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II

Vorwort fassung verschiedener Bratschisten des det sich beim Rondothema Artikulation,
frühen 19. Jahrhunderts entsprach, ganz im Gegenteil zur Solo-Viola. Mög-
nicht jedoch den Intentionen Hoffmeis- licherweise war also schon in den ver-
ters, wie er sie in seiner Komposition schollenen Stimmen, die als Vorlage für
Franz Anton Hoffmeisters (1754–1812) niederlegte. den in Dresden erhaltenen Stimmensatz
Konzert für Viola und Orchester in Zum ersten Problemfeld: Der Stim- dienten, die Solostimme von einem
D-dur, längst eines der Standardwerke mensatz besteht heute aus zwölf Einzel- Praktiker eingerichtet worden, ohne
dieser Gattung, ist nur in einer einzigen stimmen, von denen Kopist 1 neben der Abstimmung in den Orchesterstimmen.
zeitgenössischen Quelle überliefert. Zu Viola principale-Stimme die Basso- und Zum zweiten Problem – der Verderbt-
den Beständen der Sächsischen Landes- Bläserstimmen (Ob I, Ob II, Cor I und heit der Solostimme: Wie die zahlreichen
bibliothek · Staats- und Universitätsbib- Cor II) schrieb, Kopist 2 die übrigen Ergänzungen und Änderungen (Tilgun-
liothek Dresden zählt ein handschrift- Streicherstimmen (Vl I, Vl II und Vla) gen, Rasuren) in der Viola principale-
licher Orchester-Stimmensatz des Kon- und Kopist 3 zusätzliche Ripieno-Stim- Stimme und einige wenige Korrekturen
zertes (Signatur Mus. 3944-O-5), der men (Vl I, Vl II und Bs), die nur in den in den Orchesterstimmen belegen, wur-
auf dem Umschlag den Titel Concerto Tutti-Abschnitten spielen. Letztere de der Dresdener Stimmensatz für Auf-
ex Dk [!] a Viola Principale. Due Violini. bringen allerdings als Mittelsatz nicht führungen des Werks genutzt. Mehrere
Due Oboi. Due Corni in D. Viola et Bas- das Adagio, sondern die unvollständige Bratschisten – neben Joseph Schubert
so. del Signor Hoffmeister trägt. Dieser Begleitung zu einem völlig anderen könnten es drei weitere gewesen sein –
von drei Kopisten angefertigte Stim- Stück, einem Siciliano in G-dur. Ver- richteten sich die Solostimme nach ihren
mensatz war einst im Besitz von Joseph mutlich wurden diese drei Stimmen spä- Vorstellungen ein. Während einige Er-
Schubert, Komponist und Bratschist an ter dem Stimmensatz hinzugefügt. Die gänzungen in Bleistift und Rötel leicht
der Dresdner Hofkapelle, von dessen Papieranalyse liefert dafür ein weiteres als solche Manipulationen zu erkennen
Hand eine Kadenz zum 1. Satz dem Indiz: Diese Stimmen wurden, wie u. a. sind, ist dies bei den zahlreichen Eintra-
Material beigefügt ist. Über den Quel- das Wasserzeichen belegt, auf anderem gungen in Tinte umso schwieriger, da
lenfundus der Hofkapelle und die Kö- Papier als die von Kopist 1 und 2 ge- leider die Tintenfarbe derjenigen des
nigliche Privat-Musikaliensammlung schriebenen Stimmen notiert. Man kann Kopisten sehr ähnelt. Hier hilft nur die
gelangte die Abschrift 1896 in die Be- nur vermuten, dass vielleicht das Ada- Analyse der besonderen Notationsge-
stände der damaligen Königlichen Öf- gio bei bestimmten Anlässen als zu wohnheiten der jeweiligen Schreiber-
fentlichen Bibliothek Dresden. schwergewichtig empfunden und daher hand weiter. Besonders schwierig gestal-
Leider lässt sich heute weder feststel- durch das Siciliano ausgetauscht wurde. tet sich natürlich die Rekonstruktion
len, wann genau diese Abschrift ange- Da es sich hier um einen schwerwiegen- von Auskratzungen im Text. Da diese je-
fertigt wurde, noch wann Hoffmeister den Eingriff in das Werk handelt, der doch häufig nicht sorgfältig und damit
das Konzert komponierte. Dies muss vor wohl kaum von Hoffmeister autorisiert nicht vollständig vorgenommen wurden,
1799 geschehen sein, denn in diesem war, können die Ripieno-Stimmen bei ist die ältere, ursprüngliche Textschicht
Jahr erscheint das Werk – als „geschrie- einer Urtext-Edition der Komposition meist gut wiederherstellbar.
