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Zu der folgenden Bildgeschichte wurden von Schüler/innen der 1C-Klasse bei Schul-

arbeiten einige sehr gute Deutsch-Aufsätze geschrieben, die wir auf den folgenden
Seiten präsentieren.

Die Auswahl erfolgte durch Herrn Prof. Dorninger


Rache ist süß!

An einem heißen Augusttag gossen mein Herrchen und Max den Garten. Ich war
natürlich auch dabei.

Während die beiden Frauchens Blumenbeete bewässerten, sah ich einen


Schmetterling. "So ein schönes Tier!", dachte ich mir. „Ich habe eine Idee“, hörte ich
da Max flüstern, „wir spritzen unseren Willi nass!“ „Nur so ein bisschen Wasser wird
mich nicht stören“, meinte ich und im selben Moment vergossen diese Rabauken
auch schon Mengen von Wasser über mich. Wie erwartet war es auch nicht so
schlimm für mich. Leider aber flog der majestätische Schmetterling, den ich zuvor
beobachtet hatte, weg. Dies bemerkte ich allerdings erst, als die beiden
Dummköpfe mit der überraschenden Dusche fertig waren. Als ob das nicht schon
schlimm genug wäre, lachten sie mich auch noch aus: „ Ha, ha, ha, dem haben
wir`s gezeigt!“ „Diese Fieslinge, denen werde ich`s zeigen!“, dachte ich aufgebracht.

Nachdem sich beide Lästwanzen wieder dem Blumenbeet zugewandt hatten,


schlich ich mich an. „Die werden Augen machen, diese Hohlköpfe, denken wohl, sie
wären die einzigen, die spritzen können, aber da haben sie sich getäuscht!“, dachte
ich dabei. „Der ist ziemlich nass geworden“, hörte ich mein Herrchen schadenfroh
flüstern. „Warte ab, du Dummkopf, ich werd’s dir noch zeigen“, hörte ich meine
innere Stimme sagen. Nun stand ich hinter den beiden und direkt vor dem
Gartenschlauch. „Lassen wir die Show beginnen!“, beschloss ich und biss erst leicht in
den Schlauch und dann immer fester und fester. Als ich losließ, sprühte eine
Wasserfontäne aus dem Ding und machte die beiden „Hobbygärtner“ richtig nass.
„Was ist das?“, fragte Max verzweifelt. „Wer war das?“ „Ich, du Fratz!“, dachte ich
mir vergnügt.

Es spritzte noch lange aus dem Schlauch und die beiden Hohlköpfe wurden ganz
schön durchnässt. Dieser Anblick entschädigte mich für den Schmetterling, den ich
dank ihnen nicht weiter beobachten konnte. „Dieser Streich ist mir ohne Zweifel
gelungen!“, freute ich mich tierisch. Tja, Rache ist eben süß!

(Alexandra Wagner)
Eine eiskalte Dusche

Es war ein heißer Tag am Samstag, als Herr Kaiser und sein Sohn Max im Wohnzimmer
saßen und in die Luft schauten.
„ Die Blumen draußen müssten gegossen werden, ihr könnt euch ruhig mal nützlich
machen!“, rief die Mutter etwas ungeduldig. „ Na gut! Komm, Max“, sagte der Vater.
Die zwei gingen also in den Garten. Dackel Willi kam natürlich auch mit. Der Vater
goss etwas widerwillig die Blumen und Max schaute zu. „Papa, ich glaube Willi
braucht auch wieder mal eine Dusche“, flüsterte Max. Vater Kaiser nickte
zustimmend. Willi spielte gerade mit einem Schmetterling, als ihm plötzlich ein
eiskalter Strahl auf den Rücken prasselte. Dem Dackel gefiel das ganz und gar nicht.
Er schüttelte sich, dass das Wasser nur so spritzte. Max und sein Vater krümmten sich
vor Lachen. Doch Vorsicht! Alles kommt einmal zurück.
Nachdem sie nach einigen Minuten endlich aufgehört hatten zu lachen, ging es
wieder an die Arbeit. Willi überlegte sich inzwischen, wie er es den beiden
heimzahlen könnte. „ Du, Papa“, fragte Max. „Glaubst du, dass Willi jetzt traurig oder
sauer auf uns ist?“ „Ach Quatsch! Hunde haben doch keine Gefühle! Kein Tier hat
das“, sagte der Vater, „da brauchst du keine Gewissensbisse zu haben!“ Wenn die
gewusst hätten, was Willi inzwischen ausheckte, hätten sie es nicht so leicht
genommen. Leise und mit fest entschlossenem Blick schlich sich der Dackel an. Er
dachte sich: „ Na wartet, euch werd´ ich´s zeigen!“ Der schlaue Willi biss mit seinen
spitzen Zähnen ein paar Mal in den Gartenschlauch. Das Loch war gleich hinter Max
und seinem Vater. Aus diesem schoss jetzt eine Wasserfontäne heraus und
durchnässte die zwei bis auf die Unterhosen. Und Willi? Der bellte vergnügt!
Etwas kleinlaut sagte Max: „ Das war die Rache!“ Und sein Vater seufzte: „Tja, Hunde
sind eben unberechenbar.“ Beide entschuldigten sich bei Willi und gingen dann
etwas nachdenklich zurück ins Haus.

