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Alpingeschichte kurz und bündiG

Reichenau an der Rax


Willi Maca

MIT UNTERSTÜTZUNG VON BUND UND EUROPÄISCHER UNION


Alpingeschichte kurz und bündig
Reichenau an der Rax

Willi Maca

Oesterreichischer Alpenverein
Innsbruck, 2013

Die Initiative „Bergsteigerdörfer” ist ein Projekt des Oesterreichischen Alpenvereins


und wird aus Mitteln des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forst-
wirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft (Lebensministerium) und des Europäi-
schen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert.
Inhalt

Daten und Fakten 9


Bergsteigerdorf Reichenau 11
Die ersten Erschließer 13
Ein kaiserliches Revier 15
Bergsteiger im Dienste der Wissenschaft 20
Bergbau und Industrie 23
Wartholz und Karl Ludwig 31
Vielfalt alpiner Vereine 35
Hütten und Häuser 41
Die Bergrettung 59
Frauen auf Rax und Schneeberg 71
Kaiserwasser für alle 75
Von Rax und Schneeberg auf die Berge der Welt 83
Die Raxseilbahn 89
Wo Künstler und Therapeuten in die Berge gehen 97
Die Erschließung neuer Wege 103
Die Zukunft als Bergsteigerdorf 111
Quellen 112
Adressen 114
Bergsteigerdörfer – Bestelladresse und weiterführende Literatur 119
Bildnachweis 125
Impressum 126


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Vorwort
Fundament für die Umsetzung der des Projektes. Das Ergebnis trägt zur
Der Oesterreichische Alpenverein ist Verlust öffentlicher Dienstleistungen Alpenkonvention und auch für dieses vertieften Einsicht in die alpinistische
traditionell dem ländlichen Raum und Grunddaseinsfunktionen betrof- Projekt mit ausgewählten österreichi- Entwicklung der Gemeinden bei Besu-
des Berggebietes verbunden, wo der fen. Ohne Zweifel gehören diesen schen Alpendörfern. Die Deklaration cherInnen und Gästen bei und bietet
Schwerpunkt seiner alpinen Infra- Regionen auch die Sympathien und weist in zwei Artikeln ausdrücklich auch der einheimischen Bevölkerung
strukturen liegt, die Arbeitsgebiete der die Wertschätzung zahlreicher Freun- auf die in der Grundkonzeption des bessere Einblicke in die Alpinhistorie.
Sektionen zu betreuen sind und sich dInnen. Das macht stolz, trägt aber Bergsteigerdorfprojektes verankerten Beides soll den Stellenwert des Alpi-
die alpine Heimat für Tausende von wenig zur Sicherung der wirtschaftli- Ziele hin: nismus in der Gemeinde erhöhen und
BergsteigerInnen, BergwanderInnen chen Existenz bei. Es gilt also, die of- - Anerkennung der Bedeutung der festigen. Denn Alpinismus und natur-
und FreundInnen der Alpen auftut. fensichtliche Wertschätzung in mehr alpinen ländlichen Räume als viel- naher Alpintourismus – wie ihn die
Der OeAV hat sich auch verpflichtet, Wertschöpfung münden zu lassen. fältige, heterogene, eigenständige Alpenkonvention als Teil der Nachhal-
das von den acht Alpenstaaten und Die Alpenkonvention spricht sich in Wirtschafts-, Natur- und Kultur- tigkeitsstrategie für den Alpenraum
der Europäischen Gemeinschaft ge- mehreren Durchführungsprotokol- standorte und Förderung integrier- versteht – brauchen eine geistige
meinsam entwickelte und getragene len für die Stärkung des ländlichen ter Strategien, die an ihre jeweiligen Verankerung. Zugleich geht es da-
Vertragswerk der Alpenkonvention zu Raumes aus. Etwa im Tourismuspro- Potenziale angepasst sind; rum, dem Alpinismus und damit der
fördern und umzusetzen. Die Alpen- tokoll, wo sich die Vertragsparteien - Erforschung, Erhaltung und Ent- Möglichkeit zu Individualität, Spon-
konvention ist d a s Instrument zur verpflichten, die Wettbewerbsfähig- wicklung des vorhandenen materi- tanität und persönlicher Entfaltung
nachhaltigen Entwicklung des Alpen- keit des naturnahen Alpentourismus ellen und immateriellen Kulturerbes genügend Raum zu geben, nachdem
raumes. Daraus leiten sich gemein- zu stärken. sowie der überlieferten Kenntnisse. die verschiedenen Interessen und
same Interessen ab, die sich im OeAV- Das Projekt „Bergsteigerdörfer“ des Für den OeAV sind der Alpinismus so- Widmungen am Gebirgsraum stetig
Projekt zur Stärkung österreichischer OeAV weist nicht nur eine Nähe zu den wie die Tätigkeit der alpinen Vereine steigen.
Bergsteigerdörfer im Rahmen des Durchführungsprotokollen „Touris- von der Pionierzeit bis herauf zu den Der Oesterreichische Alpenverein be-
Programms „Ländliche Entwicklung mus“ und „Raumplanung und nach- von der einheimischen Bevölkerung dankt sich beim Autor dieses Bandes
2007−2013” des österreichischen Le- haltige Entwicklung“ auf, sondern mitgetragenen Ausprägungen ein zur Alpingeschichte von Reichenau an
bensministeriums treffen. insbesondere zur Deklaration „Bevöl- ganz wesentlicher Bestandteil des der Rax sowie bei allen, die mit ihrem
Der naturnahe Alpintourismus ist kerung und Kultur“. Diese Deklaration dörflichen und regionalen Kulturerbes Wissen und/oder ihrer Mitarbeit einen
ein wichtiges Standbein für die wurde 2006 auf der IX. Alpenkonfe- und der Identität der Menschen. Beitrag dazu geleistet haben.
wirtschaftliche Existenz vieler Berg- renz der Umweltminister in Alpbach/ Neben der Darstellung des alpintou-
regionen, vor allem in entwick- Tirol beschlossen und ist eine Klam- ristischen Angebots ist deshalb die Peter Haßlacher
lungsschwachen und entlegeneren mer der Konvention zu den in den Aufarbeitung der Alpingeschichte die- Leiter der Fachabteilung
Alpentälern. Meist sind diese Gebiete Alpen lebenden und wirtschaftenden ser Orte in kurzer und bündiger Form Raumplanung/Naturschutz
von Bevölkerungsschwund sowie dem Menschen. Sie ist ein tragfähiges ein Meilenstein im Gesamtmosaik des Oesterreichischen Alpenvereins
9
Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2013/98036)
Kartenausschnitt ÖK, Originalmaßstab 1:200.000; (© BEV 2013 Vervielfältigung mit Genehmigung des BEV − Bundesamt für

Daten und Fakten

Seehöhe
Das Gemeindegebiet von Reichen- die Scheibwaldhöhe mit 1.943 m der
au an der Rax liegt zwischen 480 m höchste Punkt. Der Hauptgipfel, die
(Pfarrkirche) und 2.076 m am Klos- Heukuppe (2.007 m), liegt bereits in
terwappen, der höchsten Erhebung der Steiermark. Der höchstgelegene
des Schneeberges. Bei der Rax ist Ortsteil ist Prein an der Rax auf rund
auf niederösterreichischem Gebiet 600 bis 800 m.

Fläche
Reichenau besteht aus den Katas- Großau und Hirschwanger Forst mit
tralgemeinden Reichenau, Grüns- einer Gesamtfläche von 89,22 km².
ting, Hirschwang, Prein, Klein- und

EinwohnerInnen
Die meisten BewohnerInnen wur- nen mit Hauptwohnsitz von 3.481
den in Reichenau 1910 gezählt. auf 2.697 gesunken. Zugleich wa-
Damals lebten 5.131 Menschen in ren 2012 1.762 Personen mit einem
der Gemeinde. Zwischen 1991 und Zweitwohnsitz gemeldet.
2012 ist die Zahl der ReichenauerIn-

Nächtigungszahlen
gesamt Sommer Winter
1980 151.564 99.385 52.179
1990 138.042 84.834 53.208
2000 90.605 57.044 33.561
2010 123.805 71.773 52.032
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Bergsteigerdorf Reichenau

Diese starken Rückgänge Ende des Für rund 50.000 Nächtigungen Dass Reichenau an der Rax zum hat wesentlichen Einfluss auf die Er-
20. Jahrhunderts lassen sich unter sorgt das Gesundheitsressort Rax- Bergsteigerdorf geworden bezie- schließung und anhaltende Beliebt-
anderem mit der Schließung eini- blick, die übrigen teilen sich Be- hungsweise ein solches geblieben heit der Reichenauer Berge. Mit der
ger größerer Erholungsheime in triebe von 4-Stern-Hotels bis zu ist, hat verschiedene Gründe. Eröffnung der Südbahn zwischen
dieser Periode erklären. Privatzimmern und Ferienwohnun- Einer ist sicher die geografische Wien und Gloggnitz 1842 rückte
2009 zählte man in 22 Beherber- gen. Für die größeren Hotels ist der Lage an der Schnittstelle zwischen Reichenau auf ca. zwei Stunden an
gungsbetrieben 119.716, 2010 Seminartourismus ein wichtiger dem Wiener Becken und den Alpen, die Donaumetropole heran, und
123.805 und 2011 125.622 Über- Faktor, längere Urlaubsaufenthalte die in Reichenau mit den Gipfeln gewann an Wert als Sommerfrische
nachtungen in rund 1.000 Betten. sind eher selten. von Rax (2.007 m) und Schneeberg für die Reichen und Mächtigen der
(2.076 m) die am weitesten öst- damaligen Zeit.
lich wie auch nördlich liegenden Der geologische Aufbau der Region
2.000er aufweisen. Dadurch kommt spielte eine prägende Rolle bei der
es zu Höhenunterschieden von bis Besiedelung und Erschließung Rei-
zu 1.500 m zwischen Tal und Gipfel, chenaus, aber auch auf den Alpinis-
aber auch zu teilweise extremen mus. In Reichenau finden sich die
Wetter- und Klimabedingungen Ausläufer der Grauwackenzone, die
auf den Bergen. Denn bis auf die sich von Süden über den Kreuzberg
Linie Schneealpe–Veitsch–Hoch- bis an die Abhänge der Rax und den
schwab westlich der Rax stellen sich Gahns − ein dem Schneeberg vor-
dem Wetter keine nennenswerten gelagertes Plateau − heranschiebt.
Hindernisse in den Weg, egal aus Durch den Erz- und Mineralreich-
welcher Richtung es kommt. Vor tum dieser Formationen wurden
allem im Winter bei Ostwind kann schon ca. 1000 v. Chr. Bergleute
es durch den Einfluss kontinentaler angezogen, die als erste Erschließer
Kälte oft wesentlich unwirtlicher der Berghänge anzusehen sind.
sein als auf weit höheren Bergen im Die Massive von Schneeberg und
Westen. Rax bestehen vorwiegend aus kom-
Die relative Nähe zu Ballungsräu- paktem Wettersteinkalk, was die
men wie Wien, Wiener Neustadt, Kombination aus ausgedehnten
Blick vom Waxriegelkamm auf die Preiner Wand Bratislava oder Sopron hatte und Karsthochflächen und steil abfallen-
12 13

Die ersten Erschliesser

den Felswänden mit Wandhöhen dert die Erschließung des Höllen- Wie auch andernorts waren in Rei- durch Reichenau und die Prein
bis zu dreihundert Metern erklärt, tales, aber auch schon erste Natur- chenau Bergleute die Ersten, die über das Preiner Gscheid als Haupt-
welche sich vor allem im Höllental – schutzgedanken vorantrieb. Als sich an die dauerhafte Erschlie- übergang aus dem Schwarzatal ins
dem Tal der Schwarza zwischen Rax Kaiser Karl VI. das Wasser der später ßung der Berghänge wagten. In Mürztal etabliert. Der Weg über
und Schneeberg – bei Kletterern Kaiserbrunnen genannten Quelle den erzreichen Ausläufern der den Semmering war wohl auf
höchster Beliebtheit erfreuen. So kostete, war er davon so angetan, Grauwackenzone schürfte man Grund der unübersichtlicheren To-
kann man auf einem einzigen Berg dass er um 1730 eine Straße durch wahrscheinlich schon in der Bron- pografie damals noch nicht beliebt.
spektakuläre Steilaufstiege in fel- das Höllental errichten ließ, um sich zezeit nach Metallen, vor allem Entlang der Straße befanden sich
sigem Gelände mit ausgedehnten fortan dieses Wasser an den Wiener Kupfer, Eisen und ein wenig Gold mit dem 1094 gegründeten Kloster
Wanderungen in hochalpinem Am- Hof liefern zu lassen. Das war der und Silber. Nachweise finden sich Gloggnitz und der Wehrkirche von
biente verbinden. Beginn des bis heute andauernden ab etwa 1.000 v. Chr. – der Silbers- Payerbach „Feste Häuser“, in denen
Weiters war es das am Fuße von Rax Wasserschutzes, der einen großen berg bei Gloggnitz erinnert mit sei- die lokalen Herrscher residierten.
und Schneeberg entspringende Anteil am heutigen Erscheinungs- nem Namen bis heute daran. Aus einem dieser Verwaltungs-
Wasser, das schon im 18. Jahrhun- bild von Rax und Schneeberg hat. Die in den zahlreichen Minen vor sitze entstand die 1256 erstmals
allem am Knappenberg/Thonberg urkundlich erwähnte Festung Rei-
am Fuße der Rax und am Grillen- chenau an der Stelle des heutigen
berg im heutigen Payerbach ge- Schlosses. Die späteren Besitzer aus
wonnenen Erze wurden meist vor dem Hause Fallbach schafften es in
Ort verhüttet. Dadurch wurden den folgenden sechzig Jahren, den
auch Köhler und Holzknechte be- zersplitterten Besitz zu vereinen.
nötigt, die ihrerseits Zugänge zu Abgaben an die Landesfürsten
ihren Arbeitsstätten und Transport- wurden in Geld, Käse, Hühnern, Ha-
wege für ihre Rohstoffe benötigten. fer und Wein entrichtet, wobei der
Zur Zeit der sogenannten Köttla- Wein aus Reichenau zugehörigen
cher Kultur (ca. 800–1000) – einer Gütern in Gloggnitz und Stuppach
nach Fundstellen in Köttlach (Gem. stammte und über den – dem Na-
Enzenreith bei Gloggnitz) benann- men nach heute noch existieren-
ten karolingisch-slawischen Misch- den – Weinweg taleinwärts trans-
kultur – hatte sich bereits der Weg portiert wurde.
Rast vor dem Panorama von Rax und Mittagsstein
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Ein kaiserliches Revier

Das Versäumnis eines Habsburgers Mürztal, im Krampengraben, Al-


sollte die Geschichte Reichenaus tenberg und das Raxental bis zum
für 450 Jahre bestimmen. Am 15. Preiner Gscheid enthalten, ebenso
Mai 1325 ehelichte Herzog Otto Zollfreiheit für eine Lieferung Wein
der Fröhliche in Straubing die Wit- und eine Salzfuhre aus Hallstatt pro
telsbacherin Elisabeth, Tochter des Jahr. Das Kloster erhielt Weiderechte
Herzogs von Niederbayern. Da das auf der Hochfläche der Rax und das
Paar im dritten Grad verwandt war, Fischrecht in den zur Stiftung gehö-
hätte Otto eigentlich eine kirchli- rigen Gewässern.
che Eheerlaubnis einholen müssen,
was er aber nicht tat. Um den Groll Schon im November 1327 erweiter-
der Kirche abzuwenden, suchten te Otto den klösterlichen Besitz um
die Eheleute nachträglich um Dis- ein Gut in der Prein, 1333 erwarb er
pens an. Der von Papst Johannes von der Witwe Konrads von Fallbach
XXII. beauftragte Passauer Bischof die Herrschaft Reichenau und über-
Albert I. erlegte ihnen als Buße die
Gründung eines Klosters auf.

In der Abgeschiedenheit des obe-


ren Mürztales fand er gemeinsam
Das Zisterzienserstift Neuberg; kolorierter Stich von Georg Matthäus Vischer, 1681 mit dem Abt des Zisterzienserstif-
(Archiv Norbert Toplitsch, Payerbach) tes Heiligenkreuz einen geeigneten
Platz. Am 13. August 1327 wurde in
Krems die Gründungsurkunde für
das Kloster Neuberg (so genannt im
Gegensatz zur bereits bestehenden
Siedlung Altenberg) ausgestellt.
Das Stifterbild im Kreuzgang des Klosters
Um dem Kloster das wirtschaftli- Neuberg: Otto der Fröhliche mit seinen
che Überleben zu sichern, waren zwei Gemahlinnen und seinen Brüdern
in der Stiftung Güter im Oberen König Friedrich I. und Herzog Albrecht
16 17

gab sie dem Kloster Neuberg, in des- und Kaltenberg bis zur Burg Klamm, „stachlin Pogen“, seiner
sen Besitz sie bis 1784 bleiben sollte. und von dort aus über den Eichberg Armbrust, an und traf
Die damalige Grenze der Herr- wieder nach Gloggnitz. beim ersten Schuss.
schaft Reichenau umschloss das Aus heutiger Sicht gehörten zur Deshalb sei diese Wand
Gebiet von der Talenge zwischen Herrschaft Reichenau in etwa die „des Königs Schuss“
Gloggnitz und Schlöglmühl über niederösterreichischen Gemeinden genannt worden. Eine
den Rand des Gahns, den Saurüs- Reichenau, Payerbach und Breiten- isoliert stehende Fels-
sel, Feuchter, das Klosterwappen stein, auf steirischer Seite Altenberg rippe in der Nähe der
bis zum Fronbachgraben, über die und Kapellen. Weil in dieser Verwal- Preiner Wand heißt bis
Schwarza ins große Höllental, über tungseinheit auf der Raxalpe auch heute „Königsschuss-
den Kloben auf die Rax, dort den Untertanen aus Altenberg Weide- wand“. Der nächste rich-
natürlichen Geländegrenzen fol- rechte besaßen, folgt die heutige tungsweisende Besuch
gend über den Ameisbühel und die Landesgrenze keiner natürlichen eines Kaisers war ein
Abbrüche der Schneealpe wieder Geländegrenze, sondern wurde Jagdausflug von Karl VI.
ins Tal, über Sitzbichel, Tattermann mitten über die Rax gezogen. (1685−1740). Im Höllen-
tal labte er sich an der
Quelle, die im Anschluss
Königsschusswand und Kaiserstein „Kaiserbrunn“ genannt
wurde und später zum Kaiser Maximilian I. auf Gämsenjagd
Auf Grund der Nähe zu den Resi- der Gämsenjagd: In einer steilen Herzstück der Wiener (Illustration aus dem „Weisskunig“)
denzen Wien und Wiener Neustadt Felswand stand ein Gamsbock, so Wasserversorgung wer-
wurde Reichenau gerne von Mit- hoch, dass ihn keiner der Jäger mit den sollte (siehe S. 75 ff ).
gliedern der kaiserlichen Familie dem Gamsschaft erreichen konnte. Der volksnahe und bergverliebte te. Diese kaiserlichen Besteigungen
besucht. Der erste dokumentierte Deshalb befahl Maximilian dem als Bruder von Kaiser Franz I., Erzherzog verhalfen dem niedrigeren der zwei
kaiserliche Besuch war ein Jagdaus- guten Büchsenschützen bekann- Johann (1782−1859), bestieg 1804 Schneeberggipfel zu einem von
flug von Maximilian I. (1459−1519). ten Jörg Purgkhart, auf den Bock den Schneeberg. Auf Grund seiner Grundbesitzer Johann Ernst Graf
In seinem autobiografischen Werk anzulegen. Purgkhart erwiderte, begeisterten Berichte entschloss von Hoyos-Sprinzenstein gestifte-
„Weisskunig“ beschreibt der in Wie- der Bock stünde zu hoch, um ihn sich auch der Kaiser 1805 zu einer ten Gedenkstein und zum Namen
ner Neustadt geborene und aufge- mit der Büchse erlegen zu können. „Ascension“ mit großem Gefolge, „Kaiserstein“.
wachsene Monarch ein Erlebnis auf Also legte der Kaiser mit seinem die er zwei Jahre später wiederhol- Jener des geringfügig höheren
18 19

