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Pseudonym

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Ein Pseudonym (in bestimmten Zusammenhängen auch: Alias, auch nom de plume) ist der
fingierte Name einer Person, insbesondere eines Urhebers (oder mehrerer Urheber)
von Werken.[1] Das Pseudonym wird anstelle des bürgerlichen Namens (Realname,
Orthonym) verwendet und dient meist zur Verschleierung der Identität. Das
zugehörige Adjektiv lautet pseudonym (von altgriechisch ψευδώνυμος pseudōnymos
„fälschlich so genannt“).[2] Sollen Realname und Pseudonym gegenübergestellt
werden, so werden sie häufig mit dem Adverb „alias“ verbunden (X alias Y).

Von Künstlernamen (auch Bühnenname) ist vor allem die Rede, wenn Werke künstlerisch
dargeboten werden (darstellende Kunst), etwa bei Schauspielern, Musikern oder
Artisten. Tarnnamen sind gebräuchlich, wenn die Identität einer Person in einem
bestimmten Zusammenhang verhüllt werden soll. Im Bereich der Spionage ist Deckname
der übliche Begriff (der Realname wird hier Klarname genannt). Der Kampfname, auch
Nom de guerre genannt, ist hingegen kein eigentliches Pseudonym, da die wahre
Identität des Trägers in der Regel bekannt ist. Er dient in der Regel nicht der
Verschleierung der Identität.

Pseudonyme werden heute besonders im Internet und in der digitalen Kommunikation


verwendet. Allerdings geht es im Internet in der Regel nicht um die
Veröffentlichung bedeutender Werke. Der Zweck, die wahre Identität zu verbergen,
steht hier meist im Vordergrund.

Neben den von einer Person selbst gewählten Pseudonymen gibt es auch als Sonderfall
Pseudonyme, die von anderen für eine bestimmte Person gebraucht werden. Meist
geschieht dies in den Medien um z. B. einen Informanten zu schützen oder um die
Privatsphäre eines Menschen zu wahren.

Inhaltsverzeichnis
1 Verwendung
2 Gründe für die Wahl eines Pseudonyms
3 Arten von Pseudonymen
4 Synonyme
5 Rechtliche Situation
5.1 Deutschland
5.2 Österreich
5.3 Schweiz
6 Benutzernamen im Internet
7 Sonstiges
8 Siehe auch
9 Literatur
10 Weblinks
11 Fußnoten
Verwendung
Pseudonyme wurden historisch in erster Linie von Schriftstellern verwendet. In
diesem Zusammenhang gibt es den französischen Ausdruck nom de plume (wörtlich:
„Schreibfeder-Name“), der heute nur noch selten verwendet wird.

Einige Personen arbeiteten zeitlebens unter einem Pseudonym (zum Beispiel Friedrich
Freiherr von Hardenberg → Novalis, Marguerite de Crayencour → Marguerite
Yourcenar). Bei manchen dieser Pseudonyme ist die tatsächliche Identität unbekannt
oder umstritten (zum Beispiel der Schriftsteller → B. Traven oder der Maler → J.
Metzler)

Andere ändern nur für bestimmte Lebens- oder Schaffensperioden oder für besondere
Werke ihren Namen (zum Beispiel Jasmin Wagner → Blümchen, Agatha Christie → Mary
Westmacott, Stephen King → Richard Bachman, Paul Dessau → Henry Herblay). Manche
Personen haben auch verschiedene Künstlernamen, um verschiedene persönliche Werke
zu differenzieren, da sie etwas anderes ausdrücken sollen (zum Beispiel Jean Giraud
→ Mœbius oder Gir, Patrick Losensky → Fler oder Frank White).

Bei der Nutzung von Pseudonymen im Internet und im E-Mail-Verkehr gibt es


erhebliche Unterschiede zu den Pseudonymen von Schriftstellern und anderen
Künstlern: In der virtuellen Welt kann sich jedermann unter beliebigen und beliebig
vielen Pseudonymen äußern. Benutzernamen und selbstgewählte Spitznamen können ohne
Weiteres geändert werden und sind insofern mit den realen Personen nur lose
verknüpft.

