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IMC OnAir ...

Broadcasting show No. 57


– 16th March 2010 (Tuesday - 21:00-21:58 p.m.)
radio station: TideRadio 96.0 (www.tidenet.de)

Raga CDs des Monats:

„Music and Language“ (part 1 of 2)


- Moderationstext / DOKU v. 15.03.2010 -

! seit 1.8.2007 gibt’s IMC OnAir als echtes Internetradio !


LiveStream  http://radiostream.india-meets-classic.net

© 03/2010 – Verbundkonzept EUFLETZ (Stiftung i.G.) – Teilprojekt IMC – India meets Classic (Lothar J.R. Maier)
Hintergrund ...
IMC OnAir gliedert sich als Radiosendung (Kabel/Antenne + Internetstream/PodCast)
historisch u. hierarchisch in folgenden Aufbau. Die Struktur soll als konzeptionelle
Markenarchitektur für alle sozialen Projekte von IMC verstanden werden.
Projektbüro „Sinn-Macher.net“ – personalisierte Marke des
Ideengebers und Initiators Lothar J.R. Maier mit
Erstkonzeptionierung in 04/2003.
Die Inhalte dieser auf „Sinn“ fokussierten Website (www.sinn-
macher.net) befasst sich mit nahezu allen Aspekten rund um die
Begrifflichkeit “Sinn” – Und reflektiert das lebensphilosophische
Verständnis, aus dem alle Teilprojekte wie IMC
(www.india-meets-classic.net) entwickelt werden.
Die Teilprojekte von IMC sind Bestandteile des
Gesamtkonzeptes der EUFLEHTZ Stiftung i.G. (Europäisches
Forschungs-, Lehr-/Lern- u. Therapiezentrum für Life-Sciences)
– www.eufletz-stiftung.de .
IMC wurde gegründet zur Realisierung von
musiktherapeutischen Angeboten auf der Basis indisch
klassischer Musik, als Ergänzung zu dem segeltherapeutischen
Konzept „3iE“.
Unter IMC – India meets Classic subsumieren sich alle IMC-
Teilsegmente. Das Logo darf als Dachmarke aller Teilleistungen
und Sub-Brands verstanden werden.
„IMC OnAir“ steht für die Broadcasting-Plattform von IMC via
Radio (www.imcradio.net) und konvergenter Medien, wie das
PodCasting (RSS Feeds – Push-&Pull-Technologie) oder
PhoneCasting.

IMC-Förderinitiative „TablaPerformance – TablaGroup


Hamburg“, das erste der Öffentlichkeit vorgestellte Teilprojekt ...
unter der Themenüberschrift „Heimat – Individuum &
Gesellschaft“ wurde als Weltpremiere beim Festival der Kulturen
2005 das Textrezitativ (Deutschfassung) des englischen
Originalwerkes „Creative Unity“ (1922) von Rabindranath Tagore
interpretiert, Indien’s grösster Philosoph und erster
Nobelpreisträger für Literatur.
Culturebridge „Water is Life – Living with Water“ wurde im
Rahmen des Förderwettbewerbes der FHH in 4/2005 als
Konzept vorgestellt. Es legt den Focus auf Live-Performances
(„night of ragas“) u. Nachwuchsförderung (Schüleraustausch-
programm) mit dem Ziel des interkultureller Dialoges, für einen
KnowHow-Transfer von Indien nach Deutschland.
IMC – India meets Classic verfügt in seinem Gesamtansatz über
ein Konzept für musikpädagogische Arbeit an Schulen als
kleinere Teilleistung (6-wöchiger Workshop).
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Raga CDs des Monats:

Music and Language (part 1 of 2)


Erstausstrahlung: 16.03.2010 (21:00-21:58 Uhr)
Wiederholungstermin: ---

s.a. Music and Language (part 2 of 2)


Erstausstrahlung: 20.04.2010 (21:00-21:58 Uhr)
Wiederholungstermin: ---

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IMC OnAir/Raga CDs des Monats: Musik und Sprache (Teil 1/2)... - 16.03.10 (21:00-21:58 /Sendeplatz: www.tidenet.de)

[0.] Jingle (Intro)

IMC - India meets Classic ... eine Sendung für indisch klassische Musik.

IMC bietet Ihnen ein monatliches Hör- und Leseangebot mit Werken indischer
Musikmeister, Raga-CDs, Festivalreports und Special Features.

Über die Website Ihres Radiosenders oder mit einem Besuch bei IMC im Internet
finden Sie in deutscher und englischer Sprache weitere Infos zu den
Musikmeistern, zu indischen Instrumenten, dem Musiksystem Indiens und
vorgestellten CD-Titeln.

IMC - India meets Classic wird auch im Podcasting-Verfahren, im MPEG-Format


als Download angeboten. Stellen Sie sich Ihr ganz individuelles Radioprogramm
zur indisch klassischen Musik zusammen unter:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)

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1.1 Begrüssung...

