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WISSENSCHAFTLICHE ABHANDLUNGEN DER ARBEITSGEMEINSCHAFT

FüR FORSCHUNG DES LANDES NORD RHEIN-WESTFALEN

Band 17
WISSENSCHAFTLICHE ABHANDLUNGEN DER ARBEITSGEMEINSCHAFT
FüR FORSCHUNG DES LANDES NORD RHEIN-WESTFALEN

Band 17

THEABUYKEN

Das römische Recht


in den Constitutionen von Melfi

HERAUSGEGEBEN
IM AUFTRAGE DES MINISTERPRÄSIDENTEN Dr. FRANZ MEYERS
VON STAATSSEKRETÄR PROFESSOR Dr. h. c. Dr. E. h. LEO BRANDT
Das römische Recht
in den Constitutionen von Melfi

von

Thea Buyken

WESTDEUTSCHER VERLAG· KÖLN UND OPLADEN


Vorgelegt von Hermann Conrad, im Auszug vorgetragen

ISBN 978-3-322-98163-9 ISBN 978-3-322-98828-7 (eBook)


DOI 10.1007/978-3-322-98828-7
© 1960 Westdeutscher Verlag, Köln und Opladen
Vorwort

Mit dankenswerter Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft des Landes


Nordrhein-Westfalen bereiten seit einigen Jahren C. A. Willemsen (Bonn),
Thea von der Lieck-Buyken (Köln), die Verfasserin der vorliegenden Abhand-
lung, und der Unterzeichnete eine Neuausgabe der Konstitutionen von
Melfi, des Gesetzeswerkes Friedrichs II. von Hohenstaufen (1231), vor. Nach
Ermittlung der in den Archiven noch vorhandenen lateinischen und grie-
chischen Handschriften durch C. A. Willemsen und deren Kollationierung
erscheint nunmehr der Nachweis der den Konstitutionen zugrundeliegen-
den Quellen, die Fertigstellung eines schon begonnenen Wörterbuches und
der Versuch, einen authentischen Text festzulegen, als die nächste wichtige
Aufgabe. Ein Schritt auf diesem Wege soll die vorliegende Abhandlung
sein, die römische und byzantinische Quellen der Konstitutionen nachweist.
Ergänzungen dieser Arbeit nach der Seite des germanischen und arabi-
schen Rechtes sind in Vorbereitung bzw. in Aussicht genommen. Als
Nebenfrucht der Editionsarbeit konnte der Unterzeichnete bereits im Jahre
1957 eine Studie über "Das Gottesurteil in den Konstitutionen von Melfi
Friedrichs 11. von Hohenstaufen (1231)" veröffentlichen (Festschrift für
Walter Schmidt-Rimpler, Karlsruhe 1957, S. 9-21).
Herrn Kollegen Envin Seidl (Köln), dem das Manuskript im Auftrage der
Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen zur
Begutachtung vorgelegen hat, sei an dieser Stelle, zugleich im Namen der
Verfasserin, herzlich für sein Interesse und seine Mitarbeit gedankt.

Bonn am Rhein, im Juni 1960


Hermann Conrad
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi
Von Dr. Thea B'9ken, Köln

Als in der sogenannten Renaissance des 12. Jahrhundertsl in Italien alle


Wissenschaften und Künste unter dem Einfluß der Antike neu erblühten,
als arabische und jüdische Mittler dem Abendlande die Philosophie des
Aristoteles schenkten, da lebte .an der Universität Bologna auch das alte
römische Recht wieder auf.
Die Renaissance griff über auf Sizilien, auf das Reich Rogers 11. Kein
Wunder; war doch dieses Reich mit seinem Völkergemisch von Normannen,
Lateinern, Griechen, Juden und Arabern und seinen kulturellen und wirt-
schaftlichen Beziehungen zu Konstantinopel, Syrien und Nordafrika wie
kein anderes geeignet, ein Zentrum dieser Bewegung zu sein. An Rogers
Hofe sammelten sich Künstler und Gelehrte aller Sparten, und kundige
Übersetzer übermittelten auch denen, die der griechischen oder der orienta-
lischen Sprachen nicht kundig waren, einen Eindruck davon, was das
Altertum den Nachfahren zu sagen vermochte. Hohe Beamte des sizilischen
Königs kannten bereits römisches Recht. Und da die Maximen der spät-
klassischen Imperatoren dem machtgewohnten Normannenfürsten nicht
unpassend erschienen, auch das Beispiel der byzantinischen Kaiser, die
einst die Herrscher der Insel und Süditaliens gewesen waren, noch nicht in
Vergessenheit geraten war, so nahm Roger einige Bestimmungen des
Corpus Iuris und des griechisch-römischen Rechtes, die wiederzubeleben
man ihm nahelegte, in seine Assisen auf und versah seine Sammlung mit
einem prunkenden Vorwort justinianischer Prägung2•
An Kaiser Friedrich 11., seinen Enkel, wurde das Ius Romanum von
Männern wie Roffredus von Benevent3 und Petrus de Vinea herangetragen.
Roffredus hatte in Bologna studiert. Zu seinen Lehrern gehörten u. a.
der berühmte Azo und Hugolinus. Er war mit den exegetischen und dog-
matischen Arbeiten der Bologneser Rechtsschule sowie mit deren Schriften
zu Einzelmaterien des römischen Rechtes vertraut, hatte selbst in Bologna
und Arezzo Ius gelehrt und zahlreiche Bücher verfaßt. Daß Roffredus u. a.
8 Thea Buyken

die Abhandlung De libellis et ordine iudiciorum, die Schrift De pugna und


eine Summa de actionibus geschrieben hat4, ist für unsere Quelle gewiß
nicht ohne Bedeutung gewesen. Auch Petrus de Vinea hatte in Bologna
studiert5. Der Einfluß dieser Männer hat die Ideologie des Kaisers weit-
gehend bestimmt.
Der Schöpfer des Liber Augustalis hat sein Werk als Corpus Constitutio-
. num6 bezeichnet und ihm ein umfangreiches Prooemium vorangestellt -
beides in unmißverständlicher Anlehnung an Justinian, der sagt, er wolle
"sacratissimas constitutiones in unum corpus colligere"7, und der seinen
Institutionen, den Digesten und dem Codex ebenfalls Prooemia voraus-
gehen läßt. Und wie dieser Kaiser in dem Prooemium De confirmatione
Digestorum8 heißt Friedrich H. in der Überschrift zum Prooemium in
beiden Pariser Handschriften semper augustus, felix, victor ac triumphator9
(in der griechischen Fassung eU(jeß~c; e:u't"UX~c; VLX'Yj~C; x<X~ 't"P07t<XLQUX0C;)lO
und führt Beinamen nach den Etappen seines Sieges. Nennt sich Justinian
Alemannicus, Gothicus, Francicus etc.ll, so wird der Staufer als Italicus,
Siculus, Hierosolymitanus und Arelatensis bezeichnet12. Weiter weisen die
Constitutionen, die unter Friedrichs eigenem Namen gehen, häufig eine
besondere Praefatio auf13 , dies in Nachahmung der Novellen des römischen
Kaisers, die auch jeweils ein einstimmendes, arengenähnliches Vorwort
haben14. Mehrere Stellen unseres Gesetzbuches sprechen geradezu von einer
novella constituti015. Auch die Tatsache, daß das erste Gesetz des Liber
Augustalis ein Ketzeredikt16 ist, zeigt Friedrich als Nachahmer Justinians.
Denn dieser Kaiser eröffnete seinen Codex ebenfalls mit einem Erlaß gegen
Irrgläubige17.
Den Einfluß römischen Rechtes bezeugen die Constitutionen selbst an
vielen Stellen. Immer wieder erwähnen sie die veteres18, die antique19, die
prisce leges20, antiquum ius21, antiqua iura22• Sie unterscheiden mit dem
Corpus iuris zwischen ius commune23 und ius speciale24, zwischen ius civile
und ius gentium25. Die divorum augustorum statuta26, die prisce constitu-
tiones27 (gemeint sind die Gesetze der alten römischen Kaiser) werden
häufig als Quelle und Vorbild einer Constitutio Friedrichs genannt. Oft wird
das römische Recht auch ganz einfach als ius28 oder als iura29 bezeichnet,
ein Hinweis auf den einmaligen Wert, den man ihm beimißt. Es gibt Wort-
verbindungen wie iuris antiquitas30, iuris rigor3l, iuris sollempnitas32• Jura
vetuerunt33, sagt die Constitutio Jurisperitorum, und secundum iura34 steht
in der Constitutio Ut universis. Die Wendung iure licito35 ist bekannt;
de iure wird von de facto geschieden36• Iurisperiti37 sind die im römischen
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 9

Recht geschulten Juristen, sonst auch (wie in Rom) prudentiores38 genannt.


Die Ausdrücke forma vetus39, antiqua forma40 weisen auf eine einzelne
römische Rechtsvorschrift hin. An zwei Stellen drückt ut olim41 aus, daß
die betreffende Constitutio dem Beispiel des römischen Rechtes folge. Ein
Gesetz erwähnt sogar konkret das Beneficium Velleianum, also Titel 4,29
des Codex Ad Senatus consultum Velleianum42, und bestätigt damit dessen
Einfluß. In dem Ausdruck utrumque ius43 erscheint das römische Recht
mit dem langobardischen gekoppelt, denn der Text fährt fort: Longobar-
dorum sciIicet et comune. (Mehrere Länder des Regnum Sicilie waren
langobardische Herzogtümer gewesen, wie Benevent und Spoleto, und
das langobardische Recht war bis ins 13. Jahrhundert hinein ius commune
der langobardischen Einwohner Süditaliens44.)
Alle Stellen der Constitutionen, die so oder ähnlich das römische Recht
ausdrücklich erwähnen, haben sich verifizieren lassen, soweit das nicht
bereits früher durch Brandileone45 u. a. geschehen ist. Sie werden künftig
im Quellenapparat der Edition aufgeführt.
Die veteres iuris auctores46, die alten römischen Juristen, empfindet
Friedrich H. so sehr als seine Vorgänger, daß er sie nostri veteres47 nennt.
Deutlicher noch wird die Wertschätzung des römischen Rechtes dokumen-
tiert durch die Vorschriften des Kaisers über die Anstellung örtlicher
Richter und Notare48. Sie sollen, so heißt es, sich dem Kaiser persönlich
vorstellen und in einer Prüfung vor seiner curia ihre Kenntnisse ausweisen.
Und zwar müssen sie nicht bloß die consuetudines des betreffenden Ortes
kennen, sondern auch iurisperiti, d. h. im römischen Recht beschlagen sein,
und die Bildung ihrer Zeit besitzen49 .
Vom Einfluß des römischen Rechts auf die Constitutionen von Melfi
zeugen auch die Rechtswörter, die zur Bezeichnung der kaiserlichen Gesetze und
im Zusammenhang mit deren Vorschriften gebraucht werden. Neben dem
Ausdruck lex60 = Gesetz, der soviel besagt wie: allgemein verbindliche
Rechtsvorschrift, kommt constituti051 = Verordnung vor. Im alten Rom
war die constitutio eine einseitige Anordnung des Kaisers Staats- und
Verwaltungsrecht, Strafrecht und Gerichtsverfassung betreffend52• Weiter
finden sich edictum53 = kaiserliche Verordnung allgemeinen oder be-
sonderen Inhalts, mandatum54 = Dienstanweisung für Beamte, rescriptum55
oder responsum66 = schriftlicher kaiserlicher Bescheid auf Anfrage, und
littere67 = dasselbe in Briefform. Auch die römische sanctio pragmatica58
läßt sich im Liber Augustalis nachweisen (vielleicht ein Eigenentscheid
des Kaisers von allgemeiner Bedeutung69). Preceptum60 = Vorschrift, Ver-
10 Thea Buyken

ordnung begegnet neben legum scita61, statutum62 und arbitrium63• Auch


privilegium64 findet sich mehrfach. Mit dem Rechtswort sanctio65 benannte
man in klassischer Zeit eine Anordnung über die Folgen einer Gesetzes-
verletzung. Leges edictales66 waren allgemeine Vorschriften der römischen
Kaiser in Briefform, aus den edicta hervorgegangen. Oft werden auch
verschiedene Bezeichnungen für Gesetze gekoppelt: legis edictum67 und
legis preceptum68 heißt es etwa, oder constitutionis edictum69 • Legis
preceptum ist übrigens auch für das Corpus iuris belegt7°. In Rom begannen
bereits zur Zeit der absoluten Kaiser ursprünglich fein geschiedene Be-
nennungen für einzelne Gesetzesarten sich einander anzugleichen71 , und die
Folgezeit verstärkte noch diesen Assimilationsprozeß. Die Unterschiede
zwischen edictum, mandatum und rescriptum z. B. verloren an Bedeutung.
Es darf darum nicht wunder nehmen, wenn man in den Constitutionen von
Melfi den Eindruck gewinnt, daß auch sie einzelne Rechtswörter nicht
immer scharf scheiden und oft nicht erkennbar wird, warum an einer Stelle
dieses und nicht ein anderes angewandt ist. Neben dem Gesetzest:echt wird
auch die consuetudo72, der mos 73 = Gewohnheitsrecht, angeführt. Gemeint
ist damit wohl in erster Linie die consuetudo der sizilischen Städte. Die
Gesetzesüberschrift heißt genau wie im römischen Recht rubrica74, die
Norm, Regel forma 75, der Wortlaut des Gesetzes tenor 76 • Articulus 77 ist
eine einzelne Rechtsbestimmung. Die Ausdrücke der Constitutionen für
verordnen (statuere78 , sancire79 , mandare80 , decernere 81 , velle82, censere83,
precipere84, iubere85), für hinzufügen (adicere86), billigen (approbare) und
für verbieten (inhibere87 , prohibere88, nolle89), auch die Begriffe cassare90
oder de medio tollere 91 = aufheben, antiquare92 = als veraltet abschaffen,
obtinere93 = Geltung haben finden sich ebenfalls im Corpus iuris. Robur94
bedeutet hier wie dort Kraft, Geltung der Gesetze, auctoritas 95 = Ansehen,
Gültigkeit. Nexus 96 ist die Verbindlichkeit einer Constitutio, obsequium97
der Gehorsam gegen die Gesetze; observare98 heißt: eine Bestimmung
beachten, befolgen, observatio 99 : die zu befolgende Gesetzesbestimmung.
"Saluberrime" werden die Gesetze genannt wie bei den späten römischen
Kaisern10o •
Die Person des Kaisers ist in unserer Quelle mit riimischem Nimbus umgeben.
Er wird als Princeps Romanus10l , als Caesar 102 bezeichnet, nennt sich selbst
nostra maiestas103 und seine Würde cesarea fortuna104 • (Das römische Recht
sagt fortuna imperialis105 oder augusta106.) In den römischen Kaisern sieht
Friedrich geradezu seine predecessores107 • Der Herrscher steht auf erhabener
Höhe: Inter homines sumus in preeminenti culmine constituti108 • Darum
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 11

führt er auch Titel wie preeminentia109 (Justinian sagt eminentiallO), culmen1ll


oder excellentiall2, was alles soviel wie "Hoheit" bedeutet, und imperialis
celsitudoll3 = kaiserliche Erhabenheit. Weitere Titel römischer Imperatoren
sind magnificentia nostrall4 = Unsere Herrlichkeit, nostra auctoritas115
= Unsere Würden, serenitas nostrall6 = Unsere Durchlauchtigkeit. Der
Kaiser ist heilig; darum bezeichnet er sich auch als Augustusll7 = der
Heilige, der Erhabene, sein Gesetzbuch als Liber Augustalis1l8, die Gold-
münzen mit seinem Bilde als Augustales1l9. Ein andermal wieder nennt
sich Friedrich beatitudo nostral2O = Unsere Heiligkeit, ein Titel, den die
Novellen für die höhere Geistlichkeit anwendenl21• Die kaiserlichen Eigen-
schaften sind göttlicher Natur: dementia122 = Milde, mansuetudo123 und
pietas124 = Gnade, drcumspectio126 = Umsicht, consdentia126 = Wissen
zeichnen ihn aus. Und diese Eigenschaften können ganz wie bei Justinian
auch als kaiserliche Titel auftreten: imperialis dementia127, nostra man-
suetudo128, nostra pietas129 nennt sich auch Friedrich in seinen Gesetzen.
Mit dem römischen Recht beruft er sich auf die lex de imperio als Grund-
lage kaiserlicher Befugnis, selbst Gesetze zu begründen130. Er beansprucht
wie Justinian das Recht, sie auch zu interpretieren131 und zu ergänzen132•
Die Strenge des Rechtes mildert der Kaiser nach römischem Vorbild durch
humanitas133 = Menschlichkeit, lenitas134 = Milde, gratial35 = Gnade, equi-
tas136 = Billigkeit und arbitrium137 = Belieben. Perpensa deliberatione138,
nach reiflicher Überlegung, trifft er seine Verfügungen. Eine Äußerung
Friedrichs gilt als oraculum139. Erhaben, heilig ist die Fürsorge des Kaisers
für sein Volk (protectio augusta140, sancta provisi0141), göttlich sein Gesetz
(diva constituti0142), heilig sind seine Handschreiben (sacri apices143), sein
Schatz (sacrum erarium144, sacre largitiones146), seine Strafsatzungen (sacre
sanctiones1(6). Eine Entscheidung des Kaisers anzweifeln ist pars sacrilegü147
(fällt unter das Verbrechen des Sakrilegs). Diese Bestimmung ist, das hat
bereits Brandileone gesehen, wörtlich dem römischen Rechte entnommen148.
In seinem Streben nach Gottähnlichkeit und Gottgleichheit überschreitet
der Kaiser die Grenze der Blasphemie. Er "gesellt die Stacheln seiner
Ungnade"149, die "Empörung seiner kaiserlichen Erhabenheit" zu dem
"rächenden Gerichte Gottes"150. Die Richtergewalt Gottes ist nicht höher
als die seinel51 • Gott ist die divina maiestas152, der Kaiser nostra maiestasI53 •
Die divina provisio oder providentia Gottes wird mit der kaiserlichen in
einem Atem genannt164• Dem arbitrium celeste155, dem Belieben des Him-
mels, entspri~ht das arbitrium des Herrschers156. Ja noch mehr: Wie der
Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen wurde, so verkörpern die offidales
12 Thea Buyken

das Bild des Kaisers157. Göttlich wie Friedrich selbst sind auch seine Vor-
fahren, ihr Angedenken, ihre Gesetze. "Divus rex Rogerius"158 heißt es in
den Constitutionen, und "Guillelmus, dive memorie predecessor noster"159.
Divales, sacratissime sind die sanctiones veterum principum160. Das crimen
lese maiestatis161 oder perduellionis162, das Majestätsverbrechen, spielt eine
wichtige Rolle im Liber Augustalis. Der honor curiel63, der honor offici-
alium1M, die dignitas curialium personarum165, d. h. die Würde des kaiser-
lichen Hofes und seiner Beamten, darf nicht angetastet werden. Die hun-
dertjährige Verjährungsfrist für Ansprüche der Kirche bei Justinian wendet
Friedrich auf den Fiskus, die kaiserliche Schatzkammer, an166.
Es ist wahr, daß sich schon Karl der Große imperator Romanorum
gubernans imperium und semper Augustus167 nannte, und daß unter den
Ottonen eine neue Welle der Nachahmung Roms einsetzte, die unter
Otto H., dem Gemahl der Theophano, und Otto III. einen gewissen
Höhepunkt erreichte168. Vollends Friedrich I. Barbarossa hat dann einen
neuen Begriff des Reiches und des Imperiums geprägt. Seine Begegnung
mit oberitalienischen Juristen hat in der deutschen Kanzlei Bestrebungen
dieser Art ausgelöst. Immer wieder wurde vom sacrum imperium, von
der kaiserlichen maiestas, vom honor imperii gesprochen169. Und Fried-
rich I. und seine Nachfolger Philipp v. Schwaben, Heinrich VI. und Otto IV.
haben in ihren Urkunden häufig Titel römischer Kaiser geführt170. Auch
der Normanne Roger (11.), Friedrichs H. Großvater, hat unter byzan-
tinischem Einfluß mit römischen Attributen gespielt und sich re dei re
cesarei nennen lassen171. Keiner aber von diesen Herrschern hat wie Fried-
rich diese Fülle von römischen Titeln und Vorstellungen in seine Urkunden
und Gesetze aufgenommen, die Vergottung des Kaisertums vollendet.
Mag immerhin auch über seine Vorgänger auf dem Throne römisches
Gedankengut eingeströmt sein in die Constitutionen von Melfi: Als das
wesentliche Moment der Beeinflussung erweist sich im Zusammenhang
dieser Untersuchung die neuerliche Begegnung mit dem Corpus iuris.
Der Verehrung, die das heilige Reich und die göttliche Person des
Herrschers in unserer Quelle genießen, entspricht eine Verehrung der
Gesetze172 und des Rechtes, die keiner ungestraft außer acht läßt. Es gibt einen
Kult des Friedens173 und der Gerechtigkeit174. Es gibt einen feierlichen
Dienst der iustitia, ein ministerium175. "Schweigend" und "ohne lautes
Lärmen" soll man ihm beiwohnen176. Die Justitiare, die hohen Beamten der
Justitia, sollen ihre wahren und besorgten Diener, ministrantes177, sein.
Hohe und niedere Richter sollen die Gerechtigkeit = iustitiam, die Rechte
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 13

= iura ministrieren178. Den Ausspruch des Codex: "Nemo gradum sacerdotii


pretii venalitate mercetur"179 wendet Friedrich H. in leichter Abwandlung
auf seine Beamten an: " ... nec liceat officium alicuius pretii venalitate
mercaril80." Auch von sich selbst sagt der Kaiser, er sei ein Diener181, ein
Pfleger der Gerechtigkeitl82• Damit knüpft er an die bekannte Stelle aus
den Digesten an: "Merito quis nos sacerdotes apellet, iustitiam namque
colimusl83 • "
Nach dem Voraufgehenden darf es nicht wunder nehmen, daß eine Reihe
von Bezeichnungen für Beamte und alles, was mit dem Beamtentum zusammen-
hängt, ebenfalls dem römischen Recht entlehnt sind.
Die höchsten Beamten der einzelnen Sparten tragen bei Friedrich wie
in Rom neben ihrer Amtsbezeichnung den Titel magister, d. h. Vorsteher.
Es gibt einen magister iustitiariusl84 und einen magister questoruml8ö,
magistri procuratores curie186, magistri fundicarii187 und camerarii188. Das
Institut der Justitiare ist zwar normannischen Ursprungs. Es begegnet bei
den französischen und bei den englischen Normannen und hat hier wie
dort die gleichen Aufgaben. Der höchste Justitiar heißt in der Normandie
aber capitalis iustitiarius189, in England summus oder capitalis iustitiarius190.
Nur Friedrich H. hat diesem Beamten den römischen Titel magister beigelegt.
Die Bezeichnung stratigota191 für hohe Justizbeamte der Städte Messina
und Salerno entstammt dem griechisch-römischen Recht. Sie ruft die
byzantinische Herrschaft in Unteritalien ins Gedächtnis zurück.
Neben den procuratores fiscil92, den kaiserlichen Vermögensverwaltern für
eine Provinz, tritt in den Constitutionen auch der patronus fisci193 auf, der
Kronanwalt oder Sachwalter des Fiskus. Und die Cesarianil94 des Liber
Augustalis sind wie in Rom kaiserliche Fiskalbeamte, die vor allem die
Aufgabe haben, die dem Fiskus verfallenen Güter einzuziehen. Die
Vertreter des kaiserlichen Privatvermögens werden actores195, die Ver-
walter seines Privatschatzes rationalesl96 genannt. Alle Finanzbeamten des
Kaisers müssen ratiocinium, d. h. Rechnung über ihre Tätigkeit ablegen197.
Mit solempne consistorium198 bezeichnen die Constitutionen den Geheimen
Staatsrat, der in Verwaltungs- und Gesetzesangelegenheiten tätig ist.
Consistorium hieß dieser Rat auch in Rom199. Der Libellensis200 ist nach
antikem Vorbild ein Sekretär oder Rat im kaiserlichen scrinium Libellorum,
d. h. in einem Büro, das Eingaben an den Kaiser zu bearbeiten hat. Die
Statthalter der Provinzen heißen presides provinciarum201, ihr Amt presi-
datus202. Das pretorium203 ist ihre Amtswohnung. Bei den Richtern wird
die römisch-rechtliche Unterscheidung zwischen iudices ordinarii und
14 Thea Buyken

iudices delegati gemacht204, d. h. den ordentlichen Richtern, die iure


ordinario, und den Unterrichtern, die delegationis iure ihr Amt ausüben205 .
Die delegatio specialis206 ist der besondere Auftrag; causam delegare207
bedeutet: einem Richter einen Prozeß übertragen. Auch die Scheidung von
iudices maiores208 und minores209 ist den Constitutionen nicht fremd.
Auditorium maius210 ist die höhere Instanz. Es gibt einen iudex appellatio-
nis211, einen Appellationsrichter, und einen iudex qui cognitionibus preest212,
qui iurisdictioni preest213, einen vorsitzenden Richter. Cognitionibus
presidere214 bedeutet soviel wie: bei der richterlichen Untersuchung und
Entscheidung den Vorsitz führen. Die rechts kundigen Beisitzer werden
assessores215 genannt, die Gerichtsdiener apparitores216 . Nach römischem
Vorbild wird den Beamten salarium217, ein Gehalt gezahlt. Auch den
römischen Beamteneid gibt es in den Constitutionen; er wird wie bei
Justinian tactis sacrosanctis evangeliis corporaliter218 geschworen. Procura-
tores und defensores219 sind Sachwalter und Verteidiger im Prozeß.
Advocati220 (juv~yopm) heißen die Gerichtsadvokaten. Von ihnen wird
mit dem römischen Recht gesagt: "Dirimunt dubia facta causarum"221.
Sie haben einen Eid zu leisten wie die römischen procuratores und müssen
wie sie versprechen, ihre Klienten nach bestem Wissen und Gewissen
vertreten zu wollen, keine desperaten Sachen zu übernehmen, bei klar
erkannten Lügen ihrer Partei sogleich zurückzutreten und keine un-
erlaubten pactiones zu schließen222 . Ihr Amt ist das officium advocationis223,
ihr Beistand vor Gericht das patrocinium224. Wenn sie einen Antrag stellen,
wird das Rechtswort postulare225 angewandt. Syndicus226 heißt der Anwalt
einer Stadt oder eines Kollegiums. Die kaiserliche Schatzkammer nennt
der Liber Augustalis fiSCUS227 oder erarium228 . In Rom schied man ur-
sprünglich erarium, die Staats- oder Volkskasse, vom fiscus, der kaiserlichen
Schatzkammer. Allmählich aber verschwand unter den Kaisern die Staats-
kasse, und beide Begriffe wurden nebeneinander für die kaiserliche Kasse
gebraucht229 wie in den Constitutionen. Archivum230 ist ein amtliches
Akten- und Urkundenarchiv. Die öffentlichen Akten heißen gesta23l, acta232
oder monumenta publica233 • Gesta conficere234 bedeutet soviel wie: ein
Protokoll anfertigen. Subire publica munera235, officium suscipere236 heißt:
ein öffentliches Amt übernehmen. Competitor237 ist der Mitbewerber,
gradus dignitatis238 der Dienstrang. Für das Führen eines Amtes wird
officium gerere239 gebraucht. Daß keiner sich einem ihm angebotenen Amte
entziehen kann und notfalls gezwungen wird, es anzunehmen, entspricht
gleichfalls römischem Vorbild240 . Die ferie der Richter sind dieselben wie
Das römische Recht in den Constitutionen von MeHi 15

in spätklassischer Zeitw. Und wenn die Beamten des Kaisers sich in den
ihnen anvertrauten Provinzen aller geschäftlichen Machenschaften ent-
halten sollen242, wenn sie nur auf ein Jahr ihr Amt 'ausüben dürfen243 und
nach Abschluß dieser Zeit sich noch 50 Tage in ihrer Provinz aufhalten
müssen, damit etwaige Beschwerden gegen sie vorgebracht werden kön-
nen244, so geht diese Bestimmung ebenfalls auf römischen Rechtsgebrauch
zurück.
Es ist wahr, daß die Constitutionen von MeHi sich vordringlich um eine
einheitliche Regelung des öffentlichen Rechtes bemühen, und daß an-
genommen werden muß, daß die Rechtspraxis der privaten Sphäre sich
in Sizilien nach wie vor mehr oder weniger nach dem Grundsatz per-
sönlichen oder territorialen Rechtes vollzog, soweit der Liber Augustalis
nicht ausdrücklich eine Änderung vorschrieb. Aber dennoch war der
Gesetzgeber kaum uninteressiert am Privatrecht seines Volkes, und dieses
Interesse führte zu einem Einfluß des römischen Rechtes in unserem Gesetz-
buch auch auf diesem Gebiete. Zwar sind wenige Gesetze rein privat-
rechtlichen Inhalts. Es findet sich aber allenthalben genügend Privatrecht-
liches verstreut, was der Beachtung nicht unwert erscheint.
Der Einfluß des römischen Rechtes auf das Privatrecht der Constitutionen
hat bisher wenig Beachtung gefunden246 • Er läßt sich jedoch nachweisen an
vielerlei Rechtsworten sowie an Einzelbestimmungen, die dem Corpus
iuris entlehnt sind. (Die griechische Fassung des Textes, die später liegt
als die lateinische, gibt die betreffenden Rechtsworte meist wieder mit
Ausdrücken, die dem griechisch-römischen Rechte entstammen und sich in
der Rechtspraxis der Griechen in Sizilien lebendig erhalten hatten.)
Schon was die allgemeinen Lehren des Privatrechts anbetrifft, sehen wir
z. B. die Lehre von der Blutsverwandtschaft und Schwägerschaft vom römischen
Rechte her beeinflußt. Es wird nämlich unterschieden zwischen den cognati,
den durch Blut und Zeugung Verbundenen, und den affines, den Ver-
schwägerten246• Die cognati wieder sind geschieden in ascendentes und
descendentes247, d. h. in geradlinig auf- oder absteigender Linie Verwandte,
und in Verwandte einer Seitenlinie. Von den Aszendenten erscheint der
proavus248, der Urgroßvater. Von den Deszendenten werden außer den
Kindern und Enkeln noch die pronepotes249, die Großenkel, und die
trinepotes249, die Abkömmlinge des 6. Grades, besonders erwähnt. Aus den
Seitenlinien (ex latere venientes2öO, ex collaterali linea251) begegnen patruus252,
der Oheim, amita253, die Tante sowie der consobrinus254, das Geschwister-
kind, unser Vetter. Maiores256 heißen die entfernteren Aszendenten.
16 Thea Buyken

