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2005 13:04:33 Uhr
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Jubiläen sind üblicherweise ein willkommener
Anlass zurückzublicken: die eigene Geschichte
reflektieren, Fortschritte erkennen, Fehler ana-
lysieren usw. – um dann mit gestärkter Kraft
und geschärftem Blick in die Zukunft zu se-
hen, sich weitere Ziele vorzunehmen und mit
vereinten Kräften daran zu arbeiten, dass alles
immer noch besser wird.
Ein Teil dieser Reflektionen findet natürlich
auch im vorliegenden Heft statt. Wir sind stolz
darauf, Euch ein komplettes Magazin vorlegen
zu können, das gleichzeitig auch ein Programm-
führer für die Aktivitäten um den Münchner Ju-
biläums-CSD am 9. und 10. Juli 2005 sein soll.
Aber auch wir möchten den Anlass nutzen, um
ein wenig auf unsere eigene Arbeit zurückzu-
blicken und Euch einen kleinen Einblick in die
Organisation der wichtigsten Feierlichkeit un-
serer queer community zu geben. Im nunmehr
6. Jahr wird der Münchner CSD von den Ver-
einen Münchner Aids-Hilfe, LeTra, Sub und
Rosa Liste organisiert. Wir haben damit eine
Struktur geschaffen, die es ermöglicht, Festivi-
täten UND Politik unter einen Hut zu bringen.
Wir denken, dass der Münchner CSD einer der
politischsten Deutschlands ist – nicht nur aber
auch nicht zuletzt deshalb, weil wir ganz sym-
bolträchtig sowohl VOR dem Rathaus als auch
IM Rathaus feiern.
Der Christopher Street Day ist in den letzten
Jahren mehr und mehr gewachsen: Besucher-
zahlen, Rahmenprogramm, Helfer/innen und
beteiligte Künstler/innen usw. Das ist besonders
beachtlich in Zeiten, in denen städtischen Kas-
sen leer sind (und damit auch unsere Zuschüsse
kleiner werden) und in denen sich immer weni-
ger Sponsoren für ein derartiges Großereignis
finden lassen (da der schwul-lesbische Markt
werbetechnisch „gesättigt“ zu sein scheint).
Unsere flexible Struktur und Arbeitsweise hat
uns bislang immer wieder erlaubt auf neue Ent-
wicklungen zu reagieren. So haben wir letztes
Jahr (in Zusammenarbeit mit den Organisatoren
der EuroGames) erstmalig ein komplett EIGE-
NES Magazin präsentieren können.
Allein auf ehrenamtlichen Schultern ist so ein
Projekt jedoch nur schwer zu stemmen. Wir
haben deshalb dieses Jahr zum ersten Mal
mit Schülerinnen und Schülern der deutschen
Journalistenschule zusammengearbeitet, in den
gemeinsamen Redaktionssitzungen Themen
festgelegt und dann mit der bestmöglichen Pro-
fessionalität recherchiert, interviewt und losge-
schrieben. Sogar die Fotos stammen teilweise
aus dem Umfeld unserer angehenden Berufsan-
fänger/innen.
Für uns war diese Arbeit doppelt spannend:
schließlich fand in den gemeinsamen Sitzungen
ein gegenseitiges Kennen lernen und Aufeinan-
derzugehen zwischen hetero- und homosexuel-
len Beteiligten statt, eine Sensibilisierung für
unsere Geschichte und Situation, und ein äu-
ßerst konstruktiver gemeinsamer Umgang mit
konkreten Fragen und Problemen. Fast schon
ein gesellschaftliches Pilotprojekt: raus aus
ghettoisierten Strukturen!
Mit dem allgemeinen Wachstum und dem grö-
ßer Werden der Community sind allerdings
auch Unterschiede und Vielfalt größer und
manchmal durchaus kontroverser geworden.
Gerade die Älteren unter uns beklagen oft den
Verlust des „Community-Feelings“... – aber ist
das nicht ein notwendiger Abschnitt? Es kann
ja nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen
sein - auch unterschiedliche Herangehenswei-
sen, Haltungen und Lebensformen müssen
formuliert werden, diskutierbar und vor allem
lebbar sein.
Wir versuchen dieser Entwicklung in der Aus-
gestaltung der Themen unseres Magazins und
bei den Programmpunkten auf dem Marienplatz
insofern Rechnung zu tragen, als dass wir ver-
stärkt das Augenmerk auf Lebensformen und
Bedürfnisse richten, die auch in der schwul-les-
bischen Community eine Minderheit darstellen.
WENIGSTENS EINEN TAG IM JAHR sollten
wir uns füreinander interessieren und daraus
wechselseitigen Respekt entwickeln und nicht
den Druck der Mehrheit über uns an die Min-
derheit unter uns weitergeben. Denn das ist die
Grundlage von Solidarität und gemeinsamer
Stärke. Nur so können wir die vielen Dinge die
noch vor uns liegen weiterentwickeln und ge-
sellschaftlich so relevant werden, dass allfälli-
ge Forderungen nach echter Gleichstellung von
gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, Adop-
tionsrecht, Aufklärung über Homosexualität an
den Schulen etc. durchsetzbar werden.
Dass das keineswegs abstrakte Kategorien sind
zeigt z.B. die Suizidrate, die bei homosexuellen
Jugendlichen viermal höher ist als bei gleichalt-
rigen Heteros. Und deshalb richten wir gerade
zu unserem Jubiläumsgeburtstag den Blick auf
die Situation der Jugend und haben das Mot-
to „young & pride?“ gewählt (jaja, wir wis-
sen, dass das grammatikalisch nicht korrekt ist
– aber „pride“ im Sinne von „gay pride“ ist mit-
tlerweile ja fast schon ein stehender Begriff!).
Der Schwan auf dem CSD-Plakat soll dabei üb-
rigens das Aufbäumen und den Stolz der (ins-
besondere jungen) Community symbolisieren.
Wir wünschen uns eine möglichst hohe Zahl
von Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der
CSD-Politparade und viel Phantasie und Krea-
tivität bei Themen und Präsentationen.
Auf dem Marienplatz wird zum Jubiläum erst-
mals zwei Tage gefeiert. Das Kulturprogramm
am Samstag garantiert dabei größtmögliche
Vielfalt. Fast jede Musikrichtung ist vertreten,
die Künstler sind nicht ausschliesslich aus der
Community und der Frauenanteil ist diese Jahr
besonders hoch, weil uns insbesondere die hohe
Qualität der weiblichen Darbietungen überzeu-
gen konnte. Der Sonntag steht dann ganz im
Zeichen des Pumps Race das zum ersten Mal
rund um die Mariensäule ausgetragen wird!
Im Rathaus haben wir vereinzelt geäußerte Kri-
tikpunkte aus dem letzten Jahr aufgegriffen und
Konsequenzen daraus gezogen: es wird wieder
ein kleines Live-Programm geben (im Sitzungs-
saal), einen Ballsaal mit klassischem Paartanz,
einen Auftritt im Innenhof usw. usf.
Auch bei der Organisation der Rathausparty
haben wir uns für einen neuen Schritt entschie-
den, der auf den ersten Blick möglicherweise
für Irritation sorgt: Im Gegensatz zum Straßen-
fest auf Marienplatz und Rindermarkt, wo die
Plätze an einzelne Szenewirte vergeben wer-
den, haben wir beim Rathaus-Clubbing einen
großen externen Dienstleister - die Muffathalle
- mit der Gesamt-Organisation beauftragt. Zum
einen, weil wir auf den wenigen zur Verfügung
stehenden Flächen keine unnötige Konkurrenz
oder Neid erzeugen wollten, zum anderen weil
uns dieses System hoffentlich ermöglicht, einen
größeren finanziellen Rücklauf in unsere Orga-
nisationskassen zu erzeugen, in denen es nach
wie vor keine Reserven gibt, die den Erhalt des
CSD in der jetzigen Form sichern könnten.
In diesem Zusammenhang ist auch ehrenamtli-
ches Engagement ganz besonders wichtig, um
unseren Festtag weiterhin so ausgelassen be-
gehen zu können wie wir das derzeit tun. Im
letzten Jahr waren z.B. um die 100 ehrenamtli-
che Helfer/innen beteiligt. Wenn Ihr also einen
Beitrag zum guten Gelingen des CSD leisten
möchtet, dann würden wir uns über Rückmel-
dungen (per Mail an info@csd-munich.de) sehr
freuen!
Eine gute Stelle um uns bei allen zu bedanken,
die dieses Jahr schon mitgeholfen haben, insbe-
sondere bei den Journalistenschüler/innen und
den vielen weiteren ehrenamtlichen Helfer/in-
nen, unseren Kooperationspartnern, Gastrono-
men und Sponsoren. Und natürlich bei all den
vielen Vereinen, Gruppen und Community-Un-
ternehmen, die den CSD mit Ihren Infoständen,
Paradewagen und Veranstaltungen attraktiv,
bunt und vielfältig machen!
Viel Spaß beim Lesen, Demonstrieren und Fei-
ern wünschen im Namen der Redaktion und des
Organisationsteams
Thomas Lechner & Alexander Kluge
Edit orial
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Liebe Leserinnen und Leser,
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Wie bitte? Der CSD München wird 25 Jahre
alt? Oder jung – pardon – „young & pride“?
So oder so: Es ist kaum zu glauben, dass er so
schnell in die Jahre gekommen ist.
Aber es ist wahr! Zur Erinnerung: Als 1980 die
erste CSD-Demo in München stattfand, war
das noch eine kleine Ansammlung couragier-
ter Leute, die ihren ganzen Mut zusammen-
nehmen mussten, um sich öffentlich zu ihrer
Eigenart und Lebensweise zu bekennen. Und
so war es auch noch, als ich 1994 erstmals die
Schirmherrschaft übernahm. Danach wurde der
CSD von Jahr zu Jahr in immer größerem Stil
gefeiert. 1996, nach dem Einzug von Thomas
Niederbühl von der Rosa Liste ins Münchner
Rathaus, etablierte er sich dann endgültig als
„machtvolle Großdemonstration“ und fröh-
liches Straßenfest der Schwulen und Lesben
nicht nur der Münchner Community, sondern
weit darüber hinaus.
Inzwischen ist der CSD München längst zum
Ereignis geworden, das jährlich Zehntausende
anzieht und regelmäßig auch in den Medien
für Schlagzeilen sorgt. Die kleine, trotzige Pro-
testveranstaltung von einst hat sich zu einem
schrillen, schrägen, bunten und frechen Fest
entwickelt, das selbst altgedienten Münch-
ner Grantlern gelegentlich ein freundliches
Schmunzeln entlockt, wie ich an der Spitze des
Zuges immer wieder feststellen kann.
Bei allem Wandel ist der CSD aber immer auch
eine bedeutende politische Kundgebung geblie-
ben. Und das ist auch gut so, weil es nach wie
vor notwendig ist, für die Rechte der schwul-
lesbischen Minderheit öffentlich einzutreten.
Auch in München gibt es sie leider immer noch,
die dumpfen Vorurteile, die Unbelehrbaren, die
die Forderung nach gesellschaftlicher Akzep-
tanz und rechtlicher Gleichstellung von Schwu-
len und Lesben als skandalös anprangern, von
der provinziellen Engstirnigkeit jenseits der
Stadtgrenzen ganz zu schweigen.
Die Stadt bekennt sich deshalb mit Nachdruck
dazu, dass es in München keine Diskriminie-
rung, keine Ausgrenzung, auch keinen abfälli-
gen Spott und keine spießigen Vorurteile geben
darf. Und sie geht hier auch selber mit gutem
Beispiel voran, wie die Förderung schwul-les-
bischer Initiativen, die städtische Koordinie-
rungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebens-
weisen oder auch die Einladung zur großen
CSD-Party im Münchner Rathaus zeigen.