„Klosterwappen“ bezieht sich auf stein ist ein Zeitdokument: „Franz Wehrbau der Herrschaft Reichenau,
einen Grenzstein des Klosters Neu- der Erste, in den Herzen seiner ab und errichteten eine weitläufige
berg. Die Inschrift auf dem Kaiser- Untertanen, erstieg die Höhen am Villa, die spätere „Rudolfsvilla“.
10. August 1805 und am 1859 bis 1864 verbrachten der
30. Juli 1807. Wohlwollend Kronprinz und seine Schwester
sah Er auf das Land herab, unbeschwerte Kindheitssommer
dessen Einwohner nur für in Reichenau. Ihre Eltern waren da-
Ihn zu leben wünschen. bei mehrere Tage in der Woche bei
Möge dieses Denkmal der ihnen. Nach Rudolfs sechstem Ge-
Anhänglichkeit zu einem burtstag wurden die Sommerauf-
väterlichen Monarchen un- enthalte eingestellt, und der Kron-
sere Nachkommen an Ihre prinz erhielt seine strenge Erziehung
Die Gedenktafel am Kaiserstein erinnert an die Kaiser- Pflicht erinnern.“ als Thronfolger. Die Rudolfsvilla
besuche 1805 und 1807; Foto ca. 1910 wurde vorwiegend als Dependance
der benachbarten Kaltwasserbade-
anstalt der Brüder Waissnix genutzt,
Kindheitssommer diente dem Kaiser aber weiterhin als Die Rudolfsvilla in Reichenau heute
Quartier bei seinen zahlreichen Be-
Auch der leidenschaftliche Jäger zimmer“ zur Verfügung stand. suchen. wig, ein Bruder Kaiser Franz Josefs,
Franz Josef I. (1830−1916) kam im- Er wählte diesen Ort auch für die Zuletzt dürfte Franz Josef 1888 zur die Villa Wartholz errichten ließ und
mer wieder nach Reichenau, um Sommeraufenthalte seiner Kinder Hahnenbalz nach Reichenau ge- ab 1874 seine Sommer in Reichenau
Gämsen und vor allem Auerhähne Gisela und Rudolf, deren Gesundheit kommen sein. Nach dem Selbst- verbrachte, war der Ruf Reichenaus
zu erlegen. Seine erste Hahnenjagd in der reinen Gebirgsluft gekräftigt mord Rudolfs im Jänner 1889 hielt als Tummelplatz der Reichen und
absolvierte er im Frühling 1851, als werden sollte. Um dem Kronprinzen den Kaiser die schmerzliche Erinne- Schönen endgültig gesichert. Auch
man mit der im Bau befindlichen und seiner Schwester eine standes- rung an Rudolfs Kindheitstage vom die Thronfolger Franz Ferdinand,
Semmeringbahn bereits den Bahn- gemäße Unterkunft bieten zu kön- Jagdvergnügen in Reichenau ab. Erzherzog Otto und dessen Sohn,
hof Payerbach-Reichenau erreichen nen, rissen die Thalhofbesitzer Jo- Die Aufenthalte der kaiserlichen Fa- der nachmalige letzte Kaiser Karl I.,
konnte. Franz Josef wohnte stets hann Michael und Alois Waissnix das milie etablierten Reichenau als Ziel verbrachten Teile ihrer Kindheit in
im Thalhof der Familie Waissnix, wo von ihnen 1853 erworbene „Haus für Sommerfrische und Tourismus. Reichenau und der umliegenden
ihm das reich ausgestattete „Kaiser- auf der Wag“, einen mittelalterlichen Als schließlich Erzherzog Karl Lud- Bergwelt.
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Bergsteiger im Dienste
der Wissenschaft
weitgereiste Jurist, ab 1792 immer wieder den Schnee- und Ortschaften“ (1801) und „Schil-
Arzt und Botaniker berg. Er beschäftigte sich mit den derung der Gebirgsgegenden um
Charles de l‘Ecluse, Eigenschaften des Sauerstoffs den Schneeberg in Oesterreich“
geboren 1526 in Arras und der Berechnung des Atem- machten viele Menschen neugie-
und besser bekannt luftverbrauchs des Menschen. Die rig. Auch Embel bediente sich einer
als Carolus Clusius. Idee für ein Tauchgerät, das mit sehr blumigen Sprache, die seine
1573 wurde er von komprimiertem Sauerstoff arbei- vorwiegend im städtischen Um-
Kaiser Maximilian II. tet, scheiterte an der technischen feld lebenden LeserInnen fesselte.
als „Hofbotanicus“ Umsetzung. Schultes‘ Schneeberg- „Auf meine Anfrage, wie man die
nach Wien bestellt, wo besteigungen weckten in der Öf- Gegend benenne, sagte man mir,
er Rosskastanie, Tulpe fentlichkeit großes Interesse. 1802 daß es das Höllental sey. Nun wahr-
und Kartoffel erstmals veröffentlichte er „Ausflüge nach lich! rief ich aus, sie ist auch wirk-
in Österreich bekannt dem Schneeberge in Unteröster- lich dazu gemacht, Schrecken, Ent-
machte und Exkursio- reich“. Diese Reisebeschreibung setzen und Grauen zu erwecken.“
nen in den Alpenraum ist einer der ersten Führer auf den Embel stand nie auf dem Gipfel
unternahm. Schneeberg, in welchem sich pa- des Schneeberges, denn er wurde
1574 bestieg Carolus thetische Landschaftsbeschreibun- im Bereich des heutigen Bahnhofs
Clusius erstmals den gen ebenso finden wie praktische Hochschneeberg „von einem unwi-
Schneeberg, um die Hinweise. derstehlichen Drange zum Schlafe
Alpenflora zu erkun- Auch Franz Xaver Embel, geboren befallen, den ich, soweit ich mich
Hofbotanicus Carolus Clusius, der 1574 den Schneeberg den. Das Werk „Stirpi- 1770 in Florenz, trug durch die erinnern konnte, noch nie so drin-
erstieg. um Nomenclator Pan- Veröffentlichung seiner Erlebnisse gend gefühlt hatte, dass ich ihm
nonicus“ verfasste er zur Bekanntheit der Region bei. nachzugeben beschloss. Und die-
Nicht nur die Suche nach Ressour- in Güssing und Burgschlaining. Es Seine topografischen Schilderun- ser Schlaf war so fest, so sanft und
cen und Bodenschätzen, auch wis- gilt als erste österreichische Pflan- gen „Fußreise von Wien nach dem in dieser Höhe so wohltätig, dass
senschaftliches Interesse führte zenkunde. Schneeberge. Mit historischen ich dieser Stunde mich immer mit
Menschen schon früh in die Berge. Der 1773 in Wien geborene Bota- Nachrichten von der Entstehung Vergnügen erinnern werde, unge-
Der erste namentlich bekannte Be- niker, Mediziner und Physiker Jo- und den ältesten Bewohnern der in achtet ich die Bergspitze nicht er-
steiger des Schneeberges war der seph August Schultes erkundete dieser Gegend liegenden Schlösser reicht habe.“
22 23

Bergbau und Industrie

Um neben den landwirtschaftli- zum Flößen sowie Holz in den un-


chen Produkten und den Einnah- berührten Urwäldern. Nicht zuletzt
men aus Jagd und Fischerei eine die Anbindung an den Raum Wie-
weitere wirtschaftliche Grundlage ner Neustadt und in weiterer Folge
zu schaffen, bat der Abt des Klosters auch Wien mit dessen entstehender
Neuberg Leopold Fölsch 1693 um Industrie begünstigte den Ausbau
die Bewilligung, nach Kupfer und der Infrastruktur.
anderen Erzen zu suchen, welche er Der Bergbau konzentrierte sich auf
1699 erhielt. In den folgenden Jahr- den Knappenberg südwestlich von
zehnten entwickelte sich ein Indus- Hirschwang, auf dem man auch
triegebiet, das sich vom Ausgang heute noch zahlreiche Stollenein-
des Höllentales in Hirschwang über gänge, Bingen und Abraumhalden
Edlach bis Reichenau erstreckte. im Wald findet.
Die Voraussetzungen zur Erz- und Hier wurde rund 200 Jahre lang Ei-
Eisenverarbeitung waren gut. Es senerz abgebaut, das in Edlach ver-
gab Erzlagerstätten, Wasserkraft hüttet und in Hirschwang weiter-
zum Betreiben von Hämmern und verarbeitet wurde. Nach 1784, als

Der „Höllhammer“ in Hirschwang; Ölbild von Jakob Franz Nitschner, 1855

Das Huthaus diente den Bergknappen


von 1776 bis 1899 als Bet- und Versamm-
Noch heute findet man Stolleneingänge lungsort. Mit der Glocke im Dachstuhl
am Knappenberg. wurde der Schichtbeginn eingeläutet.
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die Herrschaft Reichenau an die In- zur Holztrift: Wehren, Schwemmka- ßige Werkstätte der Cyclopen von terösterreichs in herrschaftlichen
nerberger (= Eisenerzer) Hauptge- näle, Holzrechen, Lendplätze und Reichenau, die berühmten Ham- Wäldern.“
werkschaft verkauft war, wurde in Kohlstätten. merwerke, die den größten Teil Auch die unmenschlichen Ar-
Edlach und Hirschwang auch Roh- „Der Weg ins Höllental führt durch ihres Eisens aus Eisenerz erhalten, beits- und Lebensbedingungen
material aus Eisenerz verarbeitet. die fruchtbaren Ebenen an den erreicht“, schreibt Schultes Anfang der Arbeiter fanden Erwähnung:
Für den Betrieb der Schmelz- und Ufern der Schwarza, durch Auen des 19. Jahrhunderts. „Das Brausen der Wasserräder und
Streckfeuer waren große Mengen von hundertjährigen Eichen und Schultes sprach auch das Problem das Tosen des Bergstromes, der in
an Brennmaterial nötig. So entstan- Kornfelder. Nach ungefähr einem der Kohleerzeugung an, das er schäumenden Wogen unter und
den entlang der Schwarza Anlagen halben Stündchen hat man die ru- schon von den Voralpenbergen am über ihnen dahinstürzt, das be-
Rande des Wiener Beckens kannte. täubende Lärmen von hundert
„Abgeholzt sind sie vom Gipfel bis polternden Hämmern, das Seufzen
zum Fuß, kein Stamm blieb von der der Bälge, das ängstliche Knarren
mörderischen Axt verschont, um des Gestänges, der drückende
dem Wald Gelegenheit zu geben, schwarze Teerrauch, der von mehr
sich selbst zu verjüngen. Welch ein als dreißig dampfenden Kohlen-
Forstskandal, Berge ganz abzutrei- meilern schwer über die Hämmer
ben. Diese traurige Perspektive in hinzog, betäubte die Sinne des
die Zukunft findet man beinahe Fremdlings, der aus dem Eden um
durchaus in allen Gebirgen Un- Reichenau in diese Polyphemstätte

Am Lendplatz wurde das Holz aus dem Wasser geholt und zur weiteren Verarbeitung
gelagert; Ölbild von Jakob Franz Nitschner, 1855 Die Eisenwerke Edlach, ca. 1860
26 27

Brennholz und Holzkohle. Diesen


zu stillen bedurfte es eines genia-
len Einwanderers aus dem Salzkam-
mergut.
Der Gosauer Georg Hubmer (es fin-
den sich auch die Schreibweisen
Huebmer bzw. Huemer) bewarb
sich mit seinem Bruder Johann
beim Grafen Hoyos, die Wälder in
Naßwald und Schwarzau nutzbar
zu machen. Die Hubmers hatten
Gosau verlassen müssen, weil sie
im zum Bistum Salzburg gehören-
den Salzkammergut als Protestan-
Arbeiterfamilien vor ihrem Wohnhaus, um 1910 ten starker Verfolgung ausgesetzt
waren. Sie sammelten Erfahrungen
gerät.“ Schultes schreibt über die der Einheimischen gebrannt hat, in der Holzbringung im Waldviertel, Georg Hubmer
Unterbringung der Arbeiterfamili- zeigt der heute noch gebräuchli- am Ötscher und in
en: „Eine traurige Residenz für noch che Ausdruck „hammerterrisch“ für Lunz am See. 1785
traurigere Menschen!“ Wie tief sich schwerhörig, der sich nicht nur im bekam Hubmer
die Erinnerung an diese Bedingun- Sprachschatz ehemaliger Stahlar- gemeinsam mit
gen in die kollektive Erinnerung beiter findet. 82 Holzknechten
den Auftrag zur
Abstockung und
Ein Schwemmtunnel durch den Berg Verbringung des
Naßwalder Holzes
Das Problem des mangelnden ben, hatten auch die Industrien im nach Reichenau.
Holzvorrates hatte indes nicht nur Raum Ternitz/Neunkirchen, in der Dazu wurde an
Joseph August Schultes erkannt. Wiener Neustädter Gegend und der Schwarza und
Neben den Reichenauer Betrie- in Wien unstillbaren Hunger nach am Naßbach ein Kohlholz am Hirschwanger Holzrechen
28 29

nalkähnen nachempfunden den Kamm zwischen


waren, von Pferden gezogen der Steiermark und
in die Hauptstadt. Niederösterreich
Nach wenigen Jahren waren schließlich mit ei-
die Wälder an den Hängen nem Schwemmtun-
von Schneeberg und Rax er- nel. Die Hauptarbeit
schlossen bzw. geschlägert. am Tunnel dauerte
In den engen Seitengräben von 1822 bis 1827.
des Höllentales wurden die Nach dem Anschluss
Bloche über die erwähnten an die beiderseiti-
Eine Holzriese mit einer „Wolf“ genannten Brems- Riesen ins Tal befördert. gen Kanäle konnte
vorrichtung Wo das Gefälle nicht reich- Holz aus dem Mürz-
te, errichtete Hubmer tal bis nach Wien ge- Plan der Holzschwemmanlagen am Gscheidl
System von Holzriesen (aus Holz Schwemmkanäle, wo es kein Was- schwemmt werden.
gezimmerte Rinnen), Triftanlagen, ser gab, wurde das Holz mit Pferde- Georg Hubmer, der angeblich kaum zum Ersten Weltkrieg. Damals wur-
Holzrechen und Kanälen errichtet. eisenbahnen befördert. Auf man- des Lesens mächtig war, gelang da- de der Bedarf an Akkus für die U-
Beim Baubeginn des Wiener Neu- chen Riesen wurde Holz bis in die mit eine Pioniertat. Sein 420 Meter Boote der k.k. Marine enorm groß,
städter Kanals 1797 erkannten die 1950er-Jahre befördert, Reste die- langer Schwemmtunnel gilt als ei- weshalb die Produktion nach Lie-
Brüder die Möglichkeit, das be- ser Bauwerke sieht man noch heute. ner der ersten nennenswerten Tun- sing verlegt wurde, von wo sich der
gehrte Brennholz auf diesem Weg Um den Nachschub zu sichern, nelbauten der Alpen. Weitertransport einfacher gestalte-
nach Wien zu transportieren. Rund vollbrachte Georg Hubmer seine Die Eisenwerke in Hirschwang te. Die erhaltenen Gebäude werden
zehn Jahre später konnte Georg wohl genialste Leistung: Es galt, wurden nach 1888 in eine Papier- heute als Remise der Lokalbahn Pa-
Hubmer, inzwischen Geschäfts- die Hoyos‘schen Wälder jenseits fabrik umgestaltet, in der Zellulose, yerbach–Hirschwang genutzt.
partner des Grafen Hoyos, den ers- der Landesgrenze zu nutzen, wo Karton, Wellpappe und Holzstoff Der durch den Bauboom herrschen-
ten Holztransport zu Wasser von auf der steirischen Seite des Prein- erzeugt wurden, heute sind es Falt- de Kalkbedarf wurde ab 1884 durch
Naßwald nach Wien organisieren. taler Gscheidls noch ausgedehnte schachteln und Kartons. die Brüder Waissnix gedeckt. Sie er-
Die Strecke bis Wiener Neustadt Urwälder standen. Hubmer fasste Die benachbarte Akkumulatorenfa- richteten am Eingang des Höllenta-
legten die Scheite frei schwimmend das Wasser der stillen Mürz in zwei brik bestand von 1897, als die Zellu- les ein Kalkwerk mit Steinbruch und
zurück, dann gelangte das Holz auf Kanälen, errichtete Holzaufzüge loseerzeugung wegen der Geruchs- zwei Schachtöfen. Das mehrfach
„Narrowboats“, die englischen Ka- und Pferdebahnen und überwand belästigung eingestellt wurde, bis ausgebaute Werk schloss 1968.
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Wartholz und Karl Ludwig

An der Abzweigung der Straße in


Richtung Preiner Gscheid steht ein
schon 1412 urkundlich erwähntes
steinernes Kreuz, das Wartkreuz
bzw. Wartholzkreuz. Ursprünglich
wohl ein einfaches Holzkreuz, mar-
kierte es die Stelle, an der die Rei-
chenauer Bürger und Gutsverwalter
den Abt des Klosters Neuberg zur
jährlichen Visitation erwarteten.
Das Holzkreuz wurde im späten 15.
Jahrhundert durch eine steinerne
Tabernakelsäule ersetzt, das angren- Karl Ludwig (Mitte, mit Hut) im
zende Wäldchen erhielt den Namen Kreise seiner Familie; um 1890
„Wartholz“.
Mit diesem Namen ist die Ge- sich in Reichenau einen repräsen-
schichte von Erzherzog Karl Ludwig tativen Sommersitz errichten zu
(1833−1896) untrennbar verbun- lassen, und erwarb von der Inner-
den, der Reichenau als Tummelplatz berger Hauptgewerkschaft das so
der High Society in der zweiten genannte Warthölzchen und den
Hälfte des 19. Jahrhunderts etab- angrenzenden Dreispitzacker in der
Die Villa Wartholz heute lierte und richtungsweisend die Er- Größe von etwa 16 Hektar.
schließung Reichenaus und der Rax Architekt für den Sommersitz wur-
beeinflusste. de Heinrich von Ferstel. Der dem
Ab 1867 verbrachte der jüngere Historismus zuzurechnende Ring-
Bruder von Kaiser Franz Josef I. samt straßenarchitekt ist auch Erbauer
seiner Familie die Sommerfrische der Votivkirche, des heutigen Palais
in Reichenau. Nach dem außerge- Ferstel, des MAK und der Universität
wöhnlich schönen Sommer 1869 Wien. Für die Villa Wartholz wähl-
fasste Karl Ludwig den Entschluss, te er einen Stil, der sich mit seinen
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Balkonen und Loggien eher an der die Diensträume aber in einem Ne- Offiziere umwandelte. Ein Reiche- mit der Gefahr durch scheuende
Renaissance orientierte und als Fin- bengebäude an der Wartholzstraße. nauer Gastwirt kommentierte dies Pferde, außerdem befürchtete er
gerübung für sein Hauptwerk, die 1872 waren die Arbeiten an der Villa angeblich so: „Die Leut‘ kommen eine erhöhte Brandgefahr durch
Universität Wien, angesehen wer- weitgehend vollendet. In diesem eh wegen der Berg und der guaten Funkenflug. Aus diesem Projekt
den kann. Jahr verbrachten Karl Ludwig, seine Luft, und die kann auch a Roth- wurde ebenso nichts wie schon
Eine Besonderheit war der Wunsch dritte Frau Maria Theresia von Bra- schild net besser machen.“ einige Jahre zuvor mit dem einer
der Familie, dass sich in der Villa nur ganca und die vier Kinder erstmals Die Einstellung, Reichenau als Na- normalspurigen Zweigbahn von Pa-
die Wohnräume befinden sollten, den Sommer in Wartholz. tur- und Erholungsraum erhalten zu yerbach über Reichenau und Edlach
wollen, zeigte sich auch bei ande- zum Preiner Gscheid. Karl Ludwig
ren Gelegenheiten. hatte dafür gesorgt, dass die bereits
Verbunden mit einfachen Leuten 1881 strebten die Brüder Waissnix erteilte Konzession für den Eigen-
den Bau einer Zweigbahn von Pa- tümer der Domäne Reichenau, Leo
Den Tagebucheintragungen des Villa Wartholz sein prunkvolles yerbach nach Hirschwang an. Um Ritter von Hertberg, durch den Mi-
Erzherzogs ist zu entnehmen, dass Schloss errichten ließ, empfand in der Villa Wartholz seine Ruhe zu nister für Handel und Verkehr wie-
die Familie neben der Jagd zahlrei- das die kaiserliche Familie offenbar haben, argumentierte Karl Ludwig der zurückgezogen wurde.
che Ausflüge, Ausritte und Besu- als Affront. Nachdem der Pförtner
che in die Umgebung unternahm. Rothschilds Karl Ludwig eines Tages
Die Kinder erhielten Unterricht den Zutritt zum Schloss verweiger- Die erste Schutzhütte
und Reitstunden. Auch durchaus te, begann ein gesellschaftlicher
beschwerliche Bergtouren und Boykott gegen den Baron. Die Rei- Auf anderen Gebieten touristischer Er ersuchte die Sektion Austria des
Nächtigungen in einfachsten Un- chenauer Bevölkerung war von Erschließung war der Erzherzog DuOeAV ihm behilflich zu sein, und
terkünften gehörten zum Sommer- Rothschilds Plänen, aus Reichenau hingegen federführend. es wurden bald zwei Pläne ausge-
programm der Familie. einen mondänen Kurort samt Thea- Während einer Wanderung wur- arbeitet und Kostenvoranschläge
Die Messen in der Kapelle der Villa ter, Trabrennbahn und dergleichen de die erzherzögliche Familie auf eingeholt, ohne dass aber weitere
Wartholz standen allen Reichenau- zu machen, ohnehin nicht begeis- der Rax von einem Unwetter über- Schritte unternommen worden wä-
erInnen offen, der Erzherzog traf die tert. In Karl Ludwig fanden sie einen rascht, worauf sie die Nacht in einer ren.
einfachen Leut‘ auf Volksfesten und Unterstützer ihrer Ablehnung, so- ungemütlichen Almhütte verbrin- Inzwischen hatte der Österrei-
anderen Veranstaltungen. dass Rothschild Reichenau schließ- gen musste. In Karl Ludwig reifte chische Touristenklub (ÖTK) Karl
Als der Baron Nathaniel Rothschild lich den Rücken kehrte und sein der Entschluss, auf der Rax eine Ludwigs Idee aufgegriffen und be-
ab 1884 in unmittelbarer Nähe zur Schloss in eine Stiftung für invalide Schutzhütte errichten zu lassen. schloss den Bau eines Schutzhau-
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Vielfalt alpiner Vereine