Bei den natürlichen Personen finden wir die schollengebundenen Grundhörigen


mit römischen Rechtsworten bezeichnet: Ascripticü256, servus267, ancilla268
und mancipia269 kommen vor. Von den ascripticü heißt es mit dem römi-
schen Recht, daß sie nicht geistlich werden können ohne Erlaubnis ihres
Herrn260. Der status, die Rechtspersänlichkeit, begegnet in causa status261,
Verfahren zur Feststellung des status, und beim Verlust dieser Rechts-
persönlichkeit durch Verbannung: exilü iudiciq statum amittere262. Favor
libertatis263, die Begünstigung der Freiheit, ist ebenfalls ein römisch-
rechtlicher Ausdruck.
Von den juristischen Personen erwähnt unsere Quelle die Körperschaft:
universitas264, universitas 10corum266 • Die collectio in unum der Körperschaft
wird verboten; Stadtgemeinden dürfen keine Einungen bilden und sich
keine Podesta.s oder Konsuln wählen266 • In Rom war seit der Lex Julia
(Augustus?) die freie Vereinsbildung untersagt267 .
Die römisch-rechtliche Einteilung der Sachen in res corporales und res
incorporales darf als bekannt vorausgesetzt werden, da die res corporales
erwähnt sind268. Und wenn res mobiles, immobiles und se moventes von-
einander unterschieden werden269, so ist also auch diese Einteilung geläufig.
Von den sogenannten res extra commercium begegnen die res sacre270,
die res publice nur mit dem iter publicum271, der öffentlichen Straße. Von
den res sacre wird mit dem römischen Recht gesagt, sie duldeten keine
estimati0272. An einer anderen Stelle werden templa, dona und vasa sacra,
Dinge, die zu den res sacre gehören, zur Erläuterung des Sacrilegiums
aufgezählt273. Auch die Einteilung der Sachen in vertretbare und verbrauch-
bare ist den Constitutionen bekannt. Sie definieren nämlich die vertretbaren
Sachen nach römischem Muster dahin, daß sie "pondere numero mensura
consistunt"274.
Die Constitutionen kennen auch die Begriffe Teil und Frucht. Pars = Teil
kommt vor nicht bloß als Bestandteil eines Ganzen, sondern auch in seiner
zweiten Bedeutung als Bruchteil, d. h. als Maß der Mitberechtigung an einer
ganzen Sache. Er heißt dann pars contingens275 = jemand angehender Teil,
virilis pars276 = Kopfteil, oder auch quota pars277 = der wievielste Teil,
Ausdrücke, die für das Corpus iuris ebenfalls belegt sind278 . Auch fructus,
die natürlichen Erträgnisse einer Sache, sehen wir in römisch-rechtlichen
Redewendungen auftreten279 .
Bei der Auslegung der Rechtsgeschäfte wird die voluntas betont wie in der
nachklassischen Zeit280. So heißt es z. B. von den Eltern von Klerikern,
sie dürften ihre bona materna und paterna bis zu ihrem Tode selbst inne-
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 17

haben, falls sie sie nicht den Söhnen "spontanea voluntate" übereigneten281•
Und der "animus subterfugiendi iudicium" macht die latitatio, das Sich-
versteckthalten bei Contumaz des Schuldners, aus282•
Auch die Geschäftsfähigkeit ist behandelt wie im römischen Recht. Es
wird unterschieden zwischen den infantes, den Kleinst- und Kleinkindern,
die noch kein Delikt verüben können283 und geschäftsunfähig sind; der
nubilis etas284 (Mädchen nach vollendetem 12. Jahr) und der pubertas
(~ß1j)280 (Knaben heissen puberes [&VYjßo~] nach vollendetem 14. Jahr seit
Justinian; sie genießen dann eine beschränkte Geschäftsfähigkeit); endlich
den minores288, Minderjährigen von 14 Jahren an. Die Constitutionen be-
schäftigen sich besonders mit den minores, "qui in pupillari etate con-
sistunt"287, d. h. noch des Vormunds oder des Pflegers bedürfen. Die
Schwäche ihres Alters, "imbecillitas etatis"288, empfiehlt sie dem Schutze
des Gesetzgebers. Sie sollen nach römischem Vorbild289 das beneficium
restitutionis in integrum (&7tOxOt't'cXCl"t'Ota~<;) genießen, wenn sie durch Un-
erfahrenheit oder Leichtsinn verleitet irgendein Geschäft abgeschlossen
haben290 oder auch durch fraus oder ignavia von procuratores geschädigt
worden sind291 : ein privilegium, das nur persone minores oder mulieres292
beanspruchen dürfen. Mit den vidue und debiles stehen die pupilli in einer
Reihe293. Sie brauchen wie in Rom keine Gerichtssporteln zu zahlen294.
Selbst in Kriminalfällen, wo das suffragium etatis nichts hilft296, falls der
animus des Delinquenten erwiesen ist296, kann den minores noch "miseratio
etatis" zu Hilfe kommen, insofern es dem Richter beliebt297, d. h. wohl,
daß er ihnen eine mildere Strafe zuerkennen kann. Sämtliche Ausdrücke,
die die Constitutionen für das Erreichen der Volljährigkeit anwenden, sind
ebenfalls römischen Ursprungs: der Volljährige heißt maior298 (!Le(~wv),
hat "perfecta etas"299, "annum ... excedit"300. "In propriam tutelam venire"301
gebrauchen die Constitutionen, wo das römische Recht sagt: in suam
tutelam venire302• Die Volljährigkeit tritt nach römischem Vorbild mit
25 Jahren ein303. (An einer Stelle des Liber Augustalis allerdings ist sie, wohl
unter langobardischem Einfluß304, auf 18 Jahre festgelegt300.) Völlig ge-
schäftsunfähig gleich den infantes sind die furiosi, die Geisteskranken. Auch
von ihnen heißt es mit den Worten des Corpus iuris, daß sie kein Delikt
begehen können306 . Eine Schwächung der Geschäftsfähigkeit bringt in
unserer Quelle der Eintritt des 60. Lebensjahres, das Alter. In Rom be-
gann die senectus ebenfalls mit 60 Jahren. Im römischen Recht spielt das
60. Jahr z. B. bei der arrogatio, einer Art Adoption, eine Rolle: der Adop-
tierende sollte mindestens 60 Jahre zählen307 . Man nahm also an, daß er zu
18 Thea Buyken

diesem Zeitpunkt nicht mehr im Besitz seiner männlichen Kraft war. Dies
60. Jahr begegnet uns auch in den Constitutionen als Altersbeginn, und
zwar in den Bestimmungen über den Zweikampf: ein Mann über sechzig
darf danach ebensowenig wie ein noch nicht Volljähriger den Kampf
führen, da der eine noch nicht, der andere nicht mehr die volle Stärke des
Mannes hat:308.
Anschaulich schildert der Liber Augustalis die amtliche ProtokolIierung
privatrechtlicher Geschäfte nach dem Vorbild der nachklassischen Gesta
municipalia309, die über die Urkundenpraxis der Byzantiner fortgelebt haben
bis auf Friedrichs H. Zeit. Wir begegnen dem tabelli0310 oder notarius311,
dem Urkundenschreiber, der das Amt des tabellionatus312 innehat.
"Iussione iudicis"313 fertigt er die Urkunde an. Mit dem Richter und den
Zeugen muß er gemeinsam unterfertigen314. Die scheda315 ist sein Konzept,
instrumentum316 die fertige Urkunde. Instrumenta, die so von dem tabellio
geschrieben worden sind, heißen authentica instrumenta317 . Der Liber
Augustalis erwähnt Kaufurkunden, emptionalia instrumenta, die öffentlich
von einem Notar errichtet worden sind318, und an einer anderen Stelle
spricht er ganz allgemein von der Mitwirkung von Notaren bei Kon-
trakten319 . Interessant ist, daß die Echtheit der scheda eines verstorbenen
Notars, der nicht mehr zur Abschrift des instrumentum gekommen ist,
durch Schriftvergleichung festgestellt werden kann: "si manus eius",
heißt es, "qui schedam conscripsit, nota sit allis iudicibus atque notarüs
civitatis et loci ... "320. Auch dieser Brauch geht auf spätrömisches Vorbild
zurück321 .
Zu den Originalurkunden privatrechtlichen Inhalts gehörten im kaiser-
zeitlichen Rom die Quittungen. Sie begegnen auch in unserer Quelle. Apoca322
heißt die Quittung im Liber Augustalis, antapoca323 die Gegenquittung,
genau wie im Corpus iuris324 .
Bei den Rechtsgeschäften finden wir Elemente der römisch-rechtlichen
Lehre von der Unwirksamkeit. Die excepti0325, die auf Antrag gestellte Einrede,
kommt vor und die bereits erwähnte restitutio in integrum326 = die Wieder-
einsetzung in den vorigen Stand, sowie das senatusconsultum Velleianum327
über die Interzession von Frauen. Auch die römische Irrtumslehre ist dem
Schöpfer des Liber Augustalis bekannt. Dem sciens setzt er den ignorans
gegenüber328, der certa scientia329 die ignorantia iuris330 z. B. der Frauen,
deren error in privatrechtlichen Dingen zur restitutio führen kann, so z. B.,
wenn sie Bürgschaft geleistet haben331, im Strafrecht zur Milderung des
Delikts, z. B. bei Inzest332. Arglistige Täuschung, die etwa seit dem Ausgang
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 19

der Republik zur Unwirksamkeit eines Geschäfts auf dem Wege der
Einrede führte333, wird auch in den Constitutionen von Melfi so behandelt.
Dolum adversariorum probare334 heißt für den Jugendlichen, die restitutio
gewinnen.
In allen Sparten des Privatrechts begegnen wir römisch-rechtlichen
Begriffen.
Im Sachenrecht findet sich der detentor335, der Inhaber einer Sache ohne
rechtliche Wirkung und Besitzschutz. Auch Erwerb und Verlust des Besitzes
werden oftmals mit Ausdrücken aus dem Corpus iuris bezeichnet. Titulus
possessionis336 ist der Erwerbsgrund. Possessione cedere337, bonis cedere338
drückt Besitzabtretung, Vermögensabtretung aus. Alienatio339 ist das Rechts-
geschäft der Eigentumsübertragung. Possessio ambulat per manus ... 340
deutet an, daß Besitz sich nacheinander in verschiedenen Händen befindet.
Adipisci, recuperare, retinere possessionem341 heißt: Besitz erwerben,
verlorenen Besitz wiedererlangen, sich einen Besitz erhalten. Eiector342, der
Verdränger, gibt substantiviert das eicere343 des römischen Rechtes wieder.
Dominium344 ist das Eigentum des römischen Rechtes, die "Rechts-
herrschaft über eine Sache"345.
Seit Justinian ist die usucapio, die Ersitzung, verschmolzen mit der longi
temporis prescriptio, der Verjährung346. Die Constitutionen von Melfi
kennen ebenfalls beide Begriffe nebeneinander347. Sie enthalten auch die
Bestimmung Justinians, daß bei allen Grundstücken inter presentes eine
zehnjährige, inter absentes eine zwanzigjährige Verjährung gelten solle348,
und daß sowohl ein (iustus) titulus, ein gerechter Erwerbsgrund, vorliegen
wie auch bona fides, die redliche Überzeugung rechtmäßigen Erwerbs,
gegeben sein müsse349. "Anwesenheit" hieß bei Justinian soviel wie: sich
in derselben römischen Provinz befinden wie der Gegner36°. Dementspre-
chend definieren die Constitutionen sie als Präsenz in regno351 . Unterbrochen
wird die prescriptio im Liber Augustalis durch die legitime Klage (conventio
legittima)352 des berechtigten Eigentümers gegenüber dem Besitzer, durch
Litiskontestation353, die interruptio civilis temporis354• Daneben gibt es die
interruptio naturalis minoris etatis356• (In Rom bewirkte infantia des Geg-
ners Interruption356.) Die tricennalis prescriptio357, die Verjährung der
Eigentumsklage in 30 Jahren, die man heute prescriptio longissimi temporis
nennt358, ist den Constitutionen ebenso bekannt wie die noch längere bei der
actio hypothecaria359. Weiter wird ausdrücklich erklärt, daß die usucapio
bei beweglichen Dingen im Sinne des römischen Rechtes geregelt sein
solle360.
20 Thea Buyken

Von den Erbzinsrechten des Corpus iuris begegnet das ius empf?yteuticum361 ,
die mit Kulturpflicht verbundene Pacht, die den Beamten in ihren Pro-
vinzen verboten ist.
Von den Pfandrechten wird die hypotheca, das besitzlose, durch Ver-
einbarung begründete römisch-rechtliche Pfand an Sachen, besonders an
Grundstücken, mit der actio hypothecaria362, der auf Pfandrecht beruhenden
Sachverfolgung, genannt.
Forderungsrechte können entstehen durch Verursachen und Verschulden. Im
Liber Augustalis verpflichtet die negligentia des Tiertreibers, der das Tier
eines anderen über das zulässige Maß hinaus belädt, zu Schadenersatz363•
Der Beamte, der dolo vel negligentia, aus Unlauterkeit oder Fahrlässigkeit,
seine Pflicht versäumt:364 und sollicitudo und diligentia, die nötige Sorgfalt,
außer acht läßt3ß5, macht sich bußpflichtig. Wer eine Vertragsstrafe ver-
einbart hat, die stipulatio penalis, kann statt des Schadensersatzes diese
erhalten366•
Zinsen, usure367, sind Entgelt, das der Schuldner dem Gläubiger für die
Überlassung des geschuldeten Kapitals zu zahlen hat. Fenus ist das zinsbare
Darlehen des römischen Rechts368 . Fenori dare369 heißt: zu Zins austun.
Mit dem Worte fenerator3 7o wird ein Mann bezeichnet, der Geld gegen Zins
ausleiht. In Rom war der Zinsfuß begrenzt371 • Im 4. Jahrhundert v. Chr.
soll nach Livius und Tacitus Zinsennehmen überhaupt verboten worden
sein372 . Auch das griechisch-römische Recht von Prochiron und Epanagoge
untersagt es373. Friedrich ILerneuert die Constitutio Wilhelms, der sich auf
ein kirchliches Verbot beruft, und verbietet selbst nach griechisch-römischem
und kirchlichem374 Muster den Christen das Zinsnehmen gänzlich. Weiter
beschränkt er den Zinsfuß der "ungläubigen" Juden, denen er aus wirt-
schaftlichen Gründen das Zinsnehmen gestattet375 . Übrigens verbietet auch
das mohammedanische Recht jeglichen Zins376 .
Auch Verträge können Forderungsrechte begründen. Contractus heißen
im römischen Recht die als klagbar anerkannten Verträge377 . Der römisch
rechtliche Ausdruck "contractum celebrare"378 im Liber Augustalis deutet
an, daß solche Verträge auch unter Friedrich II. unter feierlichen Förm-
lichkeiten abgeschlossen werden.
Forderungsrechte können weiter durch unerlaubte Handlungen begründet
werden. Dahin gehören furtum, iniuria, dampnum, dolus. Diese kommen
in den Constitutionen vor und werden weiter unten379 behandelt.
Die Erfüllung befreit den Schuldner von seinen Verbindlichkeiten.
Debitum exsolvere bedeutet im Corpus iuris leisten, erfüllen380 . Die Con-
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 21

stitutionen kennen diesen Ausdruck; sie wenden ihn im übertragenen Sinne


an: nature debitum exsolvere381 .
Auch schuldbefreiende Verträge konnten im römischen Recht Forde-
rungsrechte tilgen. Es gab formlose Schuldaufhebungsverträge, pacta382, pac-
tiones383, conventiones384, compositiones385, transactiones386 • Diese Rechts-
worte finden wir sämtlich im Liber Augustalis wieder. Pacta oder pactiones
inire387 heißt: einen Vergleich schließen. Componere388 bedeutet dasselbe.
Amicabilis compositio389 ist ein gütlicher Vergleich. Spätklassisch390 sind
wohl transigere391 und transactio392, die mehrfach vorkommen. Aus dem
pactum de non petendo, dem Vertrag, womit man dem Klagerecht entsagt,
erwächst das Einrederecht der exceptio pacti conventi393, dilatoria394 = auf-
schiebend bei Stundung, peremptoria396 = aufhebend bei Erlaß.
Einzelne Forderungsrechte des römischen Rechts begegnen in unserem
Gesetzbuch mit den Realkontrakten des Darlehens (mutuum), der Leihe
(commodatum) und der Verwahrung (depositum). Sie werden zusammen
aufgezählt396.1 Mutuum, sizilianisch-griechisch fLOLTOV, ist ein formloses
Darlehen397. Mutuo dare398 heißt: Geld darleihen, pecuniam mutuo acci-
pere399 : Geld als Darlehen erhalten. Commodatum ist die unentgeltliche
Überlassung einer Sache zum Gebrauch. Sie kommt auch verbal vor als
commodare4°O. Das Depositum, die Verwahrung oder Hinterlegung, ist
in den Constitutionen ausführlich im römisch-rechtlichen Sinne geregelt.
Wir finden die drei testes fidedigni, die nach Nov. 73 bei dem Depositum
notwendig sind, den tabellio, der gegebenenfalls die Urkunde über den
Akt schreibt, und die rechts erhebliche Unterschrift aller Beteiligten401.
Der besondere Auftrag, speciale mandatum 402, ist ein Konsensualkontrakt.
Grundsätzlich war in Rom dieser Auftrag unentgeltlich. Der Beamte
jedoch, der ihn ausführte, erhielt einen Ehrensold, das salarium403. Er war
zur Treue verpflichtet, hatte aber, wenn er seinen Auftrag ausführte, einen
Gegenanspruch auf Ersatz des etwa bei dem Auftrag erwachsenen Schadens
sowie der Auslagen und Unkosten404. Das hat grundsätzlich auch der Offi-
ziale in unserer Quelle406 • Wenn seine Auslagen "notwendig und nützlich"406
sind - auch das ein Gegensatzpaar des römischen Rechts407 - werden sie
ihm erstattet.
Ein Konsensualkontrakt ist auch der Kauf, bei dem das nachklassische
Recht das iustum pretium forderte, das jede Ware haben mußte408 . Justinian
gab dem Verkäufer ein Recht zur Auflösung des Kaufvertrages und zur
Rückforderung der Ware, wenn der Preis geringer war als die Hälfte des
wirklichen Wertes der Sache. Er schuf den Begriff der lesio enormis409 .
22 Thea Buyken

Unsere Quelle erwähnt mehrfach das iustum pretium4lO und kennt auch die
lesio enormis4l1 • Von den Verkäufern heißt es, daß sie auf etwaige Mängel
ihrer Ware selbst aufmerksam machen müssen: "Venditores vitium predi-
cent" 412. Auch das ist eine Bestimmung des römischen Rechtes, und zwar
für den Verkauf von Sklaven4l3 .
Eine weitere Form des Konsensualkontraktes ist die Pacht, locatio
conductio rei. In unserer Quelle wird sie kurz locatio genannt414 • Es heißt
von diesem Kontrakt, daß er unter Feierlichkeiten abgeschlossen werde4l5.
Damit sind wohl die Förmlichkeiten gemeint, die das römische Recht dabei
beachtete4l6, wie sich aus dem folgenden ergeben dürfte. Bei der Pacht
wurde dem Pächter vom Eigentümer nicht bloß der Gebrauch der Sache,
sondern auch der Fruchtgenuß überlassen4l7 . Dementsprechend erwähnt
unsere Quelle die Früchte der Domänen, von denen ein quotenmäßig
begrenzter Teil als Pachtzins zu zahlen sei (ad certarn fructuum quanti-
tatem)4l8, was in Rom gleichfalls möglich war4l9 • Die fünf jährige Pacht-
periode, das römische lustrum, das für Landpacht im Brauch stand420,
finden wir in der Bestimmung, daß Domänen non ultra quinquennium
überlassen werden sollen, wieder421• Die Constitutionen von Melfi sprechen
auch von einer Verpachtung excadentiarum nostrarum, die einen Kontrakt
auf unbegrenzte Zeit, sog. Ewigpacht darstellt: perpetuo iure, perpetua
securitate422, wobei die römische subhastatio (Versteigerung), als Form der
Verpachtung genannt wird423, die der procurator fisci vorzunehmen habe.
Einen Dienstvertrag (locatio conductio operarum) schließt der locator
operarum424 der Constitutionen mit seinen Dienstverpflichteten ab.
Ein Konsensualkontrakt ist auch die Gesellschaft (societas). Von den
Apothekern sagt der Liber Augustalis, es sei ihnen verwehrt, zum Zweck
gemeinschaftlicher Ausübung ihres Gewerbes eine Gesellschaft zu bilden
(contrahere societatem)425; sie sollten vielmehr ihren Beruf allein und
verantwortlich ausüben.
Zu den sogenannten Innominatkontrakten rechnet der Tausch (permutatio)426
des Liber Augustalis, der im Rechtsverkehr mit Kirchen verboten wird.
Schenkung (donatio) ist nach römischem Recht "jede unentgeltliche Zu-
wendung im weitesten Sinne"427. Unsere Quelle kennt die donatio inter
vivos428, die Zuwendung unter Lebenden, und die donatio propter nup-
tias 429 (7tpoYOt{1.UXLCX ~(Upe:&), die spätrömische Morgengabe des Ehemanns an
die Ehefrau.
Die Delikte, die auch zu den einzelnen Forderungsrechten gehören,
werden weiter unten430 im Strafrecht behandelt.
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 23

Das Familienrecht des Liber Augustalis verrät ebenfalls den Einfluß des
römischen Rechtes. Imparia matrimonia sortiri431 heißt in den Consti-
tutionen wohl: eine unebenbürtige Ehe schließen. Im römischen Recht
wird diese Phrase angewandt für eine dem Alter nach allzu ungleiche Ehe432.
Zwischen römischen Bürgern und peregrini bestand vor Caracalla ein
connubium nur bei besonderer Erlaubnis433 • Die Kaiser Valentinian und
Arkadius verboten Ehen zwischen Christen und Juden434 • Friedrich H.
erläßt Eheverbote zwischen seinen Sizilianern und Fremden435 • Die An-
ordnung des Kaisers, daß Ehen nur gültig sind, wenn sie mit kirchlicher
Einsegnung (e:UAOYLOC) geschlossen werden436, hat ihre Vorbilder im grie-
chisch-römischen Recht des Prochiron und in einer Novelle Kaiser Leos437.
Das nachklassische Recht hat den libellus repudii, den Scheidebrief, zur
Form der Scheidung erhoben438. Dementsprechend verstehen die Con-
stitutionen unter repudium die Aufkündigung der Ehe, die Scheidung439.
Mit dem römisch-rechtlichen Ausdruck naturales440 (cpUO'LXO() werden Kon-
kubinenkinder, mit spurü441 (V6&OL) uneheliche Kinder bezeichnet«2. Dos
ist die Mitgift; dotem conferre443 bedeutet: die Mitgift einwerfen. Das Wort
dos kommt allerdings auch vor in der germanisch-rechtlichen Bedeutung
von Wittum444, übrigens auch dann von römischem Vorbild abhängig440,
und zwar von der donatio propter nuptias (1tPOYOC{1.LOCLOC 3c.upe:cf), der oben446
bereits erwähnten Gegengabe des Mannes an die Frau. Das von der Mutter
ererbte Kindesgut wird durch bona materna447 wiedergegeben. Im Gegen-
satz dazu stehen die paterna bona448 • Neben der Vormundschaft, tutela449,
gibt es nach römischem Muster die Pflegschaft, cura. Tutores450, die Vor-
münder, haben von ihrer Verwaltung des Mündelgutes Rechenschaft
abzulegen (reddere rationem)451. Ihre Unkosten (expensas) dürfen sie ab-
ziehen (deducere)452. Wenn die curatores, die Pfleger, durch Gleichgültig-
keit und Betrug das Vermögen ihrer Pfleglinge geschädigt haben, wird
diesen, falls ihre Unerfahrenheit ausgenützt worden ist, nach römischem
Vorbild die restitutio in integrum (&1toxoc"L'cfO'''L'ocO'L<;) zugebilligt453 .
Ius successionis454 ist das Erbrecht, die successio ab intestato455 die gesetz-
liche Erbfolge. Wenn dem gesetzlichen Erben das Gut zufällt, wird die
römisch-rechtliche Phrase: bona devolvuntur ad aliquem456, oder: bona
perveniunt ad aliquos457 gebraucht. Exteri458 werden die Außenerben
genannt, also solche Erben, die nicht zur direkten Familie des Erblassers
gehören. Die Constitutionen scheinen sich der Erbfolgeordnung Justinians
anzuschließen, wonach auf jedes lebende Kind des Erblassers regelmäßig
ein Kopfteil kommt. Das de iure in successionem venire459 einer Consti-
24 Thea Buyken

tutionenstelle, die von Söhnen oder Töchtern spricht, verstärkt diesen


Eindruck. Von besonderen Nachlaßquoten, die eigene Wege gehen, wie
das in germanischen Rechten häufig ist;460, wird nirgendwo geredet. Der
Frau und Mutter bleibt ihre dos erhalten. Das wird angedeutet durch die
Bestimmung, daß die Gattin eines Geächteten bei Konfiskation seines
gesamten Vermögens unangefochten im Besitz ihrer donatio propter nuptias
zu bleiben habe461. Divisio rerum hereditariarum462 bedeutet Erbteilung.
Ad successionem admitti463 heißt: zur Erbfolge zugelassen werden, a
successionibus repelli464 : von der Erbfolge zurückgewiesen werden.
Das testamentumW>, die ultima voluntas466, regelt die Erbfolge nach dem
Willen des Erblassers. Es enthält die institutio467, die Erbeinsetzung. Einen
Erben einsetzen heißt heredem instituere468 • Es gibt eine libera facultas
relinquendi wie im römischen Recht469 • Stirbt jemand de terra demanii
jedoch, ohne Erben und ohne ein Testament zu hinterlassen, so fällt seine
Hinterlassenschaft zu zwei Dritteln an den Fiskus, und ein Drittel wird
zum Heil seiner Seele verwandt;470. Eine ähnliche Bestimmung hat Kaiser
Constantinus VII. Porphyrogenitus (913-957) für den Fall getroffen, daß
jemand ohne leibliche Kinder und ohne Testament versterben sollte:
danach sollen die Verwandten oder der Fiskus zwar zwei Drittel des
Nachlasses erhalten, ein Drittel aber soll 't'ij> &e:ij> \)7tE:p 'tijt; 't'ol) 't'&Ae:u't'(;)V't'o~
tjJux.:;jt; gegeben werden471 •
Neben der institutio heredis, die einen einzelnen durch Testament zum
Gesamtnachfolger machte, gab es im römischen Recht auch Vermächtnisse,
"letztwillige Zuwendungen einzelner Vermögensgegenstände zu Lasten
des Gesamtnachfolgers" : das legatum und das fideicommissum. Ursprüng-
lich voneinander geschieden, das letztere mehr eine "formlose Bitte des
Erblassers", gingen seit Justinian beide Institutionen ineinander über472 .
Auch in unserer Quelle kommt das Legat vor473. Legatum accipere474 heißt:
ein Vermächtnis erhalten. Fideicommissum475 wird gleichbedeutend mit
legatum gebraucht.
Die Erbfolge der Lehnsträger folgt besonderen Gesetzen. Der nor-
mannische und langobardische Lehnsadel des Reiches hat seine Sonder-
stellung auch in Friedrichs vereinheitlichender Regelung behauptet. Aus-
drücklich ist betont, daß man nach diesen beiden Rechten leben476 (also
auch erben) könne. Doch finden sich auch im Erbrecht der Ritter, Grafen
und Barone Spuren römischen, und zwar justinianischen Rechtes. So z. B.,
wenn es heißt, daß die Lehnserbfolge der Deszendenten grundsätzlich
"usque in infinitum"477 möglich sein solle (was zwar im langobardischen
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 25

Lehnrecht;478 und bei Glanvilla479 wörtlich zu lesen steht, aber dort ebenfalls
auf Einfluß römischen Rechtes zurückgehen dürfte. Denn die germanischen
Rechte beschränken die Erbfolge ursprünglich auf den 6., höchstens den
7. Grad480.) Oder wenn gesagt wird, daß Söhne und Töchter "absque
discretione sexus" zur Erbfolge zuzulassen seien, und daß dieser Satz dem
ius commune gemäß sei48l• Damit ist die Berechtigung auch von Töchtern
zur Lehnsnachfolge eindeutig festgelegt. (Im Gegensatz zum Recht der
Normannen482 in Süditalien. Im Gegensatz auch zum langobardischen
Lehnrecht, das nur bei den unter dieser Bedingung verliehenen Lehen ein
Frauenerbrecht zuließ483.) Zwar versucht Friedrich nicht, die grundsätzliche
Bevorzugung von Söhnen, speziell des ältesten Sohnes, bei fränkischen
Vasallen zu beseitigen, aber er schaltet die entfernteren männlichen Ver-
wandten aus, die den Töchtern bis dahin ihr Erbe zu nehmen und sie zu
einer ihnen oft nicht genehmen Heirat zu zwingen pflegten484. Er versucht
auch nicht, die Teilung der Lehen langobardischen Rechtes unter die Söhne
aufzuheben, aber er gewährt den Frauen beim Fehlen leiblicher Söhne
des Erblassers das Recht, sich ebenfalls in das Lehen zu teilen, wobei
allerdings vorher bereits standesgemäß ausgestattete einwerfen müssen,
falls sie mitteilen wollen485• Und über dem allem steht die Macht und der
Wille des Herrschers, Lehen ohne Rücksicht auf etwa bestehende Erb-
rechte zu verleihen, falls es ihm beliebt;486; eine Äußerung, eines römischen
oder byzantinischen Kaisers würdig I
Was die strafrechtlichen Bestimmungen der Constitutionen von MeHi
anbelangt, haben die Untersuchungen von Brandileone487 , v. Briinneck4S8 und
Zechbauer489 bereits auf viele wörtliche und sachliche Übereinstimmungen
mit dem Corpus luris und mit Quellen des griechisch-römischen Rechtes490
aufmerksam gemacht. Dennoch bleibt immerhin einiges zu ergänzen. Es
gibt fast keine Institution des römischen Strafrechts, kein Verbrechen,
keine Strafe, die nicht in unserem Gesetzbuch auch behandelt oder erwähnt
wäre. Eine systematische Betrachtung macht das deutlich.
Schon die Terminologie von Verbrechen und S /rafe ist römisch infiziert.
Crimen491 = Anschuldigung wegen eines Unrechts492, und maleficium493
= Übeltat, Frevel (sakrale, nicht eigentlich juristische Bezeichnung nach
Mommsen)494 finden sich nebeneinander. Pena496, die alte Lösebuße, steht
neben mulcta496, der ursprünglichen Geldbuße an die Gemeinde. Auch
fast alle Verbalverbindungen mit diesen Ausdrücken begegnen schon im
römischen Recht. Penam infligere497 oder irrogare498 heißtz. B.; eine Strafe
auferlegen, penam sufferre499 oder subire600 ; sich einer Strafe unterziehen.
26 Thea Buyken

In crimen . . . incidere501 bedeutet: unter ein Verbrechen fallen, u. a. mehr.


Das spätrömische Strafrecht fordert beim Delikt den gesetzwidrigen Willen
der handlungsfähigen Person602• Animus603 = die Absicht, dolus504, dolus
malus606 = die Arglist, fraus606 = die bewußte Gesetzesumgehung, spielen
auch in unseren Constitutionen eine Rolle. Der animus occidendi607,
malivolum propositum608, so heißt es darin, macht den Mörder aus. Mit dem
römischen Recht609 kennt unsere Quelle drei Arten delinquendi: proposito,
impetu und casu. Der impetus doloris610 wirkt auch im Liber Augustalis straf-
mildernd, und der casus, der die Strafe ausschließt, begegnet sogar zweimal511•
Dolosus612 ist, wer arglistig zu töten versucht. Auch zum Begriff der Brand-
stiftung gehört, daß sie dolose513 geschieht. Handwerker, die in dol0614
ergriffen werden, d. h. bei absichtlicher Verfälschung einer Handarbeit
oder einer Ware, sind straffällig. Der Richter, der fraudulenter atque dolose
ein falsches Urteil spricht, begeht ein Verbrechen516 • Das Gesetz König
Rogers, das die Todesstrafe über diejenigen verhängt, die aus Unachtsam-
keit (incaute) töten516, mildert Friedrich, indem er nach römischem Vorbild
zwischen Mangel an Vorsicht und Absicht (dolus) scheidet und auch
zwischen Tötung in bewohnter Gegend oder solcher auf freiem Felde
(im römischen Recht: quod si nullum iter erit!). Im letzteren Falle braucht
der Täter nämlich nur nachzuweisen, "quod transeuntem non viderit",
um den Dolus auszuschließen und straffrei zu sein517 • Bei der Darreichung
von Liebestränken (pocula amatoria) wird sogar bei ungefährlichem Aus-
gang der Tat die voluntas des Täters bestraft618 • Fraudem facere619, fraudem
adhibere520 heißt, genau wie im römischen Recht, das Gesetz umgehen.
Machinationem adhibere621 drückt dasselbe aus.
Das !!,erum imperium des princeps, d. h. seine Gewalt über Leben und
Tod, erwähnt Const. I 49, das mixtum imperium Const. I 622522• Der
Gegensatz also von merum und mixtum imperium ist bekannt.
In Anlehnung wohl an den römischen Sicherheitsdienst der späteren
Kaiserzeit befiehlt Friedrich II., Listen iibe/beleumundeter Individuen anzu-
fertigen und sie in einem Archiv sorgfältig zu bewahren523• Er scheidet
zwischen notati624 und viri bone opinionis525, zwischen nocentes526 und
innocentes627 oder innoxii528 • Famosi latrones529, persone vilesfiSO gelten ihm
als verdächtig und sind bei einem etwaigen Inquisitionsverfahren der Folter
zu unterwerfen531 wie im alten Rom die Sklaven532 und bei Justinian unter
Umständen niederes Volk533•
Die einzelnen Delikte tragen im Liber Augustalis zumeist dieselben
Namen wie im römischen Recht. Mit crimen publicumf>34 wird das öffentliche
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 27

Verbrechen bezeichnet. Das crimen maiestatis535 oder crimen lese maiestati.f>36,


auch perduellio637 genannt, ist das Majestätsverbrechen. Gotteslästerung
(blasphemia) begehen die blasphemantes638 , deren Strafart dem griechisch-
römischen Recht entnommen ist, wie schon Zechbauer639 nachgewiesen hat.
Auch die heresisMO, heretica pravitas641 = Ketzerei wird wie in Rom als
crimen publicum gestraftM2• Wie die oströmischen Kaiser die Arianer,
Nestorianer und Manichäer verfolgt haben543, so wendet sich Friedrich
gegen die Patarener, wenn sie auch "nur um ein weniges" von der Lehre
der Kirche abweichen544• Auch wer dies Verbrechen begünstigt, also die
"receptatores, credentes, complices und fautores", unterliegt strenger
Buße546. Und keiner darf es wagen, sich für jemand, der sich gegen die
göttliche Majestät vergangen hat, beim Kaiser zu verwenden546 : eine Be-
stimmung, die das Corpus iuris beim crimen laesae maiestatis trifftM7 •
Der Begriff für Totschlag in den Constitutionen, homicidium648 , ist nach-
konstantinisch649 ; er kommt nach Mommsen vorher nur einmal bei Cicero
vor560. Homicida heißt der Totschläger561. Sein Verbrechen mildert der
impetus, der Affekt562. Straßenräuber ist der publicus homicida663, sind die
publicorum itinerum aggressores554, die famosi latrones565, die morden und
rauben, latrocinium begehen. Die Entschuldigung der Notwehr (mode-
rationem inculpate tutele)666 bei einem Totschlag kann nur geltend
machen, wer in continenti (der Gegensatz hieße: ex intervallo), also auf
der Stelle, und um sein Leben zu schützen, sich mit gleichen Waffen
gegen einen Angreifer verteidigt667, oder wer "unter Geschrei" den nächt-
lichen bewaffneten Dieb mit Gewalt abwehrt668 • (Daß der clamor hier eher
römischen als germanisch-rechtlichen Ursprung hat, beweist die betreffende
Digestenstelle, in der sich noch weitere Übereinstimmung mit unserem
Text findet.)
Dem Mord gleichgestellt ist die Giftmischerei, veneftcium659• Veneficus660
ist der "Mittelmacher"661. Veneficium begeht wie in Rom auch, "wer Gift
hat oder verkauft662." Die Verabreichung von pocula amatoria663 gehört
ebenfalls hierher. Das exorcisma564 , die Geisterbeschwörung, fällt unter den
Begriff des bösen Zaubers, der Magie565•
Ein römisch-rechtliches Delikt ist auch vis, die Vergewaltigung, der
Zwang, der metus = Furcht erzeugt666. Geschieht dieser Zwang "cum
armis", so ist nach dem Beispiel Justinians die Verfehlung schwerer,
geschieht er "sine armis", so ist sie leichter667 • Zur vis gehört auch die
deliktische Gemeinschaft bei incendium, ruina, naufragium668 ; der Mißbrauch des
Vereinsrechtes, collectio669 (wenn sich z.B.eine Stadtbevölkerung zusammen-
28 Thea Buyken

tut, um Konsuln und Podestas zu wählen); die Entführung (raptus virgi-


num seu viduarum) (ap7tlXyfj), die nach antikem Muster im Gegensatz zu
anders geübter bisheriger Praxis die Todesstrafe auch dann noch nach
sich zieht, wenn der Entführer die Entführte heiratet5 7o ; die Notzucht (vis
[mulieribus J illata )571, wofür auch die römisch-rechtliche Phrase virgini-
tatem corrumpere572 gebraucht wird; endlich die Gräberverletzung: auch
gegen violatores sepulcrorum5 73 ("u!J.ßwpuxoüv"e~) war in Rom seit Ende des
2. Jahrhunderts Gewaltklage möglich574 .
Ein weiteres Verbrechen ist in den Constitutionen Fälschung und Arg-
list, das crimen falsi. Dies crimen begeht, wer ein Testament verheimlicht
oder eines vernichtet (testamentum celare575, abolere576). Auch Münzdelikte
fallen unter das crimen falsi: adulterinam monetam cudere577 = Falschgeld
prägen, nummos aureos radere578 = Edelmetall abschaben. Falsches Maß
und Gewicht, "fraus in mensuris atque ponderibus vel cannis"579, gehört
ebenfalls hierher. Ein weiteres crimen falsi ist die Richterbestechung,
corruptela580, die zu sententie venales581 und sententie contra leges prolate582
führt. Arglist ist stellionatus583, die Schufterei, die in den Constitutionen
zwar nicht ausdrücklich erwähnt wird; eine Abart dieses Verbrechens aber
kommt vor, periuriuln584, die arglistige Bereicherung durch Meineid. Auch
die pena periurii ist angeführt585.
In Übereinstimmung mit dem römischen Recht kennen die Constitutionen
von MeHi mehrere geschlechtliche Delikte: incestus, Verletzung der Frauen-
keuschheit, lenocinium. Incestus586 ist die Nächstenvermischung, die Blut-
schande. Die Verletzung der Frauenkeuschheit wird umschrieben durch
mechari687 (!J.OLxeueLv), matrimonium violare588 ; auch der Begriff der uxor
questuosa589 (das römische Recht sagt quaestuaria590) gehört hierher. Eine
Frau jedoch, die passim venalem formam exhibet, prostitutam se prebet",
kann, wie in Rom, die Keuschheit nicht verletzen, da sie diese nicht be-
sitzt591 . Lenocinium592 ist die Kuppelei, lena593 die Kupplerin, lenator594 der
Zuhälter (leno595 im römischen Recht). In Übereinstimmung mit dem römi-
schen Recht begnügt sich der Liber Augustalis damit, Kuppelei dann als
strafbar anzusehen, wenn sie die Unschuld ehrbarer Frauen und Mädchen
gefährdet596 .
Unter das crimen pecuniarum repetundarum fällt die concussio697 unserer
Quelle, die Einschüchterung oder Erpressung von Gaben oder Leistungen
unter Mißbrauch der Amtsgewalt; weiter die superexactio598 , d. h. das
Steuerdelikt von rechtswidriger Überforderung bestehender Abgaben,
wogegen Rückforderungsklage geführt werden kann. Solche und ähnliche
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 29

