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DAS OFFIZIELLE MAGAZIN ZUM CSD MÜNCHEN

2006
PRIDE GUIDE
Christopher Street Day
12./13. August www.csdmuenchen.de
Schirmherrschaft: OB Christian Ude
lesbisch · schwul · bi · transgender

12.8. 11–12 Uhr Politischer Auftakt


(Marienplatz)
12 Uhr Start Politparade
12–23 Uhr Straßenfest
(Marienplatz/Rindermarkt)
22–5 Uhr Rathaus-Clubbing
(VVK: Max&Millian, Lillemor’s
www.muenchen-ticket.de)

13.8. 12–23 Uhr (Marienplatz)


Straßenfest & Pumps Race

Veranstalter:
Kulturprogramm mit freundlicher Unterstützung
Motto

Liebe Freundinnen und Freunde,


wie in den letzten 25 Jahren bringt der diesjährige Münchner CSD wie-
der mit Politik und Party die Vielfalt der Lesben, Schwulen, Bisexuellen
und Transgender auf die Straße. Mit kritischem Blick auf Gesellschaft
und Politik fordern wir gemeinsam gesellschaftliche Gleichstellung
und Akzeptanz, die längst noch nicht in allen Bereichen erreicht sind.

Doch der kritische Blick richtet sich auch nach Innen. Bereits im letz-
ten Jahr stellte der CSD mit dem Motto „young & pride“ die Situation
lesbischer und schwuler Jugendlicher in den Vordergrund. Diese
Perspektive soll sich in diesem Jahr auf die eigene Szene und
Community fortsetzen. Unter dem Motto „Wir sind füreinander da“
können sämtliche Vereine, Gruppen und Initiativen in den zwei CSD-
Wochen bei Veranstaltungen, auf der Polit-Parade, mit Info-Ständen auf dem Straßenfest unse-
re Selbsthilfe, unsere Hilfe zur Selbsthilfe und unsere selbst-organisierten Angebote präsentie-
ren und selbstbewusst zeigen, was wir psychosozial, politisch oder kulturell alles leisten.
Schließlich ist immer noch viel zu wenig bekannt und zu wenig geschätzt, wie vielfältig und soli-
darisch unsere Szene die Stadt bereichert.

Mit dem 10-jährigen Jubiläum von LeTRa, dem 20.Geburtstag des Sub und 10 Jahren Rosa
Liste im Rathaus können wir unsere Erfolgsgeschichte der letzten Jahre auch ausgiebig feiern.
Seit 1996 darf ich als Rosa-Liste-Stadtrat die Community der Münchner Lesben, Schwulen und
Transgender im Rathaus vertreten. So etwas ist immer noch einmalig in Europa. Gemeinsam
wurden wir unübersehbar, nicht nur beim CSD. Und wir wurden unüberhörbar, wenn wir
gegen Diskriminierung und für Gleichstellung kämpfen. Dieser schwul-lesbische Aufschwung
hat nicht nur unser Leben als Lesben und Schwule in München leichter gemacht, sondern
auch konkrete Verbesserungen gebracht. So wurden Szene-Einrichtungen besser gefördert,
Antidiskriminierungsbestimmungen durchgesetzt, die Ordnungspolitik liberaler. Und es wurde
eine Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen eingerichtet, die Gleichstel-
lungspolitik nicht nur fest in der Verwaltung verankert, sondern auch die Zusammenarbeit der
Gruppen und Initiativen vernetzt.

Es ist also gar keine Fragen, dass wir miteinander füreinander da sind.
Und trotzdem: Wirkliche Gleichstellung haben wir noch nicht erreicht.

Die Bundesregierung hat uns von der Tagesordnung genommen. Gleichstellung mit der Ehe
und Adoptionsrecht sind kein Thema mehr. Unser Füreinander in Beziehungen bleibt diskrimi-
niert. Absoluter Stillstand in Berlin. Die katholische Kirche, die in Bayern sogar CSD-Gottes-
dienste verbot, lässt keine Gelegenheit aus, ihr anti-homosexuelles Profil zu schärfen. Gewalt
ist nicht nur ein Thema in Osteuropa. Toleranz kommt immer wieder an ihre Grenzen. Unser
Viertel verändert sich. Viele in der Szene richten sich bequem in Nischen ein. Immer noch
bestehende Diskriminierungen, Vereinsamung, Ängste und soziale Benachteiligungen dürfen
wir aber nicht verdrängen oder übersehen. Unser lesbisch-schwules Leben ist nicht nur Spaß
und Party.

Das CSD-Motto „Wir sind füreinander da.“ ist deshalb auch eine kritische Frage und engagierte
Aufforderung für die Zukunft, unsere Community aktiv und solidarisch selbst zu gestalten und
damit auch die Gesellschaft zu verändern. Ich hoffe, wir kommen darüber beim CSD ins Gespräch.
Denn wie wir uns immer wieder im Alltag für unser Coming Out entscheiden müssen, sollten
wir uns auch immer wieder selbstbewusst und selbstverständlich für unsere Community ent-
scheiden. Und eine solche Entscheidung bedeutet immer auch ein entschiedenes Engagement
für uns, sei es sozial, kulturell oder finanziell. Aber auch politisch. Für ein solches Miteinander
politischer Entscheidung, das Bestehende zu bewahren und wirkliche Akzeptanz zu erreichen,
steht Rosa Liste, dafür setzte ich mich ein. Das gilt für den CSD. Aber auch für die Zukunft:
Wir sind füreinander da!

Euer Rosa Liste Stadtrat


Thomas Niederbühl

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Grußwort

So weit ist es also schon:


Nun kann die Münchner Community sogar runde
Geburtstage feiern. Nach dem 25-jährigen Jubiläum
des Christopher-Street-Day im vergangenen Jahr sind
es heuer gleich deren drei: das 20-jährige Bestehen
des Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums
Sub, das 10-jährige der Lesbenberatungsstelle LeTRa
und schließlich der 10. Jahrestag des Einzugs der
Rosa Liste ins Münchner Rathaus.

Schon das unterstreicht die Vitalität der schwul-lesbischen Szene in unserer


Stadt, und der diesjährige CSD wird es noch bekräftigen: Längst ist die Szene
zu einer anerkannten gesellschaftlichen Kraft, zu einem integralen Bestandteil
der Münchner Stadtgesellschaft und zu einem Aushängeschild Münchens als
Stadt der Toleranz und Weltoffenheit geworden.

Zwar fordert die allgegenwärtige Fußball-WM auch vom CSD ihren Tribut, statt
wie gewohnt im Juli geht es heuer erst am 2. August-Wochenende los.
Ansonsten aber wird sich der CSD wieder so präsentieren, wie wir ihn kennen
und schätzen: als buntes, schrilles und fröhliches Fest, aber auch als bedeu-
tendes politisches Forum. Und auch diesmal wird die Stadt ihre „Heiligen
Hallen“ weit öffnen und zum Clubbing ins Münchner Rathaus einladen.
Schließlich gilt das Motto „Wir sind füreinander da.“ auch für die Stadt.

Sehr gerne habe ich deshalb auch wieder die Schirmherrschaft übernommen,
wie in jedem Jahr seit 1994. Und schon jetzt freue ich mich darauf, alle, die
live dabei sind beim CSD 2006, am 12. August auf dem Münchner Marienplatz
herzlich willkommen zu heißen!

Christian Ude

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10 Jahre LeTRa

Lesbische
Vielfalt
Die Party ist für dieses Jahr noch lange nicht vorbei. Als an einem sonnigen angeboten. Als die spärlichen finanziellen Mittel
Tag im Mai die drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Lesben- der rot-grünen Stadtregierung für eine vernünfti-
ge professionelle Arbeit nicht mehr ausreichend
beratungsstelle LeTRa Ulrike Mößbauer, 42, Diana Horn, 31, und Rita Braaz, waren, warfen die beiden festangestellten
44, in ihren Arbeitsräumen in der Angertorstraße zum Gespräch bitten, Mitarbeiterinnen Ende 1995 das Handtuch. Eine
Handvoll Lesben bemühte sich, den Verein als
wirkt das Trio ein bisschen müde – aber glücklich. Am Tag zuvor wurde
Anlaufstelle für lesbische Frauen mit Tele-
ausgiebig ein Jubiläum gefeiert: das Zehnjährige von LeTRa mit Sekt- fonberatung, Infoabenden und Veranstaltungen
empfang, Reden und Büffet – eben alles, was zu einer gebührenden Feier ehrenamtlich am Leben zu halten und damit ein
politisch wichtiges Signal zu setzen – damals
dazu gehört.
schon dabei: Diana Horn, seit zweieinhalb

Zahlreiche opulent-bunte Blumensträuße doku-


mentieren die Fülle der Gratulantinnen und
Gratulanten. Sogar die Bürgermeisterin Christine
Strobel hat es sich nicht nehmen lassen, der
Lesbenberatungsstelle persönlich ihre Aufwar-
tung zu machen und deren Einsatz zu würdigen.
„Ganz lässig in Motorradlederjacke“, wie Diana
Horn grinsend anmerkt. Die LeTRa-Frauen hin-
gegen hatten sich aus gegebenem historisch-
feierlichen Anlass für schicke Anzüge und hoch-
hackige Schuhe entschieden. Lesbische Vielfalt
geht einher mit Stilvielfalt, sei es in Haares-
dingen oder Kleiderfragen. Alles ist möglich.

Die nächsten zwei Stunden sind eine spannende


und subjektive Zeitreise, in der es um die
Geschichte und Gegenwart der Lesbenbera-
tungsstelle dieser Stadt geht. Und das Erfreu-
liche daran: Es treten gleich mehrere (Erfolgs-)
Geschichten zutage: die der lesbischen Frauen,
die der lesbisch-schwulen Community, die der
Solidarität und die der Selbstbehauptung. Dass ist es nicht nur ein zehnjähriges, sondern ein Jahren als eine von zwei Sozialpädagoginnen bei
die Geschichte der Lesbenberatungsstelle sehr zwanzigjähriges Jubiläum. Denn bereits 1986 LeTRa tätig.
bewegt und stellenweise steinig war, und deren wurde der Grundstock für das heutige LeTRa
Ausgang völlig offen, daran wird von Ulrike gelegt, als engagierte Münchner Lesben den Mitte 1996 kam schließlich die Geburtsstunde
Mößbauer, Diana Horn und Rita Braaz auch in Verein Lesbentelefon gründeten. Aus dem von LeTRa, was kein Zufall war: Das im selben
noch anhaltender Feierlaune erinnert. Und Lesbentelefon ging dann LIB (das Kürzel für Jahr gewählte rot-grün-rosa Regierungsbündnis,
daran, dass dieser Erfolg an einem seidenen Lesben, Information, Beratung) hervor: Unter das erstmals der schwul-lesbischen WählerIn-
Faden hing und der Hartnäckigkeit und Ausdauer bescheidenen finanziellen und räumlichen neninitiative Rosa Liste ein Stadtratsmandat und
einer Handvoll Frauen zu verdanken ist. Und Rahmenbedingungen – die Beratungsstelle war Regierungsbeteiligung bescherte, machte städti-
dass sich in manchen Momenten glückliche in einem Hinterhof-Büro in der Dreimühlenstraße sche Lesbenföderung zum wichtigen Tages-
günstige politische Konstellationen am Horizont untergebracht – wurde Telefonberatung und ordnungspunkt. Ab sofort wurden Belange von
auftun. Aber der Reihe nach. Streng genommen Veranstaltungen durch zwei Sozialpädagoginnen lesbischen Münchnerinnen (und schwulen

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10 Jahre LeTRa
LeTRa präsentiert
den Film „Fremde Haut“
Freitag, 11. August 2006, 21 Uhr
im Atelier Kino

In „Fremde Haut“ erzählt Regisseurin Angelina Maccarone die


Geschichte der Iranischen Lesbe Fariba, die auf der Flucht vor
Verfolgung im Heimatland in der knallharten Wirklichkeit deut-
scher Asylpolitik landet. Das Portrait einer Kämpferin, die ver-
sucht ihren Platz im Leben zu finden, in einer anderen Kultur
anzukommen und eine neue Liebe zu wagen.

