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DIE WIM HOF METHODE

KURZ ERKLÄRT
EINLEITUNG
Die Wim Hof Methode kurz erklärt

Von Isabelle Hof, Juni 2015


Aktualisiert im Januar 2016

Ins Deutsche übersetzt von Charles Fischer, Luis Kallaene

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INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung 4
Geschichte 5
Methode 6
Atemmethode 7
Physiologie: Atmung, Körper und Blut 9
Von Sauerstoff und Körperzellen 9-10
Ist Sauerstoff notwendig zur ATP-Herstellung? 10-11
Mentale Konzentration 12-14
Das Kälte-Training 15-17
Braunes Fett und Körpertemperatur 18-19
Kälteschock 19
Die Kraft der Kombination aus Atemmethode,
mentaler Konzentration und Kälte-Training 20
Wissenschaft 20-23
Der Einsatz der Wim Hof Methode 23
Gesundheit 24
Autoimmunerkrankungen 24
Herz- und Gefäßerkrankungen 25
Übergewicht und Fettleibigkeit 25-26
Allgemeines Wohlbefinden und Energiehaushalt 26
Sport 26
Literaturverzeichnis 27-28

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EINLEITUNG
Wim Hof ist es gelungen eine Methode - vielleicht sogar eine Art Meisterwerk - zu
entwickeln, welche nachhaltig für viele Menschen zur Verbesserung ihres Immunsystems
genutzt werden kann. Auch zahlreiche wissenschaftlichen Institute, unter anderem die
Radboud Universität, haben die erstaunlichen Effekte seiner Methode und deren Einsatz
beim Menschen schon erforscht. Jetzt will Wim Hof sie mit der Welt teilen! Die Rede ist von
seiner sogenannten Wim Hof Methode (WHM), die sich wie die Ergebnisse bereits zeigten,
nicht nur auf das autonome Nervensystem und das Immunsystem auswirkt, sondern auch
durch Einfachheit und Effektivität besticht. Interessant wird ihr Einsatz vor allem im
Gesundheitswesen und dem Sport, Vorteile lassen sich aber auch in vielen anderen
Bereichen erzielen!

Dafür führt Wim viele Seminare, gibt Schulungseinheiten und stellt sich der nationalen
sowie internationalen Presse, denn er will sicherstellen, dass seine Methode, die er selbst
schon jahrelang sehr erfolgreich praktiziert, im großen Rahmen zum Einsatz kommt.

Wie die Methode entstanden ist, woraus sie besteht und welche Effekte sie hat, lässt sich in
folgendem Text genauso herausfinden, wie die damit erzielten Ergebnisse und natürlich auf
welchen Gebieten die Wim Hof Methode so erfolgreich angewendet werden kann.

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GESCHICHTE
Allein die richtige Atmung und Denkweise haben es Wim Hof ermöglicht seinen Körper
extremer Kälte und auch allen anderen harten Umwelteinflüssen auszusetzen und diesen
Stand zu halten.

Getrieben vom Erfolg und dem Verlangen die Grenzen und Limits seines Körpers weit-
er auszutesten hat er seine eigene mentale und physische Leistungsfähigkeit auf immer
weitere Ebenen gehoben. Dabei gelingt es ihm, wieder und wieder gesteigerte Ziele zu
erreichen und so neue Bestmarken zu setzen. „The Iceman“, wie man ihn aufgrund seiner
beeindruckenden Auftritte unter extrem kalten Bedingungen auch nennt, hat dadurch nicht
nur knapp 25 Weltrekorde gebrochen, sondern ihm wurde auch die Möglichkeit gegeben
vom renommierten Institut Feinstein geprüft zu werden.

Wie schafft es dieser Kerl, Marathonläufe am Polarkreis zu bestreiten oder gar eisige
Gletscher zu erklimmen in nichts als kurzen Hosen?! Die Ergebnisse zeigten, dass Wim Hof
fähig ist, sein autonomes Nervensystem bewusst zu steuern. Von diesem Punkt an
setzte sich Wim zum Ziel, seine Methode und die Möglichkeiten, die sich durch diese
bieten, mit der Welt zu teilen. Und zusätzlich nach weiteren wissenschaftlichen
Kooperationen zu suchen, um für mehr Transparenz sorgen zu können und die Resultate
sichtbar zu machen. Diese werden in diesem Bericht ebenfalls offen gelegt.

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METHODE
In diesem Kapitel wird die Wim Hof Methode (WHM) ausführlich erklärt. Dabei wird genau
auf deren drei Kernbestandteile und ihre physiologischen Auswirkungen auf den
menschlichen Körper eingegangen.

Es gibt bereits eine Fülle an Methoden, die sich entweder mit Atem-, Kälte- oder
Konzentrationsübungen beschäftigen. Aber es gibt unseres Wissens nach keine einzige
Methode, die alle drei Übungen vereint. Mehrere wissenschaftliche Studien zeigten, dass
das Erfolgsgeheimnis für die positiven Effekte auf den menschlichen Körper eben auf je-
nem Zusammenspiel genau dieser drei Komponenten basiert. (Hopman et al., 2010; Pick-
kers et al., 2011 & 2014; Kamler, 2009). Wie bereits oben angekündigt setzt sich die WHM
aus drei sich gegenseitig verstärkenden Komponenten zusammen und besticht durch ihre
Einfachheit und Effektivität.

Die drei Kernbestandteile sind

Atemmethode Mentale Konzentration Kälte-Training

Da der Erfolg der Methode auf den zuvor aufgezählten Teilbereichen beruht, werden sie
anschließend einzeln beleuchtet. Auch auf die Frage, warum diese Dreierkonstellation so
effektiv ist, soll eine Antwort gefunden werden.

Das vegetative Nervensystem reguliert unsere Sauerstoffaufnahme weitestgehend selbst,


sodass wir nur unbewusst darin involviert sind. Erfreulicherweise findet so die Versorgung
des Menschen mit Sauerstoff automatisch und ohne groß darüber nachzudenken statt.
Andernfalls müssten wir uns ständig selbst darum kümmern. Die Menge an Sauerstoff,
die wir durch unsere Atmung aufnehmen, beeinflusst die Menge an Energie, welche in
die einzelnen Körperzellen freigesetzt wird. Auf molekularer Ebene findet dieser Vorgang
durch verschiedene chemische und physiologische Prozesse statt. Die Atmung ist dabei
der einfachste und grundlegendste Teil des autonomen Nervensystems, der kontrolliert
und gesteuert werden kann. Tatsächlich beeinflusst die Art und Weise wie man atmet sehr
stark die chemischen und physiologischen Aktivitäten in unserem Körper. Über die Jahre
hinweg hat Wim Hof eine spezielle Atemmethode entwickelt, die seinen Körper während
den extremsten Bedingungen in optimalem Zustand und totaler Kontrolle halten. Diese
Atemtechnik basiert vor allem auf tiefem Inhalieren und dem Ausatmen ohne
Kraftanstrengung oder Gewalt!

