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CONSEJERÍA DE EDUCACIÓN, CULTURA Y DEPORTES

PRUEBAS DE CERTIFICACIÓN LINGÜÍSTICA JUNIO 2013

1. AUFGABE (7 x 1 Punkt = 7 Punkte)


Punkte:
Lesen Sie den Text und entscheiden Sie bei jeder Aufgabe:
Was ist richtig? Nur eine Lösung ist richtig. Schreiben Sie
Ihre Antwort in die Tabelle. Aufgabe 0 ist ein Beispiel.

Die Selbstverständlichkeit aus dem Hahn


Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle Menschen, dieses Ziel ist es wert, sich dafür
einzusetzen. Ein Weltwassertag im Weltwasserjahr in der Weltdekade des Wassers scheint
vielleicht etwas zu viel des Guten zu sein, doch die Probleme sind akut.

1.In Deutschland redet man beim Thema „Wasser“ im Moment fast ausschlieβlich von
dem umstrittenen Vorschlag der EU-Kommission zur Richtlinienänderung der Vergabe
von Dienstleistungskonzessionen im Bereich Trinkwasserversorgung. Stichwort:
Wasserprivatisierung. „jetzt.de“ sprach bereits im Januar mit einem Vertreter der
Bürgerinitiative „right2water“, der die wichtigsten Fragen beantwortete. Mittlerweile hat
die Initiative die nötige Million Unterschriften zusammen. Das hatte den zuständigen
EU-Binnenmarkt-kommissar Michel Barnier zu einer Stellungnahme gedrängt, in der er
seinen Vorschlag etwas zurücknahm. Ob der Antrag, der dem Parlament zur
Abstimmung vorgelegt wird, aber wirklich korrigiert wird, ist noch nicht sicher. Die
Bürgerinitiative läuft indes weiter. Nächstes Ziel: Unterschriften aus sieben Nationen
der EU bis September. Die aktuell 1,3 Millionen Stimmen kommen hauptsächlich aus
Deutschland, Belgien, Österreich, der Slowakei und Slowenien. Aber erst wenn sieben
Nationen zu einem gewissen Teil an der Gesamtzahl beteiligt sind, ist die Kommission
gezwungen, sich mit dem Anliegen der Europäischen Bürgerinitiative
auseinanderzusetzen.

2.Die Privatisierungsdebatte soll am Weltwassertag der Vereinten Nationen aber nicht


alleine im Mittelpunkt stehen. Das Motto in diesem Jahr ist „Wasser und
Zusammenarbeit“. Es gehe darum, den multidisziplinären Aspekt des Wassers ins
Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen, sagt Lutz Möller, Fachbereichsleiter
Wissenschaft der Deutschen UNESCO-Kommission. „Bildung, Sozialwissenschaften,
Kultur, das alles hängt mit dem Thema Wasser zusammen und beeinflusst den
Umgang damit. In manchen Kulturen ist das Wasser einfach selbstverständlich, in
anderen Kulturen wird es als Gottheit verehrt. Für uns ist es normal, Abwasser
aufzubereiten, für andere kommt das noch nicht in Frage“, erklärt er.

3.Oft ist uns gar nicht bewusst, was alles mit Wasser zusammenhängt. In Deutschland
ist der Wasserverbrauch ein vergleichsweise kleines Thema. Aber den wenigsten ist
bewusst, dass unser tägliches Konsumverhalten einen riesigen Teil davon ausmacht
und auch den Wasserverbrauch in anderen Ländern verursacht. Um zum Beispiel das
Obst, das wir essen, zu produzieren, müssen Pflanzen bewässert werden. Und vieles
importieren wir aus Gebieten, in denen Wasser ein knappes Gut ist.

4.In diesen Ländern ist „Water Grabbing“ oft ein groβes Problem. Christian Wiebe,
Sprecher des Vereins „Viva con Agua de St. Pauli“ erklärt die Form der radikalen
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Privatisierung folgendermaβen: „Land Grabbing“ ist bereits ein gängiger Begriff dafür,
dass Konzerne sich – häufig in Entwicklungsländern – Grundstücke sichern, zu
zweifelhaften Zwecken und häufig mit illegalen Mitteln. „Land Grabbing“ ist aber ohne
Wasser nichts wert, weil es alleine industriell und landwirtschaftlich nicht nutzbar ist.
„Water Grabbing“ bedeutet also, dass den Bewohnern nicht nur das Land, sondern
auch das Wasser und damit oft ihre Lebensgrundlage weggenommen wird.

