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Transcribed by F. J.

Gonzalez from the handwritten notes preserved among the papers of


Helene Weiss, M06131 Box 3, Folder 5, Department of Special Collections, Stanford
University Libraries

DRAFT: DO NOT DISTRIBUTE

[Page 1]

Heidegger Seminar: Arist. De Anima SS 1921

Metaphysik u. Physik mit heranzuziehen, um ein Verstä ndnis der Aristotelischen


Philosophie zu gewinnen.
1) Metaph. 4 Buch Z als Referat nach Pfingsten 24 Mai [in light pencil ‘Lichtenstein’
2) Metaph. 5 Buch Δ Mitte Juin
Metaph. 3 Β
3) Metaph. 13 Buch M [this is joined by a bracket with the preceding reading and
followed by ‘Anfang Juli’]
4.) De Anima 2. Buch 7 Juni
5.) De Anima 3 Buch 11 Juni
6.) Physik 5, 6, und 8 Buch ü ber Bewegung (Dr. Beck)

Alle die Categorielehre am dem Organon lesen, vielleicht unecht.


Anima 1. Buch Ch. 1., 2, 3. Auf Problem der Methode achten.

Womit hä ngt es zusammen, daß Psychologie i. d. Philosophie vorkommt? Wie ist die
Psychol. in die Philos. des Aristoteles hineingebaut? Man unterscheidet Methode der
Darstellung und Methode der Forschung. Es ist die Weise der Begrü ndung der Erk.

402a6 ἔστι γὰ ρ οἷον ἄ ρχη τῶ ν ζῷ ων enthä lt Begrü ndung fü r beides: Behandlung des
Gegenstandes und Strenge der Methode. Denn indem die Seele ἀ ρχή ist, also die
anderen Wissenschaften auf ihn berufen, muß sie auch method. bes. streng sein.

Von 23 an dieselbe Frage wie gerade vorher, nur in schä rfer Zuspitzung.

2 Cap. des I. Buches und 1 Cap. des 2 Buches

[Page 2]

24.V

Wichtig Unterscheidung Physiker, Mathematiker und erstem Philosophen (Dialektiker)


φυσικος (403α) e.g. biologisch gemeint. Das Biologische ist bei ihm das Grundansatz
des Wissens.
(παθη 1.) = Zustä nde 2.) allgemeine Gegenstandsbestimmung.
Betrachtung des Biologen auch Formbetrachtung: Materie fü r bestimmte Form fü r
bestimmte Funktion.
403b so beschaffen wichtig
Mathematiker sieht ab vom Haus, aber nicht von der ὑ λη, es hat Winkel etc. bei einer
allgemeinen ὕ λη.

Seinsproblem bei A. radikaler als sonst jemals, auch universaler als bei Kant.
Grundstellung bei ihm: er sieht alles gestalthaft.

Bei Plato Seele mit Ideen in Zusammenhang Phaedrus 249e4 247d3 Gerichtetsein auf
das Sein ist der Grundcharakter der Seele. Sie lebt nur, sofern sie nach den wahren
Ideen gestaltet. Daher auch Schö pfer des Uranos (Timaios, vglch De Anima 404b16)

Referat {Lichtenstein}: Buch Z der Metaphysik

1-3 einleitend
4-6 10-14 behandeln ειδος von der Seite des Erkennens her.
7-9 ειδος als reellen Faktor des Werdens
17 ü berleitet zu dieser anderen Behandlung
15-16 mü ssen dann auf 9 folgen (Natorper Vorschlag)1

[Page 3]

4-6, 10-14 ειδος koinzidiert mit dem το τι ην ειναι.


Heidegger hä lt Natorps Einteilung zweifellos fü r richtig. [But then right next to this
sentence written in pencil we have in the margin written in pen what appears to be a
‚Nein’!]
[There is a line at this point running the length of page: unclear if it simply underlines
the above sentence or is meant as a division]
Frage nach dem method. Zugang zu dem Gegenstand Seele f. uns {ein Mpkt} der
Behandlung. Also Problem der Definition. Heute dies meist vernachlä ssigt. Nur Rickert
hat es in seiner Dissertation behandelt, mißt ihm aber auch keine best. Bedeutung zu.
Erscheint fä lschlich immer als interner Problem der formalen Logik.
Problem der Leistung der Definition. Und woher kommt die Definition. Welche Lage in
der Struktur des Gegenstä ndlichen? Ganz verkehrt, Aristoteles als Vertreter des
Realismus gegen Idealismus anzusehen. Es kommt ihm auf ganz Anderes an. οὐ σία ist
nicht Substanz. Gibt im 1. Cap. eine Ü berlegung von οὐ σία.
Methode in der Philosophie viel grö ßere Rolle als in anderen Wissenschaften. Die
Behandlung des Problems der οὐ σία und der Definition nennt Ar. λογικῶ ς. Das hat bei
ihm den spez. Sinn von Aussagen, betrachtet also Phä nomen im Hinblick auf
Gesamtzusammenhang des Aussagens, von etwas durch etwas, das ist

1
As reported by Ross in his commentary (vol. 2, p. 181), Natorp saw Book Z as consisting of
two treatises: i) chs. 1-6, 10-14; ii) chs. 17, 7-9, 15-16. This is because Natorp sees ch. 17 as a
transition from a discussion of the cause of being to a discussion of the cause of becoming. This
is why ch. 7-9, with their focus on genesis, are separated from 1-6 and assigned to a separate
treatise.
Grundzusammenhang. Verklammerung des Aussagen (λεγειν) mit der {wahrer} fakt.
Kenntnis. Auch f. platon. Philos. motivgebend.

