
Ländern importiert. Auch innerhalb der Schweiz ist die Saanenziege verhältnismäßig
stark verbreitet. Ihr Anteil am Gesamtbestand beträgt 20 %.
Die Saanenziege ist eine großwüchsige und leistungsfähige Milchziege.
• reinweiß, Pigmentflecken nur auf der Haut.
• Kopf edel und leicht, gehörnt und ungehörnt, gut bemuskelte Schultern und
Beschreibung Schenkel; weiche, elastische Haut mit feiner, dichter Behaarung, Haare
kurz, glatt anliegend
• Körper harmonisch, robust, breit und tief; guter Wuchs und ausgesprochene
Geschlechtsmerkmale.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 75- 85 80 - 100
Gewicht (kg) 50- 70 75 - 100
bis zu 750 bis 1.000 kg Milch, 3,0 bis 3,2 % Fett, 2,8 bis 3,0 % Eiweiß, bei
entsprechender Haltung und Fütterung sind bedeutend höhere Einzel-
Leistungen Milchleistungen möglich.
erste Ablammung im Alter bis 15 Monate, ein Ablammung pro Jahr 1,8 bis 2,0
geborene Lämmer pro Jahr
sehr gute Muttereigenschaften und langlebig
Angestrebt wird eine fruchtbare, wider standsfähige und langlebige Ziege mit hoher
Wirtschaftlichkeit. Der Rücken sollte möglichst straff sein, mit breit angelegtem, nicht
zu stark abfallendem Becken. Das Fundament soll trocken und nicht zu fein, die
Zuchtziel Beinstellung korrekt sein.
Gefordert wird ein gleichmäßiges, geräumiges, drüsiges und fest angesetztes Euter,
das weit nach vorne reicht. Die mittellangen, gleichförmigen und klar abgesetzten
Striche sollen sich gut zum hand- und Maschinemelken eignen.

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Tadschikenziege (TAZ)

Die Tadschikenziege stammt ursprünglich aus dem mittelasiatischen


Tadschikistan. Die wenigen heute in Deutschland lebenden Tiere gehen
wahrscheinlich auf eine im Jahre 1971 vom Erfurter Zoopark eingeführte
Zuchtgruppe zurück. Die Tadschiken Ziege stammt ursprünglich aus dem
Herkunft und mittelasiatischen Tadschikistan und gehört zur Gruppe der
Verbreitung Kaschmirziegen. Die Bezeichnung Kaschmirziege umfasst nicht eine
spezielle Rasse, sondern ist vielmehr ein Sammelbegriff für ca. 20
Ziegenrassen, die eine lange, feine Unterwolle besitzen, die sogenannte
Kaschmirwolle. Die Wolle ist deutlich feiner als die dünnste Schafwolle und
gehört zu den feinsten Tierhaaren.

Kleinrahmige, zierliche Rasse mit langem Haar von weißlich-grauer bis


schwarzbraun-melierter Farbe und mittellangen Hängeohren. Rein
schwarze Tiere kommen ebenfalls vor. Tadschikische Ziegen gehören zum
Beschreibung Kreis der Kaschmirrassen. Die starken Hörner der männlichen Tiere sind
korkenzieherartig nach außen gedreht, während die sichelförmig nach
hinten gebogenen Hörner der weiblichen Tiere nur kurz sind. Böcke sind
überproportional größer als weibliche Tiere.
Ziegen Böcke
Maße und Gewichte Widerristhöhe (cm) 55 - 65 75 - 85
Gewicht (kg) 35 - 45 55 - 65
Tadschikische Ziegen werden als Fleischziegen im Herdbuch geführt. Für
die Fleischleistungsprüfung werden das Geburtsgewicht sowie das Gewicht
am 42. und 100. Lebenstag durch Wiegen ermittelt und daraus die
täglichen Zunahmen bis zum 42. bzw. 100. Lebenstag berechnet.
Da die Rasse in ihren Ursprungsgebieten auch als Woll- und Haarlieferant
Leistungen gehalten wird und um diese Nutzungsrichtung nicht völlig zu verdrängen,
sollte bei der Selektion neben den ausreichenden Zunahmen auch auf ein
ausgeglichenes Haarkleid von guter Qualität geachtet werden.
Die Exterieurbeurteilung der männlichen und weiblichen Tiere erfolgt für die
Merkmale Typ, Form und Bemuskelung.
Zuchtziel ist eine kleinrahmige, robuste und widerstandsfähige Ziege, die
bei extensiver Haltung ansprechende Schlachtkörper liefert.
Zuchtziel Auf Grund des geringen Populationsumfanges in Europa ist das Primärziel
der Erhalt der Rasse.