Im Prinzip kann jeder Pseudonyme verwenden – im Privatleben und teilweise auch


beruflich. In manchen Berufen sind Pseudonyme üblich (zum Beispiel bei
Geheimdiensten oder in der Prostitution).

Gründe für die Wahl eines Pseudonyms


Es gibt viele Motive, ein Pseudonym zu verwenden.

Vereinfachung oder Verschönerung des Namens

Ein fürs Publikum schwieriger, ungewöhnlicher oder fremdsprachlicher Name wird


vereinfacht: Klaus Nakszyński → Klaus Kinski, Mladen George Sekulovich → Karl
Malden, Henry John Deutschendorf → John Denver, Reginald Kenneth Dwight → Elton
John
Lange Namen werden verkürzt: Udo Jürgen Bockelmann → Udo Jürgens, Peter Alexander
Neumayer → Peter Alexander
Allerweltsnamen gestalten sich gern klangvoller: Gustav Meyer → Gustav Meyrink,
Marion Robert Morrison → John Wayne, Michaela Schaffrath → Gina Wild
Wirtschaftliche Vorteile

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert schrieben Frauen oft unter männlichem Namen, um
ihre Manuskripte bei Verlegern unterzubringen: Charlotte Brontë → Currer Bell,
Amantine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil → George Sand, Mary Ann Evans → George
Eliot, Sophie Andresen → S. Wörishöffer
Taktische Erwägung bei journalistischen Vielschreibern: Kurt Tucholsky → Theobald
Tiger, Peter Panter; Günther Stern → Günther Anders
Der Name eines Prominenten wird zu Werbezwecken nachgeahmt oder kopiert: Mary Ellen
Cook → Mary Carey, Nicole Tanja Hilbig → Dru Berrymore, Dale Carnagey → Dale
Carnegie
Imagepflege

Ausdruck bestimmter Eigenschaften, zum Beispiel tragen Kinderbuchautoren des


beginnenden 19. Jahrhunderts oft positiv klingende Namen: August Lewald → Hans
Kindermann, Jakob Glatz → Karl Heinrich Gutmann, Amanda Hoppe-Seyler → Tante
Amanda, Heinrich Hoffmann (der Verfasser des Struwwelpeter) → Reimerich Kinderlieb;
Ernst Hold (dessen Identität ungeklärt blieb)
Wunsch nach Individualität und Originalität: Charles-Edouard Jeanneret-Gris → Le
Corbusier, Josef Mahlmeister → Palabros de Cologne
Ein spiritueller Name (wie Schwester Claudia) unterstreicht das Selbstverständnis
von Nonnen und Mönchen; teils auch bei Yogalehrern
Das Bedürfnis, sich von einem in die Jahre gekommenen Image zu distanzieren: Puff
Daddy → P. Diddy (beides Pseudonyme)
Ein kosmopolitisch klingenderer Name: Stanisław Władysław Rejment → Władysław
Reymont
Vermeidung von Nachteilen