[P. 4]

[In what follows lines in bold are lines added to the notes later in pen, like the
‚Nein’ referred to above]
Das λέγειν ist das Grundphänomen, von dem aus Arist. zur οὐσία kommt. Von hier
aus expliziert Ar. Sinn von ού σία und von ὁ ρισμό ς. Das Aussagen des Einen von
Anderen in ganz bestimmtem Sinn. Das was definiert werden soll, ist in einem best.
Sinn intendiert. Kap. 17 Was heißt ü berhaupt Fragen, Bestimmen? Ich muß das Sein
haben, damit ich ü berhaupt bestimmen kann. ἔχον τὸ εἶναι ἀ εὶ.: es muß ein Etwas da
sein, damit nach etwas gefragt werden kann. Eine Frage entspricht immer erst einer
Erfahrung. Ein anderes in Bezug auf ein Anderes, das ist das Gefragte: Im Gegens. zu
einer anderen Gegenstä ndlichkeit bei der nicht gefragt werden kann. Die
wissenschaftliche Frage geht nach dem δια τὶ, nach dem αἴτιον. Wodurch, weshalb,
aus welchem Grunde, dieses andere dem anderen zukommt. Das Bestimmende, das
ein Anderes bestimmt, ist das το τι ἦ ν εἶναι! dieses muß also primä r verstanden werden
[als: crossed out?] nach der Funktion des Antwortens im Fragen. Cap. 17 fü r Sinn des το
τι ην ειναι besonders wichtig. Es gibt zwei Grundbestimmungen von αἴτιον: das
Weswegen und das Bewegende. Dann ist das Fragen offenbar. Im 6 und 4 Cap.
Frage des Zusammenhanges des το τι ην ειναι und des ἑκαστον. Das λεγειν auf eine
οὐ σία. Das Erkennen geht auf ein εκαστον. Ntp fasst das falsch als Einzelwesen auf, es
ist vielmehr (6. Cap.) ein Jegliches, ein Etliches. Etwas bestimmt Etwas: d.h. das Etliche
wird bestimmt durch ein Etwas. Was im formalen Sinne ist die οὐσία.
Wir kö nnen unterscheiden Erk-Fragen im Wissenschaften und ein philosoph.
Erkennen. Wie verhä lt sich der Satz = „Das

[P. 5]

Sein muß gehabt werden“ zu diesen beiden. Die Phä nomenologie hat diesen Satz i. d.
Philos. gebracht. Ein hier Hauptverdienste. Im Aussagen ist immer etwas gemeint, das
zu Bestimmende muß gegeben sein. Man bezeichnet das als Anschauen. So das
Anschauen in der Phä nomenologie zu verstehen. Das, was ich expliziere, muß mir
anschaulich gegeben sein. Dabei aber, wie auch bei Arist., ist große Gefahr. Das
Anschauen allein fü hrt nicht weiter. Der Grundprinzip, zunä chst zwar formal, gibt noch
nichts fü r großes System.
Welche Rolle spielt der Prinzip, daß das Sein gehabt wird, in den Wissenschaften?
Ist es leitend und wie ist es leitend? Man bestimmt, was man nicht hat von dem her, was
man hat. Aber das Haben und das Wie-Haben sind gar nicht Probleme. Man lebt im
Haben wie auch das fakt. Leben. Aber auch bei der Einzelwissenschaft sehr versch.
Weisen des Habens. Und eine ganz andere Weise des Habens bei den Natur- als bei den
Geisteswissenschaften.
Durch das Haben ist nicht nur Rahmen des Fragens sondern auch Wie des Fragens
bestimmt.
Analog ist es in der Philosophie {question mark?} {?} wir sehen es bei der Frage
nach dem [Substz]. Wir wissen nicht, ob diese Analogie berechtigt ist.

[Inserted page Front]

Ergä nzungen (aus Nachschrift Bondi) zum De Anima Seminar

Zu S. 2 meiner Nachschrift
403a29ff
Aussagend ü ber 3 theoret. Einstellungsweisen:
1) Der φυσικό ς
Der biolog. Grundansatz bedingt hier das Naturkennen. Der wahre φυσικό ς nimmt
den Stoff als Unterlage stofflicher Art fü r eine bestimmte Funktion.
2) Der Mathematiker behandelt das Haus, abgesehen davon, daß es Haus ist. (Der
Grieche sieht das Gerade immer als Grenze –als Form von etwas.—aber in dieser
Indifferenz.)
2) Der erste Philosoph behandelt das Seiende als Seiende: ὄ ν ἡ ὄ ν. Den Sinn jedes
Gegenstandes, sofern es ist. Die Was-Bestimmtheiten fallen aus.
Radikale Behandlung des Seinsproblems.
Seine Grundvorstellung der Einheit von Form und Materie ist gehoben vom Schaffen—
gestalthaft gesehen.

