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BACHELORPRÜFUNG

MUSTERLÖSUNG
Lehrstuhl für Stahlbau
Dr.-Ing. D. Pak Siegen, 23.03.2016

Aufgabe 1 20 Punkte

gegeben:

─ Statisches System und Belastung gemäß Skizze:

ng
Ansicht

qSd

Trapezblech

su
Stahlträger IPE-Reihe

L = 6,00 L = 6,00
[m]
12,00
rlö
Grundrissprinzip

Stahlträger IPE-Reihe
te
4,00

Stahlträger IPE-Reihe
us Trapezbleche

12,00
4,00

Stahlträger IPE-Reihe
M

4,00

Stahlträger IPE-Reihe
[m]

─ Bemessungslast: qSd = 15,0 kN/m

─ Material: S 355

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gesucht:
a) Dimensionieren Sie den Stahlträger (Reihe IPE) im Grenzzustand der
Tragfähigkeit. Es ist von einer elastischen Ausnutzung der
Querschnittstragfähigkeit auszugehen.

ng
b) Markieren Sie in Anlage 1.1 den Bereich des Stahlträgers, der aufgrund von
Biegedrillknicken gefährdet ist. Begründen Sie Ihre Markierung.

c) Führen Sie den Biegedrillknicknachweis unter Berücksichtigung der plastischen


Querschnittsreserven (d.h. Wpl) durch.

su
Zur Bestimmung von Mcrit bzw. des k-Wertes verwenden Sie das Diagramm in
Anlage 1.2.
rlö
Hinweise:

- Sie können davon ausgehen, dass eine M-V-Interaktion (Aufgabenteil a) nicht


erforderlich ist.
- Gabellagerung an allen Stützungen und keine Wölbbehinderung
te

(Voraussetzung zur Nutzung des Diagramms in Anlage 1.2).


- Der Stahlträger ist am oberen Flansch durch das Trapezblech seitlich gehalten
(Voraussetzung zur Nutzung des Diagramms in Anlage 1.2).
- Ermitteln Sie den Abminderungsfaktor für Biegedrillknicken LT nach der
us

Variante für „gewalzte oder gleichartige geschweißte Querschnitte“.

- Modifizieren Sie den Abminderungsfaktor LT nicht mit dem Beiwert f.


- Sollten Sie Aufgabenteil a) nicht gelöst haben, so wählen Sie mindestens
einen Stahlträger IPE 270.
M

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Anlage 1.1: Stahlträger

ng
su
Anlage 1.2: k-Werte für Zweifeldträger mit Gleichlast

k
M cr   G  IT  E  I z
L
rlö
te
us
M

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Musterlösung:
a) Dimensionierung des Stahlträgers
Einwirkungen:

qSd  15,0 kN / m

ng
Berechnung der Schnittgrößen an den maßgebenden Stellen:

M Feld  0,07  q  l 2  0,07  15,0  6 2  37,8 kNm

M Stütz  0,125  q  l 2  0,125  15,0  6 2  157,7 kNm

su
→ maßgebend MStütz

Art der Berechnung laut Aufgabenstellung elastisch:

M el , y  Wel , y  f y  M sd  M Stütz  157,7kNm


rlö
M el , y 157,7  100
Wel , y    444,34 cm 3
fy 35,5

Die Wahl des Stahlträgers soll laut Aufgabenstellung aus der IPE-Reihe erfolgen.
te

Gewählt: IPE 300, Wel , y  557 cm 3

b) Biegedrillknickgefährdeter Bereich
us

Der Stahlträger ist am oberen Flansch seitlich gehalten (lauf Annahme der
Aufgabenstellung) und kann daher im positiven Momentenbereich nicht auf
Biegedrillknicken versagen. Ein Biegedrillknicken des Stahlträgers kann nur im
negativen Momentenbereich auftreten, bei dem der Untergurt auf Druck beansprucht
M

wird. Der kritische Bereich ist daher zwischen den Momentennullpunkten über der
Mittelstütze.