Verbrechen meint Friedrich H., wenn er von seinen Beamten verlangt,


sie sollten "sordibus abstinere"599. V on dem Verbot der Geschenknahme
ausgenommen sind unter römischem Einfluß Eß- und Trinkwaren in
genau begrenzter Menge600.
Das furtum, die Eigentumsaneignung, ist im Corpus iuris Diebstahl an
Privatgut, und zwar an beweglichem Eigentum zur rechtswidrigen Be-
reicherung des Aneignenden601 . Die Constitutionen definieren dement-
sprechend die fures als Leute, die fraudulenter cum lucr0602 ihre Tat be-
gehen. Manifesti fures 603 sind die auf frischer Tat betroffenen Diebe.
Zum furtum gehören auch sacrilegium und peculatus, d. h. Diebstahl an
Göttergut und an Staatsgut. Sacrilegium ist furtum bezogen auf Götter-
gut6°4. Res sacre = Göttergut hieß alles, was nach römischer Ordnung den
Staatsgöttern geweiht war605 • Der sacrilegus (te:p60'UAO~) der Constitutionen
ist der fur einer res sacra, einer geweihten Sache. Er nimmt bewegliche
Gegenstände, dona vel vasa sacra, aus dem Gotteshause fort6 06 • Dem
sacrilegium gleich kommt das Verbrechen desjenigen, der Entscheidungen
des göttlichen princeps zu kritisieren wagt und ihn damit schädigtß07 • Das
crimen peculatus ist furtum an beweglichem Staatsgut, Betrug an öffent-
lichen Kassen608 • "Qui tempore administrationis publicas pecunias ab-
straxit"609 begeht dies Verbrechen.
Der qualifizierte Diebstahl der römischen Kaiserzeit610 begegnet im
Liber Augustalis mehrfach. Der sacrilegus, der unter Zusammenrottung
nächtlichen Einbruch in einen Tempel verübt (manu facta templa fracta
nocte)611; der Einbrecher überhaupt (römisch-rechtlich effractarius oder
effractor)612, der fractura domorum613 begeht; der nächtliche Dieb (fur
nocturnus)614 fallen darunter. Furtum ist auch das plagium, die Anmaßung
des Herrenrechts615 . Der Begriff plagium wird in unserer Quelle zwar nicht
ausdrücklich genannt, aber definiert als "liberum hominem vendere"616.
Die rechtswidrige absichtliche Verletzung der Persönlichkeit, die
iniuriaG17, begegnet mehrfach als Realinjurie. Rixa, die unbeabsichtigte
Keilerei, und violentia, die Gewalttat, werden unterscheidend neben ihr
aufgeführt618. Das Wort verberare der Constitution IH 43 ist eines der
für die Realinjurie typischen Rechtsworte ; Stoßen und Schlagen ist für sie
kennzeichnend619. Auch von der atrox iniuria620, der schweren Injurie der
römischen Jurisprudenz621, ist die Rede. Auf sie bezieht sich der dem Corpus
iuris entnommene Hinweis, daß der Stand des Täters und des Verletzten
sowie Zeit und Ort der iniuria deren Schwere entscheidend bestimmen622 .
Iniuria gegen Beamte gilt wie in Rom als qualifiziertes Verbrechen und
30 Thca Buyken

wird im öffentlichem Verfahren abgeurteilt;623. In spätrömischer Zeit fiel


unter das Delikt der iniuria nicht bloß die tätliche Beleidigung, sondern
überhaupt jede Art von Ehrverletzung624. Hierher ist zu rechnen das
"pudicitiam attemptare" der Constitutionen, das "durch Zeichen oder auf
irgendwelche andere Weise" geschleht;625. Actio iniuriarum626 ist die Injurien-
klage. Suam iniuriam prosequi627 (das römische Recht sagt exsequi) heißt,
eine Injurienklage verfolgen.
Von den Delikten, die zur Sachbeschädigung gehören, findet sich im Liber
Augustalis der Tierschaden durch Abweiden628 (animalia in laboribus, vineis et
possessionibus dampnum facientia)629, das Umhauen von Fruchtbäumen zur
Nachtzeit (incisiones arborum630 oder arborum fructiferarum631 clam noc-
turnis temporibus), die culpose Kijrperverletzung632 , die Brandstiftung bei Nachtzeit
(combustio domorum)633 sowie die schon erwähnte634 qualifizierte Körper-
verletzung durch Hinabwerfen eines Gegenstandes (qui ramum incaute
proücit seu lapidem proücit hominemque occiderit; qui ex alto aliquid
incaute proücit).
Der Tierschaden durch Abweiden wird zwar keineswegs im Sinne der römi-
schen pauperies behandelt. Doch scheint das ausdrückliche Verbot einer
Privatpfändung im römischen Recht635 die Regelung des Liber Augustalis
nicht unbeeinflußt gelassen zu haben: es ist nämlich zwar erlaubt, schädigende
Tiere auf eigenem Grund und Boden zu ergreifen, aber es ist streng ver-
boten, sie selber in Gewahrsam zu nehmen636, wie das in germanischen
Rechten der Fall ist. Der Liber Augustalis bezeichnet diesen bisher vor-
kommenden Brauch als furtum637 . Auch von der germanischen Verklarung
durch den Ergreifenden ist keine Rede. Jeder hat vielmehr ein eingefangenes
Tier sogleich an einen Justitiar oder an seinen Orts richter abzuliefern,
damit die Obrigkeit es in Gewahrsam nimmt und für Schadensersatz an den
Geschädigten Sorge trägt;638.
Das Umhauen von Fruchtbäumen zur Nachtzeit wurde in Rom mit schweren
Kriminalstrafen belegt. D 47,7,2 z. B. schlägt dafür die "Strafe der latrones"
vor. Leute niederen Standes büßten das Verbrechen in der Spätzeit mit
Kapitalstrafen639 . Auch unsere Quelle verfügt die Todesstrafe640 •
Bei der culposen Körperverletzung wird zwar von einer "contemptio der
veneratio legis"641 gesprochen, doch wird unten bei den Strafen noch davon
die Rede sein, daß das betreffende Gesetz unserer Quelle wohl nicht auf
römischen Einfluß zurückgeht.
Brandstiftung zur Nachtzeit wird wie in Rom642 ebenfalls mit dem Tode
geahndet643. Allerdings gibt es auch germanische Rechte, die darauf die
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 31

Todesstrafe setzen644 . Und schon Kaiser Friedrich Barbarossa hat heimliche


Brandstifter enthaupten lassen645 .
Unter den Mißbrauch der Rechte eines Bürgers gehörte nach römischem
Recht u. a. die Führung eines falschen Personenstandes646 • Der servus fugitivus647
z. B. begeht die Anmaßung der Freiheit. Auch Spielgewinn ist kriminell
strafbarer Mißbrauch der dem Staatsbürger zustehenden Befugnis648 .
Ad datios ludere649 = Spielen mit Spielwürfeln und alea650 = Hasardspiel,
Spielen um Einsatz wird in den Constitutionen von MeHi dementsprechend
verboten. Schon auf der curia generalis zu Messina 1221 hatte Friedrich H.
eine Assise contra lusores taxillorum et alearum erlassen651 und in den darauf-
folgenden Jahren inquisitiones de lusoribus angeordnet652. Bei diesen
früheren Maßnahmen aber hatte es sich noch nicht um ein Verbot des
Spiels überhaupt, sondern nur um ein Einschreiten gegen das Fluchen
und Schwören dabei gehandelt653.
Die Bezeichnungen für die Strafen in unserem Gesetzbuch und deren
Anwendung bei bestimmten Delikten sind ebenfalls häufig vom römischen
Recht beeinRußt. Die Todesstrafe wird hier wie dort supplicium664, pena
capitis655 oder pena capitalis656 (XEq>oU..~X~ 't'~!LCUPLOC) genannt. Es gibt eine
Menge Phrasen mit diesen Ausdrücken, die sich auch im Corpus iuris
finden, wie supplicio feriri657, capitali supplicio subiacere658, capite puniri659
u. a. m. Crimen capitale660 ist ein Verbrechen, das Todesstrafe oder Ver-
bannung nach sich zieht.
Vollzogen werden kann die Todesstrafe auf verschiedene Weise. Die
Enthauptung (mit dem Beil?) ist wohl durch pena capitis oder capitalis
allein ausgedrückt661. Mit dem Galgentod bestraft werden heißt furca sus-
pendi662, in furcis suspendi663 (q>OUPXL~E(j&OC~) oder einfach suspendi664• Es gibt
auch eine Enthauptung mit dem Schwerte, ultore gladio665. Der Feuertod
(vivus comburi)666 begegnet als Strafe für Ketzerei, die als crimen maiestatis
gilt. Er wurde in Rom seit dem 3. Jahrhundert etwa bei kapitalen Majestäts-
verbrechen angewandt66 7. Interessant ist, daß Todesstrafen für Hohe und
Niedere unterschieden werden können, wie das auch in Rom der Fall war668.
Inferiores werden z. B. bei Angriff auf einen Menschen, der zu Verwundung
und Tötung führt, am Galgen gehängt, milites u. a. Standespersonen mit
dem Schwerte hingerichtet669 • Allerdings galt auch im deutschen Recht
des Mittelalters die Enthauptung mit dem Schwerte als die ehrenvollere
Strafe670. .
Verhängt wird die Todesstrafe zumeist für dieselben Verbrechen wie
im römischen Recht: für Majestätsverbrechen671, Ketzerei672, Entführung673,
32 Thea Buyken

Frauenschändung674, Zusammenrottung und Diebstahl bei incendium ruina


naufragium676, Angriff mit tödlichem Ausgang676, Giftmord677, Peculatus678,
nächtlichen Diebstahl679, nächtliche Brandstiftung680 u. a. m. Die Exekution
einer schwangeren Frau wird wie in Rom verschoben bis nach der Ent-
bindung681 .
Verlust der Freiheit als Strafe war in Rom seit dem Prinzipat möglich,
und zwar nicht allein, sondern gekoppelt mit anderen Strafen. Der Ver-
urteilte wurde z. B. Eigentum des Staates, servus poenae, wenn er zu
öffentlichen Arbeiten verurteilt war, und seine Habe fiel mit seiner Person
an den Staat&82. Der sogenannte servus curie683 der Constitutionen, der
seine Strafe für Plagiat erhält, ist in der gleichen Lage. Servus curie muß
auch werden, wer Münzen verfälscht oder beschneidet;ß84.
Bei der Einstellung in öffentliche Anstalten unterscheidet der Liber Augustalis
nach römischem Vorbild zwischen Zwangsarbeit auf Zeit und solcher, die
lebenslänglich währt. Bei verbotenem Waffentragen z. B. werden egentes,
d. h. ärmere Leute, die die festgesetzte Buße nicht zahlen können, zur
Zwangsarbeit auf Zeit verurteilt: "publicis operibus deputati ad tempus"686.
In Rom konnten in späterer Zeit inferiores für dasselbe Vergehen die gleiche
Strafe erhalten686• Dienstmannen, die ihr Castrum ohne Erlaubnis verlassen,
erhalten bei Zahlungsunfähigkeit dimidium annum687 . Wer beim Fischfang
Wasser vergiftet und Mensch und Tier damit in Gefahr bringt, wird "per
annum cum fettis" für öffentliche Arbeiten verwandt&88. Ketten wurden in
Rom von Bergwerkssklaven getragen689 . Lebenslängliche Zwangsarbeit
erhält der servus curie des vorigen Abschnitts69o. Daß es auch sonst bei
schweren Verbrechen eine Verurteilung dazu in perpetuum gibt, bezeugt
eine weitere Stelle des Liber Augustalis691.
Der Verlust des Bürgerrechts war in Rom wie der Verlust der Freiheit
keine unmittelbar erkannte Strafe692. Er ist es auch im Liber Augustalis nicht.
Vielmehr erscheint er als Rechtsfolge anderer Strafen, z. B. bei der perduellio,
dem Majestätsverbrechen, zusammen mit dem Verlust der Habe. "Personas
adimit dampnatorum et bona" wird von der perduellio gesagt&93. Miß-
bräuchliches Fordern von Weidegeld, affidatura, bewirkt ebenfalls die
amissio persone694. Auch iudicium exilü führt zum Verlust des Bürgerrechts:
status amittitur696.
Gefängnis kennen die Constitutionen von Melfi als Untersuchungshaft&96,
als Exekutionshaft zur Sicherstellung des Strafvollzugs (carceralis custodia
ante supplicium)697 und als Strafe (supplicium carceris)698. So gibt es z. B.
carcer annalis für solche, die ohne Approbation den Arztberuf ausüben699,
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 33

oder für Leute, die ohne tödlichen Ausgang Liebestränke verabreicht


haben 7°O. Die incarcerati701 können gefesselt sein, vincula tragen702 . Ob das
Gefängnis als Strafe auf befristete Zeit wirklich lediglich als Haft zu ver-
stehen ist, oder ob es irgendwelche Zwangsarbeit einschließt, wie das in
Rom der Fall war703, läßt sich aus unserer Quelle nicht ersehen.
Für die Verbannung gebrauchen die Constitutionen den römisch-recht-
lichen Ausdruck relegare704. Er bezeichnet die "obrigkeitliche Beschrän-
kung der freien Wahl des Aufenthaltsortes" 705, die Verbannung ohne
Verlust bürgerlicher Rechte706. So werden z. B. Leute, die die Patarener
begünstigen, relegiert707 . Exilium, die römische Landesverweisung, wird
in unserer Quelle synonym dafür angewandt708 . Exupo9 ist der Ausgewiesene;
exulare710 heißt: in der Verbannung leben.
Die Körperstrafen der Constitutionen sind recht zahlreich. Es gibt den
Verlust eines Gliedes (membrum amittere)711, Verstümmelung von Hand,
Zunge und Nase (manus mutilatio 712, detruncatio manus 713, mutilatio
lingue714, detruncatio nasi 715, nasi truncatio 716). Weiter sind Brandmarken
und Mit-dem-Stocke-Prügeln (fLocO''t"(~e;LV) belegt. Wenn Offizialen entgegen
ihrem Eide die Leute bedrängen, soll nach dem Liber Augustalis ihnen die
Hand abgehauen werden717 • Kaiser Konstantin hat ein Gesetz desselben
Inhalts erlassen718. Justinian bedroht Offizialen, die Steuerquittungen
fälschen, ebenfalls mit dem Verlust der Hand719 . Mit dem griechisch-
römischen Recht von Ecloga und Prochiron setzt unsere Quelle die gleiche
Strafe fest für Leichen- und Gräberschänder720. Die Bestimmung des
Liber Augustalis allerdings, daß der, der einen anderen angreift und ihm
die Hand verstümmelt, die Hand verlieren soll, mit der er zuschlug 721, die
also den Taliongedanken vertritt, braucht nicht von gleichen Erwägungen
des griechisch-römischen Rechts abhängig zu sein722. Finden wir doch diesen
Gedanken auch in anderen Rechten; er ist vom mosaischen Recht
ins deutsche Recht des Mittelalters eingedrungen723, er begegnet bei den
Arabern724 und bei den Normannen725 . Am ehesten dürfte man bei der
fraglichen Stelle an normannischen Einfluß denken. Das gilt wohl auch für
den Verlust der Hand bei Meineid726. Das Brandmarken des Kupplers
unserer Quelle727 findet im römischen Recht keine Parallele. Brandmarken
(in fronte signari728) ist da nur für böswillige Falschkläger bezeugt729 . Auch
Stockprügel für lenodnium730 sind dort nicht belegt. Man wird daher bei
beiden Körperstrafen an dieser Stelle eher den Einfluß germanischen Rechtes
annehmen, denn Brandmarken und öffentliche Stockhiebe kommen da als
gemeinsame Strafe häufiger vor731 . Auch das "publice fustigari" des Be-
34 Thea Buyken

trügers, der falsches Maß und Gewicht anwendet, "per terram, in qua
fraudem commiserit" 732, deutet, da man dem Täter vorher sein falsches
Maß oder Gewicht umhängt und ihn in diesem Aufzug durch den Ort
prügelt, eher auf den Einfluß germanischen als römischen733 Rechtsdenkens
hin. Die Anwendung der Prügelstrafe bei Ehebruch jedoch734 dürfte auf
das griechisch-römische Recht zurückgehen, das diese Strafe häufig dafür
anwendet735 •
Auch die mutilatio lingue 736 (YAUlcrcrUlX01tELcr&CXL) bei Blasphemie, die
detruncatio nasi bei Kuppelei im Wiederholungsfall737 und bei Ehebruch der
Frau738 entstammt griechisch-römischem Recht, und zwar der Ekloga
Leonis, die das {lLVOX01tE:~cr&CXL für alle geschlechtlichen Vergehen androht739 .
Die Isaurischen Kaiser wandten mit Vorliebe verstümmelnde Leibesstrafen
an740 .
Die bürgerliche Zurücksetzung als Begleitstrafe für Verbrechen konnte in
Rom und kann auch nach den Constitutionen von Melfi auf verschiedene
Weise erfolgen. Die Entziehung des ehrenhaften Gedächtnisses, die "dampnatio
memorie post obiturn" 741 des perduellis, des Vaterlandsverräters, gehört
hierher. Die Intestabilität, d. h. die Unfähigkeit, ein eigenes Testament zu
errichten oder ein fremdes zu bezeugen, verbunden mit Beschränkungen
des Erbrechts und überhaupt der vermögensrechtlichen Befugnisse742, ist
eine weitere Möglichkeit. "Ut nec testes in causis aliquibus admittantur" 743
heißt es von den Söhnen derjenigen, die die Patarener begünstigen. Und
in dem Gesetz über die Apostaten wird gesagt: "Successiones tollimus
et omne ius legittimum abdicamus"744. Auch die deliktische Bescholtenheit, die
infamia, ist bürgerliche Zurücksetzung. Die infamia kann nach dem Liber
Augustalis wie in Rom ipso iure eintreten oder durch Strafurteil verfügt
werden (per diffinitivas sententias notare, pena pronuntiare)745. Nur in
letzterem Falle ist sie eine Strafe. Eine infamata persona746 ist eine ehrlose,
berüchtigte Person. Die Justitiare sollen Listen führen mit den Namen
derjenigen, die infamie macula behaftet sind747 . Infamia notatus 748, farne
sue prodigus749 ist z. B. der Glücksspieler. Perpetua infamia trifft als Strafe
den Beamten, der sein Amt zu Gewalt mißbraucht, der Geschenke nimmt,
der sich in der ihm anvertrauten Provinz nicht aller geschäftlichen Machen-
schaften enthält750 ; sie trifft auch den Richter, "qui male iudicavit" 751.
"Infamie perpetue nota laborare" 752 sollen auch die Söhne derjenigen, die
Häretiker begünstigen. Als Anklägerbelohnung jedoch - auch das ist eine
auf römisches Vorbild zurückgehende Einrichtung !753 - in fidei premium -
sollen diese Söhne, wenn sie einen Häretiker anzeigen, ihre fama pristina
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 35

restltu1ert erhalten können754. Es gibt endlich eine deliktische Untersagung


der öffentlichen Tätigkeit. "Ipsorum filü ad honores aliquos nullatenus ad-
mittuntur" 755, heißt es weiter von den Söhnen der Ketzerbegünstiger.
Auch die Strafe der Glücksspieler besteht u. a. darin, daß sie zu keinem
öffentlichen Amt zugelassen werden dürfen756 . Und ein Beamter, der sich
im Dienst vergangen hat, verliert nach dem Liber Augustalis sein Amt
(ab administratione removetur)757. Symbolisch für den Verlust des Amtes
war die Entziehung der Amtsinsignien. In unserer Quelle begegnet die
Entziehung des Gürtels, die amissio cinguli758 . Cingulo spoliari759 drückt
dasselbe aus.
Die im Liber Augustalis vorkommende Begleitstrafe der Einziehttng des
Vermögens oder einer Vermogensquote scheint ebenfalls vom römischen Recht
her beeinflußt zu sein. Schon die Terminologie ist die gleiche. Neben publi-
catio bonorum76o oder bonorum omnium761 begegnen die Ausdrucke
confiscatio762, infiscatio 763 und proscriptio 764. Auch bona amittere765 ist
belegt. Die Strafen, an die sich die Vermögenseinziehung anschließt, sind
weitgehend dieselben wie im Corpus iuris. Auch in Rom verlor man bei
perduellio oder crimen laesae maiestatis sein gesamtes Vermögen766 . Die
Strafe erstreckt sich auch auf die Söhne von Flüchtigen oder Geächteten,
falls sie den Vätern irgendwie beistehen767, auf Ketzer 768 und auf Leute, die
Ketzern anhängen und sie begünstigen769 . Weiter droht die publicatio
bonorum dem, der einen miles oder baro, der nur dem König untertan ist,
widerrechtlich zuruckhält77o ; ferner jedem Adligen, der neue Befestigungen
auf seinen Ländereien anlegen, dazu den weltlichen und geistlichen
Würdenträgern, die sich das Amt eines Justitiars anmaßen772, und den
Justitiaren, die sich Vikare einsetzen773 ; endlich allen, die ein Offizialat
usurpieren774. Auch das Vermögen des Arztes, der ohne Approbation eine
Praxis ausübt, wird eingezogen775 . Die Konfiskation bedroht also wie im
römischen Recht 776 grundsätzlich alle, die sich gegen die öffentliche Ordnung
und Gewalt auflehnen. Den Constitutionen eigentümlich ist die Total-
konfiskation bei Geld- 777 und Weidezinswucher778 • Geldwucher wurde in
Rom, und das nur auf Schadensklage, mit Quadruplation bestraft779 • Das
Vermögen des Ehebrechers, das in Rom zur Hälfte konfisziert wurde 780,
wird nach den Constitutionen von Melfi ganz eingezogen, falls der Straf-
fällige kinderlos ist781 . Bei Verbannung verliert man ebenfalls das gesamte
Vermögen oder den größten Teil782 . Auch in Rom war das möglich763.
Wer eine Fehde vom Zaun bricht, büßt die Hälfte aller Güter ein784 . Den
dritten Teil des Gesamtvermögens entzieht man Offizialen, die die Leute
36 Thea Buyken

bedrängen785, neben dem Verlust ihres Amtes. Die Güter der Geächteten
fallen wie die der Hingerichteten, falls keine Erben bis zum dritten Grad
vorhanden sind, an den Staat786 : auch das eine Regelung, die auf das
römische Recht zurückgeht787 . Sind Kinder da, so kommt es im Liber
Augustalis nur zum Entzug einer Vermögensquote788 . Auch in Rom
erhielten die Kinder von Verbannten häufig auf dem Gnadenwege einen
VermögensanteiP89. Friedrich H. regelt den Fall so, daß der Staat dann
einen Sohneskopfteil erhält und jedes Kind die Quote, die der Gesamtzahl
der Kinder + 1 entspricht7 90 . Bei drei Söhnen also erhält jeder ein Viertel
des Gesamterbes, und der Staat ebenfalls ein Viertel.
Bei deliktischer Vermögens schädigung wurde in Rom der Schaden
eingeschätzt und eine Multiplarstrafe verhängt. Diese Multiplarstrafe kennt
unser Gesetzbuch auch als quadruplum. Das quadruplum ist nach römischem
Muster791 bei handhaftem privatem und bei öffentlichem Diebstahl zu
zahlen. Es kommt vor bei dem Diebstahl anläßlich von incendium ruina
naufragium 792, bei furtum von beweglicher Sache793, bei Leuten, die zu
hohen Weidezins fordern 794, endlich bei Offizialen, die ihre Leute steuerlich
übervorteilen795 . Die Multiplarstrafen fallen an die Geschädigten796 .
Bei Geldbußen, die an den Staat fielen, wirkte in Rom seit dem Prinzipat
der procurator fisci des Kaisers mit, unterstützt von den caesariani, seinen
Subalternbeamten797 . Beide Namen finden wir, wie schon oben798 erwähnt
wurde, ebenfalls im Liber Augustalis. Auch die Ausdrücke für das Ein-
ziehen dieser Strafen sind wieder dem römischen Recht entnommen.
Fisco vindicari'99, fis co sociari80o, fisci iuribus vendicari80l, penam fisco
inferre802 heißt es da. Gleichbedeutend mit fiscus wird erarium gebraucht:
erario inferre803, sacro erario inferre804. Manchmal heißt es auch: nostris 805
oder sacris largitionibus inferre806 .
Es bleibt nun noch etwas über Strafungleichheit und Strafbemessung zu
sagen. In Rom gab es gesetzliche Strafungleichheit des Freien und des Un-
freien. Die im Laufe der Zeit noch zunehmende Rechtsverschiedenheit
zwischen beiden läßt sich besonders bei den Exekutionsformen der Todes-
strafe verfolgen807 . Einen Anklang an diese Ungleichheit haben wir in den
Constitutionen von Melfi, bezogen allerdings nicht auf frei oder unfrei,
sondern auf Standespersonen und Leute niederer Herkunft oder schlechten
Rufes. Milites - dies Beispiel wurde schon oben808 erwähnt - werden mit
dem Schwerte, inferiores am Galgen hingerichtet. Auch zwischen reich
und arm wird unterschieden. Egentes erhalten, wie bisweilen im Rom der
Spätzeit809 , statt einer Geldstrafe an den Fiskus Zwangsarbeit auf Zeit81O .
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 37

(Auch die griechisch-römische Ekloga straft den (hopo~ anders als den
Begüterten811 .) Schon bei den Angeklagten gibt es Unterschiede der
Behandlung: der Vermögendere darf sich im Untersuchungsgefängnis
auf seine Kosten ernähren812 und wird gegen einen Stellungsbürgen auf
freien Fuß gesetzt813 . Das Inquisitionsverfahren wendet die Folter an nur
auf viles et leves persone814, nicht auf Menschen mit gutem Ruf. Die Römer
gebrauchten die Folter nur bei Sklaven, seit der späteren Kaiserzeit auch
für Freie niederen Standes815.
Bei der Strafbemessung gab es in Rom Momente, die zu einer Minderung
der Strafe führen konnten. So wirkte jugendliches Alter oft strafmildernd.
Die miseratio etatis des Richters konnte jungen Menschen zugute kommen816 .
"Quatenus miseratio etatis iudicem moverit" lesen wir auch in den Con-
stitutionen817 . Immer ist das nicht der Fall: "Minoribus, qui etatis sue
suffragio iuvari non possunt"818, heißt es an einer anderen Stelle. Dann
nämlich, wenn der verbrecherische Wille819 eindeutig feststeht, hat das
Erbarmen nach römischem V orbild820 keinen rechten Platz. Vom römischen
Recht beeinflußt ist auch die Strafminderung bei Personen weiblichen Ge-
schlechts, wenn sie z. B. "incestus crimen per ignorantiam iuris" begehen821.
Auch der impetus iusti doloris wirkt nach römischem Muster strafmildernd822 .
Weiter wird das bloß versuchte Verbrechen hier wie dort nicht so schwer
bestraft wie das vollendete. Wir sahen das bereits823 bei der Verabreichung
von Liebestränken. Es gibt allerdings auch Momente, die zu einer Ver-
schärfung der Strafe führen. So wird das Verbrechen im Amt schwerer ge-
ahndet als das gewöhnliche824. Und "qualitas persone gravat et levat penam
falsi"825 heißt es in unserer Quelle. Auch Rückfall wirkt strafschärfend.
"Volentes acerbius prosequi consuetudinem delinquendi" steht in den
Constitutionen826• Wir sehen das bei den betrügerischen Handwerkern, die
beim ersten Mal ergriffen eine Geldstrafe erhalten (im Falle der Zahlungs-
unfähigkeit Stockhiebe), beim zweiten Mal die Hand verlieren, beim
dritten Mal den Tod am Galgen erleiden827 . Fälschern von Maß und Gewicht
geht es ebens0828 . Wer dreimal kaiserliche Hörige widerrechtlich festgehalten
hat, wird mit dem supplicium capitis bestraft829 . Kuppelei wird im Wiederho-
lungsfalle mit detruncatio nasi gebüßt830 . Übrigens kennt auch das griechisch-
römische Recht Strafverschärfung bei Rückfall831. (Allerdings ist auch im
deutschen Recht Rückfall oft von Einfluß auf die Höhe der Strafe832 .)
Den Prozeß des Liber Augustalis hat Friedrich so ausführlich geordnet,
daß alle anderen Verfahrensarten, die das Vielvölkerreich kannte, nach
seinem Willen diesem ordo iudiciorum833 unterlegen sind. Gewisse nor-
38 Thea Buyken

mannische Bestimmungen fränkischen Charakters über das Verfahren


werden in unserer Quelle ausdrücklich beseitigt834 • An den langobardischen
Prozeß, der bis auf Friedrich H. in Italien eine große Rolle gespielt hat,
erinnern nur noch die sacramentales835, die Eideshelfer des langobardischen
Rechtes, die von den baiuli nicht zurückgewiesen werden sollen, falls sie
beigebracht werden, und das sacramentum de astu836, der Gefährdeeid,
der synonym für das römische sacramentum de calumpnia vorkommt.
Friedrichs neue Prozeßordnung entspricht in allen wesentlichen Punkten
dem nachklassischen justinianischen Prozeß, der in Süditalien vor seiner
Zeit mancherorts grundsätzlich noch üblich war. Das ist bereits von
Brandileone837 festgestellt und an Übereinstimmungen nachgewiesen worden.
Es bleibt aber noch einiges zu ergänzen. Insbesondere ist bisher nicht
versucht worden, von der Rechtssprache her den Nachweis weiterer Ab-
hängigkeit zu führen.
Eine Fülle von rö·mischen Rechtsworten ist aufgeboten in Friedrichs Ver-
fahrensordnung. Es wird unterschieden zwischen dem iudicium privatum838,
dem nachklassischen ZiviIprozeß, und dem iudicium publicum839, dem
Strafprozeß, der die als kriminell erkannten Unrechtsfälle zum Gegenstande
hat. Pecuniaria actio840, lis pecuniaria84l, steht ebenfalls im Gegensatz zur
criminalis causa842 • Den bürgerlichen Rechtsstreit bezeichnen causa civilis843,
questio civilis844 und lis846 ; er geht nach dem römischen Recht in personam
oder in rem846• Dementsprechend unterscheiden unsere Constitutionen die
actio oder questio personalis von der actio realis847 • Es gibt das petitorium848,
die Eigentumsklage, und das possessorium849, die Besitzstandsklage.
Actiones preiudiciales850 sind wie im römischen Recht Feststellungsklagen :
die causa status851 z. B. ist die Klage auf Feststellung des Personenstandes.
Die Begriffe der principalis causa852, der principalis persona853, des principalis
reus 854 werden mehrfach angewandt. Actor855 heißt der Kläger, reus 856
der Beklagte. Agere857 bedeutet klagen, conveniri858 = gerichtlich belangt
werden. Klage erheben wird ausgedrückt durch causam (litern, questionem)
movere859, questionem referre860, Anrufen gerichtlicher Hilfe durch pro-
clamatio861 und proclamare862 • Mehrfach wird von der cognitio863, der
cognitio cause884 gesprochen, von cognoscere865, von dem Richter, der
cognitionibus presidet886. Es handelt sich also um das nachklassische amt-
liche Cognitionsverfahren. Das Schiedsgericht auf Grund von Überein-
kunft (arbitrium) der klassischen Zeit lehnen die Constitutionen ausdrück-
lich ab mit der Begründung, daß ja beamteten Richtern die gesamte Recht-
sprechung übertragen sei867 • Aus demselben Grunde schafft Friedrich H.
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 39

auch die sogenannten amezatores ab, die in Neapel, Amalfi u. a. Städten


des Königreichs als gewählte Richter per privatorum consensus eine Art
Schiedsgerichtsbarkeit ausübten868 .
Wie bei Justinian beginnt das Verfahren mit der Überreichung der
Klagschrift: Libellus obfertur869 . Es handelt sich also um den Libellprozeß.
Roffredus von Benevent hat eine Schrift De libellis et ordine iudiciorum870
verfaßt, die wohl richtungweisend gewesen ist. Die Ladung (citatio)871
wird dem Beklagten schriftlich zugestellt (citationis littere872, citatorie
littere873), falls der damit Beauftragte ihn zu finden weiß. Es handelt sich
also um die spätklassische halbamtliche citatio litteris874 . Andernfalls tritt
die "denuntiatio domus" 875 ein, die im römischen Recht bei Abwesenheit
eines Gegners zur Wahrung eines Rechtsanspruchs möglich war8 76, d. h.
der Ladungsbrief wird seinen Angehörigen ausgehändigt; die Constitutio-
nen empfehlen sogar, ihn auf die Schwelle des Hauses zu legen, falls keiner
öffnet877 • Es gibt aber im Liber Augustalis auch noch eine Ediktalladung,
die nicht brieflich erfolgt7 78 . Synonym für citare879 wird evocare880 ge-
braucht, auch das ein römisches Rechtswort881 . Die citatio enthält genaue
Angaben über das forum, den Kläger sowie die Art der erhobenen Klage882.
Zwischen Klagezustellung und Gerichtstermin liegt wie bei Justinian eine
Minimalfrist883 • Die klassische Überlegungsfrist des Beklagten (deliberatio)884,
bei Friedrich deliberatoria genannt, fällt im Interesse der Prozeßverkürzung
fort 885 .
Der Geladene hat der Behörde gegenüber Folgepflicht. Er soll "sui copiam
facere"886, "sui copiam prestare"887. Unverzüglich muß er eine Kaution
stellen für sein Erscheinen vor Gericht: die cautio in iudicio sistendi causa888,
die cautela889 . Kann er das nicht, so muß er binnen drei Tagen Bürgen
stellen (fideiussores)89o. Wer Immobilienbesitz hat, kann auch ein eidliches
Versprechen leisten, daß er erscheinen wolle, die sogenannte cautio iuratoria891
des römischen Rechtes. Arme Leute, die keinen Bürgen finden können,
werden in Gewahrsam genommen bis zum Ende des Prozesses (carceris
custodie mancipantur)892.
Leistet ein Beklagter der Ladung nicht persönlich Folge, so ist er un-
folgsam (contumax)893 (CX7te:L&<7>V). Da in den Constitutionen nicht dreimal,
sondern immer nur einmal (peremptorie)894, was im römischen Recht
grundsätzlich auch möglich war, geladen wird, ist bei Versäumnis eines
Termines bereits die contumacia erwiesen895 . Im Kontumazialverfahren wird
bei der actio personalis der Obsiegende je nach der Höhe der ihm geschulde-
ten Geldsumme (pro mensura debiti declarati) in den Besitz des Unter-
40 Thea Buyken