5.All dies Probleme sind hoch aktuell, aber nicht wirklich neu. Der Weltwassertag ging
aus diesen Gründen schon 1992 aus der UN-Weltkonferenz über Umwelt und
Entwicklung hervor. Darüber hinaus befinden wir uns gerade offiziell im Weltwasserjahr
und das liegt auch noch in der „Weltdekade des Wassers“, zu der die UN-
Generalversammlung den Zeitraum zwischen 2005 und 2015 erklärt hat.

6.Man kann daran zweifeln, was das alles an den Problemen ändern soll und sich auch
fragen, ob es nicht auch irgendwann einmal gut ist mit den Thementagen-, jahren und
–jahrzehnten. Aber Vereine wie „Viva con Agua de St. Pauli“ sind der Meinung, es
kann gar nicht genug von ihnen geben, denn sie dienen dazu, der Öffentlichkeit die
Missstände ins Bewusstsein zu rufen und dort zu halten. Noch immer haben 783
Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,5 Milliarden
Menschen verfügen über keine sanitäre Grundversorgung.

7.Damit möglichst viele Menschen darauf aufmerksam werden, dass es keine


Selbstverständlichkeit ist, die aus dem Hahn kommt, gibt es jedes Jahr am 22. März
auf der ganzen Welt Aktionen, Proteste und Veranstaltungen. In Berlin zum Beispiel
wird „#LassLaufen“ zu einem sechs Kilometer langen Demonstrationsweg aufrufen.
Das ist die durchschnittliche Entfernung, die Menschen in Entwicklungsländern zur
nächsten Wasserstelle zurücklegen müssen.

Adaptiert nach: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/568466

0. Der Weltwassertag soll in diesem Jahr ... ins öffentliche Bewusstsein rufen.

a. die Diskussion über das Problem der Wasserprivatisierung


b. die Maßnahmen zur Aufbereitung des Abwassers in manchen Ländern
c. die Vielfältigkeit der Faktoren im Zusammenhang mit dem Thema

1. Der Text übt Kritik an ...

a. Ländern, die nicht über genügend Wasser verfügen.


b. der Wassserverschwendung.
c. der Tätigkeit von Bürgerinitiativen und Vereinen.

2. Der Vorschlag der EU-Kommission zum Thema Trinkwasserversorgung ...

a. findet allgemeine Zustimmung.


b. stöβt in der Kommission selbst auf Kritik.
c. ist Anlass zur Debatte.

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3. Was ist nötig, um den Antrag für das Europaparlament abstimmungspflichtig zu machen?

a. 1,3 Millionen Unterschriften aus ganz Europa


b. Ein bestimmter Prozentsatz von Stimmen aus mindestens sieben Nationen
c. Die Unterstützung von sieben Nationen

4. Es gibt weltweit ... Unterschiede, wie das Thema „Wasser“ behandelt wird.

a. minimale
b. bedeutende
c. bewusste

5. Welche der folgenden Aussagen entspricht dem Sinn des Textes in Abschnitt 3?

a. Die Lebens- und Ernährungsweise der Deutschen hat keinen Einfluss auf den
Wasserverbrauch anderer Länder.
b. Die meisten Deutschen wissen nicht, dass ihre Lebens- und Ernährungs-weise mit
dem Wasserverbrauch anderer Länder zu tun hat.
c. Die meisten Deutschen machen sich keine Gedanken über das Obst, das sie
essen.

6. Laut „Viva con Agua de St. Pauli“ …

a. sollte man noch mehr Aktionstage zum Thema Wasser veranstalten


b. haben Weltaktionstage eine zweifelhafte Wirkung
c. dienen Weltaktionstage der Öffentlichkeit

7. Was symbolisiert der sechs Kilometer lange Demonstrationsweg?

a. Zugang zu Trinkwasser ist nicht überall gleich um die Ecke


b. Eine Stellungnahme in der Privatisierungsdebatte
c. Einen Protest gegen die Verschwendung von Wasser.

Aufgabe 0 1 2 3 4 5 6 7
Antwort c

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2. AUFGABE (9 x 1 Punkt = 9 Punkte)


Lesen Sie den Text und ergänzen Sie die passenden Wörter Punkte:
aus der Liste. Sie können jedes Wort nur einmal verwenden.
Es gibt 6 Wörter zu viel. Schreiben Sie die Lösung in die
Tabelle. Die Lücke 4 ist ein Beispiel.

