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Hörskript

habe ich auch zu wenig Zeit für die Patienten. Das tut
1 Am Arbeitsplatz mir manchmal leid. Und durch die Nacht- und Wochen-
enddienste hab‘ ich manchmal keine Zeit für Familie
Aufgabe 1b – Track 2 oder Freunde.
Arbeitsstätten in der Pflege
Aufgabe 2c – Track 3
1
Schwierige Wörter
Peter Schmidt: Ich heiße Peter Schmidt und arbeite seit drei
Jahren beim mobilen Pflegedienst. Mobiler Pflege- Altenpflegeeinrichtung – Pflegedienstleitung – Wohn-
dienst bedeutet, dass wir mit dem Auto direkt zu den bereichsleiter – Pflegehilfskräfte – Nachtdienst – Gesund-
Menschen nach Hause kommen. Wir kümmern uns um heitszustand – morgendliche Körperpflege – Vorgesetzte –
sie und betreuen sie zu Hause. Vorher habe ich in einer Hauswirtschaft
großen stationären Einrichtung gearbeitet, das ist ein
Pflegeheim, in dem die Pflegebedürftigen wohnen. Ich Aufgabe 3a – Track 4
habe dann aber gemerkt, dass ich die Menschen lieber Der erste Arbeitstag
in ihrem privaten Umfeld betreuen möchte. Das war
Andrea Klein: Willkommen in unserer Einrichtung, Frau
mir schon immer wichtig – der persönliche Bezug zu
Casas. Es ist Ihr erster Tag hier, richtig? Ich heiße
Menschen. Normalerweise helfe ich beim Aufstehen
Andrea Klein und bin auch Pflegefachkraft. So wie Sie.
und Ankleiden, unterstütze die älteren Menschen beim
Ich arbeite seit neun Jahren hier in unserer Pflege-
Essen oder bei der Körperpflege. Ich muss mich täglich
einrichtung und Frau Liesigk, die Sie ja schon kennen,
um mehrere Klienten kümmern. Da komme ich manch-
bat mich, Ihnen das Haus zu zeigen. Es ist zwar groß,
mal in Zeitnot, vor allem wenn viel Verkehr ist oder ich
aber ich bin mir sicher, dass Sie sich schon bald gut
keinen Parkplatz bekomme.
zurechtfinden werden. Ich erkläre Ihnen zuerst das
2 Organigramm von unserer Einrichtung.
Andrea Klein: Ich arbeite seit 19 Jahren in der Pflege – Sehen Sie hier das Feld „Heimleitung“? Die Position
da habe ich schon viel Berufserfahrung gesammelt. hat Frau Sabine Führ inne. Sie ist unsere Heimleiterin –
Ich habe bislang immer in stationären Einrichtungen sie leitet die gesamte Einrichtung, also das ganze Haus.
gearbeitet. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Sie ist für alles verantwortlich, also auch für die Küche,
Arbeit in der Pflege stark verändert. Ich habe heute die Hauswirtschaft und all das.
für jeden Bewohner und für jede Aufgabe nur eine Und hier sehen Sie das Feld „Pflegedienstleitung“. Wir
bestimmte Zeit zur Verfügung. Zum Beispiel sollte sagen immer nur PDL. Das ist kürzer. Unsere PDL ist
Rasieren nicht länger als 10 Minuten dauern. Wenn Anna Liesigk. Frau Liesigk ist auch für die Dienstpläne
es länger dauert, dann muss ich mich bei der nächsten zuständig. Sie ist unsere gemeinsame Vorgesetzte.
Person beeilen. Heute gibt es auch mehr Fortbildungen Sie ist für zwei Wohnbereiche verantwortlich: A und B.
als früher, zum Beispiel zu Themen wie Demenz, Wir arbeiten im Wohnbereich A – und den erkläre ich
Ernährung, Unfallverhütung und so weiter. Und die Ihnen. Der andere Wohnbereich arbeitet getrennt von
Dokumentation ist viel umfangreicher geworden – uns.
wir müssen alles aufschreiben, was wir machen und Hier rechts außen muss ich ja kaum etwas erklären:
beobachten. Ja, das hat sich auch verändert. … Haustechnik, Ergo- und Beschäftigungstherapie sind
Ach ja, ich hab ja ganz vergessen, mich vorzustellen: ja selbsterklärend. Bei der Hauswirtschaft geht es unter
Ich heiße Andrea Klein. anderem um Hygiene, Bett- und Bewohnerwäsche.
Und dann ist da noch die Verwaltung. Dort kümmert
3
man sich unter anderem um die Finanzen. Wir haben
Gabi Mai: Hallo, ich bin Gabi Mai. Ich habe vor Jahren
ja in Deutschland ein komplexes System vom Pflege-
meine Ausbildung in der Krankenpflege beendet.
stufen und so weiter.
Seitdem arbeite ich hier im Krankenhaus auf der Stati-
Ok, auf diesem Feld hier unten sehen Sie unseren
on für Innere Medizin. Krankenschwester war schon
Wohnbereichsleiter, Herrn Mauer. Er unterstützt Frau
immer mein Traumberuf. Ich plane die Dienstzeiten für
Liesigk. Er ist Ihr direkter Vorgesetzter, Frau Casas. Er
meine Kollegen und mich. Außerdem helfe ich den
behält den Überblick über den Wohnbereich. Wenn
Patienten bei der Körperpflege oder beim Aufstehen.
Sie Fragen haben, dann sollten Sie zuerst zu Herrn
Ich wechsle Verbände und verabreiche Medikamente.
Mauer gehen. Und hier sehen Sie alle drei Pflegefach-
Und ich bereite Patienten für ihre Untersuchungen vor
kräfte aus unserem Wohnbereich. Das sind Frau Doris
und begleite die Ärzte bei der Visite. Ich messe bei
Helm, Herr Pavel Morlock und ich. Wir erstellen die
allen Patienten auch regelmäßig den Puls, den Blut-
Pflegeplanungen und kümmern uns um die Bewohner.
druck und die Temperatur und unterstütze so die Ärzte.
Außerdem leiten wir die Pflegehilfskräfte an, die uns
Meine Arbeit ist nie langweilig. Es ist oft stressig, weil
unterstützen. Und in dieses Feld schreiben wir gleich
wir zu wenig Personal auf der Station haben. Dann
„Casas“. Wie heißen Sie mit Vornamen?

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Einheit 1

J. Casas: Judith. Larissa: Oh Mist. Ich kann leider nur Nachtdienste und
Andrea Klein: Judith Casas. … Spätdienste, weil mein Mann vormittags arbeitet.
Schön. Willkommen im Team Frau Casas. Und hier, Saida: Schade. Aber trotzdem danke für dein Angebot.
hier unten sehen Sie unsere Pflegehilfskräfte. Das sind
Manuel, Saida, Piotr und Martina. Sie arbeiten auch Aufgabe 7c – Track 7
alle in dem Wohnbereich von Herrn Mauer. Am besten, Verabredung zum Yoga
ich stelle Sie gleich allen vor.
Andrea Klein: Hallo Doris! Hast du den neuen Dienstplan
Hey, Saida, super, dass du da bist. Dann kann ich dir
gesehen? Ich habe in der nächsten Woche Spätdienst,
gleich Judith Casas vorstellen.
und du?
Saida, das ist unsere neue Pflegekraft, Judith Casas.
Doris Helm: Ja, ich hab’ ihn gesehen … Ich habe wieder
Frau Casas, das ist Saida. Sie ist seit einem halben Jahr
Nachtdienst. Dafür habe ich am Montag und Dienstag
bei uns.
frei.
Ach ja, wir duzen uns hier alle. Ich bin Andrea.
Andrea Klein: Schade, also am Wochenanfang. Ich habe
J. Casas: Das ist ja super, ich mag das Duzen auch lieber.
gedacht, wir gehen am Donnerstag zum Yoga, denn
Ich bin Judith. Ich freu mich drauf, mit euch
donnerstags ist es dort nicht so voll. Aber du bist dann
zusammenzuarbeiten!
wahrscheinlich müde?
Andrea Klein: Schön! Aber das mit dem Duzen muss ich
Doris Helm: Ja, wenn ich in der Nacht arbeite, gehe ich
noch etwas korrigieren. Die Ärzte, die zu uns kommen,
vormittags nicht zum Training. Ich bin nach der Nacht-
duzen wir nicht – und unsere Bewohner natürlich auch
schicht zu erschöpft und schlafe dann. Lass uns doch
nicht, sie sprechen wir mit ihrem Nachnamen an. Aber
am Montag oder Dienstag hingehen. Lust hätte ich –
die Bewohner, ihre Angehörigen und die Ärzte spre-
ich war schon seit meinem Geburtstag nicht mehr dort.
chen uns mit Vornamen an und „Sie“. Lustige Mi-
Andrea Klein: Echt? So lange nicht? Warst du nicht kurz
schung, oder? Wir stellen uns auch immer gleich mit
vor der Ankunft von Judith noch dort? Na, egal –
unseren Vornamen vor, also zum Beispiel mit „Ich bin
das Training geht von 10 bis 11 Uhr. Ist dir Montag-
Schwester Andrea!“
oder Dienstagvormittag lieber?
J. Casas: Ist doch super – mir gefällt das!!
Doris Helm: Montag. Am Dienstag habe ich um 9.45 Uhr
einen Termin beim Zahnarzt. Treffen wir uns doch
Aufgabe 3d – Track 5 einfach am Montag um 9 Uhr bei mir. Fragst du noch
Sie oder Du?
Judith? Vielleicht hat sie ja Zeit.
Andrea Klein: Schön! Aber das mit dem Duzen muss ich Andrea Klein: Keine Ahnung, ob sie Zeit hat. Aber ich frag‘
noch etwas korrigieren. Die Ärzte, die zu uns kommen, sie … Also dann bis nächsten Montag! Tschüs!
duzen wir nicht – und unsere Bewohner natürlich auch
nicht, sie sprechen wir mit ihrem Nachnamen an. Aufgabe 9a – Track 8
Aber die Bewohner, ihre Angehörigen und die Ärzte Was für ein Chaos!
sprechen uns mit Vornamen an und „Sie“.
Andrea Klein: Guten Tag, Frau Ott. Sie sitzen ja heute
Lustige Mischung, oder? Wir stellen uns auch immer
munter im Bett. Wie geht es Ihnen?
gleich mit unseren Vornamen vor, also zum Beispiel mit
Frau Ott: Naja, es geht heute ganz gut.
„Ich bin Schwester Andrea!“
Andrea Klein: Das freut mich. Es ist Zeit für Ihre Medika-
J. Casas: Ist doch super – mir gefällt das!!
mente. Ich richte Ihnen auch gleich das Bett. Und wir
sollten das Bettlaken abziehen. Ach, ich beziehe auch
Aufgabe 6a – Track 6 gleich die Bettdecke neu. Können Sie sich solange auf
Der Dienstplan
den Stuhl setzen, damit ich das Bett machen kann?
Larissa: Hi Saida, schön dich zu sehen! Was machen meine Frau Ott: Ja – helfen Sie mir bitte?
alten Kollegen? Andrea Klein: Gerne. …
Saida: Hallo Larissa! Ach, denen geht es ganz gut – und dir? Wunderbar, auf dem Stuhl ist es doch auch gemütlich –
Bist du zufrieden in deiner Elternzeit? oder? … So, jetzt die Medikamente. Frau Ott, wo ist
Larissa: Ja, unser Kleiner wächst und gedeiht. Und dir? denn Ihr Tablettendispenser?
Wie geht es dir? Frau Ott: Der liegt auf dem Nachtschränkchen, unter der
Saida: Naja, eigentlich ganz gut, weil ich bald Urlaub habe. Fernbedienung. Und könnten Sie mir das Kopfkissen
Aber ich bin sauer. Piotr ist krank und ich kann erst aufschütteln? Ich bin zu schwach und kann das nicht
zwei Tage später losfahren. machen.
Larissa: Ach, das ist ja schade. Kann ich dir vielleicht Andrea Klein: Ja, gerne. Wir sollten uns auch Ihre Wunde
helfen? Wann hat Piotr denn Dienst? Vielleicht könnte am Rücken anschauen. Ah, die heilt langsam, aber ich
ich ja für ihn einspringen und du kannst doch noch muss sie noch versorgen und Salbe auftragen. Wo ist
wegfahren. denn die Salbe? Ah, da! Ich sehe sie. Zwischen der Blu-
Saida: Wow, das wäre ja toll. Es geht um den Frühdienst. menvase und dem Bild Ihrer Tochter.

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Einheit 1 | Übungen 1

Frau Ott: Wenn Sie schon dabei sind – vielleicht finden Sie Hier sprechen wir kurz über die Bewohner …,
auch meine Brille und die Leselupe. Die kann ich auch Neuigkeiten, Probleme und so weiter.
nicht finden. Svetlana: Aha. Moment, ich schreibe gerade mit … Gut, und
Andrea Klein: Na, da schauen wir mal. Hier ist die Brille – wie geht’s dann weiter?
sie war unter dem Bett. Gut, dass sie nicht kaputt Alex: Die Bewohner holen wir dann – wenn nötig – wieder
gegangen ist. Und hier ist auch die Leselupe – warum aus dem Bett und helfen ihnen beim Gang zur Toilette.
liegt die denn auf dem Dialysegerät? Wenn ein Bewohner eine Wunde hat, müssen wir die
Frau Ott: Das weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nicht natürlich versorgen. Danach gehen wir in den Speise-
mehr erinnern. saal zum Kaffeetrinken. Ich unterhalte mich dann gern
Andrea Klein: So, jetzt sind wir fertig. Den Verband habe mit den Bewohnern, besonders mit Frau Siegert. Die ist
ich gewechselt. Jetzt muss ich nur noch die Hände soo witzig!
waschen … Wo ist denn jetzt das Desinfektionsmittel? Svetlana: Hmmmhmmm …Dank dir. Und gibt es noch was?
Frau Ott: Dort steht es doch. Auf dem Fernsehapparat. Alex: Na ja, wir müssen bettlägerige Bewohner natürlich im-
Könnten Sie mir bitte noch meine Pflanze auf das mer wieder umlagern, damit sie durch das viele Liegen
Nachtschränkchen stellen? Sie steht auf dem Rollstuhl. keine Wunden bekommen. Hmm …, aber nach der
Meine Tochter sollte sie auf das Schränkchen stellen, Kaffeezeit … Also wir machen zum Beispiel sauber …,
aber jetzt ist sie schon weg. eben alles, was so gemacht werden muss. Gegen 17 Uhr
Andrea Klein: Wohin soll ich sie stellen? Auf das bereiten wir das Abendessen vor, das es so um
Nachtschränkchen? 17.30 Uhr gibt. Davor oder danach verabreichen wir
Frau Ott: Ja. Oder nein, besser doch in das Regal, neben die Medikamente. Das hängt davon ab, was der Arzt
die Bettpfanne. Danke schön. gesagt hat.
Andrea Klein: So, Frau Ott. Wollen wir beide jetzt einen Svetlana: Gut … Und später dann?
Spaziergang machen? Wo ist denn ihre Gehhilfe? Alex: Nach dem Abendessen unterstützen wir die Bewohner
Frau Ott: Die lehnt dort an der Wand, neben dem Rollator. bei der Körperpflege und bringen sie langsam ins Bett.
Andrea Klein: Ah, genau. Schön. Na, dann los. Um 20 Uhr sollten alle im Bett liegen. Danach habe ich
heute noch alles dokumentiert. Um 20.15 Uhr habe ich
dann die Übergabe mit dem Nachtdienst gemacht. Tja
1 Übungen und dann hatte ich Feierabend.
Svetlana: Super … Dann habe ich jetzt wirklich noch wich-
Übung 5a – Track 9 tige Infos bekommen. Dank dir.
Berufsfindung Alex: Nichts zu danken! Und wann sehen wir uns wieder
mal?
Alex: Alexander Strom, hallo?
Svetlana: Ich bin ja umgezogen und möchte das am Sonntag
Svetlana: Hallo Alex, hier ist Svetlana. Passt es dir gerade?
feiern. Passt dir 20 Uhr?
Alex: Klar, wir hatten ja gesagt, dass ich ab halb zehn Zeit
Alex: Perfekt – ich habe auch am Sonntag frei. Ich freu
habe. Und wie geht’s dir? Was machen deine Überle-
mich!
gungen zum Thema Beruf? Hast du dich denn schon
für einen Beruf entschieden?
Svetlana: Hmm, nööö, … Genau deswegen wollte ich ja mit
Übung 6b – Track 10
Alex Dienstplan
dir sprechen … Du arbeitest ja als Altenpfleger, und ich
könnte mir das auch vorstellen. Ich habe auch schon Anja: Hi Brüderchen. Nächste Woche kommen ja Mama und
viel gelesen, aber ich konnte im Internet nicht wirklich Papa zu Besuch, und ich soll schon mal klären, wann
etwas über den Alltag einer Altenpflegerin finden und du Zeit hast. Kannst du denn beispielsweise am Sams-
… tagabend um 19.30 Uhr mit ins Kino kommen?
Alex: … da dachtest du, der Alex kann helfen! Na klar, ich Alex: Am Samstag, Moment … lass mich mal im Dienstplan
kann’s ja versuchen. Der Alltag interessiert dich also? nachschauen … Am Samstag kann ich leider nicht, weil
Svetlana: Genau. ich Nachtdienst habe. Der fängt schon um 20.30 Uhr
Alex: Naja, ich hatte heute Spätschicht. Wenn du willst, an. Hättet ihr denn sonst noch eine Idee?
kann ich dir gern darüber etwas erzählen. Anja: Wir dachten auch an ein Kaffeetrinken. Passt dir
Svetlana: Ja, prima, gerne! Donnerstagnachmittag mit Mama und Papa?
Alex: Also zuerst ziehe ich meine Arbeitskleidung an. Nicht Alex: Donnerstag, Donnerstag … Mmmh, da habe ich Spät-
alle Pflegeeinrichtungen haben das, aber auf meiner dienst. Wie schade. Eigentlich hatte ich frei, aber ich
Station wohnen viele Bewohner mit Demenz. Da gibt musste für meine Kollegin einspringen.
ihnen unsere Arbeitskleidung Orientierung – wer Anja: Vielleicht kannst du mal einen Vorschlag für ein ge-
gehört zum Pflegepersonal und so weiter. meinsames Essen machen. So gegen 16 Uhr wäre gut.
Svetlana: Ah, ok, das wusste ich gar nicht. Welcher Tag würde dir passen?
Alex: Tja, um 14 Uhr beginnt die Spätschicht, und wir Alex: Da könnte ich zum Beispiel Montag. Aber es geht auch
machen die Dienstübergabe mit dem Frühdienst. Dienstag und Mittwoch, da habe ich jeweils
Frühdienst.

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Übungen 1 | Einheit 2

Anja: Ok, Mama und Papa haben ja Zeit. Ich freue mich Frau Ott: Eigentlich Pfefferminztee, aber ich trinke auch
schon, euch alle mal wiederzusehen … Fencheltee gerne.
Alex: Ich mich auch! Danke, dass du das organisierst!! Andrea Klein: Ok, siehst du, hier oben bei den Vorlieben,
Tschüs. da kreuzt du Tee an und schreibst Pfefferminztee dazu.
Anja: Ciao, Alex. Das kannst du mit PT abkürzen. Du kannst auch
Fencheltee, also FT notieren.
Manuel: Ok.
2 Essen und Trinken Andrea Klein: Und was trinken Sie denn sonst noch gerne,
Frau Ott. Mögen Sie Saft? Oder lieber Wasser?
Aufgabe 1b – Track 11 Frau Ott: Nein, Säfte mag ich nicht, vor allem Orangensaft
Minidialoge rund ums Essen lehne ich ab. Das Konservierungsmittel schmeckt
schrecklich. Ich trinke lieber Sprudel, äh,
DIALOG 1:
Mineralwasser.
alte Frau: Außerdem möchte ich auch mal Brot mit Auf-
Andrea Klein: Danke, Frau Ott. Das war’s auch schon.
schnitt, frisches Gemüse oder ein Stück Fleisch auf
Tschüs!
meinem Teller sehen.
Manuel, dann kannst du hier bei Mineralwasser ein
alter Mann: Dürfen Sie das denn alles essen, Frau Neu??
Kreuz machen. Und dann musst du heute darauf
DIALOG 2 achten, wann du Frau Ott wie viel von welchem
Andrea Klein: Ja, zu dick ist sie. Aber die Kostumstellung Getränk gibst und die Menge in die Tabelle schreiben.
wird sicher nicht leicht für sie. Frau Kliesow liebt doch In dem Formular heißt das „Einfuhr“. Ach ja, und trag‘
kalorienreiche Speisen. auch die Uhrzeit ein. Nach 24 Stunden addierst du die
Pflegekraft: Ja, Andrea, Salat und Gemüse mag sie nicht Gesamtmenge.
so gerne. Manuel: Das ist ja gar nicht so schwer. Aber sag mal, was ist
Andrea Klein: Aber sie hat ja Herzprobleme und Probleme denn das hier? H-D-Z?
mit den Gelenken. Sie muss einfach abnehmen. Andrea Klein: Oh, das ist ganz wichtig, H-D-Z heißt Hand-
zeichen. Da musst du für alles, was du dokumentierst,
DIALOG 3
auch unterschreiben.
Herr Wemmer: Ich würde viel lieber ein großes Stück
Manuel: Vielen Dank Andrea, du hast mir sehr geholfen.
Obstkuchen mit viel Sahne essen … So wie Sie.
Und jetzt bringe ich Frau Ott sofort ein großes Glas
Oder irgendeine Sahnetorte.
Wasser, also ungefähr 300 Milliliter. 15 Uhr 35 …
anderer Bewohner: Einen Moment, Herr Wemmer: Ich hole
mir noch eine kleine Tasse Kaffee. Soll ich Ihnen auch
etwas mitbringen?
Aufgabe 7a – Track 13
Die Essensbestellung
Herr Wemmer: Ja, gerne, ich hätte auch gerne eine Tasse
Kaffee. Andrea Klein: Hallo Anita, wir müssen über das Essen für
ein paar neue Bewohner sprechen.
Aufgabe 6a – Track 12 Hauswirtschafterin: Hi Andrea, Wie viele sind es denn?
Trinkprotokoll Andrea Klein: Fünf neue Bewohner – und bei zwei alten
Bewohnern müssen wir die Kost umstellen.
Manuel: Du Andrea, ich soll heute zum ersten Mal ein
Hauswirtschafterin: Ok, dann sag mal.
Trinkprotokoll ausfüllen und ich habe das noch nie
Andrea Klein: Also:
gemacht. Kannst du mir bitte helfen?
Bei Frau Ott ändert sich etwas, sie hat Verdauungs-
Andrea Klein: Na klar Manuel, da helfe ich dir gerne.
beschwerden und bekommt also vorübergehend
Es ist ja wichtig, dass wir das genau über 24 Stunden
Schonkost.
dokumentieren. Darf ich mal sehen, hast du das
Auch bei Herrn Schnaider müssen wir auf Reduktions-
Formular hier? Für welchen Bewohner sollst du denn
kost umstellen: Er ist adipös.
dokumentieren?
Dann die neuen Bewohner:
Manuel: Für Frau Ott, sie ist ja noch nicht lange hier, und
Bei Herrn Alt gibt es keine Einschränkungen –
wir befürchten, dass sie das Trinken vergisst.
er bekommt Vollkost.
Andrea Klein: Ok, dann schreibst du am besten oben schon
Frau Alt isst kein Fleisch, sie ist Vegetarierin.
mal ihren Namen und das Datum von heute hin, und
Sie braucht vegetarische Kost.
dann gehen wir zu ihr.
Und dann haben wir jemanden, der untergewichtig ist.
Hallo Frau Ott, wir möchten mit Ihnen gern ein
Herr Tsipras bekommt hochkalorische Kost.
Trinkprotokoll anlegen, damit wir sehen, ob Sie
Henk Kern ist Diabetiker und
genug trinken. Haben Sie jetzt kurz Zeit für uns?
Frau Ramez kann schlecht kauen. Für sie müssen wir
Frau Ott: Ja, gern. Das können wir machen.
alles pürieren.
Andrea Klein: Super. Sagen Sie, was trinken Sie denn am
Hauswirtschafterin: Ok, Andrea, ich hab mir alles notiert.
liebsten?
Dann bestelle ich das alles. Bis dann!
Andrea Klein: Ja, tschüüüs!

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Einheit 2 | Übungen 2

Aufgabe 7b – Track 14 Frau Treigelt: Naja, das stimmt schon …


Einschränkungen Saida: Wäre es Ihnen recht, wenn ich Ihnen einen großen
Salatteller bringe?
keine Einschränkung
Übergewicht/Adipositas 3
ist Vegetarierin Herr Hultsch: Ich fass es nicht – wo ist mein Knödel? Sie
Kaustörungen wissen doch, dass ich immer Knödel zum Fleisch esse.
Verdauungsbeschwerden Ich mag kein Gemüse!! Kann man sich denn hier auf
Zuckerkrankheit nichts mehr verlassen?
Untergewicht Manuel: Guten Mittag, Herr Hultsch. Ja, heute gibt es etwas
anderes für Sie.
Aufgabe 9b – Track 15 Herr Hultsch: Ich will das aber nicht.
Was hat die Tochter denn gesagt? Manuel: Herr Hultsch, das können wir leider nicht ändern,
weil wir bei Ihnen die Kost umstellen mussten. Wegen
DIALOG 1:
Ihrer Verdauungsbeschwerden – Sie wissen schon.
Pavel: Hallo Manuel, braucht Frau Ömer eigentlich ein
Nach jedem Knödel müssen Sie doch zur Toilette.
spezielles Besteck?
Herr Hultsch: Na und?? Hauptsache es schmeckt mir.
Manuel: Wie bitte? Ich verstehe nichts – es ist so laut hier.
Manuel: Nein, es macht Sie krank. Und wir tun alles, damit
Pavel: Weißt du, ob Frau Ömer ein spezielles Besteck oder
es Ihnen gut geht.
andere Hilfsmittel braucht?
Herr Hultsch: Ich möchte Knödel …
Manuel: Ja, das braucht sie. Sie hat Arthrose in den Finger-
Manuel: Ich verstehe Sie ja, dass Ihnen das nicht gefällt,
gelenken und braucht spezielles Besteck und eine
aber der Arzt hat festgestellt, dass Sie eine Nahrungs-
rutschfeste Unterlage. Das Trinken klappt aber ohne
mittelunverträglichkeit haben. Sie vertragen das Gluten
Hilfsmittel.
nicht, das in vielen Stärkeprodukten ist. In Brot, in
DIALOG 2 Nudeln, in Knödel und noch vielen anderen Speisen.
Pavel: Manuel, weißt du, wann Frau Ömer am liebsten ihren Herr Hultsch: Und ohne das Zeug geht es mir besser?
Verdauungstee trinkt? Manuel: Ja, das hoffen wir. Und wir finden sicher viele
Manuel: Um 19 Uhr. leckere Sachen für Sie. Was halten Sie davon, wenn
ich Ihnen erst einmal etwas Fisch in Knoblauch
Aufgabe 10b – Track 16 geschwenkt bringe. Den mögen Sie doch so gerne.
Drei Beschwerden
Aufgabe 13c – Track 17
1
weil oder obwohl?
Frau Yilmaz: Hallo!! Hallo!?? Könnten Sie bitte mal
kommen? Saida: Frau Treigelt hat ihrem Mann etwas geschenkt, ob-
junge Pflegerin: Hallo Frau Yilmaz, was kann ich für wohl sie schon so lange zusammenleben. Sie haben viel
Sie tun? gestritten, und die Zeit war oft nicht besonders schön.
Frau Yilmaz: Ich muss mich beschweren – so unzufrieden Pfleger: Ich bleibe zu Hause, obwohl ich frei habe. Ich bin
war ich noch nie! Sehen Sie mal hier! Schweinefleisch!!! krank.
Sie wissen doch, dass ich Muslima bin! Bewohner: Ich esse das Gericht, weil es Schweinefleisch
junge Pflegerin: Ja, aber sonst essen Sie doch auch … enthält. Ich liebe Schweinefleisch – gut, dass ich kein
Frau Yilmaz: Fisch, Rindfleisch, Hühnchen – ja, das esse Moslem bin.
ich, aber SCHWEIN??!!! Meine Schwester ist auch
entsetzt!
junge Pflegerin: Ich auch – ich kenne Sie ja gar nicht 2 Übungen
wieder! Ich bringe Ihnen jetzt erst einmal ein Wasser.
Bis gleich. Übung 2 – Track 18
Wer mag was?
2
Frau Treigelt: Hallo Saida! Sehen Sie mal!! Himmel nochmal Rita: Herbert, möchtest du ein Stück Kuchen haben?
– ich bin Vegetarierin!! Das ist doch langsam bekannt Der Apfelkuchen ist wirklich ein Traum heute.
hier – oder? Der schmeckt soo gut!
Saida: Oh, je, das tut mir leid, Frau Treigelt, das muss ein Herbert: Ach Rita, du weißt ja, ich liiiiiiebe Süßes. Beson-
Missverständnis sein. Da hat jemand etwas ders Apfelkuchen mag ich sehr gern – von allen
verwechselt. Kuchensorten ist der der beste! Und wie gut der
Frau Treigelt: Das ist doch keine Entschuldigung! So was aussieht …, aber ich bin doch zuckerkrank und muss
darf doch nicht passieren! aufpassen.
Saida: Natürlich nicht, ich kann Ihren Ärger verstehen. Rita: Oh je, stimmt. Das hatte ich ganz vergessen. Tut mir
Aber Missverständnisse passieren ab und zu. Wir sind wirklich leid. Du musstest ja deine Ernährung
ja alle nur Menschen. umstellen.