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Wim Hof: „Indem man nicht ganz so tief AUSatmet, gelangt man an einen Punkt, wo eine
gewisse Restmenge an Luft in den Lungen bleibt. Nachdem man das dreißig Mal
wiederholt hat, muss man ungezwungen ein weiteres Mal Ausatmen. Nun ist es an der
Zeit, nicht sofort wieder einzuatmen, sondern abzuwarten bis man spürt, dass der Körper
neuen Sauerstoff benötigt. Danach beginnt der ganze Prozess wieder von vorne. In dir wird
ein kribbelndes Gefühl der Leichtigkeit aufkommen. Wiederhole diese Runden dann einige
Male.“
Das Training führt dazu, dass man aktiver atmet und mehr Kontrolle über seinen Körper
hat. Um zu begreifen wieso diese Atemmethode eine so essentielle Komponente in der
WHM ist, werden wir tiefer in die Materie der Atmung unseres Körpers einsteigen.

PHYSIOLOGIE: Atmung, Körper und Blut


Die Atmung ist der ultimative Quell unseres Lebens. Jeden Tag aufs Neue atmen wir über
20.000 Mal um genügend Sauerstoff zum Überleben aufzunehmen. Mittels unserer Lungen
wird der Sauerstoff (O2) in unseren Körper geleitet, wohingegen Kohlenstoffdioxid (CO2)
abtransportiert wird. Bereits jedes Kind weiß, dass sich die Lungen in zwei Lungenflügel
aufteilen, die in ihrer hierarchischen Struktur sich wie ein Baum verzweigen und verästeln
bis sie in die kleinsten Lungenbläschen münden. Dort findet der Austausch mit unserem
Blutkreislauf statt. Während das Blut um die Lungenbläschen strömt wird
Kohlenstoffdioxid abgegeben und dafür Sauerstoff absorbiert. Dieser biologische Prozess
ist auch als Gasaustausch bekannt. Nach diesem Austausch wird das sauerstoffreiche Blut
weitergeleitet, um den Zellen im Körper dann zur Verfügung zu stehen.

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Aufgrund ihrer hohen Elastizität sind unsere Lungenbläschen prinzipiell sehr dehnbar. Bei
ruhiger Atmung können sie sich auf 70 m2, beim tiefen Einatmen sogar auf 100 m2
vergrößern

(Mandigers & Van Straaten- Huygen, 2004 S.290 bis S.316). Diese Oberfläche ist essentiell
für den Austausch von O2 und CO2. Die Wim Hof Atemtechnik ist so gestaltet, dass jeder
die maximale Ausbreitung erreichen kann. Die Anwendung dieser verändert das Verhältnis
von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut, sodass Wims Blut nach 30 Minuten bereits
eine bedeutend niedrigere Dosis an CO2 und zugleich eine verdoppelte O2-Konzentration
nach 45 Minuten erreicht.

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VON SAUERSTOFF UND KÖRPERZELLEN

Was passiert mit dem Sauerstoff in unseren Zellen? Für den Anfang genügt es zu wissen,
dass O2in den Mitochondrien in C02 und H2O umgewandelt werden.

Diese doppelmembranigen Zellorganellen sind ve-


rantwortlich dafür, dass unsere Zellen mit Energie
versorgt werden und unser Körper funktioniert. Sie
sind sozusagen der Energielieferant der Zelle. Durch
die Zersetzung von Nährstoffen und die Übertragung
von Sauerstoff lässt sich ein Molekül namens ATP
(Adenosintriphosphat) gewinnen. Dieser Mechanismus
wird aerobe Dissimilation genannt.

ATP ist essentiell für nahezu jede körperliche Aktivität, von der Bewegung unserer Muskeln
bis hin zum Transfer von Nährstoffen oder Abfallprodukten aus unseren Zellen. Außerdem
ist es zuständig für das Erzeugen von elektrischen Signalen in unserem Nervensystem.
Kurz gesagt, ohne Sauerstoff gibt es kein ATP und ohne ATP wären wir nicht in der Lage
uns zu bewegen oder zu denken.

Ein Grundsatz der WHM ist es die eigene


Ausdauer zu steigern. Allein durch das
Ausüben der Atemmethode realisiert man,
wie einfach auf einmal zum Beispiel ein paar
Liegestützen werden.

IST SAUERSTOFF NOTWENDIG ZUR ATP-HERSTELLUNG?


Nein, ATP kann auch ohne Sauerstoff produziert werden. Beim Ausüben einer Aktivität
sinkt unser Sauerstoff Level im Blut um alle Zellen angemessen mit ATP zu versorgen.

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Dieser Prozess wird anaerobe Dissimilation
genannt und ist höchst ineffizient.

Die Verbindung zwischen


Sauerstoff, der Zersetzu-
ng von Nährstoffen und der
Produktion von ATP
Um das meiste aus einem Glukose-Molekül
herauszuholen sollte der Stoffwechselweg
(siehe Schaubild) vollständig durchlaufen
werden. In der ersten Phase wird Glukose zu
Pyruvat umgewandelt. In diesem Prozess, der
auch Glykolyse genannt wird, werden zwei ATP-
Moleküle hergestellt. Wenn genügend Sau-
erstoff im Zellkörper vorhanden ist, wird das
Pyruvat in die Mitochondrien übermittelt, wo es
weiter zerteilt wird, in das Acetyl-Coenzym A.
Dann geht es in den Citratzyklus über. Dieser
Vorgang bringt ein weiteres ATP-Molekül. Im
Anschluss ist in der Elektronentransportkette
die Produktion von ATP-Molekülen verbunden
mit der Aufnahme von Molekülen, die aus dem
Citratzyklus stammen. Hier wird Sauerstoff gle-
ichzeitig in CO2 und H2O umgewandelt.

Wenn dieser Prozess voll durchlaufen wurde hat ein 1 Molekül Glukose ungefähr 30-32
ATP-Moleküle generiert. Aber Vorsicht: Das funktioniert nur, wenn genügend Sauerstoff
vorhanden ist. Sollte man bei einem anstrengenden Workout sich außer Atem befinden,
bedeutet das oft, dass zu wenig Sauerstoff vorhanden ist, um den Stoffwechselvorgang zu
beenden. So können unsere Muskeln nur den Nutzen aus der Glykolyse ziehen (erster Teil
des Schaubilds) wo pro Glukose-Molekül nur zwei ATP-Moleküle hergestellt werden kön-
nen.

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Das ist hochgradig ineffizient! Was das Ganze noch schlimmer macht: Die Pyrovate
werden in Milchsäure umgewandelt, was den PH-Wert des Körpers senkt und den Körper
übersäuert.