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ng
c) Nachweis auf Biegedrillknicken

su
Ermittlung des bezogenen kritischen Biegedrillknickmomentes:
Torsionsbeiwert (lt. Anlage 1.2):
rlö
𝐸 ∙ 𝐼𝑤 21.000 ∙ 125,9 ∙ 1.000
χ= = = 0,0451[−]
𝐺 ∙ 𝐼𝑇 ∙ 𝐿2 8.100 ∙ 20,1 ∙ 6002
Bestimmung des k-Wertes (Anlage 1.2):
𝑘 = 19,0
te
us
M

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Ideelles Biegedrillknickmoment (lt. Anlage 1.2):

𝑘
𝑀𝑐𝑟 = ∙ √𝐺 ∙ 𝐼𝑇 ∙ 𝐸 ∙ 𝐼𝑧
𝐿
19,0
= ∙ √21.000 ∙ 20,1 ∙ 21.000 ∙ 604 = 73.272𝑘𝑁𝑐𝑚 = 732,7𝑘𝑁𝑚

ng
600

Ermittlung des Schlankheitsgrades:

𝑊𝑝𝑙,𝑦 ∙ 𝑓𝑦 628,4[𝑐𝑚3 ] ∙ 35,5[𝑘𝑁⁄𝑐𝑚2 ]


𝜆̅𝐿𝑇 = √ =√ = 0,552[−]
𝑀𝑐𝑟 73.272[𝑘𝑁𝑐𝑚]

su
Knicklinie: gewalztes Profil (IPE300), ℎ⁄𝑏 = 300⁄150 = 2 ⇒ Knicklinie b
Imperfektionsbeiwert: 𝛼𝐿𝑇 = 0,34[−]
Φ𝐿𝑇 = 0,5[1 + 𝛼𝐿𝑇 (𝜆̅𝐿𝑇 − 𝜆̅𝐿𝑇,0 ) + 𝛽 ∙ 𝜆2̅𝐿𝑇 ]
= 0,5[1 + 0,34 ∙ (0,552 − 0,4) + 0,75 ∙ 0,5522 ] = 0,6401[−]
rlö
1 1
χ𝐿𝑇 = = = 0,9383[−]
Φ𝐿𝑇 + 2
√Φ𝐿𝑇 −𝛽∙ 𝜆2̅𝐿𝑇 0,6401 + √0,64012 − 0,75 ∙ 0,5522
te

Ermittlung des Bemessungswertes der Biegedrillknickbeanspruchbarkeit:


𝑓𝑦 35,5[𝑘𝑁⁄𝑐𝑚2 ]
𝑀𝑏,𝑅𝑑 = χ𝐿𝑇 ∙ 𝑊𝑝𝑙,𝑦 ∙ = 0,9383 ∙ 628,4[𝑐𝑚3 ] ∙ = 190,29[𝑘𝑁𝑚]
𝛾𝑀1 1,1
us

Biegemoment:

𝑀𝐸𝑑 = 157,7𝑘𝑁𝑚

Nachweis:
M

𝑀𝐸𝑑 157,7𝑘𝑁𝑚
≤ 1,0 ⟹ = 0,83 ≤ 1,0
𝑀𝑏,𝑅𝑑 190,29𝑘𝑁𝑚

 Nachweis erbracht

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Aufgabe 2 45 Punkte

gegeben:

─ Ebenes statisches System unter Last gemäß Skizze:

ng
PSd PSd PSd PSd
a 0,1PSd
3,00

su
3,00

rlö
3,00 3,00 3,00 3,00 [m]
te
us

─ Bemessungswert der Lasten: PSd = 100 kN


─ alle Stäbe: IPE 200
S 355
Biegung um die starke Achse
M

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gesucht:

a) Stellen Sie die Verformungsfigur qualitativ in Anlage 2.1 dar.


b) Ermitteln Sie die Schnittgrößen nach Theorie 1. Ordnung für das Gesamtsystem
und stellen Sie den MI-, VI- und NI- Schnittgrößenverlauf in Anlage 2.2 dar.

ng
c) Ermitteln Sie die in den Punkten „a“ und „b“ auftretenden Verformungen.
d) Ermitteln Sie die Abtriebskräfte für das System mit den in c) ermittelten
Verformungen und tragen Sie diese in einer Systemskizze ein.
e) Ermitteln Sie die Schnittgrößen nach Theorie 2 Ordnung und stellen Sie den
MII-, VII- und NII- Schnittgrößenverlauf in Anlage 2.3 dar.

su
Hinweise:

─ Die Profile werden alle um ihre starke Achse belastet.