Sehr verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,


liebe Freunde der indisch-klassischen Musik!
Am Mikrophon begrüsst Sie Lothar J.R. Maier, mit einer neuen Sendung zur
indischen Musikkultur. IMC – India meets Classic präsentiert Ihnen heute „Musik
& Sprache - Teil 1“.
Wie in all unseren Sendungen „Raga CDs des Monats“ hören Sie Beispiele
original indisch-klassischer Musik. – Beachten Sie auch die Hinweise zu
unserem Hörertelefon und Internetangebot im weiteren Verlauf der Sendung.
_____________________

1.2 Thematische Schwerpunkte... Teil 1 u. 2


Musikethnologen, Anthropologen, Philosophen, Forscher der Sprach- und
Neurowissenschaften des Westens im Besonderen und auch
Computerexperten als Vertreter der künstlichen Intelligenz helfen, unser
kulturhistorisches Selbstverständnis über Musik klar zu umreißen. Dieses
Selbstverständnis ermöglicht uns gleichermaßen den Hörzugang zur
indischen Klassik.
Angesichts der Vielzahl der beteiligten Wissenschaften zum Thema „Musik &
Sprache“ stellt die 2-teilige Sendung eine erste Einführung dar. In Teil 1 wollen
wir uns mit der Struktur von Musik und Sprache beschäftigen.
In Teil 2 zum darauffolgenden Sendetermin werden wir die
sozialpsychologische Bedeutung von Musik näher beleuchten, für das
Individuum und seine Interaktionsprozesse aus dem Wesen der Musik als
Kommunikation.

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1.3 1. Hörbsp. ... Rhythmussprache – Tabla Solo (Zakir Hussain +


Mohammad Omar)
Zur Einstimmung auf das Thema präsentiert die Tablalegende Zakir Hussain
die indische Rhythmussprache, die Bols. Zakir Hussain spielt ein Tabla-Solo in
einem 10er-Beat. Es ist eine Aufnahme von einem Live-Auftritt in Seattle
(USA) aus dem Jahre 1974 mit dem afghanischen Rhabab-Spieler
Mohammad Omar. Die CD: „Ustad Mohammad Omar: Virtuoso from
Afghanistan“ wurde in 2002 bei Smithsonian Folkways Records veröfffentlicht.
...

2.1 Einführung... Wirkung von Musik – Status Quo (Therapiefunktion)...


Die Musik selbst basiert auf rhythmische Grundlagen. Wir Menschen drücken
Musik durch Bewegung aus, und durch bewusste Wahrnehmungen und
Handlungskontrollen. Im indischen Tanz wird die Musik um
Darstellungsformen, um eine Symbolsprache ergänzt, die Mudra-s.
Musik schlägt sich sichtbar in unserem Leben nieder. Sie ist in
Gehirnaktivitäten messbar. Sie kann man heute mit modernen, bildgebenden
Verfahren plastisch sichtbar machen, wie mit der (funktionellen)
Magnetresonanz-Tomographie (MRT) oder Magnetenzephalographie (MET).
Musik scheint sich in uns weit weniger diffus abzubilden als bisher
angenommen. Dem audiomentalen System kommt eine weit aus größere
Bedeutung zu als man bis vor Kurzem angenommen hatte. Unsere
Wahrnehmung von Tönen wird definiert durch sehr genau umrissene
Möglichkeiten und Grenzen.
Man weiss seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, dass der Mensch
die Fähigkeit besitzen, Musik emotional zu verstehen oder zu memorisieren -
ohne über Sprachfähigkeiten zu besitzen. Beispiele sind berühmte
Komponisten, die von einem Schlaganfall betroffen waren, wie Maurice Ravel
aus Frankreich oder der Russe Vissarion Shebalin.
Der WDR (westdeutscher Rundfunk) präsentierte Am 30. September 2008
eine eindrucksvolle Sendung. Sie befasste sich mit den Forschungen an der
Harvard Medical School in Boston zur melodischen Intonationstherapie.
Forschungen am Max-Planck-Institut bestätigen die Ergebnisse aus Boston.
Die Intonationstherapie wurde bereits 1973 von dem Arzt Martin Albert
entwickelt. Ein Fünftel aller Schlaganfallpatienten, die überlebend, leiden an
schweren Sprachstörungen, durch eine Schädigung des s.g. Brocaschen
Sprachzentrums.
Die Patienten lernen in der melodischen Intonationstherapie von Albert wieder
sprechen, durch Übungen im rhythmischen Sprechgesang. Das Gehirn kann
mit Musik ein Ersatz-Sprach-Netzwerk bilden.
Jüngste Studien zeigen, dass die Wahrnehmung von Musik und das aktiv
Musizieren nahezu alle Regionen des Gehirns mit einbeziehen. Die
weitverbreitete Annahme war schlichtweg falsch, dass Musik in der rechten
und Sprache in der linken Gehirnhälfte verarbeitet würde. Sprache und Musik
werden nahezu gleich verarbeitet. Aauch das zeigen aktuelle Forschungen.
Der emotionale Gehalt der Musik ist tiefgreifend. Er wirkt von Glückseligkeit

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bis zur Traurigkeit besonders stimulierend auf unser Gehirn. Der Hörende
verbindet häufig mit Musik lörperlich intensiv wahrnehmbaren Reaktionen.
Der Begriff des modalen Bewusstseins ist auf’s Engste mit der indisch-
klassischen Musik verknüpft. Darauf kommen wir noch zu sprechen.