Was passiert mit unserer Blutkonzentration während der Atemmethode?

Beim Vollständigen Ein- und Ausatmen während der Atemmethode wird eine Menge
Sauerstoff produziert. Zusätzlich verringert sich die CO2-Konzentration schlagartig. Bei
systematisch tiefem Ein- und Ausatmen erhöht sich der PH-Wert des Blutes (das Blut wird
alkalischer). Normalerweise liegt der Durchschnitts-PH-Wert bei 7,4, was sich aber durch
das Ausüben der Atemtechnik erhöhen lässt. Während des E-coli-Experiments haben sich
die Werte so bis auf 7,75 gesteigert, sodass sich im Körper viel länger ATP über die aerobe
Dissimilation gebildet und gleichzeitig die Produktion von Milchsäure verhindert werden
konnte. Allerdings wird sich die Konzentration im Blut relativ schnell wieder normalisieren.

Diagramm 1: Gemessene Sauerstoffaufnahme von Wim Hof vor Beginn der


Atemmethode, nach 45 Minuten und nach 80 Minuten

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MENTALE KONZENTRATION
Es ist allseits bekannt, dass ein starker Geist beim Denken, Handeln und Erreichen von
Zielen von großem Vorteil sein kann. Die WHM lehrt uns, dass ein starker Geist auch die
eigene innere Stärke erkennen lässt. Dabei ist die Meditation ein wichtiger Teil - sich zu
fokussieren ist relevant um das zu erreichen was wir wollen. Würde Wim Hof sich nicht
konzentrieren wäre es ihm genauso kalt wie jedem anderen. Es kommt also auf den
richtigen Fokus an!

DAS AUTONOME NERVENSYSTEM UND DIE MENTALE KONZENTRATION


Normalerweise ist das autonome Nervensystem unabhängig und durch das
Unterbewusstsein im Körper gesteuert. Es ist zuständig für Funktionen wie Atmen, die in-
neren Organe, Verdauung, Herzschlag und dem daraus hervorgehenden Blutfluss. Laut der
aktuellen medizinischen Meinung kann man nichts tun, um auf das autonome
Nervensystem Einfluss zu nehmen.
Nachweislich haben aber mehrere Studien ergeben, dass durch gewisse Meditations- und
Konzentrationsübungen automatische Vorgänge beeinflusst werden können
(Phongsuphap, Pongsupap, Chandanamattha & Lursinsap, 2008; Wu & Lo, 2008; Paul-Lab-
rador et al., 2006).

Bei Fibromyalgie-Patienten bewirkte beispielsweise eine gedanken basierte


Stressreduktion einen Abfall der Aktivität im sympathischen Nervensystem (Lush, Salmon,
Floyd, Studts, Weissbecker & Sephton, 2009). Es wurde auch bewiesen, dass Wim Hof fähig
ist sein autonomes Nervensystem mit Hilfe seiner Atemmethode zu beeinflussen (Pick-
kers et al., 2011). Wissenschaftler der Radboud Universität haben den Einfluss von Wims
Konzentrationsübungen auf die Aktivität seines Nerven- und Immunsystems untersucht.
Während der Testreihe wurden ihm und 112 anderen Versuchspatienten E-Coli-Bakterien
injiziert. Die Tester bekamen dieses Bakterium bereits in einer vorhergehenden Studie
verabreicht. Es zeigte sich, dass der Körper das Gefühl hatte, angegriffen zu werden.
Normalerweise würden sich für etliche Stunden, durch eine Überreaktion des
Immunsystems, Grippesymptome, wie zum Beispiel Kopfweh, Fieber und
Muskelschmerzen, bilden. Bei Wim zeigten sich jedoch nur leichte Kopfschmerzen am
Höhepunkt der Infektion. Die Ergebnisse wiesen bei ihm auch nur einen halb so hohen
Entzündungswert im Vergleich zum Durchschnitt der restlichen Probanden auf.
Versuchsleiter Pickkers erklärte daraufhin, dass Wim Hof durch seine mentale
Konzentration fähig war, eine geordnete Abwehrreaktion herbeizuführen. Dies resultierte in
einer sogenannten „Kampf- oder Fluchtreaktion“, die den Körper mehr vom Stresshormon
Cortisol hat ausstoßen lassen.

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Dadurch wurden vom Immunsystem die meisten Entzündungsproteine unterdrückt, welche
ursächlich sind für die aufkommenden Grippesymptome.
Wenn man mal so darüber nachdenkt: Es ist echt faszinierend, dass es möglich ist durch
eine Technik Einfluss auf das Immunsystem zu nehmen. Die Frage dabei ist: Ist Wim Hof
nur eine Ausnahmeerscheinung? Können seine Erfolge daher rühren, dass er diese
Technik bereits seit Jahren anwendet? Oder können andere ebenfalls ihr Immunsystem
auf diese Weise beeinflussen? Wim Hof ist davon überzeugt, dass dies ein JEDER erreichen
kann. Im Jahr 2013 hat Pickkers zusammen mit Kox (Kox et al., 2014) untersucht, ob
andere Menschen genauso dazu in der Lage sind ihr Immun- und Nervensystem durch
die Wim Hof Methode zu trainieren. Um das ganze abzukürzen, Wim hat 12 holländische
Freiwillige 10 Tage (4 Tage in Polen, 6 Tage allein zu Hause) lang in seiner Atemmethode,
dem Kälte-Training und in der mentalen Konzentration (für mehr Fokus) geschult.

Zurück in Holland haben diese 12 zusammen mit 12 weiteren


(Kontrollgruppe) ebenfalls das E-Coli-Bakterium verabreicht bekommen.

Normalerweise würde der Körper sehr stark darauf reagieren. Bemerkenswert war jedoch,
dass seine Freiwilligen (die, die WHM geübt hatten) weit weniger Anzeichen einer Grippe
(gemeint sind Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Zittern und Muskel oder Rücken-
schmerzen) aufwiesen als die Kontrollgruppe. Noch dazu blieb die Körpertemperatur der
ersten 12 um einiges niedriger und normalisierte sich auch viel schneller.

