Sie sind auf Seite 1von 1

Textinterpretation von Der Kübelreiter

In der von Franz Kafka geschriebenen Kurzgeschichte Der Kübelreiter geht es um einen beinahe
erfrierenden Mann, der auf seinem Kübel zum Kohlenhändler reitet, um ihn um Kohle anzubetteln.

Zuerst stellt der Kübelreiter fest, dass er keine Kohle mehr hat und sein Zimmer voller Frost ist. Er
beschließt, sich zum Kohlenhändler zu begeben um ihn durch Betteln dazu zu bewegen ihm Kohle zu
geben, auch wenn er diese im Moment nicht bezahlen kann. Er hofft, dass er auf die Nächstenliebe
plädieren kann, da der Kohlenhändler ebenfalls ein Christ ist. Er beschließt deshalb, auf seinem
leeren Kohlenkübel hinzureiten um noch einmal zu zeigen, dass er wirklich nichts mehr hat. Er reitet
auf dem Kübel durch die Straßen. Als er dem Kohlenhändler, der in seinem Keller sitzt zuruft, er solle
ihm doch helfen, meint dessen Frau, dasss sie nichts gehört habe und dort niemand sei. Er ruft
jedoch ein weiteres Mal und so will der Händler schon heraufkommen, doch seine Frau geht statt
ihm. Sie sieht den Erfrierenden, doch sie verjagt ihn und versichert ihrem Mann abermals, dass dort
niemand sei. Daraufhin reitet der Reiter auf seinem Kübel in die Berge und wurde nie wieder
gesehen.

Die Geschichte kann man in drei Teile unterteilen, wobei der erste Teil der erste Absatz, also der Teil
in dem er seine Not und seinen Plan schildert, ist. Der zweite Teil und Absatz ist der Ritt zum
Kohlenhändler und der dritte ist der Rest der Geschichte, also die Hilferufe des Kübelreiters und der
Dialog des Kohlenhändlerpaares bis zum Wegreiten des Kübelreiters in die Berge.

Die Geschichte wird in der Ich-Form erzählt und die Geschichte ist extradiegetisch-homodiegetisch
erzählt. Sie wird jedoch im Präsens und nicht im Präterium erzählt. Es herrscht eine Nullfokalisierung,
da der Erzähler auch den Dialog des Köhlerpaars erzählt, den die Person gar nicht mitbekommen
hätte können. Die erzählte Zeit der gesamten Kurzgeschichte ist länger als die Erzählzeit, aber das
liegt hauptsächlich an den Teilen der Geschichte, in denen der Kübelreiter auf seinem Kübel reitet, da
diese zeitraffend erzählt werden. Im ersten Absatz hingegen ist erzählte Zeit kürzer als die Erzählzeit,
da es hier hauptsächlich um Beschreibungen uind Gedanken geht.

Es finden sich viele Motive und Stilmittel, wie zum Beispiel die vielen Ellipsen im ersten Absatz: „leer
der Kübel;“. Auch ein ganz klares Hauptmotiv, nämlich das Wärme/Kälte Motiv, lässt sich erkennen.
Er verwendet viele Schlüsselwörter, wie „Kälte“ um dieses Motiv noch deutlicher hervorzuheben.

Da Kafka sich von seiner Familie sehr unterschied lebten sich diese auseinander, was das Kälte Motiv
darstellt, und dennoch strebte er immer nach Verbundenheit zu seiner Familie, was das nicht
zugestandene Wärme Motiv darstellt.

Ich selbst habe eine derartige Ausgrenzung nie an mir persönlich erlebt, doch ich habe Menschen
gesehen, die Obdachlose aus Hauseingängen verjagt haben, obwohl diesen vermutlich nur kalt war.