liegenden eingewiesen (missio in bonis)896. Bei der actio realis wird der
Kläger in den Besitz eingewiesen und ist nach Verlauf eines Jahres verus et
perpetuus possessor897 . Erscheinen beide, Kläger und Beklagter, nicht zum
gegebenen Termin, um die Verhandlung hinauszuzögern, so werden sie
jeder zur Hälfte zum zehnten Teil des Streitwertes verurteilt898 . Mit dieser
Bestimmung geht der Liber Augustalis auf altes, zu Justinians Zeiten
bereits abgeschafftes römisches Recht zurück899 .
Sind beide Parteien vor Gericht erschienen, so werden zunächst die
Prozeßvoraussetzungen erörtert. Der Beklagte kann eine Einrede vorbringen
(exceptionem opponere900, obicere901). Werden prozeßhindernde Einreden
(exceptiones peremptorie902) gemacht, so ist damit wie in Rom ein Prozeß
ausgeschlossen. Der Schöpfer des Liber Augustalis kennt aber auch die
andere Art der römischen Einreden, die exceptiones dilatorie 903, die auf-
schiebenden (auch dilationes 904 genannt). Sie machen nur zur Zeit den
Prozeß unmöglich. Unter den verschiedenen Möglichkeiten der Exzeption
nennen die Constitutionen die exceptio pacti conventi905 und die exceptio rei
iudicate906, die Einrede, daß eben wegen dieses Klagegegenstandes bereits
ein Vertrag geschlossen worden oder daß schon ein Urteil ergangen sei.
Die exceptio de incompetentia iudicis ist ebenfalls erwähnt907 .
Die römisch-rechtliche Einlassungspflicht des Beklagten besteht auch im
Liber Augustalis. Er muß sich verteidigen oder sich durch einen anderen
verteidigen lassen (per se vel per alium legittime defendi)908. Er kann einen
Anspruch, eine Tatsache bekennen oder leugnen (confessio vel negatio)909.
Das iusiurandum voluntarium der justinianischen Zeit begegnet als
außergerichtlicher freiwilliger Eid über eine Vereinbarung (iusiurandum
interponere bei transactiones)91O.
Im römischen Recht vorgebildet ist auch das Verbot der Zession im
Streit befangener Mobilien und Immobilien an einen Mächtigeren causa
mutandi iudicü911 . Auch die Litiskontestation (7tpox.&:t'otP~L~) hat ihren Platz
in unseren Constitutionen. Es ist genau geregelt, was ante litiscontesta-
tionem zu geschehen hat, was post, was vorher noch, was nachher nicht mehr
sein darf 912. Man darf z. B. im Zivilprozeß sich vor der Litiskontestation
noch durch pacta transactionis gütlich einigen, während das nachher verboten
ist und unter Strafe steht913. Es wird unterschieden zwischen der Kontumaz
vor und der Kontumaz nach der Litiskontestation, die keineswegs die gleichen
Folgen nach sich ziehen914. Die Litiskontestation spielt demnach wie in Rom
die Rolle des eigentlichen Prozeßbeginns; sie wird im Liber Augustalis durch
die negatio oder confessio des Beklagten ausgelöst915. "Post narrationem
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 41

propositam et contradictionem obiectam", sagt Justinian, hat die Litis-


kontestation begonnen916. Der Richter läßt sich dann auf die Klage ein,
er gewährt die Cognition, audientiam suam impertit917.
Der Beweis im Prozeß (probatio) muß dilucida918 = klar und legittima919
= vorschriftsmäßig sein, d. h., der Richter ist an Vorschriften gebunden,
ob er ihn gelten lassen darf oder nicht. Die probatio erfolgt durch Zeugen-
aussagen oder durch Beibringen von Urkunden920 . Die testes müssen probate
fidei 921, probate922 oder electe opinionis923, fidedigni924 sein, omni exceptione
maiores 925, d. h., ihr Ruf muß über jeden Zweifel erhaben sein. Andernfalls
dürfen sie nicht deponere926, testimonium dare927, astruere928 . Es gibt Leute,
"qui a dicendo testimonio repelluntur929 . Zeugen beibringen heißt testes
producere930. Die spätrömische verschiedene Bewertung der Zeugen je
nach ihrem höheren oder niederen Stande finden wir ebenfalls in unserer
Quelle931, auch die geforderte Mehrzahl der Zeugen. Kein Grundhöriger
oder Bauer, kein Mann niederen Standes (vilis conditionis) kann als Zeuge
gegen einen Mann von Rang auftreten932. Den nachklassischen Vorrang
des Urkundenbeweises vor dem Zeugenbeweis scheinen auch die Constitutio-
nen von Melfi zu betonen. Denn in der Constitutio De fide instrumen-
torum heißt es: "Instrumentorum robur et solempnitatem augentes, ut de
eorum fide nulla in posterum dubietas possit oriri"933, und die authentica
instrumenta finden vor den testes Erwähnung934. Auch die Bestimmung, daß
publica instrumenta nur von besonders dazu eingesetzten Notaren und nur
auf Pergament mit gemeiner, leserlicher Schrift geschrieben sein dürfen,
um als Beweis desto länger und deutlicher gelten zu können935, gehört in
diesen Zusammenhang. Unter den Unklugheiten der Frauen, die zur
Restitutio mulierum führen können, wird auch der Fall aufgezählt, daß sie
instrumenta, die sie vor Gericht vorweisen könnten, versäumen beizu-
bringen936• Die justinianische Bestimmung, daß Privaturkunden von drei
Zeugen unterschrieben sein sollen außer von dem Richter und dem Notar937,
kehrt ebenfalls in unserer Quelle wieder938. Beim depositum sahen wir die
schriftliche beglaubigte Fixierung des Aktes nach spätrömischem Vorbild939.
Der Aufklärung des Klagefalls dienen auch Parteierklärungen, wie die
schon erwähnte940 confessio des Beklagten, der Parteieneid (ad sacramenti
religionem adducere941), das richterliche Fragerecht (interrogatio942) sowie
die Beurteilung des Frage- und Antwortspiels der Parteien durch den
iudex (exceptio, replicatio und triplicatio werden erwähnt943). Causam
instruere944 heißt: den Fall aufklären, causam discutere945 : den Fall unter-
suchen, prüfen.
42 Thea Buyken

Der Gang der mündlichen Verhandlung wird nach spätklassischem


Beispiel zu Protokoll genommen und damit ein schriftlicher Urkundenbeweis
gewonnen. Diese Protokolle heißen acta946 oder monumenta publica947.
Sie werden im Gerichtsarchiv aufbewahrt und können jederzeit als Beweis
dienen948 .
Wenn der Richter nach dem Voraufgegangenen über den Fall klar sieht
(iudici de causa liquet)949, so kommt es zum Urteilsspruch. Die Rechtswörter
für Urteil und urteilen in den Constitutionen entsprechen den im Corpus
iuris gebrauchten. Neben sententia950 begegnet calculus951 . Sententiam
formare 952 steht neben negotium decidere953, causam decidere9M, iura redde-
re955 . Nach dem Vorgang Justinians 956 verfügt Friedrich, daß jedes Urteil
schriftlich redigiert und mündlich rezitiert werden müsse: "Sententias
omnes in scriptis proferant"957, heißt es in der Constitutio De sententiis in
scriptis ferendis. Die römisch-rechtliche Scheidung von sententia inter-
locutoria958 (a~MM(OC) = Zwischenurteil und sententia diffinitiva969 ((ht6cpocO'~~)
= Endurteil ist auch bekannt. Die rata sententia959a ist das rechtskräftige Urteil.
Zum Urteil kann es auch kommen bei Kontumaz des Schuldners nach
der Litiskontestation. Jede Appellation ist ihm dann verwehrt960. Liegt
allerdings der Fall nicht klar, so wird der Gläubiger zunächst "pro mensura
debiti declarati" in die Güter des Flüchtigen eingewiesen961 und erst nach
einem Jahr aus der venditio rerum hereditariarum befriedigt962. Kann er
jedoch nachweisen, daß der Schuldner sich in der ausgesprochenen Absicht,
ein Endurteil zu vermeiden, verborgen hält, kann er also "latitationem
probare", so kommt es gleich zum Verkauf und damit zur Befriedigung963 .
Ist die Rechtsgrundlage so ungeklärt, daß der höhere Richter den Fall
nicht selbst entscheiden kann, so bleibt es ihm unbenommen, eine relati0 964
oder consultatio965 = Bericht an den Kaiser zu machen, dem er damit das
Urteil zuschiebt. Diese relatio muß plena966, d. h. ausführlich sein. Dies
ist das justinianische Relationsverfahren967 •
Das Rechtsmittel (remedium)968 gegen das Endurteil ist die appellatio 969
(exXA1J"t'o~). Durch sie kann man "sententiam suspendere"97o. Die appellatio
erwirkt also Aufschub der Urteilsvollstreckung : "dilationem dat" 971. Die
Fristen dafür, die tempora appellationis 972, sind wie in Rom genau bestimmt
und dürfen nicht überschritten werden. Über die appellatio hat der Richter
an den Oberrichter einen Bericht zu erstatten, die littere dimissorie oder
apostoli 973, auch das wieder nach spätklassischem Vorbild974.
Die supplicatio975 (ae1Jm~) ist ein direktes Bittgesuch an den Kaiser. Auch
diese Einrichtung ist dem römischen Recht entnommen976.
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 43

Ein außerordentliches Rechtsmittel ist die schon mehrfach erwähnte977


restitutio in integrum, die Friedrich Minderjährigen und Frauen nach klassi-
schem Muster gewährt978 . Minores können sie erbitten (implorare)979,
wenn sie nachweisen, "sua facilitate" oder "ignavia procuratorum" oder
"dolo adversariorum" geschädigt zu sein980 . Frauen erhalten sie z. B.
zugebilligt bei Schaden durch "simplicitas" ihrer procuratores oder bei
Bürgschaft (intercessio), die sie ahnungslos (ignorantes) übernommen
haben. Sie genießen das beneficium des Sct. Velleianum981 .
An besonderen Prozeßarten erwähnt der Liber Augustalis den Reskript-
prozeß und den Summarischen Prozeß.
Der Reskriptprozeß983 der römischen Kaiserzeit ist erwachsen aus dem
Gedanken, daß der Kaiser der höchste Hort der Gerechtigkeit für alle sei
und jeder, der seine Hilfe brauche, ihn direkt anrufen könne. Dieser Prozeß
leitet seinen Namen her von dem rescriptum984, auch einfach littere985
genannt, d. h. von dem kaiserlichen Handschreiben, in dem der Herrscher
einem seiner oberen Richter Anweisung gibt, wie der Prozeß zu entscheiden
sei, falls die vom Kläger angegebenen Voraussetzungen zutreffen. Unsere
Quelle enthält ein Formular für einen solchen Reskriptprozeß986, ein
Beispiel dafür, wie von dem alten römischen Formelgut über die Praxis
der byzantinischen Gerichte in Süditalien und Sizilien und die Kenntnis
der Gelehrtenschulen sich manches bis auf Friedrichs II. Zeiten erhalten
haben mag. Ausgelöst wird der Reskriptprozeß durch die relati0 987 oder
consultati0 988 eines Richters an den Kaiser. Aber auch die supplicati0989,
das Bittgesuch einer Partei, kann die Ursache sein.
Der spätklassische Summarische Prozeß990 ist aus dem Bestreben heraus
entstanden, einzelne Rechtsfälle der umständlichen Behandlung durch eine
schwerfällige Bürokratie zu entziehen und die endlosen Prozesse abzukür-
zen. So war z. B. eine sogenannte peremptorische Ladung möglich991, d. h. es
brauchten nicht immer drei verschiedene, sondern manchmal nur eine
einzige Ladung zu erfolgen. Friedrich II. hat diese peremptorische Ladung,
wie schon erwähnt, obligatorisch gemacht992 . Er hat auch versucht, Fristen
Zu verkürzen im Interesse einer schnellen Erledigung der Klagen. So muß
der Beklagte z. B. seine exceptiones nicht bloß drei Tage nach Präsentation
des Libellus vorbringen, sondern sie im Regelfall auch binnen acht Tagen
beweisen993, und die schwierigen exceptiones filiationis, generis sive gentis
verhindern nicht die Litiskontestation: es ist erlaubt, sie im Verlaufe des
Prozesses noch zu erhärten994 . Weiter haben nach dem iuramentum de
calumpnia die Parteien bei Friedrich nur zwei Tage Frist zur Vorbringung
44 Thea Buyken

ihrer Gründe, ausgenommen privilegierte Personen995 • Alle Beweise müssen


in kürzester Zeit geführt sein996 • Daß die Überlegungsfrist des Beklagten
(deliberatio)997 im Liber Augustalis 998 wegfällt, dient ebenfalls der Prozeß-
verkürzung. Alle diese Punkte sind symptomatisch für den summarischen
Charakter des friderizianischen Prozesses999 •
Im römischen Interdikt sprach der befehlende, verbietende Magistrat, der
die bestehende Ordnung wahren und vor Störungen schützen wollte.
Es wurde erlassen unter Voraussetzung des vorgetragenen Tatbestandes.
Meist wurde bereits dadurch Abhilfe geschaffen. Kam der Schuldige jedoch
dem Interdikt nicht nach, folgte ein Untersuchungsverfahren. Das Inter-
diktverfahren gehörte zum Summarischen Prozeß, da es relativ schnelle
Hilfe brachte10oo •
In nachklassischer Zeit bestand das eigentliche Interdiktsverfahren nicht
mehr. Doch gab es noch die actiones, quae pro interdictis exercentur lO01 •
Das heißt, der materielle Inhalt der alten Interdikte bildete darin die
Grundlage der Klage lO02 • Und aus der alten Zeit verblieb diesen actiones
der Charakter eines beschleunigten Verfahrens 1003.
Die umstrittene defensa des Liber Augustalis trägt Interdiktscharakter.
Sie vereinigt Elemente des klassischen Interdiktsverfahrens mit solchen des
summarischen Verfahrens der nachklassischen Zeit. Das Zurückgreifen
auf älteres, vorjustinianisches Recht, wohl unter dem Einfluß der Bolog-
neser Schule, läßt sich ja auch sonst in den Constitutionen feststellen 1004.
Mfrz. defens bedeutet neufrz. interdiction, lat. interdictio 1005 • Synonym für
defensa gebraucht der lateinische Text der Constitutionen an einer Stelle
prohibitio 1006 , und eine andere spricht von prohibere 1007 • Das erinnert an die
römischen interdicta prohibitoria gegen Besitzstörung. Die griechische Über-
setzung wendet ebenfalls X~A'J(l"LC;1008 = prohibitio an, wenn sie nicht
~ECPEVO"L01009 oder 1tOLV~lOlO überträgt. Dem restituas lOll der interdicta restitutoria
auf Herausgabe einer Sache gleicht der Ausdruck restituere debeatis 1012 einer
Formel aus den Formule magne curie, und das restituat lO13 einer anderen,
in der es sich übrigens wie bei einem defensa-Beispiel der Constitutionen 1014
um einen bos ablatus handelt. An die Interdicta exhibitoria erinnert die Mög-
lichkeit der defensa, falls man Frau, Tochter oder Schwester in ihrer Ehre
bedroht sieht: "ne in uxorem, Bliam vel sororem raptus crimen vel adulterü
perpetretur" 1015. Auch die f?ypothetische Form, in der die defensa ergeht,
läßt an die Interdikte denken. Wie der römische Magistrat zunächst die
Richtigkeit der Behauptung des Postulanten einfach voraussetzte, ohne
nachzuprüfen, ob auch der Tatbestand vorlag 1016, so wird auch bei der
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 45

defensa vorgegangen. "Si premissis veritas suffragatur"1017, sagt die eine


der obenerwähnten Formeln, und die andere: "si rei veritas sic se habet" 1018.
Die Tatsache, daß die defensa auch iniuste 1019 auferlegt werden kann, unter-
streicht ebenfalls ihre hypothetische Form.
Kam im klassischen Rom der vom Interdikt Betroffene dem Befehl nicht
nach, so folgte ein angehängtes Gerichtsverfahren, in dem untersucht
werden mußte, ob die Voraussetzungen für das Interdikt auch wirklich
vorlagen. Dabei kam es zur Poenalstipulation, d. h. zum Versprechen einer
bestimmten Strafsumme, falls die Grundlagen für das Interdikt sich als
gegeben erweisen sollten. Und mit der formula arbitraria wurde der
Interdiktsbeklagte auf quanti ea res verurteilt, falls er auch jetzt nicht dem
Gebot des Richters gehorchte 1020.
Diese Poenalstipulation sowie die Quantitätsformel begegnen auch im
Zusammenhang mit der defensa. (In der griechischen Fassung unserer
Quelle weist die mehrfache Übertragung 1tOLV~ für defensa auf die gelobte
Buße lO21 .) Auf Poenalstipulation deutet es weiter hin, wenn es in den Formule
heißt: "penam 10 untiarum imponens sibi iniuste"1022, oder: "sub certa
pena obedire contempsit"1023, oder, wenn die Constitutionen sagen:
"nominatarn penam, quam defense obediens subire deberet, si contra-
venerit" 1024. Und die Quantitätsformel erwähnen die Constitutionen von
MeHi, wenn sie einmal sprechen von einer "defensa imposita sub quacumque
quantitate vel forma"I025, und wenn es ein andermal heißt: "nulla etiam
quantitate adiecta" 1026. Die defensa wird auferlegt ex parte imperiali 1027,
ex parte nostra1028 (d. h. des Kaisers), pro parte curie 1029. Durch private
Personen wird sie "betrieben", "erwirkt", nicht selbständig "auferlegt".
Inducere, imponere, sind doppeldeutige Verben, auch im römischen
Recht 1030. Cap. 17 der Statuten von Palermo, die inhaltlich in vielen Stücken
von unseren Constitutionen abhängig sind 1031, betont ausdrücklich:
"Defensarum impositio nullum locum habet, nisi defensam quis imponat
aliquando ex parte curie" 1032. Dasselbe besagt Cap. 46 der Statuten von
Messina lO33 und Cap. 41 der Statuten von Patti 1034. Durch direkte invocatio
nominis des Kaisers wird die defensa erreicht 1035. Invocatio nominis und
defensa sind also nicht dasselbe. Die eine folgt auf die andere. Eine Urkunde
Konrads IV., die beide nacheinander nennt, verdeutlicht das. "Quos ...
non invocatio nostri nominis, non defensa ... defendere potuit"1036, heißt
es darin. Die invocatio geht also der defensa voraus. Der Geschädigte oder
der, der künftigen Schaden scheut, ruft den Namen des Kaisers an, da er
einen Mächtigen fürchtet. Er wendet sich direkt an den kaiserlichen
46 Thea Buyken

GerichtshoP037. Die Möglichkeit, den Kaiser direkt anzugehen, die invocatio


nominis, €7tlXA"1lcrL~ 'rOU ~fJ.e:'repou ov6fJ.cx'ro~1038, war nach Wenger im Römischen
Reiche seit Hadrian allgemein gegeben 1039. Jedermann durfte gegen Über-
griffe der potentiores des Landes beim Kaiser Schutz suchen. Das Verbot
der Forderungsabtretung an einen potentior gehört u. a. in diesen Gedanken-
gang hinein, der ungleichen Rechtsschutz für Hoch und Niedrig zu ver-
hindern sucht 1040. Wer die potentia eines anderen glaubt fürchten zu
müssen, darf sich auch in unserer Quelle direkt an die magna curia des
Kaisers wenden 1041, wo die defensa ex parte imperatoris 1042 ausgesprochen
wird. Schriftlich, durch littere, erfolgt die defensa, die prohibitio 1043.
Außer dem magister iustitiarius können auch die iustitiarü regionum,
camerarii, baiuli und locorum iudices, also alle Beamte, die richterliche
Befugnisse haben, wenn sie Gewalttaten befürchten, defensa auferlegen 1044.
Das Cognitionsverfahren jedoch bei contemptus der defensa kann nur vor
dem Hofgericht entschieden werden 1045.
Bei dem Interdiktsverfahren der justinianischen Zeit war bisweilen die
Appellation ausgeschlossen 1046. Cap. 34 des Rechtes von Palermo geht eben-
dahin: "omni apellatione remota" heißt es in diesem Statut 1047 .
Die meist gebrauchte Bezeichnung defensa für das prohibitorium, das
altfranzösische, nur latinisierte Wort, braucht nicht darauf hinzuweisen, daß
diese Institution normannischen Ursprungs ist, wie z. B. v. Brünneck, Niese
und Villanuova bereits aus anderen Gründen vermutet haben 1048. Sie scheint
vielmehr nur deshalb dafür eingesetzt, weil die potentiores des Landes
zumeist normannischen Blutes waren 1049, und weil gegen deren Übergriffe
der Kaiser sich als Hort der Gerechtigkeit zu erweisen bemüht war.
Um mutwilliges Prozessieren auszuschließen, kannte schon das klassische
Recht die poena temere litigantium 1050 • Das spätkaiserliche Recht behielt sie in
entsprechender Umbildung bei. So gab es bei Justinian für den mutwillig
leugnenden Beklagten die poena infitiationis: Litiskreszenz, das Duplum.
Und das iusiurandum calumniae, der Gefährdeeid der Parteien und der
Advokaten, schützte vor mutwilligem Hinziehen des Prozesses und zwang
den sich Verfehlenden zu Kostenersatz 1051. Beide Institutionen sind von
Friedrich H. zu neuem Leben erweckt worden 1052, nachdem Roger H. sich
bereits bemüht hatte, das sacramentum de calumpnia zu erneuern 1053.
Die Prozeßkosten, die sportule, hat Friedrich H. festgelegt; das haben auch
die römischen Kaiser getan 1054. Sie werden zwischen baiulus, iudex und
notarius geteilt und belaufen sich je nach Art des Prozesses bzw. des
geleisteten Dienstes auf ein Dreißigstel, ein Sechzigstel oder ein Hundertstel
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 47

des Streitwertes 1000. Auch die Advokaten erhalten Bezahlung, salarium,


für ihre Bemühungen lO56 • Der Antragsteller zahlt die sportule nach taxatio,
estimatio des Richters voraus 1057. Nach Abschluß des Prozesses werden die
Kosten dann ganz dem Besiegten auferlegt 1058. Ihre Höhe bestimmt der
Schwur des Siegers, im Zweifelsfalle eine erneute Schätzung des Rich-
ters 1059. Arme sind nach römischem Muster sportelfreil060. Zu ihnen rechnen
auch minderjährige Kinder, Witwen und Waisen 1061.
Der Strafprozeß der Constitutionen von Melfi ist wie der Zivilprozeß an
dem römischen orientiert. Er heißt publicum iudicium 1062 oder criminalis
causa 1063. Für die Einbringung der Klage (accusationem instituere)lOM
gibt es eine feste Ordnung (accusationum ordo)l065. Man muß "solempnia
accusationis implere" 1066. Die Klage erfolgt durch Anzeige (delatio 1067,
denuntiatio 1068, renuntiatio 1069). Anzeigen heißt deferre 1070 (scil. nomen).
Der Anzeigende läßt in das Gerichtsprotokoll die sog. inscriptio eintragen,
er übernimmt (accipit) vinculum inscriptionis lO71 • Diese inscriptio enthält
den Namen des Anklägers (nomen denuntiatoris)1072 nebst dem des An-
geklagten sowie eine Angabe über die Art des Verbrechens, das man zur
Last legt 1073. Sie begründet für den Ankläger die Verpflichtung, bei falscher
Anschuldigung die gleiche Strafe auf sich zu nehmen, die den überführten
Angeklagten getroffen hätte 1074. In der Ladung (citatio) steht zu lesen,
"coram quo et a quo et de qua re, ac cuiusmodi querimonia deferatur, et
tempus expressum, in quo citatus debeat in curia comparere"1075.
Drei Tage nach der Überreichung des Libellus kommt es zur Vorbringung
der exceptiones1076 und zur Litiskontestation wie im Zivilprozeß. Diese ist
gegeben durch negatio oder confessio principalis persone oder durch
verbum ignorantie der Sachwalter (procuratores et defensores), "qui
ignorantiam pretendunt" 1077. Die ignorantia spielt bei den Frauen eine
Rolle; sie können sich, wenn sie wollen, im Strafprozeß vertreten lassen 1078,
und Unkenntnis des Gesetzes entschuldigt sie oftmals, wie schon oben 1079
erwähnt wurde. Auch universitates können ihre Sachwalter haben 1080.
Die Befragung des Angeklagten (interrogatio 1081) kann vor oder nach der
Litiskontestation erfolgen, die Antwort durch den Angeklagten allein oder
consilio advocatorum 1082 gegeben werden. Diese beratende Rolle der
Advokaten im Strafprozeß entspricht den Vorschriften des alten römischen
Rechtes 1083. Der Ankläger (accusator)1084 muß arguere 1085, dartun, seine
Anklage begründen, der Angeklagte (reus)1086 suam causam dicere 1087
= sich verteidigen, purgare suam innocentiam 1088 = seine Unschuld be-
weisen. Die Beweismittel der Constitutionen sind die des römischen Straf-
48 Thea Buyken

prozesses l089. Besonders wichtig ist das Verhör des Angeklagten, die schon
erwähnte interrogatio l090 . Zeugenaussagen für die Behauptung des Anklägers
sind ein weiteres Beweismittel 109l. Auch Indizien (levis suspicionis argumen-
ta)1092 gelten als Beweise, was der römischen Rechtspraxis wiederum ent-
spricht l093, und monumenta publica l094, öffentliche Akten, d. h. Listen des
Gerichtsarchivs über reos und suspectos homines. Als Zwangsmittel zur
Erzielung eines Geständnisses wird von Friedrich II. postremo, d. h. als
letztes Mittel, für viles et leves persone die Folter (tormentum) emp-
fohlen 1095; doch ist sich der Kaiser darüber klar, daß Angst und Schwäche
des Angeklagten ebenso wie die Abgebrühtheit mancher Verbrecher die
Wahrheit dabei durchaus nicht immer ans Licht bringen1096. In Rom war
Folterung zunächst nur bei Sklaven, im Verlaufe des Prinzipats aber auch
bei Freien niederen Standes möglich l097.
Die Reden der Advokaten werden auf zwei Tage beschränkt 1098. Länger
ist es ihnen nicht erlaubt, zu debattieren und mit ihrer Zungenfertigkeit zu
prunken.
Bei Kontumaz im Strafprozeß verliert der Ankläger wie im römischen
Recht ein Sechstel seines Gutes an den Fiskus. Darüber hinaus muß er dem
Gegner dessen gesamte Kosten erstattenl099. Kontumaz des Angeklagten
wird bestraft wie im Zivilprozeß. Die annotatio seiner Güter entspricht
den Bestimmungen des Corpus iuris llOO. Daß diese nach Jahresfrist end-
gültig verloren gehen, entspricht jedoch nicht dem römischen Recht. Hier
blieb vielmehr das Recht zur Verteidigung dem Abwesenden auch nach
diesem Termin unverloren ll01 .
Auch Beweisverfahren und Urteiljindung sind im allgemeinen die gleichen
wie beim Zivilprozeßll02.
Von den Stiirungen der Strafklage, die das römische Recht kennt, wird die
abotitio erwähnt, der Wegfall der anhängigen Strafklage. Man kann, so heißt
es, von der Obrigkeit abolitionem implorare 1103, wenn man triftige Gründe
dafür hat, daß man die Klage zurückziehen möchte (ab accusatione desi-
stere) 1104.
Von den Stö·rungen der Strafvollstreckung kommt die provocatio l105 vor.
Provocare 1106, provocationem interponerel107 heißt: strafrechtliche Be-
rufung einlegen. Daß der Liber Augustalis auch das benejicium restitutionis in
integrum öfters nennt, und in welchem Zusammenhang, ist bereits erwähnt
worden 1108.
Auch die Strafen des Anklägers entsprechen römischem Brauch. Um der
temeritas accusatorum 1109 zu begegnen, wird, wer grundlos Klage erhebt
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 49

(calumpnians) ll10, wer calumpniose ll11 anklagt, mit der pena calumpnie~
belegt. Ihn trifft nach dem Prinzip der Talion (in Rom seit Konstantin
üblich)ll13 die Strafe, die auch der schuldige Angeklagte hätte erdulden
müssen ll14. Wer ungerechtfertigt von der Anklage zurücktritt, tergiversatiolllI>
begeht, unterliegt der pena desistentie ll16, die auch in Rom in einem Atem
mit der pena calumpnie genannt wird ll17. Sie besteht in einer Geldbuße.
Collusio, in Rom auch praevaricatio ll18 genannt, ist der Name für das heim-
liche Einverständnis der Parteien im Strafprozeß, das darauf abzielt, den
Beklagten gegen etwaige andere Ankläger zu schützen ll19. Auch der collu-
dens ll20 der Constitutionen unterliegt einer Geldstrafe.
Der Inquisitionsprozeß in den Constitutionen Friedrichs H. hat nicht nur
eine normannische und eine kirchenrechtliche Wurzel. Auch unmittelbarer
EinHuß römischen Rechtes ist darin zu spüren. Schon Roffredus von Benevent,
Friedrichs Berater, hat das in seiner Schrift De libellis formandis et ordine
iudiciario ausdrücklich behauptet 1l21• Brandileone hat dann darauf hingewie-
sen, daß wirklich in der letzten Zeit des römischen Reiches inquisitorische
Elemente im römischen Prozeß in den Vordergrund getreten sind ll22•
Es gab in Rom zwei Arten des Inquisitionsprozesses : der eine stützte sich
auf Denunziation, der andere wurde ex officio angestrengt ll23• Dement-
sprechend unterscheiden die Constitutionen eine inquisitio specialis l124 und
eine inquisitio generalis 1l25• Die inquisitio specialis stützt sich auf Denunziation.
Sie erfolgt mit kaiserlichem Auftrag oder doch mit seiner Erlaubnis in
Fällen, die diese Art der Befragung notwendig erscheinen lassen ll26• Die
inquisitio generalis wird von Friedrichs H. Justitiaren ausgeübt nach dem
Vorbild der römischen Irenarchen l127 . Unterstützt von Verbrecherverzeich-
nissen, die alle zweifelhaften Elemente und notorischen Verbrecher nament-
lich aufführen müssen, und von Listen der Geächteten 1128 sollen sie in der
Lage sein, dem Unwesen der malefactores zu steuern. Diese Inquisition
erfolgt ex offtcio. Die Chronik des Richard von S. Germano zählt uns eine
Reihe von solchen Genera1inquisitionen auf 1129•
Der Strafprozeß wird wie der Zivilprozeß protokolliert. Es werden
acta 1130, monumenta publica 1131 angefertigt, die in besonderen Archiven
aufbewahrt werden 1132.
Die wortwörtliche Übereinstimmung von Kapiteln der Constitutionen von Melft
mit Stellen des römischen Rechtes ist zuerst 1884 von Brandileone l133 nachgewiesen
worden in seiner Arbeit über das römische Recht in den normannischen und
staufischen Gesetzen des Königreichs Sizilien. Es handelt sich bei den von
ihm angegebenen Stücken um Assisen König Rogers H., die von Fried-
50 Thea Buyken

rich 11. in sein Corpus übernommen worden sind. Der Kaiser macht im
Prooemium selber darauf aufmerksam, daß dies mit einigen sanctiones
seiner Vorgänger auf dem sizilischen Throne geschehen sei 1134. Monti hat
dann in seinem Buche Lo Stato Normanno-Svevo eine synoptische Zu-
sammenstellung l135 der betreffenden Partien (Ass. Cassinenses, Ass. Vati-
cane, Const. Melf.) gegeben und Brandileones Beobachtungen dabei noch
um einige vermehrt.
Es ist nicht überflüssig, nochmals darauf hinzuweisen, daß Const. I 14
Qui-excusat zusammengestellt ist aus Ass. Vat. 38, 40 und 39 bzw. Ass.
Cass. 261, 263 und 26 4 und zurückgeht auf C 9,16,2, D 48,8,9, D 9,2,4,1
und D 48,8,12. Denn Monti hat hier irrtümlich die Constitutionenstelle
nicht angegeben, und D 9,2,4,1 ist von Brandileone und Monti nicht zitiert
worden, obwohl die Ausdrücke des Constitutionentextes "furem noctur-
num", "comprehendere" und "cum clamore" wohl daher stammen. Die
Digestenstelle lautet: "Lex duodecim tabularum furem noctu deprehensum
occidere permittit, ut tamen id ipsum cum clamore testificetur". Bisher
unbekannt ist, daß Const. I 44 latrocinia - deberent mit geringen Aus-
lassungen Ass. Cass. 36 Que sit potestas iudiciarü l136 wiedergibt, und daß
die zweite Hälfte von Ass. Cass. 37 De intestatis 1137 mit Const. I 61 2
Preterea-reservetur fast identisch ist.
König Roger hat sich bei seinen Entlehnungen aus dem römischen und
dem griechisch-römischen Recht sehr eng an seine Vorlage gehalten. Ab-
weichungen davon scheinen eher darauf zurückzuführen zu sein, daß eine
bestimmte Handschrift des römischen Rechtes benutzt oder die Vorlage
irgendwie mißverstanden worden ist. Ein typisches Beispiel für ein Ver-
fehlen des juristischen Wortsinns sind die "manifesta dei templa destructa"
in Const. I 5. "Qui manu facta templum effregerunt" heißt die entsprechende
Digestenstelle l138 , d. h.: die unter Zusammenrottung einen Tempel er-
brochen haben. Die Vaticanischen und die Cassinensischen Assisen machten
aus manu facta zunächst das Adjektiv manufacta = handgefertigt und
glichen ihm templum als templa an. Die griechische Übersetzung hat
ebenfalls XeLP07tOLYj'rIX. Da diese Lösung aber anscheinend noch nicht be-
friedigte, wurde manufacta noch in manifesta abgeändert. Manu facta aber
gibt allein Sinn, da es den kapitalen Charakter des Sacrilegiums verschärft.
Die Abhängigkeit der Constitutionen Friedrichs vom römischen Recht ist
anderer Natur. Die noch mittelalterlich anmutende sklavische Übernahme
der Quelle durch Roger 11. ist hier einem steten Einfluß gewichen, wie
ihn etwa antike Vorbilder auf Schriftsteller der Renaissance und des
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 51