2.2 2. Hörbsp. ... Ayourveda... Doshas (Kapha: Raga Deshkar – Shahid


Parvez)
In der ayurvedischen Medizin finden die Ragas auch therapeutische
Anwendung. Damit werden die drei Doshas von Körper und Geist
ausgeglichen: Vata, Pitta und Kapha. Für den Kapha-Typ stehen die Attribute
langsam, schwer-zähflüssig, ölig, kühl, weich und glatt. Der Spätmorgenraga
Deshkar kann dazu beitragen, den Kapha-Anteil in eine „innere Balance“ zu
bringen. Der Sitarmaestro Shahid Parvez spielt uns Deshkar aus der CD-
Serieserie „Maestro’s Choice“ - von Living Media im Jahre 1992.
...

3.1 Zum Wesen der Musik...


Warum klingt Musik, wie sie klingt ? – Wieso gibt es überhaupt Musik ? – Ist
Musik vielleicht sogar Sprache, oder Sprache selbst Musik ? – Es gibt weltweit
einen Konsens darüber, dass Musik eine Art Sprachform darstellt. Musik
besitzt eine Syntax, ein Regelwerk der Grammatik.
Dagegen ist strittig, ob sich Sprache aus Musik, oder Musik aus Sprache
entwickelt hat. - Oder ob Musik gar etwas Eigenständiges ist ?
Vergleicht man Musik mit Sprache und ihre Ausdrucksfähigkeit von
Vorstellungen ist es ein wesentliches Merkmal der Musik, dass sie nicht
bestimmt. Musik genügt sich selbst; sie kann auf sich selbst referenzieren.
Es ist die Stärke von Musik, das Innenleben mit klar umrissenen Gefühlen
verständlich hörbar zu machen. In der indischen Klassik werden neun (9)
Hauptemotionen abgebildet, die Rasa-s. Jeweils eine Emotion dominiert in
einem Raga. Dazu verweisen wir auf unsere Sendung „Nava Rasa“, die sie in
unserem Online-Archiv finden.
Die Darstellung von Emotionen lebt aus einer musikalischen Dialektik, aus
Spannung und Entspannung im häufigen Wechsel. Die indischen Raga-s gibt
es mit Melodiefiguren, in hunderten von Kombinationsmöglichkeiten, die Tana-
s. Man unterscheidet dabei veränderliche Melodiefiguren Vikrita und Shudda.
Vikrita, die veränderlichen Melodiefiguren, weisen einen unbestimmten
Gefühlscharakter auf. Shudda, die reinen Melodiefiguren, gehören nur zu
einem einzige Modus. Ein Modus besteht aus wenigstens fünf (5)
verschiedenen Haupttönen in der auf- und absteigenden Skala.

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3.2 Zum Wesen der Sprache...


In der Musik sind maximal 56 Intervalle differenziert hörbar, innerhalb einer
Oktave. - Und in einer Sprache kann das Ohr maximal 52 Elemente
unterscheiden. Aus Vokale und Konsonanten werden Stammwörter gebildet.
Viele Sprachen verwenden nur einen Teil davon. Die
Klassifikationsmöglichkeiten des Gehirns setzt den Spracheigenschaften
bestimmte Grenzen. Aus dieser Beobachtung definierten bereits die indischen
Philosophen des Altertums die Zahl “7“. Sieben ist der Grenzwert für das
Transzendentale. Es ist das nicht zur Welt der Natur und des Lebens
Gehörende.
Sprache hatte ursprünglich die Funktion, in uns präzise Reaktionen
auszulösen, entsprechend der Fähigkeiten unserer Wahrnehmungsorgane.
Die indischen Grammatiker befinden zur Ursprache des Menschen, dass sie
zunächst aus einsilbigen Elementen bestand. Diese Elemente ermöglichten
es, unser Denken auszudrücken und im Sinne der Schöpfung der Welt zu
„materialisieren“. Sprache ist gleichermaßen wie Musik ein Spiegelbild des
Universums. Sprache oder Musik sind eine mathematische Gleichung, die mit
den menschlichen Emotionen verknüpft ist.

3.3 3. Hörbsp. 4.Hauptrasa Hasya: Komik/Humor/Freude - Raga Mohanam (Aruna


Sayeeram)
Wie bereits erwähnt, werden in der indischen Klassik neun Emotionen
abgebildet – Nava Rasa-s. In einem Raga wird nur jeweils eine einzige
Emotion zum Ausdruck gebracht. So repräsentiert der Nachtraga Mohanam
das Stimmungsbild der 4. Hauptrasa Hasya. - Hasy ist Komik, Humor und
Freude. Raga Mohanam präsentiert uns nun die Sängern Aruna Sayeeram.
Aruna ist eine Vertreterin der südindischen Klassik. „Swagathamn Krishna“ in
der Ragafom Mohanam* findet sich auf der CD “The Jewels of Oothukkadu”, ,
findet sich auf der CD “The Jewels of Oothukkadu”, von AVM Audio aus dem
Jahre 2005.
[*) ... entspricht im Melakartasytsem dem 28. Janya-Raga „Harikhambhoji“ ]
...