ben“, nicht gedruckt, erhältlich – im nicht berücksichtigt werden. In der vorliegenden Edition der Solo-
Verzeichnis der Kunst- und Musikalien- Auch der Zustand der übrigen Stim- stimme des Konzerts wird nun zum ers-
handlung des Johann Traeg in Wien. Ein men (Kopisten 1 und 2) liefert jedoch ten Mal die ursprünglich vom Kopisten
Druck lässt sich zu Hoffmeisters Lebzei- Indizien, dass sie nicht unmittelbar von notierte, älteste Textschicht der Quelle
ten nicht nachweisen, die Erstausgabe einem Autograph abgeschrieben wur- so vollständig wie möglich rekonstru-
als Klavierauszug erschien erst 1941 bei den, sondern vermutlich selbst wiede- iert. Sämtliche späteren Eingriffe ande-
Paul Günther in Leipzig. rum auf einer bereits mehr oder weniger rer Hände sind eliminiert. Damit wird
Für eine Edition des Werkes sind die schlechten Stimmenabschrift basieren. ein Notentext präsentiert, der den Inten-
Voraussetzungen denkbar ungünstig Wie sonst ließen sich z. B. die zwischen tionen des Komponisten Hoffmeister so
und im Wesentlichen von zwei Grund- Solo-Viola und Orchester harmonisch nahe kommt, wie es bei der gegebenen
problemen geprägt: Zum einen wissen unvereinbaren Takte 78 und 79 des Quellenlage heute noch möglich ist.
wir nicht, wie gut die Abschrift den Text 1. Satzes erklären? So wie in der Quelle Nicht immer kann dabei eine zweifels-
des verschollenen Autographs wieder- notiert, kann diese Stelle kaum im Au- frei korrekte Lesart wiedergegeben wer-
gibt – einige Stellen lassen vermuten, tograph gestanden haben. Hinzu kom- den. Wo Textfragen ganz besonders
dass sie es sehr schlecht tut –, zum an- men zahlreiche offensichtliche Schreib- offen bleiben, wird dies im Notentext
deren wurde die Viola principale-Stim- fehler, aber im Besonderen das Fehlen durch eckige Klammern um die entspre-
me später in der Quelle mehrfach über- von Artikulation und Dynamik in den chenden Zeichen kenntlich gemacht.
arbeitet und stellt heute einen Text dar, Orchesterstimmen im Vergleich zur So- Nach Auffassung der Herausgeber not-
der hinsichtlich Artikulation und Dyna- lostimme. Man betrachte nur das Ron- wendige Zeichenergänzungen sind in
mik wohl der interpretatorischen Auf- do: An keiner Stelle in der 1. Violine fin- runden Klammern gesetzt.