versammlung des ÖTK am Nach dem Vorbild des 1857 in Lon- Alpinismus waren Leute, die über
21. April 1876 bewilligt. don gebildeten Alpine Club ent- ein für ihre Zeit unüblich hohes Maß
Dank zahlreicher Spenden stand in Wien 1862 mit dem Öster- an Freizeit verfügten, also Adelige,
von Klubmitgliedern konn- reichischen Alpenverein (ÖAV) die Industrielle, Kaufleute, Akademi-
te am 10. September 1876 älteste alpinistische Vereinigung ker – kurz: die bürgerliche, vermö-
die Grundsteinlegung durch auf europäischem Festland. 1872 gende Oberschicht. Nur sie hatte
den Protektor vorgenom- schloss man sich mit dem 1869 ge- neben ausreichender Freizeit auch
men werden. Unter den bildeten Deutschen Alpenverein die finanziellen Mittel, um alpinis-
400 Klubmitgliedern und zusammen. tische Unternehmungen durchzu-
Gästen befanden sich trotz Dass der Alpenverein in Wien ge- führen, zumal das Reisen in damali-
Das Karl-Ludwig-Haus war das erste Schutzhaus des schlechten Wetters zahl- gründet wurde und nicht in einer et- ger Zeit umständlich und teuer war.
auf der Rax; ca. 1885 reiche Damen. Karl Ludwig was alpineren Umgebung, erscheint 1869 wurde der Österreichische
(Archiv Norbert Toplitsch, Payerbach) stimmte auch zu, das neue nur auf den ersten Blick unlogisch. Touristenklub (ÖTK) gegründet,
Schutzhaus nach ihm zu be- Die Protagonisten des beginnenden 1895 entstand aus der aufkeimen-
ses auf der Rax unter Mitwirkung nennen.
der Sektion Austria. Der Erzherzog Bei der Schlusssteinlegung am
übernahm am 3. Juli 1876 das Pro- 10. September 1877 ließ sich der
tektorat für den Bau und unterstütz- Erzherzog durch seine Söhne Franz
te den Verein mit 1.000 Gulden. Der Ferdinand und Otto vertreten. Für
Touristenklub bestimmte 1875 und die Eröffnungsfeier wünschte sich
1876 je 1.000 Gulden aus der Klub- Karl Ludwig, „daß sämtliche Herren,
kassa für den Bau, ebenso wurde die an der Feierlichkeit theilnehmen,
der Erlös des Touristenklubkränz- in gewöhnlicher Land- oder Berg-
chens am 29. Jänner 1876 (1.907 partie-Toilette“ erscheinen sollten.
Gulden) diesem Zweck gewidmet. Karl Ludwig verbrachte noch viele
Damit hatte man das Startkapital Sommer in Reichenau mit Bergtou-
beisammen, obwohl die Sektion ren Wanderungen und als Förderer
Austria sich weigerte, die Baukos- und Unterstützer der Vereine und
ten mitzutragen. Weitere 10.000 einfachen Leute, bis er im Mai 1896
Gulden wurden von der General- starb. Die Eröffnung des Ottohauses im Juni 1893
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den Arbeiterbewegung der Touris- erwartet wurde, zeigte der enorme Naturschutz
tenverein der Naturfreunde (TVN) Andrang. In den folgenden Jahren
als sozialistisch eingestellter Gegen- konnte die Rax dem Schneeberg Eine große Rolle kam den Vereinen
pol zu den bürgerlichen Vereinen. den Rang als Lieblingsberg der Wie- auch bei Fragen des Naturschutzes
Die Aufgabe dieser Vereine war und ner ablaufen. zu. Um die Ausrottung seltener Al-
ist die Förderung des Bergsports, Die Sektion Niederösterreichischer penpflanzen zu verhindern, wur-
dazu die Errichtung und Betreuung Gebirgsverein (später nur mehr den Auspflanzungsaktionen von
von Schutzhütten, Wegen und Klet- ÖGV) wurde 1890 gegründet. Zu Edelraute, Speik und anderen Arten
tersteigen. Neben der Förderung Beginn unternahmen die Mitglie- durchgeführt. Beim Otto- und beim
der Unternehmungen der berg- der Bergfahrten, später unterstütz- Habsburghaus wurden Alpengärten
steigerischen Eliten galt es, den Al- te man finanziell den Bau des Ot- angelegt. Die Sektion Reichenau
pinismus und die Bergwelt durch tohauses. Mit der Errichtung des des DuOeAV hat durch ihre wieder-
die Schaffung von Infrastruktur Habsburghauses 1898/99 hatten holten Anregungen wohl auch viel
und das Anbieten von Schulungen die drei Vereine die Rax weitestge- zum Zustandekommen des nieder- Valeriana celtica – der Echte Speik;
einer breiten Masse zugänglich zu hend mit großen Schutzhäusern österreichischen Landesgesetzes (Wikipedia, die freie Enzyklopedie)
machen. „abgedeckt“, die Wege zu und zwi- von 1901 beigetragen, welches das
In Reichenau war der erste tätige schen den Hütten waren angelegt Ausgraben und Verkaufen der wich- ermöglicht hätte, die Schutzhütten
Verein der ÖTK, der den Bau des und wurden betreut. tigsten und schönsten Alpenpflan- und Wege auf Schneeberg, Rax und
Karl-Ludwig-Hauses durchführte. Die Sektion Hirschwang-Reichenau zen verbot. Schneealpe fast gänzlich zu sperren.
1886 gründeten einige honorige der Naturfreunde entstand 1912 1926 verhinderten alpine Vereine Dagegen formierten sämtliche Wie-
Mitglieder des Verschönerungsver- und verstand ihre Aufgabe, wohl durch zähe Verhandlungen mit der ner Sektionen des DuOeAV, der ÖTK
eines die Alpenvereinssektion Rei- auch wegen der eingeschränkten Gemeinde Wien eine drohende und der Österreichische Alpenklub
chenau. Sie forcierte den Bau eines finanziellen Möglichkeiten der Sperre sämtlicher Hütten auf der (ÖAK) den „Ausschuss zur Wahrung
Schutzhauses auf der vorderen Rax, Mitglieder, eher in der Organisa- Rax. Die Gemeinde Wien sah die touristischer Interessen im Quel-
um diesen vernachlässigten Teil tion gemeinsamer Ausflüge. Eis- Qualität des Trinkwassers durch die lenschutzgebiet“. Die Naturfreunde
des Berges zugänglich zu machen. schießen, Lichtbildvorträge, das Eröffnung der Raxseilbahn und die verhandelten direkt mit dem Wie-
Dass der Bau des Ottohauses, zwei- Rettungswesen und die Schulung dadurch zu erwartende rasante Stei- ner Bürgermeister, der ÖGV bildete
einhalb Stunden vom Karl-Ludwig- im Bergsteigen und Klettern waren gerung der BesucherInnenzahlen einen eigenen Ausschuss. Die Anlie-
Haus und der Pehoferalm, von der ebenso Teil des Vereinslebens wie akut gefährdet und ließ einen Geset- gen der Vereine wurden auch von
Bergsteigerschaft schon sehnlichst der Skilauf. zesentwurf ausarbeiten, der es ihr landwirtschaftlichen Vereinigungen
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unterstützt, die eine „Entwurzelung breiten Widerstandes keine Chance, der armen Bergbevölkerung. betreut jeder Verein, jede Sektion
von Kleinbauern“ befürchteten. Die den Entwurf im Nationalrat durch- Heute vermelden die großen Verei- mit eigenen Hüttenreferenten,
Gemeinde Wien sah angesichts des zubringen, und verwarf die Idee. ne steigende Mitgliederzahlen, die Hüttenwarten, Wegereferenten
Zahl derer, die aktiv an den Aufga- und Wegepaten ihre eigenen
ben der Vereine arbeiten, jedoch Schutzhäuser und Steige. Ein Um-
Kleine Vereine sinkt. Die paar Idealisten, die noch denken ist aber nur eine Frage der
ehrenamtlich Wege und Hütten be- Zeit. Zu zeitaufwändig und teuer
Ihre finanziellen Möglichkeiten volle Erschließungsarbeit durch treuen, können oft den hohen An- ist die Instandhaltung von Wegen
nutzten die großen Vereine auch großen persönlichen Einsatz. sprüchen der Hütten- und Weger- und Gebäuden in extremen Lagen,
dazu, Kartenmaterial und Füh- „D‘Holzknecht“, „D‘Reißthaler“, die haltung wegen immer strengerer zu viel Know-how gehört dazu, vor
rerwerke zu erstellen. Zahlreiche „Raxgmoa“ oder „D‘Speckbacher“, Umweltauflagen und Haftungsfra- allem Klettersteige zu erhalten, als
kleine Vereine, die sich oft aus so- um nur einige zu nennen, errichte- gen nicht mehr genügen. dass auf einem Berg, wo oft inner-
genannten „Tischgesellschaften“ ten kleinere Hütten, die nicht den Enge Zusammenarbeit zwischen halb weniger hundert Meter meh-
gebildet hatten, leisteten wert- Komfort der großen Berghäuser Vereinen, Sektionen oder auch der rere Steige durch die Felsen führen,
boten, aber das Netz Gemeinde Reichenau gibt es trotz- jeder weiter sein eigenes Süppchen
von Notunterkünften dem (noch) nicht. In alter Tradition kocht.
vervollständigten. Al-
lerdings stehen einige
der heute noch erhal-
tenen Hütten nur den
jeweiligen Vereins-
mitgliedern offen. Die
weiteren Tätigkeiten
reichten von Markie-
rungs- und Wegerhal-
tungsarbeiten – vor
allem „D‘Reißthaler“
Die Instandhaltung versicherter Steige erfordert viel leisteten hier Unglaub-
Zeit, Know-how, Trittsicherheit trotz schwerer Arbeit und liches – bis zu Wohltä-
Spezialmaschinen. tigkeiten zu Gunsten Eine der Leitern der Teufelsbadstube in der Loswand
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Hütten und Häuser

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts steller Adolph Schmidl 1831 in
gab es auf Rax und Schneeberg nur seinem Buch „Der Schneeberg in
einfachste Unterkünfte, Senn- oder Unterösterreich“, zumal zu seiner
Jagdhütten und Unterstände der Zeit bereits rund 500 Wanderer pro
Holzknechte. Jahr den Berg besuchten. Kurz dar-
Schon Schultes beklagte 1802 das auf ließ Graf Hoyos am Luchsboden
Fehlen geeigneter Übernachtungs- eine einfache Unterstandshütte er-
möglichkeiten am Schneeberg, richten, die jedoch bald ein Raub
ebenso der Geograf und Schrift- der Flammen wurde.

Baumgartnerhaus
Der Erste, der auf diesen Mangel gartner“ oberhalb des Krummbach-
dauerhaft Taten folgen ließ, war sattels auf 1.448 m.
Georg Baumgart-
ner. Geboren 1788 in
der Kleinau, wurde
er Bergmann, später
Holzmeister und dann
Das Karl-Ludwig-Haus auf der Rax, fotografiert von Ewald Putz Wirt in Kaiserbrunn.
Um vom wachsen-
den Bergtourismus zu
profitieren, errichte-
te er 1839 mit seiner
Frau Anna Maria aus
eigenen Mitteln und
mit enormem per-
sönlichem Einsatz das Das Baumgartnerhaus um 1885
„Wirtshaus zum Baum- (Archiv Norbert Toplitsch, Payerbach)
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Den Baugrund pachteten die Wirts- baute. Weil der ÖTK Vorschriften zur von 20 Touristen aus Wien samt
leute auf 30 Jahre von der Inner- Preisgestaltung machte und die Be- Feuerschlucker und Zauberer.
berger Hauptgewerkschaft. 1850 vorzugung von Vereinsmitgliedern Das Familienleben der Kronichs
brannte der Holzbau völlig ab. Die verlangte, erlosch die Freude der lief nicht so rund. Julius Kronich
Baumgartners, denen das Wirts- Baumgartners an „ihrem“ Berghaus. wurde nachgesagt, dass er gerne
haus mittlerweile gute Einkünfte Der Pachtvertrag wurde gelöst und ein Gläschen zu viel trank, auch
gebracht hatte, errichteten an glei- das Haus 1873 mit neuen Pächtern stellte er schon in Wien immer
cher Stelle ein größeres, gemauer- eröffnet. Um der steigenden Be- wieder Stubenmädchen und Kü-
tes Haus samt Keller und Stall. Nach sucherzahl Herr zu werden, wur- chengehilfinnen nach. Als um 1890
Georg Baumgartners Tod 1861 de 1879 mit dem Bau eines neuen seine Nichte Barbara Göschl aufs Julius und Gertrude Kronich, 1887
übernahm Sohn Johann mit seiner Schlafhauses neben dem alten Baumgartnerhaus kam, um hier zu
Frau Magdalena den Betrieb. Schutzhaus begonnen, das 1880 im arbeiten, begann Kronich eine inti-
Nach dem Auslaufen des Pachtver- Beisein von Erzherzog Karl Ludwig me Beziehung mit der 25-Jährigen.
trages wurde die Liegenschaft 1872 und allein 435 mit einem Sonder- Dies blieb auch seiner Familie nicht
an den ÖTK verkauft, der das Haus zug aus Wien angereisten Festgäs- verborgen. Seine Tochter bekam
in eine komfortable Unterkunft um- ten eröffnet wurde. in Zusammenhang damit Asthma,
worauf Kronichs Frau Gertrude mit
den Kindern 1893 als Pächterin
Die Kronich-Dynastie des neuen Ottohauses auf die Rax
übersiedelte. Barbara Göschl gebar Die Kinder Julius und Aurelia, mit deren
1884 begann mit der Übernahme das aktive ÖTK-Mitglied das Baum- zwischen 1896 und 1903 vier Kin- Traumata sich später Sigmund Freud
des Baumgartnerhauses durch Juli- gartnerhaus. Das Geschäft florier- der, die alle amtlich keinen Vater befasste (1887)
us Kronich eine 70-jährige Dynastie te, denn Kronich hatte ein großes hatten.
von HüttenwirtInnen in Reichenau. Talent, die Gäste zu animieren. Er Nachdem 1897 die Zahnradbahn aber schon bald auf die Erfahrung
Kronich war Handelsreisender, ehe organisierte Feste, die man heute auf den Schneeberg eröffnet wur- und Bekanntheit Gertrude Kro-
er ab 1882 als Cafetier in einem „Events“ nennen würde. Am Fa- de, steigerte sich die Besucherzahl nichs, die 1903 mit ihrem Sohn Bru-
Wiener Vorort gastronomische schingssamstag 1886 veranstaltete nochmals. Im selben Jahr verließen no aufs Baumgartnerhaus zurück-
Erfahrungen sammelte. Auch auf er einen „Ball auf der Alm“, zu dem Julius Kronich und Barbara Göschl kehrte, während ihr Sohn Camillo
Anraten seines Arztes – er litt an er extra „fesche Dirndln“ aus Puch- das Baumgartnerhaus und es ka- am Ottohaus blieb.
Lungentuberkulose – übernahm berg einlud, ebenso eine Gruppe men neue Pächter. Der ÖTK baute In der Folge erfuhr das Baumgart-
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nerhaus weitere Ausbauten, es verhalten und das Aufblühen des wurde adaptiert und ab 1898 an gann der Aufschwung, begünstigt
wurde aufgestockt, eine Veranda Liftskilaufes ließ die Rentabilität Sonn- und Feiertagen bewirt- auch durch den regen Andrang an
gebaut, ein mit Winterschnee be- bald zu wünschen übrig. Pächter schaftet. Mit der ersten Vollzeit- Skiläufern, die die Hänge und Kare
triebenes Kühlhaus kam hinzu. waren immer schwieriger zu fin- pächterin Leopoldine Hietz be- des Ochsenbodens befuhren.
Während des Zweiten Weltkriegs den, der Druck der Gemeinde Wien
fanden Ski- und Alpinkurse für Ju- auf eine quellschutzkonforme Ab-
gendliche statt. In der Zeit danach wasserentsorgung wurde größer. Karl-Ludwig-Haus und Pehoferalm
hatte das Baumgartnerhaus seine Schließlich entschied sich der ÖTK,
letzte Blütezeit. 1958 verfügte das das Baumgartnerhaus aufzugeben Die nächste in den Reichenauer Ber- ter waren Hermann und Charlotte
Haus über 80 Betten, 78 Matratzen- und den Fortbestand des nahen gen eröffnete Schutzhütte war das Pehofer. Nach Auslaufen des Pacht-
lager und 60 Notquartiere, die alle Damböckhauses zu sichern. 1980 Karl-Ludwig-Haus (1.804 m), dessen vertrages für das Karl-Ludwig-Haus
selten unbelegt waren. wurde das älteste Schutzhaus am Entstehungsgeschichte bereits er- 1881 erbauten sie am Westrand des
Danach kam der Niedergang. Schneeberg geräumt und 1981/82 zählt wurde (S. 34). Die ersten Päch- Raxplateaus, unterhalb des Gries-
Durch das veränderte Freizeit- abgetragen.

Damböckhaus
1872 begann der ÖTK am Och- Beginn nicht bewirtschaftet war,
senboden, einer Hochfläche des sondern nur von Almhirten be-
Schneeberges, das Damböckhaus aufsichtigt bzw. vom Baumgart-
(1.810 m) zu errichten. Benannt nerhaus mitbetreut wurde, litt
wurde es nach dem Klubmitglied die Bausubstanz sehr unter den
Ludwig Damböck, dessen großzü- extremen Wetterbedingungen.
gige Spenden die Vollendung des 1897 schrieb Benesch in seinem
Baus ermöglichte. Zur Eröffnung Schneeberg-Führer: „Nunmehr ist
1873 kamen mit einem Sonder- es ohne Fenster und Thüren und
zug rund „500 gebirgsfreundli- auch sonst fast zur Ruine zerfallen,
che Menschen“, wie ein Chronist daher kaum als Unterstand gegen
schrieb. Da das Damböckhaus zu Unwetter benützbar.“ Die Hütte Das Karl-Ludwig-Haus heute
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schiedenen alpinen Vereinigungen diverse Zubauten entstand bis 1927


erhielt, in Naßwald. ein kleines Hüttendorf, das ganz-
jährig bewirtschaftet wurde. Heute
Mit der Fischerhütte am Kaiser- ist von all dem nichts außer einer
stein (2.049 m) gab es ab 1885 Quartierstelle der Forstverwaltung
endlich einen Gipfelstützpunkt am der Gemeinde Wien erhalten.
Schneeberg. 1886 ließen die Brü- Die alpine Gesellschaft
der Waissnix am Lackaboden, am „D‘Reißthaler“ kümmerte sich
oberen Ende des Anstiegs durch mit großem Einsatz um Anlage,
die Eng und den Lackabodengra- Erhaltung und Markierung von
ben Richtung Krummbachstein Steigen. Schon 1886 betreuten
und Schneeberggipfel, eine Unter- „D‘Reißthaler“ 44 Steige auf der Rax
kunft für Touristen einrichten. Das und 33 Wege am Schneeberg. Den
Lackabodenhaus wurde aufgrund Wunsch nach einer eigenen Hütte
seiner günstigen Lage auf halbem erfüllten sie sich 1889 mit der Errich-
Weg zum Baumgartnerhaus ein tung der Reißthalerhütte unterhalb
Die Pehoferalm; ca. 1889 beliebter Treffpunkt für Wanderer, der Südabstürze der Rax. Ursprüng-
Jäger und Holzknechte, die bis in lich von Mitgliedern des ÖTK ge-
kogels, die Pehoferalm (1.785 m). hauses 1899 traf die Pehoferwirtin die 1950er-Jahre über die Holzriese gründet, lösten sich „D‘Reißthaler“
Es war ein einfaches Almwirtshaus, schwer. Nicht nur, dass ihr das neue in der Eng Stämme zu Tal beförder- 1884 von diesem Verein und beste-
das bald einen hervorragenden Ruf Schutzhaus Gäste abzog, auch mit ten. Von der Hütte gab es täglichen hen seither als kleine, eigenständi-
hatte. Nach Hermann Pehofers Tod der Einsamkeit ihrer Alm war es nun Postverkehr nach Reichenau, eben- ge Gesellschaft, die sich bis heute
1883 führte Charlotte die Hütte al- vorbei. 1901 feierte Charlotte Peho- so eine Telefonverbindung ins Tal stark in der Betreuung ihrer Wege
leine weiter. Sie war so beliebt, dass fer ihr 25-jähriges Jubiläum als Rax- und aufs Baumgartnerhaus. Durch engagiert.
sich die Betreiber des Karl-Ludwig- Wirtin, angeblich ohne in dieser
Hauses über Wanderer beschwer- Zeit jemals zu Tal gestiegen zu sein.
ten, die bei ihnen nächtigten, aber 1903 gab sie das beschwerliche Le- Ottohaus
zum „Almmutterl“, wie Charlotte ben auf der Rax auf und lebte bis zu
Pehofer genannt wurde, essen gin- ihrem Tod im Jahr darauf von einer Die 1886 gegründete AV-Sektion einer Hütte auf der vorderen Rax.
gen. Die Eröffnung des Habsburg- kleinen Pension, die sie von ver- Reichenau entschloss sich zum Bau 1892 kam es zur Grundsteinlegung
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der Hütte, die aufgrund des Pro- erwähnt, Gertrude Kronich. Unter- 1893 war auch Sigmund Freud un-
tektorates durch Erzherzog Otto, stützt wurde sie von den Söhnen ter den Gästen, der damals an der
Ottohaus (1.644 m) genannt wurde. Julius und Camillo und den Töch- Entwicklung seiner Psychoanalyse
Dank bedeutender Spenden des tern Aurelia und Olga. Im ersten arbeitete. Aufgrund seiner Eintra-
Niederösterreichischen Gebirgs- Jahr besuchten 4.000 Menschen gung im Hüttenbuch als Arzt identi-
vereines, der Sektion Austria, der das Ottohaus, 1895 wurden auf Rax fiziert, wurde er von Aurelia Kronich
alpinen Gesellschaft „D‘Holzknecht“ und Schneeberg bereits 30.000 Be- wegen ihrer Asthmaanfälle ange-
und anderer Vereine konnte ein sucherInnen gezählt. Die meisten sprochen, an denen sie litt, seit sie
stattliches Berghaus gebaut wer- stammten aus dem Wiener Bürger- am Baumgartnerhaus ihren Vater
den. tum. Ihren Ansprüchen gemäß bot in flagranti mit Barbara Göschl er-
Die Eröffnung fand unter Beteili- man am Ottohaus einen gewissen wischt hatte. Die Aufarbeitung ihrer
gung hunderter Gäste im Juni 1893 Komfort und hervorragende Bedie- Erlebnisse und Freuds Analyse der
statt. Die erste Pächterin war, wie nungskultur. Ursachen ihrer Atemnot beschrieb
er als „Fall Katharina“.
1903 übernahm Camillo Kronich
das Ottohaus, während seine Mut-
ter aufs Baumgartnerhaus zurück- Eröffnung des Alpenvereinssteiges 1910,
kehrte. Camillos Talent, die größ- der die Bergsteiger näher an
tenteils gutsituierten, bürgerlichen das Ottohaus heranführte
Gäste nach ihrem Geschmack zu
bedienen, brachte ihm binnen kur- Ottohaus. Gleichzeitig initiierte er
zer Zeit beträchtliche Gewinne ein. den Straßenbau durch die Kleinau
Er kaufte Gründe in der Kleinau und zum Knappenhof.
am Knappenberg, wo er sich schon 1907 errichtete die alpine Gesell-
vorher Gehöfte zur Unterbringung schaft „D‘Speckbacher“ eine Hütte
seiner Tragtiere gesichert hatte. am oberen Ende des Wachthüttel-
1907/08 errichtete er den Knap- kamms.
penhof als Touristenunterkunft und Um diese Konkurrenz zu schwä-
Zwischenstation für Raxbesucher chen, betätigte sich Kronich zuerst
Die Speckbacherhütte am Wachthüttelkamm; ca. 1910 und für den Materialtransport zum kurzerhand als Pächter. 1910 bau-
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te er dann mit dem befreundeten teiligung Camillo Kronichs die alpi- Scheibwaldhöhe dem inzwischen war die Krönung des Steigbaues auf
Bergsteiger und Maler Gustav Jahn ne Gesellschaft „Raxgmoa“ mit der errichteten Habsburghaus zustreb- der Rax. Dieser extreme Klettersteig
und dem genialen Schlosser und Aufgabe, Zustiege zum Ottohaus ten, in Richtung Ottohaus zu „sau- mit seinen ausgesetzten Passagen,
Rax-Fan August Cepl den Alpenver- zu erschließen und zu pflegen. So gen“. den Steigbäumen und Drahtseil-
einssteig, einen versicherten Klet- kümmerte sich die „Raxgmoa“ um Der Hans-von-Haid-Steig, den Kro- versicherungen stellt bis heute eine
tersteig aus dem großen Höllental den Törlweg und den Aufstieg über nich mit Jahn und Cepl 1913 schuf, alpinistische Herausforderung dar.
durch die Loswand. Die Begeher die Brandschneide, weitere Weg-
dieses für damalige Verhältnisse bauten folgten. Der Gustav-Jahn-
extremen Felsensteiges befanden Steig, eine Verbindung zwischen Kronichs Imperium
sich an dessen Ausstieg nicht ganz dem Ausstieg des Gaislochsteiges
zufällig wesentlich näher am Otto- und dem oberen Alpenvereins- Als Freund des Skipioniers Matthias bei der Berliner Sportausstellung
haus als an der Speckbacherhütte. steig, war dazu geeignet, Bergstei- Zdarsky förderte Camillo Kronich 1907 prämierten Bilder bereitete er
Im gleichen Jahr entstand unter Be- ger, die über das Klobentörl und die den alpinen Skilauf. Selbst ein gu- als Postkarten auf, die er im eigenen
ter Skiläufer und begehrter Führer, Verlag auflegte.
gründete er eine Skischule. Mit dem In den 20er-Jahren war der Besu-
ab 1905 in der erweiterten Hütte cheransturm auf der Rax enorm. Aus
untergebrachten „Österreichischen Abrechnungen der Hüttengebühr
Wintersportklub“ wurden im Be- geht hervor, dass rund 30.000 Gäste
reich des Ottohauses Skikurse und jährlich das Ottohaus besuchten. In
Veranstaltungen organisiert. Kro- der Bergstation der 1926 eröffneten
nich ließ die Skiabfahrt durch den Raxseilbahn wurde ein Restaurant
Kesselgraben markieren, es folgten eingerichtet, das Kronich als Pächter
die „Schöllerabfahrt“ und jene durch übernahm. Der Wanderweg von der
den Staudengraben. 1918 kaufte Bergstation zum Ottohaus wurde
Camillo Kronich aus Militärbestän- als Fahrstraße ausgebaut. Von den
den Unmengen an Skiausrüstung bald 100.000 Seilbahngästen jähr-
und betrieb damit einen florieren- lich kehrten die meisten auch ins
den Skiverleih. Das Marketinggenie Ottohaus ein.
Kronich war auch ein erfolgreicher Das ebenfalls 1926 eröffnete Berg-
Das Ottohaus heute und talentierter Bergfotograf. Seine hotel „Kronichhof“ unterhalb des
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Knappenhofes und ein Autobusun- Tatendrang eingeschränkt waren. In den Kriegsjahren wurde das Ot- 77-jährig nach 60 Jahren seine Hüt-
ternehmen samt Tankstelle runde- Teilweise wurde dieser Rückgang tohaus von den Nazis teilweise mili- te und blieb bis zu seinem Tod 1958
ten Camillo Kronichs Imperium ab. durch Arbeitslose aus den Indust- tärisch genutzt, es befand sich eine am Kronichhof.
Die 30er-Jahre brachten einen ers- riegebieten von Ternitz bis Wiener Fliegerabwehrstellung am Jakobs- Unter den Nachfolgern Kronichs war
ten Einbruch der Geschäfte. Ob- Neustadt ausgeglichen. Die jungen kogel, das Haus wurde auch Stand- das einst so stolze Berghaus zwar
wohl die Sektion Reichenau, wohl Männer, die über unerwartet viel ort der „Kinderlandverschickung“. immer noch das meistfrequentierte
im Bewusstsein, dass ein nicht Freizeit verfügten, kamen in Scha- Nach dem Krieg erwarb Kronich als Schutzhaus der Rax, der Glanz frü-
unbeträchtlicher Teil der Stamm- ren ins Höllental, um zu klettern. erster Hüttenwirt Niederösterreichs herer Zeiten war aber dahin. Bis in
kundschaft aus dem jüdischen Bür- Am Ottohaus ließ die Besucherzahl einen Jeep, den er für die Transpor- die 70er-Jahre gelang es, den ganz-
gertum kam, der Einführung des kaum nach, das neue Klientel hatte te von der Seilbahn zum Ottohaus jährigen Betrieb aufrechtzuerhalten,
Arierparagraphen nicht zustimmte, allerdings kaum Geld. 1938 musste nutzte. 1952 verließ Camillo Kronich dann wurde das aber unrentabel.
kann davon ausgegangen werden, Kronich das Fuhrunternehmen an
dass jüdische Mitglieder anderer die „Deutsche Reichspost“ verkau-
Sektionen in ihrem alpinistischen fen. Seehütte
1894 bauten „D‘Holzknecht“ als Weltkrieg aus Quellenschutzgrün-
Reaktion auf den Kältetod zweier den abgetragen werden musste,
Touristen, die im Winter 1893 die suchte der Verein einen neuen
Orientierung verloren hatten, die Standort in der Nähe. In einer Sen-
Seehütte. Sie lag etwa auf halbem ke jenseits des Preinerwandgipfels
Weg zwischen Karl-Ludwig-Haus fand sich ein Bauplatz, den die Ge-
bzw. Pehoferalm und Ottohaus und meinde Wien erlaubte, da er nicht
war als offene Notunterkunft mit in Richtung Höllental, sondern nach
Heizmöglichkeit konzipiert. Erst Süden in die Prein entwässerte.
nach einem Ausbau 1901 wurde 1954 konnte die Neue Seehütte er-
die Hütte auch bewirtschaftet. Bald öffnen.
zählte man 4.000 Übernachtungen, Am Schneeberg wurde am oberen
weshalb der Holzknechtsteig als ei- Ende der Weichtalklamm, in einem
gener Zustiegsweg angelegt wurde. kleinen Sattel unterhalb des Turm-
Nach 60 Jahren nahm der legendäre Camillo Kronich 1952 Abschied von der Rax. Als die Seehütte nach dem Zweiten steins, 1896 die Kienthalerhütte
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vom gleichnamigen alpinen Verein Stützpunkt auf halber Höhe des len Raxtouren aus Hinternaßwald gen, als nach einem Wasserrechts-
eröffnet. Damit gab es neben dem Aufstieges aus dem Höllental zum machte das Haus rasch zu einem bescheid 1965 das Binderwirtshaus
Baumgartnerhaus einen zweiten Schneeberggipfel. beliebten Treffpunkt, Ausbauten im Reißtal, der legendäre Talstütz-
1904 und 1912 wurden notwendig. punkt für Unternehmungen in den
Nach der goldenen Ära des Rax- Kahlmäuern, abgetragen und die
bergsteigens in den 1920er-Jahren Straße ins Reißtal gesperrt wur-
erlitt das Haus im Zweiten Welt- den. Der Weg zum Habsburghaus
krieg großen Schaden. Mit dem verlängerte sich dadurch um eine
Wiederaufbau stiegen die Gäste- gute Stunde, zahlreiche Gäste blie-
zahlen, deshalb wurde 1963 eine ben aus. Die Modernisierung des
Materialseilbahn zur Versorgung Hauses zog sich über viele Jahre
der Hütte gebaut. Ein für drei Jahre hin, die Bewirtschaftung erfolgte
geplanter Umbau kam zum Erlie- nur mehr sporadisch.