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Übungen 2

Herbert: Ja ja, aber man gewöhnt sich dran. Aber Diabeti- Frau Sonnenschein: Super.
kerschokolade mag ich überhaupt nicht. Uaahhh … Ahmed: Ja, und wir können auch Milch-Mix-Getränke an-
Aber meine geliebten Peperoni darf ich ja noch. Herz- bieten. Als Basis sind zum Beispiel Bananen- oder Pfir-
hafte und scharfe Speisen esse ich einfach total gern! sichsäfte gut, weil sie sehr mild im Geschmack sind.
Darfst du denn noch alles essen und trinken? Frau Sonnenschein: Na prima, jetzt wachen Sie ja richtig
Rita: Zum Glück ja. Aber ich sollte weniger Cola trinken.Ob- auf.
wohl die mir ja so gut schmeckt. Sogar am besten von Svetlana: Wir sollten auch Getränke anbieten, die nicht zu
allem. Na ja … Und manchmal bekommen wir von der kalt und nicht zu heiß sind.
Küche im Heim ja auch Schmalzbrot. Aber das ist mir Ahmed: Ach ja, eine Idee waren auch Trinkstationen.
viel zu fett!! Pfui Teufel, das ist wirklich gar nichts für Frau Sonnenschein: Richtig. Aber warum?
mich. Eigentlich wissen die Pflegerinnen, dass ich das Ahmed: Weil die Senioren die Getränke dann sehen und
ablehne, aber … Ach, egal … Und eingelegte Gurken nicht so schnell das Trinken vergessen. Und für viele
kann ich nicht essen. Die sind mir wirklich zu sauer. ist es einfacher, weil sie nicht immer um Getränke bit-
Aber zum Glück gibt es oft dazu eine Brezel. Die liebe ten müssen. Aber hierbei ist die Hygiene besonders
ich sehr! Und diesen Kuchen hier … wichtig.
Herbert: Na gut, ich probiere mal so ein ganz kleines Stück- Frau Sonnenschein: Genau, darauf muss man dann beson-
chen! Aber ganz schnell, bevor Schwester Hala kommt. ders achten.
Sonst schimpft sie wieder!! Nala: Wenn wir Zeit haben, dann können wir uns auch zu
den Bewohnern setzen und zusammen trinken. Das
Übung 6f – Track 19 bringt Ruhe in die Situation und motiviert.
Phonetik Frau Sonnenschein: Prima. Wenn ihr genug Zeit habt. Ok,
… ich glaube, ein Punkt fehlt noch … Na, was meine
1 die Exsikkose
ich?
2 die Prophylaxe
Gregor: Bewohnern, die stark abgenommen haben, sollten
3 die Austrocknung
wir kalorienreiche Getränke anbieten, damit sie genug
4 die Schnabeltasse
Kalorien zu sich nehmen und der Kalorienbedarf ge-
5 der Strohhalm
deckt ist.
6 der Flüssigkeitsbedarf
Frau Sonnenschein: Super!! Da habt ihr aber gut aufgepasst
7 der Verwirrtheitszustand
und das Wochenende war dann nicht allzu … intensiv
8 die Gegenmaßnahme

9 der Hautturgor
Dann machen wir also mal weiter. Ich beginne mit ei-
nem Rätsel … Es …
Übung 8a – Track 20
Ein Klassengespräch
Übung 10d – Track 21
Frau Sonnenschein: Guten Morgen, ach, ist das nicht ein In der Küche
tolles Wetter draußen? Aber nach dem Wochenende
Dieter: Hallo Marga, ich habe hier eine Notiz von Andrea
möchte ich gern nochmal wiederholen, was wir Freitag
Klein bekommen.
gemacht haben. Na, kann sich jemand erinnern?
Marga: Hallo Dieter! Aha, worum geht es denn?
Svetlana: Ja, wir haben über Austrocknung gesprochen und
Dieter: Bei einigen Bewohnern wurde die Kost umgestellt.
Exo… Exiso… Ex-si-kkose-pro-phy-laxe.
Dann schauen wir doch mal.
Frau Sonnenschein: Prima! Genau! Das ist ein schwieriges
Aaalso: Frau Siegert von Wohnbereich A bekommt nun
Wort, oder? Wir haben über Exsikkoseprophylaxe
Essen mit wenig Fett und Kohlenhydraten. Sie darf
gesprochen, besonders bei Demenzranken. Warum
nicht so viele Kalorien zu sich nehmen. Wir achten also
denn das?
darauf, dass sie zum Beispiel viel Gemüse bekommt.
Nala: Na, weil es für diese Menschen wegen ihrer Krankheit
Tja, den täglichen Kuchen nachmittags bekommt sie
oft besonders schwierig ist, sich daran zu erinnern, dass
dann erstmal nicht mehr.
sie trinken müssen. Und oft haben sie sogar gar keinen
Marga: Gut, das habe ich. Und hier sehe ich, dass Herr Thor-
Durstgefühl.
no kein Essen mit Salz mehr bekommen soll und allge-
Frau Sonnenschein: Das stimmt. Gut! Dann sammeln wir
mein kein Essen mit scharfen Gewürzen.
doch noch mal schnell zusammen, was man hier ma-
Ach ja, und Herr Kirsch ist untergewichtig. Er soll kalo-
chen kann. Wer kann sich erinnern? … Na? Niemand
rienreiche Speisen bekommen.

Dieter: Alles klar, dann kann’s ja losgehen.
Gregor: Ach Frau Sonnenschein – das Wochenende war
sooo lang … Also, wenn der Bewohner es wünscht,
dann sollte man zum Beispiel die Getränke mit Zucker
oder Süßstoff etwas süßer machen, weil das zum Trin-
ken motivieren kann.

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Übungen 2 | Einheit 3

Übung 15b – Track 22 Aufgabe 3a – Track 25


Wer musste/konnte/wollte was? Wissensrätsel
1 Pflegeschüler: Hey Anja, sieh mal hier auf der Website ist
Gunther: Lisbeth, ich habe wirklich keine Lust, schon die Auflösung zu dem Wissensrätsel von letzter Woche!
wieder einen Salatteller zu essen. Ein Steak, ja! Ein Pflegeschülerin: Lies mal vor.
Steak wäre toll. Pflegeschüler: Ok. Also: Was ist eine Thrombose?
Lisbeth: Gunther, du weißt genau, was der Arzt gesagt. Normalerweise ist es für den Körper nützlich, dass
Es ist wichtig, dass du erst mal kein Fleisch isst. unser Blut gerinnen kann – zum Beispiel, wenn wir
Wenn alles gutgeht, kannst du es in ein paar Wochen uns in den Finger schneiden. Damit die Wunde nicht
ja wieder probieren. ewig blutet, setzt eine Kettenreaktion ein und die
Gunther: Ach … Na gut … Blutung stoppt. Das Blut wird dick und schließlich fest
– man sagt auch „es gerinnt“. Manchmal gerinnt das
2
Blut aber, obwohl es nicht erwünscht ist. Es bildet sich
Neffe: Hallo Tante Herta! Na, geht es dir wieder etwas
plötzlich ein Blutgerinnsel oder Thrombus – allerdings
besser?
am falschen Ort, zur falschen Zeit. Dieses Blutgerinnsel
Herta: Oh ja, viel besser! Letzte Woche konnte ich nichts zu
verstopft die Blutbahn teilweise oder komplett.
mir nehmen. Wenn ich es doch gemacht habe, bin ich
Pflegeschülerin: Hey, das haben wir richtig! Ein Blut-
sofort zur Toilette gerannt. Vor ein paar Tagen wurde es
gerinnsel in einem Gefäß.
aber besser. Da hat es wieder geklappt, dass ich Weiß-
Pflegeschüler: Super! … Am häufigsten passiert das in den
brot esse und nicht sofort Probleme hatte.
Blutgefäßen im Bein, den Beinvenen. Ärzte unterschei-
den bei diesen Beinvenenthrombosen zwei Varianten:
eine Thrombose in den außen liegenden Venen und
3 Wir helfen, wo wir können
eine Thrombose in den tiefen Venen.
Das Risiko für eine Thrombose ist vor allem nach grö-
Aufgabe 1b – Track 23 ßeren Operationen, bei Übergewicht und bei Rauchern
Minidialoge hoch. Aber auch Bettlägerigkeit oder stundenlanges
Sitzen mit abgewinkelten Beinen wie bei einer ausge-
1
dehnten Busreise erhöhen das Risiko.
alter Mann: Oh je, ich kann mich nicht alleine anziehen.
Bei Bein- und Beckenvenenthrombosen ist die Gefahr
Ich komme nicht in meine Schuhe rein.
groß, dass das Gerinnsel wandert, zum Beispiel in die
Pavel: Ich helfe Ihnen gerne.
Lunge. Dann wird es lebensbedrohlich, denn eine sol-
alter Mann: Nein danke, ich möchte das alleine können!
che Lungenembolie kann zum Tod führen.
Pavel: Na, dann nehmen Sie doch den Schuhlöffel.
Pflegeschülerin: Oh, Mist, das haben wir falsch. Wir haben
2 „schmerzhaft“ angekreuzt.
Pfleger: Was macht der Dekubitus von Herrn Graf? Pflegeschüler: Sehen wir mal weiter. … Gerade in Kranken-
Pflegerin: Das Druckgeschwür wird etwas besser. Wir lagern häusern und Altenpflegeheimen, wo ja viele Patienten
ihn konsequent alle zwei Stunden um und versorgen und Bewohner immobil sind, muss man vorbeugen. Da
die Wunde. hilft viel bewegen, man soll also nicht lange sitzen, ste-
hen oder liegen, viel trinken und möglichst konsequent
3
Kompressionsstrümpfe tragen. Und öfter mal die Beine
Twen: Ach Oma, du musst unbedingt deine Kompressions-
hochlegen. Im Krankenhaus bekommen die Patienten
strümpfe tragen!
oft auch Heparin-Spritzen unter die Haut, die die Blut-
alte Frau: Die Antithrombosestrümpfe?? Aber sie sind so
gerinnung verringern.
eng. Schrecklich!
Pflegeschülerin: Juppie! Da haben wir „sich hinlegen“ aus-
Twen: Mit deinen Krampfadern ist das Risiko aber zu hoch!
gewählt – das ist ja das Gegenteil von „vorbeugen“.
Da bildet sich ganz schnell ein Blutgerinnsel. Und das
Pflegeschüler: Super – dann haben wir ja zwei richtig.
ist sehr gefährlich.

Aufgabe 4b – Track 26
Aufgabe 1c – Track 24 Frau Müller hat Beschwerden
Phonetik
Judith Casas: Guten Tag Frau Müller, mein Name ist Judith
Schuhlöffel
Casas. Ich möchte heute mehr über Ihren Gesundheits-
Dekubitus
zustand erfahren. Das Erstgespräch zu Ernährungs-
Kompressionsstrümpfe
gewohnheiten und so weiter hat ja mein Kollege bereits
Krampfadern
mit Ihnen geführt – richtig?
Blutgerinnsel
Frau Müller: Ja.
Druckgeschwür
Judith Casas: Würden Sie mir dann ein paar Fragen zu Ihrer
Gesundheit beantworten?

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Einheit 3 | Übungen 3

Frau Müller: Ja, gerne. Händen bis zu den Füßen komme. Außerdem ist meine
Judith Casas: Frau Müller, Ihre Tochter hat uns erzählt, dass Feinmotorik nicht mehr so gut. Ich kann mir die Schu-
Sie sich schlecht bewegen können und oft Schmerzen he nicht mehr zumachen, also die Schnürsenkel nicht
haben. Wo haben Sie die denn? zubinden, aber auch keine Reißverschlüsse oder Knöp-
Frau Müller: Ich habe oft Kopfschmerzen. Und mein Rü- fe auf- und zumachen. Es ist alles sehr mühsam.
cken macht mir ab und zu Probleme. Mein linkes Knie, Moderator: Aber sonst können Sie alles selbst erledigen?
das tut auch häufig weh. Herr Grote: Nein, leider nicht. Ich habe früher immer gern
Judith Casas: Fangen wir mit den Kopfschmerzen an. Seit Krawatten getragen, aber auch die Krawatte muss mir
wann haben Sie sie denn? jetzt eine Pflegerin binden. Also lasse ich sie meistens
Frau Müller: Hmm, ich denke, das ist schon seit mehr als weg. Und weil ich meinen Gürtel nicht mehr alleine
drei Wochen so. öffnen und schließen kann, trage ich seit einer Weile
Judith Casas: Über drei Wochen schon? Wie fühlen sich Hosenträger. Die mag ich zwar nicht so gern, aber sie
diese Kopfschmerzen denn an? Ist das ein dumpfes sind halt viel praktischer.
Druckgefühl? Oder ist der Schmerz pochend? Oder Moderator: Es hilft Ihnen also beim Anziehen immer ein
eher stechend? Pfleger, richtig?
Frau Müller: Es ist fast so, als ob etwas in meinem Kopf Herr Grote: Ja, leider. Das Pflegepersonal ist zwar sehr nett,
klopft. Ja, er ist klopfend oder pochend. Und der aber es ist schlimm, wenn man so unselbstständig ist.
Schmerz ist sehr stark . Ich fühle mich dann oft wie ein kleines Kind.
Judith Casas: Und was plagt Sie noch? Moderator: Aber ausziehen ist kein Problem?
Frau Müller: Manchmal ist mir schwindelig. Dann dreht Herr Grote: Doch, zum Teil brauche ich auch da Unterstüt-
sich alles um mich herum. zung. Die Hose kann ich gut alleine ausziehen. Aber
Judith Casas: Oh, das ist ja extrem unangenehm. Hoffent- die Schuhe sind zum Verrücktwerden. Da nehme ich oft
lich wird das wieder besser. einen Schuhlöffel zu Hilfe. Aber das geht auch nicht
immer. Und beim Pullover ist es oft schwierig, aus den
Aufgabe 7a – Track 27 Ärmeln rauszukommen.
Die Physiotherapeutin ist da
Aufgabe 12b – Track 29
Physiotherapeutin: Guten Morgen zusammen! Schön, dass
Herr Frei nennt Hilfsmittel
Sie so zahlreich erschienen sind. Wir machen jetzt ein
bisschen Gymnastik. Moderator: Herr Frei, gibt es denn da keine Hilfsmittel,
Als Erstes stehen Sie bitte auf. damit man sich selbstständig an- und ausziehen kann?
Strecken Sie bitte Ihren rechten Arm nach vorn aus. . Herr Frei: Doch doch, es gibt viele Tipps und Tricks. Kennen
Und drücken Sie mit dem linken Arm auf den rechten Sie zum Beispiel die Anziehhilfe für Socken? Die ist to-
Unterarm. Halten. Immer noch halten. tal praktisch! Genauso wie die Schuhausziehhilfen oder
Entspannen Sie sich wieder. die Knöpfhilfe. Damit erreichen Sie wieder ein Stück
Atmen Sie zweimal aus und wieder ein. Selbstständigkeit. Sie können sich dann wieder selbst
Legen Sie nun beide Hände auf die Beckenknochen. … helfen. Ja, wir leisten gerne Hilfe zur Selbsthilfe – das
und bücken sich. ist unser Motto!
Berühren Sie Ihre Füße. Kommen Sie wieder hoch und Natürlich gibt es nicht für alles ein Hilfsmittel, aber es
strecken Sie sich zur Zimmerdecke. Zum Abschluss gibt wirklich viele. Werfen Sie mal einen Blick in unse-
drehen Sie sich bitte noch einmal komplett um sich ren Katalog! Sie können ihn ganz leicht bestellen unter
selbst. Vielen Dank! Ich hoffe, es hat Ihnen ein wenig 0800-00 22 93 56 78. Er ist natürlich kostenlos.
Spaß gemacht. Moderator: Das klingt gut! Herr Grote, dann hoffen wir,
dass Sie für sich die passenden Hilfsmittel finden und
Aufgabe 12a – Track 28 wieder besser ohne fremde Hilfe auskommen.
Zu Besuch bei Radio Norddeich Herr Grote, Herr Frei: Vielen Dank für das Gespräch.

Moderator: Hallo liebe Zuhörer, nun haben wir einen Be-


wohner eines Altenpflegeheims in der Leitung und 3 Übungen
Herrn Frei vom Sanitätshaus „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Zunächst zu Ihnen, Herr Grote: Darf ich Sie fragen, wie
alt sie sind? Und wie geht es Ihnen? Sie sehen ja noch Übung 4a – Track 30
recht rüstig aus. Wissensrätsel
Herr Grote: Ich bin 84 Jahre alt und bin nicht so fit, wie Sie
s. Kursbuch, Track 25
denken. Ich kann viele Dinge nicht mehr alleine bewäl-
tigen und benötige Unterstützung.
Moderator: Und was fällt Ihnen besonders schwer?
Herr Grote: Ich kann zum Beispiel meine Strümpfe nicht
mehr ohne Hilfe anziehen, weil ich nicht mit den

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Übungen 3 | Einheit 4

Übung 7b – Track 31 Pavel: Was ist denn passiert Herr Schnaider? Warum haben
Dienstwechsel im Pflegeheim Sie nicht gut geschlafen? Hatten Sie Schmerzen?
Herr Schnaider: Nein. Ich möchte einfach nicht aufstehen.
Sainab: Hallo Mark, na, fit für die Spätschicht?
Lassen Sie mich in Ruhe.
Mark: Na klar. Ich konnte ja ausschlafen, während ihr schon
Pavel: Aber Herr Schnaider, das Frühstück ist bald fertig.
arbeiten musstet.
Es gibt heute wieder Spiegeleier, die mögen Sie doch
Gibt es irgendetwas Neues?
besonders gern.
Sainab: Natürlich, wie immer. Also, nachher kommt Frau
Herr Schnaider: Das ist mir egal. Ich möchte nicht auf-
Doktor zu Frau Siegert. Die ist ganz traurig, weil sie
stehen. Ich kann nicht aufstehen.
heute nicht Seniorenfußball spielen kann.
Pavel: Warum denn nicht? Mussten Sie heute Nacht oft auf
Mark: Kann sie nicht? Warum denn?
die Toilette? Lassen Sie mich doch kurz die Bettdecke
Sainab: Sie hatte wieder starke Schmerzen beim Gehen und
anheben. … Moment, ich ziehe den Vorhang zu.
im Stehen. Sie hat gesagt, dass das bestimmt von der
Ah, jetzt verstehe ich. Aber da kann ich Ihnen doch
Wirbelsäule oder der Bandscheibe kommt.
helfen, Herr Schnaider. Es ist doch nichts Schlimmes
Mark: Ist sie nicht letzte Woche gestürzt? War da nicht so
passiert. Das bekommen wir wieder hin. Ich helfe Ih-
etwas Rotes an ihrer Seite? Vielleicht ist das eine
nen bei der Intimpflege und beim Anziehen. Dann brin-
Druckstelle. Oder es könnte allgemein ein Problem mit
ge ich Sie zur Toilette und helfe Ihnen beim Wasser-
dem Hüftgelenk sein.
lassen. Wollen wir das so machen, Herr Schnaider?
Sainab: Das ist zum Glück in Ordnung. Die Physiothera-
Herr Schnaider: Mhm. Ich kann das nicht mehr so gut
peutin hat es schon untersucht. Es gab nur ein kleines
alleine.
Problem mit dem Steißbein, was im Liegen etwas
Pavel: Lieber Herr Schnaider, dafür bin ich doch da.
schmerzt. Die Physiotherapeutin tippt also eher auf
Um Ihnen zu helfen. Und später gibt es Frühstück.
den Knöchel oder den Fußwurzelkochen.
Herr Schnaider: Und es gibt wirklich Spiegeleier???
Mark: Also eher der Fuß, ok. Na, dann begleite ich sie nach-
her auf dem Weg zum Abendessen. 3
Sainab: Das wäre prima, danke! Und wenn sie wieder fit ist, Peter Schmidt: Guten Morgen Frau Hagemeister, darf ich
spielt sicher wieder gern Fußball mit dir. reinkommen? Wie geht es Ihnen heute Morgen denn?
Mark: Oh nein, dann verliere ich doch wieder … Gut, dann Frau Hagemeister: Ach, Herr Schmidt, es geht mir gar nicht
gehe ich mal los. Bis später. gut. Ich bin total unglücklich. Sehen Sie mich an, ich
Sainab: Alles klar. Viel Spaß. bin immer noch im Nachthemd. Es wird von Tag zu Tag
schlechter mit dem Ankleiden. Ich hatte heute Morgen
Übung 17a – Track 32 auch arge Probleme im Badezimmer. Das Haarewaschen
Herr Frei ist bei Radio Norddeich klappt nicht, ich kann nicht mehr gut duschen und
auch von der Toilette aufstehen ist mir fast nicht mehr
s. Kursbuch, Track 29
möglich. Ich finde das alles ganz schrecklich.
Peter Schmidt: Frau Hagemeister, wir schauen uns gleich
mal an, was wir da machen können. Ich denke, wir
4 Alltag in der Pflege
bekommen das alles wieder hin …

Aufgabe 1b – Track 33 Aufgabe 2a – Track 34


Wie geht es Ihnen? (Dialoge) Peter Schmidt bei Frau Hagemeister
1 Peter Schmidt: Wie schön, Frau Hagemeister, Sie sind ja gar
Pavel: Guten Morgen Herr Wemmer, wie geht es Ihnen nicht alleine! Schön, dass Ihre Tochter auch da ist. …
heute? Haben Sie gut geschlafen? Dann gehen wir doch gleich in Ihr Badezimmer und
Herr Wemmer: Guten Morgen, Pavel. Ja, mir geht es sehr besprechen, was wir wie machen werden, damit Sie
gut. Ich habe wie ein Baby geschlafen. wieder alles selbstständig hinbekommen. Frau John,
Pavel: Das freut mich. Möchten Sie sich für das Frühstück kommen Sie mit Ihrer Mutter und mir gerade mit?
vorbereiten? Soll ich Ihnen helfen? Brauchen Sie Frau John: Ja, gerne, Herr Schmidt.
Unterstützung beim Anziehen oder beim Waschen? …
Herr Wemmer: Nein, vielen Dank. Das schaffe ich alleine. Frau Hagemeister: Also das ist mein Bad. Hier sind meine
Heute will ich mich auch mal wieder nass rasieren. Waschsachen und hier ist mein Duschstuhl. Meine
Pavel: Prima. Dann schaue ich nach Herrn Schnaider. Tochter hat mich davon überzeugt, dass es besser ist,
wenn ich beim Duschen sitze. Beim Waschen am
2
Waschbecken brauche ich noch keine Hilfe, aber beim
Pavel: Guten Morgen Herr Schnaider, und, wie geht es
Duschen kann ich nicht mehr frei stehen.
Ihnen heute? Haben Sie auch gut geschlafen?
Peter Schmidt: Dann bringen wir zur Sicherheit auch noch
Herr Schnaider: Nein, Pavel, das habe ich nicht. Ich will
ein paar Haltegriffe an. Da können Sie sich zur Not
nicht mit Ihnen reden. Ich möchte auch nicht
festhalten.
aufstehen.

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Einheit 4 | Übungen 4

Frau Hagemeister: Prima. Aber ich habe auch Schwierig- Aufgabe 6b – Track 37
keiten, wenn ich von der Toilette aufstehen möchte. Die Pflegeplanung für Herrn Wemmer
Da reicht meine Kraft oft nicht.
Andrea Klein: Hallo Manuel, wie geht es Herrn Wemmer?
Peter Schmidt: Da hilft eine Toilettensitzerhöhung mit
Hast du seine Pflegeplanung da?
Armlehnen. Dann sitzen Sie höher und können sich
Manuel: Ja, hier ist sie.
außerdem beim Aufstehen aufstützen.
Herr Wemmer hat erzählt, dass er schon seit längerer
Frau Hagemeister: Das klingt gut. Und vielleicht könnte
Zeit an Diarrhoe leidet. Der Durchfall hat dazu geführt,
mir jemand meine Haare waschen? Ich kann die Arme
dass er jetzt Hautdefekte hat. Er nimmt nach Abspra-
nicht mehr so weit heben. Kämmen ist ja schon
che mit seinem Hausarzt Medikamente gegen den
schwierig, aber waschen kann ich die Haare wirklich
Durchfall ein. Er kommt damit gut zurecht. Der Bewoh-
nicht mehr.
ner hat früher noch andere Beschwerden gehabt und
Peter Schmidt: Wie oft wollen Sie denn die Haare gemacht
sich körperlich oft unwohl gefühlt.
haben? Reicht zweimal in der Woche?
Wir wollen, dass sich Herr Wemmer bei uns wohlfühlt.
Frau John: Das reicht Mutti, oder? Ach ja, du wolltest dem
Ganz wichtig ist auch, dass er wieder festen Stuhl hat,
Herrn doch auch noch sagen, dass er dir die Nägel ma-
damit seine Hautdefekte abheilen.
chen soll.
Gegen den Durchfall mischen wir Herrn Wemmer auf
Frau Hagemeister: Ja stimmt. Schere, Nagelfeile und so
ärztliche Anordnung zwei Messlöffel Moldavit Pur®
sind in dem Schränkchen. Da sind auch die Sachen für
ins Getränk. Herrn Wemmer sagen wir das natürlich.
meine dritten Zähne. Das mag ich zwar nicht, aber da
Der Bewohner hat früher immer sehr gerne Apfelsaft
müssten Sie auch ab und zu schauen, ob die wirklich
getrunken. Wir verdünnen seinen Apfelsaft jetzt mit
sauber sind.
etwas Wasser, damit der Saft den Durchfall nicht
verstärkt.
Aufgabe 3b – Track 35 Nach vier Wochen sehen wir nach, ob Herr Wemmer
Phonetik
wieder festen Stuhlgang hat und ob die Hautdefekte im
Manuel: Zahnprothesenbecher Intimbereich weg sind.
Haftcreme Andrea Klein: Danke Manuel, das hört sich ja alles gut an,
Wattestäbchen dann weiß ich Bescheid und du kannst jetzt Feierabend
Wattebausch machen. Und wenn sich bei Herrn Wemmer neue Prob-
Pflegeöl leme einstellen, dann sag uns bitte gleich Bescheid.
Einmalhandschuhe

Aufgabe 4a – Track 36 4 Übungen


Herr Schnaider ist sauer
Manuel: Hallo Herr Schnaider, das hat ja gut geklappt mit
Übung 1a – Track 38
Gute oder schlechte Laune?
der Zahnreinigung. Vielen Dank für Ihre Geduld.
Herr Schnaider: Ach, Sie schon wieder, Manuel … Mir geht es sehr gut.
Manuel: Hmm, lassen Sie mich Ihnen noch bei der Intim- Es geht mir gar nicht gut.
pflege helfen? Herr Morlock sagte, dass Sie es heute Ich habe wie ein Baby geschlafen.
Nacht nicht zur Toilette geschafft hatten … Ich bin total unglücklich.
Herr Schnaider: Wie bitte?! Wer hat das gesagt?! Ich? Ich Prima.
habe es nicht geschafft?! Das stimmt doch gar nicht! Ich bin betrübt.
Manuel: Ich meinte nur, dass ich Ihnen helfen … Ich finde das alles ganz schrecklich.
Herr Schnaider: Was soll das heißen?! Ich lass mich doch Lassen Sie mich in Ruhe.
nicht von jedem anfassen! Ich bin schon alleine zur
Toilette gegangen, da haben Sie noch Windeln getra- Übung 3b – Track 39
gen. Nein, keine Windeln, wie heißt das hier bei Ihnen Hilfsmittel im Badezimmer
– Formslips, genau, Formslips haben Sie getragen.
der Haltegriff
Manuel: Herr Schnaider, ich möchte doch nur …
die Toilettensitzerhöhung
Herr Schnaider: Nix, Jungchen. Nix möchten Sie. Ich benö-
die Armlehne
tige Ihre Hilfe nicht. Ich lasse mir nicht von Ihnen
der Duschstuhl
helfen. Sagen Sie das auch Ihrem feinen Herrn Pavel.
das Waschbecken
Haben Sie mich verstanden?
die Zahnprothese

Übung 7a – Track 40
Herr Schnaider ist sauer
s. Kursbuch, Track 36

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Übungen 4 | Einheit 5

Übung 15b – Track 41 Andrea Klein: Frau Ott, am besten besprechen Sie Ihre
Pfleger Ulays Arbeitstag Schlafprobleme mit dem Arzt. Heute ist ja der Doktor
im Haus. Ich schicke ihn bei Ihnen vorbei, wenn Sie
Pfleger Ulay: Aaalso, heute Morgen habe ich Frau Sendling
einverstanden sind. Wollen Sie sich jetzt noch etwas
die Haare gewaschen. Sie hat sich zuerst etwas be-
ausruhen, oder möchten Sie frühstücken?
schwert, weil das Wasser so kalt war, aber dann war es
Frau Ott: Ich möchte gern aufstehen und frühstücken.
o.k. Der Frisör hat ihr später die Haare geschnitten. Die
Sagen Sie mir bitte Bescheid, wenn der Arzt kommt.
neue Frisur ist toll. Sie hat sich aber selbst die Zähne
geputzt. Das hat richtig gut funktioniert. Dann habe
ich noch kurz mit Schwester Sabine telefoniert und sie
Aufgabe 3a – Track 43
Verben mit Vorsilbe
hat gefragt, ob ich gesehen habe, dass Herr Müller wie-
der so trockene Haut hat. Hatte ich natürlich. einschlafen
In der Mittagspause bin ich schnell zum Supermarkt aufwachen
gefahren und habe ein paar Lebensmittel gekauft. untersuchen
Heute Abend habe ich ja keine Zeit mehr. einnicken
Aber was mir gerade einfällt: Habt ihr eigentlich die verursachen
Namen der zwei neuen Bewohner verstanden? Sie anordnen
haben sie mir zweimal buchstabiert, weil ich es wirklich verschreiben
nicht verstehen konnte. vermuten
vorschlagen
zufallen
5 Wenn Bewohner erkranken mitmachen
verbessern