Jasmin Tabatabai (Fariba) zeigt uns mit einer Oscar-reifen


Schauspielleistung, diese Suche nach einem Leben in Würde.
Der Film macht deutlich, dass ein würdevolles Leben für eine
lesbische Migrantin frei sein muss von Rassismus und
Homophobie.

Anschließende Diskussion mit der Iranerin Saideh Saadat


vom Projekt LesMigraS, Berlin

Veranstaltungort:
Atelier Kino, Sonnenstr. 12,
Telefonische Kartenreservierung: (089) 59 19 18

1. Lesbisches Angertorstraßenfest
Samstag 5. August 14.00 – 22.00 Uhr

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10 Jahre LeTRa
Münchnern) ernst genommen und die schwul-
lesbische Szene hatte in Form ihres gewählten
Stadtratvertreters Thomas Niederbühl ein wichti-
ges Wörtchen in Haushaltsdingen mitzureden.

Der professionelle Betrieb von LeTRa wurde


zunächst mit einer halben Beratungsstelle für
eine Sozialpädagogin aufgenommen. Anfang
1997 kam bereits Ulrike Mößbauer die zweite,
heute noch bei LeTRa tätige Sozialpädagogin
dazu. Das Angebot der Lesbenberatungsstelle
konnte mit psychosozialer telefonischer und per-
sönlicher Einzel- und Paarberatung, Coming-
out-Gruppen und monatlichen Veranstaltungen
wieder professionalisiert und sogar ausgebaut
werden. Anfang 1999 wurde eine dritte Stelle für
Öffentlichkeitsarbeit geschaffen, die seit zwei-
einhalb Jahren Rita Braaz inne hat. Den vielleicht
wichtigsten – und sichtbarsten – Etappenerfolg
konnte LeTRa 2000 verbuchen: Den Umzug mit-
ten ins schwul-lesbische Viertel in die Anger-
torstraße unweit des Sendlinger Tors – und nur
einen Steinwurf entfernt von den Kollegen und
Kolleginnen des schwulen Zentrums Sub und Coming-out-Aspekt zentral. Das hat sich kom- Zwei Stunden Gespräch mit den LeTRa-Frauen
heute auch der Koordinierungsstelle für gleich- plett verändert“, stellt Ulrike Mößbauer fest. dokumentieren den Erfolg, die Vielfältigkeit und
geschlechtliche Lebensweisen. Die hellen und Heutzutage seien die Themen von lesbischen die Nowendigkeit ihrer Arbeit. Die LeTRa-
freundlichen LeTRa-Räume umfassen heute auf Frauen vielfältiger, erklärt Rita Braaz. Wichtig sei Mitarbeiterinnen und die Vereinsfrauen haben
rund 100 Quadratmetern einen von draußen ein- es, diese Vielfalt wahrzunehmen und die vielfäl- allen Grund, stolz auf ihre zehnjährige Geschich-
sehbaren Veranstaltungsraum mit Bibliothek und tigen Lebensrealitäten innerhalb der eigenen te zurückzublicken. Aber auf ihren Lorbeeren
Videothek und im hinteren Teil zwei Beratungs- vermeintlich homogenen Gruppe zu begreifen: ausruhen können und wollen sie sich nicht. So
zimmer, ein Büro und eine Teeküche. Was so „Es gibt die lesbische Metzgerin genauso wie die laufen die Vorbereitungen für zwei weitere
unspektakulär wirkt, ist ein Politikum: Hinter der lesbische Lehrerin, Transfrauen und Trans- Megaereignisse schon längst auf Hochtouren:
großen Fensterfassade des schmucken Altbaus männer, es gibt lesbische Migrantinnen wie auch Am 5. August steht eine Premiere ins (oder
verbirgt sich bayernweit die einzige städtisch die lesbische Unternehmerin und die erwerbslo- genauer: vor's) Haus: LeTRa feiert ab 14 Uhr das
geförderte professionelle Lesbenberatungsstelle. se Lesbe.“ Aber insgesamt ist doch sicherlich erste lesbische Angertorstraßenfest und lädt
Glücklich können sich die Lesben schätzen, die das Coming-out dank Lebenspartnerschafts- dazu „viele, viele Lesben und Schwule, Trans-
in München leben. gesetz, Christopher-Street-Day und Vorzeige- gender und Bisexuelle, Migranten und Migran-
Lesbe, Tatortkommissarin Ulrike Folkerts, viel tinnen, NachbarInnen, Freunde und Freundinnen
Neben den drei Hauptamtlerinnen leiten ein drei- leichter geworden? Diana Horn verneint das ent- ein“. Und eine Woche später demonstriert LeTRa
köpfiger Vorstand sowie sieben ehrenamtliche schieden: „Das Coming-out lautstark und fantasievoll als Mitveranstalterin
Mitfrauen die Geschicke des Vereins – ist gleich problematisch und des Christopher-Street-Day, dass 50.000
unterstützt von 90 Mit- krisenhaft wie vor zehn Münchner Lesben bei potenziellen Sorgen und
frauen. Im monatlichen Jahren. Es ist für die Be- Nöten – oder einfach nur, um Infomationen zu
Plenum werden Struk- troffene immer noch bei bekommen und um Spaß zu haben – getrost auf
turen und Inhalte regel- Familie und am Arbeits- LeTRa zählen können: Denn LeTRa ist für
mäßig hierarchiefrei erar- platz ein schwieriger, dich/uns da. Ganz im Sinne des Christopher-
beitet und diskutiert. LeTRa mitunter schmerzvoller Prozess.“ Von Street-Day-Mottos. Da darf die Party ruhig mal
richtet sein Angebot an wegen schöne neue Lesbenwelt. länger dauern und die LeTRa-Mitarbeiterinnen
50.000 lesbische Frauen in München sowie am nächsten Tag ein bisschen müde zu Arbeit
deren Angehörige und versteht sich als Bera- Gibt es so etwas wie ein typisches LeTRa- kommen.
tungsstelle, Treffpunkt und Veranstaltungsort Klientel? „Die Bandbreite ist groß“, berichtet Marion Hölczl
zugleich. Die Liste der Aktivitäten ist lang: Neben Diana Horn, „von der Arbeiterin bis zur Aka-
professioneller psychosozialer persönlicher, tele- demikerin, meist im Alter von 30 bis 50 Jahren.“ Kontakt:
fonischer und E-Mail-Beratung für einzelne „In den unterschiedlichen Themen spiegeln sich LeTRa – Lesbenberatungsstelle
Lesben und Paare gibt es Coming-out-Gruppen die vielfältigen Lebensrealitäten“, erläutert Rita Angertorstr. 3 · 80469 München
sowie Treffen von lesbischen Müttern, Lesben ab Braaz: „Einige Lesben benötigen eher kurze Fon & Fax 089/725 42 72
50, jungen Lesben, lesbischen Migrantinnen und Informationen und Beratungen zu Themen wie info@letra.de · www.letra.de
Eltern von lesbischen und schwulen Kindern. In Absicherung der Partnerschaft, Fragen zur
weiteren offenen Angeboten können sich Lesben Szene oder nach Treffpunkten. Andere Klientin- Telefonzeiten: Mo / Mi 14.30 – 17.00 Uhr
informieren und Kontakte knüpfen. nen brauchen längerfristige Unterstützung und Di 10.30 – 13.00 Uhr
Krisenintervention etwa im Coming-out, in
Wie sieht das LeTRa-Trio die Anfänge der Beziehungs- oder Trennungskrisen oder in der Spendenkonto:
Beratungstätigkeit und die Entwicklung bis hin Verarbeitung von Diskriminierungserfahrungen Stadtsparkasse München 701 500 00
zur Gegenwart? „Vor zehn Jahren war der und lesbenfeindlicher Gewalt.“ Kontonummer 13-138540