(Nadja Nigl)
Ein nasses Erlebnis

„Herrlicher Tag heute!“, sagte mein Besitzer und streckte sich dabei behaglich. Er und
sein ältester Sohn, Otto, gingen in den großen Garten und wollten die prächtigen
Blumen mit dem Schlauch gießen. Ich saß währenddessen auf der Wiese und
beobachtete einen wundervollen Schmetterling.

Einige Zeit ging das noch so, doch da bemerkte Papa Kaiser mich. Ich hatte mich
angeschlichen, denn ich durfte nicht in den Blumengarten. „Jetzt wird es was auf die
Nuss geben!“, befürchtete ich, aber schon spritzte er mich mit dem kalten Wasser an.
Dabei erschrak ich fürchterlich. Sehr gerne hätte ich den beiden den Hintern
versohlt, denn sie schüttelten sich nur so vor Lachen. „Willi, du alter Kerl, das hat doch
Spaß gemacht?“, fragte mich Otto – obwohl ich erst vier Jahre alt war. „Oder etwa
nicht?“ Zornig schüttelte ich das Wasser ab und schlich ins Haus, wo ich mich gut
abtrocknete. Nach wenigen Minuten kam ich zurück. Meine Wut über die beiden
war aber keineswegs verschwunden. „Jetzt werde ich es euch heimzahlen!“, dachte
ich mir. Von einer Sekunde zur anderen hatte ich einen Plan. Diesmal schlich ich
mich, ohne auch nur einen Ton von mir zu geben, zum Schlauch und biss hinein.
Rückwärts, aber trotzdem schnell hüpfte ich zur Seite, denn ich wollte natürlich nicht
nass werden. Das eiskalte Wasser spritzt nur so heraus – aber auf die beiden! Ich
lachte still in mich hinein. Die zwei Kaisers aber schrien verzweifelt: „Ahh, hilft uns
denn keiner!“

Nach ein paar Minuten drehte ich gnädig das Wasser ab und lief zufrieden ins Haus.
Otto und Papa Kaiser kamen wenig später auch herein, natürlich pitsch-patschnass.
Nachdem sich die beiden getrocknet hatten, stellte ich mich vor ihre Füße und
erwartete eine Entschuldigung. „Ach, du dummer Köter!“, schimpfte aber der Sohn
mit mir. Enttäuscht trottete ich zum Sofa. „Willi, ist nicht so schlimm, es war auch
unsere Schuld!“, tröstete mich da mein geliebtes Herrchen. „Tut mir wirklich leid!“ Und
ich hoffte, sie würden so etwas nie wieder machen!

(Roja Rezaie)
Dackel lachen zuletzt!

An einem schönen Sommerabend, der Tag war sehr heiß gewesen, gossen Max und
sein Vater Axel Kaiser ihre Gartenpflanzen. Ich, der Hund in der Familie, saß daneben
und beobachtete einen Schmetterling.

Schon längere Zeit hörte ich, Dackel Willi, die beiden geheimnisvoll flüstern. Der
Vater sagte: „Unser kleiner Strolch“, womit er mich meinte, „hat letzte Woche schon
wieder aus der Küche geklaut!“ Und Max ergänzte: „Dafür bekommt er nun seine
gerechte Strafe!“ Mir schwante nichts Gutes.

Noch ehe ich mich aus dem Staub machen konnte, spürte ich einen kalten
Wasserschwall: Meine Herrchen hatten mich mit dem Gartenschlauch, mit dem sie
vorher Blumen gegossen hatten, von oben bis unten nass gespritzt! Dann brachen sie
in schadenfrohes Gelächter aus. Ich fing an zu bellen, aber daraufhin lachten sie
noch lauter als zuvor. Papa brüllte: „Jetzt bellt er auch noch, dieser Gauner!“ Und
der Sohn schrie: „Das hat er verdient!“ Sie lachten noch eine Weile, wendeten sich
dann aber wieder den Pflanzen zu. Ich, der als der gerissene Kaiser-Hund bekannt
war, ließ mir das nicht gefallen. Ich dachte: „ Die kommen mir nicht ungestraft
davon!“ Als die beiden mich gerade nicht beachteten, schlich ich mich von hinten
an und biss, so schnell es ging, in den Schlauch. Ich sagte mir erwartungsvoll:
„Gleich wisst ihr, wie ich mich fühle! Im selben Augenblick schoss das Wasser nur so
aus dem Loch, das ich gebissen hatte. Jetzt hörte ich kein Gelächter mehr, sondern
Schreie. „Dieser hinterlistige Hund!“, brüllte Max. Auch Axel schrie aus Leibeskräften:
„Du dummer Dackel!“ Ich jedoch sah ihnen zu und lachte sie mit lautem Gebell aus.

Von diesem Tag an galt ich als der Gerissene, Schlaue und der, dem man nie etwas
heimzahlen sollte. Dackeln wie mir sollte man eben niemals etwas übel nehmen!

(Julia Rimnac)