III

Die Rekonstruktion des ursprüng- beispiel 2). Neben der Rücknahme die- lung in der Sächsischen Landesbiblio-
lichen Textes bringt einige erstaunliche ser offensichtlichen, den Charakter der thek · Staats- und Universitätsbiblio-
Lesarten zutage. Man vergleiche nur das Komposition nachhaltig prägenden Än- thek Dresden, die bei mehreren Besu-
Rondothema in seiner vollständig be- derungen wurden vor allem umfangrei- chen unsere Arbeit freundlich unter-
zeichneten, rekonstruierten Form in den che Artikulationsangaben in den solis- stützten. Herrn Dr. Martin Geck und
Takten 36 ff. mit der heute in der Quelle tischen Passagen eliminiert, die Ergeb- Frau Dr. Ortrun Landmann sei für die
notierten Lesart, die Ergebnis mehrerer nis nachträglicher Einrichtung waren. hilfreichen Hinweise zur Provenienz be-
Eingriffe von verschiedenen Händen ist „Hoffmeisters Text“ bietet dem Solisten sonders gedankt.
(siehe Notenbeispiel 1). Ähnliches gilt in dieser Hinsicht viel größere Freiheiten
für die Takte 53 ff. des Rondo, die in der der musikalischen Ausgestaltung als
Quelle zu einer nicht zur Artikulation bisher vermutet.
der Orchesterinstrumente passenden Der besondere Dank der Herausgeber München und Köln, Winter 2002/2003
Lesart geändert wurden (siehe Noten- gilt den Mitarbeitern der Musikabtei- Norbert Gertsch · Julia Ronge

Beispiel / Example / Exemple 1

Beispiel / Example / Exemple 2


IV

Preface players than to the intentions Hoffmeis- a solo part marked up by a performing
ter set down in his score. musician who did not bother to coordi-
Turning to the first problem, the nate it with the orchestral material.
source consists today of twelve separate Now let us turn to the second prob-
instrumental parts of which the solo vi- lem, the corruption of the solo part. As
The Concerto in D major for viola and ola, bass and winds (ob 1, ob 2, hn 1 can be seen in the many additions and
orchestra by Franz Anton Hoffmeister and hn 2) were written out by Copyist I, alterations (deletions and erasures) in
(1754–1812) has long been a standard the remaining strings (vn 1, vn 2 and the solo viola and a few corrections in
work in its genre. It comes down to us in va) by Copyist II, and additional ripieno the orchestral material, the Dresden
a single contemporary source, a hand- parts for the tutti sections (vn 1, vn 2 manuscript was used for performance
written set of orchestral parts preserved and bs) by Copyist III. The latter, how- purposes. Several viola players, perhaps
in the Sächsische Landesbibliothek · ever, rather than offering Hoffmeister’s as many as three in addition to Joseph
Staats- und Universitätsbibliothek Adagio as the middle movement, Schubert, marked up the solo part as
Dresden (Mus. 3944-O-5) with the fol- present an incomplete accompaniment they saw fit. Though some of these ma-
lowing title on the dustcover: Concerto to an entirely different piece, a G-major nipulations are easily recognized, hav-
ex Dk [sic] a Viola Principale. Due Siciliano. Presumably these three parts ing been entered in pencil or red cray-
Violini. Due Oboi. Due Corni in D. Viola were added to the set at a later date. An on, this is not the case with the many
et Basso. del Signor Hoffmeister. The analysis of the paper gives us yet anoth- changes made in ink, particularly as the
parts, prepared by three copyists, were er clue: as we can see from the water- ink is unfortunately very similar in color
formerly among the possessions of mark, among other things, the ripieno to that used by the copyist. In this case,
Joseph Schubert, a composer and violist parts were written out on a different sort only an analysis of the notational idio-
in the Dresden court orchestra, who also of paper from that used by Copyists I syncracies of the scribe’s handwriting
added a cadenza in his own hand for the and II. We can only surmise that on cer- can offer us assistance. As might be ex-
first movement. The parts entered what tain occasions the Adagio proved too pected, the erasures pose special diffi-
was then the Dresden Royal Public Li- weighty and was therefore replaced with culties all their own, but since they are
brary by way of the court orchestra’s the Siciliano. Since this represents a se- often careless and thus incomplete we
manuscript holdings and the Private vere intervention in the work’s composi- usually have little difficulty in recon-
Royal Music Collection. tional fabric and can hardly have borne structing the earlier original layer of
Unfortunately, we have no way of Hoffmeister’s authorial sanction, we text.
