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HOME » DEBATTE » KOMMENTARE » Hongkong: Das dröhnende Schweigen Deutschlands beschämt

MEINUNG
KOMMENTARE KOLUMNEN SATIRE HENRYK M. BRODER

MEINUNG VORPOSTEN DER FREIHEIT

Das dröhnende Schweigen Deutschlands zu Hongkong


beschämt
Stand: 30.05.2020 | Lesedauer: 3 Minuten

Von Johannes Boie


Chefredakteur WELT AM SONNTAG

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Johannes Boie ist Chefredakteur der WELT AM SONNTAG

Quelle: Martin U.K. Lengemann

West-Berlin galt im Kalten Krieg, als „Vorposten der Freiheit“ – und der Westen
schützte ihn. Jetzt wäre es an uns, einen neuen Vorposten zu schützen:
Hongkong. Doch die Botschaft der Deutschen und der Europäer ist eine andere.

M
an muss sich in diesen Tagen Anzeige Werbung ausblenden
noch mal Ernst Reuters Rede
von 1948 angucken. Schwarz-
Weiß-Aufnahmen (auf YouTube zu finden)
zeigen ihn vor Hunderttausenden
Berlinern und einem weitgehend
zerstörten Reichstagsgebäude: „Ihr Völker
der Welt, ihr Völker in Amerika, in
England, in Frankreich, in Italien! Schaut
auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese
Stadt und dieses Volk nicht preisgeben
dürft und nicht preisgeben könnt!“
Endlich schmerzfrei
bewegen
Berlin, damals von den Russen
abgeschnürt und aus der Luft heldenhaft Die kaputten Staaten
von amerikanischen Piloten versorgt, war von Amerika
für den Antikommunisten und Berliner
Bürgermeister „ein Bollwerk, ein
Vorposten der Freiheit“, „den niemand
ungestraft preisgeben kann“. Der Westen,
allen voran die USA, hielt sich an diese
Worte, obwohl Deutschland nur Jahre
zuvor die Welt in Flammen gesetzt und
Horror über die Menschheit gebracht
hatte.

Berlin Calls The World (1948)


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72 Jahre später ist Deutschland reich und einflussreich, die Kanzlerin zählt zu den
mächtigsten Personen der Erde. Jetzt wäre es an uns, einen Vorposten der Freiheit
zu schützen. Und zu zeigen, dass wir die tiefere Wahrheit in Reuters Worten nicht
vergessen haben. Hongkong ist in Gefahr wie nie zuvor, und wieder ist es ein
kommunistisches Regime, das sich Zugriff auf eine freie Stadt verschafft.

Wenn es gegen die USA oder für den Wald ist, wird in Deutschland schnell
demonstriert. Wo sind jetzt die Menschenketten? Wo die Sit-ins? Wer steht vor der
chinesischen Botschaft? Wer schaut beim Kauf von Sportschuhen, ob sie das Label
„Made in China“ tragen? Und welche Regierungsmitglieder äußern sich klar und
deutlich für die Freiheit der Stadt am südchinesischen Meer? Dieses Schweigen
dröhnt. Und es beschämt. Hongkonger, kämpft allein – das ist bislang die Botschaft
der Deutschen und der Europäer. Vor Ort stemmen sich vor allem die Jungen in den
Schwaden chinesischer Pfeffersprays der drohenden Diktatur entgegen. Mutig, aber
keinesfalls furchtlos. Viele in Hongkong haben Angst, verhaftet zu werden. China
foltert und straft auch Eltern für den Mut ihrer Kinder.

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VERHÄLTNIS ZU PEKING

Europas plötzlicher China-Moment

Am 30. Juni 1997, dem Tag, an dem sich Großbritannien aus Hongkong
verabschiedete, sagte Queen Elizabeth II., dass „die Bürger Hongkongs am besten
wissen, was gut für Hongkong ist“. Sie ergänzte: „Die ganze Welt blickt auf
Hongkong.“ Das muss jetzt wieder der Fall sein, allen chinesischen Drohungen zum
Trotz. Wird Hongkong nicht geschützt, ist als Nächstes Taiwan auf der Liste der
Pekinger Regierung. Und, wer weiß es schon, dann sind vielleicht auf die eine oder
andere Art Länder an der Reihe, in denen China massiv investiert hat. Dazu gehören
auch Staaten in Europa.

Dieser Text ist aus der WELT AM SONNTAG. Wir liefern Sie Ihnen gerne
regelmäßig nach Hause.

Quelle: WELT AM SONNTAG

© Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten.

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GV Goran V.

vor 6 Tagen

Hong Kong ist nicht eine freie Stadt. Hong Kong gehört zu China.
Hong Kong hat nur etwas mehr Rechte als Restchina. Und ja man wird
sagen "aber der Vertrag als die Besatzer weg gingen?..." Letztendlich
gehört Hong Kong zu China und Schluß!
Was ist mit anderen "firstclass" Demokratien wie, zum Beispiel, Saudi
Arabien?
Also bitte...

LINK 1

KD Klaus-Dieter d.

vor 6 Tagen

Machen Sie und Herr Aust einfach eine Menschenkette vor der
chinesischen Botschaft! Das ZDF und RTL/ NTV kommen garantiert.

LINK 3

CN Claudia N.

vor 6 Tagen

Wie viele Länder kann und soll Deutschland retten?