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20 Jahre SUB

20 Jahre selbstbestimmtes
schwules Leben in München
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len auch in diesem Jahr offen und selbstbewusst denkba berbürg Kulturzentrum. Und das nicht nur als
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zu unserer Runde durch die Stadt an, um auf Christian schwul-les- Veranstalter des Münchner CSD, den der Sub
unsere Forderungen, unsere Kultur, unseren bischen Szene vorangebracht. e.V. zusammen mit der Lesbenberatungsstelle
Lebensstil aufmerksam zu machen. Selbstver- Längst ist München mit seinem vielfältigen An- LeTRa, der Münchner Aids-Hilfe und der Rosa
ständlich ist das keineswegs. Noch Mitte der gebot an Lokalen, Clubs, Events und Beratungs- Liste organisiert, sondern als Impulsgeber und
1980er Jahre bestand der CSD aus einem stellen zu einer der ersten Adressen der Szene in Motor für ein selbstbewusstes und selbstbe-
Häufchen mutiger Demonstranten, die einmal im Deutschland geworden. Und längst spricht die stimmtes schwules Leben in unserer Stadt.
Jahr – eskortiert von Polizisten mit Gummi- Stadt damit gezielt auch schwule und lesbische Natürlich gab es schon früher Treffpunkte für
handschuhen, beschimpft von Passanten – den Touristen an. Die früher verteufelte „Abweichung Schwule in München. Die kommerzielle Szene
Schritt an die Öffentlichkeit wagten, um z.B. von der Norm“ wird heutzutage in der Gesell- und die politische Schwulenbewegung, damals
gegen die diskriminierende bayerische Aids- schaft zumindest toleriert, in vielen großen „Subkultur“ genannt, führten nach der Ent-
Politik zu protestieren. Welch ein Wandel hat sich Städten akzeptiert und teilweise – wie in Mün- schärfung des Paragraphen 175 StGB schon
seither vollzogen! Inzwischen ist nicht nur der chen – sogar gefördert. Anfang der 70er Jahre ihre eigenen Kneipen,
Christopher-Street-Day zum fröhlich-bunten Saunen, Teestuben und Zentren. Bis sich die
Massenauflauf geworden. Auch die EuroGames Diesen Wandel gestaltet nun seit 20 Jahren eine schwule Gemeinde aber ganz selbstverständlich
haben 2004 die gesellschaftliche Akzeptanz der Einrichtung der Szene mit: das Sub, Münchens offen zeigen konnte, sollten noch einige Jahre
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20 Jahre SUB
ins Land ziehen. Diejenigen, die sich für homo- auch die neue Generation von Schwulen (und
sexuelle Interessen einsetzten, mussten nicht Lesben!) für die Münchner Szene organisieren.
wenig Mut aufbringen. Sie riskierten Karriere und Freut euch auf Lesungen, Ausstellungen,
Ansehen; nicht wenige auch körperliche Gewalt. Podiumsdiskussionen, eine Filmnacht, Action-
Shows und Partys, Partys, Partys. Für jeden
Als sich am 4. September 1986 die Gruppen der ist etwas dabei. Höhepunkte des Programms
Münchner Schwulenbewegung unter dem Dach sind am 19. August das Hans-Sachs-Straßenfest
des Sub zusammenschlossen, um gemeinsam und die „Pink Ballroom“-Geburtstagsparty des
für Gleichberechtigung zu kämpfen, brach in Sub am 2. September in der Muffathalle. Wir fei-
München eine neue Ära an. Ein einziges Schwu- ern unseren Geburtstag in diesem Jahr also
lenzentrum sollte die Kräfte der Schwulenbewe- gleich zweimal. Aktuelle Infos findet Ihr unter
gung bündeln. Denn die zersplitterte Münchner www.subonline.org.
Schwulenbewegung hatte sich ausgerechnet zu
einem Zeitpunkt als schwach erwiesen, als die Münchens Szene ist ins Licht getreten. Die
Schwulen einerseits durch Aids, andererseits Besucher, Gäste, Mitarbeiter und Helfer des Sub
durch die restriktive Anti-Aids-Politik eines Peter haben – trotz der immer schwierigen Finanzlage
Gauweiler bedrängt wurden. Mit dem Sub- eigene Selbstbewusstsein in einer heterosexuell – ihren Teil dazu beigetragen. Vor allem den vie-
Infoladen für schwule Männer gab es ab 1988 geprägten Welt. Es ist Bürgerzentrum, Informa- len, vielen ehrenamtlichen Helfern wollen wir an
einen täglich geöffneten, zentralen Treffpunkt mit tionsforum, Selbsthilfezentrum und Party-Location; dieser Stelle danken. Aber auch den vielen
Beratung, Information, Archiv, Bibliothek und die Fäden im Netz, das das Sub mit der schwulen Spendern und vor allem der Stadt München
Café. Das neue Schwulenzentrum agierte zudem Münchner Szene verbindet, sind kaum sichtbar, sowie dem Land Bayern gebührt unser Dank.
nicht gegen die kommerzielle Szene, sondern aber dicht geknüpft und stark. Es sind die Ohne ihre Förderung wäre das Sub nicht, was es
verstand sich als alternativer Teil von ihr. Schwulen dieser Stadt, die dem Zentrum seine ist. Heute stehen wir vor neuen Herausforderun-
Noch heute ist das Sub mit seinen zahlreichen vielen Facetten und seinen familiären Charme gen. Nach allem, was in Politik und Gesellschaft
Freizeit- und Selbsthilfegruppen, der psychoso- erhalten haben. Den sich verändernden Rahmen- erreicht wurde, richten wir unseren Blick ver-
zialen Beratungsstelle, seiner HIV-Prävention bedingungen konnte sich das Sub immer anpas- stärkt nach innen. Unter dem Motto „Wir sind
sowie den Informations- und Serviceeinrichtun- sen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, was der füreinander da“ fragt der CSD 2006 nach dem
gen Sammelbecken für viele unterschiedliche inzwischen etablierte „HIV-Test im Sub“ und das Stellenwert der schwulen Community, ihrem
Interessen, Gruppen und Angebote. Das Sub ist Schwule Patenprojekt beweisen. Zusammenhalt und der Identität, die sie stiftet.
unauffällig, für viele nur ein Café in der Müller- Brauchen wir sie heute noch? Wie wollen wir
straße 43. Es arbeitet still hinter den Kulissen Die Vielfalt ist es denn auch, die den 20-jährigen miteinander umgehen? Der CSD 2006 blickt in
und sorgt dafür, dass die Szene da draußen Geburtstag des Schwulen Kommunikations- und die Zukunft und hat dabei immer auch die Ver-
funktioniert: eine riesige Szene, die sicher sein Kulturzentrums zu etwas ganz Besonderem gangenheit im Blick, in der sich – auch mit Hilfe
kann, dass jemand da ist, wenn das Leben macht. Noch bis September finden im Sub und in des Sub – ein tolerantes und buntes Leben in
Kapriolen schlagen will. Das Sub ist ein Stück der ganzen Szene unter dem Motto „20 Jahre – unserer Stadt entwickeln konnte. Das feiern wir
Fundament für das persönliche Wohlbefinden 20 Wochen“ 20 Wochen lang Veranstaltungen heute. Zum Zwanzigsten alles Gute!
der Homosexuellen der Stadt und auch für das statt, die die „Gründer“ der Bewegung, aber Oliver Tietze, Michael Herweg, Conrad Breyer

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rosa, o de r?
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sc hwule Welt

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B lic
k in Wir leben in einer Zeitphase,
die man in Deutschland als die „Wo-
wereitisierung“ der Nation bezeichnen könnte.
Sie erweckt den Anschein, dass Homosexualität in
Ei

der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Lesben und


Schwule gelten zunehmend als „normal“. Es scheint, als ob
es möglich wäre, endlich die lange Geschichte der Verfolgung
der Homosexuellen nicht nur beenden, sondern auch verges-
Sehen wir uns also den Zustand der schwulen Einen Boom sen zu können. Die Gesellschaft fördert diese Sichtweise, da
Lebensbereiche an. Zunächst ist festzustellen, erlebt dage-
dass der Bereich, der die traditionelle schwule gen ohne
damit für sie die Entlassung aus der jahrhundertealten
Szene darstellt, nämlich die schwulen Lokale, Zweifel der Täterrolle möglich wird, die Schwulen fördern diese
sich sehr verändert: Die Aufhebung der Grenze virtuelle Teil der Sichtweise, weil sie es leid sind, Opfer zu sein. Die Folge
zwischen „schwul“ und „nicht-schwul“ ist hier schwulen Sze-
am deutlichsten zu beobachten. Die jetzt nach- ne. „Deutschlands
dieser Entwicklung ist ein Verschwinden der
rückende schwule Generation zeigt beim größte Szeneknei- Unterschiede zwischen Homo- und Heterosexuel-
Ausgehen ein sehr verändertes Nutzungs- pe“ Gayromeo platzt len, das letztendlich auch zu einer
verhalten: Es sind einerseits keine festen Orte Abend für Abend zahlen-
mehr, sondern eher Partys an unterschiedlichen mäßig aus den Nähten. Ver- Identitätskrise der „klassischen“ börsen da-
„Locations“, welche genutzt werden, anderer- blüffend ist, welche Bedürfnisse schwulen Szene führt. mit zusammen-
seits werden die bestehenden Angebote immer hier sichtbar werden. Ein immenser hängt, dass die virtu-
„multisexueller“ – zumindest ist dies ein Etikett, Wunsch nach Kontakt zu anderen schwulen ellen Kontakte besser kontrol-
welches man sich offensichtlich gerne geben Männern innerhalb einer geschlossenen lierbar sind: Genauso leicht wie man den Kontakt
will. Eine schwule Szene als Ort, an dem Community ist unübersehbar. Wieso kann dieser eingehen kann, kann man ihn auch beenden und
Schwule unter sich sind, gibt es immer weniger Wunsch nach einem dezidiert schwulen Umfeld die erneute Kontaktaufnahme durch Abblocken
und die noch bestehenden klassischen schwulen in der virtuellen Welt scheinbar besser ausgelebt unterbinden. Zudem erleben viele Schwule den
Lokale verlieren zunehmend ihren Identitäts-stif- werden als in der realen Welt? Wir gehen davon „Rausch der ersten Wochen“: Alles Männer, alle
tenden Einfluss auf schwule Männer. aus, dass der Run auf die Internet-Kontakt- zu haben, es scheint, als ob Gittes Schlager-
Wunsch „Ich will alles, ich will alles und zwar
sofort“ hier prompt erfüllt werden könnte. Später
kommt einem die virtuelle Szene dann doch oft
wie eine komprimierte Form der realen Szene
vor. Die anderen schwulen Männer wirken auch
hier „arrogant und oberflächlich“ und es kann
auch ganz schön wehtun, wenn man sich plötz-
lich auf seinen sexuellen (Un-)Wert reduziert
fühlt.

Ein anderes aktuelles, auffallendes und Auf-


sehen erregendes Phänomen der schwulen
Szene ist das „Barebacking“. Barebacker versto-
ßen gegen eine zentrale schwule Norm, sozusa-
gen das erste schwule Gebot, nämlich Safer Sex
zu machen. Über dieses Vergehen ist quasi eine
schwule Szene innerhalb der schwulen Szene
entstanden, deren Merkmale wiederum an die
schwule Szene vor Aids und vor der Libe-
ralisierung erinnern: Sie definiert sich über
(ungeschützte) Sexualität und erfährt Ablehnung
durch die etablierte Gesellschaft – auch die
schwule. In der Folge entsteht hier eine solidari-