4.1 geschichtliche Herkunft von Sprache und Musik


kulturhistorische, evolutionstechnische Entwicklung der Sprache...
Die indischen Philosophen und Grammatiker zeigten bereits im Altertum ein
Interesse für das Phänomen der Schallschwingungen, mit denen Gedanken in
musikalischer oder sprachlicher Form geäußert und übertragen werden.
Die indischen Wissenschaftler des antiken Indiens legten Beziehungen fest
zwischen der Artikulierung von Sprache und Klangstrukturen, die wir als Musik
bezeichnen.

Das Denken ordnet man in Indien in vier Stufen:


 Para, der unbestimmte Zustand, das Jenseits. Para ist ein Zustand, in
dem wir einen Gedanken undeutlich erfassen.

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 Die 2te Stufe ist das Schauen: pashyanti. Der Gedanke nimmt eine klare
Form an.
 Dann madhyama: auf der mittleren, 3. Stufe gliedern sich die Wörter in
Sätze. Der Gedanke findet nun den Weg in eine Sprachform. Hier
können wir erstmalig feststellen, dass Sprache kulturell unterschiedlich
gehandhabt wird.
 Und die letzte, die 4. Stufe ist vaikhari . Als vaikhari bezeichnet man die
Wahl einer Klangform, die für das Umfeld verständlich ist. Erst jetzt wird
der Gedanke nach aussen projiziert.
In der indischen Philosophie, der Vedanta existiert ein Modell, das dem 4-
Stufen-Denken entspricht. Nach der Vedanta wird die Vision einer möglichen
Welt durch eine Schwingungsform geordnet, gegliedert und projiziert. Diese
Welt entsteht im Geiste des Schöpfers. Der Begriff des schöpferischen
Wortes, VAK stammt ursprünglich aus Indien.
Von uns selbst können nur Schwingungsformen wahrgenommen werden, die
unserer eigenen Dimension entsprechen. Die Illusion der Welt, Maya folgt
dem Verlangen des Schöpfers (Sishriksha). Die Welt besteht aus der gleichen
Energie wie der Gedanke, innerhalb eines Raum-Zeit-Gefüges. Ort und Raum
sind das Element des Äthers oder akasha. Zusammen mit der Zeit ist das
Element des Äthers, ist akasha gleichsam absolute, dimensionale und relative
Form.
Die Zeit steht immer in Beziehung zu unserem eigenen Lebensrhythmus, zu
den Alpha-Wellen des Gehirns und unserem Herzschlag. Die Zeitdauer kann
daher immer nur subjektiv und unterschiedlich empfunden werden. Die
Theorie von der Schöpfung durch das Wort - im bildlichen Sinne - ist in den
Kommentaren des Philosophen und Grammatikers Nandikeshvara zu lesen.
Nandikeshvara hatte in seinen Schriften auch die Beziehung des Sprach- und
Musikklanges zu den hier genannten Prinzipien beleuchtet... Maheshvara
Sutra und Rudra Sutra Vivaranam entstanden vor dem 5. Jahrhundert vor
Christi Geburt. Die Sutren sind Texte alter shivaitischer Kultur.
Kulturhistorische, evolutionstechnische Entwicklung der Musik...
Betrachtet man das Hören weniger nach energetischen Gesichtspunkten,
sondern funktional, so dient das menschliche Ohr als Sinnesorgan besonders
dann, wenn das Auge versagt; differenziertes Hören war
evolutionsgeschichtlich ein Garant fürs Überleben. Das Gehör kann noch
Unterschiede aus einem Frequenzgemisch wahrnehmen, nuanciert durch
Obertöne.
Wie bereits beschrieben: das Ohr kann in einer Sprache 52 Elemente
unterscheiden. In der Musik sind maximal 56 Intervalle differenziert hörbar,
innerhalb des tonalen Raumes einer Oktave.
Dieser Hörsensibiliät wird man mit der temperierten Stimmung in keinster
Weise gerecht. Durch die Dominanz des Klaviers hat man im Westen eine
Nivellierung akzeptiert. Das stimmt bedenklich.
Dagegen sind in der indischen Klassik 22 Intervalle gebräulich, die s.g. Shruti-
s. Die Shruti-s sind ihrer mikrotonalen Struktur, in einer Ragakomposition
nicht frei wählbar. Die möglichen Positionen dieser Mikrotöne werden in fünf
Kategorien eingeteilt, in s.g. Familien, den Jati-s. Jede Familie, jedes Jati
besitzt einen eigenen Ausdruckscharakter. Z.B. ist Madhya in seiner