Die schwul-lesbische Szene gehört zu einer auf-
geklärten, weltoffenen und toleranten Großstadt
wie München unabdingbar dazu, sie bedeutet
für München nicht nur keine Beeinträchtigung,
sondern sogar eine Bereicherung. Die Euro-
Games im vergangenen Jahr mit rund 15.000
fröhlichen und friedlichen Teilnehmerinnen
und Teilnehmern aus aller Welt waren dafür
der beste Beweis. Und der CSD unterstreicht es
Jahr für Jahr aufs Neue, heuer sogar besonders
nachdrücklich, denn zur Feier des 25-jährigen
Jubiläums wird diesmal gleich zwei volle Tage
auf dem Marienplatz gefeiert.
Gerne habe ich dafür wieder die Schirmherr-
schaft übernommen und wünsche allen, die
dieses große Fest im Zeichen des Regenbogens
mitfeiern, viel Vergnügen. Den Veranstaltern
gratuliere ich sehr herzlich zur 25-jährigen Er-
folgsstory des CSD München und sage allen,
die daran mitgeschrieben haben, herzlichen
Dank.
Christian Ude
4
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Mot t o
Liebe Freundinnen und Freunde,
25 Jahre CSD München – das ist eine Erfolgs-
geschichte, auf die wir stolz sein dürfen, die wir
feiern müssen.
Vor allem aber müssen wir den wirklich muti-
gen Frauen und Männern danken, die bereits in
den Anfängen, von den Medien, der Politik und
der Öffentlichkeit weitgehend ignoriert, auf die
Strasse gingen. Sie mussten noch mit ernsthaf-
ten Schwierigkeiten bei Nachbarn, in der Fami-
lie, am Arbeitsplatz rechnen.
Erst mit Aids kamen Schwule und unsere Sze-
ne dann, wenn auch sehr verzerrt und schräg,
in die Medien. Mitte der 80er trieb das Aids-
Geschehen zur Flucht, hat gelähmt, aber auch
politisiert. Vor allem die Gauweiler-Politik mit
dem Bayerischen Massnahmenkatalog 1987 hat
dann dazu geführt, dass nicht nur die Gruppen,
sondern auch viele aus der Community auf die
Strasse gingen. 1989 zum ersten Mal auf dem
Marienplatz. Da waren wir schon ein paar Hun-
dert. Trotzdem haben wir noch Anfang der 90er
den CSD als Fahrrad-Demo gemacht, damit es
nach mehr aussah.
Der Münchner CSD ist dann auch dank Rosa
Liste erst in den 90ern wirklich groß geworden.
1994 habe ich Oberbürgermeister Ude gefragt,
ob er nicht namentlich die Schirmherrschaft
für den Münchner CSD übernimmt, 1996 war
er dann, nach unserem Wahlsieg, das erste Mal
persönlich dabei und sprach mit mir vom Rat-
hausbalkon. Und seit 2000 führen wir gemein-
sam die Parade an. Seit 1996 waren einzelne
Politikerinnen und Politiker mit dabei, seit
2000 auch Parteien mit eigenen Wägen.
Die Tradition des CSD, wie wir ihn heute ken-
nen, ist also relativ spät entstanden. Rosa Liste
hat dabei nicht nur den organisatorischen Rah-
men mitgeprägt, sondern überhaupt erst mit
unserer Politik und Präsenz das rot-grün-rosa
Klima in der Stadt. Dieser rasante schwul-les-
bische Aufschwung spiegelt sich ganz deutlich
im CSD wieder.
Selbstverständlich halten wir 2005 am Bewähr-
ten fest. So wird jetzt zum dritten Mal das Rat-
haus-Clubbing stattfinden, das damit, nach an-
fänglichem Widerstand der CSU, etabliert ist.
Und wir werden das erste Mal zwei Tage auf
dem Marienplatz feiern. Damit zeigen wir nicht
nur die ganze Vielfalt unserer Community, son-
dern auch ganz kräftig, dass für uns Feiern und
Fordern zusammengehören. Schließlich haben
wir eine wirkliche Gleichberechtigung, z.B.
mit der Ehe oder im Adoptionsrecht, noch nicht
erreicht. Die katholische Kirche hält unsere
Akzeptanz-Forderung für eine „Ideologie des
Bösen“. Die CSU klagt schon wieder in Karls-
ruhe, diesmal gegen die Stiefkind-Adoption.
Wir müssen uns gegen diese Abwertungen und
Ausgrenzungen, die wir auch im Alltag erfah-
ren, immer noch wehren.
Deshalb richten wir in diesem Jahr auch un-
seren Blick auf die Jugend. Mit dem Motto
„young & pride?“ fragen wir zu Recht, wie
selbstverständlich „Gay Pride“ für die Jünge-
ren heute ist. Denn trotz aller Fortschritte ist
das Coming Out für Jugendliche nicht wirk-
lich viel einfacher geworden. Keine 10% der
schwul-lesbischen Jugendlichen leben wirklich
offen. Sie leiden unter Einsamkeit und Schwie-
rigkeiten mit den Eltern, erleben Beschimpfun-
gen und Kontaktabbrüche, flüchten in Alkohol
und Drogen, und haben ein vier Mal höheres
Suizidrisiko als andere Jugendliche. Das ist er-
schreckend.
Deshalb muss das Thema Homosexualität und
die Gleichwertigkeit verschiedener Lebensfor-
men endlich an die Schule, in die Lehrpläne, in
die Fortbildung von Pädagogen. Deshalb müs-
sen Poster, Flyer, Infos dorthin, wo Jugendliche
sind, um zu sensibilisieren, um Anlaufstellen
und Jugendgruppen bekannt zu machen. Des-
halb brauchen schwul-lesbische Jugendgrup-
pen, wie bei Diversity, auch eigene Räume und
Treffpunkte, damit sie sich gegenseitig stützen,
unterstützen und sichtbar werden. Da ist noch
eine ganze Menge zu tun. Da sind wir Ü25 auch
für die U25 nach 25 Jahren CSD in der Pflicht.
So gehen uns die Themen zum CSD längst noch
nicht aus. Politik und Party gehören für uns ein-
fach zusammen, nicht nur beim CSD. Genug ist
noch nicht genug.
Euer
Rosa Liste Stadtrat
Thomas Niederbühl
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Viele, die heute den Christopher Street Day in München feiern, waren 1980 noch nicht geboren. Sie
tanzen auf den Straßen, gehen auf Partys und clubben im Rathaus. Der CSD ist das Highlight der schwul-
lesbischen Gemeinschaft. In diesem Jahr wird er 25. Die 150 Geburtshelfer des Münchner CSD waren
1980 bereit, den ersten Schritt zu machen. Die Anfänge sind den meisten unbekannt. Wer 2005 zum
CSD geht, wird nicht von Passanten mit „Pfui Teufel“ beschimpft oder von Polizisten in Ledermänteln,
die sich mit Gummihandschuhen gegen „schwule Aids-Bomben“ schützen, begleitet. „Die Szene ist ge-
schichtsvergessen“, sagt Guido Vael, der damals das Eröffnungstransparent vorantrug. Eindrücke aus
den ersten 25 Jahren – gegen das Vergessen.
7
1980 – Ein guter Jahrgang
Er hat si ch ei nen rosa Schal umgebunden und den
schwarzen Hut auf geset zt . Tül l und Federn schmü-
cken di e brei t e Krempe. Der M ann i st unt erwegs
zum Chri st opher St reet Day. Ei ne große Sonnenbri l -
l e bedeckt sei ne Augen. Wegen des Wet t ers hat er
si e ni cht auf geset zt . Denn der Hi mmel war am 28.
Juni 1980 bedeckt . Dem Beamt en i m Bayeri schen
Fi nanzmi ni st eri um gi ng es nur darum, ni cht erkannt
zu werden.
Immerhi n wagt e er mi t 150 anderen, was si ch i n
München noch ni e j emand get raut hat t e: Homosexua-
l i t ät öf f ent l i ch zu machen. Ei ne Demonst rat i on mi t t en
durch di e Innenst adt . Verunsi chert st eht di e Gruppe
zu Begi nn am Sendl i nger Tor. Und das ni cht nur, wei l
auf dem Pl akat , das zum „ St one Wal l “ ei nl ud, zwar
ei n Dat um, aber kei ne Uhrzei t st and. Ei ni ge rauchen,
di e mei st en haben i hre Hände i n den Jackent aschen
vergraben. Rai ner Schi l l i ng vom Verei n f ür sexuel l e
Gl ei chberecht i gung (VSG) hat t e di e Demonst rat i on
organi si ert . M i t st rei t er des VSG und der Homose-
xuel l en Akt i on M ünchen (HAM ) waren berei t , mi t zu-
gehen. „ Brav und zurückhal t end“ empf and Gui do Vael
damal s di e At mosphäre. „ Es gi ng uns um den erst en
Schri t t .“ Al s si ch der Zug i n Bewegung set zt , geht
er mi t M anf red Edi nger voran. Zwi schen i hnen ei n
Transparent : „ Schwul , na und?“ .
So sel bst verst ändl i ch war di ese Aussage 1980 ni cht .
Immer noch st el l t e der § 175 des St raf geset zbuchs
sexuel l e Handl ungen zwi schen M ännern unt er St ra-
f e. M anche hat t en Angst vor den Fol gen i hrer Tei l -
nahme am erst en CSD. Ei n j unger M ann mi t Frauen-
hut und Wi t wenschl ei er hi el t ei n Pl akat i n di e Höhe:
„ Ich habe Angst , i ch werde Lehrer“ . Ei n anderer
ragt e aus der Gruppe der Wart enden am Sendl i nger
Tor hi naus. Trot z grüner Lockenperücke und rot -wei ß
gest rei f t em T-Shi rt wi rkt e der wei ß geschmi nkt e
Cl own, ei n Erzi eher aus Dachau, ni cht l ust i g, sondern
genauso unsi cher wi e di e anderen.
Sabi ne Hol m eri nnert si ch ni cht mehr genau, ob si e
schon 1980 oder erst bei m zwei t en CSD dabei war.
„ Vi el l ei cht habe i ch mi ch vor dem erst en gedrückt ,
wei l i ch Schi ss hat t e, mi ch öf f ent l i ch zu präsent i e-
ren. Es war di e Übert ret ung ei nes ungeschri ebenen
Tabus. Das war mi t Herzflat t ern verbunden.“
Begl ei t et von Pol i zi st en i n dunkel grünen Ledermän-
t el n zi eht di e Gruppe durch di e Innenst adt – zum
Odeonspl at z, über di e Ludwi gst raße bi s zur Uni ver-
si t ät . Ohne l aut Forderungen zu skandi eren, ohne
ausgel assen zu f ei ern. Ei ne Fahrspur dürf en di e
Demonst rant en benut zen. Aut os f ahren schnel l an
i hnen vorbei , ei n Pol i zei mot orrad i st di e ei nzi ge Es-
kort e. An ei ner Ampel kreuzen Fußgänger den Zug,
al s ob di e Demonst rat i on gar ni cht exi st i ere. Ei n äl t e-
rer Passant empört si ch über di e Verl et zung bürger-
l i chen Anst ands: „ Kaum i st das Wet t er besser und
Hel l abrunn ent l ässt sei ne Ti ere.“
Erl ei cht ert waren di e Schwul en und Lesben erst ,
al s si e i m Bi ergart en am chi nesi schen Turm zusam-
mensaßen. M i t M aßkrügen konnt en si e endl i ch an-
st oßen auf di e Pi oni ert at . Ihre Transparent e hat t en
si e ei ngerol l t . Nur ei ne scheue Umarmung zwi schen
zwei M ännern am Bi ert i sch l i eß erahnen, dass hi er
di e Tei l nehmer des erst en M ünchner CSD saßen. Für
Gui do Vael war di e Demonst rat i on ei ne „ Bef rei ung“ .
Sabi ne Hol m sagt i m Rückbl i ck: „ Wi r waren st ol z,
dass wi r mi t gehol f en haben, den CSD i n Deut sch-
l and zu et abl i eren.“
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Handschuhe gegen Virusschleudern
M i t t e der 80er Jahre begl ei t et en di e bayeri schen
Pol i zi st en di e Demonst rat i on der Homosexuel l en i n
Schut zhandschuhen aus Gummi . Si e hat t en Angst vor
Ai ds und Krei sverwal t ungsref erent Pet er Gauwei l er
schürt e di ese Vorbehal t e. Ni emand i n Deut schl and
l egt e di e neu geschaf f enen Ai ds-Paragraphen des
Bundesseuchengeset zes so ri gi de aus wi e der CSU-
Pol i t i ker mi t sei nem „ M aßnahmenkat al og“ . „ Da gab
es ri cht i ge Schwul enpest -Assozi at i onen“ , sagt Tho-
mas Ni ederbühl , Geschäf t sf ührer der Ai ds-Hi l f e. In
ei ner Zei t , i n der Gui do Vael „ drei bi s vi er Beerdi gun-
gen pro Woche“ besuchen musst e, f ührt e Gauwei -
l ers Kurs dazu, dass si ch di e Szene pol i t i si ert e. Im
M aßnahmenkat al og wurden Schwul e pauschal al s
Krankhei t s- und Anst eckungsverdächt i ge gef ührt .
Ihre Knei pen gal t en al s „ Ei nri cht ungen, wel che di e
Wei t erverbrei t ung des HI-Vi rus begünst i gen.“ In den
Saunen musst e hel l es Li cht brennen, um kei ne „ Ge-
l egenhei t zum Geschl echt sverkehr“ zu bi et en. Es ge-
hört e M ut dazu, i n di eser Zei t zum CSD zu gehen. An
den Inf o-St änden musst en si ch Thomas Ni ederbühl
und andere al s „ Ai ds-Bomben“ und „ Vi russchl eu-
dern“ beschi mpf en l assen. Di e Auf l agen aus dem
Krei sverwal t ungsref erat , gest üt zt auf „ Si t t e und M o-
ral “ , waren st reng: Si e durf t en kei ne Kondome ver-
t ei l en und Jugendl i che ni cht di rekt ansprechen.
Der gemei nsame Fei nd Gauwei l er schwei ßt e di e
Homosexuel l en-Bewegung zusammen. „ Das war da-
mal s ei ne Art Bürgerkri eg“ , eri nnert si ch Ni ederbühl
heut e. „ Bi s 1987 war der CSD ei ne Kl ei nveranst al -
t ung der pol i t i schen Gruppen, aber durch Gauwei l er
kam es zu ei ner st arken Ei nbi ndung der gesamt en
Szene.“ Di e Forderungen wurden sel bst bewusst er,
der CSD i n M ünchen ent wi ckel t e si ch zur Großde-
monst rat i on der schwul -l esbi schen Gemei nschaf t
gegen ei ne geset zl i ch sankt i oni ert e Di skri mi ni erung.
Er wird größer
„ Communi t y“ – di eses Wort bracht e Sergej -M acher
M i chael Gent schy aus den USA mi t . Schwul e be-
schränkt en si ch dort ni cht auf pol i t i sche Forderungen,
si e f ei ert en i hre Gemei nschaf t mi t St ol z und Sel bst -
bewusst sei n. Das wol l t e Gent schy auch i n M ünchen.
Er ent wi ckel t e di e „ Rosa Sei t en“ , di e zei gt en, wi e
vi el sei t i g das schwul e Leben hi er war. Di e M ünchner
Presse spi el t e mi t . 1993 beri cht et e di e Abendzei t ung
von ei nem „ Spekt akel vom anderen Uf er“ , di e Süd-
deut sche schri eb i m sel ben Jahr groß über den an-
gebl i ch „ erst en CSD“ . M ehr al s 2000 Tei l nehmer
f uhren mi t rosa und l i l a Luf t bal l ons auf Fahrrädern
und Ri kschas zum St .-Jakobs-Pl at z. Dort wart et en
di e Bewohner des nahen Al t enhei ms mi t Kaf f ee und
Kuchen auf si e. Al s di e Fahrrad-Demonst rant en mi t
i hren rosa Bal l ons auf der Bühne st anden, war das
f ür Rol f Kl ai ber, der den Szene-Buchl aden M ax &
M i l i an f ührt , „ ei n kol l ekt i ves Comi ng out . Wi r l i eßen
uns ni cht mehr i ns Hi nt erst übchen schi cken.“
Gent schy gründet e i n di eser Zei t mi t anderen homo-
sexuel l en Geschäf t sl eut en das Net zwerk „ Schwung“ .
Al s si e 1994 den CSD organi si ert en, sol l t e es ei ne
große Part y werden, so wi e Gent schy es i n den USA
gesehen hat t e. Von M enschen mi t Si nn f ür´s Ge-
schäf t prof essi onel l organi si ert . Rol f Kl ai ber si eht
di es al s „ Quant ensprung auf Kost en der pol i t i schen
Ausri cht ung“ . Im Caf é M ori zz wurde hef t i g darüber
di skut i ert , i n wel che Ri cht ung si ch der CSD ent wi -
ckel n sol l t e. „ M an konnt e es doch ni cht mehr wi e
ei ne st udent i sche Demo auf zi ehen“ , sagt Szene-
Gast ronom Horst Schreck, der damal s überzeugt war,
dass der CSD „ l ocker 60.000 M ark Gewi nn abwerf en
würde“ . Aber di e Geschäf t si dee, ei ne Bar-Tour mi t
Gut schei nhef t en anzubi et en, mi ssl ang.
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1980 - Ein gut er Jahrgang
„ Es war ei n kl ei ner Höhenflug zu gl auben, wenn
es ei n Geschäf t smann macht , dann packen wi r es
besser an als die Studentengruppen.“ Gut erinnert sich
Schreck noch an den „ kl ei nkari ert en Gegenwi nd aus
dem Krei sverwal t ungsref erat “ , al s er das St raßen-
f est am Wei ßenburger Pl at z genehmi gen l assen
wol l t e. Ni cht nur mi t böswi l l i gen Verwal t ungsbe-
amt en musst e er si ch herumschl agen, sondern auch
mi t Neo-Nazi s, di e drei Häuser wei t er ei ne Knei pe
hat t en. Horst Schreck bef ürcht et e Übergri f f e und en-
gagi ert e ei nen Si cherhei t sdi enst , der „ zu 90 Prozent
aus Lesben best and“ . Das St raßenf est gi ng mi t 5000
Gäst en wei t über di e homosexuel l e Szene hi naus.
Zu vi el f ür di e Nazi s. Si e macht en nur ei nen kl ei nen
Erkundungsgang i n Zi vi l und zogen unverri cht et er
Di nge ab.
Spät est ens sei t 1994 i st der CSD al s Part y et abl i ert ,
auch wenn „ Schwung“ das ei gene Zi el verf ehl t
hat t e. Di e Demonst rat i on i st aber „ das Herzst ück
gebl i eben“ und das i st Thomas Ni ederbühl sehr
wi cht i g. Ihn haben di e pol i t i schen Forderungen bi s
i ns Rat haus gebracht .
In Münchens guter Stube angekommen
Der Kandi dat der „ Rosa Li st e“ schaf f t e es 1996 i n
den St adt rat und auf den Bal kon des Rat hauses. Ge-
mei nsam mi t Oberbürgermei st er Chri st i an Ude (SPD)
st and Thomas Ni ederbühl mi t sei ner Amt sket t e vor
den j ubel nden Tei l nehmern des CSD, di e den M ari -
enpl at z f ül l t en. „ Di e Szene f ei ert e si ch sel bst . 1980
hät t e das kei ner von uns gegl aubt . Wenn man si eht ,
wi e weni g si cht bar wi r damal s waren.“
Der symbol i sche Auf t ri t t war f ür den schwul en
St adt rat ei n bewegender M oment : „ Wi r gehören zur
Regi erung - ei n i rres Gef ühl .“
Das empf and auch Horst Schreck so: „ Zwei Jahre
vorher bekam i ch von der St adt noch ni cht ei nmal
Parkpl ät ze i n der M et zst raße genehmi gt und 1996
st anden wi r auf dem Bal kon.“ Der Tri umph beflügel -
t e di e Szene - di e Zusammenarbei t wurde besser. Im
Jahr 2000 organi si ert en di e vi er Verei ne Rosa Li st e,
M ünchner Ai ds-Hi l f e, das Schwul enzent rum Sub und
di e Lesben-Berat ungsst el l e LeTra den CSD erst mal s
gemei nsam. „ Das hat der Communi t y und der l es-
bi sch-schwul en Zusammenarbei t gut get an“ , sagt
M ari on Höl czl . „ Früher war der CSD f ür vi el e Les-
ben zu sehr ei ne M ännerveranst al t ung.“ M ünchens
Schwul e und Lesben kamen si ch näher. „ Wi r machen
i n Fami l i e?“ hi eß das t ref f ende M ot t o des nächst en
CSD – auch wenn dami t ei gent l i ch di e Debat t e um
Part nerschaf t und Adopt i onsrecht gemei nt war.
2002 erobert en di e M ünchner Homosexuel l en dann
das gesamt e Rat haus. Um dari n ri cht i g zu f ei ern. Di e
Idee zum Rat hauscl ubbi ng, i nspi ri ert vom Wi ener
„ Li f e Bal l “ , hat t e Thomas Lechner von Queerbeat ;
St adt rat Ni ederbühl hal f mi t , di e Rat haust üren von
i nnen zu öf f nen. Lechner hat di e große Part y „ mi t der
Unt erst üt zung von OB Ude gegen al l e Wi derst ände,
vor al l em aus der CSU, durchgeboxt “ . Al s si ch ei n
äl t erer M ann bei i hm bedankt e, dass er das noch
mi t erl eben dürf e, wurde Lechner kl ar, „ wi e vi el wi r
errei cht hat t en.“ Draußen l eucht et e di e Rat hausf as-
sade i n den Regenbogenf arben.
In den Dimensionen des Oktoberfests
M i t Federboa und Sonnenbri l l e gehen auch heut e
Schwul e und Lesben zum CSD. 25 Jahre nach dem
erst en Schri t t wi l l si ch dahi nt er aber ni emand mehr
verst ecken. Öf f ent l i ch homosexuel l zu sei n – f ür vi e-
l e i st das normal geworden. Es si nd ni cht mehr 150
Pi oni ere, sondern Zehnt ausende, di e i n M ünchen
den Chri st opher St reet Day f ei ern. „ So sel bst ver-
st ändl i ch auf di e St raße gehen zu können, i st ei ne
mehr al s erf reul i che Ent wi ckl ung. Si e wurde mi t vi el
Engagement erkämpf t “ , sagt M ari on Höl czl . „ Aber es
gi bt noch i mmer genügend Homosexuel l e, di e l i eber
Zuhause bl ei ben. Aus Angst , der Herr Papa könnt e
si e dort ent decken.“
Dami t si ch das ändert , beharrt Thomas Ni ederbühl
auf der Kundgebung: „ Di e Gruppen müssen daf ür
sorgen, dass Pol i t i k vorkommt . Di e Parade darf ni cht
zur Promot i on mi t Nescaf é-Wagen verkommen. Wi r
wol l en i n M ünchen den pol i t i schst en CSD behal t en.“
Gui do Vael hat di e Ent wi ckl ung über mehr al s zwei
Jahrzehnt e mi t verf ol gt : „ Früher sah man sel bst gehä-
kel t e Regenbogenhüt chen. Di e f ami l i äre At mosphä-
re i st weg.“ Zum Köl ner CSD f ährt er schon gar ni cht
mehr: „ Den veranst al t et doch i nzwi schen nur noch
Jägermei st er. Das ert rage i ch ni cht .“ Er warnt vor
di eser Kommerzi al i si erung, di e mi t dem Anwachsen
des CSD zur M assenveranst al t ung i n den l et zt en si e-
ben Jahren droht . Dennoch gi bt Gui do Vael zu, dass
i hn di e M asse „ sent i ment al “ macht . „ M an kann den
Kopf ausschal t en und wi rd get ragen.“ Es sei zwar ei n
„ Ri esenschri t t , w enn OB Ude di e Schi rmherrschaf t
9
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1980 - Ein gut er Jahrgang
überni mmt und den M ari enpl at z mi t Regenbogen-
f ahnen beflaggt , aber das erset zt di e Inhal t e ni cht .
Wel che Forderungen hat man heut e?“
Di e hat Thomas Ni ederbühl f ür den CSD 2005 durch-
aus. Er wi l l , dass Homosexual i t ät endl i ch Tei l des
Unt erri cht s wi rd: „ Inf ormat i on i n den Schul en gehört
zur Anerkennung. Ni cht nur f ür Jugendl i che i n der
sexuel l en Ori ent i erungsphase.“
Dass es auch der Szene ni cht nur ums Fei ern geht ,
zei gt e das vergangene Jahr. Trot z hef t i gen Regens
war der Mari enpl at z bei m Auf t akt vol l er Menschen.
„ Es gi bt ei n Bedürf ni s nach Kundgebung. Das best ärkt
uns, wenn wi r sehen, wi e wi cht i g den Münchner Les-
ben und Schwul en i hr Fest - und Fei ert ag i st “ , sagt
Ni ederbühl . „ Wi r dürf en ni cht unt erschät zen, was
der CSD f ür di e Jugend bewi rkt . Er verändert ni cht
di e Wel t , aber was wäre di e Wel t ohne i hn?“ , f ragt
er. „ Bei m CSD spürt di e Szene i hr Wi r-Gef ühl , al l e
können Energi e t anken. Si cht barkei t und Vi el f al t der
Homosexuel l en würden ohne den CSD wegf al l en.“
Wi e si e i n der Öf f ent l i chkei t si cht bar si nd, gef äl l t
manchen ni cht . „ Wenn der pol i t i sche Charakt er
schei nbar unt ergeht , i st das ni cht di e Schul d der
Lesben und Schwul en.Di e M edi en zei gen doch nur
Bi l der von Drag Queens. Der wahre Anspruch geht
i n der Beri cht erst at t ung t ot al unt er“ , sagt Sabi ne
Hol m.
Vor 25 Jahren druckt e di e Abendzei t ung ei n Fot o
des Bet t l akens, das Gui do Vael und M anf red Edi n-
ger an der Spi t ze des Demonst rat i onszuges t rugen:
„ Schwul , na und?“ Di e Transparent e mi t kämpf eri -
schen Forderungen wi e „ Weg mi t § 175“ und „ M acht
Euer Schwul sei n öf f ent l i ch“ si nd verschwunden.
„ Di e Jungen wi ssen l ei der ni cht mehr, wi e schwer
es f rüher war“ , sagt Gui do Vael . „ Es gi bt kei n Ge-
schi cht sbewusst sei n i n der Szene.“ Horst Schreck
hi ngegen i st f roh, dass heut e ei n sol cher CSD exi s-
t i ert : „ Nach M ünchen gehört ei n großer CSD – und
wenn si ch 150.000 i n den St raßen st opf en. Von mi r
aus können wi r ei n schwul es Okt oberf est i m Som-
mer machen.“
Dorot hee Schmi dt und
Jan Bernd Schul ze Wart enhorst
10
Marion Hölczl (Rosa List e):
„ Ich fand den CSD 2001 ungemein
selbstbewusst und solidarisch. Wir
hatten ein tolles Bühnenprogramm.
So wurde ein Querschnitt der vielfälti-
gen Arbeit der Münchner Szene sicht-
bar. Und erstmals wehten 2001 riesige
Regenbogenfahnen ganz offiziell auf
dem Marienplatz - ein sehr bewegen-
des Bild.“
Thomas Lechner (Queerbeat ):
„ Der schönste CSD war für mich im
Jahr 2000. Ich stand auf der Bühne.
Bei einem Quiz drehte ich die Musik
leise und der ganze Marienplatz sang
weiter: ‚Er gehört zu mir’. Mir liefen
eiskalte Schauer über den Rücken. Ich
hätte fast heulen können.“
Rolf Klaiber (Max & Milian):
„ Die Fahrraddemo beim CSD 1993
mündete in ein links-alternatives Stadt-
teilfest am Jakobsplatz. Auf der Tribü-
ne standen wir Schwulen mit den rosa
Luftballons unserer Rädern. Die Leute
aus dem Altenzentrum waren unten
auf dem Platz, wir Schwule wurden
aufgenommen und das Fest bekam
eine rosa Komponente.“
Thomas Niederbühl (Aids-Hilf e):
„ Die Fahrrad-Demo 1993 war total gut
und witzig. Wir hatten tolles Wetter, ei-
nige waren mit Rikschas unterwegs.“
Diana Horn (LeTra):
„ Es war total irre, als wir 2003 im
Rathaus, Münchens Allerheiligstem,
feiern konnten. Das hatte eine große
politische Aussagekraft. Schön, dass
wir uns das erobert haben. Ein berau-
schendes Gefühl.“
Guido Vael (Sub):
„ Meine beiden schönsten CSDs waren
1993 und 1994 auf dem Jakobs- und
auf dem Weißenburger Platz. Auf dem
Marienplatz bin ich todunglücklich.
Das ist nur noch Pflicht. Ich möchte
mal wieder was Familiäres haben.“
Horst Schreck (Szene-Gastronom):
„ 1994 war mein schönster CSD. Es
war ein tolles Straßenfest in Haidhau-
sen, das über die schwule Szene hin-
aus ging. Und mit 5000 Teilnehmern
war der CSD eine Nummer größer als
früher.“
„Mei n schönster CSD“
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Unabhäncic
Kritisch
Kcmpetent
PersënIich
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Rol f Kl ai bers Lebensgef ährt e t räumt e i n den 80er
Jahren davon, Landarzt zu werden. Von ei ner ei ge-
nen Praxi s. Ei nem Hund. Und ei ner Ehef rau. Trot zdem
l ebt e er mi t Rol f Kl ai ber i n ei ner schwul en Bezi ehung
– aber ni cht öf f ent l i ch. „ Wi r t rat en nur i n mei nem
Freundeskrei s al s Paar auf .“ Di e Part nerschaf t zer-
brach schl i eßl i ch. Heut e i st Kl ai ber Inhaber des
schwul en Buchl adens M ax & M i l i an i n M ünchen. Vor
kurzem t raf Rol f Kl ai bers Schwest er den ehemal i gen
Freund i hres Bruders zuf äl l i g bei ei nem Abendessen.
Er hat t e ei ne Arzt praxi s und ei ne Frau. Nur der Hund
f ehl t e. „ Für i hn hat t e damal s das gesel l schaf t l i che
Umf el d al s Arzt ni cht gest i mmt . Es f ehl t e di e Akzep-
t anz, di e er f ür sei ne Ident i t ät braucht e.“

Ist es f ür j unge Schwul e und Lesben heut e l ei cht er
al s vor 25 Jahren, vor si ch sel bst und der Wel t ei nzu-
gest ehen, dass si e gl ei chgeschl echt l i ch l i eben? Di e
Organi sat oren des M ünchner Chri st opher St reet Day
bezwei f el n das. Si e haben di eses Jahr das M ot t o
„ young and pri de?“ gewähl t und es mi t ei nem Fra-
gezei chen versehen. Grund zur Skepsi s geben wi s-
senschaf t l i che St udi en, di e si ch mi t dem Prozess des
Comi ng Out und den Probl emen j unger Homosexu-
el l er beschäf t i gt haben. „ Si e l i ebt si e, er l i ebt i hn“ ,
ei ne Bef ragung des Berl i ner Senat s unt er j ungen
Lesben und Schwul en, kommt zu dem Ergebni s, dass
f ür vi el e Jugendl i che das Comi ng Out noch i mmer
ei ne probl emat i sche Phase i st . Über di e Häl f t e der
j ungen Schwul en und Lesben hat schon ei nmal ver-
sucht , i hre homosexuel l en Gef ühl e zu unt erdrücken,
di e mei st en vor dem 18. Geburt st ag. Drei Vi ert el der
wei bl i chen und 60 Prozent der männl i chen Bef ragt en
erl ebt en i n der Zei t des Comi ng Out negat i ve Reak-
t i onen, j eder Zehnt e sogar körperl i che Gewal t . Ei ne
St udi e des ni edersächsi schen Sozi al mi ni st eri ums
bel egt , dass di e Gewi sshei t , schwul zu sei n, heut e
mi t der gl ei chen Unsi cherhei t und Furcht verbunden
i st wi e vor 30 Jahren. Posi t i ve Gef ühl e wi e St ol z und
Freude hät t en aber vor al l em bei j ungen M ännern
unt er 20 Jahren zugenommen.
Bi s zum St ol z i st es ei n l anger Weg. Über di e Häl f t e
der wei bl i chen und knapp zwei Dri t t el der männl i -
chen Jugendl i chen benöt i gen mehrere Jahre f ür i hr
i nneres Comi ng out , al so das Ei ngest ändni s vor si ch
sel bst , am ei genen Geschl echt i nt eressi ert zu sei n.
„ Zu erkennen, dass du homosexuel l bi st , das i st di e
l ängst e Schwangerschaf t , di e ei n M ensch haben
kann“ , sagt e ei n j unger Schwul er der Sozi ol ogi n
Jeanni ne Rei her.
M i chael i st 21. Zwi schen sei nem i nneren und äu-
ßeren Comi ng out l i egen vi er Jahre. Dass er „ i n di e
andere Ri cht ung t endi ert “ , wusst e er mi t 13. „ Ich
f and di e Backst reet Boys t ol l und an der M usi k l ag
das ni cht .“ Das Schl üssel erl ebni s f ür sei n äußeres
Comi ng out vor ei ner Person sei nes Vert rauens war
ei n Junge aus der Schul -Bi g-Band, i n den er si ch ver-
l i ebt hat t e. „ Sol che Gef ühl e müssen et was hei ßen.“
M i t 17 Jahren of f enbart e er si ch ei ner sehr gut en
Freundi n. „ Si e hat mi ch gel öchert , bi s si e sel bst dar-
auf gekommen i st . Ich habe es ni cht über di e Li ppen
gebracht “ . M i chael f ühl t e si ch damal s zi t t ri g und un-
wohl , „ wei l es j et zt ni cht mehr nur i n mi r dri n war.
Wenn si e es wei t ersagen würde, wäre es ni cht mehr
zu st oppen.“ Di e gut e Freundi n reagi ert e l ocker, f rag-
t e nach, i nt eressi ert e si ch.
„ Das war di e best e Erf ahrung bi sher“ , mei nt M i cha-
el rückbl i ckend. In der Schul e haben di e mei st en ge-
ahnt , dass er schwul i st . Wer i hn danach f ragt e, dem
ant wort et e M i chael mi t j a. „ Durch di e f ort l auf end
gut en Erf ahrungen hat si ch mei n Sel bst bewusst sei n
gest ei gert . Es hat gehol f en, sel bst verst ändl i ch dami t
umzugehen.“ Sogar der het erosexuel l e Junge, i n
den er damal s verl i ebt war, hat si ch ni cht von i hm
abgewandt , al s M i chael i hm sei ne Li ebe gest and.
„ Vi el l ei cht hat t e i ch besonderes Gl ück“ , mei nt er.
„ Ich habe auch andere Geschi cht en gehört .“