Aufgabe 1b – Track 42 Aufgabe 6a – Track 44


Frau Ott hat Beschwerden
Austausch im Pflegeforum
Andrea Klein: Guten Morgen, Frau Ott. Wie geht es Ihnen
Frau 1: Kennt ihr das auch? Bewohner und Patienten bekla-
heute Morgen? Haben Sie gut geschlafen?
gen sich, dass so unpersönlich mit ihnen umgegangen
Frau Ott: Ach, mir geht es nicht so gut. Ich habe wieder so
wird …
schlecht geschlafen. Die halbe Nacht habe ich wach
Frau 2: Naja, es stimmt ja auch. Die Zeit ist bei uns sehr
gelegen.
knapp und wir gehen deshalb unpersönlich mit den
Andrea Klein: Was war denn los, Frau Ott? Haben Sie
Pflegebedürftigen um. Wir messen etwas, wir waschen
Beschwerden?
die Bewohner oder machen das Bett. Für einfühlsame
Frau Ott: Ich weiß nicht, was mit mir los war. Ich war die
Gespräche bleibt keine Zeit.
ganze Nacht unruhig und nervös. Erst konnte ich nicht
Mann: Ich kenne das auch – viele beschweren sich, dass
einschlafen und dann bin ich immer wieder aufge-
morgens einfach irgendetwas mit ihnen gemacht wird:
wacht. Jetzt fühle ich mich ganz erschöpft.
Erst wird das Licht angemacht, dann der Blutdruck, die
Andrea Klein: Haben Sie auch Schmerzen?
Temperatur und der Puls gemessen – und dann wird
Frau Ott: Nein, Schmerzen habe ich nicht. Aber die Schlaf-
das Licht wieder ausgeschaltet.
probleme habe ich schon länger, schon seit einigen
Tagen schlafe ich so schlecht. Ich bin so müde, dass
mir tagsüber oft die Augen zufallen.
Aufgabe 9a – Track 45
Herr Wemmer hatte eine schlechte Nacht
Andrea Klein: Haben Sie Sorgen, über die Sie nachts
nachdenken? Manuel: Hallo Pavel, hast du schon gehört? Herrn Wemmer
Frau Ott: Ach, kleine Probleme gibt es doch immer. Aber im geht es nicht gut.
Moment habe ich keine großen Sorgen. Pavel: Was ist passiert, Manuel?
Andrea Klein: Wissen Sie was, Frau Ott, ich messe Ihnen Manuel: Das Fieber hat sich über Nacht wieder erhöht.
zunächst mal die Temperatur, dann sehen wir, ob Sie Warte, ich habe hier die Kurve mit seinen Werten …
vielleicht einen Infekt haben. Drehen Sie bitte Ihren Pavel: Stop – lass uns gleich mal zu Dr. Henrik gehen, er ist
Kopf etwas zur Seite? Ich messe jetzt mit dem Ohrther- gerade im Haus.
mometer. … Hallo Dr. Hendrik, haben Sie einen Moment? Herr
Ihre Temperatur beträgt 36,8. Fieber haben Sie also Wemmer hat wieder Fieber.
auch nicht. Zur Sicherheit messe ich auch den Blut- Dr Hendrik: Oh je. Na, dann zeigen Sie mal.
druck und fühle Ihnen den Puls. Geben Sie mir bitte Pavel: Sag du, Manuel.
Ihren rechten Arm. So, einen Augenblick. Ihr Blutdruck Manuel: Also, am Montag wurde er krank. Er klagte über
ist leicht erhöht. Er ist 145 zu 90. Ihr Puls beträgt 80. Schmerzen und Fieber. Morgens hatte er eine Tempera-
Frau Ott: Denken Sie, da stimmt etwas nicht mit mir? Ich tur von 38,3. Um Mittag herum ist das Fieber dann an-
fühle mich doch nicht krank, nur müde. gestiegen und einige Stunden unverändert so hoch ge-
blieben. Daraufhin haben wir am Abend den Doktor

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Einheit 5

gerufen und er hat Herrn Wemmer ein fiebersenkendes Aufgabe 12b – Track 48
Medikament verschrieben. Bis Dienstagmorgen ist das Herr Wemmer bittet um Hilfe
Fieber schon zurückgegangen, da lag die Temperatur
Herr Wemmer: Pavel, helfen Sie mir, meine Sachen fürs
bei 37,9 und bis zum Abend ist die Temperatur noch
Krankenhaus zu packen?
weiter gesunken. Die Schmerzen wurden auch besser.
Pavel: Ich habe schon eine Tasche für Sie fertig gemacht.
Über Nacht ist seine Temperatur stabil geblieben. Ges-
Herr Wemmer: Eine kleine Tasche, hoffe ich. Ich habe keine
tern ist sie zunächst noch etwas gefallen und bis zum
Lust, dort lange zu bleiben.
Nachmittag stagniert. Am Abend war sie fast normal.
Pavel: Werfen Sie einfach einen Blick in die Tasche und
Und nun hat er heute Morgen doch wieder Fieber.
schauen Sie, ob alles drin ist – ok?
Dr Hendrik: Gut. Dann müssen ab jetzt alle zwei Stunden
Herr Wemmer: Ja, das mache ich. Sind Sie noch so nett,
die Vitalwerte gemessen werden. Wenn die Temperatur
meine Kinder zu informieren? Einerseits bin ich mir
weiterhin verrücktspielt und so stark schwankt, dann
sicher, bald wieder hier zu sein, aber andererseits hab‘
muss er noch einmal gründlich untersucht werden.
ich schon ein bisschen Angst, nicht so schnell
Wenn die Temperatur heute Nacht über 38 Grad steigt,
zurückzukommen.
muss ihm ein Antibiotikum verabreicht werden. Und
fragen Sie ihn auch regelmäßig nach den Schmerzen.
Die bereiten mir nämlich Sorgen.
Aufgabe 13a – Track 49
Der Transport ins Krankenhaus
Aufgabe 11c – Track 46 Herr Meierhofer: Krankentransporte Rad und Tat,
Was hat Judith falsch gemacht? Meierhofer mein Name. Was kann ich für Sie tun?
Pavel: Ja, guten Morgen! Morlock vom Altenpflegeheim
Pavel: Moin Judith!
„Zum Sonnenschein“. Wir brauchen umgehend
Sorry, dass ich mit der Tür ins Haus falle, aber du hast
einen Transport für einen akut erkrankten Bewohner
mir ja eine sms geschrieben. Das fand ich auch prima,
ins Universitätsklinikum. Geht das?
weil ich vorgewarnt war, aber wir dürfen das in
Herr Meierhofer: Ja. Reicht es in einer Stunde?
Deutschland nicht.
Pavel: Ja, kein Problem.
Judith: Was meinst du denn?
Herr Meierhofer: Wird die Person begleitet?
Pavel: Wir müssen ja alles dokumentieren und solche infor-
Pavel: Nein. Der Bewohner, Herr Wemmer, kann sitzend
mellen SMS sind bei uns verboten. Ist das in Spanien
transportiert werden.
anders? Das kann ich mir gar nicht vorstellen …
Herr Meierhofer: Alles klar, ist notiert. Wer übernimmt
die Kosten?
Aufgabe 12a – Track 47 Pavel: Die Krankenkasse … Moment, ich hab’s gleich …
Herr Wemmer muss ins Krankenhaus
Ach ja, hier steht es: Das ist die Techniker
Pavel: So, Herr Wemmer, Sie haben ja schon gehört, dass Krankenkasse.
Dr. Hendrik beschlossen hat, Sie ins Krankenhaus zu Herr Meierhofer: Alles klar! Dann bis gleich, Herr Morlock!
überweisen.
Herr Wemmer: Ja, leider. Aber mir geht es wirklich Aufgabe 15a – Track 50
schlecht. Die Schmerzeinstufung
Pavel: Deshalb ist es auch wirklich wichtig, dass Sie ins
Pfleger: Gut, Herr Wemmer, jetzt möchte ich mit Ihnen über
Krankenhaus kommen. Die haben dort einfach mehr
Ihre Schmerzen sprechen. Ich habe hier eine Schmerz-
Möglichkeiten, Sie zu untersuchen.
skala mitgebracht. Haben Sie so etwas schon einmal
Herr Wemmer: Pavel, helfen Sie mir, meine Sachen fürs
gesehen?
Krankenhaus zu packen?
Herr Wemmer: Nein, was ist das?
Pavel: Ich hab‘ schon eine Tasche für Sie fertig gemacht.
Pfleger: Das hilft uns festzustellen, wie stark Ihre Schmerzen
Herr Wemmer: Eine kleine Tasche, hoffe ich. Ich habe keine
aktuell beziehungsweise im Verlauf des Tages sind. Der
Lust, dort lange zu bleiben.
Arzt kann dann die Dosierung der Medikamente besser
Pavel: Werfen Sie einfach einen Blick in die Tasche und
vornehmen. Hier in der Skala bedeutet Null, dass Sie
schauen Sie, ob alles drin ist – ok?
keine Schmerzen haben – und zehn ist ein unerträgli-
Herr Wemmer: Ja, das mache ich. Sind Sie noch so nett,
cher Schmerz, der stärkste, den Sie sich vorstellen
meine Kinder zu informieren? Einerseits bin ich mir
können.
sicher, bald wieder hier zu sein, aber andererseits
Herr Wemmer: Verstanden! Heute Nacht waren die
hab‘ ich schon ein bisschen Angst, nicht so schnell
Schmerzen nicht auszuhalten, da würde ich sagen:
zurückzukommen.
neun.
Pavel: Ich versuche gleich, Ihre Tochter anzurufen. Vielleicht
Pfleger: Oh, das ist wirklich viel. Und haben Sie jetzt
besucht sie Sie dann bald.
Schmerzen?

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Einheit 5 | Übungen 5

Herr Wemmer: Ja, der Rücken tut mir sehr weh, hier an der Saida: Oh, das wäre super! Also: Ich habe den Puls von
Seite. Das stufe ich jetzt im Moment etwa auf fünf ein. Henry gefühlt und …
Jetzt ist es gerade besser als gestern. Zum Glück! Aber Pavel: Mit welchem Finger?
es schmerzt nicht nur im Rücken. Saida: Na, dem Daumen … Ist doch richtig oder?
Pfleger: Wo haben Sie denn noch Schmerzen? Strahlt der Pavel: Erzähl erstmal weiter … Am Ende besprechen wir
Schmerz vom Rücken aus? alles und ich höre erst mal nur zu …
Herr Wemmer: Ja, es zieht in den Bauch und im Bein spüre Saida: O.k.! Also mit dem Daumen habe ich den Puls gefühlt
ich so ein Stechen. Hauptsächlich tut es auf der linken und dann ab dem ersten Schlag gezählt.
Seite weh. Im Bein ist es nicht so schlimm, im Bauch Pavel: Wie hast du denn den ersten Schlag gezählt?
fast so schlimm wie im Rücken. Saida: Mit eins. Dann habe ich zwanzig Sekunden lang den
Pfleger: Ok, also ziehende und stechende Schmerzen, die in Puls gefühlt und die Zahl der Schläge am Ende mit fünf
Bauch und Rücken ausstrahlen. Ich notiere das hier. multipliziert. Dann hätte Henry aber einen Puls über
Herr Wemmer: Bekomme ich dann etwas gegen die 100, aber er war komplett ruhig und …
Schmerzen? Pavel: Ok, ok, ok … Ich glaube, da kann ich dir helfen.
Pfleger: Ja, das veranlasse ich gleich im Anschluss. Haben Fangen wir mal an. Den Puls fühlt man nicht mit dem
Sie die Schmerzen die ganze Zeit? Sie haben gesagt, Daumen. Dann fühlst du deinen eigenen Puls. Man
dass es heute Nacht schlimmer war. nutzt stattdessen …
Herr Wemmer: Ja, leider habe ich die ganze Zeit Schmer-
zen. Sie kommen in Wellen, also unregelmäßig mehr Übung 11b – Track 54
oder weniger, zwischendurch ist es mal für eine Stunde Welcher Hörtext passt zu welcher Kurve?
besser und dann wieder schlimmer.
1
Pfleger: Wie lange geht das jetzt schon so, Herr Wemmer?
Azubi: Hallo zusammen, ich wollte ja über die Werte bei
Herr Wemmer: Es hat vor drei oder vier Tagen angefangen.
Frau Alt berichten.
Am Anfang dachte ich, dass es bestimmt bald wieder
Also, vor einer Woche, also am 7. bzw. 8.12., stieg ihr
weggeht, aber es ist schlimmer geworden.
Puls stark an und sie bekam außerdem plötzlich 39
Pfleger: Gut, Herr Wemmer, ich gebe das jetzt so weiter und
Grad Fieber. Der Puls blieb die nächsten eineinhalb
Sie bekommen noch heute Abend ein Mittel gegen die
Tage bei einem Wert von etwa 100 und schwankte nur
Schmerzen. Dann können Sie hoffentlich gut schlafen.
leicht. Allerdings schwankte die Temperatur in diesen
Herr Wemmer: Wollen wir es hoffen.
zwei Tagen stark zwischen 37,5 und 39 Grad. Danach
sanken Puls und Temperatur bis zum 11.12. wieder auf
Normalwerte, das heißt der Puls lag bei ungefähr 70
5 Übungen
und die Temperatur bei ca. 36,5 bis 37 Grad.

Übung 2a – Track 51 2
Vitalwerte Azubi: Hallo zusammen, ich wollte ja über die Werte bei
Frau Alt berichten.
Der Puls von Frau Segler betrug heute Morgen 72, mittags
Also, vor einer Woche, also am 7. bzw. 8. 12. sind bei
lag er bei 80 und am Abend bei 70.
ihr Puls und Temperatur stark angestiegen und lagen
Beim Blutdruck betrugen die Werte morgens 150 zu 100,
in den nächsten eineinhalb Tagen bei etwa 39 bis 39,5
mittags 140 zu 90 und abends 140 zu 90.
Grad bzw. bei 100 bis 110 Schlägen pro Minute.
Die Temperatur lag in der Früh bei 37,5 Grad, mittags hatte
Danach sind beide Vitalfunktionen bei zwei starken
sie Fieber von 38,6 Grad und abends betrug die Temperatur
Schwankungen bis zum 11. 12. auf unter 37 Grad bzw.
38 null.
unter 70 gesunken.

Übung 5b – Track 52 Übung 15 – Track 55


Phonetik
Der Krankentransport
Sprecher: die Tachykardie – die Pulsfrequenz –
s. Kursbuch, Track 49
die Bradykardie – der arrhythmische Herzschlag

Übung 16b – Track 56


Übung 7 – Track 53 Anamnese
Das Pulsfühlen
1
Pavel: Na, Saida, wie hat das Pulsfühlen im Unterricht
Schwester Anna: Guten Morgen, Herr Wemmer. Wie geht
funktioniert?
es Ihnen heute?
Saida: Ah, Pavel … Hmm … Irgendwie nicht so gut. … Da
Herr Wemmer: Danke, Schwester Anna. Schon viel besser.
war bei mir immer irgendwas anders.
Ich habe ein Medikament gegen die Magenprobleme
Pavel: Oh … dann sag doch mal, was du alles gemacht hast.
bekommen und musste auch nicht mehr brechen.
Vielleicht kann ich dir ja helfen.

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Übungen 5 | Einheit 6

2
Schwester Anna: Dr. Wendland, kommen Sie bitte schnell 6 Im Krankenhaus
in Zimmer 312. Herr Siebert hat die Besinnung verlo-
ren und ich bekomme ihn nicht wach.
Dr. Wendland: Ok, kommen Sie bitte mit.
Aufgabe 1b – Track 58
Orientierung im Krankenhaus Teil 1
3
1
Herr Müller: Ach, Herr Doktor, meine Erkältung ist noch
Auskunft: Da müssen Sie zuerst zur Patientenaufnahme.
nicht viel besser geworden. Hätten Sie da eventuell
Sie ist auf dieser Etage. Gehen Sie gleich hinter diesem
noch etwas für mich?
Informationspavillon geradeaus und dann sehen Sie
Dr. Wendland: Natürlich, aber ich untersuche Sie jetzt
ein großes rotes Schild mit der Aufschrift „Patienten-
nochmal.
aufnahme“. Ziehen Sie dort eine Nummer und warten
4 Sie, bis Sie aufgerufen werden.
Herbert: Ach, Heinrich, soll ich dir noch eine Flasche Wasser
2
mitbringen?
Auskunft: Ah ja, hier hab ich es. Sie liegt auf der Inneren,
Heinrich: Danke, Herbert. Ich warte liebe noch ein bisschen
Station 307, Zimmer 3074. Ich sehe, Sie gehen an
mit dem Trinken. Ich habe doch so Probleme beim klein
Krücken, dann gehen Sie am besten hier gleich links.
machen.
Dann sehen Sie schon den Lift. Fahren Sie in den
Herbert: Dann musst du aber unbedingt mit dem Doktor
3. Stock und gehen Sie dort direkt geradeaus. Gehen
sprechen.
Sie durch die Glastür und dann gleich rechts den Gang
5 runter. Dann ist es das vierte Zimmer auf der rechten
Ärztin: Gut, dann atmen sie doch bitte tief ein und aus. Seite.
Ärztin: Vielen Dank. Dann weiß ich, woher Ihre Probleme
3
kommen. Sie können sich erst mal wieder anziehen.
Auskunft: Werktags von 13 bis 19 Uhr. Samstags und sonn-
Dann erkläre ich Ihnen alles.
tags von 11 bis 19 Uhr.
6
4
Saida: Jetzt ist es aber wirklich kalt geworden, oder? Brrr …
Auskunft: Ah, ich verstehe, ein Schlaganfall. Ihr Vater wur-
Warum …
de bestimmt in die Stroke Unit gebracht. Ich sehe mal
Manuel: Ja, kein Wunder …, das kleine Fenster ist auch
nach.
schon seit Stunden auf. Ich mache das mal zu … Mir ist
Ja, wie ich sagte, Ihr Vater ist auf der Stroke Unit. Sie
auch schon total kalt.
ist im Untergeschoss. Nehmen Sie am besten den Fahr-
7 stuhl und fahren Sie ins Untergeschoss. Dort folgen Sie
Patient Grömer: Ach, Pfleger Mischa … eine Sache noch. den Schildern „Stroke Unit“.
Ich konnte mir heute Morgen nicht die Haare kämmen.
Könnten Sie mir vielleicht helfen? Aufgabe 1c – Track 59
Mischa: Na klar, Herr Grömer. Aber was war denn das Orientierung im Krankenhaus Teil 2
Problem.
1
Patient Grömer: Ach, nach der Operation musste ich ja so
Frau: Guten Tag, ich hätte eine Frage. Ich soll morgen hier
lange liegen. Da muss ich erst wieder richtig fit werden.
operiert werden. An wen muss ich mich wenden?
Das merke ich einfach überall. Auch beim Bücken und
Auskunft: Da müssen Sie zuerst zur Patientenaufnahme.
Strecken habe ich ein paar Probleme.
Sie ist auf dieser Etage. Gehen Sie gleich hinter diesem
Mischa: Morgen ist ja wieder Seniorengymnastik. Ich frage
Informationspavillon geradeaus und dann sehen Sie ein
mal die Ärztin, ob Sie hier teilnehmen können.
großes rotes Schild mit der Aufschrift „Patientenauf-
nahme“. Ziehen Sie dort eine Nummer und warten Sie,
Übung 16c – Track 57 bis Sie aufgerufen werden.
Phonetik
Frau: Vielen Dank für die Auskunft.
Körperbewegungen
2
Übelkeit
Mann : Entschuldigung, wo finde ich die Notaufnahme?
Wasserlassen
Auskunft: Guten Morgen, haben Sie einen Notfall?
Notfall
Mann: Nein nein, nicht mit mir. Aber mein Vater hatte einen
Notaufnahme
Schlaganfall und wurde mit dem Rettungswagen hier
Atemgeräusch
zum Klinikum gebracht.
erregbar
Auskunft: Ah, ich verstehe, ein Schlaganfall. Dann wurde er
Anamnesebogen
bestimmt in die Stroke Unit gebracht. Ich sehe mal
Anamnesegespräch
nach …
Ja, wie ich sagte, Ihr Vater ist auf der Stroke Unit. Sie

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Einheit 6

ist im Untergeschoss. Nehmen Sie am besten Frau Grube: Nochmal Grube, Chefarztsekretariat. Wo blei-
den Fahrstuhl und fahren Sie ins Untergeschoss. Dort ben Sie? 13.45 Uhr in der Chirurgie war vereinbart!!
folgen Sie den Schildern „Stroke Unit“. Maryam: Sorry, aber ich kann mich nun mal nicht zerreißen.

3
Frau: Guten Morgen, ich möchte meine Tochter besuchen –
Aufgabe 3a – Track 61
In der Notaufnahme
in welchem Zimmer liegt sie?
Auskunft: Wie ist denn ihr Name? DIALOG 1
Frau: Rohmann. Herr Klee: Oh je, ich hab Angst vor der Diagnose. Mein
Auskunft: Und der Vorname? Blutdruck war ja vorhin sehr sehr hoch.
Frau: Anna. Pflegerin: Herr Klee, machen Sie sich nicht verrückt, bei der
Auskunft: Ah ja, hier hab ich es. Sie liegt auf der Inneren, Frau Doktor sind Sie in den besten Händen. Ach, da ist
Station 307, Zimmer 3074. Ich sehe, Sie gehen an Krü- sie ja!
cken, dann gehen Sie am besten hier gleich links. Dann Frau Doktor, Herr Klee wollte gerne wissen, warum er
sehen Sie schon den Lift. Fahren Sie in den 3. Stock das EKG machen sollte.
und gehen Sie dort direkt geradeaus. Gehen Sie durch Ärztin: Ach, Herr Klee, ich habe Sie nur zu der Untersu-
die Glastür und dann gleich rechts den Gang runter. chung geschickt, damit ich nichts übersehe. Hier ist
Dann ist es das 4. Zimmer auf der rechten Seite. auch schon der Befund – ich spreche gleich alles in
Ruhe mit Ihnen durch.
4
Frau: Moin moin, eine Frage: Wann sind hier denn DIALOG 2
Besuchszeiten? Ärztin: So, junger Mann, der Kollege sagt, Sie haben starken
Auskunft: Werktags von 13 bis 19 Uhr. Samstags und sonn- Durchfall und übergeben sich ständig? Dann bekom-
tags von 11 bis 19 Uhr. men Sie jetzt eine Infusion.
Frau: Wie war das? Das muss ich mir aufschreiben … Junger Mann: Und wozu? Und warum hat mich Ihr Kollege
Auskunft: Sehen Sie das Schild hier neben Ihnen? Da ste- zur Blutabnahme geschickt?
hen die Besuchszeiten drauf Ärztin: Das hat er gemacht, damit wir schnellstmöglich
Frau: Ahh, das hatte ich nicht … herausfinden, ob Sie eine Vergiftung haben.
Junger Mann: Vergiftung?? Ich habe gestern Pilze
Aufgabe 2 – Track 60 gegessen!!
Schwester Maryam hat Stress Ärztin: Beruhigen Sie sich, wir kümmern uns darum … Die
Blutwerte kommen sicher gleich.
Pfleger Tom: Na, Maryam, hast du gut geschlafen?
Maryam: Ja, eigentlich schon. Muss ja auch – ich bin hier DIALOG 3
heute alleine … Frau Muck: Na, Frau Doktor, wie sieht es mit mir aus? Mir
Tom: Na, dann viel Glück! geht es schon wieder viel besser.
(…) Ärztin: Das ist schön, Frau Muck, ich habe Sie nur zu der
Frau Grube: Hier Chefarztsekretariat, Grube. Könnten Sie Untersuchung geschickt, um nichts zu übersehen.
bitte Dr. Hu sagen, dass der Chefarzt wünscht, ihn zu Immerhin sind Sie ja heute Nachmittag in Ohnmacht
sprechen?? Danke. gefallen.
Und Sie selbst erwartet er um 13.45 Uhr in der Frau Muck: Und, habe ich denn etwas Schlimmes?
Chirurgie! Ärztin: Nein, seien Sie unbesorgt. Aber einen Befund gibt es
Maryam: Ja, muss es denn um 13 … doch. Sie sind schwanger …! Hier sehen Sie mal, beim
Olaf: Hi Maryam, gut dass ich dich antreffe, du sollst Frau Ultraschall sieht man es …
Gutding zum Sono schicken.
DIALOG 4
Maryam: OK, wird erledigt.
Ärztin: Guten Abend, wie geht es Ihnen nach dem Unfall?
Olaf: Und danach soll ein EKG geschrieben werden.
Ist bis auf das Bein alles ok?
Maryam: Was denn noch alles …!??
Mann: Naja, ich war gerade beim Röntgen. Es tut noch
(…)
höllisch weh.
Herr Klotz: Klotz, Zentrallabor. Frau Hakan, es ist schon
Ärztin: Das glaube ich. Ich gipse jetzt Ihr Bein ein, um es
spät – und die Urinprobe von Herrn Wemmer muss bis
total ruhig zu stellen. Dann lässt der Schmerz sicher
14 Uhr hier sein.
bald nach.
Maryam: Ja ja, ich sorge dafür …
Mann: Hoffen wir es!
Mannomann, heute ist was los …
Olaf: Hey Maryam, so sollst doch die Patientin hier zum
Röntgen bringen.
Aufgabe 7e – Track 62
Was hat Schwester Gabi gesagt?
Maryam: Wie bitte? Das hat mir niemand gesagt …!
Na dann, Frau Fraaatz, kommen Sie bitte mit mir mit? Pflegerin Gabi Mai: Ja, so ist das fast immer, die Ärzte ha-
Die Röntgenabteilung ist nicht weit. ben leider sehr wenig Zeit und müssen ständig rennen.
(…)

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Einheit 6

Frau Klose: Ja, fürchterlich. Können Sie mir noch den Arzt- Gabi Mai: Nein, wirklich nicht – darf ich Sie darüber in
brief etwas erklären? Was bedeutet „Ery und Leu Kenntnis setzen, dass wir an die Schweigepflicht
erhöht“? gebunden sind? Wir brauchen Herrn Wemmers Ein-
Gabi Mai: Leu steht für Leukozyten. Wenn der Wert für die verständnis, wenn wir Details weitergeben.
Leukozyten auffällig hoch ist, findet im Körper eine Herr Jablonski: Dann fragen Sie ihn doch bitte – und geben
Entzündung statt. Das ist ein Anzeichen dafür, dass Sie mir dann bitte Bescheid?
sich der Harntrakt vor allem durch die kleinen Nieren- Gabi Mai: Das kann ich machen. Aber kommen Sie bitte
steine entzündet hat. Deshalb auch das hohe Fieber. dennoch hier vorbei – dann kann Ihnen entweder
Außerdem hat Ihr Vater Blut im Urin. Das kommt ver- Herr Wemmer selbst oder der Arzt Bericht erstatten.
mutlich dadurch, dass die kleinen Steine die Harnröhre
oder den Harnleiter etwas anritzen, also kratzen. Aufgabe 9a – Track 64
Frau Klose: Und deshalb müssen die Ärzte operieren? Am Abend vor der OP
Gabi Mai: Ja, im Sono, also bei der Ultraschalluntersuchung,
Gabi Mai: Guten Abend, Herr Wemmer, ich wollte Sie nun
sieht man die Steine, vor allem den großen. Er bewegt
über den Ablauf morgen informieren.
sich frei und verschließt manchmal den Harnleiter.
Herr Wemmer: Wie bitte? Ich hab‘ gerade Musik gehört
Dann kann kein Harn mehr abfließen und sammelt sich
und an meine Enkel gedacht.
in der Niere. Deshalb muss der große Stein raus. Nach
Gabi Mai: An wen haben Sie gedacht?
der OP wird Ihr Vater dann sehr viel trinken müssen
Herr Wemmer: An meine zwei Enkel. Sie sind sooo toll.
und er wird eine Infusion mit einem Antibiotikum
Aber …, worüber wollen Sie mich informieren?
bekommen.
Gabi Mai: Nur darüber, wie der morgige Tag verläuft. Also,
Frau Klose: Das klingt nicht so schlimm. Es ist also ein
ganz wichtig ist, dass Sie ab 23 Uhr nicht mehr essen
kleiner Eingriff. Gott sei Dank! Und was heißt das hier?
und trinken. Sie müssen für die OP nüchtern sein. Ich
o. B.?
lege Ihnen hier auch schon einmal das OP-Hemd, den
Gabi Mai: Das heißt ohne Befund, kurz „o. B.“. Diese Organe
Schlüpfer und die Antithrombosestrümpfe hin. Das
sind also ok.
ziehen Sie sich bitte morgen Früh an. Sie sind gleich
Frau Klose: Ach so. Muss mein Vater für die Zukunft etwas
der Erste. Und hier auch noch eine Tablette. Die ist zur
verändern? Seine Ernährung zum Beispiel?
Beruhigung – dann haben Sie nicht so viel Angst vor
Gabi Mai: Ja, das kann gut möglich sein. Eine eventuelle
der Operation.
Anpassung seiner Diät werden wir in unserem Bericht
Herr Wemmer: Wovor soll ich denn Angst haben? … Naja,
an seine Pflegeeinrichtung mitschicken. Aber dafür
vielleicht davor, dass ich bald keine Schmerzen mehr
muss erst die Analyse des Steins erfolgen.
habe.
So, ich denke, der Professor Huth wird das noch heute
Gabi Mai: Das ist eine gute Einstellung, Herr Wemmer! Und
in Ruhe mit Ihrem Vater durchsprechen und auch der
legen Sie dann bitte alles ab: Ring, Uhr – und die Zahn-
Anästhesist wird heute noch zu ihm kommen.
prothese, wenn Sie eine haben.
Frau Klose: Ja gut, ich will Sie nicht länger stören. Vielen
Dank und vielleicht bis morgen! Tschüs!
Gabi Mai: Ja, bis morgen! ciao!
Aufgabe 11c – Track 65
Was wird bei der Nieren-OP gemacht?
Aufgabe 8a – Track 63 Zuerst wird eine Braunüle gelegt. Dann leitet der Anästhesist
Ein Telefongespräch die Narkose ein und das Licht wird gut eingestellt. Dann wird
das Operationsgebiet mehrfach desinfiziert und das Operati-
Gabi Mai: Uniklinikum, Abteilung 12, Innere Medizin,
onstuch daraufgelegt. Danach schneidet der Chirurg mit ei-
Schwester Gabi am Apparat
nem Skalpell einen kleinen Bereich an der linken Körperseite
Herr Jablonski: Ja guten Tag, Jablonski mein Name. Ich
auf und führt ein Instrument in die Niere ein, mit dem er den
wollte mich erkundigen, wie es Herrn Wemmer geht.
Nierenstein zertrümmert. Wenn alles gut verlaufen ist, legt
Wissen Sie schon, was ihm so große Probleme bereitet?
der Operateur noch eine Drainage in die Wunde ein, damit
Wird er denn operiert?
Blut und Wundwasser ablaufen können, sowie einen speziel-
Gabi Mai: Guten Tag, Herr Jablonski. Leider darf ich Ihnen
len Katheter, über den der Urin abfließen kann. Dann wird
da telefonisch keine Auskunft geben. Sind Sie denn mit
die Wunde mit Nadel und Faden zugenäht und die Narkose
dem Patienten verwandt?
wieder ausgeleitet.
Herr Jablonski: Ja, ich bin sein bester Freund aus alten
Tagen. Mir werden Sie ja wohl was sagen dürfen!!
Gabi Mai: Das geht leider wirklich nicht. Aber wenn Sie
Aufgabe 12a – Track 66
Visite bei Herrn Wemmer
Herrn Wemmer besuchen könnten, würde er sich
sicher freuen. 1
Herr Jablonski: Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Sie Herr Wemmer: Hallo Herr Professor, ist denn alles gut
wissen doch, wie das ist, das Rheuma, der Blutdruck … gelaufen?
Können Sie mir nicht vielleicht doch sagen, ob er ope- Arzt: Ja, die OP ist gut verlaufen, keine Sorge.
riert werden muss? Herr Wemmer: Werde ich denn bald entlassen?