Noch wichtiger waren die Blutwerte: Wie die Studie zeigt war der Entzündungswert der
Testgruppe um einiges niedriger als die der Kontrollgruppe. Als Folge der WHM hatten die
Freiwilligen viel mehr Stresshormone produziert, welche durch die gesteigerte Aktivität
des sympathischen Nervensystems freigesetzt wurden und somit die natürliche
Abwehrreaktion des Immunsystems unterdrücken konnten. Das ist ziemlich
außergewöhnlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass seit Jahrzehnten die medizinisch
vorherrschende Meinung darin bestand, dass das autonome Nervensystem NICHT
beeinflusst werden kann. Die Blutwerte zeigen somit eindeutig, dass das Beeinflussen des
autonomen Nervensystems und Immunsystems, sehr wohl im Bereich des möglichen liegt.
Und wurde trotzdem bis jetzt noch nie wissenschaftlich bewiesen. Auch bemerkenswert ist,
dass das Immunsystem bereits durch relativ kurze Übungseinheiten zu einer
Verbesserung führt. Tests haben gezeigt, dass sogar “normale” Menschen mehr als fähig
sind ihr Immunsystem zu steigern. Die wissenschaftlichen Ergebnisse haben erwiesen,
dass durch das Üben dieser einfachen aber sehr effektiven Techniken jeder in kurzer Zeit
seine Gesundheit besser steuern kann.

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Die Studie hat also außerdem gezeigt, dass das autonome Nervensystem sehr wohl
beeinflussbar ist. Der Unterschied zwischen dieser und anderen Studien (Lush et al., 2009;
Phongsuphap, Pongsupap, Chandanamattha & Lursinsap, 2008; Wu & Lo, 2008; Paul-Lab-
rador et al. 2006) zum Einfluss von mentaler Konzentration beziehungsweise Meditation
auf das autonome Nervensystem liegt darin, dass der Körper nicht entspannt sondern eine
“Kampf oder Flucht Reaktion” hervorruft.

Diese Übungen sind normalerweise dazu da, das Stress- und Cortisollevel zu reduzieren
(Lush. et al., 2009; Carlson, Speca, Faris & Patel, 2007). Man entspannt und verringert
dadurch die Menge an Stresshormon Cortisol im Körper. Die Wim Hof Technik unterschei-
det sich somit von anderen Meditations- beziehungsweise Konzentrationsübungen.

Ihr Ziel ist es primär nicht, den Körper in ein Stadium der Entspannung, sondern in einen
aktiven Zustand zu bringen. Wim Hof hat einen starken Willen und benutzt seine mentale
Konzentration um gewisse Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel das Beeinflussen des au-
tonomen Nervensystems im oben dargelegten Falle.
Das Ergebnis mehrerer Test zeigt außerdem auf, dass Wim Hof und jene die mit ihm seine
Methode üben, ihre Konzentration an Stresshormonen im Körper aktiv steigern können.
Während dieses Prozesses verringert sich der Entzündungswert und es scheint als könne
dadurch die Kampf oder Flucht Reaktion gesteuert werden. Im Folgenden wird detailliert
auf die letzte Komponente der WHM eingegangen: Das Kältetraining.

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DAS KÄLTE-TRAINING
Eine noch wenig bekannte, aber sehr effektive Technik stellt die Annäherung an die Kälte
dar - das sogenannte Kälte-Training .
Als in der griechischen Antike erstmals Heizsysteme entwickelt und eingesetzt wurden,
schätzte man am “kalten Bad” immernoch dessen positive gesundheitliche Eigenschaften.
In unserer Gesellschaft hingegen ist es zur Gewohnheit geworden, die Heizung
aufzudrehen oder einen warmen Pullover drüber zu ziehen, sobald man friert. Wir haben
uns an diesen Luxus gewöhnt und daran gibt es auch nichts auszusetzen. In der WHM
kommt der Kälte jedoch eine tragende Rolle zu: Durch sie erleichtert sich der Zugang zum
autonomen Nervensystem (und dem zugehörigen Immunsystem). Um Pickkers Studie von
2011 weiter auszuführen: Es zeigte sich, dass unter Kältebedingungen (mit Hilfe von
mentaler Konzentration) im Vergleich zur alleinigen Konzentrationsübung der Entzünd-
ungswert sich nochmal verringert hat. Das Eis lies den Entzündungswert auf nahezu null
sinken! (siehe nachfolgendes Schaubild). Der Grund dafür ist der angestiegene Wert des
Stresshormons Cortisol welcher im Blut gefunden werden konnte.

Überraschenderweise haben die Ergebnisse auch hervorgebracht, dass


weiße Blutkörperchen sogar nach 6 Tagen immernoch eine verringerte
Produktion von Zytokinen aufweisen.

Diagramm 2: Die Effekte von LPS (bakterielle Membranbestandteile) unter


Kältebedingungen und der Zytokin-Produktion in weißen Blutkörperchen

Das obige Diagramm zeigt, dass nach einer Injektion von LPS (Bakterienbestandteile)
die Produktion von Zytokinen (beeinflussen den Entzündungswert) in weißen Blutzellen,
welche unter den eisigen Bedingungen entnommen wurden, um einiges niedriger war. Das
Entzündungsprotein TNF-α (Tumornekrosefaktor-Alpha) spielt eine wichtige Rolle im En-

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tzündungsprozess und dem Akute-Phase-Protein. Tatsächlich ist es ein
entscheidender Faktor in der Entwicklung von entzündungsbasierenden Krankheiten
wie beispielsweise Arthritis und Morbus Crohn. Erhöhte Entzündungswerte können eine
Nekrose des Gewebes hervorrufen. Überdies hinaus verursacht das Protein alle möglichen
physischen Beschwerden, so wie Müdigkeit und Blutarmut. IL-6 (Interleukin-6) ist ein
Protein das Grippesymptome, insbesondere unter Patienten mit Autoimmunkrankheiten,
auslöst. IL-10 (Interleukin-10) dagegen ist ein Anti-Entzündungsprotein, welches den
Folgen von TNF-α und IL-6 entgegenwirkt.

Mutmaßlich ist die geringe Produktion dieses Proteins der Tatsache geschuldet, dass die
TNF-α- und IL-6-Herstellung ebenfalls niedrig ist.

Wie gelingt es Wim aber sich auf lange Sicht gesehen den extremen Auswirkungen der
Kälte zu entziehen? Normalerweise würden sich in solchen Fällen Frostschäden bilden.
Der Körper beschränkt die Blutzufuhr automatisch auf die wichtigsten Körperregionen und
lässt somit die Extremitäten (Arme und Beine) außen vor.

Die Haut beginnt zu kribbeln, von einem brennenden Gefühl bis hin zu jeglichem
Gefühlsverlust ist alles möglich. Im schlimmsten Fall kann es zum Absterben von Gewebe
kommen. Sobald die Körpertemperatur unter 35°C fällt, setzt Unterkühlung ein.

In diesem Zustand ist die Temperatur so niedrig, dass der normale Stoffwechsel in Gefahr
ist. Der Herzschlag, Blutdruck und die Atmungsintensität gehen zurück und man fühlt sich
schwach und schwindelig. Im schlimmsten Falle verliert man sein Bewusstsein. Nach be-
reits einer Stunde kann der Tod einsetzen. In Eiswasser unterkühlt der Körper schon nach
3 Minuten (Stephen, 2009).