Über di e Häl f t e der l esbi schen und schwul en Ju-
gendl i chen, di e i n der Berl i ner St udi e bef ragt wur-
den, haben schon ei nmal darüber nachgedacht ,
Sel bst mord zu begehen. 18 Prozent haben es t at -
sächl i ch versucht . Di e Zahl l i egt vi er mal höher al s
bei het erosexuel l en Jugendl i chen.
Auch di e M ut t er von Tobi as, 18 Jahre, hat t e sol che
Bef ürcht ungen. „ Si e sagt e, i ch muss mi r ni cht s ant un,
i ch sei noch i mmer i hr Ki nd.“ Nur durch Zuf al l wurde
Tobi as i n sei ner Fami l i e geout et . Erst en Kont akt zur
schwul en Szene f and er bei m Chat t en i m Int ernet .
„ Ich t ei l e ei nen Comput er mi t mei ner Schwest er und
durch di e aut omat i sche Vervol l st ändi gung der Int er-
net -Adressen l andet e si e i n mei ner Communi t y und
w ar sehr erst aunt , w er da mi t i hr chat t en w ol l t e.“
Di e Schwest er sprach i hn darauf an. „ Ich habe es zu-
gegeben. Di e Bew ei sl age w ar überw äl t i gend.“ Der
Coming out
14
Wie eine lange Schwangerschaf t
Schwule und Lesben feiern selbstbewusst den Christopher Street Day. Sie sind in der
Gesellschaft viel sichtbarer als vor 25 Jahren. Trotzdem ist der erste Schritt dorthin noch
genauso schwer wie früher. Das Coming Out kann auch heute noch eine Lebenskrise für
junge Menschen sein.
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erst e Gedanke sei ner M ut t er war, dass si e kei ne
Enkel von i hm bekäme. M i t sei nem Vat er hat er ni e
di rekt gesprochen. „ Ich f rage mi ch, ob es i hm über-
haupt bewusst i st .“
42 Prozent der Söhne aus der Berl i ner Senat sst udi e
gl auben oder wi ssen, dass i hr Vat er Homosexual i t ät
abl ehnt . Rel at i v vi el e Jugendl i che können di e Frage
nach der Ei nst el l ung i hres Vat ers gar ni cht beant -
wort en. Homosexual i t ät schei nt al so i mmer noch ei n
Tabu-Thema i n der Fami l i e zu sei n. Auch M i chael s
Verwandt schaf t wei ß noch ni cht s von sei ner Homo-
sexual i t ät . Al s sei ne f ast 90-Jähri ge Großmut t er i hn
i n sei ner M ünchner Wohnung besucht e, verschwan-
den di e M ännerf ot os von der Wand und di e DVDs i m
Schrank. „ Ich habe ni cht das Sel bst bewusst sei n, es
mei ner Verwandt schaf t zu sagen. Es f äl l t mi r schwer,
wei l si e mi r so nahe st ehen.“
Tobi as findet , dass si ch der Kont akt zu sei nen El t ern
sogar verbessert hat , „ dadurch, dass i ch et was sehr
Persönl i ches of f en gel egt habe.“ In der Schul e hat er
si ch noch ni cht geout et . „ Ich bi n ni cht der Typ, der
si ch dami t vor di e Kl asse st el l t .“ Er bezei chnet si ch
sel bst noch ni cht al s schwul , sondern sagt , dass er
auf Jungs st ehe. „ Ich wei ß, dass di e Leut e Vorurt ei l e
haben. Das Wort schwul i st durch di e Jugendspra-
che i n Verruf gerat en.“
Über di e Häl f t e der schwul en Jugendl i chen erl eben
übl e Nachrede durch Gl ei chal t ri ge und bei 40 Prozent
haben si ch nach dem Comi ng Out Freunde zurück-
gezogen. Ei n Dri t t el si nd i n der Schul e beschi mpf t
worden. Di e Unt ersuchung des ni edersächsi schen
Sozi al mi ni st eri ums spri cht von der Schul e al s „ ho-
mophobem Ort “ : Schwul e würden zu Zi el schei ben
von Wi t zen und Veracht ung, ohne dass Lehrkräf t e
darauf angemessen reagi ert en.
M i ri am Fal kenberg bet reut j unge Lesben der Gruppe
„ JuLes“ . Di e Sozi al pädagogi n arbei t et i m M ünchner
M ädchent ref f Ragazza und erzähl t von ei ner der
weni gen Lesben, di e si ch auch i n der Schul e of f en
al s homosexuel l zu erkennen gi bt . „ Si e hat si ch i m
Rel i gi onsunt erri cht i hrer Haupt schul e geout et und
al l ei n gegen di e konservat i ve Lehreri n und di e Schü-
l er anargument i ert . Für ei ne 16-Jähri ge i st das ei ne
echt e Lei st ung.“ M i ri am Fal kenberg gl aubt , dass
es bei M ädchen f ünf bi s zehn Jahre dauert , bi s si e
al s Lesben et abl i ert si nd. „ Frauen haben anders al s
M änner kaum posi t i ve homosexuel l e Vorbi l der aus
dem Fernsehen oder der Öf f ent l i chkei t . Si e haben
mehr zu kämpf en.“ Den Prozess des Comi ng Out
macht si e st ark vom M i l i eu abhängi g. „ Je l ändl i cher,
j e t radi t i onel l er und j e rel i gi öser das Umf el d, dest o
enger i st di e Si cht .“ Den El t ern j unger Lesben wi rf t
si e vor, ni cht an dem Thema zu arbei t en und es aus-
zukl ammern. „ Tot schwei gen i st schwi eri ger f ür di e
M ädchen al s ei n großer St rei t , auf den Besserung
f ol gt . Wo Rei bung i st , da i st auch Wärme.“

M i ri am Fal kenberg sagt , das Comi ng Out i hrer M äd-
chen gehe heut e schnel l er und sei i nsgesamt ei nen
Ti ck l ei cht er, wei l das Thema i n der Gesel l schaf t
präsent er sei . „ Junge Lesben finden heut e schnel l er
Gl ei chgesi nnt e i n der Szene. Jede Woche kommen
ei n bi s zwei neue M ädchen zu den JuLes. Aber di e
Probl eme i n M i l i eu und El t ernhaus si nd ni cht ri esi g
anders al s f rüher. Di e M ädchen si nd nur besser ge-
rüst et , dami t umzugehen.“

Rol f Kl ai ber denkt , dass sei n Freund, der si ch f ür
Arzt praxi s, Frau und Hund ent schi ed, heut e bessere
Chancen hät t e, si ch zu sei ner Homosexual i t ät zu be-
kennen. „ Es könnt e anders l auf en. Das gesel l schaf t -
l i che Korset t i st ni cht mehr so eng geschnürt wi e f rü-
her. Aber es gi bt auch heut e noch Leut e, di e parken
i hre Fahrräder bei m nächst en Supermarkt st at t vor
dem schwul en Buchl aden und verl angen nach ei ner
neut ral en Tüt e.“
Dorot hee Schmi dt
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16
Irgendwann i m ernst en f ami l i ären Gespräch um St udi um, Abschl uss, Beruf schan-
cen und sexuel l e Ori ent i erung des j üngst en Sohnes deut et e mei n Vat er auf di e
röt l i ch-orangene Langhaarperücke, di e dezent auf mei nen Schrank drapi ert war.
„ Das da“ , sagt e er fingerzei gend, „ das da i st es, womi t i ch noch et was Probl eme
habe.“ Und hi er mat eri al i si ert e – oder: verbi fizi ert e si ch ei n wei t eres Thema, das
sei t mei nem erst en Drag-Auf t ri t t vor knapp zwei Jahren of t mal s unbehagl i ch i n
der Luf t gehangen hat t e. Warum? Warum musst du di ch denn al s Frau verkl ei den?
Bi st du al s M ann ni cht zuf ri eden? – M i ch bracht e di e Frage, obwohl ei gent l i ch
l ang erwart et , i n ei n Di l emma: sol l t e i ch beschwi cht i gen oder konf ront at i v he-
rausf ordern? Di e erst e Reakt i on war: Auf j eden Fal l beschwi cht i gen. In i hrem
Horrorbi l d sahen mei ne El t ern i hren Sohn den l angsamen Weg i n den Abgrund
gehen, i n zwanzi g Jahren al s geschei t ert e Drag-Exi st enz i n der Knei pe si t zen,
überschmi nkt und versof f en, f rust ri ert und geschei t ert , ei nsam. M ei ne erst e Re-
akt i on al so: Beschwi cht i gung. Appeasement .
Naj a, was hei sst hi er l i eber Frau sei n, sagt e i ch mi t mögl i chst sonorer, vert rau-
enerweckender St i mme, das i st doch mehr wi e Faschi ng oder Karneval . „ Drag“
kommt aus dem Engl i schen und i st di e Abkürzung f ür „ Dressed as Gi rl .“ – dahi nt er
st eht al so der Spaß am Verkl ei den! Es i st l ust i g, mal ganz anders auf zut ret en und
so di e Leut e zu erschrecken. Ich gehe „ al s Frau“ auf di e Bühne, t anze et was, und
das Publ i kum findet es schön, dann gehe i ch wi eder hi nt er di e Bühne und schmi n-
ke mi ch ab. Ni cht s dabei – di e Lust an Verkl ei den und Show, sonst gar ni cht s.
An di eser St el l e wurde mi r al l erdi ngs zi eml i ch unwohl . Wenn al l es nur ei ne große
Verkl ei dungspart y i st (si c! Ist es auch, aber dazu unt en mehr! ), di skredi t i ere i ch
dabei ni cht vol l kommen di e pol i t i sche Di mensi on dahi nt er bzw. di ej eni gen mei -
ner FreundInnen, f ür di e ei n „ anderes“ , unbest i mmt es Geschl echt ni cht Part y und
Show bedeut et , sondern Sel bst behaupt ung i n den Wi dri gkei t en des t ägl i chen
Lebens? Auf di ese Wei se beschwi cht i gend f ügt e i ch mi ch f ast naht l os i n den
Konsens der Gesel l schaf t ei n, den i ch ei gent l i ch durchbrechen wol l t e. Denn, ohne
gl ei ch mi t Judi t h But l er und Gender-Theori e abschrecken zu müssen: Di e pol i t i -
sche Di mensi on begi nnt schon ganz ei nf ach an der St el l e, an der i ch so aussehe,
wi e i ch möcht e, und andere Leut e mei nen, mi r vorschrei ben zu dürf en, dass das
so ni cht gi nge. Wenn i ch al s bi sher männl i ch i dent i fizi ert e Person Lust habe, mi r
ei n Kl ei d anzuzi ehen und ei n schi ckes Rouge auf zul egen, wer i n der Wel t sol l t e
mi r das Recht dazu absprechen dürf en? Wenn si ch x-bel i ebi ge U-Bahngäst e das
Recht herausnehmen, mi ch aggressi v anzuzi schen, nur wei l si e mi t mei nem Äu-
ßeren ni cht umgehen können - sol l i ch mi ch dann verkri echen und brav di e Haare
schei t el n, wi e si e es gern hät t en? Was i st mi t mei ner Frei hei t ? Warum sol l t e i ch
mi ch ei nschränken?
Zumal di e bi pol are Geschl echt erwel t si cht – es gi bt M ann und Frau und bei de
si nd grundverschi eden – eher ei n Unt erdrückungsi nst rument i st . Wer von Ras-
sen spri cht , di skri mi ni ert berei t s, denn es gi bt kei ne Auf spal t ung i n Kat egori en
ohne ei ne i mpl i zi t e Hi erarchi si erung. In Geschl echt er zu t ei l en i st ähnl i ch dazu
di e Grundvorausset zung f ür Sexi smus und Homophobi e. Di e Bi pol ari t ät des Ge-
schl echt erbi l des, di e Annahme ei ner krassen Geschl echt erdi chot omi e mi t aus-
schl i eßl i chen El ement en i st sowi eso der Real i t ät ni cht angemessen. Durch das
Rast er der bi ol ogi schen Geschl echt erzuwei sungen f al l en vi el mehr Leut e, al s
gemei nhi n angenommen wi rd. Es gi bt verschi edene Art en, das Geschl echt ei nes
M enschen zu best i mmen: Sekundäre Geschl echt smerkmal e. Hormonspi egel . Erb-
gut . Bart wuchs. Zeugungs-/ Gebärf ähi gkei t . Peni s / Vagi na. Sexuel l e Ori ent i erung.
Kl ei dung. Haart racht . Und noch ei ni ge mehr. Der Ant ei l der M enschen, di e si ch
ei ndeut i g i n al l en Kat egori en al s männl i ch oder wei bl i ch kl assi fizi eren l assen, i st
verschwi ndend geri ng. Grenzen zwi schen den Geschl echt ern si nd auf den erst en
Bl i ck manchmal vi el l ei cht ei ndeut i g auszumachen, auf den zwei t en Bl i ck exi st i e-
ren si e j edoch ni cht . St at t dessen ent schei den si ch di e mei st en Leut e t ägl i ch f ür
ei ne Geschl echt errol l e, di e i hnen zugegebenermaßen i hr Leben l ang vorexerzi ert
wurde. Insof ern i st t at sächl i ch al l es nur ei ne große Verkl ei dungspart y – j edoch
ni cht nur di e Drag-Show, sondern auch gerade das „ t ägl i che Leben“ .
Drag wi l l genau das vor Augen f ühren. M anchmal wi rd der Vorwurf l aut , Traves-
t i e würde Geschl echt errol l en durch i hre Nachahmung f est schrei ben und Grenzen
zwi schen den Geschl echt ern set zen. Ei n Drag-Ki ng, der si ch al s M acho beni mmt ,
zei gt nur, dass al l e M änner ei gent l i ch M achos si nd. Ei ne bet ont f emi ni ne Drag-
Queen verkörpert den Anspruch, dass al l e Frauen f emi ni n sei n müssen (was auch
i mmer das bedeut et ). Di e Gef ahr i st da, anderersei t s j edoch überspi t zt Drag di e
erwart et en Geschl echt errol l enkl i schees und st el l t si e i n parodi st i scher Form dar,
f ührt auf di ese Wei se deren Konst rui ert hei t vor Augen und erwei t ert den Hori -
zont . Wenn i ch heut e Abend auf der Part y al s Person mi t t radi t i onel l wei bl i ch
kl assi fizi ert en Feat ures durchgehe und mi ch „ gut so“ f ühl e, warum sol l t e i ch das
i m „ t ägl i chen Leben“ ni cht ei nf ach übernehmen? St i chwort Verkl ei dungspart y.
Wi e Du aussi ehst , wel che Rol l e Du spi el st , wel che Ident i t ät Du anni mmst , be-
st i mmst Du zu ei nem großen Tei l sel ber.
So wei t kam i ch i n der Di skussi on mi t mei nen El t ern j edoch gar ni cht . Es bl i eb
nach kurzen angedeut et en Verw ei sen auf dahi nt erl i egende Themat i ken doch
bei m Appeasement und dem (t at sächl i ch unsägl i chen) Vergl ei ch mi t dem Kar-
neval der Kul t uren. Doch ni cht mal der Versuch, es auf der Ebene mei ner El t ern
harml os-erkl ären zu wol l en, f rucht et e. M ei ne M ut t er: „ Faschi ng habe i ch auch
noch ni e gemocht .“
M al t e Göbel (Erst veröf f ent l i chung i n Soma N.19)
Der Aut or schrei bt am l i ebst en f ür di e Berl i ner Boul evardpresse oder sei ne ei gene
Zei t schri f t Soma (www.somasoma.de). Dabei t ri nkt er abwechsel nd Espresso und
Beruhi gungst ee von Al di . In sei ner Frei zei t verschl eppt er sei ne M agi st erarbei t
und macht Berl i ns Drag-Bühnen unsi cher.
Alles eine große Verkleidungsparty
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„ Di e Spur f ühr t
i ns Homo- Mi l i eu“
Wie nach dem Moshammer-Mord Homo-
sexualität kriminalisiert wurde.
Während der Dreharbei t en zu „ Basi c Inst i nct “ prot est i ert en i n San Fransi sco Les-
benverbände gegen di e f ort währende Kri mi nal i si erung homosexuel l er Charakt ere
i m Ki no. Al s der Thri l l er i n di e Ki nos kam, vert ei l t e man an di e Zuschauer Fl ug-
bl ät t er, auf denen der Schl uss verrat en wurde: „ Cat heri ne di d i t ! “ Das war 1992.
Drei zehn Jahre spät er hat si ch an der Art , wi e Homosexual i t ät i n den M edi en
behandel t wi rd, ni cht vi el geändert . Jüngst es Bei spi el : Di e Beri cht erst at t ung der
Bi l d-Zei t ung über den M ord an M odemacher Rudol ph M oshammer.
„ Pol i zei f ahndet i m Homo-M i l i eu“ t i t el t di e Bi l d am 15. Januar, dem Tag nach
dem M oshammer-M ord. Auf Sei t e 2 wi rd ei n Vergl ei ch bemüht : „ Auch Sedl mayr
verkehrt e i m St ri cher-M i l i eu“ . Und unt er der Schl agzei l e „ Ich war ei ner sei ner
Sex-Jungen“ set zt Bi l d i n dersel ben Ausgabe noch ei nen drauf : „ Er ri ss mi t el f
Jahren aus, st i eg di rekt i n di e Schwul en-Szene ei n“ , hei ßt es über „ Francesco“ ,
der angebl i ch mi t M oshammer Sex f ür Gel d gehabt haben sol l . Und ei n paar Zei -
l en wei t er: „ In M ünchen bi et en t ägl i ch rund hundert St ri cher i hre Di enst e an.“
Homo-M i l i eu, St ri cher-M i l i eu, Sex-Jungen, Schwul en-Szene. M ei nen di e Ausdrü-
cke al l e dassel be? Si nd al l e Schwul en St ri cher? Gi bt es ei n „ Het erosexuel l en-M i -
l i eu“ , und wenn j a, i st es gl ei chzuset zen mi t der „ Prost i t ui ert en-Szene“ ? „ Di e Be-
haupt ung, dass i m Homosexuel l en-M i l i eu ermi t t el t würde, i st sprachl i ch völ l i ger
Unsi nn“ , sagt M art i n Rosenberg vom Bund Lesbi scher und Schwul er Journal i st In-
nen (BLSJ). „ Darüber hi naus zement i ert en sol che Phrasen unbewusst Kl i schees
über Homosexuel l e, di e dami t kol l ekt i v verungl i mpf t werden.“
Di e Bi l d l egt an den Tagen nach dem Moshammer-Mord nach. „ Wi e erkennen si ch
Schwul e?“ , f ragt si e am 20. Januar unt er der Schl agzei l e „ Di e gehei me schwul e
Part y-Wel t “ . Und f asst zusammen: „ Der Fal l M oshammer l ässt uns i n ei n unbe-
kannt es Uni versum bl i cken.“ Wer hi er mi t „ uns“ gemei nt i st , l ässt si ch nur erah-
nen. Vermut l i ch hat Bi l d kei ne homosexuel l en Leser.
„ Trot z Homoehe und schwul en und l esbi schen Pol i t i kerInnen: Von Gl ei chberech-
t i gung oder gar Gl ei chbehandl ung si nd Homosexuel l e noch wei t ent f ernt “ , sagt
Ut e Roos vom BLSJ. „ Ebenso wi e di e M ehrzahl der M edi en von ei ner f ai ren, neu-
t ral en und vorurt ei l sf rei en Beri cht erst at t ung j ensei t s von Kl i schees und Sensat i -
onsgi er.“
So si eht das auch ei n Kol umni st i m Int ernet . Unt er der Überschri f t „ Het error“
schrei bt er über di e M oshammer-Nachruf e: „ Er durf t e kei n ganz normal er Gel d-
sack sei n, er durf t e ni cht den übl i chen schl echt en Geschmack der M ünchner
Schi ckeri a haben, denn Rudol ph M oshammer war schwul . M oshammer i st der
‚ Unverhei rat et e’ , der ‚ Al l ei nst ehende’ , manchmal auch der ‚ Junggesel l e’ – Begri f -
f e, di e so schwul enf ei ndl i ch si nd, wi e di e Rede von ‚ Den Herren an der Ost küst e’
ant i semi t i sch.“
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18
Samst ag 9.7.
CSD- Politparade
Polit ischer Auf t akt
Marienplat z - 11 Uhr
Kurz vor Redaktionsschluss platzte die Bombe:
Bundest ags-Neuw ahl en i m Herbst . Was f ür
Konsequenzen bri ngt di es f ür Lesben und
Schwul e? Dazu wi rd u.a. di e Vorsi t zende von
Bündni s90 / Di e Grünen Cl audi a Rot h St el l ung
nehmen. Außerdem f reuen wi r uns auf Vert re-
t er/ i nnen der M ünchner Jugendgruppen, di e
zum di esj ähri gen M ot t o „ young & pri de?“ und
der akt uel l en Lebenssi t uat i on von j ungen Les-
ben und Schwul en sprechen werden.

CSD-Polit parade
Marienplat z - 12 Uhr
Di rekt nach dem „ pol i t i schen Auf t akt “ st art et
di e Pol i t parade. Wi e i mmer mi t Schi rmherr
Oberbürgermei st er Chri st i an Ude und Rosa Li s-
t e St adt rat Thomas Ni ederbühl an der Spi t ze.
Vom M ari enpl at z geht es über den Oberanger
zum Sendl i nger Tor, von dort zum St achus und
wi eder zurück, wei t er über M ül l erst r., Kl enzest r.
und Gärt nerpl at z durch di e Szene und dann ab-
schl i eßend durch das Tal wi eder zum M ari en-
pl at z (Ankunf t ca. 15 Uhr).
Polit ischer Abschluss
Marienplat z - 15:30 Uhr
Zum Abschl uss der Pol i t parade erwart en wi r
Schi rmherrn Oberbürgermei st er Chri st i an Ude
und Rosa Li st e St adt rat Thomas Ni ederbühl auf
der Haupt bühne am M ari enpl at z.
Posit ionsauslosung
Di e Ausl osung der Paradeposi t i onen könnt
Ihr l i ve on ai r bei Radi o LoRa 92,4 M Hz
verf ol gen. Am Donnerst ag, den 16. Juni,
sendet Uf erl os - das schwul e Radi omaga-
zi n ei n Speci al . Von 21- 22 Uhr dreht si ch
auf der 92,4 M Hz al l es um den M ünchner
CSD. Höhepunkt i st di e Li ve-Ausl osung der
Posi t i onen der angemel det en Tei l nehmer.
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CSD- Straßenfest 12.00- 23.00 h
20
Sa. / So. 9. /10.7.
Zum „25 Jahre Jubiläum“ feiern wir erstmals
zwei Tage auf dem Marienplatz.
An bei den Tagen st eht di e große Showbühne i m M i t t el punkt ; am Samst ag er-
wart et Euch ei n bunt es Showprogramm (S.22/ 23), am Sonnt ag findet erst mal s
hi er das Pumps Race (S.28/ 29) st at t .
Am Samst ag gi bt es zusät zl i ch Part y pur am Ri ndermarkt rund um M ünchens
schönst en Brunnen. Außerdem i nf ormi eren zahl rei che Verei ne, Gruppen und
Ini t i at i ven aus der Communi t y über Ihre Arbei t . Deren Inf ost ände findet i hr auf
dem M ari enpl at z sowi e i n der Rosenst rasse.