Zu 3.) Met. Z:
Unsere Frage nach d. begrffl. Wesen der Seele. Welchen Sinn die Definition hat.
(Angefaßt nur durch Rickert, wenn auch anfechtbar in jeder Hinsicht.)
Man hat sich das Verstä ndnis des Aristoteles durch den Begriff des Realisten verbaut,
bes. muß man sich hü ten οὐ σία mit Substanz zu ü bersetzen.
2. Cap.: Am meisten zum Durchbruch, zur Erscheinung, scheint die οὐ σία zu kommen
bei den Kö rpern. - - - -
Zu 4. 1041a32: am meisten : (λανθὰ νει δε μαλιστα . . . .) Am meisten liegt verborgen das
Gefragte in dem was im Aussagen steht, was gefragt wird, was es selbst ist. (καὶ αὐ τό .)

[Inserted page Back]

Wenn gefragt wird, was der Mensch ist --- durch das einfache Aussagen (ohne ein
inhaltlich Anderes zur Bestimmung aus ihm selbst. Aber es ist notwendig, daß man auch
das Was zergliedert. (Fü r die Frage ist es notwendig, daß ich loskomme aus den bloßen
Vergegenwä rtigung.
Im Fragen wird gefragt nach dem zu Bestimmenden, nach der ὕ λη, was das zu
Bestimmende nach seinem Was bestimmt. - - -
Zu 5. Z17 1041b9
Bei dem ganz einfachen gibt es kein Fragen, keine Lehre, keine Gedanken. Ganz andere
Weise des Fragens, wie ich diesem Was beikomme. Das Sein muß da sein. (gegeben)
- ---
Im Aussagen muß etw. anschaulich gegeben sein. - - -
In der Philos. wird gefragt, wie das Anschauliche selbst gegeben wird und in welchem
Sinne. Es wird nicht gelebt im Haben, sondern gewußt (leer formale Bestimmung.) - -

Zu S. 9 Im Vollzug des Was-Bestimmens zu verharren; der λό γος muß in einer best.


Weise vollzogen werden, daß ich im Was-Aussagen beim Was bleibe. Inwiefern
ermö glichen die Gegenstandsbereiche, daß ich zu ihrem Was komme? Alle unsere
Begriffsbestimmungen sind hier verkehrt orientiert. Ist der Sinn des ἕκαστον denn
immer derselbe?
Das Grundcharakteristikum der Dinge in der γενεσις: daß sie eine Form haben. Wenn
die Form geworden ist, ist sie allgemeine. (κατό λου und γενος kommen so erst herein.)
Das eigentliche Problem ist das Problem des philosoph. Erkennens.

[P. 6]

7.VI

Buch Z der Metaph: Problem: Sinn des Seins; nicht Substanzproblem noch Problem der
Definition in log. Sinne. ὁ ρισμος nicht gleichbedeutend mit heutiger ‚Definition’. Die
Frage ob man mit genus proximus und differentia specifica definiert, ist ganz sekundä r
bei Aristoteles.
Wichtig: wie wird das Problem des Seelischen erfaßt, und was hat es mit der
Philosophie zu tun? - -
Wichtig bei Aristot.: Das, was erfaßt wird und das Erfassende selbst ist identisch; gilt
aber bei I.) [uns] f. bestimmte Gegenstä ndlichkeit. II.) dieses dasselbe von Begriff und
Gegenstand gibt es nur in einer ganz bestimmten Weise des Seins und des Lebens. Fü r
Arist. hat es gar bestimmte Orientierung nach der Seite des Objektiven der Ontologie.
[Then a line running the length of the page]
Wie kommt Aristot. bei den Versuch den Sinn des Seienden herauszustellen, plötzlich auf
die Definition?
Dilthey’s und Aristoteles’ {Fassung} des Seelischen beide im Grundzusammenhang des
Lebens.
λογος bei Aristot. [erst: appears to be crossed out] sekundä r als Begriff; der ὁ ρισμος ist
ein λογος, zu verstehen als Aussagen.
το ον πολλαχως λέγεται = Der Sinn des Seins hat im Aussagen jedesmal eine andere
Funktion.
Die Copula ‚ist’ ist das Wichtigste; von her erhä lt Sub. und Prä dikat erst seinen Sinn. Die
οὐ σία ist ein bestimmter Ist-Sinn. Das 1. Cap. hat die Aufg., den formalen Sinn der

[P. 7]