Tatsächlich schafft es Wim Hof aber, seinen Körper so zu kontrollieren, dass er selbst nach
80 Minuten nicht unterkühlt. Durch seine Methode kann er sich somit mehr als 2 Stunden
im Eis aufhalten. Die Studien (Hopman et al., 2010; Pickkers et al., 2011) zeigen, dass Wim
in den 80 Minuten im Eis seine Körpertemperatur auf konstanten 37°C halten konnte. Des
weiteren blieb sein Herzschlag und Blutdruck ebenfalls normal.

Wie ist das physisch überhaupt möglich? Aus der Studie von Hopman et al. (2010) ging
hervor, dass sich Hofs Stoffwechsel in der Kälte um sage und schreibe 300 Prozent erhöht
hatte. Die gewonnene Energie wurde in Wärme freigesetzt.

Nach Hopman ist Hof fähig sein Heizsystem zu verdreifachen und er zittert nicht wie es der
Körper normalerweise machen würde um sich zu erwärmen. Wir verstehen nicht, wie das
überhaupt möglich ist.

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Diese Ergebnisse befinden sich im krassen Widerspruch mit der allgemeinen
medizinischen Theorie, dass das autonome Nervensystem und ebenso die Temperatur,
automatisch vom Körper reguliert wird. Nach Hopman scheint Wim Hof in der Lage zu sein,
nicht nur sein autonomes Nervensystem, sondern auch sein kardiovaskuläres und
Temperaturregelsystem beeinflussen zu können.

Wims vorherige Behauptungen, sein autonomes Nervensystem steuern zu können, haben


durch diese Studien eine wissenschaftliche Basis bekommen.
Eine andere Studie, ausgeführt vom Thromboseforschungsinstitut (ME, CVS, Dokumen-
tationszentrum, 1994) zeigte, dass Menschen, die sich täglich eine kalte Dusche gönnen,
wesentlich mehr weiße Blutkörperchen im Vergleich zu Warmduschern aufweisen. Diese
weißen Blutkörperchen sind dafür zuständig, Krankheiten zu bekämpfen.
Die Wissenschaftler erklärten, dass die kalte Dusche den Stoffwechsel ankurbelt und den
Körper warm hält. Gleichzeitig wird das Immunsystem aktiviert, wodurch noch mehr weiße
Blutkörperchen freigesetzt werden. Diese Studie lässt rückschließen, dass der
Kälteeinfluss das Immunsystem des Körpers stärkt.

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BRAUNES FETT UND KÖRPERTEMPERATUR
Eine andere Studie, ausgeführt von der Maastricht Universität (van Marken- Lichtenbeld
et al., 2011) indiziert eine gesteigerte Hitzeproduktion Wims. Bei einer Raumtemperatur
von 11°C hat sein Körper 35% mehr Hitze von sich gegeben. Während des Experiments
erhöhte sich dieser Wert sogar auf 50%. Im Vergleich dazu haben junge Erwachsene bei
gleichen Temperaturen, es gerade einmal geschafft, 20% mehr Wärme zu generieren.
Ursächlich für dieses Ergebnis war nach Marken- Lichtenbeld et al. (2011) nicht nur Wims
Fähigkeit die Körpertemperatur zu beeinflussen, sondern auch die erhöhte Präsenz von
braunem Fett in seinem Körper.

Braunes Fett (im Gegensatz zu weißem Fett, welches Energie speichert) gehört zu den
Fettgeweben, die Energie direkt abgeben können, was in Form von Wärme geschieht.
Neugeborene Babys haben eine relativ große Menge an braunem Fett, damit sie in kürz-
ester Zeit den Verlust der Körperwärme kompensieren können. Nach neun Monaten hat
sich der Anteil an braunem Fettgewebe drastisch reduziert und wird dies auch in den
nächsten Jahren so fortführen. Erwachsene haben noramlerweise keines oder kaum
braunes Fett. Neuen Studien zufolge ist es nur sporadisch präsent und aktiv.

Durch eine neue Methode (PET-CT Scan) (Nedergaart, Bengtsson & Cannon, 2007) lässt
sich braunes Fett messen und wurde in den neuesten Studien bei Erwachsenen jedes
Alters nachweisen. Es scheint, dass braunes Fettgewebe auch durch Kälte aktiviert werden
kann (Van Marken-Lichtenbelt et al., 2009) bei einer Temperatur von 18°C. Während dieses
Vorgangs werden Fettsäuren vom Körper gelöst um diesen mit Wärme zu versorgen
(Carpentier, 2011).

In einer anderen Studie wurde deutlich, dass umso mehr braunes Fettgewebe aktiviert
wird, je niedriger die Temperatur ist (Ouellet et al., 2011). Hier wurde auch ein möglicher
Abfall des braunen Fettgewebes über die Jahre untersucht. Die Studie von Marken
Lichtenbelt et al. (2009) wies außerdem wenig bis gar kein braunes Fett bei
übergewichtigen Menschen auf (in der WHM wird hier näher darauf eingegangen).
Seine darauf folgende Studie (2011) bezog sich auf Wims braunes Fettlevel bei normaler
Zimmertemperatur und 11°C in jeweils nur Badebekleidung. Hier wurde das braune Fett
auch bei Zimmertemperatur deutlich.

Es wurde auch sichtbar, dass Wim genauso viel braunes Fett besitzt wie ein junger
Erwachsener, welcher der Kälte ausgesetzt wurde. Die Ergebnisse weisen einen
Zusammenhang zwischen dem braunen Fettgewebe und körperlicher Wärmeproduktion
auf. Zusätzlich hat sich ergeben, dass braunes Fett durch Kälte-Training wiedergewonnen
werden kann, unabhängig vom jeweiligen Alter.

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Abbild 2: Braunes Fettgewebe eines jungen Mannes sichtbar gemacht durch einen
PET-CT Scan

Zimmertemperatur Unter Kälte

KÄLTESCHOCK
Sobald die Körpertemperatur eines menschlichen Körpers unter 32,2°C fällt, hört der
Körper das Zittern auf. Zittern ist der körpereigene Abwehrmechanismus um Wärme zu
generieren. Wenn keine Wärme von außen kommt, verfällt die Körpertemperatur in eine
Abwärtsspirale, was mit dem Tod durch Unterkühlung endet. Der medizinischen
Auffassung nach ist es lebensnotwendig in dieser Zeitspanne extern Wärme zuzuführen.
2008 wurde Wim Hofs Körpertemperatur in der Unterkühlungsanstalt der Universität von
Minnesota untersucht: Genauso wie Pickkers und Hopman haben sie bemerkt, dass Wim
unter längerem Einfluss von Kälte nicht zum Zittern anfängt. Auch ist seine
Körpertemperatur während des Tests unter 32,2°C gefallen. Eigentlich hätte sie somit
nicht ohne externe Wärmezufuhr wieder angehoben werden können. Tatsächlich ist sie
aber von selbst erneut auf 36,4°C angestiegen. Die Ergebnisse zeigen, dass die
allgemeinmedizinische Theorie hierzu nicht immer zutreffend ist. Der wissenschaftliche
Leiter Dr. Kamler sagte dazu: „Dies ist ein Mysterium, welches wir noch nicht annähernd
lösen haben können. Es sagt uns, dass in unserem Hirn gewaltiges ungenutztes Potential
steckt. Wenn wir Wim und ähnliche Leute weiter beforschen könnten, wären wir vielleicht
dazu in der Lage, diese Fähigkeiten für den Rest der Menschheit offenzulegen.“