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M ari enpl at z 22, 80331 M ünchen
Tel . 23 88 66 96, Fax 23 88 66 98
8 Paulaner Bräuhaus
Kapuzi nerpl at z 5, 80337 M ünchen
Tel . 599 89 60, Fax 599 896-15
www.paul anerbraeuhaus.de
8A Jägermeister
www.j aegermei st er.de
E1 Prijaks (Oberanger-Theater)
Oberanger 38, 80331 M ünchen
Tel . 23 25 98 26, Fax 23 70 27 06
www.oberangert heat er.de
E2 CHANG (Partyservice & Catering)
Pl et t st r. 17, 81735 M ünchen
Tel . 45 67 88 53, Fax 45 67 88 55
www.chang-part yservi ce.de
9 Blue Moon (Veranstaltungs-Service)
Ludwi g-Ri cht er-St r. 13, 80687 M ünchen
Tel . 54 74 07 80, Fax 54 74 07 81
www.bl uemoon-danceni ght .de
10 BAU Munich
M ül l erst r. 41, 80469 M ünchen
Tel . 26 92 08, Fax 24 29 77 97
www.bau-muni ch.de
11/12 Stacherias
Karl spl at z 8, 80335 M ünchen
Tel . 51 50 59 30, Fax 53 85 99 47
www.st acheri as.de
13 Olé Madrid
Häberl st r. 15, 80337 M ünchen
Tel . 53 77 16, Fax 54 38 142
www.ol emadri d.de
14 Evelyn Müller (Catering & Event)
Parl erst r. 66, 80937 M ünchen
Tel . 0172 – 89 012 14
21
3 mal in München
Unsere Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 10.00 – 19.00 Uhr · Sa. 10.00 – 13.00 Uhr
Müllerstr. 27 · 80469 München • Tel. 089 - 23 23 630 · Fax 089 - 23 23 6333
Briennerstr. 55 · 80333 München • Tel. 089 - 55 25 440 · Fax 089 - 55 25 4444
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Guildo Horn (Köln)
Aber bi t t e mi t Schl ag(hose)
„ Der Ret t er der Zärt l i chkei t “ , wi e i hn
sei ne Fans nennen, i st M usi ker, Ent ert ai ner,
Di pl ompädagoge, of fizi el l er WM Bot schaf t er,
M usi cal - und Operet t endarst el l er, M ul t i -
i nst rument al i st . Ei n Tausendsassa eben.
Kei n M ensch, sondern ei n Nat urerei gni s.
22
Luci van Org (Berlin)
M yst i c-Pop (Fot o: Fi n Porzner)
Es hat si ch vi el es geändert bei Luci ,
sei t si e ni cht mehr Luci l ect ri c hei sst .
Doch ei nes i st gebl i eben: Ihre Fähi gkei t Songs
zu schrei ben, bei denen man ei nf ach hi nhören
muss. M ari achi goes El ekt ro goes Gi t arre.
Di e Popdi va kombi ni ert das schei nbar
Unmögl i che mi t ei nander.
Duotica (Köln)
macht schön - oder wahnsi nni g...
Wann i st di e Ri cht i ge di e Fal sche – und wann der Fal sche
genau das, was man gerade braucht ? Ei n Uni versum aus
pl anet aren Anzi ehungskräf t en und Ent l i ebungskuren,
ent bl ößenden Af f ären und ent st el l t er Li ebe.

Villaine (Köln)
Zu vi el Adrenal i n f ür den Grand Pri x
Vi l l ai ne (vi l ai ne [f ranz.] unart i ges Ki nd, böses
Ki nd) hat mi t i hrer Si ngl e „ Adrenal i n“ ei n
„ persönl i ches, unkonvent i onel l es Li ebesl i ed“
zum deut schen Vorent schei d des Grand Pri x
bei get ragen. Ihre St i mme und i hre M usi k, di e
si e sel bst komponi ert , si nd der Grund
f ür i hre st ei l e Karri ere.
Christophonic (Köln)
Fut uri st i c Funky Pop
Ei ngängi g mel odi öse El ekt ro-Dance-M usi k bri ngen
Chri st ophoni c aus dem el ekt roni schen Herzen
Hamburgs nach M ünchen. Di e Sounds gehen fix
i n den Kopf - und genauso fix i n di e Bei ne.
Amadeus Bartoni (Bayern)
Wel t mei st er der Okt aven
Der Wel t mei st er der Okt aven (5 1/ 2) hat vor
ei n paar Jahren mi t der Kl i t schko-Hymne
„ Empori o“ unt er anderem bei m M ünchner
CSD bei Jung und Al t f ür grosses Auf sehen
gesorgt . Nun st art et Amadeus Bart oni mi t
neuen Kl assi k- und Pop-Arrangement s von
Wel t hi t s wi eder i nt ernat i onal durch. In ei ner
Wel t urauf f ührung (! ! ! ) wi rd er ei ne neue
Si ngl e - di e gel ungene Kl assi k-Int erpret at i on
ei nes Pop-Best sel l ers - i m Duet t mi t der
spani schen Soprani st i n Lili Pereiro auf
dem M ünchner CSD präsent i eren.
Samst ag 9.7.
CSD- Showprogramm/ Marienplatz
pg300505.indd 22 31.05.2005 13:05:35 Uhr
23
Barberries (München)
Barbershop aus M ünchen
Barbershop-M usi k i st di e wohl ei nmal i ge M i schung aus
Di xi e, Rag und al t en Schl agern aus den 20er bi s 60er
Jahren. Di e a capel l a Songs si nd mal spri t zi g,
mal schmal zi g und i mmer mi t ei n weni g
Choreographi e vorget ragen.
Jockel Tschiersch (Berlin)
One-M an-Comedy (Fot o: Anj a Boel ck)
St el l en Si e si ch ei nf ach mal vor, ei n Aut or hat
bei sei nen best en Freunden abgeschri eben und
deren Leben zu ei nem Roman verwurst et . Und
nun st ehen si e vor der Türe, di ese Freunde,
di e schon l ange kei ne Freunde mehr si nd...
Da i st Ärger vorprogrammi ert , sowohl
i nhal t l i ch al s auch f ormal .
Timid Tiger (Köln)
Zei chent ri ckorchest erpop
Großart i ge Spi el zeugl i eder mi t ei nem Hang
zum M i t summen. M al gl ückl i ch und l ei cht , wi e
ei ne Pust ebl ume aus Zuckerwat t e an ei nem
sonni gen Fl okat i abend. M al t rauri g und verl o-
ren, wi e ei n i ns Wel t al l geworf enes Ki st chen
aus Eri nnerungen, das man vi el l i eber bei si ch
behal t en hät t e. M i t den Bösen und den Gut en.
M usi k zum Küssen bi s man ni cht mehr kann.
Royal Bavarian Cheers (München)
M ünchen Puschel t !
Wer i m l et zt en Jahr bei den Eurogames den
Cheerl eadi ng-Wet t bewerb verpasst hat , sol l t e si ch
di eses grossart i ge Vergnügen auf kei nen Fal l ent gehen
l assen: Das erst e gemi scht e l esbi sch-schwul e Cheer-
l eadi ng-Team bi et et ei ne M i schung aus Format i onst anz
und Akrobat i k, Kl et t ern und Spri ngen
- und nat ürl i ch Puschel n!
Kingz of Berlin (Berlin)
Drag Ki ng Perf ormance (Fot o: Jörg Kl aus)
Berl i ns hot t est Boyz haben vom charmant en Gent l e-
man über den schwul en Fri sör bi s zum muskul ösen
M at rosen so zi eml i ch al l es i m Programm. Di e Drag
Ki ngz schaf f en es, mi t j eder M enge Espri t , Spaß
und Sexappeal , i mmer wi eder neu zu überraschen.
High Heels (München)
Comi c Drags (Fot o: Georg Thum)
Al s krönender Abschl uß wi rbel n di e hyperakt i ven
Part ydrags über di e Bühne am M ari enpl at z und zei gen
ei ne überst yl t e Show auf schwi ndel erregendenen
Pl at eaus i n f arbenf rohen, avant gardi st i schen Out fit s
zwi schen Punk und Gl amour. Di e drei schri l l en Comi c
Drags nehmen den Zuschauer mi t auf ei nen Kurzt ri p
durchs f abel schräge Dragqueenl and.
Cihangir Gümüstürkmen (Berlin)
One Görl how
Ci hangi r ent f ührt sei n Publ i kum auf ei ne
t emperament vol l e Rei se durch sei n schi l l erndes
Leben zwi schen den Kul t uren und den sexuel l en
Ident i t ät en. Er wi rd zur sexy handt aschen-
j ongl i erenden Braut „ Lal e Lokum“ und macht
Karri ere al s ei nzi ge Türki n i n Hol l ywood,
oder si ngt al s l esbi sche Tant e „ Lesbo Süngü“
di e Dorf dramen aus Anat ol i en und st el l t di e
Ehre der Fami l i e wi eder her.

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Rat hausclubbing 22.00- 05.00h
24
Samst ag 9.7.
EG
1.OG
2.OG
3.OG
Kart enVVK bei al l en an M ünchen Ti cket angeschl ossenen Vorverkauf sst el l en
sowi e bei M ax & M i l i an und i n Li l l emor‘ s Frauenbuchl aden
Open Air Disco
Easy Li st eni ng
mi t DJ Bernd Hart wi ch
(Soul Ci t y, K 41)
Classic Ballroom
Eröf f nung um 1.00 h
mi t grossem Wal zer,
danach Paart anz
von ChaCha bi s Tango
Lounge
zum Si t zen, Chi l l en
und Pl audern
1 1
2
2
2
3
4
4
5
5
7
7
6
6
6
3
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25
Samst ag 9.7.
Liveprogramm 22.30- 01.00h
Bi t t e auf di e angegebenen Uhrzei t en acht en
- kei ne Ei nl aßgarant i e nach Begi nn der ei nzel nen Programmpunkt e
Kommando Rothenberger (Köln)
„ rössl .wol f gang.see“ (Fot o: Frank Tusch)
Das 6-köpfige Ensembl e wandel t auf dem schma-
l en Grat zwi schen kabaret t i st i scher Persi flage und
kämpf eri scher Vert ei di gung ei nes vol l kommen zu
Unrecht verkannt en Genres - der Operet t e.
M i t st i mml i cher Bravour und szeni schem
Ei nf al l srei cht um wi rd der Si ngspi el -Kl assi ker
„ Das wei ße Rössl “ ei ner spekt akul ären Ret t ungs-
akt i on unt erzogen, di e si ch zwi schen Al penroman-
t i k und rhei ni schem Humor ei npendel t : rührend
und emot i onal , pol i t i sch unkorrekt , i nt el l ekt uel l
übersi cht l i ch und t rot zdem gut gemacht .
Vor al l em aber: Sehr modern.
23.30 Uhr im großen Sitzungssaal
Ursula West (Südstaaten/Berlin)
A Legend In M y Ti me (Fot o: Fokke Hoeckmann)
Das neue Programm der aus den Südst aat en
st ammende Count rysängeri n f ei ert Ende Juni i n
Berl i n Premi ere. M i t i hrer auf ri cht i gen, l ändl i chen
Art bezaubert Ursul a West i hr Publ i kum und
erobert e si ch ei n Fanpubl i kum auch unt er denj e-
ni gen, f ür di e Count rymusi k bi sher ei n rot es Tuch
war. Es sol l bi s heut e überzeugt e Fans geben, di e
noch ni cht gemerkt haben, daß si ch hi nt er der Fas-
sade der anrührenden Count ryf ee Chri st oph M art i
von den Geschwi st ern Pfist er verbi rgt .
0.15 Uhr im großen Sitzungssaal
Popette Betancor (Berlin)
& Special Guest Cora Frost (Berlin)
M ei st eri n des l akoni schen Bet racht ungswi t zes und der mi mi -
schen Spont anent gl ei sung wi rd si e genannt .
Erfinderi n des ‚ Kammer Pop‘ . M i nnesängeri n der beschädi gt en
Idyl l e. Deut schl ands ungewöhnl i chst e Al l ei nunt erhal t eri n gräbt
verschüt t et e Kl ei node aus der Großst adt Berl i n aus und prä-
sent i ert si e uns spri t zi g, bi ssi g und subt i l . Um das ganze noch
zu t oppen, bekommt Popet t e t at kräf t i ge Unt erst üt zung von
Cora Frost , der Frau mi t der Ausnahme-St i mme.
22.45 Uhr im großen Sitzungssaal
Das Live-Programm
findet im großen
Sitzungssaal (2.OG) statt.
Bitte pünktlich zu den
angegebenen Uhrzeiten
erscheinen!
3
1
Überraschungsauftritt
um 22.30h im
großen Innenhof
pg300505.indd 25 31.05.2005 13:05:53 Uhr
HIV/AIDS
Dienstag, 5. Juli, 19:30 Uhr
“ Bareback, Supervirus, Superinfektion”
Podiumsdiskussion im Sub, Müllerstr. 43
M i t t e Februar 2005 beri cht et en di e
M edi en über ei nen HIV-posi t i ven
schwul en M ann aus New York, der
si ch mi t ei nem mul t i resi st ent en HIV-
Vi russt amm i nfizi ert hat . Er war regel -
mäßi ger Besucher von Sexpart i es und
Saunen.
• Was i st dran am neuen „ Super-Vi -
rus“ , oder „ Ki l l er-Vi rus“ ?
• Handel t es si ch hi er um ei nen Ei nzel -
f al l , oder i st zu bef ürcht en, dass di ese
Vi rusvari ant e auch bal d i n Deut sch-
l and auf t ri t t ?
• Und was i st dran an der Superi nf ek-
t i on? Kann man si ch al s HIV-posi t i ver
erneut mi t ei nem anderen Vi russt amm
i nfizi eren?
• Wi e gef ährl i ch si nd Barebackpar-
t i es?
M oderat i on: Dr. Günt er Rei sbeck. Es
werden di skut i eren: Dr. Hel mut Li es
(HIV-Behandl er); Robert Höpf ner (M r.
Bavari an Leat her 2004), Engel bert
Zankl (HIV-Therapi e-Hot l i ne) und an-
dere.
Lesben
Freitag, 8. Juli, 18:45 - ca. 22:30 Uhr
„ Junge Energi e und spät e Hi t ze“
- of f ene Gruppe f ür Lesben um di e 50
und äl t er
i m LeTRa, Angert orst r. 3 (U-Bahn Send-
l i nger Tor)18.45 - ca.22.30 Uhr
• si ch mi t anderen l esbi schen Frauen
ab 50 t ref f en
• si ch über Themen rund um Äl t erwer-
den und Jungbl ei ben aust auschen
An di esem Abend geht es um di e Rol -
l e von Lesben i n Fi l men von den 60er
Jahren bi s heut e.
Da es si ch dabei um ei nen Ei nbl i ck i n
di e Darst el l ung von Lesben i n zei t ge-
schi cht l i chem Rückbl i ck handel t , i st
di eser Abend auch f ür j üngere Lesben
durchaus i nt eressant und deshal b
si nd, auch i m Rahmen des CSD, zu
di eser Veranst al t ung Besucheri nnen
j eden Al t ers herzl i ch wi l l kommen!
Kost enbei t rag : 3 – 7,50 €, 2 - 4 € f ür
M i t f rauen, Ref erent i n:Gabi Leberer
(Jhg. 1950), Di pl om-Pädagogi n und
M i t f rau bei SAFIA (Lesben organi si e-
ren i hr Al t er e.V.).
Glaube
Samstag, 9. Juli, 10 Uhr
Ökumeni scher CSD-Got t esdi enst
i n St . Lukas am M ari annenpl at z
„ Ihr sei d das Sal z der Erde. Ihr sei d das
Li cht der Wel t .“
Bet ei l i gt e Gruppen:
Evangel i sch- l ut her i sche Gemei nde
St . Lukas, al t -kat hol i sche Gemei nde
St . Wi l l i brord, evang.-ref ormi ert e Ge-
mei nde, angl i can-epi scopal church of
t he ascensi on, kat hol i scher Got t es-
di enst f ür Lesben, Schwul e und Queers
(ehemal s Queergot t esdi enst ).
M ehr Inf os unt er:
www.csd-got t esdi enst e.de
Part y
Sonntag, 3. Juli
Schl agert rauma i m BAU
M ül l erst r. 41
Schl agersahne pur, gei l gemi xt von
„ Hi l l ary“ . M i t si ngen erwünscht .
M ehr Inf os unt er:
www.bau-muni ch.de.
Mittwoch, 6. Juli, 19-23 Uhr
Euro Ni ght i m Kraf t @akt
i n der Thal ki rchnerst r. 4
Jedes Fassbi er f ür 1 Euro,hi er wi rd di e
Gay Happy Hour zur Part y!
Donnerstag, 7. Juli, ab 22 Uhr
10 Jahre Easy Li st eni ng!
i m Soul Ci t y am M axi mi l i anspl at z
Di sco: DJ Bernd Hart wi ch & DJ Rol and
Wal d: 60´s t o 80´s.
Caf é: DJ Rai ner M und & DJ James:
Chart s t o House.
Für j eden Gast ei n Jubi l äums-Souveni r
und sel bst verst ändl i ch Frucht bowl e
f or f ree! ! !
Freitag, 8. Juli, ab 20 Uhr
no-di f f erence!
Doppel decker-Part ybus & U27-Part y
Ei nst i eg um 20 Uhr an der Bl umen-
st rasse 7 (Ecke Cornel i usst r.).
Anschl i essend que(e)r durch München
- Endst at i on wi rd gegen 24 Uhr di e
U27 Part y (www.u27-muenchen.de)
i m Fei erwerk sei n. Das Kombi t i cket
(no-di f f erence! -Doppel decker-Part ybus
+ Ei nt ri t t f ür U27) zum unverschämt
günst i gen Prei s von 11 € gi bt ‘ s unt er
www.nodi f f erence.de oder ab 5. Juni
i m Di versi t y-Caf é.
Freitag, 8. Juli, ab 22 Uhr
Sergej -Part y Gol den Vel vet
i m Soul Ci t y am M axi mi l i anspl at z
St art der neuen Part yrei he mi t
Gl amour, mehr Inf os si ehe Anzei ge
auf Sei t e 45 oder unt er
www.sergej -magazi n.de
Freitag, 8. Juli, 24-1 Uhr
CSD Warm Up “ M i dni ght Sun“
i m Kraf t @akt i n der Thal ki rchnerst r. 4
Cockt ai l s 4,90 €, spezi el l zu 25 Jahren
CSD M ünchen wi rd ei n neuer Cockt ai l
krei ert !
Samstag, 9.Juli, ab 22 Uhr
Bl uemoon-Part y i m Oberanger Theat er
i m Vol l marhaus (open end! )
mi t DJ Bobby - di rekt nach dem CSD-
St raßenf est , Erdbeerl i mes f ür 1€
M ehr Inf os unt er:
www.bl uemoon-danceni ght .de
Ei nt ri t t : 5 €
Samstag, 9. Juli, 21-3 Uhr
Euro Lat e Ni ght i m Kraf t @akt
i n der Thal ki rchnerst r. 4
0,5 Hel l es nur 2 Euro, Part ynacht mi t
Gogos & Frücht e Boys
Samstag, 9. Juli, ab 22 Uhr
„ Al l e wol l en Li ebe“ -Di sko auf 3 Fl oors
i m Soul Ci t y am M axi mi l i anspl at z
„ 25 Jahre CSD-Part y Speci al “
Cl ub: DJ Jens Poeni t sch & Bernd Ja-
kopi c (bl auephase/ gl ashausdi sse),
El ekt ro Gl amour & vocal s
Caf é: DJ James, Love i s l i f t i ng you...
Dance, Chart s, bl ack
Separee: DJ-Bat t l e von M ünchener
Szene-DJs, Worl dsound vs. House vs.
El ekt ro vs. Progressi ve
Li ebescockt ai l f or f ree! ! !
Sonntag, 10. Juli, 10-16 Uhr
CSD Brunch i m Kraf t @akt
i n der Thal ki rchnerst r.4, f ür 9,90 € p.P.
Sonntag, 10. Juli, 15-21 Uhr
Di versi t y-Caf é
i n der Gl ockenbachwerkst at t (Bl umen-
st r. 7) f ür al l e bi s 27 Jahre, mehr Inf os
unt er www.di versi t y-caf e.de.
Sonntag, 10. Juli, ab 22 Uhr
open end!
Tradi t i onel l e CSD – Abschl usspart y
i m Oberanger Theat er i m Vol l marhaus,
Ei nt ri t t f rei ! M ehr Inf os unt er
www.oberanger-t heat er.de
Upcoming Event s
Freitag, 15. Juli
10 Jahre BAU! BAU, M ül l erst r. 41
Große Geburt st agspart y mi t vi el en
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Sonntag, 18. September
GaySunday auf dem Okt oberf est
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noch schöner macht!
Das gesamte Atlantic-City-Team
wünscht seinen Gästen und Kunden
einen schönen Jubiläums-CSD 2005
Wenn erwachsene Männer in High Heels
und schrägem Outfit um die Wette stöckeln
und dabei verschiedene Hindernisse über-
winden müssen, dann kann das nur
das Pumps-Race sein...
Am Sonnt ag den 10.07.2005 des CSD-Wochenendes wi rd di eser sport l i ch-schri l l e
Wet t kampf erst mal s auf dem Marienplatz präsent i ert . Schon bei m erst en Event (1997)
st el l t e das Pumps-Race den krönenden Abschl uss des CSD dar. Sei t dem avanci ert e
es zu ei nem t radi t i onel l en, f est en Best andt ei l des M ünchener CSD und i st i n ei n
St raßenf est f ür Jung und Al t ei ngebet t et .
Das Pumps-Race wi rd wi eder vom Spi t zen-Duo Bernd von Fehrn und M at t hi as Brandebusemeyer
moderi ert . Si e werden Läuf er und Publ i kum f rech und peppi g anf euern. Der Wet t l auf al s Höhepunkt
des St raßenf est es st art et gegen 18 Uhr. Gaudi garant i eren wi eder di e schri l l en Sonderauf gaben, wel che
di e Organi sat oren f ür di e St öckel at hl et en zur sport l i chen und künst l eri schen Wert ung vorberei t et haben!
Di e Prei sverl ei hung und Si egerehrung des „ M r. Hi gh Heel s“ i st f ür et wa 20 Uhr gepl ant .
pg300505.indd 29 31.05.2005 13:06:09 Uhr
Vorspann: Unsere Gesellschaft
wird immer älter, das Thema Se-
nioren immer wichtiger, aber alle
wollen jünger sein und vor allem
eines: bloß nicht alt. In der schwu-
len Szene ist dieses Problem an-
geblich besonders groß und die
Kluft zwischen Jungen und Alten
kaum zu überwinden. Wirklich?
Wi e st eht es mi t der Kl uf t zwi schen
den Generat i onen? Ist di e wi rkl i ch so
groß?
Cornelia: Das Probl em i st i n der
schwul en Szene auf j eden Fal l aus-
geprägt er al s bei den Lesben. Äl t ere
Lesben versuchen ni cht so sehr, j ünger
auszusehen.
Basti: Es gi bt weni g Vermi schung
zwi schen den Generat i onen. Bei Di ver-
si t y i st di e Al t ersgrenze auf Veranst al -
t ungen 27. Das bedeut et ni cht , dass
wi r mi t Äl t eren ni cht s zu t un haben
wol l en. Wi r wol l en ei nen geschüt zt en
Rahmen bi et en f ür Jugendl i che, di e
zum erst en M al i n der schwul en Szene
si nd.
Silas: Wenn wi r auch Äl t ere rei n l as-
sen, kommen di e Jungen ni cht . Das
l i egt of t an den Erf ahrungen Ei nzel -
ner, di e von Äl t eren bedrängt wurden.
Dann wi rd pauschal i si ert und es hei ßt :
„ M i t den Al t en wol l en wi r ni cht s zu
t un haben“ .
Theo: Passi ert das öf t er, dass Äl t ere
Jüngere anbaggern?
Basti: Bei uns i m Caf é ni cht , aber i n
der Szene ...
Silas: Es geht ni cht i mmer ums Al t er.
Ent w eder finde i ch j emanden sympa-
t hi sch oder ni cht . Wenn ei ner nur denkt ,
„ Hey, der wär was f ür heut e Nacht “ ,
muss er auch verst ehen, wenn Jünge-
re sagen: „ M i t den Al t en wol l en wi r
ni cht s zu t un haben, di e wol l en uns
nur abschl eppen.“
Basti: Vi el e Jüngere haben das Vor-
urt ei l : Äl t er i st i mmer gl ei ch auf dri ng-
l i ch.
Theo: Vorurt ei l e gi bt es auf bei den
Sei t en. Wi r haben Leut e i n der Grup-
pe, di e sei t 25 Jahren ni cht mehr i n
der Szene waren. Auch di e brauchen
ei nen geschüt zt en Raum. Das Probl em
haben wi r i m Sub. Dort haben di e
Gruppen weni g M ögl i chkei t en, si ch
zurückzuzi ehen. Auf der ei nen Sei t e i st
man f roh, dass di e Äl t eren j et zt auch
i ns Sub gehen. Si nd si e aber da, hei ßt
es, „ da gehen wi r ni cht mehr hi n, da
hängen so vi el e Al t e rum“ . Im Sub i st
es echt schwi eri g, di e Generat i onen
zusammenzubri ngen.
Basti: Ich gl aube, dass di e j üngere
Szene sehr von Schönhei t si deal en
geprägt i st und deshal b vi el e mi t Äl -
t eren ni cht s zu t un haben wol l en.Vi el e
denken nur an das Hi er und Jet zt . Di e
wol l en j et zt Part y machen und ni cht an
di e Zukunf t denken.
John: Ich finde das i n Ordnung. Wa-
rum sol l en si e darüber nachdenken,
wi e i hr Leben aussehen wi rd, wenn
si e 40 si nd? Das haben wi r auch ni cht
gemacht . Irgendwann findet man sei -
nen Pl at z i m Leben. Darauf set ze i ch.
Cornelia: Kl ar, 40 oder 50 i st zu wei t
weg. Aber wenn i ch 30 bi n? Wi l l i ch
Ki nder? Wenn j a, wi e wi l l i ch zu denen
kommen? Wi e wi l l i ch mi ch berufli ch
ent wi ckel n? Wi e wi l l i ch das al l es un-
t er ei nen Hut bri ngen? Das beschäf t i gt
mi ch nat ürl i ch.
Silas: Vi el e haben schon das Probl em:
Was passi ert , wenn i ch über 27 bi n?
Ich sehe das i m Di versi t y Caf é, w o
wi r bewusst nur Leut e bi s 27 rei nl as-
sen. Das i st probl emat i sch f ür di e, di e
äl t er si nd. Vi el en wi rd zum erst en M al
bewusst : Ich gehöre ni cht mehr zur
Jugend.
Für Di versi t y zu al t , f ür Gay and Gray
noch zu j ung?
Basti: Da gi bt es defini t i v ei ne Versor-
gungsl ücke. Es gi bt di e U27-Part ys und
di e Ü30-Part ys... Und dazwi schen?
Exi st i ert i n der Lesben-Szene auch
so ei ne Kl uf t oder i st es da harmoni -
scher?
Cornelia: Dass Äl t ere Jüngere an-
baggern, kenne i ch ni cht . Aber es
findet auch ni cht sehr vi el Aust ausch
st at t .
Basti: Oder gi bt es gar ni cht so vi el e
äl t ere Lesben? Zi ehen di e si ch zurück
aus der Szene?
Cornelia: Gerade äl t ere Lesben si nd
ni cht si cht bar. Ich kenne weni ge, und
kei ne davon i st über 60. Im Caf é Gl ück,
i m Lesben-Caf é, si eht man auch kei ne
äl t eren Frauen.
Ist es generel l f ür äl t ere Schwul e und
Lesben i n der Szene schwi eri ger?
Theo: In Saunen oder Dark Rooms er-
l ebt man schon ei ne gewi sse Ausgren-
zung. Of t auch i n den Knei pen, da ha-
ben es Äl t ere of t schwer i ns Gespräch
zu kommen. Di e Knei pen müssen das
ri cht i ge Ambi ent e schaf f en, dami t di e
Äl t eren si ch wohl f ühl en.
Aber das Angebot an Cl ubs und Knei -
pen i st f ür Äl t ere doch größer.
Basti: Ja, i ch denke, das überwi egt .
Wenn i ch di e Absi cht habe, j emanden
kennen zu l ernen, si nd f ür mi ch dort
di e Leut e zu al t . Jeder hat hal t sei ne
Knei pen – es gi bt wel che mi t äl t erem,
wel che mi t j üngerem Publ i kum.
Aber es i st doch auf f äl l i g, dass si ch di e
äl t ere Szene i n so vi el e unt erschi edl i -
che Typen t ei l t , di e es bei den Jungen
so gar ni cht gi bt .
Basti: In dem Al t er macht man si ch
noch kei ne großen Gedanken und l egt
si ch eben ni cht f est .
John: Ei n Ledermann wi rd j a ni cht
al s Ledermann geboren, das ent wi -
ckel t si ch i m Lauf der Zei t . Ich finde
es schreckl i ch, i n di esen Fet i schen
zu denken – schon an mei nem Out fit
zu si gnal i si eren, wo mei ne sexuel l en
Vorl i eben si nd.
Es f äl l t auf , dass di e äl t ere Szene sehr
vi el mehr auf M ännl i chkei t set zt und
di e j unge Szene si ch f emi ni ner gi bt .
Basti: Das hat auch was mi t Ent wi ck-
l ung zu t un. Wenn man j ung i st , wi l l
man auch mehr auf f al l en, al l es mög-
l i che mal probi eren. Wenn man äl t er
i st , ent wi ckel t man si ch mehr i n ei ne
Ri cht ung und sagt , das passt mi r j et zt
so, so möcht e i ch das, das gef äl l t mi r.
Körperkul t und Jugendwahn – wi e
geht Ihr dami t um?
„Round Table“
mit Theo Kempf (57) und
John Dambrowski (51) von
Gay and Gray • Silas Schmo-
rell (22) von den J.U.N.G.S. •
Basti Frietinger (20) und Cor-
nelia Bumes (22) von Diversity
30
Generationen
Ko n fl ik t ?!
pg300505.indd 30 31.05.2005 13:06:18 Uhr
Basti: In der Szene, ob j ung oder al t ,
wi rd auf Äußerl i chkei t en und Ober-
flächl i chkei t en ei nf ach mehr geacht et .
Theo: Wenn man si ch mi t den Schwu-
l en i dent i fizi eren wi l l , muss man auch
di e gl ei chen Kl amot t en anzi ehen. Tra-
ge i ch ei ne Lederhose und dazu San-
dal en, sagen gl ei ch al l e: „ wi e si ehst
du denn aus?“ . Das st i nkt mi r.
Set zt das ei nen ni cht unt er Druck?
Silas: M i t der Zei t hat es mi ch wi rk-
l i ch geärgert , dass i ch mi ch so anpas-
se. Früher war es mi r egal , was di e
Leut e von mi r hi el t en, denn i ch musst e
den M ädchen ni cht gef al l en. Jet zt
überl ege i ch ewi g, passt das Hemd
zu der Hose oder ni cht ... Durch das
Szene-Leben acht e i ch ei nf ach mehr
darauf , wei l i ch ni cht akzept i ert wer-
de, wenn i ch es ni cht t ue.
Basti: Ich finde das ni cht so schl i mm.
Ich l ege ni cht ext remen Wert darauf ,
st ändi g neue Kl amot t en zu kauf en
und al l e zwei Wochen zum Fri seur zu
gehen. Aber es gi bt vi el e Leut e di e
si ch nur über i hr Äußeres defini eren.
Genauso wi e si ch di e Jungen weni g
Gedanken über di e Zukunf t machen,
gehört es vi el l ei cht auch dazu, mehr
Wert auf Äußerl i chkei t en zu l egen.
John: M i t dem Al t er findet man j a
auch sei nen St i l , sei nen Geschmack.
Und zi eht si ch, unbeei nflusst von M o-
den und Trends, eben das an, was ei -
nem passt und gef äl l t .
Wenn der Großt ei l si ch so anpasst -
wi rd es dann zum Gruppenzwang?
Theo: Es bri ngt auch ei n Gemei n-
schaf t sgef ühl .
Cornelia: Ich hat t e ni e das Gef ühl ,
mi ch anpassen zu müssen. Aber i m
Ragazza – i m of f enen Lesben-Tref f
– habe i ch schon of t M ädel s erl ebt ,
di e zuerst l ange Haare hat t en und nach
ei n paar Wochen i hren St i l radi kal ver-
ändert haben: ext rem kurze Haare,
männl i cherer Kl ei dungsst i l . Da f rage
i ch mi ch: kommt das aus i hnen her-
aus? Sagen si e: „ So bi n i ch ei nf ach,
i ch f ühl e mi ch ni cht wohl i n wei bl i -
chen Sachen“ , oder i st es der Druck,
si ch anzupassen?
Wäre es wi cht i g, mehr auf ei nander
zuzugehen?
Silas: Das i st schwi eri g. Di e
J.U.N.G.S. hat t en f rüher ab und zu
Tref f en mi t Gay and Gray. Das wi rd
ni cht mehr gewünscht , schade.
Theo: Ich gl aube, wi r waren al l e ei n
bi sschen überf ordert . Wi r haben uns
ohne Vorberei t ung get rof f en und wa-
ren ni cht i n der Lage, mi t ei nander zu
reden.
John: Ich finde das ni cht schl i mm. Ich
bi n bei Gay and Gray, wei l i ch M ei nes-
gl ei chen suche.
Basti: Vi el es kann man ni cht erzwi n-
gen, di e Leut e sol l en j a f rei wi l l i g mi t -
machen. Das i st mi t den Angebot en
von Di versi t y genauso, bei manchen
Sachen machen vi el e mi t , dann wi e-
der kaum ei ner. Das hat gar ni cht s mi t
Gay and Gray zu t un.
Theo: Lei der denken vi el e: „ Es hat
mi r bei m erst en M al ni cht gef al l en, da
geh i ch ni cht mehr hi n“ . M an wart et
ni cht ab, ob es bei m nächst en M al
besser wi rd.
Silas: Gut er Punkt , das kenne i ch von
Leut en, di e neu i n di e Szene kommen.
Es i st unhei ml i ch wi cht i g, si e gut zu
i nt egri eren, sonst si eht man si e ni e
wi eder. Di eser Schri t t i n di e Szene i st
f ür j unge Schwul e schwi eri g.
Theo: Das, was du da sagst , l äuf t bei
uns i n der Gruppe auch of t ab.
Neue kommen und si t zen al l ei ne da,
oder es kommt kaum ei n Gespräch
auf . Vi el l ei cht kommen si e noch ei n
zwei t es M al , doch dann bl ei ben si e
weg.
Silas: Leut e, di e si ch dann gl ei ch an
di e Neuen ranmachen, machen es na-
t ürl i ch ni cht ei nf acher.
Theo: Deshal b bet one i ch i mmer, dass
wi r i n erst er Li ni e ei ne Frei zei t gruppe
si nd. Wi r gehen zusammen weg, wi r
hel f en uns gegensei t i g. Aber manche
suchen auch ei nf ach nur ei nen Freund.
Das kl appt mei st ens ni cht .
Al so gi bt es doch Gemei nsamkei t en,
gi l t das auch f ür’s Comi ng Out ?
Si l as: Auch di e Äl t eren hat t en al l e mal
das Comi ng Out , ni cht nur wi r. Es gi bt
so vi el e unbegründet e Ängst e. Leut e
mei nen, ni cht akzept i ert zu werden.
Bei den mei st en war es dann ni e so
schl i mm, wi e si e dacht en.
Theo: Of t habe i ch den Ei ndruck, dass
vi el e Äl t ere geradezu an di esen Ängs-
t en kl eben, si e ni cht l osl assen wol l en.
Wenn si e l osl assen würden, wären si e
ni cht s mehr.
Basti: Es gi bt nat ürl i ch ei nen großen
Unt erschi ed zwi schen ei nem Comi ng
Out mi t 16 oder mi t 60.
John: Di ese „ al t en“ Comi ng Out s
si nd besonders t ragi sch. Da f ehl en
vi er oder f ünf J ahrzehnt e Sel bst ver-
st ändni s und Sel bst erf ahrung. Vi el e
gl auben, dass si e f ür i mmer et was
versäumt haben.
Basti: Das si nd vi el l ei cht auch Er-
f ahrungen, di e man nur al s Junger
machen kann.
Nadj a Kat zenberger
www.di versi t y-muenchen.de
www.gayandgray.subonl i ne.org
Sendlinger Strasse 13