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Gefühlsstimmung ruhig, passiv und sanft. Madhya entspricht mit Bezug zum
Grundton Sa als Hauptintervall der Quarte C-F. - Oder Mridu, ein weiteres Jati.
Mridu ist in seiner Gefühlsstimmung zärtlich. Als Hauptintervall entspricht es
der Terz C-E usw.
In der westlichen Klassik verwendet man Tonarten und Akkorde für den
Ausdruck einer Komposition. Ein solches Musiksystem ist sehr ungenau. Der
Bezugspunkt wechselt ständig, von dem aus das Intervall bestimmt wird.
Dieser Bezugspunkt selbst wird durch den Klangwechsel in der Musik ständig
in Frage gestellt. Um der westlichen Musik dennoch ihre Sinnhaftigkeit zu
geben, bedarf es darum sehr komplexer Strukturen.
Anders in der indischen Klassik: eine absolute Tonhöhe schwächt das
Ausdruckspotential nicht. Sa ist der Grundton, für alle Ragas ein festliegender
Ton. Von Sa ausgehend, wird eine Ragaskala in der aufsteigenden Form
entwickelt.
Diese Ragaskalen sind modal, d.h. in ihrer Spielweise horizontal aufgebaut.
Es ist eine offene Struktur. Ursprünglich dürften die Modi ein vokales
Klassifikationsschema dargestellt haben. Die Modi wurden von Sängern
entwickelt. Der Begriff des „Modus“ ist uns im Westen weitestgehend fremd
geworden. Im modernen Jazz sind die Modi die Grundlage für die
Improvisation.
Der Grundton Sa übernimmt also die Funktion als Referenzebene. Akkorde,
übereinandergeschichtete Noten gibt es nicht.

4.2 4. Hörbsp. ... Indian Drones... Thumri (Raga Misra Mand) (Kaushiki
Chakrabarty)
Hier wirken die indischen Dronen unterstützend für die Musiker. Die Dronen
sind Begleitinstrumente, wie die Tanpura oder der Swarmandal. Mit den
Dronen wird dem Musizierenden einem Sänger oder Instrumentalisten
gleichermaßen dem Hörer eine durchgängige Referenzebene angeboten. Die
Drohnen sind eine Art akkustisches Ortungssystem.
Diese Funktion der Drohnen wird mit der folgenden Aufnahme eines Thumri
besonders gut hörbar, in dem 8er-Beat Keherva. Der Thumri ist eine
Gesangslyrik aus der leichten Klassik. Die Liebe zu Krishna findet in einem
Thumri Ausdruck. Die Sängerin Kaushiki Chakrabarty interpretiert uns “Morey
Saiyan Bedardi“ auf der Basis der Ragaform Misra Mand. Raga Mand hat
seinen Ursprung in der Volksmusik des indischen Bundesstaates Rajastan.
Kaushiki’s CD Pure wurde in 2004 beim Label Senseworld Music
veröffentlicht.
...

5.1.1 Struktur der Musik (1)...


Harmonie...
Für die Definition als Musik bedarf es im westlichen Verständnis einer Melodie
und Harmonie, neben dem Rhythmus. Melodie und Harmonie sind im
mathematischen Sinne ganz-zahlige Schwingungsverhältnisse von Intervallen.
Die Oktaveverwandtschaft bildet sich auf Saiteninstrumenten im Verhältnis
2:1 ab.

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Die Verwandtschaft von Tönen unterschiedlicher Höhe schlagen sich in der


Harmonielehre nieder. In der westlichen Musik haben sich dafür Dur- und
Molltonarten herausgebildet. Tendenziell verwenden Komponisten Dur für ein
fröhliches, heiteres Stimmungsbild, während Moll das Traurige, Düstere,
Dramatische ausdrückt.
Sind hörbare Erschütterungen unterhalb der Frequenz von 16Hz als
Rhythmus organisiert, weisen sie ähnliche Merkmale auf in ihrer
physiologischen Wirkung wie die harmonischen Intervalle.
Dissonanzen...
Das Empfinden des Harmonischen oder Dissonanten erzielt man in der
westlichen Klassik durch den Wechsel von Konsonanten und dissonanten
Intervallen, ausgestattet mit rhythmischen Mitteln und unterschiedlichen
Tempi.
Als dominierende Intervalle gelten die Quinte und Oktave. Diese Intervalle
stehen im Bezug zu dem Grundton, zur Tonika. Die Tonika ist das tonale
Zentrum. Ein typischer Wechsel ist die Abfolge von Tonika, Subdominante auf
der 4. Stufe und Dominante auf der 5. Stufe – immer relativ zum Grundton. Im
ständigen Wechsel mit der Tonika werden dissonante Spannungen
einbezogen, durch Intervalle wie große Septime oder None. Mit diesem
musikalischen Bild wird der emotionale Ausdruck gezeichnet.
In der indischen Klassik wird innerhalb eines Oktaveumfangs ein
Notenmaterial von sieben (7) Hauptnoten definiert, ergänzt um zwei
Nebentöne. Antara Gandhara ist die mittlere Terz und Kakali Nishada die
sanfte Septime. In Indien finden sich erste Notationen in den vedischen
Schriften aus dem 5. bis 6. Jahrhundert vor Christi Geburt.
Auch die Quinte finden wir indirekt, funktional in den indischen Ragas. Neben
dem Grundton, der Tonika gibt es einen Zentralton. Jeder Raga besitzt zwei
Hauptöne, Vadi , dem Sprechend und Tönenden... und Samvadi, dem
Mitsprechend, Mitönenden. Der Gefühlswert dieser Haupttöne bestimmt den
Ausdruckscharakter des Modus eines Ragas.
In der indischen Klassik übernimmt die mikrotonale Struktur die Aufgabe für
den Zustand des Harmonischen. Die Mikrotöne, die Shruti-s mit 22 Intervallen
innerhalb eines Oktaveraums werden durch spezifische Patterns festgelegt,
s.g. Gamaka-s. Für jede Ragaskale gibt es ein genaues Regelwerk. Es bedarf
jahrelangen Trainings für die Interpretation einer Ragaskala mit all ihren
Nuancen und melodischen Verzierungen, den Tana-s.