Warum weinen wir? - Die Bedeutung von Tränen


von Britta Pawlak

Weinen ist bei Menschen zum einen eine Schutzfunktion des Auges, zum
anderen ein Ausdruck von Gefühlsregungen. Aus Trauer, Verzweiflung, Wut oder
auch Freude können einem schon einmal die Tränen kommen. Warum weinen
wir eigentlich?

Menschen tränen die Augen, wenn diese _____(1)_____ sind oder ein Fremdkörper
ins Auge gelangt. Menschen besitzen einen Tränenapparat, um das Auge zu schützen.
Bei Bedarf wird Tränenflüssigkeit gebildet - und ein möglicher Fremdkörper wird aus
dem Auge herausgeschwemmt.

Tränen wirken reinigend. Ein Enzym in der Tränenflüssigkeit wirkt Infektionen entgegen
und hemmt Bakterien. Auch bei bestimmten Dämpfen, wie beim Schneiden von
Zwiebeln, laufen uns die Tränen. Träne ist aber nicht gleich Träne. Warum weinen
Menschen aus Emotionen heraus? Meistens sind es Tränen der Trauer.

Es gibt viele Theorien dazu, und die Forscher streiten sich bis heute darüber. Zum
einen hat dies einen sozialen Aspekt, der das menschliche Zusammenleben
_____(2)_____. Babys zum Beispiel weinen vor allem, um auf sich aufmerksam zu
machen und sich mitzuteilen. Denn sie können - anders als ältere Kinder und
Erwachsene - noch nicht auf andere Weise kommunizieren, wenn sie Hunger haben,
krank sind oder Zuwendung brauchen. Richtige Tränen kommen ihnen allerdings in
den ersten Lebensmonaten noch nicht.

Warum weinen wir, wenn wir traurig sind?

Auch Kinder und Erwachsene weinen, um beachtet zu werden, anderen Menschen ihre
Gefühle zu zeigen und sie auf etwas aufmerksam zu machen. Ein weinender Mensch
erregt _____(3)_____, und wir kümmern uns um ihn. Nicht immer weinen Menschen
_____(4)_____, um Reaktionen bei ihren Mitmenschen auszulösen. Vielmehr ist das
Weinen vor anderen Menschen den meisten unangenehm, je älter sie werden. Oft ist
es gesellschaftlich sogar geächtet, auf diese Art seine Gefühle zu zeigen, es wird als
"Schwäche" ausgelegt. Vor allem gilt es als "unmännlich", _____(5)_____ sich viele
Männer das Weinen regelrecht abtrainieren. Bis zur Pubertät weinen Mädchen und
Jungen etwa gleich viel.

Dabei sind Kummertränen menschlich und ein natürlicher _____(6)_____ unserer


Emotionen, der einem nicht unangenehm sein müsste. Trauer ist ein wichtiges Gefühl,
das uns sensibel für andere macht. Wir setzen uns mit Dingen auseinander, die uns

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bewegen und die bedeutsam für uns sind. Gerade Erwachsene weinen oft sogar
"heimlich", somit kann das Weinen nicht nur den Zweck haben, Mitleid zu erregen. Es
ist _____(7)_____, sich Gefühle zuzugestehen und sie auszuleben. Oft fühlt man sich
danach befreit. Menschen, die Emotionen oder negative Stimmungen stets
_____(8)_____ und alles in sich "hineinfressen", sind dagegen viel unausgeglichener.

Die Wissenschaftler _____(9)_____, dass emotionale Tränen auch einen körperlichen


Hintergrund haben. Ein Stoff in den Tränen soll eine Art körpereigenes
"Beruhigungsmittel" sein, das über die Haut und die Augen von der Tränenflüssigkeit
aufgenommen wird. Und der Mensch scheidet mit den Tränen Schadstoffe aus, die
sich durch Stress und seelische Belastungen im Körper ansammeln. Eine Träne
enthält auch Hormone und Salze wie Calcium, Kalium und Mangan. Menschen, die
nicht weinen, _____(10)_____ schneller krank werden. Das Gefühl der Erleichterung
und Beruhigung, das viele Menschen nach dem Weinen verspüren, hat also vermutlich
auch einen biologischen Hintergrund.

Adaptiert nach: www.helles-koepfchen.de/Warum-weinen-wir.html

Eindruck – sodass – müssen – Mitgefühl – unterdrücken – betrifft – gereizt –


stört – wohltuend – allerdings – Ausdruck – sollen – worüber – deswegen –
vermuten – hauptsächlich
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