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Münchner Szene

sche Gruppe, die unter ihren Mitgliedern große auch eine Projektionsfläche für die Probleme je eine Frage der Lust und weniger eine Frage
Nähe zulässt: Mit dem Verzicht auf den Gummi und Beschädigungen war, die Schwule an sich der Not. Daraus könnte auch eine Kneipenszene
wird jede Grenze zum anderen aufgehoben, es selbst nicht wahrnehmen wollten: entstehen, die einerseits durchaus eindeutig
gibt keine größere Nähe als die, die auch eine • Viele Schwule trugen in sich Gefühle von schwul-lesbisch ist, andererseits aber auch bun-
möglicherweise tödliche Krankheit in Kauf nimmt Familienlosigkeit und Heimatlosigkeit, und ter und vielfältiger sein kann als bisher. Die
– sei es nun beim verliebten schwulen Paar oder haben daher die Szene nicht als Heimat Aufspaltung in einzelne Szenen bedeutet aber
in Bareback City. Wie bei Gayromeo wird hier ein erleben können. auch, dass Veranstaltungen wie dem CSD, den
überwältigender Wunsch nach Nähe und Bin- • Viele Schwule haben ihre Sexualität abge- schwul-lesbischen Straßenfesten, den Euro-
dung zu anderen schwulen Männern deutlich. spalten, weil sie nicht so recht wussten, wie games und auch schwulen bzw. schwul-lesbi-
die diskriminierte schwule Sexualität in eine schen Zentren eine zunehmende Bedeutung als
Ein weiteres Phänomen ist die Entstehung „normale“ Gesamtpersönlichkeit integriert verbindendes Element zukommt.
schwuler Gruppen mit speziellen Inhalten: werden konnte – und haben dann ihre
Schwule Sportgruppen, schwule Glaubens- Szene als sehr sexualisiert erlebt: Hier wol- Was Gayromeo, Barebacking und der schwul-
gemeinschaften, schwule Berufsverbände etc. len ja alle nur ficken. lesbische Sportverein deutlich machen, ist ein
und auch die schwulen Sexpartys nehmen gera- • Viele Schwule haben ihre Männlichkeit als großer Wunsch nach einer Community, die nicht
dezu explosionsartig zu. Je mehr die Unter- beschädigt erlebt und empfanden Hetero- aus lauter einsamen Wölfen besteht. Sie spie-
schiede zwischen Homo- und Heterosexualität Männer als die „richtigeren“ Männer. Und geln den Wunsch nach Beziehungen wider, in
aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwin- ganz klar: In der Szene waren nur Tunten denen man füreinander da ist, in denen man
den, also je „normaler“ Schwule und Lesben unterwegs. seine Bedürfnisse und auch Schwächen zeigen
werden (und auch je bunter die Gesellschaft In Folge wurde die Szene für viele zu einem pro- kann. Die schwule Szene kann ein Ort sein, an
wird), desto mehr zeigt sich das Bedürfnis nach blematischen Ort weil dort die Probleme spürbar dem die Beteiligten aufgrund ihrer eigenen
Eindeutigkeit, Identität und Gruppenzugehö- waren, die sie selbst bei sich nicht haben woll- schmerzhaften Erfahrungen mit Vereinzelung
rigkeit in Unterszenen. ten. Lag früher die Lösung dieses Konfliktes oft- und Ausgrenzung beschließen, diese in ihrer
mals einzig im Rückzug aus der Szene so bieten Umgebung nicht mehr fortzuführen.
Diese Unterszenen sind Teil der zunehmenden sich heute Möglichkeiten, eine Szene zu schaf-
Differenzierung und Weiterentwicklung der fen, in der man seine Gefühle und Wünsche ent- Ein Ort, an dem auf vielfältige Weise ein unterstüt-
„schwulen Szene und damit auch Ausdruck der weder besser kontrollieren kann (wie im Internet) zender Umgang mit Verletztheit und Unsicherheit
schwulen Emanzipation. Gleichzeitig bieten sie oder in der es um ein spezifisches, nicht an sich möglich wird. Ein Ort, der eine Alternative sowohl
aber auch die Möglichkeit, etwas gemeinsam mit schwules Interesse geht (wie im Sportverein, im zu den Erfahrungen der Vergangenheit bietet, wie
anderen schwulen Männern machen, Kontakt zu Berufsverband usw.). Dort können dann die auch zu den Tendenzen der Gegenwart, in der
anderen Schwulen zu haben, ohne diesen Bedürfnisse nach Identität und Zugehörigkeit zu Menschlichkeit nach dem Gewinner-Prinzip verge-
Kontakt primär über das Schwulsein an sich einer schwulen „Familie“ besser befriedigt wer- ben wird. Angesichts der derzeitigen gesellschaft-
definieren zu müssen. Sie kommen damit auch den als in der klassischen, als schwierig erlebten lichen Entsolidarisierung könnte eine schwul-lesbi-
dem Bedürfnis entgegen, eine schwule Welt zu schwulen Szene. sche Gemeinde, deren Mitglieder sich um einan-
schaffen, die, weil sie auf bestimmte Themen der kümmern, ein zukunftweisendes Modell für die
und Inhalte bezogen ist, besser funktioniert und Aus dieser Entwicklung entsteht auch eine Entwicklungsfähigkeit und das Zusammenleben
dadurch als weniger beschädigt erlebt wird als Chance für die bisherige Szene: Indem wesentli- von Menschen werden. Dass das Potenzial dazu
die „klassische“ schwule Szene. che Bedürfnisse anderweitig befriedigt werden vorhanden ist, hat sich im Umgang mit Aids
können, entsteht z.B. eine Entlastung für die gezeigt.
Wie ist es dazu gekommen, dass die schwule klassischen schwulen Lokale. Man ist nicht mehr
Szene als so schwierig erlebt wird? Vielleicht hat in der Form auf sie angewiesen, wie es früher Für diese Aufgabe sind neben den virtuellen
das auch damit zu tun, dass diese Szene immer der Fall war. Dort hinzugehen ist also mehr denn auch reale Orte nötig, an denen Begegnungen

16
Münchner Szene
und Auseinandersetzungen aller Teile der
schwul-lesbischen Gemeinde stattfinden und
gebündelt werden können. Dafür sind stellt sich vor
Institutionen wie Sub, LeTra, Rosa Liste und die
Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche
Lebensweisen wichtig. Gemeinsam sind wir stark
Ihre Zukunft liegt darin, die unterschiedlichen Lambda-Bayern ist der Dachverband der LesBi- Leiterausbildung bis hin zu Freizeitangeboten für
Teile der Szene zu einem identitätsstiftenden und Schwulen Jugendarbeit in Bayern und hat seit ca. alle Jugendlichen. Und für alle, die gerne eine
entwicklungsfördernden Dialog zusammenzu- einem Jahr seine aktive Arbeit aufgenommen. Jugendgruppe in Ihrer Gegend gründen wollen,
bringen. Funktionieren kann dies allerdings nur, Bereits jetzt sind wir freier Träger der Jugendhilfe sind wir mit Sicherheit der richtige Ansprech-
wenn sich Schwule und Lesben auch in diese und Mitglied im Bayerischen Jugendring und kön- partner.
Stellen einbringen. nen damit unseren Mitgliedsgruppen auch einiges
bieten. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, in Aber als Dachverband übernehmen wir auch die
Angesichts der beschriebenen Entwicklung Bayern ein enges Netz von LesBiSchwulen Ju- politische Lobbyarbeit für junge Lesben, Schwule,
erscheint es verständlich, dass der CSD weniger gendgruppen aufzubauen und damit auch öffent- Bisexuelle und Transgender in Bayern. So setzen
politisch geworden ist. Die Bedürfnisse, die lich präsent zu sein. wir uns für die Aufnahme der Thematik „Homo-
heute aktuell sind, wirken z.T. zu individuell und sexualität“ in die Lehrpläne ein und werben in ganz
privat, als dass man sie mit einem Transparent Bereits jetzt sind alle existierenden bayerischen Bayern für Toleranz, weil Deubach, Gaukönigsho-
deutlich machen könnte. Leicht war es zu sagen: Jugendgruppen bei uns Mitglied. So treffen sich fen, Mitterteich und Kochel eben nicht München
„Weg mit dem §175“. Schwieriger ist es, mit bei uns Jugendliche aus Würzburg, Bamberg, sind.
dem Transparent „Ich hätte gerne eine solidari- Nürnberg, Neu-Ulm, Kempten, Landsberg am
sche schwule Familie“ auf dem CSD vertreten zu Lech, Erlangen, Cham und München, um gemein- Wir bilden auch eine Anlaufstelle für alle Jugend-
sein. Vielleicht kündigt ja das Motto des diesjäh- sam neue Wege für die LesBiSchwule Jugend- lichen auf dem Land, die bisher keinen Kontakt zu
rigen CSD einen entsprechenden Paradigmen- arbeit zu entwickeln. anderen LesBiSchwulen Jugendlichen haben und
wechsel vom Kämpfen zum Kümmern an: Wir bieten mit unseren Freizeitfahrten eine Plattform
sind füreinander da! Dabei wollen wir die einzelnen Jugendgruppen vor für alle betroffenen Jugendlichen. Deshalb sind wir
Ort in ihrer Arbeit unterstützen. Angefangen bei nicht nur füreinander, sonder vor allem auch für
Die Mitarbeiter der Sub – Beratungsstelle für strukturellen Fragen wie Vereinsgründungen und dich da!
schwule Männer Aufnahmen in die Kreisjugendringe, über die Weitere Infos unter: www.lambda-bayern.de

Jürgen E. Leske
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17
Rosa Liste
Stolze Bilanz der Münchner Lesben und Schwulen:
Zehn Jahre Rosa Liste im Rathaus

„Wir haben den CSD


groß gemacht“

Dass wir miteinander den Münchner CSD veran-


stalten, ist für Rosa Liste seit 17 Jahren, seit es wurde eine Koordinierungsstelle für gleichge-
uns gibt, selbstverständlich. Dass der CSD in schlechtliche Lebensweisen eingerichtet, die
Münchens „guter Stube“, dem Marienplatz, statt- Gleichstellungspolitik nicht nur fest in der Verwal-
findet, dass dort die Regenbogenfahnen wehen, tung verankert, sondern auch die Zusammenarbeit
dass Oberbürgermeister Christian Ude als CSD- der Gruppen und Initiativen vernetzt.
Schirmherr mit Rosa Liste die CSD-Polit-Parade
anführt, dass am Abend das Rathaus zur Party- Es ist also gar keine Fragen, dass wir miteinander
nacht seine Pforte öffnet: Das alles war vor 10 füreinander da sind. Und trotzdem schauen wir mit
Jahren nicht selbstverständlich. In dieser Entwick- Sorge in die Zukunft: Wirkliche Gleichstellung
lung des CSD spiegelt sich die Erfolgsgeschichte haben wir noch nicht erreicht; die katholische
der Rosa Liste wider. Darauf sind wir auch stolz. Kirche profiliert sich zunehmend homophob;
Das können wir in diesem Jahr auch feiern. Gewalt ist nicht nur ein Thema in Osteuropa;
Toleranz kommt immer wieder an ihre Grenzen;
Denn seit 1996, also 10 Jahre, vertritt Thomas unser Viertel verändert sich; viele in der Szene
Niederbühl als Rosa-Liste-Stadtrat die Community richten sich bequem in Nischen ein.
der Münchner Lesben, Schwulen und Transgender
im Rathaus. Das ist immer noch einmalig in Deshalb halten wir das CSD-Motto „Wir sind für
Europa. einander da“ auch für eine kritische Frage und
engagierte Aufforderung für die Zukunft: Wie wir
Mit ihm ist Rosa Liste im Münchner Stadtrat zur uns für unser Coming-out entschieden haben, soll-
Anwältin, Initiatorin und zum Motor schwul-lesbi- schwul-lesbische Aufschwung hat das Leben für ten wir uns auch selbstbewusst und selbstver-
scher Politik geworden; einer Politik, die nicht nur Lesben und Schwule in München leichter ständlich für unsere Community entscheiden. Und
Diskriminierung bekämpft und Gleichstellung in gemacht. Viele konkrete Verbesserungen für eine solche Entscheidung bedeutet immer auch
allen Gesellschaftsbereichen will, sondern sich Lesben und Schwule konnten in der Frak- ein Engagement für uns, sei es sozial, kulturell
auch auf die kulturellen, sozialen, gesundheitlichen tionsgemeinschaft mit den Grünen in einer ver- oder finanziell. Aber auch politisch. Für ein solches
und sonstigen Bedürfnisse von Lesben, Schwulen lässlichen rot-grün-rosa Regierungskoalition mit Miteinander politischer Entscheidung, das Beste-
und Transgender konzentriert. Als akzeptiertes und Oberbürgermeister Christian Ude durchgesetzt hende zu bewahren und wirkliche Akzeptanz zu
unterstütztes Sprachrohr der Szene konnten wir für werden. So wurden Szene-Einrichtungen besser erreichen, steht Rosa Liste. Das gilt auch für die
mehr Sichtbarkeit, nicht nur beim CSD, und eine gefördert, Antidiskriminierungsbestimmungen Zukunft: Wir sind füreinander da!
deutliche Klimaverbesserung sorgen. Dieser durchgesetzt, die Ordnungspolitik liberaler. Und es www.rosaliste.de

