Sie sind auf Seite 1von 7

Wagner ist nicht der einzige Komponist in der Musikgeschichte, der

rassistische und, oder antisemitische Meinung hatte. Mozart ist


bekannt für sein rassistisches Verhalten zu den Negri, mit der Arie
vom Monostrato in dem Singspiel „die Zauberflöte“, der französische
Komponist Vincent d’Indy war in seinem späteren Leben einen extrem
Antisemiten worden, wie auch der russische Komponist
Mussorgski,usw....

Trotzdem hatte kein Komponist seine rassistische Meinung so stark


wie Wagner, daß er davon eine Ideologie aufbauen konnte, eine
Ideologie vom Hass, nicht nur gegen Juden und Judaismus sondern ist
auch eine Idee über ein Volk von den Übermenschen und den
deutschen Suprematismus, was viel oder wenig auf Adolf Hitlers
Ideologie einflüßten, und deswegen wurde Wagner eine indirekte, aber
kostspielige Verbindung zum Holocaust zugeschrieben.

1. Rassismus und Antisemitismus in Wagners Musik

Obwohl es leicht sein kann, Wagner für sein Gefühl der deutsche
Herrenrasse zu beschuldigen, war er nicht der erste, der stolz auf
seine Nationalität war. Während der Romantikepoche hat die
Ausbreitung des Nationalismus die Wahrnehmung begründet, dass die
eigene Nation besser ist, als andere Nationen. Der Nationalismus
diente als Katalysator für Nationalstolz und politische Bewegungen.
Die Leute zeigten dies auf viele verschiedene Arten, einschließlich
Musik. Nachdem Deutschland im neunzehnten Jahrhundert an dieser
nationalistischen Bewegung beteiligt war, wurde „Deutschtum“ zu
einem Ideal in der Musik, und viele Menschen „bevorzugten einen
deutschen Musikstil gegenüber französischen und italienischen
Vorbildern“.
In diesem Prinzip erschien Wagners Ideologie nicht nur in seinem
ordinären Leben, in den Gesprächen und Briefen mit seinen
Bekannten, in seinem Schreiben wie „das Judenthum in der Musik“,
sondern sogar auch in seiner Kompositionen.

a. Meistersinger aus Nürnberg

Der Meistersinger (ursprünglich 1845 geschrieben) wird häufig als


seine antisemitischste Oper angepriesen. In der Handlung stehen zwei
Hauptfiguren, Beckmesser und Walther von Stolzing. Laut Barry
Millington, Autor des Artikels mit dem Titel "Nürnberger Prozesse: Gibt
es Antisemitismus in" Der Meistersinger "?", Soll Beckmesser der
Inbegriff des Antisemitismus sein:
Die Charakterisierung von Beckmesser stützt sich direkt auf einen
gemeinsamen Fundus antisemitischer Stereotypen des 19.
Jahrhunderts, insbesondere auf die Beschreibung von Juden in
Wagners „Das Judentum in der Musik“ . Nach diesem konventionellen
Bild, der Jude schlurft und blinzelt, ist intrigant , argumentativ und
nicht zu trauen. Also schleicht Beckmesser in Akt II die Gasse hinter
dem Nachtwächter hinauf und humpelt und stolpert über die Bühne in
Akt III. Er blinzelt verlegen, als Eva sich beim Singwettbewerb von
seinem einschmeichelnden Bogen abwendet.

Millington gibt an, dass Beckmesser von Anfang an als Außenseiter


dargestellt wird und „im Verlauf der Oper schmerzhaft und grausam
auf seine Andersartigkeit aufmerksam gemacht wird“. In der Serenade
im 2. Akt, zum Beispiel, zeigt sich Beckmesser als „völlig unfähig, den
Text mit geeigneten musikalischen Phrasen abzugleichen“. Da die
Serenade sehr ähnlich klingt wie die traditionelle Belcanto-Arie, die
Wagner versuchte auszurotten, könnte die Szene darauf hindeuten,
dass Beckmesser einen alten, reaktionären und veralteten Stil hat.
Wenn Beckmesser singt, betont er die falsche Silben und singt mit
unzusammenhängenden Rhythmen, was den jüdischen Kantorialstil
weitgehend parodiert. Während der Protagonist Walther von Stolzing
schöne Melodien singen kann, schafft Beckmesser nur einen
verstümmelten Klang. Diese musikalische Charakterisierung von
Beckmesser ist ein gutes Beispiel für die Unterschiede zwischen der
jüdischen und der deutschen Karikaturen. Es ist schwer zu
verweigern, dass Beckmesser "mit Merkmalen ausgestattet wurde,
die den antisemitischen Stereotypen entsprechen", und dass er die
Merkmale in Wagners "Das Judentum" verkörpert "ist eine
verblüffende Tatsache, die fast von sich aus Wagners antisemitische
Absicht in Der Meistersinger beweist."