οὐ σία herauszustellen [added above the line in black pen: aus dem λεγειν
herausheben.] 2. Cap. mehr histor. Orientierung. Im 3 zä hlt er die 4 ü berlieferten
Begriffe auf: 1) τὸ τί ἦ ν εἶναι; darin steckt das Aussagen; es ist der eig. Sinn von ού σία
und der Sinn von ού σία, das im ὁ ρισμὸ ς erfaßt wird.
Im formalen Sinn der οὐ σία ist schon der Sinn des ὁ ρισμὸ ς vorgezeichnet. Es liegt f. das
ganze Problem des Erfassens die natü rliche Einstellung des Etwas zur Kenntnis
Nehmens zu Grunde. Das erste worauf alle Kenntnisnahme geht ist ein Was, eine ού σία
(ganz formal); das ‚Ist’ hat eine Beziehung auf ein Was; dieses Was ist auch ein τὸ δε τὶ,
ein bloßes Dieses-da. [Added above the line in black pen: Das liegt in dem
ursprü nglichen, was das λέγειν intendiert.] Dieses Was in der Kenntnisnahme ist ein
πρώ τον, nicht nur als fundierendes das erste [added in black ink above the line: [das
etwas] ist das fundierende jeder Aussage], also das worauf alles andere geht, dem
gegenü ber die Mannigfaltigkeit ein zweites ist, sondern auch als erstes bezü glich des
Erkennens, schließlich auch der Zeit nach das Erste, d. h. was immer und ü berall im
Vordergrund steht. Dieses Etwas ist das, was χωριστὸ ν ist, was für sich ist (an und fü r
sich.)
οὐ σία also weder Substanz noch begriffl. Wesen etc. Einfach seinen Sinn im Aussagen.

Cap. 2: Die 4 {versch.} Begriffe: 1.) τὸ τι ἦ ν εἶναι 2.) καθό λου 3.) γένος 4.) υποκείμενον.
Sein Problem nun: wo in diesen 4 ist der eigentliche Sinn von οὐ σία (Aussage) gefaßt?
Dabei fallen {eig.} 2.) und 3.) aus.

[P. 8]
Auch die formale Betrachtung (‚Ist’) nicht absolut; wir betrachten sie nur als formal
angezeigt.
A. beginnt mit dem ὑ ποκείμενον, weil es dem ‚Aussage’ am meisten entspricht. Denn es
ist das, wovon ausgesagt wird, also der eigentl. Sinn der οὐ σία. Aber das eigentl.
ὑ ποκείμενον f. das Erkennen ist die ὑ λη an sich, das seinem Sinne nach nicht Bestimmte.
Aber die ὑ λη genü gt dem vollen Sinn der ού σἰα nicht; denn sie ist nicht an sich ἁ πλῶ ς,
sondern sie hat als ὑ λη schon ihre Beziehung auf das εἶδος, ist nichts Selbststä ndiges.
Also genü gt vielleicht das το τι ἠ ν εἰναι dem eigentl. Sinn der οὐ σια. – Das λέγειν eigentl.
eine ποίησις.

14. VI

Heidegger hä lt nicht mehr an Ntps Eintlg des Buches Z fest. [Thus the earlier ‚Nein’ in
the margin! The implication is that Heidegger changed his mind on this important point
between May 25 and June 14] 10 Cap. kann nicht auf 6 folgen. 7-9 bildet gerade den
Kern f. Begriffszusammenhang der οὐ σία.2
Die ού σία ist ein τοδε τι, ein χωριστό ν, ein πρῶ τον, und ein ἁ πλῶ ς. (Das ἁ πλῶ ς
determiniert das χωρίστον, es ist das {letzthin} Einfache.)
Mit dem formalen Begriff der ού σία ist auch der formale Begriff des ὁ ρισμος schon
gegeben.
{Nun aus der Gesh.} die 4 Bedeutungen.

2
This is crucial for reasons already indicated above: what Heidegger rejects now is separating
the chapters on genesis from the chapters on ousia, going to the opposite extreme of maintaining
that the chapters on genesis constitute the kernel for the conceptual context of ousia. The
connection presumably receives its explanation in the claim made below: “ειδος bezieht die
οὐσία auf eine γενεσις“
Zunä chst nun: Inwiefern erfü llt das ὑ ποκείμενον den Sinn der οὐ σία; inwiefern ist es
eine οὐ σία?

[P. 9]