Ein Mal im Jahr wird bei der Seehütte eine Bergmesse gefeiert.

Habsburghaus
Das Habsburghaus (1.785 m) wur- wachsen war. Ein Neubau in unmit-
de 1898/99 vom Niederösterrei- telbarer Nähe, auf der Kuppe des
chischen Gebirgsverein (NÖGV) Grießkogels, erhielt zu Ehren des
errichtet. Der Verein hatte zuvor 50-jährigen Regierungsjubiläums
bereits die Pehoferalm gepachtet, Kaiser Franz Josephs den Namen
aber bald erkannt, dass diese kleine „Habsburghaus“. Das Habsburghaus wird wegen seiner exponierten Lage am Grießkogel oft
Hütte dem Ansturm nicht mehr ge- Die Lage am Ausstieg der stei- „Akropolis der Rax“ genannt.
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Ein dichtes Netz unterkünfte durch „D‘Holzknecht“ weitgehend nach modernen Stan-
und die „Raxgmoa“, der Dirnbacher- dards ausgebaut. Zeitgemäße Ab-
1906 wurden einige kleinere Ver- sich am Ende des Steiges über den hütte am Gaislochboden und der wasserentsorgung, teilweise sogar
einshütten gebaut, die Alpenfreun- Wachthüttelkamm und damit prak- Raxgmoahütte am Trinksteinsattel. durch Kanalbauten bis auf den
dehütte am Krummbachstein, die tisch gegenüber der Kienthalerhüt- Damit war das Raxplateau mit Un- Berg, und Fotovoltaikanlagen zur
Jahnhütte und die Peilsteiner Hütte te. 1927 musste die Speckbacher terständen versorgt, die innerhalb Stromversorgung sind in den letz-
im Bereich der Siebenbrunner Wie- Hütte aus Quellenschutzgründen einer Gehzeit von etwa 1½ Stunden ten Jahren entstanden. Das Natur-
se am Weg vom Preiner Gscheid auf abgetragen werden. Der Verein erreichbar waren. freundehaus Knofeleben wurde in
die Rax. „D‘Speckbacher“ baute eine neue 1922 bis 1924 eröffneten Sektionen Nachfolge des abgebrannten Fried-
Die bereits erwähnte, 1907 eröff- Hütte am Kreuzberg. der Naturfreunde das Weichtalhaus rich-Haller-Hauses 2012 nach mo-
nete Speckbacherhütte befand 1914 kam es zum Bau zweier Not- im Höllental, die Knofelebenhütte dernsten Richtlinien sogar komplett
zwischen Lackaboden und Baum- neu errichtet. Das Haus funktioniert
gartnerhaus und das Waxriegelhaus völlig energieautark und wurde mit
oberhalb der Siebenbrunnerwiese, dem niederösterreichischen Holz-
am Beginn des Waxriegelkamms baupreis 2012 ausgezeichnet.
und des 1921 errichteten Göbl- Trotz des gebotenen Komforts
Kühn-Steiges, der in Richtung See- reicht die Auslastung der Hütten
hütte führte. aber nicht aus, um einen kosten-
Vor allem bei SkifahrerInnen beliebt deckenden Ganzjahresbetrieb zu
ist die von der ÖGV-Sektion Glogg- ermöglichen. Bis auf das Waxriegel-
nitz errichtete Gloggnitzer Hütte haus und die Bergstation der Rax-
am Beginn der Kesselgrabenab- seilbahn sind die Hütten nur in der
fahrt. Seit 1932 finden dort Skitou- Sommersaison, meist von Mai bis
ristInnen Schutz und an Wochenen- Oktober/November durchgehend
den einfache Bewirtung. bewirtschaftet. Die anderen Hütten
am Berg öffnen in der Regel nur an
Heutzutage sind die verbliebenen Wochenenden mit Schönwetter
Hütten auf Rax und Schneeberg ihre Pforten.

Das 2012 neu errichtete Naturfreundehaus Knofeleben


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Die Bergrettung

Eines der frühen überlieferten Kreuz an das tragische Geschehen.


Bergdramen auf der Rax geschah Nachdem 1877 mit dem Karl-Lud-
am 20. Juli 1844, als der Knecht wig-Haus die erste Schutzhütte
Lorenz Ehrenböck bei Nebel und eröffnet war, ereilte ausgerechnet
Schneefall im Bereich der Scheib- die Familie der ersten Hüttenpäch-
waldhöhe die Orientierung verlor. Er ter ein Unglück. Henriette Kain, die
wurde sechs Tage später in der Nähe Nichte Hermann Pehofers, verließ
des Gipfels erfroren aufgefunden. am 7. Dezember 1879 mit Justus
Am 17. September desselben Jahres Posch die Hütte, um Gämsen zu
stürzte der Holzknecht Jakob Hadler wildern. Bei der Preiner Wand stürz-
im Wolfstal 48 Klafter (ca. 85 Meter) te die Kain Jetty in den Tod. Posch
gegen Kaiserbrunn tödlich ab. schlug sich noch in der Nacht bis
Der erste verunglückte Tourist dürf- zum Griesleithof in der Prein durch,
te der 33-jährige Wiener Kaufmann um Hilfe zu holen. Er wurde am
August Schröckenfux gewesen sein. nächsten Morgen ins Krankenhaus
Am 3. September 1856 stieg er mit gebracht, wo ihm beide Fußschau-
zwei Begleitern von der Prein aus feln amputiert werden mussten.
auf die Rax. Um fünf Uhr nachmit- Im November 1886 verirrte sich Wil-
tags wurde die Gruppe von einem helm von Catharin, der Sekretär von
furchtbaren Schneesturm über- Erzherzog Karl Ludwig, am Mittags-
rascht. August Schröckenfux brach stein in einem Schneesturm. Zwei
erschöpft zusammen, wurde von Tage wütete das Unwetter, ehe eine
seinen Begleitern zwischen die Lat- vom Erzherzog eilig zusammenge-
schen gelegt und zurückgelassen. stellte Suchmannschaft Catharin
Sie kämpften sich bis in die Prein lebend fand. Er hatte zufällig eine
durch und verständigten die Wirts- Jagdhütte entdeckt.
leute. Drei Tage später fand man Viele Alpinisten hatten in den fol-
Rettung mit Aussicht: Bei gutem Wetter ermöglicht die Taubergung mit dem die Leiche von Schröckenfux an der genden Jahren weniger Glück. Ro-
Hubschrauber den raschen und schonenden Abtransport von Verletzten, hier im Stelle, wo er zurückgelassen wor- bert Kanitz stürzte 1889 am Teufels-
Karlgraben auf der Rax. den war. Dort erinnert bis heute ein badstubensteig ebenso in den Tod
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wie Franz Podgorsky und Rudolf Dezember desselben Jahres Hans pächtern war, zweitens von Gen- wo die von der Wirtin des Gasthofs
Stölzle drei Jahre später am Wilden Deinzer und Rudolf Lischke am Weg darmen und Ortspolizisten, und Untere Eggl organisierte Rettungs-
Gaisloch. von der Pehoferalm zum Ottohaus, drittens, und zwar hauptsächlich, mannschaft aus zwei Führern, ei-
Im Februar 1893 erfror in der Nähe worauf der Bau der Seehütte als von Freiwilligen, und da besonders nem Träger und fünf Holzknechten
des Bisskogels Georg Krüger, im „Zwischenstation“ betrieben wurde. von Alpinisten, Forstleuten und bereits wartete. Durch tiefen Neu-
Holzknechten. Erstere waren viel zu schnee erreichten sie den Einstieg
wenig und meistens vom Unfallort zum Reißtalersteig, wo Heinrich
weit entfernt, die zweiten vielfach Pfannl, ein Führer und drei Holz-
gar nicht, die letzteren gewöhnlich knechte von einer Lawine erfasst
nur unvollkommen mit den Gefah- wurden, jedoch keinen Schaden
ren des Gebirges vertraut, und so erlitten. Pfannl erkannte eine alte
blieb jede Rettung eine fragliche Lawinenbahn, beschloss aber, die
Sache“. Suche wegen der akuten Lawinen-
Im Dezember 1895 wurde bei der gefahr zu unterbrechen. Er hinter-
Hauptversammlung der Sektion ließ in der Prein den Auftrag, für
Reichenau des DuOeAV der Antrag Mittwoch eine weitere Suchmann-
gestellt, am Ottohaus eine zerleg- schaft mit langen, dünnen Stangen
bare Tragbahre zu deponieren, um bereitzustellen. Bald schon war der
im Unglücksfall rascher helfen zu Lawinenkegel gefunden, auf dem
können. Die Initialzündung für das man einen Pickel mit der Aufschrift
organisierte Bergrettungswesen „Max Schottnik“, dem Namen eines
Das „Schröckenfux-Kreuz“ nahe der Seehütte erinnert an die tragischen Ereignisse fand am Ende dieses Winters statt. der Vermissten, liegen sah. 40 Mi-
im September 1856. Das Foto dürfte um 1900 entstanden sein. Der spätere Präsident des ÖAK, nuten später fand man den toten
Heinrich Pfannl aus Wien, warte- Fritz Waniek, mit dem Seil noch mit
te am Sonntag, dem 8. März 1896, Josef Pfannl verbunden, der beim
Mangelhafte Rettungskette vergeblich auf die Rückkehr seines Sturz eine stark blutende Kopfwun-
Bruders Josef von einem Ausflug de erlitten hatte. Schottniks Leiche
Der Zeitzeuge und Gründer des schrieb, dass „die Bergung der Ver- auf die Rax. Er fuhr am Montag früh fand man erst nach einer Woche,
Wintersportmuseums Mürzzu- unglückten bisher in erster Linie mit dem Zug nach Payerbach, und er war in eine kleine Randkluft
schlag Theodor Hüttenberger Sache von Bergführern und Hütten- mit Pferden ging es in die Prein, gefallen. Im Zuge dieser Bergung
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trat der Mangel einer ständigen sich niemand für die Bezahlung der erkannten den Handlungsbedarf, tenwirte, die mit ihren Angestellten
Einrichtung zur Hilfeleistung deut- Bauern und Holzknechte für die Ar- und so gründeten am 11. Mai 1896 die Rettungsaktionen unterstütz-
lich zu Tage. Darüber hinaus fühlte beit am Lawinenkegel zuständig. ÖAK, ÖTK, die Sektion Austria, die ten. Auch die Zusammenarbeit mit
Akademische Sektion Wien des der Gendarmerie funktionierte her-
DuOeAV und der NÖ. Gebirgsver- vorragend.
Erste Bergrettungsstelle ein den Alpinen Rettungsausschuß Im Ersten Weltkrieg wurden aus
Wien (ARAW). Am 26. Mai wurde die Bergsteigern Soldaten, die in den
Zwei Wochen später brachte der zu begleichen. Staigers Antrag „auf Gründung einer lokalen Zentralstel- furchtbaren Gebirgsschlachten
Vorstand der Sektion Reichenau, Schaffung eines Fonds zum so- le in Reichenau beschlossen, der nicht nur alpinistische Höchstleis-
Hans Staiger, die Thematik zur fortigen Eingreifen im Falle einer ersten Bergrettungsstelle der Welt. tungen erbringen mussten, sondern
Sprache. Es wurde beschlossen, die Verunglückung, zu dem die ver- Im gleichen Jahr folgten Lokalstel- auch Zeugen und Protagonisten un-
ausständigen Kosten der Bergung schiedenen alpinen Vereinigungen len im Schneebergdörfel, in Lunz vorstellbarer Tragödien wurden. Die
gemeinsam mit Heinrich Pfannl beizusteuern haben“, wurde ange- am See, Mürzzuschlag und Admont. Tage nach dem 16. Dezember 1916,
und der Sektion Ennstal-Admont nommen. Auch die Wiener Vereine 1902 beschloss die Generalver- als in den Dolomiten fast 6.000
sammlung des DuOeAV, dass der Soldaten durch Lawinenabgänge
gesamte Rettungsdienst in den den Tod fanden, führten dazu, dass
österreichischen und deutschen sich die k.k. Armee ausführlich mit
Alpen vom DuOeAV organisiert Lawinenkunde befasste und später
und finanziert werden sollte, 1905 ein Handbuch herausgab. Diese Er-
wurde deshalb aus der Lokalstelle kenntnisse kamen der Bergrettung
Reichenau eine selbständige Ret- ebenso zu Gute wie auch neu ent-
tungsstelle des DuOeAV. wickelte und verfeinerte Rettungs-
Der Ausbau des Rettungswesens methoden und -geräte, z.B. die
ging rasch voran. Als Meldestel- Stieglertrage oder der Akja.
len fungierten ans Telefonnetz an- 1921 wurden die Hüttengebühren
geschlossene Schutzhütten und erhöht, ein Drittel erhielt fortan
Berggasthäuser. Dort wurden auch der Rettungsausschuss. Damit war
Rettungsgeräte deponiert. Die der Prototyp des Bergrettungsgro-
Mitglieder der Bergrettung waren schens geboren, der in abgeänder-
Reichenauer Bergretter bei einer Übung 1903. Zweiter von links ist Konrad Kain, der damals neben den Mitgliedern der ter Form bis heute in den Hüttenge-
sechs Jahre später nach Kanada auswanderte. AV-Sektion Reichenau auch die Hüt- bühren integriert ist.
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Die selbständig von der Sektion der Rettungsstelle Reichenau wa-


Reichenau verwaltete Rettungsstel- ren.
le wurde 1922 an den ARAW ange- Anlässlich des 50-jährigen Jubilä-
schlossen, der damit sämtliche Lo- ums der Sektion Reichenau und
kalstellen im Wiener Ausflugsgebiet des 40-jährigen Bestehens der Ret-
betreute. 1922 gab es in Reichenau tungsstelle Reichenau konnte man
bereits 39 Lebend- und 12 Totber- 1936 auf eine ansehnliche Statistik
gungen. Die hohe Qualität der Ret- zurückblicken. Trotz kriegsbeding-
tungsarbeit belegt, dass die ersten tem Einbruch der Besucherzahlen
14 Träger des 1923 vom DuOeAV wurden in diesem Zeitraum 332
geschaffenen „Ehrenzeichens für Rettungen, 177 Totbergungen und
Rettung aus Bergnot“ Mitglieder 44 Nachforschungen durchgeführt.

Teil der Wehrmacht Im Jänner 1944 musste die Besatzung einer Ju 52 der Wehrmacht geborgen werden.
Der Kreis markiert die alte Seehütte.
Anders als im Ersten Weltkrieg es auch einen militärischen Aspekt
wurden die Rettungsstellen im samt Einsätzen bei Kampfhandlun- noch am gleichen Tag konnten die mer schwerer. Wir leiden alle unter
Zweiten Weltkrieg nicht durch Ein- gen im alpinen Bereich. fünf Soldaten geborgen werden. dem Mangel an Hosen, die besten
berufungen zerschlagen, sondern Am 27. Jänner 1944 musste ein Unter welchem Mangel die Bergret- Windjacken nützen nichts, wenn
unter dem Namen „Alpenvereins- Transportflugzeug wegen Verei- ter damals litten, zeigt ein Appell, man an den Füßen bald nass und
bergwacht“ dem DAV einverleibt sung nahe der Bergrettungshütte den der Leiter der Ortsstelle Josef durchfroren wird. Könnte die Luft-
und dem Heeressanitätsdienst des am Trinksteinsattel notlanden. Die Matouschek seinem Bericht beifüg- waffe nicht einmal mit ein paar Mi-
Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unverletzte Besatzung versuchte te: „Das Flugzeug ist eine Transport- litärhosen einspringen? Wir erbrin-
beigestellt. Eine neue Aufgabe er- einen Abstieg zu finden, geriet aber maschine und ist schwer beladen, gen unsere Einsätze ja nicht für uns,
hielten die Bergwachtmänner mit aus mangelnder Ortskenntnis im- unter anderem mit Reis. Könnte sondern für die Allgemeinheit und
der Überwachung des Naturschut- mer wieder in die Felsen und muss- man da nicht entgegenkommend vielfach auch für die Wehrmacht.“
zes. te die Nacht im Flugzeug verbrin- der Bergwacht etwas überlassen? Trotz der schwierigen Bedingun-
Wie bei einer Wehrmachtsorganisa- gen. Am 28. Jänner um sieben Uhr Der Einsatz der Mannschaft wird, gen konnte während des Krieges
tion nicht anders zu erwarten, gab früh begann die Rettungsaktion, mit Rücksicht auf die Kleidung, im- der Rettungsbetrieb sogar ausge-
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baut werden. Die Einsatzstatistik 1939: 56 Lebend-, 3 Totbergungen here Leiter der Ortsstelle mit deren Bergretter im Einsatz, und im De-
zeigt, dass während der gesamten 1940: 56 Lebend-, 10 Totbergungen treuhändiger Verwaltung betraut. zember wurde der Bereitschafts-
Kriegszeit offenbar viele Bergstei- 1941: 54 Lebend-, 6 Totbergungen Sofort scharten sich ehemalige dienst wieder aufgenommen. Die
ger unterwegs waren, 1943 wurde 1942: 86 Lebend-, 12 Totbergungen Bergwachtmitglieder um ihn, und Finanzierung des Dienstbetriebes
gar eine Höchstzahl an Bergungen 1943: 91 Lebend-, 10 Totbergungen der Dienstbetrieb formierte sich war jetzt schwieriger, da sich die
erreicht. 1944: 51 Lebend-, 11 Totbergungen langsam wieder. 1946 waren bereits Bergrettung nicht mehr an den
14 Lebend- und zwei Totbergungen Alpenverein als Trägerorganisati-
zu verzeichnen. on wenden konnte. Aus dem Erlös
Österreichischer Bergrettungsdienst Nach zahlreichen Gesprächen kam einer Tombola wurden 1948 zwei
man zur Einsicht, das alpine Ret- beschädigte amerikanische Gelän-
Nach Kriegsende wurden alle Ver- den geplündert, der erste Einsatz- tungswesen in Österreich in Form dewagen gekauft, aus denen ein
eine von den Besatzungsmächten wagen der Ortsstelle, ein Mercedes eines eigenständigen Vereines zu funktionstüchtiges Fahrzeug ge-
aufgelöst, auch die Bergwacht. Mel- G 5, der seit 1940 in Reichenau in organisieren. Bei einer Sitzung der baut wurde.
destellen und die Diensthütte wur- Verwendung war, verschwand. Die Vertreter der Bundesländer und Auch ein Jeep wurde angeschafft.
russischen Besat- des zuvor gebildeten Ausschusses 1957 kam bei einer Suchaktion auf
zer machten eine aus Mitgliedern der alpinen Verei- der Rax erstmals ein Hubschrauber
Wiederaufnahme ne am 13. und 14. Oktober 1946 in des Innenministeriums zum Ein-
des Bergrettungs- Salzburg wurde der Österreichische satz.
dienstes und des Bergrettungsdienst gegründet. Das Ab 1958 strebte die Landesleitung
Bergtourismus Rettungsmaterial aus Beständen die einheitliche Ausbildung aller
nicht einfach, die der Bergwacht und der alpinen Ver- Bergretter an. Den Reichenauern
Raxseilbahn beför- eine wurde der Bergrettung über- kam dabei wegen ihrer Erfahrung
derte in den ersten geben, die Ortsstellen formierten und ihrer Fähigkeiten in Fels und
Monaten fast aus- sich neu. hochalpinem Gelände eine wichti-
schließlich sowjeti- In Reichenau machte man sich ge Rolle im Ausbildungsteam zu.
sche Soldaten. 1946 zuerst an die Instandsetzung der Anfang der 60er-Jahre war es
wurde der Reise- Diensthütte auf dem Trinkstein, die durchaus üblich, dass sich Kletterer
verkehr erleichtert überraschend nicht der Liquidation mit dem Brustgurt oder einem di-
Aus zwei mach eins – der „Chevy“-Geländewagen, der 1948 und mit Josef Ma- deutschen Eigentums anheimge- rekt um die Brust gebundenen Seil
mit dem Erlös einer Tombola gekauft wurde. touschek der frü- fallen war. 1948 waren wieder 45 als Sicherung begnügten, wodurch
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endeten. Um dem entgegenzuwir- im Einsatz, konnte Reichenau nun Ausbildung schlagen sich auch in
ken, kombinierten die Reichenauer in etwa 15 Minuten ab Alarmierung der Statistik nieder. Wurden in den
den Brustgurt mit einer Sitzschlin- erreicht werden. ersten 50 Jahren des Bestehens der
ge, was sich in vielen Versuchen be- Der Hubschrauber sollte Verunfall- Bergrettung von 1.122 geborgenen
währte. Rudolf Reidinger und Sepp te rasch bergen können, aber auch Personen 246 nur noch tot zu Tal
Bauer publizierten diese „Reichen- Notarzt bzw. Notfallsanitäter direkt gebracht, waren es zwischen 1946
auer Anseilart“ in alpinen Zeitschrif- zum Verletzten bringen. Durch ein- und 1995 „nur“ 168 Tote, während
ten, die Resonanz blieb jedoch aus. schlägige Ausbildung von Bergret- 2.249 Menschen gerettet werden
Später wurde die Sitzschlinge durch tern zu Flugbegleitern und Notfall- konnten. Gegenwärtig werden jähr-
den „Reichenauer Sitz“, der aus einer sanitätern ab 1990 wurde dieses lich im Schnitt 70 Menschen gebor-
Reepschnur oder Bandschlinge ge- Ziel erreicht. Einige bergtaugliche gen.
knüpft wurde, ersetzt. Notärzte, die am
Der Reichenauer Sitz Es dauerte aber noch, ehe die Mehr- Hubschrauber-
heit der Kletterer und in Folge auch stützpunkt Dienst
manche Bergungen wegen des lan- die Industrie die überzeugenden tun, vervollstän-
gen Hängens im Brustgurt tragisch Vorteile eines Sitzgurtes erkannte. digen die gute
Kooperation. Das
Manko, dass vor al-
Hubschrauber im Einsatz lem im Herbst und
Winter Christopho-
Die unermüdliche Sammeltätigkeit Gemeinde ein Grundstück hinter rus 3 wegen Nebels
des Hans Pehofer, der mit dem le- dem Kurtheater zur Verfügung ge- häufig nicht starten
gendären Ausspruch: „Habe ich sie stellt hatte, 1976 eröffnet werden. kann, wurde durch
heute schon belästigt?“, bei den Die Stationierung des Rettungs- die Stationierung
Bergsteigern auf der Rax symboli- hubschraubers Christophorus 3 des Christophorus
sche „Bausteine“ verkaufte, stellte in Wiener Neustadt 1984 war ein 15 in Ybbsitz 2004
die finanzielle Basis für den Bau Meilenstein in der schnellen Ver- behoben. 8½ Stunden dauerte am 10.2.2013 die Bergung eines vermiss-
einer eigenen Bergrettungszentra- sorgung Verletzter. Waren bis dahin Die stetigen Ver- ten Bergsteigers von der Alarmierung bis zur Übergabe ans
le her. Nach mehrjähriger Bauzeit nur die in Wien stationierten Hub- besserungen der Rote Kreuz. 28 BergretterInnen und sechs Alpinpolizisten
konnte das neue Haus, für das die schrauber des Innenministeriums Ausrüstung und waren dabei im Einsatz.
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Frauen auf Rax und Schneeberg