5.1.2 5. Hörbsp. ... Raga Shankara (Khyal) – Pt. Bhimsen Joshi (2000 / Navras)
Ein auf höchstem Niveau ausgebildeter Sänger ist Pandit Bhimsen Joshi. Er
ist der König des nordindischen Gesangs, wie Bhimsen Joshi
hochachtungsvoll genannt wird. Bhimsen Joshi interpretiert nun den
Spätabendraga Shankara, in der modernen Gesangsform Khayal und in
einem schnellen 16er-Beat – Dhrut Teental.
Raga Shankara wird auch als „Lord of Ragas“ genann. Shankara verkörpert
musikalisch Shiva. Dieser Raga erhält seinen leichten Charakter durch die
Haupttöne Ga als Vadi, betont auf der 3. Stufe und Ni als Samvadi,
abgeschwächt gespielt auf der 7. Stufe. Die Aufnahme stammt aus der CD “In
Celebration (Vol 2)“. Sie wurde in 2000 bei Navras Records veröffentlicht.

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5.2.1 (funktionale) Struktur der Musik (2)...


Man hatte sich bis in die 60er Jahren des 20sten Jahrhunderts mit der Musik
vor allem mathematisch befasst, und mit ihren akustischen Phänomenen. Erst
in den letzten 20 Jahren wurde man der Bedeutung von Musik für die
Menschwerdung wirklich gewahr und entwickelte ein grundlegendes
Verständnis zu ihrer therapeutischen Wirkung.
Rhythmus u. Tempi
In der westlichen Musik, selbst in der elektronischen Musik, bei der sich
physische Grenzen auflösen, wird ein Beat von maximal 140 Schlägen pro
Minute gespielt. Das sind bei optimalem Training eines Musikers 9,3 Töne pro
Sekunde. Zwischen Rhythmus und dem Bereich der Töne liegt die akustisch
wahrnehmbare Grenze oberhalb einer Taktfrequenz von 18 Hz. ...
Vom Menschen werden Schwingungen als Erschütterungen wahrgenommen
unterhalb einer Frequenz von 16 Hz. Sind diese aber nach festgelegten
Merkmalen organisiert, empfinden wir sie als Rhythmus.
In Indien hat man das schnelle Zeitmaß in direktem Bezug zur Sprache
gebracht. Es ist die Zeit, die erforderlich ist, um fünf kurze Silben so rasch wie
möglich auszusprechen (oder fünfmal möglichst schnell mit den Augenlidern
zu blinzeln). Man hat hier bereits ohne wissenschaftliche Untersuchungen
erkannt, dass die Erfassbarkeit und damit die Erfahrbarkeit von Musik an das
physisch Körperliche gebunden ist.
In der indischen Musik existieren nur drei Zeitmaße: schnell – druta, mittel –
madhya und langsam – vilambita. Jedes Zeitmaß dauert doppelt so lange wie
das Vorhergehende.
Das zeitliche Empfinden über einen längeren Zeitraum bezeichnet man als
Verschmelzungsphänomen. Es ist der Eindruck von ungebrochener Dauer bei
gleicher oder wenig veränderter Information. Darum treten im indischen
Musiksystem Verschiebungen auf, durch wichtige rhythmische Verzierungen
bzw. Ausschmückungen, durch die der Beat Bruchteile einer Sekunde vor die
Zeiteinheit (Avanaddha) oder nach der Zeiteinheit (Atita) ausgeführt wird.
In der indisch klassischen Musik hat sich ein ausgefeiltes, hoch komplexes
Rhythmussystem, die Tala-s und eine Rhythmussprache, die Bols entwickelt.
Ausführliche Informationen zu den Rhythmuszirkeln finden Sie im Archiv zu
unserer Sendung „Tala – Indian Rhythm Cycles“ mit Erstausstrahlung im
Dezember 2007.
Die Musik unterliegt als Sprache der Emotionen in den unterschiedlichsten
Kulturkreisen einem Rhythmus mit Metren, Tempi und Akzentuierungen.
Durch die Manipulation der Rhythmen wirken sich diese auf die Anwesenden
oder Zuhörer aus, genauer: auf den Rhythmus des Gehirns. Der emotionale
Gehalt wiederum wird von den Musizierenden und ihrem inneren Arbeitstakt
bestimmt. Wir sprechen hier von der Resonanz des „inneren Taktgebers“.
Auch die Rhythmen der Sprache und die Metren der indischen Poesie
beruhen auf den gleichen Gruppierungen langer und kurzer Elemente. Man
nennt sie Gana-s.
Man unterscheidet 3, 4 und 5 Zeit- und 6 Zahleneinheiten.
( 3: ∪ ∪ ∪; 4: - ∪ ∪; ∪ - ∪, ∪ ∪ -; 5: ∪ - -; - ∪ -; - - ∪, 6 Zahleneinheiten: - - - )