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DIE KRAFT DER KOMBINATION AUS ATEMMETHODE,
MENTALE KONZENTRATION UND KÄLTE-TRAINING
Die drei Grundelemente der WHM werden im folgenden separat erklärt. Diese außerorden-
tliche Performance wurde durch die Interaktion der drei Elemente erst möglich:

Ein starker Geist ist zum Erreichen des benötigten Fokus und Konzentration notwendig,
damit die Techniken auch unter extremen Bedingungen korrekt ausgeführt werden. Die
Atemmethode aktiviert verschiedene physiologische Prozesse, kräftigt den Körper und gibt
ihm Energie. Außerdem lässt das Atmen die Konzentration an Sauerstoff und Kohlenstoff-
dioxid sich verändern; die CO2-Konzentration sinkt deutlich. Eine optimale Balance hier
zu finden, erhöht die Körperfunktionen. Gleichzeitig kann das Immunsystem aktiviert oder
heruntergefahren werden. Ultimativ können durch einen Kälteeinfluss (Eis) die physiolo-
gischen Effekte sogar noch verstärkt werden.

Einfach gesagt, schafft es die Atemmethode, dass man Zugang zu seinen autonomen Ner-
vensystem erhält und der Kälte widersteht. Bevor Wim Hof sich dem Eis aussetzt, bereitet
er sich mit Hilfe von Atemübungen vor. Er braucht einen eisernen Willen, um seine Ziele zu
erreichen. Mentale Konzentration und Ausdauer formen dabei einen starken Geist. Durch
die Kälte werden die physiologischen Effekte gesteigert. Sollte sich eine untrainierte Per-
son der WHM verschreiben, sind alle drei dieser Komponenten wichtig.

WISSENSCHAFT
Im Jahr 2007 wurde Wim Hof am renommierten Feinstein Institut untersucht und die
Ergebnisse zeigen, dass er sein autonomes Nervensystem beeinflussen kann; Wim scheint
insbesondere dazu in der Lage zu sein die Entzündungskörper, welche mit chronischen Er-
krankungen in Verbindung gebracht werden, in seinem Blut unterdrücken zu können (Kam-
ler, 2009). Seit diesem Moment will Wim Hof diese Fähigkeit, die sich durch seine Methode
ergibt, mit dem Rest der Welt teilen.

Wim heißt jede weitere Kooperation mit Wissenschaftlern unter dem Motto „messen ist
wissen“ willkommen. Er hofft indes wissenschaftliche Beweise zu finden und die Reich-
weite seiner Methode zu steigern.
2010 wurden die Experimente und Studien durch neue Nachforschungen der physiolo-
gischen Abteilung der Radboud Universität erweitert. Unter der Führung von Professor
Hopman stieg Wim Hof in ein 80-Minütiges Eisbad während zahlreiche Messinstrumente
angeschlossen waren (siehe Anhang). Aufgrund der bemerkenswerten Ergebnisse wurde
alsbald eine Nachfolgestudie anberaumt, welche 2011 als Endotoxinversuch umgesetzt
wurde.

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Das Ziel dieser Studie war, zu sehen ob Wims mentale Konzentration sein Immunsystem
beeinflussen können. Das Immunsystem ist Teil des autononem Nervensystems und nach
vorherrschender medizinischer Meinung ist eine bewusste Einflussnahme nicht im Bereich
des Möglichen. Somit sollte Wim auch nicht fähig sein, sein Immunsystem zu beeinflussen.
Zusammen mit 112 anderen Probanden (M=22,4) wurden Wim Endotoxine - ein toter Teil
der Zellwand von E-Coli-Bakterien - verabreicht.

Wim Hofs Daten, die auch Informationen zum Entzündungswert, Körpertemperatur und
Krankheitsanzeichen beinhalten, wurden mit den Ergebnissen der restlichen Versuchsteil-
nehmern verglichen.

Es wurden drei Experimente, auf verschiedene Tage verteilt, durchgeführt. Im ersten Test
hat Wim seinen ganzen Körper (außer seinem Kopf) für den Zeitraum von 80 Minuten dem
Eis ausgesetzt. Sobald er 30 Minuten vor Beginn des Eisbades und der Bakterieninjektion
erste Konzentrationsübungen unternommen hatte, wurden die ersten Blutmessungen
vollzogen. Wim Hof stieg daraufhin ins Eis und hat auch während des gesamten Aufen-
thalts seine mentale Konzentration aufrecht erhalten können. Nach Beendigung des Kälte-
schocks wurden seine Blutwerte erneut überprüft und dafür den Entzündungs- und Corti-
solwert gemessen.

Im zweiten Experiment, welches an einem anderen Tag durchgeführt wurde, hat Wim Hof
genauso seine Konzentrationsübung vollzogen, diesmal allerdings ohne Eis und
E-Coli-Bakterien. Seine Blutwerte wurden wieder vor Beginn, nach 1,5 und 3 Stunden ge-
messen. Im Gegensatz zum letzten Experiment, als ihm das Bakterium verabreicht wurde,
ist er diesmal nicht dem Eis ausgesetzt worden, ansonsten hatte der Versuch das gleiche
Setup. Außerdem hatte er mindestens sechs Wochen vor Beginn keinen Kontakt zur Kälte.
Während des Tests wurden neben dem Cortisol- und Cytokinwert auch der Blutdruck, Puls,
Atmung, EEG und die sympathische Muskelaktivität erhoben.

Um es nochmal zu wiederholen, Wim hat 30 Minuten vor bis 2,5 Stunden nach der Injektion
des E-Coli-Bakteriums seine Konzentrationsübung durchgeführt, die restlichen Probanden
dagegen nicht.

Die Ergebnisse des ersten Experiments, indem Wim Hof sowohl Eis und
E-Coli-Bakterien ausgesetzt war, wiesen vor Start bereits einen relativ hohen
Cortisol-Wert im Blut auf. Dieser stieg während des Eiseinflusses sogar noch an.
Der Entzündungswert war deutlich niedriger im Vergleich zu vor dem Experiment.
Es war bemerkenswert, dass nach einer Zeit von sechs Tagen Wims Zellen trotzdem an-
ders als zuvor darauf reagierten; sie haben immer noch weniger Entzündungsproteine
hergestellt.