18
Rosa Liste
Beppo Brem, Rita Braaz,
Vorsitzender Team München e. V., Vorstand Sportbeirat CSD-Pressesprecherin:
der Landeshauptstadt München:
„Neben nachweisbaren Erfolgen gibt es die unschätzbar
„In der Politik zählt nur das Motto „Mittendrin statt nur wertvolle Wirkung der Rosa Liste für das Bild von Lesben und
dabei“, deshalb macht es einen gewaltigen Unterschied, ob Schwulen in der Öffentlichkeit. Als Pressesprecherin des CSD
Münchens Schwule und Lesben, Transgender und Bisexuellen mitten auf dem und aus der Erfahrung meiner Arbeit als Fachfrau für Öffent-
Spielfeld oder nur am Spielfeldrand stehen. Im Stadtrat wird das Zusam- lichkeitsarbeit in der Lesbenberatungsstelle LeTRa heraus weiß ich, wie wich-
menleben aller Münchnerinnen und Münchner diskutiert und entschieden! tig dieses sichtbare Wirken ist. Das Motto des diesjährigen CSD „Wir sind
Viele Projekte, auf die wir so stolz sind – und persönlich denke ich da natür- füreinander da“ ist auch Grundgedanke der Rosa Liste.“
lich an die EuroGames 2004 – wären ohne die direkte Fürsprache unseres
Stadtrats Thomas Niederbühl nicht denkbar. Selbst die fulminante Entwicklung
des schwul-lesbischen Sports in München, dem heute 1.000 Mitglieder ange-
hören statt noch weniger als die Hälfte vor 10 Jahren, ist durch die politische Cornelia Bumes,
Arbeit der Rosa Liste im Stadtrat und die Unterstützung gegenüber der Stadt- Vorsitzende von „diversity München“ (Dachverband
verwaltung ermöglicht worden.“ der LesBiSchwulen Jugendgruppen in München)
und dessen Trägerverein „Gleich & Gleich – LesBiSchwule
Jugendhilfe e.V.“:

Sebastian Frietinger, „Mit Thomas Niederbühl sitzt ein Mann im Stadtrat, der
Vorsitzender von diversity München immer ein Ohr für die Wünsche und Bedürfnisse der Szene hat(te) und szene-
und dem Trägerverein Gleich & Gleich LesBiSchwule nahe Politik betreibt. Die städtische Koordinierungsstelle für gleichgeschlecht-
Jugendhilfe e. V.: liche Lebensweisen und die Lesbenberatungsstelle „LeTRa“ in ihrer heutigen
Form sind nur zwei der durch maßgeblich sein Engagement im Stadtrat ent-
„München ist unter der Arbeit der Rosa Liste zu einer attrak- standenen bzw. groß gewordenen Kinder. Auch die Jugend findet bei Thomas
tiven Stadt für viele Homosexuelle geworden. Dennoch stehen Niederbühl besondere Berücksichtigung, und so hoffe ich, dass er – so wie
noch einige Aufgaben vor uns. Eine der dringlichsten aus der Sicht von diver- schon bei LeTRa – auch für das von diversity München gewollte LesBiSchwule
sity ist mit Sicherheit die Schaffung eines LesBiSchwulen Jugendzentrums für Jugendzentrum für München Geburtshelfer sein kann.“
die Stadt München. Und gerade hier freut es uns, dass sich die Rosa Liste
maßgeblich engagiert und sich vorbildlich für unsere Belange einsetzt.“

Rolf G. Klaiber,
Buchladen Max & Milian

„Ich hätte gerne die Rosa Liste!“ kam kürzlich ein Mann in
den Buchladen. Ich war kurz verwirrt, bis ich merkte, dass
er gerne das „Rosa München“, das schwullesbische Bran–
chenbuch wollte. Es gibt Dinge in München, die gibt es in
anderen deutschen Städten nicht oder nicht so oder noch nicht so lange und
der berühmte „Rest der Republik“, der ja oft Nase rümpfend auf die bayeri-
sche Landeshauptstadt blickt und hier eben weißblauen Mief erwartet, muss
sein Weltbild eben dann zurecht rücken. Man kann mit Fug und Recht sagen:
Volunteers gesucht!
Ohne die Rosa Liste würde vieles in der schwulen und lesbischen Szene sicher
nicht (mehr) existieren und, na klar, ist sie ein leuchtender Stern am Münchner Ihr habt zwischen dem 11. und 13. August Zeit und Lust, verant-
Homo-Himmel! Und das ist gut so. Glückwunsch!“ wortungsvolle Aufgaben zu übernehmen, dabei neue Leute kennen
zu lernen und Euch für die Community zu engagieren?

Dann seid Ihr bei uns genau richtig! Das CSD-Team sucht
Diana Horn, Verstärkung für folgende Aufgabenbereiche:
Mitarbeiterin der Lesbenberatungsstelle Letra:
■ Security
„Ihr ermöglicht mir und vielen anderen Frauen durch eure
■ Promotion
politische Arbeit ein wirklich „lesbenswertes“ Leben in
München. Nicht nur, dass die Rosa Liste die Atmosphäre ■ Aufbaukoordination
dieser Stadt durch ihren Einsatz für Toleranz und Gleichberechtigung gegen- ■ Künstlerbetreuung
über Lesben und Schwulen bahnbrechend beeinflusst, sondern sie prägt auch
maßgeblich unsere lesbisch-schwule Infrastruktur. So ist mir als LeTRa-Mit-
arbeiterin an dieser Stelle besonders wichtig hervorzuheben, dass es die Les- Bei Interesse wendet Euch an
benberatungsstelle in der jetzigen Form, nämlich mit zwei Vollzeitstellen und Nina Grote per E-Mail „volunteers@csd-munich.de“
den großen, sichtbaren Räumlichkeiten mitten im lesbisch-schwulen Viertel, oder telefonisch (089) 54 333-213 / (0173) 86 20 381.
ohne das Engagement von Thomas Niederbühl bei den Zuschussver- Wir freuen uns auf Euch!
handlungen nicht geben würde.“

19
MüAH

Bleib negativ.
Es lohnt sich!
Wieder so ein blöder Spruch von der Aids-Hilfe!
Könnte man meinen. Unsere Erfahrung zeigt Wir wollen mit unserer Kampagne die Leute
jedoch etwas anderes. Die meisten gehen wie anstoßen, sich mal ernsthaft zu fragen „Will ich schlucken. Wir finden, der Vergleich der erfreuli-
selbstverständlich davon aus, dass jeder negativ wirklich negativ bleiben? Was tu ich dafür?“ Wir chen und der unerfreulichen Folgen spricht für
bleiben will. Beispiel: der Spruch „Bleib gesund“ wollen zeigen, was angenehme und unangeneh- sich: Es lohnt sich tatsächlich, negativ zu bleiben
hat seine Berechtigung, weil zwar alle gesund blei- me Folgen einer HIV-Infektion sein können. Wir und dafür beim Sex gewisse Einschränkungen in
ben wollen, aber die wenigsten sich auch aktiv wollen zum Diskutieren und zum Nachdenken Kauf zu nehmen!
darum kümmern, indem sie sich etwa gesund anregen und hoffen, etwas mehr Bewusstsein zu
ernähren oder Sport treiben. Ähnlich ist es heute schaffen und wieder etwas mehr Bereitschaft, Komischerweise wird uns von manchen Kritikern
mit dem „Negativ bleiben“: Alle wollen negativ blei- für die eigene Gesundheit etwas zu tun. Es ist ja der Kampagne vorgeworfen, wir würden unge-
ben, so gut wie niemand legt es wirklich bewusst wirklich recht verlockend, in gewissen Situa- schützten Sex zwischen Positiven verherrlichen
darauf an, sich zu infizieren. Aber immer weniger tionen auf ein Kondom zu verzichten. Und das und so dafür sorgen, dass sich mehr Leute infi-
schwule Männer tun aktiv was dafür, dass das Leben mit HIV scheint ja wirklich nicht mehr so zieren, weil sie fortan auch im Garten der unein-
auch so bleibt. Immer mehr Männer gehen immer schrecklich zu sein wie noch vor 10 Jahren. Viel geschränkten, hemmungslosen Lust wandeln
öfter beim Sex Infektionsrisiken ein, im Glauben mehr Spass für ein klein wenig Einschränkung können. Am besten, man verschwiege den Fakt,
„es wird schon nichts passieren“. Manche denken (Pillen)? Wir finden: so klein sind die durch eine dass Positive meist kein Risiko eingehen, wenn
auch „wenn’s passiert, ist es ja nicht so schlimm, HIV-Infektion hervor gerufenen Einschränkungen sie miteinander ungeschützt schlafen. Erziehung
es gibt ja Pillen.“ nicht. HIV bedeutet leider mehr als ein paar Pillen durch Verschweigen? Großartige Idee! Das
bringt mich zum Motto des CSD „Wir sind fürein-
ander da!“ Sind wir das wirklich? Der Vorwurf an
die Aids-Hilfe, nicht genug oder das Falsche
gegen die Neu-Infektionen zu tun, ist ja nicht
neu. Mal heißt es, wir müssen den Leuten mehr
Angst machen, mal, wir müssen Leute, die sich
beim Sex nicht schützen anprangern. Wenn wir
differenzierte Informationen geben zu mehr oder
weniger riskanten Praktiken, heißt es gleich, das
dürfe man nicht, das sei verwirrend und würde
die Leute nur zum unsafen Sex verführen. Dass
solche, wie ich finde, unsachliche Kritik, von
außen kommt, muss ich wohl hinnehmen. Meist
kommt diese Art von Kritik aber von Innen, also
aus der Community. Ich habe natürlich nichts
gegen Kritik, im Gegenteil. Ich ärgere mich aber
über gebetsmühlenartig vorgetragene Varia-
tionen desselben Leitthemas: Wir (die Aids-Hilfe)
sollen gefälligst dafür sorgen, dass die Schwulen
sich nicht zu sehr gehen lassen, dass der Sex
schön sauber, ordentlich und sicher abläuft …
und hoffentlich nicht allzu viel Spaß macht. Und
ich ärgere mich darüber, dass solche Kritiker
dann auch lieber andere Organisationen mit
Spenden bedenken und das auch noch ganz
stolz überall erzählen. Unter „Füreinander da
Christopher Knoll und Guido Vael präsentieren das Plakat zur Aktion „Bleib negativ. Es lohnt sich!“ die von sein“ stelle ich mir etwas anderes vor.
Pfizer Pharma und Sergej großzügig unterstützt wird. Michael Tappe