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Einheit 6 | Übungen 6

Arzt: Nein, Herr Wemmer. Sooo schnell geht das nicht. Sie Herr Wemmer: Ach, Schwester Sabrina, ich habe vorhin
bekommen jetzt erst mal ein bis zwei Tage eine Infusion ganz vergessen, dem Professor zu sagen, dass ich so ei-
mit einem Antibiotikum. Solange wir nicht ganz sicher nen ziehenden Schmerz in der Blasenregion habe. Wo-
gehen können, dass alles gut heilt, müssen Sie noch bei her kommt das? Und hilft da auch das Schmerzmittel?
uns bleiben. Und Sie müssen sehr viel trinken, mindes- Sabrina: Die Schmerzen, die Sie haben, kommen von einer
tens vier Liter am Tag. Art Stent im Harnleiter, den die Ärzte bei der OP legen
Herr Wemmer: Oh Gott, ich kann doch mit all den Schläu- mussten. Gegen das Ziehen in der Blase hat Professor
chen nicht zur Toilette. Muth Ihnen Spasmo Urgenin® verordnet. Das sind die-
Arzt: Sie müssen jetzt erst mal gar nicht zur Toilette. Der se rotbraunen Dragees hier. Sehen Sie? Die nehmen Sie
Urin fließt ja über diesen speziellen Katheter an Ihrer dreimal am Tag unzerkaut mit viel Flüssigkeit ein.
linken Seite ab. Herr Wemmer: Oh, vielen Dank!!
Sabrina, als Medikation dann Novalgin gegen die Sabrina: Sonst nichts mehr bei Ihnen?
Schmerzen, in Tropfenform wie immer. Und 1x täglich Herr Wemmer: Nein – oder vielleicht doch. Könnte ich eine
Verbandswechsel. Und Heparin subkutan. Schlaftablette bekommen?
Pflegerin Sabrina: Ok, ist notiert. Sabrina: Ja, sicher. Ich bringe Ihnen gleich eine und trage
das gleich ein …
2
Nitrazepam bei Bedarf zur Nacht.Die nehmen Sie bei
Arzt: Guten Tag, Herr Pohl! Ich wollte mich noch entschuldi-
Bedarf, also wenn Sie meinen, dass Sie sie brauchen
gen, dass Sie in der Urologie liegen, aber in der Ortho-
Und bei Ihnen, Herr Pohl? Sie werden ja morgen erst
pädie war kein Bett mehr frei. Aber Herr Wemmer ist
mal noch nicht operiert.
ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Sie werden sich
Herr Pohl: So ist es. Und danke – ich brauche nichts mehr,
schon vertragen.
vielen Dank!
Und wie sieht es bei Ihnen aus, Herr Pohl?
Herr Pohl: Geht so, ist alles noch stark geschwollen.
Arzt: Na, zeigen Sie das Knie mal. … Ja, es ist noch sehr
Aufgabe 12 d – Track 67
Was macht man womit?
dick … Hmmm, mit der OP klappt es dann morgen
wahrscheinlich noch nicht. Bevor wir operieren, muss Ein Zäpfchen oder Suppositorium führt man ein.
nämlich das Gelenk abgeschwollen sein, also dünner Eine Kapsel, Tablette, Filmtablette und Tropfen muss man
geworden sein. einnehmen.
Tut es noch sehr weh? Eine Salbe trägt man auf.
Herr Pohl: Ja, meine Muskeln sind auch alle so verspannt, Infusionen legen meistens Ärzte an.
v. a. morgens und abends. Spritzen gibt meistens ein Arzt.
Arzt: Dann nehmen Sie morgens und abends eine Tablette
Diclofenac.
Sabrina: Herr Pohl bevorzugt Zäpfchen. 6 Übungen
Arzt: Ok, wenn er das Diclo lieber rektal einführt, bekommt
er halt Suppositorien.
Herr Pohl: Und vergessen Sie nicht, mir eine Schilddrüsen-
Übung 2b – Track 68
Wegbeschreibungen
tablette zu geben.
Sabrina: Nein nein, dass Sie L-Thyroxin nehmen, steht hier 1
in der Akte. Sie bekommen Sie, wenn wir Sie auf- ältere Dame: Entschuldigen Sie bitte? Können Sie mir
wecken – die Tablette müssen Sie ja auf nüchternen sagen, wie ich in die Chirurgie komme?
Magen einnehmen und dann noch etwa 30 Minuten junger Mann 1: Aber natürlich. Gehen Sie geradeaus und
warten, bevor Sie etwas essen. Und auch Ihre Insulin- folgen Sie den Schildern mit der Aufschrift Chirurgie.
dosis steht in der Akte. Keine Sorge. Über die Insulin-
2
injektionen sprechen wir dann morgen Früh.
junge Frau: Ah, wären Sie so nett und könnten mir erklä-
Arzt: Dann gute Besserung, meine Herren!
ren, wie ich zur Orthopädie komme?
Wemmer und Pohl zusammen: Vielen Dank!
junger Mann: Na sicher. Nehmen Sie den Fahrstuhl. Dann
3 fahren Sie in den ersten Stock und schon sind Sie da.
Sabrina: Na, die Herren – ist bei Ihnen alles ok? junge Frau: Im ersten Stock? Dann könnte ich ja auch
Herr Wemmer: Naja, wie es einem nach einer OP so geht. laufen? Ginge das?
Aber egal – heute Mittag war ich dann ja positiv über- junger Mann 1: Ja klar, schauen Sie mal. Dort drüben ist
rascht. Während ich im OP lag, haben Sie hier nicht nur das Treppenhaus.
aufgeräumt, sondern mir auch noch einen netten Zim-
mernachbarn organisiert. Und jetzt ist es nicht mehr so
langweilig.
Sabrina: Da sehen Sie mal, wie sehr wir uns um Ihr Wohl
kümmern.

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Übungen 6 | Einheit 7

Übung 6 – Track 69 Pneumonie


Welche Organe machen Probleme? Appendizitis

1
Pfleger Mischa: Ah Lena, hast du Frau Semmler von Zim-
Übung 13a – Track 72
Untersuchungsergebnisse
mer 212 schon ihre Insulinspritze gegeben?
Schwester Lena: Ja, klar. Das habe ich gerade gemacht. 1
Arzt: Im Blutbild konnte man sehen, dass einige Werte zu
2
hoch sind.
Schwester Lena: Schau mal, Mischa. Die Blutwerte bei
Herrn Weiß sind noch immer nicht in Ordnung. 2
Pfleger Mischa: Ah, stimmt. Wir sprechen gleich mal mit Arzt: Bei Untersuchung konnten wir erkennen, dass
Frau Doktor Horn. Frau Siegert einen Nierenstein hat.
3 3
Schwester Lena: Guten Morgen Herr Lambert. Was machen Arzt: Während der Sonografie haben wir gesehen, dass
Ihre Verdauungsprobleme? Herr Schnaider ein Herzproblem hat.
älterer Patient: Ach, Schwester Lena, Ihre Tabletten haben
4
schon sehr geholfen. Es wird immer besser.
Arzt: Bei Herrn Metzer ist alles in Ordnung. Alle Organe
4 funktionieren problemlos.
junge Patientin: Pfleger Mischa, mein Husten wird einfach
nicht besser. Ich habe manchmal sogar Probleme beim Übung 19a – Track 73
Atmen. Die Visite
Pfleger Mischa: Dann schicke ich sofort den Doktor zu
s. Kursbuch, Track 66
Ihnen.

Übung 7a – Track 70 7 Wohnen – schön und sicher


Die Diagnosen der Patienten
Ärztin 1: Frau Schwarz hat ja schon lange über Übelkeit und
Blähungen geklagt. Die Untersuchung zeigt, dass sie
Aufgabe 1b – Track 74
Interview mit Professor Sturz
ein Magengeschwür hat, also einen Ulcus ventriculi.
Ärztin 2: Und die Sono bei Frau Siebert hat ergeben, dass Moderator: Willkommen bei Radio Senior! Heute, liebe
sie eine Blinddarmentzündung hat, also eine Hörerinnen und Hörer, haben wir Professor
Appendizitis. Dr. Dr. Anton Sturz bei uns, der Ihre Fragen beant-
Ärztin 1: Ah, Ultraschall. Den habe ich heute Morgen bei worten wird. Aber zuerst mal die allgemeine Frage:
Herrn Linge gemacht. Seine Schmerzen kommen von Herr Professor Sturz, wie können wir uns eine
einem Nierensteinleiden, also von einer seniorengerechte Wohnung vorstellen?
Nephrolithiasis. Prof. Sturz: Um eine Wohnung seniorengerecht zu gestal-
Ärztin 2: Die Atembeschwerden sind schlimmer, als wir ten, müssen zunächst die besonderen Bedürfnisse und
dachten. Sie hat eine Lungenentzündung, also eine Gewohnheiten älterer Menschen bekannt sein. Die
Pneumonie. Bedürfnisse sind individuell verschieden: Jemand, der
auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat ganz andere
Übung 7b – Track 71 Bedürfnisse als eine Person, die noch körperlich fit ist,
Phonetik oder eine Person, die an Demenz leidet.
Generell gilt: Ältere Menschen sind nicht mehr so beweg-
Sprecher: Magengeschwür
lich, sie stürzen und fallen leichter hin und die Folgen
Lungenentzündung
eines Sturzes können schwerwiegend sein. Personen
Nierensteinleiden
mit Demenzerkrankungen sind zudem oft
Herzinfarkt
orientierungslos.
Blasenentzündung
Moderator: Wie immer haben uns einige Hörerinnen und
Leberentzündung
Hörer ihre Fragen geschickt. Beginnen wir mit der Fra-
Bauchspeicheldrüsenkrebs
ge von Beate Herzlein. Ihre 86-jährige Mutter geht seit
Zuckerkrankheit
sechs Monaten am Rollator, aber die Tochter befürch-
Blinddarmentzündung
tet, dass sie bald einen Rollstuhl braucht. Da die Mut-
Hepatitis
ter mental fit ist, kann und will sie in ihrer gewohnten
Nephrolithiasis
Umgebung bleiben. Deshalb will Frau Herzlein die
Cystitis
Wohnung ihrer Mutter umbauen. Worauf muss sie
Ulcus ventriculi
achten?

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Einheit 7

Prof. Sturz: Nun, am besten wäre ein stufenloser eben- Ansprechpartnern. Sie sollten am besten direkt neben
erdiger Zugang. Sollte das nicht möglich sein, dann ist einem seniorengerechten Telefon mit besonders großen
eine Rampe, ein Treppenlift oder ein Aufzug notwen- Tasten hängen. Auch der ärztliche Notdienst, die Pfle-
dig. Frau Herzlein sollte auch darauf achten, dass die geeinrichtung oder die Telefonnummer einer in der
Wohnung hell und gut beleuchtet ist. Sinnvoll ist auch, Nähe wohnenden Person sollten auf so einer Liste
Lichtschalter, das Türschloss und die Klingel auf niedri- stehen. Sollte Frau Baums Onkel Raucher sein, muss
ger Höhe anzubringen, damit sie vom Rollstuhl aus gut darauf geachtet werden, dass auch wirklich in allen
erreichbar sind. Räumen Brandmelder angebracht sind.
Auch die Steckdosen sollten gut erreichbar sein, also Bei schweren Fällen ist eine Betreuung rund um die
die derzeit hoch liegenden Steckdosen unterhalb bzw. Uhr notwendig, denn Demenzkranke verletzen sich
die tief liegenden Steckdosen oberhalb der üblichen auch oft an Haushaltsgeräten, wenn sie deren Funkti-
Höhe angebracht werden. Für die vielen elektrischen onsweise vergessen haben. Bei zunehmender Demenz
Geräte, die man ja heute hat, sollten es genügend sollte Frau Baum außerdem ein spezielles Türschloss
Steckdosen geben, damit Stromkabel nicht zur Stolper- einbauen oder – was vielleicht irgendwann besser sein
falle werden. Außerdem sollten die Fußböden mit kann – die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung
einem rutschfesten, leicht zu reinigenden Bodenbelag ernsthaft in Erwägung ziehen. Auch, wenn es
ausgelegt sein, damit die Person nicht so leicht aus- schwerfällt.
rutschen kann und der Rollstuhl ohne Hindernisse Moderator: Herr Professor Sturz, vielen Dank für Ihre Zeit
rollen kann. und die Informationen rund um das Thema „Senioren-
Im Schlafzimmer empfehlen wir, dass das Bett in der gerechtes Wohnen“.
Höhe verstellbar und von allen Seiten gut zugänglich (…)
ist. Des Weiteren sind Lichtschalter und Ablageflächen Liebe Hörer, Professor Sturz ist auch nach der Sendung
in direkter Nähe zum Bett sinnvoll. für Sie im Chat zu erreichen. Wenn Sie also noch
Beim Badezimmer rate ich dazu, dass sich die Bade- weitere Fragen haben – dann mailen Sie uns. Die
zimmertür nach außen öffnen lässt, zudem sollte die E-Mail-Adresse ist Radio_Senior@altenrepublik.net.
Dusche ebenerdig begehbar sein. Vielleicht ist auch Außerdem finden Sie seine Antworten auf Ihre
ein Duschsitz notwendig, ganz sicher sind Anti-Rutsch- Fragen wie immer kurz und knapp auf unserer Website
Matten und zusätzliche Haltegriffe notwendig, die beim www.altenrepublik.net.
Aufrichten, Stehen und Setzen helfen und Sicherheit
geben. Und bei der Toilette könnte man die Sitzhöhe Aufgabe 3c – Track 75
heraufsetzen und auch ein großer Druckspülknopf ist Teambesprechung
eine Erleichterung.
Pavel: Frau Ott wurde letzte Woche aus dem Krankenhaus
Moderator: Herr Prof. Sturz, vielen Dank für diese ersten
entlassen, die Hüftoperation ist ohne Komplikationen
Informationen. Nach einer kurzen Pause sind wir wie-
verlaufen. Frau Ott hat jetzt links eine Hüftprothese,
der für Sie da. Dann geht es weiter mit unserem heuti-
ist jedoch noch ziemlich schwach und benötigt mehr
gen Thema „Seniorengerechtes Wohnen und eine
Unterstützung als früher. Außerdem bereitet ihr die
sichere Umgebung für ältere Menschen“. Bei uns zu
operierte Hüfte Schmerzen. Des Weiteren klagt sie über
Gast ist Prof. Sturz, der uns gleich etwas zu senioren-
Schmerzen in dem geprellten rechten Knie, der Sturz
gerechtem Wohnen für Demenzerkrankte sagen wird.
vor zwei Wochen war doch schwerwiegender als

gedacht. Den Oberkörper hingegen kann sie ohne Ein-
Kommen wir zu der Frage von Frau Baum. Sie steht et-
schränkungen bewegen, sich selbstständig an- und
was hilflos der Situation gegenüber, dass sie unerwartet
ausziehen und sich – wenn auch mit Schmerzen in Knie
ihren Onkel zu sich nehmen und sich um ihn kümmern
und Hüfte – ohne Hilfe im Bett aufrichten.
muss. Professor Sturz, was kann Frau Baum an ihrer
Gehen kann sie nur mit einem Rollator, ist aber auch
Wohnung verändern und verbessern?
dabei sehr unsicher. Treppensteigen ist sowieso unmög-
Prof. Sturz: Menschen mit einer Demenzerkrankung müs-
lich. Deshalb sollte sie unbedingt ein Mobilitätstraining
sen nicht zwangsläufig auf einen Rollstuhl angewiesen
machen, das bedeutet, dass jemand von uns den Phy-
sein – Frau Baums Onkel scheint ja körperlich durchaus
siotherapeuten kontaktieren muss, damit ein individu-
noch selbstständig zu sein. Allerdings ist es für eine
eller Trainingsplan für Frau Ott erarbeitet werden kann.
Demenz typisch, dass die Erkrankten mit fortschreiten-
Ich schlage vor, dass die Bewegungsübungen mindes-
der Erkrankung zunehmend orientierungslos sind und
tens 2x täglich unter Anleitung stattfinden, bis sie sich
sich oft nicht mehr alleine versorgen können. Daher
sicherer fühlt.
sind alle Hilfestellungen, die eine Orientierung erleich-
Um die Hüftprothese zu schützen, sollten wir versu-
tern, sinnvoll. An Frau Baums Stelle würde ich gut
chen, Frau Ott von Hüftprotektoren zu überzeugen …
erkennbare Uhren gut sichtbar anbringen. Wichtig sind
Ich weiß, die sind nicht besonders beliebt, doch solan-
auch Wandkalender mit großen Zahlen und Buch-
ge Frau Otts Gangbild noch derart unsicher ist, ist die
staben von Wochentag und Tagesdatum sowie groß
Gefahr zu groß, dass sie stürzt und dabei die operierte
geschriebene Telefonnummern mit den wichtigsten
Hüfte schädigt. Darüber hinaus müssen wir natürlich

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Einheit 7

noch den Arzt und die Angehörigen informieren. könnt ihr euch ja vorstellen. Sie ist also erneut gestürzt
Vielleicht benötigt Frau Ott auch vor den Übungen und wir mussten den Notarzt rufen.
eine Schmerzmedikation. Außerdem sollten wir ihren Sie wurde heute Morgen schon geröntgt. Und ich sage
Wohnbereich eingehend auf Stolperfallen prüfen. euch, sie hatte wirklich Glück – das eingesetzte Hüft-
Andrea: Ist euch eigentlich aufgefallen, dass Frau Ott jetzt gelenk ist nicht beschädigt, und sie ist auch nicht auf
manchmal ein bisschen verwirrt ist? Ich hab‘ schon ihr geprelltes Knie gefallen, sondern konnte sich noch
öfter mal gedacht, dass sie von den verordneten so nach vorne drehen, dass sie sich mit der Hand
Schmerzmitteln verwirrt ist, aber eigentlich bekommt abfangen konnte. Allerdings hat sie sich am rechten
sie ja gar nicht so viel Schmerzmittel. Deshalb denke Handgelenk eine Verstauchung zugezogen. Das bedeu-
ich, dass sie der Sturz stark verunsichert hat. Sie geht tet, dass sie sich in der nächsten Zeit nicht vernünftig
ja auch am Rollator so ängstlich und hat sich einen am Rollator festhalten kann.
schleppenden Gang angewöhnt. Außerdem befürchte Pavel: Puuuh, Hauptsache, das Hüftgelenk hat nichts ab-
ich, dass sich bei Frau Ott allmählich ein Ausschei- bekommen. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass sie die
dungsproblem entwickelt. Sie kam gestern nicht mehr Protektorenhose anzieht. Auch wenn Sie das nicht
rechtzeitig zur Toilette … Wir können echt froh sein, wirklich möchte. Manuel kann zusätzliche Bewegungs-
dass Frau Ott keine neurologische Grunderkrankung übungen mit Frau Ott durchführen. Der Therapeut war
wie Parkinson oder Multiple Sklerose hat. Dann wäre bereits da und hat Manuel erklärt, welche Übungen
diese jüngste Entwicklung für Frau Ott besonders sinnvoll sind. Außerdem sollten wir Frau Ott nochmal
schlimm … erklären, dass sie immer die Notklingel benutzen soll,
wenn sie sich nicht sicher fühlt.
Aufgabe 6b – Track 76 Judith: Aber wenn sie so verwirrt ist, wird sie die Klingel
Judith berichtet kurz nicht benutzen.
Pavel: Wir müssen es probieren. … Außerdem sollte sie für
Judith: Hallo Andrea, hallo Pavel, ich habe schlechte Nach-
die nächste Zeit den Rollstuhl benutzen und nicht mehr
richten: Frau Ott ist heute Nacht gestürzt, als sie ins
den Rollator. Und nachts stellen wir ihr einen Toiletten-
Badezimmer wollte. Leider hat sie weder nach mir noch
stuhl neben das Bett. Das ist sicherer. Ich rufe später
nach Manuel geklingelt. Sie ist aufgestanden und woll-
noch Frau Colson an, die Tochter von Frau Ott, die wird
te barfuß und ganz ohne Hilfsmittel ins Bad gehen.
sicher Fragen haben.
Dabei steht ihr Rollator und auch ihr Stock immer am
Bett bzw. neben dem Nachttischchen. Ich weiß auch
nicht, warum sie kein Licht angemacht hat. So war es
Aufgabe 8a – Track 78
Erstanamnese von Herrn Arct
nun auch noch dämmrig, als sie ins Bad wollte. Meine
Güte – Andrea, mir scheint mittlerweile auch, dass sie Andrea Klein: Herr Arct ist 74 Jahre alt und kommt nun
ein bisschen verwirrt ist. … zu uns in die Pflege. Seine Tochter sagt, dass er wegen
Jedenfalls hat sie auf dem Weg zum Bad das Gleich- einer operierten Schulter bewegungseingeschränkt ist
gewicht verloren. Sie wollte sich noch auf den Rollator und sich weder alleine an- und auskleiden noch seine
stützen, der ja wie immer neben dem Nachttisch stand, Position im Liegen und Sitzen selbstständig verändern
aber die Bremse war nicht fest, … Naja, und den Rest kann. Er benötigt dabei jemanden, der ihm Anweisun-
könnt ihr euch ja vorstellen. Sie ist also erneut gestürzt gen gibt. Zudem braucht er einen Rollstuhl und immer
und wir mussten den Notarzt rufen. eine Begleitung. Herrn Arcts Tochter berichtet auch,
dass ihr Vater zunehmend verwirrt und orientierungs-
Aufgabe 6c – Track 77 los ist. Deshalb sollten wir in seinem Zimmer sowohl
Der Sturzbericht einen großen Wandkalender als auch eine große Uhr
aufhängen. Damit sich Herr Arct bei uns wohlfühlt, ist
Judith: Hallo Andrea, hallo Pavel, ich habe schlechte Nach-
es aber auch wichtig, ihm nicht nur Orientierungs-
richten: Frau Ott ist heute Nacht gestürzt, als sie ins
hilfen, sondern auch Gespräche über die Familie oder
Badezimmer wollte. Leider hat sie weder nach mir noch
aktuelle politische Ereignisse anzubieten. Er ist für
nach Judith geklingelt. Sie ist aufgestanden und wollte
solche Hilfen und Gespräche immer sehr dankbar.
barfuß und ganz ohne Hilfsmittel ins Bad gehen. Dabei
Seine Tabletten und Tropfen nimmt Herr Arct noch al-
steht ihr Rollator und auch ihr Stock immer am Bett
leine ein, wenn seine Tochter sie ihm in den Tabletten-
bzw. neben dem Nachttischchen. Ich weiß auch nicht,
dispenser legt. Allerdings kann er sich nicht mehr
warum sie kein Licht angemacht hat. So war es nun
daran richtig erinnern, wie man mit Haushaltsgeräten
auch noch dämmrig, als sie ins Bad wollte. Meine Güte
umgeht. Vor drei Monaten wollte er sich zu Hause wohl
– Andrea, mir scheint mittlerweile auch, dass sie ein
einen Toast zubereiten, stellte aber nicht den Toaster,
bisschen verwirrt ist. …
sondern die Herdplatte an und verbrannte sich drei
Jedenfalls hat sie auf dem Weg zum Bad das Gleich-
Finger, als er sich auf der heißen Platte aufstützte. Und
gewicht verloren. Sie wollte sich noch auf den Rollator
kürzlich stellte er nach dem Duschen das Wasser nicht
stützen, der ja wie immer neben dem Nachttisch stand,
ab … Da aber viele Haare im Abfluss lagen, ist das
aber die Bremse war nicht fest, … Naja, und den Rest
Wasser nicht gut abgeflossen und sammelte sich

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Einheit 7 | Übungen 7

allmählich. Gut, dass seine Tochter rechtzeitig kam! Er Steckdosen geben, damit Stromkabel nicht zur Stolper-
gefährdet ja womöglich sowohl sich als auch andere … falle werden. Außerdem sollten die Fußböden mit
Jedenfalls führten diese Ereignisse dazu, dass die Toch- einem rutschfesten, leicht zu reinigenden Bodenbelag
ter nun eine Entscheidung treffen musste: Entweder sie ausgelegt sein, damit die Person nicht so leicht ausrut-
gibt ihren Job auf und bleibt den ganzen Tag zu Hause schen kann und der Rollstuhl ohne Hindernisse rollen
oder sie gibt den Vater in eine fachkundige Betreuung. kann.
Aber eines ist für sie ausgeschlossen: Sollte es jemals
so weit kommen, dass wir meinen, dass Herr Arct Übung 6 – Track 80
fixiert werden muss, dann nimmt sie ihren Vater wieder Teambesprechung
mit zu sich nach Hause. Ich habe das in der Akte
s. Kursbuch, Track 75
vermerkt.

