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der sprachwissenschaftlichen Literatur gibt es Einigkeit über folgende

morphologische Typen, die allerdings unterschiedlich benannt und erklärt werden und
hier zusammengefasst dargestellt bzw. bezeichnet werden:

Lautliche Kompromissbildung
Es wird meist nur ein Vokal geändert wie bei: Dorf + Derp → Derf. Grund für diese
sind häufig geographisch-bedingte Bildungen. Sie bilden einen sprachlichen
Ausgleich zweier gleichberechtigter Begriffe (Synonyme) in einem mundartlichen
Übergangsgebiet.

Haplologische Verkürzung
Eine gemeinsame Lautfolge wird zum gemeinsamen bzw. verbindenden Element wie bei:
Hotelführer + Verführer → Hotelverführer. Siehe: Haplologie

Wortüberschneidung
Kofferwörter, die durch eine Wortüberschneidung entstehen, weisen keine gemeinsame
Lautfolge auf, wie zum Beispiel Mammut + Elefant → Mammufant. Meist entfallen hier
dann von einer oder mehr Komponenten Wortsegmente.

Assonanz
Hier erfüllt die Assonanz keinesfalls die sonst übliche rhetorische Funktion,
sondern stellt lediglich ein gemeinsames homophones oder homographes Segment dar,
das die Ausgangslexeme verbindet.

Semantische Typen
Hans Ulrich Schmid beschreibt in einem Aufsatz von 2003 zehn weitere semantische
Typen:

Der ikonische Typ weist ein symmetrisches Verhältnis der Hintergrundlexeme auf und
ist meist eine kurzsilbige Bildung ohne gemeinsames Segment wie zum Beispiel:
Demokratie + Diktatur → Demokratur.
Beim charakterisierenden Typus verweist ein Hintergrundlexem auf bestimmte
Eigenarten des anderen, zum Beispiel: Schleppen + Laptop → Schlepptop.
Beim Beziehungstypus sagt ein Hintergrundlexem aus, in welcher Beziehung das andere
gültig ist, zum Beispiel: Schach + Sachverstand → Schachverstand.
Beim kausalen, finalen bzw. konsekutiven Typus löst ein Hintergrundlexem semantisch
das andere aus, zum Beispiel: slim + Gymnastik → Slimnastik – Hier löst Gymnastik
die Schlankheit aus.
Beim pleonastischen Typus sind die Hintergrundlexeme synonym, zum Beispiel: Bulle +
Polizist → Bullizist.
Beim antonymischen Typus sind die Hintergrundlexeme gegensätzlich, zum Beispiel:
Schweiß + Eisheilige → Schweißheilige.
Beim kontradiktorischen Typus benennt ein Hintergrundlexem einen Sachverhalt
(absichtlich?) falsch, zum Beispiel: teuer + Euro → Teuro.
Beim metaphorischen Typus stellt das Wortgebilde eine Metaphorik mit der
Wirklichkeit her, zum Beispiel: Lust + Luftballon → Lustballon als Bezeichnung für
das Kondom.
Beim segmentumdeutenden Typus ist im ersten Hintergrundlexem das zweite schon
vollständig enthalten. Das so entstandene Wortgebilde besteht dann nur aus einem
Segment der beiden Hintergrundlexeme, zum Beispiel: Porno + no → PorNO.
Der freie Assoziationstyp ist ein Sprachspiel, das keinen logischen oder sachlichen
Zusammenhang zwischen den Hintergrundlexemen aufweist, zum Beispiel: Haarlem als
Bezeichnung für einen Friseursalon.