20
Im Gespräch
Im Gespräch: Die Koordinierungsstelle
für gleichgeschlechtliche Lebensweisen
der Landeshauptstadt München
CSD: Lieber Andreas, liebe Heike, das diesjähri- Kolleginnen und Kollegen, wenn sie aufgrund CSD: Welche Mittel stehen euch dafür zur
ge CSD-Motto „Wir sind füreinander da“ ähnelt ihrer Homosexualität Probleme am Arbeitsplatz Verfügung?
ja sehr dem Titel eurer Aktion an den Münchner bekommen, Fragen zum Coming-out am Arbeits-
Schulen, der „Wir sind für Dich da“-Aktion“. Wie platz haben oder sich in persönlichen Ange- KGL: Die Koordinierungsstelle muss von den
kam es dazu? legenheiten beraten lassen wollen. Fachreferaten bei allen Stadtratsangelegenhei-
Besonders wichtig ist uns der Bereich der ten (Beschlussvorlagen, Anfragen usw.) beteiligt
Koordinierungsstelle (KGL): In den Vorge- Fachberatung für städtische Dienststellen, wenn werden, in denen ein Bezug zur schwullesbi-
sprächen zum CSD 2006 war die Frage nach der diese an schwullesbischen Themen arbeiten schen Bevölkerungsgruppe gegeben ist. Je nach
Ausrichtung des CSD sehr wichtig. Soll der Blick oder sich im Kontakt mit schwulen oder lesbi- Sachlage geben wir hier fachliche Stellung-
mehr auf gesellschaftliche Gleichberechtigung schen Kunden und Kundinnen Fragen ergeben. nahmen ab, die dann in die Vorlagen eingebaut
oder auf das „Innenleben“ der schwullesbischen werden oder bearbeiten Beschlussvorlagen
Gemeinde in München gerichtet werden. Hier CSD: Kann eine städtische Dienststelle eigent- federführend selbst. Wenn diese Vorlagen vom
gab es eine große Einigkeit darüber, dass diese lich politische Arbeit leisten? Stadtrat beschlossen werden, hat dies dann für
Innenperspektive, die sich ja schon letztes Jahr die Verwaltung bindenden Charakter.
angekündigt hat, aktuell und wichtig ist.
Die CSD-Veranstalter sind dann auf uns zuge-
kommen und haben angefragt, ob der Titel etwas
abgewandelt übernommen werden kann. Dem
haben wir natürlich gerne zugestimmt.

CSD: Gerade in dem Bereich „füreinander da


sein“ habt Ihr ja so einiges in Bewegung ge-
bracht. An welchen Projekten und Angeboten
arbeitet Ihr denn aktuell?

KGL: Unser erstes Schwerpunktthema nach der


Studie von 2004 war die Lebenssituation von
Lesben, Schwulen und Transgendern im Alter.
Neben der jährlichen Veranstaltung zu Vorsorge-
möglichkeiten haben wir gemeinsam mit der
Sub-Beratungsstelle das Schwule Patenprojekt,
einen Besuchs- und Begleitdienst für schwule
Senioren, ins Leben gerufen. Zudem bieten wir
Altenhilfeeinrichtungen Schulungen an, um sie
für die Belange von Lesben und Schwulen zu
qualifizieren. KGL: Politik im Sinne von Parteipolitik natürlich Wichtiger als dieses formale Mittel ist uns aber,
Im Schwerpunktbereich Jugendliche läuft seit nicht. Unsere Aufgabe ist es, gesellschaftliche dass wir in den Dienststellen und bei den
ca. einem Jahr die Posteraktion an den Bedingungen für Lesben und Schwule wahrzu- Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Überzeu-
Münchner Schulen, mit der wir die betroffenen nehmen, zu bewerten und diese Erkenntnisse gungsarbeit leisten können. Dabei hilft uns
Jugendlichen unterstützen und ihnen die umzusetzen. Dies passiert ganz konkret auf der natürlich die Anbindung im Referat des
Möglichkeit geben wollen, die Hilfeangebote in Ebene der Projektarbeit, aber auch durch Oberbürgermeisters sehr gut.
München wahrzunehmen. Auch soll damit Gremienarbeit mit anderen städtischen Dienst-
erreicht werden, dass sich Lehrkräfte, Eltern und stellen. Oftmals geht es hier darum, ein Be- CSD: Vielen Dank für dieses Gespräch und viel
nicht betroffene Schüler(innen) mit der Thematik wusstsein für die spezifischen Belange von Erfolg bei Eurer Arbeit.
beschäftigen. So haben alle Eltern von Schülern Lesben, Schwulen und Transgendern zu schaf-
der 9. Jahrgangstufe aller Schularten einen fen und die Dienststellen zu unterstützen, diese
Brief mit Informationen über Homosexualität Belange in ihrer Aufgabenwahrnehmung zu
erhalten. berücksichtigen. So hat z.B. die städtische Kontakt:
Altenhilfe auch aufgrund unserer Studie die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche
CSD: Diese beiden Projekte wurden ja auch in Bevölkerungsgruppe der Schwulen und Lesben Lebensweisen
der Öffentlichkeit sehr gut aufgenommen. in den Stadtratsbeschluss zur Wohnversorgung Andreas Unterforsthuber
Welche Aufgaben hat denn eine städtische im Alter mit aufgenommen oder wurden in den Heike Franz
Antidiskriminierungsstelle noch? Leitlinien zur Familienpolitik die Regenbogen- Angertorstr. 7 (Eingang Müllerstr.)
familien berücksichtigt. Das Stadtjugendamt hat Tel: 23 00 09 42 / 57
KGL: Wir bieten Beratung und Information zur sich ganz aktuell ebenfalls bereit erklärt, sich kgl.dir@muenchen.de
Lebenspartnerschaft an, unterstützen städtische dieses Themas anzunehmen. www.muenchen.de/koordinierungsstelle

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freundliche Beachtung!

23
CSD-Politparade
CSD
Samstag, 12. August
Politischer Auftakt CSD-Politparade Mitmachen und anmelden!
Marienplatz, 11–12 Uhr Start: Marienplatz, 12 Uhr Die Teilnahmebedingungen und Anmeldeunter-
mit Vertretern aus Szene und Politik lagen stehen für euch auf unserer Website
Politischer Abschluss: www.csdmuenchen.de zum Runterladen bereit.
Marienplatz, ca. 15:30 Uhr Anmeldeschluss ist Mittwoch, der 19. Juli
mit Ansprachen von Schirmherr OB Christian Ude 2006, spätere Anmeldungen sind auch möglich,
und Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl können aber nicht mehr bei der Positionsaus-
losung berücksichtigt werden.

Donnerstag, 20. Juli Warmup-Party mit


Auslosung der Paradepositionen
Der CSD München und Uferlos – Münchens schwul-
lesbisches Radiomagazin – losen im Rahmen der
ersten CSD-Warmup-Party am Donnerstag, den 20.
Juli die Paradepositionen aller bis dahin angemelde-
ten Teilnehmer öffentlich aus. Einlass ab 19 Uhr,
die Verlosung startet gegen 21 Uhr und wird
live auf der 92,4 MHz (96,75 MHz im
Münchner Kabel) übertragen! Der
Eintritt ist natürlich frei!

Route
Marienplatz, Rindermarkt,
Oberanger, Sendlinger Tor,
Sonnenstraße (Ost), Stachus,
Sonnenstraße (West), Sendlinger
Tor, Blumenstraße, Pestalozzi-
straße, Müllerstraße, Fraun-
hoferstraße, Klenzestraße,
Gärtnerplatz, Reichenbachstraße,
Viktualienmarkt, Frauenstraße,
Isartor*, Tal, Marienplatz

*) Am Isartor erfolgt die Ableitung


der Paradewagen (Richtung
Maximilianstraße), die Fußgruppen
und alle anderen Paradeteilnehmer
gehen durch das Tal zurück zum
Marienplatz.

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CSD-Straßenfest
CSD
München feiert wieder zweitägig!
12. + 13. August
Dabei steht der Marienplatz an beiden Tagen im Ebenfalls am Samstag informieren in den Verbindungs-
Mittelpunkt. Am Samstag erwarten Euch u.a. die straßen zwischen Marienplatz und Rindermarkt zahlrei-
hier aufgeführten Künstler, am Sonntag das che Vereine, Gruppen und engagierte Szeneunter-
berühmt-berüchtigte Pumps Race (Seite 32). nehmen über Ihre Angebote! Welcher Wirt an welchem
Platz sein wird, erfahrt Ihr auf Seite 28.
Der Rindermarkt lockt
am Samstag mit Mün-
chens größter Open-Air-
Lucy Disco und sexy Gogo-
Dancern. Für den heißen

Cambis
Nach der Trennung der „No Angels“, der erfolg-
Sound sorgen u.a. DJ
reichsten deutschen Popband, hat sich die

Holger Edmaier
James (carmen's/soul
umtriebige Lucy Diakovska nicht zur Ruhe
city) und DJ Cambis
gesetzt. Mit zahlreichen Musicalauftritten und
(excited records).
einem selbst produzierten Album beweist sie,
dass sie auch auf eigenen Füßen stehen kann.
Salonpop nennt die charmante Sängerin
Vanessa Maurischat ihr Genre. Sie gehört
zu einer neuen Generation von Liederma-
René Gligée cherinnen in Deutschland mit rotzfrechem Irgendwie sind wir doch alle immer
„Europas hässlichste Tunte“ Charisma und bringt eingängige Pop- auf der Suche nach dem großen Ge-
weiht uns mit seinen Ge- kompositionen und
Vanessa Maurischat

fühl, dem ganz großen Stück von der


schichten aus einem Kölner Jazz-inspirierte fetten Buttercremtorte des Glücks. In
Frisörsalon in den täglichen Melodien mit hin- seinen merkwürdigen Liebesliedern
Klatsch und Tratsch ein, der tergründigen Tex- und Geschichten erzählt uns Holger
als Abfallprodukt beim ten zusammen. Edmaier seine Sichtweise auf die
Lockenwickler-Aufdrehen Fragen, die die Liebe stellt.
entsteht. Bei seinem Rund-
umschlag kommt niemand
zu kurz – auch nicht die
Homo-Szene. Isarbellen

Tanzmusik, Schlager und Ever-


greens der 20er, 30er und 40er
Jahre werden von dem Damen-
orchester auf unterhaltsame Weise
zum Besten gegeben. Präsentiert
wird das Ganze von drei Strei-
cherinnen, einer Flötistin, einer
Pianistin und nicht zuletzt von
einer sehr imposanten Opernsän-
Queens of Ballet

gerin.

Die Münchner Band mit ihrem weißen Hosen und


Ringelpullis strahlt französischen Flair aus und
Jan George

versprüht mit ihrem bunten Konglomerat aus


FrenchPop und Sixties-Rock augenblicklich gute
Laune!
In einer einmaligen Verbindung aus Ballett, Parodie
und Kabarett nimmt das Münchner Duo seinen eige-
Phonoboy
nen Beruf kräftig auf die Schippe und treibt es im
wahrsten Sinne des Wortes „auf die Spitze“. Mit ihren Mit seiner Mischung aus House, Techno und RnB
Stücken „Das bekiffte Schaf“ oder „Schwanen-Enten- war Jan George bereits der Abräumer der Gay
See-Teich“ machen die beiden Ballett auch für Prides von Helsinki bis Köln. Jetzt stellt der
Uninteressierte sehenswert. 21-jährige Syrer seine Partytauglichkeit auch bei
uns unter Beweis.