b. Parsifal

Eine andere Oper von Wagner, die für seinen Antisemitismus bekannt
ist, ist Parsifal. Der Charakter Klingsor liefert das perfekte Beispiel für
eine ausgeschlossene Person. Klingsor, den Ritter des Heiligen Grals
werden möchte, wird ausgeschlossen, weil die Gemeinde seine
Unkeuschheit wahrnimmt. Nachdem er abgelehnt wurde, beschloss
er, sich selbst zu kastrieren, damit er akzeptiert würde. Das macht ihn
aber nur weiter von seiner Gemeinde entfremdet werden, denn was er
macht wurde als unnatürlich und widerlich betrachtet. Aufgrund
dieser Ablehnung wird Klingsor zum bösen Zauberer, dem Antagonist
der Oper. Die Behandlung von Klingsor auf einer musikalischen Ebene
ist ähnlich wie die von Beckmesser in Der Meistersinger. Zum Beispiel
steht in den Takten 623–657 von dem 1. Akt die Einführung von
Klingsors Motiv, im starken Kontrast zu den früheren Motiven vom
„Dresdner Amen“ und „Heiligen Gral“. Die Verwendung von Chromatik
und punktierten Rhythmen lässt sein Motiv viel instabiler klingen.
Dieser starke musikalische Unterschied hebt zwar nur den
Unterschied in der Oper hervor, zwischen dem Bösen und dem
Heiligen, aber auch die Gefahr einer „Blutverunreinigung“ durch
Klingsor darstellen kann. Klingsors gescheiterter Versuch, sich zu
reparieren, stimmt mit Wagners Ansicht in "Das Judentum" überein,
dass "es gibt bestimmte Merkmale der Juden, die unausrottbar sind".
"Der erzwungene Versuch, eine solche ursprüngliche Natur des Juden
zu verweigern, sieht Wagner vor, würde nur zu weiterer Herzlosigkeit
führen." Durch die musikalischen Darstellungen von Beckmesser und
Klingsor in diesen 2 Opern, zeigte Wagner seine beabsichtigte
Ungleichheit zwischen den Juden und den reinblütigen Deutschen.

2. Zusammenhang mit Nationalsozialismus

a. Einfluß auf Hitler

- Musikalischer Einfluß

Hitlers Verbindung zu Wagner ist ziemlich offensichtlich. Er liebte


und sprach hoch über Wagners Opern, in denen er sich mit den
Handlungen, mit der Musik und dem Komponisten selbst
identifizierte. Hitler hatte auch enge persönliche Beziehungen zur
Familie von Wagner. Im Wesentlichen fühlte sich Hitler mit Wagner
und seiner Musik verbunden, und dies schürte seine Liebe zu den
Ideen Wagners.

Der junge Adolf liebte Wagners Musik und kannte sie auch sehr gut.
Hitler wurde in relativ jungen Jahren in seine Musik eingeführt, als
er 1906 in Linz eine Produktion von Rienzi sah. Von diesem Zeitpunkt
an bemühte sich Hitler, viele von Wagners Opern zu besuchen, und
versuchte, so viel wie möglich von Wagner aufzunehmen. Hitler
behauptete 1925, alle Opern Wagners schon oft gesehen zu haben.

Hitler schaute Tristan und Isolde mindestens dreißig oder vierzig


Mal an und kannte einen Großteil der Oper auswendig, konnte sie
nach Lust und Laune singen und summen. Während dem
Erstenweltkrieg als er ein Soldat war, hatte er den Klavierauszug
von Tristan und Isolde immer in seinem Rücksack gehaltet. Hitler
war einfach süchtig nach Wagners Musik und hat Wagner oft
erwähnt, nicht nur im Leben und in Gesprächen mit Bekannten,
sondern auch in seinem Buch „Mein Kampf“.