─ Längsdehnung und Eigengewicht aller Stäbe sind zu vernachlässigen


rlö
(EA  ∞).

─ Die Berechnung der Schnittgrößen nach Theorie 2. Ordnung ist mit dem
M-Verfahren durchzuführen (geometrische Reihe).

─ Abtriebskräfte in den Zugstäben sind zu vernachlässigen.


te

─ Es sind keine Stabilitätsnachweise zu führen.


us
M

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Anlage 2.1 (zu Aufgabenteil a):


Verformungsfigur:

ng
su
rlö
te
us
M

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Anlage 2.2 (zu Aufgabenteil b): Schnittgrößenverläufe nach Theorie 1. Ordnung:


MI

ng
NI
su
rlö
te
us

VI
M

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Anlage 2.3 (zu Aufgabenteil e): Schnittgrößenverläufe nach Theorie 2. Ordnung:


MII

ng
NII
su
rlö
te
us

VII
M

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Musterlösung:
a) Verformungsfigur

ng
su
b) Schnittgrößenverläufe (MI, NI, VI) nach Theorie 1. Ordnung
rlö
Bestimmung der Auflagerkräfte:

Pendelstäbe:

AH  0
te

CH  0 CV  100kN

DH  0 DV  100kN
us

EH  0 EV  100kN

linkes Teilsystem:

F
M

H  0  10  BH  0  BH  10kN

M A  0  BV  3  100  3  10  6  0  BV  120kN

F V  0  100  120  AV  0  AV  20kN

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Schnittgrößen nach Theorie 1. Ordnung:

ng
su
rlö
te
us
M

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c) Verformungen in den Punkten „a“ und „b“


Hinweis: durch Zeichnen der Verformungsfigur (Aufgabenteil a) lässt sich feststellen,
dass der Starrkörper (Dreieck) nur lateral verschieblich ist. Somit sind die
Verformungen in den Punkten „a“ und „b“ identisch. Die Bearbeitungszeit in der
Klausur ist jedoch so bemessen, dass eine Bestimmung beider Verschiebungen

ng
innerhalb der Zeit möglich ist.

Verformung im Punkt „b“:

Pendelstäbe:

AH  0

su
CH  0 CV  0

DH  0 DV  0
rlö
EH  0 EV  0

linkes Teilsystem:

F H  0  1  BH  0  BH  1 M A  0  BV  3  1  3  0  BV  1
te

F V  0  1  AV  0  AV  1
us

E  210.000 N mm2

I yy  1940cm 4  19.400.000mm4

EI yy  4074kNm2
M

1  1 
 b   10    2   3  30  3   0,04418m
4074  3 

 b  44,18mm

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Verformung im Punkt „a“:

Pendelstäbe:

AH  0

ng
CH  0 CV  0

DH  0 DV  0

EH  0 EV  0

linkes Teilsystem:

F H  0  1  BH  0  BH  1

su M A  0  BV  3  1  6  0  BV  2
rlö
F V  0  1  AV  0  AV  2

E  210.000 N mm2
te

I yy  1940cm 4  19.400.000mm4

EI yy  4074kNm2
us

1  1 
 b   10    2   3  30  3   0,04418m
4074  3 

 b  44,18mm
M

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Gesamtverformung:

ng
 a  44,18mm  b  44,18mm

su
rlö
d) Abtriebskäfte gemäß Verformungen in den Punkten „a“ und „b“
te
us

 44,18mm
H  N  H 1  100kN   0,736 3 kN
M

l 6000mm

44,18mm
H 2  120kN   1,7976kN
3000mm

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e) Schnittgrößenverlauf nach Theorie 2. Ordnung

Pendelstäbe:

AH  0

ng
C H  0,736 3kN CV  0

DH  0,736 3kN DV  0

E H  0,736 3kN EV  0

su
F H  0  2,209  BH  0  BH  2,209kN

M A  0  BV  3  2,209  6  1,7976  3  0
rlö
 BV  6,2156kN

F V  0  6,2156  AV  0  AV  6,2156kN

Schnittgrößenverläufe aus den Abtriebskräften:


te
us
M

in den Stützen: MI = VI =0 (Pendelstäbe), NI = 0, im Riegel: MI = VI = NI = 0

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Schnittgrößenverlauf nach Theorie 2. Ordnung:

Geometrische Reihe:

28,28kN 20,00kN
, quer   41,03kN ,links  N Riegel   29,03kN
II II II
N Zugstab N Stütze
8,79kN 6,22kN

ng
1 1
28,28kN 20,00kN

120,00kN
, rechts   126,56kN
II
N Stütze
6,22kN
1
120,00kN

su
10kN 30kNm
V II   16,69kN M II   50,06kNm
4,01kN 12,02kNm
1 1
10kN 30kNm
rlö
te
us
M

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ng
f) Querschnittsnachweis
(HINWEIS: Aufgabenteil aus Klausur gestrichen)
su
rlö
Querschnittswerte IPE 200 (Schneider Bautabellen):

355 355
N pl, Rd  608,5kN   919,2kN V pl, z , Rd  172,7kN   260,9kN
235 235
355
M el , y , Rd  41,51kNm   62,7kNm
te

235

Punkt „b“:

Schnittgrößen nach Theorie II. Ordnung


us

N II  126,56kNm V II  16,69kNm M II  50,06kNm

Interaktion:
Beanspruchung durch Biegung, Querkraft und Längskraft, Querschnittsklasse 3:
M

VSd  0,5  V pl, z , Rd  16,69  0,5  260,9  130,45  nur Interaktion aus M und N

Nachweis :

N Sd M y ,Sd M z , Sd N Sd M y ,Sd M z ,Sd 126,56 50,06


   f yd     1,0    0,936  1,0
A Wel , y Wel , z N pl, Rd M el , y , Rd M el , z , Rd 919,2 62,7

 Nachweis erbracht

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Aufgabe 3 35 Punkte

gegeben:

- Konsole für einen Kranbahnträger

ng
Kranbahnträger

su
Stütze
(IPE400)

Konsole (IPE330)
rlö

- Seitenansicht: Anschluss Konsole - Stütze:


te

Pi
us
M

[mm]

- Material: S 355

- Teilsicherheitsbeiwerte: Ff = 1,0 Mf = 1,15

- Überfahrten: ni = 1.250 pro Jahr

- Belastung: Pi = 250 kN * Ordinate Einflusslinie


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Profilmaße:

h b tw tf r d Iy
[mm] [mm] [mm] [mm] [mm] [mm] [cm4]
IPE330 330 160 7,5 11,5 18 271 11.770

ng
IPE400 400 180 8,6 13,5 21 331 23.130

Einflusslinie bei einem 5-Feldträger für die Auflagerkraft bei Auflager C:

1,000

su 0,115
rlö
-0,205
-0,287
A
0 B
10 C
20 D
30 E
40 F
50
te

gesucht:

a) Ermitteln Sie alle relevanten Kerbdetails für den Anschluss der Konsole an die
Stütze. Benutzen Sie die Anlagen (Anlage 3.1, Anlage 3.2) als Lösungshilfe.
us

b) Führen Sie den Ermüdungsnachweis für den Anschluss der Konsole an die
Stütze für eine geplante Betriebsdauer von 40 Jahren.

Hinweise:
M

- Eine Auswahl möglicher Kerbfälle nach DIN EN 1993-1-9 ist in Anlage 3.1 und
Anlage 3.2 gegeben.

- Der Ermüdungsnachweis ist mit Hilfe der Schadensakkumulationshypothese


nach Palmgren-Miner zu führen.

- Es gilt die Annahme, dass Biegemomente über die Schweißnähte am Flansch


und Querkräfte über die Schweißnähte am Steg abgetragen werden.