26
CSD-Gastronomie-Partner
CSD
9 Veranstaltungs-Service Inge Schmidt
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3 Deutsche Eiche
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6 Réne Arndt
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Rechtsanwältin / Fachanwältin für Arbeitsrecht
weiterer Tätigkeitsschwerpunkt: Wettbewerbsrecht (UWG)

Dr. jur. Undine


e Krebs
Rechtsanwältin / Fachanwältin für Familienrecht
weitere Interessenschwerpunkte: eingetragene Lebenspartnerschaft,
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Vorsorgevollmacht

Dachauerr Straße
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WOLFGANG F. ANGELE
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Tel. 089-544 22 70 Fax 089-538 92 10

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Internet: www.ra-angele.de

Tätigkeitsschwerpunkte
Arbeitsrecht, Steuerrecht, Inkasso
CSD-Rathaus
CSD Clubbing
Karten im Vorverkauf bei Max & Milian (Ickstattstr. 2, 089-260 33 20), Lillemor's (Barer Str. 70, 089-272 12 05)
sowie allen an München Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen und im Web unter www.muenchen-ticket.de.

EG
Glas Prosecco sichern und
1 Open Air Disco
Easy Listening
2 mit etwas Glück ein Porsche
mit DJ Bernd Hartwich, Wochenende gewinnen!
(Soul Sity, K41)
1

1. OG
3

Classic Ballroom 2. OG
4 Paartanz von ChaCha bis
7
Tango

5 Lounge
zum Sitzen,
4 5
Chillen und Plaudern

7 6
6
HELA Beauty Lounge
Den Sinnen zur Freude

3. OG
8 9
8 9
Gay Tea Dance
BLAUEPHASE DJ TEAM
(Discoarzt), JÄGER 90
(Rote Sonne)

30
Liveprogramm
Live
im Alten Rathaus, Beginn 22.30 Uhr

Gloria Gray & Gäste


Die heißeste Show des Jahres – ein
Hauch von Hollywood! So feiern
Publikum und Presse die Münchner
Entertainerin Gloria Gray. Ihr neues
Programm heißt vielversprechend
„Lieder in Mieder“, eine „One-
Woman-Show“ mit Pianobegleitung
und dem einen oder anderen hochka-
rätigen Gastkünstler.

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Das Liv Rathaus statt
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Betancorband
Betancor, besser bekannt als die
Popette, hat nun eine Band um
sich geschart, mit der sie ihr
neues Programm präsentiert.
hispanoid! klingt nach Urlaub und
Gemütskrankheit, nach versalze-
ner Paella und german angst;
südländisch-zweisprachig, immer
am Rand des Wahnsinns!
CSD-Pumps
CSD Race

12. August, 12 – 23 Uhr


Wenn erwachsene Männer in
High Heels und schrägem Outfit um die
Wette stöckeln und dabei verschiedene Hindernisse
überwinden müssen, dann kann das nur Eines sein: Das
Pumps-Race. In diesem Jahr wird der sportlich-schrille
Wettkampf bereits zum zweiten Mal auf dem Marieplatz präsen-
tiert. Schon beim ersten Event (1997) stellte das Pumps-Race den
krönenden Abschluss des CSD dar, seit dem avancierte das Pumps-
Race zu einem traditionellen, festen Bestandteil des Münchner CSD und
ist in das Straßenfest eingebettet. Das Pumps-Race wird wieder vom
Spitzen-Duo Bernd von Fehrn und Matthias Brandebusemeyer moderiert.
Sie werden Läufer und Publikum frech und peppig anfeuern. Der Wettlauf
als Höhepunkt des Straßenfestes startet um 16 Uhr. Gaudi garantieren
wieder die schrillen Sonder-Aufgaben, welche die Organisatoren für
die Stöckel-Athleten zur sportlichen und künstlerischen Wertung
vorbereitet haben!

32
CSD-Rahmenprogramm
CSD
2. August, 19:30 – 21:30 Uhr Mittwoch, 9. August, ab 18 Uhr Freitag, 11. August, 21:00 Uhr Abfahrt Ecke Blu-
A FAMILY TAKES CARE? Lesung mit Christian Ude „Aus dem Leben eines menstr./Corneliusstr. Mehr Infos und Tickets unter
Ausstellungseröffnung und Diskussion zum CSD Oberbürgermeisters – Satirische Texte“ www.nodifference.de
„A family takes care“ nennt sich ein beliebtes Plakat der Moderation: Rolf Klaiber
Freitag, 11. August, ab 22 Uhr
frühen „Aids-Jahre“. Mit diesem Plakat richtete sich Oberbürgermeister Christian Ude liest aus seinem Leben.
Amazonas – CSD Warm Up! Party for Women, Gay &
Aids-Hilfe vehement gegen die sich abzeichnende Anschließend Signierstunde. Vorverkauf und Reservie-
Trans are welcome!, Eintritt 6 Euro, Proseccoempfang
Ausgrenzung der Menschen mit HIV. Auf dem Plakat zu rung über die Deutsche Eiche. Eintritt: 5 Euro. Veranstal-
im Club der Schrannenhalle, Viktualienmarkt 15,
erkennen sind Schwule, Behinderte und Mitglieder ande- tet von: Sub, Deutsche Eiche, Max & Milian, Deutsche
www.amazonasmuc.de
rer „Randgruppen“. Die Protagonisten sitzen gemeinsam Eiche, Reichenbachstr. 13, www.christian-ude.de
um sich sorgend beim Picknick auf einer Wiese: „Wenn Fr., 11. & Sa., 12. August, 23 Uhr – open end
Donnerstag, 10. August, ab 18 Uhr CSD-Party, im NY.C, Sonnenstr. 25, www.nyclub.de
wir zusammenhalten“, so die Botschaft des Plakats,
„Wir sind füreinander da!?“
„werden wir die Bedrohung abwenden“. Samstag, 12. August, 10 Uhr
Filmpräsentation von diversity
Dieses und ähnliche Plakate werden zwischen dem 2. Ökumenischer CSD-Gottesdienst
diversity – der Dachverband der LesBiSchwulen
und 20. August in der Ausstellung im Café Regenbogen „Wir sind füreinander da!“ Heißes Eisen oder kalter
Jugendgruppen Münchens – hat einen Film zum diesjäh-
gezeigt. Zur Eröffnung der Ausstellung im Café Regen- Kaffee? Erhitzt das die Gemüter oder lässt es uns kalt?
rigen CSD Motto „Wir sind füreinander da!?“ gedreht. Die
bogen wird anhand verschiedener Bilderzeugnisse das Das CSD-Motto provoziert Fragen, regt zum Widerspruch
spannende Premiere findet statt am Donnerstag vor dem
Verhältnis zwischen Schwulenbewegung und Aids-Hilfe und braucht unsere Zustimmung und unser Mittun, wenn
CSD ab 18 Uhr in der Glockenbachwerkstatt mit Sekt-
ausgeleuchtet. Mehrerer Referenten werden sich der es nicht nur ein schönes Motto bleiben soll.
empfang und lecker Essen! Glockenbachwerkstatt,
Diskussion stellen indem sie „ihr“ Bild von HIV/Aids vor- „Wie kann eineR alleine warm werden?“ Suchend und
Blumenstr. 7, www.diversity-muenchen.de
stellen. Nach der Diskussion und Ausstellungseröffnung feiernd mischt sich der ökumenische CSD-Gottesdienst
sind die Bilder während der Öffnungszeiten des Café Re- Donnerstag, 10. August, ab 22 Uhr ein in diese Fragen, die auch Anfragen sind ans soziale
genbogens zu sehen. Café Regenbogen, Lindwurmstr. 71 easy listening Klima in Szene, Kirche und Gesellschaft. Eingeladen sind
Mehr Infos: www.muenchner-aidshilfe.de Kitsch, Glitter und Glamour der 60er und 70er Jahre im alle Lesben und Schwule sowie ihre Freundinnen und
Samstag, 5. August, 14 – 22 Uhr Soul City , Maximiliansplatz 5 · www.easy-listening.net Freunde. Willkommen sind Christen, religiös Interessier-
1. lesbisches Angertorstraßenfest Freitag, 11. August, ab 19 Uhr te, Suchende und Zweifler gleichermaßen. Alt-katholi-
Mit viel Spaß und guter Laune das 10-jährige Jubiläum CSD-Vorparty im Sub. Sub, Müllerstr. 43 sche, evangelisch-lutherische, evangelisch-reformierte
von LeTRa feiern! Eingeladen sind alle Freundinnen und www.subonline.org und römisch-katholische Christinnen und Christen berei-
Freunde, egal ob schwul, lesbisch, bi, transgender oder ten den Gottesdienst vor. St.-Lukas-Kirche am Marian-
hetero. Neben gutem Sound und lecker Essen und Freitag, 11. August, ab 19 Uhr nenplatz, www.csd-gottesdienste.de
Trinken kann man/frau einen Blick ins LeTRa werfen oder D’ Schwuhplattler e.V.
Samstag, 12. August, ab 21 Uhr
sich an verschiedenen Ständen über das lesbische Boarischer Abend zusammen mit der Stockdorfer
Lady L´Amour
Leben in München informieren. Seid bei der Premiere Blasmusik, Abendkasse: 8 Euro, Vorverkauf: Buchladen
Frauendisco, FrauenBar und alles, was das Frauenherz
dabei! Die Angertorstraße ist ganz einfach zu finden: Vom Max & Milian (Ickstattstr. 2), Tel. 2603320 und Bar
begehrt. Passend dazu: Discofox, Evergreens und aktuel-
Sendlinger-Tor-Platz aus in die Müllerstraße und kurz vor Edelheiss (Pestalozzistr. 6), Tel: 26 54 53, Zunfthaus,
le Charts mit wechselnden DJ’s. C-Club, Müllerstraße 1
der Hans-Sachs-Straße nach links: die Angertorstraße! Thalkirchner Str. 76, www.schwuhplattler.de
www.frauendisco.de
www.letra.de Freitag, 11. August, 19.30 Uhr Samstag, 12. August, ab 22 Uhr
Montag, 7. August, 20 Uhr Offener Abend der VIVA Transsexuellen Selbsthilfe „Alle wollen Liebe“, the cream of soul city
Rosa Liste macht Thekendienst im Sub München e.V. und des TransMann e.V. im Soul City , Maximiliansplatz 5, www.allewollenliebe.de
Thomas Niederbühl und Alexander Miklosy stehen ab 20 Eingeladen sind alle Transsexuellen, Transgender,
Uhr hinter der Theke im Sub: zum Gespräch bei einem Transvestiten, Lesben, Intersexuelle, Unentschlossene, Sonntag, 13. August, ab 20 Uhr
Getränk über Stadtpolitik, über die Rosa Liste, über Angehörige und jeder, der sich dafür interessiert. Der „Der kleine Discoarzt“, CSD-Sonderedition
schwul-lesbische Interessenvertretung, den CSD und offene Abend bietet eine Gelegenheit für Gespräche, wie immer mit dem Blauephase DJ-Team, im Cafe am
alles andere, was die Gäste an der Theke des Sub inter- Beratung, Austausch, Kennenlernen und Information. Hochhaus, Blumenstr.29, www.cafeamhochhaus.de
essiert. Sub, Müllerstr.43, www.rosaliste.de Selbstverständlich besteht auch dieser Jahr die Sonntag, 13. August, ab 20 Uhr
Möglichkeit, sich umfassend auf dem CSD an den Info- CSD-Trauma, im Bau, Müllerstr. 41
Dienstag, 8. August, 20 Uhr
ständen von VIVA und TransMann e. V. zu informieren und www.bau-munich.de
Community-Diskussion: Wir sind füreinander da?!?
uns kennen zu lernen. Baumgartnerstr. 15,
Mit VertreterInnen der CSD-Organisatoren LeTRa, Sonntag, 13. August, ab 22 Uhr open end!
www.vivats.de, www.transmann.de
Münchner Aids-Hilfe, Rosa Liste und Sub Traditionelle CSD-Abschlussparty
Mit dem CSD-Motto „Wir sind füreinander da.“ nehmen Freitag, 11. August, 21 Uhr im Oberanger-Theater im Vollmarhaus (Oberanger 38)
wir unsere eigene Szene und Community in den Blick. LeTRa präsentiert den Film: „Fremde Haut“ Eintritt frei! Mehr Infos unter www.oberanger-theater.de
Zeit für eine selbstbewusste Standortbestimmung, was In „Fremde Haut“ erzählt Regisseurin Angelina Macca-
wir psychosozial, politisch oder kulturell alles leisten, wie rone die Geschichte der Iranischen Lesbe Fariba, die auf Dienstag, 15. August, 19 Uhr
vielfältig und solidarisch die Szene die Stadt bereichert. der Flucht vor Verfolgung im Heimatland in der knallhar- Miteinander tafeln. Für die Münchner Aids-Hilfe.
Doch mit den Erfolgen der letzten Jahre hat sich die ten Wirklichkeit deutscher Asylpolitik landet. Das Portrait Ein frisches, farbenfrohes, modernes Ambiente. Ein
Szene auch verändert. Man ist nicht mehr so auf die einer Kämpferin, die versucht, ihren Platz im Leben zu reichhaltiges Speisenangebot. Freundlicher, zuvorkom-
Community angewiesen, kann sich leichter in Nischen finden, in einer anderen Kultur anzukommen und eine mender Service. Eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Ein
zurückziehen, das Internet bietet neue Kommunikations- neue Liebe zu wagen. Jasmin Tabatabai (Fariba) zeigt soziales und hochprofessionelles Projekt. Das alle – und
möglichkeiten. Das darf uns nicht blind machen für uns mit einer Oscar-reifen Schauspielleistung, diese noch viel mehr – ist das Café Regenbogen der Münchner
immer noch bestehende Diskriminierungen, für Vereinsa- Suche nach einem Leben in Würde. Der Film macht Aids-Hilfe. Jeder finanzielle Gewinn fließt direkt in die
mung, Ängste und soziale Benachteiligungen. Lesbi- deutlich, dass ein würdevolles Leben für eine lesbische Aids-Arbeit. So wird ein kulinarisches Miteinander zum
sches und schwules Leben ist nicht nur Spaß und Party. Migrantin frei sein muss von Rassismus und Homo- solidarischen Füreinander. Deshalb bietet das Café
Deshalb wollen wir auch provozierende Fragen stellen: phobie. Anschließende Diskussion mit der Iranerin Saideh Regenbogen zum CSD ein Benefiz-Menü (Melonen-
was ist Community noch? Was wird aus unserem Viertel? Saadat vom Projekt LesMigraS, Berlin. Atelier Kino, kaltschale – Rindercarpaccio auf Ruccola mit Kürbis-
Wie „freundlich“ ist die Szene? Wie soll Community sein? Sonnenstr. 12, Reservierung: 59 19 18 kernöl – Gegrillte Hähnchenbrust mit grünen Bandnudeln
Wie befördern wir Selbsthilfe und Hilfe zur Selbsthilfe? in Orangen-Senf-Sauce oder Gratinierter Romanesco mit
Was ist heute Diskriminierung? Welche politischen Freitag, 11. August, ab 21 Uhr Pommes dauphine – Gebackenes Eis auf Fruchtspiegel)
Forderungen wollen wir stellen? Brauchen wir noch poli- no-difference! CSD Warm Up Party-Bus für 16,80. Solidarität, die schmeckt. Bitte rechtzeitig
tische Vertretung? und vieles mehr. Über diese Fragen Zum warm werden für den CSD gibt es wieder den no- reservieren! 54 333-102 oder regenbogen@muench-
wollen wir miteinander ins Gespräch kommen. difference! Party-Bus von diversity – dem Dachverband ner-aidshilfe.de, Café Regenbogen, Lindwurmstr.71,
Café Regenbogen, Lindwurmstr. 71 der LesBiSchwulen Jugendgruppen Münchens. Am www.muenchner-aidshilfe.de