80331 München
Tel. (089) 265477

Fax (089) 2605680
31
Fot o (von l i nks): Theo Kempf , Cornel i a Bumes, John Dambrowski , Bast i Fri et i nger und Si l as Schmorel l
pg300505.indd 31 31.05.2005 13:06:20 Uhr
Die Auswahl an LesBiSchwulen Veran-
staltungen, Beratungsstellen und anderer
zielgruppengerechter Angeboten ist mitt-
lerweile riesengroß. Von der schwulen
Aquarellgruppe über den Fetischladen bis
hin zu den lesbischen Katholikinnen gibt
es für die Community eine enorme Vielfalt
an Möglichkeiten. Doch wo können jun-
ge Schwule, Lesben und Bisexuelle sich
treffen, die gerade dabei sind den Einstieg
in die Szene zu finden und erstmal lieber
unter Gleichaltrigen bleiben oder denen
vi el e der Lokal e und Cl ubs schl i cht und
einfach zu teuer sind?
Hier ein Überblick der Projekte und Ver-
anstaltungen, die sich gezielt an ein jün-
geres Publikum richten:
Dachverband Diversity • • • • • • • • • • •
www.diversity-muenchen.de
Der Dachverband Di versi t y i st ei ne von Jugend-
l i chen sel bst gest al t et e und verwal t et e Ini t i at i -
ve zur Schaf f ung ei nes ei genen LesBi Schwul en
Jugendzent rums. Ei n erst er Schri t t i st berei t s i n
Kooperat i on mi t der Gl ockenbachwerkst at t (i n
der Bl umenst r.7) verwi rkl i cht , wo si ch j eden
Sonnt ag von 15.00 bi s 21.00 Uhr Jugendl i che
bi s 27 Jahre begegnen können. Hi er best eht di e
M ögl i chkei t zwangl os Gl ei chgesi nnt e zu t ref f en
und schnel l und unkompl i zi ert Anschl uss an di e
verschi edenen Gruppen zu finden. Das Caf é
wi rd rei n ehrenamt l i ch bet ri eben und kann so
auch t aschengel df reundl i che Prei se bi et en.
Di versi t y gi bt j edem di e M ögl i chkei t ei gene
Ideen und Proj ekt e zu verwi rkl i chen. Ei nersei t s
best ehen berei t s zahl rei che Proj ekt e, denen
man si ch nur anzuschl i eßen braucht , anderer-
sei t s kann j ede/ r auch neue Proj ekt e anst oßen.
Sei t 2003 bi et et Di versi t y mi t dem Diversity
-Mittwoch im Englischen Garten neben dem
Caf ébet ri eb am Sonnt ag und den Gruppen Ju-
Les und J.U.N.G.S auch i n der Wochenmi t t e
ei ne Pl at t f orm zum Tref f en und gegensei t i gen
Kennenl ernen. Der Termi n findet sei t M ai wi e-
der mi t t wochs ab 15:30, al l erdi ngs nur bei Tem-
perat uren über 20°, st at t . Öf f ent l i ch f ährt man
dort hi n mi t der U3/ U6 bi s zur Hal t est el l e Uni -
versi t ät . Danach geht man di e Vet eri närst raße
ent l ang i n den Engl i schen Gart en und bi egt kurz
vor der erst en Brücke über den Ei sbach nach
Recht s i n Ri cht ung „ Ei erwi ese“ ab. Der Tref f -
punkt befindet si ch dann l i nkerhand am Ei s-
bach. Ei ne Wegbeschrei bung gi bt es auch unt er
www.di versi t y-muenchen.de.
Deswei t eren gi bt es bei Di versi t y noch das
Aufklärungs-Projekt; ei ne Gruppe von Les-
ben, Schwul en und Bi sexuel l en, di e i n Schul en
und Jugendzent ren Di skussi onsveranst al t un-
gen mi t Schül ern und Schül eri nnen durchf üh-
ren. Außerdem bi et et es auch Fort bi l dungen
f ür Pädagogi nnen und Pädagogen zu Themen
wi e Comi ng Out und Ident i t ät sent wi ckl ung,
Kl i schees und St ereot ypen über Homosexuel l e,
Leben al s M i nderhei t oder Geschl echt errol l en
i n der Gesel l schaf t . Inf ormat i onen dazu gi bt es
onl i ne unt er www.auf kl aerungsproj ekt .de oder
schri f t l i ch unt er der Adresse: di versi t y M ün-
chen, Auf kl ärungsproj ekt , c/ o Gl ockenbach-
werkst at t , Bl umenst r. 7, 80331 M ünchen.
JuLes im Ragazza • • • • • • • • • • • • • • •
www.imma.de/ragazza/lesbenprogramm
JuLes i m Ragazza i st das Proj ekt , das si ch gezi el t
an j unge, l esbi sche Frauen bi s 25 ri cht et . Hi er
können si ch j unge Lesben kennenl ernen, aust au-
schen, zusammen kochen, Gesel l schaf t sspi el e
spi el en oder ei nf ach gemei nsam Spaß haben.
Außerdem gi bt es di e M ögl i chkei t , kost enl os i m
Int ernet zu surf en und si ch Bücher, CDs, Vi deos
oder DVDs auszul ei hen. M i ndest ens ei nmal i m
M onat findet ei n besonderer Abend st at t , wi e
z.B. ei ne Vi deonacht , ei n Generat i onent ref f en
mi t äl t eren Lesben, ei n Di skussi onsabend oder
das M i t wi rken bei ei ner Radi osendung. Di e ak-
t uel l en Termi ne und Veranst al t ungen st ehen
auf der obengenannt en Homepage .
J.U.N.G.S. • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
www.jungs-muenchen.de
Das Proj ekt f ür j unge schwul e und bi sexuel l e
M änner unt er 27 hei ßt J.U.N.G.S. Di ese Grup-
pe t ri f f t si ch j eden Frei t ag ab 19:30 i m 1. St ock
i m SUB (M ül l erst r. 43) und bi et et ei n abwechs-
l ungsrei ches Programm aus Unt erhal t ung,
Kul t ur, Sport und Gesel l i gkei t . Egal ob Ki no,
Theat er, Bi l l i ard, Essen gehen oder gemei nsa-
me Knei penbesuche: bei J.U.N.G.S kann man
si ch i n l ockerer At mosphäre mi t Gl ei chgesi nn-
t en unt erhal t en und j ede M enge unt ernehmen.
M ehr Inf ormat i onen, sowi e das derzei t i ge
Programm gi bt es i m Int ernet oder t el ef oni sch
bei Wol f gang (0177/ 6508876) und Ant oni s
(0160/ 5232284).
„no difference!“-Party • • • • • • • • • • •
www.diversity-cafe.de
Nat ürl i ch kommt bei al l der Berat ung und den
verschi edenen Akt i vi t ät en auch das Fei ern ni cht
zu kurz: M i t der „no difference!“ Part y zei gen
di e LesBi Schwul en Jugendgruppen M ünchens,
was der Name der Part y schon sagt : egal ob
schwul , l esbi sch, bi sexuel l ... oder het ero - es
gi bt kei nen Unt erschi ed. Und wi e könnt e man
das besser bewei sen, al s gemei nsam zu f ei ern?
Al s am 26.01.2002 der St art schuss zur erst en
„ no di f f erence! “ -Part y f i el , st römt en berei t s
et wa 250 j unge Schwul e, Lesben und deren
Freunde und Freundi nnen i n di e Gl ockenbach-
werkst at t . Sei t 2002 findet di e „ no-di f f erence“ -
Wohin mit 16 ?
32
pg300505.indd 32 31.05.2005 13:06:23 Uhr
Part y vi er mal i m Jahr st at t . Zum nächst en
Termi n wi rd am 08.07.2005 ei n CSD-Part y-
Bus organi si ert , dessen Endst at i on zur U27
f ührt (si ehe unt en).
U27 -Party • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
www.u27.net
Neben den genannt en ni cht kommerzi el -
l en Veranst al t ungen von Di versi t y, di e si ch
gezi el t an ei n j üngeres Publ i kum wenden,
hat si ch auch ei ne andere regel mäßi g st at t -
findende Part y f ür Jugendl i che sei t ei ni ger
Zei t et abl i ert : U27, mi t t l erwei l e di e größt e
LesBi Schwul e Jugendpart y Süddeut sch-
l ands, findet j eden 2. Frei t ag i m M onat i n
Orangehouse und Sunny Red (Hansast r. 41)
st at t . M usi kal i sch wi rd al l es von 80er, 90er,
Chart s, Bl ack, RnB, Hi pHop und ei n weni g
Techno und House gebot en. Der Cl ubabend
ri cht et si ch gezi el t an al l e, di e unt er 27
si nd. Nach 24 Uhr müssen di e Gäst e nach-
wei sen können, dass si e über 18 si nd. Des-
hal b i mmer ei nen gül t i gen Auswei s oder
Führerschei n mi t nehmen. Für Unt er-18-Jäh-
ri ge gi bt es j edoch di e M ögl i chkei t i n Be-
gl ei t ung ei ner vol l j ähri gen, „ erzi ehungsbe-
auf t ragt en“ Person auch noch nach 24 Uhr
zu bl ei ben. Das hei ßt , dass di e j ewei l i gen
„ Personensorgeberecht i gt en“ (i n der Regel
di e El t ern) j emanden f ür di e Auf si cht f ür di e
U27-Part y best i mmen dürf en („ Übert ragung
der Erzi ehungsbeauf t ragung“ ). Das Formu-
l ar dazu kann auf der U27-Websei t e herun-
t ergel aden werden.
M art i n St ummer
Öko-Freak
Der frische Bio-Supermarkt,
jetzt 3 x in München.
Die innere Einstellung eines Menschen sieht
man heute nicht mehr an Äußerlichkeiten.
Wer sich gesund ernähren und unbelastet
leben will, muss sich nicht dem Latzhosen-
Klischee unterwerfen. Besser es dominiert
eine ausgewogene Ernährung ohne syntheti-
sche Farb- und Zusatzstoffe.
www.basicbio.de
33
pg300505.indd 33 31.05.2005 13:06:24 Uhr