Übung 10a – Track 81


7 Übungen Frau Otts Sturz
s. Kursbuch, Track 77

Übung 1a – Track 79 Übung 10b – Track 82


Professor Sturz im Interview
Phonetik
Moderator: Willkommen bei Radio Senior! Heute, liebe
Sprecher: barfuß
Hörerinnen und Hörer, haben wir Professor
die Verstauchung
Dr. Dr. Anton Sturz bei uns, der Ihre Fragen beant-
die Protektorenhose
worten wird. Aber zuerst mal die allgemeine Frage:
der Transfer
Herr Professor Sturz, wie können wir uns eine
das Hilfsmittel
seniorengerechte Wohnung vorstellen?
Prof. Sturz: Um eine Wohnung seniorengerecht zu gestal-
ten, müssen zunächst die besonderen Bedürfnisse und
Übung 13b – Track 83
Eine Bewohnerin hat sich verändert
Gewohnheiten älterer Menschen bekannt sein. Die
Bedürfnisse sind individuell verschieden: Jemand, der Sina: Also, Mischa, jetzt erzähl doch mal. Du meintest ja,
auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat ganz andere Frau Motz hat sich in letzter Zeit etwas verändert?
Bedürfnisse als eine Person, die noch körperlich fit ist, Mischa: Ja, das ist wirklich schlimmer geworden, während
oder eine Person, die an Demenz leidet. du im Urlaub warst.
Generell gilt: Ältere Menschen sind nicht mehr so beweg- Sina: Ach so? Kannst du mir da mal ein paar Beispiele
lich, sie stürzen und fallen leichter hin und die Folgen geben?
eines Sturzes können schwerwiegend sein. Personen Mischa: Na ja, zum Beispiel hat sie es ja früher geliebt, im
mit Demenzerkrankungen sind zudem oft Garten mit ihren Freunden spazieren zu gehen. Und die
orientierungslos. Singstunde war die schönste Zeit der Woche. Aber ge-
Moderator: Wie immer haben uns einige Hörerinnen und rade mag sie beides nicht mehr.
Hörer ihre Fragen geschickt. Beginnen wir mit der Fra- Sina: Ok …, aber ist das sooo dramatisch?
ge von Beate Herzlein. Ihre 86-jährige Mutter geht seit Mischa: Tja …, es sind viele Kleinigkeiten, die hier zusam-
sechs Monaten am Rollator, aber die Tochter befürch- menkommen. Sie spricht aber auch nicht mehr mit al-
tet, dass sie bald einen Rollstuhl braucht. Da die Mut- len Pflegekräften. Nur noch mit Andreas oder Ludmilla.
ter mental fit ist, kann und will sie in ihrer gewohnten Das solltest du vielleicht wissen, damit du nicht über-
Umgebung bleiben. Deshalb will Frau Herzlein die rascht bist.
Wohnung ihrer Mutter umbauen. Worauf muss sie Sina: Ach du liebe Zeit. Ja, gut zu wissen. Dann nehme ich
achten? das mal nicht persönlich. Sie hatte ja früher mal eine
Prof. Sturz: Nun, am besten wäre ein stufenloser eben- Phase, in der sie nicht mit Ludmilla gesprochen hat.
erdiger Zugang. Sollte das nicht möglich sein, dann ist Mit allen anderen Pflegekräften aber schon.
eine Rampe, ein Treppenlift oder ein Aufzug notwen- Mischa: Genau. Also nicht persönlich nehmen. Übrigens ist
dig. Frau Herzlein sollte auch darauf achten, dass die auch ihre Orientierung viel schlechter geworden. Wenn
Wohnung hell und gut beleuchtet ist. Sinnvoll ist auch, sie zum Aufenthaltsraum oder zum Essensraum möch-
Lichtschalter, das Türschloss und die Klingel auf niedri- te, muss sie immer begleitet werden.
ger Höhe anzubringen, damit sie vom Rollstuhl aus gut Sina: Wow, das ist wirklich neu. Ist denn Herr Dr. Zitzmann
erreichbar sind. schon informiert?
Auch die Steckdosen sollten gut erreichbar sein, also Mischa: Der weiß auf jeden Fall Bescheid. Er war aber auch
die derzeit hoch liegenden Steckdosen unterhalb bzw. ein paar Tage im Urlaub, sodass Frau Dr. Hoppe bei uns
die tief liegenden Steckdosen oberhalb der üblichen war. Die beiden werden noch einmal miteinander spre-
Höhe angebracht werden. Für die vielen elektrischen chen, wenn Herr Zitzmann aus dem Urlaub kommt.
Geräte, die man ja heute hat, sollten es genügend Sina: Na gut, dann sind ja zwei Experten dabei und …

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Übungen 7 | Einheit 8

Mischa: Hallo? Mehr Experte als wir kann man nach dächtnisprobleme und Wortfindungsstörungen. Aber er
15 Jahren Berufserfahrung wohl nicht sein, oder? konnte sich auf keinen Fall vorstellen, dass er sie in ein
Sina: Da hast du wohl recht … Da kamen schon einige Er- Heim gibt. Also ist das Paar gemeinsam bei uns einge-
fahrungen zusammen. zogen und kann ein im Großen und Ganzen selbststän-
Mischa: So, jetzt erzähl aber erst mal. Wie war es am Strand diges Leben führen. Unser Pflegepersonal unterstützt
und mit all der Sonne? Bestimmt ganz furchtbar. beide bei ihren jeweiligen Problemen, und in unseren
Gruppenangeboten findet Frau Ziegler Hilfe bezüglich
Übung 17 – Track 84 ihrer Demenz und Herr Ziegler kann sich zum Beispiel
Vortrag „Betreutes Wohnen für Menschen mit beim Chor und in der Gartengruppe mit anderen Be-
Demenz“ wohnern austauschen. Seine Frau ist dabei immer gut
betreut.
Moderator: Meine sehr verehrten Damen und Herren, es
Beide haben bei uns zwei Wochen zur Probe gewohnt,
freut mich sehr, dass Sie so zahlreich zu unserem Vor-
um zu sehen, ob es ihnen gefällt. Das kann ich aber
tragsabend mit dem Thema „Betreutes Wohnen für
auch Alleinstehenden raten. Viele Einrichtungen bieten
Menschen mit Demenz“ erschienen sind. Wir freuen
das an, denn schließlich möchte man ja etwas länger
uns sehr, dass wir eine Expertin einladen konnten, die
bleiben.
ihnen viele Tipps aus der Praxis geben kann, denn sie
Nachdem ich mich jetzt Ihren Fragen zuwende, werde
leitet die Einrichtung „Abendrot“, die seit vier Jahren
ich später nochmal zu einem wichtigen Thema, der Fi-
betreutes Wohnen für Menschen mit Demenz anbietet.
nanzierung, sprechen.
Bitte heißen Sie mit mir herzlich Frau Barbara Paul
Ah, … da sehe ich ja schon die erste Meldung.
willkommen.
Ja, bitte? …
Frau Paul: Na, das ist aber ein schöner Empfang! Danke
sehr! Ich muss auch sagen, dass ich mich sehr freue,
heute zu Ihnen sprechen zu dürfen, denn sicher hier
8 Kommunikation I
sind ja viele Betroffene, sei es Menschen mit Demenz
oder deren Angehörige. Gerne werde ich nach meinem
kleinen Vortrag Ihre Fragen beantworten. Also möchte Aufgabe 1b – Track 85
ich Sie jetzt gar nicht länger auf die Folter spannen. Wahrnehmung (Dialoge)
Zuerst möchte ich nochmal kurz erklären, was betreu-
1
tes Wohnen überhaupt bedeutet. Hierbei leben die Be-
Manuel: Guten Abend!
wohner in eigens für sie vorgesehenen Wohnungen
Vater: Ach, auch mal wieder da?
und bekommen – je nach Notwendigkeit – Pflege,
Manuel: Mensch Papa, das nervt. Du weißt doch, dass ich
Mahlzeiten und auch hauswirtschaftlichen Service.
heute Spätdienst habe.
Viele sind schließlich nicht mehr in Lage, ihre Woh-
Vater: Jaa, alles ist wichtiger als die Familie. Ich finde das
nung selbst sauber zu halten. Für Menschen mit De-
unmöglich. Aber immer noch schön billig hier wohnen
menz ist dies allerdings nur empfehlenswert, wenn ext-

ra Dienste für sie angeboten werden.
Manuel: Nein Papa, die Familie ist mir wichtig – aber mein
Bei der Wahl des betreuten Wohnens sollten Sie daher
Job auch. Und wenn es dich nervt, dass ich noch hier
darauf achten, dass gezielt Gedächtnistrainings und Be-
wohne – bitte schön, dann zieh ich gleich morgen hier
treuungsgruppen, in denen man die Bewohner indivi-
aus.
duell fördert, angeboten werden. Sie sollten natürlich
Vater: Das kannst du ja eh nicht bezahlen. Lächerlich, bei
immer sicher sein, dass gut ausgebildetes Pflegeperso-
deinem Gehalt. Wenn du wenigstens Jura studiert hät-
nal in ihrer Einrichtung arbeitet und es dort spezielle
test. Aber nein, der Herr Sohn wollte ja Altenpfleger
Angebote gibt, bei denen die Bewohner untereinander
werden.
Kontakte knüpfen können.
Manuel: Genau, ich werde meinen Bachelor in Gesundheits-
Sehr interessant ist auch die Frage, wenn bei einem
und Krankenpflege machen. Ob du willst oder nicht.
Paar ein Partner an Demenz erkrankt ist, der andere
Und ich ziehe aus. Eine Wohnung hab ich auch schon.
aber nicht. Hier nehme ich mal unser Beispiel von
Gut Nacht!!!
Herrn und Frau Ziegler, die schon seit einem Jahr bei
uns leben. Herr Ziegler konnte sich zu Hause aufgrund 2
seiner körperlichen Beschwerden nicht mehr um seine Frau: Letztens war ich auf einem Klavierkonzert einer alten
demenzkranke Frau kümmern. Außerdem kam es vor, Dame in Kassel und habe dort etwas Berührendes er-
dass sie sich manchmal in den eigenen vier Wänden lebt. Die ganze Zeit schon fiel mir ein hochbetagter
verlaufen hat. Und sich im eigenen Wohnbereich nicht Herr auf, der in einem Pflegerollstuhl saß und fast ent-
mehr orientieren zu können, verunsichert natürlich. rückt der Musik lauschte. Als ich mich mit seiner Be-
Die Tatsache, dass er außerdem immer für sie mitden- gleitung unterhielt, erfuhr ich, dass der 84-jährige Herr
ken musste, wurde zu einem zusätzlichen Problem, in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt und zudem
denn Frau Ziegler war oft sehr verwirrt. Sie hatte Ge- erblindet ist und dadurch seine Wahrnehmung von

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Einheit 8

der Außenwelt reduzierter ist als bei demenziell verän- Aufgabe 4a – Track 86
derten Menschen, bei denen noch alle Sinne Auszubildende zum Thema Demenz
funktionieren.
Dozentin: Guten Morgen! Soo, gestern waren wir bei den
Ich beobachtete den Herrn immer wieder … Er wurde
Sinnen. Dann machen wir heute weiter mit der De-
immer ruhiger und schien in seine innere Welt der Bil-
menz. Sammeln wir mal, was Sie über Demenz wissen.
der zu versinken. Bei einem bestimmten Adagio lösten
Wer fängt an?
die Töne plötzlich eine körperliche Bewegung aus. Die
Pflegeschülerin Nadine: Ok, ich fang an, weil ich gestern
Klänge schienen ihn positiv zu berühren.
ein Erlebnis hatte. Der Bewohner, mit dem ich spazie-
3 ren war, ist an Demenz erkrankt. Das war schon sehr
Dozent: Die Spiegeltechnik ist v.a. Eltern völlig geläufig. belastend. Er war kaum ansprechbar.
Wenn sie ihr Kind füttern, machen sie mimisch alles Dozentin: Das ist doch schon mal sehr interessant. Und wer
vor – Mund auf, Mund zu, lecker! –, und das Baby weiß noch etwas?
ahmt es nach und versteht nach vielen Wiederholun- Pflegeschülerin Ada: Ich habe gelesen. dass es in Deutsch-
gen die Botschaft. land ungefähr 1,5 Millionen Demenzkranke gibt, von
Auch in der Pflege bedient man sich der Spiegeltech- denen etwa zwei Drittel an Alzheimer erkrankt sind.
nik. Vor allem in der Pflege und Betreuung dementer Pflegeschülerin Uma: Und ich habe gehört, dass die Klien-
Menschen versucht man mit dieser Technik, zu dem tel, über die wir gerade sprechen, oft sehr gelassen ist.
Gesagten einen Gleichklang mit der Körpersprache, Nadine: Na, das habe ich aber anders gehört: Ich dachte, sie
Gestik und Mimik herzustellen. Die Person kann sich sind oft reizbar und aggressiv.
dabei die Handlung vorstellen – auch wenn sie verbal Dozentin: Sammeln wir einfach weiter …
nicht verstanden wird. Ada: Ich glaube, die meisten werden von ihren Angehörigen
gepflegt, bei denen dann aber der Arbeitsplatz gefähr-
4
det ist, weil sie nicht beides unter einen Hut bekom-
Dozent: Die Sprache des Körpers ist der Spiegel der Gefühle.
men, also den Job und das Pflegen.
Über 80 % unserer Emotionen teilen wir über nonver-
Uma: Ja, weil die Angehörigen dann ja auch möglichst alle
bale Signale mit. Hierzu gehören z. B. Mimik, Gestik,
täglichen Aufgaben für die Demenzerkrankten über-
Körperhaltung, Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit. Die
nehmen sollen. Denn sie brauchen ja viel Ruhe.
Fähigkeit, Gefühle nonverbal auszudrücken, bleibt
Pflegeschüler Ivo: Und das trägt dazu bei, dass die Krank-
selbst bei fortgeschrittener Demenz erhalten. Insbeson-
heit, von der wir sprechen, besser geheilt werden kann.
dere bei Schmerzen sollten Pflegende die Mimik ihrer
Nadine: Geheilt? Das glaub ich nicht. Naja, egal, ich meine
Patienten/Bewohner deuten können.
zu wissen, dass es Demenzkranken zunehmend schwer
5 fällt, sich zu erinnern und neue Erfahrungen
Dozentin: Im Gegensatz zur Körpersprache sind bei Zei- einzuordnen.
chensprachen die Zeichen für eine bestimmte Aussage Und dass eingefahrene Gewohnheiten, mit denen wir
in einem bestimmten Kontext oder einer Lebensumwelt es dann ja oft zu tun bekommen, möglichst schnell ver-
definiert. Aber Vorsicht! Ein Zeichen, das einen mit ändert werden sollten.
Daumen und Zeigefinger gebildeten Kreis und drei aus- Dozentin: Ok, ich hab hier gerade mitgeschrieben. Sortieren
gestreckte Finger zeigt, bedeutet in der Tauchersprache wir das mal. Was trifft nun tatsächlich zu? Also, …
OK. In Italien steht das Zeichen jedoch für ein
Schimpfwort. Aufgabe 6a – Track 87
Auf der ganzen Welt verstanden wird hingegen das Vortrag zum Thema „Umgang mit Demenzerkrankten“
Zeichen, das Schiedsrichter bei Mannschaftsballspielen (Teil 1)
benutzen: das Zeichen für „Auszeit“ – also, wenn die
Dozent: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Angehörige,
Uhr für die Spielzeit gestoppt wird.
herzlich Willkommen zu unserer Informationsveran-
6 staltung zum Thema „Demenz im Alltag – der Umgang
Andrea Klein: Der Unterschied zwischen einer funktionalen mit Demenzerkrankten im täglichen Leben“.
und einer emotionalen Berührung ist hauptsächlich die Wir haben dieses Thema gewählt, weil uns über unsere
Dauer der Berührung – gerade bei älteren Menschen, Internetplattform immer wieder Fragen von Angehöri-
die gar nicht so schnell merken, dass man ihnen die gen von Demenzpatienten erreichen, wie sie mit den
Hand auf die Schulter legt oder ihren Arm berührt. schwindenden geistigen Fähigkeiten ihrer Lieben um-
Lange Berührungen sind bei der Zeitnot in unserem gehen sollen. Oft sind auch junge Menschen betroffen,
Beruf zwar schwierig umzusetzen, aber ich möchte Sie die mitten im Leben stehen.
ermuntern, es wenigstens zu versuchen. Unser Vortrag besteht aus zwei Teilen: Zunächst begin-
nen wir mit allgemeinen Informationen zur Demenzer-
krankung. Nach einer kurzen Pause werden wir dann
miteinander ins Gespräch kommen. Sie haben sicher
viele Fragen.

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Einheit 8

Doch zunächst der allgemeine Teil, damit wir alle den keit können zu Ängstlichkeit führen. Angst kann dann
gleichen Wissensstand haben. zu vermehrter Anhänglichkeit und zu einem ständigen
Aktuell leben in Deutschland ca. eins Komma fünf Mil- Wiederholen von Fragen führen, mit denen sich die be-
lionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Zwei troffene Person absichern möchte, um in ihrer Rat- und
Drittel davon sind an Alzheimer erkrankt. Meistens Orientierungslosigkeit keine Fehler zu begehen. Ein
tritt diese Erkrankung in höherem Alter auf, doch auch gleichbleibender, überschaubarer Tagesablauf, ein gro-
Menschen unter 60 können betroffen sein. Demenz- ßer Wandkalender, eine gut lesbare Uhr helfen bei der
kranken fällt es zunehmend schwer, sich zu erinnern, Orientierung und entlasten Sie, die pflegenden Ange-
neue Erfahrungen einzuordnen und sich räumlich und hörigen, zusätzlich. Aggressivität und Wutausbrüche
zeitlich zu orientieren. wiederum entstehen oft aus Frustration oder Überfor-
Sie als Angehörige begleiten und pflegen Demenzkran- derung, Depression oder Apathie oft aus einem Mangel
ke – oft rund um die Uhr. an Aktivität und Ermunterung. Die Steuerung dieser
Sie tragen den Hauptanteil an der Versorgung von De- negativen Emotionen liegt nun auch in Ihrer Hand –
menzkranken. Damit übernehmen Sie eine schwere Überforderung entsteht oft durch den Mangel an klein-
und verantwortungsvolle Aufgabe – und das oft für schrittigen Handlungsabläufen, und Depressionen ge-
mehrere Jahre. deihen dort, wo kein Lob, kein aufmunterndes Wort
Dabei sind die Probleme, die im täglichen Zusammenle- mehr fällt.
ben mit einem Demenzkranken auftreten, sehr unter- Mitfühlen, sich ein wenig hineinversetzen in den Er-
schiedlich. Die Persönlichkeit des Betroffenen, das krankten, das ist es, was Sie im Alltag leisten müssen,
Krankheitsstadium, die äußeren Lebensumstände und um Konfliktsituationen zu entschärfen. Versuchen Sie
die Fähigkeiten und Schwächen der Betreuenden spie- also, die Gewohnheiten des Kranken weitestgehend
len eine große Rolle. beizubehalten, unterstützen und fördern Sie Ihren An-
Sicher ist aber – je mehr Sie über die Krankheit wissen, gehörigen mit Bedacht. Wenn Sie es schaffen, konflikt-
desto mehr Gelassenheit und Sicherheit werden Sie im auslösende Faktoren zu erkennen und zu beseitigen,
Umgang und im Zusammenleben mit der erkrankten dann haben Sie schon eine ganze Menge geschafft.
Person haben. Je mehr Sie wissen, desto seltener wer- Vielen Dank.
den Sie enttäuscht oder resignieren.
Grundsätzlich gilt es, die erkrankte Person so anzuneh- Aufgabe 6b – Track 88
men, wie sie ist. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Denn Vortrag zum Thema „Umgang mit Demenzerkrankten“
die Erkrankten werden sich nicht mehr ändern, sie (Teil 2)
werden also nicht mehr ‚gesund‘. Als Angehöriger müs-
Dozent: Meine Damen und Herren, wir kommen jetzt zum
sen Sie daher zunächst lernen, die Bedürfnisse und
zweiten Teil unserer Informationsveranstaltung. Sie ha-
Wünsche der Erkrankten anzunehmen. Das bedeutet
ben nun auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ich
auch, dass Sie lernen müssen, die manchmal sehr eige-
werde die Fragen zunächst sammeln und dann der Rei-
ne Sicht der Erkrankten auf die Realität anzuerkennen
he nach beantworten.
und zu berücksichtigen. Sie sollten auch Kritik und un-
Gibt es bereits jetzt Fragen aus dem Publikum? Ja? Die
nötige Zurechtweisungen vermeiden. Das ist sicherlich
Dame dort hinten, mit dem grünen Pullover.
keine leichte Aufgabe, zumal Sie idealerweise auch die
Eigenständigkeit und Selbstachtung Ihrer Angehörigen 1
fördern sollten. Warum? Weil Eigenständigkeit und Frau 1: Ja, danke, ich habe eine Frage. Sie haben das vorhin
Selbstachtung unmittelbar mit einem positiven Lebens- so schön gesagt, wir sollen mit unseren Angehörigen
gefühl verbunden sind und Sie eventuelle Konfliktsitu- mitfühlen, sie fördern und Konflikte vermeiden. Doch
ationen von Beginn an entschärfen. wie soll das in der Praxis ausschauen? Wie soll ich mit
Sie sollten deshalb nicht sofort alle Aufgaben überneh- meiner kranken Mutter kommunizieren? Mal ist sie
men, nur weil sie Ihrem Angehörigen jetzt etwas völlig normal, ganz da – und einen Augenblick später
schwerer fallen als früher oder sie vielleicht weniger stört sie etwas, ist total abgelenkt und durch irgendet-
gut ausgeführt werden oder manchmal auch gar nicht was irritiert – wie ein kleines Kind. Manchmal nimmt
gelingen. Stattdessen wäre es ein guter Ansatz, einzel- sie ohne Probleme an Gesprächen teil und manchmal
ne Handlungsschritte zu vereinfachen, bei Bedarf Hilfe sitzt sie nur da und schweigt.
zu leisten und so bei dem Erkrankten ein positives Dozent: Vielen Dank für Ihre Frage. Gibt es noch weitere
Selbstbild zu fördern. In vielen Fällen führt eine solche Fragen?
‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ dazu, dass ein hohes Maß an
2
Selbstständigkeit lange erhalten bleibt.
Frau 2: Ja, auch ich hätte eine Frage. Ich möchte wissen, wie
Viele der so belastenden Verhaltensmuster und zum
mit Konfliktsituationen und Aggressionen umgegangen
Teil nicht zu verstehenden Verhaltensweisen von De-
werden kann. Mein Vater ist manchmal so aggressiv,
menzkranken sind letztlich Reaktionen, die aus der
dass niemand mit ihm was zu tun haben möchte.
Krankheit heraus entstehen und deshalb auch nach-
vollzogen werden können: Rat- und Orientierungslosig-

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Einheit 8

Dozent: Oh ja, auch das ist eine wichtige Frage. Bevor ich sie Sie vertraut dir. Franca soll dir dabei helfen.
beantworte, hören wir erst einmal noch den Herrn dort Jetzt zu den Fakten: Frau Glück, Vorname Elvira, gebo-
drüben – ja, Sie mit der grünen Jacke. ren in Stuttgart, zuletzt wohnhaft in 60311 Frankfurt,
Zeilweg 5, verwitwet, evangelisch.
3
Franca: Entschuldigung – was genau bedeutet „verwitwet“?
Mann: Meine Schwester ist 73 und seit drei Jahren dement.
Wie schreibt man das?
Ich betreue sie zusammen mit einem Pflegedienst. Seit
Manuel: vau-e-er-we-i-te-we-e-te. Das bedeutet, dass ihr
ungefähr zwei Monaten ist sie sichtbar unruhig, ja, ru-
Mann gestorben ist.
helos. Sie läuft in der Wohnung pausenlos den Flur auf
Franca: Ah, danke.
und ab, selbst wenn wir zuvor einen langen Spazier-
Andrea: Prima. Frau Glück ist am 22. 6. gestürzt und erlitt
gang gemacht haben. Warum macht sie das?
eine Hüftfraktur. Deshalb wurde sie am 23. 6. ins Kran-
Dozent: Nun, da will ich Ihre Fragen gerne beantworten. Zu
kenhaus eingewiesen. Frau Glück ist Diabetikerin. Ma-
der ersten Frage gäbe es zu sagen …
nuel, haben wir mit Frau Glück ein Diabetes-Tagebuch
geführt?
Aufgabe 8a – Track 89 Manuel: Ja, das haben wir. Als Angehörige ist bei uns
Deeskalation im Umgang mit Dementen
ihre Tochter, Elke Glück, angegeben. Der Hausarzt
Dozent: Zum Abschluss möchte ich das Gesagte ein bisschen heißt Dr. Heck. Seine Nummer haben wir auch:
zusammenfassen und noch ein paar generelle Tipps zur 069-274 596 38. Die Telefonnummer der Tochter
Kommunikation mit an Demenz Erkrankten lautet: 06321-43 60 98 45.
hinzufügen. Andrea: Gut, dann ist das auch richtig. Der Hausarzt und die
Wichtig sind dabei vor allem acht Aspekte: Tochter wurden vom Krankenhaus über die Einweisung
Halten Sie Blickkontakt, evtl. auch Körperkontakt, da- benachrichtigt. So, was gibt es hier noch: Versichert ist
mit sich Ihr Angehöriger auch angesprochen fühlt. Frau Glück bei der IBK Nord, sie hat Pflegestufe zwei
Reden Sie kurz, klar und deutlich. und es liegt eine Patientenverfügung vor. Heute Mor-
Wenn Sie Fragen stellen, dann stellen Sie einfache Fra- gen um Viertel vor Acht wurden im Krankenhaus fol-
gen, die mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ zu beantworten sind. gende Werte gemessen: ein Blutzucker von 150, der
Überfordern Sie die Personen nicht – wenn es um die Blutdruck lag bei 150/90, bei einer Temperatur von
Wahl einer Speise, eines Kleidungsstückes oder um den 37,5 Grad und 54 Kilogramm Körpergewicht.
Weg durch den Park geht – zwei Wahlmöglichkeiten Manuel: Moment, noch einmal bitte: Wie hoch waren Blut-
sind ausreichend. zucker und Blutdruck?
Kommunizieren Sie viel, ohne zu sprechen, sondern Andrea: Der Blutzucker betrug 150 Milligramm pro Deziliter
mehr durch Gesten oder Berührungen. und der Blutdruck 150 zu 90.
Kritik an und Diskussionen mit Erkrankten haben kei- Manuel: Jetzt habe ich es, danke.
nen Sinn. Vermeiden Sie sie. Andrea: Frau Glück ist zurzeit beim Anziehen und Waschen
Vermeiden Sie Konfrontationen. Versuchen Sie statt- vollständig auf Hilfe angewiesen. Das liegt daran, dass
dessen, kritische Situationen vorauszusehen und sie zu sie ihren Oberkörper nicht bewegen kann. Sie kann
verhindern. Lenken Sie den Demenzkranken gegebe- schon erste Schritte gehen, natürlich mit einem Rolla-
nenfalls ab. tor. Sie sollte es aber nicht ohne Begleitung tun, wegen
Vor allem – bleiben Sie ruhig und versuchen Sie, auf der erhöhten Sturzgefahr nach der Hüftoperation. Sie
den Gefühlszustand des Kranken einzugehen. ist auch noch sehr ängstlich. Frau Glück hat außerdem
einen ringförmigen Dekubitus ersten Grades an der
Aufgabe 11a – Track 90 Lendenwirbelsäule und benötigt Hilfe beim Lagern,
Teambesprechung zur Überleitung von Frau Glück Aufstehen und Hinlegen.
Manuel: Wie ist es mit dem Essen und Trinken? Kann sie
Andrea: Hallo zusammen, in unserer Teambesprechung geht
selbstständig essen? Und ist Frau Glück ansprechbar?
es heute ausschließlich um Frau Glück. Sie wurde heute
Sie machte vor der Einweisung ins Krankenhaus einen
aus dem Krankenhaus entlassen. Ich habe den Ein-
verwirrten Eindruck auf mich.
druck, dass … Egal, die Klinik war genau das Richtige
Andrea: Laut Überleitungsbogen könnte sie alleine essen,
für sie. Sie ist jetzt Gott sei Dank nicht mehr so ver-
wenn sie ihren Oberkörper besser aufrichten könnte.
wirrt – und sie klagt auch nicht mehr ständig, dass ihr
Momentan benötigt sie aber Hilfe. Eine Magensonde
etwas weh tut.
wurde aber nicht gelegt. Dafür hatte sie im Kranken-
Ich habe hier den Überleitungsbogen aus dem Kran-
haus einen Dauerkatheter, der jetzt allerdings entfernt
kenhaus …
wurde. Frau Glück benötigt bei der Ausscheidung je-
Franca: Entschuldigung, ich habe leider nicht alles verstan-
doch personelle Hilfe.
den. Wie war das bitte? Könntest du bitte etwas lang-
Was wolltest du noch wissen, Manuel?
samer sprechen?
Manuel: Ja, ob Frau Glück ansprechbar ist. Sie wirkte
Andrea: Ja, natürlich – ich habe vergessen, dass du neu bei
manchmal desorientiert auf mich.
uns bist. Manuel, du hast Frau Glück ja lange gepflegt
und ich möchte, dass du wieder für sie zuständig bist.

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Einheit 8 | Übungen 8 | Station 2 | Einheit 9

Andrea: Nein, davon steht hier nichts. Sie soll gut ansprech- Lisa: Moment, Ulrike, du bist zu schnell. Bitte wiederhole
bar sein. Die Zahnprothese kann sich Frau Glück nicht noch einmal die Blutdruckwerte.
selbstständig einsetzen, wurde hier vermerkt. Und die Ulrike: Um 8 Uhr wurde 140 zu 90 gemessen, um 10 Uhr
Medikation ist auf morgens und abends je 200 mg 30 lag der Wert bei 130 zu 85 und vorhin um 13 Uhr
Stoffix als SGLT-2-Hemmer festgesetzt. Unsere An- war er 130 zu 80.
sprechpartnerin ist Schwester Zurkic, von der inneren Lisa: Danke, fertig.
Abteilung, und der behandelnde Arzt war Dr. Struck.
Manuel, kümmerst du dich bitte um Frau Glück. Nimm Aufgabe 1d – Track 93
doch Franca gleich mit, damit sie Frau Glück kennen- Auf der geriatrischen Station (Teil 2)
lernt und bei Bedarf auch die Pflege übernehmen kann.
Ulrike: So, und jetzt habe ich noch den Notizzettel mit den
Manuel: Ja, das mache ich.
Angaben zu den Schmerzen. Wir müssen ein Schmerz-
protokoll anlegen, um eine bessere Kontrolle über den
Schmerzverlauf zu haben. Frau Koch klagt über starke
8 Übungen
Schmerzen an der rechten Hüfte, dort entwickelt sich
auch ein ordentlich großes Hämatom. Allerdings be-
Übung 2 – Track 91 kommt sie ja auch erst seit dem Morgen Schmerzmedi-
Wahrnehmung (Dialoge)
kamente. Frau Koch konnte ihre Schmerzen bzw. die
s. Kursbuch, Track 85 Veränderungen nach Verabreichung der Schmerzmedi-
kation sehr gut mithilfe der numerischen Rang-Skala
angeben:
2 Station Heute früh um 8 Uhr konnte sie wegen der starken
Schmerzen nicht zum Waschen mobilisiert werden. Sie
Aufgabe 1c – Track 92 gab neun Punkte auf der Skala an: Nach ärztlicher Ver-
Auf der geriatrischen Station (Teil 1) ordnung bekommt sie Diclofenac morgens 50 mg, mit-
tags 25 mg und abends 50 mg. Am Vormittag gab sie
Ulrike: Frau Koch ist in den frühen Morgenstunden zur wei-
sechs in der Rang-Skala an und vorhin nach dem Mit-
teren Beobachtung von der Notfallstation zu uns ver-
tagessen fünf. Vielleicht sind die Schmerzmittel ja aus-
legt worden. Leider bin ich wegen zwei Entlassungen
reichend. Bitte beobachtet den Verlauf gut.
und einem Notfall noch nicht dazu gekommen, aufge-
Hast du alles eingetragen, Lisa?
nommene Werte in die Dokumente einzutragen. Lasst
Lisa: Ja gleich. Ich muss noch das „x“ in die Spalte für die
uns das bitte jetzt noch gemeinsam machen. Lisa,
Schmerzmedikation in das Protokoll eintragen.
kannst du bitte die Dokumentation übernehmen?
Lisa: Ja, mache ich, Moment ich setze mich an den PC. Wel-
che Werte soll ich zuerst eintragen?
9 Kommunikation II
Ulrike: Zunächst die Vitalwerte. Ich nenne dir Temperatur
und Puls.
Lisa: Ok, es kann losgehen!
Aufgabe 1b – Track 94
Dialoge mit Personen im Gesundheitssektor
Ulrike: Frau Koch hat Fieber und eine Tachykardie, sie fühlt
sich müde und schlecht. Ich habe folgende Werte über
1
den Vormittag notiert: 6 Uhr, 38,9 Grad; 8 Uhr, 38,5
Magnus: Hallo Kevin! Was machst du denn hier?
Grad; 10 Uhr 30, 38 Grad; vorhin um 13 Uhr waren es
Kevin: Ich mache heute einen Tag Praktikum bei euch, bei
immer noch 38,0 Grad.
den Johannitern.
Lisa: Wie hoch war die Temperatur um 10 Uhr 30?
Magnus: Hey, das find‘ ich toll. Interessierst du dich denn
Ulrike: 38 Grad.
auch für die Ausbildung bei uns?
Lisa: Ok, danke. Und wie sind die Pulswerte?
Kevin: Ja, vielleicht. Was macht man denn als Rettungsas-
Ulrike: Der Puls wurd‘ immer mit der Temperatur gemessen.
sistent so?
Ich nenne dir die Ergebnisse hintereinander: 100, 95,
Magnus: Naja, wir leisten Erste Hilfe am Unfallort und si-
95, 98. Hast du alles notiert?
chern lebenswichtige Vitalfunktionen. Bis zum Eintref-
Lisa: Ja, habe ich. Wie sieht es mit dem Gewicht und den
fen des Arztes führen wir lebensrettende Sofortmaß-
Blutzuckerwerten aus?
nahmen durch, wie z. B. die Atemwege des Patienten
Ulrike: Frau Koch wiegt 55 kg und hat viel zu wenig Ge-
freihalten, Elektroschocks anwenden oder Medikamen-
wicht für ihre Größe. Der Blutzuckerwert war nüchtern
te verabreichen und so. Da geht es oft um Sekunden.
60 Milligramm pro Deziliter. Nach dem Frühstück 80.
Aber manchmal können wir trotzdem nicht das
Für morgen ist ein Tagesprofil vorgesehen, das Labor ist
Schlimmste verhindern …
schon informiert.
Der Blutdruck war um 8 Uhr 140 zu 90, um 10 Uhr 30
lag der Wert bei 130 zu 85 und vorhin um 13 Uhr war
er 130 zu 80.