Humanismus ausgeübt haben. "Nostri veteres" nennen die Constitutionen


die alten römischen Juristen. "Nostri predecessores" sagt der Kaiser von
den römischen Cäsaren. Und er spürt etwas von dem Hochgefühl des
Humanisten, das Ulrich von Hutten in die Worte ausbrechen ließ: ,,0 Jahr-
°
hundert! Wissenschaften! Es ist eine Lust, zu leben!" "In unseren Tagen",
so sagt Friedrich stolz, "ist das Unrecht vergangener Zeiten getilgt worden,
in denen die Zunge des römischen Rechtes verstummte. Möge der Ge-
rechtigkeit ein neues Geschlecht erstehen!"
Die Juristen, die dem Kaiser bei der Abfassung der Gesetze zur Hand
gingen, waren so gründlich im römischen Rechte gebildet, hatten eine so
genaue Kenntnis davon, daß ihre Sprache völlig von ihm durchsetzt
erscheint. Eine Fülle von rö'mischen Rechtsworten und Phrasen ist in den Con-
stitutionen aufgeboten, neben denen die langobardischen, normannischen
und arabischen Rechtsworte bei weitem zurücktreten. Auch ganze Sätze
aus dem Corpus iuris sind zitiert, da diese Juristen viele im Gedächtnis
haben, wie etwa dieser: "Qui scelera reperta non vindicant, tegere, ut
conscü, criminosa festinant" 1139, oder dieser: "Res sacra non recipit
estimationem"1l4o, oder auch: "Culpa est immiscere se rei ad se non per-
tinenti"1141. Diese und eine ganze Reihe weiterer Stellen sind bisher nicht
als Zitate aus dem römischen Recht erkannt worden. Viele Bestimmungen
sind auch übernommen, aber es ist diesen Juristen gelungen, die Gesetze
zwar in Anlehnung an die Worte des römischen Textes, jedoch in eigener
Formulierung zu gestalten. Und wo der Anklang einmal stärker wird, ist
auch nicht einfach ein ganzer Paragraph restios ausgeschrieben, sondern
aus mehreren oder aus Teilen von mehreren mit Geschick die neue Con-
stitutio geschmiedet worden. Man vergleiche etwa Const. I 23, worin
D 29,5,1,26 u. 27 und D 29,5,3,6 und 8 zu völliger Einheit verschmolzen
sind, oder Const. I 901, in der C 8,14,12 und C 1,53,1,2 sowie D 23,2,38 pr
mit ihren Einzelbestimmungen verwoben erscheinen. Noch kunstvoller
ist Const. II 44 aus vielen verschiedenen Paragraphen gestaltet 1142.
Gedankliche Abhängigkeit vom römischen Recht ist bei gleicher Materie
sehr oft vorhanden, doch keinesfalls zwingend. So entspricht etwa dem
gleichen Verbrechen, wenn es auch denselben Namen trägt wie im Corpus
Iuris, nicht immer die gleiche Strafart 1143• Auch die Höhe der Strafe ist
nicht immer dieselbe 1144. Ein Beispiel aus dem Privatrecht: derjenige, der
widerrechtlich seines Besitzes entsetzt worden ist, darf gegen jeden Besitz-
nachfolger des Eiectors vorgehen, während das römische Recht das bloß
gegen den Täter oder dessen Universalerben erlaubte 1145. Ein Beispiel
52 Thea Buyken

aus dem Prozeßrecht: zum Zwecke der Vereinfachung des Prozesses hat
unsere Quelle das römische Verfahren noch weiter verkürzt l146. Darüber
hinaus enthält der Liber Augustalis Gesetze, in denen Friedrich ausdrück-
lich erklärt, daß er sich in diesem Falle nicht an das römische Recht zu halten
gedenke. So heißt es in der Constitutio De violentiis clandestinis (I 25),
der Kaiser wolle "inter utrumque ius, Langobardorum scilicet et commune,
viam mediam eligere" 1147. Denn die betreffende Bestimmung des lango-
bardischen Rechtes sei lächerlich (derisorium), die des römischen nicht
tragbar (modeste ferre nequimus)1148. Und in der Constitutio De restitutione
possessionis (I 26), um noch ein zweites Beispiel zu nennen, erklärt Fried-
rich, er wolle "iuris defectum" (einen Mangel des römischen Rechtes)
"congruo et necessario supplemento supplere"1149.
Für die Stärke aber des römischen Einflusses auf Friedrichs Constitutio-
nen zeugen vor allem roinisch-rechtliche Begriffe in Gesetzen, deren Bestimmungen
unzweifelhaft germanisch-rechtlicher Natur sind. .
Ich denke da etwa an das Gesetz über die Strafe der forjudicati und das
balium über deren Kinder ll60• Foriudicare, afrz. forjugier, und balium,
afrz. ball, sind unzweifelhaft latinisierte altfranzösische Rechtsworte. Sie
entstammen dem normannischen Rechtskreis. Trotzdem begegnen in
diesem Kapitel römisch-rechtliche Phrasen, wie: in pupillari etate con-
sistere 1lO1, in tutelam propriam venire l152, fructus percipere l163, pars con-
tingens llM, preiudicium generaril.155. Oder ich denke an das Gesetz De
successione nobilium in feudis 1106. Die lehnrechtlichen Partien der Con-
stitutionen sind vielfach vo~ normannischen und langobardischen Lehn-
recht beeinflußt. Hier ist vom normannischen Recht, ius Francorum 1167,
und vom langobardischen, ius Langobardorum 1168, auch ausdrücklich die
Rede. Trotzdem begegnen in diesem Kapitel Ausdrücke römisch-recht-
licher Verwandtschaftszählung inclusive proavus 1l59, pronepotes und
trinepotes l160, es begegnen die exteri 1161, die bona paterna 1162, die collatio
dotis ll63, die Teilung in viriles partes l164 u. a. m. Und endlich noch ein
drittes Beispiel, in dem der römisch-rechtliche Einfluß noch deutlicher zu
spüren ist: Const. I 15, das Gesetz über die germanisch inspirierte Hilfe-
pflicht bei Notzucht l165. Alle zulässigen Entschuldigungsgründe sind hier
dem römischen Recht entnommen, und zwar wörtlich den Bestimmungen
über die Hilfepflicht römischer Sklaven gegenüber ihrem Herrn. Wer
nämlich, so heißt es, "sub eodem tecto"1166 oder "loco fuerit, unde vocem
audire potuerit"1167, muß nachweisen, daß er "surdus"l168 = taub oder
sine dolo malo clausus"1169 sei (d. h. ohne Arglist eingesperrt) oder sonstwie
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 53

imbecillis l17O, d. h. körperbehindert, falls er der um Hilfe rufenden Frau


nicht beigestanden hat. (Die Lesart claudus = lahm statt clausus = ein-
gesperrt, die bisher als richtig galt, wird jetzt durch den Text des römischen
Rechtes sowie durch die griechische Fassung ausgeschaltet. Der griechische
Text lautet: 1) xwptc; xoc.xoü 86AOU XexAELO'!J1vov eLVotL.}
Es bleibt noch die Frage zu klären, welches denn der persönliche Einftuß
und Anteil sei, den der Kaiser bei der Abfassung der Constitutionen genommen.
Ein schwieriges Problem, auf den ersten Blick unlösbar. Und doch wieder
nicht, wenn man versucht, es von der Gesamtpersönlichkeit Friedrichs her
zu sehen, wie ihn uns die Quellen schildern.
Selbst seiner Zeit, die so reich an Kultur war1l71, erschien der Kaiser als
ein Wunder. Nicht der Mann war es, der sie durch Gestalt und Schönheit
in Erstaunen setzte; man sagte vielmehr ganz unverhohlen über ihn, daß
auf einem Sklavenmarkte kaum viel für ihn gelöst werden würde l171I • Um so
schwerer wiegt darum für Friedrichs Beurteilung der Ruf von seiner
Klugheit und seinen Kenntnissen, von seinen Interessen und seiner seltenen
Vielseitigkeit. Was wußte man nicht alles an ihm zu rühmen I Viele Sprachen
verstand er: Latein und Italienisch, Französisch, Griechisch und Arabisch,
wahrscheinlich auch Provenzalisch, Deutsch und Hebräisch 1173• Im Schutze
seines prunkvollen Hofes entfaltete sich die sogenannte sizilisehe Dichter-
schule zu ihrer Blüte. Der Kaiser selbst rechnete sich zu ihr und war ihr
vornehmster Sänger 1174• Nicht vergebens hatte man Friedrich in Palermo
in der peripatetischen Schule der Araber erzogen 1175• Nachweislich kannte er
den Aristoteles und den arabischen Philosophen Averroes, dessen Mittler
für die mittelalterliche Welt. In seiner Hand befand sich auch der "Weg"
des Maimonides 1176• Der Universität Bologna machte der Kaiser Werke
des Aristoteles zum Geschenk und empfahl sie zu eifrigem Studium 1177.
Er wußte fremde Einflüsse zu verarbeiten und eigene philosophische Ge-
danken zu formulieren. Das beweisen die "Quesiti siciliani", jene be-
rühmten Fragen Friedrichs an morgenländische Gelehrte, die uns in
einem arabischen Codex der Universität Oxford erhalten sind 1l78, und
Nachrichten seiner Zeitgenossen über Gespräche des Kaisers mit Leuchten
der Wissenschaft 1179• Er besaß eine ganze Bibliothek philosophischer Werke:
griechische und arabische Codices, deren Übersetzung und Verbreitung
anzuregen ihm Bedürfnis war 1180. Zu Hause und auf Reisen, im Frieden und
im Kriege pflegte Friedrich sich mit Wissenschaftlern aller Sparten zu
umgeben, deren Studien er teilte und die für ihn ihre Werke schrieben 1181•
Von mathematischem Interesse zeugen die Probleme der Geometrie, über die
54 Thea Buyken

er den Sultan Malik al Kamil befragte 1182• Des Kaisers Buch über die Jagd
mit Vögeln 1183, das Diktat einer Schrift über Pferdeheilkunde 1184 zeigen
ihn als aufmerksamen Beobachter naturwissenschaftlicher Dinge. Während es
doch im Mittelalter gemeinhin üblich war, der Autorität des Aristoteles
einfach zu folgen, war es dem kritischen Geiste Friedrichs nicht möglich,
sich urteilslos anzulehnen. "Non sic se habet" spricht er gegen den Aristote-
les und korrigiert dessen Ausführungen über Vögel nach seinen eigenen
Beobachtungen l185 • Die Größe der Erkenntnis, daß auch ein Aristoteles
irren könne, wenn er sich auf fremde Angaben und nicht auf persönliche
Forschung stütze 1186, ist für das 13. Jahrhundert gar nicht hoch genug an-
zuschlagen. Der berühmte Zoo exotischer Tiere, den Friedrich sich hielt,
war nicht bloß Lust an orientalischem Dekor, an das er seit seiner frühen
Kindheit gewöhnt war. Schon die Normannenkönige hatten ihren Tier-
garten vor den Toren Palermos, "omnium bestiarum genere delectabiliter
refertum", wie Otto von St. Blasien, der Chronist Barbarossas, zu berichten
weiß 1187 • Es ist aber doch etwas anderes, wenn der Kaiser versucht, selber
Strauße zu züchten 1188, oder wenn er seine seltenen Vögel in De arte
venandi genau beschreibt 1189 • Auch die Tiere, die er besaß, dienten ihm
zu wissenschaftlichen Studien. Als "vir inquisitor", als "sapientie amator"
hat Friedrich sich selbst in seinem Falkenbuch bezeichnet und diese Ehren-
titel vor den imperator und rex gesetzt 1190 • "Multis temporibus inquisivi-
mus", sagt er von sich in demselben Werke 1191. In die gleiche Richtung
weisen zwei Versuche, die man ihm als profane Neugier auslegte. Der erste
ging dahin, daß er Ammen befahl, Säuglinge aufzuziehen und zu nähren,
ohne je liebevoll mit ihnen zu scherzen und zu spielen, weil er feststellen
wollte, ob sie aus sich sprechen lernen würden, und in welcher Sprache1192•
Es ging ihm um die Ergründung der Ursprache der Menschheit. Die Con-
stitutionen scheinen auf diesen Versuch anzuspielen, wenn sie anordnen,
daß verwandtenlose Kinder hingerichteter Frauen auf Kosten des Kaisers
Offizialen zur Aufzucht zu übergeben seien 1193 • Ein weiteres Experiment,
das der Kaiser zusammen mit einigen Ärzten unternahm, bestand darin,
daß er zwei Männer üppig bewirten und den einen danach sich ausruhen
ließ, den anderen aber auf eine Jagd schickte. Am Abend prüfte er dann
mit den Medizinern die Verdauung der beiden und stellte fest, daß die des
wohl Ausgeruhten besser sei als die des anderen 1194• Auch der Taucher-
versuch zur Erforschung des Meeresgrundes scheint nicht müßige Neugier
gewesen zu sein, wenn auch der wackere Salimbene da Parma sich nicht
genug darüber entsetzen kann 1195 • Die Gründung der Universität Neapel 1196
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 55

endlich als Lehr- und PRegestätte einer ganzen Beamtenhierarchie zeigt


den Kaiser auch als Fö·rderer juristischer Bildung nach dem Muster byzantini-
scher Herrscher. Wurde doch die Hochschule von Konstantinopel von
Kaiser Konstantin Monomachos zu dem gleichen Zweck reorganisiert 1l97 •
Mit der Berufung und Förderung des Roffredus und nach ihm des Petrus
de Vinea öffnet Friedrich bewußt sein Reich dem römischen Recht. Ehe die
Sammlung seiner Gesetze beginnt, läßt er nachforschen, was in seinem
Lande Sizilien noch an Rechten und Gesetzen lebendig ist. Er läßt auch
die alten Leute befragen, die sich etwa noch erinnern, wie es früher war 1198 •
Denn das Reich ist zusammengesetzt aus verschiedenen Volksgruppen,
und diese lebten und leben noch nach verschiedenen Rechten. Ihn inter-
essiert vor allem die Rechtspraxis der Lateiner und die consuetudo der
Städte, die so manche Spur justinianischen Rechtes bis auf seine Zeit
bewahrt haben 1199. Ihn interessieren die Gesetze König Rogers, seines
Großvaters, dessen Juristen bereits römisches Recht kannten. Denn daran
läßt sichs anknüpfen bei dem Vorhaben, das dem Kaiser am Herzen liegt:
die "varietates ad unitatem iuris communis" zu lenken 120o • Scheint nicht
auch die gelehrte Bildung vieler Juristen und Verwaltungsbeamten einem
Romanisierungsprozeß günstig zu sein? Der Kaiser sagt sogleich im
Prooemium zu den Constitutionen, daß nur das Recht bleiben solle, was
von ihm mit aufgenommen wird in seine SammIung 1201 • Friedrich will
den Vorrang des römischen Rechtes begründen 1202 • Damit geht er weiter
als sein Großvater Roger H., der zu Beginn seines Gesetzeswerkes be-
stimmt hat, daß alles Alte unverändert in Kraft bleiben solle, falls es
einem neuen Gesetz nicht widerstreite 1203 •
(Daß der normannische Lehnsadel nicht einfach und rücksichtslos der
Romanisierung des sizilischen Rechtes zu unterwerfen war, das steht auf
einem anderen Blatte und gehört nicht in diesen Zusammenhang. Seine
Sonderrechte sind in die Constitutionen von Melfi aufgenommen und
damit bestätigt worden.)
Wenn wir die Persönlichkeit des Kaisers betrachten, so drängt sich der
Gedanke auf, daß der Mann, der gelehrt und gebildet genug war, auf
vielen Gebieten Dinge zu tun und zu sagen, die man beachtete,
wohl unmöglich bei der Auswahl der künftigen Beamten und bei ihrer Prüfung
im römischen Recht und in Fragen allgemeiner Bildung1204 als stumme, un-
verständige Figur persönlich zugegen gewesen sein kann. Friedrich H.
war nicht simplex, auch nicht auf diesem Gebiet. Es ist weiter durchaus
denkbar, daß sich dieser Kaiser nach dem Muster römischer Herrscher
56 Thea Buyken

entschloß, eine "dubitatio iurisperitorum legum interpretatione"12Oö zu


beenden; daß es sein persönlicher Wunsch war, das spätklassische Verfahren
noch zu verkürzen, "ad breviorem modum reducere" 1206. Mit anderen
Worten: daß er bei der Formulierung von Gesetzen über die endgültige Fassung in
überlegtem Entschluß entschied. Die Gelehrten des römischen Rechtes waren
von dessen Unfehlbarkeit überzeugt, Friedrich von seinem Vorrang.
Salomonisch mutet der Wille des Herrschers an, in einer strittigen Frage
die Mitte zwischen langobardischem und römischem Recht zu wählen 1207:
die Kritik an einer Bestimmung des Corpus iuris - "modeste ferre ne-
quimus"l208 - dürfte Gedankengängen, die er selber äußerte, entstammen.
Es wäre weiter denkbar, daß die Anklänge an Aristoteles im Prooemium
auf Friedrichs persönlichen Einfluß zurückgehen. Sie waren ihm ohne
Zweifel bekannt. Warum sollte er sie nicht äußern? Dahin gehört die
"machina mundi" 1209, die in Bewegung gesetzte Welt, "primordialis
materia"12l0, der Urstoff, der "officio nature melioris conditionis"1211,
durch die Tendenz der Natur, sich fortzuentwickeln, in "rerum effigies"l212,
in die Formen der Einzeldinge, aufgeteilt worden sei; weiter die Anschau-
ung, daß der Mensch "a globo circuli lunaris inferius"12l3, tiefer als die
Sphäre des Mondkreises, also in der sublunarischen Welt, lebe, und der
Begriff der "necessitas"12l4, der Notwendigkeit. Aristotelische Philosophie,
christlich-mittelalterliches Denken und römische Rechtsworte sind im
Prooemium zu ungezwungener Einheit verschmolzen - zu jener Einheit,
die Friedrich selbstverständlich war.
Auf persönlichen Einfluß Friedrichs dürften vielleicht auch zurückzuführen
sein die Verordnungen des Liber Augustalis über das Gesul1dheits-, das Arzte-
und Apothekenwesen12l6• Anklänge an römisches Recht 12l6 sind zwar auch
hier vorhanden, aber wohl nicht stark genug, als daß man annehmen
müßte, sie seien ausschlaggebend für den Wortlaut dieser Gesetze gewesen.
(Die kurze Assise Rogers De medicis et medicinis l217 hält sich eher an das
römische Beispiel.) Die Forderung gründlicher medizinischer Ausbildung l218
und Prüfung der Ärzte 1219 und Professoren 1220, das Verlangen, daß die
angehenden Ärzte sich drei Jahre lang einem allgemeinbildenden philo-
sophischen Studium widmen sollen, ehe sie sich der Medizin zuwenden 1221,
würde einem Kaiser schon anstehen, der selber auf diesem Gebiete inter-
essiert war und zu forschen versuchte.
Die Abschaffung der Gottesurteile 1222 und des Zweikampfes l223 endlich, der
nur noch gleichsam als "Strafe" bei Majestätsverbrechen und bei Ver-
wandtenmord beibehalten werden soll1224, und die dafür angeführten
Das römische Recht in den Constitutionen von Melfi 57

Gründe - "nec rerum naturam respiciurit nec veritatem attendunt"l225 -


"veram legum sapientiam prosequimur, aspernamur errores"l2S6 - "nature
non consonat, iure communi deviat"1227 - "non tam vera probatio quam
quedam divinatio"1228 - dürfte ebenfalls der Art des kaiserlichen Philo-
sophen entsprechen.
Zusammenfassend darf man wohl sagen, daß die Constitutionen von
MeHi vom Kaiser nicht bloß geplant und gefördert worden sind durch die
verständnisvolle Berufung von tüchtigen Gelehrten des römischen Rechtes,
sondern daß er Quesiti Siciliani wohl auch auf diesem Gebiete stellte und
durch Gespräch und Entscheidung lebhaften Geistes Anteil an ihrer For-
mulierung nahm. Sie sind also irgendwie auch sein Werk, wie die Größe
denn nichts unter ihrem Namen der Nachwelt überliefert, dem sie nicht
ihren Stempel aufgeprägt hätte.
Anmerkungen

1 Siehe Chades Homer Haskins, The renaissance of the twelfth century, Cambridge
1928.
2 Der Nachweis zuerst bei Francesco Brandi/eone, Il diritto Romano neUe legge
normanne e sveve del regno di Sicilia, Torino 1884. (Im folgenden zitiert Brandi/eone.)
8 über ihn siehe Friedrich Cad v. Savigny, Geschichte des römischen Rechts im Mittel-
alter Bd. V, Heidelberg 18502, S. 191ff.
4 v. Savigny, Geschichte des römischen Rechts V2 S. 194.
5 Ebenda S. 218.
6 Const. Prooemium.
7 C Const. Cordi pr.
8 D Const. Tanta Rubrica.
9 Siehe noch J. L. A. Huillard-Breholles, Historia diplomatica Friderici Secundi tom. IV
pars 1, Parisiis 1854, p. 1.
10 Siehe noch Cajetanus Carcani, Const. regum regni utriusque Sicilie, Napoli 1786,
p.1.
11 C Const. Cordi Rubrica.
12 Huillard-Briholles IV 1 p. 1.
18 Const. 17, I 10, I 33, I 381 u. ö.
14 Nov. 1 Praef. § 1 pr, Nov. 2 Praef. § 1 pr, Nov. 4 Praef., Nov. 5 Praef. Con-
versationis-celsiorem u. ö.
15 Const. I 721, II 33, II 49.
16 Const. III 1 ff.
17 C 1,1 De summa trinitate etc.
18 Const. I 622, I 691, II 13 u. ö. Vgl. C 1,2,19.
19 Const. II 1, II 43 u. ö.
20 Const. I 84, I 97 u. ö. V gl. C 5,4,23,7: quod etiam in priscis legibus ... constitutum
est.
21 Const. I 87, I 95 2, I 99 2u. ö. Vgl. D 39,6,42,1: ius antiquumservandum esse respondi.
22 Const. II 44.
23 Const. I 25, II 10, III 37 u. ö.
24 Const. I 94.
25 Const. II 2.
2G Const. I 221 z. B.
27 Const. I 222 z. B.
28 Const. I 26, I 31, II 21 u. ö.
29 Const. I 47 mehrfach, II 52 u. ö.
80 Const. II 44.
31 Const. I 26, I 31.
32 Const. I 61 2, I 881.
83 Const. II 52.
84 Const. I 47 mehrfach.
35 Const. I 19. Vgl. D 39,2,48: Si quis licito iure facit.
36 Const. I 84.
37 Const. I 958 , I 101, II 2, II 52 u. ö. Vgl. C 7,7,2.
88 Const. I 622 • Vgl. D 17,1,54 pr: placuit prudentioribus ...
39 Const. I 621.
&0 Const. II 1 z. B.
U Const. II 21, II 45.
Anmerkungen 59

42 Const. II 44.
43 Const. I 25.
U Siehe v. Savigny, Gesch. d. röm. Rechts 112 S. 215f.
45 Siehe Brandileone passim.
46 Const. II 9.
47 Const. I 16.
48 Const. I 79 Predicti autem - reservamus.
49 Ähnlich schon Wilhelm v. Brünneck, Siciliens mittelalterliche Stadtrechte etc.,
Halle 1881, S. 207.
50 Const. III 52 Z. B.
51 Const. I 18, I 28 u. ö. Vgl. D 1,4 De constitutionibus principum.
52 Siehe Max Kaier, Römische Rechtsgeschichte, Göttingen 1950, S. 131.
53 Const. I 49, III 45 u. ö. Vgl. D 1,4,1: vel edicto praecepit ...
54 Const. I 30 z. B. Vgl. D 1,16,6,3 .
.. Const. I 382 Z. B. Vgl. D 19,2,15,5.
56 Const. II 48. Vgl. C 7,62,34.
57 Const. I 382 mehrmals. V gl. D 31,87,4: post literas imperatoris dubitari non oportere.
58 Const. I 67. Vgl. C 1,23,7,1: Pragmaticas praeterea sanctiones
59 Siehe Kaier, Röm. Rechtsgesch. S. 204.
60 Const. II 3. Vgl. D 44,7,52,5: secundum praeceptum legis.
61 Const. II 13. Vgl. C 1,17,2,11: graviora et perfectiora legum scita.
62 Const. I 221 Z. B. Vgl. D 50,16,135.
63 Const. II 501 • Vgl. C 2,56,4 pr: sanctissimo arbitrio ... rem censemus esse com-
ponendam.
64 Const. III 41 • Vgl. D 27,1,17,3: nisi ... privilegium iis indultum sit.
65 Const. I 1, I 222, 1532 u. ö. Vgl. I 2,1,10: Ideo et legum eas partes, quibus poenas
constituimus adversus eos, qui contra leges fecerint, sanctiones vocamus.
66 Const. I 67, I 85. Vgl. C 4,26,13.
67 Const. I 1.
68 Const. II 3.
69 Const. I 62 •
70 Vgl. z. B. D 44,7,52,5: secundum praeceptum legis.
71 Kaier, Röm. Rechtsgesch. S. 203.
72 Const. I 47, I 80, I 106. Vgl. D 1,3 De legibus senatusque consultis et longa con-

suetudine.
73 Const. I 75. Vgl. I 1,2,9: diuturni mores consensu utentium comprobati legern

imitantur.
74 Const. II 49. Vgl. D 43,1,2,3: ponuntur sub rubrica Unde vi.
75 Const. I 621 • Vgl. D 26,7,5,7: nec mutare formam antiquitus constitutam.
76 Const. I 612, II 5, II 45. Vgl. C 8,2,2: secundum edicti ... tenorern.
77 Const. I 16. V gl. D 1,5,9: In multis iuris nostri articulis .. .
78 Const. I 721, I 107, II 3 u. ö. Vgl. z. B. D 1,4,1,1: Quodcumque igitur imperator ...

statuit ...
79 Const. I 95 2, 197, I 101, II 12 u. ö. Vgl. z. B. Nov. 43,1 pr: et sancimus ...
80 Const. I 7, I 24, I 391 U. ö. Vgl. z. B. D 47,12,3,4: edicto divi Severi continetur quo
mandatur ...
81 Const. I 35, I 93 2 • Vgl. Z. B. D 1,4,1,1: Quodcumque igitur imperator .. , decre-
vit ...
82 Const. I 37, I 45, I 46, I 733, I 93 1 , I 95 2 u. ö. Vgl. z. B. C 1,1 pr: in tali volumus
religione versari.
60 Anmerkungen

83 Const. I 991 z. B. V gl. C 1,2,23,1 pr: et earum exactionem longissimam esse censemus.
84 Const. I 8, I 75, I 77, II 42 u. ö. Vgl. z. B. D 1,4,1,1: quodcumque imperator edicto
praecepit ...
85 Const. I 45 z. B. Vgl. z. B. C 3,19,3: Valentinianus etc .... iubemus .. .
86 Const. I 51 z. B. Vgl. Nov. 44,2: Illud quoque praesenti adicimus legi .. .
87 Const. I 62, III 52. Vgl. C 12,59,5: si contra inhibita quoque sacratissimis constitutis
adspirare praesumpserint.
88 Const. I 10, I 921. Vgl. Nov. 43,1,3: Haec omnia prohibentes ...
89 Const. I 533. Vgl. z. B. D 50,17,3: eius est nolle, qui potest velle.
90 Const. I 1. Vgl. C 4,38,14: superiore lege cassata.
91 Const. II 17. Vgl. D 47,10,37 pr: tolli de medio ...
92 Const. I 1, I 731. Vgl. C 7,31,1,4: merito antiquari oportet ...
93 Const. I 1, I 80, II 32 u. ö. Vgl. Nov. 24,4: consuetudinem iam olim obtinentem ...
94 Const. I 1 z. B. V gl. D Const. Tanta 23: Leges ... suum optinere robur ... sanci-
mus.
95 Const. I 1, I 7. Vgl. D 24,2,11,1: finita est legis auctoritas.
96 Const. I 6 2. Vgl. C 9,9,29: quae iuris nexibus detinentur.
97 Const. I 1. Vgl. C 12,5,4: principalibus obsequiis inhaerere.
98 Const. I 1. Vgl. D 1,3,33: pro iure ... observari solet ...
99 Const. I 533. Vgl. D 29,7,14 pr: observationemque ... iuris ...
100 Const. 128, I 29. Vgl. Nov. 34,1: saluberrimam legern ...
101 Const. I 31.
102 Ebenda.
103 Const. I 1 z. B. Vgl. C 1,17,2 pr: Nostra quoque maiestas ...
104 Const. I 31.
105 C 6,61,7: Ut enim imperialis fortuna omnes supereminet alias
106 C 3,1,18: ab augusta fortuna ...
107 Const. II 46.
108 Const. I 7.
109 Const. II 3.
110 Nov. 143 z. B.
11l Const. I 15, I 40 2, III 28 u. ö. Vgl. C 3,1,16: ab imperiali culmine.
112 Const. 149, I 571 u. ö. Vgl. C 12,36,10: ad eosdem excellentia tua dirigi faciat.
113 Const. I 62. V gl. C 12,3,5: imperatoriam autem celsitudinem ...
114 Const. I 51. Vgl. C 11,75 un.: magnificentiae tuae ...
115 Const. III 9. V gl. C. Th. 7,7,2.
116 Const. III 30, III 45, III 60 u. ö. Vgl. C 11,40,3: serenitas nostra.
117 Const. I 2, I 6 2, I 7 u. ö.
118 Const. III 94: augustalis nominis titulo presignatum.
119 Const. II 16 z. B.
120 Const. I 18.
121 Vgl. z. B. C 1,3,33,1: ubi cis et beatitudinis honor debitus reservetur.
122 Const. I 2.
123 Const. I 48.
124 Const. I 36\ I 362 z. B.
125 Const. I 401.
126 Const. I 391.
127 Const. I 2 z. B. Vgl. C 1,14,8: legern a nostra dementia promulgandam.
128 Const. I 17, 148, III 60. Vgl. C 1,26,3: ad nostre mansuetudinis scientiam.
129 Const. II 8, III 35. V gl. C 3,24,3 pr: sacra nostrae pietatis ... oratio ...
Anmerkungen 61

130 Const. I 31. Vgl. I 1,2,6 und D 1,4,1. Siehe schon Brandileone S. 24 und Anm. 1.
131 Const. I 12, 1107, II 44. Vgl. C 1,14,12,1: tarn conditor quam interpres legum solus
imperator existimabitur.
132 Const. 126 z. B. Vgl. C Const. Cordi 4: hoc etenim nemini dubium est, quod, si
quid in posterum melius inveniatur et ad constitutionem necessario sit redigendum, hoc
a nobis et constituatur et in aliam congregationem referatur ...
133 Const. II 101: humanitate nobis suggerente sancimus. Vgl. Nov. 34,1: et hanc
legern communem omnibus esse, humanitate et pietate gaudentem. V gl. auch die über-
schrift zur Ekloge: XO(L E:m3~6p-&wa~<; d<; 1:0 qnAO(v-&pwrc6npov E:xn-&eraO(.
134 Const. I 731• Vgl. D 48,19,11 pr: plane in levioribus causis proniores ad lenitatem
iudices esse debent.
135 Const. I 731. Vgl. D 48,18,1,27: potes itaque decreti gratiam facere.
136 Const. II 17, II 33. V gl. D 1,3,25: Nulla iuris ratio aut aequitatis benignitas
patitur ...
137 Const. I 532, II 501.
138 Const. III 53. V gl. C 11,6,1: Perpensa deliberatione duximus sanciendum.
139 Const. III 41• Vgl. z. B. C 1,5,21: nostro indigentes oraculo
140 Const. I 14.
In Const. I 222•
142 Const. I 28.
143 Const. I 572, I 63. V gl. C 8,49,5: ante preces oblatas et sacros apices promulgatos.
144 Const. I 84, II 1. Vgl. C 1,11,8: praedium quidem vel domus sacratissimi iuribus
aerarii addicetur.
145 Const. III 30. Vgl. C 10,23,1: quae sacris largitionibus ex more penduntur.
146 Const. I 47: iuxta sacratissimas predecessorum nostrorum regum Sicilie et nostri
nominis sanctiones ...
147 Const. I 4.
148 C 9,29,3. Siehe schon Brandileone S. 31 und Anm. 2.
149 Const. I 1, 114, I 621. Vgl. z. B. C 1,5,4,7: In eos etiam auctoritatis nostrae aculei
dirigantur ...
150 Const. I 62.
151 Const. I 1: quamquam iudicii potestate alter alterum non excedat. Vgl. D 10,3,18:
quia ultra id, quod in iudicium deductum est, excedere potestas iudicis non potest.
152 Const. I 1.
153 Const. Prooemium.
15& Ebenda: divine provisionis instinctu provisione nostra; providentia divina -
providentes.
156 Const. I 62•
156 Const. II 501.
157 Const. III 41.
158 Const. III 41.
159 Const. I 48.
160 Const. II 24: divales veterum principum sanctiones; Const. I 47: sacratissime
predecessorum nostrorum sanctiones.
161 Const. I 1, I 382 mehrmals, I 43 u. ö.
162 Const. I 1.
163 Const. I 41.
16& Const. 130.
165 Const. IU 40.
166 Const. UI 39. Vgl. C 1,2,23.
62 Anmerkungen

167 Zur Kaiseridee Karls zuletzt Helmut Beumann, Nomen imperatoris. Studien zur
Kaiseridee Karls d. Gr., HZ. 185/1958 S. 515ff.
168 Siehe bes. Percy Ernst Schramm, Kaiser, Rom und Renovatio. Studien u. Texte
zur Gesch. d. röm. Erneuerungsgedankens vom Ende des Karolingerreiches bis zum
Investiturstreit, 2 Bde., Leipzig 1929.
169 V gl. schon Peter RafSow, Honor imperii. Die neue Politik Friedrich Barbarossas
1152-1159, München 1940.
170 Siehe AntonieJo.ft, Der Kaisergedanke in den Arengen der Urkunden Friedrichs 1.,
Münster 1930. (Diss.)
171 MicheIe Amari, Storia dei Musulmani di Sicilia vol. III 2, Catania 1939 2 , S. 783.
172 Const. I 13. Vgl. C. Th. 15,8,1: venerationi christianae legis
173 Const. I 8.
174 Const. I 32.
175 Const. I 622 : Indignum namque fore decrevimus ut sacratlssimum quisquam
iustltle mInIsterium pretii venalitate mercetur. Vgl. C 1,3,31: Nemo gradum sacerdotii
pretii venalitate mercetur.
176 Const. I 32.
177 Const. III 41.
178 Const. I 31: iustitiam ministrare; I 50: ut iura nostra ministrent.
179 C 1,3,31.
180 Const. I 44.
181 Const. I 31 mehrfach.
182 Const. I 33.
183 D 1,1,1,1.
184 Const. I 8 z. B.
185 Const. I 37.
186 Const. I 882 •
187 Const. I 89.
188 Const. I 63.
189 Vgl. Ernest-]oseph Tardif, Coutumiers de Normandie 1i:re partie: Le tres ancien
coutumier de Normandie, texte latin, Rouen 1881,2: Duce vel ejus capitali justicia[rio]
nesciente u. ö.
190 Siehe George Phillip.f, Engl. Reichs- und Rechtsgesch. seit der Ankunft der
Normannen im Jahre 1066 nach Christi Geburt, Bd. II, Berlin 1828, S. 48 u. ö. Vgl.
auch Ranulphus Glanvilla, Tractatus de legibus et consuetudinibus regni Angliae IX 8 § 4:
tunc decurrendum erit ei ad auxilium Regis vel Capitalis Justic.
191 Const. I 722 •
192 Const. I 55 2 • Vgl. C 2,37,2: intelligitis procuratorem meum ... adire vos de-
bere.
193 Const. I 55 2 , I 63. Vgl. C 2,37,2: praesente fisci patrono. Siehe auch Rudolf Hi.r,
Die Domänen der röm. Kaiserzeit, Leipzig 1896, S. 66 und Anm. 6.
194 Const. I 94, III 8. Vgl. C 10,1,5: Et ut omni provisionis genere occursum sit
Caesarianis ...
195 Const. I 902 • Vgl. C 3,26,9: ab actore rerum privatarum nostrarum.
196 Const. 1902 • Vgl. C 9,49,7: Nam si quid ... rationalis rei privatae ... fortassis
invenerit ...
197 Const. I 902 • Vgl. C 9,49,9,2: et pro ratiociniis proscribuntur.
198 Const. III 94.
199 C 1,14,8: tunc demum in sacro nostri numinis consistorio recitari.
200 Const. I 39 2 • Vgl. Nov. 35.
Anmerkungen 63

201 Const. 1552 • Vgl. D 1,18 De officio praesidis.


202 Const. I 622 • Vgl. C. Th. 6,28,2.
203 Const. I 953 • V gl. z. B. C 1,40,14: in civitatibus, in quibus sacra palatia aut praetoria
sunt.
204 Const. I 382 , I 47, I 953 • Vgl. z. B. C 1,3,33,1 pr und C 3,1,5.
205 Const. 147. Vgl. D 42,1,15,4: si forte iure ordinario coeperit ab eo res peti.
206 Const. 1402 •
207 Const. I 58. Vgl. z. B. C 3,4,1: In causarum delegationibus ...
208 Const. I 382 • Vgl. Z. B. D 49,1,1,3: cum maiorem iudicem appellare deberet.
209 Const. II 48. Vgl. D 49,1,1,3: et si quidem, cum maiorem iudicem appellare
deberet, ita erravit, ut minorem appellet ...
210 Const. II 22. Vgl. z. B. D 42,1,54,1: Is qui ad maius auditorium vocatus est .. .
211 Const. 147. Vgl. z. B. D 46,7,20: apud competentem appellationi iudicem .. .
212 Const. 195 1 • Vgl. Z. B. D 5,1,1: cuiusvis iudicis qui tribunali praeest ...
213 Const. 1953 • Vgl. D 1,3,12: is qui iurisdictioni praeest ...
214 Const. II 24. Vgl. C 5,33,1 pr: praetore ... qui ... cognitionibus praesidet.
215 Const. I 51. Vgl. D 1,22 De officio adsessorum.
216 Const. I 34, I 93 1 • Vgl. C 12,53ff. De apparitoribus etc.
217 Const. II 47 u. ö. Vgl. D 50,9,4,2: Sed etsi salarium alicui decuriones decreverint ...
218 Const. I 621 , I 84. Vgl. C 3,1,14,1 und C 2,28,1.
219 Const. II 43. V gl. D 3,3 De procuratoribus et defensoribus.
220 Const. I 83, I 84 u. ö.
221 Const. I 83 = C 2,7,14.
222 Const. I 84. Vgl. C 3,1,14,1.
223 Const. I 551 • Vgl. D 6,1,54: Inter officium advocationis et rei suae defensionem
multum est.
224 Const. I 84. V gl. C 2,7,9: qui in provincialibus iudiciis causarum patrocinium
profitentur.
225 Const. I 83. V gl. C 2,6 De postulando.
226 Const. II 2. Vgl. D 3,4,1,1: Quibus autem permissum est corpus habere collegii ...
proprium est . .. habere .. , sindicum.
227 Const. I 63. V gl. C 2,37 Si adversus fiscum.
228 Const. I 28, I 84, II 1. Vgl. D 49,14,15,6: ut tantam pecuniam in aerario iubeat
inferri.
229 Vgl. Heumann-Seckel, Handlexikon zu den Quellen d. röm. Rechts, Jena 19079 ,
Artikel aerarium.
230 Const. II 5. Vgl. D 48,19,9,6: quo in publico instrumenta deponuntur archivo.
231 Const. I 382 • Vgl. C 2,57,1: sub gestorum testificatione.
232 Const. I 51, II 1. Vgl. I 2,7,2: insinuari eas actis ... volebant.
233 Const. II 5. Vgl. C 8,54,31 : superfluum est privatum testimonium, quum

publica monumenta sufficiant.