knowing today exactly when this copy have ignored the ripieno parts for the Our edition of Hoffmeister’s concerto
was made, nor even when Hoffmeister purposes of our urtext edition. is the first to offer as complete a recon-
composed the concerto. This must have Moreover, the state of the other parts struction as possible of the solo part
happened prior to 1799, the year in (by Copyists I and II) likewise provides originally as written out by the copyist.
which the work appeared in the cata- evidence that they were not written out All later interventions by other parties
logue of Johann Traeg’s art and music directly from an autograph score but have been expunged. We thus present a
shop in Vienna as being available “in were presumably drawn in turn from a musical text that comes as close to the
writing” (i. e. not in print). No print is more or less substandard set of copied composer’s intentions as the present
known to have appeared during Hoff- parts. How else, for example, can we ex- state of the sources will allow. It has not
meister’s lifetime, and the first edition, plain bars 78 and 79 in the first move- always proved possible to reproduce un-
a piano reduction, did not appear until ment, where the solo viola and the or- impeachably correct readings. For espe-
1941, when it was published by Paul chestra are harmonically incompatible? cially nagging unanswered questions re-
Günther in Leipzig. This passage is hardly likely to have ap- garding the text we have used square
The circumstances for a modern edi- peared in the autograph as it exists in brackets to enclose the signs in question.
tion of Hoffmeister’s work are as inaus- the source. Other shortcomings include Additional signs deemed necessary by
picious as can be. There are, in essence, a large number of obvious scribal errors the editor are enclosed in parentheses.
two basic problems. First, we do not and especially the relative absence of ar- Our reconstruction of the original text
know how accurately the copy reflects ticulation and dynamics in the orches- has unearthed a number of astonishing
the text of the lost autograph score; in- tral parts compared to the solo viola. readings. One need only compare the
deed, some passages suggest that it is Here we need only consider the Rondo: fully marked reconstruction of the ron-
highly inaccurate. Second, the solo viola nowhere does the first violin part supply do theme in bars 36 ff. with the reading
part was reworked several times in the articulation for the principal theme, notated today in the source, the product
source and now presents a text which, in whereas the solo viola does just the op- of several interventions in various hands
articulation and dynamics, is more be- posite. In other words, the lost set of (see music example 1 on p. III). Much
holden to the performance philosophy of parts that served as a model for the Dres- the same applies to bars 53 ff. of the
various early nineteenth-century viola den manuscript may well have contained Rondo, which were changed in the source
V

to a reading that clashes with the articu- trois copistes, étaient autrefois en pos- et le copiste 3 toutes les parties du ri-
lation in the orchestral parts (see music session de Joseph Schubert, compositeur pieno (vl I, vl II et bass), celles jouées
example 2 on p. III). Besides reversing et altiste de la Chapelle de la Cour de seulement dans les tutti. Ces dernières
these obvious changes, which have left Dresde; une cadence est rajoutée de sa ne renferment cependant pas l’Adagio
a lasting mark on the work’s character, main au 1er mouvement. Cette copie a comme mouvement central mais l’ac-
we have also eliminated a large number transité par le fonds des sources de la compagnement incomplet d’un tout
of articulation signs in the solo passages Hofkapelle et par la Königliche Privat- autre morceau, un Siciliano en Sol ma-
that represent ex post facto performance Musikaliensammlung, pour rejoindre jeur. Ces trois parties ont été probable-
markings. The “Hoffmeister text” offers finalement en 1896 la Königliche Öf- ment jointes ultérieurement au jeu de