Alison Bechdel:
Lesben und andere Lebens-
formen auf Kohlenstoffbasis.
Krug und Schadenberg 2005. 154 S.
12,90
„ Wenn i ch mi r ei nen Bruce-Wi l l i s-Fi l m
anschauen kann, kann Ot t o Het ero wohl
auch ei nen Lesbencomi c l esen“ , schrei bt
Al i son Bechdel i m Vorwort i hres neuen
Comi cbands. Sei t zwanzi g Jahren zei chnet
di e Ameri kaneri n l esbi sches Leben und Li e-
ben i n ei ner Comi crei he nach. Nun l i egt i hr
si ebt er Band „ Lesben und andere Lebens-
f ormen auf Kohl enst of f basi s“ auf Deut sch
vor. Di e versammel t en Zwei -Sei t en-St ori es
drehen si ch al l e um di esel be Cl i que: Di e
gri esgrämi ge M o, di e i m Frauen-Buchl aden
der di cken Jezanna arbei t et . Ihre Ex Cl ari s
sowi e i hre al t e Freundi n Sparrow, di e al s
radi kal l esbi sche Femi ni st i n ei n Ki nd von
i hrem Freund wi l l . Ni cht zu vergessen M os
best e Freundi n Loi s, di e l i eber Loui s hei ßen
und ei ne Geschl echt sangl ei chung machen
wi l l . Unei ngewei ht e und „ Ot t o Het ero“
müssen si ch zunächst i m Fi gurengest rüpp
zurecht finden. Ist das geschaf f t , gi bt ’s zum
Lohn ei ne M enge wi t zi ger Geschi cht en, i n
denen obskure Theori en über Lesben genau
so auf s Korn genommen werden wi e di e
ameri kani sche Pol i t i k.
Baby Neumann:
Nicht zu fassen! Alles (aber
wirklich alles!) von Baby
Neumann.
Querverl ag 2005. 361 S. 14,90
Si e hei ßen „ Rei se zum Pl anet en Porno“ ,
„ Der Gi rosachbearbei t er i n der Lederbar“
oder „ Der st ri ppende M et zger“ . Di e 64
Kurzgeschi cht en von Baby Neumann, nun
erst mal s i n ei nem Band versammel t , wer
f en ei nen schrägen Bl i ck auf di e schwul e
Szene. „ M ei n Name i st Baby Neumann,
und i ch bi n kei n Schri f t st el l er. Aber i ch
schrei be t rot zdem, wei l das schwul e Leben
so sel t sam i st , dass i ch es zu Papi er bri ngen
muss.“ Sel bst i roni sch beschrei bt Neumann
i n sei nen Geschi cht en wi e er und sei n M i t -
bewohner Karl i hren Al l t ag mei st ern. Und
der i st mei st vol l gepackt mi t Absurdi t ät en:
Es geht um Porno-Part ys und Trümmer-
Transen, Barbra St rei sand und Dol ph Lund-
gren. Auch Tel ef onsex und Int i mschmuck,
Gruppensex und Homo-Haust i ere spi el en
ei ne Rol l e. Baby Neumann l ässt ni cht s
unversucht . Wer so schön i m Pl audert on
über al l es (wi rkl i ch al l es! ) schrei ben kann,
dem gel i ngen zuwei l en schöne Sät ze wi e
di eser i n „ M i t M ut t i auf der CSD-Demo“ :
„ In di esem M oment spri ngen l aut grunzend
drei f ast nackt e M änner, verkl ei det al s ei ne
Art Neandert al er, auf mei ne M ut t er zu.“
Unbedi ngt l esen!
Axel Krämer:
Grenzen der Sehnsucht.
Eine schwule Heimatkunde.
Querverl ag 2005. 290 S. 14,90
„ Wi e schwul i st Deut schl and?“ f ragt e di e
Bi l d-Zei t ung i m vergangenen J ahr. Der
Journal i st Axel Krämer nahm di e Frage zum
Anl ass, quer durch Deut schl and zu rei sen
und si ch mi t schwul en M änner über i hre
Hei mat gef ühl e, Hof f nungen und Ängst e zu
unt erhal t en. Ergebni s der Recherche i st
„ Grenzen der Sehnsucht “ , ei ne Best ands-
auf nahme schwul en Lebens zwi schen M ün-
chen und Syl t , der Ei f el und Neubranden-
burg. Krämer war i n Großst ädt en und i n der
Provi nz unt erwegs: In Uf fing am St af f el see
t raf er si ch mi t Sepp St ückl , dem Gründer
der M ünchner „ Schwuhpl at t l er” . In Berl i n
sprach er mi t Kay St romberg, der ei nen
St ammt i sch f ür russi schsprachi ge Schwul e
i ns Leben geruf en hat . Und i n ei ner Köl ner
Knei pe hat t e er ei n Dat e mi t Kl aus Regel
al i as „ Wel t mei st er Pet z“ , dem amt i eren-
den „ Int ernat i onal M i st er Bear“ . Krämers
unt erhal t same Port rät s zei gen, wi e bef rei t
und bi eder, pol i t i sch und provi nzi el l , schri l l
und i mmer noch schwi eri g schwul es Leben
i n Deut schl and heut e i st . Ei ne l ehrrei che
Hei mat kunde, ni cht nur f ür Schwul e.
Holde-Barbara Ulrich und
Thomas Karsten (Fotos):
Messer im Traum.
Transsexuelle in Deutsch-
land.
Konkursbuch Verl ag 1994. 171 S.
19,80
Al s Junge nannt e er sei n Geschl echt st ei l
„ NzP“ – nur zum Pi nkel n. Inzwi schen i st
der NzP ni cht mehr Tei l von i hm, und sei t
der Operat i on nennt er si ch Ani t a. Di e Ge-
schi cht e von Ani t a i st ei nes von drei zehn
i nt i men, t ei l s verst örenden Port rät s, di e
Hol de-Barbara Ul ri ch über Transsexuel l e i n
Deut schl and geschri eben hat . Da i st Davi d,
der nach überst andener Geschl echt sum-
wandl ung f ür si ch sel bst ei ne Geburt san-
zei ge auf gi bt : „ Davi d Paul i st da! Neugebo-
ren am 3. Apri l 1992, 166 Zent i met er groß,
68.800 Gramm schwer.“ Und da i st Nadj a,
f rüher ei n di ckl i cher Junge, der si ch mi t el f
umbri ngen wol l t e, dann sei ne Vorl i ebe f ür
wei bl i che Kl ei dung ent deckt und i n ei nem
Buch über das „ dri t t e Geschl echt “ l i est .
Heut e hat Nadj a Brüst e und ei nen Peni s
und l ei t et ei n Theat erproj ekt über di e Pro-
bl eme Transsexuel l er. Was Barbara Ul ri chs
– st el l enwei se sehr ausschwei f ende – Tex-
t e an Prägnanz vermi ssen l assen, gl ei chen
di e kunst vol l en Fot ografien von Thomas
Karst en wi eder aus. Gest ochen scharf e Bi l -
der, auf denen di e Grenzen von „ männl i ch“
und „ wei bl i ch“ verschwi mmen.
Axel Schock und Karin-
Schupp: Out-Takes.
Das lesbisch-schwule
Lexikon des unnützen
Wissens.
Querverl ag 2005. 259 S. 14,90
Schräge Wört erbücher si nd derzei t en
vogue. Jet zt haben Kari n Schupp und Axel
Schock ei n schwul -l esbi sches Lexi kon des
unnüt zen Wi ssens geschri eben und al l erl ei
Unwi cht i ges über Promi s, Sex und Al l t ag
zusammenget ragen. So erf ährt man unt er
„ Doppel -Whopper“ , dass di e f ranzösi sche
Sprache f ür Bi sexual i t ät das schöne Wort -
paar „ voi l e et vapeur“ (zu Deut sch: Segel -
schi f f und Dampf er) besi t zt , was mei nt , dass
j emand über bei de „ Ant ri ebsart en“ verf ügt .
Unt er „ Samenbank“ i st nachzul esen, dass
der Boxer John Gonzal es 2002 i n London
di e wel t wei t erst e Int ernet -Samenbank f ür
Lesben gründet e. Außerdem finden si ch
„ Inf ormat i önchen“ wi e di e, dass es i n Bay-
ern ei n Dorf namens Tunt enhausen gi bt und
di e Fi rma M at t el i hren bat t eri ebet ri ebenen
Harry-Pot t er-Besen vom M arkt nahm, wei l
er vi el en Käuf er(i nne)n al s Sext oy di ent e.
Wer sol che Smal l t al k-Häppchen mag, f ür
den i st „ Out -Takes“ ganz nüt zl i ch. Wi e
schri eb ei nst Oscar Wi l de? „ Es i st höchst
bedauerl i ch, dass man heut zut age so we-
ni g unnüt ze Neui gkei t en erf ährt .“
vorgest el l t von M i chael Aust
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QueerBeet – Schwul-lesbisches
Kulturfest am 10.9.05
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Homosexual i t ät gab es zu al l en Zei t en und i n al l en Kul t uren. Der ameri kani sche
Sexual wi ssenschaf t l er Al f red C. Ki nsey schät zt e, daß rund vi er Prozent der M än-
ner und zwei Prozent der Frauen homosexuel l si nd. Laut Ki nsey si nd über 90
Prozent der Bevöl kerung mehr oder weni ger bi sexuel l . Di e Ursachen der Homo-
sexual i t ät si nd wei t gehend unkl ar - ebenso wi e di e Frage, ob si e ei nen Nut zen
f ür di e Evol ut i on hat oder ei nf ach ei ne Laune der Nat ur i st . Di e verschi edenen
Theori en l i ef ern f ür si ch al l ei n al l erdi ngs kei ne umf assende Erkl ärung. Neuere
Forschungsansät ze gehen deshal b davon aus, daß si ch Homosexual i t ät nur aus
dem Zusammenspi el von genet i schen, hormonel l en und sozi ol ogi schen Fakt oren
erkl ären l äßt .
Di e Schwul en- und Lesbenbewegung kri t i si ert e an ei ni gen Forschern, daß si e nur
nach der Best ät i gung von Vorurt ei l en suchen, zum Bei spi el , daß Homosexual i t ät
t herapi ert werden müsse. Di ese These hat si ch l ange i n der Wi ssenschaf t swel t
gehal t en, und di e Wel t gesundhei t sorgani sat i on WHO st ri ch Homosexual i t ät erst
1993 aus i hrem Krankhei t en-Kat al og. Längst wi derl egt i st auch di e Theori e, daß
bei Homosexuel l en di e Geschl echt srol l e verdreht sei , daß Schwul e aut omat i sch
f emi ni n und Lesben maskul i n sei en.
Im Jahr 1993 sorgt e di e Ent deckung des sog. „ Schwul en-Gens“ f ür Auf sehen. Der
ameri kani sche Forscher Dean Hamer i dent i fizi ert e ei n Gen auf dem X-Chromsom,
das ei ne ent schei dende Rol l e bei der Homosexual i t ät von M ännern spi el en sol l t e.
Er st el l t e f est , daß homosexuel l e ei nei i ge Zw i l l i ngsbrüder, di e di esen Chromo-
somenabschni t t t rugen, bei de schw ul w aren. Bei Unt ersuchungen i m Jahr 1999
st el l t e si ch j edoch heraus, daß der Zusammenhang zw i schen den Genab-
schni t t en und männl i cher Homosexual i t ät ger i nger w ar al s zunächst ver mu-
t et . Sel bst Dean Hamer geht mi t t l er w ei l e davon aus, daß ni cht ei n ei nzel nes
Gen, sondern das Zusamenwi rken von genet i schen und psychosozi al en Ei nflüssen
f ür di e männl i che Homosexual i t ät verant wort l i ch i st .
Ungekl ärt i st bi sl ang auch, warum M änner mi t mehreren äl t eren Brüder st at i s-
t i sch gesehen häufiger homosexuel l si nd al s M änner, di e kei ne äl t eren Bruder
haben. Forscher vermut en, dass ei ne Immunreakt i on der M ut t er auf das Y-Chrom-
som des ungeborenen Sohnes dessen sexuel l e Ori ent i erung beei nflusst . Di ese
Reakt i on wi rd bei j edem wei t eren Jungen st ärker. Di e wei bl i che Homosexual i t ät
i st dagegen kaum erf orscht . Event uel l hängt si e mi t ei nem erhöht en Ant ei l an
Androgenen, an männl i chen Hormonen, zusammen.
Al s gesi chert gi l t di e Annahme, daß di e menschl i che Sexual i t ät brei t gef ächert
i st . Si gmund Freud, der Begründer der Psychoanal yse, gi ng davon aus, daß al l e
M enschen bi sexuel l geboren werden und si ch di e het ero- bzw. homosexuel l e
Ori ent i erung erst spät er ent wi ckel n würde. Der erst e deut sche Sexual f orscher,
M agnus Hi rschf el d, ent wi ckel t e di e Theori e ei nes „ Dri t t en Geschl echt s“ , ei ner
Zwi schenst uf e zwi schen M ann und Frau. Al f red C. Ki nsey, der t ausende M änner
und Frauen zu i hrem homosexuel l en Verhal t en bef ragt hat t e, erst el l t e 1948 si e-
ben Kat egori en, di e von het erosexuel l em über f ünf Zwi schenst uf en bi s zu homo-
sexuel l em Verhal t en rei cht e.
Heut zut age set zen si ch mehr und mehr sog. „ gender st udi es“ durch, di e psychoso-
zi al e Zusammenhänge i n Geschl echt erf ragen st ärker berücksi cht i gen, und verei n-
zel t sogar an Uni versi t ät en (z.B. i n Hamburg) gel ehrt werden. Der Begri f f „ queer“
f asst dabei di e verschi edenen ni cht -het erosexuel l en Lebensf ormen zusammen.
El ke Brunner
Warum schwul?
eine kurze Übersicht über wissenschaftliche Theorien zur Homosexualität
- die genauen Ursachen sind nach wie vor unbekannt
Wissenschaf t
36
Lat est News
Worldpride in Jerusalem verschoben
Der f ür Ende August i n Jerusal em gepl ant e Worl d Pri de wi rd um ei n Jahr ver-
schoben. Das Jerusal em Open House, wel ches di e Veranst al t ung organi si ert , hat
kurzf ri st i g aus „ i nnenpol i t i schen Gründen“ di e Not bremse gezogen: di e Parade
wäre mi t dem gerade erst f ür M i t t e August angeset zt en Tei l rückzug der Israel i s
aus dem Gaza-St rei f en zusammengef al l en.
„ Tol eranz, Pl ural i smus und Gl ei chhei t si nd di e Grundpri nzi pi en des Worl d Pri de“ ,
erkl ärt Noa Sat t at h, Sprecheri n des Jerusal em Open House. „ Den Worl d Pri de
während des Gaza-Abzugs zu veranst al t en, würde di esen Pri nzi pi en ni cht gerecht
werden. Wi r haben di e Ent schei dung i n Erwart ung des ext rem schwi eri gen pol i t i -
schen Kl i mas get rof f en, das Israel i m August beherrschen wi rd.“ Sat t at h f ürcht et ,
dass der Rückzug aus dem Gaza-St rei f en zu Unruhen f ühren könne und di e Si cher-
hei t der Tei l nehmer am Worl d Pri de ni cht gewährt sei .
Auch der i srael i sche Fi l mproduzent Gal Uchovsky („ Yossi und Jagger“ , „ Wal ki ng
on Wat er“ ) mei nt : „ Ei n Großt ei l der het ero- wi e homosexuel l en Israel i s i st der
M ei nung, dass der Rückzug vi el wi cht i ger f ür unser Leben i st al s di ese Parade.“
Gl ei chzei t i g kri t i si ert er j edoch di e f ehl ende Ei nbi ndung von Pal äst i nensern: „ Di e
Of f enhei t [des Worl d Pri de] i st doch nur Pose. Di e pal äst i nensi sche Kul t ur i st noch
ni cht so wei t , es gi bt dort kei ne Schwul en oder Lesben i m west l i chen Wort si nn,
es gi bt kaum Leut e, di e of f en zu i hrer Homosexual i t ät st ehen. In den Worl d Pri de
i nvol vi ert si nd nur zwei Schwul e aus der Türkei .“
Dass Tol eranz und Pl ural i smus i n Jerusal em ohnehi n ni cht wei t verbrei t et si nd,
war berei t s i m Vorf el d der gepl ant en Veranst al t ung deut l i ch geworden. Bei ei ner
gemei nsamen Pressekonf erenz i m M ärz hat t en si ch j üdi sche, chri st l i che und i s-
l ami sche Würdent räger erst mal s verei nt gegen das Schwul enf est i n der hei l i gen
St adt ausgesprochen und sei ne Absage gef ordert . Di e zehnt ägi ge Veranst al t ung
mi t ei nem Fi l mf est i val , Got t esdi enst en, Workshops, St raßenmarkt und ei ner Pa-
rade sorgt e schon sei t M onat en f ür Prot est e von Gl äubi gen. So hat t e der i srae-
l i sche Oberrabbi ner Schl omo Amar geäußert , Homosexuel l e f ügt en i hren El t ern
vi el Schmerzen zu. Auch i n ei ner Demokrat i e dürf e ni cht al l es erl aubt sei n. Der
l at ei ni sche Pat ri arch M i chel Sabbah sagt e, man respekt i ere di e Frei hei t der An-
deren, „ aber di ese müssen wi ederum unsere rel i gi ösen Gef ühl e respekt i eren“ . Es
gebe „ genug Spannungen i n der St adt “ . Der armeni sche Pat ri arch von Jerusal em,
Torkom M anoogi an, bet ont e, Got t habe di e Ei nwohner von Sodom und Gomorrha
f ür i hre Homosexual i t ät best raf t . Und Schei ch Abdel Asi s Buchari warnt e, Got t
werde di e hei l i ge St adt best raf en, sol l t en di e rel i gi ösen Führer der Wel t rel i gi onen
ni cht gemei nsam di e Veranst al t ung verhi ndern. Auch der päpst l i che Gesandt e i n
Israel , Erzbi schof Pi et ro Sambi , hat t e si ch di eser Ansi cht angeschl ossen. Sel bst
der i srael i sche Vi zepremi er und Vorsi t zende der Arbei t erpart ei , Si mon Peres sag-
t e, ei n sol ches Erei gni s „ könne gegen di e Sensi bi l i t ät von rel i gi ösen M enschen
auf der ganzen Wel t verst oßen“ .
M i t der „ Verl et zung von rel i gi ösen Gef ühl en“ hat t en CSU und ki rchl i che Würden-
t räger auch i m l et zt en Jahr argument i ert , um di e erst mal i ge Ausri cht ung ei nes
Chri st opher St reet Days i n Al t öt t i ng zu verhi ndern. Es i st i hnen ni cht gel ungen
– ni cht zul et zt deswegen, wei l Schwul e und Lesben aus anderen St ädt en zur Un-
t erst üt zung kamen. Der Worl d Pri de i n Jerusal em nächst es Jahr bedarf zahl rei -
cher und t at kräf t i ger Sol i dari t ät - Schwul e und Lesben sol l t en gemei nsam deut -
l i ch machen, dass auch i hre Gef ühl e ei ne gewi sse Sensi bi l i t ät vorausset zen!