Um zu prüfen, ob es allein an der mentalen Konzentration lag, dass der Cortisol-Wert


anstieg, zum Beispiel ohne Verabreichung von E-Coli-Bakterien, wurde ein zweites Experi-
ment veranlasst um Klarheit zu schaffen.

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Der Vergleich zeigt kaum eine Veränderung bezüglich des Cortisol-Werts.
Zum Schluss wurden die Auswirkungen der mentalen Konzentration auf den Entzünd-
ungswert vor, während und nach der Verabreichung der E-Coli-Bakterien analysiert.
Wims Meditationsübung dauerte insgesamt 3 Stunden, beginnend 30 Minuten vor der
Injektion. Das Blut wies eine verringerte CO2-Konzentration aufgrund der Atemmethode
auf. Während der zweiten Messung war dieser Wert sogar noch niedriger. Die Ergebnisse
zeigten auch, dass Wim Hof keinerlei Krankheitssymptome durch das E-Coli-Bakterium
aufwies. Er bemerkte lediglich leichte Kopfschmerzen nach 1,5 Stunden und auch nur für
die Dauer von 10 Minuten. Das ist der Zeitraum in dem die Beschwerden normalerweise
am schlimmsten sind. Vor der Injektion waren Wims Cortisolwerte (und das der 15 weit-
eren Teilnehmer seiner Subgruppe aus den 112 Probanden) auf dem gleichen Niveau wie
das der Übrigen. Nach Verabreichung stieg sein Cortisolwert im Vergleich jedoch sig-
nifikant an, während der Entzündungswert besonders niedrig blieb.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Wims mentale Konzentration den Cortisol-
wert steigen und dadurch den Entzündungswert im Blut niedrig bleiben ließ. Die Effekte
wurden sogar noch deutlicher unter Kälteeinfluss (Eis). Noch dazu konnten die Effekte nur
vor und während des E-Coli-Einsatzes beobachtet werden - nur die mentale Konzentration
allein ließ die Werte nicht steigen/senken. Vor der E-Coli-Injektion und Kälteeinfluss war
allerdings eine höhere Cortisolkonzentration nachweisbar.

Dies lässt darauf schließen, dass die physiologische Reaktion nur


dann auftrat, wenn die Umstände es benötigten.
Es zeigte sich also, dass Wim Hof dazu in der Lage ist, sein Immun- und Nervensystem zu
beeinflussen und wirft die Frage auf, ob das von anderen ebenfalls gelernt werden kann.
Diese Fähigkeit hätte weitreichende Konsequenzen für die Gesundheitsindustrie!
Da die Gesundheit von gewissenhafter Bedeutung ist und man nicht falsche Hoffnung
versprüht, wurde entschieden, die Zusammenarbeit mit der Radboud Universität zu inten-
sivieren. Unter der Leitung von Kox und Pickkers (2013) wurden Nachforschungen darüber
angestellt, ob durch das Ausüben der WHM ein jeder sein autonomes Nervensystem zu
beeinflussen im Stande sei. 30 Personen sind zufällig in Experimentelle und Kontroll-
gruppe unterteilt worden. Die experimentelle Untergruppe (n=18) erhielt ein viertägiges
Training von Wim Hof in Polen und fuhren auch die nächsten 6 Tage in der Heimat noch mit
dem Ausüben der Techniken fort. Das Training bestand aus 1) totaler Entspannungsmedi-
tation und 2) zeitweisem Kälteeinfluss. Die Probanden marschierten barfuß im Schnee und
erklommen einen Berg (1590 m) in nur kurzen Hosen.

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Währenddessen waren sie einer Temperatur von - 5 bis - 27°C ausgesetzt und natürlich
Wims kontrollierten Atemtechniken. Danach haben sie ihre Übungen auch noch 6 Tage
in der Heimat bis zum Beginn des Endotoxin-Experiments aufrechterhalten. Für das
Kälte-Training musste beispielsweise jeden Tag kalt geduscht werden.

Leitung und praktizierte die gelernten Atem- und Konzentrationstechniken.


Die Kontrollgruppe erhielt kein Training.

Es zeigte sich wieder, dass die, die am Training teilnahmen, weit weniger Anzeichen einer
Grippe aufwiesen als die Kontrollgruppe. Die Bluttests bestätigten dies: Bei der
experimentellen Gruppen war der Entzündungswert (TNF alpha, IL-6 und IL-8) bedeutend
niedriger. Ähnlich zu Wim haben sie auch weniger Entzündungsproteine (Cytokine IL-10)
hergestellt. Die Wissenschaftler bestätigten somit, dass eine klar gewollte Aktivation des
autonomen Nervensystems einen Adrenalinausstoß anregte und somit das Immunsystem
unterdrückt wurde.

* die Webseite www.icemanwimhof.com liefert einen Überblick über vorherige Studien,


Ergebnisse, Artikel, etc.

DER EINSATZ DER WIM HOF METHODE


Wir kooperieren mit Wissenschaftlern, weil wir es wichtig finden, dass die Effektivität der
Methode wissenschaftlich bewiesen wird. Deren Kraft haben verschiedene Personen
bereits erfahren. Unter ihnen sind Sportler, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigun-
gen, aber auch gesunde. Sie alle haben die Methode angewandt, um mit einer physischen
Behinderung besser umgehen zu können oder ihre Leistung zu steigern.
Das Ziel ist es, abseits jedweder Spekulation, sagen zu können, dass die WHM einen
positiven (physischen) Effekt auf verschiedenen Ebenen erzielen kann. Wir glauben daran,
in naher Zukunft beweisen zu können, dass jeder sein autonomes Nerven- und Immunsys-
tem beeinflussen kann und dass dies erst der Beginn einer neuen (oder möglicherweise
sehr alten ) Herangehensweise an die menschliche Gesundheit ist. Bis dahin können wir
Nutzen aus den Resultaten der wissenschaftlichen Studien ziehen, die andeuten, welche
Möglichkeiten wir erwarten dürfen

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GESUNDHEIT
Verschiedenen Tests zufolge verschafft die WHM viele gesundheitliche Vorteile. Das En-
dotoxin-Experiment und seine Publikation im PNAS zeigte, dass die Probanden und Wim
mehr Stresshormone (Adrenalin und Cortisol) zu produzieren im Stande waren.