a great deal more interpretative leeway fentliche Bibliothek de Dresde, l’actuelle parties. L’analyse du papier fournit à cet
in this respect than previously suspect- Sächsische Landesbibliothek. égard un autre indice: ces parties ont été
ed. Il n’est malheureusement plus possi- en effet, comme le prouve entres autres
The editors wish to extend their spe- ble aujourd’hui de déterminer de quand le filigrane, notées sur un papier diffé-
cial thanks to the librarians of the music date exactement ladite copie ni l’époque rent de celui des parties des copistes 1
section of the Sächsische Landesbiblio- à laquelle Hoffmeister a composé son et 2. On peut seulement émettre l’hypo-
thek · Staats- und Universitätsbiblio- concerto. Il l’a nécessairement écrit thèse selon laquelle l’Adagio, considéré
thek Dresden, for giving them such avant 1799 puisque c’est cette même comme par trop pesant pour certaines
friendly support during their several année que l’œuvre est mentionnée – occasions, aurait été ainsi remplacé par
visits. Especially deserving of our mise en vente sous forme «écrite» et non le Siciliano. Comme il s’agit là d’une
thanks are Dr. Martin Geck and imprimée – dans le catalogue du mar- transformation décisive de l’œuvre, cer-
Dr. Ortrun Landmann for providing chand viennois de musique et d’art Jo- tes non autorisée par Hoffmeister, l’édi-
useful information on the source’s hann Traeg. On ne trouve du vivant de tion Urtext ne peut pas retenir les par-
provenance. Hoffmeister aucune trace d’édition du ties du ripieno.
concerto et il faut attendre 1941 pour De même, l’état des autres parties
Munich and Cologne, winter 2002/2003 que soit publiée la première édition, (copistes 1 et 2) révèle qu’elles n’ont
Norbert Gertsch · Julia Ronge sous forme de réduction pour piano, pas été copiées directement à partir de
chez Paul Günther, à Leipzig. l’autographe mais qu’elles se basent sur
Les conditions réunies pour la pré- une copie de plus ou moins mauvaise
sente édition sont on ne peut plus défa- qualité des parties. Comment serait-il
vorables. Elles présentent en effet, pour possible autrement d’expliquer par
l’essentiel, deux problèmes majeurs: on exemple les mesures 78 et 79 du 1er
ignore d’une part le degré de fidélité de mouvement, où l’alto solo et l’orchestre
la copie par rapport au texte de l’auto- présentent une incompatibilité sur le
graphe disparu – certains passages font plan harmonique? Tel que noté dans
supposer que la qualité de ladite copie la source, ce passage ne peut guère cor-
est très mauvaise –, et d’autre part, la respondre à l’autographe. Lesdites co-
Préface partie d’alto solo a fait l’objet après pies renferment en outre de nombreuses
coup dans la source de plusieurs révi- fautes, évidentes, mais il manque aussi
sions et offre aujourd’hui un texte qui, dans les parties d’orchestre, par rapport
en ce qui concerne la dynamique et à la partie solo, l’accentuation ryth-
Le concerto pour alto et orchestre en l’accentuation rythmique, correspond mique et les indications dynamiques.
Ré majeur de Franz Anton Hoffmeister sans doute au sens musical de différents Il suffit à cet égard de considérer le Ron-
(1754–1812), depuis longtemps l’une altistes du début du XIXe siècle, mais do: on ne trouve nulle part au premier
des œuvres les plus représentatives du qui ne reflète nullement les intentions violon d’accentuation rythmique sur le
genre, n’existe aujourd’hui que sous la du compositeur, celles du texte originel thème principal, contrairement à l’alto
forme d’une unique source contempo- de la composition. solo. Il serait donc envisageable qu’un
raine. Le fonds de la Sächsische Lan- Pour ce qui concerne le premier de altiste ait déjà effectué des corrections
desbibliothek · Staats- und Universitäts- ces problèmes: le jeu de parties se com- sur les parties disparues ayant servi
bibliothek Dresden (Dresde) renferme pose aujourd’hui de douze parties in- de modèle au jeu de parties conservé
un jeu de parties d’orchestre, manus- strumentales séparées, dont la partie à Dresde, et ce sans harmonisation cor-
crites, portant en couverture le titre de d’alto solo ainsi que celle de contrebasse respondante des parties d’orchestre.