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5.2.2 6. Hörbsp. ... Sultan Khan & Zakir Hussain – Raag Charukeshi (Alap & Gat)
Dazu begegnen wir wieder dem Tablamaestro Zakir Hussain, für zwei
Ausschnitten aus dem Morgenraga Charukeshi im langsamen und schnellen
Tempo. Dieser Raga findet sich auf der CD „Raag Charukeshi & Folk Tunes“.
Zakir wird in einem 16er-Beat (Teental) von seinem langjährigen,
musikalischen Weggefährten begleitet, dem Sarangi-Maestro Ustad Sultan
Khan, auf der indischen Fiddel.
...

6.1 (funktionale) Struktur der Sprache...


In der indischen Kosmologie werden Materie und das Leben nach
Zahlencodes unterschieden. Die Anzahl der Elemente, die man erkennen
kann ohne sie einzeln zählen zu müssen, sind auf fünf (5) begrenzt Die Zahl
„5“ ist abgebildet mit der Anzahl der Finger an jeder Hand, den fünf Sinnen.
Die Sprachlaute werden je nach Artikulationsstelle in fünf Kategorien, in
Familien usw. abgebildet. Nach dieser Regel des nichtverbalen Zählens sind
alle erkennbaren und reproduzierbaren Tonverhältnisse auf die Faktoren 2, 3,
5 und deren Vielfaches beschränkt. Töne in der Obertonreihe mit einem
Verhältnis, das sich aus anderen Zahlen bildet, empfindet das menschliche
Ohr als falsch.
Die gesprochene Sprache ähnlich zu betrachten, ist viel schwieriger. Es darf
aber davon ausgegangen werden, dass Obertonkomplexe, die von unserem
Gehör als Vokale wahrgenommen wird, auch Eigenschaften wiederspiegeln,
die den Ausdruckswert der Sprache beinhalten.
Nur auf den ersten Blick erstaunt es, dass die Zahl der verschiedenen Laute in
der gesprochenen Sprache größer ist als die der Töne in der Musiksprache:
insgesamt 8.424 gegenüber einigen hundert in der Musik.
In der gesprochenen Sprache ermöglichen gestoßene, gezogene, trockene
oder aspirierte Verschlusslaute ein Modellieren der Vokale durch die
Konsonanten. Von ihnen gibt es 33. Für jede gesprochene Silbe gibt es drei
Tonhöhen: Udatta, Anudatta und Svarita. Sie entsprechen den drei Shruti-s,
den zu jedem Ton gehörigen Intervallen. Zu Ausdruckszwecken werden
unterschiedliche Tonlagen verwendet. Der Ausdruck, die Bedeutung der
Silben kann damit verändert werden.

6.2 7. Hörbsp. ... 5-Ton-Raga Durga – Padma Talwalkar (1998 / Nimbus Records)
Die Bedeutung der Zahl „5“, die Elementezahl „5“ begegnet uns auch in dem
pentatonischen Ragas. Ein solcher 5-Tonraga ist der populäre Abendraga
Durga. Durga ist die Ehefrau von Shiva; sie wird mit grosser Macht assoziiert.
Der Ursprung des nordindischen Ragas Durga ist unklar. Er mag sich aus der
südindischen Form Suddha Saveri hergeleitet haben. Padma Talwalkar,
Sängerin der nordindischen Klassik, wurde 1948 in Mumbai geboren. Ihre
Aufnahme von Raga Durga ist im Tarana-Stile. Der Tarana ist eine vokalen
Kompositionsform der nordindischen Klassik. Die Aufnahme wurde 1998 bei
Nimbus Records veröffentlicht.
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IMC OnAir/Raga CDs des Monats: Musik und Sprache (Teil 1/2)... - 16.03.10 (21:00-21:58 /Sendeplatz: www.tidenet.de)

7.1 Unterschiede (Abgrenzungen) zwischen Musik und Sprache...


Musikalische Beziehungen sind größtenteils immer mit unmittelbaren,
emotionale Reflexen verknüpft. Die Musiksprache ist daher ein weniger
Differenzierter. Die tonale Musik besitzt anders als die gesprochene Sprache
keine eigenständige linguistische Struktur. Das Tonmaterial hat dennoch eine
umfassendere, allgemeinere und tiefere Bedeutung.
Heute werden nur noch eine der beiden Kommunikationsformen, Musik oder
Sprache getrennt voneinander verwendet. Das können wir uns aus einer
Versachlichung und einer Entfremdung in der Moderne erklären. Der
emotionale Gehalt und noch viel mehr emotionale Reaktionen durch die
gesprochene Sprache sind entkoppelt oder werden gar ausgeklammert. Die
gesprochene Sprache wird konventionell. Die klanglichen Aspekte haben
diese unmittelbare Beziehung zur psychophysiologischen Wirkung der
einzelnen Laute verloren.
Davon ausgenommen sind Kulturräume, wie Akzente, Tonsprachen, das
Singen nach Texten, Poesie oder afrikanische Sprechtrommeln.