Studiert man die Alpinliteratur der nervereinigungen zu deklarieren.


Region, fällt eines nicht auf: Frauen. Die einzige Frau, die in diesem Zu-
Aber es gibt sie, man muss nur nach sammenhang auftaucht, ist Maria
ihnen suchen. Vogelsang, die mit ihrem Mann Mo-
Zunächst findet man Frauen in den ritz die Gründung der „Reißthaler“
klassischen Rollen. Von legendären initiierte.
Hüttenwirtinnen wie dem „Almmut- Der Großteil der ersten Alpinisten
terl“ Charlotte Pehofer und Gertrude stammte aus vermögenden, bil-
Kronich war bereits die Rede. dungsnahen, bürgerlichen Kreisen.
Am Rande wird die Sennerin Lies Dort war es die Rolle der Frau, eine
erwähnt, die als Letzte ihres Standes gute Gesellschafterin und Gastge-
bis 1961 ihren Dienst auf der Klo- berin zu sein und vielleicht ein biss-
benalm versah, und wir erinnern uns chen Handarbeit zu betreiben oder
an die „Kain Jetty“, eines der ersten zu musizieren. Und doch waren
Opfer eines Bergunfalls auf der Rax.
Eine weitere legendenumrankte
Frauengestalt war die „alte Miaz“,
eine Enkelin jener Holzknechte,
die mit Georg Hubmer gekommen
waren. Maria Eder, Jahrgang 1899,
lebte in einem kleinen Häuschen
am Preintaler Gscheidl, unweit der
Stelle, an der Hubmers berühmter
Schwemmtunnel begann. Sie setzte
sich für den Denkmalschutz eines
noch erhaltenen Nachbarhauses
aus der Zeit Hubmers ein, jedoch
ohne Erfolg. Als fleißige Hüttenwirtin erfüllte Charlotte
Bei der Gründung alpiner Vereine Pehofer jahrzehntelang die damals
Hosen waren nur zum Skifahren erlaubt: Skifahrerin auf der Rax; um 1910 war es üblich, diese als reine Män- übliche Rolle der Frau am Berg; um 1910
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Frauen schon früh auf den Reichen- schaft Neunkirchen aufgefordert, Im „Fröhlichen Rax-Büchlein“, in dem
auer Bergen unterwegs. darauf zu achten, dass die Damen der Schriftsteller Egid Filek 1925 ver-
Ein Hinweis findet sich in einem Be- nur beim Wiesenrutschen (Skifah- schiedene Typen der Raxbergsteiger
hördenbrief. Um die Jahrhundert- ren) auf der Rax Hosen tragen dürf- beschreibt, liest man von „Berga-
wende wurde Ottohauswirt Camillo ten, während sie sich in Röcken zu mazonen“, „zigarettenvertilgenden,
Kronich von der Bezirkshauptmann- Tal zu begeben hätten. ungeschlechtlichen Wesen im Ho-
senrock“, „Wandermädels“, „flinken,
anmutigen Tierchen mit Bubikopf Erika Gruber und der Sherpa Purba vor
Bergamazonen oder Hängezöpfen“, und der Sorte dem Island Peak und dem Makalu
„Er und Sie“, „Pärchen, die sich auf
Auf Bildern von der Eröffnung des einsätze. Immer wieder kommt es zu einsamste Wege und in dunkelste peditionen im In- und Ausland. Vom
Alpenvereinssteiges 1910 sieht man, Bergungen weiblicher Opfer, wie Winkel der Hütten verkriechen“ Klettern im Yosemite Nationalpark
dass Frauen anwesend waren. Auch in einem Bericht im „Neuen Wiener Aus einem weiteren Rettungsbe- in den USA über die Ersteigung der
auf Aufnahmen anderer Steige und Abendblatt“ zu lesen ist. Zu Ostern richt wissen wir, dass am 25. Juni ersten Fünf- und Sechstausender
Klettereien sind immer wieder Alpi- 1922 war Ilona Donath beim Versuch, 1933 Wolf von Stadler mit Angela in Bolivien entwickelte Erika Gru-
nistinnen zu sehen. mit ihrer Gruppe vom Grafensteig Roth und Karl Beck eine Erstbege- ber sich zu einer hervorragenden
Wenig prominent sind Frauen in den weglos in den Krummbachgraben hung in der Blechmauer versuchte Höhenbergsteigerin. Mit dem Pik
Listen der Erstbegehungen vertre- abzusteigen, 300 Meter abgestürzt. – eine Route in schwierigstem Fels, Korschenewskaja im Pamir gelang
ten. Eine Ausnahme ist Ella Schauer, Der Rest der Gruppe, fünf Damen bei der die Frau kein Anhängsel, ihr 1995 erstmals ein 7.000er, 1996
die 1923 mit Alois Wildenauer und und vier Herren, verstieg sich hoff- sondern gleichberechtigte Partnerin schaffte Erika Gruber den Gipfel des
Franz Ambros den Höllentalsteig in nungslos und konnte nicht weiter sein musste. Nachdem Beck durch 8.201 m hohen Cho Oyu im Hima-
der Loswand erstbegangen hat. – bis auf einen der Männer, der sich, Steinschlag einen Schulterbruch er- laya. Danach beteiligte sie sich an
Die 20er-Jahre scheinen parallel zu nach einem Absturz verletzt, bis ins litt, musste die Seilschaft geborgen Besteigungsversuchen an Spantik,
gesellschaftlichen Veränderungen Tal durchschlagen konnte. Raimund werden. Manaslu und Baruntse, ehe sie 2006
auch den Bergsteigerinnen eine Thäder, der damalige Leiter der Dass man auch durch „Nur-dabei- am Gipfel des 8.035 m hohen Gas-
gewisse Emanzipation gebracht zu Bergrettung Reichenau, führte die Sein“ zur großartigen Alpinistin herbrum II stand. Erika Gruber ist
haben. Grund dafür war sicher auch, Bergung schließlich alleine (!) von 3 reifen kann, zeigt das Beispiel der nach wie vor in den Bergen der Welt
dass jetzt mehr „einfache Leute“ in Uhr früh bis 4 Uhr am Nachmittag Reichenauerin Erika Gruber. Seit unterwegs, und man darf gespannt
die Berge gingen. Aufschlussreich durch und brachte alle acht Überle- über 25 Jahren begleitet sie ihren sein, welche Gipfel sie noch einsam-
sind die Protokolle der Bergrettungs- benden sicher nach Kaiserbrunn. Mann Ignaz bei Bergtouren und Ex- melt.
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Kaiserwasser für alle

Als Kaiser Karl VI. um 1725 bei ei- ser 1884 die Herrschaft Reichenau
nem Jagdausflug das wilde und verkauften, um vor der absehbaren
unerschlossene Höllental besuchte, Enteignung durch Joseph II. ihren
entdeckte er eine mächtige Quelle, Grundbesitz noch rasch zu Geld zu
deren kristallklares Wasser aus einer machen: „Es wird daher dem Stift
Felsspalte am Fuße des Schneeber- die Entnahme des eigenen Bedar-
ges hervorsprudelte. Karls Leibarzt fes auch weiterhin gestattet, die
fand dieses Wasser so vortrefflich, Entnahme durch Privatleute muß
dass er ihm dessen täglichen Ge- aber unterbunden werden, da die-
nuss empfahl. Sogleich erging an ses (Anm.: das Wasser) wegen sei-
den Neuberger Abt der Auftrag, ner außerordentlichen Reinheit bei
den Weg durch das Höllental zum der jetzigen Methode der Wasser-
„Kaiserbrunnen“ auszubauen. 1732 kuren und bei mehr Verlautbarung
wurde die erste Etappe der Höllen- seiner trefflichen Eigenschaften bei
talstraße eröffnet, und die „Wasser- Feilbietung durch die Herrschaft
reiter“ konnten zwei Mal pro Woche Reichenau eine fühlbare Rente ver-
das gute Kaiserwasser in Fässern an schaffen würde. Man sollte daher
den Wiener Hof transportieren. Die- statt des jetzigen verfallenen Brun-
se Truppe bestand auch noch unter nenhauses ein neues, verschlosse-
Maria Theresia, erst Joseph II. löste nes errichten, um die Quelle nicht
Seit dem 24. Oktober 1873 spritzt Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet aus dem sie aus Kostengründen auf. allen Leuten zugänglich zu lassen.“
Hochstrahlbrunnen am Wiener Schwarzenbergplatz. Auch das Kloster Neuberg nutzte
als Grundbesitzer die Quelle. Das Die Wasserversorgung Wiens war
Wasser wurde im Kloster genossen nach dem Abzug der Römer, die das
und in Flaschen gefüllt als Heilwas- Lager Vindobona mit einer Wasser-
ser bis nach Wien verkauft. Dieses leitung aus dem Raum Perchtolds-
einträgliche Geschäft findet auch dorf versorgt hatten, bis um 1800
im Ankaufsbericht der Innerberger weitgehend durch Hausbrunnen
Hauptgewerkschaft Erwähnung, gedeckt worden. Die lehmige Bo-
welches die Neuberger Zisterzien- denbeschaffenheit und vor allem
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das Fehlen einer Kanalisation wirk- Stadt brachte, und die Errichtung nachhaltig sicherzustellen, wurden ersten Wiener Hochquellenleitung
ten sich auf die Trinkwasserqualität der Kaiser-Ferdinand-Wasserleitung 1861 nach einer öffentlichen Aus- kam, ist vor allem dem Betreiben
aus. Die Folge waren wiederholt Ty- (1841), die Uferfiltrat aus Donau und schreibung 15 Projekte eingereicht. von Cajetan Felder, Vizebürger-
phusepidemien. Es folgten der Bau Donaukanal ins Netz speiste. Doch Diese befassten sich mit Wasser aus meister Wiens und Mitglied (ab
der Albertinischen Wasserleitung, weder die Qualität noch die geför- der Donau, den Brunnen des Wiener 1863 Obmann) der 1862 gebildeten
die Wasser aus Hütteldorf in die derte Menge waren ausreichend. Beckens, der Schwarza, der Leitha Wasserversorgungskommission,
und der Pitten, und vor allem mit und dem Geologen Eduard Suess
dem Quellsystem der Fischa-Dag- zu verdanken. Bestärkt durch ein
nitz, aber nicht mit den Hochquel- „Votum der Gesellschaft der Ärzte in
len von Rax und Schneeberg. Wien“ setzten sie die Hochquellen-
Dass es letztlich doch zum Bau der variante durch. Der Vorteil, dass die

Die Wasserreiter transportierten das begehrte Wasser des Kaiserbrunnens zwei Mal
wöchentlich nach Wien (Wasserleitungsmuseum in Kaiserbrunn).

Bau der Hochquellenleitung


Die Quelle in Kaiserbrunn 1868 mit dem alten Pavillon…
Mitte des 19. Jahrhunderts war der etwa 600.000 Menschen lebten. …und 1869 nach Beginn der Bauarbeiten. Der Quellspalt ist deutlich zu erkennen.
Wien eine stark wachsende Stadt, in Um die Wasserversorgung Wiens (beide Bilder Archiv Norbert Toplitsch, Payerbach)
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Leitung im freien Gefälle bis Wien serbrunn bis zum Wasserbehäl- der Typhuserkrankungen. Neben en Bodenoberfläche des gesamten
führen konnte, sowie die hervorra- ter am Rosenhügel in Wien fertig. jahreszeitlichen Schwankungen Einzugsgebietes durch den Vor-
gende Wasserqualität sprachen für Am 1. September 1873 wurde der der verfügbaren Wassermenge gang der Schneeschmelze sowohl,
sich. Der Bau wurde im Juli 1864 Behälter erstmals gefüllt, am 24. zeigten sich allerdings auch Qua- als auch durch heftige Regengüsse
beschlossen, Kaiser Franz Joseph I. Oktober erfolgte mit der Inbetrieb- litätsminderungen zur Zeit der in die Tiefe des Berginneren gelan-
schenkte am 30. April 1865 der Ge- nahme des Hochstrahlbrunnens am Schneeschmelze und nach starken gen und etwa zwei Tage später in
meinde Wien den Kaiserbrunnen, Schwarzenbergplatz durch Franz Regenfällen. Zum Schutz der Quel- den angeschwollenen Quellen zuta-
und im Dezember 1869 wurde mit Joseph I. die feierliche Eröffnung der len hatte die Gemeinde Wien schon ge treten, ohne durch irgendeinen
dem Bau begonnen. Wasserleitung. 1868 die Gründe in unmittelbarer Filtrationsvorgang zurückgehalten
Nach nur dreieinhalb Jahren war Der Erfolg der neuen Wasserver- Nähe der Quellen in Stixenstein und zu werden“. Bestätigt wurde dies
die Wasserleitung auf einer Länge sorgung zeigte sich umgehend Kaiserbrunn erworben. 1955, als bei einem Färbeversuch
von fast 100 Kilometern von Kai- durch ein drastisches Absinken Durch den Ausbau der Unterkünfte am Ochsenboden am Schneeberg
für Bergsteiger auf Rax und Schnee- der eingebrachte Farbstoff schon
berg ab den 1880er-Jahren und nach 16 Stunden im Kaiserbrun-
das wachsende Aufkommen an Be- nen und nach zwei Tagen im 12,5
sucherInnen wurden aber weitere Kilometer entfernten Stixenstein
Schutzmaßnahmen notwendig. nachgewiesen wurde. Die Einsicht,
1927 stellte ein Untersuchungs- dass die Kalkstöcke von Rax und
bericht fest, dass „die Verunreini- Schneeberg das Niederschlagswas-
gungen des Hochquellenwassers ser kaum filtern, zeigte die Notwen-
sicher fast ausschließlich aus dem digkeit auf, im Einzugsgebiet der
Quellgebiet kommen und dass sie Quellen weiträumige Schutzgebiete
dort als Verunreinigungen der frei- auszuweisen.

Umfassender Schutz

Der Wasserschutz bringt zwar Einschränkungen für die BesucherInnen mit sich, Der Grundbesitz der Gemeinde werden von der MA 49, dem Forst-
bewahrt Rax und Schneeberg aber vor übermäßiger Nutzung und daraus Wien von anfänglich zehn Hektar amt der Gemeinde Wien, in den
resultierenden Schäden an der Umwelt. 1870 vergrößerte sich stetig. Heute Revieren Hirschwang und Naßwald
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rund 18.200 Hektar Wald und Wei- desinfiziert und zu Tal befördert Konflikte mit dem Bergtourismus das gesteigerte Interesse an Öko-
deflächen bewirtschaftet. Die Ver- werden. gab es immer wieder, vor allem das logie und Umweltschutz das Ver-
größerung des Besitzes entstand Bis in die heutige Zeit investiert strenge Zelt- und Lagerfeuerverbot ständnis für einzelne Zutritts- und
durch Ankäufe und Tausch gegen Wien große Summen in den Quel- stört viele Naturfreaks, bei Neuer- Nutzungsbeschränkungen steigt.
eigens erworbene Ersatzflächen. lenschutz bei Hütten. In den ver- schließungen von Kletterrouten Immerhin haben es die BesucherIn-
Während des Zweiten Weltkrieges gangenen Jahren wurden die kam und kommt es zu Interessens- nen von Rax und Schneeberg dem
getätigte zweifelhafte Eigentümer- Bergstation der Raxseilbahn, das kollisionen. Wasserschutz zu verdanken, dass
wechsel wurden in nachträglichen Ottohaus, das Karl-Ludwig-Haus In den letzten Jahren zeigt sich, die Gegend nicht mit Berggasthäu-
Rückstellungsverfahren legitimiert und das Habsburghaus mit Abwas- dass durch die Öffentlichkeitsarbeit sern, Mautstraßen und Liften zuge-
und abgegolten. Auch Unterkünfte serkanälen ausgestattet. der Gemeinde Wien wie auch durch pflastert ist.
für aus Hinternaßwald abgesiedel- Auch im Bereich der Landwirtschaft
te Waldarbeiter wurden beschafft, wurden aufwändige Maßnahmen
ebenso ein Gasthof in Reichenau, ergriffen. Auf der Bodenwiese wur-
der den Besitzern des abgetrage- de eine Doline mit Beton abgedich-
nen „Binderwirtshauses“ im Reißtal- tet, die Senke mit Lehmerde verfüllt
grund als Ersatz überlassen wurde. und begrünt, um den Wasserabfluss
Auch durch die Verlegung von We- zu bremsen, in Hinternaßwald wur-
gen bzw. die Sperre einiger weni- de eine Alm aufgelassen und durch
ger Bereiche im unmittelbaren Ein- Rodung eines Waldes auf wenig
zugsgebiet der Quellen wurde der durchlässigem Boden Ersatz für die
Schutz des Wassers betrieben. Weideflächen geschaffen. Im Be-
Was blieb, war die Gefahr der Verun- reich von Wildfütterungen wird der
reinigung durch die Schutzhütten. Boden abgedichtet, um eine Verun-
So wurden aus Quellschutzgründen reinigung durch Fäkalien zu vermei-
die Speckbacher- und die Seehütte den. In der Forstwirtschaft liegt der
abgetragen und an anderer Stelle Fokus auf der Herstellung und der
neu errichtet. Dem Bau der Raxseil- Erhaltung naturnaher Wälder, die
bahn stimmte die Gemeinde Wien durch den Aufbau einer starken Hu-
nur unter der Bedingung zu, dass musschicht die Rückhalte- und Fil- Im Wasserleitungsmuseum Kaiserbrunn werden umfangreiche historische und tech-
sämtliche Abwässer gesammelt, terwirkung des Bodens verbessern. nische Informationen rund um die erste Wiener Hochquellenwasserleitung präsentiert.
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Von Rax und Schneeberg


auf die Berge der Welt
Seit den Anfängen des Alpinis- die meisten Wiener Bergsteiger und
mus haben Bergsteiger Touren auf Kletterer, wie Heinrich Hess, Paul
Schneeberg und Rax nicht nur als Grohmann oder später Fritz Kaspa-
eigenständige Ziele, sondern auch rek, ihre alpinistischen Anfänge in
als Sprungbrett für höhere alpinisti- Reichenau hatten. Der Grund dafür
sche Taten betrachtet. war nicht nur die Nähe zu Wien und
Vor allem die Wiener Bergsteiger- die gute Erreichbarkeit, sondern
elite kümmerte sich nach der Grün- auch die vielseitigen alpinistischen
dung alpiner Vereinigungen um Herausforderungen. Distanzmär-
die Erschließung zahlreicher Tou- sche mit großen Höhendifferenzen
ren. Emil und Otto Zsigmondy, die von bis zu 1.500 Metern pro Auf-
später als Erstbegeher zahlreicher stieg waren ebenso möglich wie
Routen am Dachstein, im Gesäuse, schwierigste Klettertouren in 300
in den Dolomiten und den Westal- Meter hohen Wänden. Rax und
pen auftraten, machten ihre ersten Schneeberg waren aber nicht nur
Neutouren auf der Rax, oft mit dem Trainingsgelände „auswärtiger“ Al-
Führer Daniel Innthaler. Der große pinisten, sondern es zog auch Ein-
Alleingänger Eugen Guido Lammer heimische immer wieder fort, um
trug sich ebenso in die Liste der ihre in den Heimatbergen erworbe-
Erstbegeher auf der Rax ein. nen Fähigkeiten andernorts bewei-
Man kann davon ausgehen, dass sen zu können.