[Added in black ink above the following line: το τι ην ειναι ist jegliches Was, das gesagt
wird in Bezug auf sich selbst.}
{1029b7-8} Nicht jedes Was-Bestimmen ist schon ein Sinnbestimmen, sondern das
Sinnbestimmen ist ein besonders charakterisiertes Wasbestimmen und das ist der
ὁρισμος.
[Added in black ink: ου γαρ - - - - τουτου ὁ ρισμὸ ν εἶναι ὁ ἄ ν λό γῳ τὸ αὐ τὸ σημαίνειν
ἀ λλὰ τινὶ λό γῳ .]
Der το τι ῆ ν ειναι im Hinblick auf das Werden wird ein ειδος, im Hinblick auf das
Gewordene ein καθολου.
Nur dasjenige Wasbestimmen ist ein {Dasbestimmen} in dem das bestimmende and das
bestimmte Was identisch sind.
Zur 5.6. Cap mit Hinblick auf Plato. Marburger werfen Ar. vor, er habe Plato
mißverstanden, weil nicht nach Art der Naturw. der 17 Jahrhundert. Sie vermißt bei Ar.
Wesen der Idee als Prozeß des Denkens, Zusammenhang des Bestimmens. Bei Aristot.
ist tats. das Problem: wie kann das εκαστον ein το δε τι sein un zugleich ein πρῶ τον
und ἁ πλῶ ς. Die Marburger hö ren das so, daß (Cassirer: Subst und Fk; Natorp: Kritik v.
Bauchs Kantbuch ∴ Kantstudien) zw. letztem Individuellem und allgemein Logischen
kein Unterschied. Aber ist das Individ. wirklich dasselbe, wie das was Aristot. meint und
ist es dasselbe Individuelle, das i. d. Gesch. ist? Die Geistesw. keinen Platz in der
Marburger Schule. Sie kommen mit Theorie am Einzelnen heran, wä hrend Aristot.
radikaler ist und fragt: wie erfahre ich das Einzelne. Das ist seine Kernfrage; das
Problem der Bewegung der Ideen interessiert ihn nicht. Gelö st hat Arist. aber die Frage,
das Einzelne zu fassen, auch nicht.
6 Cap.: [added in pencil: 7 8 9 das Genesisproblem]
Im 7.8.9 Cap. Ausgangspkt der Aristotl. Begriffsbildung aufgezeigt. Unsere bisherige
formale Fassung erhä lt hier ihre konkrete Bedeutung.

[P. 10]
4. Cap. 1030a3-17 entscheidend f. die Auffassung der Aristot. Begriffsbildung.
7 Cap. Werden = 3 Arten: φυσει, τέχνη und Zufall [τύ χη added in pencil above].
Ausgangspunkt ist das Machen, die ποίησις, die immer auf einen, der macht, bezogen
ist; also selbstliche Leistung. Dagegen φυσει macht sich von selbst, objekt. Leistung.
Drei also die Arten des Werdens.
Nun 3 Momente des Werdens; was jedem Werden zukommt: aus, durch und zu etwas.
Warum ist εἶδος eine οὐ σία? cf. De anima I. Buch.

5.VII

Anschließend daran weitere Probleme. Wie kommt {er ans} Seelische {heran} Wie weit
kann [man] Gegenstand als solchen erfassen? Ohne Voraussetzungen, aber welcher Art
diese? De Anima I. 1 Frage nach dem Was = Frage nach der οὐ σία. Und zwar auf ganz
bestimmten οὐ σία-Begriff. ειδος bezieht die οὐ σία auf eine γενεσις, diese eine ποίησις
und φύ σις [κίνησις added above line]. Die γενεσις in der φύ σις hat in sich selbst ein
bestimmtes ειδος. Also drä ngt er schon auf bestimmten Bereich der Seelen hin, nä mlich
auf Natur. – Der εἶδος ist Entelechie. Diese doppelt zu fassen: ἐπιστή μη θεωρεῖν. Analog
dem Schlafen und Wachen. - - - -
Das eigentl. Sein ist das Werden und das Wirken. Also Begriff bezogen auf das
Wirkliches als Werdendes.

[P. 11]

Das Sein hier selbstä ndig, {nicht} in Bezug auf Aussage. – Die Entelechie macht das Sein
selbst aus; die Seele selbst wird als Entelechie bezeichnet.
412b11 το τι ῆ ν ειναι parallelisiert mit der οὐ σία.
- -
Er {?} den οὐ σία, {sieht} dabei {hin} auf bestimmten Bereich: φυσικά und αρχαι
In 1 Cap. vom Lebendigen {aus}.
[In] 2 [Cap.] umgekehrt vom Seienden (Beseeltes, Unbeseeltes) durch Leben
geschieden. Seele hier als ἀ ρχή bestimmt.
αίτία = das {Inwiefern}; inwiefern ist diese Frage auch ein Fragen nach dem Was?
1-6, bis 5 u. 6
Met. VII 17. αἰτία nicht nur auf die Dinge {bezieht}, sondern {auch} {eine} αιτια von dem
was ist. Das αἰτίον = Weswegen. Das ειδος in der ποίησις gesehen, so ist es ein αἰτίον.
Anima II 1 u. 2. Frage nach dem κοινό τατος λογος (allgemeinstes Sagen) vom Was
der Seele. (τό πῳ εἴρηται ist bei ihm immer Vordeutung, Andeutung. [above line: cf auch
416b30]) In 1. formale allgem. οὐ σία-Betrachtung, dann kommt es zum σώ μα. Wie
aber? cf. Met. Z [Added in light pencil: Der σωμα ist ἁ πλους, {dann} ist es οὐ σία]
In 2. geht er anderen Weg.
ἀ σαφὲσ (Ungeklä rtes) ist Ausgangspunkt, es springt in die Augen. Was in die Augen