Furcht vor Skandalen: Dominique Aury, eigentlich Anne Desclos → Pauline Réage
Schutz vor Verfolgung: Aleksander Głowacki → Bolesław Prus, Helmut Flieg → Stefan
Heym, Raimund Pretzel → Sebastian Haffner, Mohammed Moulessehoul → Yasmina Khadra
Von dritter Seite verlangte Annahme eines Pseudonyms: Erich Kästner → Berthold
Bürger (für das Drehbuch des Films Münchhausen, 1943)
Umgehung eines Publikationsverbots: e.o.plauen durfte im Nationalsozialismus nicht
unter seinem wirklichen Namen publizieren
Schutz der eigenen Privatsphäre: Atze Schröder (der gegen die Nennung seines
bürgerlichen Namens in Medien gerichtlich vorgeht)
Ein Autor möchte nicht mit bestimmten Werken in Verbindung gebracht werden oder
selbst Distanz zu ihnen wahren: Søren Kierkegaard
Distanzierung von früheren, an fragwürdigen politischen Richtungen orientierten
Werken: Kurt Wilhelm Marek → C. W. Ceram
Um nicht bloß aufgrund eines schon bekannten Namens Erfolg zu haben oder um
anderweitigen Missverständnissen vorzubeugen: Michael John Douglas (nicht zu
verwechseln mit Michael Douglas, dem Sohn von Kirk Douglas) → Michael Keaton,
Nicholas Kim Coppola → Nicolas Cage, Diane Hall → Diane Keaton, James Stewart →
Stewart Granger, Reinhard Mey → Alfons Yondraschek, J. K. Rowling → Robert
Galbraith
Vermeidung des Vorwurfs unzulässiger Eigenwerbung: James Alfred Wight → James
Herriot
Schutz der wissenschaftlichen Reputation: Unterscheidung zwischen
wissenschaftlichen Arbeiten, die unter eigenem Namen publiziert werden und
literarischen Werken, die unter Pseudonym erscheinen: Eva Gesine Baur → Lea Singer
Biographische Hintergründe

Oftmals ist es Überbleibsel eines Schulspitznamens, also durch Gewohnheit: Johann


Caspar Schmidt → Max Stirner, Ernesto Guevara → Che Guevara, Gordon Sumner → Sting
Beibehaltung des Ehenamens nach einer Scheidung als Pseudonym: Anna Mae Bullock →
Tina Turner
Wahl des Nachnamens der Mutter, wenn der Vater missliebig oder unbekannt war: Norma
Jean Baker → Marilyn Monroe
Wahl des Namens des Vaters: Susanne Uhlen (Tochter von Wolfgang Kieling) → Susanne
Kieling
Distanzierung von den Eltern und Wahl des Namens einer anderen wichtigen
Bezugsperson: Michel Thomas → Michel Houellebecq (Geburtsname seiner Großmutter)
Das Schreiben in einer Fremdsprache und die soziokulturelle Anpassung an diese:
Józef Teodor Konrad Korzeniowski → Joseph Conrad, Henryk Goldszmit → Janusz Korczak
Schutz von Personen in der Berichterstattung der Medien

Schutz von Informanten vor Verfolgung


Schutz der Privatsphäre von Verbrechensopfern
Schutz von Straftätern vor Anfeindungen, die auch ihre Resozialisierung gefährden
könnten: Muhlis Ari → Mehmet
Sonstiges

Spaß am Verwirrspiel, offene Kollektiv- oder Public-Domain-Identitäten: siehe Monty


Cantsin oder Luther Blissett
Verdeutlichung der Identität durch Hinzufügung eines Ortsnamens: Karl Schmidt →
Karl Schmidt-Rottluff, nach seinem Geburtsort Rottluff
Bei der Verwendung von Pseudonymen im Internet spielen mehrere der oben genannten
Motive eine Rolle. Dazu gehören die Vermeidung von Nachteilen, Imagepflege und der
Spaß am Verwirrspiel.

Arten von Pseudonymen


Viele Pseudonyme sind reine Phantasiegebilde. Manchmal wird aus den Buchstaben des
richtigen Namens ein Anagramm gebildet (zum Beispiel François Rabelais → Alcofrybas
Nasier bzw. Alcofribas Nasier, Voltaire → François-Marie Arouet (A R O V E T L [e]
J [eune] mit Vertauschung der handschriftlich damals identischen Buchstaben V/U und
J/I sowie selbst verliehenem adeligem „de“), Paul Ancel → Paul Celan) oder ein
Ananym, das den wirklichen Namen rückwärts gelesen wiedergibt (zum Beispiel Kurt W.
Marek → C. W. Ceram). Bei einem Kryptonym ist ein Zusammenhang mit dem wirklichen
Namen kaum noch oder gar nicht mehr erkennbar (zum Beispiel starke Verkürzung bei
Horst Bosetzky → -ky).