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Haus der Land- und Ernährungswirtschaft, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin,
Tel. 030 319 04-542, Fax 319 04 – 549
E-Mail: s.voell@bauenverband.net www.ziegen-sind-toll.de

Tauernschschecke (TAS)

Die Tauernscheckenziege ist eine Gebirgsziegenrasse, sie wurde ursprünglich


in den Tälern und Almen der Hohen Tauern rund um den Großglockner, den
höchsten Berg Österreichs, gehalten. Der erste bekannte Züchter hatte Anfang
Herkunft und des 20. Jh. auf der Rauriser Rohrmoosalm eine Herde mit ca. 100 Tieren. Durch
Mischung mit Restbeständen aus Ost-Tirol wurde der eigene Bestand ergänzt.
Verbreitung Lange waren nur wenige Halter in der Zucht aktiv. Erst in den 90er Jahren des
20. Jh. - unterstützt durch die Gründung des Salzburger Zuchtverbandes - stieg
die Zahl der Tauernschecken-Züchter an. Auch in den angrenzenden
Nachbarländern wie Deutschland hielten die Tauernschecken somit Einzug.
Insgesamt registrierte der Zuchtverband 250 Tiere dieser Rasse.
Diese Ziegen fallen durch ihr stark schwarz-braun-weiß geflecktes Fell (auch
schwarz-weiss kommt vor) auf. Es ist kurz und ohne Behang. Eine
durchgehende Blässe am Kopf (wobei die Ohren und Augen deutlich pigmentiert
sind) ist ebenso charakteristisch wie die schwarze, manchmal gescheckte
Beschreibung Beinfarbe. Sowohl die Ziege als auch der Bock sind gehörnt. Die
Tauernschecken sind eine vitale, langlebige und trittsichere Gebirgsziegenrasse.
Sie haben gut ausgebildete Euter, so das sie eine ansprechende Milchleistung
liefern. Bei natürlicher Haltung sind sie sehr fruchtbar und besitzen ausgeprägte
Muttereigenschaften.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 70 – 80 75 - 90
Gewicht (kg) 50 – 70 60 –85
Die Tauernscheckenziege ist robust und genügsam. Sie ist sehr fruchtbar, d.h.,
Leistungen in der Regel werden Zwillinge geboren. Eine Ziege liefert ca.500kg Mich /
240Tage.
Erhaltung dieser sehr ansprechenden Ziegenrasse in ihrem Bestand. Daneben
sollten die Vitalität sowie die Milch- und Fleischleistung der
Zuchtziel Tauernscheckenziege verbessert werden, bei Sicherung trockener und guter
Fundamente für Trittsicherheit im Gebirge. Die Größe und Form der Blässe sind
nicht zuchtausschließend.

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Westafrikanische Zwergziege (WAZ)

Die Westafrikanische Zwergziege ist ursprünglich in den feuchten


Herkunft und Regionen West- Afrikas beheimatet, findet aber auch weite Verbreitung in
Verbreitung Asien, Amerika und Europa. In Deutschland ist sie vorwiegend in
Tierparks oder Zoos sowie in der Hobbyhaltung anzutreffen.
Die Westafrikanische Zwergziege ist eine kleine Ziege mit gedrungenem
Rumpf, kurzen Beinen, kurzem, breiten Kopf, aufrecht stehenden Ohren,
Beschreibung
gehörnt. Sie ist kurzhaarig, meist gescheckt. Sämtliche Farbvarianten,
auch einfarbige Tiere sind für die Zucht zugelassen.