[P. 12]

springt ist das Unterschied der lebendigen von der unlebendigen Natur. Pflanzen
wachsen nach versch. Richtungen (Hier Grundsinn alles Biologischen, wenn auch ganz
primitiv.) Diese scheinen nun in sich selbst die ἀ ρχή zu haben; was in ihnen ist nennen
wir ζωή.
Weisen des Lebens: νοῦς, Bewegung [added above: κίνησις], Ernährung, αἰσθησις; {alle}
die anderen 3 sind auch eine κίνησις und γένεσις.
cf. 415b13 Das Leben ist ein Sein, und die ἀ ρχή dieses Seins die Seele
cf. 413b12, 13 ff. - -
Nun zunä chst: τρεπτικὸ ν. Es ist ein Wie des Ζῆ ν. Wo Leben ist, ist Ernä hrung; insofern
also der grundlegendste seelische Vermö gen; ohne das ist Leben nirgends zu finden.
[Bergson der einziger der Neueren [what follows is written in black ink over a penciled
phrase that is crossed out] der das αἰσθά νεσθαι als volles Leben erkannte und merkte,
daß der Ausdruck Wahrnehmung ganz unzureichend ist.] Die Planze hat ihre eigentl.
Leben im Ernä hren; das Eigentliche was das Tier ausmacht ist die αἰσθησις. 417b also
πρώ τως nicht = beginnt, sondern = eigentlich.
Es handelt sich im 2. Cap. um die Seele als ἀ ρχή . Auch schon Vorblick ü ber den Sinn, den
die αἰσθησις selbst hat. Cf. 3 Cap., wo wieder die Frage ist nach dem λό γος ψυχης, dem
eg. Was der Seele. Vergleich mit Figur. Es handelt sich hier um das λέγειν, nicht um
Platos Fragestellung. Es gibt eine Mannigfaltigkeit von ἰδια, denen auch der allgemeine
Sinn {anmißt}.][Above line: ἐφαρμό σει (anharmonisiert)] Was das ist was sich {anmißt}
dafü r fehlt uns der Terminus; an ihm bekommt der κοινὸ ς λό γος seinen Sinn. Ar. geht
nicht von der Gattung aus. Inwiefern ειδος zum Begriff Art??

[P. 13]

Resultat dieser Betrachtung: Man kann nicht in allgem. Wiese ü ber Seele spekulieren,
sondern was jeglichem das Eigentlichste ist sein Logos; sein οἰκείον.
In 4 Cap. – Wenn einer den οικειος λογος herausstellen will, wie muß es vorgehen, da
allgemeines Reden keinen Sinn hat (Man muß diese Cap. auf die erste zurü ckbeziehen)?
Es muß im Vollziehen gefaßt werden. (Von αἰσθητικὸ ν das αἰσθά νεσθαι etc. Frü her als
die δυναμις [written over Leistungen that has been crossed out; written above the line:
Mö glichkeit] die ἐνέργεια das Vollziehen, Wirken, das aktuelle Leisten. Noch frü her aber
das Gegenü berliegende (ἀ ντικείμενα); das ist bei der αἰσθησις etwas Anderes als bei
der τροφη, vielmehr das Wie des Gegenü berliegens jedesmal ein anderes.
Zusammenhang der ιδια mit dem κοινό τατον.
Verschiedene Weise des Lebens.
III Buch {zu Grunde} III 1.2.

19.VII

II 3 sagt Ar, es wä re lä cherlich, nach dem κοινό τατος λό γος zu fragen, also die Frage von
II 1; sie wä re eher lä cherlich ohne II 2: Grundvorstellung des Sich-Bewegens muß
festgehalten werden; sie ist ü berall da bei Phä nomenen des Lebens.
Bei der konkreten Betrachtung mußen die einzelnen Weisen der Seele mö glichst
weit gefaßt werden.
Es wurde oft als eigentü mlich bezeichnet daß das ‚Ich’ der heutigen Psychologie bei
Ar. nicht ist. Bei schä rferem Zusehen aber ist es ü berall da, nur aber in der Verkleidung
der δυναμις = das Ich-Kann und Es Kann, eine Gegenstä ndlichkeit also, die als
Grundbestimmung hat, daß sie kann. Damit Vorweisung auf Gegenstä ndlichkeit aller
Weisen des Lebens. Von hier aus muß δυναμις - ἐντελεχεια und Wirken – Leiden
verstanden werden; alles vom Ich-kann des νοῦ ς; wie weit die konkreten ü brigen
Bestimmungen des Lebens hineinspielen (außer dem menschlichen νοῦ ς) mußte nä her
[written above ‚einzeln’ which has been crossed out] untersucht werden.