234 Const. I 95 1 • Vgl. C 1,2,14,4: qui ... gesta confecerint.

235 Const. I 622 • Vgl. D 50,4,14,1: publicum munus dicitur quod in administranda re
publica ... subimus.
236 Const. III 41. Vgl. D 27,1,17,5: qui tune primum vocentur ad suscipiendum
officium.
237 Const. I 953 • Vgl. D 50,2,3,2: si habeat competitorem.
238 Const. III 43. Vgl. D 50,4,14 pr: Honor municipalis est administratio rei publicae
cum dignitatis gradu ...
239 Const. 149. Vgl. D 1,6,9: magistratum gerat.
64 Anmerkungen

240 Const. I 622 • V gl. D 50,4,9: Si quis magistratus in mUnlClplO creatus munere
iniuncto fungi detrectet, per praesides munus agnoscere cogendus est remediis, quibus
tutores quoque solent cogi ad munus, quod iniunctum est, agnoscendum.
241 Const. I 75. Vgl. C 3,12,2 und C 3,12,7.
242 Const. I 901 • Vgl. C 1,40,10; C 1,53,1,2; D 23,2,38 pr.
243 Const. 1901 und I 95 1 • Vgl. C 1,39,2.
244 Const. I 901 • Vgl. C 1,49,1 und Nov. 8,9. Siehe schon Brandileone S. 27 u. Anm. 2.
245 Vgl. Brandileone S. 79ff.-82, der nur weniges andeutet.
246 Const. I 24, I 28.
247 Const. I 612.
248 Const. III 27.
249 Ebenda.
250 Const. I 612.
251 Const. III 27.
252 Ebenda.
253 Const. III 26.
254 Const. I 7, III 32.
255 Const. I 16.
256 Const. III 2.
257 Const. III 34.
258 Ebenda.
259 Const. III 36.

260 V gl. C 1,3,37: Iubemus adscripticiorum creationes ... nisi dominorum possessio-
num .. . evidens concurrerit consensus, nullius penitus esse momenti.
261 Const. I 85.
262 Const. I 43.
263 Const. III 42• Vgl. D 29,5,16.
264 Const. I 28 mehrfach.
265 Const. I 43, I 49.
266 Const. I 50.

267 Siehe Jörs-Kunkel, Römisches Privatrecht (Enzyklopädie d. Rechts- u. Staats-


wissenschaft, hrsg. von Kohlrausch u. Pelers II), Berlin 19493, S. 75.
268 Const. II 45.

269 Const. I 901, II 45.


270 Const. I 85.
271 Const. I 521•
272 Const. I 85: Si res, que petitur, extimationem recipiat. Ceterum in hiis, que non
poterunt extimari . " quemadmodum causa status, et etiam rei sacre ... V gl. D 1,8,9,5:
Res sacra non recipit aestimationem.
273 Const. I 5.

274 Const. I 63: que consistunt in numero, pondere et mensura = D 12,1,2,1.


275 Const. II 7.
276 Const. III 27.
277 Const. III 38.
278 Vgl. D 29,5,16: partem sibi contingentem; D 30,16,2: Sed et si testator viriles
partes dari voluisset; D 11,1,20,1: quota ex parte fundum possideat.
279 Zum Beispiel Const. I 881 : certa fructuum quantitas; Const. II 7: fructus percipere;
Const. III 41 : quadruplum fructuum. Fructus im weiteren Sinne sind auch die usure
Const. I 62 , die utilitates und redditus Const. III 41, das emolumentum possessionum
Const. III 11.
Anmerkungen 65

280 Vgl. Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 83.


281 Const. III 28.
2SS Const. I 100: latitationem probare, videlicet, quod se specialiter animo et proposito
subterfugiendi iudicium absentaverit. Vgl. D 42,4,7,9: Latitatio animum et affectum
latitantis desiderat.
28S Const. I 14. Vgl. D 48,8,12.
2M Const. III 26. Vgl. D 35,1,10 pr: nondum nubilis aetatis
285 Const. III 26, III 30.
288 Const. II 24 u. ö. V gl. D 4,4 De minoribus vigintiquinque annis.
287 Const. II 7. V gl. C 6,26,7: intra pupillarem aetatem .. . constitutae filiae •••
288 Const. Prooemium. Vgl. D 4,4,7,5: per aetatis imbecillitatem •••
289 V gl. z. B. C 2,25,3; C 2,22,5 u. ö.
290 Const. II 42.
291 Const. II 42. Siehe schon Wilhe1m v. Brünneck, Sieiliens mittelalterliche Stadtrechte,
Halle 1881, S. 277.
292 Const. II 24. Siehe schon Brandileone S. 79 f.
293 Const. I 33 u. I 34. Vgl. z. B. C 3,14,1: Si contra pupillos, vel viduas ... et debiles
impetratum fuerit lenitatis nostrae iudicium.
294 Const. 134. Siehe Leopold Wenger, Institutionen d. röm. Zivilprozeßrechts, Mün-
chen 1925, S. 324.
295 Const. III 30: Minoribus qui etatis sue suffragio iuvari non possunt etc. V gl.
C 2,35,1: In criminibus quidem suffragio aetatis minores non iuvantur.
298 Const. II 42: Si delictum procedat ex animo. V gl. C 2,35,1: Sed quum delictum
non ex animo venit ...
297 Const. II 42: nisi quatenus mis~ratio etatis iudieem moverit. Vgl. D 4,4,37,1:
nisi quatenus interdum miseratio aetatis ad mediocrem poenam iudieem produxerit.
298 Const. III 27.
299 Const. II 42. Vgl. z. B. D 4,4,32: perfectam aetatem '"
800 Const. II 42, III 26. Vgl. z. B. D 28,1,5: excessisse annum ...
301 Const. II 7.
302 Vgl. Z. B. D 28,5,54: Si pupillus in suam tutelam pervenerit ...
302 Const. II 40, III 26.
804 V gl. Liutprand 117 I: Si infans ante decem et octo annos, quod nos instituimus,
ut sit legetima (!) etas ...
305 Const. II 42.
306 Const. I 14. Vgl. D 48,8,12.
307 Vgl. D 1,7,15,2: In adrogationibus cognitio vertitur, num forte minor sexaginta
annis sit qui adrogat, quia magis liberorum creationi studere debeat.
808 Const. II 40.
809 Const. I 75.
810 Const. I 34, II 34.
811 Const. I 75 u. ö.
312 Const. I 622 •
318 Const. II 34.
81' Const. I 75, I 82, II 34.
315 Const. I 75.
318 Ebenda.
317 Const. I 101 u. III 8.
318 Const. III 8.
819 Const. I 75: de contractibus et instrumentis conficiendis per notarios ...
66 Anmerkungen

320 Const. I 75.


321 Vgl. z. B. C 4,21,20.
322 Const. I 80.
323 Ebenda.
324 Vgl. z. B. C 4,21,19.
325 Const. II 19, II 20. Vgl. 14,13 De exceptionibus.
328 Const. II 42-II 44. Vgl. D 4,1 De in integrum restitutionibus.
327 Const. II 44. Vgl. C 4,29,16: ei per exceptionem Velleiani senatusconsulti succur-
ratur.
328 Const. I 26, II 45, III 6. V gl. D 22,6,3 pr: Plurimum interest, utrum quis de
alterius causa et facto non seiret, an de iure suo ignoret.
329 Const. III 4 1 • Vgl. D 50,17,76: vera et certa seientia ...
330 Const. II 44. Vgl. D 49,14,2,7: si ea persona sit, quae ignorare ... propter sexum
femininum ius suum possit.
331 Siehe Anm. 327.
332 Const. II 44. V gl. D 48,5,38,2: si sola iuris nos tri observatio interveniet, mulier ab
incesti crimine erit excusata.
333 fön-Kunkel, Röm. Privatrechts S. 109.
334 Const. II 42.
335 Const. I 26, III 11. Vgl. C 8,4,10: possessionis alienae detentoribus.
336 Const. I 94. Vgl. D 29,4,1,9: fingens sibi aliquem titulum ... possessionis.
337 Const. III 28. Vgl. D 41,3,33,3: Si mihi Titius possessione cesserit ...
338 Const. III 28. V gl. D 42,3,3: Is qui bonis cessit ...
339 Const. I 621, II 45. Vgl. D 42,8,1,2: vel alienationem vel quemcumque contrac-
turn ...
340 Const. 126. Vgl. D 37,11,2,9: ambulat enim cum dominio bonorum possessio.
341 Const. I 692 • Vgl. D 50,17,93: neque retinere neque reeipere neque apisei possessio-
nem.
342 Const. I 26.
343 Vgl. z. B. D 39,2,18,15: aut non admissus aut eiectus inde fuerit.
344 Const. I 26. Vgl. D 1,5,20: rei suae dominium retinet.
345 Siehe fiirs-Kunkel, Röm. Privatrechts S. 120.
346 Ebenda S. 138.

347 Usucapio Const. III 37, longi temporis prescriptio ebenda u. III 39.
348 Const. III 37. Vgl. C 7,33,12. über die Verjährung siehe schon Brandileone S. 81 u.
v. Brünneck S. 136 u. Anm. 2.
349 Const. III 37. Vgl. C 7,39,8 pr: Si quis emptionis vel donationis vel alterius
cuiuscumque contractus titulo rem aliquam bona fide per decem vel viginti annos
possederit ...
350 Vgl. C 7,33,12.
351 Const. III 38.
352 Ebenda.
353 Ebenda.
354 Ebenda.
355 Ebenda.

356 Vgl. C 7,40,2: absente suo adversario ... vel infantia vel furore laborante.
357 Const. III 37. Vgl. C 7,39,7.
358 Siehe fiirs-Kunkel, Röm. Privatrechts S. 138.
359 Const. III 37. Vgl. C 7,39,7.

360 Const. III 37. Vgl. C 7,31,1.


Anmerkungen 67

an Const. I 901. Vgl. C 7,39,7,6: iure emphyteutico rem detinuerit.


382 Const. III 37.
383 Const. I 932.
384 Const. I 531 •
385 Const. I 43.
386 Const. III 51.
387 Const. I 61. Vgl. C 4,32 De usuris.
383 Const. I 62.
369 Ebenda. Vgl. D 17,1,10,3: Sed et si pecuniam meam faenori dedit ...
370 Const. I 61. Vgl. D 22,2,6: Faenerator pecuniam ... dando ...
371 Justinian z. B. erlaubte 6%. Vgl. C 4,32,26,2.
872 Siehe JÖ"rs-Kunkel, RÖm. Privatrechts S. 183 u. Anm. 8.
378 Vgl. Prochiron XVI 14 u. Epanagoge XXVIII 2. Siehe schon Zechbauer S. 102f.
nach Zachariae v. Lingenthal, Gesch. d. griech.-röm. Rechts, Berlin 18923 , S. 312 u. Anm.
58 u. 59.
37& Vgl. X 5,19 De usuris c. 3 u. Const. I 61: Usurariorum nequitiam ... sanctorum
patrum sententüs condempnatam •.• Siehe schon Zechbauer S. 102f. u. Anm. 2 u. 3.
375 Const. I 61.
376 Vgl. Koran Sure 2 Vers 276: Allah hat das Verkaufen erlaubt, aber den Wucher
verwehrt. Sure 4 Vers 159: weil sie Wucher nahmen, wiewohl er ihnen verboten war.
877 Const. II 45. Vgl. I 3,13,2: obligationes ... aut ... ex contractu sunt aut quasi ex
contractu •..
378 Const. II 34. Vgl. C 4,38,15,1: sive in scriptis sive sine scriptis contractus celebretur.
879 Siehe unten S. 29 u. S. 26.
880 Vgl. z. B. D 32,38 pr.
881 Const. II 7.
881 V gl. D 50,12,3 pr: Pactum est duorum consensus atque conventio.
883 Vgl. D 2,14,1,2: est pactio duorum pluriumve in idem placitum et consensus.
38& V gl. Anm. 382.
885 Vgl. C 1,2,22,1: amicabili compositione ..• optinere.
888 Vgl. D 2,15 u. C 2,4 De transactionibus.
887 Const. I 84, I 105.
888 Const. II 16. Vgl. D 50,16,230: transactione composita •..
389 Const. I 732• V gl. C 1,2,22,1: iudiciali termino vel amicabili compositione
optinere.
390 Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrechts S. 197 Anm. 3.
891 Const. II 16. Vgl. D 2,15,1: Qui transigit, quasi de re dubia et lite incerta neque
finita transigit.
392 Const. I 56, I 721, II 45, III 51. Vgl. D 2,15 u. C 2,4 De transactionibus.
398 Const. I 18. Vgl. 14,13,9 u. 10.
89& Vgl. 14,13,9.
895 Vgl. I 4,13,10.
396 Const. I 67.
397 Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrechts S. 220.
398 Const. I 61. Vgl. D 12,1,2 pr: Mutuum damus recepturi non eandem speciem quam
dedimus.
899 Const. I 67, I 901. Vgl. C 8,14,17: pecuniam quam a te mutuo accepit.
'00 Const. I 67, III 90.
&01 Const. II 34. Vgl. Nov. 73, 1 u. 2 u. Nov. 73,8.
&02 Const. 1382, I 86, II 43.
68 Anmerkungen

403 Vgl. C 10,36 De praebendo salario. Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 225.
404 Siehe ebenda S. 226.
"05 Const. 1902 •
"06 Ebenda: in necessitates vel utilitates nostras ... expendant.
"07 Vgl. C 3,31,12: expensis ... necessariis et utilibus u. ö.
"08 Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 230.
409 Siehe ebenda. Der Streit um Interpolation oder Nicht-Interpolation der Stellen
C 4,44,2 u. 8 spielt in unserem Zusammenhang keine Rolle, da nur die Frage, ob römisch
oder nicht römisch, hier von Wichtigkeit ist.
410 Const. I 882, III 11.
411 Const. II 44: cum ... enormiter lese probantur.
412 Const. III 49.
413 Vgl. D 21,1,32: Venditor de morbo vitiove ... praedicere iubetur.
m Const. I 62\ I 87, III 28.
m Const. I 87.
416 V gl. C 11,70 De locatione praediorum civilium vel fiscalium. Siehe schon Brandileone
S. 80 u. Anm. 3.
m Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 237.
418 Const. I 881 •
m Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 237.
420 Ebenda S. 237 f.
421 Const. I 881 •
422 Const. I 87. Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 238.
"23 Const. I 87. Siehe Rudolf His, Die Domänen der römischen Kaiserzeit, Leipzig
1896, S. 103.
424 Const. 1662 • Siehe Erwin Seidl, Röm. Privatrecht, Erlangen 1949, S. 77.
425 Const. III 46. V gl. D 17,2,5: Societates contrahuntur ...
426 Const. III 29. Vgl. D 19,4 De rerum permutatione.
427 Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 245.
428 Const. III 10, III 29.
429 Const. II 8, II 45.
430 Siehe unten, bes. S. 26 u. 29.
"31 Const. I 24.
432 Vgl. z. B. C 5,4,27 u. C 6,58,12,2.
433 Siehe Jörs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 273.
"3" Vgl. C 1,9,6.
435 Const. III 23 2 • Vgl. auch Ryccardi de S. Germano Chronica a cura di Carlo Alberto
Garuft, Bologna 1937 (RIS VII 2), zu 1233 S. 187.
436 Const. III 22.
437 Siehe Karl Eduard Zachariae v. Lingenthal, Gesch. d. griech.-röm. Rechts, Berlin
18923 , S. 72.
438 Siehe förs-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 282.
439 Const. III 78.
440 Const. III 60. V gl. C 5,27 De naturalibus liberis et matribus eorum.
441 Const. III 60. Vgl. I 1,10,12: Nam nec hi patrem habere intelliguntur, quum his
etiam incertus est: unde solent filii spurii appellari.
442 Const. III 27 u. ö.
443 Const. II 27. Vgl. D 37,7 De dotis collatione.
444 Const. II 8.
U5 Hans Planitz, Germanische Rechtsgeschichte, Berlin 19443 , S. 89.
Anmerkungen 69

446 Siehe oben S. 22.


447 Const. III 27, III 28. Vgl. 2. B. D 31,77,20: quaecumque mihi supersunt ... de
maternis bonis.
U8 Const. III 27, III 28. Vgl. 2. B. D 37,10,3,7: pattern dimidiam hereditatis solam
sibi vindicet ex bonis paternis.
U9 Const. II 7. Vgl. D 26,1 De tutelis.
450 Const. II 42. V gl. D 26,1,1: Tutores autem sunt qui eam vim ac potestatem ha-
bent ...
451 Const. III 30. Vgl. D 34,3,28,9: an ad rationes reddendas heredibus teneatur.
452 Const. III 30. V gl. D 24,3,7 pr: qui deducta impensa supererunt.
453 Const. II 42. V gl. 2. B. C 2,25,3 u. C 2,22,5 u. ö.
454 Const. III 28. Vgl. D 50,16,208: ius successionis et non singulas res demonstrat.
455 Const. I 612. Vgl. C 6,58,14 pr: ab intestato successionibus.
456 Const. III 28. Vgl. D 32,32: bona eius ad fratrem ... devoluta sunt.
457 Const. III 28. Vgl. D 32,1,6: ad quos aliquid perventurum est morte eius.
458 Const. III 27. Vgl. D 29,2,84: si filius qui fuit emancipatus aut exter heres institutus
sit.
459 Const. I 61 2 •
460 Siehe Planitz, Germ. Rechtsgesch.3 S. 197.
461 Const. II 8.
462 Const. II 45.
463 Const. III 26. Vgl. D 5,2,6,1: ex his personis, quae ad successionem ab intestato
non admittuntur.
464 Const. III 27. Vgl. C 5,31,8: ab hereditatis successione ... repelli.
4ß. Const. I 612. Vgl. D 28,1 Qui testamenta facere possunt.
466 Const. III 52, III 29. Vgl. D 35,1,6 pr: qui ex ultima voluntate aliquid lucratur.
467 Const. III 29. Vgl. D 28,5,2: ut sie utraque institutio accipiatur.
468 Const. III 29. Vgl. D 28,6,1 pr: Heredes aut instituti dicuntur .. .
t69 Const. III 29. Vgl. 2. B. D 35,2,1 pr: Lex Falcidia ... quae ... liberam legandi
facultatem dedit.
470 Const. I 612.

471 Siehe schon Zachariae v. Lingenthal, Gesch. d. griech.-röm. Rechts S. 141.


472 Siehe fön-Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 346 u. 355.
473 Const. II 45, 111 29.

474 Const. III 29. Vgl. D 28,7,13: ei, qui ita hereditatem vel legatum accepit ...
47. Const. II 45.
476 Const. 111 26, 111 27.
477 Const. 111 27. V gl. Nov. 118,1: cuiuslibet naturae aut gradus. Siehe auch förs-
Kunkel, Röm. Privatrecht3 S. 315 Anm. 1 :zu § 199.
478 11 F 50 ed. Lehmann S. 173: et sie usque in infinitum ... Aber noch I F 8 S. 94:
Alii autem dicunt usque ad septimum gradum.
479 Glanvilla VII 3 § 1: recta linea descendens in infinitum.
480 Siehe Planitz, Germ. Rechtsgesch. 3 S. 197.
481 Const. III 26 . .Ähnlich Const. III 27: cuiuscumque sexus sint ...
482 GlanvilIa VII 3 § 6: quia generaliter verum est quod muHer nunquam cum masculo
partem capit in hereditate aliqua. Siehe auch Heinrich Mitteis, Lehnrecht u. Staatsgewalt,
Weimar 1933, S. 645f.
483 I F 8 ed. Lehmann S. 94.
48& Const. 111 26.
48. Const. 111 27.
70 Anmerkungen

486 Ebenda.
487 Siehe Brandileone S. 28ff.
488 Wilhelm v. Brünneck, Sieiliens mal. Stadtrechte, Halle 1881, S. 353 ff.
489 Fritz Zechbauer, Das mittelalterliche Strafrecht Siziliens nach Friedrich II. Con-
stitutiones regni Sieiliae und den sizilischen Stadtrechten (Berl. hist. Beitr., hrsg. v.
Josef Kohler, 12), Berlin 1908.
490 In Frage kommen das Recht der Ekloge u. des Prochiron. Siehe an neuerer Lite-
ratur Bernhard SinogowitZ, Studien zum Strafrecht der Ekloge, Athen 1956.
491 Const. I 1, I 62 u. ö.
492 Siehe Theodor Mommsen, Römisches Strafrecht (in: Systemat. Hdb. d. dt. Rechts-
wissenschaft, hrsg. v. Karl Binding I 4), Leipzig 1899, S. 10.
493 Const. I 13, I 106 u. ö.
494 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 9 Anm. 4.
495 Const. I 25, II 3 u. ö.
496 Const. I 28 u. ö.
497 Const. II 42. Vgl. C 10,8,1: Eius summae, quam tibi poenae nomine inflictam
probaturus es.
498 Const. I 107. Vgl. D 3,6,8: pro modo delicti poenam irroget.
499 Const. II 22. Vgl. D 17,2,71 pr: et si non fecisset, poenam sufferret.
500 Const. II 15. Vgl. D 48,1,5,1: an et si poenam subierit.
501 Const. III 92. Vgl. D 50,17,152 pr: aut in vis publicae, aut in vis privatae crimen
incidat.
602 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 85.
503 Const. I 12.
504 Const. III 49.
505 Const. I 23.
506 Const. III 11, III 50.
507 Const. I 12.
508 Ebenda.
509 Vgl. D 48,19,11,2: delinquitur aut proposito aut impetu aut casu
510 Const. II 39. Vgl. D 48,5,38,8.
5ll Const. I 14, III 89.
512 Const. III 89.
513 Const. III 87.
5U Const. III 49.
515 Const. II 501 •
516 Const. III 88.
517 Const. III 89. Vgl. D 48,8,7 u. D 9,2,31. Brandileone S. 33 u. Anm. 3 zitiert nur
D 48,8,7.
518 Const. III 73.
519 Const. III 11. Vgl. D 1,3,29: Contra legern facit, qui id facit, quod lex prohibet;
in fraudem vero, qui salvis verbis legis sententiam eius circumvenit.
520 Const. III 50. Vgl. D 34,9,11: in ea parte qua fraudem adhibuit.
621 Const. III 50. Vgl. D 4,3,1,2: Dolum malum Servius quidem itadefiniit machi-
nationem quandam alterius decipiendi causa.
522 Vgl. D 2,1,3: Imperium aut merum est, aut mixturn est.
523 Const. II 5. Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 159 u. Anm. 2.
524 Const. I 1, II 5 u. ö. Vgl. C 12,1,2: Neque famosis et notatis, et quos scelus aut
vitae turpitudo inquinat.
525 Const. II 5. Vgl. D 29,3,7: ut intervenientibus optimae opinionis viris aperiantur.
Anmerkungen 71

~21 Const. II 8, II 10, II 14. Vgl. D 48,19,5 pr: satius enim esse, impunitum relinqui
facinus nocentis, quam innocentem damnare.
527 Const. II 14, II 33. Vgl. D 48,19,5 pr.
528 Const. II 8. Vgl. D 48,1,12: ita ut innoxios dimittat, et nocentes, qui duriore
animadversione indigent, differat.
528 Const. I 521• Vgl. D 48,19,28,15: Famosos latrones in his locis ubi grassati sunt ..•
580 Const. 128. Vgl. D 47,10,17,13: si patris persona vilis abiectaque sit ...
581 Const. I 28.
582 Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 416.
528 Vgl. Nov. 90,1,1: ßocalivoLt; OCUTOUt; u7toxe'i:a.&ocL. Siehe Wenger, Institutionen d. röm.
Zivilprozeßrechts S. 284 Anm. 28.
584 Const. I 1, I 62 U. ö. Vgl. C 1,5,4,1: Ac primum quidem volumus esse publicum
crimen.
585 Const. 144, II 39. Vgl. C 1,5,4,4: Nam si in criminibus maiestatis licet ..•
528 Const. I 1, I 382 mehrmals. V gl. D 48,4,8: In quaestionibus laesae maiestatis
537 Const. I 1. V gl. D 48,4,11: sed qui perduellionis reus est .,.
528 Const. III 91. Vgl. Nov. 77,1,1.
589 Ekloge XVII, 2. Siehe Zechbauer S. 30 u. Anm. 6 u. 7.
MO Const. I 1.
541 Ebenda.
5&2 Ebenda. Vgl. C 1,5,4,1: volumus esse publicum crimen.
M3 Const. I 1 : ut vel ab Arrio Arriani, vel a Nestorio Nestoriani, aut a similibus similes
nuncupantur. Vgl. C 1,5,5 u. C 1,5,6.
5U Const. I 1 : si evidenter inventi fuerint a fide catholica saltim in aliquo articulo deviare.
Vgl. C 1,5,2,1: Haereticorum autem vocabulo continentur et latis adversus eos sanc-
tionibus succumbere debent, qui vel levi argumento a iudicio catholicae religionis et
tramite detecti fuerint deviare. Siehe schon Brandileone S. 29 u. Anm. 1.
M3 Const. I 2. Vgl. C 1,5,4 Nova Const. § Credentes.
5(6 Const. I 1.

547 Vgl. C 9,8,5,2: Denique iubemus etiam eos notabiles esse sine venia, qui pro
talibus umquam apud nos intervenire tentaverint.
048 Const. I 28. V gl. D 48,22,6,2: in homicidio . .. confessum ...
5" Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 613 Anm. 2.
550 Ebenda.
551 Const. I 14.
552 Const. II 39. Vgl. D 48,5,38,8.
553 Const. I 521 •
55& Ebenda.
555 Ebenda. Vgl. D 48,19,28,15: famosos latrones in his locis ubi grassati sunt ...
551 Const. I 8. V gl. C 8,4,1: inculpatae tutelae moderatione illatam vim propulsare
licet. Siehe schon Brandileone S. 32 u. Anm. 2; Zechbauer S. 46 u. Anm. 1, S. 47 u. Anm. 1.
557 Const. I 8. Vgl. D 43,16,3,9: Eum igitur, qui cum armis venit, possumus armis
repellere, et hoc confestim, non ex intervallo ... etsi deiectus quis fuerit, eundem
deiicere non ex intervallo, sed ex continenti; D 48,5,23,4: in continenti ... occidat.
558 Const. I 14. Vgl. bes. D 9,2,4,1: Lexduodecim tabularum furemnoctu deprehensum
occidere permittit, ut tarnen id ipsum eum clamore testificetur. Für germanischen
Ursprung des clamor an dieser Stelle jedoch Zechbauer S. 21 u. Anm. 1.
559 Const. II 33. Vgl. C. Th. 9,38,2.
580 Const. II 33. V gl. D 48,8 Ad legern Corneliam de sicariis et veneficis.
581 Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 635.
72 Anmerkungen

562 Const. III 72. V gl. D 48,8,3 pr: qui venenum necandi hominis causa fecerit vel
vendiderit vel habuerit . .. Siehe schon Brandileone S. 33 u. Anm. 1.
563 Const. III 70, III 73. Vgl. D 48,19,38,5: Qui abortionis aut amatorium poculum
dant ...
5e. Const. III 73. Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 639f.
565 Siehe ebenda S. 641f.
566 Const. I 16: qui ... vim vel iniuriam pati metuerint. Vgl. D 4,2,1: quodcumque
vi atroci fit, id metu quoque fieri videtur.
567 Const. I 18. Vgl. D 48,6,3,6: Eadem lege tenetur, qui hominibus armatis possesso-
rem domo agrove suo aut navi sua deiecerit expugnaverit.
568 Const. I 29. Vgl. D 47,9 De incendio ruina naufragio etc. Siehe schon Brandileone
S. 41 u. Anm. 1, Zechbauer S. 115 u. Anm. 4.
569 Const. I 50. Vgl. C. Th. 16,5,36,1 u. 2.
570 Const. 1221 • Vgl. C 9,13,1,2 u. Nov. 143. Siehe schon Brandileone S. 37 u. Anm. 1.
571 Const. I 21.
572 Const. 1222 • Vgl. C 9,13,1 pr: virginitas vel castitas corrupta.
573 Const. III 93.
574 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 665 u. Anm. 4.
575 Const. III 66. Vgl. C 9,22,14: Eum, qui celavit vel amovit testamentum .. .
576 Const. III 67. Vgl. D 48,10,26: Si quis patris testamentum aboleverit .. .
577 Const. III 62. Vgl. C 9,24,1 pr: Quoniam nonnulli monetarii adulterinam
monetam clandestinis sceleribus exercent; C 9,24,2: cudendae pecuniae studium
Siehe schon Brandileone S. 41 u. Anm. 3.
578 Const. III 63. Vgl. D 48,10,8: Quicumque nummos aureos raserit ...
579 Const. III 51.
580 Const. I 731 , II 50s, II 51. Vgl. D 49,14,29,1 pr: per delatoris corruptelam.
581 Const. I 73 1 •
582 Const. II 501• Vgl. D 49,1,19: Non iure profertur sententia, si ... contra leges ...
fuerit prolata.
583 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 681.
584 Const. III 92. Vgl. D 4,3,22: nam sufficit periurii poena.
585 Const. I 382, I 721, II 39.
586 Const. II 44. V gl. D 48,5,38,2: ab incesti crimine erit excusata.
587 Const. III 75.
588 Const. III 74. V gl. D 48,5,13,3: quia neque matrimonium ... violare permittitur ...
589 Const. III 76.
590 V gl. D 23,2,43,7: Lenas autem eas dicimus, quae mulieres quaestuarias prostituunt.
591 Const. III 77. Vgl. C 9,9,22: Si ea, quae stupro tibi cognita est, passim venalem
formam exhibuit, ac prostitutam meretricio more vulgo se praebuit, adulterii crimen in
ea cessat.
592 Const. III 79.
593 Const. III 79, III 84.
594 Const. III 84.
595 Vgl. z. B. C 1,4,12.
596 Const. III 79: Lenas sollicitantes alienam scilicet castitatem ... Const. III 84:
Lenas sollicitantes pudicitias uxorum, filiarum vel sororum et postremo quarumlibet
virginum, vel aliarum honestarum mulierum ... V gl. Mommsen, Röm. Strafrecht
S. 691. Siehe auch schon Zechbauer S. 97.
597 Const. I 421 •
598 Const. I 78.
Anmerkungen 73

1i88 Const. I 731 •


100 Const. I 54. Siehe schon Zcchbauer S. 69 u. Anm. 5.
801 Vgl. M011l11lscn, Röm. Strafrecht S. 739 u. 741.
802 Const. In 54.
802 Const. I 54.
GOI Siehe M011l11lscn, Röm. Strafrecht S. 760.
G05 Ebenda S. 762.
606 Const. I 5. Vgl. D 48,13,6 pr. Siehe schon Brandilcone S. 30 u. Anm. 3 u. 4.
607 Const. I4 = C 9,29,3. Siehe schon Brandilcone S. 31 u. Anm. 2.
608 Siehe M011l11lscn, Röm. Strafrecht S. 764.
609 Const. I 361 • Peculatus erwähnt auch Const. I 74.
610 Siehe M011l11lscn, Röm. Strafrecht S. 773ff.
611 Const. I 5. Vgl. D 48,13,6 pr: qui manu facta templum effregerunt. Siehe schon
Brandilcone S. 30 u. Anm. 3.
612 Vgl. z. B. D 47,17,1.
613 Const. I 44.
614 Const. I 14. Vgl. D 48,8,9. Siehe schon Brandilconc S. 32 u. Anm. 4.
615 Siehe M011l11lscn, Röm. Strafrecht S. 780f.
616 Const. In 86.
617 Siehe M011l11lscn, Röm. Strafrecht S. 785.
618 Const. I 17.
619 Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 791.
620 Const. I 56.
621 V gl. z. B. I 4,4,9: Atrox iniuria aestimatur vel ex facto ...
622 Const. In 42. Vgl. D 47,10,7,8. Siehe schon Brandileone S. 39 u. Anm. 1.
623 Const. I 30. Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 806f.
624 Ebenda S. 787.