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Einheit 9

2 von Erkrankungen ausgebildet – und nun muss ich


Physiotherapeutin: Na, Herr Schlepfer! Wie geht es Ihnen mich vermehrt um Verwaltungstätigkeiten kümmern.
heute? Darauf hat man uns im Studium leider nicht
Herr Schlepfer: Ja, geht so. Die Rückenschmerzen sind halt vorbereitet.
nicht besser geworden. Aber ich habe jetzt einen Zim- Markus: Dann nichts wie hin!
mernachbarn, der auch zur Physiotherapie muss. Er ist Ich hab nach dem Mittagessen eine OP. Aber vielleicht
in seinen Bewegungen sehr eingeschränkt und muss sehen wir uns später noch. Ciao.
üben üben üben, damit seine Muskelkraft und die Ko-
6
ordination erhalten bleiben.
Olaf: Nina, und wie geht es dir hier bei uns?
Physiotherapeutin: Sehr schön gesagt, Herr Schlepfer.
Nina: Eigentlich sehr gut. Ich finde eure Arbeit echt super
Dann muss ich Ihrem Nachbarn ja gar nicht mehr erklä-
spannend. Ich hätte ja nie gedacht, dass die Arbeit so
ren, was ich so mache. Das haben Sie ja sicher schon
vielfältig ist.
übernommen. Wir sehen uns nachher!
Olaf: Echt nicht? Ja, viele denken, es geht nur um Blut-
3 abnehmen und analysieren. Und ein bisschen durchs
Psychotherapeutin: Na, Frau Gold, was führt Sie zu mir? Mikroskop gucken. Aber es ist viel komplexer. Wir
Klientin: Ach Frau Jahn, ich weiß mir nicht mehr zu helfen. arbeiten mit großen Analysestraßen und modernsten
Ich habe in der Nacht immer so Angst- bzw. Panikatta- Techniken.
cken. Und wenn ich das jemandem erzähle, sagt er im- Nina: Ja, und wir arbeiten ja auch viel mit den Patienten
mer, ich soll mich beruhigen. Aber ich kann das dann und wenden da diese Techniken an. Ich find das echt
nicht … klasse! Und es bedeutet ja auch eine große Verantwor-
Ich bin so unglücklich … tung …
Psychotherapeutin: Erzählen Sie doch mal genau. Haben
7
Sie eine Idee, woher Ihre Angststörung kommt? Ken-
Carmen: Hallo Amira!
nen Sie einen Auslöser?
Amira: Hallo Carmen!
Klientin: Ja, ich habe seit einiger Zeit Stress mit meinem
Carmen: Sag mal, was ich dich schon lange fragen wollte:
Freund …
Hast du eigentlich in Spanien Krankenpflege studiert?
4 Also einen Bachelor gemacht? In Deutschland gibt es
Ernährungsberaterin: Hallo zusammen, ich freue mich, das ja mittlerweile auch. Ich habe aber noch eine ganz
dass Sie so zahlreich erschienen sind! Ich wollte Ihnen normale Ausbildung gemacht – aber ich finde das Stu-
nun meinen Beruf vorstellen, der mir wirklich große dium spannend und man hat danach viel mehr
Freude bereitet. Ich vermittle Wissen über gesunde Er- Kompetenzen.
nährung, spezielle Ernährungsweisen oder verschiede- Amira: In Spanien gibt es den Studiengang schon lange, ich
ne Diätformen. In Pflegeeinrichtungen berate ich die habe ihn ebenfalls studiert. Bei uns sind die Aufgaben
Bewohner zum Thema Ernährung und ernährungsbe- und Verantwortungen in der Pflege anders geordnet als
dingte Erkrankungen. in Deutschland. Ich muss dort viel mehr medizinische
Frau: Dazu habe ich eine Frage: Worin unterscheidet sich Ihr Entscheidungen und Verantwortungen übernehmen.
Beruf von dem des Diabetesberaters? Ihr in Deutschland dürft in der Behandlungspflege ja
Ernährungsberaterin: Gut, dass Sie das fragen. Ich habe nur auf ärztliche Anordnung und Weisung arbeiten.
mich gerade letztes Jahr zum Diabetesberater fortgebil- Außerdem führen die Pflegefachkräfte hier in Deutsch-
det. Das ist also eine Spezialisierung von Ernährungs- land auch die Grundpflege durch, das machen bei uns
beratern. Als Diabetesberater informiere und berate ich die Pflegehilfskräfte.
über die verschiedenen Diabetes-Erkrankungen, erstel- Carmen: Da bist du ja in Deutschland ziemlich überqualifi-
le Ernährungspläne und führe Diabetikerschulungen ziert …
durch. Im Rahmen von Gesprächen, Vorträgen oder Amira: Ja, aber die Arbeit macht mir trotzdem viel Spaß. Ich
Kursen kläre ich über Diabetes im Allgemeinen und arbeite gerne mit alten Leuten …
über Vorbeuge- und Therapiemaßnahmen im Besonde-
ren auf. Aufgabe 5a – Track 95
Ach ja, fast hätte ich es vergessen zu sagen: Um als Er- Zwei Telefongespräche
nährungs- oder Diabetesberater zu arbeiten, sind medi-
zinische oder pflegerische Kenntnisse von Vorteil. 1
Judith Casas: Seniorenresidenz ‚Zum Sonnenschein‘, guten
5
Tag.
Markus: Hallo Jens, kommst du mit in die Kantine?
Frau Ott-Berger: Hallo, mein Name ist Ott-Berger. Meine
Jens: Nein, sorry, ich wurde grad zur Klinikverwaltung geru-
Mutter ist wieder aus dem Krankenhaus entlassen wor-
fen … Wie das nervt!! Da wurde man im Studium für
den!! Warum melden Sie sich nicht bei mir?! Wie geht’s
medizinische Aufgaben, von der Diagnose und Therapie
ihr?
von Krankheiten bis hin zu Maßnahmen zur Verhütung

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Einheit 9

J. Casas: Wer ist entlassen worden? Entschuldigung, mit Pavel: Richtig. Ab 15.30 Uhr. Schön, dann können wir auch
wem spreche ich? kurz über die Angelegenheit mit dem Krankenhaus
Frau Ott-Berger: Ich bin Frau Ott-Berger. Meine Mutter sprechen.
wurde entlassen. Frau Casas. Ich würde gerne wissen, Frau Ott-Berger: Wunderbar. Tschüs, Herr Morlock und bis
wie es ihr geht. Können Sie mich mit jemandem ver- später.
binden, der Ahnung hat? Pavel: Auf Wiederhören, Frau Ott-Berger.
J. Casas: Frau Ott-Berger, dazu kann ich Ihnen Folgendes sa-
gen: Ich kann Ihnen leider keine Auskunft erteilen. Aufgabe 8a – Track 96
Der Kollege, der ihre Mutter betreut, ist zurzeit auch Die Panne mit Frau Ott
nicht da, er ist zu Tisch. Sie müssten später erneut
Pavel: Ja guten Tag, hier Pavel Morlock von der Senioren-
anrufen.
residenz „Zum Sonnenschein“. Ich würde gerne mit der
Frau Ott-Berger: Das kann doch wohl nicht wahr sein! Der
Pflegedienstleitung sprechen.
Kollege zu Tisch und Sie wissen von gar nichts. Da wer-
Telefonistin: Ich verbinde. Hallo? Entschuldigen Sie, Frau
de ich mal den Vorgesetzten informieren müssen.
Gremmel von der Pflegedienstleitung ist heute nicht im
J. Casas: Tun Sie, was Sie nicht lassen können. Wir haben
Haus. Kann ich ihr etwas ausrichten?
hier genug zu tun. Schönen Tag noch.
Pavel: Nein, das ist zu kompliziert. Kann ich denn mit der
Frau Ott-Berger: Oh Mann, das hätte sie nun wirklich auch
Stationsleiterin auf der Inneren sprechen?
freundlicher sagen können …
Telefonistin: Ja natürlich, das ist Frau Biermann – ich ver-
2 suche, Sie zu verbinden.
automatische Ansage: Drücken Sie die 1, um mit der Zent- Frau Biermann: Guten Morgen, hier Angela Biermann. Sta-
rale verbunden zu werden. Drücken Sie die 2, um mit tion 7.
den Wohnbereichen verbunden zu werden. Drücken Pavel: Hier Pavel Morlock von der Seniorenresidenz „Zum
Sie die 3, um mit der Leitung des Hauses verbunden zu Sonnenschein“. Ich rufe wegen Frau Ott an, einer Pati-
werden. entin aus unserer Einrichtung. Sie wurde gestern ent-
: (…) lassen, es wurde aber niemand informiert, weder die
Pavel: Guten Tag, Haus Zum Sonnenschein, Wohnbereich Tochter, Frau Ott-Berger, noch unsere Einrichtung. Frau
‚Kastanie‘, Pavel Morlock am Telefon, wie kann ich Ih- Ott-Berger war nun extra zur Klinik gefahren und fand
nen helfen? ihre Mutter nicht vor. Und auf Station wusste niemand,
Frau Ott-Berger: Hallo, mein Name ist Ott-Berger. Ich rufe ob sie nun abgeholt wurde oder nicht.
wegen meiner Mutter an. Ist sie plötzlich aus dem Frau Biermann: Davon weiß ich leider nichts.
Krankenhaus entlassen worden? Pavel: Spreche ich nicht mit der Stationsleiterin?
Pavel: Hallo Frau Ott-Berger, schön, dass Sie anrufen, wir Frau Biermann: Doch, aber Sie wissen ja, wie das ist: Wir
haben schon mehrmals versucht, Sie zu erreichen, lei- sind unterbesetzt, Personalmangel. Sie wissen schon.
der ohne Erfolg. Frau Ott, ähm, ich meine Ihre Mutter, Pavel: Aber Sie müssen doch informiert sein, ob eine
wurde gestern aus dem Krankenhaus entlassen und ist 87-jährige gebrechliche Patientin abgeholt wurde oder
jetzt wieder bei uns. Leider hat man weder Sie noch nicht!
uns benachrichtigt, dass sie entlassen wurde. Aber ein Frau Ott-Berger, die Tochter der Bewohnerin, war je-
netter Taxifahrer hat sich ihrer angenommen und sie zu denfalls sehr erzürnt darüber, dass man ihr nicht Be-
uns gebracht. Wieso es zu einer Entlassung kommen scheid gegeben hat. Wenn sie gewusst hätte, dass ihre
konnte, von der wir nichts wussten, klären wir gerade Mutter entlassen wird, hätte sie sich weite Wege spa-
mit dem Krankenhaus. Ihrer Mutter geht es aber gut, ren können.
sie ist nur noch etwas schwach. Pfleger Manuel, den Frau Biermann: Dann hätte die Tochter uns das bei der
Ihre Mutter ja schon kennt, kümmert sich wieder um Aufnahme angeben müssen.
sie. Vielleicht möchten Sie vorbeikommen und Ihre Pavel: Ist das bei Ihnen nicht selbstverständlich bei
Mutter besuchen? 87-Jährigen?
Frau Ott-Berger: Es geht ihr also gut? Gott sei Dank! Von Frau Biermann: Hmm, naja, manche 87-Jährige sind ja
dem behandelnden Arzt, der meine Mutter operiert auch noch sehr fit. Und wir haben einfach zu wenig
hat, habe ich ja auch gar nichts gehört. Alles, was ich Zeit.
wissen wollte, musste ich selbst in Erfahrung bringen. Pavel: Das kann doch wohl nicht wahr sein … Ich bleibe da-
Pavel: Na, das scheint alles nicht so gut gelaufen zu sein. bei: Sie hätten das Pflegeheim auf jeden Fall informie-
Doch Sie können beruhigt sein, Ihrer Mutter geht es ren müssen.
gut. Sie hat die Operation gut überstanden, worüber Frau Biermann: Hätte hätte … Nun ist es so, wie es ist. Ich
wir uns alle sehr freuen. habe jetzt auch keine Zeit mehr – wir haben hier ja
Möchten Sie vorbeikommen? Ihre Mutter wäre sicher auch noch andere Patienten …
sehr glücklich. Nachmittags würde es gut passen, kom- Pavel: Bedeutet das, dass Sie uns aufgrund von Zeitmangel
men Sie doch nach der Mittagsruhe vorbei. nicht informiert haben, dass die fast 90-jährige Dame
Frau Ott-Berger: Ja, das mache ich. Ich komme heute noch entlassen wurde? Frau Biermann, ich bitte Sie zur
vorbei. Nach der Mittagsruhe, sagten Sie? Kenntnis zu nehmen, dass wir das so nicht stehen

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Einheit 9 | Einheit 10

lassen können. Wir werden uns schriftlich an Ihre Vor- Aufgabe 3b – Track 98
gesetzte, die Pflegedienstleitung, wenden. Das ‚Rundum-gepflegt‘-Angebot
Ihnen noch einen schönen Tag! Auf Wiederhören, Frau
Telefonistin: Altenpflegeeinrichtung „Zum Sonnenschein“,
Biermann.
Grüß Gott.
Frau Biermann: Wiederhören. …
Andreas Bauer: Guten Tag, mein Name ist Andreas Bauer.
Wenn ich geahnt hätte, was das jetzt für einen Ärger
Ich bin auf der Suche nach einer Einrichtung für mei-
gibt, hätte ich das Telefonat nicht angenommen …
nen Vater und hätte da ein paar Fragen zu Ihrem Pfle-
ge- und Betreuungskonzept und dem Angebot ‚Rund-
um-gepflegt‘. Bin ich da bei Ihnen richtig?
10 Gemeinsam aktiv im Alter
Telefonistin: Guten Tag, Herr Bauer. Ich verbinde Sie am
besten mit unserer Gerontologin Frau Kamolo vom
Aufgabe 2b – Track 97 Sozialen Dienst, die für die Aufnahmen zuständig ist.
Die Suche nach einem Pflegeheim Sie weiß da am besten Bescheid.
T. Kamolo: Guten Tag, Theresa Kamolo am Telefon. Was
1 kann ich für Sie tun?
Person 1: Hmm, mal sehen, ob wir hier für unseren Vater Andreas Bauer: Ja, Hallo, Andreas Bauer hier. Ich bin auf
ein nettes Pflegeheim finden. Naja, jemanden zum der Suche nach einer vollstationären Einrichtung für
Haareschneiden braucht er sicher nicht … meinen Vater. Ein Bekannter hat mir von Ihrer Einrich-
Aber er liest total gern. Egal, ob Buch oder im Internet, tung erzählt. Ich glaube, seine Mutter ist bei Ihnen …
er liest alles, was ihm zwischen die Finger kommt. Er ist jedenfalls ganz begeistert. So, und jetzt bin ich
dabei, mir für meinen Vater unterschiedliche Angebote
2
einzuholen.
Person 2: Meine Mutter ist zuckerkrank, aber sie hält sich
T. Kamolo: Ja, das verstehe ich. Ich kann Ihnen gerne unser
nicht an die Empfehlungen, was sie essen darf und was
‚Rundum-gepflegt‘-Angebot vorstellen. Es ist in drei
nicht, … Naja, und dann steigt ihr Blutzucker wieder
Bereiche unterteilt.
an. Mich wundert, dass sie so nachlässig mit ihrem Zu-
Bei dem ersten Bereich geht es um die Sicherheit. Un-
cker umgeht, denn eigentlich ist sie ziemlich ängstlich.
ser Haus bietet den Service eines eigenen Rettungs-
Aber vielleicht denkt sie auch, Gott wird es richten. Sie
assistenten, außerdem sind zwei Arztpraxen in un-
ist sehr gläubig.
mittelbarer Nähe. Die Rufbereitschaft über das
3 Notklingelsystem besteht natürlich 24 Stunden und
Person 3: Meine Tante war früher deutsche Meisterin im 7 Tage pro Woche, die Betreuung durch Pflegekräfte
Standardtanzen und Landesmeisterin Im Butterfly. Sie ebenfalls.
hat sich immer gerne bewegt und macht es auch heute Der zweite Bereich befasst sich mit Beschäftigung und
noch gerne. Eigentlich müsste sie nicht in ein Senioren- Motivation. Wir bieten ein tolles Wellnessangebot, von
heim, aber sie möchte es gerne. Vielleicht hat sie ein A wie Aufguss über M wie Massage bis hin zu Z wie
bisschen Angst vor dem Alleinesein … Zucchini-Diät. Täglich von 7 bis 16 Uhr Massagen, Sau-
nagänge und Wassergymnastik. Als Erweiterung bieten
4
wir von Donnerstag bis Samstag ein Kulturprogramm
Person 4: Mein Vater ist leider etwas dement und benötigt
an – freie Aufführungen, Videoabende oder Musikkon-
viel Entspannung. Auch viel Unruhe um sich herum
zerte. Unsere Sportkurse ergänzen das Angebot und
verträgt er nicht. Er ist nicht mehr besonders fit, liebt
haben eine prophylaktische Wirkung.
es aber, spazieren zu gehen, und verbringt gerne die
Der dritte Bereich umfasst das Private, also das Persön-
Zeit auf einer ruhigen Parkbank.
liche. Ein Frisörsalon ist ganz in der Nähe und im Hau-
5 se selbst werden regelmäßig Gottesdienste angeboten.
Person 5: Meine Mutter war schon immer eine „grande Möchten Sie die Unterlagen mit weiteren Informatio-
dame“, oder wie man das nett. Sie ist immer sehr nen nach Hause geschickt bekommen? Ich schicke Ih-
gepflegt und macht sich noch immer für die Männer- nen gerne alles zu.
welt schön. Außerdem muss sie sich stets sicher und Andreas Bauer: Das hört sich ja gut an. Findet denn die
geborgen fühlen. Pflege durch Pflegefachkräfte statt? Oder durch
Pflegehilfskräfte?
6
T. Kamolo: Die Pflege und Betreuung unserer Bewohner
Person 6: Mein Onkel war lange in einer Dementen-WG.
stellen wir durch verschiedene Berufsgruppen sicher.
Aus der Zeit liebt er es, Karten zu spielen – oder auch
In der Pflege sind bei uns Pflegefachkräfte, Pflegehilfs-
Brettspiele wie Schach oder Mühle. Er fühlt sich im
kräfte und Rettungsassistenten angestellt. Für den Be-
Wasser pudelwohl. Was er allerdings überhaupt nicht
reich der sozialen Betreuung sind Alltagsbetreuer und
ausstehen kann, sind Tanztees oder ähnliche gesell-
Ergotherapeuten beschäftigt.
schaftliche Events …

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Einheit 10

Im Bereich der Hauswirtschaft/Küche arbeitet sogar Angst davor hat, in ein Schwimmbecken zu gehen. Sol-
eine Ernährungsberaterin. Außerdem arbeiten wir mit che potenziellen Interessenskonflikte versuchen wir zu
Physiotherapeuten, Psychologen und Ärzten vermeiden, indem wir detailliert nach den Erfahrungen
zusammen. der Bewohner fragen.
Andreas Bauer: Ich verstehe. Es ist halt so, dass mein Vater
Aufgabe 3c – Track 99 ein sehr zurückhaltender Mensch ist, der nicht gerne
Herrn Bauers Vater möchte ins Pflegeheim viel von sich preisgibt. Womit wir ja wieder beim The-
ma wären – mein Vater stammt aus Schlesien, seine Fa-
T. Kamolo: Wann planen Sie denn einen eventuellen Umzug
milie wurde nach dem Krieg vertrieben. Er ist 1949
Ihres Vaters?
oder 1948 nach Niedersachsen gekommen, hat uns
Andreas Bauer: Naja, mein Vater – er wird übrigens in Kür-
Kindern aber nie viel über seine Kindheit und die
ze 80 – hat sich nun in den Kopf gesetzt, dass er in drei
Flucht erzählt.
Monaten umziehen will. Wissen Sie, er hat sich nun
Anna Liesigk: Sehen Sie, das ist zum Beispiel eine wichtige
letztlich doch freiwillig entschieden, dass er in ein Al-
Information für uns – dass Ihr Vater zur Vertriebenen-
tenpflegeheim möchte. Zuerst wollte er noch zu seiner
generation gehört und nicht gerne darüber spricht.
Tochter, also meiner Halbschwester ziehen, dann nach
Worauf sollten wir noch achten?
Ulm, wo seine Frau beerdigt wurde, und nun ist es ein
Andreas Bauer: Naja, sobald Sie anfangen, mit ihm über
Pflegeheim in Bayern geworden. Dabei bleibt er nun.
Politik zu sprechen, wird er sehr schnell laut. Da hat er
Nachdem ihm ein Therapeut gesagt hat, dass er lang-
auch manchmal komische Ansichten.
sam dement wird und sich zudem aufgrund seiner Ar-
Anna Liesigk: Gut, das habe ich mir notiert.
throse vielleicht bald nicht mehr selbst versorgen kann,
Andreas Bauer: 1953 hat mein Vater dann meine Mutter
ist er zu dieser Entscheidung gekommen. Wir Kinder
kennengelernt, während einer Veranstaltung der örtli-
haben da gar keinen Druck auf ihn ausgeübt.
chen Feuerwehr. Ihre Familie stammte ebenfalls aus
(…)
Schlesien und sie hatten sich gleich viel zu erzählen.
T. Kamolo: Entschuldigen Sie, das ist ein wichtiger Anruf –
Das hat die beiden auch später noch beschäftigt.
ich muss dazu ganz kurz raus. Pardon … Da bin ich
Worüber sie genau gesprochen haben, das haben wir
wieder. Also, ich fasse dann mal kurz zusammen: Ihr
Kinder aber nie erfahren. Sechs Jahre später haben
Vater möchte in drei Monaten aufgrund einer begin-
meine Eltern dann geheiratet.
nenden Demenz freiwillig in unsere Einrichtung ziehen.
Mein Vater arbeitete bei der Bundesbahn und verdiente
Richtig?
ganz gut, sodass sich meine Mutter um uns kümmern
Andreas Bauer: So ist es. Könnten Sie mir dann alle Unter-
konnte – ich habe nämlich noch zwei Brüder. Meine
lagen zusenden, die mein Vater braucht?
Mutter hat bei uns die Familie zusammengehalten, den
T. Kamolo: Ja gerne, wie ist denn Ihre Adresse?
Kontakt zu Verwandten gepflegt und sich auch um
Andreas Bauer: Die ist …
meinen Vater gekümmert, der nach einem Unfall in
Frührente gehen musste. Davon hat er sich auch nicht
Aufgabe 5a – Track 100 mehr erholt.
Das Aufnahmegespräch
Anna Liesigk: Wovon genau hat er sich nicht mehr erholt?
Anna Liesigk: Guten Tag Herr Bauer, es freut mich, dass Sie Von dem Unfall?
sich für unsere Einrichtung entschieden haben. Damit Andreas Bauer: Ja, sofern Sie damit seine Arbeitslosigkeit
sich Ihr Vater bei uns wohlfühlt, sind wir auf Ihre Hilfe meinen. Es war nicht der Unfall selbst, sondern dessen
angewiesen. Es geht mir um seine Vorlieben, Gewohn- Folgen. Dadurch dass er nach dem Unfall keine Aufga-
heiten und natürlich auch um den aktuellen Gesund- ben mehr hatte und durch die Frühpensionierung auch
heitszustand. Ich habe hier einen entsprechenden Fra- weniger Einkommen, wurde er depressiv. Meine Mutter
gebogen, den wir gemeinsam durchgehen werden. hat ihn nach dem Unfall gepflegt und ihm Mut ge-
Lassen Sie sich bitte nicht davon stören, dass ich mir macht, indem sie neue Beschäftigungen und Aufgaben
Notizen mache, während Sie sprechen. Fangen wir zu- für ihn fand.
nächst mit den biografischen Angaben an: Woher Anna Liesigk: Und welche Aufgaben waren das?
stammt ihr Vater? Andreas Bauer: Sie nahm ihn mit zu den Veranstaltungen
Andreas Bauer: Woher mein Vater stammt? Ich verstehe des Kleingartenvereins ‚Niederaue‘, sie war dort im
nicht ganz … Warum wollen Sie das denn wissen? Vorstand aktiv. Mein Vater hat sich dann tatsächlich
Anna Liesigk: Dadurch dass wir die Lebensgeschichte unse- immer mehr engagiert und konnte nach einer Weile
rer Bewohner erheben, sorgen wir dafür, dass wir auf seinen Tagesablauf auch wieder selbstständig gestalten.
sie eingehen können. Dadurch können zum Beispiel Bis zum Tod meiner Mutter. Seitdem geht es ihm wie-
auch unsere Beschäftigungsangebote tatsächlich den der ziemlich schlecht, und er hat sich seitdem sehr
Bedürfnissen der Bewohner entsprechen. Stellen Sie verändert.
sich vor, wir würden Ihren Vater regelmäßig auffordern,
an der Wassergymnastik teilzunehmen, und wissen gar
nicht, dass er vielleicht gar nicht schwimmen kann und

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Einheit 10

Aufgabe 6a – Track 101 3 Sommerspiel


Die Antworten von Frau Liesigk Sie benötigen: Utensilien zum Sommer, z. B. Sonnencreme, ei-
nen Sonnenhut, eine Badehose, einen Badeanzug oder eine
Anna Liesigk: Dadurch dass wir die Lebensgeschichten un-
Badekappe, ein Handtuch, einen Wasserball, Holzkohle, Bil-
serer Bewohner erheben, sorgen wir dafür, dass wir auf
der von Sommerblumen, eine Sonne (z. B. aus Pappe, Stoff
sie eingehen können. Dadurch können zum Beispiel
oder als Bild). Verteilen Sie zuerst die Gegenstände in der
auch unsere Beschäftigungsangebote tatsächlich den
Gruppe. Ihre Teilnehmer sollen die Gegenstände, die sie in
Bedürfnissen der Bewohner entsprechen. Stellen Sie
den Händen halten, benennen. Wer spontan etwas zu einem
sich vor, wir würden Ihren Vater regelmäßig auffordern,
der Gegenstände sagen möchte, sollte dies auch tun können.
an der Wassergymnastik teilzunehmen, und wissen gar
Wenn Sie möchten, können Sie unmittelbar darauf auch Fra-
nicht, dass er vielleicht gar nicht schwimmen kann und
gen zur Biografie stellen. Mögliche Fragen wären: An was
Angst davor hat, in ein Schwimmbecken zu gehen. Sol-
denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Sommer“ hören? Was
che potenziellen Interessenskonflikte versuchen wir zu
haben Sie als Kind in den Sommerferien gemacht? Gab es ei-
vermeiden, indem wir detailliert nach den Erfahrungen
ne Urlaubsreise, an die Sie sich besonders gerne erinnern?
der Bewohner fragen.
Haben Sie früher gerne gegrillt?
Im Anschluss daran können Sie kleine Bewegungsübungen
Aufgabe 12a – Track 102 machen und die Teilnehmer auffordern, sich den Sonnenhut
Aktivitäten für jedermann
aufzusetzen, sich mit dem Handtuch „abzutrocknen“, den
1 Sitztanz Wasserball einer anderen Person zuzuwerfen usw. Abschlie-
Generell spricht der Sitztanz vor allem all die Personen an, ßend können Sie zu einem Gedächtnistraining übergehen, in-
die früher gerne das Tanzbein geschwungen haben. Jemand, dem Sie Wörter mit „Sommer“ sammeln oder Ähnliches.
der früher gern tanzen war, der wird am Sitztanz Freude ha- Das Spiel eignet sich als Gedächtnis- und Konzentrations-
ben – gerade, wenn er sich jetzt nicht mehr sicher auf den übung sowie als Einstieg in die Biografiearbeit sowohl für De-
Beinen fühlt. Wer also Tanzen liebt, sollte es unbedingt pro- menzerkrankte als auch für nicht demente Personen.
bieren ;-)
4 Kofferpacken
Die Kursleiterin gibt die Bewegungen vor, die Teilnehmer fol-
Das Spiel dient der Konzentrationsförderung und dem Ge-
gen den Anweisungen. Wem das nicht gelingt, schaut ein-
dächtnistraining.
fach, was die Leiterin vormacht, und ahmt das nach. Wen
Bilden Sie zunächst einen Stuhlkreis. Die Person links von Ih-
auch das überfordert, der bewegt sich ganz einfach im eige-
nen beginnt mit den Worten: „Ich packe meinen Koffer und
nen Rhythmus zur Musik. …
ich nehme … mit.“ Die darauffolgende Person muss nun den
Die Teilnehmer setzen sich zunächst nebeneinander hin. So-
Gegenstand des Vorredners nennen und einen weiteren Ge-
bald die Musik einsetzt, richten sich alle Teilnehmer nach der
genstand in den Koffer „packen“. Sie können das Spiel the-
Kursleiterin, deren Kreativität nun gefragt ist. Man könnte
matisch einengen oder es bewusst offen gestalten.
zum Beispiel zuerst die Beine übereinander schlagen, erst das
linke, dann das rechte. Dann könnte man die Anweisung ge- 5 Hier gibt es …
ben, dass die Teilnehmer aufstehen und sich je zwei zueinan- Das Spiel ist besonders für Demenzerkrankte geeignet. Berei-
der hindrehen und ihre Handteller aneinander legen … – und ten Sie den Raum vor, indem Sie möglichst viele unterschied-
so fort. liche Gegenstände im Raum verteilen. Bilden Sie jetzt mit den
Hier können sowohl Menschen mit Gleichgewichtsproblemen Teilnehmern einen Stuhlkreis. Sie benennen nun die Gegen-
oder Bewegungseinschränkungen als auch Menschen mit De- stände im Raum, z. B. „In dem Raum gibt es einen Teddy-
menz teilnehmen. bären.“ oder „In dem Raum gibt es einen Wandkalender.“
Die Teilnehmer müssen nun auf den genannten Gegenstand
2 Eierwettlauf
zeigen.
Bei diesem, auch von Kindern gern gespieltem Spiel sitzen die
Das Spiel fördert das Gedächtnis, die Feinmotorik sowie die
Teilnehmer in einem Kreis. Sie benötigen einen Löffel für je-
Hand-Auge-Koordination.
den Teilnehmer und mindestens ein hart gekochtes Ei oder ei-
nen Tischtennisball. Geben Sie jedem Teilnehmer einen Löffel. 6 Rechenspiel
Der- oder diejenige, der oder die links von Ihnen sitzt, legt Sie benötigen für das Spiel Zahlenkarten von 1 bis 20 und
das Ei auf den Löffel. Das Ei darf jetzt nicht mehr mit den Rechenzeichen, wie Plus und Minus. Legen Sie einen ge-
Händen berührt werden. Die Teilnehmer geben jetzt den Löf- mischten Stapel von Zahlenkarten und Rechenzeichen vor die
fel mit dem Ei im Kreis herum. Wenn Sie viele Teilnehmer ha- Teilnehmer. Der älteste Teilnehmer beginnt. Die Teilnehmer
ben, können Sie auch zwei Gruppen bilden und diese gegen- ziehen nacheinander Zahlenkarten und Rechenzeichen und
einander antreten lassen. Die Gruppe, die den Löffel am addieren bzw. subtrahieren die Zahlen. Wer zuerst eine zuvor
schnellsten kreisen lässt, ohne dabei das Ei zu verlieren, hat festgelegte Zahl (z. B. 50) erreicht hat, hat gewonnen.
gewonnen. Das Spiel fördert die Konzentration und das Gedächtnis und
Das Spiel fördert Feinmotorik, Koordination und den Gleich- kann bei leichten Aufgaben auch mit Demenzerkrankten ge-
gewichtssinn und bringt den Teilnehmern viel Freude. spielt werden.