Von einem Prenonym spricht man, wenn der Vorname oder mehrere eigene Vornamen als
Name verwendet werden (Jean Paul Friedrich Richter → Jean Paul, Peter Alexander
Neumeyer → Peter Alexander). Auch ein einzelner Vorname kann verwendet werden,
indem man ihn in einen vermeintlichen Vor- und Familiennamen teilt (Illobrand von
Ludwiger → Illo Brand).

Gelegentlich verbergen sich Frauen hinter Männernamen mit einem Pseudandronym (zum
Beispiel Karen Blixen → Isak Dinesen) oder Männer hinter Frauennamen mit einem
Pseudogynym (zum Beispiel Prosper Mérimée → Clara Gazul).

Ein Traduktionym entsteht durch die Übersetzung des wirklichen Namens in eine
andere Sprache. Beispielsweise erscheinen die Schallplatten des niederländischen
Musikers Ton Koopman (niederländisch koopman bedeutet „Kaufmann“) unter dem Label
Antoine Marchand – die französische Version von „Anton Kaufmann“.

Bei den Gelehrten der Renaissance war es üblich, latinisierte oder gräzisierte
Namen zu verwenden, zum Beispiel Georg Bauer → Georgius Agricola, Gerhard Kremer →
Gerhard Mercator, Philipp Schwarzerdt → Philipp Melanchthon, Theophrastus Bombast
von Hohenheim → Paracelsus

Es gibt auch Fälle, in denen nur eine lateinische Endung angehängt wurde, vor allem
von Verfassern wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Ein Geonym ist aus einem geografischen Namen abgeleitet. Beispiele sind der
Zeichner e.o.plauen (lebte als Kind in Plauen), der Maler Georg Baselitz (geboren
in Deutschbaselitz), Jürgen von der Lippe (geboren in Bad Salzuflen im Kreis Lippe)
und der österreichische Sänger Hubert von Goisern (geboren in Goisern). Theo Lingen
wählte seinen Künstlernamen nach dem Geburtsort seines Vaters. Der Renaissance-
Gelehrte Johann Georg Turmair nannte sich Johannes Aventinus, eine latinisierte
Anspielung auf seinen Geburtsort Abensberg.

Seltener wird das Aristonym ausgesucht, das seinen Träger mit einem Adelstitel
aufwerten soll. Viele vermeintliche Aristonyme sind allerdings in Wahrheit
lediglich Geonyme und wollen keinen Adelstitel vortäuschen (Hoffmann von
Fallersleben). Die Abgrenzung ist mitunter schwierig. Adelig klingende Pseudonyme
werden häufig auch in ironischer Absicht gewählt (Jürgen von der Lippe, Rosa von
Praunheim, beides eigentlich Geonyme; Hella von Sinnen). Ein dem Aristonym
ähnlicher Fall sind scheinbare bzw. unechte akademische Titel (zum Beispiel Dr.
Seuss oder Dr. Kurt Ostbahn). Ebenso selten ist das Hagionym, das den Namen eines
Heiligen enthält (zum Beispiel Halldor Kiljan Laxness).

Soll das Pseudonym auf eine satirische oder ironische Absicht des Autors hindeuten,
spricht man von einem Ironym (Friedrich Theodor Vischer → Deutobold Symbolizetti
Allegorowitsch Mystifizinski; Hella von Sinnen).

Darüber hinaus gibt es das Allonym, welches den Namen einer bekannten
Persönlichkeit vorgibt (zum Beispiel bei Pablo Neruda, der sich nach Jan Neruda
benannte) und das Phraseonym, das den Namen in Form einer Redewendung wiedergibt
(zum Beispiel Farin Urlaub).