Konrad Kain
Einer von ihnen war Konrad Kain, genhirte zu verbringen. Dann arbei-
geboren 1883 in Naßwald. Mit 14 tete er jahrelang als Steinklopfer im
Konrad Kain, der als Wilderer auf der Rax zu klettern begann, suchte und Jahren verließ er die Schule, um fast Bergbau, erst in der Veitsch, danach
fand sein Glück in Kanada. ein ganzes Jahr auf der Rax als Zie- in Hirschwang. In dieser Zeit ent-
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schrieb auch im- Kalkwänden der Rax.


mer wieder Briefe Im Sommer arbeitete er als
in englischer Spra- Bergführer für den ACC und
che und schickte als Vermesser, in den Win-
sie zur Korrektur an tern verdingte er sich als
seine gebildeten Tischler oder Helfer in der
Kunden, die dank Landwirtschaft.
seiner gewinnen- Im Sommer 1912 nahm er
den Art zu Freun- an einer Expedition ins In-
den geworden wa- nere Sibiriens bis zum Altai-
ren. Kains großer gebirge teil. Im selben Jahr
Konrad Kain 1913 mit seinem Gefährten auf dem Weg zum Traum war eine besuchte er seine Mutter Kain als Trapper; um 1915
Gipfel des Mt. Robson Amerikareise. Auf und die Rax zum letzten
sein Ersuchen frag- Mal, bevor er im November nach remen Witterungen aussetzte – vor
wickelte er − auch beim Wildern − te Pistor bei der Canadian Pacific Neuseeland reiste, um auch im allem seine Winterbesteigungen
seine Fähigkeiten im Klettern, die Railroad an, ob nicht ein Posten als Winter als Bergführer arbeiten zu waren außergewöhnlich – hinter-
bald so bekannt waren, dass er an Führer vakant sei, nicht ohne Kains können. ließ Spuren. Nach dem Tod seiner
freien Wochenenden als Bergführer Fähigkeiten lobend zu erwähnen. 1913 bis 1915 verbrachte Kain die Frau Hetta im Februar 1933 fühlte
gebucht wurde. Dadurch lernte er Alle Stellen waren bereits mit den Sommer in Kanada und die Winter sich Konrad Kain einsam, die Le-
auch Klettergebiete wie das Gesäu- bewährten Schweizer Bergführern in Neuseeland, wobei ihm da und bensenergie verließ ihn. Im Okto-
se kennen. Mit dem Wiener Han- besetzt, doch der Alpine Club of dort zahlreiche Erstbesteigungen ber erkrankte er, schließlich starb
delsdelegierten Dr. Erich Pistor, der Canada (ACC) suchte noch Führer. gelangen. Nach seiner Heirat 1917 er ein Jahr nach ihr am 2. Februar
Kain erstmals 1904 als Führer buch- Es wurde vereinbart, dass Kain zwei betätigte er sich weiter als Bergfüh- 1934.
te, kam er in die Dolomiten, die Dollar pro Tag sowie zwei Dollar pro rer und Vermesser, im Herbst oft als Um Kains Verdienste zu würdigen,
Schweiz und nach Frankreich. Nach Führung bei freier Kost und Logis Jagdführer und im Winter als Fal- wurde 1934 der Needle Peak in Van-
Korsika gelangte Kain mit dem erhalten sollte. Sein Freund Gern- lensteller, gelegentlich war er auch couver in Mount Kain umbenannt,
Kaufhauserben Albert Gerngross, gross streckte ihm das Geld für die Führer und Stuntdouble für Film- an seine Heimat Naßwald erinnert
mit dem ihm die Erstbesteigung Reise vor. Konrad Kain verabschie- produktionen. Dieser Lebensstil, der Nasswald Peak im Grenzgebiet
des Capo Tafonato gelang. Kain dete sich am 13. Mai 1909 von sei- bei dem er sich permanent großer zwischen Alberta und British Co-
lernte mit Pistors Frau Englisch, ner Mutter, dem Großvater und den körperlicher Anstrengung und ext- lumbia.
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Ignaz Gruber ging zur Bergrettung, wo er mit 17 Im Himalaya stand der Naz, der
Jahren bereits Ausbildner wurde. auch auf den höchsten Bergen stets
Immer wieder sind seither Bergstei- nen, den Haidsteig auf und ab zu Bergtouren führten ihn über die gro- im Alpinstil unterwegs war und ist,
ger aus Reichenau ausgezogen, um klettern. Als Naz eines Tages alleine ßen Klettergebiete am Hochschwab am Gipfel des Nun Peak (7.135 m),
ihren bergsteigerischen Horizont zu im Weichtalhaus war, wurde er von und Dachstein in die Dolomiten und nur zwei Wochen nach dem Abflug
erweitern. Einer, der diese Leiden- zwei Kletterern eingeladen, mit ih- das Gesäuse bis ins Mont-Blanc-Ge- von Wien. Er begleitete die Wie-
schaft zu seinem Beruf gemacht hat nen den Höhlensteig, eine Tour im biet. 1965 machte er seine erste Ex- ner Frauenexpedition 1995 auf die
und seit über 50 Jahren in den Ber- IV. Schwierigkeitsgrad, zu klettern. pedition. Diese führte die Gruppe in Shisha Pangma (8.027 m) und war
gen der Welt unterwegs ist, ist Ignaz Diese Route fiel ihm so leicht, dass er, die algerische Sahara, wo rund zehn nicht nur der älteste Mensch, der bis
Gruber. völlig euphorisiert, wenig später in Erstbesteigungen im Hoggargebir- zu diesem Zeitpunkt den Gipfel er-
Der Gruber Naz, wie er genannt die Sechserroute „Malaga“ einstieg, ge gelangen. Der Gruber Naz wurde reicht hatte, sondern filmte auch die
wird, erblickte 1941 das Licht der sich in noch schwierigeres Gelände Bergführer und konnte seiner Lei- Gipfelankunft der Teilnehmerinnen.
Welt und rund zehn Jahre später ei- „verkofferte“ und geborgen wer- denschaft nun auch beruflich nach- Auch die Gipfelbesteigungen am
nige Kletterer in der Preiner Wand. den musste. Am Ostersonntag 1965 gehen. 1968 gelang ihm mit seinem Cho Oyu und Gasherbrum II, beide
„Das machen wir auch“, sagten sich stieg er alleine in die „Blechmauern- Bergrettungskameraden Alfred mit seiner Frau Erika, hielt er filmisch
der Naz und sein Freund und began- platte“ im V. Grad ein. Dem Absturz Schön die erste Skiabfahrt über die fest.
aus knapp 25 Metern folgte Nordwand des Pik Lenin (7.134 m). Dass Ignaz Gruber bei all seinen Er-
ein dreimonatiger Kranken- Erstmals auf einem richtig hohen folgen der Sicherheit stets höchste
hausaufenthalt und das bis Berg, erkannte Naz sein Talent als Priorität beimaß, zeigt die Liste der
heute gehaltene Verspre- Höhenbergsteiger. Besteigungsversuche, die er wegen
chen an seine Mutter, nie Ab Mitte der 70er-Jahre war Gru- gefährlicher Schnee- oder Witte-
wieder am Ostersonntag ber regelmäßig mit dem „Land der rungsverhältnisse ohne Gipfel-
klettern zu gehen. Im fol- Berge“-Team des ORF unterwegs. So erfolg abbrach: Nanga Parbat, Ma-
genden Frühjahr erstieg kam er u.a. nach Ostafrika, ins Do- naslu, Kantschengzönga, Spantik,
Gruber mit Dieter Hafner, gonland nach Mali und nach Franz- Baruntse.
seinem Kletterfreund der Josef-Land. Er erstieg 1983 unter an- Zu seinem Siebziger machte sich
ersten Stunde, schon wie- derem die „Nose“ am El Capitan im der Naz 2011 mit der Besteigung
der den Kowelkapfeiler, Yosemite National Park und 1989 in der Ama Dablam (6.856 m) im Hi-
Ignaz „Naz“ Gruber, Bergführer aus Reichenau, beim eine 300-Meter-Route, die Südamerika Iliniza, Ancohuma und malaya ein würdiges Geburtstags-
Klettern im Velebit mit VI+ bewertet wird. Naz Aconcagua. geschenk.
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Die Raxseilbahn

Schon während der Planung des horrenden Kosten ließen dieses Pro-
Ottohauses wurde im Alpenverein jekt aber scheitern. Also entschied
eine Zahnradbahn auf das Raxpla- man sich für eine Seilschwebebahn.
teau diskutiert. Denn die 1897 er- Die Trasse sollte von Hirschwang
öffnete Zahnradbahn von Puchberg auf den Gsohlboden verlaufen,
auf den Schneeberg zog Reichenau entlang des wind- und lawinensi-
eine große Zahl von Bergbegeister- cheren Lahngrabens, wo 1898/99
ten ab. vom k.k. Forsttechnischen Dienst
Die Schwierigkeiten, eine stein- für Wildbachverbauung die erste
schlag- und lawinensichere Bahn- systematische Lawinenverbauung
trasse in das steile Gelände zu le- Österreichs in Form von 53 Terras-
gen, und die damit verbundenen senstützmauern und 23 Holzrechen

Auch im Winter war die Bergstation stets gut besucht; um 1930.

Seit 1926 kann man mit der Raxseilbahn in rund zehn Minuten dem Nebel entfliehen.
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rungsarbeiten und der Errichtung terstützt werden – das reichte bei


einer hölzernen Materialseilbahn. der Windbrücke in Hirschwang, der
Am 18. Juni 1925 nahm diese ihren letzten vor der Baustelle, allerdings
Betrieb auf und transportierte in auch nicht aus. Also wurden die
Folge 2.550 t Flusssand, 400 t Ziegel, Seile schon vor der Brücke von den
650 t Bauholz, 320 t Zement, 230 t Trommeln abgewickelt. Die Tragsei-
Kalk, 260 t Eisen, 144 t Lebensmittel le wurden mit händisch betriebe-
und Getränke und 180 t Wasser auf nen Seilwinden entlang der Trasse
den Berg. auf den Berg gezogen, was mehr als
Als Herausforderung erwies sich der drei Wochen in Anspruch nahm.
Transport der Tragseile vom Bahn- Nachdem die Bauarbeiten den gan-
hof Payerbach zur Baustelle. Da das zen Winter über weitergingen, wur-
Transportgewicht ca. 40 Tonnen de die Hauptbahn am 15. April 1926
betrug, mussten Stahlplatten auf erstmals in Betrieb gesetzt, um die
die Straße gelegt werden, um das beiden für die Materialseilbahn zu
Einsinken der Räder zu verhindern. schweren Dieselmotoren auf den
Die Bauarbeiten wurden auch im Winter unter schwierigsten Bedingungen fortgesetzt. Die Brücken am Weg mussten un- Berg zu schaffen.

errichtet worden war. Auch der Bau Camillo Kronich konnte einen
eines Palasthotels am Endpunkt der Stammgast des Ottohauses, den In zwei Stunden von Wien auf die Rax
Seilbahn wurde erwogen. Gegen Direktor der Wiener Baukreditbank,
diesen Teil des Projektes wehrten als Finanzier des Seilbahnbaus ge- Nach einer auch für heutige Verhält- keinen Todesfall beim Bau gege-
sich die eingesessenen Bergsteiger winnen. Der Präsident dieser Bank, nisse unglaublich kurzen Bauzeit ben. Denn das einzige Todesopfer
und die Gemeinde Wien erfolgreich. Ing. Richard Hermann, konnte sei- von nur einem Jahr war die erste auf der Baustelle, ein Nachtwächter,
Ausschlaggebend war bei der Ge- nerseits die Planung der Bahn mit Seilschwebebahn Österreichs fer- war Opfer eines Mordes geworden.
meinde die Sorge um den Wasser- dem Südtiroler Seilbahnpionier Luis tiggestellt. Die feierliche Eröffnung Nach der Fertigstellung der Bahn
schutz, weshalb sie dem Bau der Zuegg vereinbaren. Im April 1925 nahm am 9. Juni 1926 Bundesprä- zeichnete sich rasch ab, dass die
Seilbahn nur unter der Bedingung wurde die Baubewilligung erteilt, sident Michael Hainisch vor. Durch Mehrheit der berguntauglichen
zustimmte, dass alle Abwässer ge- und sogleich begann die Leipziger die Umsicht der Bauleitung hatte Bahnfahrer sich im überschaubaren
sammelt ins Tal befördert würden. Firma Bleichert mit den Trassie- es trotz schwieriger Bedingungen Dreieck Bergstation−Ottohaus−
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Höllentalaussicht bewegte. Adda vos und St. Moritz werden.“ den. Einige Österreicher unter den sich aus der Tatsache, dass die Rax
Veidl schreibt im „Naturfreund“ Die Beförderungszahlen stiegen Offizieren konnten das aber nach im unmittelbaren Kampfgebiet der
1926: „Gewiß, an ganz schönen stetig an − sogar während des zähen Verhandlungen verhindern, letzten Kriegshandlungen lag.
Tagen wird der Weg von der Berg- Zweiten Weltkriegs. Mit 247.720 die SS gab sich mit einer techni- Nach Kriegsende verlief die Zonen-
station zum Ottohaus und zur Höl- beförderten Personen war 1943 schen Unbrauchbarmachung zu- grenze zwischen sowjetischer und
lentalaussicht eine Verlängerung das absolute Rekordjahr. Dieser frieden. Die Beförderung von nur britischer Besatzungsmacht genau
der Reichenauer Kurpromenade Wert wurde bis heute nicht mehr rund 46.000 Personen 1945 ergibt über den Berg.
werden. Aber dabei wird es blei- erreicht. Allerdings waren die Ur-
ben; eine Viertelstunde weiter wird sachen für diesen Boom mitten im
wieder schönes, unberührtes Tou- Krieg der militärische Betrieb auf Ein Tourismusmotor
ristenparadies beginnen.“ der Rax mit einer Fliegerabwehr-
Mit der Verlängerung der seit 1918 stellung am Jakobskogel beim Die Aufbruchsstimmung in der Zeit sen in den frühen 80er-Jahren an
bestehenden und seit 1. September Ottohaus sowie der Verkehr durch des Wiederaufbaus war auch bei Bedeutung. Der Urlaub am Meer
1926 als Personenbahn konzessio- vormilitärische Jugendlager. Es ka- der Seilbahn zu spüren. Von rund erhielt gegenüber der Wochenend-
nierten Güterbahn von Payerbach men aber auch viele Bergfreunde 140.000 Personen 1950 stieg die wanderung in den Wiener Hausber-
nach Hirschwang im Oktober 1927 aus der weiteren Umgebung und Auslastung über 156.000 im Jahr gen zunehmend den Vorzug.
war die durchgehende Personen- Soldaten auf Heimaturlaub herauf, 1955 bis auf 211.000 im Jahr 1958. 1987 schließlich stürzten die Zah-
beförderung von Wien auf die Rax um den immer trister werdenden Auch während der 60er-Jahre war len auf den niedrigsten Stand seit
möglich geworden. Die Fahrzeit Lebensbedingungen in den Städ- die Raxseilbahn ein beliebtes Aus- Kriegsende: 106.000 Personen wur-
vom Wiener Südbahnhof bis auf die ten kurz zu entfliehen. flugsziel mit 170.000 bis 180.000 den auf die Rax gebracht. Die Rax-
Bergstation der Raxseilbahn betrug Nachdem im Juli 1944 das Tragseil beförderten Personen jährlich. seilbahn stand vor dem Konkurs.
im Idealfall zwei Stunden − eine durch eine Fliegerbombe stark be- Obwohl das Jahr 1971 mit 213.000 Nicht nur mangelndes Marketing,
Zeit, die auch heutzutage weder schädigt wurde und der Betrieb zu Fahrgästen besonders gut verlief, auch überbordende bürokratische
mit öffentlichen Verkehrsmitteln dessen Auswechslung bis Jahres- zeichnete sich in der Folge ein deut- Strukturen – man leistete sich ein
noch mit dem Auto leicht zu errei- ende eingestellt werden musste, licher Rückgang ab. Dieser hatte eigenes Büro am Wiener Opernring,
chen ist. erlebte die Raxseilbahn 1945 ihre zwei Gründe: Wegen des Ausbaus von dem aus man den Betrieb ver-
Adda Veidl schrieb dazu: „Bei vielen schwerste Zeit. Als die Front, und der Liftanlagen am Semmering und waltete – und ein luxuriös hoher
wird die Liebe zur Rax ganz neu da- damit die Rote Armee, immer näher am Stuhleck büßte die Rax an Be- Personalstand kosteten mehr Geld,
durch aufflammen. Die Rax wird in rückte, sollte die Raxseilbahn von deutung als Skigebiet ein, zugleich als erwirtschaftet wurde.
kurzer Zeit ein österreichisches Da- Wehrmacht und SS gesprengt wer- gewannen Pauschal- und Flugrei- Die Rettung kam in Person des aus
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befördert werden. An diesen selte- wahre Menschenströme von der


nen Tagen, wenn wegen der über- Bergstation in Richtung Ottohaus
füllten Parkplätze bei der Talstation wälzen, dessen Pächter er auch ist.
die BesucherInnen auch beiderseits Selbst bei solch einem Ansturm hat
der Höllentalbundesstraße parken, Adda Veidls Prophezeiung noch
sieht man, wie wichtig die Erhal- ihre Gültigkeit: eine Viertelstunde
tung der Raxseilbahn als Tourismus- abseits dieses Weges kann man
motor war. Scharfegger ist es zu ver- die Rax in aller Einsamkeit und Ur-
gönnen, dass sich an solchen Tagen sprünglichkeit genießen.

Links: Die Raxseilbahn heute; rechts: Seit 40 Jahren ist Fritz Scharfegger im Reichenauer
Tourismus tätig, seit 1989 ist er Hauptaktionär der Seilbahn.

Mürzzuschlag zugewanderten Gas- nach erwarb er Anteile der Aktien-


tronomen Fritz Scharfegger. 1973 gesellschaft, bis er 1989 den Be-
hatte er den Kaiserhof in der Prein trieb als Hauptaktionär übernahm.
übernommen und sofort mit der Mit zeitgemäßen Marketingstra-
Modernisierung begonnen. Als Ers- tegien gelang es ihm, die Zahl der
ter im Tal bot er Komfortzimmer, im Fahrgäste auf durchschnittlich
Tourismus- und Wirtschaftsverein 130.000 jährlich zu stabilisieren.
Reichenau betrieb er den Wandel 2011 sind mit der Raxseilbahn rund
Reichenaus vom Industrieort mit 164.000 Menschen auf den Berg
großer Vergangenheit zum moder- gefahren. Ein Ergebnis, das vor al-
nen Fremdenverkehrsort. Ab 1975 lem dem schönen Herbstwetter zu
Pächter des Gasthofes in der Berg- verdanken war. Durch die stetige
station, engagierte sich Scharfeg- Modernisierung der Anlage können
ger auch für die Seilbahn. Nach und heute bis zu 1.800 Personen täglich Die Preiner Wand von Süden
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Wo Künstler und Therapeuten


in die Berge gehen

Reichenau war ab der Mitte des auch privat zu nutzen wusste, zei-
19. Jahrhunderts ein Tummelplatz gen seine Affären. Das berühmteste
der „besseren“ Gesellschaft der k.k. Objekt seiner Begierde, die Hote-
Monarchie. Alles, was Rang und Na- liersfrau Olga Waissnix, ließ seine
men hatte, bis hin zum Kaiserhaus, Hoffnungen aber unerfüllt. Die
nutzte die Nähe zu Wien und die Vorlagen und Schauplätze einiger
gute Verkehrsanbindung zu erhol- seiner Hauptwerke, wie „Leutnant
samen Sommeraufenthalten. Gustl“ oder „Fräulein Else“, konnte
Im Sog der feinen Gesellschaft ka- Schnitzler in Reichenau bestens
men auch zahlreiche Künstler und studieren.
Denker an die Rax. Viele Vertreter
des jüdischen Bürgertums − wie
Sigmund Freud, Peter Altenberg
oder Arthur Schnitzler − besuch-
ten Reichenau. Man kam, weil es
üblich war, die Sommerfrische hier
zu verbringen, zugleich war Reiche-
nau ein unglaublich guter Platz, um
„Studienobjekte“ aus dem Kreis der
„Frühling auf der Rax“ von Gustav Jahn oberen Zehntausend in aller Ruhe
aus der Nähe zu beobachten. Hier
wurden Geschäfte ausgehandelt,
es gab Affären, Intrigen, kaputte
Familien und Scheinmoral. Der See-
lenarzt Freud konnte aus dem Vol-
len schöpfen.
Dass Arthur Schnitzler seine Auf-
enthalte in Reichenau durchaus Arthur Schnitzler
98 99