Maße und Gewichte Ziegen Böcke


Widerristhöhe (cm) 40 - 45 50
Gewicht (kg) 20 - 25 30 –35
In den Ursprungsländern wird sie zur Fleischproduktion gehalten, die
Milchleistung ist gering und reicht für die Lämmeraufzucht. Die Lämmer
sind schnellwüchsig und haben eine gute Bemuskelung. Die täglichen
Leistungen
Zunahmen liegen je nach Geschlecht zwischen 80 – 110 g/Tag. Die
Fruchtbarkeit ist sehr hoch, der Fortpflanzungszyklus ist asaisonal. Sie ist
zur Landschaftspflege geeignet.
Zuchtziel Als Zuchtziel wird die Erhaltung dieser Rasse angestrebt

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Mitgliedsverbände des Bundesverbands Deutscher Ziegenzüchter e. V.

Baden-Württemberg
Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg e. V.
Heinrich-Baumann-Str. 1-3, 70190 Stuttgart
Tel.: 0711 1665502 Fax: 0711 1665583
E-Mail: zzv@ziegen-bw.de
Homepage: www.ziegen-bw.de

Bayern
Landesverband Bayerischer Ziegenzüchter e. V.
Haydnstr. 11, 80336 München
Tel.: 089 537856 Fax: 089 537856
E-Mail: ziegen.bayern@t-online.de
Homepage: www.ziegenzucht-bayern.de

Berlin-Brandenburg
Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg e. V.
Neue Chaussee 6, 14550 Groß-Kreutz
Tel.: 033207 32573 Fax: 033207 54169
E-Mail: info@szvbb.de
Homepage: www.schafzuchtverband-berlin-brandenburg.de

Hessen
Hessischer Ziegenzuchtverband e. V.
Am Haingraben 16, 35305 Grünberg-Queckborn
Tel.: 06401 5261 Fax: 06401 227686
E-Mail: info@ziegenzucht.de

Mecklenburg-Vorpommern
Landesschaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Zarchliner Strasse 7, 19395 Karow
Tel.: 038738 73071 Fax: 038738 73050
E-Mail: schafzucht@rinderzucht-mv.de
Homepage: www.schafzucht-mv.de

Niedersachsen
Landesverband Niedersächsischer
Ziegenzüchter e. V.
Mars-la-Tour-Str. 6, 26121 Oldenburg
Tel.: 0441 801-639 Fax: 0441 801-634
E-Mail: info@ziegenzucht-nds.de
Homepage: www.ziegenzucht-nds.de

Nordrhein-Westfalen
Landesverband Rheinischer Ziegenzüchter e. V.
Halfenslennefe 1, 51491 Overath
Tel.: 02204 72425 Fax: 02204 72425
E-Mail: lrz-rheinland@gmx.de
Homepage: www.ziegenzucht-rheinland.de

Landesverband der Ziegenzüchter für Westfalen-Lippe e. V.


Nevinghoff 40, 48147 Münster
Tel.: 0251 23768-64 Fax: 0251 23768-69
E-Mail: Ingrid.Simon@lwk.nrw.de

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Rheinland-Pfalz
Landesverband der Ziegenzüchter Rheinland-Pfalz e. V.
Bahnhofplatz 9, 56068 Koblenz
Tel.: 0261 91593-231 Fax: 0261 91593-233
E-Mail: rainer.wulff@lwk-rlp.de
Homepage: ww.ziegenzucht-rlp.de

Saarland
Landesverband der Schaf- und Ziegenhalter im Saarland e. V.
Dillinger Str. 67, 66822 Lebach
Tel.: 06881 928-201 Fax: 06881 928-100
E-Mail: anton.schmitt@lwk-saarland.de

Sachsen
Sächsischer Schaf- und Ziegenzuchtverband e. V.
Ostende 5, 04288 Leipzig
Tel.: 034297 9196-51 / -52 Fax: 034297 919665
E-Mail: sszv_leipzig@sszv.de
Homepage: www.sszv.de

Schleswig-Holstein
Landesverband Schleswig-Holsteinischer
Ziegenzüchter e. V.
Steenbeker Weg 151, 24106 Kiel
Tel.: 0431 332608 Fax: 0431 35007
E-Mail: info@schafzucht-kiel.de
Homepage: www.schafzucht-kiel.de

Thüringen
Landesverband Thüringer Ziegenzüchter e. V.
Am Johannishof 3, 99085 Erfurt
Tel.: 0361 749807-13 Fax: 0361 749807-18
E-Mail: lv@thueringer-ziegen.de
Homepage: www.thueringer-ziegen.de

Verbandsorgan des BDZ

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