Stresshormone unterdrücken die Entzündungsproteine im Blutkreislauf. Menschen, die an


einem überreagierenden Immunsystem leiden, würden sehr stark davon profitieren.
Außerdem bewies die Studie bezüglich braunem Fettgewebe, dass Wim Hof trotz seines
Alters immernoch ein solches hat. Durch das Ausüben der WHM kann somit braunes Fett-
gewebe im Körper gespeichert werden. Im Folgenden wird auch noch auf die Einflüsse der
Methode bei Behandlung von physischen Beeinträchtigungen näher eingegangen.

AUTOIMMUNERKRANKUNG
Menschen die an einer Autoimmunerkrankung leiden, haben ein zu aktives Immunsystem.

Ihr Immunsystem behandelt die körpereigenen Zellen als Eindringlinge und attackiert sie
mit Antikörper.

Rheumapatienten haben ebenfalls ein überreagierendes Immunsystem, was sich in


Unregelmäßigkeiten bei der Körperabwehr zeigt. Unter normalen Umständen produziert
der Körper Abwehrzellen, um sich vor Viren und Bakterien zu schützen. Alles was zum
Körper gehört wird von diesen Zellen aufgespürt und angegriffen. Wenn ein Mensch unter
Rheuma leidet, stellen die Abwehrzellen Proteine her, die beispielsweise die Gelenke und
Sehnen entzünden (Reumafonds, 2012). Der Körper greift somit sich selbst an. Da durch
die WHM es zu einer zeitweisen Anhäufung von Stresshormonen im Blut kommt, könnte
dem entgegengewirkt werden.

Mit der Methode wird die Anzahl der Entzündungsproteine gesenkt, was zu einem
geringeren Risiko entzündeter Gelenke führen würde. Rheumapatienten sollten somit also
von der WHM profitieren. Um das zu zeigen wären weitere Nachforschungen nötig.

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HERZ- UND GEFÄßERKRANKUNGEN
Der Kälteschock hat einen großen Einfluss auf das Herz- und Gefäßsystem. Die WHM kann
genutzt werden, um dieses zu stärken, sodass das Herz weit weniger oft pumpen muss,
weil alle Muskelzellen in den Gefäßen den Vorgang unterstützen.

Während des Kälteeinflusses werden diese kleinen Muskeln trainiert, damit das Blut
flüssiger durch die Venen läuft.

ÜBERGEWICHT UND FETTLEIBIGKEIT


Die Studie zeigt den positiven Einfluss der Kälte auf die Entwicklung von braunem
Fettgewebe. Diese Art von Fett lässt eine direkte Umwandlung von gespeicherter Energie
(Glukose und Körperfett) in Körperwärme möglich werden. Realisiert wird das durch die
große Anzahl an Mitochondrien in braunen Fettzellen, die zur Energiebereitstellung zur
Verfügung stehen.

Im Gegensatz zu Mitochondrien in weißen Fettzellen beinhalten die der Braunen das


Entkopplungsprotein UPC1 (Wärmebildung). Wo notwendig, verursacht dieses Protein eine
Kettenreaktion, in der Mitochondrien, Energie aus Glukose und Fett direkt in Hitze
umwandeln (Kirsi et al., 2009). Zum Vergleich: Weiße Fettzellen haben weit weniger
Mitochondrien und auch nicht das Protein UPC1. Das heißt, dass keine Kettenreaktion ent-
stehen kann, die Glukose und Fett in Wärme umwandelt.

Neugeborene Babys haben einen relativ hohen Anteil an braunem Fett, sodass wenn
notwendig, kurzfristigen Wärmeverlusten sofort entgegengewirkt werden kann. Nach neun
Monaten hat sich dieser Wert drastisch reduziert und wird auch die Jahre danach noch
sinken. Erwachsene haben wenig bis gar kein braunes Fettgewebe mehr. Aus der Studie
von Marken Lichtenbelt et al. (2009) ging hervor, dass sie aber noch einen geringen Anteil
an braunem Fett haben und dass dieses durch den Einsatz von Kälte auch aktiviert werden
kann.

Es ist interessant zu wissen, dass ein negativer Zusammenhang zwischen der Menge an
Körperfett und aktiviertem braunen Fett gefunden wurde. Ein Mensch mit höherem BMI
und mehr Körperfett hatte weniger braunes Fettgewebe. Übergewichtige hatten
weniger bis gar kein braunes Fett (Ouellet et al., 2011; van Lichtenbelt et al., 2009). Das
zeigt, dass braunes Fett bei Übergewicht eine Rolle spielt. Gerade diese Gruppe könnte von
Kälte-Training profitieren, um mehr braunes Fettgewebe anzuregen und so Hitze zu
produzieren. Damit würde das Körpergewicht rasch gesenkt werden.

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Braunes Fettgewebe wird ab einer Temperatur von 18°C aktiv. Fettsäuren werden vom
Körper gelöst, um dem Körper Wärme zu spenden (Carpentier, 2011). Es scheint auch
mehr braunes Fett aktiviert werden zu können, umso kälter es ist (Ouellet et al., 2011).

Die Studie zeigt auch, dass sich der Stoffwechsel bei einer Wassertemperatur von 20°C
verdoppelt. Bei 14°C vervierfacht er sich sogar (Sramek et al., 2000). Kleine Veränderungen
können somit einen großen Einfluss auf das Übergewicht haben. Dadurch kann viel Gewicht
verloren werden!

Abschließend kann auch ein negativer Zusammenhang zwischen braunem Fett und dem
Alter nachgewiesen werden. Je älter wir werden, umso weniger braunes Fett besitzen wir
und können auch weniger davon aktivieren (Ouellet et al., 2011). Nichtsdestotrotz hat Wim
Hof gezeigt, dass sein Körper unter Kältebedingungen die gleiche Menge an braunem
Fettgewebe wie ein junger Erwachsener zu haben scheint. Braunes Fett lässt sich wohl
über die Jahre durch Kälte-Training konservieren.

ALLGEMEINES WOHLBEFINDEN UND ENERGIEHAUSHALT


Die WHM ist auch sehr nützlich um mehr Energie zu gewinnen. Durch die Atemmethode
können Abfallstoffe leichter freigesetzt werden. Dadurch wird der Körper gereinigt. Die
freigesetzte Energie kommt nicht nur dem Körper zugute sondern dem gesamten
Energiehaushalt. Durch die Methode wird viel Adrenalin produziert, welches sofort Energie
liefert. Desweiteren stärkt das Kälte-Training, zum Beispiel in Form von kalten Duschen,
die Blutgefäße. Dies stimuliert den Blutkreislauf und erhöht den Stoffwechsel, wodurch
auch die Energiegewinnung erhöht wird.

SPORT
Wim hat verschiedene (Top-) Athleten trainiert und es scheint, dass durch die WHM deren
Ausdauer und allgemeine Konstitution gesteigert werden konnte. Davon profitierte die
physische Performance von Laird Hamilton, Allistair Overeem, Maarten Hermans, Janneke
Vermeulen und vielen anderen Topathleten.

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