Thomas Lechner
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Sprachglosse
Kein Mensch ist heute noch homosexuell!
Sagt ei n Schwul er zum anderen: „ Hi , i ch bi n f röhl i ch. Wol l en wi r i ns Dun-
kel zi mmer?“ Sagt der andere: „ Oh, i ch wei ß ni cht . Ich bi n zwar auch sel t -
sam, aber i ch habe noch ni cht mei nen erst en öf f ent l i chen Auf t ri t t gehabt .“
Wi e zu bewei sen war, i st Schwul sei n ohne f ort geschri t t ene Engl i schkennt -
ni sse kaum mehr mögl i ch. Denn wer i st heut e schon noch homosexuel l ?
Di eses uncool e Überbl ei bsel aus Al t gri echi sch und Lat ei n? Da noch l i eber
al s Het e ausgeben. Queer, Dark Room, Gay, Comi ng-Out – so spri cht di e
moderne Tunt e.
Di e schwul e Sprache hi erzul ande hat ei nen wei t en Weg hi nt er si ch, sei t
Karl -M ari a Kert beny vor f ast 140 Jahren den Begri f f Homosexual i t ät er-
f and. Damal s war Gri echi sch noch t ot al hi p: Schwul e wurden auch Pygi st en
genannt , abgel ei t et vom gri echi schen Pyge, zu deut sch Gesäß. Anal verkehr
war Pygi smus. Lesben hi eßen Tri baden. Von t ri bei n: rei ben. Wenn auch zum
Tei l abwert end gebraucht , waren das schöne Wort e. Und das wohl schöns-
t e war ei n deut sches: Schärmgeschäch, di e j ugendl i che Gel i ebt e ei ner Les-
be. Ni emand wei ß, woher es kam, aber verf ühreri sch muss es gekl ungen
haben: „ Hal l o, Schärmgeschäch. Ich bi n t ri badi sch. Pygi smus f äl l t j a aus,
aber wi e wär’s, wenn wi r uns ei n bi sschen rei ben?“
Sovi el zu Vergangenhei t und Gegenwart . Di e Zukunf t der schwul en Spra-
che werden drei Regi onen prägen: Chi na, di e arabi sche Wel t und Ungarn.
Chi nesen nei gen t radi t i onel l zu ei ner bi l dhaf t en Sprache, auch schwul e
Chi nesen machen da gl ückl i cherwei se kei ne Ausnahme: Si e nennen gl ei ch-
geschl echt l i che Li ebe f ent ao – den Pfirsi ch t ei l en. Im Arabi schen hei ßt der
Schwul e Lot i . Wi e süß!
Di e Ungarn hat t en daf ür bi s vor kurzem überhaupt kei n Wort . Jet zt set zt
si ch l angsam Buzi durch. Das i st ei gent l i ch ei n Fl uch, den man i mmer dann
benut zt , wenn et was schi ef l äuf t . Di e sexuel l e Nei gung zum Bei spi el . Aber
auch Buzi kl i ngt so ni edl i ch, dass man si ch wünscht , auch deut sche Schwu-
l e würden si ch künf t i g dami t ansprechen.
Ei ne moderne Anmache könnt e si ch dann so anhören: „ Hal l o Buzi , i ch bi n
Lot i . Wol l en wi r den Pfirsi ch t ei l en?“ Das mag auf Kuschel sex hi nausl au-
f en, i st daf ür aber um ei ni ges f ant asi evol l er al s: „ Na? Wi e wärs mi t uns
bei den?“
Hans Häuser
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Di e bl ondi ert en Haare f al l en wi l d über das rosa T-
Shi rt . Kat ka hat si ch i n Fahrt geredet , si e erzähl t von
i hrer neuen Frauengruppe. Dabei wi rd i hre St i mme
l aut er – und dami t auch ei n bi sschen t i ef er. Das hasst
si e. „ Deshal b rede i ch mei st ens zi eml i ch l ei se“ , sagt
si e und i hre schmal en Li ppen l ächel n. Verl egen um-
f asst si e den Runenst ei n um i hren Hal s.
Henri k ni ckt und ni mmt di e Hand sei ner Freundi n.
Er t rägt kei nen myst i schen Schmuck, kei ne schri l l en
Farben, Henri k mag es l i eber unauf f äl l i g. Über dem
Bauch wöl bt si ch ei n dunkl es T-Shi rt , dazu hat er
ei ne wei t e Jeans an. Prakt i sch, bequem, männl i ch
eben. Auf sei nem j ungenhaf t en Gesi cht spri eßen ei n
paar St oppel n, man si eht i hm sei ne 34 Jahre ni cht
an. „ Dumm, dass i ch bl ond bi n, sonst sähe man den
Bart vi el deut l i cher“ , sagt er. Er l i ebt Bärt e. Schon
al s kl ei nes Ki nd hat er sei nem Vat er nei di sch bei m
Rasi eren zugesehen und si ch gewünscht , das spät er
auch ei nmal zu machen.
Kat ka und Henri k, ei n ganz normal es Paar. Könnt e
man denken. Aber al s Kat ka vor 55 Jahren zur Wel t
kam, hi eß si e noch Rol and. Henri k wurde 21 Jahre
spät er geboren – al s Georgi a. Bei de st ammen aus
kl ei nen Ort en i n Bayeri sch-Schwaben, bei de haben
sehr chri st l i che Fami l i en, bei de merken schon f rüh,
dass si e si ch von den anderen Ki ndern i hres Ge-
schl echt s unt erschei den. Anf angs war Georgi a ei n
sehr wi l des Ki nd: kl aut e i hrem Bruder di e Aut os,
bracht e i m Ki ndergart en al l es durchei nander. „ Di e
Erzi eheri nnen haben i mmer hi nt er mi r herräumen
müssen“ , eri nnert si ch Henri k heut e, wo er ni cht
mehr Georgi a sei n muss. Kat ka saß dagegen al s
kl ei ner Rol and l i eber i n der Puppenecke al s mi t den
anderen Jungs zu spi el en und zu rauf en. Rol and
hasst e es, si ch drecki g zu machen: „ Ich hat t e ei nen
ri cht i gen Sauberkei t swahn.“ In den erst en Jahren i st
das kei n großes Probl em. Er i st das ei nzi ge Ki nd der
El t ern, zwei Geschwi st er werden t ot geboren. „ M ei -
ne El t ern haben mi ch sogar ei ne Zei t l ang wi e ei n
M ädchen angezogen, mi t Schl ei f e i m Haar“ , wei ß
Kat ka noch. „ M ei n Vat er hat t e i m Kri eg sehr gel i t t en,
deshal b hat er si ch i mmer ei n M ädchen gewünscht
– wei l di e ni cht zum M i l i t är musst en.“
Ohr f ei gen vom Opa
Doch j e äl t er Rol and wi rd, dest o weni ger darf er sei -
ne f emi ni ne Sei t e zei gen. Di e Onkel und Tant en beäu-
gen i hn mi sst raui sch, der Opa verpasst i hm bei j edem
Besuch erst mal ei ne Ohrf ei ge, „ dami t aus dem noch
ei n ri cht i ger Junge wi rd“ . Sei ne M i t schül er ruf en i hn
„ Hühnert i t t e“ , wei l er ei nen l ei cht en Brust ansat z hat .
Di e Schul e i st schl i mm, zwei mal f äl l t er durch. Be-
sonders hasst er den Sport unt erri cht , i n dem i mmer
nur Fußbal l gespi el t wi rd. „ Am Ende habe i ch ei nen
auf Künst l er gemacht “ . Ei n Rückzug i n Nebenwel t en.
Rol and mal t Comi cs mi t myst i schen Zwi t t erwesen,
probi ert hei ml i ch abgel egt e Kl ei der der Großmut t er.
Doch i n der Öf f ent l i chkei t gi bt er si ch männl i ch. Er
begi nnt Karat e, i st dari n auch ganz gut – aber f ür di e
best en Gürt el rei cht es ni cht , wei l er l i eber Schat t en-
kämpf e mag al s hart en Körperkont akt .
Auch Georgi a eckt an. Di e f röhl i che Wi l dhei t des
Ki ndergart ens endet schl agart i g mi t dem erst en
Schul t ag. „ Da war auf ei nmal al l es weg, i ch war
t ot al schücht ern und brav“ , eri nnert si ch Henri k.
Vi el l ei cht l i egt es daran, dass di e M ut t er sel bst Leh-
reri n an der Schul e i st , j edenf al l s i st Georgi a von da
an st i l l , zurückhal t end und mei st ens al l ei n. M i t den
anderen M ädchen kann si e ni cht vi el anf angen, di e
Jungs wei sen si e zurück. Auch am vi erzi g Ki l omet er
ent f ernt en M ädchengymnasi um bl ei bt Georgi a di e
Außensei t eri n. Si e wi l l kei ne Röcke t ragen, findet
den Sport unt erri cht ebenf al l s bl öd. Al l erdi ngs aus
anderen Gründen al s Kat ka: „ Sei doch f roh, dass Ihr
Bal l spi el en konnt et , wi r musst en i mmer so ei ne Art
Schwangerschaf t sgymnast i k machen“ , neckt Henri k
38
Di e uner t r ägl i che Schwi eri gkei t des Sei ns
Katka und Henrik fühlten sich viele Jahre im falschen Körper gefangen
bis sie den Mut zu einem radikalen Schnitt fanden
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39
sei ne Freundi n. „ Das hät t e mi r vi el besser gef al l en“ ,
l ächel t si e zurück.
So kul t i vi eren di e bei den Geschl echt erkl i schees.
Kat ka l i ebt st undenl anges Schwat zen mi t den Ar-
bei t skol l egi nnen, über Gesundhei t , Gel d und M ode.
Henri k schät zt dagegen M ännergesel l schaf t : „ Di e
si nd geradl i ni ger, ni cht so hi nt enrum wi e Frauen.“
Ihre Rol l en si nd j edoch ni cht so kl assi sch vert ei l t : Di e
Hausarbei t i st vor al l em M ännersache, Henri k geht
dabei mi t Kochl öf f el und Backbl ech ebenso geschi ckt
um wi e mi t Werkzeugkof f er und Bohrmaschi ne. „ Nur
das Bügel n habe i ch mi t t l erwei l e abgest el l t “ , sagt er
und gri nst brei t .
Bi -Mann gesucht
Der Weg zu di eser Gel assenhei t i st j edoch l ang und
mühsam. Davor l i egen Jahre der Unsi cherhei t und
Fei ndsel i gkei t gegenüber dem ei genen Körper. Ro-
l and wei ß schon al s Jugendl i cher, was er ni cht i st :
Ei n „ ri cht i ger M ann“ ! „ Ich habe i mmer mei nen Peni s
abgedeckt , dami t i ch i hn ni cht sehen musst e. Und
i ch habe of t vor dem Spi egel gest anden und mi ch
sel bst angespuckt “ . Aber was i st er dann? Schwul
i st er ni cht , er f ühl t si ch auch sexuel l zu Frauen hi n-
gezogen, besonders zu sol chen, di e sei ne wei bl i che
Sei t e schät zen. Er i st ei n sanf t er Li ebhaber, t rägt Da-
menunt erwäsche, hat di e ganze Wohnung mi t Kal en-
derf ot os von Transsexuel l en t apezi ert . Doch es bl ei bt
bei Travest i e-Spi el chen. Irgendwann spri cht i hn der
Vat er an: „ Sol ange Du Frauen nur i mi t i erst , wi rst du
ni cht ri cht i g l eben.“ Aber Rol and kann ni cht wei t er
gehen. Es i st ei ne Zei t , i n der es noch kei ne nachmi t -
t ägl i chen Tal kshows gi bt , di e j edes gesel l schaf t l i che
Tabu öf f ent l i ch ent sorgen.
Auch Georgi a i st i n i hrer Jugend sehr ungl ückl i ch:
Peri ode, Fet t pol st er, Körbchengröße C – l aut er Di n-
ge, di e si e ni emal s haben wol l t e. Immerhi n kann
ei ne Frau l ei cht er i n di e M ännerrol l e schl üpf en al s
umgekehrt . Georgi as Kl ei derschrank si eht bal d aus
wi e der ei nes Jungen: st apel wei se Pul l over, T-Shi rt s,
Jeans, di e paar verbl i ebenen Frauenkl amot t en l i egen
unt en i n der Ecke. Si e hört Heavy M et al , schaut si ch
j edes Formel -1-Rennen i m Fernsehen an. Nach der
Schul e geht Georgi a nach M ünchen, um Japanol ogi e
zu st udi eren. Bef rei t vom konservat i ven El t ernhaus
t raut si e si ch l angsam an neue Gedanken heran:
M uss si e wi rkl i ch ei n Leben l ang i n di esem Körper
bl ei ben, der ei nf ach der f al sche f ür si e i st ?
Im Frühj ahr 1997 schal t et si e ei ne Kont akt anzei ge
i m St adt magazi n Pri nz: „ Suche Bi -M ann mi t Int er-
esse an S/ M und Taoi smus“ . Georgi as Idee dabei :
Sol l t e si e t at sächl i ch ei nmal das Geschl echt ändern,
könnt e si e dennoch den Part ner behal t en. Si e kri egt
über 30 Ant wort en, manche si nd sehr unverbl ümt ,
andere st i l vol l auf Sei denpapi er geschri eben. Auch
Rol and l i est di e Anzei ge und i st sof ort neugi eri g. Für
asi at i sche Phi l osophi e i nt eressi ert er si ch sehr, se-
xuel l of f en i st er auch, und das „ Bi “ i nt erpret i ert er
al s „ sehr f emi ni n“ . Das erst e Rendezvous ernücht ert
Rol and zunächst . „ Si e war ni cht so superwei bl i ch,
wi e i ch gedacht hat t e, überal l st anden Aut os rum
und dann hat t e si e auch noch so komi sche Vi deos.“
Henri k l acht : „ Sag’ doch, wi e es war: l aut er Schwu-
l envi deos! “
Trot zdem f unkt es schnel l zwi schen den bei den,
schon nach dem zwei t en Tref f en übernacht et Geor-
gi a bei Rol and. „ Ab da habe i ch ni e wi eder i n mei ner
St udent enbude geschl af en“ , sagt Henri k, „ wi r waren
uns nach zwei Wochen schon so vert raut wi e ei n al -
t es Ehepaar“ . Auch di e El t ern schät zen di e Bezi ehung.
„ M ei ne M ut t er hat schon i hre Enkel ki nder gesehen.“
Doch dazu kommt es ni cht . Georgi a wäl zt si ch nacht s
hi n und her, schl äf t nur noch zwei bi s drei St unden.
Zunächst macht si e Rol ands Schnarchen verant wort -
l i ch. Doch i n Wahrhei t verzwei f el t si e i mmer mehr an
i hrem Frau-Sei n. Schl i eßl i ch geht si e 1999 zu ei nem
Therapeut en, ei nem Spezi al i st en f ür Geschl echt er-
f ragen. Si e i st erl ei cht ert , endl i ch verst eht si e j e-
mand. „ Ich war mi r schon zu 98 Prozent si cher, dass
i ch t ranssexuel l bi n“ , sagt Henri k, „ di e l et zt en zwei
Prozent haben wi r zusammen erarbei t et “ . Aber di ese
zwei Prozent waren ent schei dend, denn j et zt st eht
f ür Georgi a f est : Ich werde ei n M ann.
Doch das Geschl echt kann man ni cht aust auschen
wi e ei nen al t en St aubsauger. Georgi a muss vi e-
l e St uf en erkl i mmen: Ei n Jahr Psychot herapi e i st
Pfli cht , sonst zahl t di e Krankenkasse ni cht . Paral l el
begi nnt si e mi t dem so genannt en Al l t agst est , dem
öf f ent l i chen Auf t ret en al s M ann. Das i st ni cht so ei n-
f ach. Al s Henri k sei ner M ut t er davon erzähl t , bi t t et
si e i hn, vorerst ni cht mehr vorbei zukommen. Ganz
anders sei n Vat er, zu dem er sei t Jahren kaum noch
Kont akt hat : Er zei gt vi el Verst ändni s, di e Bezi ehung
wi rd wi eder besser. Auch i m Bekannt enkrei s über-
wi egt das M i t gef ühl di e Abl ehnung, nur ei n bi s dahi n
gut er Freund schl ägt ei ne Ersat zbehandl ung vor: „ Du
gehörst mal ri cht i g gefickt ! “
Nachdem der Al l t agst est gut gekl appt hat , bekommt
Georgi a Test ost eron. Bal d hat si e kei ne Regel bl ut ung
mehr, di e St i mme wi rd t i ef er, Bart haare spri eßen.
Außerdem wecken di e Hormone geradezu t i eri sche
Gel üst e. „ Wi r waren mi ndest ens zwei mal di e Wo-
che i m St eak-Haus“ , erzähl t Henri k, „ i ch wol l t e nur
Fl ei sch, Fl ei sch, Fl ei sch, di e Bei l agen habe i ch mei s-
t ens l i egen l assen“ . Am Ende st eht di e so genann-
t e „ geschl echt sanpassende Operat i on“ : Aus der
wei bl i chen Brust wi rd ei ne männl i che; Gebärmut t er,
Ei erst öcke und Ei l ei t er werden ent f ernt . Auf ei nen
Kunst peni s, ei n „ Penoi d“ , verzi cht et Henri k wi e di e
mei st en Transmänner. Denn di e Operat i on i st sehr
kompl i zi ert , der Penoi d wi rd aus Unt erarmgewebe
oder Bauchmuskel n gef ormt , was ri esi ge Narben
hi nt erl ässt . Ei ne Erekt i on l ässt si ch nur über ei nen
kompl i zi ert en Pumpmechani smus errei chen. „ Und
t rot zdem kommst du dami t ni e an ei nen echt en Peni s
ran“ , sagt Henri k.
Rol and kommt durch di e Pl äne sei ner Freundi n sel bst
i ns Grübel n. Bi sher gab es i n sei nem Kopf nur das
Bi l d sei ner Kal enderf ot os – unerrei chbar schöne
Transsexuel l e wi e di e Sängeri n Gl ori a Gray. Er dach-
t e i mmer: Bl oß wer so perf ekt aussi eht , kann si ch
operi eren l assen. Nun l ernt er über Georgi a andere
Transf rauen kennen. „ Di e waren auch kei ne Gl ori a
Grays“ , sagt Kat ka, „ mi t denen habe i ch mi ch schnel l
ei ns gef ühl t “ . Während Georgi a i m Krankenhaus
darauf wart et , endl i ch Henri k sei n zu dürf en, f asst
Rol and sei nen Ent schl uss: Ich werde ei ne Frau.
Zwei St unden f ür ei n kl ei nes Pi l s
Al s Henri k davon hört , i st er erst mal geschockt ,
schl i eßl i ch st eht er wei t erhi n auf M änner. „ Ich habe
schon überl egt : Kannst du di r ei ne ei gene Wohnung
l ei st en? Aber daf ür war mei ne Vi deosamml ung zu
groß! “ scherzt der Komödi enf an, der über 2000 Kas-
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set t en besi t zt . „ Außerdem kann i ch Kat ka j a ni cht
verwehren, was i ch sel ber wi l l “ , sagt Henri k. Si e
arrangi eren si ch neu, gewähren ei nander sexuel l e
Frei hei t en. Und so kommt es, dass er heut e ni cht
mi t ei nem Bi -M ann, sondern ei ner l esbi schen Frau
zusammenl ebt . St at t Ki ndern haben si e vi er Kat zen
– von denen zwei ebenf al l s gl ei chgeschl echt l i ch
ori ent i ert si nd. „ Aber di e M ausi bespri ngt i mmer di e
M i mi , ni e umgekehrt “ , sagt Kat ka. „ Wi r si nd eben
kei ne ganz normal e Fami l i e“ , ergänzt Henri k, „ das
versuche i ch mei ner Mut t er auch i mmer zu erkl ären“ .
Normal i st wi rkl i ch ni cht vi el i m Leben der bei den.
Kaum hat Georgi a i hre M et amorphose abgeschl os-
sen, begi nnt Rol and mi t der Therapi e. Er erhäl t
hochdosi ert e Öst rogene, di e di e Brust größer und di e
Haut j ünger machen. Und ei ne zwei t e Pubert ät bri cht
an. Kat ka hol t di e Jugend nach, di e Rol and ni e hat t e.
Im Rock zi eht si e bi s morgens durch di e M ünchner
Cl ubs, schl äf t kaum noch, f ühl t si ch neu geboren.
Auch andere Di nge ändern si ch: Früher t rank si e
gern vi er Hal be am Abend, heut e braucht si e f ür ei n
kl ei nes Pi l s zwei St unden. Und manchmal wi l l Kat ka
mi t t en i n der Nacht saure Gurken essen: „ Al s wäre
i ch schwanger“ , sagt si e.
Der Prei s f ür di e neue Ident i t ät i st hoch. Besonders
f ür di e Neovagi na. Si e wi rd aus der Peni shaut ge-
macht , di e Ei chel di ent al s Kl i t ori sersat z, aus dem
Hodensack f ormen di e Ärzt e Schaml i ppen. Dabei
werden unwei gerl i ch Nervenbahnen durcht rennt ,
nach der Operat i on i st Kat kas Geni t al berei ch mona-
t el ang völ l i g t aub. Si e ni mmt das i n Kauf . Vi el mehr
f rust ri ert si e, dass si e kei nen größeren Busen hat .
„ Di e Haut i st zu dünn, wenn di e Ärzt e mehr Si l i kon
rei nst ecken, si eht man das“ , sagt si e t rauri g.
Immerhi n kann si e j et zt überal l auf s Damenkl o. „ Al s
mei ne Haare kurz waren und di e Brust noch kl ei ner,
habe i ch mi ch manchmal ni cht get raut “ , eri nnert si ch
Kat ka. Trot zdem i st der M ann i n i hr, über Jahrzehnt e
gewachsen, ni cht so ei nf ach auszut rei ben.
Ei ne Ar t dri t t es Geschl echt
Ihre St i mmbänder werden auch durch noch so vi el e
Hormone ni cht auf Sopran ei ngest el l t . Di e Schul t ern
bl ei ben brei t , di e Hände groß. Und der Bart muss
Haar f ür Haar ent f ernt werden. Henri k hi l f t i hr vi el
bei der Ent deckungsrei se i n das neue Geschl echt . Er
korri gi ert Kat ka, wenn si e zu große Schri t t e macht ,
findet i mmer di e ri cht i ge Bl use, baut si e auf , wenn
si e an i hrem Aussehen zwei f el t . „ Du hast di ch doch
gut gehal t en“ , t röst et er si e mi t Bl i ck auf di e „ Bi o-
Frauen“ , di e von Geburt an i m ri cht i gen Körper st e-
cken. „ Vi el e von denen sehen i n dei nem Al t er vi el
grausl i cher aus“ .
Ihn sel bst pl agen andere Sorgen. „ Di e Post von der
Personal st el l e i st i mmer noch an ,Frau Henri k Haas’
adressi ert “ , kl agt er. Er hat zwar ei nen neuen Vorna-
men, aber of fizi el l i st er i mmer noch wei bl i ch. Kl ei ne
Lösung hei ßt das i m Transsexuel l engeset z. Daf ür
muss man nur nachwei sen, dass man sei t mi ndes-
t ens drei Jahren zum anderen Geschl echt gehören
wi l l und si ch di eses Gef ühl wohl ni cht mehr ändern
wi rd. Für di e große Lösung, di e so genannt e Perso-
nenst andsänderung, muss man si ch auch äußerl i ch
dem anderen Geschl echt angenähert haben und darf
ni cht mehr zeugungsf ähi g sei n. Doch daf ür müsst e
si ch Henri k wi eder von Gut acht ern unt ersuchen l as-
sen, und darauf hat er kei ne Lust mehr. Al so sagt
Henri k bei der Arbei t l i eber: „ Da hat der Comput er
wi eder M i st gemacht “ , wenn ei n Bri ef an Frau Haas
kommt .
Auch sei n Körper verhäl t si ch ni cht i mmer wi e er
sol l . Schaudernd eri nnert si ch Henri k, wi e kurz vor
der Operat i on sei n Hormonspi egel verrückt spi el t e
und der Arzt das Test ost eron reduzi ert e. „ Da habe
i ch dann mei ne Tage wi eder gekri egt – nachdem
zwei Jahre Ruhe war“ , Henri k i st i mmer noch ent -
set zt . Pl öt zl i ch musst e er wi eder zum Gynäkol ogen.
„ Saubl öd“ sei er si ch da vorgekommen, al l ei ne al s
M ann mi t t i ef er St i mme und Bart ansat z. Doch der
Arzt f reut e si ch, er hat t e f rüher sel bst bei Operat i o-
nen von Transsexuel l en assi st i ert .
In vi el en Fragen wi rbel n Transsexuel l e das gewohnt e
Wel t bi l d durchei nander. Zum Bei spi el wenn es um
di e sexuel l e Ori ent i erung geht . Ist Henri k schwul ,
wei l er nach wi e vor M änner mag? Ist Kat ka l es-
bi sch, obwohl si e nur wei t er t ut , was si e schon vor
der Geschl echt sänderung mocht e? Was bedeut et es,
dass si e si ch vorst el l en kann, et was mi t ei nem M ann
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anzuf angen? Und si nd di e bei den j et zt überhaupt
et was anderes al s vor i hrer Operat i on? Schl i eßl i ch
haben si e schon Jahre vorher erkannt , dass si e kei ne
„ t ypi schen“ M änner und Frauen si nd und si ch Ni -
schen geschaf f en – al s männl i che Frau und wei bl i -
cher M ann, al s ei ne Art dri t t es Geschl echt .
Deshal b reden manche l i eber von Transi dent i t ät
oder Transgender. Das sol l zei gen, dass es weni ger
um das körperl i che al s das sozi al e Geschl echt geht .
Henri k hat aber auch schon Transsexuel l e get rof f en,
di e radi kal al l e abl ehnen, di e kei ne vol l st ändi ge
körperl i che Umwandl ung machen wol l en. „ Das hat
mi ch t ot al geschockt . Für di e gi bt es nur M ännl ei n
oder Wei bl ei n, al l e dazwi schen si nd Hal bf ert i ge und
Verrückt e.“ Dabei si eht er vi el e Graust uf en zwi schen
M ann und Frau. „ Und j ede St uf e hat i hre Berecht i -
gung, i ch bi n j a sel bst so ei n Zwi schendi ngs.“
Kat ka hat si ch f ür das vol l e Umwandl ungsprogramm
ent schi eden. Si e bereut di e Ent schei dung bi s heut e
kei ne Sekunde, sagt si e – nur, dass si e di e ni cht vi el
f rüher get rof f en habe. Gespannt beobacht et si e di e
Veränderungen an si ch: di e neuen Fet t pöl st erchen,
di e pl öt zl i chen St i mmungsschwankungen, di e zu-
rückgehende Körperbehaarung. Vor kurzem habe si e
das erst e M al ei nen „ wei bl i chen“ Orgasmus gespürt ,
ri cht i ge Wel l en, vi el i nt ensi ver und schöner al s f rü-
her sei der gewesen.
Trot zdem bet racht et si ch Kat ka wei t erhi n al s t rans-
sexuel l . „ Das bi st du ei n Leben l ang“ , erkl ärt si e,
„ nur wei l du es opt i sch geschaf f t hast , i st noch l ange
ni cht al l es perf ekt .“ Deshal b arbei t et si e mi t Henri k
vi el i n der VIVA TS, der M ünchner Sel bst hi l f egruppe
f ür Transsexuel l e. Hi er gi bt es ei n brei t es Angebot ,
von Schmi nkt i pps über Lebensberat ung bi s zum An-
gehöri gent ref f en. Denn auf dem Lebensweg ei nes
Transsexuel l en l i egen vi el e St ol perst ei ne. So kennt
di e VIVA ei ne Rei he von M edi zi nern und Therapeu-
t en, i n deren Praxi s Henri k ni cht bef ürcht en muss,
mi t „ Frau Haas, bi t t e“ auf geruf en zu werden.
Di e Geschi cht e von Henri k und Kat ka wi rkt wi e ei n
St ück aus dem absurden Theat er: Bei de hasst en an
i hren Körpern genau das, wonach der andere si ch
sehnt e. Und bei de gaben das f ür neue Körper auf , di e
ni cht so si nd, wi e si e si e si ch ert räumt en. Doch wenn
Henri k zuhause auf dem Bet t l i egt und Kat ka i hm l i e-
bevol l den Rücken massi ert , wenn si e Hand i n Hand
mi t i hm durch den Park spazi ert , wenn di e bei den
anei nander geschmi egt di e Kri mi seri e „ M i t Schi rm,
Charme und M el one“ anschauen – dann si eht es so
aus, al s hät t e di eses St ück ei n Happy End.