Eine im Bereich der Unterhaltungsindustrie häufig anzutreffende Sonderform ist das


Sammelpseudonym oder Verlagspseudonym: Der fingierte Name wird in diesem Falle
nicht einer bestimmten real existierenden Person zugeordnet, sondern von einem
Unternehmen zur einheitlichen Publikation von Werken genutzt, die in Wahrheit von
verschiedenen Urhebern stammen. Gängige Praxis ist dieses Vorgehen bei Verlagen,
die Trivialliteratur in Heftform herausgeben. Eines der bekanntesten Beispiele ist
„Dr. Sommer“ aus der Jugendzeitschrift BRAVO: Ursprünglich ein Pseudonym des Autors
Dr. med. Martin Goldstein, beantwortete schon bald ein Team von Mitarbeitern unter
diesem Pseudonym die Anfragen der jungen Leser. Inzwischen wird offen vom „Dr.-
Sommer-Team“ gesprochen.

Schellackplatte mit dem Tonträgerpseudonym Eric Harden der Carl Lindström AG.
Auch Tonträgerkonzerne bedienten sich schon früh eines ähnlichen Konzepts. Ein
bekanntes Beispiel ist die Interpretenangabe Orchester Eric Harden, die seit den
späten 1920er Jahren unter den verschiedensten Warenzeichen des damals größten
europäischen Plattenproduzenten, der Carl Lindström AG, verwendet wurde. Eric
Harden war keine existierende Person, sondern konnte für jedes beliebige
Studioorchester stehen, das gerade für die benötigten Aufnahmen zur Verfügung
stand. Ein anderes jahrelang bedientes Pseudonym der Carl Lindström AG war Fred
Lustig. Unter diesem Namen verkaufte der Konzern verschiedene Schlagersänger, so
den damals sehr bekannten Luigi Bernauer auf seiner Marke Odeon.

Ein jüngeres Verwendungsbeispiel ist Bert Brac, ein Sammelpseudonym für


Begleitmusik-Komponisten des Hörspiellabels Europa. Ein Beispiel mit enormem
Einfluss aus der Wissenschaft ist Nicolas Bourbaki. Ein aus der Filmbranche
bekanntes Beispiel entstand nicht aus Erwägungen des Produzenten, sondern aus
Selbstschutzwunsch: Regisseure, die aus verschiedenen Gründen mit einem ihrer Filme
unzufrieden sind (beispielsweise wegen starker Eingriffe der Produzenten), wählen
üblicherweise das Notfall-Pseudonym Alan Smithee.

Pseudonyme, die von mehreren Autoren gemeinschaftlich genutzt werden, werden auch
als Gemeinschaftspseudonym oder Kollektivpseudonym bezeichnet. Ein bekanntes
Beispiel ist „H. Bustos Domecq“, das von Jorge Luis Borges und Adolfo Bioy Casares
für Kollaborationen verwendete Pseudonym. Die Grenzen zwischen Sammel- und
Gemeinschaftspseudonym sind fließend, man wird aber bei gemeinschaftlich erstellten
Einzelwerken eher von Gemeinschaftspseudonym, bei einer Reihe, die unter
einheitlichem Pseudonym erscheint, deren einzelne Bände aber individuelle Verfasser
haben, eher von Sammelpseudonym sprechen.

Synonyme
Als Synonyme werden bedeutungsgleiche Wörter bezeichnet. Dieser Begriff kann also
in gewisser Weise als Oberbegriff des Sonderfalls Pseudonym aufgefasst werden.
Dagegen spricht, dass Synonyme im üblichen Sinne dem natürlichen Wortschatz einer
Sprache entstammen, während es sich bei Pseudonymen gewöhnlich um Eigennamen
handelt, welche absichtsvoll neu gebildet werden, um einen bestimmten Zweck zu
erfüllen.

Rechtliche Situation
Künstlernamen sind heute namensrechtlich geschützt. Nach dem Urheberrecht hat ein
Künstler das Recht, festzulegen, unter welchem Künstlernamen er genannt werden
will. Für die Wahl des Namens gibt es gewisse Einschränkungen durch
Persönlichkeitsrechte anderer. Im europäischen Reisepass und in die
Ausweisdokumente vieler Länder können Künstlernamen (und auch Ordensnamen)
eingetragen werden.