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Einheit 10 | Übungen 10

Aufgabe 13a – Track 103 Angehöriger: Eigentlich ganz gut, auch wenn er nicht mehr
Der Sitztanz weit gehen kann. Das größte Problem sind seine Au-
gen. Dadurch dass er immer schlechter sieht, ist er sehr
Sitztanz
ängstlich geworden. Das schränkt ihn sehr ein.
Generell spricht der Sitztanz vor allem all die Personen an,
Anna Liesigk: Aber das Hörvermögen ist nicht
die früher gerne das Tanzbein geschwungen haben. Jemand,
beeinträchtigt?
der früher gern tanzen war, der wird am Sitztanz Freude ha-
Angehöriger: Nein, er hört noch ziemlich gut. Nur den
ben – gerade, wenn er sich jetzt nicht mehr sicher auf den
Fernseher stellt er etwas lauter ein, aber nicht sehr.
Beinen fühlt. Wer also Tanzen liebt, sollte es unbedingt pro-
bieren ;-)
Die Kursleiterin gibt die Bewegungen vor, die Teilnehmer fol-
Übung 9a – Track 106
Frau Becker zieht ins Pflegeheim
gen den Anweisungen. Wem das nicht gelingt, schaut ein-
(Aufnahmegespräch)
fach, was die Leiterin vormacht, und ahmt das nach. Wen
auch das überfordert, der bewegt sich ganz einfach im eige- Anna Liesigk: Guten Tag, Frau Diersberg. Es freut mich,
nen Rhythmus zur Musik. … dass Sie und Ihre Mutter sich für unsere Einrichtung
Die Teilnehmer setzen sich zunächst nebeneinander hin. So- entschieden haben. Ich würde gern etwas mehr über
bald die Musik einsetzt, richten sich alle Teilnehmer nach der Ihre Mutter erfahren, damit wir sie optimal betreuen
Kursleiterin, deren Kreativität nun gefragt ist. Man könnte können. Fangen wir mit den biografischen Angaben an.
zum Beispiel zuerst die Beine übereinander schlagen, erst das Woher stammt Ihre Mutter?
linke, dann das rechte. Dann könnte man die Anweisung ge- Frau Diersberg: Meine Mutter stammt aus einem kleinen
ben, dass die Teilnehmer aufstehen und sich je zwei zueinan- Ort in Sachsen, im Erzgebirge. Sie ist aber nach der
der hindrehen und ihre Handteller aneinander legen … – und Mittelschule nach Dresden gezogen und hat dort auch
so fort. ihre Ausbildung als Krankenschwester gemacht.
Hier können sowohl Menschen mit Gleichgewichtsproblemen Anna Liesigk: Hat ihre Mutter lieber auf dem Land oder in
oder Bewegungseinschränkungen als auch Menschen mit De- der Stadt gewohnt?
menz teilnehmen. Frau Diersberg: Eindeutig in der Stadt. Sie hat nie viel über
ihre Kindheit erzählt, aber ich glaube, sie mochte das
Aufgabe 16a – Track 104 Leben und die landwirtschaftliche Arbeit in dem Dorf
Die Dementen-WG gar nicht. Viel lieber hat sie über Dresden und Berlin
gesprochen.
Saida: Sag mal, Manuel, hast du den Artikel über die De-
Anna Liesigk: Über Berlin? Was hat sie dort erlebt?
menten-WG gesehen?
Frau Diersberg: Ja, meine Mutter ist noch vor dem Bau der
Manuel: Nee, wo ist der denn, Saida?
Mauer nach Westberlin gegangen. Sie erzählt oft von
Saida: Na hier in dem Ausbildungs-Blatt. Hört sich echt gut
der Zeit in den späten 50er- und frühen 60er-Jahren.
an. Lies mal.
Wissen Sie, sie hat Rock ‚n‘ Roll getanzt.
Manuel: Wow, das ist ja ein tolles Konzept.
Dabei hat sie dann auch ihren ersten Mann
Da können demente Menschen ja ganz selbstbestimmt
kennengelernt.
zusammenleben und müssen gar nicht in ein Pflege-
Anna Liesigk: Wie lange war Ihre Mutter verheiratet?
heim ziehen. Klasse!!
Frau Diersberg: 18 Jahre. Ich und meine beiden Geschwis-
ter sind in dieser Zeit geboren, aber als ich elf Jahre alt
war, haben sich meine Eltern getrennt.
10 Übungen
Anna Liesigk: Dann hat ihre Mutter danach allein für Sie
und Ihre Geschwister gesorgt? Hat sie in ihrem Beruf
Übung 8b – Track 105 gearbeitet?
Aufnahmegespräch mit Angehörigen Frau Diersberg: Ja, mein Vater hat sich kaum noch um uns
gekümmert, aber er hat Unterhalt bezahlt. Trotzdem
Anna Liesigk: Können Sie genauer beschreiben, wie die
musste meine Mutter arbeiten. Aber eigentlich hat sie
Veränderungen bei Ihrem Vater aussehen?
das auch gern getan. Sie mochte ihren Beruf als
Angehöriger: Na ja, in letzter Zeit vergisst er immer mehr.
Krankenschwester.
Er bekommt Unterstützung bei der Behandlung seines
Anna Liesigk: Blieb Ihre Mutter denn lange allein?
Übergewichtes, aber er hält seine Diätvorschriften im-
Frau Diersberg: Zunächst schon, aber 1986 – wir waren
mer öfter nicht mehr ein, isst Süßigkeiten und so …
schon aus dem Haus – hat sie ihren zweiten Mann ge-
Anna Liesigk: Wie schätzen Sie denn seine körperliche Ver-
heiratet. Aber sie kannten sich schon länger, nur haben
fassung ein?
wir davon gar nicht viel mitbekommen. Erst später, als
Angehöriger: Er ist oft schlapp und hat dann keine Lust
ich schon erwachsen war, hat sie mir erzählt, dass er
mehr, einkaufen zu gehen oder einen Freund zu
ihre große Liebe war. Ich glaube, in dieser Zeit war sie
besuchen.
sehr glücklich. Leider ist Willibald 1998 an Krebs ge-
Anna Liesigk: Wie sieht es mit der Mobilität aus? Gibt es
storben. Das war ziemlich hart für sie. Zuerst hat ihr
Einschränkungen?

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Übungen 10 | EInheit 11

die Arbeit noch geholfen, aber 2000 ging sie ja Übung 11a – Track 107
in Rente. In dieser Zeit haben wir Kinder uns Sorgen Aktivitäten für jedermann
gemacht, weil sie sehr traurig war und sich für nichts
s. Kursbuch, Track 102
mehr interessierte. In dieser Zeit haben wir sie viel be-
sucht. Nach und nach ist es dann besser geworden und
sie hat sich wieder um ihre Freunde gekümmert und
11 Typisch Mann? Typisch Frau?
angefangen, Dinge für sich zu tun. Denn eigentlich ist
meine Mutter ein lebensfroher Mensch und gerne
aktiv.
Aufgabe 1b – Track 108
Erinnerungen
Anna Liesigk: Was glauben Sie, warum hat sich Ihre Mutter
so verändert? 1
Frau Diersberg: Ein Grund ist sicher der Diabetes, die sie alte Frau: Ich kann mich noch erinnern, was meine Oma er-
seit 2008 hat. Am Anfang war es kein Problem, sie hat zählte. Damals, das war ja noch vor dem Ersten Welt-
sich beraten lassen, nach der Krankheit gelebt und ist krieg, hat sie sich als Einzige um Haushalt und Familie
auch regelmäßig zum Arzt gegangen. Nach dem Umzug gekümmert. Sie erzog die Kinder, pflegte die Großel-
2008 war auch noch alles okay. Die kleinere Wohnung tern und hatte eigentlich gar kein eigenes Leben. Und
und auch die neuen Nachbarn waren eine Erleichterung bei meiner Mutter war es auch nicht viel anders.
für sie. Aber dann verschlechterten sich die Werte, sie Deshalb hab ich schon damals davon geträumt, Jura
musste spritzen und kam schließlich immer schlechter zu studieren und Anwältin zu werden. Ich war zwar
mit dem Diabetes zurecht. Seit 2012 kam dann zweimal immer Klassenbeste, aber mein Vater war strikt dage-
täglich eine Hauspflege, die ihr das Insulin gespritzt hat gen. Er sagte immer: „Frauen müssen sich um Kinder
und überhaupt ein bisschen nach dem Rechten sah. zu kümmern, anstatt ihre Zeit an der Universität zu
Auch ich habe ihr regelmäßig geholfen, im Haushalt vergeuden.“
und so … Ich habe dann mit 23 geheiratet, zwei Kinder groß-
Anna Liesigk: Das hört sich doch eigentlich ganz gut an? gezogen, meinem Mann den Rücken freigehalten und
Warum und wie ist sie heute beeinträchtigt? den gesamten Haushalt geschmissen. So, wie das halt
Frau Diersberg: Na ja, nach und nach, vor allem die letzten damals üblich war. In dieser Zeit hieß es für Frauen:
zwei Jahre hat sich ihr Zustand verschlechtert. Körper- Kinder-Küche-Kirche. Und jetzt? Mein Mann hat mich
lich geht es ihr eigentlich noch ganz gut. Aber sie wird nach 32 Jahren Ehe verlassen. Wegen einer Arzthelfe-
immer unbeweglicher, auch weil sie keine Gymnastik rin, so einem jungen Ding. Ach, hätte ich damals nur
mehr macht und kaum noch aus dem Haus geht. Ich mehr Mut gehabt, anstatt immer nur das zu tun, was
denke, das Problem ist eher psychischer Natur … die anderen wollten.
Anna Liesigk: Was meinen Sie damit genau? Können Sie Ich fühle mich oft einsam, doch was soll ich jetzt noch
das genauer erklären? machen? … Manchmal stelle ich mir vor, wie schön es
Frau Diersberg: Na ja, für meine Mutter war es immer sehr wäre, wenn ich mich wieder verlieben würde. Doch
wichtig, unabhängig zu sein. Sie hat zum Beispiel mei- geht das überhaupt mit 72? Und, wer will so eine alte
ne Hilfe nie gern angenommen, und es gab oft Streit, Schachtel noch haben.
weil sie sich „bemuttert“ fühlte. Seit sie tatsächlich auf Aber eines hat sich dann doch noch zum Guten gewen-
Hilfe angewiesen ist, wirkt sie so resigniert. Sie streitet det. Meine jüngere Tochter hat meinen Traum wahr ge-
nicht mehr – mittlerweile vermisse ich das sogar –, macht. Sie hat Jura studiert und ist nun Richterin am
aber sie macht eben auch kaum noch was. Sie sitzt ein- Obersten Landgericht. Darauf bin ich sehr stolz. Ich ha-
fach stundenlang vor dem Fernseher und isst dabei be sie auf ihrem Weg auch immer unterstützt – auch
lauter Zeugs, von dem sie genau weiß, dass es nicht gut wenn ich selbst nicht viel hatte.
für sie ist.
2
Anna Liesigk: Ja, ich denke, es war eine gute Entscheidung,
alter Mann: Ich habe Greta auf dem Abschlussball der Ober-
Ihre Mutter da rauszuholen. Hier können wir mit der
stufe zum ersten Mal gesehen. Toll sah sie aus, rote
Zeit bestimmt wieder viele ihrer Interessen wecken und
Lippen, roter Petticoat, die Haare hochgesteckt. Da
so ihren Lebensmut erhöhen.
musste ich mir erstmal Mut antrinken, bevor ich sie an-
Frau Diersberg: Das hoffe ich sehr, Aber leicht wird das be-
sprechen konnte. Also, ich dann hin zum Buffet, eine
stimmt nicht. Meine Mutter hat sich nur sehr wider-
Bowle nach der anderen, dann noch die Tolle gerade
strebend der Entscheidung für das Heim angeschlossen
gerückt – wissen Sie, das war ja die Zeit, da hatten die
… Sie wird am Anfang bestimmt nicht kooperieren.
Jungs so Haartollen, die mit ganz viel Gelatine, Zucker-
Anna Liesigk: Das kennen wir. Wir werden uns Gedanken
wasser oder Ei fixiert wurden … Und dann, dann habe
über ein sinnvolles Beschäftigungs- und Pflegekonzept
ich mich getraut. Und wissen Sie was sie zu mir sagte?
machen und Sie natürlich weiterhin mit einbeziehen.
„Heinrich“, sagte sie. „Heinrich, ich habe es mir schon
Vielen Dank, dass Sie uns so gut helfen.
so oft vorgestellt, dass du mich mal ansprichst, so lange
warte ich schon darauf.“ Naja, und dann, dann ging es
ziemlich fix – Verlobung, Heirat, Kinder – wir sind jetzt

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Einheit 11

43 Jahre verheiratet und ohne meine Greta, da möchte Aufgabe 3b – Track 110
ich nicht mehr sein. Radiosendung zum Thema „Wandel der Rollenmuster“
Moderator: Hallo, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, heute
Aufgabe 2a – Track 109 dreht sich in unserer Sendung „Typisch männlich? Ty-
Interview: Typisch männlich – typisch weiblich?
pisch weiblich?“ alles um den Wandel der
Reporter/in: Entschuldigung, kann ich Ihnen eine Frage Geschlechterrollen.
stellen? Was ist für Sie ‚typisch weiblich oder typisch Zu Gast im Studio ist Dr. Greis.
männlich‘? Herr Dr. Greis, Sie sind ja Soziologe und forschen an
Jüngerer Mann 1: Typisch weiblich? Ich weiß nicht. Naja, der Uni Magdeburg zum Thema Gender in der Medizin
Kleidung, oder? Röcke und Stöckelschuhe tragen, Kin- und Pflege.
der kriegen und sich um die Kinder kümmern? So was Der Wandel der Geschlechterrollen wirkt sich auch auf
halt. den Umgang mit Älteren aus. Wenn früher meistens in
Weibliche Begleitung des Mannes: Wie, sich um die Kin- der Familie gepflegt und versorgt wurde, so findet Pfle-
der kümmern? Das können doch Männer genauso. Und ge heute mehrheitlich in stationären oder ambulanten
Stöckelschuhe trage ich auch nicht. Ich glaube, dass Pflegeeinrichtungen, Senioren-WGs und Mehr-Genera-
sich Frauen mehr Gedanken, um ihr Äußeres machen, tionen-Häusern statt. Wie wirkt sich das auf die Arbeit
wir wollen attraktiv sein, ja. Aber Kindererziehung, ei- in der Pflege aus?
nen Kinderwagen schieben und Windeln wechseln, das Dr. Greis: Bei der alltäglichen Arbeit in der ambulanten oder
ist doch heute auch Männersache. stationären Pflege ist das Wissen um weibliche und
Jüngerer Mann 1: Ja, nein, äh, ich meine, ich sollte doch männliche Rollenmuster von großer Bedeutung. Die
Stereotype nennen, oder? Das mit den Stöckelschuhen Selbstwahrnehmung und das Verhalten der Bewohner
war ja gar nicht meine Meinung, das weißt du doch ergeben sich aus den individuellen Vorstellungen, wie
Schatzi … ‚Mann‘ oder ‚Frau‘ sich verhalten sollte. Dabei beneh-
Älterer Mann 2: Also, das war früher anders. Da gab es men sich ältere Menschen und Demenzerkrankte meis-
noch Ordnung. Wir Männer haben das Geld verdient, tens so, wie sie es in ihrer Jugend gelernt haben – ihr
das Auto repariert, die Wasserkisten hochgetragen. Verhalten ist also von traditionellen Rollenbildern
Frauen trugen Kleider und Männer Hosen. Außerdem geprägt.
hatten wir die Hosen an, jawohl. Diese, heute vielleicht etwas altmodisch wirkenden
Ältere Frau: Wann hast du denn je ein Auto repariert? Rollenbilder sollten bei den verschiedenen Tätigkeiten
Nein, nein, das war früher auch nicht so einfach. Aber und Beschäftigungsangeboten im Pflegebetrieb berück-
den Haushalt, den haben schon wir Frauen geschmis- sichtigt werden, um ein positives und lebensbejahen-
sen: staubsaugen, kochen, sich um die Kinder oder um des Selbstempfinden der Bewohner zu fördern.
Ältere kümmern – das war doch lange Zeit das, was Moderator: Sind diese Rollenbilder nicht sehr komplex?
von uns erwartet wurde. Und schüchterner waren wir Dr. Greis: Ja, natürlich. Die Rollenbilder ‚Mann‘ und ‚Frau‘
auch – wenn ich heute sehe, wie sich manche Mädels bestehen aus vielen Teilstücken, wie Kleidung, Körper-
in der Öffentlichkeit zeigen, halb nackt, das gab es da- pflege, Essgewohnheiten, Kommunikation, der Vorstel-
mals nicht. lung von einem ‚gelungenen Leben‘ und auch der Se-
(…) xualität. Dem Thema „Umgang mit Sexualität im Alter“
Reporter/in: Und bei Ihnen? Wie ist das bei Ihnen? Was ist ist für die Arbeit in den zunehmend interkulturellen
für Sie ‚typisch weiblich oder typisch männlich‘? Pflegeeinrichtungen besondere Aufmerksamkeit zu
Frau mit leichtem Akzent: Ach, ich denke, dass das immer widmen.
kulturspezifisch ist und von Generation zu Generation Moderator: Wie meinen Sie das?
unterschiedlich. Meine Großmutter, die hat sich immer Dr. Greis: Einerseits muss man als Pflegekraft die Sexualität
versteckt, wenn Sie rauchen wollte. Das ging damals des pflegebedürftigen Menschen akzeptieren, um gut
gar nicht, dass eine Frau öffentlich raucht. Und mein pflegen zu können. Andererseits gilt es bei übergriffi-
Urgroßvater, der hätte einer Frau wahrscheinlich noch gem oder unangemessenem Verhalten, Grenzen zu set-
nicht mal die Hand gegeben. Wir wurden dann viel zen, um Konflikte zwischen Bewohnern und Mitarbei-
freier erzogen – Auto fahren, rauchen, auf Partys ge- tern zu vermeiden.
hen, alles kein Problem. Moderator: Herr Dr. Greis – vielen Dank für das interessan-
Mann mit starkem Akzent: In meinem Land, ist das noch te Gespräch.
so. Es ist nicht üblich, dass Mädchen rauchen. Oder
Fahrrad fahren. Sie tragen auch keine enganliegende Aufgabe 6a – Track 111
Kleidung und viele Frauen bedecken ihre Haare, um Pavel berichtet über Frau Svedelid
die Männer nicht zu reizen. Wenn ich das hier so sehe
Pavel: Frau Gerda Svedelid ist seit drei Tagen im Wohn-
– junge Paare, die sich in der Öffentlichkeit küssen,
bereich ‚Rosenblatt‘. Sie ist am 1. 7. 1940 in Kassel
flirten, laut lachen … Das ist manchmal komisch für
geboren. Die Bewohnerin kümmerte sich bis zum Tod
mich.
ihres Mannes Rudolf im … äh … im Jahr 2006 um den
Älterer Mann 2: Ja, so ähnlich sehe ich das auch.

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Einheit 11

gemeinsamen Haushalt und um die beiden Kinder, Anna Liesigk: Ja sicher. Ich werde selbstverständlich alles
Peter und Johannes. 1971 zog die Familie nach Offen- vertraulich behandeln. Gibt es ein Problem mit einem
bach, der Ehemann der Bewohnerin war dort in der unserer Bewohner?
Lederwarenindustrie tätig. Saida: Ja, es geht um Herrn Tsipras. Sie wissen, der Grieche
Frau Svedelid hat sich selbst im Aufnahmegespräch als auf Nr. 4. Er ist sehr aufdringlich. Bisher hat er ja nur
modebewusst, sehr gepflegt und sehr reinlich bezeich- anzügliche Bemerkungen gemacht, aber gestern gab er
net. Der beim Gespräch ebenfalls anwesende ältere mir einen Klaps auf den Po und später hat er noch ver-
Sohn, Peter Svedelid, teilte uns mit, dass seine Mutter sucht, mir an die Brust zu fassen.
eigentlich einen richtigen Putzfimmel hatte – es wurde Anna Liesigk: Was haben Sie daraufhin gemacht?
im Hause ununterbrochen geputzt, abgewaschen, ge- Saida: Nichts. Ich bin rausgegangen und habe Manuel gebe-
wischt, gesaugt und gewienert. Erstaunlicherweise war ten, die Körperpflege bei Herrn Tsipras zu übernehmen.
Frau Svedelid gleichzeitig sehr tierlieb – sie züchtete Anna Liesigk: Hmm, das ist zwar eine gute Reaktion, um
jahrelang ziemlich erfolgreich Schildkröten. Nach dem sich aus der Schusslinie zu bringen, aber noch besser
Auszug der Kinder wurden sogar die Kinderzimmer wäre es, wenn Sie ihn sofort mit einem lauten und
umgebaut, um mehr Platz für die Tiere zu haben. deutlichen: „Bitte lassen Sie das sooo-fort!!“ in seine
Der Sohn bezeichnete das Verhältnis zu seiner Mutter Schranken verweisen. So zeigen Sie ihm ganz klar seine
als recht kühl und sachlich. Er und sein Bruder Johan- Grenzen auf. Wenn Sie das laut und klar sagen, ver-
nes würden Frau Svedelid gerne an den Feiertagen und steht das in dem Augenblick jeder, auch ein verwirrter
an ihrem Geburtstag besuchen – häufigere Besuche Bewohner. Und falls doch nicht, wiederholen Sie es im-
wären nicht möglich. Er sagte außerdem, dass seine mer wieder.
Mutter immer recht abweisend war. Körperkontakt wie Saida: Das ist halt nicht so meine Art – aber ich sollte es
Umarmungen usw. wurden von Frau Svedelid meistens wohl üben.
abgewehrt, und richtigen Ärger gab es, als er seine Vielen Dank, dass Sie sich für meine Beschwerde so
Mutter einmal nur halb angezogen im Bad überraschte. viel Zeit genommen haben.
Frau Svedelid wollte darüber nicht sprechen, sie meinte Anna Liesigk: Das ist doch selbstverständlich!! Ich stehe
nur, dass es sich für eine Frau nicht gehören würde, voll und ganz hinter Ihnen und werde Sie diesbezüglich
unbekleidet durch die Wohnung zu laufen. in jeder Hinsicht unterstützen. Das können Sie ruhig
Auch die Beziehung zum verstorbenen Ehemann soll auch den Kolleginnen sagen – falls Sie mit ihnen darü-
wenig leidenschaftlich gewesen sein. Die Bewohnerin ber sprechen.
möchte definitiv nicht von männlichen Pflegern betreut Und ich bedanke mich für das entgegengebrachte
werden. Sie legt großen Wert auf weibliche Pflegeper- Vertrauen.
sonen und möchte sich mit diesen auch über Mode, Saida: Ich hatte sehr gehofft, dass Sie mich in dieser Sache
Schminkgewohnheiten und Frisuren unterhalten kön- ernst nehmen. Man hört aus anderen Seniorenheimen
nen. Das hat sie mehrmals wiederholt. Außerdem wür- ja auch anderes – leider.
de sie ‚nie im Leben eine dieser unhygienischen Alters- Anna Liesigk: Nein nein, halten Sie mich auf dem Laufen-
heimhosen anziehen‘. den. Und sprechen Sie mich auf jeden Fall wieder an,
So. Das ist erstmal alles. Welche Kollegin möchte sich wenn so etwas passiert. …
um Frau Svedelid kümmern?
Aufgabe 10a – Track 113
Aufgabe 9c – Track 112 Webinar von Dr. Greis
Ein vertrauliches Gespräch
Dr. Greis: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Pflegen-
Saida: Guten Morgen, Frau Liesigk, kann ich Sie mal kurz den, herzlich willkommen bei unserem Webinar zum
sprechen? Thema „Sexualität in der Altenpflege“. Ich freue mich,
Anna Liesigk: Guten Morgen Saida, wie kann ich Ihnen dass wir hier so viele Anmeldungen haben, denn das
helfen? Thema ist bei Ihrer täglichen Arbeit ja von zentraler
Saida: Ähhm, ich müsste etwas in Ruhe mit Ihnen bespre- Bedeutung.
chen, unter vier Augen. Dabei ist das Thema auch nicht nur wenigen älteren
Anna Liesigk: Hmm, na dann kommen Sie mal zu mir ins Männern wichtig, sondern letztlich allen Menschen.
Büro. Laut einer amerikanischen Studie mit Senioren im Alter
Und? Worum geht es denn? von 86 Jahren haben mehr als 64 % der Frauen und
Saida: Es ist … ist mir sehr unangenehm … Ich weiß gar 82 % der Männer regelmäßig sexuelle Kontakte. Mit
nicht, wie ich … Aber es ist besser, wenn Sie im Bilde 86, wohlgemerkt!
sind. … Ok, es geht um eine vertrauliche Der Umgang mit dem Thema ist bei näherer Betrach-
Angelegenheit tung irgendwie seltsam. Einerseits ist es täglich in Zeit-
. schriften, im Fernsehen, im Internet oder auf Plakaten
präsent und andererseits wird über Liebe und Sexuali-
tät im Rentenalter kaum noch gesprochen – ganz so,