7.2 Gemeinsamkeiten zwischen Musik und Sprache...


Die Verwandtschaft von Musik und Sprache können wir heute durch die
Neurowissenschaften und ihre bildgebende Verfahren immer besser
begreifen.
Es ist erfreulich, dass sich tradierte, kulturell gewachsene Vorstellungen über
Musik in den westlichen Gesellschaften auflösen, aus dem Verständnis über
die Wirkfunktion von Musik und ihre wichtige Bedeutung für die
Gesunderhaltung des Menschen. Dadurch könnte besonders die negative
Sonderstellung der Musik als reine Unterhaltungsform revidiert und erneuert
werden.
Die indisch-klassische Musik dagegen hat sich eines Wertgehalts bewahren
können. Die modalen Strukturen der Raga-s und der Bezugsrahmen, den sie
im Gehirn als „modales Bewusstsein“ hervorrufen, entsprechen etwa den
grammatikalischen Strukturen der gesprochenen Sprache. Der Modus ist ein
fester Rahmen, innerhalb dessen sich das Denken unter Verwendung einer
bestimmten Zahl von Klangelementen, von „Wörtern“ ausdrücken kann. Diese
Klangelemente und die Darstellung von Intervallen in einer mikrotonalen
Struktur sind in der Bedeutung präzise definiert.
Aus den bisher genannten Merkmalen können wir festhalten, dass Musik und
Sprache beide Mittel des Ausdrucks und der Kommunikation sind. Die
Ausdrucksfähigkeit von Musik & Sprache wird durch hoch organisierte
Gestaltungsprozesse gewährleistet, in einem Regelwerk, einer Syntax mit
Variationen in Tonhöhen, Betonung und Rhythmen. Das wesentliche Merkmal
der vielfältigen Harmonien sind die Obertöne mit einer Grundfrequenz.
Wie ursprünglich einmal angedacht, kann die Musik uns mit neuen Einsichten
verhelfen, dass die Sprache wieder „vollkommen“ wird.

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7.3 8. Hörbsp. ... Dhrupad (Raga Bhairav) ... Sayeeduddin Dagar (2004 / SWM)
Die Ursprünglichkeit der menschlichen Stimme kann uns der Dhrupad wie kein
anderer Gesangsstil der indischen Klassik vermitteln. Der Dhrupad ist der
älteste Gesangsstil der nordindischen Klassik. Seine Wurzeln reichen bis ins
erste Jahrhundert vor Christi Geburt zurück.
Der Dhurpadvirtuose Sayeeduddin Dagar präsentiert uns den Raga Bhairav,
in einem 10er-Beat – Sadara. Bhairav ist einer der Hauptragas, aus denen
sich alle anderen Ragas der nordindischen Klassik ableiten lassen. Der
indische Sänger Sayeeduddin Dagar stammt aus der ältesten Dhrupadfamilie,
mit einer 600-Jahre alten, ungebrochenen Familientradition. In 2004 wurde die
CD „Lineage of Dhrupad“ von SenseWorld Music veröffentlicht.
...

8.1 Verabschiedung...
Dies war unsere Sendung „IMC – India meets Classic“ mit dem Thema: „Musik
und Sprache – Teil 1“. Den Sendetermin für Teil 2 entnehmen Sie bitte der
Programmvorschau Ihres Senders o. der Programmankündigung auf unserer
Website (www.imcradio.net). Die Interpretinnen und Interpreten waren: der
afghanische Rababspieler Mohammad Omar mit Zakir Hussain auf der Tabla,
Sultan Khan - Sarangi, Shahid Parvez – Sitar und im Gesang: Aruna
Sayeeram aus Südindien, Kaushiki Chakrabarty, Padma Talwalkar und
Bhimsen Joshi und der Dhrupadsänger Sayeeduddin Dagar.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Am Mikrophon verabschiedet sich Lothar J.R. Maier. - Und vielleicht bis zum
nächsten Mal. – Namaste.

8.2 Abspann...

Hinweise zu kommenden Sendeterminen entnehmen Sie dem Internetangebot Ihres


Radiosenders.

- Oder besuchen direkt die Website von IMC - India meets Classic:

www.imcradio.net
(Englisch: uu-uu-uu_dot_aiemciereidio_dot_net)
imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net)
...
Sie hörten die Sendung "IMC - India meets Classic" mit der Reihe "Raga CDs des
Monats".

imcradio.net
(Deutsch: i em Ce Radio Punkt Net).

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Mobil: +49-(0)170- 882 81 76
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Internet: http://www.sinn-macher.net

*) 12 cent aus dem Netz der Dt. Telekom.

IMC-Kontaktdaten ...

Förderinitiative IMC - India meets Classic (c/o EUFLETZ Stiftung i.G.)


Tel.: +49-(0)40- 41431-2034 (Intern.: -2053)
eMail: info@eufletz-stiftung.de | contact@india-meets-classic.net
Internet: http://www.eufletz-stiftung.de | http://musictherapy.india-meets-classic.net

Authoren:
Lothar J.R. Maier (Endfassung)

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