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Anlage 3.1:
Auszug aus DIN EN 1993-1-9, Tabelle 8.2

ng
su
rlö
te
us
M

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Anlage 3.2:

Auszug aus DIN EN 1993-1-9, Tabelle 8.5

ng
su
rlö
te
us
M

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Musterlösung:
a) Ermittlung der relevanten Kerbdetails
Anschluss der Flansche an die Stütze (Schweißnaht Flansch – Stütze):
Kerbdetail 1: Riss am Schweißnahtübergang ( < 50 mm)

ng
 Kerbfall 80 (Längsspannungen)

su
rlö
Kerbdetail 2: Wurzelriss

 Kerbfall 36* (Längsspannungen)


te

Anschluss des Steges an die Stütze (Schweißnaht Steg – Stütze):


Kerbdetail 3: Schubspannungen in Schweißnaht
us

 Kerbfall 80 (Schubspannungen)
M

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b) Ermüdungsnachweis für den Anschluss der Konsole an die Stütze


Ermüdungsnachweis Kerbdetail 1: Riss am Schweißnahtübergang
(Längsspannungen)

ng
su
Kerbfall 80
80 𝑁⁄𝑚𝑚2
Δσ𝑐 = = 69,6 𝑁⁄𝑚𝑚2
1,15

𝑚 𝑁𝐶 3 2 ∙ 106
rlö
Δσ𝐷 = Δσ𝐶 ∙ √ = 69,6 ∙ √ = 51,3 𝑁⁄𝑚𝑚2
𝑁𝐷 5 ∙ 106

𝑚 𝑁𝐷 5 5 ∙ 106
Δσ𝐿 = Δσ𝐷 ∙ √ = 51,3 ∙ √ = 28,2 𝑁⁄𝑚𝑚2
𝑁𝐿 1 ∙ 108
te

Ermüdungsnachweis Kerbdetail 2: Wurzelriss


us

Kerbfall 36*
36 𝑁⁄𝑚𝑚2
Δσ𝑐 = = 31,3 𝑁⁄𝑚𝑚2
1,15

𝑚 𝑁𝐶 3 2 ∙ 106
Δσ𝐷 = Δσ𝐶 ∙ √ = 31,3 ∙ √ = 23,1 𝑁⁄𝑚𝑚2
M

𝑁𝐷 5 ∙ 106

𝑚 𝑁𝐷 5 5 ∙ 106
Δσ𝐿 = Δσ𝐷 ∙ √ = 23,1 ∙ √ = 12,7 𝑁⁄𝑚𝑚2
𝑁𝐿 1 ∙ 108

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Ermüdungsnachweis Kerbdetail 3: Schubspannungen in Schweißnaht

ng
Kerbfall 80
80 𝑁⁄𝑚𝑚2
Δτ𝑐 = = 69,6 𝑁⁄𝑚𝑚2
1,15

𝑚 𝑁𝐶 5 2 ∙ 106
Δτ𝐿 = Δτ𝐶 ∙ √ = 69,6 ∙ √ = 31,8 𝑁⁄𝑚𝑚2

su
𝑁𝐿 1 ∙ 108

Spannungsschwingbreiten und zul. Schwingspiele


Schwingbreiten Einflusslinie:
rlö
1,000

0,115
2
1 1
te

-0,205
-0,287
A
0 B
10 C
20 D
30 E
40 F
50

1. Δ𝐸𝐿1 = 1,000 + 0,287 = 1,287


2. Δ𝐸𝐿2 = 0,115 + 0,205 = 0,320
us

Spannungsschwingbreiten Schweißnahtübergang:
ΔM𝑖 = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 250𝑘𝑁 ∙ 17𝑐𝑚 = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 4.250𝑘𝑁𝑐𝑚
ΔM𝑖 ΔM𝑖 ℎ𝐼𝑃𝐸330 Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 4.250𝑘𝑁𝑐𝑚 33𝑐𝑚 𝑘𝑁
Δσ𝑖 = = ∙ = ∙ = Δ𝐸𝐿 ∙ 5,958
M