825 Const. I 222 • Vgl. D 47,10,1,2: quum pudicitia attentatur.


628 Const. I 73 1 u. In 40. Vgl. D 47,10,11,7: diceremus omnino iniuriarum marito
adversus patronum cessare actionem.
627 Const. n 42. Vgl. D 43,29,3,11: dum suas suorumque iniurias exsequuntur.
628 Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 834.
629 Const. In 56. Ähnlich Const. In 55: si quidem laboribus vel fructibus dampnum
intulerint.
830 Const. I 27.
631 Const. I 44.
632 Const. I 13.
633 Const. I 27.
834 Siehe oben S. 26.
635 Vgl. D 9,2,39,1.
638 Const. In 54.
637 Ebenda.
638 Const. In 54, In 56.
639 Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 632.
840 Const. I 27.
641 Const. I 13.
842 Siehe M011l11lsen, Röm. Strafrecht S. 841 u. Anm. 1.
8(3 Const. In 87.

6" Siehe Schrocder-v. Künubcrg, Lehrbuch d. dt. Rechtsgesch., Berlin 19226 , S. 386.
6&5 M.G. Const. I Nr. 318.
74 Anmerkungen

646 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 856f.


647 Const. III 34.
648 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 860f.
649 Const. III 90.
650 Ebenda.
651 V gl. R yccardi de S. Germano notarii chronica MG. S S. XIX S. 341 zu 1221 : Impe-
rator ... Messane regens curiam generalern quasdam ibidem statuit ascisias observandas
contra lu so res taxillorum et alearum nomen Domini blasphemantes.
652 Vgl. derselbe (RIS VII 2) S. 113 zu 1224: Mense Madii inquisitiones nunt ... de
ludentibus ad taxillos.
653 Ebenda S. 94: licet eis non debeamus interdicere ludum ipsum ...
654 Const. I 14, I 21, II 39 u. ö. Vgl. z. B. D 48,19,29: Qui ultimo supplicio damnan-
tur ...
655 Const. III 87. Vgl. D 48,19,38,11: Miles ... poena capitis punitur.
656 Const. I 14, I 221, I 222 U. ö. Vgl. D 48,19,27,2: ut capitalem poenam meruisse
videantur.
657 Const. III 47. Vgl. C 9,18,5: supplicio ferietur.
658 Const. II 39. Vgl. C 4,40,4: capitali supplicio subiaceant.
659 Const. I 27, I 36 1 U. ö. Vgl. D 48,19,28,12: Incendiarii capite puniuntur.
660 Const. I 5. Vgl. D 3,1,1,6: qui capitali crimine damnatus est.
661 Const. I 14, I 221, III 87 u. ö.
662 Const. I 14. Vgl. D 48,13,6,1 pr: alios vero in furca suspendisse.
668 Const. III 49 .
• 84 Const. III 72.
665 Const. I 14: ultore gladio. Vgl. C 9,18,5: supplicium capitis feret gladio ultore
prostratus.
666 Const. I 1. Vgl. D 48,19,8,2: Hostes autem, item transfugae ea poena adnciuntur,
ut vivi exurantur.
667 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 591.
668 Siehe ebenda S. 1032ff.
669 Const. I 14: miles vel in superiori gradu positus ultore gladio penam sustineat
capitalem, inferiores furca suspensi ultimo supplicio subiungentur.
670 Siehe Schroeder-v. Künssberg, Lehrbuch d. dt. Rechtsgesch. 6 S. 831; Rudolf His,
Gesch. d. dt. Strafrechts bis zur Karolina (in: Hdb. Below-Meinecke Abt. UI), München
1928, S. 82.
671 Const. I 1.
672 Ebenda.
673 Const. I 221 •
674 Const. 120, 1221 •
675 Const. 129. Das römische Recht hat dafür eine andere Strafe. Siehe schon Brandileone
S. 41 u. Anm. 1.
676 Const. I 14.
677 Const. III 69. Vgl. D 48,8,3 pr. Siehe schon Brandileone S. 33 u. Anm. 1.
678 Const. I 361 • Vgl. C 9,28,1. Siehe schon Brandileone S. 41 u. Anm. 7.
679 Const. I 27.
680 Ebenda. Siehe schon Brandileone S. 40 u. Anm. 4. A. A. Zechbauer S. 29.
681 Const. I 24. Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 911 u. Anm. 4 mit Quellenstellen
aus dem röm. Recht.
682 Vgl. D 48,19,17,1 pr: Sunt quidam servi poenae, ut sunt in metallum dati et in
opus metalli. Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 946ff.
Anmerkungen 75

683 Const. III 86.


684 Const. III 63: personas eorum publicamus.
685 Const. I 10. Von Zwangsarbeit auf Zeit spricht auch Const. I 53 2 : designetur
condempnationis tempus.
686 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 658f.
687 Const. I 921 •
688 Const. III 72.
689 Vgl. D 48,19,8,6. Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 950 u. Anm. 6.
690 Const. III 86.
691 Const. I 532 •
692 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 956f.
693 Const. I 1.
694 Const. III 55.
695 Const. I 43.
696 Const. II 18: carceris custodie mancipari; Const. II 10: tradi custodie militibus;
Const. 1222 : custodie fideiussorum vel carceris deputari u. ö.
697 Const. II 10.
698 Ebenda.
699 Const. III 45.
700 Const. III 73.
701 Const. I 91 3 •
702 Const. II 10.
703 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 963.
704 Const. I 2.
705 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 965.
706 Vgl. Heumann-Seckel, Handlexikon zu den Quellen d. rörn. Rechts 9 , Artikel relegare.
707 Const. I 2.
708 Const. I 43.
709 Const. I 571 •
710 Const. I 43.
7ll Ebenda.
712 Const. I 74.

718 Const. In 43, In 92.


m Const. In 91.
710 Const. 111 84.
716 Const. 111 74.
m Const. I 74.
718 C. Th. 1,16,7.
719 Nov. 17,8: interminaberis eis et magnum damnum et manus amputationem.
720 Const. 111 93. Vgl. Ekloge XVII 14, Prochiron XXXIX 57. Auf die Ekloge weist
schon Zechbauer S. 30 u. Anm. 5 hin.
721 Const. I 13: rnanurn, eum qua percussit, amittat.
722 Vgl. Ekloge XVII 46: Ei Ile OUl( &7to&a.v1j 0 7tA1jye:l<;, Xe:~pOl(Om:LO"~w 0 1le:IlWl(w<;, Il~o
8AW<; !J.e:TOC ~lq>ou<; lloi)vOt:~ e..6A!J.1j0"e:v.
728Siehe Hans PlanilZ, Deutsche Rechtsgeschichte, Graz 1950, S. 167.
7IM Koran Sure 5 Vers 49 z. B.
725 Vgl. Ernest- ]oseph Tardif, Coutumiers de Normandie I 16 § 1. Siehe schon Hans
Niese, Die Gesetzgebung der normannischen Dynastie im Regnum Siciliae, Halle 1910,
S.167.
726 Const. 111 92.
76 Anmerkungen

727 Const. III 84.


728 Ebenda.
729 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 495.
730 Const. III 84.
731 Siehe Eberhard Frhr. v. Künssberg, Rechtliche Volkskunde, Halle 1936, S. 168.
732 Const. III 51.
733 Siehe v. Künssberg, Rechtl. Volkskunde S. 170. A. A. Zechbauer S. 111 u. Anm. 8.
734 Const. III 74.
735 Z. B. Ekloge XVII 4,11,13 u. ö. Bei Ehebruch Ekloge XVII 19:·O~X6lvyuvor.rxor.
xor.t 7topveu6lv, 'rutnea&6l ... &.llor.x'l"oc 8OO8exor..
736 Const. III 91. Ekloge XVII 2: yA6laaOX07tela&6l.
737 Const. III 84.
738 Const. III 74.
739 Ekloge XVII 23-27: PLVOX07te!a&6l. Siehe schon Zechbauer S. 30 u. Anm.9. Daß
der Ehemann diese Strafe selbst an der ungetreuen Frau vollziehen darf, wie Zechbauer
S. 92 u. Anm. 5 will, geht aus dem Text der Constitutionen nicht hervor. Es ist vielmehr
gesagt, daß er Klage erheben solle.
740 Siehe Zachariae-v. Lingentha/, Gesch. d. griech.-röm. Rechts S. 331.
741 Const. I 1. Vgl. I 3,1,5.
742 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 604.
743 Const. 12. Vgl. C 1,5,21.
744 Const. I 3. Vgl. C 1,5,21.
745 Const. II 5: si quando per diffinitivas sententias infamie macula notaverint aliquos
aut ipso iure vel pene macula pronuntiaverint esse nota tos. Siehe Mommsen, Röm.
Strafrecht S. 995 u. Anm.
746 Const. II 10.
747 Const. II 5.
748 Const. 111 90.
749 Ebenda.
750 Const. 143, I 901, III 41 u. ö.
751 Const. II 501.
752 Const. I 2.
753 Vgl. C 9,8,5,7.
754 Const. I 2. Eine Anklägerbelohnung, nämlich Erlaß der eigenen Strafe, erhält auch
der bannitus oder foriudicatus, der einen Geächteten verrät: Const. II 3.
755 Const. I 2.
756 Const. III 90: nec ad testimonium admittantur.
757 Const. I 382, I 958 •
758 Const. I 9()l.
759 Const. I 54.
760 Const. 111 45.
761 Const. I 62,111 42, III 55 u. ö.
762 Const. III 74.
763 Const. I 64.
764 Const. I 9.
765 Const. I 1, 11 22 u. ö.
766 Vgl. D 48,4,11.
767 Const. I 571•
768 Const. I 1.
769 Const. I 2.
Anmerkungen 77

770 Const. III 4 2 •


??1 Const. III 32.
772 Const. I 49.

773 Const. I 48. König Wilhelm hatte noch die Todesstrafe auf dies Verbrechen gesetzt:
Const. I 58. Vgl. schon Brandileone S. 31 u. Anm. 5.
m Const. I 48.
775 Const. III 45.

776 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 1006f.


7?? Const. I 6 2 •

??8 Const. III 55.


779 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 849 u. Anm. 5.
780 Siehe ebenda S. 1010 Anm. 5.
781 Const. III 74.
782 Const. I 43.
783 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 1010.
784 Const. I 9.
785 Const. III 41.
786 Const. II 6.
787 Nov. 134, c. 13.
788 Const. II 6.
789 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 1006.
790 Const. II 6.
791 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 1021.
792 Const. I 29. Vgl. D 47,9,1. Siehe schon Brandileone S. 41 u. Anm. 1.
793 Const. I 25. Vgl. C 9,33,2. Siehe schon Brandileone S. 40 u. Anm. 3.
794 Const. III 57. Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 849 u. Anm. 5 über die Strafe
der Quadruplation bei Wucher.
795 Const. III 41. Vgl. D 48,13,13: lege peculatus tenetur et in quadruplum dam-
natur.
796 Const. I 29: rapta in quadruplum restitui dominis debere mandamus.
797 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 1028.
798 Siehe S. 13 u. Anm. 192 u. 193.
799 Const. II 9, III 2. Vgl. D 34,9,21: Portiones quoque eorum fisco vindicantur.
800 Const. II 45. Vgl. C 10,37,1: fisco esse sociandum.
801 Const. I 661, I 86. Vgl. D 49,14 De iure fisci u. D 34,9,21: fisco vindicantur.
802 Const .... Vgl. D 47,12,3,5: poenam fisco inferri iussit.
803 Const. I 721, III 36. Vgl. D 49,14,15,6: ut in aerario iubeat inferri.
804 Const. I 84.
805 Const. I 16. Vgl. C 1,9,17: nostris largitionibus inferatur.
806 Const. III 30. V gl. C 10,23,1 : sacris largitionibus
807 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 1032.
808 Siehe S. 31 u. Anm. 669.
809 V gl. C. Th. 4,8,8.
810 Const. I 10: publicis operibus deputentur ad tempus.
811 Ekloge XVII 11, XVII 22, XVII 29.
812 Const. II 10: Custodiantur autem in curia iustitiarii carcerati suis expensis, vel, si
nimium pauperes sint, sub expensis curie.
813 Const. II 10.
814 Const. I 27.
815 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 405f.
78 Anmerkungen

816 Vgl. D 4,4,37,1: nisi quatenus interdum miseratio aetatis ad mediocrem poenam
iudicem produxerit.
817 Const. II 42.
818 Const. III 30.
819 Const. II 42: si delictum procedat ex animo.
820 Vgl. C 2,35,1: In criminibus quidem aetatis suffragio minores non iuvantur.
821 Const. II 44.
822 Const. II 39. Vgl. D 48,5,38,8: Si maritus uxorem in adulte rio deprehensam impetu
tractus doloris interfecerit.
823 Const. III 73 u. S. 29 Anm. I.

834 Const. I 95 2 : preter dampna, que per ipsum nobis aut subditis integre volumus
resarciri, transgressionis sue penam ... sustinebit.
825 Const. III 68. Siehe schon Zechbauer S. 107.

826 Const. III 7.


827 Const. III 49.
828 Const. III SI.
829 Const. III 7.
830 Const. III 84.
831 V gl. z. B. Ekloge XVII 11 u. 13.
832 Siehe Rudolf His, Das Strafrecht d. dt. Mittelalters, Teil 1, Leipzig 1920, S. 382ff.
833 Const. I 32.
8M Const. II 17.
835 Const. I 59.

836 Const. II 38.


837 Siehe Brandileone S. 49.
838 Const. II 18.

839 Ebenda.
840 Const. I 692 •
841 Const. II 17.
842 Ebenda.
843 Const. I 65.
844 Const. I 3I.
845 Const. II 17.
846 Siehe z. B. Leopold Wenger, Institutionen d. röm. Zivilprozeßrechts, München 1925,
S.102.
847 Const. I 63, I 65, I 721, I 103 u. ö.
848 Const. I 25, I 69 2 •
849 Ebenda.
850 Const. II 2I.
851 Const. I 85.
852 Const. I 97, II 17, II 52.
853 Const. II 18.
854 Const. II 42.
855 Const. I 931, I 1041 •
856 Const. I 1041 •
857 Const. I 931 •
858 Const. I 692 •

859 Causam movere: Const. 11 22, 11 36; litern movere: Const. I 1041 ; questionem
movere: Const. I 63, I 733 •
860 Const. II 36.
Anmerkungen 79

861 Const. I 16.


862 Const. I 96.
868 Const. I 4()S, I 44.
864 Const. I 8, I 621, I 951.
865 Const. I 382 •
868 Const. 11 24.
867 Const. 111 51: Arbitria etiam ex compromisso super predictis facta nulla censemus,
cum de eis constitutione nostra certis personis, magistro iustitiario et iustitiariis, omnis
cognitio sit delata.
868 Const. I 81.
869 Const. 11 18. Siehe schon Brandi/eone S. 51.
870 Siehe tI. Satligny, Gesch. d. röm. Rechts im Mittelalter Bd. V 2 S.205.
871 Const. 11 16.
872 Const. I 98.
873 Const. I 97 u. I 98.
87& Siehe Wenger, Institutionen S. 264.
875 Const. I 98.
876 Vgl. D 39,2,4,6 u. D 25,3,1 mit Beispielen dafür. A. A. Brandi/eone S. 51.
877 Const. I 98: Litteras citatorias in limine domus poni iubemus.
878 Const. I 97: quodlibet edictum aliud citatorium etiam sine scriptis fiat.
879 Const. I 388, I 931.
880 Const. 1382 , 1402.
881 V gl. D 2,8,8,5: ne quis vexandi magis adversarii causa ... in municipium evocet.
882 Const. I 97: In quibus litteris debet dilucide contineri, coram quo, et a quo, et
de qua re, ac cuismodi querimonia deferatur.
883 Const. I 98: et ex tunc triginta vel quadraginta die rum tempus ... continuum
numeretur. Siehe Wenger, Institutionen S. 268.
884 V gl. C 6,30 De iure deliberandi.
885 Const. 11 18. Siehe schon Brandi/eone S. 52.
886 Const.II 1, II 22. Vgl. D 26,10,7,2: sui copiam perseverant non facere.
887 Const. I 75. Vgl. D 48,17,1,1: ut copiam sui praestet.
888 Const.II 18. Vgl. D 2,11 Si quis cautionibus in iudicio sistendi causa factis non
obtemperaverit.
889 Const. 11 34. Vgl. D 13,7,6: idonea cautela .•. ei praestanda.
890 Const. 11 10, 11 18.
891 Const. 11 18. V gl. C 9,4,6,3.
892 Const. 11 18. Vgl. C. Th. 9,40,19.
893 Const. I 98.
894 Const. I 97 u. ö. Siehe schon Brandi/eone S. 50 mit Hinweis Anm. 2 auf Formulae
magnae curiae ed. Winke/mann, die Beispiele für eine peremptorische Ladung im König-
reich Sizilien bringen.
895 Const. 197 u. I 98. Vgl. D 42,1,53,1: Contumax est, qui tribus edictis propositis
vel uno pro tribus, quod vulgo peremptorium appellatur, litteris evocatus praesentiam
sui facere contemnet.
896 Const. I 992 • Siehe schon Brandileone S. 58 u. Anm. 3.
897 Const. I 102. Siehe schon Brandi/eone S. 59.
898 Const. I 1041.
899 Vgl. I 4,16,1: Haec autem omnia pro veteri calumniae actione introducta sunt,
quae in desuetudinem abiit, quia in partem decimam litis actorem multabat ... u.
Nov. 112,2. Siehe schon Brandi/eone S. 60 u. Anm. 3.
80 Anmerkungen

800 Const. II 36. Vgl. D 2,14,27,5: per exceptionem mihi opponendam.


801 Const. II 19. Vgl. D 7,9,7 pr: si obiiciatur exceptio. Siehe über die Einreden schon
Brandileone S. 53.
902 Const. II 25. Vgl. I 4,13,8: appellantur autem exceptiones aliae perpetuae et
peremtoriae, aliae temporales et dilatoriae.
903 Const. II 18.
90& Ebenda. Vgl. C 3,11 De dilationibus.
905 Const. I 18. Vgl. D 18,5,3: quia bonae fidei iudicio exceptiones pacti insunt.
908 Const. I 18. Vgl. D 44,2 De exceptione rei iudicatae.
907 Const. II 21. Vgl. C 3,8,1: etsi super status causa cognoscere non possit. Siehe
schon Brandileone S. 53 u. Anm. 4.
908 Const. I 97. Ahnlieh Const. I 98.
909 Const. II 18.
910 Const. III 51.
911 Const. II 45. Vgl. z. B. C 2,14,2.
912 Zum Beispiel Const. I 102: lite nondum in iudicio contestata ... ; Const. I 100:
Si quis post litern contestatam ... ; Const. I 992: ante litern contestatarn ... ; Const. I 102:
Lite vero super actione reali contestata ...
913 Const. 1.105. Das römische Recht erlaubte dagegen im Zivilprozeß transactiones
auch nach der Litiskontestation. Siehe schon Brandileone S. 63.
914 Const. I 992 u. I 100.
915 Const. II 18.
918 Vgl. C 3,1,14,1.
91? Const. I 65.
918 Const. I 28, I 61 2, II 5. Vgl. D 40,9,14,5: et hoc dilucidis probationibus fuerit
approbatum.
919 Const. II 36. Vgl. C 4,19,4: ex quibuscumque aliis legitimis probationibus osten-
ditur.
920 Siehe schon Brandileone S. 56.
921 Const. I 18, I 82.
922 Const. I 82. Vgl. C 8,18,11: nisi forte probatae opinionis trium virorum
subscriptiones ...
923 Const. I 18.
92& Const. I 18, 1101, II 36. Vgl. D.22,5,3 pr: Testium fides diligenter examinanda est.
925 Const. I 18, I 82, I 101, II 36.
928 Deponere: Const. I 18; depositio: Const. I 75, II 35. Vgl. C 2,59,1,1: nisi prius ..•
deponant u. C 2,43,3: per testium depositiones.
927 Const. II 21. V gl. D 22,5,8: inviti testimonium dicere non coguntur senes.
928 Const. III 65. V gl. C 6,23,20: falso adstruere.
929 Const. II 21.
930 Const. I 34, II 32. V gl. D 22,5,23: Produci testis is non potest ...
931 Const. II 32. Siehe Wenger, Institutionen S. 284.
932 Const. II 32.
923 Const. I 82.
931 Const. I 101: communis iuris probatio exigatur, per autentica instrumenta videlicet,
per testes fide dignos et omni legittima exceptione maiores.
935 Const. I 80. Vgl. C 1,17,2,22 über die Schrift derjenigen, die Gesetze niederzu-
schreiben haben: qui in flosterum leges nostras per siglorum oscuritates ausi fuerint
conscribere. Omnia enim ... per consequentias litterarum volumus, non per sigla
manifestari.
Anmerkungen 81

936 Const. II 44: vel si instrumenta edenda per fragilitatem sexus ignorantes non edant.
937 Vgl. C 4,2,17 u. Nov. 73,5. Siehe schon Brandileone S. 56 u. Anm. 4.
938 Const. I 82.
839 Const. II 34.
940 Siehe oben S. 49.
941 Const. II 26. Vgl. C 2,43,3: per sacramenti religionem ... asseverasti ...
942 Const. II 26 Rubrica. Vgl. D 11,1 De interrogationibus in iure faciendis.
943 Const. II 25. Vgl. D 44,1,2,1: Replicationes nihil aliud sunt quam exceptiones u.
D 44,1,2,3: Sed et contra replicationem solet dari triplicatio.
944 Const. I 391 • Vgl. D 22,4,1: quibus causa instrui potest.
945 Const. 147. Vgl. D 2,14,40,1: nullo alio de principali causa discusso
946 Const. I 51. Vgl. D 49,1,5,4: Si quis ... inter acta ... appellavit ...
947 Const. II 5. Vgl. C 8,54,31: superfluum est privatum testimonium, quum publica
monumenta sufficiant.
948 Const. II 5. Vgl. D 48,19,9,6: ne in eo loco sedeant, quo in publico instrumenta
deponuntur, archivo forte ...
949 Const. I 100. Vgl. D 42,1,36: si uni ex pluribus iudicibus ... de re non liqueat ..•
950 Const. I 47, I 107 u. ö.
951 Const. I 35, I 552, II 49 u. ö. Vgl. C 2,56,5 pr: sin autem pro actore calculus
poneretur ...
952 Const. I 47, III 42. Vgl. C 9,9,23,1: quemadmodum sententiam formare debeat.
953 Const. II 49. Vgl. Nov. 115,1: ut ... secundum eas leges negotium decidant.
954 Const. I 521 • V gl. Nov. 22 Epil.: causae decidantur.
955 Const. I 32. V gl. D 44,3,1: dies ... quibus ius Praetor reddit.
956 Vgl. C 7,44,3. Siehe schon Brandileone S. 57 Anm. 3.
957 Const. I 77.
958 Const. I 47, I 107. Vgl. D 42,1 De re iudicata, et de effectu sententiarum, et de
interlocutionibus.
959 Const. 147, I 107, II 32. Vgl. C 4,1,12 pr: vel in ipsa definitiva sententia.
959a Const. II 48. Vgl. C 7,62,34.
960 Const. I 100. Vgl. C 3,1,13,3 u. 4. Siehe schon Brandileone S. 58 u. 59 u. Anm. 1
zu S. 59.
961 Const. I 100. Vgl. C 7,72,9: mittet actorem in possessionem rerum eius iuxta
mensuram declarati debiti. Siehe schon Brandileone S. 59.
962 Const. I 100. Siehe schon Brandileone S. 59.
963 Const. I 100. Vgl. D 42,4,7,1: Qui fraudationis causa latitabit, si boni viri arbitratu
non defendetur, eius bona possideri vendique iubeo; u. C 3,1,13,3 u. 4. Siehe schon
Brandileone S. 59 u. Anm. 2.
964 Const. I 391 , I 532 , I 87. Vgl. C 3,1,13,3: per relationem .. .
965 Const. I 382 • Vgl. D 4,4,11,2: ad quam consultationem ... rescripsit .•.
966 Const. I 87. Vgl. C 7,61,1: ut, si forte relatio minus plena ... videatur ...
967 Siehe Wenger, Institutionen S. 295f.
968 Const. I 26, I 100 u. ö. Vgl. D 1,18,7: competenti remedio auxilium ferat.
969 Const. I 382, I 47, I 100, II 3 u. ö. Vgl. C 2,10,3: appellationis remedio ...
970 Const. II 48. Vgl. C 9,12,6: nec interposita provocatione sententiam ... suspendat.
971 Const. II 21. Vgl. D 2,12,10: in capitalibus autem tres dilationes dari possunt.
972 Const. II 48. Vgl. C 7,63 De temporibus et reparationibus appellationum.
978 Const. II 48. Vgl. D 49,6 De libellis dimissoriis, qui apostoli dicuntur.
974 Siehe Wenger, Institutionen S. 296.
975 Const. II 3.
82 Anmerkungen

976 Vgl. C 9,42,1: Supplicatione vero porrecta ...


977 Siehe oben S. 17 u. 23.
978 Siehe schon Brandileone S. 79f. u. v. Brünneck S. 277.
979 Const. II 43. V gl. D 4,4,8: Minor ... in integrum restitutionis auxilium implorabit.
980 Const. II 42: si facilitate -lesi probantur. Vgl. D 4,4,44: vel sua facilitate decepti;
D 38,17,2,41: ob ignaviam repulsi; C 2,22,5: etsi dolus adversarii non probetur.
981 Const. II 44. Vgl. D 26,10,3,18: qui ... ob simplicitatem remotus sit (seI. procu-
rator); C 4,29,9: beneficio munitam se ignorans; C 4,29,19: quod de intercessione
feminarum factum est; C 4,29,16: ei per exceptionem Velleiani senatusconsulti succur-
ratur.
988 Siehe Wenger, Institutionen S. 307 ff.
984 Const. 1382 • Vgl. D 19,2,15,5.
985 Const. I 382 : sub infrascripta forma litteras optinebunt; u.: ad quem huiusmodi
littere transmittuntur. Vgl. D 31,87,4: Paulus respondit post literas imperatoris
nostri dubitari non oportere.
986 Const. I 382 : iuratus ad te--optinere.
987 Const. 1391, I 53 2 • Vgl. C 3,1,13,3: per relationem '"
988 Const. 1382 • Vgl. D 4,4,11,2: ad quam consultationem ... rescripsit '"
989 Const. II 3. Vgl. C 9,42,1: Supplicatione vero porreeta .. .
990 Siehe Wenger, Institutionen S. 314ff.
991 Vgl. D 42,1,53,1: tribus edictis propositis vel uno pro tribus, quod vulgo perem-
torium appellatur. Siehe schon Brandileone S. 50.
992 Const. I 63: dato parti alLeri peremptorio termino. Const. I 931 : et erit quelibet
citatio baiuli peremptoria u. ö. Siehe schon Brandileone S. 50.
993 Const. II 19. Siehe schon Brandileone S. 53.
994 Const. II 23. Siehe schon Brandileone S. 53.
995 Const. II 24. Siehe schon Brandileone S. 55.
996 Const. II 24.
997 Vgl. Nov. 53,3,1: Sancimus igitur, dum admonitio oblata fuerit alicui, modis
omnibus offerri libellum, et non secundum antiquitatem decem solummodo dierum
habere eum qui admonetur indutias, sed duplices, hoc est viginti ... Siehe schon
Brandileone S. 52 u. Anm. 2.
998 Const. II 18.
999 Die Constitutionen sprechen selbst einmal von einer summaria cognitio, Const. 178.
Darauf weist schon v. Brünneck S. 302 hin.
1000 Siehe Wenger, Institutionen S. 237 ff.
1001 Vgl. 14,15,1 pr: de interdictis seu actionibus, quae pro his exercentur.
1002 Siehe Pauly-WiJ"Jowa, Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft
Bd. 9, Stuttgart 1916, unter interdictum.
1008 Siehe Wenger, Institutionen S. 317.
1004 V gl. S. 40 Anm. 899 z. B. übrigens interessierten sich schon die Normannen-
herrscher für das Interdiktsverfahren. Denn die Handschrift, die uns die vaticanischen
Assisen überliefert, enthält u. a. auch einen Traktat De interdictis: Siehe Brandileone S. 90.
über Versuche von Früheren, die Defensa irgendwie auf römisches oder byzantinisches
Vorbild zurückzuführen, vgl. Hans Niese, Die Gesetzgebung der normannischen
Dynastie im Regnum Siciliae, Halle 1910, S. 32 Anm. 4; neuerdings denkt an römisches
und ptolemäisch-ägyptisches Vorbild Ernst Kantorowicz in: Boll. del Centro di Studi Filol. e
Ling. Siciliani 3,1955 S. 1 ff.
1005 Vgl. Hilaire van Dae/e, Petit Dictionnaire de l'Ancien Fran9ais, Paris 1939, unter
defens.
Anmerkungen 83

1006 Const. I 18: a quibus vel pro quibus prohibitio fuerit inducta
1007 Const. I 16: eique ex parte imperiali prohibeat ...
1008 Const. I 18: E7t! -r0 ßeßcxLwacxL 't'lJ'I emn.&eLaCX'l XWAUaL'I. Ebenda: ~lL' 6)'1 ßeßcxLoiYrcxL
lj: e7tL-re.&ei:acx xWAuaL~. Const. I 19.: TcX~ em-rL.&e[Le'lcx~ xC1lAüaeL~ u. Ö.
1009 Const. I 16: TI)'1 -rOLCXUTI)'1 ~e'Peva(o'lcx u. Ö.
1010 Const. I 16: [Le-r<i 't'lJ'I em-rL.&e[LEV1)'1 CXU-rOL~ 7tOLvTJ'I. Const. I 18: ~L' 6)'1 lj 7tOLvl} ocu-ror~
e7te-re&t). Ebenda: lj'l(xoc cxu-ro! 't'lJ'I 7tOL'I-I)'1 em.&~(JC1laL'I u. ö.
1011 Siehe Wenger, Institutionen S. 242 u. das Beispiel im Text.
1012 V gl. Formulae magnae curiae ed. Eduardus Winke/mann (in: Acta imperü inedita I),
Innsbruck 1880, Nr. 954.
1013 Vgl. Formulae Nr. 984.
1014 Const. I 16: forsitan utpote bove ablato.
1015 Ebenda: Si vero ob causas - cum ceteris.
1016 Siehe Wenger, Institutionen S. 238.
1017 V gl. Formulae Nr. 954.
1018 Vgl. Formulae Nr. 984.
1019 Const. I 19: Imponens huiusmodi defensas iniuste '" Ebenda: quod ex defensa
etiam sie iniusta ...
1020 Zum voraufgehenden Interdiktverfahren siehe Wenger, Institutionen S. 238ff.
1021 Siehe schon S. 44 u. Anm. 1010.
1022 Vgl. Formulae Nr. 965.
1023 Vgl. Formulae Nr. 955.
1024 Const. I 19.
1025 Const. I 18.
1026 Ebenda.
1027 Const. I 16.
1028 Ebenda.
1029 V gl. Formulae Nr. 965.
1030 Const. I 18: post defensam eidern impositam ... Ebenda: a quibus vel pro quibus
prohibitio fuerit inducta ... Ebenda: De quibus omnibus camerariis et baiulis locorum,
cum ipsi defensas inducunt ... Vgl. Heumann-Seckel unter inducere u. imponere.
1031 Siehe schon v. Brünneck, Sieiliens mal. Stadtrechte S. XXIV.
1032 Statuten von Palermo c. XVII bei v. Brünneck S. 16.
1033 Statuten von Messina c. XLVI bei v. Brünneck S. 92f.
1034 Statuten von Patti c. XLI bei v. Brünneck S. 208.
1035 Const. I 16: per invocationem nostri nominis se defendat eique ex parte imperiali
prohibeat, ut ipsum offendere de cetero non presumat; Const. I 18: Si quis in posterum
nostri nominis invocatione contempta post defensam eidern impositam .,.
1036 Acta imperii inedita seculi XIII ed. Eduardus Winke/mann Bd. I, Innsbruck 1880 S. 407.
1037 Const. I 16: ut adversus aggressorem suum per invocationem nostri nominis se
defendat '"
1038 Griechische übersetzung der "Invocatio nominis" in den Pariser Handschriften.
1039 Siehe Wenger, Institutionen S. 308.
1040 Ebenda S. 313.
1041 Const. I 16: Quia tarnen sepe contingit, aggressoris in tantum supereminere
potentiam, ut si oppresso de iure se defendere liceat, de facto tarnen non possit ... per
invocationem nostri nominis se defendat ...
1042 Const. I 16: ex parte imperiali prohibeat; Ebenda: si defense imponantur ex
parte nostra; Forrnulae Nr. 965: de pe na sie iniuste sibi imposita pro parte curie;
Formulae Nr. 984: quantinus eidern ... ex parte irnperiali iniungatis expresse ...
84 Anmerkungen

1013 Acta imperii inedita S. 407: quos . .. non invocatio nostri nominis, non defensa,
non litterarum nostre securitatis ostensio defendere potuit.
10U Const. I 17.
1015 Ebenda: ut de defensis impositis per camerarios, baiulos et iudices supradietos
non ipsi, sed magister iustitiarius et iustitiarii nostri cognoscant; Formulae Nr. 954:
ut ... clamor ad imperialem curiam non feratur; Formulae Nr. 965: R. de ... exposuit
in imperiali curia nobis, quod 1. penam 10 untiarum imponens sibi iniuste .. Cum
igitur velit eum pena sie iniuste sibi imposita pro parte curie coram nobis in iuditio
convenire '"
1016 Siehe Wenger, Institutionen S. 317.
1017 Statuten von Palermo c. XXXIV bei v. Brünneck, Sieiliens mal. Stadtrechte S. 26.
1048 Siehe Hans Niese, Die Gesetzgebung der normannischen Dynastie im Regnum
Siciliae, Halle 1910, S. 32 Anm. 4 u. S. 35 Anm. 3.
1049 Siehe schon Karl Neumeyer, Die gemeinrechtliche Entwieklung des internationalen
Privat- u. Strafrechts bis Bartolus, 1. Stück, München 1901, S. 244: "Gewiß ist, daß das
fränkische Recht mindestens seit den Constitutionen als reines Adelsrecht auftritt".
1050 Siehe Wenger, Institutionen S. 173f.
1051 Vgl. C 2,59 u. Nov. 49,3. Siehe auch Wenger, Institutionen S. 322.
1052 Const. I 105, II 25, II 26. über das iuramentum de calumnia bei Friedrich II.
siehe schon Brandileone S. 55 u. Anm. 2.
1053 Siehe schon Brandileone S. 47 u. S. 54f.
1054 Siehe Wenger, Institutionen S. 323 über Sporteltarife des 5. u. 6. Jhdts.
1055 Const. I 731, I 85, II 47 u. ö.
1056 Const. I 85. Das Honorar der Advokaten war auch in spätklassischer Zeit geregelt:
Wenger, Institutionen S. 312 u. Anm.
1057 Const. II 4. Siehe Wenger, Institutionen S. 324.
1058 Const. II 47: Salarium autem predietum inter eas expensas computari censemus,
quas prestandas fore prescripsimus a victo vietori. Vgl. C 3,1,15 u. C 7,51,5: Clan
7t&:v't"oc 8I.KcxaTIjv tv 't"'ij &.7tO(P&:C1I.~ cxu't"ou )(e:Ae:6e:~v 't"ov ij't"'C"l).&ev't"cx 8~Mvcx~ 't"eX. 8cx7tcxv~!Loc't"oc.
Siehe schon Brandileone S. 57 f.
1059 Const. II 46. Vgl. D 4,3,18 pr: officio iudicis debet taxatione iusiurandum refrenari.
1060 Const. I 34. Siehe Wenger, Institutionen S. 324.
1061 Const. I 33, I 34.
1062 Const. II 18. Vgl. D 48,1,7: ita ex eo crimine, quod iudicii publici non fuit
1063 Const. II 17. Vgl. D 22,5,1,1: Adhiberi quoque testes possunt non solum in
criminalibus causis ...
10ßt Const. I 85, II 10, II 13. Vgl. D 38,2,14,2: Sed si minor quidem instituerit accusa-
tionem ...
1065 Const. II 1. Vgl. C 9,2,17,1 pr: Accusationis ordinem iam dudum legibus insti-
tutum ...
1066 Const. II 13. Vgl. D 48,2,18: solemnia accusationis non implevit.
1067 Const. 162, I 521 • Vgl. C 9,9,30: Quamvis adulterii crimen inter publica referatur,
quorum delatio in commune omnibus ... conceditur.
1068 Const. I 86. Vgl. D 4,4,38,1 pr: venditor denuntiationibus tutoribus saepe datis ...
1069 Const. 1401 • Vgl. D 11,6,1 pr: in renuntiatione ...
1070 Const. I 62, II 14. Vgl. D 37,14,10: Qui nomen detulit accusasse intelligendus est.
1071 Const. I 53" II 14. Vgl. C 9,9,30: nec inscriptionis vinculo contineri.
1072 Const. I 391 • Vgl. das Schema für die Anklage D 48,2,3 pr.
1073 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 385.
1074 Const. II 14. Siehe schon Brandi/eone S. 62.
Anmerkungen 85

1075 Const. I 97. Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 385.


1076 Const. II 19.
1077 Const. II 18.

1078 Const. II 2. Mommsen, Röm. Strafrecht S. 375 u. Anm. 5 weist darauf hin, daß in
Ausnahmefällen Frauen u. Unmündigen schon bei der Anklage Stellvertretung zu-
gebilligt werden konnte, u. erwähnt S. 374f., daß der Grundsatz, daß eine Stellvertretung
des Klägers oder des Beklagten im Kriminalprozeß nicht zugelassen sei, immerhin "nicht
erhebliche Ausnahmen" erkennen lasse. Anders Brandileone S. 63.
1079 Siehe oben S. 18.
1080 Const. II 2.
1081 Const. II 26.
1082 Ebenda.
1083
V gl. Mommsen, Röm. Strafrecht S. 377 u. Anm. 7 mit Quellenbelegen.
1084 Zum Beispiel Const. II 1.
1085
Ebenda.
1086 Zum Beispiel Const. II 18.
1087
Const. II 10.
1088 Const. II 1.
1089 Vgl. Mommsen, Röm. Strafrecht S. 439ff.
1090 Siehe oben Anm. 1081.
1091 Zum Beispiel Const. I 222 •
1092 Const. I 1, II 33.
1093 Vgl. Mommsen, Röm. Strafrecht S. 442 u. Anm. 2.
1094 Const. II 5.