33
CSD-Rahmenprogramm
CSD
Donnerstag, 17. August, 20 Uhr Samstag, 19. August, ab 15 Uhr
Rosa Liste präsentiert den Dokumentarfilm zu Münchens schwuler Geschichte: Schwules Straßenfest 2006, – In der Hans-Sachs-Straße
„Der Freiheit eine Gasse brechen“ In der Hans-Sachs- und der Ickstattstraße feiert das Schwule Kommunikations- und
Zu den erfolgreichen 10 Jahren im Rathaus wünschte Oberbürgermeister Christian Ude Kulturzentrum am 19. August von 15 bis 23 Uhr seinen 20. Geburtstag. Schwule, Lesben
der Rosa Liste „weiteren Erfolg beim Kampf gegen jedwede Diskriminierung sowie eine und ihre Freunde erwartet ein feuchtes Programm. Das Hans-Sachs-Straßenfest steht in
Stabilisierung des bisher Erreichten – und ihren Wählerinnen und Wählern und allen diesem Jahr unter dem Motto „Wasser“. Lasst Euch überraschen!
Angehörigen der Community ein gutes Gedächtnis.“ Dieses Gedächtnis frischt Wolfgang www.subonline.org
Tröscher, Vorstand der Rosa Liste, mit seinem Dokumentarfilm „Der Freiheit eine Gasse
brechen“ (ein Zitat von Karl Heinrich Ulrichs) zu Münchens bewegter und bewegender Samstag, 19. August, ab 22 Uhr
schwuler Geschichte von Ulrichs bis zur Gegenwart auf. Inhalte sind unter anderem die Paradise Street
Verfolgung der Homosexuellen während der Nazi-Diktatur, die Situation der Schwulen in die offizielle Party nach dem Hans-Sachs-Straßenfest
den 50er und 60er Jahre, die Gründung der Münchner Aids-Hilfe, der Erfolg von Rosa Liste Housefloor | Partyfloor | Chillarea, DJ Miss Thunderpussy, DJ Michael Büchel, DJ Pegah,
und selbstverständlich auch der CSD. Es werden Interviews mit Zeitzeugen durchgeführt, Walkact by Yvonne Pouget (München/Neapel), im Forum am Deutschen Museum
die durch historisches Bildmaterial ergänzt werden. Das Projekt wurde vom „forum homo- Mehr Infos: www.paradisestreet.de
sexualität und geschichte“ unterstützt. Nach der Vorstellung stellen sich Filmemacher und
Zeitzeugen dem Publikum. Café Regenbogen, Lindwurmstr.71, www.doku.gaymunich.de

1.000 LäuferInnen für 10.000 Meter! 2. September, 20 Uhr

run for life 2006 am 27. August 2006


Der Benefizlauf zu Gunsten der Münchner Aids- mit ihrer Teilnahme die Aids-Hilfe unterstützen
Pink Ballroom
Hilfe e.V., der „run for life“, findet dieses Jahr möchten. Die Startgebühr von 15 Euro (gerne auch die „20-Jahre-Sub“-Party
zum 6. Mal statt. Den Startschuss gibt die 2. mehr) geht zu 100% als Spende an die Münchner Kartenvorverkauf:
Bürgermeisterin Christine Strobl am Sonntag, Aids-Hilfe e.V.
Café im Sub | München Ticket
27. August 2006, um 14 Uhr am Platz hinter Seid auch Ihr dabei und verbindet sportliche
dem Haus der Kunst. Auf zwei Strecken – über Aktivität mit einer guten Sache! Infos und Eintritt: 7 Euro
5,8 km und 10 km – geht es quer durch den Anmeldung unter: Muffathalle
Englischen Garten. Das Ziel: 1.000 LäuferInnen Alle Infos und Tickets auch unter
für 10.000 Meter! [www.subonline.org]
Teilnehmen können alle, die Spaß
am Laufen oder Walken
haben und

2019 8Jahre
Schwules
Kommunikations- 6 - 20 0 6
und Kulturzentrum
München e.V.

Im September wird’s wieder heiß, mit „Föhn, der warme Wind im Süden“
Unter diesem Motto steht das internationale auf dem Oktoberfest! Ohne Übernachtung geht’s
Jugendtreffen für alle Lesben, Schwulen und auch: Für sensationelle 40 € gibt’s das Ganze
Bisexuellen bis 27. ohne Schlafplatz.
Vom 14.09.2006 bis 17.09.2006 lädt diversity Am CSD-Samstag (12.8.) verlost diversity Frei-
München – der Dachverband der LesBiSchwulen Tickets für Föhn. Komm einfach am Infostand von
Jugendgruppen Münchens – ein, vier interes- diversity vorbei und sichere dir die Chance, kosten-
sante Tage mit viel Programm und jeder Menge los eines der begehrten Tickets zu erhalten!
Spaß in München zu verbringen. Für nur 75 €
gibts Übernachtung, Brunch, Party, Tages- Ausführliche Infos und Anmeldung unter
programm und natürlich den reservierten Platz www.foehn-jugendtreffen.de

Impressum: Herausgeber: CSD München GmbH, Lindwurmstr. 71, 80337 München, Tel.: (089) 54 333-211, Fax.: (089) 54 333-212, info@csd-munich.de,
www.csdmuenchen.de, V.i.S.d.P.: Alexander Kluge. Redaktion & Beiträge: Thomas Niederbühl, Christian Ude, Marion Hölczl, Rita Braaz, Conrad Breyer, Oliver Tietze, Michael
Herweg, Manfred Edinger, Sascha Hübner, Uli Fuchshuber, Andreas Görg, Michael Bastian, Christopher Knoll, Michael Tappe, Andreas Unterforsthuber, Alexander Kluge, Nicole
Neubert, Thomas Lechner. Art Direction, Cover & Layout: Roswitha Gmeinwieser (PC-Print). Fotos (wenn nicht anders angegeben): Brigitta Erdödy, Horst Middelhoff, Denis Wöhler,
Georg Thum, Michaela Handrek-Rehle, Burghard Mannhöfer, Benedikt Kranz. Anzeigen: Kerstin-Claudia Rode (Sergej, Adalbertstr. 16, 80799 München), Sophie Ruhlig (www.gay-
consulting.de). © Namentlich gekennzeichnete Artikel sowie Grafiken und Illustrationen dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung weiterverwendet werden!

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