LINK 4

JF Joerg F.

vor 6 Tagen

Meine Güte, wann hatte HK denn eine Demokratie? Da werden die


britischen Besatzer gelobt - erinnert sich niemand mehr an 1967? Die
Stimmungsmache der Transatlantiker scheint zu wirken - was ist
eigentlich mit den ganzen anderen Diktaturen, die geschätzte Partner
des "Wertewestens" sind? Was ist mit den Mitgliedern des
"Wertewestend", die internationale Verträge nach belieben
aufkündigen?

LINK 4

BE Bernd M

vor 6 Tagen

Wir tragen zwar immer unsere Werte vor uns her, fabulieren über
Freiheit, Demokratie und Menschenrechte und sagen, dass wir für
diese Werte stehen. Leider ist dies nicht der Fall, wenn das Eintreten
direkt gefordert ist. Wir sind so eine Winselnation geworden, die sich
selber nicht leiden kann und sich immer und immer wieder wegduckt.
Hier würde ich mixklare Signale für den Eintritt wünschen, wie es
Großbritannien vorlebt. Hier wird nicht ständig über Werte fabuliert,
wenn dabei gefordert, sofort Partei ergriffen. So wünsche ich mir das
auch in unserem Land.

LINK 9

PR Peter R.

vor 6 Tagen

Zuerst befreien wir Hongkong dann ganz China. So ließ sich der
Anführer der Demostationen sinngemäß bei seinem
Deutschlandbesuch vernehmen. Und das, obgleich das beanstandete
Sicherheitsgesetz bereits zurückgezogen worden und damit der Grund
für die Demonstrationen entfallen war.
Was glaubt man denn im Vorbildstaat Deutschland? Eine Regierung,
die 1.400 Millionen Bürger zu regieren und zu versorgen hat, mit
etlichen Minderheiten auf dem Staatgebiet, tritt nun ab und überläßt
das Land ein paar jugendlichen Hitzköpfen, deren Ziel die Auflösung
des Staates ist?
Als der Anführer der Demonstrationen von Maas empfangen wurde,
hat der deutsche Außenminister dem Tadel Chinas noch trotzig
entgegengehalten er lasse sich nichts vorschreiben und wolle den
Dissidenten auch noch öfter empfangen. Inzwischen hat er wohl
Nachhilfe in Diplomatie erhalten, jedenfalls war von einem weiteren
Empfang nirgends zu hören oder zu lesen.
"Die mächtigste Frau auf Erden" war der Titel eine US-Zeitschrift,
mehr nicht, daß die Kanzlerin es für wahr gehalten und gegenüber dem
neugewählten Präsidenten Trump auch so aufgetreten ist war nicht zu
ihrem oder Deutschland Vorteil.

LINK 5

ES Eben S.

vor 6 Tagen

Danke das sie das Thema jedenfalls aufgreifen Herr Boie,


wer sich das alte YouTube Video angesehen/ gehört hat, der hat auch
gehört wie man sich zur Bedrohung durch die SED geäußert hat.
Nicht alle Linke Politiker sind gleichzusetzen mit diesen damaligen,
aber es gibt wohl einige die noch in dieses Horn blasen.
Auch dazu muß gemahnt werden, wir sind halt kein Land das einfach
mal gut geeignet ist für Sozialismus (rot oder braun) das ging noch nie
gut aus!

LINK 2

CK claus k.

vor 6 Tagen

Wieder der Vergleich mit Berlin. Das passt aber nicht. Hongkong war
für Jahrtausende Teil von China und verdankt seinen Sonderstatus der
Besetzung durch die Briten. Es ist vertraglich geregelt, dass Hongkong
in ein paar Jahren wieder Teil Chinas wird. Was genau dröhnt also und
was genau sollen wir tun?

LINK 6

EL Elsa S.

vor 6 Tagen

Wer sind diese zur Zeit 57, die dem Inhalt des Artikels nicht zustimmen
können? Ich möchte wirklich die Beweggründe für ihr Nein erfahren.
Denn eine Unterstützung für dieses menschenverachtende Regime in
Peking ist für mich nicht nachvollziehbar.

LINK 2

ANTWORTEN AUSBLENDEN

TW Thomas W.

vor 6 Tagen

Ich bekenne mich schuldig, zu den 57 zu gehören, die dem


Artikel nicht zugestimmt haben. Habe es auch in meinen
Beiträgen begründet. Ich hoffe, dass Sie es im Rahmen der
Meinungsfreiheit verkraften, dass jemand anderer Meinung ist
als Sie. Zu unterstellen, dass die Neinsager damit das Regime
in China unterstützen, ist schon eine absurde Schlußfolgerung.
Es wurde nicht über das Regime in China abgestimmt, sondern
darüber, ob man dem Artikel vollumfänglich zustimmen
möchte, insbesondere was das Tätigwerden Deutschlands
betrifft, das ist ein gewaltiger Unterschied!

LINK 1

WS Werner S.

vor 6 Tagen

Wen wundert‘s?
Die CDU hält auch die ehemalige SED-Politikerin Barbara Borchardt
für geeignet, über die Verfassung zu wachen. Eine Linksextremistin,
seit 1976 SED-Mitglied und weiterhin auf der Suche nach
gesellschaftspolitischen Alternativen.

LINK 14

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