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Einheit 11 | Übungen 11 | Einheit 12

als ob sie über Nacht, pünktlich zum Renteneintritt, In vielen Familien ist das ein wichtiges Thema. Wie
verschwinden würden. können und sollen demente Mütter und Väter, Ehe-
Doch eine feststehende Altersgrenze für Sexualität gibt frauen und Ehemänner gepflegt werden? Wie wollen
es nicht. Zwar verändert sich mit zunehmendem Alter wir als Gesellschaft mit Demenzkranken umgehen?
für manche Menschen die Art der sexuellen Kontakte – Ich begrüße im Studio Frau Dr. Vogel, die seit Jahren
es findet meistens eine Verschiebung von körperlichen auf diesem Gebiet arbeitet. … Guten Abend,
hin zu vermehrt zärtlichen sexuellen Kontakten statt – Frau Dr. Vogel.
aber Sexualität bleibt ein Leben lang wichtig. In der be- Frau Dr. Vogel: Guten Abend, Herr Funk.
sagten Studie gaben dann auch mehr als 63 % der Moderator: Können Sie unseren Hörern Tipps zum Umgang
Männer und mehr als 30 % der Frauen an, regelmäßig mit Demenzkranken geben?
Geschlechtsverkehr zu haben. Frau Dr. Vogel: Die Pflege von Demenzpatienten ist sowohl
Doch im Heim ist die Situation anders: Dort haben Be- für die Angehörigen wie auch die Pflegekräfte nicht
wohner, sofern sie nicht über ein abschließbares Ein- einfach. Als Erstes empfehle ich, dass wir Verständnis
zelzimmer verfügen, es nicht immer leicht, ihre Intim- dafür haben müssen, dass der Kranke in seiner eigenen
sphäre zu wahren, da es in den meisten Welt lebt. Wir müssen seine Gefühle ernst nehmen und
Altenpflegeeinrichtungen kaum Rückzugsmöglichkei- wir sollten sinnlose Diskussionen und Streit vermeiden.
ten gibt. Außerdem sind viele Senioren körperlich nicht Moderator: Das ist aber bestimmt nicht immer einfach, da ja
in der Lage, ihre Wünsche auszuleben, oder haben kei- wohl manche Demenzkranke sehr aggressiv sein
nen Partner mehr. Das Bedürfnis nach körperlicher Nä- können.
he bleibt aber. Frau Dr. Vogel: Das stimmt. Man braucht sehr viel Geduld.
Wie Sie, meine Damen und Herren, aber am allerbesten Demenzkranke benötigen viel Respekt. Loben Sie ihn
wissen, ist die Pflege fast immer mit engem körperli- auch immer wieder. Wichtig ist, dass Demenzpatienten
chem Kontakt verbunden. Besonders beim Waschen einen regelmäßigen Tagesablauf mit festen Regeln ha-
entstehen zuweilen sehr intime Situationen. An dieser ben. Wichtig ist auch, dass sich die Patienten körperlich
Stelle wird Pflegekräften eine hohe Professionalität ab- wohlfühlen. Deshalb sind Körperpflege, eine gesunde
verlangt, gerade wenn auf die Bedürfnisse der Men- Ernährung und vor allem auch genug zum Trinken sehr
schen professionell reagiert werden soll. wichtig.
Vor allem Menschen mit Demenz zeigen ihre Lust völlig Moderator: Wir haben einige Hörer und Hörerinnen in der
ungeniert, denn die Krankheit spült alle Hemmungen Leitung, die Fragen für Sie haben. Guten Tag Frau Holm
aus dem Gehirn. Kontrollmechanismen versagen, das …
sexuelle Verlangen wird nicht mehr von Konventionen
oder Moralvorstellungen gesteuert und drängt ungefil-
tert heraus – das kann für Sie, meine Damen und Her- 12 Geburt – Leben – Tod
ren, zu irritierenden Situationen führen.
So, bevor wir uns in wenigen Minuten in Arbeitsgrup-
pen aufteilen und einzelne Problemszenarien und Sta-
Aufgabe 2a – Track 115
Die Geburt eines Kindes
tistiken betrachten, möchte ich Ihnen nun einen gene-
rellen Einblick geben wie Sie mit … Frau: Lara ist ein absolutes Wunschkind gewesen. Mein
Mann und ich wollten unbedingt ein Mädchen und das
hat dann auch geklappt. Es war auch eine leichte Ge-
11 Übungen burt, obwohl ich bereits 36 war und so gleichzeitig eine
Erst- als auch Spätgebärende. Die Wehen fingen gegen
Übung 16 – Track 114 4 Uhr früh an. Wir haben dann noch etwas gewartet
Radio-Interview zum demografischen Wandel und immer wieder mit der Hebamme telefoniert. So ge-
gen halb sechs hat mein Mann das Auto geholt und wir
Moderator: Liebe Hörerinnen und Hörer, wer durch die In-
sind ins Krankenhaus gefahren. Mein Mann hat sich
nenstädte läuft, stellt fest, dass Deutschland altert und
ganz rührend um mich gekümmert, er hat mir die Hand
grauer wird. Der demografische Wandel ist eine Her-
gehalten und Getränke bereitgestellt.
ausforderung – nicht nur für Politik und Wirtschaft,
Ich hatte Glück und alles ging sehr schnell – schon eine
sondern auch für uns als Gesellschaft. Heute leben hier
Stunde später hielt ich erschöpft, aber glücklich unsere
ungefähr 4,4 Millionen Menschen, die über 80 sind.
Lara im Arm: 47 cm groß, 3896 Gramm schwer und
Das Alter ist zwar nicht gleichbedeutend mit Krankheit
schon ganz viele Haare auf dem Kopf.
– es gibt zum Glück viele Menschen um die 70 oder 80,
Mann: Ich musste mich zunächst an den Gedanken gewöh-
die weitestgehend gesund und fit sind. Aber im Alter
nen, dass wir schon bald zu dritt sein werden. Ich habe
nehmen die gesundheitlichen Probleme dennoch zu.
dann aber meine Partnerin zum Geburtsvorbereitungs-
Vor allem Demenzerkrankungen nehmen zu. Bis zu
kurs begleitet. Da bekam ich eine Ahnung, dass sich to-
1,6 Millionen Menschen sind an Demenz erkrankt.
tal viel ändern würde. Im Kurs waren noch vier weitere

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Einheit 12

Paare. Alle redeten über Steißlage, CTG oder wie man die das noch zutrifft. Selbst an der Geburt sind mindes-
die Wehen wegatmet – davon hatte ich noch nie etwas tens zwei Menschen aktiv beteiligt – die Mutter und
gehört. Der Tag, an dem ich wirklich verstanden hatte, das Kind.
dass da ein kleiner Mensch heranwächst, das war Nur wenige Menschen erreichen heutzutage zu Lebzei-
der 14. März. Wir waren gemeinsam beim Frauenarzt ten einen Zustand, in dem sie den Tod und das Ende al-
und auf dem Ultraschallbild waren ganz winzig kleine ler bekannten Dinge akzeptieren. Die meisten wehren
Ärmchen und Beinchen zu erkennen und der Kopf. Das sich bis zuletzt. Und selbst wenn die Person vielleicht
war sie also – unsere Lara. Wir haben noch gemeinsam sogar bereit ist zu gehen, dann können die Angehöri-
das Babyzimmer eingerichtet, Babymöbel angeschafft gen oft nicht loslassen. Denn auch für die Angehörigen
und die ersten Bodys gekauft. Unglaublich, wie winzig ist der Tod ein unumkehrbares Ereignis. Sie empfinden
Babykleidung ist. Der Bauch meiner Partnerin wurde vielleicht Schuldgefühle gegenüber den Betroffenen.
immer größer – und irgendwann war es dann soweit. Das bisherige Leben wird auf den Prüfstand gestellt –
Heute bin ich Profi, wenn es um Wickeln, Babybrei und wie war das gemeinsame Leben? Wie wird es sein,
Bauchkrämpfe geht. Nur die Taufe, die haben wir im- wenn die Person nicht mehr da ist? Von welchen ge-
mer noch nicht organisiert. Irgendwie haben wir es da- meinsamen Träumen muss ich mich verabschieden?
mit auch nicht eilig. Für uns ist es wichtiger, Zeit für Habe ich etwas versäumt? Kann ich es noch nachholen,
uns zu haben. bevor es zu spät ist?
Radio Senior: Und was kommt nach dem Tod? Wie sollen
Aufgabe 4a – Track 116 Angehörige mit dem Verlust umgehen?
Radio Senior zum Thema „Trauer und Tod“ Anna Niewiera: Nach dem Verlust kommt die Trauer. Das
ist ganz natürlich und auch heilsam. Dr. Doris Wolf hat
Moderator Radio Senior: Wir haben heute jemanden bei
dazu ein sehr spannendes Buch geschrieben: „Einen
uns, der uns mehr über das Thema Trauer und Tod be-
geliebten Menschen verlieren“ lautet der Titel. Sie teilt
richten kann. Frau Anke Niewiera, Sie sind Therapeutin
darin die Trauer in mehrere Phasen ein:
und haben sich lange mit diesem schwierigen Thema
Erstens: Die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens, des
befasst. Warum fällt es uns so schwer über den Tod zu
Schocks und der Verleugnung. Der Hinterbliebene kann
sprechen – ist er denn nicht allgegenwärtig?
und will gar nicht glauben, dass der Verstorbene wirk-
Anna Niewiera: Ja, in der Tat, das ist er. Ich möchte da kurz
lich tot und für immer gegangen ist.
Rilkes Zeilen in Erinnerung rufen: Der Tod ist groß. Wir
Danach kommt die Phase der Gefühle. Der Angehörige
sind die Seinen lachenden Munds. Wenn wir uns mit-
durchlebt Gefühle wie Verzweiflung, Angst, Hilflosig-
ten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns.
keit und Einsamkeit. In dieser Phase werden manche
Diese Zeilen sind vielen bekannt und doch scheint es,
Angehörige sogar wütend auf den Verstorbenen oder
als ob sie nicht verstanden werden – dass der Tod uns
auf sich selbst – manche empfinden auch Schuld-
jederzeit, nicht nur im hohen Alter oder nach einer
gefühle. Anschließend beginnt eine langsame Neu-
schweren Krankheit, einholen kann.
orientierung. Wir lernen langsam, mit dem Verlust
Radio Senior: Doch warum fällt es uns dann so schwer, über
umzugehen und ihn zu akzeptieren. Und schließlich
den Tod zu sprechen? Fehlen uns vielleicht die richti-
stellt sich in den meisten Fällen das innere Gleichge-
gen Begriffe?
wicht wieder ein. Wir finden wieder einen Sinn im
Anna Niewiera: Nein, das denke ich nicht. Meiner Meinung
Leben und lassen den oder die Verstorbene wirklich
nach hat es viel mehr mit Angst zu tun – und der End-
gehen.
gültigkeit. Der drohende Verlust des Lebens oder eines
Radio Senior: Wie lange dauern die von Ihnen beschrie-
nahen Angehörigen macht uns sprachlos. Das liegt aber
benen Trauerphasen? Oder ist das individuell
nicht etwa daran, dass uns Wörter oder Begriffe fehlen
verschieden?
würden, ganz im Gegenteil. Denken Sie nur an die die
Anna Niewiera: Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich
vielen Synonyme und Umschreibungen, die wir für das
und hängt maßgeblich von der Beziehung zum Verstor-
Sterben haben, wie etwa: ableben, abtreten, die Augen
benen und unserer Persönlichkeit ab. Die Trauerphasen
für immer schließen, dahinscheiden, davongehen, er-
müssen auch gar nicht in dieser Reihenfolge stattfin-
löschen oder für immer von uns gehen. Manche sind
den, sie können sich vermischen, abwechseln, manche
sogar recht humorvoll formuliert, wie: den Löffel ab-
werden auch übersprungen. Außerdem sind der Um-
geben, die Radieschen von unten betrachten oder in
gang mit dem Tod und die Trauer stark kulturell ge-
die ewigen Jagdgründe eingehen.
prägt. Regeln oder Vorschriften für die „richtige“ Art
An Begriffen mangelt es uns also nicht. Doch was den
des Trauerns gibt es also nicht und schon gar nicht kul-
Tod so einzigartig macht ist die Tatsache, dass letztlich
turübergreifend. Es ist nur wichtig, sich bewusst zu
jeder Mensch ganz allein seinen ganz persönlichen und
machen, dass Trauern ein natürlicher Prozess ist, und
eigenen Tod stirbt. Diese Erfahrung kann nun mal auch
sich die notwendige Zeit auch zu nehmen. Der Mensch
nicht mit anderen geteilt werden. Sie ist in letzter Kon-
ist im Normalfall in der Lage, den Verlust auch
sequenz unteilbar, unaufhaltsam und unmittelbar.
der engsten Familienangehörigen zu verarbeiten und
Es gibt nur wenige Ereignisse in unserem Leben, auf
sich anschließend wieder seinem Leben zu widmen –

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Einheit 12

das macht uns, aber auch viele höher entwickelte Tiere Herr Kolb nahm aktiv am Krieg teil, und ich vermute,
als soziale Wesen einfach aus: Trauer zu empfinden, um dass diese Erfahrung dazu geführt hat, dass er nicht
sich dann wieder dem eigenen Leben zuwenden zu über seine eigenen Probleme sprechen kann, vielleicht
können. passt das nicht zu seinem Selbstbild als Mann. Wobei,
ganz so einfach ist es auch nicht, denn einerseits möch-
Aufgabe 7a – Track 117 te Herr Kolb keine sozialen Kontakte, er ist manchmal
Frau Ott über ihre Jugend auch ziemlich barsch und kann unangenehm werden –
und andererseits möchte er gerne an unserer Skatrunde
Frau Ott: Ich habe schon früh im Haushalt meiner Tante aus-
teilnehmen.
helfen müssen. Damals, kurz nach dem Krieg, war die
Folgende Pflegeziele wären meiner Meinung nach
Not groß, und wir Frauen haben auch die Arbeit unse-
wichtig: Herr Kolb sollte mittelfristig lernen, dass er
rer Väter und Ehemänner übernommen. Die Männer
über seine Ängste und Emotionen reden kann und dass
waren ja im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft.
das hier bei uns möglich oder sogar erwünscht ist. Das
Auch der Bruder meines Vaters war verschollen.
würde wahrscheinlich auch seine depressive Stimmung
Ich weiß noch, dass ich als Jugendliche den Schutt
lindern. Auf jeden Fall könnte er so leichter den Verlust
wegräumen musste, zufälligerweise in der Straße, in
seiner Ehefrau verarbeiten. Er könnte dann seinen neu-
der wir früher gewohnt hatten. Das war ganz in der
en Lebensabschnitt annehmen und aktiver gestalten.
Nähe der Bäckerei meines Onkels Stefan. Ich kann mich
Um das zu erreichen, sollte die Pflegefachkraft nach
noch daran erinnern, wie sich mein Vater und er in un-
meiner Ansicht Anteilnahme signalisieren, hmm, viel-
serer Küche über Politik und die Partei gestritten
leicht durch regelmäßige, aber ungezwungene Einzel-
hatten.
gespräche. Dabei sollten wir in der nächsten Zeit auch
Ja, und eines Tages, ich war wieder dabei, Ziegelsteine
darauf achten, ob Herr Kolb immer noch von seinen
in die Schubkarre zu schmeißen, stand er auf einmal
Todeswünschen spricht.
vor mir. Ich traute meinen Augen nicht – mein Onkel,
Der Kontakt zur Tochter sollte intensiviert werden und
der verschollene Bruder meines Papas, stand vor mir.
ich befürworte die Integration in unsere Einrichtung,
Er war zurückgekehrt. Wir sind gleich nach Hause, in
indem ihm immer wieder, aber ohne größeren Druck
die Wohnung meiner Tante, die war nicht zerbombt
die Teilnahme an den Gruppenaktivitäten angeboten
worden. Ich hielt den ganzen Weg lang die Hand mei-
wird. Das Thema Krieg sollte möglichst vermieden wer-
nes Onkels. Ich wollte ihn gar nicht mehr loslassen. …
den, d. h. die Kollegen und Kolleginnen sollten Herrn
Kolb zuhören und ihn über seine Ängste, Wünsche und
Aufgabe 10a – Track 118 Probleme sprechen lassen, aber auf gar keinen Fall Dis-
Teamgespräch über Herrn Kolb
kussionen über den Zweiten Weltkrieg führen. Das
Anna Liesigk: Hallo Pavel, hallo Maryam, hallo Saida, grüß sollten wir unbedingt mit den osteuropäischen Kolle-
dich Manuel. Na, wie machen sich unsere zukünftigen gen und Kolleginnen besprechen, nicht dass es da zu
Fachkräfte? Konflikten kommt.
Pavel: Hallo Anna, schön, dass du kommen konntest. Ich Ja, das ist alles, glaube ich.
glaube, die sind schon ganz fit. Aber das kannst du ja Pavel: Na, das hörte sich schon ziemlich gut an, oder, Anna?
am besten beurteilen. Wir haben uns für heute einen Anna Liesigk: Das war prima. Ich bin total baff. Wenn das
Biografiebericht vorgenommen, und die drei sollten so weitergeht, dann kann ich mich ja bald ruhigen Ge-
sich Gedanken zu Ressourcen und Kompetenzen ma- wissens zur Ruhe setzen. Wer möchte weitermachen?
chen sowie die Pflegemaßnahmen und Pflegeziele Manuel: Ich. Ich sehe das ganz ähnlich wie Maryam, habe
erarbeiten. aber ein paar Schwerpunkte anders gesetzt … Also …
Anna Liesigk: Na, dann los.
Pavel: Ok. Also, ich nehme an, der Biografiebericht wurde Aufgabe 11b – Track 119
gelesen und dass ihr euch Gedanken zum Umgang mit Ein Gespräch zwischen Tür und Angel
Herrn Kolb gemacht habt.
Manuel: Hallo Andrea, sag’ mal, könnte es sein, dass Herr
Manuel, Saida, Maryam: Mhmm, ja, …
Wemmer aus Bayern kommt? Er spricht nun immer
Pavel: Gut. Maryam, du fängst an. Erzähl uns bitte, wie du
stärker Dialekt – echt. Ich verstehe ihn in letzter Zeit
die Situation bei Herrn Kolb einschätzt.
überhaupt nicht mehr. Weiß das jemand von euch? Ich
Maryam: Also, auf mich wirkt Herr Kolb leicht depressiv
gehe mit ihm gleich zum Mobilitätstraining. Wäre
und suizidal. Er scheint den Verlust seiner Ehefrau
schön, wenn ich verstehen würde, was er sagt.
noch nicht verarbeitet zu haben. Außerdem hat er fi-
Andrea: Ja, Manuel, das ist mir auch schon aufgefallen …
nanzielle Sorgen, möchte aber seiner Tochter keine Last
Er wird immer dementer. Und mit zunehmender De-
sein. Ich gehe davon aus, dass Herr Kolb ein Problem
menz verfallen die Betroffenen ja oft in den Dialekt ih-
mit seiner zunehmenden Unselbstständigkeit hat, sonst
rer Kindheit – auch wenn sie die meiste Zeit ihres Le-
würde er auch nicht verzweifelt versuchen, seine
bens Hochdeutsch gesprochen haben.
Skoliose zu verbergen.

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Einheit 12 | Übungen 12

Saida: Ja, der kann in Bayern aufgewachsen sein oder in


Franken, das hört sich doch alles ähnlich an. 12 Übungen
Andrea: Naja, Saida, das ist aber nicht besonders fundiert,
was du da sagst. Herr Mauer, ähmm, sorry, ihr duzt Übung 4a – Track 121
euch ja jetzt auch, also Klaus, würde dir was husten, Rosa erzählt über die Bräuche in Mexiko
der ist ja ein Bayer! Aber zurück zur Frage. … Ja, Herr
Rosa: Ich mache hier in Deutschland ein praktisches Jahr in
Wemmer müsste aus Bayern sein … Ich glaube, in
einem Krankenhaus und lebe in einer deutschen Gast-
der Dokumentation steht, dass er in Nürnberg geboren
familie. Vor Kurzem ist die Oma gestorben. Das war
wurde, also dürfte er als Kind ja wohl auch Fränkisch
sehr traurig, denn sie war eine sehr liebe Frau. Ich
gesprochen haben. Hey, da ist Klaus ja! Fragen wir ihn
mochte sie sehr und bin froh, dass ich bei der Beerdi-
doch …
gung dabei sein konnte. Meine Gastfamilie ist katho-
Klaus: Worum geht’s?
lisch – wie ich auch. Trotzdem war alles ganz anders als
Manuel: Du kennst doch Herrn Wemmer, was spricht der
bei uns. Hier gibt es Firmen, die sich um alles küm-
für einen Dialekt? Ich glaube, ich brauche einen
mern. Das heißt, sie kommen mit einem Sarg und holen
Dolmetscher.
die Tote ab. Bei uns wird der Sarg nach Hause geliefert
Klaus: Der Wemmer? Der muss aus Franken sein, das hört
und die Familie wäscht die Tote und zieht sie hübsch
man doch.
an. Ein Teil des Sarges ist aus Glas, sodass alle Freunde
Andrea: Aha. Woran denn?
und Familienmitglieder den oder die Tote noch einmal
Klaus: Herr Wemmer, kommen Sie doch mal bitte kurz. Die
sehen können. Sie kommen am Abend und bleiben die
Kollegen verstehen Sie nicht und wollen aus Ihnen
ganze Nacht. Wenn es sehr viele sind, bleiben einige
einen Bayern machen. Sagen Sie doch bitte mal was,
vor dem Haus. Dafür wird sogar die Straße gesperrt,
damit die mir glauben, dass Sie ein echter Franke sind.
damit der Verkehr die Gebete und das Erinnern nicht
Herr Wemmer: A Bayer? „Su a Gschmarri!“
stören kann.
Klaus: Hört ihr‘s? Wäre der Herr Wemmer in Bayern gebo-
Am nächsten Tag ist dann die Beerdigung. Zuerst
ren, dann hätte es ‚Des is a Schmarrn‘ geheißen.
kommt der Sarg in die Kirche und es gibt einen Gottes-
Manuel: Klaus, kannst du uns bitte begleiten? Sonst pas-
dienst. Das ist ganz ähnlich wie hier auch. Nur dass
siert noch ein Unfall.
man auch in der Kirche bei uns die Toten noch sehen
kann, in Deutschland war der Sarg zu. Er wurde nach
Aufgabe 13a – Track 120 dem Gottesdienst auf dem Friedhof in die Erde ge-
Der Ton macht die Musik
senkt. Bei uns sind die Gräber über der Erde und sie
0 werden mit Steinen zugemauert. Darauf stellen die
1 Hey, hast du Lust auf ein Spiel? Leute Dinge, die der oder die Tote sehr gerne mochte.
p Ein Spiel? Das ist eine gute Idee. Das können auch Cola-Flaschen, Chilischoten oder
Süßigkeiten sein. Hier gab es sehr viele Blumen und
1
Kränze mit hübschen Schleifen, auf denen ein Gruß
1 Hey hast du Lust auf ein Spiel?
geschrieben steht – das fand ich sehr schön. Nach der
p Ein Spiel? Das ist eigentlich eine gute Idee.
Beerdigung sind dann alle mit der Familie in ein großes
2 Restaurant gefahren und es gab die Totenfeier.
1 Hey hast du Lust auf ein Spiel? Die gibt es bei uns auch, aber erst am zehnten Tag.
p Ein Spiel? Das ist aber eine gute Idee. Denn bei uns beginnt nach der Beerdigung der soge-
nannte novenario. Das heißt, neun Tage lang kommen
3
immer zur selben Abendstunde die Trauernden für eine
1 Hey hast du Lust auf ein Spiel?
halbe Stunde vor dem Haus zusammen und beten. Erst
p Ein Spiel? Das ist ja eine gute Idee.
am zehnten Tag gibt es noch einmal einen Gottesdienst
4 und die Totenfeier. Die ist aber meistens im Haus und
1 Hey hast du Lust auf ein Spiel? nicht in einem Restaurant.
p Ein Spiel? Das ist mal eine gute Idee. Ich habe das Gefühl, dass wir Mexikaner den Toten
mehr Zeit widmen. Ich finde das gut, denn so kann
5
man sich besser verabschieden. Aber das ist eine Sache
1 Hey hast du Lust auf ein Spiel?
der Kultur. Hier ist der Tod generell eher ein Thema,
p Ein Spiel? Das ist echt eine gute Idee.
über das man nicht spricht. Wir feiern ihn ja sogar: im-
mer am 2. November, dem Tag, an dem wir mit Süßig-
keiten und Festen unseren Toten eher fröhlich geden-
ken. Denn bei uns gehören die Toten dazu.

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Übungen 12 | Station 3

Übung 5b – Track 122 Andrea: Ich kann nur immer wieder sagen, dass zur Würde
Ein Streitgespräch nach Feierabend des Menschen auch gehört, dass …

Michaela: Puh – endlich Feierabend! Heute hat mich der


Herr Kolb fast wahnsinnig gemacht…
Übung 12b – Track 123
Begeistert – oder eher nicht?
Klaus: Warum? Was ist denn passiert?
Michaela: Na ja, beim Waschen bin ich irgendwie unglück- A: Was halten Sie von einer zweiwöchigen Kreuzfahrt im
lich an seine Schulter gekommen und habe ihm aus Mittelmeer?
Versehen wehgetan. Als ich mich entschuldigt habe, B: Strandurlaub auf Mallorca. Günstig, Sie sehen das Meer
hat er mich angeschrien und war den Rest des Tages und es ist immer was los!
einfach unausstehlich. C: Einfach nur ausspannen. Am besten zu Hause. Viel le-
Andrea: Ach ja – die Kriegsverletzung. Darauf reagiert er sen, schöne Sachen mit Freunden machen und endlich
empfindlich. Zeit für sich haben.
Klaus: Kriegsverletzung? Woher weißt du das denn? D: Den Rucksack packen und ein Last-Minute-Ticket kau-
Andrea: Das steht alles in seinem Biografiebericht. Auch, fen. Je weiter weg, umso besser.
dass er generell Angst hat, mit seinen Problemen ande- E: Erst einmal zu meiner Familie. Noch einmal die Heimat
ren zur Last zu fallen. Weißt du, er hatte nämlich große genießen, bevor es auf Jobsuche geht.
finanzielle Probleme und …
Klaus: Moment mal, habe ich das richtig verstanden? Solche
persönlichen Informationen werden dokumentiert? Das 3 Station
finde ich unmöglich!
Michaela: Ach ja? Warum denn? Aufgabe 3a – Track 124
Klaus: Denk doch nur an den Daten- oder Persönlichkeits- Frau Blin erzählt über sich
schutz! Der muss doch beachtet werden.
Frau Blin: Ich wohne jetzt seit zwei Wochen hier im Pflege-
Andrea: Da muss ich dich darauf hinweisen, dass uns Herr
heim. Ich bin ja so schwach geworden, wissen Sie. Ich
Kolb das meiste selbst erzählt hat.
bekomme nicht mehr so gut Luft, wenn ich mich an-
Klaus: Das mag ja sein, aber so ein alter Mann ist im
strenge. Da hat dann meine Tochter gesagt, dass ich
Gespräch sicher leicht zu manipulieren. Man kann doch
mehr Pflege bräuchte. Auch weil ich in den letzten Wo-
auch gar nicht sicher sein, wie objektiv und richtig die
chen fast acht Kilo abgenommen habe. Das hat es noch
Informationen sind. Außerdem erfasst ihr bestimmt
nie gegeben, sage ich Ihnen. „7,8 Kilogramm in sechs
auch Informationen, die ihr von Angehörigen
Wochen, da stimmt was nicht“, das hat sogar der Arzt
bekommt.
gesagt.
Michaela: Das stimmt. Aber ich dachte immer, es ist sinn-
Naja, vielleicht sagte er das, weil ich sonst immer so
voll, so viel wie möglich über die Patienten zu wissen.
gerne gegessen habe. Braten, Kartoffeln, Suppen, Ku-
An die Intimsphäre habe ich dabei noch nie gedacht …
chen, Schokolade und Dessert – es gab eigentlich
Andrea: Entschuldigung, aber da würd ich gern etwas dazu
nichts, was ich nicht mochte. „Mama“, hat meine Toch-
sagen, nämlich, dass es absolut wichtig ist, auch per-
ter dann oft gesagt, „Mama, du musst nicht mehr alles
sönliche Dinge von den Patienten zu wissen. Du kannst
in dich reinstopfen, es ist genug für alle da. Der Krieg
doch sonst gar nicht einschätzen, warum eine Person
ist vorbei, Mama.“ Doch man weiß ja nie, oder?
so oder so reagiert und wie man ihm oder ihr am bes-
Jetzt bin ich also hier, damit es mir besser geht, aber
ten helfen kann. Außerdem …
hier gibt es so wenig zu essen, dass ich mich schon wie-
Klaus: Dem kann ich gar nicht zustimmen. Der Zusammen-
der ganz schwach fühle. Würde mich wenigstens meine
hang zwischen persönlich Erlebtem, Symptomen im Al-
Tochter öfter besuchen kommen. Oder meine Enkel.
ter und der Wirkung spezifischer Maßnahmen ist doch
Hier, schauen Sie, das sind sie: Jonas und Maria. Sie
gar nicht richtig untersucht …
gehen beide schon zur Schule. Toll, nicht?
Andrea: Hallo?! Lässt du mich bitte mal ausreden? Ich war
Stattdessen gibt es hier immer nur Obst und Gemüse.
noch nicht fertig. Also, ich sehe das anders. Auch wenn
Und diesen furchtbaren Früchtetee. Dabei habe ich es
vielleicht noch nicht alles komplett wissenschaftlich
schon so oft gesagt – ich möchte gerne stilles Mineral-
belegt ist – bei so komplexen Dingen ist das ja auch
wasser. Warum versteht das keiner? Stattdessen be-
schwierig, – sagt einem doch schon der gesunde Men-
komme ich immer wieder Früchtetee. Und dann soll
schenverstand, dass ich einem Menschen besser helfen
man das auch noch austrinken, da legen sie ja hier
kann, wenn ich mehr über sein Leben weiß.
wirklich viel Wert drauf, auf diesen Tee. Neulich wurde
Michaela: Das sehe ich ganz genauso!
sogar gesagt, ich wäre dehydriert. Ist ja kein Wunder,
Klaus.: Ich verstehe ja, was ihr sagt. Aber erlaube mir eine
wenn es nur dieses widerliche Gesöff gibt.
Frage: Ihr redet doch immer auch über die Würde der
Außerdem fehlt mir mein Garten. Wir hatten ja einen
alten Menschen? Und würdest du jemals die Eltern ei-
richtig großen Schrebergarten, das war toll. Hier könn-
ner Freundin nach ihrem Leben befragen oder Vertrau-
te man doch auch einen anlegen, es ist genug Platz im
liches notieren?
Innenhof.
Michaela: Stimmt auch wieder …

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Übungen 12 | Station 3

Ich weiß auch gar nicht, warum ich nicht bei meiner
Tochter wohnen kann. Ich könnte mich doch um die
Kinder kümmern … Das würde ich gerne machen. Aber
nein, ich bin ja hier viel besser aufgehoben … Und das
nur, weil ich beim An- und Auskleiden nicht mehr so fit
bin. Und ein bisschen Unterstützung bei der Körper-
pflege brauche … Als ob das so schwierig wäre …, ich
habe doch bei meiner Tochter auch die Windeln ge-
wechselt, sie gewaschen und gefüttert … Ist es dann
zu viel verlangt, dass sie mir mal auf den Nachttopf
hilft?
Was ich noch mag? Ach, ich benutze gerne Lavendel-
produkte und verbringe auch noch viel Zeit im Bad. Da
lege ich Wert drauf. Ich möchte schließlich gepflegt
aussehen, wenn mich der liebe Herrgott zu sich ruft.
Außerdem trage ich gerne Röcke und Blusen, am liebs-
ten mit Blumenmuster.
Warum interessiert Sie das eigentlich?

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