𝑖
𝑊𝐾𝑜𝑛𝑠𝑜𝑙𝑒 𝐼𝑦𝑦,𝐼𝑃𝐸330 2 11.770𝑐𝑚4 2 𝑐𝑚2

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Spannungsschwingbreiten Wurzelriss:
ΔM𝑖 = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 250𝑘𝑁 ∙ 17𝑐𝑚 = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 4.250𝑘𝑁𝑐𝑚
Annahme: das Biegemoment wird vollständig über die Schweißnähte der Flansche
übertragen.
ℎ𝐼𝑃𝐸330 2 𝑏𝐹,𝐼𝑃𝐸330 − 2 ∙ 𝑟𝐼𝑃𝐸330 − 𝑡𝑤,𝐼𝑃𝐸330

ng
𝐼𝑦𝑦,𝑎,𝑓 = 2 ∙ 𝑏𝐹,𝐼𝑃𝐸330 ∙ 𝑎𝑤,𝐹 ∙ ( ) +4∙( ) ∙ 𝑎𝑤,𝐹
2 2
2
ℎ𝐼𝑃𝐸330 − 2 ∙ 𝑡𝑓,𝐼𝑃𝐸330
∙( )
2
33 2 16 − 2 ∙ 1,8 − 0,75 33 − 2 ∙ 1,15 2
= 2 ∙ 16 ∙ 0,6 ∙ ( ) + 4 ∙ ( ) ∙ 0,6 ∙ ( ) = 8.521,2𝑐𝑚4
2 2 2

su
ΔM𝑖 ΔM𝑖 ℎ𝐼𝑃𝐸330 Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 4.250𝑘𝑁𝑐𝑚 33𝑐𝑚 𝑘𝑁
Δσ𝑖 = = ∙ = 4
∙ = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 8,229 2
𝑊𝑎,𝑓 𝐼𝑦𝑦,𝑎,𝑓 2 8.521,2𝑐𝑚 2 𝑐𝑚

Spannungsschwingbreiten Stegnaht:
ΔV𝑖 = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 250𝑘𝑁
rlö
ΔV𝑖 Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 250𝑘𝑁 𝑘𝑁
Δτ𝑖 = = = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 11,531 2
2 ∙ 𝑎𝑤 ∙ 𝑑𝐼𝑃𝐸330 2 ∙ 0,4 ∙ 27,1 𝑐𝑚

Ermüdungsnachweis Kerbdetail 1: Riss am Schweißnahtübergang


(Längsspannungen)
te

Δσ𝐷 = 5,13 𝑘𝑁⁄𝑚𝑚2


Δσ𝐿 = 2,82 𝑘𝑁⁄𝑚𝑚2
𝑘𝑁 𝑘𝑁 𝑘𝑁
Δσ1 = Δ𝐸𝐿1 ∙ 5,958 = 1,287 ∙ 5,958 = 7,67 > Δσ𝐷 ⇒ 𝑚 = 3
𝑐𝑚2 𝑐𝑚2 𝑐𝑚2
us

𝑘𝑁 𝑘𝑁 𝑘𝑁
Δσ1 = Δ𝐸𝐿2 ∙ 5,958 2 = 0,320 ∙ 5,958 2 = 1,91 2 < Δσ𝐿 ⇒ 𝑚 = −
𝑐𝑚 𝑐𝑚 𝑐𝑚

Ermüdungsnachweis Kerbdetail 2: Wurzelriss


(Längsspannungen)
M

Δσ𝐷 = 2,31 𝑘𝑁⁄𝑚𝑚2


Δσ𝐿 = 1,27𝑘 𝑁⁄𝑚𝑚2
𝑘𝑁 𝑘𝑁 𝑘𝑁
Δσ1 = Δ𝐸𝐿1 ∙ 8,229 = 1,287 ∙ 8,229 = 10,59 > Δσ𝐷 ⇒ 𝑚 = 3
𝑐𝑚2 𝑐𝑚2 𝑐𝑚2
𝑘𝑁 𝑘𝑁 𝑘𝑁
Δσ1 = Δ𝐸𝐿2 ∙ 8,229 2 = 0,320 ∙ 8,229 2 = 2,63 2 > Δσ𝐷 ⇒ 𝑚 = 3
𝑐𝑚 𝑐𝑚 𝑐𝑚