[P. 14]

Gibt es nun unter den einzelnen Weisen des Lebens noch einen allgemeinen Begriff?
414b19 Wie verhä lt sich der κοινό τατος λογος zu der ἴδια? Zweiheit und Einheit! Hier
ein Problem das bis heute nicht entschieden in der Philosophie {!} Ü berhaupt die Frage,
ob man das Problem so ansetzen darf, wie es Ar. von der platon. Philosophie tat.
λό γος hier nicht = Begriff, sondern die Aussage. Ar. meint, es gibt kein Aussagen ü ber
Seele neben den Einzelseelen. λό γος nicht neben den ἴδια; sie sind in bestimmter
Ordnung und Aufeinanderfolge (τὰ ἐφεξῆ ς). Dadurch bekommt das ἐφαρμό σε πά σιν
seinen Sinn. Die bestimmte Ordnung ist folgende: Das αισθητικό ν ist ein Mehr als das
τρεπτικό ν und ist nicht ohne dieses. Diese Weise des Lebens vollzieht sich nicht ohne
die andere. Also bestimmte Weise der Fundierung. Die vorangehende immer die
Bedingung der Mö glichkeit der folgenden (Mö glichkeit = das mö gliches Sich-
Auswirken) Im Viereck ist das Dreieck mitenhalten. Diese formale Mitenhalten
ermö glicht Ar. Figur mit Seele zusammen zunehmen. Fü r unsere Betrachtung ein ganz
anderes Verhä ltnis zu Figuren als bei der Seele. Aber diese Unterschiede stö ren Ar.
nicht; es kommt ihm nur auf das In- und Nacheinander an. Was ihm eigentlich
vorschwebt, ist der Mensch in dem alle Vermö gen in sich konkret da sind.
Die γένεσις (als objekt. Tun gedacht) ist das Eigentlichste, das Natü rlichste der
Natur.
Der εἴδος in der γένεσις ist das οἵον [written above line: wie beschaffen]; von ihm
der Begriff Art; εἴδος ist der Sinn v. οὐ σία, der auf die γενεσις bezogen ist; und zwar in
der Natur.
cf. 415b17
Von hier aus auch Verstä ndnis der ἐντελέχεια.

[P. 15]

II 4 verschiedene Begriffe
Bez. das αιτιον, zugleich οὐ σία (cf. Met. Z 17 inwiefern οὐ σία αἴτιον ist. cf 415b13: Der
eigentl. Sein liegt in der οὐ σία. εἰναι hier [gleich struck out]= beschaffen sein, ein
solches sein, nicht aber bloß Dasein, Existieren. Vielmehr ein Sodasein. Jede Weise des
Daseins hat ein So, und dieses So liegt im ‚Was es ist’. Im Was liegt das Wie des Seins.
Daher ist die οὐ σία αἰτίον τοῦ εἶναι.
ἔτι τοῦ δυνά μει ὄ ντος λογος ἡ ἐντελέχεια
Der λό γος ist hier ὁ ρισμό ς, ist das Aussagen, das sich auf die οὐ σία bezieht. Es handelt
sich um das Leben als bestimmte Weise des Seins, und zwar um die lebenden Dinge. Das
eigentl, Was (u. Wie des Seins) der Dinge ist die ἐντελέχεια. Das Leben ist Leben im
eigentl. Sinne als ἐντελέχεια. ἐνέργεια ist das in Aktion-Sein, ἐντελέχεια aber in Aktion
Sein mit einem Ziel und dieses Ziel schon Haben.
II 5: 3 verschiedene Gruppen von Begriffen, um die es sich hier dreht: 1) δύ ναμει 2)
πά σχειν 3) ἀ λλοίωσις
Wie kommt es im Zusammenhang der αἴσθησις auf das πά σχειν? (Beachtenswert Ende
des 5 Kapitels!) Tritt immer auf mit dem ποιεῖν. Was heißt πά σχειν? Es liegt darin, daß
einem etwas anderes begegnet. Insofern das eine von dem anderen etwas erfahren hat,
ist es ein ὁ μοίον.
πά σχειν = 1.) φθορά {?} τις und 2.) σωτηρὶα
Zu 1.) Wenn auf eines ein Anderes wirkt, ist es nicht mehr, was es war.
2) Es ist zugleich etwas was erlitten hat und erlebt hat; das ὁ μοιον bleibt.
Die ἀ λλοίωσις
Das ποιειν bringt das ὁ μοιον mit sich, und ein δυναμει ὄ ν.
[P. 16]

δυναμει ὄ ν im doppelten Sinn / [Lernen crossed out, substituted by] Wissen {?}
γραμματική
1) nur zur Gattung der Wissenden. 2.) Er hat elementare Kenntnisse, ist schon in dem
Stand gesetzt zu wissen. Also hier schon der konkrete Einzelne.
{Gegens.} Schlafe – Wachen wieder eine andere Dimension von δυνά μις und ἐνέργεια.
417b29
Wichtig 6 Cap. [written above: {noch und} 5. Cap.], 12, III 1. und 2.