Heimito von Doderer, der sich theke, wie Bienenhonig schmeckt, als Alpinisten erfolgreich waren,
im „Riegelhof“ in der Prein, einer so roch es im Vorhinein. Es betäub- ebenso wie jene, die heute in Rei-
von seinem Vater 1902 errichte- te süß und belebte, es vermittelte chenau leben und arbeiten, wie
ten Sommerresidenz, von Jugend sanft einschlummern, frisch erwa- der Reichenauer Wolfgang Männer,
an regelmäßig aufhielt, fand hier chen.“ selbst langjähriges Bergrettungs-
immer wieder Erholung von den Auch Maler zog es in die Berge, die mitglied, oder Erik Srodik und Mino
Wirrnissen seines Lebens: die rus- „Hausmaler“ des Ottohauses, Gus- Sudik, die hier ihre Heimat gefun-
sische Kriegsgefangenschaft im tav Jahn und Otto Barth, die auch den haben.
Ersten Weltkrieg, die wechselnde
sexuelle Orientierung, die wegen
seiner antisemitischen Einstellung Viktor Frankl
wieder geschiedene Ehe mit Gusti
Heimito von Doderer Hasterlik, oder das Eingeständnis Einer, der den Großteil seines Le- Touren im Gesäuse, im Wilden Kai-
seines „barbarischen Irrtums“, der bens eine innige Beziehung zur Rax ser und in den Dolomiten kletterte
Mitgliedschaft bei der NSDAP, die hatte, war der Wiener Psychiater und das Bergführerabzeichen der
er formal allerdings nicht beendete. Viktor Frankl. Der Begründer der Sektion Donauland erwarb.
In all diesen Widersprüchlichkeiten Logotherapie, der „dritten Wiener 1942 wurde Frankl gemeinsam mit
war das Haus in der Prein für Dode- Schule der Psychotherapie“, war seiner Frau, seinen Eltern, dem Bru-
rer eine Insel der Ruhe, wo zahlrei- seit seiner Jugend ein begeisterter der und der Schwägerin ins KZ de-
che Texte, darunter auch wesent- Bergsteiger und Kletterer. 1905 ge- portiert, wo seine gesamte Familie
liche Teile der „Strudelhofstiege“ boren, kletterte Frankl zunächst bei ermordet wurde. Viktor Frankl über-
entstanden. den Naturfreunden. Als diese 1934 lebte nicht zuletzt dank der körper-
Dass allein die Schönheit der Berge verboten wurden, wechselte er in lichen und seelischen Ausdauer, die
ein Grund war, Reichenau zu besu- die Sektion Donauland, in der sich er beim Bergsteigen erworben hat-
chen, zeigt die Beschreibung der all jene jüdischen Alpinisten sam- te. Obwohl ihm alles genommen
Rax von Peter Altenberg: „Es dröhn- melten, die nach Anwendung des wurde, gab Frankl nicht auf und
te von Hummeln, es schimmerte Arierparagraphen aus dem Alpen- hielt bis zur Befreiung im April 1945
braunwolkig, distellila, schafgar- verein ausgeschlossen worden wa- durch.
Gustav Jahn präpariert „seine“ Schanze benweiß, königskerzengelb, arnika- ren. Bei Donauland reifte Frankl zu Frankl kehrte nach Wien zurück
beim Ottohaus; um 1910. gold. Es roch wie Menagerie, Apo- einem exzellenten Alpinisten, der und heiratete seine zweite Frau Elly,
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Natur, die ich nicht auf der Rax wäh- gie seiner Logotherapie formulierte
rend meiner Wanderungen im Sin- er: „Ich mobilisierte die Trotzmacht
ne der vita contemplativa getroffen des Geistes!“
habe. Aber dann, wenn ich zur Prei- Auch die Zeit, die er in der nahen
ner Wand kam, fing die vita activa, Seehütte verbrachte, war ihm lieb
das tätige, zugreifende Leben an – und teuer. Frankl genoss, wie seine
den Fels anpacken!“ Frau Elly in einem Interview sagte,
Die Preiner Wand, das war sein „den Umgang mit den natürlichen
Lieblingsgebiet, die Lieblingstour Menschen“, es freute ihn, dass vie-
der „Drei-Enzian-Steig“. Viktor und le, die ihn nicht kannten, in ihm nur
Elly Frankl hatten ein Jahreszimmer einen „komischen Alten“ sahen, der
in der Bergstation der Raxseilbahn halt immer auf der Seehütte ist. Er
gemietet und wanderten von dort saß gerne mit den Einheimischen 1982 zeichnete Viktor Frankl auf der Berg-
kreuz und quer über die Hochflä- beisammen, philosophierte, spielte station der Raxseilbahn dieses Portrait der
che. Das Klettern war für ihn aber die Klampfe, sang Gstanzln, „auch damals 12-jährigen Sandra Perschon.
nicht nur reiner Genuss: „Auch ich ordinäre Gstanzln“, wie Elly Frankl
Viktor Frankl in den 1950er-Jahren hatte zu Beginn meiner alpinen betonte. Mit dem damaligen Hüt- Kraft mehr. Aber wie S‘ des wett-
Laufbahn Angst vor dem Klettern, tenwirt Friedrich „Max“ Reichenpfa- machen, durch raffinierte Kletter-
die ihm fortan Partnerin in seinem vor dem Abgrund, hab aber dann der verband ihn eine echte Freund- technik, ich muss schon sagen, von
Leben, seiner Forschungstätigkeit justament zu klettern begonnen. schaft. Einer, der Viktor Frankl oft Ihnen kann man klettern lernen.“
und auf seinem „Berg der Berge“ Denn ich stand auf dem Stand- durch den Drei-Enzian-Steig führ- Viktor Frankl suchte bis ins hohe
war. „Die Rax hat auf mich ein Le- punkt, den ich auch vielen meiner te, war der Bergführer Naz Gruber. Alter neue Herausforderungen.
ben lang eine Faszination ausge- Patienten mitgebe: Muss man sich Dabei entstand eine Anekdote, die Mit 67 Jahren machte er den Pilo-
übt. Wenn ich über ihr Plateau ging, denn alles von sich selbst gefallen Frankl selbst immer wieder erzähl- tenschein, und auf der Rax ließ er
war das die einzige Zeit, in der ich lassen? Muss ich mir die Angst ge- te: Der Naz sprach ihn, der schon in sich mit 80 Jahren noch auf eine
immer und immer wieder meditie- fallen lassen? Kann ich nicht stärker seinen Siebzigern war, auf seinen neues Wagnis ein. Er verblüffte sei-
ren konnte. Meine Gedanken beka- sein als meine Angst?“ Frankl illus- konditionellen Zustand an: „Sans nen langjährigen Bergführer, den
men dort ihren freien Lauf, und es triert das mit einem Nestroy-Zitat: ma ned bös, Herr Professor, aber Gruber Naz, mit den Worten: „und
gab eigentlich keine größere Ent- „Jetzt bin ich neugierig: wer ist stär- wenn ich Ihnen so zuschau beim heute führe ich!“, und ging „seinen“
scheidung beruflicher oder privater ker? Ich oder ich?“ In der Terminolo- Klettern, sie haben überhaupt ka Drei-Enzian-Steig als Seil-Erster.
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Die Erschliessung neuer Wege

Viele der ersten auswärtigen Besu- versichert und markiert wurde.


cher der Reichenauer Berge folgten Viele Bergsteiger waren damals
bereits vorhandenen Wegen, um gut situiert und versuchten, durch
Schneeberg und Rax alpinistisch das Klettern Herausforderungen
zu erschließen. So waren vor Caro- in ihren Alltag zu bringen. So be-
lus Clusius wohl schon Hirten auf schreibt der Alleingänger Eugen
den Schneeberggipfel gekommen, Guido Lammer, der als Mittelschul-
auch die Höhen der Rax wurden lehrer arbeitete, seine Erfahrun-
schon lange von Hirten, Jägern und gen beim Bergsteigen: „Derartige
Holzknechten erklommen. Stunden sind nicht mit Jahren aus
Viele der leichteren Anstiege sind dem Alltagsleben aufzuwiegen, sie
nicht von, sondern für Alpinisten sind für kulturmüde Nerven süßer
entdeckt worden. Der Weg durch als Morphium.“ Lammer trug sich
die Eng zum Lackaboden bzw. auf ebenso in die Liste der Erstbestei-
die Knofeleben folgte einer Holz- ger auf Rax und Schneeberg ein,
riese, die bis in die 1950er-Jahre in wie die Ärzte Emil und Otto Zsig-
Betrieb war. Der Aufstieg durch die mondy. Lammer verfolgte nicht das
Weichtalklamm wurde bereits lan- Ziel, von ihm erstbegangene Wege
ge von Jägern und Holzknechten der Allgemeinheit zugänglich zu
begangen, ehe ihn 1880 Wratislaw machen, er war ein strikter Gegner
Fickeis und Franz Kritschker für den jeglicher Versicherungen und re-
Tourismus entdeckten. In der Los- agierte 1884 erbost auf die Anbrin-
wand fanden die beiden Reste alter gung von Drahtseilen und „Hand-
Steiganlagen, die wahrscheinlich zu haben“ auf der von ihm entdeckten
einem Anfang des 19. Jahrhunderts „Wildfährte“ durch die Kahlmäuer.
von Erzherzog Johann in Auftrag Dass die „rohen Freuden- und Na-
gegebenen Jagdsteig gehörten. turschänder“ auf einer Felskanzel,
Der Vergleich der vorhandenen Wanderwege auf der Rax zwischen 1871 und 1926 zeigt Dieser Weg durch die „Teufelsbad- die ihm oft, im Rhododendron lie-
die intensive Erschließung für den Bergtourismus in der Blütezeit Reichenaus stube“ erfreute sich bald so großer gend, als Rastplatz gedient hatte,
als Sommerfrische. Beliebtheit, dass er 1894 vom ÖTK auch noch eine Bank aufstellten
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und mit „Bergsteigerruhe“ beschrif- Einer, der das Klettern vor allem durch Schlägerungen und Felsbe- Jahn trug und auf der sogar Wettbe-
teten, war dann zu viel. Er schrieb wegen der Nähe zur Natur betrieb, reinigungen die Kesselgrabenab- werbe abgehalten wurden.
mit bebenden Fingern „Pfründner- war der Priester Alois Wildenauer. fahrt ausbauen, die mehr als sieben
hospital“ auf die Tafel. Als Ersatz für Während er von 1911 bis 1921 die Kilometer lang ist und über 1.200
den „verhunzten“ Steig fand er die Pfarre Grünbach am Schneeberg Höhenmeter ins Höllental reicht.
„Schneidige Wildfährte“. Wie beim betreute, aber auch noch später als Die „Schöller“-Abfahrt führte die
„Wilden Gamseck“ und beim „Wil- Domprobst der Wiener Votivkirche Skifahrer direkt zum Knappenhof,
den Gaisloch“ sollte die Namens- erschloss er zahlreiche Klettertou- die „Lahngrabenabfahrt“ zur Talsta-
gebung wohl Wiederholer abschre- ren auf der Hohen Wand, der Rax tion der Seilbahn. Als Draufgabe
cken. und dem Schneeberg. gab es im „Lavoir“, einer Senke un-
terhalb des Ottohauses, regelmäßig
eine Sprungschanze, die den Na- Die Abfahrt durch den Kesselgraben
Geschäftssinn men des fleißigen Springers Gustav wurde von Camillo Kronich angelegt.

Manche Wege und Steige ent- Hütte weiter zu steigern, finanzier-


standen auch, um Zugänge zu te Kronich den Bau des vom Maler Kletterskalen
neu errichteten Hütten zu schaf- Gustav Jahn konzipierten Hans-von-
fen. Beispiele sind der Ferdinand- Haid-Steiges. Dieser 1913 gebaute Für den Klettersport bis heute bald an ihre Grenzen. Es folgten
Mayer-Weg aus dem Höllental zur Eisenweg samt seiner 1921 eröffne- bedeutsam ist Fritz Benesch. Der Dülfer-, Welzenbach- und Alpen-
Kienthalerhütte oder der Törlweg ten Verlängerung ist bis heute ein Jurist veröffentlichte 1894 seinen skala, die Ende der 1970er-Jahre
aus der Kleinau zum Ottohaus. Der Publikumsmagnet. „Specialführer auf die Raxalpe“ und endlich nach oben geöffnet wurde.
von Camillo Kronich und dem Al- Auch den Skilauf förderte Camillo versuchte darin mit der „Vergleichs- Beneschs immer wieder aktualisier-
penverein 1910 finanzierte Alpen- Kronich. Zwar waren schon zuvor weisen Rangeinteilung der Steige te Führer – 1897 erschien auch ein
vereinssteig diente hauptsächlich einige Skipioniere auf Schneeberg nach ihrer Schwierigkeit“ als Erster Schneebergführer – blieben über
dazu, Bergsteiger an der Konkurrenz und Rax unterwegs, aber diese eine alpine Schwierigkeitsskala zu einige Jahrzehnte Standardwerke.
vorbei in sein Ottohaus zu führen. nutzten nur Vorhandenes. Kronich definieren. Diese siebenteilige Ska- In den 1930er-Jahren entstanden
Gleiches gilt für den Gustav-Jahn- hingegen erleichterte seinen Gäs- la, bei der VII die leichtesten und I die ersten „Extremklassiker“, die
Steig vom Ausstieg des Gaislochs ten, die später auch Kunden seiner die schwierigsten Steige bezeich- auch heutige Kletterer noch for-
zum oberen Teil des AV-Steiges. Um Skischule samt Skiverleih wurden, nete, stieß wegen der Weiterent- dern. Durch die Wirtschaftskrise
das Besucheraufkommen in seiner die Ausübung dieses Sportes. Er ließ wicklung der Klettertechnik jedoch arbeitslose Kletterer schlugen ihre
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Zeit tot und Haken in die Wän- In den 1950ern fand der Reichen- gen, eröffnete. Auch damals
de. Kletterer wie Franz Gaisbauer, auer Rudolf Reidinger einige neue litten die Liftbetreiber immer
Franz Dangl, Hannes Matouschek Anstiege in der Stadelwand, mach- wieder unter schneearmen
und Leo Kozel hinterließen Routen te aber in erster Linie durch die Wintern und wechselnder
im Höllental, die teilweise den VII. Herausgabe seiner Führerwerke Kundenfrequenz. Um das
Grad erreichen. Fritz Schmid und R. über Rax und Schneeberg auf sich Geschäft zu beleben, richte-
Klose eröffneten zahlreiche Routen aufmerksam. Neben Klettereien te Krebetz schon 1972 eine
im alpinen Ambiente der Lechner- werden darin auch Skitouren und Nachtpiste ein, was sich als
mauern und der Preiner Wand. Wildwasserstrecken beschrieben. großer Erfolg erwies. 1974
Die 40er-Jahre brachten einen Ein- In den 60er- und 70er-Jahren wa- bis ‘76 bot der Gsoll-Lift sogar
bruch der Erschließung, der Krieg ren extrem schwierige, teilweise einen Ganzjahresbetrieb auf Der Ebenwaldlift nahe der Raxseilbahn
forderte auch unter den Kletterern gefährliche hakentechnische An- Kunststoffmatten an. Um der
Opfer. Leo Kozel, der bis in die 60er- stiege modern. Nach und nach Schneearmut zu entkommen, baute eingestellt werden. Einzig der Eben-
Jahre Erstbegehungen unternahm, erschloss man Touren, welche die Krebetz auch auf der Rax, nahe des waldlift in der schneesicheren Lage
Karl Lukan und R. Kowelka gelan- Pioniere der 1930er noch übrigge- Ottohauses, einen Lift, der aller- des Raxplateaus ist noch in Betrieb,
gen dennoch einige Neutouren, lassen hatten, orientierte sich aber dings 1978 nach drei Saisonen den wohl auch, weil er mit der Raxseil-
darunter der 1946 erstbegangene nach wie vor an natürlichen Struk- Betrieb wieder einstellen musste, bahn „mitläuft“.
„Kowelka-Pfeiler“ in den Lechner- turen wie Risssystemen und Kami- weil der neue Ebenwaldlift bei der Seit 1931 ist der Wintersportverein
mauern, der sich mit vielen Klas- nen, wobei Ende der 70er-Jahre Bergstation der Raxseilbahn Kre- Prein tätig, dem an der Preiner-
sikern im Wilden Kaiser messen auch schon beachtliche Schwierig- betz‘ Kunden buchstäblich den Zu- Gscheid-Straße eine Naturrodel-
kann. keiten frei geklettert wurden. gangsweg abschnitt. bahn zu verdanken ist, die seit 1969
Der Lift am Thonberg wurde 1979 auch für internationale Bewerbe
geschlossen, stattdessen eine neue genutzt wird. Auch Sprunganlagen
Skilifte für wenige Jahre Anlage in schneesicherer Lage am gab es in Reichenau. Statt der von
Preiner Gscheid gebaut. Nach eini- der Sportsektion der Naturfreun-
Bereits 1958 ging der Geyschläger- 1970 am Thonberg unterhalb des gen Besitzerwechseln schloss der de Hirschwang 1931 errichteten
lift, der erste Skilift in Reichenau, in Knappenhofes der Stojer-Lift den Geyschlägerlift 1988, ein benach- Schanze wurde 1951 am Nordhang
Betrieb. Er lag an einem Nordhang Betrieb aufnahm und im selben Jahr barter Übungslift wenig später. Der des Thonberges oberhalb von
unterhalb der Preiner-Gscheid- Fritz Krebetz den Gsoll-Lift, auch an Stojer-Lift konnte bis 2003 erhalten Hirschwang eine neue Anlage ge-
Straße. Lange blieb es dabei, ehe der Preiner-Gscheid-Straße gele- werden, der Gsoll-Lift musste 2010 baut. Nach einigen Unterbrechun-
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gen wegen Schneemangels und Schanze bis in die 1990er-Jahre Be- nermauern seine Spuren hinterließ.
einer Erweiterung fanden auf der werbe statt. Ebenfalls Anfang der 90er-Jahre trat
ein Kletterer in Erscheinung, der die
Erschließung des Höllentales voran-
Klettern im Wandel trieb wie kein anderer. Dem Wiener
Neustädter Thomas Behm, der auch
Mitte der 70er-Jahre entstand auch Blechmauer eingerichtet, eine 280 Autor von Kletterführern ist, gelan-
unter den Wiener Kletterern eine Meter lange Route im VIII. Grad. gen über 600 Erstbegehungen.
neue Kletterethik. Das Baumeln Zugleich war auch eine Gruppe Durch die Arbeit dieser Kletterer
in Trittleitern, das „Hinaufnageln“ Kletterer um Hacker, Martin Simek ist das Höllental zu einem der be- Als man noch in den Leitern baumelte:
durch ganze Wände und überhaupt und Alfred Fachet sehr aktiv an der deutendsten Sportklettergebiete der Gruber Naz im Überhang.
die ganze „Schlosserei“ schien den Erschließung neuer Kletterfelsen Ostösterreichs geworden, wo sich
Kletterern nicht mehr erstrebens- beteiligt, darunter dem ersten VIIIer den BesucherInnen die seltene
wert. der Rax. Damals begann auch die Möglichkeit bietet, zwischen kur-
Unterstützt von neuem Schuhma- großflächige Erschließung mit Ak- zen, klettergartenartigen Routen in
terial, gelangten die Kletterer in bis kubohrmaschinen. Arthur Membier Talnähe, langen Klassikern und alpi-
dahin unersteigbare Wandbereiche. begann um 1990 ganze Wandbe- nen Sportkletterrouten zu wählen.
Vor allem Alfred Kapfenberger, der reiche mit Haken zu versehen. Im Durch die relative Nähe zu diesen
sich seit den späten 60er-Jahren als Laufe der Jahre eröffnete er mehr Ländern ist das Höllental auch bei
Erstbegeher neuer Routen betätig- als 100 Routen zwischen dem VII. Kletterern aus Ungarn, Tschechien,
te, eröffnete mit Harry Braun Tou- und X. Schwierigkeitsgrad. Anders der Slowakei und Polen beliebt.
ren im neuen Stil. Arthur Membier, als noch zwei Jahrzehnte zuvor, Bleibt das gute Einvernehmen zwi-
Ewald Putz, dem bekannten Führer- konzentrierte man sich bei der Rou- schen den Kletterern und den Was-
autor Kurt Schall und Christian Ha- tenfindung darauf, Wege gleich- serschützern der Gemeinde Wien
cker gelangen Mitte der 80er-Jahre bleibender Schwierigkeiten von erhalten, wird es auch in Zukunft
die ersten langen Sportkletterrou- durchgehend guter Felsqualität zu grandiose Klettermöglichkeiten
ten des Höllentales, alle im VII. Grad. finden. Als ähnlich fleißig im Ein- ohne gravierende Einschränkungen
Mit „Hic Rhodus hic salta“ von Kap- bohren neuer Routen erwies sich in geben. Im Sinne des „sanften“ Berg- Der „Bauz“ bei seiner Lieblingsbeschäfti-
fenberger und Braun war 1987 den letzten Jahren Alfred Riedl, der tourismus wäre das wünschens- gung: Arthur Membier gelangen mehr als
„der“ Sportkletterklassiker in der in der Klobenwand und den Lech- wert. 100 Erstbegehungen zwischen VII und X.
110 111

Die Zukunft als Bergsteigerdorf

Es gibt gute Gründe, warum der trieben werden, z.B. die Neuerrich-
Bergtourismus in Reichenau weiter- tung extremer Klettersteige oder
hin eine tragende Rolle spielen wird. „eventorientierter“ Einrichtungen
Der kolportierte Ausspruch eines wie Funparks, Hochseilgärten, Fly-
Gastwirts zu Zeiten Erzherzog Karl ing Foxes oder ähnlichem, haben
Ludwigs: „Die Leut‘ kommen eh we- hier kaum eine Chance auf Umset-
gen der Berg und der guaten Luft, zung. Der Fokus lag und liegt viel-
und die kann auch a Rothschild net mehr darauf, die Hütten ökologisch
besser machen“, hat immer noch anzupassen und Besucherströme zu
seine Gültigkeit. Abgesehen von kanalisieren. So hat die Gemeinde
den seit 25 Jahren erfolgreichen Wien vor Jahren schon einen Gra-
Theaterfestspielen Reichenau, die tiszeltplatz inklusive Sanitäranlage
2012 über 40.000 Gäste anlockten, in Kaiserbrunn eingerichtet, um das
und dem 2007 eröffneten Literatur- Wildcampen der Kletterer im Höl-
salon Wartholz, zieht es die Besu- lental zu verhindern.
cherInnen hauptsächlich der Erho- Die Kombination aus leicht erreich-
lung wegen nach Reichenau. barem und gut erschlossenem
Dass auf Rax und Schneeberg keine Wanderparadies und ursprüngli-
bergtouristische Übererschließung cher, geschützter Naturlandschaft
droht, die mit Hotelburgen, Park- wird auch in Zukunft sicherstel-
platzwüsten und Liftanlagen den len, dass Reichenau dem Konzept
Charakter der Landschaft irrever- der Bergsteigerdörfer entspricht.
sibel verändert, ist allein durch die Diejenigen, die ihr Glück in Moun-
Maßnahmen zum Schutz des Wie- tainbike-Downhillstrecken, Kunst-
ner Trinkwassers gewährleistet. Hier schneepisten und Aprés-Ski-Events
gilt es, auch künftig die gute Zusam- suchen, werden die Autobahn eine
menarbeit zwischen Wasserschüt- Abfahrt später verlassen und auf
zern und Betreibern der touristi- den Semmering fahren. Wer Ruhe
Fast wie in Kanada: vor allem im Winter können Höllental, Rax und Schneeberg ein schen Infrastruktur zu bewahren. und Erholung beim Bergsport sucht,
Ausmaß an Einsamkeit bieten, das man so nahe an Wien nicht erwartet. Projekte, wie sie anderswo vorange- wird Reichenau die Treue halten.
112 113