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BACHELORPRÜFUNG
MUSTERLÖSUNG
Lehrstuhl für Stahlbau
Dr.-Ing. D. Pak Siegen, 23.03.2016

Ermüdungsnachweis Kerbdetail 3: Schubspannungen in Schweißnaht


(Schubspannungen)
Δτ𝐿 = 3,18 𝑘𝑁⁄𝑚𝑚2
𝑘𝑁 𝑘𝑁 𝑘𝑁
Δτ1 = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 11,531 = 1,287 ∙ 11,531 = 14,84 > Δτ𝐿 ⇒ 𝑚 = 5
𝑐𝑚2 𝑐𝑚2 𝑐𝑚2

ng
𝑘𝑁 𝑘𝑁 𝑘𝑁
Δτ1 = Δ𝐸𝐿𝑖 ∙ 11,531 2 = 0,320 ∙ 11,531 2 = 3,69 2 > Δτ𝐿 ⇒ 𝑚 = 5
𝑐𝑚 𝑐𝑚 𝑐𝑚

Ermittlung der zulässigen Lastspiele:


Kerbdetail 1: Δσ𝐷 = 5,13 𝑘𝑁⁄𝑚𝑚2

su
Δσ𝐷 𝑚 6
5,13 3
𝑁1,1 = 𝑁𝐷 ∙ ( ) = 5 ∙ 10 ∙ ( ) = 1.496.015 𝐿𝑊
Δσ𝑖 7,67
Kerbdetail 2: Δσ𝐷 = 2,31 𝑘𝑁⁄𝑚𝑚2
Δσ𝐷 𝑚 2,31 3
𝑁2,1 = 𝑁𝐷 ∙ ( ) = 5 ∙ 106 ∙ ( ) = 51.894 𝐿𝑊
rlö
Δσ𝑖 10,59
Δσ𝐷 𝑚 6
2,31 3
𝑁2,2 = 𝑁𝐷 ∙ ( ) = 5 ∙ 10 ∙ ( ) = 3.387.963 𝐿𝑊
Δσ𝑖 2,63
Kerbdetail 3: Δτ𝐿 = 3,18 𝑘𝑁⁄𝑚𝑚2
Δ𝜏𝐿 5 8
3,18 5
𝑁3,1 = 𝑁𝐿 ∙ ( ) = 1 ∙ 10 ∙ ( ) = 45.182 𝐿𝑊
te

Δ𝜏𝑖 14,84
Δ𝜏𝐿 5 3,18 5
𝑁3,2 = 𝑁𝐿 ∙ ( ) = 1 ∙ 108 ∙ ( ) = 47.553.935 𝐿𝑊
Δ𝜏𝑖 3,69
us

Zusammenfassung Spannungsschwingbreiten Anschluss


Anschluss ni i, i [N/mm²] m Ni

1  3 1.496.015
Detail 1
M

1  - -

1  3 51.894
Detail 2
1  3 3.387.963

1  5 45.182
Detail 3
1  5 47.553.935

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BACHELORPRÜFUNG
MUSTERLÖSUNG
Lehrstuhl für Stahlbau
Dr.-Ing. D. Pak Siegen, 23.03.2016

Lastspielzahl:
𝑛𝑣𝑜𝑟ℎ = 1.250 ∙ 40 = 50.000

Ermüdungsnachweise:

ng
Schweißnahtübergang (Kerbdetail 1):
𝑛𝑖 50.000
𝐷 = ∑( ) = = 0,03 ≤ 1,0
𝑁𝑖 𝜎 1.496.015
𝑖

 Nachweis eingehalten!
Wurzelriss (Kerbdetail 2):

su
𝑛𝑖 50.000 50.000
𝐷 = ∑( ) = + = 0,98 ≤ 1,0
𝑁𝑖 𝜎 51.894 3.387.963
𝑖

 Nachweis eingehalten!
Stegnaht (Kerbdetail 3):
rlö
𝑛𝑖 50.000 50.000
𝐷 = ∑( ) = + = 1,11 > 1,0
𝑁𝑖 𝜏 45.182 47.553.935
𝑖

 Nachweis nicht eingehalten!


te
us
M

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