1095 Const. I 28: ad tormenta personarum ipsarum ...


1096 Const. I 28: per que omnia si ff.
1097 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 406 u. Anm. 5.
1098 Const. II 49.
1099 Const. II 12. Siehe schon Brandileone S. 64.
1100 Const. II 1: Bona reliqua iuxta antiquam formam ff. V gl. D 48,17 De requirendis
vel absentibus damnandis. Siehe schon Brandileone S. 64.
1101 Siehe schon nach Brandileone S. 64 Anm. 1 D 47,17,1 u. D 47,17,4,2; C 9,2,6 u.
C9,40.
1102 Siehe auch schon Brandileone S. 65.
1103 Const. II 12. Vgl. D 48,2,11,2. Über die abolitio auch schon Brandileone S. 64 u.
Anm. 3, wo er D 48,16,1,8 zitiert.
1104 Const. II 10.
1105 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 473.
1106 Const. I 43.
1107 Const. I 60 1 •
1108 Siehe oben S. 19 u. 23.
1109 Const. II 12.
1110 Const. I 534 •
1111 Const. III 12.
1112 Const. II 14.
1113 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 496 u. Anm. 3 mit Quellenbelegen.
1114 Const. II 14. Vgl. C 9,2,17: cum calumniantes ad vindictam poscat similitudo
supplicii. Siehe schon Brandileone S. 37 u. Anm. 2.
1115 Const. I 521 •
1116 Const. I 53 4 U. II 10.
86 Anmerkungen

1117 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 501 u. Anm. 1 mit Quellenbeleg.


1118 Vgl. D 47,15 De praevaricatione.
1119 Siehe Mommsen, Röm. Strafrecht S. 501.
1120 Const. II 15.
1121 Siehe schon Brandileone S. 75 u. Anm. 3.
1122 G. Geib, Gesch. d. röm. Criminalprocesses bis zum Tode Justinians, Leipzig 1842,
S. 515ff. Brandileone S. 71.
1123 Brandileone S. 74.
1124 Const. I 532 : De specialibus autem ff.
1125 Const. I 1, I 28, I 521 , I 53\ I 53 2 • V gl. schon Brandileone S. 66. Die Unterscheidung,
die v. Brünneck zwischen den beiden Inquisitionsarten (S. 324) macht, scheint mir nicht
zutreffend.
1126 Const. I 532 : In quibus causis dandam vel negandam inquisitionis copiam ff.
1127 über sie Mommsen, Röm. Strafrecht S. 308 u. Anm. 1. Auch Brandileone weist S. 74
auf die Irenarchen hin.
1128 Const. II 5: Nos etiam magistro iustitiario ff.
1129 Vgl. Riccardi de S. Germano Chronica (RIS. VII 2) z. B. S. 189 zu Febr. 1225,
S. 204f. zu Febr. 1240, S. 212f. zu Jan. 1242.
1130 Const. II 1, II 5.
1131 Const. II 5.
1132 Ebenda: in archivo nostre curie fideliter custodiri.
1133 In dem oft zitierten Werk: Il diritto Romano nelle leggi Normanne e Sveve del
regno di Sicilia, Torino 1884.
1134 Const. Prooemium In quas - assumi.
1135 Gennaro Maria Monti, Lo Stato Normanno-Svevo. Lineamenti e ricerche, Trani
1945, S. 114ff.
1136 Ebenda S. 159.
1137 Ebenda S. 160.
1138 D 48,13,6 pr.
1139 Const. I 18 reperta - festinant = C 4,63,2: si id iudex repertum non vindicat,
tegere, ut conscius, criminosa festinat.
1140 Const. I 85 si - recipiat = D 1,8,9,5: Res sacra non recipit aestimationem.
1141 Consr. I 921 Culpam - pertinenti = D 50,17,36: Culpa est immiscere se rei ad se
non pertinenti.
1142 Der Nachweis wird im Quellenapparat der Edition geführt werden.
1143 Zum Beispiel Const. III 84 u. oben S. 39 über das Brandmarken des Kupplers,
während das römische Recht Brandmarken nur bei böswilligen Falschklägern bezeugt.
1144 Zum Beispiel Const. I 62 Totalkonfiskation bei Geldwucher, aber im römischen
Recht nach Mommsen, Röm. Strafrecht S. 849 u. Anm. 5 Quadruplation.
1145 Const. I 26. Siehe schon Brandileone S. 79.
1146 Siehe oben S. 43.
1147 Const. I 25.
1148 Ebenda.
1149 Const. I 26.
1150 Const. II 7.
1151 Const. II 7. V gl. z. B. C 6,26,7: intra pupillarem aetatem '" constitutae filiae.
1152 Const. II 7. Vgl. z. B. D 28,5,54: si pupillus in suam tutelam pervenerit.
1153 Const. II 7. Vgl. z. B. D 39,5,9,1: fructus perceptus in rationem donationis non
computatur.
1154 Const. II 7. Vgl. z. B. D 29,5,16: parte m sibi contingentem.
Anmerkungen 87

1l.65 Const. II 7. Vgl. z. B. D 25,3,7: nihil ei ... ex hoc praeiudidum generari respondi.
1l.68 Const. III 27.
1157 Ebenda.
1158 Ebenda.
1159 Ebenda. Vgl. z. B. D 38,10,1,5: Tertio gradu sunt supra proavus proavia.
1180 Const. III 27. Vgl. z. B. D 38,10,1,5: infra pronepos u. D 38,10,3 pr: Sexto gradu
sunt ... infra trinepos ...
1181 Const. III 27. Vgl. z. B. D 29,2,84: aut exter heres institutus sit.
1162 Const. III 27. Vgl. z. B. D 28,5,79 pr: bonorum matemorum libertum heredem
instituit, patemorum Titium.
1163 Const. III 27. Vgl. z. B. D 37,7 De dotis collatione.
1184 Const. III 27. V gl. z. B. D 30,16,2: Sed et si testator viriles partes dari voluisset ...
1165 Zechbauer S. 52 u. Anm. 3 weist hin auf Tardif I 50 De puellis.
1166 Const. I 23. Vgl. D 29,5,1,26: qui sub eodem tecto fuerunt, ... omnimodo punit.
1187 Const. 123. Vgl. D 29,5,1,27: quicunque eo Iod fuerunt, unde vocem exaudire
potuerunt, hi puniantur.
1188 Const. I 23. Vgl. D 29,5,3,8: Surdus quoque inter imbedllos numerandus est.
1169 Const. I 23. Vgl. D 29,5,3,6: Subvenitur Hs, qui eo tempore ... clausi ita fuerunt
sine dolo malo.
1170 Const. I 23. Vgl. D 29,5,3,7 u. 8: Ignosdtur etiam his qui aetate defecti sunt.
Surdus quoque inter imbedllos numerandus est.
1171 Siehe Haskins, The renaissance of the twelfth century S. 60: "The reign of
Frederiek II (1198-1250) carries us into a later period, but it is in large degree the cul-
mination of what precedes."
1172 Ernst Kanlorowicz, Kaiser Friedrich II., Berlin 1931 S. 176 (ohne Angabe der
Quelle).
1173 Willy Cohn, Das Zeitalter der Hohenstaufen in Sizilien. Ein Beitrag zur Entstehung
des modemen Beamtenstaates (Unters. z. dt. Staats- u. Rechtsgesch., hrsg. von Gierke,
134), Breslau 1925, S. 228.
1114. Carl A. Willemsen, Kaiser Friedrich 11. u. sein Dichterkreis, Krefeld 1947, S. 7,
13,41.
1175 Amari, Storia dei Musulmani di Sieilia III 2 S. 720.
1178 Ebenda S. 725.
1177 Ebenda S. 726.
1178 Ebenda S. 721/23.
1179 Ebenda S. 710.
1180 Ebenda S. 726.
1181 Ebenda S. 715.
1182 Ebenda S. 710.
1185 De arte venandi cum avibus ed. Carolus Amoldus WH/emsen, 2 vol., Lipsiae 1942.
1184 Amari, Storia dei Musulmani III 2 S. 715f.
1185 Siehe Haskins, The renaissance of the twelfth century S. 333.
1188 V gl. De arte venandi cum avibus ed. Carolus Amoldus Willemsen Prologus:
De multis vero, que narrat in libro animalium, didt quosdam sie dixisse, sed id, quod
quidam sie dixerunt, nec ipse forsan vidit, nec dieentes viderunt, lides enim certa non
provenit ex auditu.
1187 Ottonis Sanblasiensis Chronicon MG. SS. XX S. 325.
1188 Charles Homer Haskins, Studies in medieval culture, Oxford 1929, S. 311.
1189 De arte venandi I passim.
1190 Ebenda Prologus.
88 Anmerkungen

1191 Ebenda.
1192 Chronica fratris Salimbene de Adam MG. SS. XXXII S. 350. Ähnliches erzählt
übrigens Herodot von dem ägyptischen König Psammetich, Historiae II 2.
1193 Const. I 24.
1194 Salimbene Chronica S. 353.
1195 Ebenda S. 350f.
1196 Siehe Boömer-Ficker, Regesta Imperii I Nr. 1537 von 1224.
1197 Kaiser Konstantin Monomachos gründete 1045 die Universität Konstantinopel
als Rechtsschule. Siehe Cambridge Medieva/ History Vol. IV: The Eastern Roman Empire,
Cambridge 1927, S. 734.
1198 Siehe Böhmer-Ficker, Regesta Imperii I Nr. 1835 von 1230: qui sciant assisas
regis Rogeri avi nos tri, usus quoque et consuetudines tempore Rogeri, Guilelmi secundi
consobrini nostri generaliter in partibus ipsis obtentas.
1199 Siehe schon v. Brünneck passim.
1200 Const. III 42.
1201 Const. Prooemium.

1202 Siehe Neumeyer, Die gemeinrechtliche Entwicklung S. 255: "Wie wenig Raum
die Constitutionen einer Geltung der persönlichen Rechte gelassen haben, zeigt die
Literatur der Folgezeit."
1203 Ass. Vat. 1 (Ass. Cass. Prooemium) bei Monti, Lo Stato Normanno-Svevo S. 116.
1204 Const. I 79.

1205 Const. I 107. Vgl. C 1,14,12,1: Definimus autem omnem imperatoris legum
interpretationem ... ratam et indubitatam haberi.
1206 Const. I 97.
1207 Const. I 25: inter utrumque ius, Longobardum scilicet et commune, viam
mediam eligentes.
1208 Const. I 25.

1209 Const. Prooemium. Vgl. Aristoteles, Metaphysik III 8 (1012b 30 u. 31): ~crny&p
"t't. 0 &€1 Xl.V€'t TtX XLVOUt.LEWX, XIXt TC> 1tPWTOV )(1.\1013V cbdvl)'t'ov aUTO.

1210 Const. Prooemium. V gl. Aristoteles, Metaphysik VII 4 (1044a 18): 7tpw'"oJ ÖA1J u. ö.
1211 Const. Prooemium. Vgl. Aristoteles, Metaphysik XI 8 (1074a 30/31): "t"ZAO~ ~cr"t"O:L
7t&cr1J~ 'PopiX~.
1212 Const. Prooemium. Vgl. z. B. Aristoteles, Metaphysik VIII 8 (1050a 15 u. 16)
mit dem Gegensatz von ÖA1J u. e!i)o~.
1213 Const. Prooemium. Vgl. Aristoteles, De Mundo 2 (392a 28f): e:ho: 0 ljA(ou, xo:t
"t"e:Ae:U"t"oc.1:0~ 0 "t"-rj~ cre:A~V1J~ {LZXPL y'ii~ op(~e:"t"oc.L.
1214 Const. Prooemium. Vgl. Aristoteles, Metaphysik XI7 (1072b 7ff.): E~ &v&YX1J~
&poc. Ecr"t"tV GV, u. Metereologica I 2 (339a 19-24): E~ &v&YX1J~ ..•
1215 Const. III 48 De conservatione aeris, Const. III 72 De vendentibus venenum,
Const. III 45 De prohibendis medicis mederi sine testimonialibus litteris magistrorum,
Const. III 46 De medicis, Const. III 47 De sciropis et electuariis.
1216 Vgl. D 50,9,1: Medicorum intra numerum praefinitum constituendorum arbitrium
non Praesidi provinciae commissum est, sed ordini et possessoribus cuiusque civitatis,
ut certi de probitate morum, et peritia artis eligant ipsi, quibus se liberosque suos in
aegritudine corporum committant; C 10,52,10: Si quis in archiatri defuncti locum est
promotionis meritis aggregandus, non ante eorum particeps fiat, quam primis, qui in
ordine reperientur, septem vel eo amplius iudicantibus idoneus approbetur.
1217 Const. III 44.
1218 Const. III 46: per quinquennium studeat.
Anmerkungen 89

1219 Const. III 45. über die Prüfung u. Ordination durch die staatlichen Behörden
vgI. auch Petrus de Vinea, Epistolae VI 14. Siehe schon Zechbauer S. 163 u. Anm. 3.
1220 Const. III 47. Siehe schon Zechbauer S. 163 u. Anm. 2.
1221 Const. III 46: quod nullus studeat in medicinali scientia, nisi prius studeat ad
minus triennio in scientia logicali.
1222 Const. II 31.
1223 Const. II 31, n 32, II 34. Zu der Frage des Zweikampfes in den Constitutionen
von Melfi siehe auch Hermann Conrad, Das Gottesurteil in den Constitutionen von
Melfi Friedrichs 11. von Hohenstaufen (1231) (in: Festschrift Schmidt-Rimpler S. 9ff.),
Karlsruhe 1957.
1224 Const. n 33.
1225 Const. 1I 31.
1226 Ebenda.
1227 Const. II 33.
1228 Ebenda.
VERÖFFENTLICHUNGEN
DER ARBEITSGEMEINSCHAFT FÜR FORSCHUNG
DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN
VERÖFFENTLICHUNGEN
DER ARBEITSGEMEINSCHAFT FÜR FORSCHUNG
DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN

NATURWISSENSCHAFTEN

Friedrich Seewald, Aachen Neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Antriebsmaschinen
Friedrich A. F. S chmidt, Aachen Technischer Stand und Zukunftsaussichten der Verbrennungsmaschinen,
insbesondere der Gasturbinen
Rudo/f Friedrich, Mülheim (Ruhr) Möglichkeiten und Voraussetzungen der industriellen Verwertung der
Gasturbine
Wo/fgang Riezler, Bonn Probleme der Kernphysik
Fritz Micheel, Münster Isotope als Forschungsmittel in der Chemie und Biochemie
Emil Lehnartz, Münster Der Chemismus der Muskelmaschine
Gunther Lehmann, Dortmund Physiologische Forschung als Voraussetzung der Bcstgesraltung der
menschlichen Arbeit
Heinrich Krallt, Dortmund Ernährung und Leistungsfähigkeit
Franz Wever, Düsseldorf Aufgaben der Eisenforschung
Hermann Schenck, Aachen Entwicklungslinien des deutschen Eisenhüttenwesens
!vIax Haas, Aachen Die wirtschaftliche und technische Bedeutung der Leichtmetalle und ihre
Entwicklungsmöglichkeiten
Walter Kikuth, Dümldorf Virusforsch ung
Ro/f Danneel, Bonn Fortschritte der Krebsforschung
Wemer Schulemann, Bonn Wirtschaftliche und organisatorische Gesichtspunkte für die Verbesserung
unserer Hochschulforschung
Wa!ter WeiZel, Bonn Die gegenwärtige Situation der Grundlagenforschung in der Physik
Siegfried Strugger, Münster Das Duplikantenproblem in der Biologie
Fritz Gummert, Essen überlegungen zu den Faktoren Raum und Zeit im biologischen Geschehen
und Möglichkeiten einer Nutzanwendung
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Karl Ziegler, Mülheim (Ruhr) über Arbeiten des Max-Planck-Institutes für Kohlenforschung
Wilhe!m Fucks, Aachen Die Naturwissenschaft, die Technik und der Mensch
U"alther FlofJmann, Alünster Wirtschaftliche und soziologische Probleme des technischen Fortschritts
Franz Bol/enrath, Aachen Zur Entwicklung warmfester Werkstoffe
Heinrich Kaiser, Dortmund Stand spektralanalytischer Prüfverfahren und Folgerung für deutsche
Verhältnisse
Elans Braun, Bonn Möglichkeiten und Grenzen der Resistenzziichtung
earl Heinrich Dencker, Bonn Der Weg der Landwirtschaft von der Energieautarkie zur Fremdenergie
Herwart OpitZ, Aachen Entwicklungslinien der Fertigungstechnik in der Metallbearbeitung
Karl Krekeler, Aachen Stand und Aussichten der schweißtechnischen Fertigungsverfahren
Hermann Rathert, Entwicklung auf dem Gebiet der Chemiefaser-Herstellung
Wuppertal-Elberjeld
Wilhe!m Weltzien, Krefeld Rohstoff und Veredelung in der Textilwirtschaft
Karl Herz, Frankfurt a. M. Die technischen Entwicklungstendenzen im elektrischen Nachrichtenwesen
Leo Brandt, Düsseldorj Navigation und Luftsicherung
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krebses
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Entwicklung
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Thcodor Beste, Köln Der Leistungslobn
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Fortschritt
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mit Hilfe der Huoreszenzmikroskopischen Kinematographie
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Günther Schmälders, Köln Ökonomische Verhaltensforschung
Rudolf Wille, Berlin Mode1lvorste1lungen zur Behandlung des übergangs laminar - turbulent,
hergeleitet aus Versuchen an Freistrahlen und Flachwasserströmungen
Josef lvfeixner, Aachen Neuere Entwicklung der Thermodynamik
A. Gusta/S1on, Diter.on Wettstein Mutationsforschung und Züchtung
und Lors Ehrenberg, Stockholm
Josef Straub, Köln Mutationsauslösung durch ionisierende Strahlung
lvlartin Keulen, Aachen Neuere Versuche zur physikalischen Deutung technischer Magnetisierungs-
vorgänge
Günther Leibfried, Aachen Zur Theorie idealer Kristalle
W. Klemm, lv/finster Neue Wertigkeitsstufen bel den übergangselementen
H. Zahn, Aachen Die Wollforschung in Chemie und Physik von heute
Hmr; Car/an, Paris Nicolas Bourbaki und die heutige Mathematik
Harald Cramer, Stockho/'IJ Aus der neueren mathematischen Wahrscheinlichkeitslehre
Georg Melchers, Tübingen Die Bedeutung der Virusforschung für die modeme Genetik
Alfred Kühn, Tübingen über die Wirkungsweise von Erbfaktoren
Frlderic Llldwig, Paris Experimentelle Studien über die Distanzeffekte in bestrahlten vielzelligen
Organismen
A. H. W. Alen jr., AHu/erdal1J Die Anwendung radioaktiver Isotope in der chemischen Forschung
Hans Her/off Inhoffen,Braunschweig Chemische übergänge von Gallensäuren in cancerogene Stoffe und ihre
möglichen Beziehungen zum Krebsproblem
Rolf Danneel, Bonn Entstehung, Funktion und Feinbau der Mitochondrien
Max Born, Bad Pyrmont Der Realitätsbegriff in der Physik
Joachim Wüstenherg Der gegenwärtige ärztliche Standpunkt zum Problem der Beeinflussung
der Gesundheit durch Luftverunreinigungen
Palll Schmid/, München Periodisch wiederholte Zündungen durch Stoßwellen
Walter Kikuth, DiisseldQrf Die Infektionskrankheiten im Spiegel historischer und neuzeitlicher
Betrachtungen
R.Jung, Aachen Die geodätische Erschließung Kanadas mit Hilfe der elektronischen
Entfernungsmessung
H. E. Schwiete, Aachen Ein zweites Steinzeitalter ? - Gesteinshüttenkunde früher und heute
Horst Rothe, Karlsruhe Der Molekular-Verstärker und seine Anwendung
Roland Lindmr, Göteborg Atomkernforschung und Chemie, aktuelle Probleme
Paul Denzel, Aachen Technische Probleme der Energieumwandlung und -fortleitung
J. Cap"le Der Stand der Ingenieurausbildung in Frankreich
Friedrich Panse, Diisseldorf Klinische Psychologie, ein psychiatrisches Bedürfnis
Heinrich Kraut, Dortmund Die Deckung des Bedarfs an Vitaminen und Mineralstoffen in der Bundes-
republik
Max Haas, Aachen Neuzeitliche Erkenntnisse aus der Geschichte der Leichtmetalle
Wilbe!m Bischof, Dortmund Materialprüfung - Praxis und Wissenschaft
VERÖFFENTLICHUNGEN
DER ARBEITSGEMEINSCHAFT FÜR FORSCHUNG
DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN

GEISTESWISSENSCHAFTEN

Werner Richter, Bonn Von der Bedeutung der Geisteswissenschaften für die Bildung unserer Zeit
foachim Riller, Milniter Die Lehre vom Ursprung und Sinn der Theorie bei Aristoteles
f""/ K roll, Köln Elysium
Günther fachmann, Köln Die vierte Ekloge Vergils
Hans Erich Stier, Münster Die klassische Demokratie
Werner Caskel, Köln Lihyan und Lihyanisch. Sprache und Kultur eines früharabischen König-
reiches
Th01JJo.r Ohm, MiimJer Stammesreligionen im südlichen Tanganyika-Territorium
Georg Schreiber, l\lünJler Deutsche Wissenschaftspolitik von Bismarck bis zum Atomwissenschaftler
Otto Hahn
Walter Holtzmann, Bann Das mittelalterliche Imperium und die werdenden Nationen
IWerner Caskel, Köln Die Bedeutung der Beduinen in der Geschichte der Araber
Georg Schreiber, Münster Irland im deutschen und abendländischen Sakralraum
Pelcr Rassow, Köln Forschungen zur Reichs- Idee im 16. und 17. Jahrhundert
Hans Erich Stier, ]Vlünster Roms Aufstieg zur Weltmacht und die griechische Welt
Karl Heinrich Rengstorj, Münster Mann und Frau im Urchristentum
Hermann Conrad, Bonn Grundprobleme einer Reform des Familienrechtes
l\fax Brallbach, Bann Der Weg zum 20. Juli 1944 - Ein Forschungsbericht
Paul Hübinger, l\lünstrr Das deutsch-französische Verhältnis und seine mittelalterlichen Grundlagen
Franz Steinbach, Bann Der geschichtliche Weg des wirtschaftenden Menschen in die soziale Freiheit
und politische Verantwortung
Josef Koch, Köln Die Ars coniecturalis des Nikolaus von Kues
James B. Conanl, USA Staatsbürger und Wissenschaftler
Karl Heinrich Rengslorf, Münster Antike und Christentum
Richard Alewyn, Köln Klopstocks Publikum
FrilZ Schalk, Köln Das Lächerliche in der französischen Literatur des Ancien Regime
Ludwig Raiser, Bad Godesberg Rechtsfragen der Mitbestimmung
l\/artin Noth, Bann Das Geschichtsverständnis der alttestamentlichen Apokalyptik
Walter F. Schirmer, Bann Glück und Ende der Könige in Shakespeares Historien
Theodor Klauser, Bonn Die römische Petrustradition im Lichte der neuen Ausgrahungen unter
der Peterskirche
Hans Peters, Köln Die Gewaltentrennung in moderner Sicht
Frilz Schalk, Köln Calderon und die Mythologie
Josef Kroll, Köln Vom Leben geflügelter Worte
Thomas Ohm, Münster Die Religionen in Asien
Johann Leo Weisgerber, Bann Die Ordnung der Sprache im persönlichen und öffentlichen Leben
Werner CaJ'kel, Köln Entdeckungen in Arabien
l\!ax Braubach, Bann Landesgeschichtliche Bestrebungen und historische Vereine im Rheinland
Pritz S,halk, Köln Somnium und verwandte Wörter in den romanischen Sprachen
Friedrich Dessauer, Frank/urt a. M. Reflexionen über Erbe und Zukunft des Abendlandes
Thomas Ohm, Münster Ruhe und Frömmigkeit
Hermann Conrad, Bonn Die mittelalterliche Besiedlung des deutschen Ostens und das Deutsche Recht
J-Ians Sckommodall, Köln Die religiösen Dichtungen Margaretes von Navarra
Herbert von Einem, Bann Der Mainzer Kopf mit der Binde
Joseph HöfJner, Afiinster Statik und Dynamik in der scholastischen Wirtschaftsethik
Fritz Schalk, Köln Diderots Essai über Claudius und Nero
Gerbard Kegel, Köln Probleme des internationalen Enteignungs- und Währungsrechts
Johann Leo IVeisgerber, Bann Die Grenzen der Schrift - Der Kern der Rechtschreibereform
Richard Alewyn, Köln Von der Empfindsamkeit der Romantik
Tbeodor Schieder, Kölll Die Probleme des Rapallo-Vertrages. Eine Studie über die deutsch-russischen
Beziehungen 1922-1926
Andreas RIImpJ, Köln Stilphasen der spätantiken Kunst
Ulrich LIICk, Münster Kerygma und Tradition in der Hermeneutik Adolf Schlatters
Walther Hollzmann, Rom Das Deutsche historische Institut in Rom
Graf WoljJ MeIlernich, Rom Die Bibliotheca Hettziana und der Palazzo Zuccari Zu Rom
Harry WeJJermann, Münster Person und Persönlichkeit als Wert im Zivilrecht
Johann Leo Weisgerber, Bonn Die Namen der Ubier
Friedricb Karl Schllmann, Münster Mythos und Technik
Karl Heinricb RengstorJ, Münster Die Anfänge des Diakonats
Georg Schreiber, MÜllster Der Bergbau in Geschichte, Ethos und Sakralkultur
Hans J. WoljJ, Münster Die Rechtsgestalt der Universität
Heinrieh Vogt, Bonn Schadenersatzprobleme im Verhältnis von Haftungsgrund und Schaden
Max Braubach, Bonn Der Einmarsch deutscher Truppen in die entmilitarisierte Zone am Rhein
im März 1936. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des zweiten W'eltkrieges
Herbert von Einem, Bonn Die "Menschwerdung Christi" des Isenheimer Altares
Ern.,t Josepb Cohn, Landon Der englische Gerichtstag
Albert WOOpell, Aachell Die Zivilehe und der Grundsatz der Unauflöslichkeit der Ehe in der Ent-
wicklung des italienischen Zivilrechts
Karl Kerenyi, Ascona Die Herkunft der Dionysosrcligion nach dem heutigen Stand der Forschung
Herbert Jonkubn, Kiel Die Ausgrabungen in Haithabu und ihre Bedeutung für die Handelsgeschichte
des frühen Mittelalters
Stephan Skal",eit, Bonn Edmund Burke und Frankreich
UIrich S cbellner, Bonn Die Neutralität im heutigen Völkerrecht
Anton Moorigat, Berlill Archäologische Forschungen der Max-Freiherr-von-Oppenheim-Stiftung
im nördlichen Mesopotamien 1955
Joacbim Riller, Münster Hegel und die französische Revolution
Hermann Conrad lind Die Konstitutionen von MeH, Friedrichs H. von Hohenstaufen (1231)
Carl Arnold Willemsen, Bonn
Georg Scbreiber, lvIüns/er Der Islam und das christliche Abendland
Werner ConZe, .Müns/er Die Strukturgeschichte des technisch-industriellen Zeitalters als Aufgabe
für Forschung und Unterricht
Gerhord Heu, Heidelberg Zur Entstehung der "Maximen" La Rochefoucaulds
Frilz Scbalk, Köln Poetica de Aristoteles traducia de latin. Illustrada y commentado por Juan
Pablo Martiz Rizo (Erste kritische Ausgabe des spanischen Textes)
Ernst Lang/otz, Bonll Perseus, Dokumentation der Wiedergewinnung eines Meisterwerkes der
griechischen Plastik
Geo Widengren, Uppsola Iranisch-Semitische Kulturbegegnung in parthiseher Zeit
Jos~f M. Winlrieb, KorlSTllb. Zur Problematik der Grundrechte
Josef Pieper, Essen über den Begriff der Tradition
Waller F. Schirmer, Bonn Die frühen Darstellungen des Arthurstoffes
William Lloyd Prosser, Berkeley Kausalzusammenhang und Fahrlässigkeit
Jobann Leo Weisgerber, Bonn Verschiebung in der sprachlichen Einschätzung von Menschen und Sachen
Walter H. Bruford, Cambridge Fürstin Gallitzin und Goethe. Das Selbstvervollkommnungsideal und
seine Grenze
Hermanll Conrad, Bonn Die geistigen Grundlagen des Allgemeinen Landrechts für die preußischen
Staaten von 1794
HerberJ von Einem, Bann Asmus J acob Carstens, Die Nacht mit ihren Kindern
Paul Gieseke, Bad Godesi-erg Eigentum und Grundwasser
Werner Rieb/er, Bann Wissenschaft und Geist in der Weimarer Republik
Johann Leo IVeisgeroer, Bonll Sprachenrecht und europäische Einheit
0110 Kirchbeimer, Ne,., York Gegenwartsprobleme der Asylgewährung
Alexander Knllr, Bad Godesberg Probleme der Zugewinngemeinschaft
Helmul Coing, Frankfurt a. 1\f. Die iuristischen Auslegungsmethoden und die Lehren der allgemeinen
Hermeneutik
Andri GfOrge, Paris Der Humanismus und die Krise der Welt von heute
Harald "011 Pelrikovits, BOlln Das römische Rheinland. Archäologische Forschungen seit 1945
VERÖFFENTLICHUNGEN
DER ARBEITSGEMEINSCHAFT FÜR FORSCHUNG
DES LANDES NORDRHEIN-WESTFALEN

WISSENSCHAFTLICHE ABHANDLUNGEN

WoljgangPries/er,H.-G.Benneu'i/'{ Radiobeobachtungen des ersten künstlichen Erdsatelliten


lind P. Lengriißer, Bann
johann Leo JJf'eisgerber, Bann Verschiebung in der sprachlichen Einschätzung von Menschen und Sachen
Erich Met/lben, !ffarbllrg Die letzten Jahre des Nikolaus von Kues
Hans Georg Kirchbof!, Die staatliche Sozialpolitik im Ruhrbergbau 1871-1914
R011Jmcnkirchen
Giin/her fachmann, Köln Der homerische Schiffskatalog und die Ilias
Petcr i/ar/mann, Münster Das \'Vort als Name
All/on Moorigai, Berlin Archäologische Forschungen der Max-Freiherr-von-Oppenheim-Stiftung
im nördlichen Mesopotamien 1956
W"!(gallg Pries/er und Bahnbestimmungen von Erdsatelliten aus Doppler-Effekt-Messungen
Gerhard Hergenhahn, Bann
Harry Weslermann, !fliins/er Welche gesetzlichen Maßnahmen zur Luftreinhaltung und zur Verbesserung
des Nachbarrechts sind erforderlich?
Hermann Conrat! IIl1d Carl Gottlieb Svarez 1746-1796. Vorträge über Recht und Staat
Gerd Kleinheyer, Bann
Georg Schreiber, lIfiinster Die Wochentage im Erlebnis der Ostkirche und des christlichen Abendlandes
Günler BOlIdmann, BOIlll Melancholie und Musik
W. Gorrdt, Miinster Fragen der Philosophie. Ein Materialbeitrag zur Erforschung der Sowiet-
philosophie im Spiegel der Zeitschrift "Voprosy Filosofii" 1947-1956

SONDERHEFTE

fosef pjeper, Miinster über den Philosophie-Begriff Plawns


Waller Weizel, Bann Die Mathematik und die physikalische Realität
Gunther Lebmann, Dor/mund Arbeit bei hohen Temperaturen
Hans Kallf!monn, Köln Italienische Frührenaissance
18 neue Forschungssteilen im Land Nordrhein-Westfalen
\'V'issenschaft in Not