Quellen
Behm, Thomas: Kletterführer Höllental; Eigenverlag, 4. Auflage; Wiener Neustadt Wiener Wasserwerke (Hrsg.): 100 Jahre 1. Wiener Hochquellenwasserleitung;
1998 Jugend und Volk; Wien/München 1973
Brandstätter, Gottfried: Die Rax, Juwel in den Kalkalpen; Gerhard Höller Verlag; Veidl, Adda: Mit der Seilbahn auf die Rax; Der Naturfreund; XXX. Jahrgang, 1926
Ternitz 1999 Ziak, Karl: Der Mensch und die Berge; 6. überarbeitete Auflage; Verlag Das
Brandstätter, Gottfried: Nasswald und seine Pioniere; Verlag Gerhard Höller; Ternitz Bergland-Buch; Salzburg 1983
1998
Brandstätter, Gottfried: Nasswald, Heimat zwischen Schneeberg und Rax; Kral Weitere Informationen stammen aus der sehr empfehlenswerten TV-Dokumenta-
Verlag; Berndorf 2010 tion „Bergwelten: Die Trotzmacht des Geistes – Der Alpinist Viktor Frankl“; Servus-
Brandstätter, Gottfried: Schneeberg, König der Norischen Alpen; Edition Terra Nova; TV 2011.
Ternitz 2003 Von unschätzbarem Wert waren persönliche Gespräche mit ZeitzeugInnen.
Brandstätter, Gottfried: Vom Bergbau zu Karton und Faltschachtel − Das Mayr- Darüber hinaus fischte der Autor im unendlichen Ozean des Wissens, dem Internet.
Melnhof-Werk Hirschwang; Kral Verlag; Berndorf 2012
Braun, Otto: Ihre Welt − Die Berge. Hüttenwirte auf Schneeberg und Rax; Eigen-
verlag; Wien 1992
Embel, Franz Xaver: Fußreise von Wien nach dem Schneeberge; Wien 1801 Danksagung
Embel, Franz Xaver: Schilderung der Gebirgs-Gegenden um den Schneeberg in
Österreich; Wien 1803 Mein herzlicher Dank gebührt:
Fröhlich, Arthur: Die Männer mit dem Edelweiß im grünen Kreuz; Universal Verlags- Thomas Behm, Bergrettung Reichenau, Gottfried Brandstätter, Peter
gesellschaft; Graz-Wien-München 1986 Braun, Gerli Ferstl, Erika und Naz Gruber, Sandra und Dino Hofer, Fritz Kre-
Girardi, Claudia/Girardi, Michael: Heimito von Doderers Preinblicke − Eine Lesereise betz, Sabina und Vitsch Krenthaller, Norbert Mang, Bauz Membier, Robert
mit alten und neuen Ansichten; Österreichische Verlagsgesellschaft; Wien 2007 Pap, Franz Perner, Ewald Putz, Astrid Rompolt, Bernd und Fritz Scharfegger,
Lammer, Eugen Guido: Jungborn, Bergfahrten und Höhengedanken eines ein- Hannes Schlosser, Martin Simek, Statistik Austria, Gertrude und Hannes
samen Pfadsuchers; Bergverlag Rudolf Rother; München1923 Stoier, Hans Tobler, Norbert Toplitsch, Karin Tüchy und der Gemeinde Rei-
Lukan, Karl: Schneeberg und Rax − Hochgebirge für jedermann; Verlag Anton chenau, Helmut Walter.
Schroll & Co; Wien 1978
Österreichischer Bergrettungsdienst, Ortsstelle Reichenau (Hrsg.): 100 Jahre Berg-
rettung in Reichenau/Rax; Eigenverlag; Reichenau 1996
Scherzer, Wilfried: Unser Schwarzatal; Kral Verlag; Berndorf 2009
Schultes, Joseph August: Ausflüge nach dem Schneeberg; Wien 1802
Toplitsch, Norbert: Habsburger in Reichenau; Edition Terra Nova; Ternitz 2003
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Adressen
Ottohaus (1.644 m) Gloggnitzer Hütte (1.550 m) Neue Seehütte (1.648 m) – Habsburghaus (1.785 m)
(N 47° 42,814‘, O 15° 45,716‘) (N 47° 43,782‘, O 15° 43,740‘) „Höllentaler Holzknechthütte“ (N 47° 42,795‘, O 15° 41,917‘)
OeAV-Sektion Reichenau OeAV-Sektion Österreichischer (N 47°42,192‘, O 15°43,673‘) OeAV-Sektion Österreichischer
Schlafplätze: 34 Betten, 28 Lager Gebirgsverein Österreichischer Touristenklub – Gebirgsverein
Winterraum: 4 Betten, offen Schlafplätze: 24 Lager Sektion Höllentaler Holzknecht Schlafplätze: 93 Betten, 60 Lager
Bewirtschaftungszeit: Bewirtschaftungszeit: keine Übernachtungsmöglichkeit Bewirtschaftungszeit:
Sommer: Anfang Mai bis Anfang Sommer: Anfang Mai bis Mitte Novem- Bewirtschaftungszeit: 1. Mai bis 31. Oktober Donnerstag bis
November ber, Samstag ab 14.00 Uhr, Sonn- und Sommer: Mitte Mai bis Anfang Novem- Sonntag
Winter: Bei Bedarf auch an Wochen- Feiertag ber (durchgehend bewirtschaftet) Telefon Hütte: +43/(0)2665/219,
enden Verpflegungsbereich geöffnet Winter: Anfang Jänner bis Ende April, ab November nur an Wochenenden bei +43/(0)650/237 15 68
Telefon Hütte: +43/(0)2666/524 02 Samstag ab 14.00 Uhr, Sonn- und Schönwetter geöffnet habsburghaus@gebirgsverein.at
ottohaus@raxalpe.at Feiertag Telefon Hütte: +43/(0)676/748 87 19 habsburghaus.com
www.raxalpe.com Telefon Hütte: +43/(0)2662/425 11 info@seehütte.at
gloggnitz@gebirgsverein.at www.seehütte.at
www.gloggnitz.gebirgsverein.at

Winterpanorama Rax und Schneeberg


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Carl-Ludwig-Haus (1.804 m) Montag Ruhetag, außer an Feiertagen oder weichtalhaus@aon.at Fischerhütte (2.049 m)
(N 47°41,322‘, O 15°42,254‘) Tel.: +43/(0)664/445 09 32 und www.weichtalhaus.at (N 47°46,355‘, O 15°48,588‘)
Österreichischer Touristenklub +43/(0)664/226 28 02 Österreichischer Touristenklub
Schlafplätze: 74 Betten, 44 Lager office@knofeleben.at Damböckhaus (1.810m) Schlafplätze: 12 Betten, 40 Lager
Bewirtschaftungszeit: www.knofeleben.at (N 47°45,709‘, O 15°49,615‘) Bewirtschaftungszeit:
ganzjährig geöffnet, im Winter nur an Österreichischer Touristenklub Anfang April bis Anfang November
Wochenenden bei Schönwetter! Kienthalerhütte (1.380m) Schlafstellen: 25 Betten, 40 Lager Telefon Hütte: +43/(0)2636/23 13
Lawinengefahr beachten!!! (N 47°46.183‘, O 15°46.972‘) Bewirtschaftungszeit: oder +43/(0)676/589 30 37
Telefon Hütte: +43/(0)2665/380 Österreichischer Touristenklub – von Mai bis Oktober, angeglichen an die fischerhuette@schneeberg.tv oder
www.karlludwighaus.at Alpine Gesellschaft Kienthaler Betriebszeiten der Zahnradbahn k.apfler@hotmail.com
Schlafstellen: 7 Betten, 23 Lager Tel.: +43/(0)2636/22 59 www.oetk.at
Waxriegelhaus (1.361 m) Bewirtschaftungszeit: Tel. Winter: +43/(0)2636/33 15
(N 47°41,236‘, O 15°43,98‘) Sommer: an Wochenenden von Sa. info@damboeckhaus.at
Naturfreunde Österreich, Sektion spätestens 11 Uhr bis So. 16 Uhr www.damboeckhaus.at
Mürzzuschlag Wintersperre von Allerheiligen bis
Schlafplätze: 29 Betten, 38 Lager Ostern
Bewirtschaftungszeit: Tel.: +43/(0)660/711 71 10
ganzjährig bewirtschaftet (für Nächti- reservierung@kienthaler.at
gung Reservierung notwendig) www.kienthaler.at
Telefon (Tourismusbüro):
+43/(0)2666/237 oder Weichtalhaus (563 m)
+43/(0)650/332 22 23 (N 47°44,894‘, O 15°46,92‘)
office@waxriegelhaus.at Naturfreunde Österreich
www.das-waxriegelhaus.at Schlafplätze: 11 Betten, 60 Lager
Bewirtschaftungszeit:
Naturfreundehaus Knofeleben Sommer: Ende März bis Mitte
(1.250 m) November geöffnet (Montag und
(N 47°43,933‘, O 15°49,774‘) Dienstag Ruhetag, Juni bis August kein
Naturfreunde Österreich Ruhetag)
Schlafplätze: 32 Betten, 28 Lager Telefon Hütte: +43/(0)2666/53 620
Bewirtschaftungszeit: ab Ostern (ab- weichtalhaus@naturfreunde.at oder
hängig von der Schneelage) bis 31.12. weichtalhaus@gmx.at Mit Skiern durch die verschneite Raxlandschaft
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Tourismusbüro Reichenau 2651 Reichenau Bergsteigerdörfer – www.bergsteigerdoerfer.at


Gemeindeamt Tel.: +43/(0)2666/520 30 oder
Hauptstraße 63 +43/(0)664/735 981 09 Das Projekt „Bergsteigerdörfer“ ist eine Initiative des Oesterreichischen Alpenver-
2651 Reichenau an der Rax oeav.reichenau@aon.at eins. Es handelt sich dabei um kleine Gemeinden, die nach einem strengen Krite-
Tel.: +43/(0)2666/528 65 www.alpenverein.at/reichenau rienkatalog ausgewählt werden und für ein reichhaltiges Alpinangebot in unver-
tourismus@reichenau.at brauchter Naturlandschaft stehen. „Bewegung aus eigener Kraft“ lautet das Motto
www.reichenau.at Oesterreichischer Alpenverein der Bergsteigerdörfer. Damit sind Aktivitäten wie Wandern, Bergsteigen, Klettern,
Sektion Österreichischer Schneeschuhwandern, Skitourengehen und Langlaufen gemeint. Die Initiative steht
Marktgemeinde Reichenau Gebirgsverein unter der Schirmherrschaft der Alpenkonvention, und es ist Aufgabe der Bergstei-
an der Rax Vorsitzender: Horst Hofmann gerdörfer, nicht nur selbst nachhaltig zu wirtschaften, sondern auch eine starke Vor-
Hauptstraße 63 Tel.: +43/(0)2662/425 11 bildfunktion für andere Gemeinden auszuüben.
2651 Reichenau an der Rax www.gloggnitz.gebirgsverein.at Folgende Gemeinden bzw. Talschaften zählen zu den Bergsteigerdörfern: Das Große
Tel.: +43/(0)2666/522 06 Walsertal, Ginzling im Zillertal, Vent im Ötztal, St. Jodok – Schmirn- und Valsertal,
gemeindeamt2651@reichenau.at Naturfreunde Österreich das Sellraintal, das Villgratental, das Tiroler Gailtal, die Gemeinde Lesachtal, Mauthen,
www.reichenau.at Ortsgruppe Hirschwang- Mallnitz, Malta, Zell–Sele, Weißbach bei Lofer, Hüttschlag im Großarltal, Johnsbach
Reichenau im Gesäuse, die Steirische Krakau, Steinbach am Attersee, Grünau im Almtal, Lunz
Österreichischer Bergrettungsdienst Obmann: Werner Hack am See und Reichenau an der Rax.
Ortsstelle Reichenau Bienenstraße 5
Ortsstellenleiter: Ewald Putz 2651 Reichenau/Rax Projektteam:
Hauptstraße 30a Tel.: +43/(0)2666/524 63 Oesterreichischer Alpenverein
2651 Reichenau an der Rax naturfreunde@reichenau-rax.info Peter Haßlacher, Christina Schwann, Roland Kals, Regina Stampfl
Tel.: +43/(0)2666/525 12 www.reichenau-rax.info/naturfreunde. Olympiastraße 37
oder +43/(0)676/755 56 44 htm 6020 Innsbruck
bergrettung.reichenau@chello.at Tel.: +43/(0)512/59 547-31
www.bergrettung-reichenau-rax.at Fax: +43/(0)512/59 547-40
christina.schwann@alpenverein.at
Oesterreichischer Alpenverein www.bergsteigerdoerfer.at
Sektion Reichenau
Vorsitzender: Ing. Helmut Walter
Hauptstraße 89/16
120 121

Serie Alpingeschichte kurz und bündig: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Lunz am See – Wo die Ois zur
Glantschnig, Erich: Alpingeschichte kurz und bündig – Mallnitz; Hrsg. Oesterreichischer Ybbs mutiert; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2011
Alpenverein; 118 Seiten; Innsbruck 2011 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Steirische Krakau – Fernsehen
Hasitschka, Josef: Alpingeschichte kurz und bündig – Johnsbach im Gesäuse; Hrsg. mit Seeaugen; 42 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
Oesterreichischer Alpenverein; 122 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Vent im Ötztal – Ein Klassiker
Maca, Willi: Alpingeschichte kurz und bündig – Reichenau an der Rax; Hrsg. Oesterrei- unter den Bergsteigerdörfern; 50 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
chischer Alpenverein; 126 Seiten; Innsbruck 2013 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Ginzling – Am Anfang war das
Mair, Walter: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Lesachtal; Hrsg. Oesterreichischer Bergsteigen; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
Alpenverein; 122 Seiten; Innsbruck 2011 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Mallnitz – Perle im Nationalpark
Sauer, Benedikt: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Villgratental; Hrsg. Oesterreichi- Hohe Tauern; 42 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
scher Alpenverein; 118 Seiten; Innsbruck 2011 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdörfer Kartitsch, Obertilliach, Unter-
Schlosser, Hannes: Alpingeschichte kurz und bündig – Vent im Ötztal; Hrsg. Oesterrei- tilliach – Drei Gemeinden im Tiroler Gailtal; 42 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012
chischer Alpenverein; 122 Seiten, Innsbruck 2012 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Das Große Walsertal – Willkommen im UNESCO-
Schmid-Mummert, Ingeborg: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Große Walsertal; Biosphärenpark; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2011
Hrsg. Oesterreichischer Alpenverein; 106 Seiten; 2. Auflage Innsbruck 2012 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Das Lesachtal – Ausgezeichnet naturbelassen;
Steger, Gudrun: Alpingeschichte kurz und bündig – Ginzling im Zillertal; Hrsg. Oesterrei- 58 Seiten; Innsbruck 2010
chischer Alpenverein; 114 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Grünau im Almtal – Grüne Auen und grünes
Trautwein, Ferdinand: Alpingeschichte kurz und bündig – Grünau im Almtal; Hrsg. Wasser; 42 Seiten; Innsbruck 2010
Oesterreichischer Alpenverein; 110 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Das Villgratental – Herz-Ass in Inner- und Außer-
Wallentin, Gudrun und Herta: Alpingeschichte kurz und bündig – Steinbach am Atter- villgraten; 50 Seiten; Innsbruck 2010
see; Hrsg. Oesterreichischer Alpenverein; 110 Seiten; Innsbruck 2010 Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Reichenau an der Rax – Wo Künstler und Thera-
Wiedemayr, Ludwig: Alpingeschichte kurz und bündig – Das Tiroler Gailtal − Kartitsch, peuten in die Berge gehen; 46 Seiten; Innsbruck 2010
Obertilliach, Untertilliach; Hrsg. Oesterreichischer Alpenverein; 106 Seiten; Innsbruck Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Malta – Im Tal der stürzenden Wasser; 46 Seiten;
2010 Innsbruck 2010
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Steinbach am Attersee – Kultur und Bergnatur
Broschüren: am Alpenstrand; 42 Seiten; Innsbruck 2010
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Kleine und feine Bergsteigerdörfer zum Genießen Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Weißbach bei Lofer – Almen, Klammen, Kletter-
und Verweilen; 130 Seiten, 5. Auflage; Innsbruck 2012 gärten; 46 Seiten; Innsbruck 2011
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Johnsbach im Gesäuse – Ein Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Mauthen im Gailtal – Im Herzen der Karnischen
alpines Arkadien; 38 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2011 Alpen; 50 Seiten; Innsbruck 2011
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdorf Hüttschlag – Almen und Berg- Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): St. Jodok, Schmirn- und Valsertal – Stolze Berge –
mähder im Großarltal; 46 Seiten; 2. Auflage, Innsbruck 2012 Sanfte Täler; 46 Seiten; Innsbruck 2012
122 123

Serie Ideen – Taten – Fakten: Haßlacher, Peter: Entwicklung und Förderung von Bergsteigerdörfern – Zukunftsauf-
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Startkonferenz Bergsteigerdörfer im Bergsteiger- gabe bei der Umsetzung der Alpenkonvention; in: Haßlacher, Peter (Red.): Die Alpen-
dorf Ginzling, 10.–11. Juli 2008, Tagungsband; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr.1; konvention – Markierungen für ihre Umsetzung (Fachbeiträge des Oesterreichischen
34 Seiten; Innsbruck 2008 Alpenvereins – Serie: Alpine Raumordnung Nr. 24); Innsbruck 2004
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergsteigerdörfer – Ein Modell für die Umsetzung Haßlacher, Peter: Wurzeln und Fundament – Die Alpingeschichte der Bergsteiger-
der Alpenkonvention, Tagung Mallnitz/Kärnten, 26.–27. November 2008; Serie Ideen – dörfer; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV,
Taten – Fakten Nr. 2; 54 Seiten; Innsbruck 2009 Nr. 4/2009; Innsbruck 2009; S. 18–20
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Öffentlicher Kals, Roland: bergsteigerdoerfer.at – Ein Tourismusprojekt des Alpenvereins zur Um-
Verkehr in peripheren Räumen, Grünau im Almtal; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr. 3; setzung der Alpenkonvention – Eckpunkte der Angebotsentwicklung; in: Haßlacher,
70 Seiten; Innsbruck 2010 Peter (Red.): Mosaiksteine der Alpenkonvention – Bergsteigerdörfer, Alpintourismus
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Berglandwirt- in Österreichs Alpen (Fachbeiträge des Oesterreichischen Alpenvereins – Serie: Alpine
schaft und zukunftsfähiger Bergtourismus – eine untrennbare Einheit, Sonntag im Gr. Raumordnung Nr. 28); Innsbruck 2006; S. 50–63
Walsertal; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr. 4; 78 Seiten; Innsbruck 2011 Kals, Roland: Bergsteigerdörfer reloaded – Für einen naturverträglichen Bergtourismus;
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Nachhaltiger in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/
Bergtourismus – Kernkompetenz der Bergsteigerdörfer, Johnsbach im Gesäuse; Serie 2009; Innsbruck 2009; S. 8–12
Ideen – Taten – Fakten Nr. 5; 50 Seiten; Innsbruck 2012 Kals, Roland: Die Farbe Grün – Bergsteigen in der Steirischen Krakau; in: Oesterreichi-
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Jahrestagung Bergsteigerdörfer – Raumplanung scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 4/2009; Innsbruck
und nachhaltige Entwicklung, Lesachtal; Serie Ideen – Taten – Fakten Nr. 6; 46 Seiten; 2009; S. 74–76
Innsbruck 2013 Kals, Roland: Lunz am See – Vom Reiz des Unspektakulären; in Oesterreichischer
Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2010; Innsbruck 2010;
Weiterführende Literatur Bergsteigerdörfer: S. 50–53
Bischof, Monika und Schwann, Christina: Großes Walsertal – Ein von Tobeln durch- Kals, Roland: Grünau im Almtal – Nordwände, Kolkraben und Seenidyll; in: Oesterreichi-
tobeltes Tal; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 3/2010; Innsbruck
OeAV, Nr. 2/2010; Innsbruck 2010; S. 82–84 2010; S. 94–97
Fürhapter, Martin: Villgratental – Geheimnisvolle Bergsteigerdörfer; in: Oesterreichischer Kals, Roland: Dreitausenderjagd – Bergsteigerdorf Malta; in: Oesterreichischer Alpenver-
Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 4/2011; Innsbruck 2011; ein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 4/2010; Innsbruck 2010; S. 62–64
S. 82–84 Kals, Roland: So speziell – Reichenau an der Rax; in: Oesterreichischer Alpenverein
Goller, Anton und Wiedemayr, Ludwig: Drei Bergsteigerdörfer im Tiroler Gailtal; in: (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2011; Innsbruck 2011; S. 46–49
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2009; Kals, Roland: Weißbach – Klettern, Bergradeln und Almenlust; in: Oesterreichischer
Innsbruck 2009; S. 70–72 Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/2011; Innsbruck 2011;
Guggenberger, Ingeborg: Das Lesachtal – Ein Märchenland; in: Oesterreichischer Al-pen- S. 96–99
verein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2012; Innsbruck 2012; S. 70–72 Kendler, Sepp: Rund um die Tauernkönigin – Traumroute im Bergsteigerdörfer-Dreieck;
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in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 3/2011; Innsbruck 2011;
3/2012; Innsbruck 2012; S. 70–73 S. 56–58
Lederer, Sepp: Mauthen im Gailtal – Im Herzen der Karnischen Alpen; in: Oesterreichi- Wallentin, Gudrun: Steinbach am Attersee – Wo dem Gebirge ein See zu Füßen liegt; in:
scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2011; Innsbruck Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/
2011; S. 96–98 2012; Innsbruck 2012; S. 100–104
Schlosser, Hannes: Vent – Einzigartigkeit inmitten der Ötztaler Alpen; in: Oesterreichi-
scher Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2010; Innsbruck
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lung für die Alpen, Nr. 52; Innsbruck 2008; S. 2–3 Archiv Brandstätter, Gottfried: S. 1, 18, 20, 22, 23 li., 24, 25, 26, 27 o., 28, 29, 43, 46, 48,
Schwann, Christina: Bergsteigerdörfer – Ein Idealfall der Alpenkonvention; in: Die Alpen- 49, 55, 70, 84, 85, 98 u., 105
konvention: Nachhaltige Entwicklung für die Alpen, Nr. 54; Innsbruck 2009; S. 11–12 Archiv Familie Braun: S. 35, 52, 71, 82
Schwann, Christina und Stampfl, Regina: Johnsbach im Gesäuse – Ein Bergsteigerdorf Archiv Gemeinde Reichenau: S. 12, 45, 50, 97, 98 o., 100, 114, 115, 128
wie aus dem Bilderbuch; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf– Mittei- Archiv MA 31, Wiener Wasser: S. 74 (Christian Houdek), 76 (Lois Lammerhuber), 81,
lungsheft des OeAV, Nr. 2/2009; Innsbruck 2009; S. 62–64 102
Schwann, Christina: Verborgenes Paradies – Das Bergsteigerdorf Hüttschlag im Groß- Archiv Pap, Robert: S. 27 u.
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Nr. 3/2009; Innsbruck 2009; S. 76–79 Archiv Toplitsch, Norbert, Payerbach: S. 14, 15, 17, 31, 34, 41, 77
Schwann, Christina: Die Seele baumeln lassen – Bergsteigerdörfer-Partnerbetriebe und Eggl, Franz: S. 54, 95
Hütten; in: Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Familie Stoier: S. 96
Nr. 4/2012; Innsbruck 2012; S. 88–91 Gruber, Ignaz: S. 73, 86, 87, 109 o.
Schwann, Christina: Schneeschuhwandern – Ein Plädoyer für die Langsamkeit; in: Hofer, Christian: S. 69
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 5/2012; Hofer, Sandra: S. 64
Innsbruck 2012; S. 92–95 Kals, Roland: S. 10
Schwann, Christina: Familien-Zuwachs – St. Jodok ist das neue Bergsteigerdorf; in: Krenthaller, Sabina und Viktor: S. 56
Oesterreichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 1/2013; Maca, Willi: S. 19, 23 re., 68, 78, 127
Innsbruck 2013; S. 66–69 Putz, Ewald: S. 40, 109 u., 110
Schwann, Christina: Bergsteigerdorf hautnah – Herz-Ass im Villgratental; in: Oester- Schloß Wartholz: S. 30
reichischer Alpenverein (Hrsg.): Bergauf – Mitteilungsheft des OeAV, Nr. 2/2013; Simek, Martin: S. 38, 39
Innsbruck 2013; S. 84–86 Wikipedia: S. 37
Wallentin, Gudrun: Ginzling – Am Anfang war das Bergsteigen; in: Oesterreichischer
126

Impressum
Willi Maca, geb. 1970 in Wien, lebt seit 1995
Herausgeber: Oesterreichischer Alpenverein, Olympiastr. 37, 6020 Innsbruck in Reichenau. Staatlich geprüfter Sportlehrer,
Redaktion: Hannes Schlosser und Christina Schwann Lehrwart Alpin, Mitglied der Bergrettung Rei-
Grafik: SuessDesign.de chenau. Arbeitet als Industriekletterer, Baum-
Layout: Christina Schwann steiger, Wanderweg- und Klettersteigbauer, als
Druck: Sterndruck, Fügen Sportlehrer in verschiedenen Gesundheitsför-
derungsprojekten und als Outdoor-Pädagoge.

Titelbild: Schloss Reichenau im 17. Jahrhundert, im Hintergrund der Mittagsstein


und die Eng; Ölgemälde von Jakob Franz Nitschner, 1855
Bild Rückseite: Ein Kletterer in der Preiner Wand
www.bergsteigerdoerfer.at