26.VII

Problem der αἴσθησις; sie ist eine bestimmte Weise des ζῆ ν, dieses eine bestimmte
Weise des Seins; jede hat ihre ἀ ρχή . (Also handelt es sich hier gar nicht um Erk.theorie
etc.) Sie wird bestimmt als πά σχειν und κινεῖσθαι. Eigentliche Bestimmungen [inserted
above: der αἰσθησις]: 1.) δυνά μει ὄ ν 2.) ein δέχεσθαι, bezeichent als ein λογος.
(424a20ff, 30). λό γος hier = Verhä ltnis. Wie gehö rt das zur δὺ ναμις. λεγειν = ein
anderes in Bezug auf ein anderes sagen. Also das λέγειν ein Sagen von einem Verhä ltnis.
Diese 3 Bestimmungen nun schä rfer zu fassen:
Das δυνά μει ὄ ν = Es kann: charakterisiert ganz spezifisch die αἰσθή σις. Es [crossed out:
ist bezogen; added: weist] auf die ἐνεργεια, die Auswirkung des ‚Es kann’, also
Vorweisung auf die κίνησις. Zu 5 Cap. Explikation des δυναμει ὄ ν im Zusammenhang
der κινησις. 417a14 πασχειν und κινεισθαι hä ngen mit der κίνησις zusammen, diese
selbst eine bestimmte ἐνέργεια.
πάσχειν = erleiden = geschehen mit.
ενεργειν = wirken = geschehen von.
[aligned towards the right margin between the two above] κινήσις = Geschehen

[P. 17]

Ar. spricht zuerst allgemein vom Geschehen, dann nä her vom πά σχειν. ὁ μοιον und
ἀ νό μοιον. Bezg. mit de 2 {Vorgehen} Sie sind gar gleich, {eher sie} ungleich in Bezug auf
das Aufeinanderwirken: die eine bewegt, die andere unbewegt; nach dem Geschehen
auch die unbewegte bewegt. Das liegt alles im πά σχειν. Das Geschehen mit und
Geschehen von sind im Gesch. in einem ungleichen Was, nachher aber im gleichen Was.
Ferner πά σχειν bestimmet als φτωρᾶ ν [sic!] und σωτηρία. Diese Bestimmungen gelten
nicht wie die ersten von jedem πά σχειν, sondern kennzeichnen zwei versch. Weise des
πά σχειν. ὁ μοιον und ανομοιον muß bei beiden da sein. σωτηρία: das Geschehen mit
muß ein Eigentü mliches sein und das womit geschieht muß so sein, daß es erst zu sich
selbst kommt.
Die αισθησις ist ein πά σχειν, in dem es auf die σωτηρία ankommt. (Anf. d. 5. Cp: δοκει
γαρ ἀλλοίωσις ειναι; diese bezeichnet er sonst in seiner Bewegungslehre als best. Weise
der κίνησις und zwar eine, die sich auf das Was bezieht; sie ist eine γένεσις. Dabei eine
μεταβολη = ein Umschlag zu Zustä nden des Beraubtseins, und επι τας ἕξεις (=Haben),
also ein Anderswerden, in dem womit etwas geschieht zu sich selbst kommt (417b15ff.)
Das πά σχειν ist keine ἀ λλοίωσις ({Denkendes denkt}) Die αλλοίωσις ist kein πά σχειν.
(Einer der lernt wird anders, aber kein πασχειν.) Also Aporie. Darum versch. Weisen
der αλλοιωσις zu unterscheiden.

[p. 18]

Im Zusammenhang mit Scheidungen des πασχειν auch Scheidungen der δυναμις. Zur
nä herer Bestimmung der δυναμις kommt man, indem man fragt: in welchem Sinne ist
die αἰσθησις δύ ναμις. Dem δυναμει ον steht das ποιητικὸ ν gegenü ber. Scheinbare
{Zunahmestellung}: αἰσθητον bewahrt die Wahrnehmung, also ein eigentü ml.
ποιητικον, nä mlich was wahrgenommen wird (das ἀ ντικείμενον.)
Er unterscheidet 1.) αἰσθητον καθ᾽αὐ τον [sic!]
2) κατα συμβεβηκος
Bei 1.) ιδια und κοινα zu unterscheiden.
[A bracket around the above identifies the reference as Cap. 6]
417b20 außen; in der Seele
12 Cap: Das Einzelne nicht als Einzelne, sondern als wie Beschaffenes, nicht auf die
ουσία, sondern auf ein οἱον τι.
[Now a line apparently separating what comes before from what follows]
Noch Ergä nzung zur αισθησις als πασχειν. Cap. 12: Sie ist ein λό γος, u. zwar ein
Verhä ltnis, in dem das was kann aufnehmen kann [sic!], besser: annehmen, etw.
begegnen, λαμβά νειν. Das πασχειν als solches ist noch keine Wahrnehmung ({Vglch.}
Pflanze). Ende des 5: als wenn es eig. Ausdrü cke wä ren. Nicht jedes Kö rper ist ein
παθητικον, nicht auf jedes kö nnen Klang, Farbe etc. wirken. Z. B. Luft, sie riecht in
objektiven Sinne. Bei der αισθησις aber anders nicht unbegrenzt, u. es bleibt. Das
δεχεσθαι ist nicht