Jan Schl i et er (Fot os: Sebast i an Wi dmann)
Di e Vi va TS Sel bst hi l f e und der TransM ann bi e-
t en Kont akt und Berat ung f ür Transgender an. Der
persönl i che Kont akt i st f ür Transgender besonders
wi cht i g, da i n den M edi en kei ne oder verzerrt e
Vorbi l der exi st i eren. Inf ormat i onen werden haupt -
sächl i ch bei den Gruppent ref f en, aber auch über
di e bei den verei nsei genen Hef t e und das Int ernet
gegeben.
Di e Vi va TS Sel bst hi l f e i st f ür al l e Transgender
of f en; der TransM ann ausschl i eßl i ch f ür Frau-zu-
M ann-Transgender. In bei den Verei nen si nd auch
Angehöri ge und Int eressi ert e herzl i ch wi l l kommen.
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Tel .: 089 - 201 53 14
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Di e M ünchener Ai ds-Hi l f e i n der Li ndwurmst raße i st di e äl t est e regi onal e
Ai dshi l f e i n Deut schl and. Inzwi schen best eht si e sei t 21 Jahren.
„ Di e Ai ds-Hi l f e bi et et Rat , Inf ormat i on und Auf kl ärung zu al l en Frage-
st el l ungen, di e si ch i m Bezug auf HIV ergeben“ , sagt M i chael Tappe, der
Lei t er der Berat ungsst el l e. Sozi al pädagogen und Psychol ogen st ehen
Bet rof f enen, aber auch deren Angehöri gen oder Freunden f ür persönl i -
che und t el ef oni sche Gespräche zur Verf ügung. „ Angef angen bei Auf kl ä-
rungsarbei t , über Berat ung und Bet reuung von Bet rof f enen bi s hi n zur
St erbebegl ei t ung kann man bei uns al l es bekommen“ , sagt Tappe.
„ Wi r si nd aus der schwul en Szene ent st anden und Schwul e si nd auch
wei t erhi n di e wi cht i gst e Zi el gruppe der Ai ds-Hi l f e. Nach wi e vor findet
di e Häl f t e der Neui nf ekt i onen unt er schwul en M ännern st at t . Das hei ßt
aber ni cht , dass wi r di e anderen Gruppen vernachl ässi gen“ , sagt Tappe.
Di e Arbei t der Ai ds-Hi l f e ri cht et si ch an al l e M enschen, di e Fragen zu HIV
und Ai ds haben. Vor al l em aber an di e Infizi ert en, an i hre Angehöri gen, an
schwul e M änner, an Drogenkonsument en und an M i grant en.
Di e Angst und dami t gl ei chzei t i g der Schut z vor HIV und Ai ds hat i n der
j üngeren Vergangenhei t nachgel assen. „ Wi r sehen, dass di e Ri si kobe-
rei t schaf t i n den l et zt en Jahren, gerade bei schwul en M ännern, wi eder
angest i egen i st “ sagt Tappe. „ Vi el e schwul e M änner gehen Inf ekt i ons-
ri si ken ei n, wei l si e gl auben, si e si nd ni cht i nfizi ert und somi t best ehe
f ür i hren Part ner kei n Ri si ko. An si ch sel ber denken si e dabei of t ni cht .“
Lei der bedeut et gl auben ni cht wi ssen. Of t mal s kommt es i n di esen Si t ua-
t i onen zu ei ner Inf ekt i on, di e dann von dem Neu-Infizi ert en ebenso unge-
wol l t und unwi ssent l i ch wei t er gegeben wi rd. Di e Ai ds-Hi l f e wi l l di esen
Krei sl auf durchbrechen und hat daher bei m l et zt en CSD ei ne Kampagne
gest art et und schwul e M änner ermut i gt , den HIV-Test zu machen. „ Wi r
gehen davon aus, dass j emand der wei ß, dass er posi t i v i st , si ch anders
verhäl t , al s j emand der gl aubt , er sei negat i v.“ , sagt Tappe. Di e Ai ds-
Hi l f e wi rd i n di esem Jahr sogar noch ei nen Schri t t wei t er gehen und zu-
sammen mi t dem dem Sub und dem Gesundhei t sref erat den HIV-Test an
ei nem Abend i m Sub anbi et en. Ausf ührl i che Inf ormat i onen zur Ai ds-Hi l f e
und i hrem Angebot gi bt es unt er www.muenchner-ai dshi l f e.de.
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42
CSD Veranst alt er
Lesben Traum Berat ungsst elle
des Lesbent elef ons
Lesben Traum, kurz LeTRa, i st ei ne Berat ungsst el l e, an di e si ch Lesben
bei al l en Fragen rund um das Thema l esbi sche Ident i t ät wenden können.
„ Das kann sehr unt erschi edl i ch sei n“ , sagt Ri t a Braaz von LeTRa. „ Da
gi bt es auch Probl eme, di e Het erosexuel l e genauso haben wi e Lesben:
zum Bei spi el Bezi ehungs- oder Trennungsprobl eme. Bei LeTRa kann i ch
mi ch aber konkret an l esbi sche Berat eri nnen wenden und brauche kei ne
Di skri mi ni erung oder Unwi ssenhei t zu bef ürcht en.“ Gerade bei Fragen,
di e spezi el l zum homosexuel l en Leben gehören, wi e et wa dem Comi ng
Out , i st di ese spezi el l e Berat ung not wendi g. So gi bt es bei spi el swei se
Workshops zum Thema Comi ng Out am Arbei t spl at z. Drei Frauen arbei -
t en derzei t bei LeTRa: Zwei Sozi al pädagogi nnen berat en di e Frauen, Ri t a
Braaz i st f ür di e Öf f ent l i chkei t sarbei t verant wort l i ch.
Di e umf asst auch di e Auf kl ärungsarbei t bei Schul kl assen. „ Ich merke
i mmer mehr, dass wi eder sehr vi el Abwert ung und Hass, aber auch Ge-
wal t berei t schaf t , vor al l em gegenüber Jugendl i chen vorhanden i st , di e
vom het erosexuel l en Normenweg abwei chen“ , sagt Ri t a Braaz. Di eser
Gewal t berei t schaf t wi l l LeTRa mi t der so genannt en Ant i -Gewal t -Arbei t
ent gegent ret en. Di e Jugendl i chen sol l en si ch gegen di e Di skri mi ni erung
wehren. Ei n wei t eres wi cht i ges Thema i st Gewal t i n der Bezi ehung. Wi e
i n j eder anderen Part nerschaf t , kann es auch i n l esbi schen Bezi ehungen
Gewal t geben. „ Wi r wol l en uns dem Thema st el l en und f ür ei ne gewal t -
f rei e Kul t ur sorgen. Außerdem i st es uns auch wi cht i g, auf das Thema
„ l esbi sch sei n und M i grat i on“ auf merksam zu machen. Es i st kei ne wei ße
M ehrhei t sdekadenz l esbi sch zu sei n“ , sagt Ri t a Braaz. Zi el von LeTRa i st
es, dass auch Lesben mi t verschi edenen kul t urel l en Hi nt ergründen i h-
ren Pl at z i n der Communi t i y ei nnehmen können. Den sol l en auch äl t ere
Lesben finden. „ Denn äl t ere M enschen verei nsamen schnel l er, wei l di e
sozi al en Kont akt e schwi eri ger werden“ , sagt Ri t a Braaz. „ Deshal b haben
wi r bei LeTRa ei ne of f ene Gruppe f ür Lesben ab 50. Di e wol l en wi r, wenn
unsere finanzi el l en M i t t el es erl auben, auch kont i nui erl i ch anbi et en. Es
geht uns darum, di e Vi el f al t von menschl i chen Lebenswei sen zu unt er-
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Dami t i st M ünchen di e ei nzi ge St adt i n Europa, i n der ei n Abgeordnet er
ei ner schwul -l esbi schen Wähl ergemei nschaf t i n ei nem St adt parl ament
si t zt . „ Bei der Wahl 2002 si nd wi r nur ganz knapp an ei nem zwei t en M an-
dat geschei t ert “ , sagt Al exander M i kl osy von der Rosa Li st e. Thomas Ni e-
derbühl bi l det mi t den Abgeordnet en von Bündni s 90/ Di e Grünen ei ne
Frakt i onsgemei nschaf t . Zusammen mi t den St i mmen der SPD und der von
Oberbürgermei st er Chri st i an Ude st el l t di ese Frakt i onsgemei nschaf t di e
regi erende M ehrhei t i m M ünchener Rat haus.
„ Di e si cht barst e Auswi rkung i st , dass unser Oberbürgermei st er sei t
vi el en Jahren zusammen mi t sei ner Frau und Thomas Ni ederbühl den
Demonst rat i onszug des CSD anf ührt . Aber auch andere Ent schei dungen
wi e zum Bei spi el di e Förderung von Sub oder LeTRa f al l en schwul en- und
l esbenf reundl i cher aus, wenn man i n der Regi erungsverant wort ung i st “ ,
sagt Al exander M i kl osy, der f ür di e Rosa Li st e i n ei nem Bezi rksauschuss
si t zt . Für di e Zukunf t hat er sogar noch wei t errei chendere Zi el e.
„ M ei n Zi el wäre es, dass si ch di e Rosa Li st e auflöst , wei l si e ni cht mehr
not wendi g i st , wei l der Umgang mi t schwul -l esbi schen Themen genauso
sel bst verst ändl i ch i st wi e mi t ei nem St adi onbau oder der Verl ängerung
ei ner U-Bahn.“ Dass es bi s dahi n aber wohl noch ei ni ge Zei t dauern wi rd,
zei gt bei spi el swei se das Verhal t en der Opposi t i on. „ So ri cht i g bekämpf t
di e CSU uns Schwul e und Lesben sei t ei n paar Jahren ni cht mehr. Aber
si e wi rf t uns Knüppel zwi schen di e Bei ne“ , sagt M i kl osy. „ Im Bezi rksau-
schuss bi n i ch aber von der CSU mi t zum Vorsi t zenden gewähl t worden.
Das war ei n l andeswei t es Zei chen, dass es Kräf t e auch i nnerhal b der
CSU gi bt , di e si ch den Bel angen von Schwul en und Lesben öf f nen“ , sagt
M i kl osy. Sei n Zi el und auch das der Rosa Li st e i st es, dass di e Bel ange
der Schwul en und Lesben i nnerhal b der Gesel l schaf t sel bst verst ändl i ch
werden. „ Wi r si nd auf dem ri cht i gen Weg dort hi n, al l erdi ngs i st der Weg
noch äußerst mühsam, st ei ni g, hart und verschl ungen“ , sagt M i kl osy.
Ausf ührl i che Inf ormat i onen zur Rosa Li st e gi bt es unt er www.rosal i st e.de.
schwul-lesbische wählerInnen-init iat ive,
rosa list e e.V.
Klenzest raße 43, 80469 München
Tel./Fax: (089) 201 65 34
rosalist e@rosalist e.de, www.rosalist e.de
43
CSD Veranst alt er
Sub e.V.- – das schwule Kommunika-
t ions- und Kult urzent rum Münchens
Wer al s Schwul er i n M ünchen l ebt und wi ssen wi l l , was i hm di e St adt
bi et et , geht sei t j eher i ns Sub. Das Sub i st das schwul e Kommuni kat i ons-
und Kul t urzent rum M ünchens und hat sei nen Si t z i n der M ül l erst raße
43. „ Das Sub i st di e erst e Anl auf st el l e f ür Schwul e“ , sagt Vorst and Gün-
t her Fi schl mai er, „ Für M ünchner und Gäst e aus al l er Wel t .“ Hi er findet
mann al l e Inf ormat i onen über das schwul e Leben i n M ünchen: was man
si ch unbedi ngt ansehen muss, wo man abends ausgehen kann und wo
i n M ünchen di e best en Part ys st at t finden. Spezi el l e Angebot e hat der
Verei n f ür Schwul e, di e neu i n M ünchen si nd. Wer Leut e kennenl ernen
wi l l , besucht den Inf odi enst i m Sub. Di e Inf ot heke i st t ägl i ch von 19 bi s
22 Uhr beset zt .
Daneben organi si ert das Sub sel bst zahl rei che Frei zei t akt i vi t ät en. Di e
Gruppe J.U.N.G.S. zum Bei spi el ri cht et si ch an j unge Schwul e unt er 27,
di e gemei nsam i hre Frei zei t gest al t en wol l en. Wer äl t er i st , kann mi t der
Ausgehgruppe di e M ünchner Szene erkunden. Schwul en über 40 bi et et
di e Gruppe Gay & Gray ei n Forum. Gay & Gray set zt si ch f ür ei ne bessere
Int egrat i on äl t erer Schwul er i n der Szene ei n. Darüber hi naus beherbergt
das Sub ei ne Spi el e- und Schacht ruppe, verschi edene Sprachgruppen,
ei ne Bi bl i ot hek, ei n Archi v und vi el es mehr.
Das Sub gi bt es sei t 1986. Sei t damal s bet rei bt der Verei n das Sub-Caf é,
das Get ränke und Snacks zu moderat en Prei sen verkauf t , und regel mäßi g
j unge Künst l er i n sei ne Räume hol t . Doch i st das Sub ni cht nur ei n Kom
muni kat i ons- und Kul t urzent rum. „ Wi r haben auch wi cht i ge sozi al e Auf -
gaben“ , sagt Sub-Vorst and Fi schl mai er. So st eht das Proj ekt Prävent i on
und Gesundhei t sf örderung schwul en M ännern bei al l en Fragen zu Saf er
Sex, Ai ds und Geschl echt skrankhei t en zur Sei t e. Sei t Jahren arbei t et das
Sub hi er eng mi t der M ünchner Ai ds-Hi l f e zusammen. Auf Bundesebene
i st das Proj ekt i n der Arbei t sgemei nschaf t Ai ds vert ret en.
Außerdem bet rei bt der Verei n ei ne Berat ungsst el l e. Si e i st 1988 aus
dem Proj ekt Prävent i on und Gesundhei t sf örderung hervorgegangen und
hat si ch zum Zi el geset zt , di e Lebensbedi ngungen schwul er M änner i n
M ünchen zu verbessern. Aus di esem Grund wi rd di e Berat ungsst el l e sei t
Jahren von Ärzt en, Recht sanwäl t en und Psychot herapeut en unt erst üt zt .
Di e Ei nri cht ung berät i ndi vi duel l und auf Wunsch anonym, wenn es ums
Comi ng-Out oder Themen wi e Gewal t , Al kohol i smus, Exi st enz- und Le-
bensängst e, Drogensucht oder Jobverl ust geht .
Ausf ührl i che Inf ormat i onen zum Sub und sei nem Programm finden si ch
unt er www.subonl i ne.org. Dort l i st et zum Bei spi el ei n Termi npl an di e
wi cht i gst en Veranst al t ungen der Woche auf .

Sub e.V.
Müllerst raße 43, 80469 München
Büro: Tel.: (089) 260 228 19, Fax: (089) 260 87 90
inf o@subonline.org, www.subonline.org
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Wer sich eine Wohnung kauft,
muss zum Notar. Denn der be-
urkundet den Eigentumserwerb.
Ein ganz normaler Vorgang –
es sei denn, zwei Homosexuel-
le sind die Käufer.
Fri t z Raul e (47)* gl aubt e i m erst en M oment an ei nen
„ saubl öden Scherz“ . Di e per Post geschi ckt e Urkun-
de mi t dem bayeri schen Not arssi egel sah echt aus,
aber das, was unt er Zi f f er acht auf Sei t e f ünf der
Grundschul dbest el l ung zu l esen war, konnt e ei nf ach
ni cht wahr sei n. Raul e schüt t el t den Kopf , f ängt an zu
hust en. Er hat si ch an sei nem M i l chcaf é verschl uckt .
Sei n Lebenspart ner, der Recht sanwal t Chri st oph
M ert ens (44)* , erzähl t wei t er: „ Fri t z ri ef mi ch auf ge-
regt i m Büro an. Ich habe i hm gesagt , er sol l mi r erst
mal vorl esen, was auf der Sei t e st eht “ . Es raschel t e
kurz am Tel ef on, dann hat t e Fri t z Raul e di e St el l e
wi edergef unden. „ Di e Schwucht el n Fri t z Raul e und
Chri st oph M ert ens – nachst ehend Käuf er genannt
– haben den Pf andbesi t z an der Wohnung mi t Urkun-
de des beurkundenden Not ars von der Fi rma Hahnel
Obj ekt GmbH & Co K.G.* – nachst ehend Verkäuf er
genannt – erworben.“ Am Ende des Dokument s der
amt l i che St empel mi t dem Vermerk „ Vorgel esen und
von den Bet ei l i gt en genehmi gt “ .
Genehmi gt hat t en M ert ens und Raul e di esen Inhal t
nat ürl i ch ni cht . Si e waren nur ei nmal bei dem No-
t ar Dr. Korschmann* i n dessen Büro i m Herzen der
M ünchner Innenst adt gewesen. Für bei de war di e
Urkunde, i n der ei ne Grundschul d zugunst en i hrer
Bank best el l t wurde, ei ne bl oße Formal i e. Korsch-
mann wi rkt e korrekt , er war i hnen vom Verkäuf er,
der Immobi l i enfirma Hahnel , empf ohl en worden.
Außerdem sol l t e der Kauf der 150.000 Euro t eu-
ren Wohnung i m St adt t ei l Harl achi ng endl i ch über
di e Bühne gehen. Schon l ange hat t e si ch das Paar,
das mi t t l erwei l e sei t 14 Jahren zusammen i st , ei ne
gemei nsame Bl ei be f ürs Wochenende gewünscht .
Denn Anwal t M ert ens arbei t et unt er der Woche
i n Frankf urt , der Verwal t ungsangest el l t e Raul e i n
M ünchen. Di e Passage auf Sei t e f ünf des amt l i chen
Schri f t st ücks t raf si e unerwart et und macht e i hnen
zi eml i che Sorgen. Raul e sagt : „ Gut geschl af en habe
i ch i n der Zei t ni cht “ . Schl i eßl i ch waren begl aubi gt e
Abschri f t en der Urkunde schon an di e Bank, di e den
Kredi t berei t gest el l t hat t e, und an das M ünchner
Grundbuchamt gegangen. Chri st oph M ert ens eri n-
nert si ch noch genau an den Anruf bei sei nem Kol -
l egen Dr. Korschmann: „ Außer Ausflücht en wi e ‚ Das
kann i ch mi r gar ni cht erkl ären’ kam ni cht s“ . M ert ens
vermut et , dass dem Not ar ei n „ Fehl er“ unt erl auf en
i st : „ Wahrschei nl i ch hat er bei m Di kt at gesagt ‚ So,
Fräul ei n M ül l er, unt er Zi f f er acht set zen Si e j et zt di e
Namen der zwei Schwucht el n vom Anf ang ei n’ . Und
i rgendei ne Bauernt ussi , di e i n sei nem Büro arbei t et ,
kannt e das Wort ni cht und hat es bei m Abt i ppen der
Urkunde i n den Text übernommen.“ Weni gst ens ver-
sprach Korschmann, di e Beurkundung noch ei nmal
vorzunehmen. Zwei Wochen spät er hat t e Fri t z Rau-
l e wi eder Post vom Not ar. Empört sagt er: „ Da kam
ei ne M ahnung von denen. Wei l wi r di e Urkunde ni cht
bezahl t hat t en. Di e wol l t en f ür den M i st auch noch
Gel d von uns.“ Al s er von der M ahnung erf uhr, pl at z-
t e dem Juri st en M ert ens der Kragen. Er zei gt e Dr.
Korschmann wegen Bel ei di gung an. Di e M ünchner
St aat sanwal t schaf t musst e nun ermi t t el n. Raul e und
M ert ens schüt t el n si ch heut e noch, wenn si e an di e
schri f t l i che Aussage des Not ars denken: Im Büro
sei ei ne neue EDV i nst al l i ert worden. Ei n M i t arbei -
t er habe di e Urkunde zu Übungszwecken unt er dem
Dat ei namen „ SCHWUCHTELN.doc“ abgespei chert
und nachher vergessen, das f ehl erhaf t e Dokument
zu l öschen. Korschmann gab wei t er zu Prot okol l , das
Wort „ Schwucht el “ gehöre f ür i hn zum „ normal en
Sprachgebrauch“ ; er könne daher ohnehi n kei ne
Bel ei di gung erkennen. Immerhi n: Di e St aat sanwal t -
schaf t sah das anders, verdonnert e den reni t ent en
Not ar zur Zahl ung von 1.500 Euro an den Deut schen
Ki nderschut zbund und st el l t e das Verf ahren ei n. Ei ne
Überwei sung zugunst en schwul er Verei ne wurde
verworf en.
Für Raul e und M ert ens war der Fal l dami t j edoch
ni cht abgeschl ossen. Si e kl agt en vor dem Amt s-
geri cht M ünchen auf Schmerzensgel d i n Höhe von
2.500 Euro. „ Es gi ng uns um das Schul dei ngest änd-
ni s“ , sagt Raul e. Er eri nnert si ch genau an den zu-
st ändi gen Ri cht er: „ M an hat di e ganze Zei t gemerkt ,
dass der gedacht hat ‚ Was, di e Schwucht el n weh-
ren si ch auch noch? Da kri egen si e gl ei ch noch ei ns
drauf ’ .“ Di e Kl age wurde sel bst verst ändl i ch abge-
wi esen – mi t der Begründung, dass „ di eses Wort “ ,
um das si ch Ri cht er und Gegensei t e permanent
herumdrückt en, das Büro Korschmann j a ni emal s
verl assen sol l t e und ausschl i eßl i ch zum „ i nt ernen
Gebrauch“ vorgesehen war. In der Beruf ung vor dem
Landgeri cht , di e M ert ens sof ort ei ngel egt hat t e, kam
es weni gst ens zu ei nem Vergl ei ch. Dr. Korschmann
sol l t e 1.000 Euro an Raul e und M ert ens zahl en. Di e
verei nbart e Summe wurde dann aber ni cht vom No-
t ar sel bst , sondern von sei nem Büro-Angest el l t en,
der f ür den vermei nt l i chen „ Fehl er“ bei der EDV-Ei n-
wei sung verant wort l i ch war, auf Raul es Kont o über-
wi esen. Of f ensi cht l i ch auf Druck des Arbei t gebers.
Inzwi schen haben di e zwei „ Schwucht el n“ Chri s-
t oph M ert ens und Fri t z Raul e ei ne zwei t e Wohnung
i n M ünchen gekauf t . Di e Urkunden wurden di esmal
übri gens ni cht von Dr. Korschmann ausgef ert i gt .
Von Jan Bernd Schul ze Wart enhorst
* Namen geändert
44
Das Hint erlet zt e
Nachstehend Schwuchtel genannt...
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Münchener Ansicht en
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Impressum
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Jan Schl i et er (DJS), Dorot hee Schmi dt (DJS), M art i n St ummer, Jan Bernd Schul ze Wart enhorst (DJS)
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