Deutschland
Künstlernamen können in den Personalausweis und Reisepass eingetragen werden.
Möglich war dies schon seit vielen Jahrzehnten – bis zu einer Änderung des
Personalausweisgesetzes zum 1. November 2007, mit der die Eintragungsfähigkeit von
Künstlernamen abgeschafft wurde. Auf diese Änderung im Jahr 2007 gab es Proteste
von Künstlern und Journalisten, die für ihre berufliche Tätigkeit auf Pseudonyme
angewiesen sind. Diese Proteste waren im Jahr 2008 Anlass für die Bundesregierung,
die Frage der Eintragungsfähigkeit von Künstlernamen erneut zu prüfen. Der
Bundesrat beschloss am 18. Dezember 2008 das Gesetz über Personalausweise und den
elektronischen Identitätsnachweis, in dem als Nebenregelung auch Künstlernamen
wieder eintragungsfähig gemacht wurden.[3] Das Gesetz trat gemäß Art. 7 des
Gesetzes erst am 1. November 2010 in Kraft, dies fiel zusammen mit der Einführung
des neuen Personalausweises. Bis dahin blieb es den Meldebehörden versagt,
Künstlernamen in den Personalausweis einzutragen. Von dieser Regelung waren auch
Ordensnamen betroffen. Seit 1. November 2010 ist die Eintragung in Personalausweise
und Pässe wieder möglich.[4]

Rechtsverbindlich und zulässig ist die Unterschrift mit einem Pseudonym, sofern die
als Aussteller in Betracht kommende Person ohne Zweifel feststeht.[5] Wird mit dem
Künstlernamen unterschrieben, so ist damit der gesetzlichen Schriftform Genüge
getan.

Der Schutz des Pseudonyms gemäß § 12 BGB bleibt davon unberührt. Bei Klagen kann
der Künstlername zur Parteienbezeichnung verwandt werden.[6] Bei Grundstückskäufen
sind Eintragungen im Grundbuch unter ausschließlicher Verwendung des Künstlernamens
nach § 15 Abs. 1 a GBV nicht zulässig. Dieser darf jedoch zusätzlich zum
Familiennamen eingetragen werden.[7]

Für Künstlernamen sind seit dem 1. November 2012 alle Zeichen zulässig, die in dem
Zeichensatz String.Latin der Bundesdruckerei enthalten sind.

Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin vom Januar 2015 können
Prostituierte ihr Pseudonym nicht als Künstlernamen im Personalausweis eintragen
lassen.[8]

Österreich
Es steht in Österreich jeder Person frei, sich eines beliebigen Namens zu bedienen,
sofern sie damit nicht gegen den Namensschutz gemäß § 43 ABGB verstößt. Ein
Pseudonym bzw. Künstlername wird durch bloßen Gebrauch erworben, ohne dass es
hierzu eines größeren Umfangs des Gebrauches oder einer längeren Dauer bedürfte;
erforderlich ist nur, dass der Deckname einem weiteren Kreis bekannt geworden und
aufgefallen ist, so dass sich mit dem Gebrauch auch die Vorstellung der
Öffentlichkeit von einer bestimmten Persönlichkeit verbindet. Seit der Einführung
der neuen Sicherheitspässe im Juni 2006 ist die Eintragung von Künstlernamen im
Reisepass nicht mehr zulässig.

Schweiz
Künstlernamen und Ordensnamen können in der Schweiz als „amtliche Ergänzungen“ in
den Pass aufgenommen werden. Für den Eintrag eines Künstlernamens „muss ein
begründetes Gesuch gestellt und glaubhaft dargelegt werden, dass dieser Name im
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben einer Person auch objektiv von
Bedeutung ist“.[9]

Benutzernamen im Internet