Concerto ex Dk [!] a Viola Principale. et les parties d’instruments à vent (hb I, Examinons maintenant le deuxième
Due Violini. Due Oboi. Due Corni in D. hb II, cor I et cor II) sont de la main du problème, celui de l’altération subie par
Viola et Basso. Del Signor Hoffmeister. copiste 1, le copiste 2 ayant écrit les la partie solo: comme le prouvent les
Ces parties instrumentales, réalisées par autres parties de cordes (vl I, vl II et alt) multiples ajouts et corrections (suppres-
VI

sions, ratures) de la partie d’alto solo ancienne, c’est-à-dire celle du texte noté dans la source, selon une lecture en
ainsi que quelques corrections des par- initialement par le copiste, a fait l’objet désaccord avec l’accentuation ryth-
ties d’orchestre, le jeu de parties de d’une reconstitution aussi complète que mique des instruments de l’orchestre
Dresde a été utilisé pour diverses exé- possible. Toutes les corrections ultérieu- (cf. example 2 p. III). Outre le retrait de
cutions du concerto. Plusieurs altistes – res effectuées par d’autres mains sont telles modifications manifestes, influen-
outre Joseph Schubert, il pourrait y en éliminées. Le texte ainsi présenté cor- çant de façon décisive le caractère de la
avoir trois – ont ainsi adapté la partie respond par conséquent aux intentions composition, l’éditeur a éliminé en par-
solo selon leur propre conception musi- réelles de Hoffmeister, autant du moins ticulier, dans les passages solo, les abon-
cale. Alors qu’il est aisé de repérer de que le permet encore aujourd’hui l’état dantes indications relatives à l’accen-
telles interventions lorsqu’elles sont por- des sources. Il n’a pas toujours été pos- tuation rythmique rajoutées après coup.
tées au crayon ou à la sanguine, cela est sible de donner une lecture qui soit défi- Le «texte de Hoffmeister» offre sous ce
beaucoup plus ardu pour les nombreu- nitivement correcte, donc incontestable. rapport au soliste une bien plus grande
ses corrections effectuées à l’encre, la Les endroits présentant des questions de liberté d’interprétation que ce qui sem-
couleur de l’encre utilisée étant malheu- texte non résolues sont signalés par des blait possible jusqu’ici.
reusement très proche de celle du copis- crochets. Les rajouts de signes nécessai- Les éditeurs adressent tous leurs re-
te. Il faut recourir dans ce cas à l’analyse res de l’avis de l’éditeur sont placés en- merciements aux collaborateurs du dé-
des caractéristiques de notation propres tre parenthèses. partement de musique de la Sächsische
à chaque «correcteur». Dans ce même La reconstitution du texte originel Landesbibliothek · Staats- und Univer-
contexte, la reconstitution des passages fait apparaître certaines lectures propre- sitätsbibliothek Dresden pour l’obli-
et éléments effacés par grattage s’avère ment étonnantes. Il suffit de considérer geant concours qu’ils leur ont apporté
évidemment très difficile; cependant, ce à cet égard, aux mesures 36 sqq., le lors de leurs visites répétées. Ils remer-
type de corrections ayant été fréquem- thème principal du Rondo sous sa forme cient également en particulier M. Martin
ment effectuées de façon plutôt négli- reconstituée, pourvue de tous les signes Geck et Mme Ortrun Landmann pour les
gente et étant ainsi restées souvent in- et indications techniques, et de le compa- précieuses informations communiquées
complètes, il est en général assez facile rer à la lecture de la source telle que ré- sur la provenance des documents.
de reconstituer la strate initiale du texte. sultant de plusieurs révisions effectuées
Dans la présente édition de la partie par divers «correcteurs» (cf. example 1
solo du concerto pour alto et orchestre, p. III). Il en va de même pour les mesures Munich et Cologne, hiver 2002/2003
pour la première fois, la strate la plus 53 sqq. du Rondo, modifiées comme suit Norbert Gertsch · Julia Ronge