- Ideologischer Einfluß

Die Werke eines Komponisten allein reicht jedoch selten aus, so


eine starke Hingabe hervorzurufen. Anscheinend erzählte er einem
seiner Architekten, dass Wagners Musik die Ursache war, die ihn
dazu inspirierte, die deutsche Nation zu vereinen. In Bezug auf eine
Aufführung von Rienzi, die Hitler in Weimar sah, er sagte „Nach
dieser Stunde hat alles begonnen.“ Sein Zitat bezieht sich auf den
Moment, als er zum ersten Mal den Wunsch verspürte, die deutsche
Herrlichkeit wiederherzustellen, so wie Rienzi für den römischen
Staat versuchte. Er hat auch gesagt: "Ich erkenne in Wagner
meinen einzigen Vorgänger ... ich betrachte ihn als höchste
prophetische Figur". Wagner fasste alles zusammen, woran Hitler
glaubte – die Überlegenheit der deutschen Rasse - und diese
Überlegenheit wollte Hitler schützen und implementieren.

b. Mit dem dritten Reich

Ungefähr zur Zeit von Wagners Tod verloren die europäischen


nationalistischen Bewegungen den romantischen, idealistischen
Egalitarismus von 1848 und erwarben einen Hauch von Militarismus
und Aggression, was nicht zuletzt auf Bismarcks Übernahme und
Vereinigung Deutschlands im Jahr 1871 zurückzuführen war. Nach
Wagners Tod im Jahr 1883 in Bayreuth wurde zunehmend zu einem
Schwerpunkt für deutsche Nationalisten, die vom Mythos der Opern
angezogen wurden, die von späteren Kommentatoren als Bayreuther
Kreis bezeichnet wurden. Dieses Kreis wurde von Cosima Wagner
unterstützt, deren Antisemitismus wesentlich einfacher und heftiger
war als Wagner. Nach dem Tod von Cosima und Siegfried Wagner im
Jahr 1930 übernahm die Winifred, die Witwe von Siegfried Wagner und
mit Adolf Hitler befreundet war, die Aufführungen des Festivals.
Später war sie eine fanatische Bewunderin von Wagners Musik und
versuchte, die in seine heroische Mythologie der deutschen Nation
einzubeziehen.

Die Faszination der Nazis für Wagner wurde nicht nur von Hitler
inspiriert, sondern auch manchmal zum Entsetzen anderer
hochrangiger Nazi-Offiziern, einschließlich dem Reichsminister für
Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels. So befahl Hitler
1933, jeder Nürnberger Reichsparteitag mit einer Aufführung der
Ouvertüre von Rienzi zu eröffnen. Er gab auch tausend Freikarten für
eine jährliche Bayreuther Aufführung von Meistersinger an Nazi-
Funktionäre aus. Als Hitler das Theater betrat, stellte er jedoch fest,
dass es fast leer war. Im folgenden Jahr wurde diesen Funktionären
befohlen, daran teilzunehmen, aber sie konnten während der
Aufführung einschlafen gesehen werden, so dass Hitler 1935 die
Eintrittskarten zugestand und der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Im Rahmen der Propagandaabsichten des Regimes, die deutsche


Kultur zu "nazifizieren", wurden spezifische Versuche unternommen,
Wagners Musik als Nationalsozialistisch zu verwenden, und es
erschienen pseudo-akademische Artikel wie Paul Bülows "Adolf
Hitler und der Bayreuther Kulturkreis" (im „Zeitschrift für Musik“, Juli
1933). Solche Artikel waren Versuche der Nazis, die Geschichte neu zu
schreiben, um zu demonstrieren, dass Hitler ein wesentlicher
Bestandteil der deutschen Kultur war.

Es ist schwierig zu ignorieren, sowohl Wagners antisemitische


Ansichten als auch die vielen Verbindungen zwischen ihm und Adolf
Hitler. Durch seine politischen Schriften und seine Opern wird
deutlich, dass Wagner mehr eine reine deutsche Rasse wünschte und
weniger an die Juden dachte. Darüber hinaus zeigen mehrere
Memoiren, dass Hitler nicht nur Wagners Musik liebte, sondern auch
im politischen Amt eine starke Verbindung zu Wagners unmittelbarer
Familie hatte. Diese Dinge haben wohl dazu beigetragen, viele seiner
Meinungen und politischen Ideologien zu formen. Mit diesem
Hintergrund ist der Zusammenhang zwischen Wagner und dem
Holocaust schwer zu verweigern. Obwohl Hitler viele Einflüsse hatte,
ist der Beweis klar: Wagners Ideen haben geholfen, Hitlers Ansichten
zu informieren und zu formen, und spielten damit eine, wenn auch
kleine, Rolle im Holocaust.

3. Quellen

- Adolf Hitler, “ Mein Kampf“


- Robert L. Jacobs, “Wagner’s Influence on Hitler”
- Joachim Köhler, „Wagners Hitler: Der Prophet und sein
Vollstrecker“
- Barry Millington, “Nuremberg Trial: Is There Anti-Semitism in ‘Der
Meistersinger?’”
- Marc. A Weiner, “Richard Wagner and the Anti-Semitic Imagination”